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Das Gutshaus in Stilow nahe Wusterhusen bietet einen traurigen Anblick. Die mit Stuck versehenen Außenwände des im klassizistischen Stil gebauten, einstigen Herrensitzes bröckelt seit Jahren vor sich hin. | Das Gutshaus in Stilow nahe Wusterhusen bietet einen traurigen Anblick. Die mit Stuck versehenen Außenwände des im klassizistischen Stil gebauten, einstigen Herrensitzes bröckelt seit Jahren vor sich hin. | ||
Version vom 10. Februar 2026, 10:05 Uhr
| Kenndaten des Orts | |
| Name (heute) | Stilow OT Gemeinde Brünzow |
| Regionale Einordnung (heute) | |
| Postleitzahl | |
| Verwaltungsamt | Lubmin |
| Landkreis | Vorpommern-Greifswald |
| Zahlen | |
| Einwohner | |
| Koordinaten | Breite: 54.155685 / Länge: 012.304276 |
Geographische Lage
- Koordinaten: Breite: 54.xxxx Länge: 11.xxxx
Einführende Information
Kurztext zum Ort
In der Feldmark von Stilow und Stilow-Siedlung gibt es sechs archäologisch nachgewiesene slawische Siedlungen, die das Dorf als slawische Gründung belegen.
Stilow wurde 1248 als „Stylogh“ urkundlich in der Klosterverschreibung für Hilda durch Herzog Wartislaw III. erstmals genannt. Der slawische Name ist wohl mit dunkel zu deuten. Vom Kloster kam es aber 1480 los, als der Herzog es verpfändete.
Besitzlich hatte es dann die gleiche Wandlung wie Brünzow, es war Pertinenz zu diesem Gut, hatte aber einen kleinen Vorwerkshof.
1865 hatte Stilow 133 Einwohner in 21 Familien, das Dorf hatte sieben Wohn- und sieben Wirtschaftsgebäude.
Das Dorf ist als Gutsdorf zu klassifizieren mit dem markanten Hof und der Katenzeile. (Wikipedia)
Stilow im Spiegel von Karten und Luftbildern
Bildergalerie
Stilow - Ortschronik/en
Gutshaus von Stilow=
- 2026 10. Februar OZ von Tom Schröter
- Der einst repräsentative Herrensitz bei Wusterhusen verfällt - Bürgermeister der Gemeinde Brünzow sorgt sich um den Erhalt des Gebäudes
Das Gutshaus in Stilow nahe Wusterhusen bietet einen traurigen Anblick. Die mit Stuck versehenen Außenwände des im klassizistischen Stil gebauten, einstigen Herrensitzes bröckelt seit Jahren vor sich hin.
Jens Kortmeyer, Bürgermeister der Gemeinde Brünzow, blickt mit Sorge auf das um 1870 errichtete Herrenhaus. Mit samt dem backsteinernen Nebengebäude, das einst einen Dorfkonsum und zuletzt den Stilower Jugendclub – im Tanzsaal hängen noch Girlanden – beherbergte, und weiteren bereits verschwundenen Bauten, bildete das ehemals repräsentative Ensemble einmal den Dorfmittelpunkt.
Eigentümer hat das Gebäude gesichert, nachdem vor einiger Zeit Kinder darin gespielt hatten. Auch Eigentümer Nicol-Peter Schenk äußert sich enttäuscht.
Es verfügt über 448 Quadratmeter Nutzfläche, die während der DDR-Zeit in sieben Wohneinheiten aufgeteilt wurde.
Für die Umsetzung seiner Sanierungs- und Baupläne, so Schenk, fehle ihm inzwischen das Geld. Dies hänge mit finanziellen Nachteilen im Ergebnis eines Scheidungsprozesses zusammen. Daher wolle er die Immobilie demnächst verkaufen, habe aber bisher noch keine Aktivitäten in diese Richtung unternommen.
Auch Nicol-Peter Schenk bedauert den schlechten Zustand des ebenso schlichten wie eindrucksvollen Gutshauses, das Denkmalschutz genießt. „Das Dach ist dicht“, sagt er. „Aber es gibt einen Riss im Giebel. Weil Regenwasser zu dicht am Haus ablief, hat sich an einer Stelle die Mauer gesenkt.“ Bereits drei Mal habe er die Ableitung repariert, nachdem diese immer aufs Neue verschwunden gewesen sei.
1872 kaufte der Wolgaster Kommerzienrat Carl Wallis (1822-1903) unter anderem das Rittergut Stilow. Wallis war ein enger und vertrauter Mitarbeiter des Wolgaster Geheimen Kommerzienrats August Wilhelm Homeyer. Als der bedeutende Reeder und Kaufmann 1856 starb, bestimmte er Wallis zu seinem Nachfolger, der schließlich auch von Stilow aus die Geschicke seines Unternehmens lenkte.
Wallis führte den Kornhandel zunächst unverändert weiter und kam zu großem Vermögen, das er, als Deutschland Getreidezölle einführte und der internationale Handel erschwert wurde, unter anderem in den Güterkauf investierte. Das begehrte Getreide aus Wolgast gelangte zuvor auf dem Seeweg hauptsächlich nach England, Holland, Belgien und Skandinavien.
Als Carl Wallis 1903 in Stilow starb, fiel das Rittergut an dessen Sohn Otto Helmut (1867-1935). Das 365 Hektar umfassende Gut galt als ertragreich. Die Rede ist von vielseitiger Tierhaltung mit zeitweise etwa 40 Pferden, 50 Rindern und über 1000 Schafen. In den 1930 er Jahren übernahm Otto Wallis‘ Tochter Ingeborg (1903-1971), verh. Will, die Gutsherrschaft Stilow, die sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Zuge der Bodenreform und ihrer Enteignung Anfang Oktober 1945 für immer verlassen musste.
Hans-Jürgen Hermann, Geschäftsführer der Verwaltungs- und Wohnungsbaugesellschaft Hanshagen mbH, erinnert sich an den 2014 erfolgten Verkauf des Gutshauses Stilow.
Weiterführende Information zu Stilow
- Stilow in gov.genealogy.net
- Brünzow bei Wikipedia
- [Quellenhinweise aus Archiven, Findbüchern und Publikationen]