Benitz - Fortlaufende Ortschronik: Unterschied zwischen den Versionen

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===Das Gutshaus/ die Bauernhöfe===
 
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:Autor: Antje Rädel
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;Geschichte des Hofes Benitz und seines Herrenhauses
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:Im Jahr 2020 feierten wir, wenn auch wegen der Corona-Pandemie nur symbolisch, das 750jährige Bestehen des Ortes in Benitz.
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:Ob es diesen Ort nicht auch schon früher gab, ist nicht belegt.
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:Die erstmalige Erwähnung in einer Urkunde ist datiert auf den 08. Juni 1270 und war eine Beurkundung
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:durch Fürst Nikolaus von Werle und seiner Söhne Heinrich und Johann. Der Lübecker Bürger Heinrich von Iserloh
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:erwarb seinerzeit das Eigentum von 8 Hufe Land im Dorfe Benitz und 18 Hühnern aus dem Kruge daselbst.“
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:Der Knappe Eckard von Ankershagen, der in Benitz mit seiner Familie offensichtlich Land bewirtschaftete,
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:hatte dieses an Heinrich von Iserloh verkauft. (Hufe = alte Maßeinheit für Land, umfasste durchschnittlich 30 Morgen,
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:1 Morgen entsprach dem, was ein Bauer von morgens bis abends an einem Tag bewirtschaften konnte)
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:Über die Wohnverhältnisse um 1270 lässt sich derzeit nichts ausführen, vermutlich gab es jedoch an der Stelle des heutigen Herrenhauses bereits ein einfaches Wohngebäude, Stall und Scheune sowie offenbar einen Krug. (Krug = Wirtshaus)
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Die weiteren Besitzverhältnisse sind bis 1620 gar nicht und bis 1785 nur lückenhaft. 1620/21 wurde der Hof Benitz an Detloff von Buchwald für 25.000 Gulden verkauft und er war außerdem auf sechs Jahre verpflichtet, eine jährliche Pacht von 15.000 Gulden an Herzog Heinrich Albrecht zu zahlen. Detloff von Buchwald erweiterte seinen Besitz schließlich, indem er 1633 eine wüste Hufe besetzte, die zum Hofe Benitz gehörte. (wüst = nicht bewirtschaftet / verlassen). 1634 kündigte er den Hof Benitz, da er plante das Gut Ziesendorf zu kaufen und bat um Rückzahlung des gekündigten Kapitals.
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Zwischen 1635 und 1758 folgten eine ganze Reihe von Erbschafts- und Pfändungsstreitigkeiten sowie verschiedener Erben und Geldgeber an den reluierten Hof Benitz (=Hof, an dem alte fürstliche Herrschaftsansprüche wieder hergestellt werden sollten). Gleichzeitig litten insbesondere viele Gebäude des Hofes, da sie vermutlich wegen finanzieller Probleme nicht mehr repariert und gepflegt wurden.
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Ab 1785 lassen sich Pächter und Besitzer des Hofes und damit des Gutshauses nachweisen. Damals gehörte der Hof Benitz mit Huckstorf und Pölchow zusammen und wurde bis 1790 von Hauptmann Dietrich von Gützkow bewirtschaftet. Danach pachtete Herr Albrecht das Gut Benitz und nach seinem Tod gehörte es noch bis 1810 seiner Witwe. Auf die Pächter Albrecht folgte zwischen 1811 und 1832 Franz Theodor Seemann, der wiederum seinen Erben das Gut überließ. Dieses bewirtschafteten Sie bis 1849. Es folgten ab 1850 bis 1914 vier weitere Pächter.
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Letzter Pächter ab 1914 war Herrmann Schack, der ab 1938 bis zu seiner Flucht und folgenden Enteignung 1945 schließlich auch alleiniger Besitzer wurde.
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1945 zog wie an so vielen anderen Orten auch zuerst die russische Kommandantur in das Gutshaus ein. Nach und nach kamen viele Umsiedler nach Benitz, die natürlich Wohnraum brauchten und zunächst auch in dem verlassenen Gutshaus oder auch bei den alteingesessenen Benitzern in einzelnen Räumen zumindest erst einmal einen einfachen Schlafplatz im Stroh hatten.
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Das Benitzer Gutshaus in seiner heutigen Form gemauert und verputzt mit Kuppelwalmdach und Dreiecksgiebel wurde zwischen 1814 und 1818 auf einem Feldsteinfundament neu errichtet, nachdem der vorherige Bau aus dem Jahr 1743 durch einen Großbrand vollständig vernichtet wurde. Erst später wurde es durch überdachte Terrasse vor dem Eingangsbereich erweitert. Neben dem Wohnhaus fielen auch weitere Gebäude des Gutes den Flammen zum Opfer und mussten neu errichtet werden. Das Gut hatte inzwischen eine beachtliche Größe erreicht.
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1831 wurde ein Inventarverzeichnis des gesamten Gutes erstellt. Dort waren insgesamt 16 verschiedene Gebäude verzeichnet, so das Wohnhaus (heutiges Herrenhaus), ein Backhaus, ein Vieh-Haus, ein Schafstall und ein Pferdestall, fünf Katen um den Dorfteich, teilweise mit Stall, ein Holländerhaus mit Stall, eine große Scheune, ein Wagenschauer und eine Haferscheune.
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Nach 1945 entstanden in Benitz insgesamt 59 Bauernsiedlungen jeweils mit eigenem Land und weitere 3 Handwerkssiedlungen. Ab 1950 wurde das Gutshaus neben Wohnzwecken für verschiedene gemeinschaftliche Zwecke genutzt. Von 1952 bis 1969 gab es hier eine Schulstube und eine Wohnung für einen Lehrer, 1956 zog der Kindergarten ein. Außerdem gab es Räume für die amtliche Verwaltung, ein Arztzimmer für die medizinische Versorgung und im Anbau einen Konsum sowie den Speiseraum der LPG.
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Nachdem Schule, Kindergarten, Arzt und Speiseraum in dem Gebäude nicht mehr benötigt wurden, nutzte die Gemeinde die Räume im alten Gutshaus als Gemeindezentrum und Treffpunkt für die Dorfbewohner. Das Gutshaus kam in die Jahre, war dringend sanierungsbedürftig, aber der Gemeinde fehlten die Ressourcen, das Gutshaus zu erhalten. Nach Umzug des Gemeindezentrums in den sanierten Anbau wurden nur noch wenige Räume vermietet bzw. genutzt, so dass der Verfall voranschritt. 2015 fand sich mit Familie Holzbrecher endlich ein Interessent, die das inzwischen sehr betagte Gutshaus kauften, sanierten und acht Wohnungen ausbauten.
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=== Die Mühlen ===
 
=== Die Mühlen ===

Aktuelle Version vom 17. Februar 2026, 16:08 Uhr

Benitz



Kenndaten der Ortschronik
OrtBenitz
Zeitlicher Schwerpunkt1875-1960; fortlaufend
Urheberrechte
Erstellungszeitraumseit 2018
PublikationsdatumveröffentlichtBenitz...
Inhaltliche Kategorisierungunbekannt
Status (Ampelsystem)in fortlaufender Bearbeitung


Benitz Reste der alten Kiesverladestation von Wilfried Steinmüller gefertigt (Foto privat)


Die Geschichte von Benitz (Chronologie)

Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.

Benitz im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)

1270 8.Juni
Benitz wird zum ersten Mal erwähnt

Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)

1640
Benitz gehöhrt zum Amt Schwaan

Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)

Bis zur Reichseinigung (bis 1871)

Kaiserreich (1871-1918)

Weimarer Republik (1918-1933)

Drittes Reich (1933-1945)

SBZ und DDR (1945-1990)

1959
Schaffung einer zentralen Wasserversorgung in Benitz

Die heutige Zeit

Einigen wichtigen Einrichtungen sind eigene Artikel gewidmet:

z.B.

Herkunft und erste Erwähnung von Benitz

MUB 1191 Benitz 01
MUB 1191 Benitz 02



Das Gutshaus/ die Bauernhöfe

Altes Herrenhaus Benitz um 1930, Quelle Heidearchiv
Autor: Antje Rädel
Geschichte des Hofes Benitz und seines Herrenhauses
Im Jahr 2020 feierten wir, wenn auch wegen der Corona-Pandemie nur symbolisch, das 750jährige Bestehen des Ortes in Benitz.
Ob es diesen Ort nicht auch schon früher gab, ist nicht belegt.
Die erstmalige Erwähnung in einer Urkunde ist datiert auf den 08. Juni 1270 und war eine Beurkundung
durch Fürst Nikolaus von Werle und seiner Söhne Heinrich und Johann. Der Lübecker Bürger Heinrich von Iserloh
erwarb seinerzeit das Eigentum von 8 Hufe Land im Dorfe Benitz und 18 Hühnern aus dem Kruge daselbst.“
Der Knappe Eckard von Ankershagen, der in Benitz mit seiner Familie offensichtlich Land bewirtschaftete,
hatte dieses an Heinrich von Iserloh verkauft. (Hufe = alte Maßeinheit für Land, umfasste durchschnittlich 30 Morgen,
1 Morgen entsprach dem, was ein Bauer von morgens bis abends an einem Tag bewirtschaften konnte)
Über die Wohnverhältnisse um 1270 lässt sich derzeit nichts ausführen, vermutlich gab es jedoch an der Stelle des heutigen Herrenhauses bereits ein einfaches Wohngebäude, Stall und Scheune sowie offenbar einen Krug. (Krug = Wirtshaus)

Die weiteren Besitzverhältnisse sind bis 1620 gar nicht und bis 1785 nur lückenhaft. 1620/21 wurde der Hof Benitz an Detloff von Buchwald für 25.000 Gulden verkauft und er war außerdem auf sechs Jahre verpflichtet, eine jährliche Pacht von 15.000 Gulden an Herzog Heinrich Albrecht zu zahlen. Detloff von Buchwald erweiterte seinen Besitz schließlich, indem er 1633 eine wüste Hufe besetzte, die zum Hofe Benitz gehörte. (wüst = nicht bewirtschaftet / verlassen). 1634 kündigte er den Hof Benitz, da er plante das Gut Ziesendorf zu kaufen und bat um Rückzahlung des gekündigten Kapitals. Zwischen 1635 und 1758 folgten eine ganze Reihe von Erbschafts- und Pfändungsstreitigkeiten sowie verschiedener Erben und Geldgeber an den reluierten Hof Benitz (=Hof, an dem alte fürstliche Herrschaftsansprüche wieder hergestellt werden sollten). Gleichzeitig litten insbesondere viele Gebäude des Hofes, da sie vermutlich wegen finanzieller Probleme nicht mehr repariert und gepflegt wurden. Ab 1785 lassen sich Pächter und Besitzer des Hofes und damit des Gutshauses nachweisen. Damals gehörte der Hof Benitz mit Huckstorf und Pölchow zusammen und wurde bis 1790 von Hauptmann Dietrich von Gützkow bewirtschaftet. Danach pachtete Herr Albrecht das Gut Benitz und nach seinem Tod gehörte es noch bis 1810 seiner Witwe. Auf die Pächter Albrecht folgte zwischen 1811 und 1832 Franz Theodor Seemann, der wiederum seinen Erben das Gut überließ. Dieses bewirtschafteten Sie bis 1849. Es folgten ab 1850 bis 1914 vier weitere Pächter. Letzter Pächter ab 1914 war Herrmann Schack, der ab 1938 bis zu seiner Flucht und folgenden Enteignung 1945 schließlich auch alleiniger Besitzer wurde. 1945 zog wie an so vielen anderen Orten auch zuerst die russische Kommandantur in das Gutshaus ein. Nach und nach kamen viele Umsiedler nach Benitz, die natürlich Wohnraum brauchten und zunächst auch in dem verlassenen Gutshaus oder auch bei den alteingesessenen Benitzern in einzelnen Räumen zumindest erst einmal einen einfachen Schlafplatz im Stroh hatten. Das Benitzer Gutshaus in seiner heutigen Form gemauert und verputzt mit Kuppelwalmdach und Dreiecksgiebel wurde zwischen 1814 und 1818 auf einem Feldsteinfundament neu errichtet, nachdem der vorherige Bau aus dem Jahr 1743 durch einen Großbrand vollständig vernichtet wurde. Erst später wurde es durch überdachte Terrasse vor dem Eingangsbereich erweitert. Neben dem Wohnhaus fielen auch weitere Gebäude des Gutes den Flammen zum Opfer und mussten neu errichtet werden. Das Gut hatte inzwischen eine beachtliche Größe erreicht. 1831 wurde ein Inventarverzeichnis des gesamten Gutes erstellt. Dort waren insgesamt 16 verschiedene Gebäude verzeichnet, so das Wohnhaus (heutiges Herrenhaus), ein Backhaus, ein Vieh-Haus, ein Schafstall und ein Pferdestall, fünf Katen um den Dorfteich, teilweise mit Stall, ein Holländerhaus mit Stall, eine große Scheune, ein Wagenschauer und eine Haferscheune. Nach 1945 entstanden in Benitz insgesamt 59 Bauernsiedlungen jeweils mit eigenem Land und weitere 3 Handwerkssiedlungen. Ab 1950 wurde das Gutshaus neben Wohnzwecken für verschiedene gemeinschaftliche Zwecke genutzt. Von 1952 bis 1969 gab es hier eine Schulstube und eine Wohnung für einen Lehrer, 1956 zog der Kindergarten ein. Außerdem gab es Räume für die amtliche Verwaltung, ein Arztzimmer für die medizinische Versorgung und im Anbau einen Konsum sowie den Speiseraum der LPG. Nachdem Schule, Kindergarten, Arzt und Speiseraum in dem Gebäude nicht mehr benötigt wurden, nutzte die Gemeinde die Räume im alten Gutshaus als Gemeindezentrum und Treffpunkt für die Dorfbewohner. Das Gutshaus kam in die Jahre, war dringend sanierungsbedürftig, aber der Gemeinde fehlten die Ressourcen, das Gutshaus zu erhalten. Nach Umzug des Gemeindezentrums in den sanierten Anbau wurden nur noch wenige Räume vermietet bzw. genutzt, so dass der Verfall voranschritt. 2015 fand sich mit Familie Holzbrecher endlich ein Interessent, die das inzwischen sehr betagte Gutshaus kauften, sanierten und acht Wohnungen ausbauten.


Die Mühlen

Die Schule

Die Schmieden

Krüge und Gaststätten

Bedeutende Persönlichkeiten aus Benitz

Opfer von Krieg und Gewalt aus Benitz

Napoleonische Zeit

Opfer in französischen Diensten: Französische Flotte, Rußlandfeldzug u.a.

Befreiungskriege

Deutsch/ Französischer Krieg 1870/71

Erster Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Nachkriegszeit (z.B. Lager Fünfeichen)

Sagen, Geschichten und Legenden rund um Benitz

Flurnamen auf der Benitzer Feldmark

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