'''Teterow, das Schilda Norddeutschlands?''' (Edmund Schroeder 1957)

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"Teterow, das Schilda Norddeutschlands?"

Teterow – na, man weiß ja: Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. Aber die Teterower haben einen gesunden Humor aufgebracht. Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Maktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:

„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“

Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.

So, lieber Spötter, dor rük an!

Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“ Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der "klauken Tätrowschen".

Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817

Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.

Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf zu bringen, damit er das schöne Futter abweide. Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben. Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden sahen, riefen sie ›Kikt, wo hei all na dat schöne Gras lickmünnt.‹ Endlich oben angelangt, war der Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.

Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.

Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte, hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹ bestellen lassen. Als nun der Herzog zur bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen, sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.

Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.

Die Teterower und ihr Hecht

Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener Größe in dem Teterower See gefangen hatten, berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen. Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt, gethan; dem großen Hechte wurde also eine Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan. Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer nicht wieder finden können und vergebens nach seiner Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein- geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat erwiesen.

Die Kerbe
Der Hecht

Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.

Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits sammt all' seinen Geräthschaften wieder abgereist war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden. Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu ›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal in de Hänn' spig'n!‹ Damit ließ er los, und plumps! lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen und wie der Stein und die Menschen wieder herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das Loslassen ist seitdem verboten worden.

Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.

Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu schaffen. Aber wie dies anfangen? es wurde viel hin und her gerathen, der Eine rieth dies, der Andere das; so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war, wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt. Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat wollte selbst Hand anlegen und nachschieben. Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war denn Alles in Ordnung und es hieß nun ›Angefaßt!‹ Da aber schrie der Küster ›Halt!‹ und rief, er wisse nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche auf die Erde und sprach ›So, just bis hier über den Kragen weg.‹ Der Küster aber gedachte des schönen Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein heim, war mit einem Satze wieder da und rief ›Nun zu!‹ Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster ›Halt! wir sind schon darüber weg!‹ Er meinte, über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow die Rede aufkam ›Uns' Kirch steit uppen Burmeister sin'n Rock.‹

Die Teterower und die Erdachse

Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die die klugen Herren fürchteten, die Erdem Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten. In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.

Der kluge Thorschreiber von Teterow.

Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am nächsten Morgen die Heerde kam, lief gleich die vorderste Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.

Die Teterower mit dem Pferde-Ei.

Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr, einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den Kürbis aufs Rathhaus, um dort auszumachen, was damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den Bürgermeister aus, derselbe sollte auf dem höchsten Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich, der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab, bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff, als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din Mutter nich!‹

H. Burmeister-Körkwitz.

Ein kluger Teterower

Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.

Die Teterower und der Pipenbock

Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an. Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld. Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : "Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten." Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.

Die Teterower und der Krebs

vor Zeiten hatten sie einene Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe. Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte. Empörtr über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im Nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken. Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.

Tätrowsch Geschicht(en) ok up Platt

Dat niege Rathus

Dei Teteröwerhebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in. Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dacck afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt. Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen. wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löckere in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.

De Sprung oewer dat Rathuus

In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, dee het in de Harbarg`´veretellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen. Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, "Ja Lüüd", röppt he dor, "Ìck will woll, oewer ick kann man nich!"

Dat Rathuus ward schaben

Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, sünd´t nich in dei Midd up´n Markt. "Je ", seggt de Bumeister, "dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuusw bet tau schuben !" - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: "Bet an den Rock möten wi ran !" Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt. As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: "Holt´t doch bloß up !", schriegt hei, "dat is alll tai wiet, dat isa all baben nah mienen Rock rup !"

Dei Herzog as Gast

Dei Teterowschen hebben eins denn Schwerinere Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. "Ick gah mit dei Suppenschötel vöran," seggt de Börgermeister, "un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: "Mit Weib und Kindern allzumahl! As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: "Dat Di de Deuwel hal!" Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: "Mit Wewib und Kindern allzumal!" Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.

Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld

Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopene Tiet gahn dei Ackerebrgers rut, sei willn dei Saat beseihn. Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. "Oh, wo schön scharp is dat Solt", hebben sei dor meint. Nahstkamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: "Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ..." So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. "Holt," seggt dei Börgermeister, "nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker." Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.