Mehr über Forstinspector Johann Friedrich Möller

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Forstinspector Möller und sein "Plan über die Einteilung und beßere Bewirtschaftung der Heide"'

(Hermann Friedrich Becker 1839)
Zu dem Dienste eines Forstbeamten, meldeten sich drey Kandidaten unter welchen sich auch der Secretair des Gewetts Möller befand. Um deren Fähigkeiten zu prüfen erhielten sie vom Directorio den Auftrag in die Heide zu reiten, sie gehörig in Augenschein zu nehmen und darüber gründlich Bericht abzustatten wie solche am zweckmäßigsten und vorteilhaftesten für die Stadt einzurichten sey? Wahrlich keine leichte Aufgabe. Die Heide war derzeit noch nicht vermessen. Ohne Karte, ohne Flächenregister, ohne innere Kentniß des Waldes in einen Urwald von gemischten Beständen zu reiten und dann über seine beste Einrichtung und Benutzung ein gründliches Erachten abzugeben ist mehr als ein Forstmann unternehmen kann. Ich fürchte daher daß zwey von den Kandidaten wieder nach Hause geritten sind ohne sich mit der Sache zu befaßen, wenigsten habe ich von ihren Gutachten nichts zu Gesicht bringen können. Der Secretair Möller ward daher zum Forst–Inspector ernannt. Es hatte dieser Mann unstreitig gute Forstkentniße seiner Zeit, bereits als Gewetts–Secretair sich Kunde vom Innern der Heide verschafft, auch einen Plan über die Einteilung und beßere Bewirtschaftung der Heide 1765 eingereicht, der dies bestätiget, und bei der nachherigen Forstregulierung theilweise benutzt ward.
Es wurde also beschloßen den vom Forstinspector Möller eingereichten Plan in Ausführung zu bringen. Man war damit so weit vorgerückt, daß die Schneisen, welche Möller in Vorschlag gebracht, bereits vom Ingenieur abgesteckt waren, da brach in der Bürgerschaft die glimmende Unzufriedenheit mit dem Rath und Forstdepartement zur vollen Flamme aus, man klagte bei Seremißimo und bat, daß die Differenzen mit dem Rath durch eine Herzogliche Commißion untersucht und die Stadtverhältniße geordnet werden möchten. Er wurde aber mit zu vielen Geschäften überhäuft, indem man ihm außer den Waldungen auch die specielle Oberaufsicht auf alle Stadt–Güter, deren Wirtschaft, Bauten Steuern pp. übertrug, wobei ihn auch noch das Viehsterben 1770 pp. sehr belästigte, dabei trafen ihn nachtheilige Conjuncturen, die aus Stadtstreitigkeiten bei seinen Vorgesetzten und Unannehmlichkeiten mit seinen Subalternen entsprangen. Vorzüglich aber drückte ihn der unangenehme Vorfall, daß er schon als Gewetts–Secretair eine Eichen–Holtzentreprise im Radelbruch gemacht, welches er jetzt zum Mißvergnügen der Bürgerschaft verkaufen mußte, um die dazu gemachte Anleihe zu decken. Dies Holz ward mit Arrest belegt und er also verhindert Capital und Zinsen wieder zurückzahlen zu können, dazu ward überdem sein geringes Gehalt zurückbehalten. Das Finale war ein Pistolenschuß womit er sein Leben endete.