Alliierter Bombenangriff auf Sassnitz: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Sassnitz nach dem alliierten Bombardement am 6ten Mai 1945.jpg|thumb|1100px|zentriert|Luftbild der alliierten Luftaufklärung kurz nach dem Bombenangriff am 6. Mai 1945 (HA)]] | [[Datei:Sassnitz nach dem alliierten Bombardement am 6ten Mai 1945.jpg|thumb|1100px|zentriert|Luftbild der alliierten Luftaufklärung kurz nach dem Bombenangriff am 6. Mai 1945 (HA)]] | ||
Aktuelle Version vom 1. März 2026, 21:50 Uhr
- Der Bombenangriff am 06.März 1945 auf Sassnitz Hafen und Reede.
- Sassnitz, ein kleiner Fischerei- und Fährschiffhafen, wird ab Ende Februar zunehmend Umschlagplatz für die Flüchtlinge aus dem Osten, da Swinemünde immer mehr überlastet ist.
- Für grosse Schiffe ist dieser Hafen völlig ungeeignet und daher werden sie auf Reede durch kleinere Schiffe entladen.
- Da dieser Vorgang naturgemäss mehr Zeit in Anspruch nimmt als das direkte Entladen der Flüchtlinge, befindet sich am 06.03.1945 eine grössere Schiffsansammlung auf der Reede von Sassnitz.
- Am 05.03.1945 können noch 3 Züge mit ca. 5500 Menschen aus Sassnitz abtransportiert werden, dann stehen aber keine Lokomotiven zur Verfügung, so das sich viele Flüchtlinge in den Zügen im Hafengelände aufhaltenund auf den Abtransport warten.
- Ausserdem befanden sich noch viele Verwundete auf den Schiffen im Hafen und auf Reede.
- In dieser Situation, erfolgte der brit. Bombenangriff mit ca. 150 Lancaster-Bomber auf die Stadt und den Hafen, während 41 weitere Bomber mit 7 Mosquitos als Jagdschutz die Reede angreifen.
- 22.52 Uhr fallen die ersten Leuchtbomben Über Sassnitz und die Reede, der Kampfverband befindet sich im Anflug.
- Ab 22.53 Uhr fallen die Bomben des 1. Angriffs und um 23.03 Uhr beginnt der 2. Angriff, mit laufenden Bombenabwürfen bis 23.12 Uhr.
- Dabei fallen auf das Stadtgebiet und den Hafen ca. 500t Bomben.
- Im Stadtgebiet, fallen relativ wenige Bomben, da das Hauptziel eindeutig der Hafen und die Reede waren.
- Trotzdem sterben 136 Sassnitzer Bürger dabei.
- Das Bahnhofshotel erhält einen Volltreffer, wobei auch 10 Offiziere fallen, die im Keller Schutz gesucht hatten.
- Ein Teil der Bevölkerung flieht in die nahegelegenden Wälder, um den Bomben zu entgehen.
- Im Hafen erhalten die Flüchtlingszüge auf den Gleisen 13 und 13a, sowie die Quarantänestation Bombenvolltreffer und werden vollständig vernichtet.
- Der im Fährbett 1 liegende Verwundetentransporter " Robert Möhring " wird durch 2 Bomben getroffen, fängt an zu brennen und sinkt schliesslich.
- Dabei finden 353 Verwundete den Tod.
- Auf der Reede fallen 173t Bomben, wobei 4,8t Brandbomben und Luftminen sind.
- Z 28 wird von 2 Bomben getroffen und sinkt, wobei 150 Besatzungsmitglieder den Tod finden.
- Ebenso sinken der zum Flakschiff umgebaute Dampfer " Sofia " und mehrere kleinere Fahrzeuge.
- Da die " Potsdam " , " Pitea " und " Pretoria " keine Flüchtlinge mehr an Bord hatten und schon seit den Abendstunden seeklar machten, konnten sie bei Angriffsbeginn das Seegebiet verlassen.
- Ebenso entzog sich T 36 durch Zick-Zack-Kurse dem Bombenteppich.
- Den anderen grösseren Flüchtlingschiffen " Deutschland , " Hamburg ", " Der Deutsche " und " General San Martin " geschah glücklicherweise nichts.
- Bei diesem Angriff fanden ca. 1200 Menschen den Tod und 17 Fahrzeuge wurden versenkt.
- Diese waren im einzelnen ( laut Wolfgang Müller ) :
- Verwundetentransporter " Robert Möhring "
- - Z 28
- - Flugsicherungsschiff " Hans Rolshofen "
- - Tanker " Altengamme " ( bei Mukran gestrandet )
- - 3 Fischkutter ( SAS 60 und 2 weitere )
- - UJ 1109 ex St. Georg
- - UJ 1118
- - UJ 1119 ex Malangen
- - Hebeschiff " Jägersberg "
- - Taucherfahrzeug " Delphin "
- - ein Taucherprahm
- - Torpedofangboot " Karl "
- - Motorbarkasse " Kuno "
- - Schute " Dwarsdorf "
- Aufgrund der abgeworfenen Luftminen, erstirbt nach dem Angriff jede Schiffsbewegung im Hafen und auf der Reede.
- Die weitere Ausschiffung erfolgt mit kleinen hölzernen Booten, was sehr viel mehr Zeit in Anspruch nimmt.
- Trotz der Minengefahr verlegt der Kapitän der " Hamburg " am nächsten Tag sein Schiff weiter seewärts.
- Dabei erhielt das Schiff 2 Minentreffer im Vorschiff und kentert.
- Zum Glück befanden sich keine Flüchtlinge an Bord, so das keine Todesopfer zu beklagen waren.
- Obwohl der Hafen schwer beschädigt war, sollten noch viele Flüchtlinge über Sassnitz in den Westen durchgeschleust werden.