Über weitere mit Güstrow verbundene Persönlichkeiten

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Den zuvor benannten Persönlichkeiten, die vielen bekannt sein werden, möchten wir hier die Namen von weiteren Güstrowern und zeitweise mit Güstrow verbundenen Personen hinzufügen, deren Wirken in unserer Stadt jeweils Spuren hinterlassen hat, die oft nur in kleineren Kreisen bekannt sind.

  • Alban, Ernst ( 1791 -1856)

Ernst Alban kommt 1839 von Klein Wehnendorf nach Güstrow und baut hier in der Güstrower Eisengießerei und Maschinenbauanstalt von Anderssen, der von dem Tüftler Buddig unterstützt wurde, eine Hochdruckdampfmaschine für eine Tuchfabrik in Plau am See, die später einen würdigen Platz im Deutschen Museum in München fand. 845 baute er den Radddampfer "Alban", dies war das erste Dampfschiff auf mecklenburgischen Gewässern. Un Nach dem Tod von Anderssen will Buddig die Fabrik 1847 kaufen. Das Vorhaben scheitert jedoch an den Geldforderungen der Erben. Witwe Anderssen bittet nun ihren in London lebenden Bruder, den Künstler Heinrich Kaehler, die Fabrik zu übernehmen. Er kommt 1847 mit Frau und Kindern nach Güstrow. 1917 vereinigt Richard van Tongel die "alte" und "neue" Fabrik und mach ein leistungsfähiges Stahlwerk daraus.

  • Böhmer, Margarethe Charlotte Henriette, geb.Graeber (1887 - 1969)

Marga Böhmer, zunächst seit 1917 verheiratet mit Bernhard A. Böhmer, seit 1924 ist das Ehepaar Böhmer mit Barlach befreundet, 1927 wird die Ehe Böhmer geschieden. Ab 1927 lebt Barlach zusammen mit den Böhmers in deren Eigenheim am Inselsee (Heidberg). Er blieb dort auch gemeinsam mit Marga Böhmer wohnen, nachdem 1931 das Barlach-Atelierhaus fertiggestellt worden war. in die zugehörige Wohnung des Atelierhauses zieht Bernhard A. Böhmer mit seiner 2. Ehefrau Hella, geb. Otte, ein. Im Zusammenhang mit Barlach wird Marga Böhmer zumeist noch immer nur als die Lebensgefährtin Ernst Barlachs erwähnt und ihre eigenen künstlerische Leistungen finden nur selten die gebührende Beachtung. Die fleißige, bildhauerisch ausgebildete Partnerin Barlachs war an vielen Werken des großen Meisters mit Vorarbeiten beteiligt und hat sich durch ihren freiwilligen Verzicht auf eigenes umfängliches bildhauerisches Wirken vollständig und selbstlos in den Dienst des Künstlers Barlach gestellt. Letztendlich hat ihre engagierte Hilfe und Hingabe für Barlachs Kunst in der Zeit der nationalsozialistischen Verfemungen es ermöglicht, dass Barlach weitestgehend ungestört seinen künstlerischen Eingebungen nachgehen konnte. Ihre Bemühungen, die Werke Barlachs zu erhalten und zu schützen und ihnen den von Barlach so sehr gewünschten sakralen Rahmen zu geben, sind ein über den Tod hinaus wirkendes Bekenntnis der großen Liebe und Verehrung dieser Frau für den Partner und Künstler Barlach.

Die Güstrower Schriftstellerin Ditte Clements hat in ihrem Buch über Marga Böhmer die Bedeutung der Beziehung zwischen Barlach und seiner Lebensgefährtin Marga Böhmer in ergreifender Weise beschrieben und ihr dadurch ein literarisches Denkmal gesetzt. Eine weitergehende Würdigung ihrer Verdienste um Barlachs Gesamtwerk, das nach den Veröffentlichungen des Briefwechsels zwischen Barlach und ihr offenkundig ist, blieb ihr bisher versagt. Eine bewegende Wertschätzung der Persönlichkeit Marga Böhmer erfolgte durch Bärbel Kovalevski mit ihrem Beitrag -Die Frau an Barlachs Seite- im Güstrower Jahrbuch 2017. Es gibt Menschen in unserer Stadt, die bedauern, dass Margarethe Böhmer bisher keine bedeutende öffentliche Anerkennung und damit einer gebührenden Würdigung ihres Anteils am Schaffen Ernst Barlach durch die Barlachstadt Güstrow erfuhr. Die Benennung des Platzes vor der Gertruden-Kapelle als Marga Böhmer Platz wäre eine denkbare Maßnahme.

  • Böhmer, Bernhard Aloysius (1892 -1945)

Bernhard A. Böhmer war seit 1924 mit Barlach freundschaftlich verbunden. Auch die persönlichen familiären Verhältnisse hatten darauf keine Auswirkungen. Nach dem Tod Cassierers wurden die Beziehungen zueinander noch enger. Bernhard A. Böhmer war Assistent, Sekretär und engster Freund Barlachs und übernahm auch den Kunsthandel mit Barlachs Werken. In der Zeit der Verfemung expressionistischer Kunst als "entartete Kunst" durch die Nazis, hatte diese eigens zum Zwecke der 1937 in deutschen Museen erfolgten Beschlagnahme der als "entartete Kunst" eingestuften Werke eine Kommission bestimmt und die über deren Verwertbarkeit bzw. Unverwertbarkeit entschied. Diese Kommission arbeitete mit vier Kunsthändlern zusammen. Neben Bernhard A. Böhmer aus Güstrow, waren dies Ferdinand Möller und Karl Buchholz aus Berlin und Hildebrand Gurlitt aus Hamburg. Diese Kunsthändler hatten den Auftrag, für "entartetet Kunst" Devisen in das Land zu holen. Nachweisbar war Böhmer an Tauschgeschäften mit "entarteter Kunst" beteiligt und hat solche auch selbst erworben. Dies war von den Nazis nicht gewollt. Über die zwiespältige Person Bernhard A.Böhmer wurde durch Frau Meike Hoffmann von der Humboldt Universität Berlin geforscht. Die Ergebnisse sind unter dem Titel "EIN HÄNDLER >>ENTARTETER<< KUNST Bernhard A. Böhmer und sein Nachlass", beim Akademie Verlag Berlin 2010, Band III der Schriftenreihe "Entartetet Kunst", der Initiative der Ferdinand Möller-Stiftung, Berlin, durch den Akademie Verlag von Meike Hoffmann herausgegeben.

Es kann mit Sicherheit nach den im Jahre 2016 bei Bauarbeiten in Güstrow entdeckten Schriftstücken eine Ergänzung dieser wissenschaftlichen Arbeiten durch die Herausgeberin erwartet werden.

  • Eggert, Martin (1883 -1978)

Nach der Beendigung der Realschule in Wismar erlernte Martin Eggert den Beruf eines Maurers. https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Eggert

  • Eilmann, Inger (1885-1967)

Inger Eilmann wurde 1885 in Kopenhagen geboren und ist 1967 in Güstrow verstorben. Texte von der Leiterin des Güstrower Stadtmuseums über das Leben und das Werk der Malerin finden Interessenten im Güstrower Stadtanzeiger, 16. Jahrgang, Heft 7, Ausgabe Juli /August 2006, Seite 11 einen kurzen Hinweis und im Güstrower Jahrbuch 2008 Seite 156 einen Text von der Leiterin des Güstrower Stadtmuseums Frau Iris Brütgam. (http://www.guestrow.de/fileadmin/downloads/stadtanzeiger/2006/GS-JuliAugust-2006.pdf)

  • Figurski, Max (1910-1982)

Max Figurski, Holzbildhauer und Kunsthandwerker wurde in einem kleinen Städtchen in der Nähe von Bromberg (Bydgoszsz) geboren und wuchs in Berlin auf. 1924 zog die Familie wieder in die ursprüngliche Heimat zurück. F. wurde zum Orchestermusiker ausgebildet und erhielt dort auch seine Ausbildung zum Holzbildhauer. Das Leben des Max Figurski verlief sehr bewegt. Er wurde als Deutscher in die polnische Armee eingezogen, verlor fast vollständig sein Gehör nach einer Detonation, geriet in deutsche Kregsgefangenschaft, wurde Dolmetscher und konnte schließlich zwischen 1941 und 1945 wieder in seinem Beruf als Holzbildhauer arbeiten. Infolge des Kriegsendes vertrieb es die Familie nach Mecklenburg. Erst lebte sie in Hinzenhagen bei Krakow am See und später in der Güstrower Mühlenstraße. Max Figurski arbeitete über 50 Jahre in seinem Beruf, restaurierte und schuf umfangreich selbst neue Werke. So fertigte er in den Jahren 1973/75 die sechs neuen mannshohen Säulen (Hermenpilaster) aus 400 Jahre altem Eichenholz für die Laterne der berühmten Wismarer Wasserkunst, die von Philipp Brandin zwischen 1580 bis 1602 auf dem Marktplatz errichtet wurde. Die künstlerische Leistung Max Figurskis wurde durch die Eintragung in das Ehrenbuch der Stadt Wismar gewürdigt. Für sein gesamtes holzkünstlerisches Wirken erhielt er den Titel "Anerkannter Kunsthandwerker" durch das Ministerium für Kultur der DDR. Er gestaltete Orgelemporen, fertigte Reliefs in Schiffskajüten, schnitzte Stadtwappen und Reliefs von Personen. Er fertigte zur Restaurierung die Guss-Vorlage für das Schwert des Stadtgründers am Borwin Brunnen in Güstrow. Eine hohe Wertschätzung für seine künstlerische Tätigkeit erfuhr Max Figurski durch die Aufhängung eines von ihm gestalteten und kunstvoll gerahmten Porträts-Reliefs des großen Bildhauers Barlach im Ernst-Barlach-Theater. Auf dem Rahmen des Bildes befindet sich eine kleine Messingtafel mit der Inschrift - Arbeit des Holzbildhauers Max Figurski nach dem Selbstbildnis Ernst Barlachs von 1928-. Das Holzbildwerk ist wahrscheinlich anlässlich der Neueröffnung des Theaters als Ernst-Barlach-Theater von der Stadtverwaltung für das Theater erworben worden.

  • Fuchs, Erwin (1908...)

Erwin Fuchs wurde 1908 in Stettin geboren und erhielt dort an der Kunstgewerbeschule eine Ausbildung. Erste Ausstellungen im Pommerschen Kunstbund und Stettiner Museumsverein. Von 1935 bis 1947 lebten er und seine Familie in Güstrow (Glasewitzer-Burg). Er war als Maler und Bildhauer tätig. Sein Atelier befand sich in der Schnoienstraße / Ecke Flethstaken. Erwin Fuchs entwickelte sich überwiegend autodidaktische auf verschiedensten Gebieten der Malerei und Grafik weiter. Ab 1947 war er in Schwerin tätig. Er führte baugebundene Arbeiten in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg aus. Die Nachkommen von Erwin Fuchs haben seinen künstlerischen Nachlass dem Museum der Stadt Güstrow, einschließlich eines Verzeichnisses der im Familienbesitz verbliebenen Werke des Künstlers, übergeben.

  • Günther, Ludwig (1846 - 1910)

geb. in Güstrow, gest. in Güstrow Kam als Techniker und Fabrikleiter weit herum und hielt sich dennoch, wenn irgendwie möglich in Güstrow auf. Neben seiner Erwerbstätigkeit beschäftigte er sich mit der Astronomie. Als Autodidakt konnte er ernstes Ansehen erwerben. In den letzten Jahren seines Lebens widmete er sich der Erforschung der Lebensart und Weisheiten von Johannes Kepler. Er machte die wissenschaftlichen Leistungen Kepplers einem größeren Kreis von Laien bekannt.

  • Günther, Dr. Johannes (1896-1984)

geb. 19.04.1896 in Schneidemühl gest. 8.01.1984 in Güstrow (lebte ab 1943 in Güstrow, Mühlenstraße 1) Erzähler, Lyriker, Theater- und Literaturhistoriker Dr. Günthers Vorfahren stammen aus Bützow und Güstrow. Er studierte Philosophie und Theatergeschichte in Berlin und Greifswald. Promotion 12. August 1919, Universität Greifswald, Thema: Heinrich Theodor Rötscher als Theaterkritiker. Tätigkeit: freiberuflicher Journalist und Theaterkritiker.

  • Dr. Wilhelm Gernentz (1890-1969)

Wilhelm Gernentz, in Güstrow geboren, besuchte die Domschule zu Güstrow, studierte in Göttingen, München, Berlin und Rostock Geschichte und Altphilologie, wurde Lehrer am Schweriner Gymnasium, dort auch Direktor, später ab 1950 Lehrer für Latein an der Oberschule in Güstrow. Hat in Güstrow zahlreiche historische Studien über die Stadt betrieben.

  • Dr. Ernst Heilmann (1866 - 1923)

Der Chemiker Dr. Ernst Heilmann gründete 1894 mit seinem Teilhaber Dr. Hillringhaus in Güstrow, Ulrichplatz 14 ( hinter der ehem. Molkerei ) eine chemische Fabrik. Zunächst wurde nur Milchzucker und ab 1898 auch Borax hergestellt. Dr. Heilmann forschte intensiv auch auf pharmazeutischem Gebiet und brachte eine Vielzahl von Präparaten zur Produktionsreife. Hier einige Beispiele: Vakzine gegen Furunkulose, Strophantin, ein Herzpräparat, Calorose, eine Invertzuckerlösung zur künstlichen Ernährung durch Infusionen , Präparate gegen Krampfadern und Hämorrhoiden. Insbesondere das potenzsteigernde Mittel Yohimbin, das aus der Rinde des afrikanischen Yohimbehebaumes gewonnen wurde, fand reißenden Absatz. Später wurde in der Firma der wasserbeständige Casein-Kaltleim und ein Casein-Farbenbindemittel produziert. Der vielseitige Dr. Heilmann war auch auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie tätig, besonders bei der Herstellung von Kunsthonig sowie Marzipan- und Backmassen. Im Jahr 1900 schied der Mitbegründer Dr. Hillringhaus aus der Firma aus. Dr. Heilmann führte bis zu seinem frühen Tod, er starb 1923 kurz nach Umwandlung der Firma in eine Aktiengesellschaft, seinen Betrieb mit Fleiß, Zielstrebigkeit und Umsicht. Durch den Laager Landbaumeister Paul Korff ließ er sich an der Plauer Chaussee (heute Standort der Gehörloseschule) die Villa Heilmann errichten.(1945 abgebrannt).

  • Heinrich Jungebloedt (1894 -1976), Mosaizist

Heinrich Jungebloedts Verbindungen zu Güstrow bestehen in der Ausführung von mehreren Mosaiken in unserer Stadt und in unserer Region. - Großes Mosaik in der Güstrower Gehörlosenschule, ("Das Tor zum Leben", Entwurf Vera Kopetz, für dieses Werk erhielt V. Kopetz 1956 den Fritz Reuter Kunstpreis des Bezirkes Schwerin) - 2 Mosaiken an der Vorbühne des Ernst-Barlach-Theaters. (Entwürfe Vera Kopetz, Ausführung Fa. H. Jungebloedt) - 2 Mosaiken in der Schule Bernitt (Entwürfe Vera Kopetz, Ausführung Fa. H. Jungebloedt). - Brunnen in der heutigen Hochschule für öffentliche Verwaltung, Rechtspflege und Polizei. (Entwurf und Ausführung H. Jungebloedt und E. Jeske)

Heinrich Jungebloedt wurde 1894 in Witten an der Ruhr geboren 1901 - 1913 Schulbesuch in Essen. 1913 - 1914 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. 1914 - 1920 Musterung, Grundausbildung und Kriegsteilnahme und 5 Jahre französische Gefangenschaft. 1920 - 1923 Fortsetzung des Studiums "Wandmalerei" an der Essener Kunstschule (der später berühmten "Folkwanglerschule".) 1923 - 1945 Anstellung bei der weltberühmten Firma "Vereinigte Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei Puhl & Wagner, Gottfried Heinersdorff", nach einer Studienreise zu den klassischen antiken Mosaiken Italiens Aufstieg zum künstlerischen Leiter (1925). 1945 - 1976 Gründung und Leitung einer der eigenen Mosaikwerkstatt "Heinrich Jungebloedt Mosaiken" in Schulzendorf (Kreis Teltow) unter Mithilfe von Frau Elisabeth Jeske. 1946 bekommt er von der Direktion der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin-Schöneberg hohe Anerkennung: "Er sei der einzig wirkliche Experte auf dem Gebiet des künstlerischen Mosaiks". 1948 Meisterprüfung des Mosaik-Handwerks vor der Handwerkskammer des Landes Brandenburg mit dem Prädikat "Sehr gut". 1950 Der "Hauptausschuss für Kunsthandwerk des Landes Brandenburg" verleiht ein personengebundenes Gütezeichen u. a. an Heinrich Jungebloedt für dessen Produkte. 1951 -1976 Umfangreiche Arbeiten in Berlin und anderen Orten (Neubauprogramm, Repräsentativbauten, "Kunst am Bau"). 1976 am 31. März verstarb Heinrich Jungebloedt und fand auf dem Friedhof Eichwalde seine letzte Ruhestätte. (Quelle -Leben und Werk des Mosaikkünstlers Heinrich Jungebloedt-Schriftenreihe zur Geschichte der Gemeinde Eichwalde Heft 8)) In seinem Aufsatz "Gedanken zum Mosaik", der von seiner geschätzten Mitarbeiterin Elisabeth Jeske (1921 - 2002) posthum 1996 veröffentlicht wurde, äußert sich Heinrich Jungebloedt über die fundamentalen Unterschiede zwischen den beiden Kunstformen Malerei und Mosaik. (..).. Der Maler beschäftigt sich mit der Farbenlehre und der Form, während sich der Mosaizist dem Stein und der Form widmen muss. (...). Deshalb muss der erfolgreiche Mosaikgestalter die künstlerische Ausbildung eines Malers haben, er "darf nicht mit beiden Füßen in der Malerei stehen, sondern nur mit einem Fuß; der andere muss fest im "Mosaik stehen" An anderer Stelle wird folgendes ausgeführt: "Den wichtigsten Schlüssel zum Mosaik liefern die Fugen zwischen den Steinen. Sie sind technisch unentbehrlich, nötigen aber zu einen anderen Einsatz der Farbe...Das Netzwerk der Fugen hat eine eigenen Schönheit, es begleitet den verborgenen Rhythmus der Darstellung. Netzwerk, Steinführung, Materialfarbe und Steinform sind nicht zu trennen. Ihre wechselseitige Wirkung aufeinander abzustimmen ist das Problem des Mosaiks.

Frau Elisabeth Jeske war eine außergewöhnlich befähigte Mosaizistin, die in der Firma Jungebloedt hervorragende künstlerische Arbeit über Jahrzehnte leistete und diese ab 1976 bis 2002 führte.(Zeitzeugen berichteten uns, dass eine dunkelhaarige Frau bei den Güstrower Mosaiken "federführend" tätig war - es kann sich nach Ansicht der Autoren nur um Frau Jeske gehandelt haben.) Für ihr Engagement am Berliner Dom wurde sie 1996 durch den Bundespräsidenten Roman Herzog mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 2000 wurde sie erste Ehrenbürgerin ihrer Heimatgemeinde Schulzendorf im Kreis Königs-Wusterhausen.

Die Firma "Heinrich Jungebloedt Mosaiken" existiert seit 2007 nicht mehr.

  • Kopetz, Vera (1910 - 1998)

Das künstlerische Schaffen von Vera Kopetz in Güstrow und in Güstrows Nähe

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Wir wurden durch die Beschäftigung mit dem künstlerischen Schaffen von Vera Kopetz zu deren künstlerische Freundschaft zu Marga Böhmer aufmerksam. Im Buch von Ditte Clemens über Marga Böhmer erfuhren wir mehr darüber. Im Besitz der Familie Kopetz und im Museum in Schwerin befinden sich danach von Vera Kopetz gemalte Porträts Marga Böhmers.

Auf dem Böhmer-Porträt, welches sich Besitz der Familie Kopetz befindet (Signatur 63), konnten wir im Vordergrund mit Computerhilfe die Plastik "Russische Bettlerin mit Schale" von Barlach aus dem Jahre 1906 erkennen, die Barlach Marga Böhmer Weihnachten 1924 als sein erstes Geschenk übergab.. Diese Figur hatte offensichtlich einen festen Platz in der Wohnung iMarga Böhmers in der Güstrower Gertrudenkapelle . Diese Porzellanfigur befand sich auch auf schon auf einem Foto (siehe unten) aus den 1950er Jahren an gleicher Stelle als auf dem Porträt Marga Böhmers von Vera Kopetz aus dem Jahre 1963. Anlässlich der Eröffnung einer Personal-Ausstellung zum gesamten Schaffen von Vera Kapetz in der Güstrower Galerie Wollhalle im Jahre 2015 durch das Güstrower Museum in Gemeinschaft mit der Familie Kopetz wurde das Marga Böhmer-Porträt durch Herrn Michael Kopetz an den Bürgermeister der Stadt Güstrow, Herrn Arne Schuldt, als Geschenk überreicht.

Unsere Entdeckung der Barlach-Plastik auf dem damals noch im Privatbesitz der Familie Kopetz befindlichem Gemälde, war für uns eine kleine Sensation,

Wir haben bei unseren Forschungen erst 2016 herausgefunden, dass sich das Güstrower Museum schon 1982 im direkten Kontakt mit Frau Vera Kopetz um den Erwerb des Bildes bemühte. Als wir in Unkenntnis dieses Sachverhaltes 2012 bei einer Veranstaltung des Fördervereins des im Güstrower Ernst--Barlach-Theaters mit Herrn Michael Kopetz eine Kopetz-Ausstellung in Güstrow anregten, wurde von uns auch über die Bedeutung des Böhmer-Bildes für unsere Heimatstadt Güstrow gesprochen. Dass daraus schließlich eine Schenkung an die Stadt Güstrow wurde, hat nicht nur uns sondern alle Besucher der Eröffnungsveranstaltung und andere Kunstfreunde sehr beeindruckt.


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