Brookhusen - Fortlaufende Ortschronik: Unterschied zwischen den Versionen
Zur Navigation springen
Zur Suche springen
| (14 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 53: | Zeile 53: | ||
===Das Gutshaus von Brookhusen=== | ===Das Gutshaus von Brookhusen=== | ||
| + | [[Datei:Historisches foto gutshaus brookhusen nach 1889 foto von der familie von restorff www von restorff de lightbox 2012.jpg|thumb|500px|links|www.Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern]] | ||
| + | <br clear="all"> | ||
| + | [[Datei:Beitrag Schloss Brookhusen 18 11 2000 OZ.jpg|thumb|500px|links|Beitrag Schloss Brookhusen 18 11 2000 OZ]] | ||
| + | [[Datei:Kindergarten im Rittersaal Brookhusen OZ 7 6 2001.jpg|thumb|500px|rechts|Kindergarten im Rittersaal Brookhusen OZ 7_6_2001]] | ||
| + | <br clear="all"> | ||
| + | :Autor: Antje Rädel | ||
| + | ;Wie alt ist eigentlich das Schloss in Brookhusen und wem gehörte es? | ||
| + | :Das Gut Brookhusen gibt es bereits seit 1397, zumindest ist es seit dieser Zeit urkundlich belegt. | ||
| + | :Ursprünglich gehörte Brookhusen genau wie Wahrstorf zum Gut Ziesendorf und stellte somit ein adliges Nebengut dar. | ||
| + | :Es befand sich anfangs im Besitz der Familie von Reventlow. Das Schloss in seiner heutigen Form gab es damals noch nicht. | ||
| + | :Es gab lediglich ein zweigeschossiges Haupthaus für den Gutsherrn und seine Bediensteten. | ||
| + | :Zum Gut gehörte der Gutspark, der auch heute noch als Park und Streuobstwiese genutzt wird. Im Laufe der Zeit wechselte | ||
| + | :das Schloss oft seine Besitzer, es wurde vererbt, verkauft, fiel mangels fehlender Erben oder fehlenden Vermögens | ||
| + | :an Würdenträger der jeweiligen Zeit. | ||
| + | :Nachzulesen ist dies für Interessierte detailliert auf der Internetseite | ||
| + | :''https: //Gutshäuser.de/de/Guts- & Herrenhäuser / Gutshäuser - B / Brookhusen.'' | ||
| + | :Jeder neue Besitzer hat dem Schloss je nach verfügbarer Zeit und Mittel seinen Stempel aufgedrückt. Es wurde an- und umgebaut, | ||
| + | :nach einem Brand neu errichtet, erweitert und sowohl außen als auch innen dem Geschmack und Stil der jeweiligen Zeiten angepasst. | ||
| + | :Der letzte Besitzer, die Familie von Restorff wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Bodenreform enteignet. | ||
| + | :Das Gutshaus wurde ab 1945 eine Zuflucht und das neue Zuhause von Flüchtlingen. Einige erwarben später Land und bauten ein eigenes Haus, | ||
| + | :einige blieben lange dort wohnen obwohl es nicht einmal Wasser im Haus gab und die Toilette auf dem Hof war. | ||
| + | :Bis Anfang der 90er Jahre war das Schloss bewohnt. | ||
| + | :Als der letzte Bewohner ausgezogen war, versuchte die Gemeinde, das immer mehr dem Verfall preisgegebene Schloss zu verkaufen. | ||
| + | :Da sich in den Jahren bis 1999 kein solider Käufer finden ließ, bereits Bäume aus dem Dach wuchsen und Wind und Wetter an der | ||
| + | :verbliebenen Bausubstanz nagten, drohte dem Gebäude beinahe der Abriss. 1999 fand sich schließlich ein neuer Eigentümer, der | ||
| + | :das denkmalgeschützte Haus sanieren und dort u. a. eine Kindertagesstätte betreiben wollte. Er sanierte Teile im Erdgeschoss | ||
| + | :bis ihm offensichtlich die notwendigen Mittel ausgingen, erhielt wegen der Baufälligkeit der restlichen Gebäudeteile keine | ||
| + | :Betriebserlaubnis und gab auf. Nun stand das Schloss wieder ohne Eigentümer da und die Gemeinde erwirkte die Rückgabe, weil | ||
| + | :der Investor seinen Verpflichtungen zum Erhalt nicht nachkommen konnte. | ||
| + | :2009 kauften schließlich die jetzigen Eigentümer Thomas Wege und seine Frau Antje das verfallene Gutshaus und verwirklichten | ||
| + | :damit ihren Traum, Schlossbesitzer zu werden. | ||
| + | :Nach 15 Jahren Bauzeit ist nun ein Ende abzusehen. Das Schloss im Stil der Neorenaissance konnte durch den neuen Besitzer mit | ||
| + | :sehr viel Eigeninitiative und unermüdlichem persönlichen Einsatz vor dem Abriss gerettet werden. Heute bietet es in altem Glanz | ||
| + | :der Familie Wege eine Wohnstätte. Zum Tag des offenen Denkmals war es unter Führung des Schlossherren für jeden zu besichtigen. | ||
| + | :Wer dort war, konnte sich von der beeindruckenden Neugestaltung der Innenräume überzeugen lassen und erahnen, welchen Aufwand | ||
| + | :die Familie bis hierhin bereits hatte. | ||
| + | :Nach den nun bereits überschaubaren noch ausstehenden Arbeiten an den Ferienwohnungen im zweiten Geschoss werden dort zukünftig | ||
| + | :Feriengäste in historischem Flair wohnen können. | ||
| + | :Direkt unter dem Dach entstand ein Gemeinschaftsraum, der für Veranstaltungen auch durch die Gemeinde oder den Verein genutzt werden kann. | ||
| + | <br clear="all"> | ||
| + | [[Datei:Gutshausgeschichte OZ 6 7 2023.jpg|thumb|500px|links|Gutshausgeschichte OZ 6 7 2023]] | ||
| + | [[Datei:Gutshaus brookhusen 2019 lightbox 2012.jpg|Gutshaus Brookhusen nach der Sanierung 2019, Quelle NDR]] | ||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
<br clear="all"> | <br clear="all"> | ||
| + | |||
| + | ;(zu den Besitzverhältnissen bis 2007 von Cordula Schultz, Eutin, den 6. Februar 2020) | ||
| + | :Quelle: https: //Gutshäuser.de/de/Guts- & Herrenhäuser / Gutshäuser - B / Brookhusen | ||
| + | |||
| + | :'''1397 - 1681''' Familie von Reventlow | ||
| + | : Ursprünglich war Brookhusen zusammen mit dem Bauerndorf Wahrstorf ein adliges Nebengut des Gutes Ziesendorf | ||
| + | : und befand sich seit 1397 im Besitz der Familie von Reventlow. Wegen Überschuldung verkaufte Berndt von Reventlow | ||
| + | : das durch den Schwedisch-Brandenburgischen Krieg (1674 - 1679) verwüstete Gut | ||
| + | :'''1681 - ca. 1697''' Familie von Pederstorf | ||
| + | :'''1697 - 1698''' Dietrich III von Wolffrath (Bürgermeister der Stadt Rostock) | ||
| + | :'''1698 - ca. 1731''' Dietrich IV von Wolffrath erbte das Gut von seinem Vater | ||
| + | :'''1731 - 1756''' Helmuth von Petersdorff (Güstrower Hofgerichtspräsidenten und Landrat auf Ziesendorf) | ||
| + | :'''1756 - 1781''' Elisabeth Oelgard von Blücher (Nichte von Helmuth von Petersdorff) | ||
| + | : Ihr Sohn, Friedrich Helmuth Ludwig von Blücher verkaufte Brookhusen 1781 | ||
| + | :'''1781 - 1786''' Bernhard Julius Christoph Stein | ||
| + | :'''1786 - 1795''' Die Erben des Bernhard Julius Christoph Stein | ||
| + | :'''1795 - 1801''' Major Joachim Franz Detlov von Bilau (Bilow) | ||
| + | :'''1801 - 1809''' Hofjägermeister Carl Johann von Stein | ||
| + | :'''1809 - 1826''' Johann Jacob Maue | ||
| + | :'''1826 - 1833''' Hofjägermeister Johann Georg von Stern | ||
| + | :'''1833 - 1840''' Ferdinand Ernst Christian von Schack | ||
| + | :'''1840 - 1865''' Konsul Martin Koester (königlich-preußischen Konsul in Rostock) | ||
| + | :'''1865 - 1888''' Friedrich Ludwig August Never | ||
| + | :'''1888 - 1894''' Carl Johann Franz Briesemann | ||
| + | : Er ließ ab 1889 das Gutshaus renovieren und umbauen. Das Hauptgebäude wurde dabei um ein Querhaus erweitert, | ||
| + | : in dem er seine Gemäldesammlung unterbrachte. An die Baumaßnahmen erinnert das Fähnchen an der Spitze des Turmes. | ||
| + | : Die von Briesemann zusammengetragene Kollektion herausragender Gemälde des 16. bis 18. Jahrhunderts von italienischen, | ||
| + | : französischen und niederländischen Meistern, vermachte er 1891 seiner Geburtsstadt Wismar. | ||
| + | : Die Sammlung befindet sich im Bestand des Stadtgeschichtlichen Museums; einige Bilder finden sich im Rathaus Wismar. | ||
| + | :'''1894 - 1918''' Die Erben des Carl Johann Franz Briesemann | ||
| + | :'''1918 - 1921''' Major a. D. Reinhold Louis Wilhelm von Restorff | ||
| + | :'''1921 - 1945''' Elisabeth Marie Karoline Juliane von Restorff, geb. von Plessen | ||
| + | : Nach dem Tod des Reinhold Louis Wilhelm von Restorff im Jahr 1921 wurde das Gut von seiner Witwe verpachtet | ||
| + | : bis der Sohn Wilhelm Louis Gustav die Bewirtschaftung am 01.07.1938 übernahm. | ||
| + | : Er wird als letzter Besitzer von Brookhusen seit 1944 in Budapest vermisst. | ||
| + | :'''1945 – 1990''' Die Familie von Restorff wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Bodenreform enteignet. In das Gutshaus zogen Flüchtlinge ein. | ||
| + | :'''1990 – 1999''' Nach 1990 verfiel das immer noch bewohnte Herrenhaus zunehmend. | ||
| + | :'''1999 - 2007''' Ein neuer Eigentümer plante das denkmalgeschützte Haus zu sanieren und eine Kindertagesstätte einzurichten, was nicht gelang | ||
| + | :'''2007 - 2009''' Eine Rückgabeklausel für den Fall, dass der Investor seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, führte zur Rückübertragung an die Gemeinde. | ||
| + | :'''ab 2009''' Antje und Thomas Wege verwirklichen ihren Traum, Schlossbesitzer zu werden. | ||
=== Die Schule von Brookhusen === | === Die Schule von Brookhusen === | ||
| Zeile 85: | Zeile 162: | ||
:die Gemälde in seinem Besitz tragen englische Beschriftungen | :die Gemälde in seinem Besitz tragen englische Beschriftungen | ||
: er bat 1890 Friedrich Schlie um eine Einschätzung seiner Gemäldesammlung und schenkte | : er bat 1890 Friedrich Schlie um eine Einschätzung seiner Gemäldesammlung und schenkte | ||
| − | seiner Geburtsstadt 1881 testamentarisch 35 Bilder, die 1898 an Wismar übergeben und zunächst im | + | :seiner Geburtsstadt Wismar 1881 testamentarisch 35 Bilder, |
| − | Rathaus aufgehängt wurden | + | :die 1898 an Wismar übergeben und zunächst im Rathaus aufgehängt wurden |
| − | :die erhaltenen 30 Bilder der Sammlung sind im Stadtgeschichtlichen Museum Schabbelhaus Wismar ausgestellt (italienische | + | :die erhaltenen 30 Bilder der Sammlung sind im Stadtgeschichtlichen Museum Schabbelhaus Wismar ausgestellt |
| − | Stadtlandschaften, holländische Interieurs, französische Rokokobilder) | + | :(italienische, Stadtlandschaften, holländische Interieurs, französische Rokokobilder) |
:dazu gehört auch das Bild von David Ryckaert »Farbenreiber« (um 1635 | :dazu gehört auch das Bild von David Ryckaert »Farbenreiber« (um 1635 | ||
| − | :nur eine Hälfte des Originals erhalten, Kopie in der | + | :nur eine Hälfte des Originals erhalten, (Kopie in der Eremitage in St. Petersburg) |
| − | Eremitage in St. Petersburg) | ||
:das ursprünglich als Original angesehene Bild von Jean-Antoine Watteau | :das ursprünglich als Original angesehene Bild von Jean-Antoine Watteau | ||
| − | »Schäferscene« ist tatsächlich eine Kopie des heute verlorenen Originals. | + | : »Schäferscene« ist tatsächlich eine Kopie des heute verlorenen Originals. |
==Opfer von Krieg und Gewalt aus Brookhusen== | ==Opfer von Krieg und Gewalt aus Brookhusen== | ||
Aktuelle Version vom 24. Februar 2026, 17:30 Uhr
| Kenndaten der Ortschronik | |
|---|---|
| Ort | Brookhusen |
| Zeitlicher Schwerpunkt | 1875-1960; fortlaufend |
| Urheberrechte | Uvw Xyz |
| Erstellungszeitraum | seit 2018 |
| Publikationsdatum | veröffentlicht |
| Inhaltliche Kategorisierung | Geschichte der Gemeinde ... |
| Status (Ampelsystem) | in fortlaufender Bearbeitung |
Die Geschichte von Brookhusen
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.
Brookhusen im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)
- 1301
- erste Erwähnung von Brookhusen (MUB 1367, 2743)
- (hat 2026 seine 750-Jahrfeier)
Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)
Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)
Bis zur Reichseinigung (bis 1871)
Kaiserreich (1871-1918)
Weimarer Republik (1918-1933)
Drittes Reich (1933-1945)
SBZ und DDR (1945-1990)
- 1959
- Schaffung einer zentralen Wasserversorgung in Brookusen 1965
Die heutige Zeit
Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:
z.B.
Herkunft und erste Erwähnung von Brookhusen
Das Gutshaus von Brookhusen
- Autor: Antje Rädel
- Wie alt ist eigentlich das Schloss in Brookhusen und wem gehörte es?
- Das Gut Brookhusen gibt es bereits seit 1397, zumindest ist es seit dieser Zeit urkundlich belegt.
- Ursprünglich gehörte Brookhusen genau wie Wahrstorf zum Gut Ziesendorf und stellte somit ein adliges Nebengut dar.
- Es befand sich anfangs im Besitz der Familie von Reventlow. Das Schloss in seiner heutigen Form gab es damals noch nicht.
- Es gab lediglich ein zweigeschossiges Haupthaus für den Gutsherrn und seine Bediensteten.
- Zum Gut gehörte der Gutspark, der auch heute noch als Park und Streuobstwiese genutzt wird. Im Laufe der Zeit wechselte
- das Schloss oft seine Besitzer, es wurde vererbt, verkauft, fiel mangels fehlender Erben oder fehlenden Vermögens
- an Würdenträger der jeweiligen Zeit.
- Nachzulesen ist dies für Interessierte detailliert auf der Internetseite
- https: //Gutshäuser.de/de/Guts- & Herrenhäuser / Gutshäuser - B / Brookhusen.
- Jeder neue Besitzer hat dem Schloss je nach verfügbarer Zeit und Mittel seinen Stempel aufgedrückt. Es wurde an- und umgebaut,
- nach einem Brand neu errichtet, erweitert und sowohl außen als auch innen dem Geschmack und Stil der jeweiligen Zeiten angepasst.
- Der letzte Besitzer, die Familie von Restorff wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Bodenreform enteignet.
- Das Gutshaus wurde ab 1945 eine Zuflucht und das neue Zuhause von Flüchtlingen. Einige erwarben später Land und bauten ein eigenes Haus,
- einige blieben lange dort wohnen obwohl es nicht einmal Wasser im Haus gab und die Toilette auf dem Hof war.
- Bis Anfang der 90er Jahre war das Schloss bewohnt.
- Als der letzte Bewohner ausgezogen war, versuchte die Gemeinde, das immer mehr dem Verfall preisgegebene Schloss zu verkaufen.
- Da sich in den Jahren bis 1999 kein solider Käufer finden ließ, bereits Bäume aus dem Dach wuchsen und Wind und Wetter an der
- verbliebenen Bausubstanz nagten, drohte dem Gebäude beinahe der Abriss. 1999 fand sich schließlich ein neuer Eigentümer, der
- das denkmalgeschützte Haus sanieren und dort u. a. eine Kindertagesstätte betreiben wollte. Er sanierte Teile im Erdgeschoss
- bis ihm offensichtlich die notwendigen Mittel ausgingen, erhielt wegen der Baufälligkeit der restlichen Gebäudeteile keine
- Betriebserlaubnis und gab auf. Nun stand das Schloss wieder ohne Eigentümer da und die Gemeinde erwirkte die Rückgabe, weil
- der Investor seinen Verpflichtungen zum Erhalt nicht nachkommen konnte.
- 2009 kauften schließlich die jetzigen Eigentümer Thomas Wege und seine Frau Antje das verfallene Gutshaus und verwirklichten
- damit ihren Traum, Schlossbesitzer zu werden.
- Nach 15 Jahren Bauzeit ist nun ein Ende abzusehen. Das Schloss im Stil der Neorenaissance konnte durch den neuen Besitzer mit
- sehr viel Eigeninitiative und unermüdlichem persönlichen Einsatz vor dem Abriss gerettet werden. Heute bietet es in altem Glanz
- der Familie Wege eine Wohnstätte. Zum Tag des offenen Denkmals war es unter Führung des Schlossherren für jeden zu besichtigen.
- Wer dort war, konnte sich von der beeindruckenden Neugestaltung der Innenräume überzeugen lassen und erahnen, welchen Aufwand
- die Familie bis hierhin bereits hatte.
- Nach den nun bereits überschaubaren noch ausstehenden Arbeiten an den Ferienwohnungen im zweiten Geschoss werden dort zukünftig
- Feriengäste in historischem Flair wohnen können.
- Direkt unter dem Dach entstand ein Gemeinschaftsraum, der für Veranstaltungen auch durch die Gemeinde oder den Verein genutzt werden kann.
- (zu den Besitzverhältnissen bis 2007 von Cordula Schultz, Eutin, den 6. Februar 2020)
- Quelle: https: //Gutshäuser.de/de/Guts- & Herrenhäuser / Gutshäuser - B / Brookhusen
- 1397 - 1681 Familie von Reventlow
- Ursprünglich war Brookhusen zusammen mit dem Bauerndorf Wahrstorf ein adliges Nebengut des Gutes Ziesendorf
- und befand sich seit 1397 im Besitz der Familie von Reventlow. Wegen Überschuldung verkaufte Berndt von Reventlow
- das durch den Schwedisch-Brandenburgischen Krieg (1674 - 1679) verwüstete Gut
- 1681 - ca. 1697 Familie von Pederstorf
- 1697 - 1698 Dietrich III von Wolffrath (Bürgermeister der Stadt Rostock)
- 1698 - ca. 1731 Dietrich IV von Wolffrath erbte das Gut von seinem Vater
- 1731 - 1756 Helmuth von Petersdorff (Güstrower Hofgerichtspräsidenten und Landrat auf Ziesendorf)
- 1756 - 1781 Elisabeth Oelgard von Blücher (Nichte von Helmuth von Petersdorff)
- Ihr Sohn, Friedrich Helmuth Ludwig von Blücher verkaufte Brookhusen 1781
- 1781 - 1786 Bernhard Julius Christoph Stein
- 1786 - 1795 Die Erben des Bernhard Julius Christoph Stein
- 1795 - 1801 Major Joachim Franz Detlov von Bilau (Bilow)
- 1801 - 1809 Hofjägermeister Carl Johann von Stein
- 1809 - 1826 Johann Jacob Maue
- 1826 - 1833 Hofjägermeister Johann Georg von Stern
- 1833 - 1840 Ferdinand Ernst Christian von Schack
- 1840 - 1865 Konsul Martin Koester (königlich-preußischen Konsul in Rostock)
- 1865 - 1888 Friedrich Ludwig August Never
- 1888 - 1894 Carl Johann Franz Briesemann
- Er ließ ab 1889 das Gutshaus renovieren und umbauen. Das Hauptgebäude wurde dabei um ein Querhaus erweitert,
- in dem er seine Gemäldesammlung unterbrachte. An die Baumaßnahmen erinnert das Fähnchen an der Spitze des Turmes.
- Die von Briesemann zusammengetragene Kollektion herausragender Gemälde des 16. bis 18. Jahrhunderts von italienischen,
- französischen und niederländischen Meistern, vermachte er 1891 seiner Geburtsstadt Wismar.
- Die Sammlung befindet sich im Bestand des Stadtgeschichtlichen Museums; einige Bilder finden sich im Rathaus Wismar.
- 1894 - 1918 Die Erben des Carl Johann Franz Briesemann
- 1918 - 1921 Major a. D. Reinhold Louis Wilhelm von Restorff
- 1921 - 1945 Elisabeth Marie Karoline Juliane von Restorff, geb. von Plessen
- Nach dem Tod des Reinhold Louis Wilhelm von Restorff im Jahr 1921 wurde das Gut von seiner Witwe verpachtet
- bis der Sohn Wilhelm Louis Gustav die Bewirtschaftung am 01.07.1938 übernahm.
- Er wird als letzter Besitzer von Brookhusen seit 1944 in Budapest vermisst.
- 1945 – 1990 Die Familie von Restorff wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Bodenreform enteignet. In das Gutshaus zogen Flüchtlinge ein.
- 1990 – 1999 Nach 1990 verfiel das immer noch bewohnte Herrenhaus zunehmend.
- 1999 - 2007 Ein neuer Eigentümer plante das denkmalgeschützte Haus zu sanieren und eine Kindertagesstätte einzurichten, was nicht gelang
- 2007 - 2009 Eine Rückgabeklausel für den Fall, dass der Investor seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, führte zur Rückübertragung an die Gemeinde.
- ab 2009 Antje und Thomas Wege verwirklichen ihren Traum, Schlossbesitzer zu werden.
Die Schule von Brookhusen
Die Brookhusener Dampfmolkerei
Die Schmieden
Krüge und Gaststätten
Bedeutende Persönlichkeiten aus Brookhusen
- Briesemann, (Carl Johann) Franz, Gutsbesitzer
- geb. 6.2.1843 Wismar - gest. 1894 Rostock
- Vater: Franz Joachim B., Advokat, Numismatiker
- 1859 in Wismar konfirmiert
- verlies Mecklenburg,
- schlug vermutlich die juristische Laufbahn ein und lebte wahrscheinlich in England
- hatte eine Engländerin zur Frau
- 1887 Besitzer des RittergutesBrookhusen (bei Schwaan)
- ließ das Gutshaus umbauen und einen Galerieflügel anbauen
- die Gemälde in seinem Besitz tragen englische Beschriftungen
- er bat 1890 Friedrich Schlie um eine Einschätzung seiner Gemäldesammlung und schenkte
- seiner Geburtsstadt Wismar 1881 testamentarisch 35 Bilder,
- die 1898 an Wismar übergeben und zunächst im Rathaus aufgehängt wurden
- die erhaltenen 30 Bilder der Sammlung sind im Stadtgeschichtlichen Museum Schabbelhaus Wismar ausgestellt
- (italienische, Stadtlandschaften, holländische Interieurs, französische Rokokobilder)
- dazu gehört auch das Bild von David Ryckaert »Farbenreiber« (um 1635
- nur eine Hälfte des Originals erhalten, (Kopie in der Eremitage in St. Petersburg)
- das ursprünglich als Original angesehene Bild von Jean-Antoine Watteau
- »Schäferscene« ist tatsächlich eine Kopie des heute verlorenen Originals.

