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	<title>Ortschroniken - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-09-27T22:31:28Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Richard_Suhr&amp;diff=156383</id>
		<title>Richard Suhr</title>
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		<updated>2026-09-18T21:17:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Rövershagen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Richard (Heinrich Friedrich Martin) Suhr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Richard Suhr wurde am 14.April 1892 Auf der Hofstelle 5 (heute Oberhäger-Straße 8) in Rövershagen, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 8.Mai 1892 in Rövershagen, Mecklenburg-Schwerin getauft.&lt;br /&gt;
:Er ist am 7.Mai 1959 in Rostock, Mecklenburg-Schwerin verstorben.&lt;br /&gt;
:Er arbeitete nach 1920 in Ribnitz als Lehrer und Schuldirektor an der Mädchenschule in der Ulmenallee. Sein Wohnhaus befand sich direkt neben der Schule&lt;br /&gt;
:Richard Suhr war zu Lebzeiten Vorsitzender des Plattdeutschen Vereins für Ribnitz und Umgebung&lt;br /&gt;
;Ehefrau:Martha Luise Sophie, geb.Wulsten&lt;br /&gt;
:Martha wurde am 19.August 1895 in Rostock, Mecklenburg-Schwerin geboren.&lt;br /&gt;
:Richard und Martha haben am 23.Juli 1920 in Rostock Heiligen Geist, Mecklenburg-Schwerin geheiratet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Ne „wohrhaftige“ Späukgeschicht beläwt un vertellt von Richard Suhr =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dor, wur sick in Rövershagen nu dei Graaler Schossee von dei Rostock-Stralsunder aftwält, liggt ein urolles Buernhus. Kein Wunner, wenn’t son’n bäten duknackt dorsteiht, denn dat dreggt jo ok all dei Last von vierhunnert Johr up siene Stänners. För mi ist’ aewer dat schönste in’n Dörp, denn hier bün ick buren un tagen, un aewer sienen Süll güngen mien Vörfohren Johrhunnerte lang in gauden un slichten Dagen. Hüt is dei Hauw in anner Hän’n, aewer ümmer, wenn ick up dei Dörchreis mienen Heimaturt krüzen dau, nähm ick noch fix ‘n Ogvull von mien Weigenstäd mit, wenn ick dor aewer tau Besäuk bünn, denn möt ick dor ümmer ‘n Tiedlang stillstahn, un väle bunte Biller ut mien Kinnertied trecken an mien Seel vöraewer. Dat duert aewer ümmer gor nich lang’, denn trädt ein Bild scharp in’n Vördergrund, un dat is dei verflixte Späukelabend, den’n ick dor as lütt Jung sülben mit biläwen müßt.&lt;br /&gt;
:Vadder harr ne frische Hauw in’n Dörp aewernahmen, un Großvadder bewirtschaftete noch einige Johren dei olle. Wiel ick nu so’n lütten Vertog von mien Grotöllern wier, blef ick up dei olle behacken. Wur wier dat aewer ok einmal schön, vörut in dei Schummerstun’n, wenn Grotmudder spünn un Grotvadder Geschichten vertellen ded. Wenn in’n Harwst dei Storm üm dei Uhlenfast hulte, wenn dei Rägen an dei Ruten kloetern ded, wenn in’n Winter Snei vör alle Dören leg, denn stünn ick in Grotvadder sienen Pannerstall un läste em jedes Wurt von’n Mun’n af. Dei Waur treckte denn in’n Sneidräwel vorbi, Jäger Hinz, dei sick in dei Heier (Heide) dotschaten harr, kem up sienen Schimmel ut dei Dannenschonung tau rieden un verfierte dei Holtarbeiters, Jäger Brandt, den’n vör Johrhunnerte dei will Bier terräten harr, steg ut sien einsam Graw weder rut, dei Klatthamel, dei up dei Buerwischen ümgüng, würd dörch dei Heierjungs erlöst, un wat süß noch alls „as nix Gaudes“ ümgüng, stellte mi Grotvadder wohr­haftig un läwig in dei Dönz rin. Ick wüßt tauletzt all ümmer wat kem, wenn Grotvadder sienen Mund upmaken ded, aewer dat wier doch ümmer wedder nie un schön. &lt;br /&gt;
:So seten wi einmal wedder in’n späten Harwst in dei lütt niedrig Dönz. Grotmudder spünn so flietig as ümmer, un Grotvadder ver­tellte. Dat wier dissen Abend all lat worden, Grotvadder, dei all lang’ giern unner dei gries Gaus krapen wier, luerte noch up den’n Snieder Chrischan Stier, dei em tau einen niegen Antog Maat nähmen wull. Up Chrischan wier aewer nich recht Verlaat. Hei sükte „an’n drögen Swamm in dei Bost“ un müßte den’n von Tied tau Tied eins düchtig anfuchten. Säker harr hei sick diersen Abend wedder eins in’n Kraug, dei ‘n bäten utbugt leg, vör Anker smäten. Eigent­lich harr sick Großvadder aewerhaupt mit em vertürnt. In dei schräben Dörpgesetzen stünn dat nich in, aewer dat wier so Aewerlieferung von öllings her, dat dei Snieder von jedes Tüg tau’n Antog soväl affsnieden künn, as tau ein West hüren ded, un dei Kun’n müßten sick bi den’n Inkop mit dat Maat dorup inrichten. Nu harr hei von den’n Antog, den’n hei Grotvadder verläden Johr makt harr, Tüg för twei Westen affsnäden, un Grotvadder sien Kittel un Büx wieren man bannig hündlich utfollen. Dei Arms un dei Beins wieren väl tau kort, un Großvadder wier mächtig in dei Braß geraden un schüll up den’n ver­dammten Snieder, dei em tau’n Spektakel un Peijatz för dat ganze Dörp mackt harr. Wiel hei von Natur ut aewer siehr gaudmäudig wier, let hei sick doch weder von den’n Snieder be­gäuschen, as dei en säd, hei wull em gegenaewer för alle Tieden up sien Extradeputat verzichten, un hei brukte nie nich wedder miehr Tüg köpen, as hei grad bruken ded. Grad, as hei sienen Arger aewer den’n Snieder siene Untauverlat Luft maken ded, swunkt dor buten wat vör dei Finstern aewer. Dat künn blot Chrischan sien, denn hei güng an Krücken un wier soans an sienen Gang gaud tau ken’n. Chrischan kem ok glieks in dei Dönz. As Grotvadder em dei Lex verhürt harr, nehm hei em Maat un wiel son’n bäten dick Luft wier, hüll hei sick gor nich wieder up. Grotvadder wull noch eins in’t Wäder kieken, un soans geben wi beiden em dat Leit bet vör dei Dör. Dat wier ein ganz schattig Wäder. Dagelang harr dat egal weg rägent, un in dei Dörpstraat, denn dunntaumalen wier dei Graaler Schossee noch nich, wier gor nich tau grün’n. Hart an dei Hoffstädt, up son’n lütten Anbarg, leg dei Kirchhoff, aewer den’n dei Lüd bi slicht Wäder ümmer raewergüngen. Dei Kirchstieg wier drög un gaud, un sei sneden somit dat madigst En’n von dei Straat af. Wi harrn den’n Snieder bet an dei Kirchspurt nahkäken un wull’n grad nah binnen gahn, as wi einen fürchterlichen Schrie von den’n Kirchhoff her hüren deden. In dennsülwigen Ogenblick segen wi ok, wur dei Snieder as son’n verfierten Zägenbuck ahn Krücken in groten Sprüngen ut dei Kirchspurt rutgehopst kem. Hei störmte an uns vörbi un stünn nich Räd’ noch Antwurt. Wi lepen em nah un segen em in fleigende Angst in Grotvadder sienen Lähnstaul sitten. Ut seg hei as Kalk an dei Wand, un dei dicken Sweitdruppens lepen em ümmer pieplings an dei Näs’ un Backen dal. Wi wiern all bannig verbast, un :Grotvadder frög, wat em denn eigentlich bemött wier. Den’n Snieder flögen vör Uprägung dei Kinnladen, man snacken künn hei kein Wurt. Großmudder lep in dei Koek un halt’ em ein Kumm vull Kaffee, üm em ‘n bäten tau ver­münnern, man hei künn den’n Kumm gor nich hollen un schülwerte sick den’n Kaffee aewert Bostdauk. Grotmudder göt em den’n Kaffee in’n groten Pott, aewer den’n Scnieder sengelten so dei Arms, dat hei ok dorut nich drinken künn. Dat duerte rume Tied, ihrer hei sick sowiet verhalt harr, dat hei Bericht gäben künn. Endlich kem hei dormit vörtüg: „Up’n Kirchhoff späukt dat!“ Ut dat Liekenhus, wat an dei Kirch anbugt wier, un wur dei Stieg hart an vörbigüng, harr ein gräsig Beist ut’ Finster käken un em up dei Schuller kloppt. Mi lütt Butscher wier natürlich all lang’ dei Prük hochkamen, denn ick harr noch nie seihn, dat ein grot Minsch so ut dei Kun­ternanz kamen künn. Ick harr an Grotvadders sien Vertellers noch nie twiefelt, nu harr ick aewer doch den’n Bewies, dat in Rövershagen allerlei Unheimliches begängn wier. &lt;br /&gt;
:Grotvadder güng in deipe Gedanken dörch dei Dönz. Up einmal gef hei sick ‘n Ruck un säd tau Chrischan, hei künn sick dat gor nich denken, sei wull’n beid hengahn un sick dat aewertügt maken. Dei Snieder, dei noch ümmer as Waddick un Weihdag in sienen Stauhl set, verfierte sick ganz bannig aewer dit Ansin’n un säd, dat em dor kein vier Pierd hennkriegen deden. Grotvadder, dei woll gloeben ded, dat dei Snieder sick alls inbildt harr, wiel em von’n Kraug her son’n lütten unner dei Mütz set, wull sick dat aewer doch aewertügt maken un dei Sak up’n Grun’n gahn. Hei halte sick sienen Eiken achter dat Schapp rut un rep sick Peitern tau Hülp.&lt;br /&gt;
:Peiter wier sien Hoff- un Heierhund, ein ganz truge Seel, dei sick bether noch in alle Lebens­lagen bewährt harr. Up em set’te Großvadder sienen ganzen Verlat. In dei Familie güng aewerhaupt dat Meinen, dat dat Geschlecht Peiter äbensolang’ up den’n Hoff begäng’ wier as dei eigen Vörfohren. Wenn ein Peiter abgängig wier, wier ein jung’ wedder ranwussen, un up dissen letzten harrn sick all dei Eigenschaften, dei einen echten Hund utteiken deden, ut dei lang’ Geschlechterreig aewer­dragen. Peiter hörr dei Käuh allein. Grotvadder hülp em einmal rut un güng denn eins mit em üm den’n Block rümm, den’ hei aewerhäuden süll. Wenn dei Käuh middags uns abends rinn sülln, würd blot up’n Finger fläut’t, Peiter bellte eis un bröchte sien Haud tau Hus. Süll ein frisch Kawel aewerhött warden, denn würd em dei wedder anwiest. So verwachte Peiter trug sienen Posten un harr sien tweibeinten Kollegen gegenaewer dat vorut, dat hei nie nich slep. - Nachts wier hei Wachhund. Uenner den’n Schutz von dat breide Walmdack nah dei Schossee henn stünn ne Bänk. In dunnmalige Tieden kem dor väl fröm’m Volk dörch, Zigeuners, lütt Hannelslüd un Reisners, dei in warme Sommernachten dei Bänk giern as Slappstäd benutzten. Peiter leg up dei Binnensiet von dei Wand un künn dei Bänk von dor dörch dat Finster in Ogenschien nähmen. Hei wier ok hier bannig up’n Posten. Bleben dei Slapgäst up dei Bäkn, denn let hei sei in Raug, güngen sei aewer up den’n Hoff, denn lep hei in’n Alkum, wur Grotvadder slep, störr em mit dei Pot an dei Schuller un wohrschugte em. Grotvadder brukte sick nu blot dei denkbor wenigsten Uemstän’n tau maken. Hei dreihte sick in’n Beer, hakte dat Finster up, Peiter sprüng rut, bröchte dei ungebäden Gäst up dei Söcken, hüppte wedder rinn, dat Finster würd slaten un dei Saak wier vörwäst.&lt;br /&gt;
:Up Peitern verlet Grotvadder sick hüt. Dei harr ok all lang’ markt, dat wat Besonners los wier un wiekte nich von sien Sied. Chrischanen kemen dei kollen Gräsen an, as Grotvadder em noch eis wedder inladen ded. As ick nu seg, dat ut dei Geschicht Iernst warden ded, stünn för mi fast, dat ick den’n ollen Mann taum letzten Mal läwig seihn ded. Ick höll em an dei Kittelslipp wiß, denn ick höll doch tau väl von em, aewer hei let sick nich bedüden, dat Schicksal müßt sienen Gang gahn.&lt;br /&gt;
:Grotvadder güng forsch up den’n Kirchhoff tau. Hei kem aewer blot äben bet an dei grot Lin’n. Dor stünn hei, as wenn hei anwöttelt wier. Ut dei Dör von dat Liekenhus kem ein grugelig Wäsen rut, von aewer Mannsgröt, piel up em tau. Sülwst Peiter harr sien Bedenken, ok hei verstutzte sick un stünn bohmstill. Ick will Grotvadder, dei bether doch väl Kraasch un Maut opbröcht harr, nich minn maken, aewer ick mücht doch annähmen, dat hei sick mit den’n Späuk nich wieder bemegeliert harr, wenn Peiter nich glieks sien Besinnen wedderkrägen harr. In Nullkommanix wier hei achter den’n Späuk un grep em in dei Fessel. Dei Späuk krönnigte hell in dei Nacht rin un preschte up dei Purt tau, dat wier — Grotvadder sien Schimmel! Dei Oll stünn all prat, denn dei Stimm harr hei kennt, un hei, dei sien Pierd leiwer nix dahn harr, hei gew em nu doch mit den’n Eiken von achtern einen mit up dei Reis’ un rep: „Un du Delf, du wist hier Lüd grugen maken?!“ Dei Schimmel, den’n dat Späukspälen nu so verleden müßt, nehm sien Tauflucht weder tau sienen Stall. Sien Herr lep em nah, un hier klorte sick denn jo alls up. Dei Schimmel wier wählig wordn in’n Stall, harr sick den’n Halfter afströpt un denn dat Dwaßholt, wat in dei Dör leg, mit’t Mul rutstött. So harr hei frie Bahn krägen un wier up sienen Spaziergang int Liekenhus geraden. Dör un Finster harrn taufälligerwies’ apenstahn, dormit dei Fautborrn, den’n sei bi den’n letzten Kirchgang so vullperrt harrn, wedder updrögen süll. As nu dei Snieder antauwuppen kem, hett dei Schimmel säker ‘n bäten ut dat Finster käken un mag em jo ok woll mal mit dat Mul up dei Schuller stött hem’m. Doraewer hett dei Snieder sick jo nu ok mit Recht so dägern verfieren künnt, dat hei afsacken ded un denn heisterkopp von’n Kirch­hoff jumpte, so fix, as sien lahmen Bein dat jichtens tauleten. Grotvadder sammelte dei beiden Krücken vör dat Finster up un kem as so’n Matador dormit nah dei Dönzendör rinn. Ick freute mi, dat ick den’n ollen Mann wedderharr, Chrischan aewer kek em an, as müßt nu ne schreckliche Apenborung kamen: „So, Chri­schan“, säd Grotvadder, „nu ingst di nich mihr, ick heff den’n Späuk anbun’n, denk di mal, uns’ Schimmel hett di grugen makt!“ un dormit vertellte hei den’n ganzen Hergang. Un dunn gef hei em sien Krücken wedder: „Hier hest din Gangwark, nu kannst du beruhigt nah Hus gahn.“&lt;br /&gt;
:Chrischan güng aewer nich, künn hei ok gor nich, denn hei wier nix as ‘ne lädweik Plün’n. Grotmudder harr denn ok glieks Erbarm mit em un makt em ein Nachtlager in’n Alkum trecht. Mirrnacht wier all lang’ vöraewer, as wi endlich tau Rauh kemen. Up einmal würd dat ein fürchterliches Toben, Stähnen un Schrieden in den’n Alkum. As ick mi vermünnert har, lep mi ümmer ein Schudder naht anner aewer den’n Puckel. Ick schriete aewer Grotvadder, Grotvadder rep Peitern, Peiter stünn all bi uns un günste, hei künn dor in’n Düstern ok woll nich klauk ut warrn, wat los wier. Grotmuder wier all in dei Wahndönz, wur sei sick inquartiert harr, ut ehr Lager sprung’ un söchte Rietsticken un Licht. As sei endlich mit Licht kem, dor leg Chrischan up’e Knei in’n Beer, harr sick mit dei Hand upstüt’t un schüerte sick mit dei anner den’n Kopp. Sien Aewerbett leg an dei Ierd, un hei jammerte tau’n Erbarm. Hei sackte ganz in sick tausamen un seg ut, as wenn alle Späuken ut Rövershagen up einmal üm em rümstün’n un dat up em afseihn harrn. As Grotmudder em gaud tauräden ded, vertellte hei, dat hei äben as ganz wiß un wohrhaftig up Läben un Dod mit den’n verdammten Späukschimmel üm dei Wett lopen wier. Dei Reis’ harr üm dei Kirch rümgahn. Na, dat künn denn nu ok gor nich anners sien, as dat dei Schimmel em in sienen kroepeligen Beinverfat inhalen ded. In sien Hartensangst wier hei in dat Liekenhus rinnjumpt un harr dwaß dörch dei Kirch lopen wullt. Dei Kirchendör wier aewer tauwäst, un dun’n wier hei mit alle Wucht mit den’n Kopp gegen dei Dör butzt un ... upwakt. Dat letzte harr ok sien Richtigkeit, man dat hei nich gegen dei Kirchendör, woll aewer mit den’n Kopp gegen dat Tennstbrett an dat Koppenn’ von dei Beerstell fohrt wier. Ein dägt Brusch hett dat noch lang’ ogenschienlich utwiest.&lt;br /&gt;
:Wenn dei Snieder an diers Späukerie ok noch lang’ tau süken harr, so hett sei doch ein Gaudes för em hatt, hei is nie wedder tau Kraug gahn, denn dei Weg wier em doch tau dull verled’t. Wi all aewer koenen dei Liehr ut trecken, dat dei düllste Späukerie sick letzten Enns doch ganz natürlich tau Wäg leggt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:(Sonderdruck aus dem „Stadt- und Landboten Ribnitz in Mecklenburg“. o. J.)&lt;br /&gt;
[Kategorie: Plattdeutsch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fassl&#039;am (Fastelabend) in Bartelshagen Von Richard Suhr 1957=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Up dei Dörpversammlung, wur dei Johrsaf­räknung gäben würd, keem tauletzt ümmer dei Frag: „Wer is denn dit Johr an dei Reig?“ Dormit meinten sei, wer dit Johr Fassl&#039;amvadder un ‑mudder spälen süll. Na, wiel dat nah dei Reig güng, wier dor je kei‘n Twiefel aewer. Dei Fassl&#039;amvadder meldt sick je ok furts un säd, dat hei den‘n Koem un dei Musik bestellen wull, un sien Frug würd dat Bier (Swackbier) ok schön brugen, sei harr dat Mollt all bi‘n Möller bestellt un wull ok dorför sorgen, dat dei Kuffer orrig vull Semmel wier, Stuten-Ohrnsch wüßt all Be­scheid. „Na“, säden dun‘n dei annern, „wi kamen ok all tau‘n Bierproben“. Dit Bierpröben wier ümmer an‘n Vörabend, also an‘n Mittwoch­abend.&lt;br /&gt;
:An‘n Dunnerstag Klock ein blösen dei Muskanten drei Stücken up den‘n Hoff von‘n Fassl&#039;am-Huus. Dat wier Huurnmusik, dei aewer dat ganze Dörp schallen ded. Dit wier dat Teiken, dat dat nu losgüng, un alls treckte nu nah dat Fassl&#039;am-Hus, wur jede Familie einen Tusch kriegen ded. So henne Dreien würd Kaffee drunken, un jede Familienvadder güng nu henn nah den‘n groten Kuffert un köfft Semmel in för sien Angehürigen. Einen Hauptspaß makten sei sick jedes Johr dorut, dat sei sick einen utkes‘ten, den‘n sei dei ganze Taß vull Zucker smeten, wurbi sei ümmer wedder fragten: „Du hest woll noch keinen Zucker in‘n Kaffee?“&lt;br /&gt;
:Klock soeben wier Faudertied, un alls güng tau Huus. Dat Veih würd besorgt, un jeder slög sick sülben dat Lief ok düchtig vull. Denn güngt wedder henn nah‘n Fassl&#039;am-Huus, un nu würd „mit dei Bein spält“ (getanzt). Dorbi würd von dat Swackbier eins gehürig taudrunken, un dormit dat ‘n bäten kiewiger würd, keem Fassl&#039;amvadder mit dei grot Koembuddel, dei hei fein mit dei Sleuf upputzt harr un schenkt ümmer ‘n Lütten in. Hierbi keem‘n sei männigmal so in‘n Sweit, dat dat Wader von dei Wän‘n leep un dei Tapeten afplasterten. Klock elben gef dat in dei Näbenstuuw för dei Buern ‘n lütten Punsch. Dorbi würden sei ümmer bannig lustig un süng‘n, wat dat Tüüg hollen wull: „So leben wir, so leben wir, so leben wir alle Tage“ orrer „Und wer im Januar geboren ist usw.“.&lt;br /&gt;
:An‘n Friedag wier dat grad so as an‘n Dunnerstag, aewer nah dat Abendbrot wiern sei männigmal doch ‘n bäten flau, wiel sei sick an den‘n Dag vörher ‘n bäten dull verutgawt harrn. Denn würden Volksdänz danzt, am leiwsten Kägel orrer Viertürigen mit söß Poor, ok Dunkel­schatten un Wäwerdanz. Wenn sei gor tau loesig würden, denn geew dat Huurnmusik, aewer dat kost‘ jedesmal ‘n lütt Drinkgeld för dei Mus­kanten, süß spälten nämlich bloß Klaaßnett, Gäl Wöttel (Fleut), Spickgaus (Vigelin) un Brumm­baß. An‘n Sünnabend müßten sei sick all eins verhalen.&lt;br /&gt;
:An‘n Sünndag wier Nahklapp. Los güng dat denn ierst nah dei Kirchtied so gegen Klock vier. Sei harrn denn all tau Huus Kaffee drunken. Dei Hauptsaak wier nu wedder Drinken un Danzen, blots, dat sei noch wedder tau‘n Faudern tau Huus güng‘n. Anhollen deden sei, solangn noch Pust un Aden in ehr steek.&lt;br /&gt;
:Nah acht orrer vierteihn Daag keemen dei Familienvadders noch einmal wedder int Fassl&#039;am-Huus tausamen, un denn würd up­räkend, wat dei Fier kost harr. Jede müßt denn sienen Andeil an Kaffee, Koem un Musik betahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Gewährsmann: Schmiedemeister Otto Stüve in Bartelshagen, der das Fest noch in seiner Jugend mitmachte.&lt;br /&gt;
:Nacherzählt von Lehrer Rudolf Methling, früher Bartelshagen.&lt;br /&gt;
:Aufgezeichnet von Richard Suhr. &lt;br /&gt;
:In: Heimatheft Nr. 5 Herausgegeben von der Fachkommission Heimatkunde des Päd. Kreiskabinetts des Kreises Ribnitz-Damgarten. :1957. Seite 79 - 80.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Richard_Suhr&amp;diff=156382</id>
		<title>Richard Suhr</title>
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		<updated>2026-09-18T21:17:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Rövershagen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Richard (Heinrich Friedrich Martin) Suhr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Richard Suhr wurde am 14.April 1892 Auf der Hofstelle 5 (heute Oberhäger-Straße 8), Rövershagen, Mecklenburg-Schwerin geboren und am 8.Mai 1892 in Rövershagen, Mecklenburg-Schwerin getauft.&lt;br /&gt;
:Er ist am 7.Mai 1959 in Rostock, Mecklenburg-Schwerin verstorben.&lt;br /&gt;
:Er arbeitete nach 1920 in Ribnitz als Lehrer und Schuldirektor an der Mädchenschule in der Ulmenallee. Sein Wohnhaus befand sich direkt neben der Schule&lt;br /&gt;
:Richard Suhr war zu Lebzeiten Vorsitzender des Plattdeutschen Vereins für Ribnitz und Umgebung&lt;br /&gt;
;Ehefrau:Martha Luise Sophie, geb.Wulsten&lt;br /&gt;
:Martha wurde am 19.August 1895 in Rostock, Mecklenburg-Schwerin geboren.&lt;br /&gt;
:Richard und Martha haben am 23.Juli 1920 in Rostock Heiligen Geist, Mecklenburg-Schwerin geheiratet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Ne „wohrhaftige“ Späukgeschicht beläwt un vertellt von Richard Suhr =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dor, wur sick in Rövershagen nu dei Graaler Schossee von dei Rostock-Stralsunder aftwält, liggt ein urolles Buernhus. Kein Wunner, wenn’t son’n bäten duknackt dorsteiht, denn dat dreggt jo ok all dei Last von vierhunnert Johr up siene Stänners. För mi ist’ aewer dat schönste in’n Dörp, denn hier bün ick buren un tagen, un aewer sienen Süll güngen mien Vörfohren Johrhunnerte lang in gauden un slichten Dagen. Hüt is dei Hauw in anner Hän’n, aewer ümmer, wenn ick up dei Dörchreis mienen Heimaturt krüzen dau, nähm ick noch fix ‘n Ogvull von mien Weigenstäd mit, wenn ick dor aewer tau Besäuk bünn, denn möt ick dor ümmer ‘n Tiedlang stillstahn, un väle bunte Biller ut mien Kinnertied trecken an mien Seel vöraewer. Dat duert aewer ümmer gor nich lang’, denn trädt ein Bild scharp in’n Vördergrund, un dat is dei verflixte Späukelabend, den’n ick dor as lütt Jung sülben mit biläwen müßt.&lt;br /&gt;
:Vadder harr ne frische Hauw in’n Dörp aewernahmen, un Großvadder bewirtschaftete noch einige Johren dei olle. Wiel ick nu so’n lütten Vertog von mien Grotöllern wier, blef ick up dei olle behacken. Wur wier dat aewer ok einmal schön, vörut in dei Schummerstun’n, wenn Grotmudder spünn un Grotvadder Geschichten vertellen ded. Wenn in’n Harwst dei Storm üm dei Uhlenfast hulte, wenn dei Rägen an dei Ruten kloetern ded, wenn in’n Winter Snei vör alle Dören leg, denn stünn ick in Grotvadder sienen Pannerstall un läste em jedes Wurt von’n Mun’n af. Dei Waur treckte denn in’n Sneidräwel vorbi, Jäger Hinz, dei sick in dei Heier (Heide) dotschaten harr, kem up sienen Schimmel ut dei Dannenschonung tau rieden un verfierte dei Holtarbeiters, Jäger Brandt, den’n vör Johrhunnerte dei will Bier terräten harr, steg ut sien einsam Graw weder rut, dei Klatthamel, dei up dei Buerwischen ümgüng, würd dörch dei Heierjungs erlöst, un wat süß noch alls „as nix Gaudes“ ümgüng, stellte mi Grotvadder wohr­haftig un läwig in dei Dönz rin. Ick wüßt tauletzt all ümmer wat kem, wenn Grotvadder sienen Mund upmaken ded, aewer dat wier doch ümmer wedder nie un schön. &lt;br /&gt;
:So seten wi einmal wedder in’n späten Harwst in dei lütt niedrig Dönz. Grotmudder spünn so flietig as ümmer, un Grotvadder ver­tellte. Dat wier dissen Abend all lat worden, Grotvadder, dei all lang’ giern unner dei gries Gaus krapen wier, luerte noch up den’n Snieder Chrischan Stier, dei em tau einen niegen Antog Maat nähmen wull. Up Chrischan wier aewer nich recht Verlaat. Hei sükte „an’n drögen Swamm in dei Bost“ un müßte den’n von Tied tau Tied eins düchtig anfuchten. Säker harr hei sick diersen Abend wedder eins in’n Kraug, dei ‘n bäten utbugt leg, vör Anker smäten. Eigent­lich harr sick Großvadder aewerhaupt mit em vertürnt. In dei schräben Dörpgesetzen stünn dat nich in, aewer dat wier so Aewerlieferung von öllings her, dat dei Snieder von jedes Tüg tau’n Antog soväl affsnieden künn, as tau ein West hüren ded, un dei Kun’n müßten sick bi den’n Inkop mit dat Maat dorup inrichten. Nu harr hei von den’n Antog, den’n hei Grotvadder verläden Johr makt harr, Tüg för twei Westen affsnäden, un Grotvadder sien Kittel un Büx wieren man bannig hündlich utfollen. Dei Arms un dei Beins wieren väl tau kort, un Großvadder wier mächtig in dei Braß geraden un schüll up den’n ver­dammten Snieder, dei em tau’n Spektakel un Peijatz för dat ganze Dörp mackt harr. Wiel hei von Natur ut aewer siehr gaudmäudig wier, let hei sick doch weder von den’n Snieder be­gäuschen, as dei en säd, hei wull em gegenaewer för alle Tieden up sien Extradeputat verzichten, un hei brukte nie nich wedder miehr Tüg köpen, as hei grad bruken ded. Grad, as hei sienen Arger aewer den’n Snieder siene Untauverlat Luft maken ded, swunkt dor buten wat vör dei Finstern aewer. Dat künn blot Chrischan sien, denn hei güng an Krücken un wier soans an sienen Gang gaud tau ken’n. Chrischan kem ok glieks in dei Dönz. As Grotvadder em dei Lex verhürt harr, nehm hei em Maat un wiel son’n bäten dick Luft wier, hüll hei sick gor nich wieder up. Grotvadder wull noch eins in’t Wäder kieken, un soans geben wi beiden em dat Leit bet vör dei Dör. Dat wier ein ganz schattig Wäder. Dagelang harr dat egal weg rägent, un in dei Dörpstraat, denn dunntaumalen wier dei Graaler Schossee noch nich, wier gor nich tau grün’n. Hart an dei Hoffstädt, up son’n lütten Anbarg, leg dei Kirchhoff, aewer den’n dei Lüd bi slicht Wäder ümmer raewergüngen. Dei Kirchstieg wier drög un gaud, un sei sneden somit dat madigst En’n von dei Straat af. Wi harrn den’n Snieder bet an dei Kirchspurt nahkäken un wull’n grad nah binnen gahn, as wi einen fürchterlichen Schrie von den’n Kirchhoff her hüren deden. In dennsülwigen Ogenblick segen wi ok, wur dei Snieder as son’n verfierten Zägenbuck ahn Krücken in groten Sprüngen ut dei Kirchspurt rutgehopst kem. Hei störmte an uns vörbi un stünn nich Räd’ noch Antwurt. Wi lepen em nah un segen em in fleigende Angst in Grotvadder sienen Lähnstaul sitten. Ut seg hei as Kalk an dei Wand, un dei dicken Sweitdruppens lepen em ümmer pieplings an dei Näs’ un Backen dal. Wi wiern all bannig verbast, un :Grotvadder frög, wat em denn eigentlich bemött wier. Den’n Snieder flögen vör Uprägung dei Kinnladen, man snacken künn hei kein Wurt. Großmudder lep in dei Koek un halt’ em ein Kumm vull Kaffee, üm em ‘n bäten tau ver­münnern, man hei künn den’n Kumm gor nich hollen un schülwerte sick den’n Kaffee aewert Bostdauk. Grotmudder göt em den’n Kaffee in’n groten Pott, aewer den’n Scnieder sengelten so dei Arms, dat hei ok dorut nich drinken künn. Dat duerte rume Tied, ihrer hei sick sowiet verhalt harr, dat hei Bericht gäben künn. Endlich kem hei dormit vörtüg: „Up’n Kirchhoff späukt dat!“ Ut dat Liekenhus, wat an dei Kirch anbugt wier, un wur dei Stieg hart an vörbigüng, harr ein gräsig Beist ut’ Finster käken un em up dei Schuller kloppt. Mi lütt Butscher wier natürlich all lang’ dei Prük hochkamen, denn ick harr noch nie seihn, dat ein grot Minsch so ut dei Kun­ternanz kamen künn. Ick harr an Grotvadders sien Vertellers noch nie twiefelt, nu harr ick aewer doch den’n Bewies, dat in Rövershagen allerlei Unheimliches begängn wier. &lt;br /&gt;
:Grotvadder güng in deipe Gedanken dörch dei Dönz. Up einmal gef hei sick ‘n Ruck un säd tau Chrischan, hei künn sick dat gor nich denken, sei wull’n beid hengahn un sick dat aewertügt maken. Dei Snieder, dei noch ümmer as Waddick un Weihdag in sienen Stauhl set, verfierte sick ganz bannig aewer dit Ansin’n un säd, dat em dor kein vier Pierd hennkriegen deden. Grotvadder, dei woll gloeben ded, dat dei Snieder sick alls inbildt harr, wiel em von’n Kraug her son’n lütten unner dei Mütz set, wull sick dat aewer doch aewertügt maken un dei Sak up’n Grun’n gahn. Hei halte sick sienen Eiken achter dat Schapp rut un rep sick Peitern tau Hülp.&lt;br /&gt;
:Peiter wier sien Hoff- un Heierhund, ein ganz truge Seel, dei sick bether noch in alle Lebens­lagen bewährt harr. Up em set’te Großvadder sienen ganzen Verlat. In dei Familie güng aewerhaupt dat Meinen, dat dat Geschlecht Peiter äbensolang’ up den’n Hoff begäng’ wier as dei eigen Vörfohren. Wenn ein Peiter abgängig wier, wier ein jung’ wedder ranwussen, un up dissen letzten harrn sick all dei Eigenschaften, dei einen echten Hund utteiken deden, ut dei lang’ Geschlechterreig aewer­dragen. Peiter hörr dei Käuh allein. Grotvadder hülp em einmal rut un güng denn eins mit em üm den’n Block rümm, den’ hei aewerhäuden süll. Wenn dei Käuh middags uns abends rinn sülln, würd blot up’n Finger fläut’t, Peiter bellte eis un bröchte sien Haud tau Hus. Süll ein frisch Kawel aewerhött warden, denn würd em dei wedder anwiest. So verwachte Peiter trug sienen Posten un harr sien tweibeinten Kollegen gegenaewer dat vorut, dat hei nie nich slep. - Nachts wier hei Wachhund. Uenner den’n Schutz von dat breide Walmdack nah dei Schossee henn stünn ne Bänk. In dunnmalige Tieden kem dor väl fröm’m Volk dörch, Zigeuners, lütt Hannelslüd un Reisners, dei in warme Sommernachten dei Bänk giern as Slappstäd benutzten. Peiter leg up dei Binnensiet von dei Wand un künn dei Bänk von dor dörch dat Finster in Ogenschien nähmen. Hei wier ok hier bannig up’n Posten. Bleben dei Slapgäst up dei Bäkn, denn let hei sei in Raug, güngen sei aewer up den’n Hoff, denn lep hei in’n Alkum, wur Grotvadder slep, störr em mit dei Pot an dei Schuller un wohrschugte em. Grotvadder brukte sick nu blot dei denkbor wenigsten Uemstän’n tau maken. Hei dreihte sick in’n Beer, hakte dat Finster up, Peiter sprüng rut, bröchte dei ungebäden Gäst up dei Söcken, hüppte wedder rinn, dat Finster würd slaten un dei Saak wier vörwäst.&lt;br /&gt;
:Up Peitern verlet Grotvadder sick hüt. Dei harr ok all lang’ markt, dat wat Besonners los wier un wiekte nich von sien Sied. Chrischanen kemen dei kollen Gräsen an, as Grotvadder em noch eis wedder inladen ded. As ick nu seg, dat ut dei Geschicht Iernst warden ded, stünn för mi fast, dat ick den’n ollen Mann taum letzten Mal läwig seihn ded. Ick höll em an dei Kittelslipp wiß, denn ick höll doch tau väl von em, aewer hei let sick nich bedüden, dat Schicksal müßt sienen Gang gahn.&lt;br /&gt;
:Grotvadder güng forsch up den’n Kirchhoff tau. Hei kem aewer blot äben bet an dei grot Lin’n. Dor stünn hei, as wenn hei anwöttelt wier. Ut dei Dör von dat Liekenhus kem ein grugelig Wäsen rut, von aewer Mannsgröt, piel up em tau. Sülwst Peiter harr sien Bedenken, ok hei verstutzte sick un stünn bohmstill. Ick will Grotvadder, dei bether doch väl Kraasch un Maut opbröcht harr, nich minn maken, aewer ick mücht doch annähmen, dat hei sick mit den’n Späuk nich wieder bemegeliert harr, wenn Peiter nich glieks sien Besinnen wedderkrägen harr. In Nullkommanix wier hei achter den’n Späuk un grep em in dei Fessel. Dei Späuk krönnigte hell in dei Nacht rin un preschte up dei Purt tau, dat wier — Grotvadder sien Schimmel! Dei Oll stünn all prat, denn dei Stimm harr hei kennt, un hei, dei sien Pierd leiwer nix dahn harr, hei gew em nu doch mit den’n Eiken von achtern einen mit up dei Reis’ un rep: „Un du Delf, du wist hier Lüd grugen maken?!“ Dei Schimmel, den’n dat Späukspälen nu so verleden müßt, nehm sien Tauflucht weder tau sienen Stall. Sien Herr lep em nah, un hier klorte sick denn jo alls up. Dei Schimmel wier wählig wordn in’n Stall, harr sick den’n Halfter afströpt un denn dat Dwaßholt, wat in dei Dör leg, mit’t Mul rutstött. So harr hei frie Bahn krägen un wier up sienen Spaziergang int Liekenhus geraden. Dör un Finster harrn taufälligerwies’ apenstahn, dormit dei Fautborrn, den’n sei bi den’n letzten Kirchgang so vullperrt harrn, wedder updrögen süll. As nu dei Snieder antauwuppen kem, hett dei Schimmel säker ‘n bäten ut dat Finster käken un mag em jo ok woll mal mit dat Mul up dei Schuller stött hem’m. Doraewer hett dei Snieder sick jo nu ok mit Recht so dägern verfieren künnt, dat hei afsacken ded un denn heisterkopp von’n Kirch­hoff jumpte, so fix, as sien lahmen Bein dat jichtens tauleten. Grotvadder sammelte dei beiden Krücken vör dat Finster up un kem as so’n Matador dormit nah dei Dönzendör rinn. Ick freute mi, dat ick den’n ollen Mann wedderharr, Chrischan aewer kek em an, as müßt nu ne schreckliche Apenborung kamen: „So, Chri­schan“, säd Grotvadder, „nu ingst di nich mihr, ick heff den’n Späuk anbun’n, denk di mal, uns’ Schimmel hett di grugen makt!“ un dormit vertellte hei den’n ganzen Hergang. Un dunn gef hei em sien Krücken wedder: „Hier hest din Gangwark, nu kannst du beruhigt nah Hus gahn.“&lt;br /&gt;
:Chrischan güng aewer nich, künn hei ok gor nich, denn hei wier nix as ‘ne lädweik Plün’n. Grotmudder harr denn ok glieks Erbarm mit em un makt em ein Nachtlager in’n Alkum trecht. Mirrnacht wier all lang’ vöraewer, as wi endlich tau Rauh kemen. Up einmal würd dat ein fürchterliches Toben, Stähnen un Schrieden in den’n Alkum. As ick mi vermünnert har, lep mi ümmer ein Schudder naht anner aewer den’n Puckel. Ick schriete aewer Grotvadder, Grotvadder rep Peitern, Peiter stünn all bi uns un günste, hei künn dor in’n Düstern ok woll nich klauk ut warrn, wat los wier. Grotmuder wier all in dei Wahndönz, wur sei sick inquartiert harr, ut ehr Lager sprung’ un söchte Rietsticken un Licht. As sei endlich mit Licht kem, dor leg Chrischan up’e Knei in’n Beer, harr sick mit dei Hand upstüt’t un schüerte sick mit dei anner den’n Kopp. Sien Aewerbett leg an dei Ierd, un hei jammerte tau’n Erbarm. Hei sackte ganz in sick tausamen un seg ut, as wenn alle Späuken ut Rövershagen up einmal üm em rümstün’n un dat up em afseihn harrn. As Grotmudder em gaud tauräden ded, vertellte hei, dat hei äben as ganz wiß un wohrhaftig up Läben un Dod mit den’n verdammten Späukschimmel üm dei Wett lopen wier. Dei Reis’ harr üm dei Kirch rümgahn. Na, dat künn denn nu ok gor nich anners sien, as dat dei Schimmel em in sienen kroepeligen Beinverfat inhalen ded. In sien Hartensangst wier hei in dat Liekenhus rinnjumpt un harr dwaß dörch dei Kirch lopen wullt. Dei Kirchendör wier aewer tauwäst, un dun’n wier hei mit alle Wucht mit den’n Kopp gegen dei Dör butzt un ... upwakt. Dat letzte harr ok sien Richtigkeit, man dat hei nich gegen dei Kirchendör, woll aewer mit den’n Kopp gegen dat Tennstbrett an dat Koppenn’ von dei Beerstell fohrt wier. Ein dägt Brusch hett dat noch lang’ ogenschienlich utwiest.&lt;br /&gt;
:Wenn dei Snieder an diers Späukerie ok noch lang’ tau süken harr, so hett sei doch ein Gaudes för em hatt, hei is nie wedder tau Kraug gahn, denn dei Weg wier em doch tau dull verled’t. Wi all aewer koenen dei Liehr ut trecken, dat dei düllste Späukerie sick letzten Enns doch ganz natürlich tau Wäg leggt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:(Sonderdruck aus dem „Stadt- und Landboten Ribnitz in Mecklenburg“. o. J.)&lt;br /&gt;
[Kategorie: Plattdeutsch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fassl&#039;am (Fastelabend) in Bartelshagen Von Richard Suhr 1957=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Up dei Dörpversammlung, wur dei Johrsaf­räknung gäben würd, keem tauletzt ümmer dei Frag: „Wer is denn dit Johr an dei Reig?“ Dormit meinten sei, wer dit Johr Fassl&#039;amvadder un ‑mudder spälen süll. Na, wiel dat nah dei Reig güng, wier dor je kei‘n Twiefel aewer. Dei Fassl&#039;amvadder meldt sick je ok furts un säd, dat hei den‘n Koem un dei Musik bestellen wull, un sien Frug würd dat Bier (Swackbier) ok schön brugen, sei harr dat Mollt all bi‘n Möller bestellt un wull ok dorför sorgen, dat dei Kuffer orrig vull Semmel wier, Stuten-Ohrnsch wüßt all Be­scheid. „Na“, säden dun‘n dei annern, „wi kamen ok all tau‘n Bierproben“. Dit Bierpröben wier ümmer an‘n Vörabend, also an‘n Mittwoch­abend.&lt;br /&gt;
:An‘n Dunnerstag Klock ein blösen dei Muskanten drei Stücken up den‘n Hoff von‘n Fassl&#039;am-Huus. Dat wier Huurnmusik, dei aewer dat ganze Dörp schallen ded. Dit wier dat Teiken, dat dat nu losgüng, un alls treckte nu nah dat Fassl&#039;am-Hus, wur jede Familie einen Tusch kriegen ded. So henne Dreien würd Kaffee drunken, un jede Familienvadder güng nu henn nah den‘n groten Kuffert un köfft Semmel in för sien Angehürigen. Einen Hauptspaß makten sei sick jedes Johr dorut, dat sei sick einen utkes‘ten, den‘n sei dei ganze Taß vull Zucker smeten, wurbi sei ümmer wedder fragten: „Du hest woll noch keinen Zucker in‘n Kaffee?“&lt;br /&gt;
:Klock soeben wier Faudertied, un alls güng tau Huus. Dat Veih würd besorgt, un jeder slög sick sülben dat Lief ok düchtig vull. Denn güngt wedder henn nah‘n Fassl&#039;am-Huus, un nu würd „mit dei Bein spält“ (getanzt). Dorbi würd von dat Swackbier eins gehürig taudrunken, un dormit dat ‘n bäten kiewiger würd, keem Fassl&#039;amvadder mit dei grot Koembuddel, dei hei fein mit dei Sleuf upputzt harr un schenkt ümmer ‘n Lütten in. Hierbi keem‘n sei männigmal so in‘n Sweit, dat dat Wader von dei Wän‘n leep un dei Tapeten afplasterten. Klock elben gef dat in dei Näbenstuuw för dei Buern ‘n lütten Punsch. Dorbi würden sei ümmer bannig lustig un süng‘n, wat dat Tüüg hollen wull: „So leben wir, so leben wir, so leben wir alle Tage“ orrer „Und wer im Januar geboren ist usw.“.&lt;br /&gt;
:An‘n Friedag wier dat grad so as an‘n Dunnerstag, aewer nah dat Abendbrot wiern sei männigmal doch ‘n bäten flau, wiel sei sick an den‘n Dag vörher ‘n bäten dull verutgawt harrn. Denn würden Volksdänz danzt, am leiwsten Kägel orrer Viertürigen mit söß Poor, ok Dunkel­schatten un Wäwerdanz. Wenn sei gor tau loesig würden, denn geew dat Huurnmusik, aewer dat kost‘ jedesmal ‘n lütt Drinkgeld för dei Mus­kanten, süß spälten nämlich bloß Klaaßnett, Gäl Wöttel (Fleut), Spickgaus (Vigelin) un Brumm­baß. An‘n Sünnabend müßten sei sick all eins verhalen.&lt;br /&gt;
:An‘n Sünndag wier Nahklapp. Los güng dat denn ierst nah dei Kirchtied so gegen Klock vier. Sei harrn denn all tau Huus Kaffee drunken. Dei Hauptsaak wier nu wedder Drinken un Danzen, blots, dat sei noch wedder tau‘n Faudern tau Huus güng‘n. Anhollen deden sei, solangn noch Pust un Aden in ehr steek.&lt;br /&gt;
:Nah acht orrer vierteihn Daag keemen dei Familienvadders noch einmal wedder int Fassl&#039;am-Huus tausamen, un denn würd up­räkend, wat dei Fier kost harr. Jede müßt denn sienen Andeil an Kaffee, Koem un Musik betahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Gewährsmann: Schmiedemeister Otto Stüve in Bartelshagen, der das Fest noch in seiner Jugend mitmachte.&lt;br /&gt;
:Nacherzählt von Lehrer Rudolf Methling, früher Bartelshagen.&lt;br /&gt;
:Aufgezeichnet von Richard Suhr. &lt;br /&gt;
:In: Heimatheft Nr. 5 Herausgegeben von der Fachkommission Heimatkunde des Päd. Kreiskabinetts des Kreises Ribnitz-Damgarten. :1957. Seite 79 - 80.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
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	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Revier_Torfbr%C3%BCcke&amp;diff=156276</id>
		<title>Revier Torfbrücke</title>
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		<updated>2026-09-16T20:35:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Uhlenflucht - einer der Geburtsorte der Naturfreunde-, Wander-, FKK- und Camping-Bewegung in Mecklenburg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Rostocker_Heide_(Landschaft)  Rostocker Heide]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anmerkung: Themen die im Online Portal mit einem &amp;quot;+&amp;quot; versehen sind befinden sich in der Recherche bzw. der in Kürze folgenden Einpflege. Sie lassen sich auch als Anregung an die Nutzer verstehen um ergänzende Hinweise oder Materialien zum Kapitel-Thema zu bitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zur &amp;quot;Ortsgeschichte&amp;quot; von Torfbrücke -&amp;gt; -&amp;gt; * [[Torfbrücke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Torfbrücke&lt;br /&gt;
 | zeit = 1696 - fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
 | erstellung = 2016/2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie des Ortes Torfbrücke&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologischer Abriss der Geschichte des Reviers Torfbrücke in der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603&lt;br /&gt;
:Findet ein Prozess &amp;quot;In Sachen Klaus Nettelbladt contra Rostock wegen eines Schafstalls in Müggenburg&amp;quot; statt.&lt;br /&gt;
:( &#039;&#039;&#039;Ersterwähnung von [[Müggenburg]]&#039;&#039;&#039; )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1625, 11. April&lt;br /&gt;
:Albrecht Dobbin notiert in seiner Gewettsrechnung:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Den 4. November mit meinen Herren Collegen H.Jakob Crullen und Herrn Gryphio nach der Marggrauenheyde gewesen das hauß abnehmen, und das holz nach der &#039;&#039;&#039;Muggenborch&#039;&#039;&#039; fuhren laßen und das große hol (Loch) , so aus dem heiligen Sehe in die große Sehe gebrochen besichtigt und wieder zu verfertigen angeordnet, und was dabey vertzehret, haben die burger bey der Heyde richtig gemachet. Zur Müggenborgch benachrichtiget. 6 Schilling Drinkgeld gegeben ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(Quelle:KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1696&lt;br /&gt;
:Ersterwähnung „torf Brüg“ als Brückenübergang über den Stromgraben sowie die Rostocker Stadtgrenze für den Torftransport vom Fischland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1774&lt;br /&gt;
:Anlegung der ersten Schleuse an der Stromgrabenmündung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1788&lt;br /&gt;
:am Stromgraben-Übergang Errichtung eines Jägerhauses und dreier Forstkaten (für 6 Familien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813&lt;br /&gt;
:Auch beim Wiedort wird durch den mecklenburgischen Landsturm ein Wachposten in der Nachrichtenkette entlang der Ostseeküste angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831&lt;br /&gt;
:Auch am Ostsee-Ufer des Torfbrücker Reviers wird eine geschlossene Küstenwachkette gegen die Einschleppung der Cholera eingerichet.&lt;br /&gt;
; + KFC TB 69-74&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1877&lt;br /&gt;
:4. September - Die 21jährige Luise Halwes aus Torfbrücke wird im Wald ermordet. Der Mörder wird später gefasst und hingerichtet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1890&lt;br /&gt;
:Das alte Jägergehöft abgebrannt&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der &#039;&#039;&#039;Holzwärter&#039;&#039;&#039; Albert Voß ist zum &#039;&#039;&#039;Strandwärter&#039;&#039;&#039; für die Küstenstrecke vom sogenannten Rosenort bis zum Stromgraben bestellt worden&lt;br /&gt;
:Gegeben im Gewett als Strandamt, Rostock am 4.Oktober 1890, H.Oertzen, Gewettsekretär&amp;quot;&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke.jpg|thumb|400px|rechts|Flurnamenkarte des Reviers Torfbrücke 1926 (Quelle: Ludwig Krause &amp;quot;Die Rostocker Heide im Spiegel ihrer Orts- Forst- und Flurnamen&amp;quot; 1925]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1891&lt;br /&gt;
:Bau des neuen Forsthauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1892&lt;br /&gt;
:Ein Förster Maas genannt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1906&lt;br /&gt;
:Umgemeindung der Torfbrücker Kirchenmitglieder in die Graaler Kirchgemeinde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1909&lt;br /&gt;
:Im Waldhause wohnte seit mehreren Jahren schon bloß noch eine Familie. Am Ostern 1909 ist auch diese fortgezogen. Seitdem steht das Waldhaus leer und soll, weil sehr baufällig, dazu sowieso im Walde gelegen, nicht mehr bewohnt werden, sondern über kurz oder lang abgebrochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Suche /Bohrung nach Trinkwasser zur Versorgung einer bei Torfbrücke geplanten Villenkolonie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Planung einer Villenkolonie am Ostsee-Ufer im Revier Torfbrücke&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Die Sylvesterflut dringt bis an die Häuser von Torfbrücke vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1921&lt;br /&gt;
:Einweihung des Gedenksteins für den im Weltkrieg gefallenen Forstinspektor Max Garthe an der Reminschen Wiese &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1.Mai&lt;br /&gt;
:Der Torfbrücker Oberförster Schmidt-Wulffen begeht mit seiner Familie Selbstmord.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die heutige Zeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:FR Torfbrücke Fünf Brüder OZ 2004 a.jpg|thumb|250px|rechts|FR Torfbrücke Fünf Brüder OZ 2004]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1992&lt;br /&gt;
:2.1. Das neu gegründete Stadtforstamt der Hansestadt Rostock nimmt seine Arbeit auf.&lt;br /&gt;
:Im April ergeht der Zuordnungsbescheid über die ersten Flächen aus dem bisherigem Bestand des Staatlichen Forstwirtshaftsbetriebes (StFB)&lt;br /&gt;
:Die Arbeit beginnt mit der Wiedereinrichtung der historischen Revierstruktur von 1810 mit den fünf Revieren Hinrichshagen, Schnatermann, Torfbrücke, Wiethagen und Meyershausstelle.&lt;br /&gt;
:Revierförster ist Stefan Schlüter&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2013&lt;br /&gt;
:Der Ort hat 52 Einwohner und ist der nördlichste Stadtteil der Hansestadt Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte von Torfbrücke - Die Furt am Stromgraben und der nördlichste Punkt Rostocks==&lt;br /&gt;
[[Datei:IMG 20170226 0024.jpg|thumb|rechts|600px| Carl Malchin &amp;quot;Torfbrücke&amp;quot; um 1890 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
:Autofahrer sind gedanklich meist schon an ihrem Ziel, dem Seeheilbad Graal-Müritz, wenn sie auf ihrem Wege dorthin die unscheinbare blaue Brücke über den Stromgraben überqueren. &lt;br /&gt;
:Manch einer bemerkt gar nicht, das die zuvor passierten gepflegten Häuser am Straßenrande laut Ortseingang zum Rostocker Stadtgebiet gehören. &lt;br /&gt;
:Seit einem dreiviertel Jahrtausend bereits findet sich an dieser Stelle der nördlichste Punkt der Hansestadt Rostock. &lt;br /&gt;
:Das Örtchen Torfbrücke selbst verdankt seiner „Grenzlage“ auch seine Entstehung. &lt;br /&gt;
:Sicher um einiges älter, zeichnet der Rostocker Stadtfenderich Lust im Jahre 1696 eine Karte der Heide mit der „torf Brüg“, einer Brückenquerung für den Verbindungsweg zwischen Rostock und dem Fischland.&lt;br /&gt;
:Der Vermessungsingenieur Graf Schmettau zeichnet im Jahre 1788 in seiner Karte ein Jägerhaus ein, der Vorläufer der leider erst in jüngster Zeit abgerissenen Försterei, um den sich bald darauf drei weitere Katen versammeln. &lt;br /&gt;
:Bis 1909 waren die Häuser des zu jener Zeit hansestädtischen Dorfes Rövershagen zugehörig. &lt;br /&gt;
:Die städtische Bürgervertretung hatte nun entschieden Torfbrücke zur selbstständigen Ortschaft unter dem Dach der Hansestadt zu erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zeitungsschlagzeilen machte das Dorf nur einmal, im September des Jahres 1877, als hier eine grausame Bluttat entdeckt worden war. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Zeitung jener Tage ist zu lesen: &lt;br /&gt;
:„Über die bereits erwähnte Mordthat in der Rostocker Heide erfahren wir heute folgendes Nähere. &lt;br /&gt;
:Das beim Jäger Keding zu Torfbrücke dienende Mädchen Luise Halwes war am letzten Dienstag nach dem „Neuen Kruge“ an der Rostock - Ribnitzer Chaussee geschickt und kehrte zur festgesetzten Zeit nicht zurück. &lt;br /&gt;
:Ihr Dienstherr, dadurch beunruhigt und einen Unfall fürchtend, veranlaßte eine allgemeine Durchsuchung des Gehölzes, bei welcher wie bereits gemeldet, die Halwes am Mittwoch Morgen mit durchschnittenem Halse und augenscheinlich von fremder Hand getödtet vorgefunden wurde. &lt;br /&gt;
:Der Verdacht der That richtete sich alsbald gegen einen 21jährigen Seefahrer J.Suhr, welcher in Ribnitz geboren und später mit seinen Eltern nach Torfbrücke verzogen ist. &lt;br /&gt;
:Derselbe hatte sich besonders dadurch verdächtig gemacht, daß er sich nicht wie alle übrigen Bewohner von Torfbrücke an den Nachforschungen nach dem :vermißten Mädchen beteiligt, auch nach Auffindung der Leiche sich von dem Orte der That fern gehalten hatte. &lt;br /&gt;
:Das hiesige Criminalgericht, welches sich zur Aufnahme des Thatbestandes gestern nach Torfbrücke begeben hatte, verfügte die Verhaftung des Suhr, welche noch gestern erfolgt ist.  &lt;br /&gt;
:Wie man erzählt hat Suhr schon dem die Verhaftung vollziehenden Beamten gegenüber sofort ein umfassendes Geständnis abgelegt. &lt;br /&gt;
:Darnach hat er die Halwes mit der er im Gehölze zusammengetroffen, mit unsittlichen Anträgen verfolgt und sie dann thätlich angegriffen. &lt;br /&gt;
:Das Mädchen hat sich tapfer gewehrt und mit der Anzeige des Vorfalls gedroht. &lt;br /&gt;
:Hierdurch aufgebracht, hat Suhr einen am Wege liegenden Knittel ergriffen und der davon eilenden Halwes von hinten einen Schlag über den Kopf versetzt, der sie betäubt zu Boden gestreckt hat, worauf er sie durch  Durchschneiden des Halses völlig getödtet hat. &lt;br /&gt;
:Die ermordete Luise Halwes ist 21 Jahre alt und ebenfalls aus Ribnitz gebürtig; ihre Eltern sind bereits verstorben. &lt;br /&gt;
:Sie wird als ein tüchtiges und treues Mädchen bezeichnet und war mit einem in der Nachbarschaft von Torfbrücke dienenden jungen Manne verlobt.“ &lt;br /&gt;
:Der ruchlose Mörder büßte seine Tat schließlich mit dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das alte und das neue Forsthaus Torfbrücke===&lt;br /&gt;
:Das erste Forsthaus ist 1788 erbaut worden und 1890 abgenbrannt. (bislang kein Bild bekannt)&lt;br /&gt;
:Das neue Forsthaus ist 1891 erbaut worden.&lt;br /&gt;
:KFC TB 56&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke 1930.jpg|thumb|550px|links|Das &#039;&#039;&#039;neue&#039;&#039;&#039; Forsthaus Torfbrücke hinter der alten Forstscheune 1930]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Forsthaus Torfbrücke um 1910.jpg|thumb|480px|rechts|Das &#039;&#039;&#039;neue&#039;&#039;&#039; Forsthaus Torfbrücke um 1910 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Revier Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und frühgeschichtliche Funde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Funde zwischen Rosenort und Uhlenflucht]]&lt;br /&gt;
* [[Jörg Ansorge und Sigmund Oehrl &amp;quot;Ein völkerwanderungszeitlicher Bernsteinanhänger mit Runeninschrift vom Ostseestrand der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Spuren aus der Ur- und Frühgeschichte finden sich zwischen Rosenort und Wiedort an den Abbruchkanten der Küste im Torfbrücker Revier.&lt;br /&gt;
:Diese Funde sind dann oft auch durch ihren Fundplatz in der Meeres-Dünung &amp;quot;gerollt&amp;quot;, also abgeschliffen.&lt;br /&gt;
:Fundorte an der Küste, an denen vor rund 100 Jahren Eugen Geinitz, Robert Beltz, Ludwig Krause oder vor rund 50 Jahren Otto Kolp, Hans Wendt, Hubert Westphal Funde gemacht haben, liegen inzwischen, bei Berücksichtigung des Küstenrückgangs, 50 - 100 und noch mehr Meter von der Küste entfernt im Meer. &lt;br /&gt;
:Der wendische Wohnplatz am Stolperort, den Ludwig Krause und Robert Beltz 1925 beschreiben, ist also schon lange vom Meer verschlungen. 1995 im Spülsaum vor dem Rosenort gefundene wendische Schmuckperlen verschwanden als &amp;quot;Urlaubs-Andenken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Heidekaufvertrag von 1252 und die acht Hufen des Doberaner Klosters===&lt;br /&gt;
;Der Stromgraben - seit mehr als einem dreiviertel Jahrtausend die Stadtgrenze Rostocks&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Als am 25. März 1252 Fürst Borwin III. den Rostockern die Kaufurkunde über die, fortan als &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; bezeichnete Waldfläche,ausstellen läßt, findet sich inmitten des Textdokumentes eine Klausel, das: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;...die 8 Hufen am Zarnetzstrom, die durch unsere Gnade dem Eigentum der Mönche von Doberan gestiftet sind...&amp;quot; von dem Verkauf ausgeschlossen sind.&lt;br /&gt;
:(Zarnetzstrom ist einer der vielen Namen, die der Stromgraben über die Jahrhunderte trägt)&lt;br /&gt;
:Eine Hufe entspricht nach ihrer Bodenbonität, mit unterschiedlicher Flächengröße in Abhängigkeit von der Bodenqualität, dem Grund und Boden auf dem die Existenz einer Bauernstelle gesichert ist.&lt;br /&gt;
:Heute ist vergessen, wo die Fläche der Doberaner Zisterzienser lag, um 8 Höfe einzurichten. Weitere Spuren in alten Dokumenten sind nicht zu finden. &lt;br /&gt;
:Gerade diese zweizeilige Passage in der  Heidekaufurkunde (und nur die) ist in den darauf folgenden Jahrhunderten dem &amp;quot;Mäusefraß&amp;quot; zum Opfer gefallen.&lt;br /&gt;
:Warscheinlich haben die &amp;quot;Mäuse&amp;quot; dreihundert Jahre später, in der Reformationszeit, der Zeit als die meisten Klöster des Landes aufgelöst wurden, zugebissen. &lt;br /&gt;
:Man kann annehmen, daß es sich dabei um die heutige Gemarkung von Graal- (dem Westteil von Graal-Müritz) handelt, da diese etwa einer Flächengröße von 8 Hufen jener Zeit entspräche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1332 -  Durch Landerwerb bis zum &amp;quot;Grothen Strom&amp;quot; (Stromgraben) kommt es, rund achtzig Jahre nach dem Heideverkauf, nordöstlich an die Rostocker Heide angrenzend, zur Gründung eines zweiten Hofes &amp;quot;up den Grahl&amp;quot;. (MUB XIII 7680) &lt;br /&gt;
:Beide Höfe (Müritz und Grahl) werden von Nonnen des St. Claren Klosters Ribnitz bewirtschaftet und von Büdnern aus Dierhagen, die Hand- und Spanndienste leisten müssen, unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Stromgraben und seine Mündung (nördlichster Punkt Rostocks)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: _KFC p53/54&lt;br /&gt;
:-Schleusen, Sperrwerke, Übergänge&lt;br /&gt;
:-Furt &amp;quot;Torf Brügg&amp;quot; und Zoll&lt;br /&gt;
:-Karten-Galerie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von der Winkeleiche bis zum Meer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche und Stromgraben Kartenausschnitt Bühring 1924.jpg|thumb|links|750px|RH Winkeleiche Stromgraben Grenzgraben und Hale Bach Kartenausschnitt Bühring 1924]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche 1.JPG|thumb|zentriert|250px|RH Winkeleiche 1]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche 2.JPG|thumb|rechts|250px|RH Winkeleiche 2]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche 3.JPG|thumb|rechts|250px|RH Winkeleiche 3]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bald nach dem Kauf der Rostocker Heide wurde die Grenze zwischen den fürstlichen Waldungen und den nun städtischen Waldungen ein Graben angelegt die vermeintliche Aufgabe Wasser zu führen war eher untergeordnet. Das Hauptaugenmerk lag bei seiner Anlage lag darin, die im Vertrag neu gezogene Eigentumsgrenze der nunzweigeteilten Nordöstlichen Heide deutlich sichtbar zu machen.&lt;br /&gt;
:Seit Jahrhunderten, und in unseren Tagen noch immer, kommt der Winkeleiche eine besondere Rolle als markanter Grenz- und Vermessungspunkt zu. Die an diesem Grenzpunkt stehende schon viele Generationen alte und mächtige Stieleiche ist bereits die zweite an diesem Genzpunkt. Als deren Vorgängerin bereits vor rund zweihundert Jahren ihr von der Natur bestimmtes Ende fand pflanzte und ersetzte man sie durch das nunmehr zu einem beachtlichen Naturdenkmal herangewachsene Exemplar.&lt;br /&gt;
:Bei der Winkeleiche an der Südwestecke der Seekenwiese im Meiershaussteller Revier stößt der (meist wasserlose Grenzgraben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &amp;quot;Der Stromgraben&amp;quot; Auszug aus H.F. Beckers Heidechronik &#039;&#039;&#039;1839&#039;&#039;&#039;====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;STROMGRABEN&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; &amp;quot;Dieser Graben hat einen gedoppelten Zweck, er ist der Grenzgraben zwischen der Großherzoglichen Gelbensander Forst und der Rostocker Heide, und dient zugleich zum Hauptabzug des Waßers aus beiden Waldungen.&lt;br /&gt;
:Er erstreckt sich von der Ostsee zwischen der Torfbrücke und Grahl nach Gelbensande hin, biegt sich dort und geht auf Oberhagen, macht daher eine deutliche Grenze. Seinen Namen behält er eigentlich nur bis nach Gelbensande. &lt;br /&gt;
:Dieser Theil ist lange vorhanden gewesen, wahrscheinlich in Form eines Baches, den man beim Ankauf der Heide den Zernitzstrom genannt haben mag. &lt;br /&gt;
:Der zweite Theil von Gelbensande bis zur Oberhäger Feldmark ist zur Zeit der Herzoglichen Commißion erst gegraben &#039;&#039;(um 1766)&#039;&#039;, und sind dadurch die Grenzzeichen – als Pföste, Grenzbäume und Steine, überflüßig geworden. Der letzte Theil besteht nur aus einem Graben von 6 – 8 Fuß, der erstere aber vom Ausfluß ins Meer an, in einer Breite von 12 bis 15 Fuß, die sich bei Gelbensande hin verringert.&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;1765&#039;&#039;&#039; begann die Herzogl. Commißion ihre Arbeit mit Revision der Grenzen. &lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1766&#039;&#039;&#039; ward die Grenze zwischen der Großherzl. Gelbensander Forst und der Rostocker Heide genau bestimmt und die Ziehung der Gräben beschlossen. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Grenzbesichtigung war eine Deputation ernannt, die von fürstlicher Seite aus dem Oberamtmann Brand, von Seiten der Stadt aber aus dem Senator Koppe, Bäcker Nebel und Forstinspector Möller bestand, sowie dem Secretair Eyller und &#039;&#039;&#039;Ingenieur Dost&#039;&#039;&#039;. Nachdem die Richtung des Grabens bestimmt worden, wurde das Holz von dem Striche, welches durch die Linie sowohl von der Gelbensander Forst als Stadtheide abgeschnitten worden taxirt, und es tratt eine Ausgleichung zwischen beiden Partheien ein. Die Acten hierüber liegen im Forstarchiv im besonderen Fascicul von &#039;&#039;&#039;1766&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Das Resultat der Vereinigung war kurz nachstehendes: &lt;br /&gt;
:Als Basis nahm man an daß die Aufräumung des Grenzgrabens von beiden Seiten gemeinschaftlich und also mit gleichen Kosten statthaben solle. &lt;br /&gt;
:Nun fand es sich aber, daß bereits von Seiten der Stadt Rostock allein beim Landkruge 49 ½ Ruten Graben auf Stadt Grund und Boden, etwa 2 Fuß von der eigentlichen Scheide, gezogen worden waren. &lt;br /&gt;
:Diesen Graben nahm man als einen Theil des Scheidegrabens an, und vereinigte sich dahin, daß das Holz des abgeschnittenen kleinen Strichs von 2 Fuß bereits taxirt und ersetzt der Boden aber vom Benkenhäger Felde der Heide zugelegt ward. &lt;br /&gt;
:Da aber die Stadt den Graben hatte auf alleinige Kosten ziehen laßen, so sollte er von der Gelbensander Forst das nächste mal wieder allein aufgeräumt werden, welche auch &#039;&#039;&#039;1779&#039;&#039;&#039; geschehen ist. &lt;br /&gt;
:Seitdem ist der ganze Graben gemeinschaftlich aufgeräumt worden. &lt;br /&gt;
:Es hatte sich bei der Aufräumung gezeigt, daß die Stellung&lt;br /&gt;
:(72) gleicher Mannschaft zur Aufräumung wie zur Reinigung einzelner verstopfter Theile, mit vielen Inconveniencien verbunden gewesen, denn bald hatte es diesem bald jenem Theil an Arbeitern gefehlt, auch hatte die Bestimmung der Zeit der Arbeit Differenzen und Aufschub veranlaßt. Man beschloß daher &#039;&#039;&#039;1779&#039;&#039;&#039; den Haupttheil dieses Grabens, nämlich den breitesten Theil in zwei gleiche Theile zu theilen, und als dann durchs Loos zu entscheiden, wem der öbere und wem der untere Theil zufallen würde. &lt;br /&gt;
:Zu dem war ein Pfosten N: 4 in der Grahler Wiese gesetzt und ein zweiter am Ende des Seekenbruchs. &lt;br /&gt;
:Strecke ward gemeßen und die Mitte durch einen Pfosten bezeichnet, der in der Mitte des Schwarzen Bruchs steht. &lt;br /&gt;
:Jetzt schritt man zur Cavelung und es fiel der Herzogl. Forst das untere Ende von der Grahler Wiese bis zur Mitte des schwarzen Bruchs, der Stadt aber das obere Ende vom schwarzen Bruch bis zur &#039;&#039;&#039;Winkeleiche&#039;&#039;&#039;, oder Ende des Seekenbruchs zu. &lt;br /&gt;
:Nun blieb von ersterem  Graben noch eine Strecke übrig, welche von dem Pfost in der Grahler Wiese sich bis an die Meeres Dühne erstreckt, diese wird auf gemeinschaftliche Kosten aufgeräumt. &lt;br /&gt;
:Alsdann ist noch nöthig den Durchlauf durch die Dühne ins Meer offen zu halten. Da diese Oeffnung oft von den Wellen durch Sand verschlagen wird und es wegen der Entlegenheit vom Dorf äußerst beschwerlich ist jedesmal Arbeiter dorthin zu senden, so übertrug man es den beiden Holzwärtern zu Grahl und auf der Torfbrücke gegen eine Remuneration von jährlich 4 Thaler an jeden, beim Andrang des Waßers im Graben sogleich den Ausfluß desselben durch die Dühne zu befördern, und die Öffnung zu reinigen. Man hatte die Breite des Grabens vom Meer bis zur Winkeleiche zu 12 Fuß bestimmt, durch Einsinken der Borte ist der Graben aber an mehreren Stellen bedeutend breiter geworden. &lt;br /&gt;
:Für den übrigen Graben von der Winkeleiche bis Oberhagen waren 6 Fuß als Normalbreite festgesetzt, und wird dieser Graben auf gemeinschaftliche Kosten aufgeräumt.&lt;br /&gt;
:(73) In diesen Verhältnißen stehen diese Gegenstände noch. &lt;br /&gt;
:Ich kann hiebei nicht unbemerkt laßen, daß der Stromgraben in aeltern Zeiten in der Grahler Wiese seinen Lauf etwas verändert und eine kleine Wiese vom Rostockschen Theil abgeschnitten hat, die man jetzt &#039;&#039;&#039;Grahler Bollenwiese&#039;&#039;&#039; nennt. Man hätte dies Stück sogleich reclamiren sollen, man hat es aber wohl der Mühe nicht werth gehalten auf Restitution einer Serpentine die sich selbst ausgeglichen anzutragen. &lt;br /&gt;
:Die Sache ist längst verjährt und beruht nur auf mündliche Traditionen, als &#039;&#039;&#039;1765&#039;&#039;&#039; die Vermeßung der Heide eintrat. &lt;br /&gt;
:Es ist nach den angegebenen Verhältnißen in der Folge dieser Stromgraben öfterer aufgeräumt worden als &#039;&#039;&#039;1790, 1794, 1808, 1817&#039;&#039;&#039; pp. und geschiehet dies auch noch jetzt so bald er sich gefüllt oder verstopft hat.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;H.F.Becker&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Forstinspector&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;1839&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Der Stromgraben im fürstlichen Regulativ von 1774====&lt;br /&gt;
;Bis in das 18. Jahrhundert wurde der Stromgraben auch als &amp;quot;Gränenstrom&amp;quot; bezeichnet.&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostocker Heide Regulativ §66 zu Stromgraben.jpg|thumb|links|700px|RH Der Stromgraben im fürstlichen Regulativ von 1774 §66 zum ersten Schleusenbau an der Stromgrabenmündung]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke RH Stromgraben mit dem Jungfernstieg am Indianersteig (rechts im Kartenausschnitt).jpg|thumb|links|1000px|RH Torfbrücke RH Stromgraben mit dem &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig (rechts im Kartenausschnitt) 1924 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke Jungfernstieg am Indianersteig um 1914.jpg|thumb|links|650px|RH Torfbrücke &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig um 1914 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke Jungfernstieg am Indianersteig um 1925.jpg|thumb|zentriert|350px|RH Torfbrücke &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig um 1925 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; + Text einfügen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Stromgrabenschleuse 1909 Bühring.jpg|thumb|rechts|1000px|RH DTorfbrücke RH Stromgraben mit dem &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig (rechts im Kartenausschnitt) 1924 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Stromgrabenschleuse um 1910.jpg|thumb|rechts|550px|RH Torfbrücke, erstes Schleusenbauwerk an der Stromgrabenbrücke um 1925 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; + Text einfügen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Schleusenbilder über die Jahrhunderte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:RH Stromgrabenschleuse 1909 Bühring.jpg|RH Stromgrabenschleuse 1909 Bühring&lt;br /&gt;
Datei:RH Stromgrabenschleuse um 1910.jpg |RH Stromgrabenschleuse um 1910&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: *[[Datei:Graal 1911 mit Moriturigruppe.jpg|thumb|rechts|550px|RH Graal 1911 mit Moriturigruppe Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Morituri&amp;quot; = Die Todgeweihten, nannte man einige sehr alte, vom Wind gezauste Kiefern unmittelbar in der Nachbarschaft der Stromgrabenschleuse, die das Meer sich in absehbarer Zeit holen würde. Sie waren ein oft verewigtes Motiv von teilweise auch berühmten Malern z.B. Karl Rettich und Egon Tschirch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anekdote: Die Stromgrabenmündung, Haus Uhlenflucht und wie es mit der Freiköperkultur begann ===&lt;br /&gt;
:Genau genommen sogar bis in unsere Tage oblag und obliegt dem Revierförster des Torfbrücker Reviers auch die Funktion des Strandvogtes an der Ostseeküste zwischen Rosenort und der Stromgraben-Mündung.&lt;br /&gt;
:Schon seit seinem Diensteintritt 1918 als Forstinspektor begann Charles Bencard die Rostocker Heide der sprunghaft wachsenden Bewegung von Wander- und Naturvereinen zu öffnen&lt;br /&gt;
:Mit der Einweihung von &amp;quot;Haus Uhlenflucht&amp;quot; im Juni 1921, unweit der Stromgrabenmündung, erlangte der Naturtourismus entlang der Heideküste einen bemerkenswerten Aufschwung. &lt;br /&gt;
:Aus allen Teilen Deutschlands anreisend, machten junge Großstädter zahlenmäßig einen herausragenden Anteil unter diesen Küstenbesuchern aus. &lt;br /&gt;
:Vielfach aus den dortigen, nicht unbedingt gut situierten, Arbeitervierteln kommend, verbrachten sie ihre Ferien nun hier am Ostseestrand in der Weite der Landschaft in Freiheit und Freizügigkeit.&lt;br /&gt;
:Man begann die ungezwungenen, gänzlich unbekleideten Badefreuden immer mehr zu schätzen und zu genießen.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Strandhüpfer vom Haus Uhlenflucht&amp;quot;, wie man sie bald nannte, trafen sich zum Badevergnügen am liebsten unter den &amp;quot;Morituri-Bäumen&amp;quot;, neben der Stromgrabenmündung.&lt;br /&gt;
:Hier an der Bachmündung endete das Zuständigkeitsrevier des Rostocker Strandvogtes. Die Graaler Obrigkeit hatten auf der anderen Seite ihren eigenen Strandvogt mit Polizeigewalt.&lt;br /&gt;
:Bis Mitte der 1930er Jahre unterlag das Freikörperbaden einem strengen Verbot, ganz besonders nach dem sogenannten preußischen Zwickel-Erlaß 1932.&lt;br /&gt;
:Es oblag den Strandvögten dem unmoralischen Treiben am hiesigen Heidestrand ein Ende zu setzen und es mittels hoher Strafen zu ahnden.&lt;br /&gt;
:Wenn, rechtzeitig sichtbar der Heide-Strandvogt im Anmarsch war ertönte ein Warnsignal den Strand entlang und alle unbedeckten Strandbesucher &amp;quot;hüpften&amp;quot; einmal über die Stromgrabenmündung, wo die Polizeigewalt des Stranvogtes oder Försters nicht hinreichte.&lt;br /&gt;
:Wenn sich der Graaler Strandvogt gelegentlich auch einmal mit dem selbigen Polizeiauftrag näherte &amp;quot;hüpfte&amp;quot; man dann eben in die Rostocker Heide, also auf die Rostocker Seite des Stromgrabens und drehte dem jeweiligen Vogt eine Nase.&lt;br /&gt;
:Daß sich die Freikörperkultur noch heute hier am Heidestrand und besonders beim Campingplatz Uhlenflucht großer Beliebtheit erfreut hat aber sicher nichts mehr mit der Gewohnheit des &amp;quot;Stromgraben-Hüpfens&amp;quot; zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Sturmhochwasser, die Sperrwerke und der Küstenschutz===&lt;br /&gt;
noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===  Das Waldhaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH WAldhaus um 1910.jpg|500px|rechts|thumb|Das Waldhaus um 1910 (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Name und erstes Vorkommen&lt;br /&gt;
:Das Waldhaus gehört nach dem Rostocker Adressbuch von 1898 zu Torfbrücke, in dessen Revier es ja auch liegt.&lt;br /&gt;
:Bis zum 22. Oktober 1906 aber gehörte Torfbrücke auch noch zu [[Rövershagen]] und somit auch das Waldhaus.&lt;br /&gt;
:Erst durch ein Ratsdekret wurden die bisherigen Wohnplätze Torfbrücke und Waldhaus zu einer selbständigen Ortschaft &amp;quot;[[Torfbrücke]]&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:(LKr 1906) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1871&lt;br /&gt;
:Einlieger Friese im Waldhaus in den Rostocker Stadtrechnungen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1909	&lt;br /&gt;
:Im Waldhause wohnte seit mehreren Jahren schon bloß noch eine Familie. &lt;br /&gt;
:Am Ostern 1909 ist auch diese fortgezogen. &lt;br /&gt;
:Seitdem steht das Waldhaus leer und soll, weil sehr baufällig, dazu sowieso im Walde gelegen, nicht mehr bewohnt werden, sondern über kurz oder lang abgebrochen werden. &lt;br /&gt;
:Dafür ist vor einigen Jahren bereits ein neuer dritter Forstarbeiterkaten in Torfbrücke gebaut worden, der von 4 Familien bewohnt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Ab Beginn des ersten Weltkrieges, bis zum Ende des Krieges diente das Waldhaus als Unterkunft für Kriegsgefangene und zwangsverpflichtete Fremdarbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Das Waldhaus&amp;quot; ]] Auszug aus R.u.A. Ahrens &amp;quot;Die Heide - Das Kleinod der Stadt Rostock&amp;quot; 1919&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das alte Waldhaus als Wanderherberge&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Waldhaus SAJ 1931.jpg|400px|rechts|Das Waldhaus 1931(HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des ersten Weltkriegs suchten die Mitglieder vieler Vereine in der Rostocker Heide Erholung und Entspannung. Bei Markgrafenheide, dicht an der See, standen die Häuser des Naturheilvereins, des plattdeutschen Vereins &amp;quot;Unkel Bräsig&amp;quot; und andere. In der Schwanberger Heide, auf der Rostocker Seite zwischen Wiedortschneise und Stromgraben entstand &amp;quot;Hus Uhlenflucht&amp;quot; erbaut vom Touristenverein &amp;quot;Die Naturfreunde&amp;quot;e.V. .&lt;br /&gt;
Im Jahre 1920 gestattete die Forstverwaltung auf Veranlassung des Forstinspektors Charles Bencard die Übernahme des Waldhauses durch die sozialdemokatische &amp;quot;Freie Jugend&amp;quot; Rostock, sowie dem &amp;quot;Der Wandervogel&amp;quot;e.V., Bund für deutsches Jugendwandern, Ortsgruppe Warnemünde.&lt;br /&gt;
Die sozialdemokratische Jugend nutzte die Südhälfte, &amp;quot;Der Wandervogel&amp;quot; die Nordhälfte des Hauses. &lt;br /&gt;
Handwerkslehrlinge und junge Vereinsmitglieder verrichteten in der daruffolgenden Zeit alle Arbeiten zur Einrichtung der Herberge.&lt;br /&gt;
Zur Unterstützung waren Jugendgruppen aus Hamburg, Berlin und Stralsund gekommen.&lt;br /&gt;
Von nun an konnte der Verwalter des Hauses und &amp;quot;gute Geist&amp;quot; Karl Planeth über viele Jahre hinaus Jugendgruppen in seinen Wänden beherbergen. Besonderen Wert legten die Vereinsmitglieder stets auf ein gutes Verhältnis zu den Forstleuten, insbesondere zum Torfbrücker Revierförster Hohenstein.&lt;br /&gt;
Später bemächtigte sich die Hitlerjugend des Hauses. Bereits sieben Monate nach deren Übernahme war das Haus in einem erbärmlichen Zustand.&lt;br /&gt;
Am Ende blieb nach einigen hier von der HJ durchgeführten Kriegsspielen nur noch der Abriß. Bald darauf war der Standort des Hauses schließlich aufgeforstet.&lt;br /&gt;
Bemühungen einer Kulturbund-Gruppe unter der Leitung von Werner Kleinfeld, in deren Kern sich frühere Mitglieder der beiden einstigen Vereine befanden, um den Wiederaufbau blieben erfolglos, da inzwischen mehr und mehr Flächen zu miltärischem Sperrgebiet erklärt wurden, was deren Vorhaben letztendlich verhinderte. So mancher dieser alten Wanderfreunde suchte ab 1990 nach Spuren des Waldauses und fand nur dichten Wald am Ort der schönen Erinnerungen.&lt;br /&gt;
:(Autor Wilfred Steinmüller, veröffentlicht in der Ostsee-Zeitung am 10.7.1993)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; * [[&amp;quot;Das Waldhaus in der Rostocker Heide&amp;quot; Pressebeitrag zur Einweihungsfeier der Wanderherberge Waldhaus in der Meckl. Volkszeitung am 29.8.1921]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; * [[&amp;quot;Das Waldhaus in der Rostocker Heide - Zur Geschichte der sozialdemokratischen Arbeiterjugendbewegung Rostocks in der Weimarer Republik&amp;quot;]] Heike Schröder in &amp;quot;Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock NF10 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; * Pressebeitrag von 1931 zum zehnjahrigen Bestehen der Wanderherberge&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Waldhaus 1931 von Heiko Meuser 3.jpg|1000px|links|Beitrag zum 10jährigen bestehen der Wanderherberge Waldhaus 1931 (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Forstwirtschaft im Revier Torfbrücke===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Ch. Bencard 1952 zum Revier Torfbrücke&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Das Forstrevier Torfbrücke ist mit 740 ha Kiefernfläche das größte Kiefernrevier der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:In Torfbrücke fehlen den Kiefern die Altersklassen 81-120, von denen 1929 nur 20 ha vorhanden waren gegen 200 ha normal. ... &lt;br /&gt;
:Der Grund ist nicht ersichtlich. &lt;br /&gt;
:Vieleicht litten die in den Jahren 1840-1860 aufgeforsteten Blößen unter dem wachsenden Wildstand oder nach Aufforstung der vorgefundenen Räumden mit Kiefern wurde mehr Laubholz gepflanzt, da die Rostocker häufig die Bevorzugung der Kiefer bemängeln. &lt;br /&gt;
:Dieses Manko hat sich aber schon jetzt so gebessert, daß nur die Altersklassen 101-120 schwach datiert ist, &lt;br /&gt;
:aber durch &amp;quot;über 120&amp;quot; reichlich ersetzt wird.&lt;br /&gt;
:Torfbrücke zeichnet sich durch die besten und mildesten Furniereichen aus. &lt;br /&gt;
:In dem Laubholzstrich wird man der Traubeneiche einen Vorrang einräumen müssen. &lt;br /&gt;
:In Torfbrücke ist nicht mehr viel Buchenfläche in Nadelhoz umzuwandeln.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Der Holzverladeplatz an der Bäderstraße/Teerofenschneise====&lt;br /&gt;
: +  Dias Haus Müggenburg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH TB Ladestelle Müggenburg Gleisplan.jpg|thumb|500px|links|RH TB Ladestelle Müggenburg Gleisplan ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH TB Bahn-Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz 1952 b Foto- Otto Kolp.jpeg|thumb|300px|rechts|RH TB Bahn-Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz 1952 a Foto: Otto Kolp]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH TB Bahn Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz a.jpg|thumb|300px|rechts|RH TB Bahn-Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz 1952 b Foto: Otto Kolp)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Die Reparationseinschläge===&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Nutzungseinschnitte 1945ff Zeichnung Otto Kolp 1953.jpg|thumb|rechts|450px|RH Nutzungseinschnitte in der Rostocker Heide zwischen 1945 und 1951 Zeichnung Otto Kolp 1953)]]&lt;br /&gt;
erg Kolp&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Titaneisensand und Sensenstreicher===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fruchtbare Handelsbeziehungen entwickelten die Bewohner Torfbrückes Ende des 19. Jahrhunderts mit dem &amp;quot;Sträkmacherdorf&amp;quot; Thulendorf, bei Sanitz. Die hier gefertigten &amp;quot;Sträk&amp;quot;, Sensenstreicher und Messerschärfer waren durch ihre besonders gute Qualität in der Gegend berühmt. Das Geheimnis dieser ausgesprochen gut funktionierenden und langlebigen Schärfinstrumente rührte vom Ostseesand und Heideteer her. Im Strandabschnitt des Torfbrücker Forstreviers fand sich besonders viel &amp;quot;Rotsand&amp;quot;, dessen Farbe durch hohe Anteile an Titaneisen, Korund und Granat entsteht. Dieser Grundstoff fachgerecht vermengt mit dem in der Heide gewonnenen Teer, war der gehütete Kern der begehrten Werkzeuge. Ganze Fuhrwerksladungen dieser Grundstoffe nahmen ihren Weg zu den Herstellern. Kostete doch das Scheffel solchen Seesandes nur drei Mark. Schließlich verbot die Obrigkeit den Sandhandel, verursachte der doch hier inzwischen einen unübersehbaren Küstenrückgang, dem es Einhalt zu gebieten galt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Vermessungsturm===&lt;br /&gt;
;1906 bis 1911&lt;br /&gt;
:Findet die Neuvermessung der gesamten Rostocker Heide statt. &lt;br /&gt;
:Im Ergebnis entstehen am Ende eine Mutterkarte und  7 Wirtschaftskarten der einzelnen Reviere. &lt;br /&gt;
:1.Revier Hinrichshagen u. Markgrafenheide&lt;br /&gt;
:2. Revier Schnatemann&lt;br /&gt;
:3. Revier Wiethagen/ Wallensteinslager&lt;br /&gt;
:4. Revier Meiershausstelle und Lünenburg&lt;br /&gt;
:5. Revier Tofbrücke&lt;br /&gt;
:6. Revier Willershagen&lt;br /&gt;
:7. Revier Cordshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Anmerkung:Die Karten 1. bis 6. fanden später unter anderem, modifiziert, Verwendung als Beilage in L. Krauses Flurnamenbuch. (AHR 1.4.17 250)&lt;br /&gt;
: * [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]unter Verwendung der oben genannten Wirtschaftskarten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zur Vorbereitung der Vermessung]] Rostocker Zeitung (RZ) 27.10.1909&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:RH der 1906 zu kartographischen Vermessungen im Auftrag von Vermessungsingenieur Bühring erbaute trigonometrische Turm.jpg|der 1906 zu kartographischen Vermessungenerbaute trigonometrische Turm (Quelle: aus der Dissertation von Dr. Otto Kolp)&lt;br /&gt;
Datei:Pressemeldung nach erfolgtem Bau des Turmes Rostocker Anzeiger am 13ten Mai 1907.jpg|Pressemeldung nach erfolgtem Bau des Turmes, Rostocker Anzeiger  am 13. Mai 1907)&lt;br /&gt;
Datei:Der Trigonometrische Turm bei Torfbrücke auf einer Postkarte 1911.jpg|Der trigonometrische Turm auf einer Postkarte 1911&lt;br /&gt;
Datei:RH Torfbrücke Turm ca 1960.jpg | Der trigonometrische Turm um ca. 1960&lt;br /&gt;
Datei:RH Karte Bühring 1907.jpg|Übersichtskarte der Reviere als eine der Karten nach der Bühringschen Vermessung 1907 (Quelle:Heidearchiv Steinmüller)&lt;br /&gt;
Datei:Kosten des Turmes.jpg|In der Rostocker Bürgervertretung werden am 18. Februar gestiegene Baukosten des Turmes nachbewilligt&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anekdote:&lt;br /&gt;
:Als der Vermessungsingenieur Bühring zu Beginn seiner Vermessungs- und Kartierungsarbeiten zum Leuchtturm Darßer Ort &amp;quot;ins preußische&amp;quot; reist um per Triangulationsvermessung zwischen Warnemünder und Darßer Leuchtturm den zukünftigen Standort des Vermessungsturmes in der Rostocker Heide einzumessen, mißtraute der dortige Leuchtturmwärter diesem merkwürdigen Mann und seinem eigenartigen Gebaren mit &amp;quot;verschiedenartigen optischen Spioniergeräten&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Er hielt ihn für einen ausländischen Spion und verständigte umgehend die preußische Polizei.&lt;br /&gt;
:Bei der bald darauf erfolgten Festnahme und den strengen Vernehmungen im Polizeigewahrsam stellte sich jedoch heraus, daß er nur ein &amp;quot;harmloser Mathematiker aus dem Mecklenburgischen&amp;quot; war und man ließ ihn gewähren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Rosenort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die bekanntesten Namen mit &amp;quot;Ort&amp;quot; an der Rostocker Heideküste sind besonders herausragende Ecken im Verlauf des Ostseestrandes.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Heide- oder Rosenort&amp;quot;, von den Warnemündern auch &amp;quot;de Snut&amp;quot; oder &amp;quot;de hoge Snut&amp;quot; genannt, sowie der unmittelbar benachbarte &amp;quot;Stolper- oder Stoffelurt&amp;quot; finden seit mehr als 250 Jahren immer wieder besondere Erwähnung.&lt;br /&gt;
:Nicht nur weil Fischländer Fischer hier in der Herings-Saison über viele Generationen ihre Lager aufschlugen und Buden errichteten.&lt;br /&gt;
:Eine Direktorialkarte von 1765 gibt auf jenem Küstenvorsprung unmittelbar nordöstlich benachbart vom Heiligen See die &amp;quot;Herrings Bude&amp;quot; an. &lt;br /&gt;
:Auf der Karte des Grafen Schmettau im Jahre 1788 findet sich der Name &amp;quot;Fischer Bude&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Konnte man doch von der Höhe des Landvorsprunges die gesamte Rostocker Küste über fast 15 km Länge, von der Stoltera bis fast zur Stromgrabenmündung überblicken. &lt;br /&gt;
:Bevor die Romantiker im 19. Jahrhundert die Imposanz und Schönheit dieses Rundblickes entdeckten, nutzte das Militär diesen erhöhten Blickpunkt mit Weitsicht.&lt;br /&gt;
:Am 19.Dezember 1806, die napoleonischen Truppen hatten inzwischen auch Mecklenburg besetzt, ließen sich die hierher abkommandierten französischen Soldaten eine komfortablere Behausung mit einem Lichtsignalbaum (ein hölzerner Wippbaum mit einer entzündbaren Teertonne an der Spitze) davor errichten. Angesichts der inzwischen verhängten Kontinentalsperre hatten sie in erster Linie den Schmuggel der Küstenbewohner und die Verbindungsaufnahme mit englischen Schiffen zu unterbinden.&lt;br /&gt;
:Am 11. November 1813 wurde der Spieß umgedreht. Die mecklenburgische Landwehr hatte nun hier Posten bezogen, um Anlandungen von See her, der vor Moskau geschlagenen Grande Armee, so sich denn Teile von ihnen über die Ostsee nach Westen zurückzogen, zu verhindern.&lt;br /&gt;
:1831 war es ein anderer gefährlicher Feind der hier durch einen Militärposten (mit einer Behausung) abgewehrt werden sollte, die Cholera, deren Epidemie sich schließlich über ganz Europa ausbreitete und ihre Opfer suchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Rosenort in Kartenausschnitten und Luftbildern===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Lust Reiterkarte 1696 Ausschnitt.jpg| Auf der Lustschen Karte von 1696 noch &amp;quot;auf den hogen uffer&amp;quot; statt &amp;quot;Rosenort&amp;quot; und kein Gebäude &lt;br /&gt;
Datei:Schmettau Rostocker Heide Ausschnitt 1788.jpg|1788 Auschnitt Schmettau-Karte  mit &amp;quot;Fischer Bude&amp;quot; an Stelle des Rosenortes&lt;br /&gt;
Datei:H F Becker Heidekarte 1793 Ausschnitt.jpg|1793 Ausschnitt Becker_Karte mit &amp;quot;Fischerbude&amp;quot; (nicht eingenordet!)&lt;br /&gt;
Datei:1848 Kartenausschnitt Wachenhusen mit Rosenortbude.jpg|1848 Auschnitt Wachenhusenkarte mit &amp;quot;Rosenortbude&amp;quot;&lt;br /&gt;
Datei:Revierkarte Rostocker Heide um 1860 Ausschnitt mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; ohne Bude.jpg| um1860 Revierkarte Rostocker Heide Ausschnitt mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; und ohne Bude&lt;br /&gt;
Datei:1907 Ausschnitt Bühringsche Karte mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; ohne Bude.jpg|1907 Ausschnitt Bühringsche Karte mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; ohne Bude&lt;br /&gt;
Datei:Torfbrücke Rosenort Krause 1926.jpg|1926 Ausschnitt aus der Krauseschen Flurnamenkarte mit Flurnamen &amp;quot;Rosenortbude&amp;quot;&lt;br /&gt;
Datei:Kolp Karte 1 1957 Ausschnitt.jpeg|1957 Heidekarte von Otto Kolp mit Flurnamen &amp;quot;Rosenort&amp;quot; und &amp;quot;Budenberg&amp;quot;&lt;br /&gt;
Datei:Luftbild 2006 Heiliger See und dahinter der Landvorsprung des Rosenortes (Bildautor W.Steinmüller).jpg|Luftbild 2006 Heiliger See und dahinter der Landvorsprung des Rosenortes (Bildautor W.Steinmüller)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===  + Und noch ein Turm (1930-1945) ===&lt;br /&gt;
;noch ergänzen&lt;br /&gt;
: Bis zur kürzlichen Auffindung nebenstehender Dokumente war überdiesen Turm nichts mehr bekannt.&lt;br /&gt;
:sicher ist jedoch das er erbaut worden ist, selbst nach Kriegsende von sowjetischem Militär genutzt und gegen Ende des Jahres 1945 zerstört worden ist.&lt;br /&gt;
:So ist jedoch auch der genaue Standort nicht mehr nachvollziehbar.&lt;br /&gt;
:Hier gilt es aktuell noch weiter zu recherchieren.&lt;br /&gt;
[[Datei:Marine-Peilturm 1.1.11. 198, 01.jpg|thumb|480px|links|zum Marine Peil- und Vermessungsturm 01]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Marine-Peilturm 1.1.11. 198, 03r.jpg|thumb|480px|rechts|zum Marine Peil- und Vermessungsturm 02]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die romantische Ausstrahlung des Rosenortes und seine Wiederspiegelung in Kunst und Literatur===&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Müller-Kaempff Rosenort.JPG|400px|rechts|thumb|&amp;quot;Rosenort&amp;quot; Gemälde von Paul Mueller-Kempff 1923]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Das Wirtshaus zur Stranddistel&amp;quot; Johannes Trojan, Heinrich Seidel und ihre Freunde]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Das Wirtshaus zur Stranddistel&amp;quot; Gedicht von Heinrich Seidel 1884]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Wüstung Müggenburg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geschichte von Müggenburg ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name und erste Erwähnung von Müggenburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Acta in Sachen Klaus Nettelbladt contra Rostock wegen eines Schafstalls in Müggenburg &amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 11. April&lt;br /&gt;
:Albrecht Dobbin notiert in seiner Gewettsrechnung:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Den 4. November mit meinen Herren Collegen H.Jakob Crullen und Herrn Gryphio nach der Marggrauenheyde gewesen das hauß abnehmen, und das holz nach der Muggenborch fuhren laßen und das große hol (Loch) , so aus dem heiligen Sehe in die große Sehe gebrochen besichtigt und wieder zu verfertigen angeordnet, und was dabey vertzehret, haben die burger bey der Heyde richtig gemachet. Zur Müggenborgch benachrichtiget. 6 Schilling Drinkgeld gegeben ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(Quelle:KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
;Auf der Rothermannschen Direktorialkarte von Mittelhagen und Müggenburg von 1765, die das heutige Torfbrücker Revier mit umfaßt, gibt es Born nicht mehr.&lt;br /&gt;
:Im Ratsarchive liegen unter &amp;quot;Stadtprozesse&amp;quot; Auch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; In Vorbereitung!&lt;br /&gt;
:KFC + Gutknecht-Karte&lt;br /&gt;
[[Datei:Ausschnitt aus der Rothermannschen Direktorialkarte von 1765.jpeg|thumb|400px|rechts|um 1920 fertigt der Historiker Ludwig Krause eine Nachzeichnung als Ausschnitt aus der Rothermannschen Direktorialkarte von 1765 (Nachzeichnung)  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Das untergegangene Dorf Müggenburg&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gedenk-Orte im Torfbrücker Revier==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;&#039;Der Gedenkstein für Ludwig Krause auf der Wüstung Müggenburg&#039;&#039;&#039;===&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Revier Torfbrücke Krausestein Foto W Steinmüller.JPG|thumb|600px|rechts|Der Gedenkstein für Ludwig Krause an der Müggenburger Wüstung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Denn keiner hat die Rostocker Heide, ihre natürlichen Verhältnisse und ihre Geschichte so genau gekannt, keiner diese herrliche Waldgebiet so geliebt wie er. ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Ernst Dragendorf in seinem Nachruf 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide, im Torfbrücker Revier, etwa auf der halben Strecke zwischen Hinrichshagen und Graal-Müritz, steht westlich der Landstraße, an der sogenannten Müggenburger Hofstelle ein Gedenkstein. &lt;br /&gt;
:Das für diesen Ort namengebende Dorf Müggenburg war bereits zwei Jahrhunderte zuvor untergegangen. &lt;br /&gt;
:Am Rande eines großen militärischen Sperrgebietes gelegen, geriet dieser Sein in der DDR-Ära fast in Vergessenheit. &lt;br /&gt;
:Inzwischen ist er wieder für viele Heidefreunde ein oft besuchtes Wanderziel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Ludwig Krause.jpg|thumb|350px|rechts|Ludwig Krause 1863-1924)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 19. Juni 1927 setzten hier die Mitglieder des Heimatbundes Mecklenburg ihrem drei Jahre zuvor verstorbenen Mitglied Ludwig Krause ein Denkmal.&lt;br /&gt;
:Krause, Rostocker Stadtarchivar und Heimatforscher, wirkte Mecklenburg weit. &lt;br /&gt;
:Aber die Hansestadt Rostock und hier die Rostocker Heide lagen ihm ganz besonders am Herzen.&lt;br /&gt;
:So ist es auch seiner Initiative zu verdanken, dass der Heimatbund Mecklenburg im Jahre 1908 seine landesweite Flurnamenforschung mit dieser Region begann.&lt;br /&gt;
:Ihm zu Ehren veröffentlichte der Verein für Rostocker Geschichte, postum in den zwei Jahren nach seinem Tod. auch seine bedeutendsten Bücher, die *[[&amp;quot;Topographie Rostocks&amp;quot;]] und * [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
:Als Archivar verbrachte Ludwig Krause sein Leben nicht nur zwischen verstaubten Akten. &lt;br /&gt;
:Unermüdlich wanderte er durch die mecklenburgischen Landschaften und hier am liebsten durch die Rostocker Heide, zeichnete auf, sammelte und archivierte, so daß schließlich die viele hundert Bestandseinheiten umfassende &amp;quot;Krausesche Fundchronik&amp;quot; entstand, die heute zu den besonderen Schätzen des Archivs der Hansestadt Rostock gehört. &lt;br /&gt;
:Fast ebenso umfassend ist der gedruckte regionalgeschichtliche Nachlass der bis in unsere Zeit zu den herausragenden Quellenwerken unseres Bundeslandes Zählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mehr über Ludwig Krause und sein Wirken in der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Garthe-Stein===&lt;br /&gt;
;Die Einweihung des Garthe-Steins am 30. Juli 1921&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
* [[Die Einweihung des Garthe-Steins am 30. Juli 1921]] (Quelle Rostocker Zeitung 2.August 1921)&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
: [[Datei:RH Rev Torfbrücke Der Garthe-Stein an der Reminschen-Wiese Foto W.Steinmüller 2006.JPG|thumb|400px|links| Rev Torfbrücke Der Garthe-Stein an der Reminschen-Wiese Foto W.Steinmüller 2006]]&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
: [[ Datei:Das Weidmannsheil.png  |thumb|400px|rechts| Auf der Rückseite des Steines ließen deren Stifter das &amp;quot;Weidmansheil&amp;quot;, den Ehrenspruch der Deutschen Jägerschaft einmeißeln]]&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Bencard-Stein===&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Bencard Stein.jpg|thumb|600px|links|RH Bencard-Stein beim Rosenort]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH_Bencard_Stein_a.jpg|thumb|350px|rechts|RH Bencard-Stein beim Rosenort a]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Grabstelle des Torfbrücker Revierförsters Schmitt-Wulffen und seiner Familie im Torfbrücker Revier===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Familiengrab Schmitt-Wullfen 2015 Foto1 W.Steinmüller.JPG|Das Grab Schmitt-Wulffen im Jahre 2015 Foto 1 (W. Steinmüller)&lt;br /&gt;
Datei:Familiengrab Schmitt-Wullfen 2015 Foto2 W.Steinmüller.JPG|Das Grab Schmitt-Wulffen im Jahre 2015 Foto 2 (W. Steinmüller)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Am Ort der eingezäunten, mit einem Holzkreuz versehenen, Grabstelle ist der Torfbrücker Revierförster Schmidt-Wulffen am 1. Mai 1945 mit seiner Familie in den Freitod gegangen.&lt;br /&gt;
:Die Familie fand hier ihre letzte Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Uhlenflucht - einer der Geburtsorte der Naturfreunde-, Wander-, FKK- und Camping-Bewegung in Mecklenburg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wanderbewegung und Wanderherbergen in der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Haus Uhlenflucht 1921.jpg|400px|rechts|thumb|Naturfreundehaus &amp;quot;Uhlenflucht&amp;quot; 1921(HA)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Uhlenflucht 1921.jpg|400px|rechts|thumb|Naturfreundehaus &amp;quot;Uhlenflucht&amp;quot; 1931 nach dem Erweiterungsbau]]&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1916, noch als der große Weltkrieg tobte, gründeten Rostocker Arbeiter den Touristenverein „Die Naturfreunde“. &lt;br /&gt;
:Bald darauf entstanden auch in Schwerin und Güstrow solche Ortsvereine. &lt;br /&gt;
:Ein beliebtes Ausflugsziel, am Rande der Rostocker Heide gelegen war das „Haus der Jugend“. Diese Jugendherberge gehörte der Stadt Rostock und wurde allen Wanderfreunden zur Verfügung gestellt. &lt;br /&gt;
:Oft kam es vor, dass die „sozialistische Arbeiterjugend“ sowie die „Naturfreunde“ friedlich mit bürgerlichen Wandervereinen wie den „Rostocker Greifen“ Wand an Wand wohnten.&lt;br /&gt;
:Am 3.April 1921 konnten die „Naturfreunde“ dann bei Torfbrücke in Strandnähe das Richtfest für ein vereinseigenes Wanderheim feiern. &lt;br /&gt;
:Den Baugrund hatte die dortige Forstverwaltung zur Verfügung gestellt. &lt;br /&gt;
:Der Bau der Hütte kostete 1800 Mark. &lt;br /&gt;
:Für damalige Zeiten war das viel Geld. &lt;br /&gt;
:Lange hatten die Mitglieder dafür sparen müssen. &lt;br /&gt;
:In den Jahren 1924 und 1927 erhielt das Haus dann noch Erweiterungsbauten. &lt;br /&gt;
:„Hus Uhlenflucht“ in der Rostocker Heide wurde zu einem der beliebtesten Wanderausflugsziele im Rostocker Umland. &lt;br /&gt;
:Darüber hinaus war es ein regelrechtes Ferienheim mit 60 Schlafplätzen, einem Tagesraum, der Küche und einigem Nebengelaß. &lt;br /&gt;
:Aus ganz Deutschland kamen in den folgenden Jahren die Besucher. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1928 wurde unter der Leitung von Wally Stelt auch eine Jugendgruppe ins Leben gerufen. &lt;br /&gt;
:Bis zum Verbot des Vereins im Jahre 1933 wurde sie durch Werner Kleinfeld geleitet. &lt;br /&gt;
:Mit dem Machtantritt der Nazis übernahm der Graaler SA-Sturm das Haus. &lt;br /&gt;
:Man überließ es einige Zeit der Hitlerjugend, die sich jedoch durch „wüstes Verhalten“ und dauernden Waldfrevel so unbeliebt machte, das man ihnen die Hütte wieder entzog und der NS-Frauenschaft übergab. &lt;br /&gt;
:Da es auch hier zu ständiger Klage Anlass gab wurde das Haus 1934 abgerissen und zum Holzpreis verkauft. &lt;br /&gt;
:Der Name „Uhlenflucht“ für den heutigen Zeltplatz hält die Erinnerung an die traditionsreiche Herberge bis in unsere Tage wach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem Ende des ersten Weltkrieges suchten auch viele andere wanderlustige Naturfreunde Erholung und Entspannung in der Rostocker Heide, hinter den Dünen der Ostsee. &lt;br /&gt;
:Bei Markgrafenheide,  standen die Häuser des Naturheilvereins, des plattdeutschen Vereins „Unkel Bräsig“ und andere.&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1920 gestattete die Forstverwaltung der Stadt Rostock die Übernahme des Waldhauses im Herzen des Heidewaldes durch die sozialdemokratische „Freie Jugend“ aus Rostock sowie den „Wandervogel e.V. Bund für deutsches Jugendwandern, Ortsgruppe Warnemünde“. &lt;br /&gt;
:Die sozialdemokratische Jugend nutzte die Südhälfte, „Der Wandervogel“ die Nordhälfte des Hauses. &lt;br /&gt;
:Handwerkslehrlinge und junge Vereinsmitglieder verrichteten in der darauf folgenden Zeit alle Arbeiten zur Errichtung der Herberge. Gruppen aus Hamburg, Berlin und Stralsund waren gekommen. &lt;br /&gt;
:In der Vereinschronik liest sich der Fortgang so: „Jeden Penning kümmt in de Waldhuskass. Kein Penning wür verklackert. In´n Sommer 1925 dor wiern Muersteen tämlich billig worden. &lt;br /&gt;
:Dissen Ogenblick hewwen wie afpaßt un 10 000 Stehen köfft. Dat Holt hewwen wi abends in uns Frietied mit´n Treckwagen up de Dischers in Verein verdeelt. Nah den de Grundsteen leggt wür, sünd wi Sünndag för Sünndag nah de Heid lopen un hewwen an unsen Katen arbeit.“&lt;br /&gt;
:Am 27. Juni 1926 wurde endlich ein großes Einweihungsfest gefeiert. &lt;br /&gt;
:Im Hause war Platz für 40 Gäste, die ihr Nachtlager noch ganz spartanisch auf Strohsäcken fanden. &lt;br /&gt;
:Am Silvesterabend 1927 jedoch fingen einige Strohsäcke Feuer. &lt;br /&gt;
:Mit Töpfen und Kannen holten Männer und Frauen  in der kalten Dezembernacht Wasser aus der Ostsee. Bald war das Feuer gelöscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Zeltplatz Uhlenflucht===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Schießplatz Rosenort im Revier Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Luftbild 2006 Blick von Osten auf den ehemaligen schießplatz und den dahinter liegenden Rosenort .jpg|thumb|200px|rechts|Luftbild 2006 Blick von Osten auf den ehemaligen schießplatz und den dahinter liegenden Rosenort (Bildautor W. Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1962 erfolgten durch große Flächenabgänge an die NVA, ca. 5000 ha, auch eine Veränderung der Revier-Struktur. &lt;br /&gt;
:Dabei gingen die Reviere Wiethagen und Meyershausstelle sowie Torfbrücke, Hinrichshagen und Hirschburg zum Teil in die Bewirtschaftung der NVA über. &lt;br /&gt;
:Dieser Teil wurde bis zur Wende durch den Militärforstbetrieb Prora bewirtschaftet.&lt;br /&gt;
:Damit war der gesamte zentrale Teil der Rostocker Heide Sperrgebiet geworden.&lt;br /&gt;
:Das Mot.-Schützenregiment der NVA (MSR) Nr. 28  erhielt 1962 den Bereich des Schießplatzes Hinrichshagen zugeteilt. Rund 70 ha wurden, z.T. durch den StFB, freigeschlagen. Am 1. Januar 1963 begann die Nutzung des Schießplatzes. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Zeit hatte der Platz eine Längenausdehnung von rd. 600 m und eine genutzte Breite von rd. 400 m.&lt;br /&gt;
:Es wurde u.a. mit Infanterie - Waffen auf abklappbare Ziele geschossen. Das gleichzeitige Schießen bis zur Kompaniestärke war  möglich. Die Geschosse wurden zu ca. 40 - 50 % von einem später aufgeschobenen Erdwall zwischen den Abteilungen 6189 und 647 aufgefangen. Weitere 30 - 40 % nahm ein ca. 80-jähriger Stieleichenbestand auf. 10 - 20 % der Geschosse verloren sich im Schußsektor, der bis zum Hirschburger Landweg reichte. Nachteilig war, daß bei Anlage des Schießplatzes die vorhandenen Gräben nicht verrohrt sondern zugeschoben wurden. Daher hatte der Platz besonders im Winterhalbjahr unter Staunässe zu leiden. Oft standen die Gräben, in denen die Mechanismen für die Abklappbaren „Pappkameraden“ installiert waren, z.T. kniehoch unter Wasser.&lt;br /&gt;
:Ca. 1983 begann die Erweiterung des Schießplatzes auf 1600 m Schußfläche in der Längenausdehnung. Die Erweiterung mit Kosten - und Treibstoffeinsparungen zusammen. Der Hin - und Rücktransport des Panzerbataillions wie auch der mit Schützenpanzerwagen ausgerüsteten Bataillione nach Lübtheen sollte eingeschränkt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:NNN 24 3 1990.jpg|thumb|200px|rechts|Am 24. März 1990 endet die militärische Nutzung des westlichen Teils der Rostocker Heide (NNN 24.3.1990)]]&lt;br /&gt;
:Das wiederum ergab neue Bedingungen für die beteiligten Reviere. Ab Rosenortschneise, in deren Höhe sich der Erdwall befand nordöstlich bis zur neuen Schießplatzgrenze fiel das Gelände um 8 - 9 m ab. Der 80-jährige Stieleichenbestand mußte der Erweiterung weichen.&lt;br /&gt;
:Die Geschosse hatten somit „freie Fahrt“ in der Schußrichtung. Hinzu kam, daß von der erweiterten Wippanlage, in der eine Geländefahrt mit einem Panzer simuliert wurde, mit überschweren MG und der leichten Bordkanone des SPW (ca. 30 mm) geschossen wurde. Das Betreten des Schießplatzes wurde somit ab 1985 - der Inbetriebnahme des erweiterten Platzes - absolut lebensgefährlich.  &lt;br /&gt;
:Vorher waren an den Seiten des Schußsektors unter bestimmten Umständen noch forstliche Arbeiten möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vorgeschlagen wurde von der Oberförsterei, an der Ostgrenze der Platzerweiterung einen 400 m langen und 25 m hohen Erdwall zu schaffen, der dann noch mit Bäumen und Sträuchern als Kugelfang hätte bepflanzt werden sollen. Die Kosten hätten 2,0 Mio. Mark betragen. Der Betrieb Industrie - und Waffenbau hätte im Winterhalbjahr die Kapazitäten gestellt.&lt;br /&gt;
:Das Vorhaben scheiterte an den Kosten. Seitens des MfNV konnten keine Mittel bereitgestellt werden. &lt;br /&gt;
:Auch wenn der Wall noch gebaut worden wäre, verboten die Dienstvorschriften Arbeiten aller Art - forst- oder landwirtschaftlich - während eines Schießens im Schußsektor. Der Erdwall hätte somit in erster Linie die Waldbestände, aber auch das Wild geschützt. (Auszug NHK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einst bewohnte Plätze im Torfbrücker Revier==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die untergegangene Schäferei &amp;quot;auf dem Born&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Südöstlich von Torfbrücke lag die 1661 wüst gelegene Schäferei Born, auch &amp;quot;auf dem Born&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
:Auf der Dostschen Heidekarte von 1696 wird sie jedoch als wieder existent angegeben.&lt;br /&gt;
:Ein Jahrhundert später deuten die &amp;quot;Borner Tannen&amp;quot; oder auch &amp;quot;Hegetannen&amp;quot; noch auf die einstige Heideschäferei hin, an deren Stelle besonders zu Schiffs-Mastbäumen taugliches Holz herangezogen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Fortlaufende historische Chronologie und Geschichte von Torfbrücke#Das untergegangene Dorf Müggenburg|Das untergegangene &#039;&#039;&#039;Dorf&#039;&#039;&#039; Müggenburg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Moorhof===&lt;br /&gt;
[[Datei:Moorhof Auszug Kolp 1957.jpg|thumb|400px|links| RH Der Moorhof in Dr. Kolps &amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs... 1957]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Auschnitt Lust 1696 noch einfügen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Auszug LustKarte 1696.jpg|thumb|400px|links| RH Der Moorhof auf der Lustschen Karte von 1696 (Ausschnitt)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Dost Generalplan 1767 Auszug Moorhof.jpg|thumb|600px|rechts| RH Der Moorhof auf der Dostschen Generalkarte von 1764 (Ausschnitt)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vor der Einrichtung des Holzverladeplatzes &amp;quot;Moorhof&amp;quot; am Ende des gerade neu angelegten Moorhöfer-Kanals taucht der Begriff &amp;quot;Moorhof&amp;quot; nur zwei Mal in Quellen auf:&lt;br /&gt;
:1. in der Lustschen Reiterkarte von 1696&lt;br /&gt;
:2. 1764 in der Rothermannschen &amp;quot;Karte von dem zu Rövershagen gehörigen Gut Nedderhagen [Niederhagen] cum pertinentus Markgrafenheide, wie auch ein Teil von der Hölzung von Markgrafenheide, so bis an den Weg nach Müggenburg und dem Moorhof geht, angleichen von der Radelbach bis an der Radelwiese und der Ostsee&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:bzw der Dostschen Generalkarte.&lt;br /&gt;
:3. In der Schmettauschen Karte von 1788 existiert &#039;&#039;&#039;kein Gebäude , selbst kein Flurname&#039;&#039;&#039;, der einen Hinweis auf den Moorhof gibt.&lt;br /&gt;
;Sämmtliche weitere dokumentierte Erwähnungen des Moorhofes datieren erstmals von 1793 (Beckersche Karte) und dann ab 1839, als der Holzplatz und darauf folgend der dort hin führende Moorhöfer Kanal neu angelegt wurden.&lt;br /&gt;
;Die in den beiden oben genannten Karten eingezeichneten Standorte des alten Moorhofes stimmen &#039;&#039;&#039;nicht&#039;&#039;&#039; (!) mit dem Standort des durch Forstinspektor Becker angelegten Holzplatzes &amp;quot;Moorhof&amp;quot; überein.&lt;br /&gt;
:1839 kommen die &amp;quot;Holzstapelplätze&amp;quot; zu Markgrafenheide zu Markgrafenheide und Schnatermann schon vor, aber nicht der von Moorhof, der erst nach Fertigstellung des 1838/39 dorthin gegrabenen Kanals angelegt worden ist. (Ludwig Krause 1902)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1868 - Das Leben auf dem Holzstapelplatz Moorhof====&lt;br /&gt;
:In einem im März 1868 datierten vermutlich von Ludwig Dolberg stammenden Aufsatz &amp;quot;Aus der Rostocker Haide&amp;quot; wird das winterliche Leben und Treiben auf dem Holzlager geschildert - &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ein gewaltiges Holzlager ist hier &#039;&#039;(auf dem Moorhofe)&#039;&#039; aufgelegt, dessen Material besonders auf die Bedürfnisse der Warnemünder und die Anwohner des Breitlings berechnet ist, denen die Abfuhr durch den nun bis hierher geleiteten Kanal leicht gemacht ist. &lt;br /&gt;
:Ein kleiner Pavillion, der Tempel oder auch &amp;quot;Chavijohn&amp;quot; von den Leuten benannt, mit Eichenrinde bekleidet, bietet dem die An- und Abfuhr beaufsichtigenden Beamten ein Obdach, und bei Auktionen auch durch dann vorhanden Spiritus durstigen Seelen einen Labetrunk.&lt;br /&gt;
:Ein weiter Blick öffnet sich über die weite Wiesenfläche, in der wie Inseln bald hier, bald da kleinere oder größere Tannenbestände &#039;&#039;(&#039;&#039; [[sic.]] &#039;&#039;meint Kiefernbestände)&#039;&#039; liegen.&lt;br /&gt;
:Die Aussicht hemmt nach vorne die Düne, aber bisweilen, wo eben vor kurzem der Durchbruch erfolgt, blickt das Meer durch.&lt;br /&gt;
:Ein reges Leben herrscht hier, denn Wagen für Wagen kommen und bringen Holz für die nächste Auktion.&lt;br /&gt;
:Dort schleppen ein Schimmel, gewiß ein stattlches Tier, und ein Brauner eine mächtige Tanne &#039;&#039;(Kiefer)&#039;&#039; heran, die der Wind schon vor Jahren entwurzelt hat, und die nun an den Mann gebracht werden soll.&lt;br /&gt;
:Da führen Graaler Vollbüdner Stockholz heran, das du vieleicht kaum des Fuhrgeldes für wert hältst, und das sich doch die Warnemünder noch hoch genug auftreiben werden.&lt;br /&gt;
:Zwei hübsche Füchse, von denen der eine nur mit dem Hinterfuße etwas durchtritt, bringen Buchenholz.&lt;br /&gt;
:Ein Paar stattliche Braune, prächtig gepflegt, die jeden fürstlichen Marstall zieren würden, führen Tannenkluftholz herbei.&lt;br /&gt;
:(Aus - &amp;quot;Archiv für Landeskunde&amp;quot; 1868 p.261)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Sagen um den Moorhof====&lt;br /&gt;
;Johannisnacht am Moorhof&lt;br /&gt;
:Ganz in der Nähe vom früheren Moorhof sieht man in der Johannisnacht ein Feuer brennen.&lt;br /&gt;
:Dort haben die Seeräuber ihre Schätze versteckt.&lt;br /&gt;
:Vom Moorhof aus fuhren sie mit ihren Schiffen direkt in die Ostsee.&lt;br /&gt;
:Einen anderen Unterschlupf hatten sie bei Gelbensande am Wallberg, derselbe wird auch Störtebeckerberg genannt.&lt;br /&gt;
* [[Der Moorhof]] (&amp;quot;Vom Moorhof und vom Störtebecker&amp;quot; A. und R.Ahrens 1919)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Die Immen-Belegstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Karl Mewis Kanal bei Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Kanalbaupläne durch die Rostocker Heide vor einem halben Jahrhundert (Autor Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
* [[Ministerrat stoppt teuren Kanalbau]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Binnenwasserkanal OZvom 19 8 2022 mit Faximile OZ 13ter Januar 1958.jpg|thumb|400px|rechts|Binnenwasserstraße von Rostock bis Prag, Die Ostseezeitung vom 13.Januar 1958 im Faksimile OZ vom 19. August 2022]]&lt;br /&gt;
:Mancher Heidewanderer, der seinen Weg von Torfbrücke ins Herz der Landschaft, in Richtung Pöstenschneise lenkt, ist etwas erstaunt bereits nach wenigen Schritten durch den Heidewald auf ein kleines seeartiges Gewässer zu stoßen. Der Volksmund hat dieser kleinen Wasseridylle den Namen „Karl-Mewis-Gedächtniskanal“ verliehen. &lt;br /&gt;
:Hier wird an ein von dem einstigen SED-Parteichef des Bezirkes Rostock besonders propagiertes Wirtschaftsprojekt der DDR erinnert.&lt;br /&gt;
:Zu Beginn des Jahres 1962 findet sich auf einer Titelseite der Ostsee-Zeitung nebenstehender Pressebeitrag:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;„Stapellauf in Graal-Müritz&lt;br /&gt;
:Kanalbau durch die Rostocker Heide&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Einen Stapellauf besonderer Art werden in wenigen Wochen die Einwohner von Graal-Müritz erleben. &lt;br /&gt;
:Vor den Toren des Seeheilbades sind Raupenbagger des VEB Wasserstraßenbau Magdeburg dabei, ein Becken auszuheben. &lt;br /&gt;
:Die Arbeiter des Magdeburger Wasserstraßenbaus werden von der Straße bei Torfbrücke aus 2,8 km des Kanals graben, der den Breitling mit dem Saaler Bodden verbinden soll. &lt;br /&gt;
:Mit diesem Kanal wird der Anschluss des Überseehafens an das Binnenwasserstraßennetz hergestellt. &lt;br /&gt;
:Nach seiner Fertigstellung soll er die Durchfahrt von 1000t-Schiffen ermöglichen sowie Eisenbahn und Kraftverkehr vom jährlichen An- und Abtransport von 1,5 Millionen Tonnen Güter vom und zum Rostocker Überseehafen entlasten. ...“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ziel des Projektes war Binnenlastschiffe vom Überseehafen aus durch die Rostocker Heide, die Boddenkette und den Strelasund in Richtung Oder-Wasserstraße fahren zu lassen. &lt;br /&gt;
:Auch zwei weitere Kanalbauprojekte, über Bodden-Recknitz-Trebel-Peene sowie Rostock – Wittenberge-Elbe, waren in Ergänzung dazu bereits in der  Planungsvorbereitung. Zuvor waren einige Fachleute, die dem Projekt kritisch gegenüber standen mundtot gemacht worden. &lt;br /&gt;
:Sie hatten darauf verwiesen, das es bereits vierzig Jahre zuvor Planungsarbeiten und Geländeuntersuchungen zum Bau eines Kanals Rostock – Ribnitz gegeben hatte und das Projekt seinerzeit angesichts der extrem schwierigen geologischen Verhältnisse als undurchführbar zu den Akten gelegt werden musste.&lt;br /&gt;
:Noch im Frühjahr 1962 begann man von drei Punkten (Markgrafenheide, Torfbrücke und Dändorf) ausgehend mit der Umsetzung des Prestige-Projektes. &lt;br /&gt;
:Während vorhandene Schwimmbagger nach Markgrafenheide und Dändorf an den Start gebracht wurden, gestaltete sich schon der Beginn im Bauabschnitt Torfbrücke ausgesprochen schwierig. &lt;br /&gt;
:Zunächst wurde an den südöstlichen Ortsrand von Torfbrücke eine Elektro-Umspannstation eingerichtet. &lt;br /&gt;
:Auf der Ostseite der vorbeiführenden Bäderbahnstrecke legte man dann einen großen Kahlschlag an um hier Anschlussgleise zum verladen von Gütern anzulegen. &lt;br /&gt;
:In diesem Bereich war auch ein größeres Brücken- und Schleusenbauwerk vorgesehen.&lt;br /&gt;
:Fußnote am Rande; mit dem anfallenden Baggergut wollte man das zwischen dem südlichen Ortsrand von Graal und dem Stromgraben gelegene Terrain zu Bauland für ein zukünftiges Plattenbau-Wohngebiet erhöhen.&lt;br /&gt;
:Um nun die eigentlichen Baggerarbeiten beginnen zu können, wurde auf einer kleinen improvisierten Helling ein zuvor zerlegter Eimerketten-Schwimmbagger sowie eine Lastschute wieder zusammengebaut. &lt;br /&gt;
:Motorisierte Eimerbagger gruben zeitgleich ein großes Loch um hier schließlich den Schwimmbagger zu Wasser lassen zu können. &lt;br /&gt;
:Zitat aus der Ostsee-Zeitung jener Tage: &lt;br /&gt;
:„zu den Kanalbauern gehören so erfahrene Schachtmeister wie Otto Kirchner, der bereits 18 Jahre im Wasserbau tätig ist und am Kanal des Friedens 1951 sowie der Talsperre Dippoldiswalde zwei Jahre zuvor mitgearbeitet hat. &lt;br /&gt;
:Am Kanalbau sind die Betriebe VEB Wasserstraßenbau Berlin und Magdeburg, sowie der VEB Erdbau Magdeburg beteiligt.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Torfbrücke Kanal Nordseite.jpg|Torfbrücke Kanal Nordseite 1962   (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Torfbrücke Kanal Südseite.jpg|Torfbrücke Kanal Südseite 1962  (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sehr bald sollte die Kompliziertheit des Bauvorhabens offenbar werden. &lt;br /&gt;
:Die Geologen hatten ja zuvor gewarnt, dass das gesamte Areal der Rostocker Heide aus einer acht Meter mächtigen Schwemmsandfläche besteht. &lt;br /&gt;
:Es war schier unmöglich diesen bei den Heidebewohnern als „Sogsand“ bezeichneten Massen einhalt zu gebieten. &lt;br /&gt;
:So wie der Schwimmbagger sich mühsam voranbaggerte schwemmte der Sand nur wenige Meter dahinter wieder zu und das Unterfangen wurde zur wahren Sisyphus-Arbeit. &lt;br /&gt;
:Bereits im folgenden Jahr sah man die Unausführbarkeit des Vorhabens ein. Diesmal ohne Presseschlagzeilen stellte man die Arbeiten in aller Stille ein. :Schneidbrenner zerlegten die kleine Baggerflotte, die Natur eroberte die Großbaustelle zurück und machte sie zur abgeschiedenen ruhigen Idylle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Kanal-Rudiment 2014.jpg| Kanal-Rudiment 2014  (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:RH Lubi Mewis Kanal 2006.jpg|Luftbild des Torfbrücker Abschnittes vom Mewis-Kanal 2006 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Legenden und Geschichten aus dem Revier Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1877 - Mord bei Torfbrücke===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im September des Jahres 1877 war die Gegend von Torfbrücke Tatort einer blutigen Mordtat.&lt;br /&gt;
:In der Rostocker Zeitung jener Tage ist zu lesen: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Über die bereits erwähnte Mordta in der Rostocker Heide erfahren wir heute folgendes Nähere: Das beim Jäger Keding dienende zu Torfbrücke dienende Mädchen Luise Halwes war am letzten Dienstag nach dem &amp;quot;Neuen Kruge&amp;quot;an der Rostock - Ribnitzer Chaussee geschickt und kehrte zur festgesetzten Zeit nicht zurück. &lt;br /&gt;
:Ihr Dienstherr, dadurch beunruhigt und einen Unfall fürchtend, veranlaßte eine allgemeine Durchsuchung des Gehölzes, bei welcher wie bereits gemeldet, die Halwes am Mittwoch Morgen mit durchschnittenem Halse und augenscheinlich von Fremder Hand getödtet vorgefunden wurde. &lt;br /&gt;
:Der Verdacht der Tat richtete sich alsbald gegen einen 21jährigen Seefahrer, J. Suhr, welcher in Ribnitz geboren und später mit seinen Eltern nach Torfbrücke verzogen ist. &lt;br /&gt;
:Derselbe hatte sich besondes dadurch verdächtig gemacht, daß er sich nicht wie alle übrigen Bewohner von Torfbrücke an den Nachforschungen nach dem vermißten Mädchen beteiligt, auch nach Auffindung der Leiche sich von dem Orte der Tat fern gehalten hatte. &lt;br /&gt;
:Das hiesige Criminalgericht, welches sich zur Aufnahme des Thatbestandes gestern nach Torfbrücke begeben hette, verfügte die Verhaftung des Suhr, welche noch gestern erfolgt ist.&lt;br /&gt;
:Wie man erzählt hat Suhr schon dem die Verhaftung vollziehenden Beamten gegenüber sofort ein umgehendes Geständnis abgelegt. :Darnach hat er die Halwes mit der er im Gehölze zusammengetroffen, mit unsittlichen Anträgen verfolgt und sie dann thätlich angegriffen.&lt;br /&gt;
:Das Mädchen hat sich tapfer gewehrt und mit der Anzeige des Vorfalls gedroht. &lt;br /&gt;
:Hierdurch aufgebracht hat, hat Suhr einen am Wege  liegenden Knittel ergriffen und der davoneilenden Halwes von hinten einen Schlag über den Kopf versetzt, der sie betäubt zu Boden gestreckt hat, worauf er sie durch Durchschneiden des Halses völlig Getödtet hat. &lt;br /&gt;
:Die ermordete Luise Halwes ist 21 Jahre  alt und ebenfalls as Ribnitz gebürtig, ihre Eltern sind bereits verstorben. &lt;br /&gt;
:Sie wird als ein tüchtiges und treues Mädchen bezeichnet und war mit einem in der Nachbarschaft von Torfbrücke dienenden jungen Manne verlobt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Der ruchlose Mörder büßte seine Tat schließlich mit dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weiße Frau und Kobold am Müggenburger Teich===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei hellem Mondschein kann man in dem Teich, der früher zu  dem jetzt nicht mehr vorhandenen Dorf Müggenburg gehörte, ein Plätschern hören. Dort spült eine weiße Frau ihre Wäsche&lt;br /&gt;
:An demselben Teich treibt zuweilen auch bei Tage ein häßlicher Kobold sein Unwesen. So erschien er eines Sonntags plötzlich einem dort Nüsse pflückenden Heidedörflee und rief dem eiligst Entfliehenden mit gewaltiger Stimme dröhnend nach: &amp;quot;Harst du nich in de Schoh den Bullerjahn, sall di de Kopp in´n Nacken stahn.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(Hast du nicht im Schuh den Baldrian, soll dir der Kopf im Nacken stehen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Spuk in der Schwanberger Heide&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in der Torfbrücker Gemarkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Flurnamen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Revier_Torfbr%C3%BCcke&amp;diff=156275</id>
		<title>Revier Torfbrücke</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Revier_Torfbr%C3%BCcke&amp;diff=156275"/>
		<updated>2026-09-16T20:26:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* + Und noch ein Turm (1930-1945) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Rostocker_Heide_(Landschaft)  Rostocker Heide]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anmerkung: Themen die im Online Portal mit einem &amp;quot;+&amp;quot; versehen sind befinden sich in der Recherche bzw. der in Kürze folgenden Einpflege. Sie lassen sich auch als Anregung an die Nutzer verstehen um ergänzende Hinweise oder Materialien zum Kapitel-Thema zu bitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zur &amp;quot;Ortsgeschichte&amp;quot; von Torfbrücke -&amp;gt; -&amp;gt; * [[Torfbrücke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Torfbrücke&lt;br /&gt;
 | zeit = 1696 - fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
 | erstellung = 2016/2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie des Ortes Torfbrücke&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologischer Abriss der Geschichte des Reviers Torfbrücke in der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603&lt;br /&gt;
:Findet ein Prozess &amp;quot;In Sachen Klaus Nettelbladt contra Rostock wegen eines Schafstalls in Müggenburg&amp;quot; statt.&lt;br /&gt;
:( &#039;&#039;&#039;Ersterwähnung von [[Müggenburg]]&#039;&#039;&#039; )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1625, 11. April&lt;br /&gt;
:Albrecht Dobbin notiert in seiner Gewettsrechnung:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Den 4. November mit meinen Herren Collegen H.Jakob Crullen und Herrn Gryphio nach der Marggrauenheyde gewesen das hauß abnehmen, und das holz nach der &#039;&#039;&#039;Muggenborch&#039;&#039;&#039; fuhren laßen und das große hol (Loch) , so aus dem heiligen Sehe in die große Sehe gebrochen besichtigt und wieder zu verfertigen angeordnet, und was dabey vertzehret, haben die burger bey der Heyde richtig gemachet. Zur Müggenborgch benachrichtiget. 6 Schilling Drinkgeld gegeben ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(Quelle:KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1696&lt;br /&gt;
:Ersterwähnung „torf Brüg“ als Brückenübergang über den Stromgraben sowie die Rostocker Stadtgrenze für den Torftransport vom Fischland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1774&lt;br /&gt;
:Anlegung der ersten Schleuse an der Stromgrabenmündung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1788&lt;br /&gt;
:am Stromgraben-Übergang Errichtung eines Jägerhauses und dreier Forstkaten (für 6 Familien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813&lt;br /&gt;
:Auch beim Wiedort wird durch den mecklenburgischen Landsturm ein Wachposten in der Nachrichtenkette entlang der Ostseeküste angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831&lt;br /&gt;
:Auch am Ostsee-Ufer des Torfbrücker Reviers wird eine geschlossene Küstenwachkette gegen die Einschleppung der Cholera eingerichet.&lt;br /&gt;
; + KFC TB 69-74&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1877&lt;br /&gt;
:4. September - Die 21jährige Luise Halwes aus Torfbrücke wird im Wald ermordet. Der Mörder wird später gefasst und hingerichtet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1890&lt;br /&gt;
:Das alte Jägergehöft abgebrannt&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der &#039;&#039;&#039;Holzwärter&#039;&#039;&#039; Albert Voß ist zum &#039;&#039;&#039;Strandwärter&#039;&#039;&#039; für die Küstenstrecke vom sogenannten Rosenort bis zum Stromgraben bestellt worden&lt;br /&gt;
:Gegeben im Gewett als Strandamt, Rostock am 4.Oktober 1890, H.Oertzen, Gewettsekretär&amp;quot;&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke.jpg|thumb|400px|rechts|Flurnamenkarte des Reviers Torfbrücke 1926 (Quelle: Ludwig Krause &amp;quot;Die Rostocker Heide im Spiegel ihrer Orts- Forst- und Flurnamen&amp;quot; 1925]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1891&lt;br /&gt;
:Bau des neuen Forsthauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1892&lt;br /&gt;
:Ein Förster Maas genannt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1906&lt;br /&gt;
:Umgemeindung der Torfbrücker Kirchenmitglieder in die Graaler Kirchgemeinde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1909&lt;br /&gt;
:Im Waldhause wohnte seit mehreren Jahren schon bloß noch eine Familie. Am Ostern 1909 ist auch diese fortgezogen. Seitdem steht das Waldhaus leer und soll, weil sehr baufällig, dazu sowieso im Walde gelegen, nicht mehr bewohnt werden, sondern über kurz oder lang abgebrochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Suche /Bohrung nach Trinkwasser zur Versorgung einer bei Torfbrücke geplanten Villenkolonie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Planung einer Villenkolonie am Ostsee-Ufer im Revier Torfbrücke&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Die Sylvesterflut dringt bis an die Häuser von Torfbrücke vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1921&lt;br /&gt;
:Einweihung des Gedenksteins für den im Weltkrieg gefallenen Forstinspektor Max Garthe an der Reminschen Wiese &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1.Mai&lt;br /&gt;
:Der Torfbrücker Oberförster Schmidt-Wulffen begeht mit seiner Familie Selbstmord.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die heutige Zeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:FR Torfbrücke Fünf Brüder OZ 2004 a.jpg|thumb|250px|rechts|FR Torfbrücke Fünf Brüder OZ 2004]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1992&lt;br /&gt;
:2.1. Das neu gegründete Stadtforstamt der Hansestadt Rostock nimmt seine Arbeit auf.&lt;br /&gt;
:Im April ergeht der Zuordnungsbescheid über die ersten Flächen aus dem bisherigem Bestand des Staatlichen Forstwirtshaftsbetriebes (StFB)&lt;br /&gt;
:Die Arbeit beginnt mit der Wiedereinrichtung der historischen Revierstruktur von 1810 mit den fünf Revieren Hinrichshagen, Schnatermann, Torfbrücke, Wiethagen und Meyershausstelle.&lt;br /&gt;
:Revierförster ist Stefan Schlüter&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2013&lt;br /&gt;
:Der Ort hat 52 Einwohner und ist der nördlichste Stadtteil der Hansestadt Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte von Torfbrücke - Die Furt am Stromgraben und der nördlichste Punkt Rostocks==&lt;br /&gt;
[[Datei:IMG 20170226 0024.jpg|thumb|rechts|600px| Carl Malchin &amp;quot;Torfbrücke&amp;quot; um 1890 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
:Autofahrer sind gedanklich meist schon an ihrem Ziel, dem Seeheilbad Graal-Müritz, wenn sie auf ihrem Wege dorthin die unscheinbare blaue Brücke über den Stromgraben überqueren. &lt;br /&gt;
:Manch einer bemerkt gar nicht, das die zuvor passierten gepflegten Häuser am Straßenrande laut Ortseingang zum Rostocker Stadtgebiet gehören. &lt;br /&gt;
:Seit einem dreiviertel Jahrtausend bereits findet sich an dieser Stelle der nördlichste Punkt der Hansestadt Rostock. &lt;br /&gt;
:Das Örtchen Torfbrücke selbst verdankt seiner „Grenzlage“ auch seine Entstehung. &lt;br /&gt;
:Sicher um einiges älter, zeichnet der Rostocker Stadtfenderich Lust im Jahre 1696 eine Karte der Heide mit der „torf Brüg“, einer Brückenquerung für den Verbindungsweg zwischen Rostock und dem Fischland.&lt;br /&gt;
:Der Vermessungsingenieur Graf Schmettau zeichnet im Jahre 1788 in seiner Karte ein Jägerhaus ein, der Vorläufer der leider erst in jüngster Zeit abgerissenen Försterei, um den sich bald darauf drei weitere Katen versammeln. &lt;br /&gt;
:Bis 1909 waren die Häuser des zu jener Zeit hansestädtischen Dorfes Rövershagen zugehörig. &lt;br /&gt;
:Die städtische Bürgervertretung hatte nun entschieden Torfbrücke zur selbstständigen Ortschaft unter dem Dach der Hansestadt zu erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zeitungsschlagzeilen machte das Dorf nur einmal, im September des Jahres 1877, als hier eine grausame Bluttat entdeckt worden war. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Zeitung jener Tage ist zu lesen: &lt;br /&gt;
:„Über die bereits erwähnte Mordthat in der Rostocker Heide erfahren wir heute folgendes Nähere. &lt;br /&gt;
:Das beim Jäger Keding zu Torfbrücke dienende Mädchen Luise Halwes war am letzten Dienstag nach dem „Neuen Kruge“ an der Rostock - Ribnitzer Chaussee geschickt und kehrte zur festgesetzten Zeit nicht zurück. &lt;br /&gt;
:Ihr Dienstherr, dadurch beunruhigt und einen Unfall fürchtend, veranlaßte eine allgemeine Durchsuchung des Gehölzes, bei welcher wie bereits gemeldet, die Halwes am Mittwoch Morgen mit durchschnittenem Halse und augenscheinlich von fremder Hand getödtet vorgefunden wurde. &lt;br /&gt;
:Der Verdacht der That richtete sich alsbald gegen einen 21jährigen Seefahrer J.Suhr, welcher in Ribnitz geboren und später mit seinen Eltern nach Torfbrücke verzogen ist. &lt;br /&gt;
:Derselbe hatte sich besonders dadurch verdächtig gemacht, daß er sich nicht wie alle übrigen Bewohner von Torfbrücke an den Nachforschungen nach dem :vermißten Mädchen beteiligt, auch nach Auffindung der Leiche sich von dem Orte der That fern gehalten hatte. &lt;br /&gt;
:Das hiesige Criminalgericht, welches sich zur Aufnahme des Thatbestandes gestern nach Torfbrücke begeben hatte, verfügte die Verhaftung des Suhr, welche noch gestern erfolgt ist.  &lt;br /&gt;
:Wie man erzählt hat Suhr schon dem die Verhaftung vollziehenden Beamten gegenüber sofort ein umfassendes Geständnis abgelegt. &lt;br /&gt;
:Darnach hat er die Halwes mit der er im Gehölze zusammengetroffen, mit unsittlichen Anträgen verfolgt und sie dann thätlich angegriffen. &lt;br /&gt;
:Das Mädchen hat sich tapfer gewehrt und mit der Anzeige des Vorfalls gedroht. &lt;br /&gt;
:Hierdurch aufgebracht, hat Suhr einen am Wege liegenden Knittel ergriffen und der davon eilenden Halwes von hinten einen Schlag über den Kopf versetzt, der sie betäubt zu Boden gestreckt hat, worauf er sie durch  Durchschneiden des Halses völlig getödtet hat. &lt;br /&gt;
:Die ermordete Luise Halwes ist 21 Jahre alt und ebenfalls aus Ribnitz gebürtig; ihre Eltern sind bereits verstorben. &lt;br /&gt;
:Sie wird als ein tüchtiges und treues Mädchen bezeichnet und war mit einem in der Nachbarschaft von Torfbrücke dienenden jungen Manne verlobt.“ &lt;br /&gt;
:Der ruchlose Mörder büßte seine Tat schließlich mit dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das alte und das neue Forsthaus Torfbrücke===&lt;br /&gt;
:Das erste Forsthaus ist 1788 erbaut worden und 1890 abgenbrannt. (bislang kein Bild bekannt)&lt;br /&gt;
:Das neue Forsthaus ist 1891 erbaut worden.&lt;br /&gt;
:KFC TB 56&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke 1930.jpg|thumb|550px|links|Das &#039;&#039;&#039;neue&#039;&#039;&#039; Forsthaus Torfbrücke hinter der alten Forstscheune 1930]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Forsthaus Torfbrücke um 1910.jpg|thumb|480px|rechts|Das &#039;&#039;&#039;neue&#039;&#039;&#039; Forsthaus Torfbrücke um 1910 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Revier Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und frühgeschichtliche Funde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Funde zwischen Rosenort und Uhlenflucht]]&lt;br /&gt;
* [[Jörg Ansorge und Sigmund Oehrl &amp;quot;Ein völkerwanderungszeitlicher Bernsteinanhänger mit Runeninschrift vom Ostseestrand der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Spuren aus der Ur- und Frühgeschichte finden sich zwischen Rosenort und Wiedort an den Abbruchkanten der Küste im Torfbrücker Revier.&lt;br /&gt;
:Diese Funde sind dann oft auch durch ihren Fundplatz in der Meeres-Dünung &amp;quot;gerollt&amp;quot;, also abgeschliffen.&lt;br /&gt;
:Fundorte an der Küste, an denen vor rund 100 Jahren Eugen Geinitz, Robert Beltz, Ludwig Krause oder vor rund 50 Jahren Otto Kolp, Hans Wendt, Hubert Westphal Funde gemacht haben, liegen inzwischen, bei Berücksichtigung des Küstenrückgangs, 50 - 100 und noch mehr Meter von der Küste entfernt im Meer. &lt;br /&gt;
:Der wendische Wohnplatz am Stolperort, den Ludwig Krause und Robert Beltz 1925 beschreiben, ist also schon lange vom Meer verschlungen. 1995 im Spülsaum vor dem Rosenort gefundene wendische Schmuckperlen verschwanden als &amp;quot;Urlaubs-Andenken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Heidekaufvertrag von 1252 und die acht Hufen des Doberaner Klosters===&lt;br /&gt;
;Der Stromgraben - seit mehr als einem dreiviertel Jahrtausend die Stadtgrenze Rostocks&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Als am 25. März 1252 Fürst Borwin III. den Rostockern die Kaufurkunde über die, fortan als &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; bezeichnete Waldfläche,ausstellen läßt, findet sich inmitten des Textdokumentes eine Klausel, das: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;...die 8 Hufen am Zarnetzstrom, die durch unsere Gnade dem Eigentum der Mönche von Doberan gestiftet sind...&amp;quot; von dem Verkauf ausgeschlossen sind.&lt;br /&gt;
:(Zarnetzstrom ist einer der vielen Namen, die der Stromgraben über die Jahrhunderte trägt)&lt;br /&gt;
:Eine Hufe entspricht nach ihrer Bodenbonität, mit unterschiedlicher Flächengröße in Abhängigkeit von der Bodenqualität, dem Grund und Boden auf dem die Existenz einer Bauernstelle gesichert ist.&lt;br /&gt;
:Heute ist vergessen, wo die Fläche der Doberaner Zisterzienser lag, um 8 Höfe einzurichten. Weitere Spuren in alten Dokumenten sind nicht zu finden. &lt;br /&gt;
:Gerade diese zweizeilige Passage in der  Heidekaufurkunde (und nur die) ist in den darauf folgenden Jahrhunderten dem &amp;quot;Mäusefraß&amp;quot; zum Opfer gefallen.&lt;br /&gt;
:Warscheinlich haben die &amp;quot;Mäuse&amp;quot; dreihundert Jahre später, in der Reformationszeit, der Zeit als die meisten Klöster des Landes aufgelöst wurden, zugebissen. &lt;br /&gt;
:Man kann annehmen, daß es sich dabei um die heutige Gemarkung von Graal- (dem Westteil von Graal-Müritz) handelt, da diese etwa einer Flächengröße von 8 Hufen jener Zeit entspräche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1332 -  Durch Landerwerb bis zum &amp;quot;Grothen Strom&amp;quot; (Stromgraben) kommt es, rund achtzig Jahre nach dem Heideverkauf, nordöstlich an die Rostocker Heide angrenzend, zur Gründung eines zweiten Hofes &amp;quot;up den Grahl&amp;quot;. (MUB XIII 7680) &lt;br /&gt;
:Beide Höfe (Müritz und Grahl) werden von Nonnen des St. Claren Klosters Ribnitz bewirtschaftet und von Büdnern aus Dierhagen, die Hand- und Spanndienste leisten müssen, unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Stromgraben und seine Mündung (nördlichster Punkt Rostocks)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: _KFC p53/54&lt;br /&gt;
:-Schleusen, Sperrwerke, Übergänge&lt;br /&gt;
:-Furt &amp;quot;Torf Brügg&amp;quot; und Zoll&lt;br /&gt;
:-Karten-Galerie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von der Winkeleiche bis zum Meer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche und Stromgraben Kartenausschnitt Bühring 1924.jpg|thumb|links|750px|RH Winkeleiche Stromgraben Grenzgraben und Hale Bach Kartenausschnitt Bühring 1924]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche 1.JPG|thumb|zentriert|250px|RH Winkeleiche 1]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche 2.JPG|thumb|rechts|250px|RH Winkeleiche 2]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche 3.JPG|thumb|rechts|250px|RH Winkeleiche 3]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bald nach dem Kauf der Rostocker Heide wurde die Grenze zwischen den fürstlichen Waldungen und den nun städtischen Waldungen ein Graben angelegt die vermeintliche Aufgabe Wasser zu führen war eher untergeordnet. Das Hauptaugenmerk lag bei seiner Anlage lag darin, die im Vertrag neu gezogene Eigentumsgrenze der nunzweigeteilten Nordöstlichen Heide deutlich sichtbar zu machen.&lt;br /&gt;
:Seit Jahrhunderten, und in unseren Tagen noch immer, kommt der Winkeleiche eine besondere Rolle als markanter Grenz- und Vermessungspunkt zu. Die an diesem Grenzpunkt stehende schon viele Generationen alte und mächtige Stieleiche ist bereits die zweite an diesem Genzpunkt. Als deren Vorgängerin bereits vor rund zweihundert Jahren ihr von der Natur bestimmtes Ende fand pflanzte und ersetzte man sie durch das nunmehr zu einem beachtlichen Naturdenkmal herangewachsene Exemplar.&lt;br /&gt;
:Bei der Winkeleiche an der Südwestecke der Seekenwiese im Meiershaussteller Revier stößt der (meist wasserlose Grenzgraben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &amp;quot;Der Stromgraben&amp;quot; Auszug aus H.F. Beckers Heidechronik &#039;&#039;&#039;1839&#039;&#039;&#039;====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;STROMGRABEN&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; &amp;quot;Dieser Graben hat einen gedoppelten Zweck, er ist der Grenzgraben zwischen der Großherzoglichen Gelbensander Forst und der Rostocker Heide, und dient zugleich zum Hauptabzug des Waßers aus beiden Waldungen.&lt;br /&gt;
:Er erstreckt sich von der Ostsee zwischen der Torfbrücke und Grahl nach Gelbensande hin, biegt sich dort und geht auf Oberhagen, macht daher eine deutliche Grenze. Seinen Namen behält er eigentlich nur bis nach Gelbensande. &lt;br /&gt;
:Dieser Theil ist lange vorhanden gewesen, wahrscheinlich in Form eines Baches, den man beim Ankauf der Heide den Zernitzstrom genannt haben mag. &lt;br /&gt;
:Der zweite Theil von Gelbensande bis zur Oberhäger Feldmark ist zur Zeit der Herzoglichen Commißion erst gegraben &#039;&#039;(um 1766)&#039;&#039;, und sind dadurch die Grenzzeichen – als Pföste, Grenzbäume und Steine, überflüßig geworden. Der letzte Theil besteht nur aus einem Graben von 6 – 8 Fuß, der erstere aber vom Ausfluß ins Meer an, in einer Breite von 12 bis 15 Fuß, die sich bei Gelbensande hin verringert.&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;1765&#039;&#039;&#039; begann die Herzogl. Commißion ihre Arbeit mit Revision der Grenzen. &lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1766&#039;&#039;&#039; ward die Grenze zwischen der Großherzl. Gelbensander Forst und der Rostocker Heide genau bestimmt und die Ziehung der Gräben beschlossen. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Grenzbesichtigung war eine Deputation ernannt, die von fürstlicher Seite aus dem Oberamtmann Brand, von Seiten der Stadt aber aus dem Senator Koppe, Bäcker Nebel und Forstinspector Möller bestand, sowie dem Secretair Eyller und &#039;&#039;&#039;Ingenieur Dost&#039;&#039;&#039;. Nachdem die Richtung des Grabens bestimmt worden, wurde das Holz von dem Striche, welches durch die Linie sowohl von der Gelbensander Forst als Stadtheide abgeschnitten worden taxirt, und es tratt eine Ausgleichung zwischen beiden Partheien ein. Die Acten hierüber liegen im Forstarchiv im besonderen Fascicul von &#039;&#039;&#039;1766&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Das Resultat der Vereinigung war kurz nachstehendes: &lt;br /&gt;
:Als Basis nahm man an daß die Aufräumung des Grenzgrabens von beiden Seiten gemeinschaftlich und also mit gleichen Kosten statthaben solle. &lt;br /&gt;
:Nun fand es sich aber, daß bereits von Seiten der Stadt Rostock allein beim Landkruge 49 ½ Ruten Graben auf Stadt Grund und Boden, etwa 2 Fuß von der eigentlichen Scheide, gezogen worden waren. &lt;br /&gt;
:Diesen Graben nahm man als einen Theil des Scheidegrabens an, und vereinigte sich dahin, daß das Holz des abgeschnittenen kleinen Strichs von 2 Fuß bereits taxirt und ersetzt der Boden aber vom Benkenhäger Felde der Heide zugelegt ward. &lt;br /&gt;
:Da aber die Stadt den Graben hatte auf alleinige Kosten ziehen laßen, so sollte er von der Gelbensander Forst das nächste mal wieder allein aufgeräumt werden, welche auch &#039;&#039;&#039;1779&#039;&#039;&#039; geschehen ist. &lt;br /&gt;
:Seitdem ist der ganze Graben gemeinschaftlich aufgeräumt worden. &lt;br /&gt;
:Es hatte sich bei der Aufräumung gezeigt, daß die Stellung&lt;br /&gt;
:(72) gleicher Mannschaft zur Aufräumung wie zur Reinigung einzelner verstopfter Theile, mit vielen Inconveniencien verbunden gewesen, denn bald hatte es diesem bald jenem Theil an Arbeitern gefehlt, auch hatte die Bestimmung der Zeit der Arbeit Differenzen und Aufschub veranlaßt. Man beschloß daher &#039;&#039;&#039;1779&#039;&#039;&#039; den Haupttheil dieses Grabens, nämlich den breitesten Theil in zwei gleiche Theile zu theilen, und als dann durchs Loos zu entscheiden, wem der öbere und wem der untere Theil zufallen würde. &lt;br /&gt;
:Zu dem war ein Pfosten N: 4 in der Grahler Wiese gesetzt und ein zweiter am Ende des Seekenbruchs. &lt;br /&gt;
:Strecke ward gemeßen und die Mitte durch einen Pfosten bezeichnet, der in der Mitte des Schwarzen Bruchs steht. &lt;br /&gt;
:Jetzt schritt man zur Cavelung und es fiel der Herzogl. Forst das untere Ende von der Grahler Wiese bis zur Mitte des schwarzen Bruchs, der Stadt aber das obere Ende vom schwarzen Bruch bis zur &#039;&#039;&#039;Winkeleiche&#039;&#039;&#039;, oder Ende des Seekenbruchs zu. &lt;br /&gt;
:Nun blieb von ersterem  Graben noch eine Strecke übrig, welche von dem Pfost in der Grahler Wiese sich bis an die Meeres Dühne erstreckt, diese wird auf gemeinschaftliche Kosten aufgeräumt. &lt;br /&gt;
:Alsdann ist noch nöthig den Durchlauf durch die Dühne ins Meer offen zu halten. Da diese Oeffnung oft von den Wellen durch Sand verschlagen wird und es wegen der Entlegenheit vom Dorf äußerst beschwerlich ist jedesmal Arbeiter dorthin zu senden, so übertrug man es den beiden Holzwärtern zu Grahl und auf der Torfbrücke gegen eine Remuneration von jährlich 4 Thaler an jeden, beim Andrang des Waßers im Graben sogleich den Ausfluß desselben durch die Dühne zu befördern, und die Öffnung zu reinigen. Man hatte die Breite des Grabens vom Meer bis zur Winkeleiche zu 12 Fuß bestimmt, durch Einsinken der Borte ist der Graben aber an mehreren Stellen bedeutend breiter geworden. &lt;br /&gt;
:Für den übrigen Graben von der Winkeleiche bis Oberhagen waren 6 Fuß als Normalbreite festgesetzt, und wird dieser Graben auf gemeinschaftliche Kosten aufgeräumt.&lt;br /&gt;
:(73) In diesen Verhältnißen stehen diese Gegenstände noch. &lt;br /&gt;
:Ich kann hiebei nicht unbemerkt laßen, daß der Stromgraben in aeltern Zeiten in der Grahler Wiese seinen Lauf etwas verändert und eine kleine Wiese vom Rostockschen Theil abgeschnitten hat, die man jetzt &#039;&#039;&#039;Grahler Bollenwiese&#039;&#039;&#039; nennt. Man hätte dies Stück sogleich reclamiren sollen, man hat es aber wohl der Mühe nicht werth gehalten auf Restitution einer Serpentine die sich selbst ausgeglichen anzutragen. &lt;br /&gt;
:Die Sache ist längst verjährt und beruht nur auf mündliche Traditionen, als &#039;&#039;&#039;1765&#039;&#039;&#039; die Vermeßung der Heide eintrat. &lt;br /&gt;
:Es ist nach den angegebenen Verhältnißen in der Folge dieser Stromgraben öfterer aufgeräumt worden als &#039;&#039;&#039;1790, 1794, 1808, 1817&#039;&#039;&#039; pp. und geschiehet dies auch noch jetzt so bald er sich gefüllt oder verstopft hat.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;H.F.Becker&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Forstinspector&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;1839&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Der Stromgraben im fürstlichen Regulativ von 1774====&lt;br /&gt;
;Bis in das 18. Jahrhundert wurde der Stromgraben auch als &amp;quot;Gränenstrom&amp;quot; bezeichnet.&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostocker Heide Regulativ §66 zu Stromgraben.jpg|thumb|links|700px|RH Der Stromgraben im fürstlichen Regulativ von 1774 §66 zum ersten Schleusenbau an der Stromgrabenmündung]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke RH Stromgraben mit dem Jungfernstieg am Indianersteig (rechts im Kartenausschnitt).jpg|thumb|links|1000px|RH Torfbrücke RH Stromgraben mit dem &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig (rechts im Kartenausschnitt) 1924 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke Jungfernstieg am Indianersteig um 1914.jpg|thumb|links|650px|RH Torfbrücke &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig um 1914 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke Jungfernstieg am Indianersteig um 1925.jpg|thumb|zentriert|350px|RH Torfbrücke &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig um 1925 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; + Text einfügen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Stromgrabenschleuse 1909 Bühring.jpg|thumb|rechts|1000px|RH DTorfbrücke RH Stromgraben mit dem &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig (rechts im Kartenausschnitt) 1924 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Stromgrabenschleuse um 1910.jpg|thumb|rechts|550px|RH Torfbrücke, erstes Schleusenbauwerk an der Stromgrabenbrücke um 1925 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; + Text einfügen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Schleusenbilder über die Jahrhunderte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:RH Stromgrabenschleuse 1909 Bühring.jpg|RH Stromgrabenschleuse 1909 Bühring&lt;br /&gt;
Datei:RH Stromgrabenschleuse um 1910.jpg |RH Stromgrabenschleuse um 1910&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: *[[Datei:Graal 1911 mit Moriturigruppe.jpg|thumb|rechts|550px|RH Graal 1911 mit Moriturigruppe Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Morituri&amp;quot; = Die Todgeweihten, nannte man einige sehr alte, vom Wind gezauste Kiefern unmittelbar in der Nachbarschaft der Stromgrabenschleuse, die das Meer sich in absehbarer Zeit holen würde. Sie waren ein oft verewigtes Motiv von teilweise auch berühmten Malern z.B. Karl Rettich und Egon Tschirch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anekdote: Die Stromgrabenmündung, Haus Uhlenflucht und wie es mit der Freiköperkultur begann ===&lt;br /&gt;
:Genau genommen sogar bis in unsere Tage oblag und obliegt dem Revierförster des Torfbrücker Reviers auch die Funktion des Strandvogtes an der Ostseeküste zwischen Rosenort und der Stromgraben-Mündung.&lt;br /&gt;
:Schon seit seinem Diensteintritt 1918 als Forstinspektor begann Charles Bencard die Rostocker Heide der sprunghaft wachsenden Bewegung von Wander- und Naturvereinen zu öffnen&lt;br /&gt;
:Mit der Einweihung von &amp;quot;Haus Uhlenflucht&amp;quot; im Juni 1921, unweit der Stromgrabenmündung, erlangte der Naturtourismus entlang der Heideküste einen bemerkenswerten Aufschwung. &lt;br /&gt;
:Aus allen Teilen Deutschlands anreisend, machten junge Großstädter zahlenmäßig einen herausragenden Anteil unter diesen Küstenbesuchern aus. &lt;br /&gt;
:Vielfach aus den dortigen, nicht unbedingt gut situierten, Arbeitervierteln kommend, verbrachten sie ihre Ferien nun hier am Ostseestrand in der Weite der Landschaft in Freiheit und Freizügigkeit.&lt;br /&gt;
:Man begann die ungezwungenen, gänzlich unbekleideten Badefreuden immer mehr zu schätzen und zu genießen.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Strandhüpfer vom Haus Uhlenflucht&amp;quot;, wie man sie bald nannte, trafen sich zum Badevergnügen am liebsten unter den &amp;quot;Morituri-Bäumen&amp;quot;, neben der Stromgrabenmündung.&lt;br /&gt;
:Hier an der Bachmündung endete das Zuständigkeitsrevier des Rostocker Strandvogtes. Die Graaler Obrigkeit hatten auf der anderen Seite ihren eigenen Strandvogt mit Polizeigewalt.&lt;br /&gt;
:Bis Mitte der 1930er Jahre unterlag das Freikörperbaden einem strengen Verbot, ganz besonders nach dem sogenannten preußischen Zwickel-Erlaß 1932.&lt;br /&gt;
:Es oblag den Strandvögten dem unmoralischen Treiben am hiesigen Heidestrand ein Ende zu setzen und es mittels hoher Strafen zu ahnden.&lt;br /&gt;
:Wenn, rechtzeitig sichtbar der Heide-Strandvogt im Anmarsch war ertönte ein Warnsignal den Strand entlang und alle unbedeckten Strandbesucher &amp;quot;hüpften&amp;quot; einmal über die Stromgrabenmündung, wo die Polizeigewalt des Stranvogtes oder Försters nicht hinreichte.&lt;br /&gt;
:Wenn sich der Graaler Strandvogt gelegentlich auch einmal mit dem selbigen Polizeiauftrag näherte &amp;quot;hüpfte&amp;quot; man dann eben in die Rostocker Heide, also auf die Rostocker Seite des Stromgrabens und drehte dem jeweiligen Vogt eine Nase.&lt;br /&gt;
:Daß sich die Freikörperkultur noch heute hier am Heidestrand und besonders beim Campingplatz Uhlenflucht großer Beliebtheit erfreut hat aber sicher nichts mehr mit der Gewohnheit des &amp;quot;Stromgraben-Hüpfens&amp;quot; zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Sturmhochwasser, die Sperrwerke und der Küstenschutz===&lt;br /&gt;
noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===  Das Waldhaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH WAldhaus um 1910.jpg|500px|rechts|thumb|Das Waldhaus um 1910 (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Name und erstes Vorkommen&lt;br /&gt;
:Das Waldhaus gehört nach dem Rostocker Adressbuch von 1898 zu Torfbrücke, in dessen Revier es ja auch liegt.&lt;br /&gt;
:Bis zum 22. Oktober 1906 aber gehörte Torfbrücke auch noch zu [[Rövershagen]] und somit auch das Waldhaus.&lt;br /&gt;
:Erst durch ein Ratsdekret wurden die bisherigen Wohnplätze Torfbrücke und Waldhaus zu einer selbständigen Ortschaft &amp;quot;[[Torfbrücke]]&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:(LKr 1906) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1871&lt;br /&gt;
:Einlieger Friese im Waldhaus in den Rostocker Stadtrechnungen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1909	&lt;br /&gt;
:Im Waldhause wohnte seit mehreren Jahren schon bloß noch eine Familie. &lt;br /&gt;
:Am Ostern 1909 ist auch diese fortgezogen. &lt;br /&gt;
:Seitdem steht das Waldhaus leer und soll, weil sehr baufällig, dazu sowieso im Walde gelegen, nicht mehr bewohnt werden, sondern über kurz oder lang abgebrochen werden. &lt;br /&gt;
:Dafür ist vor einigen Jahren bereits ein neuer dritter Forstarbeiterkaten in Torfbrücke gebaut worden, der von 4 Familien bewohnt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Ab Beginn des ersten Weltkrieges, bis zum Ende des Krieges diente das Waldhaus als Unterkunft für Kriegsgefangene und zwangsverpflichtete Fremdarbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Das Waldhaus&amp;quot; ]] Auszug aus R.u.A. Ahrens &amp;quot;Die Heide - Das Kleinod der Stadt Rostock&amp;quot; 1919&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das alte Waldhaus als Wanderherberge&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Waldhaus SAJ 1931.jpg|400px|rechts|Das Waldhaus 1931(HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des ersten Weltkriegs suchten die Mitglieder vieler Vereine in der Rostocker Heide Erholung und Entspannung. Bei Markgrafenheide, dicht an der See, standen die Häuser des Naturheilvereins, des plattdeutschen Vereins &amp;quot;Unkel Bräsig&amp;quot; und andere. In der Schwanberger Heide, auf der Rostocker Seite zwischen Wiedortschneise und Stromgraben entstand &amp;quot;Hus Uhlenflucht&amp;quot; erbaut vom Touristenverein &amp;quot;Die Naturfreunde&amp;quot;e.V. .&lt;br /&gt;
Im Jahre 1920 gestattete die Forstverwaltung auf Veranlassung des Forstinspektors Charles Bencard die Übernahme des Waldhauses durch die sozialdemokatische &amp;quot;Freie Jugend&amp;quot; Rostock, sowie dem &amp;quot;Der Wandervogel&amp;quot;e.V., Bund für deutsches Jugendwandern, Ortsgruppe Warnemünde.&lt;br /&gt;
Die sozialdemokratische Jugend nutzte die Südhälfte, &amp;quot;Der Wandervogel&amp;quot; die Nordhälfte des Hauses. &lt;br /&gt;
Handwerkslehrlinge und junge Vereinsmitglieder verrichteten in der daruffolgenden Zeit alle Arbeiten zur Einrichtung der Herberge.&lt;br /&gt;
Zur Unterstützung waren Jugendgruppen aus Hamburg, Berlin und Stralsund gekommen.&lt;br /&gt;
Von nun an konnte der Verwalter des Hauses und &amp;quot;gute Geist&amp;quot; Karl Planeth über viele Jahre hinaus Jugendgruppen in seinen Wänden beherbergen. Besonderen Wert legten die Vereinsmitglieder stets auf ein gutes Verhältnis zu den Forstleuten, insbesondere zum Torfbrücker Revierförster Hohenstein.&lt;br /&gt;
Später bemächtigte sich die Hitlerjugend des Hauses. Bereits sieben Monate nach deren Übernahme war das Haus in einem erbärmlichen Zustand.&lt;br /&gt;
Am Ende blieb nach einigen hier von der HJ durchgeführten Kriegsspielen nur noch der Abriß. Bald darauf war der Standort des Hauses schließlich aufgeforstet.&lt;br /&gt;
Bemühungen einer Kulturbund-Gruppe unter der Leitung von Werner Kleinfeld, in deren Kern sich frühere Mitglieder der beiden einstigen Vereine befanden, um den Wiederaufbau blieben erfolglos, da inzwischen mehr und mehr Flächen zu miltärischem Sperrgebiet erklärt wurden, was deren Vorhaben letztendlich verhinderte. So mancher dieser alten Wanderfreunde suchte ab 1990 nach Spuren des Waldauses und fand nur dichten Wald am Ort der schönen Erinnerungen.&lt;br /&gt;
:(Autor Wilfred Steinmüller, veröffentlicht in der Ostsee-Zeitung am 10.7.1993)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; * [[&amp;quot;Das Waldhaus in der Rostocker Heide&amp;quot; Pressebeitrag zur Einweihungsfeier der Wanderherberge Waldhaus in der Meckl. Volkszeitung am 29.8.1921]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; * [[&amp;quot;Das Waldhaus in der Rostocker Heide - Zur Geschichte der sozialdemokratischen Arbeiterjugendbewegung Rostocks in der Weimarer Republik&amp;quot;]] Heike Schröder in &amp;quot;Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock NF10 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; * Pressebeitrag von 1931 zum zehnjahrigen Bestehen der Wanderherberge&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Waldhaus 1931 von Heiko Meuser 3.jpg|1000px|links|Beitrag zum 10jährigen bestehen der Wanderherberge Waldhaus 1931 (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Forstwirtschaft im Revier Torfbrücke===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Ch. Bencard 1952 zum Revier Torfbrücke&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Das Forstrevier Torfbrücke ist mit 740 ha Kiefernfläche das größte Kiefernrevier der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:In Torfbrücke fehlen den Kiefern die Altersklassen 81-120, von denen 1929 nur 20 ha vorhanden waren gegen 200 ha normal. ... &lt;br /&gt;
:Der Grund ist nicht ersichtlich. &lt;br /&gt;
:Vieleicht litten die in den Jahren 1840-1860 aufgeforsteten Blößen unter dem wachsenden Wildstand oder nach Aufforstung der vorgefundenen Räumden mit Kiefern wurde mehr Laubholz gepflanzt, da die Rostocker häufig die Bevorzugung der Kiefer bemängeln. &lt;br /&gt;
:Dieses Manko hat sich aber schon jetzt so gebessert, daß nur die Altersklassen 101-120 schwach datiert ist, &lt;br /&gt;
:aber durch &amp;quot;über 120&amp;quot; reichlich ersetzt wird.&lt;br /&gt;
:Torfbrücke zeichnet sich durch die besten und mildesten Furniereichen aus. &lt;br /&gt;
:In dem Laubholzstrich wird man der Traubeneiche einen Vorrang einräumen müssen. &lt;br /&gt;
:In Torfbrücke ist nicht mehr viel Buchenfläche in Nadelhoz umzuwandeln.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Der Holzverladeplatz an der Bäderstraße/Teerofenschneise====&lt;br /&gt;
: +  Dias Haus Müggenburg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH TB Ladestelle Müggenburg Gleisplan.jpg|thumb|500px|links|RH TB Ladestelle Müggenburg Gleisplan ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH TB Bahn-Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz 1952 b Foto- Otto Kolp.jpeg|thumb|300px|rechts|RH TB Bahn-Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz 1952 a Foto: Otto Kolp]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH TB Bahn Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz a.jpg|thumb|300px|rechts|RH TB Bahn-Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz 1952 b Foto: Otto Kolp)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Die Reparationseinschläge===&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Nutzungseinschnitte 1945ff Zeichnung Otto Kolp 1953.jpg|thumb|rechts|450px|RH Nutzungseinschnitte in der Rostocker Heide zwischen 1945 und 1951 Zeichnung Otto Kolp 1953)]]&lt;br /&gt;
erg Kolp&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Titaneisensand und Sensenstreicher===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fruchtbare Handelsbeziehungen entwickelten die Bewohner Torfbrückes Ende des 19. Jahrhunderts mit dem &amp;quot;Sträkmacherdorf&amp;quot; Thulendorf, bei Sanitz. Die hier gefertigten &amp;quot;Sträk&amp;quot;, Sensenstreicher und Messerschärfer waren durch ihre besonders gute Qualität in der Gegend berühmt. Das Geheimnis dieser ausgesprochen gut funktionierenden und langlebigen Schärfinstrumente rührte vom Ostseesand und Heideteer her. Im Strandabschnitt des Torfbrücker Forstreviers fand sich besonders viel &amp;quot;Rotsand&amp;quot;, dessen Farbe durch hohe Anteile an Titaneisen, Korund und Granat entsteht. Dieser Grundstoff fachgerecht vermengt mit dem in der Heide gewonnenen Teer, war der gehütete Kern der begehrten Werkzeuge. Ganze Fuhrwerksladungen dieser Grundstoffe nahmen ihren Weg zu den Herstellern. Kostete doch das Scheffel solchen Seesandes nur drei Mark. Schließlich verbot die Obrigkeit den Sandhandel, verursachte der doch hier inzwischen einen unübersehbaren Küstenrückgang, dem es Einhalt zu gebieten galt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Vermessungsturm===&lt;br /&gt;
;1906 bis 1911&lt;br /&gt;
:Findet die Neuvermessung der gesamten Rostocker Heide statt. &lt;br /&gt;
:Im Ergebnis entstehen am Ende eine Mutterkarte und  7 Wirtschaftskarten der einzelnen Reviere. &lt;br /&gt;
:1.Revier Hinrichshagen u. Markgrafenheide&lt;br /&gt;
:2. Revier Schnatemann&lt;br /&gt;
:3. Revier Wiethagen/ Wallensteinslager&lt;br /&gt;
:4. Revier Meiershausstelle und Lünenburg&lt;br /&gt;
:5. Revier Tofbrücke&lt;br /&gt;
:6. Revier Willershagen&lt;br /&gt;
:7. Revier Cordshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Anmerkung:Die Karten 1. bis 6. fanden später unter anderem, modifiziert, Verwendung als Beilage in L. Krauses Flurnamenbuch. (AHR 1.4.17 250)&lt;br /&gt;
: * [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]unter Verwendung der oben genannten Wirtschaftskarten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zur Vorbereitung der Vermessung]] Rostocker Zeitung (RZ) 27.10.1909&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:RH der 1906 zu kartographischen Vermessungen im Auftrag von Vermessungsingenieur Bühring erbaute trigonometrische Turm.jpg|der 1906 zu kartographischen Vermessungenerbaute trigonometrische Turm (Quelle: aus der Dissertation von Dr. Otto Kolp)&lt;br /&gt;
Datei:Pressemeldung nach erfolgtem Bau des Turmes Rostocker Anzeiger am 13ten Mai 1907.jpg|Pressemeldung nach erfolgtem Bau des Turmes, Rostocker Anzeiger  am 13. Mai 1907)&lt;br /&gt;
Datei:Der Trigonometrische Turm bei Torfbrücke auf einer Postkarte 1911.jpg|Der trigonometrische Turm auf einer Postkarte 1911&lt;br /&gt;
Datei:RH Torfbrücke Turm ca 1960.jpg | Der trigonometrische Turm um ca. 1960&lt;br /&gt;
Datei:RH Karte Bühring 1907.jpg|Übersichtskarte der Reviere als eine der Karten nach der Bühringschen Vermessung 1907 (Quelle:Heidearchiv Steinmüller)&lt;br /&gt;
Datei:Kosten des Turmes.jpg|In der Rostocker Bürgervertretung werden am 18. Februar gestiegene Baukosten des Turmes nachbewilligt&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anekdote:&lt;br /&gt;
:Als der Vermessungsingenieur Bühring zu Beginn seiner Vermessungs- und Kartierungsarbeiten zum Leuchtturm Darßer Ort &amp;quot;ins preußische&amp;quot; reist um per Triangulationsvermessung zwischen Warnemünder und Darßer Leuchtturm den zukünftigen Standort des Vermessungsturmes in der Rostocker Heide einzumessen, mißtraute der dortige Leuchtturmwärter diesem merkwürdigen Mann und seinem eigenartigen Gebaren mit &amp;quot;verschiedenartigen optischen Spioniergeräten&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Er hielt ihn für einen ausländischen Spion und verständigte umgehend die preußische Polizei.&lt;br /&gt;
:Bei der bald darauf erfolgten Festnahme und den strengen Vernehmungen im Polizeigewahrsam stellte sich jedoch heraus, daß er nur ein &amp;quot;harmloser Mathematiker aus dem Mecklenburgischen&amp;quot; war und man ließ ihn gewähren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Rosenort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die bekanntesten Namen mit &amp;quot;Ort&amp;quot; an der Rostocker Heideküste sind besonders herausragende Ecken im Verlauf des Ostseestrandes.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Heide- oder Rosenort&amp;quot;, von den Warnemündern auch &amp;quot;de Snut&amp;quot; oder &amp;quot;de hoge Snut&amp;quot; genannt, sowie der unmittelbar benachbarte &amp;quot;Stolper- oder Stoffelurt&amp;quot; finden seit mehr als 250 Jahren immer wieder besondere Erwähnung.&lt;br /&gt;
:Nicht nur weil Fischländer Fischer hier in der Herings-Saison über viele Generationen ihre Lager aufschlugen und Buden errichteten.&lt;br /&gt;
:Eine Direktorialkarte von 1765 gibt auf jenem Küstenvorsprung unmittelbar nordöstlich benachbart vom Heiligen See die &amp;quot;Herrings Bude&amp;quot; an. &lt;br /&gt;
:Auf der Karte des Grafen Schmettau im Jahre 1788 findet sich der Name &amp;quot;Fischer Bude&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Konnte man doch von der Höhe des Landvorsprunges die gesamte Rostocker Küste über fast 15 km Länge, von der Stoltera bis fast zur Stromgrabenmündung überblicken. &lt;br /&gt;
:Bevor die Romantiker im 19. Jahrhundert die Imposanz und Schönheit dieses Rundblickes entdeckten, nutzte das Militär diesen erhöhten Blickpunkt mit Weitsicht.&lt;br /&gt;
:Am 19.Dezember 1806, die napoleonischen Truppen hatten inzwischen auch Mecklenburg besetzt, ließen sich die hierher abkommandierten französischen Soldaten eine komfortablere Behausung mit einem Lichtsignalbaum (ein hölzerner Wippbaum mit einer entzündbaren Teertonne an der Spitze) davor errichten. Angesichts der inzwischen verhängten Kontinentalsperre hatten sie in erster Linie den Schmuggel der Küstenbewohner und die Verbindungsaufnahme mit englischen Schiffen zu unterbinden.&lt;br /&gt;
:Am 11. November 1813 wurde der Spieß umgedreht. Die mecklenburgische Landwehr hatte nun hier Posten bezogen, um Anlandungen von See her, der vor Moskau geschlagenen Grande Armee, so sich denn Teile von ihnen über die Ostsee nach Westen zurückzogen, zu verhindern.&lt;br /&gt;
:1831 war es ein anderer gefährlicher Feind der hier durch einen Militärposten (mit einer Behausung) abgewehrt werden sollte, die Cholera, deren Epidemie sich schließlich über ganz Europa ausbreitete und ihre Opfer suchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Rosenort in Kartenausschnitten und Luftbildern===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Lust Reiterkarte 1696 Ausschnitt.jpg| Auf der Lustschen Karte von 1696 noch &amp;quot;auf den hogen uffer&amp;quot; statt &amp;quot;Rosenort&amp;quot; und kein Gebäude &lt;br /&gt;
Datei:Schmettau Rostocker Heide Ausschnitt 1788.jpg|1788 Auschnitt Schmettau-Karte  mit &amp;quot;Fischer Bude&amp;quot; an Stelle des Rosenortes&lt;br /&gt;
Datei:H F Becker Heidekarte 1793 Ausschnitt.jpg|1793 Ausschnitt Becker_Karte mit &amp;quot;Fischerbude&amp;quot; (nicht eingenordet!)&lt;br /&gt;
Datei:1848 Kartenausschnitt Wachenhusen mit Rosenortbude.jpg|1848 Auschnitt Wachenhusenkarte mit &amp;quot;Rosenortbude&amp;quot;&lt;br /&gt;
Datei:Revierkarte Rostocker Heide um 1860 Ausschnitt mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; ohne Bude.jpg| um1860 Revierkarte Rostocker Heide Ausschnitt mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; und ohne Bude&lt;br /&gt;
Datei:1907 Ausschnitt Bühringsche Karte mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; ohne Bude.jpg|1907 Ausschnitt Bühringsche Karte mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; ohne Bude&lt;br /&gt;
Datei:Torfbrücke Rosenort Krause 1926.jpg|1926 Ausschnitt aus der Krauseschen Flurnamenkarte mit Flurnamen &amp;quot;Rosenortbude&amp;quot;&lt;br /&gt;
Datei:Kolp Karte 1 1957 Ausschnitt.jpeg|1957 Heidekarte von Otto Kolp mit Flurnamen &amp;quot;Rosenort&amp;quot; und &amp;quot;Budenberg&amp;quot;&lt;br /&gt;
Datei:Luftbild 2006 Heiliger See und dahinter der Landvorsprung des Rosenortes (Bildautor W.Steinmüller).jpg|Luftbild 2006 Heiliger See und dahinter der Landvorsprung des Rosenortes (Bildautor W.Steinmüller)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===  + Und noch ein Turm (1930-1945) ===&lt;br /&gt;
;noch ergänzen&lt;br /&gt;
: Bis zur kürzlichen Auffindung nebenstehender Dokumente war überdiesen Turm nichts mehr bekannt.&lt;br /&gt;
:sicher ist jedoch das er erbaut worden ist, selbst nach Kriegsende von sowjetischem Militär genutzt und gegen Ende des Jahres 1945 zerstört worden ist.&lt;br /&gt;
:So ist jedoch auch der genaue Standort nicht mehr nachvollziehbar.&lt;br /&gt;
:Hier gilt es aktuell noch weiter zu recherchieren.&lt;br /&gt;
[[Datei:Marine-Peilturm 1.1.11. 198, 01.jpg|thumb|480px|links|zum Marine Peil- und Vermessungsturm 01]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Marine-Peilturm 1.1.11. 198, 03r.jpg|thumb|480px|rechts|zum Marine Peil- und Vermessungsturm 02]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die romantische Ausstrahlung des Rosenortes und seine Wiederspiegelung in Kunst und Literatur===&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Müller-Kaempff Rosenort.JPG|400px|rechts|thumb|&amp;quot;Rosenort&amp;quot; Gemälde von Paul Mueller-Kempff 1923]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Das Wirtshaus zur Stranddistel&amp;quot; Johannes Trojan, Heinrich Seidel und ihre Freunde]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Das Wirtshaus zur Stranddistel&amp;quot; Gedicht von Heinrich Seidel 1884]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Wüstung Müggenburg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geschichte von Müggenburg ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name und erste Erwähnung von Müggenburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Acta in Sachen Klaus Nettelbladt contra Rostock wegen eines Schafstalls in Müggenburg &amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 11. April&lt;br /&gt;
:Albrecht Dobbin notiert in seiner Gewettsrechnung:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Den 4. November mit meinen Herren Collegen H.Jakob Crullen und Herrn Gryphio nach der Marggrauenheyde gewesen das hauß abnehmen, und das holz nach der Muggenborch fuhren laßen und das große hol (Loch) , so aus dem heiligen Sehe in die große Sehe gebrochen besichtigt und wieder zu verfertigen angeordnet, und was dabey vertzehret, haben die burger bey der Heyde richtig gemachet. Zur Müggenborgch benachrichtiget. 6 Schilling Drinkgeld gegeben ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(Quelle:KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
;Auf der Rothermannschen Direktorialkarte von Mittelhagen und Müggenburg von 1765, die das heutige Torfbrücker Revier mit umfaßt, gibt es Born nicht mehr.&lt;br /&gt;
:Im Ratsarchive liegen unter &amp;quot;Stadtprozesse&amp;quot; Auch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; In Vorbereitung!&lt;br /&gt;
:KFC + Gutknecht-Karte&lt;br /&gt;
[[Datei:Ausschnitt aus der Rothermannschen Direktorialkarte von 1765.jpeg|thumb|400px|rechts|um 1920 fertigt der Historiker Ludwig Krause eine Nachzeichnung als Ausschnitt aus der Rothermannschen Direktorialkarte von 1765 (Nachzeichnung)  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Das untergegangene Dorf Müggenburg&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gedenk-Orte im Torfbrücker Revier==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;&#039;Der Gedenkstein für Ludwig Krause auf der Wüstung Müggenburg&#039;&#039;&#039;===&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Revier Torfbrücke Krausestein Foto W Steinmüller.JPG|thumb|600px|rechts|Der Gedenkstein für Ludwig Krause an der Müggenburger Wüstung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Denn keiner hat die Rostocker Heide, ihre natürlichen Verhältnisse und ihre Geschichte so genau gekannt, keiner diese herrliche Waldgebiet so geliebt wie er. ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Ernst Dragendorf in seinem Nachruf 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide, im Torfbrücker Revier, etwa auf der halben Strecke zwischen Hinrichshagen und Graal-Müritz, steht westlich der Landstraße, an der sogenannten Müggenburger Hofstelle ein Gedenkstein. &lt;br /&gt;
:Das für diesen Ort namengebende Dorf Müggenburg war bereits zwei Jahrhunderte zuvor untergegangen. &lt;br /&gt;
:Am Rande eines großen militärischen Sperrgebietes gelegen, geriet dieser Sein in der DDR-Ära fast in Vergessenheit. &lt;br /&gt;
:Inzwischen ist er wieder für viele Heidefreunde ein oft besuchtes Wanderziel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Ludwig Krause.jpg|thumb|350px|rechts|Ludwig Krause 1863-1924)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 19. Juni 1927 setzten hier die Mitglieder des Heimatbundes Mecklenburg ihrem drei Jahre zuvor verstorbenen Mitglied Ludwig Krause ein Denkmal.&lt;br /&gt;
:Krause, Rostocker Stadtarchivar und Heimatforscher, wirkte Mecklenburg weit. &lt;br /&gt;
:Aber die Hansestadt Rostock und hier die Rostocker Heide lagen ihm ganz besonders am Herzen.&lt;br /&gt;
:So ist es auch seiner Initiative zu verdanken, dass der Heimatbund Mecklenburg im Jahre 1908 seine landesweite Flurnamenforschung mit dieser Region begann.&lt;br /&gt;
:Ihm zu Ehren veröffentlichte der Verein für Rostocker Geschichte, postum in den zwei Jahren nach seinem Tod. auch seine bedeutendsten Bücher, die *[[&amp;quot;Topographie Rostocks&amp;quot;]] und * [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
:Als Archivar verbrachte Ludwig Krause sein Leben nicht nur zwischen verstaubten Akten. &lt;br /&gt;
:Unermüdlich wanderte er durch die mecklenburgischen Landschaften und hier am liebsten durch die Rostocker Heide, zeichnete auf, sammelte und archivierte, so daß schließlich die viele hundert Bestandseinheiten umfassende &amp;quot;Krausesche Fundchronik&amp;quot; entstand, die heute zu den besonderen Schätzen des Archivs der Hansestadt Rostock gehört. &lt;br /&gt;
:Fast ebenso umfassend ist der gedruckte regionalgeschichtliche Nachlass der bis in unsere Zeit zu den herausragenden Quellenwerken unseres Bundeslandes Zählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mehr über Ludwig Krause und sein Wirken in der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Garthe-Stein===&lt;br /&gt;
;Die Einweihung des Garthe-Steins am 30. Juli 1921&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
* [[Die Einweihung des Garthe-Steins am 30. Juli 1921]] (Quelle Rostocker Zeitung 2.August 1921)&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
: [[Datei:RH Rev Torfbrücke Der Garthe-Stein an der Reminschen-Wiese Foto W.Steinmüller 2006.JPG|thumb|400px|links| Rev Torfbrücke Der Garthe-Stein an der Reminschen-Wiese Foto W.Steinmüller 2006]]&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
: [[ Datei:Das Weidmannsheil.png  |thumb|400px|rechts| Auf der Rückseite des Steines ließen deren Stifter das &amp;quot;Weidmansheil&amp;quot;, den Ehrenspruch der Deutschen Jägerschaft einmeißeln]]&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Bencard-Stein===&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Bencard Stein.jpg|thumb|600px|links|RH Bencard-Stein beim Rosenort]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH_Bencard_Stein_a.jpg|thumb|350px|rechts|RH Bencard-Stein beim Rosenort a]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Grabstelle des Torfbrücker Revierförsters Schmitt-Wulffen und seiner Familie im Torfbrücker Revier===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Familiengrab Schmitt-Wullfen 2015 Foto1 W.Steinmüller.JPG|Das Grab Schmitt-Wulffen im Jahre 2015 Foto 1 (W. Steinmüller)&lt;br /&gt;
Datei:Familiengrab Schmitt-Wullfen 2015 Foto2 W.Steinmüller.JPG|Das Grab Schmitt-Wulffen im Jahre 2015 Foto 2 (W. Steinmüller)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Am Ort der eingezäunten, mit einem Holzkreuz versehenen, Grabstelle ist der Torfbrücker Revierförster Schmidt-Wulffen am 1. Mai 1945 mit seiner Familie in den Freitod gegangen.&lt;br /&gt;
:Die Familie fand hier ihre letzte Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Uhlenflucht - einer der Geburtsorte der Naturfreunde-, Wander-, FKK- und Camping-Bewegung in Mecklenburg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wanderbewegung und Wanderherbergen in der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Haus Uhlenflucht 1921.jpg|400px|rechts|thumb|Naturfreundehaus &amp;quot;Uhlenflucht&amp;quot; 1921(HA)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Uhlenflucht 1921.jpg|400px|rechts|thumb|Naturfreundehaus &amp;quot;Uhlenflucht&amp;quot; 1931 nach dem Erweiterungsbau]]&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1916, noch als der große Weltkrieg tobte, gründeten Rostocker Arbeiter den Touristenverein „Die Naturfreunde“. &lt;br /&gt;
:Bald darauf entstanden auch in Schwerin und Güstrow solche Ortsvereine. &lt;br /&gt;
:Ein beliebtes Ausflugsziel, am Rande der Rostocker Heide gelegen war das „Haus der Jugend“. Diese Jugendherberge gehörte der Stadt Rostock und wurde allen Wanderfreunden zur Verfügung gestellt. &lt;br /&gt;
:Oft kam es vor, dass die „sozialistische Arbeiterjugend“ sowie die „Naturfreunde“ friedlich mit bürgerlichen Wandervereinen wie den „Rostocker Greifen“ Wand an Wand wohnten.&lt;br /&gt;
:Am 3.April 1921 konnten die „Naturfreunde“ dann bei Torfbrücke in Strandnähe das Richtfest für ein vereinseigenes Wanderheim feiern. &lt;br /&gt;
:Den Baugrund hatte die dortige Forstverwaltung zur Verfügung gestellt. &lt;br /&gt;
:Der Bau der Hütte kostete 1800 Mark. &lt;br /&gt;
:Für damalige Zeiten war das viel Geld. &lt;br /&gt;
:Lange hatten die Mitglieder dafür sparen müssen. &lt;br /&gt;
:In den Jahren 1924 und 1927 erhielt das Haus dann noch Erweiterungsbauten. &lt;br /&gt;
:„Hus Uhlenflucht“ in der Rostocker Heide wurde zu einem der beliebtesten Wanderausflugsziele im Rostocker Umland. &lt;br /&gt;
:Darüber hinaus war es ein regelrechtes Ferienheim mit 60 Schlafplätzen, einem Tagesraum, der Küche und einigem Nebengelaß. &lt;br /&gt;
:Aus ganz Deutschland kamen in den folgenden Jahren die Besucher. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1928 wurde unter der Leitung von Wally Stelt auch eine Jugendgruppe ins Leben gerufen. &lt;br /&gt;
:Bis zum Verbot des Vereins im Jahre 1933 wurde sie durch Werner Kleinfeld geleitet. &lt;br /&gt;
:Mit dem Machtantritt der Nazis übernahm der Graaler SA-Sturm das Haus. &lt;br /&gt;
:Man überließ es einige Zeit der Hitlerjugend, die sich jedoch durch „wüstes Verhalten“ und dauernden Waldfrevel so unbeliebt machte, das man ihnen die Hütte wieder entzog und der NS-Frauenschaft übergab. &lt;br /&gt;
:Da es auch hier zu ständiger Klage Anlass gab wurde das Haus 1934 abgerissen und zum Holzpreis verkauft. &lt;br /&gt;
:Der Name „Uhlenflucht“ für den heutigen Zeltplatz hält die Erinnerung an die traditionsreiche Herberge bis in unsere Tage wach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem Ende des ersten Weltkrieges suchten auch viele andere wanderlustige Naturfreunde Erholung und Entspannung in der Rostocker Heide, hinter den Dünen der Ostsee. &lt;br /&gt;
:Bei Markgrafenheide,  standen die Häuser des Naturheilvereins, des plattdeutschen Vereins „Unkel Bräsig“ und andere.&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1920 gestattete die Forstverwaltung der Stadt Rostock die Übernahme des Waldhauses im Herzen des Heidewaldes durch die sozialdemokratische „Freie Jugend“ aus Rostock sowie den „Wandervogel e.V. Bund für deutsches Jugendwandern, Ortsgruppe Warnemünde“. &lt;br /&gt;
:Die sozialdemokratische Jugend nutzte die Südhälfte, „Der Wandervogel“ die Nordhälfte des Hauses. &lt;br /&gt;
:Handwerkslehrlinge und junge Vereinsmitglieder verrichteten in der darauf folgenden Zeit alle Arbeiten zur Errichtung der Herberge. Gruppen aus Hamburg, Berlin und Stralsund waren gekommen. &lt;br /&gt;
:In der Vereinschronik liest sich der Fortgang so: „Jeden Penning kümmt in de Waldhuskass. Kein Penning wür verklackert. In´n Sommer 1925 dor wiern Muersteen tämlich billig worden. &lt;br /&gt;
:Dissen Ogenblick hewwen wie afpaßt un 10 000 Stehen köfft. Dat Holt hewwen wi abends in uns Frietied mit´n Treckwagen up de Dischers in Verein verdeelt. Nah den de Grundsteen leggt wür, sünd wi Sünndag för Sünndag nah de Heid lopen un hewwen an unsen Katen arbeit.“&lt;br /&gt;
:Am 27. Juni 1926 wurde endlich ein großes Einweihungsfest gefeiert. &lt;br /&gt;
:Im Hause war Platz für 40 Gäste, die ihr Nachtlager noch ganz spartanisch auf Strohsäcken fanden. &lt;br /&gt;
:Am Silvesterabend 1927 jedoch fingen einige Strohsäcke Feuer. &lt;br /&gt;
:Mit Töpfen und Kannen holten Männer und Frauen  in der kalten Dezembernacht Wasser aus der Ostsee. Bald war das Feuer gelöscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Waldhaus]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Zeltplatz Uhlenflucht===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Schießplatz Rosenort im Revier Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Luftbild 2006 Blick von Osten auf den ehemaligen schießplatz und den dahinter liegenden Rosenort .jpg|thumb|200px|rechts|Luftbild 2006 Blick von Osten auf den ehemaligen schießplatz und den dahinter liegenden Rosenort (Bildautor W. Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1962 erfolgten durch große Flächenabgänge an die NVA, ca. 5000 ha, auch eine Veränderung der Revier-Struktur. &lt;br /&gt;
:Dabei gingen die Reviere Wiethagen und Meyershausstelle sowie Torfbrücke, Hinrichshagen und Hirschburg zum Teil in die Bewirtschaftung der NVA über. &lt;br /&gt;
:Dieser Teil wurde bis zur Wende durch den Militärforstbetrieb Prora bewirtschaftet.&lt;br /&gt;
:Damit war der gesamte zentrale Teil der Rostocker Heide Sperrgebiet geworden.&lt;br /&gt;
:Das Mot.-Schützenregiment der NVA (MSR) Nr. 28  erhielt 1962 den Bereich des Schießplatzes Hinrichshagen zugeteilt. Rund 70 ha wurden, z.T. durch den StFB, freigeschlagen. Am 1. Januar 1963 begann die Nutzung des Schießplatzes. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Zeit hatte der Platz eine Längenausdehnung von rd. 600 m und eine genutzte Breite von rd. 400 m.&lt;br /&gt;
:Es wurde u.a. mit Infanterie - Waffen auf abklappbare Ziele geschossen. Das gleichzeitige Schießen bis zur Kompaniestärke war  möglich. Die Geschosse wurden zu ca. 40 - 50 % von einem später aufgeschobenen Erdwall zwischen den Abteilungen 6189 und 647 aufgefangen. Weitere 30 - 40 % nahm ein ca. 80-jähriger Stieleichenbestand auf. 10 - 20 % der Geschosse verloren sich im Schußsektor, der bis zum Hirschburger Landweg reichte. Nachteilig war, daß bei Anlage des Schießplatzes die vorhandenen Gräben nicht verrohrt sondern zugeschoben wurden. Daher hatte der Platz besonders im Winterhalbjahr unter Staunässe zu leiden. Oft standen die Gräben, in denen die Mechanismen für die Abklappbaren „Pappkameraden“ installiert waren, z.T. kniehoch unter Wasser.&lt;br /&gt;
:Ca. 1983 begann die Erweiterung des Schießplatzes auf 1600 m Schußfläche in der Längenausdehnung. Die Erweiterung mit Kosten - und Treibstoffeinsparungen zusammen. Der Hin - und Rücktransport des Panzerbataillions wie auch der mit Schützenpanzerwagen ausgerüsteten Bataillione nach Lübtheen sollte eingeschränkt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:NNN 24 3 1990.jpg|thumb|200px|rechts|Am 24. März 1990 endet die militärische Nutzung des westlichen Teils der Rostocker Heide (NNN 24.3.1990)]]&lt;br /&gt;
:Das wiederum ergab neue Bedingungen für die beteiligten Reviere. Ab Rosenortschneise, in deren Höhe sich der Erdwall befand nordöstlich bis zur neuen Schießplatzgrenze fiel das Gelände um 8 - 9 m ab. Der 80-jährige Stieleichenbestand mußte der Erweiterung weichen.&lt;br /&gt;
:Die Geschosse hatten somit „freie Fahrt“ in der Schußrichtung. Hinzu kam, daß von der erweiterten Wippanlage, in der eine Geländefahrt mit einem Panzer simuliert wurde, mit überschweren MG und der leichten Bordkanone des SPW (ca. 30 mm) geschossen wurde. Das Betreten des Schießplatzes wurde somit ab 1985 - der Inbetriebnahme des erweiterten Platzes - absolut lebensgefährlich.  &lt;br /&gt;
:Vorher waren an den Seiten des Schußsektors unter bestimmten Umständen noch forstliche Arbeiten möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vorgeschlagen wurde von der Oberförsterei, an der Ostgrenze der Platzerweiterung einen 400 m langen und 25 m hohen Erdwall zu schaffen, der dann noch mit Bäumen und Sträuchern als Kugelfang hätte bepflanzt werden sollen. Die Kosten hätten 2,0 Mio. Mark betragen. Der Betrieb Industrie - und Waffenbau hätte im Winterhalbjahr die Kapazitäten gestellt.&lt;br /&gt;
:Das Vorhaben scheiterte an den Kosten. Seitens des MfNV konnten keine Mittel bereitgestellt werden. &lt;br /&gt;
:Auch wenn der Wall noch gebaut worden wäre, verboten die Dienstvorschriften Arbeiten aller Art - forst- oder landwirtschaftlich - während eines Schießens im Schußsektor. Der Erdwall hätte somit in erster Linie die Waldbestände, aber auch das Wild geschützt. (Auszug NHK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einst bewohnte Plätze im Torfbrücker Revier==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die untergegangene Schäferei &amp;quot;auf dem Born&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Südöstlich von Torfbrücke lag die 1661 wüst gelegene Schäferei Born, auch &amp;quot;auf dem Born&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
:Auf der Dostschen Heidekarte von 1696 wird sie jedoch als wieder existent angegeben.&lt;br /&gt;
:Ein Jahrhundert später deuten die &amp;quot;Borner Tannen&amp;quot; oder auch &amp;quot;Hegetannen&amp;quot; noch auf die einstige Heideschäferei hin, an deren Stelle besonders zu Schiffs-Mastbäumen taugliches Holz herangezogen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Fortlaufende historische Chronologie und Geschichte von Torfbrücke#Das untergegangene Dorf Müggenburg|Das untergegangene &#039;&#039;&#039;Dorf&#039;&#039;&#039; Müggenburg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Moorhof===&lt;br /&gt;
[[Datei:Moorhof Auszug Kolp 1957.jpg|thumb|400px|links| RH Der Moorhof in Dr. Kolps &amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs... 1957]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Auschnitt Lust 1696 noch einfügen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Auszug LustKarte 1696.jpg|thumb|400px|links| RH Der Moorhof auf der Lustschen Karte von 1696 (Ausschnitt)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Dost Generalplan 1767 Auszug Moorhof.jpg|thumb|600px|rechts| RH Der Moorhof auf der Dostschen Generalkarte von 1764 (Ausschnitt)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vor der Einrichtung des Holzverladeplatzes &amp;quot;Moorhof&amp;quot; am Ende des gerade neu angelegten Moorhöfer-Kanals taucht der Begriff &amp;quot;Moorhof&amp;quot; nur zwei Mal in Quellen auf:&lt;br /&gt;
:1. in der Lustschen Reiterkarte von 1696&lt;br /&gt;
:2. 1764 in der Rothermannschen &amp;quot;Karte von dem zu Rövershagen gehörigen Gut Nedderhagen [Niederhagen] cum pertinentus Markgrafenheide, wie auch ein Teil von der Hölzung von Markgrafenheide, so bis an den Weg nach Müggenburg und dem Moorhof geht, angleichen von der Radelbach bis an der Radelwiese und der Ostsee&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:bzw der Dostschen Generalkarte.&lt;br /&gt;
:3. In der Schmettauschen Karte von 1788 existiert &#039;&#039;&#039;kein Gebäude , selbst kein Flurname&#039;&#039;&#039;, der einen Hinweis auf den Moorhof gibt.&lt;br /&gt;
;Sämmtliche weitere dokumentierte Erwähnungen des Moorhofes datieren erstmals von 1793 (Beckersche Karte) und dann ab 1839, als der Holzplatz und darauf folgend der dort hin führende Moorhöfer Kanal neu angelegt wurden.&lt;br /&gt;
;Die in den beiden oben genannten Karten eingezeichneten Standorte des alten Moorhofes stimmen &#039;&#039;&#039;nicht&#039;&#039;&#039; (!) mit dem Standort des durch Forstinspektor Becker angelegten Holzplatzes &amp;quot;Moorhof&amp;quot; überein.&lt;br /&gt;
:1839 kommen die &amp;quot;Holzstapelplätze&amp;quot; zu Markgrafenheide zu Markgrafenheide und Schnatermann schon vor, aber nicht der von Moorhof, der erst nach Fertigstellung des 1838/39 dorthin gegrabenen Kanals angelegt worden ist. (Ludwig Krause 1902)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1868 - Das Leben auf dem Holzstapelplatz Moorhof====&lt;br /&gt;
:In einem im März 1868 datierten vermutlich von Ludwig Dolberg stammenden Aufsatz &amp;quot;Aus der Rostocker Haide&amp;quot; wird das winterliche Leben und Treiben auf dem Holzlager geschildert - &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ein gewaltiges Holzlager ist hier &#039;&#039;(auf dem Moorhofe)&#039;&#039; aufgelegt, dessen Material besonders auf die Bedürfnisse der Warnemünder und die Anwohner des Breitlings berechnet ist, denen die Abfuhr durch den nun bis hierher geleiteten Kanal leicht gemacht ist. &lt;br /&gt;
:Ein kleiner Pavillion, der Tempel oder auch &amp;quot;Chavijohn&amp;quot; von den Leuten benannt, mit Eichenrinde bekleidet, bietet dem die An- und Abfuhr beaufsichtigenden Beamten ein Obdach, und bei Auktionen auch durch dann vorhanden Spiritus durstigen Seelen einen Labetrunk.&lt;br /&gt;
:Ein weiter Blick öffnet sich über die weite Wiesenfläche, in der wie Inseln bald hier, bald da kleinere oder größere Tannenbestände &#039;&#039;(&#039;&#039; [[sic.]] &#039;&#039;meint Kiefernbestände)&#039;&#039; liegen.&lt;br /&gt;
:Die Aussicht hemmt nach vorne die Düne, aber bisweilen, wo eben vor kurzem der Durchbruch erfolgt, blickt das Meer durch.&lt;br /&gt;
:Ein reges Leben herrscht hier, denn Wagen für Wagen kommen und bringen Holz für die nächste Auktion.&lt;br /&gt;
:Dort schleppen ein Schimmel, gewiß ein stattlches Tier, und ein Brauner eine mächtige Tanne &#039;&#039;(Kiefer)&#039;&#039; heran, die der Wind schon vor Jahren entwurzelt hat, und die nun an den Mann gebracht werden soll.&lt;br /&gt;
:Da führen Graaler Vollbüdner Stockholz heran, das du vieleicht kaum des Fuhrgeldes für wert hältst, und das sich doch die Warnemünder noch hoch genug auftreiben werden.&lt;br /&gt;
:Zwei hübsche Füchse, von denen der eine nur mit dem Hinterfuße etwas durchtritt, bringen Buchenholz.&lt;br /&gt;
:Ein Paar stattliche Braune, prächtig gepflegt, die jeden fürstlichen Marstall zieren würden, führen Tannenkluftholz herbei.&lt;br /&gt;
:(Aus - &amp;quot;Archiv für Landeskunde&amp;quot; 1868 p.261)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Sagen um den Moorhof====&lt;br /&gt;
;Johannisnacht am Moorhof&lt;br /&gt;
:Ganz in der Nähe vom früheren Moorhof sieht man in der Johannisnacht ein Feuer brennen.&lt;br /&gt;
:Dort haben die Seeräuber ihre Schätze versteckt.&lt;br /&gt;
:Vom Moorhof aus fuhren sie mit ihren Schiffen direkt in die Ostsee.&lt;br /&gt;
:Einen anderen Unterschlupf hatten sie bei Gelbensande am Wallberg, derselbe wird auch Störtebeckerberg genannt.&lt;br /&gt;
* [[Der Moorhof]] (&amp;quot;Vom Moorhof und vom Störtebecker&amp;quot; A. und R.Ahrens 1919)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Die Immen-Belegstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Karl Mewis Kanal bei Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Kanalbaupläne durch die Rostocker Heide vor einem halben Jahrhundert (Autor Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
* [[Ministerrat stoppt teuren Kanalbau]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Binnenwasserkanal OZvom 19 8 2022 mit Faximile OZ 13ter Januar 1958.jpg|thumb|400px|rechts|Binnenwasserstraße von Rostock bis Prag, Die Ostseezeitung vom 13.Januar 1958 im Faksimile OZ vom 19. August 2022]]&lt;br /&gt;
:Mancher Heidewanderer, der seinen Weg von Torfbrücke ins Herz der Landschaft, in Richtung Pöstenschneise lenkt, ist etwas erstaunt bereits nach wenigen Schritten durch den Heidewald auf ein kleines seeartiges Gewässer zu stoßen. Der Volksmund hat dieser kleinen Wasseridylle den Namen „Karl-Mewis-Gedächtniskanal“ verliehen. &lt;br /&gt;
:Hier wird an ein von dem einstigen SED-Parteichef des Bezirkes Rostock besonders propagiertes Wirtschaftsprojekt der DDR erinnert.&lt;br /&gt;
:Zu Beginn des Jahres 1962 findet sich auf einer Titelseite der Ostsee-Zeitung nebenstehender Pressebeitrag:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;„Stapellauf in Graal-Müritz&lt;br /&gt;
:Kanalbau durch die Rostocker Heide&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Einen Stapellauf besonderer Art werden in wenigen Wochen die Einwohner von Graal-Müritz erleben. &lt;br /&gt;
:Vor den Toren des Seeheilbades sind Raupenbagger des VEB Wasserstraßenbau Magdeburg dabei, ein Becken auszuheben. &lt;br /&gt;
:Die Arbeiter des Magdeburger Wasserstraßenbaus werden von der Straße bei Torfbrücke aus 2,8 km des Kanals graben, der den Breitling mit dem Saaler Bodden verbinden soll. &lt;br /&gt;
:Mit diesem Kanal wird der Anschluss des Überseehafens an das Binnenwasserstraßennetz hergestellt. &lt;br /&gt;
:Nach seiner Fertigstellung soll er die Durchfahrt von 1000t-Schiffen ermöglichen sowie Eisenbahn und Kraftverkehr vom jährlichen An- und Abtransport von 1,5 Millionen Tonnen Güter vom und zum Rostocker Überseehafen entlasten. ...“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ziel des Projektes war Binnenlastschiffe vom Überseehafen aus durch die Rostocker Heide, die Boddenkette und den Strelasund in Richtung Oder-Wasserstraße fahren zu lassen. &lt;br /&gt;
:Auch zwei weitere Kanalbauprojekte, über Bodden-Recknitz-Trebel-Peene sowie Rostock – Wittenberge-Elbe, waren in Ergänzung dazu bereits in der  Planungsvorbereitung. Zuvor waren einige Fachleute, die dem Projekt kritisch gegenüber standen mundtot gemacht worden. &lt;br /&gt;
:Sie hatten darauf verwiesen, das es bereits vierzig Jahre zuvor Planungsarbeiten und Geländeuntersuchungen zum Bau eines Kanals Rostock – Ribnitz gegeben hatte und das Projekt seinerzeit angesichts der extrem schwierigen geologischen Verhältnisse als undurchführbar zu den Akten gelegt werden musste.&lt;br /&gt;
:Noch im Frühjahr 1962 begann man von drei Punkten (Markgrafenheide, Torfbrücke und Dändorf) ausgehend mit der Umsetzung des Prestige-Projektes. &lt;br /&gt;
:Während vorhandene Schwimmbagger nach Markgrafenheide und Dändorf an den Start gebracht wurden, gestaltete sich schon der Beginn im Bauabschnitt Torfbrücke ausgesprochen schwierig. &lt;br /&gt;
:Zunächst wurde an den südöstlichen Ortsrand von Torfbrücke eine Elektro-Umspannstation eingerichtet. &lt;br /&gt;
:Auf der Ostseite der vorbeiführenden Bäderbahnstrecke legte man dann einen großen Kahlschlag an um hier Anschlussgleise zum verladen von Gütern anzulegen. &lt;br /&gt;
:In diesem Bereich war auch ein größeres Brücken- und Schleusenbauwerk vorgesehen.&lt;br /&gt;
:Fußnote am Rande; mit dem anfallenden Baggergut wollte man das zwischen dem südlichen Ortsrand von Graal und dem Stromgraben gelegene Terrain zu Bauland für ein zukünftiges Plattenbau-Wohngebiet erhöhen.&lt;br /&gt;
:Um nun die eigentlichen Baggerarbeiten beginnen zu können, wurde auf einer kleinen improvisierten Helling ein zuvor zerlegter Eimerketten-Schwimmbagger sowie eine Lastschute wieder zusammengebaut. &lt;br /&gt;
:Motorisierte Eimerbagger gruben zeitgleich ein großes Loch um hier schließlich den Schwimmbagger zu Wasser lassen zu können. &lt;br /&gt;
:Zitat aus der Ostsee-Zeitung jener Tage: &lt;br /&gt;
:„zu den Kanalbauern gehören so erfahrene Schachtmeister wie Otto Kirchner, der bereits 18 Jahre im Wasserbau tätig ist und am Kanal des Friedens 1951 sowie der Talsperre Dippoldiswalde zwei Jahre zuvor mitgearbeitet hat. &lt;br /&gt;
:Am Kanalbau sind die Betriebe VEB Wasserstraßenbau Berlin und Magdeburg, sowie der VEB Erdbau Magdeburg beteiligt.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Torfbrücke Kanal Nordseite.jpg|Torfbrücke Kanal Nordseite 1962   (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Torfbrücke Kanal Südseite.jpg|Torfbrücke Kanal Südseite 1962  (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sehr bald sollte die Kompliziertheit des Bauvorhabens offenbar werden. &lt;br /&gt;
:Die Geologen hatten ja zuvor gewarnt, dass das gesamte Areal der Rostocker Heide aus einer acht Meter mächtigen Schwemmsandfläche besteht. &lt;br /&gt;
:Es war schier unmöglich diesen bei den Heidebewohnern als „Sogsand“ bezeichneten Massen einhalt zu gebieten. &lt;br /&gt;
:So wie der Schwimmbagger sich mühsam voranbaggerte schwemmte der Sand nur wenige Meter dahinter wieder zu und das Unterfangen wurde zur wahren Sisyphus-Arbeit. &lt;br /&gt;
:Bereits im folgenden Jahr sah man die Unausführbarkeit des Vorhabens ein. Diesmal ohne Presseschlagzeilen stellte man die Arbeiten in aller Stille ein. :Schneidbrenner zerlegten die kleine Baggerflotte, die Natur eroberte die Großbaustelle zurück und machte sie zur abgeschiedenen ruhigen Idylle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Kanal-Rudiment 2014.jpg| Kanal-Rudiment 2014  (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:RH Lubi Mewis Kanal 2006.jpg|Luftbild des Torfbrücker Abschnittes vom Mewis-Kanal 2006 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Legenden und Geschichten aus dem Revier Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1877 - Mord bei Torfbrücke===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im September des Jahres 1877 war die Gegend von Torfbrücke Tatort einer blutigen Mordtat.&lt;br /&gt;
:In der Rostocker Zeitung jener Tage ist zu lesen: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Über die bereits erwähnte Mordta in der Rostocker Heide erfahren wir heute folgendes Nähere: Das beim Jäger Keding dienende zu Torfbrücke dienende Mädchen Luise Halwes war am letzten Dienstag nach dem &amp;quot;Neuen Kruge&amp;quot;an der Rostock - Ribnitzer Chaussee geschickt und kehrte zur festgesetzten Zeit nicht zurück. &lt;br /&gt;
:Ihr Dienstherr, dadurch beunruhigt und einen Unfall fürchtend, veranlaßte eine allgemeine Durchsuchung des Gehölzes, bei welcher wie bereits gemeldet, die Halwes am Mittwoch Morgen mit durchschnittenem Halse und augenscheinlich von Fremder Hand getödtet vorgefunden wurde. &lt;br /&gt;
:Der Verdacht der Tat richtete sich alsbald gegen einen 21jährigen Seefahrer, J. Suhr, welcher in Ribnitz geboren und später mit seinen Eltern nach Torfbrücke verzogen ist. &lt;br /&gt;
:Derselbe hatte sich besondes dadurch verdächtig gemacht, daß er sich nicht wie alle übrigen Bewohner von Torfbrücke an den Nachforschungen nach dem vermißten Mädchen beteiligt, auch nach Auffindung der Leiche sich von dem Orte der Tat fern gehalten hatte. &lt;br /&gt;
:Das hiesige Criminalgericht, welches sich zur Aufnahme des Thatbestandes gestern nach Torfbrücke begeben hette, verfügte die Verhaftung des Suhr, welche noch gestern erfolgt ist.&lt;br /&gt;
:Wie man erzählt hat Suhr schon dem die Verhaftung vollziehenden Beamten gegenüber sofort ein umgehendes Geständnis abgelegt. :Darnach hat er die Halwes mit der er im Gehölze zusammengetroffen, mit unsittlichen Anträgen verfolgt und sie dann thätlich angegriffen.&lt;br /&gt;
:Das Mädchen hat sich tapfer gewehrt und mit der Anzeige des Vorfalls gedroht. &lt;br /&gt;
:Hierdurch aufgebracht hat, hat Suhr einen am Wege  liegenden Knittel ergriffen und der davoneilenden Halwes von hinten einen Schlag über den Kopf versetzt, der sie betäubt zu Boden gestreckt hat, worauf er sie durch Durchschneiden des Halses völlig Getödtet hat. &lt;br /&gt;
:Die ermordete Luise Halwes ist 21 Jahre  alt und ebenfalls as Ribnitz gebürtig, ihre Eltern sind bereits verstorben. &lt;br /&gt;
:Sie wird als ein tüchtiges und treues Mädchen bezeichnet und war mit einem in der Nachbarschaft von Torfbrücke dienenden jungen Manne verlobt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Der ruchlose Mörder büßte seine Tat schließlich mit dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weiße Frau und Kobold am Müggenburger Teich===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei hellem Mondschein kann man in dem Teich, der früher zu  dem jetzt nicht mehr vorhandenen Dorf Müggenburg gehörte, ein Plätschern hören. Dort spült eine weiße Frau ihre Wäsche&lt;br /&gt;
:An demselben Teich treibt zuweilen auch bei Tage ein häßlicher Kobold sein Unwesen. So erschien er eines Sonntags plötzlich einem dort Nüsse pflückenden Heidedörflee und rief dem eiligst Entfliehenden mit gewaltiger Stimme dröhnend nach: &amp;quot;Harst du nich in de Schoh den Bullerjahn, sall di de Kopp in´n Nacken stahn.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(Hast du nicht im Schuh den Baldrian, soll dir der Kopf im Nacken stehen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Spuk in der Schwanberger Heide&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in der Torfbrücker Gemarkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Flurnamen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Revier_Torfbr%C3%BCcke&amp;diff=156274</id>
		<title>Revier Torfbrücke</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Revier_Torfbr%C3%BCcke&amp;diff=156274"/>
		<updated>2026-09-16T20:23:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Der &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Rostocker_Heide_(Landschaft)  Rostocker Heide]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anmerkung: Themen die im Online Portal mit einem &amp;quot;+&amp;quot; versehen sind befinden sich in der Recherche bzw. der in Kürze folgenden Einpflege. Sie lassen sich auch als Anregung an die Nutzer verstehen um ergänzende Hinweise oder Materialien zum Kapitel-Thema zu bitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zur &amp;quot;Ortsgeschichte&amp;quot; von Torfbrücke -&amp;gt; -&amp;gt; * [[Torfbrücke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Torfbrücke&lt;br /&gt;
 | zeit = 1696 - fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
 | erstellung = 2016/2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie des Ortes Torfbrücke&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologischer Abriss der Geschichte des Reviers Torfbrücke in der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603&lt;br /&gt;
:Findet ein Prozess &amp;quot;In Sachen Klaus Nettelbladt contra Rostock wegen eines Schafstalls in Müggenburg&amp;quot; statt.&lt;br /&gt;
:( &#039;&#039;&#039;Ersterwähnung von [[Müggenburg]]&#039;&#039;&#039; )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1625, 11. April&lt;br /&gt;
:Albrecht Dobbin notiert in seiner Gewettsrechnung:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Den 4. November mit meinen Herren Collegen H.Jakob Crullen und Herrn Gryphio nach der Marggrauenheyde gewesen das hauß abnehmen, und das holz nach der &#039;&#039;&#039;Muggenborch&#039;&#039;&#039; fuhren laßen und das große hol (Loch) , so aus dem heiligen Sehe in die große Sehe gebrochen besichtigt und wieder zu verfertigen angeordnet, und was dabey vertzehret, haben die burger bey der Heyde richtig gemachet. Zur Müggenborgch benachrichtiget. 6 Schilling Drinkgeld gegeben ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(Quelle:KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1696&lt;br /&gt;
:Ersterwähnung „torf Brüg“ als Brückenübergang über den Stromgraben sowie die Rostocker Stadtgrenze für den Torftransport vom Fischland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1774&lt;br /&gt;
:Anlegung der ersten Schleuse an der Stromgrabenmündung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1788&lt;br /&gt;
:am Stromgraben-Übergang Errichtung eines Jägerhauses und dreier Forstkaten (für 6 Familien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813&lt;br /&gt;
:Auch beim Wiedort wird durch den mecklenburgischen Landsturm ein Wachposten in der Nachrichtenkette entlang der Ostseeküste angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831&lt;br /&gt;
:Auch am Ostsee-Ufer des Torfbrücker Reviers wird eine geschlossene Küstenwachkette gegen die Einschleppung der Cholera eingerichet.&lt;br /&gt;
; + KFC TB 69-74&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1877&lt;br /&gt;
:4. September - Die 21jährige Luise Halwes aus Torfbrücke wird im Wald ermordet. Der Mörder wird später gefasst und hingerichtet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1890&lt;br /&gt;
:Das alte Jägergehöft abgebrannt&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der &#039;&#039;&#039;Holzwärter&#039;&#039;&#039; Albert Voß ist zum &#039;&#039;&#039;Strandwärter&#039;&#039;&#039; für die Küstenstrecke vom sogenannten Rosenort bis zum Stromgraben bestellt worden&lt;br /&gt;
:Gegeben im Gewett als Strandamt, Rostock am 4.Oktober 1890, H.Oertzen, Gewettsekretär&amp;quot;&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke.jpg|thumb|400px|rechts|Flurnamenkarte des Reviers Torfbrücke 1926 (Quelle: Ludwig Krause &amp;quot;Die Rostocker Heide im Spiegel ihrer Orts- Forst- und Flurnamen&amp;quot; 1925]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1891&lt;br /&gt;
:Bau des neuen Forsthauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1892&lt;br /&gt;
:Ein Förster Maas genannt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1906&lt;br /&gt;
:Umgemeindung der Torfbrücker Kirchenmitglieder in die Graaler Kirchgemeinde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1909&lt;br /&gt;
:Im Waldhause wohnte seit mehreren Jahren schon bloß noch eine Familie. Am Ostern 1909 ist auch diese fortgezogen. Seitdem steht das Waldhaus leer und soll, weil sehr baufällig, dazu sowieso im Walde gelegen, nicht mehr bewohnt werden, sondern über kurz oder lang abgebrochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Suche /Bohrung nach Trinkwasser zur Versorgung einer bei Torfbrücke geplanten Villenkolonie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Planung einer Villenkolonie am Ostsee-Ufer im Revier Torfbrücke&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Die Sylvesterflut dringt bis an die Häuser von Torfbrücke vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1921&lt;br /&gt;
:Einweihung des Gedenksteins für den im Weltkrieg gefallenen Forstinspektor Max Garthe an der Reminschen Wiese &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1.Mai&lt;br /&gt;
:Der Torfbrücker Oberförster Schmidt-Wulffen begeht mit seiner Familie Selbstmord.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die heutige Zeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:FR Torfbrücke Fünf Brüder OZ 2004 a.jpg|thumb|250px|rechts|FR Torfbrücke Fünf Brüder OZ 2004]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1992&lt;br /&gt;
:2.1. Das neu gegründete Stadtforstamt der Hansestadt Rostock nimmt seine Arbeit auf.&lt;br /&gt;
:Im April ergeht der Zuordnungsbescheid über die ersten Flächen aus dem bisherigem Bestand des Staatlichen Forstwirtshaftsbetriebes (StFB)&lt;br /&gt;
:Die Arbeit beginnt mit der Wiedereinrichtung der historischen Revierstruktur von 1810 mit den fünf Revieren Hinrichshagen, Schnatermann, Torfbrücke, Wiethagen und Meyershausstelle.&lt;br /&gt;
:Revierförster ist Stefan Schlüter&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2013&lt;br /&gt;
:Der Ort hat 52 Einwohner und ist der nördlichste Stadtteil der Hansestadt Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte von Torfbrücke - Die Furt am Stromgraben und der nördlichste Punkt Rostocks==&lt;br /&gt;
[[Datei:IMG 20170226 0024.jpg|thumb|rechts|600px| Carl Malchin &amp;quot;Torfbrücke&amp;quot; um 1890 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
:Autofahrer sind gedanklich meist schon an ihrem Ziel, dem Seeheilbad Graal-Müritz, wenn sie auf ihrem Wege dorthin die unscheinbare blaue Brücke über den Stromgraben überqueren. &lt;br /&gt;
:Manch einer bemerkt gar nicht, das die zuvor passierten gepflegten Häuser am Straßenrande laut Ortseingang zum Rostocker Stadtgebiet gehören. &lt;br /&gt;
:Seit einem dreiviertel Jahrtausend bereits findet sich an dieser Stelle der nördlichste Punkt der Hansestadt Rostock. &lt;br /&gt;
:Das Örtchen Torfbrücke selbst verdankt seiner „Grenzlage“ auch seine Entstehung. &lt;br /&gt;
:Sicher um einiges älter, zeichnet der Rostocker Stadtfenderich Lust im Jahre 1696 eine Karte der Heide mit der „torf Brüg“, einer Brückenquerung für den Verbindungsweg zwischen Rostock und dem Fischland.&lt;br /&gt;
:Der Vermessungsingenieur Graf Schmettau zeichnet im Jahre 1788 in seiner Karte ein Jägerhaus ein, der Vorläufer der leider erst in jüngster Zeit abgerissenen Försterei, um den sich bald darauf drei weitere Katen versammeln. &lt;br /&gt;
:Bis 1909 waren die Häuser des zu jener Zeit hansestädtischen Dorfes Rövershagen zugehörig. &lt;br /&gt;
:Die städtische Bürgervertretung hatte nun entschieden Torfbrücke zur selbstständigen Ortschaft unter dem Dach der Hansestadt zu erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zeitungsschlagzeilen machte das Dorf nur einmal, im September des Jahres 1877, als hier eine grausame Bluttat entdeckt worden war. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Zeitung jener Tage ist zu lesen: &lt;br /&gt;
:„Über die bereits erwähnte Mordthat in der Rostocker Heide erfahren wir heute folgendes Nähere. &lt;br /&gt;
:Das beim Jäger Keding zu Torfbrücke dienende Mädchen Luise Halwes war am letzten Dienstag nach dem „Neuen Kruge“ an der Rostock - Ribnitzer Chaussee geschickt und kehrte zur festgesetzten Zeit nicht zurück. &lt;br /&gt;
:Ihr Dienstherr, dadurch beunruhigt und einen Unfall fürchtend, veranlaßte eine allgemeine Durchsuchung des Gehölzes, bei welcher wie bereits gemeldet, die Halwes am Mittwoch Morgen mit durchschnittenem Halse und augenscheinlich von fremder Hand getödtet vorgefunden wurde. &lt;br /&gt;
:Der Verdacht der That richtete sich alsbald gegen einen 21jährigen Seefahrer J.Suhr, welcher in Ribnitz geboren und später mit seinen Eltern nach Torfbrücke verzogen ist. &lt;br /&gt;
:Derselbe hatte sich besonders dadurch verdächtig gemacht, daß er sich nicht wie alle übrigen Bewohner von Torfbrücke an den Nachforschungen nach dem :vermißten Mädchen beteiligt, auch nach Auffindung der Leiche sich von dem Orte der That fern gehalten hatte. &lt;br /&gt;
:Das hiesige Criminalgericht, welches sich zur Aufnahme des Thatbestandes gestern nach Torfbrücke begeben hatte, verfügte die Verhaftung des Suhr, welche noch gestern erfolgt ist.  &lt;br /&gt;
:Wie man erzählt hat Suhr schon dem die Verhaftung vollziehenden Beamten gegenüber sofort ein umfassendes Geständnis abgelegt. &lt;br /&gt;
:Darnach hat er die Halwes mit der er im Gehölze zusammengetroffen, mit unsittlichen Anträgen verfolgt und sie dann thätlich angegriffen. &lt;br /&gt;
:Das Mädchen hat sich tapfer gewehrt und mit der Anzeige des Vorfalls gedroht. &lt;br /&gt;
:Hierdurch aufgebracht, hat Suhr einen am Wege liegenden Knittel ergriffen und der davon eilenden Halwes von hinten einen Schlag über den Kopf versetzt, der sie betäubt zu Boden gestreckt hat, worauf er sie durch  Durchschneiden des Halses völlig getödtet hat. &lt;br /&gt;
:Die ermordete Luise Halwes ist 21 Jahre alt und ebenfalls aus Ribnitz gebürtig; ihre Eltern sind bereits verstorben. &lt;br /&gt;
:Sie wird als ein tüchtiges und treues Mädchen bezeichnet und war mit einem in der Nachbarschaft von Torfbrücke dienenden jungen Manne verlobt.“ &lt;br /&gt;
:Der ruchlose Mörder büßte seine Tat schließlich mit dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das alte und das neue Forsthaus Torfbrücke===&lt;br /&gt;
:Das erste Forsthaus ist 1788 erbaut worden und 1890 abgenbrannt. (bislang kein Bild bekannt)&lt;br /&gt;
:Das neue Forsthaus ist 1891 erbaut worden.&lt;br /&gt;
:KFC TB 56&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke 1930.jpg|thumb|550px|links|Das &#039;&#039;&#039;neue&#039;&#039;&#039; Forsthaus Torfbrücke hinter der alten Forstscheune 1930]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Forsthaus Torfbrücke um 1910.jpg|thumb|480px|rechts|Das &#039;&#039;&#039;neue&#039;&#039;&#039; Forsthaus Torfbrücke um 1910 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Revier Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und frühgeschichtliche Funde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Funde zwischen Rosenort und Uhlenflucht]]&lt;br /&gt;
* [[Jörg Ansorge und Sigmund Oehrl &amp;quot;Ein völkerwanderungszeitlicher Bernsteinanhänger mit Runeninschrift vom Ostseestrand der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Spuren aus der Ur- und Frühgeschichte finden sich zwischen Rosenort und Wiedort an den Abbruchkanten der Küste im Torfbrücker Revier.&lt;br /&gt;
:Diese Funde sind dann oft auch durch ihren Fundplatz in der Meeres-Dünung &amp;quot;gerollt&amp;quot;, also abgeschliffen.&lt;br /&gt;
:Fundorte an der Küste, an denen vor rund 100 Jahren Eugen Geinitz, Robert Beltz, Ludwig Krause oder vor rund 50 Jahren Otto Kolp, Hans Wendt, Hubert Westphal Funde gemacht haben, liegen inzwischen, bei Berücksichtigung des Küstenrückgangs, 50 - 100 und noch mehr Meter von der Küste entfernt im Meer. &lt;br /&gt;
:Der wendische Wohnplatz am Stolperort, den Ludwig Krause und Robert Beltz 1925 beschreiben, ist also schon lange vom Meer verschlungen. 1995 im Spülsaum vor dem Rosenort gefundene wendische Schmuckperlen verschwanden als &amp;quot;Urlaubs-Andenken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Heidekaufvertrag von 1252 und die acht Hufen des Doberaner Klosters===&lt;br /&gt;
;Der Stromgraben - seit mehr als einem dreiviertel Jahrtausend die Stadtgrenze Rostocks&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Als am 25. März 1252 Fürst Borwin III. den Rostockern die Kaufurkunde über die, fortan als &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; bezeichnete Waldfläche,ausstellen läßt, findet sich inmitten des Textdokumentes eine Klausel, das: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;...die 8 Hufen am Zarnetzstrom, die durch unsere Gnade dem Eigentum der Mönche von Doberan gestiftet sind...&amp;quot; von dem Verkauf ausgeschlossen sind.&lt;br /&gt;
:(Zarnetzstrom ist einer der vielen Namen, die der Stromgraben über die Jahrhunderte trägt)&lt;br /&gt;
:Eine Hufe entspricht nach ihrer Bodenbonität, mit unterschiedlicher Flächengröße in Abhängigkeit von der Bodenqualität, dem Grund und Boden auf dem die Existenz einer Bauernstelle gesichert ist.&lt;br /&gt;
:Heute ist vergessen, wo die Fläche der Doberaner Zisterzienser lag, um 8 Höfe einzurichten. Weitere Spuren in alten Dokumenten sind nicht zu finden. &lt;br /&gt;
:Gerade diese zweizeilige Passage in der  Heidekaufurkunde (und nur die) ist in den darauf folgenden Jahrhunderten dem &amp;quot;Mäusefraß&amp;quot; zum Opfer gefallen.&lt;br /&gt;
:Warscheinlich haben die &amp;quot;Mäuse&amp;quot; dreihundert Jahre später, in der Reformationszeit, der Zeit als die meisten Klöster des Landes aufgelöst wurden, zugebissen. &lt;br /&gt;
:Man kann annehmen, daß es sich dabei um die heutige Gemarkung von Graal- (dem Westteil von Graal-Müritz) handelt, da diese etwa einer Flächengröße von 8 Hufen jener Zeit entspräche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1332 -  Durch Landerwerb bis zum &amp;quot;Grothen Strom&amp;quot; (Stromgraben) kommt es, rund achtzig Jahre nach dem Heideverkauf, nordöstlich an die Rostocker Heide angrenzend, zur Gründung eines zweiten Hofes &amp;quot;up den Grahl&amp;quot;. (MUB XIII 7680) &lt;br /&gt;
:Beide Höfe (Müritz und Grahl) werden von Nonnen des St. Claren Klosters Ribnitz bewirtschaftet und von Büdnern aus Dierhagen, die Hand- und Spanndienste leisten müssen, unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Stromgraben und seine Mündung (nördlichster Punkt Rostocks)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: _KFC p53/54&lt;br /&gt;
:-Schleusen, Sperrwerke, Übergänge&lt;br /&gt;
:-Furt &amp;quot;Torf Brügg&amp;quot; und Zoll&lt;br /&gt;
:-Karten-Galerie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von der Winkeleiche bis zum Meer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche und Stromgraben Kartenausschnitt Bühring 1924.jpg|thumb|links|750px|RH Winkeleiche Stromgraben Grenzgraben und Hale Bach Kartenausschnitt Bühring 1924]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche 1.JPG|thumb|zentriert|250px|RH Winkeleiche 1]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche 2.JPG|thumb|rechts|250px|RH Winkeleiche 2]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche 3.JPG|thumb|rechts|250px|RH Winkeleiche 3]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bald nach dem Kauf der Rostocker Heide wurde die Grenze zwischen den fürstlichen Waldungen und den nun städtischen Waldungen ein Graben angelegt die vermeintliche Aufgabe Wasser zu führen war eher untergeordnet. Das Hauptaugenmerk lag bei seiner Anlage lag darin, die im Vertrag neu gezogene Eigentumsgrenze der nunzweigeteilten Nordöstlichen Heide deutlich sichtbar zu machen.&lt;br /&gt;
:Seit Jahrhunderten, und in unseren Tagen noch immer, kommt der Winkeleiche eine besondere Rolle als markanter Grenz- und Vermessungspunkt zu. Die an diesem Grenzpunkt stehende schon viele Generationen alte und mächtige Stieleiche ist bereits die zweite an diesem Genzpunkt. Als deren Vorgängerin bereits vor rund zweihundert Jahren ihr von der Natur bestimmtes Ende fand pflanzte und ersetzte man sie durch das nunmehr zu einem beachtlichen Naturdenkmal herangewachsene Exemplar.&lt;br /&gt;
:Bei der Winkeleiche an der Südwestecke der Seekenwiese im Meiershaussteller Revier stößt der (meist wasserlose Grenzgraben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &amp;quot;Der Stromgraben&amp;quot; Auszug aus H.F. Beckers Heidechronik &#039;&#039;&#039;1839&#039;&#039;&#039;====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;STROMGRABEN&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; &amp;quot;Dieser Graben hat einen gedoppelten Zweck, er ist der Grenzgraben zwischen der Großherzoglichen Gelbensander Forst und der Rostocker Heide, und dient zugleich zum Hauptabzug des Waßers aus beiden Waldungen.&lt;br /&gt;
:Er erstreckt sich von der Ostsee zwischen der Torfbrücke und Grahl nach Gelbensande hin, biegt sich dort und geht auf Oberhagen, macht daher eine deutliche Grenze. Seinen Namen behält er eigentlich nur bis nach Gelbensande. &lt;br /&gt;
:Dieser Theil ist lange vorhanden gewesen, wahrscheinlich in Form eines Baches, den man beim Ankauf der Heide den Zernitzstrom genannt haben mag. &lt;br /&gt;
:Der zweite Theil von Gelbensande bis zur Oberhäger Feldmark ist zur Zeit der Herzoglichen Commißion erst gegraben &#039;&#039;(um 1766)&#039;&#039;, und sind dadurch die Grenzzeichen – als Pföste, Grenzbäume und Steine, überflüßig geworden. Der letzte Theil besteht nur aus einem Graben von 6 – 8 Fuß, der erstere aber vom Ausfluß ins Meer an, in einer Breite von 12 bis 15 Fuß, die sich bei Gelbensande hin verringert.&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;1765&#039;&#039;&#039; begann die Herzogl. Commißion ihre Arbeit mit Revision der Grenzen. &lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1766&#039;&#039;&#039; ward die Grenze zwischen der Großherzl. Gelbensander Forst und der Rostocker Heide genau bestimmt und die Ziehung der Gräben beschlossen. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Grenzbesichtigung war eine Deputation ernannt, die von fürstlicher Seite aus dem Oberamtmann Brand, von Seiten der Stadt aber aus dem Senator Koppe, Bäcker Nebel und Forstinspector Möller bestand, sowie dem Secretair Eyller und &#039;&#039;&#039;Ingenieur Dost&#039;&#039;&#039;. Nachdem die Richtung des Grabens bestimmt worden, wurde das Holz von dem Striche, welches durch die Linie sowohl von der Gelbensander Forst als Stadtheide abgeschnitten worden taxirt, und es tratt eine Ausgleichung zwischen beiden Partheien ein. Die Acten hierüber liegen im Forstarchiv im besonderen Fascicul von &#039;&#039;&#039;1766&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Das Resultat der Vereinigung war kurz nachstehendes: &lt;br /&gt;
:Als Basis nahm man an daß die Aufräumung des Grenzgrabens von beiden Seiten gemeinschaftlich und also mit gleichen Kosten statthaben solle. &lt;br /&gt;
:Nun fand es sich aber, daß bereits von Seiten der Stadt Rostock allein beim Landkruge 49 ½ Ruten Graben auf Stadt Grund und Boden, etwa 2 Fuß von der eigentlichen Scheide, gezogen worden waren. &lt;br /&gt;
:Diesen Graben nahm man als einen Theil des Scheidegrabens an, und vereinigte sich dahin, daß das Holz des abgeschnittenen kleinen Strichs von 2 Fuß bereits taxirt und ersetzt der Boden aber vom Benkenhäger Felde der Heide zugelegt ward. &lt;br /&gt;
:Da aber die Stadt den Graben hatte auf alleinige Kosten ziehen laßen, so sollte er von der Gelbensander Forst das nächste mal wieder allein aufgeräumt werden, welche auch &#039;&#039;&#039;1779&#039;&#039;&#039; geschehen ist. &lt;br /&gt;
:Seitdem ist der ganze Graben gemeinschaftlich aufgeräumt worden. &lt;br /&gt;
:Es hatte sich bei der Aufräumung gezeigt, daß die Stellung&lt;br /&gt;
:(72) gleicher Mannschaft zur Aufräumung wie zur Reinigung einzelner verstopfter Theile, mit vielen Inconveniencien verbunden gewesen, denn bald hatte es diesem bald jenem Theil an Arbeitern gefehlt, auch hatte die Bestimmung der Zeit der Arbeit Differenzen und Aufschub veranlaßt. Man beschloß daher &#039;&#039;&#039;1779&#039;&#039;&#039; den Haupttheil dieses Grabens, nämlich den breitesten Theil in zwei gleiche Theile zu theilen, und als dann durchs Loos zu entscheiden, wem der öbere und wem der untere Theil zufallen würde. &lt;br /&gt;
:Zu dem war ein Pfosten N: 4 in der Grahler Wiese gesetzt und ein zweiter am Ende des Seekenbruchs. &lt;br /&gt;
:Strecke ward gemeßen und die Mitte durch einen Pfosten bezeichnet, der in der Mitte des Schwarzen Bruchs steht. &lt;br /&gt;
:Jetzt schritt man zur Cavelung und es fiel der Herzogl. Forst das untere Ende von der Grahler Wiese bis zur Mitte des schwarzen Bruchs, der Stadt aber das obere Ende vom schwarzen Bruch bis zur &#039;&#039;&#039;Winkeleiche&#039;&#039;&#039;, oder Ende des Seekenbruchs zu. &lt;br /&gt;
:Nun blieb von ersterem  Graben noch eine Strecke übrig, welche von dem Pfost in der Grahler Wiese sich bis an die Meeres Dühne erstreckt, diese wird auf gemeinschaftliche Kosten aufgeräumt. &lt;br /&gt;
:Alsdann ist noch nöthig den Durchlauf durch die Dühne ins Meer offen zu halten. Da diese Oeffnung oft von den Wellen durch Sand verschlagen wird und es wegen der Entlegenheit vom Dorf äußerst beschwerlich ist jedesmal Arbeiter dorthin zu senden, so übertrug man es den beiden Holzwärtern zu Grahl und auf der Torfbrücke gegen eine Remuneration von jährlich 4 Thaler an jeden, beim Andrang des Waßers im Graben sogleich den Ausfluß desselben durch die Dühne zu befördern, und die Öffnung zu reinigen. Man hatte die Breite des Grabens vom Meer bis zur Winkeleiche zu 12 Fuß bestimmt, durch Einsinken der Borte ist der Graben aber an mehreren Stellen bedeutend breiter geworden. &lt;br /&gt;
:Für den übrigen Graben von der Winkeleiche bis Oberhagen waren 6 Fuß als Normalbreite festgesetzt, und wird dieser Graben auf gemeinschaftliche Kosten aufgeräumt.&lt;br /&gt;
:(73) In diesen Verhältnißen stehen diese Gegenstände noch. &lt;br /&gt;
:Ich kann hiebei nicht unbemerkt laßen, daß der Stromgraben in aeltern Zeiten in der Grahler Wiese seinen Lauf etwas verändert und eine kleine Wiese vom Rostockschen Theil abgeschnitten hat, die man jetzt &#039;&#039;&#039;Grahler Bollenwiese&#039;&#039;&#039; nennt. Man hätte dies Stück sogleich reclamiren sollen, man hat es aber wohl der Mühe nicht werth gehalten auf Restitution einer Serpentine die sich selbst ausgeglichen anzutragen. &lt;br /&gt;
:Die Sache ist längst verjährt und beruht nur auf mündliche Traditionen, als &#039;&#039;&#039;1765&#039;&#039;&#039; die Vermeßung der Heide eintrat. &lt;br /&gt;
:Es ist nach den angegebenen Verhältnißen in der Folge dieser Stromgraben öfterer aufgeräumt worden als &#039;&#039;&#039;1790, 1794, 1808, 1817&#039;&#039;&#039; pp. und geschiehet dies auch noch jetzt so bald er sich gefüllt oder verstopft hat.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;H.F.Becker&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Forstinspector&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;1839&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Der Stromgraben im fürstlichen Regulativ von 1774====&lt;br /&gt;
;Bis in das 18. Jahrhundert wurde der Stromgraben auch als &amp;quot;Gränenstrom&amp;quot; bezeichnet.&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostocker Heide Regulativ §66 zu Stromgraben.jpg|thumb|links|700px|RH Der Stromgraben im fürstlichen Regulativ von 1774 §66 zum ersten Schleusenbau an der Stromgrabenmündung]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke RH Stromgraben mit dem Jungfernstieg am Indianersteig (rechts im Kartenausschnitt).jpg|thumb|links|1000px|RH Torfbrücke RH Stromgraben mit dem &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig (rechts im Kartenausschnitt) 1924 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke Jungfernstieg am Indianersteig um 1914.jpg|thumb|links|650px|RH Torfbrücke &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig um 1914 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke Jungfernstieg am Indianersteig um 1925.jpg|thumb|zentriert|350px|RH Torfbrücke &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig um 1925 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; + Text einfügen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Stromgrabenschleuse 1909 Bühring.jpg|thumb|rechts|1000px|RH DTorfbrücke RH Stromgraben mit dem &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig (rechts im Kartenausschnitt) 1924 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Stromgrabenschleuse um 1910.jpg|thumb|rechts|550px|RH Torfbrücke, erstes Schleusenbauwerk an der Stromgrabenbrücke um 1925 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; + Text einfügen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Schleusenbilder über die Jahrhunderte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:RH Stromgrabenschleuse 1909 Bühring.jpg|RH Stromgrabenschleuse 1909 Bühring&lt;br /&gt;
Datei:RH Stromgrabenschleuse um 1910.jpg |RH Stromgrabenschleuse um 1910&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: *[[Datei:Graal 1911 mit Moriturigruppe.jpg|thumb|rechts|550px|RH Graal 1911 mit Moriturigruppe Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Morituri&amp;quot; = Die Todgeweihten, nannte man einige sehr alte, vom Wind gezauste Kiefern unmittelbar in der Nachbarschaft der Stromgrabenschleuse, die das Meer sich in absehbarer Zeit holen würde. Sie waren ein oft verewigtes Motiv von teilweise auch berühmten Malern z.B. Karl Rettich und Egon Tschirch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anekdote: Die Stromgrabenmündung, Haus Uhlenflucht und wie es mit der Freiköperkultur begann ===&lt;br /&gt;
:Genau genommen sogar bis in unsere Tage oblag und obliegt dem Revierförster des Torfbrücker Reviers auch die Funktion des Strandvogtes an der Ostseeküste zwischen Rosenort und der Stromgraben-Mündung.&lt;br /&gt;
:Schon seit seinem Diensteintritt 1918 als Forstinspektor begann Charles Bencard die Rostocker Heide der sprunghaft wachsenden Bewegung von Wander- und Naturvereinen zu öffnen&lt;br /&gt;
:Mit der Einweihung von &amp;quot;Haus Uhlenflucht&amp;quot; im Juni 1921, unweit der Stromgrabenmündung, erlangte der Naturtourismus entlang der Heideküste einen bemerkenswerten Aufschwung. &lt;br /&gt;
:Aus allen Teilen Deutschlands anreisend, machten junge Großstädter zahlenmäßig einen herausragenden Anteil unter diesen Küstenbesuchern aus. &lt;br /&gt;
:Vielfach aus den dortigen, nicht unbedingt gut situierten, Arbeitervierteln kommend, verbrachten sie ihre Ferien nun hier am Ostseestrand in der Weite der Landschaft in Freiheit und Freizügigkeit.&lt;br /&gt;
:Man begann die ungezwungenen, gänzlich unbekleideten Badefreuden immer mehr zu schätzen und zu genießen.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Strandhüpfer vom Haus Uhlenflucht&amp;quot;, wie man sie bald nannte, trafen sich zum Badevergnügen am liebsten unter den &amp;quot;Morituri-Bäumen&amp;quot;, neben der Stromgrabenmündung.&lt;br /&gt;
:Hier an der Bachmündung endete das Zuständigkeitsrevier des Rostocker Strandvogtes. Die Graaler Obrigkeit hatten auf der anderen Seite ihren eigenen Strandvogt mit Polizeigewalt.&lt;br /&gt;
:Bis Mitte der 1930er Jahre unterlag das Freikörperbaden einem strengen Verbot, ganz besonders nach dem sogenannten preußischen Zwickel-Erlaß 1932.&lt;br /&gt;
:Es oblag den Strandvögten dem unmoralischen Treiben am hiesigen Heidestrand ein Ende zu setzen und es mittels hoher Strafen zu ahnden.&lt;br /&gt;
:Wenn, rechtzeitig sichtbar der Heide-Strandvogt im Anmarsch war ertönte ein Warnsignal den Strand entlang und alle unbedeckten Strandbesucher &amp;quot;hüpften&amp;quot; einmal über die Stromgrabenmündung, wo die Polizeigewalt des Stranvogtes oder Försters nicht hinreichte.&lt;br /&gt;
:Wenn sich der Graaler Strandvogt gelegentlich auch einmal mit dem selbigen Polizeiauftrag näherte &amp;quot;hüpfte&amp;quot; man dann eben in die Rostocker Heide, also auf die Rostocker Seite des Stromgrabens und drehte dem jeweiligen Vogt eine Nase.&lt;br /&gt;
:Daß sich die Freikörperkultur noch heute hier am Heidestrand und besonders beim Campingplatz Uhlenflucht großer Beliebtheit erfreut hat aber sicher nichts mehr mit der Gewohnheit des &amp;quot;Stromgraben-Hüpfens&amp;quot; zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Sturmhochwasser, die Sperrwerke und der Küstenschutz===&lt;br /&gt;
noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===  Das Waldhaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH WAldhaus um 1910.jpg|500px|rechts|thumb|Das Waldhaus um 1910 (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Name und erstes Vorkommen&lt;br /&gt;
:Das Waldhaus gehört nach dem Rostocker Adressbuch von 1898 zu Torfbrücke, in dessen Revier es ja auch liegt.&lt;br /&gt;
:Bis zum 22. Oktober 1906 aber gehörte Torfbrücke auch noch zu [[Rövershagen]] und somit auch das Waldhaus.&lt;br /&gt;
:Erst durch ein Ratsdekret wurden die bisherigen Wohnplätze Torfbrücke und Waldhaus zu einer selbständigen Ortschaft &amp;quot;[[Torfbrücke]]&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:(LKr 1906) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1871&lt;br /&gt;
:Einlieger Friese im Waldhaus in den Rostocker Stadtrechnungen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1909	&lt;br /&gt;
:Im Waldhause wohnte seit mehreren Jahren schon bloß noch eine Familie. &lt;br /&gt;
:Am Ostern 1909 ist auch diese fortgezogen. &lt;br /&gt;
:Seitdem steht das Waldhaus leer und soll, weil sehr baufällig, dazu sowieso im Walde gelegen, nicht mehr bewohnt werden, sondern über kurz oder lang abgebrochen werden. &lt;br /&gt;
:Dafür ist vor einigen Jahren bereits ein neuer dritter Forstarbeiterkaten in Torfbrücke gebaut worden, der von 4 Familien bewohnt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Ab Beginn des ersten Weltkrieges, bis zum Ende des Krieges diente das Waldhaus als Unterkunft für Kriegsgefangene und zwangsverpflichtete Fremdarbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Das Waldhaus&amp;quot; ]] Auszug aus R.u.A. Ahrens &amp;quot;Die Heide - Das Kleinod der Stadt Rostock&amp;quot; 1919&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das alte Waldhaus als Wanderherberge&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Waldhaus SAJ 1931.jpg|400px|rechts|Das Waldhaus 1931(HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des ersten Weltkriegs suchten die Mitglieder vieler Vereine in der Rostocker Heide Erholung und Entspannung. Bei Markgrafenheide, dicht an der See, standen die Häuser des Naturheilvereins, des plattdeutschen Vereins &amp;quot;Unkel Bräsig&amp;quot; und andere. In der Schwanberger Heide, auf der Rostocker Seite zwischen Wiedortschneise und Stromgraben entstand &amp;quot;Hus Uhlenflucht&amp;quot; erbaut vom Touristenverein &amp;quot;Die Naturfreunde&amp;quot;e.V. .&lt;br /&gt;
Im Jahre 1920 gestattete die Forstverwaltung auf Veranlassung des Forstinspektors Charles Bencard die Übernahme des Waldhauses durch die sozialdemokatische &amp;quot;Freie Jugend&amp;quot; Rostock, sowie dem &amp;quot;Der Wandervogel&amp;quot;e.V., Bund für deutsches Jugendwandern, Ortsgruppe Warnemünde.&lt;br /&gt;
Die sozialdemokratische Jugend nutzte die Südhälfte, &amp;quot;Der Wandervogel&amp;quot; die Nordhälfte des Hauses. &lt;br /&gt;
Handwerkslehrlinge und junge Vereinsmitglieder verrichteten in der daruffolgenden Zeit alle Arbeiten zur Einrichtung der Herberge.&lt;br /&gt;
Zur Unterstützung waren Jugendgruppen aus Hamburg, Berlin und Stralsund gekommen.&lt;br /&gt;
Von nun an konnte der Verwalter des Hauses und &amp;quot;gute Geist&amp;quot; Karl Planeth über viele Jahre hinaus Jugendgruppen in seinen Wänden beherbergen. Besonderen Wert legten die Vereinsmitglieder stets auf ein gutes Verhältnis zu den Forstleuten, insbesondere zum Torfbrücker Revierförster Hohenstein.&lt;br /&gt;
Später bemächtigte sich die Hitlerjugend des Hauses. Bereits sieben Monate nach deren Übernahme war das Haus in einem erbärmlichen Zustand.&lt;br /&gt;
Am Ende blieb nach einigen hier von der HJ durchgeführten Kriegsspielen nur noch der Abriß. Bald darauf war der Standort des Hauses schließlich aufgeforstet.&lt;br /&gt;
Bemühungen einer Kulturbund-Gruppe unter der Leitung von Werner Kleinfeld, in deren Kern sich frühere Mitglieder der beiden einstigen Vereine befanden, um den Wiederaufbau blieben erfolglos, da inzwischen mehr und mehr Flächen zu miltärischem Sperrgebiet erklärt wurden, was deren Vorhaben letztendlich verhinderte. So mancher dieser alten Wanderfreunde suchte ab 1990 nach Spuren des Waldauses und fand nur dichten Wald am Ort der schönen Erinnerungen.&lt;br /&gt;
:(Autor Wilfred Steinmüller, veröffentlicht in der Ostsee-Zeitung am 10.7.1993)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; * [[&amp;quot;Das Waldhaus in der Rostocker Heide&amp;quot; Pressebeitrag zur Einweihungsfeier der Wanderherberge Waldhaus in der Meckl. Volkszeitung am 29.8.1921]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; * [[&amp;quot;Das Waldhaus in der Rostocker Heide - Zur Geschichte der sozialdemokratischen Arbeiterjugendbewegung Rostocks in der Weimarer Republik&amp;quot;]] Heike Schröder in &amp;quot;Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock NF10 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; * Pressebeitrag von 1931 zum zehnjahrigen Bestehen der Wanderherberge&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Waldhaus 1931 von Heiko Meuser 3.jpg|1000px|links|Beitrag zum 10jährigen bestehen der Wanderherberge Waldhaus 1931 (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Forstwirtschaft im Revier Torfbrücke===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Ch. Bencard 1952 zum Revier Torfbrücke&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Das Forstrevier Torfbrücke ist mit 740 ha Kiefernfläche das größte Kiefernrevier der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:In Torfbrücke fehlen den Kiefern die Altersklassen 81-120, von denen 1929 nur 20 ha vorhanden waren gegen 200 ha normal. ... &lt;br /&gt;
:Der Grund ist nicht ersichtlich. &lt;br /&gt;
:Vieleicht litten die in den Jahren 1840-1860 aufgeforsteten Blößen unter dem wachsenden Wildstand oder nach Aufforstung der vorgefundenen Räumden mit Kiefern wurde mehr Laubholz gepflanzt, da die Rostocker häufig die Bevorzugung der Kiefer bemängeln. &lt;br /&gt;
:Dieses Manko hat sich aber schon jetzt so gebessert, daß nur die Altersklassen 101-120 schwach datiert ist, &lt;br /&gt;
:aber durch &amp;quot;über 120&amp;quot; reichlich ersetzt wird.&lt;br /&gt;
:Torfbrücke zeichnet sich durch die besten und mildesten Furniereichen aus. &lt;br /&gt;
:In dem Laubholzstrich wird man der Traubeneiche einen Vorrang einräumen müssen. &lt;br /&gt;
:In Torfbrücke ist nicht mehr viel Buchenfläche in Nadelhoz umzuwandeln.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Der Holzverladeplatz an der Bäderstraße/Teerofenschneise====&lt;br /&gt;
: +  Dias Haus Müggenburg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH TB Ladestelle Müggenburg Gleisplan.jpg|thumb|500px|links|RH TB Ladestelle Müggenburg Gleisplan ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH TB Bahn-Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz 1952 b Foto- Otto Kolp.jpeg|thumb|300px|rechts|RH TB Bahn-Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz 1952 a Foto: Otto Kolp]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH TB Bahn Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz a.jpg|thumb|300px|rechts|RH TB Bahn-Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz 1952 b Foto: Otto Kolp)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Die Reparationseinschläge===&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Nutzungseinschnitte 1945ff Zeichnung Otto Kolp 1953.jpg|thumb|rechts|450px|RH Nutzungseinschnitte in der Rostocker Heide zwischen 1945 und 1951 Zeichnung Otto Kolp 1953)]]&lt;br /&gt;
erg Kolp&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Titaneisensand und Sensenstreicher===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fruchtbare Handelsbeziehungen entwickelten die Bewohner Torfbrückes Ende des 19. Jahrhunderts mit dem &amp;quot;Sträkmacherdorf&amp;quot; Thulendorf, bei Sanitz. Die hier gefertigten &amp;quot;Sträk&amp;quot;, Sensenstreicher und Messerschärfer waren durch ihre besonders gute Qualität in der Gegend berühmt. Das Geheimnis dieser ausgesprochen gut funktionierenden und langlebigen Schärfinstrumente rührte vom Ostseesand und Heideteer her. Im Strandabschnitt des Torfbrücker Forstreviers fand sich besonders viel &amp;quot;Rotsand&amp;quot;, dessen Farbe durch hohe Anteile an Titaneisen, Korund und Granat entsteht. Dieser Grundstoff fachgerecht vermengt mit dem in der Heide gewonnenen Teer, war der gehütete Kern der begehrten Werkzeuge. Ganze Fuhrwerksladungen dieser Grundstoffe nahmen ihren Weg zu den Herstellern. Kostete doch das Scheffel solchen Seesandes nur drei Mark. Schließlich verbot die Obrigkeit den Sandhandel, verursachte der doch hier inzwischen einen unübersehbaren Küstenrückgang, dem es Einhalt zu gebieten galt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Vermessungsturm===&lt;br /&gt;
;1906 bis 1911&lt;br /&gt;
:Findet die Neuvermessung der gesamten Rostocker Heide statt. &lt;br /&gt;
:Im Ergebnis entstehen am Ende eine Mutterkarte und  7 Wirtschaftskarten der einzelnen Reviere. &lt;br /&gt;
:1.Revier Hinrichshagen u. Markgrafenheide&lt;br /&gt;
:2. Revier Schnatemann&lt;br /&gt;
:3. Revier Wiethagen/ Wallensteinslager&lt;br /&gt;
:4. Revier Meiershausstelle und Lünenburg&lt;br /&gt;
:5. Revier Tofbrücke&lt;br /&gt;
:6. Revier Willershagen&lt;br /&gt;
:7. Revier Cordshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Anmerkung:Die Karten 1. bis 6. fanden später unter anderem, modifiziert, Verwendung als Beilage in L. Krauses Flurnamenbuch. (AHR 1.4.17 250)&lt;br /&gt;
: * [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]unter Verwendung der oben genannten Wirtschaftskarten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zur Vorbereitung der Vermessung]] Rostocker Zeitung (RZ) 27.10.1909&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:RH der 1906 zu kartographischen Vermessungen im Auftrag von Vermessungsingenieur Bühring erbaute trigonometrische Turm.jpg|der 1906 zu kartographischen Vermessungenerbaute trigonometrische Turm (Quelle: aus der Dissertation von Dr. Otto Kolp)&lt;br /&gt;
Datei:Pressemeldung nach erfolgtem Bau des Turmes Rostocker Anzeiger am 13ten Mai 1907.jpg|Pressemeldung nach erfolgtem Bau des Turmes, Rostocker Anzeiger  am 13. Mai 1907)&lt;br /&gt;
Datei:Der Trigonometrische Turm bei Torfbrücke auf einer Postkarte 1911.jpg|Der trigonometrische Turm auf einer Postkarte 1911&lt;br /&gt;
Datei:RH Torfbrücke Turm ca 1960.jpg | Der trigonometrische Turm um ca. 1960&lt;br /&gt;
Datei:RH Karte Bühring 1907.jpg|Übersichtskarte der Reviere als eine der Karten nach der Bühringschen Vermessung 1907 (Quelle:Heidearchiv Steinmüller)&lt;br /&gt;
Datei:Kosten des Turmes.jpg|In der Rostocker Bürgervertretung werden am 18. Februar gestiegene Baukosten des Turmes nachbewilligt&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anekdote:&lt;br /&gt;
:Als der Vermessungsingenieur Bühring zu Beginn seiner Vermessungs- und Kartierungsarbeiten zum Leuchtturm Darßer Ort &amp;quot;ins preußische&amp;quot; reist um per Triangulationsvermessung zwischen Warnemünder und Darßer Leuchtturm den zukünftigen Standort des Vermessungsturmes in der Rostocker Heide einzumessen, mißtraute der dortige Leuchtturmwärter diesem merkwürdigen Mann und seinem eigenartigen Gebaren mit &amp;quot;verschiedenartigen optischen Spioniergeräten&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Er hielt ihn für einen ausländischen Spion und verständigte umgehend die preußische Polizei.&lt;br /&gt;
:Bei der bald darauf erfolgten Festnahme und den strengen Vernehmungen im Polizeigewahrsam stellte sich jedoch heraus, daß er nur ein &amp;quot;harmloser Mathematiker aus dem Mecklenburgischen&amp;quot; war und man ließ ihn gewähren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Rosenort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die bekanntesten Namen mit &amp;quot;Ort&amp;quot; an der Rostocker Heideküste sind besonders herausragende Ecken im Verlauf des Ostseestrandes.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Heide- oder Rosenort&amp;quot;, von den Warnemündern auch &amp;quot;de Snut&amp;quot; oder &amp;quot;de hoge Snut&amp;quot; genannt, sowie der unmittelbar benachbarte &amp;quot;Stolper- oder Stoffelurt&amp;quot; finden seit mehr als 250 Jahren immer wieder besondere Erwähnung.&lt;br /&gt;
:Nicht nur weil Fischländer Fischer hier in der Herings-Saison über viele Generationen ihre Lager aufschlugen und Buden errichteten.&lt;br /&gt;
:Eine Direktorialkarte von 1765 gibt auf jenem Küstenvorsprung unmittelbar nordöstlich benachbart vom Heiligen See die &amp;quot;Herrings Bude&amp;quot; an. &lt;br /&gt;
:Auf der Karte des Grafen Schmettau im Jahre 1788 findet sich der Name &amp;quot;Fischer Bude&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Konnte man doch von der Höhe des Landvorsprunges die gesamte Rostocker Küste über fast 15 km Länge, von der Stoltera bis fast zur Stromgrabenmündung überblicken. &lt;br /&gt;
:Bevor die Romantiker im 19. Jahrhundert die Imposanz und Schönheit dieses Rundblickes entdeckten, nutzte das Militär diesen erhöhten Blickpunkt mit Weitsicht.&lt;br /&gt;
:Am 19.Dezember 1806, die napoleonischen Truppen hatten inzwischen auch Mecklenburg besetzt, ließen sich die hierher abkommandierten französischen Soldaten eine komfortablere Behausung mit einem Lichtsignalbaum (ein hölzerner Wippbaum mit einer entzündbaren Teertonne an der Spitze) davor errichten. Angesichts der inzwischen verhängten Kontinentalsperre hatten sie in erster Linie den Schmuggel der Küstenbewohner und die Verbindungsaufnahme mit englischen Schiffen zu unterbinden.&lt;br /&gt;
:Am 11. November 1813 wurde der Spieß umgedreht. Die mecklenburgische Landwehr hatte nun hier Posten bezogen, um Anlandungen von See her, der vor Moskau geschlagenen Grande Armee, so sich denn Teile von ihnen über die Ostsee nach Westen zurückzogen, zu verhindern.&lt;br /&gt;
:1831 war es ein anderer gefährlicher Feind der hier durch einen Militärposten (mit einer Behausung) abgewehrt werden sollte, die Cholera, deren Epidemie sich schließlich über ganz Europa ausbreitete und ihre Opfer suchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Rosenort in Kartenausschnitten und Luftbildern===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Lust Reiterkarte 1696 Ausschnitt.jpg| Auf der Lustschen Karte von 1696 noch &amp;quot;auf den hogen uffer&amp;quot; statt &amp;quot;Rosenort&amp;quot; und kein Gebäude &lt;br /&gt;
Datei:Schmettau Rostocker Heide Ausschnitt 1788.jpg|1788 Auschnitt Schmettau-Karte  mit &amp;quot;Fischer Bude&amp;quot; an Stelle des Rosenortes&lt;br /&gt;
Datei:H F Becker Heidekarte 1793 Ausschnitt.jpg|1793 Ausschnitt Becker_Karte mit &amp;quot;Fischerbude&amp;quot; (nicht eingenordet!)&lt;br /&gt;
Datei:1848 Kartenausschnitt Wachenhusen mit Rosenortbude.jpg|1848 Auschnitt Wachenhusenkarte mit &amp;quot;Rosenortbude&amp;quot;&lt;br /&gt;
Datei:Revierkarte Rostocker Heide um 1860 Ausschnitt mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; ohne Bude.jpg| um1860 Revierkarte Rostocker Heide Ausschnitt mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; und ohne Bude&lt;br /&gt;
Datei:1907 Ausschnitt Bühringsche Karte mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; ohne Bude.jpg|1907 Ausschnitt Bühringsche Karte mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; ohne Bude&lt;br /&gt;
Datei:Torfbrücke Rosenort Krause 1926.jpg|1926 Ausschnitt aus der Krauseschen Flurnamenkarte mit Flurnamen &amp;quot;Rosenortbude&amp;quot;&lt;br /&gt;
Datei:Kolp Karte 1 1957 Ausschnitt.jpeg|1957 Heidekarte von Otto Kolp mit Flurnamen &amp;quot;Rosenort&amp;quot; und &amp;quot;Budenberg&amp;quot;&lt;br /&gt;
Datei:Luftbild 2006 Heiliger See und dahinter der Landvorsprung des Rosenortes (Bildautor W.Steinmüller).jpg|Luftbild 2006 Heiliger See und dahinter der Landvorsprung des Rosenortes (Bildautor W.Steinmüller)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===  + Und noch ein Turm (1930-1945) ===&lt;br /&gt;
;noch ergänzen&lt;br /&gt;
: Bis zur kürzlichen Auffindung nebenstehender Dokumente war überdiesn Turm nichts bekannt.&lt;br /&gt;
:sicher ist jedoch das er erbaut worden ist, selbst nach Kriegsende von sowjetischem Militär genutzt und gegen Ende des Jahres 1945 zerstört worden ist.&lt;br /&gt;
:So ist jedoch auch der genaue Standort nicht mehr nachvollziehbar.&lt;br /&gt;
:Hier gilt es aktuell noch weiter zu recherchieren.&lt;br /&gt;
[[Datei:Marine-Peilturm 1.1.11. 198, 01.jpg|thumb|480px|links|zum Marine Peil- und Vermessungsturm 01]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Marine-Peilturm 1.1.11. 198, 03r.jpg|thumb|480px|rechts|zum Marine Peil- und Vermessungsturm 02]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die romantische Ausstrahlung des Rosenortes und seine Wiederspiegelung in Kunst und Literatur===&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Müller-Kaempff Rosenort.JPG|400px|rechts|thumb|&amp;quot;Rosenort&amp;quot; Gemälde von Paul Mueller-Kempff 1923]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Das Wirtshaus zur Stranddistel&amp;quot; Johannes Trojan, Heinrich Seidel und ihre Freunde]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Das Wirtshaus zur Stranddistel&amp;quot; Gedicht von Heinrich Seidel 1884]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Wüstung Müggenburg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geschichte von Müggenburg ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name und erste Erwähnung von Müggenburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Acta in Sachen Klaus Nettelbladt contra Rostock wegen eines Schafstalls in Müggenburg &amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 11. April&lt;br /&gt;
:Albrecht Dobbin notiert in seiner Gewettsrechnung:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Den 4. November mit meinen Herren Collegen H.Jakob Crullen und Herrn Gryphio nach der Marggrauenheyde gewesen das hauß abnehmen, und das holz nach der Muggenborch fuhren laßen und das große hol (Loch) , so aus dem heiligen Sehe in die große Sehe gebrochen besichtigt und wieder zu verfertigen angeordnet, und was dabey vertzehret, haben die burger bey der Heyde richtig gemachet. Zur Müggenborgch benachrichtiget. 6 Schilling Drinkgeld gegeben ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(Quelle:KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
;Auf der Rothermannschen Direktorialkarte von Mittelhagen und Müggenburg von 1765, die das heutige Torfbrücker Revier mit umfaßt, gibt es Born nicht mehr.&lt;br /&gt;
:Im Ratsarchive liegen unter &amp;quot;Stadtprozesse&amp;quot; Auch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; In Vorbereitung!&lt;br /&gt;
:KFC + Gutknecht-Karte&lt;br /&gt;
[[Datei:Ausschnitt aus der Rothermannschen Direktorialkarte von 1765.jpeg|thumb|400px|rechts|um 1920 fertigt der Historiker Ludwig Krause eine Nachzeichnung als Ausschnitt aus der Rothermannschen Direktorialkarte von 1765 (Nachzeichnung)  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Das untergegangene Dorf Müggenburg&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gedenk-Orte im Torfbrücker Revier==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;&#039;Der Gedenkstein für Ludwig Krause auf der Wüstung Müggenburg&#039;&#039;&#039;===&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Revier Torfbrücke Krausestein Foto W Steinmüller.JPG|thumb|600px|rechts|Der Gedenkstein für Ludwig Krause an der Müggenburger Wüstung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Denn keiner hat die Rostocker Heide, ihre natürlichen Verhältnisse und ihre Geschichte so genau gekannt, keiner diese herrliche Waldgebiet so geliebt wie er. ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Ernst Dragendorf in seinem Nachruf 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide, im Torfbrücker Revier, etwa auf der halben Strecke zwischen Hinrichshagen und Graal-Müritz, steht westlich der Landstraße, an der sogenannten Müggenburger Hofstelle ein Gedenkstein. &lt;br /&gt;
:Das für diesen Ort namengebende Dorf Müggenburg war bereits zwei Jahrhunderte zuvor untergegangen. &lt;br /&gt;
:Am Rande eines großen militärischen Sperrgebietes gelegen, geriet dieser Sein in der DDR-Ära fast in Vergessenheit. &lt;br /&gt;
:Inzwischen ist er wieder für viele Heidefreunde ein oft besuchtes Wanderziel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Ludwig Krause.jpg|thumb|350px|rechts|Ludwig Krause 1863-1924)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 19. Juni 1927 setzten hier die Mitglieder des Heimatbundes Mecklenburg ihrem drei Jahre zuvor verstorbenen Mitglied Ludwig Krause ein Denkmal.&lt;br /&gt;
:Krause, Rostocker Stadtarchivar und Heimatforscher, wirkte Mecklenburg weit. &lt;br /&gt;
:Aber die Hansestadt Rostock und hier die Rostocker Heide lagen ihm ganz besonders am Herzen.&lt;br /&gt;
:So ist es auch seiner Initiative zu verdanken, dass der Heimatbund Mecklenburg im Jahre 1908 seine landesweite Flurnamenforschung mit dieser Region begann.&lt;br /&gt;
:Ihm zu Ehren veröffentlichte der Verein für Rostocker Geschichte, postum in den zwei Jahren nach seinem Tod. auch seine bedeutendsten Bücher, die *[[&amp;quot;Topographie Rostocks&amp;quot;]] und * [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
:Als Archivar verbrachte Ludwig Krause sein Leben nicht nur zwischen verstaubten Akten. &lt;br /&gt;
:Unermüdlich wanderte er durch die mecklenburgischen Landschaften und hier am liebsten durch die Rostocker Heide, zeichnete auf, sammelte und archivierte, so daß schließlich die viele hundert Bestandseinheiten umfassende &amp;quot;Krausesche Fundchronik&amp;quot; entstand, die heute zu den besonderen Schätzen des Archivs der Hansestadt Rostock gehört. &lt;br /&gt;
:Fast ebenso umfassend ist der gedruckte regionalgeschichtliche Nachlass der bis in unsere Zeit zu den herausragenden Quellenwerken unseres Bundeslandes Zählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mehr über Ludwig Krause und sein Wirken in der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Garthe-Stein===&lt;br /&gt;
;Die Einweihung des Garthe-Steins am 30. Juli 1921&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
* [[Die Einweihung des Garthe-Steins am 30. Juli 1921]] (Quelle Rostocker Zeitung 2.August 1921)&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
: [[Datei:RH Rev Torfbrücke Der Garthe-Stein an der Reminschen-Wiese Foto W.Steinmüller 2006.JPG|thumb|400px|links| Rev Torfbrücke Der Garthe-Stein an der Reminschen-Wiese Foto W.Steinmüller 2006]]&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
: [[ Datei:Das Weidmannsheil.png  |thumb|400px|rechts| Auf der Rückseite des Steines ließen deren Stifter das &amp;quot;Weidmansheil&amp;quot;, den Ehrenspruch der Deutschen Jägerschaft einmeißeln]]&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Bencard-Stein===&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Bencard Stein.jpg|thumb|600px|links|RH Bencard-Stein beim Rosenort]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH_Bencard_Stein_a.jpg|thumb|350px|rechts|RH Bencard-Stein beim Rosenort a]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Grabstelle des Torfbrücker Revierförsters Schmitt-Wulffen und seiner Familie im Torfbrücker Revier===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Familiengrab Schmitt-Wullfen 2015 Foto1 W.Steinmüller.JPG|Das Grab Schmitt-Wulffen im Jahre 2015 Foto 1 (W. Steinmüller)&lt;br /&gt;
Datei:Familiengrab Schmitt-Wullfen 2015 Foto2 W.Steinmüller.JPG|Das Grab Schmitt-Wulffen im Jahre 2015 Foto 2 (W. Steinmüller)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Am Ort der eingezäunten, mit einem Holzkreuz versehenen, Grabstelle ist der Torfbrücker Revierförster Schmidt-Wulffen am 1. Mai 1945 mit seiner Familie in den Freitod gegangen.&lt;br /&gt;
:Die Familie fand hier ihre letzte Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Uhlenflucht - einer der Geburtsorte der Naturfreunde-, Wander-, FKK- und Camping-Bewegung in Mecklenburg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wanderbewegung und Wanderherbergen in der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Haus Uhlenflucht 1921.jpg|400px|rechts|thumb|Naturfreundehaus &amp;quot;Uhlenflucht&amp;quot; 1921(HA)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Uhlenflucht 1921.jpg|400px|rechts|thumb|Naturfreundehaus &amp;quot;Uhlenflucht&amp;quot; 1931 nach dem Erweiterungsbau]]&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1916, noch als der große Weltkrieg tobte, gründeten Rostocker Arbeiter den Touristenverein „Die Naturfreunde“. &lt;br /&gt;
:Bald darauf entstanden auch in Schwerin und Güstrow solche Ortsvereine. &lt;br /&gt;
:Ein beliebtes Ausflugsziel, am Rande der Rostocker Heide gelegen war das „Haus der Jugend“. Diese Jugendherberge gehörte der Stadt Rostock und wurde allen Wanderfreunden zur Verfügung gestellt. &lt;br /&gt;
:Oft kam es vor, dass die „sozialistische Arbeiterjugend“ sowie die „Naturfreunde“ friedlich mit bürgerlichen Wandervereinen wie den „Rostocker Greifen“ Wand an Wand wohnten.&lt;br /&gt;
:Am 3.April 1921 konnten die „Naturfreunde“ dann bei Torfbrücke in Strandnähe das Richtfest für ein vereinseigenes Wanderheim feiern. &lt;br /&gt;
:Den Baugrund hatte die dortige Forstverwaltung zur Verfügung gestellt. &lt;br /&gt;
:Der Bau der Hütte kostete 1800 Mark. &lt;br /&gt;
:Für damalige Zeiten war das viel Geld. &lt;br /&gt;
:Lange hatten die Mitglieder dafür sparen müssen. &lt;br /&gt;
:In den Jahren 1924 und 1927 erhielt das Haus dann noch Erweiterungsbauten. &lt;br /&gt;
:„Hus Uhlenflucht“ in der Rostocker Heide wurde zu einem der beliebtesten Wanderausflugsziele im Rostocker Umland. &lt;br /&gt;
:Darüber hinaus war es ein regelrechtes Ferienheim mit 60 Schlafplätzen, einem Tagesraum, der Küche und einigem Nebengelaß. &lt;br /&gt;
:Aus ganz Deutschland kamen in den folgenden Jahren die Besucher. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1928 wurde unter der Leitung von Wally Stelt auch eine Jugendgruppe ins Leben gerufen. &lt;br /&gt;
:Bis zum Verbot des Vereins im Jahre 1933 wurde sie durch Werner Kleinfeld geleitet. &lt;br /&gt;
:Mit dem Machtantritt der Nazis übernahm der Graaler SA-Sturm das Haus. &lt;br /&gt;
:Man überließ es einige Zeit der Hitlerjugend, die sich jedoch durch „wüstes Verhalten“ und dauernden Waldfrevel so unbeliebt machte, das man ihnen die Hütte wieder entzog und der NS-Frauenschaft übergab. &lt;br /&gt;
:Da es auch hier zu ständiger Klage Anlass gab wurde das Haus 1934 abgerissen und zum Holzpreis verkauft. &lt;br /&gt;
:Der Name „Uhlenflucht“ für den heutigen Zeltplatz hält die Erinnerung an die traditionsreiche Herberge bis in unsere Tage wach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem Ende des ersten Weltkrieges suchten auch viele andere wanderlustige Naturfreunde Erholung und Entspannung in der Rostocker Heide, hinter den Dünen der Ostsee. &lt;br /&gt;
:Bei Markgrafenheide,  standen die Häuser des Naturheilvereins, des plattdeutschen Vereins „Unkel Bräsig“ und andere.&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1920 gestattete die Forstverwaltung der Stadt Rostock die Übernahme des Waldhauses im Herzen des Heidewaldes durch die sozialdemokratische „Freie Jugend“ aus Rostock sowie den „Wandervogel e.V. Bund für deutsches Jugendwandern, Ortsgruppe Warnemünde“. &lt;br /&gt;
:Die sozialdemokratische Jugend nutzte die Südhälfte, „Der Wandervogel“ die Nordhälfte des Hauses. &lt;br /&gt;
:Handwerkslehrlinge und junge Vereinsmitglieder verrichteten in der darauf folgenden Zeit alle Arbeiten zur Errichtung der Herberge. Gruppen aus Hamburg, Berlin und Stralsund waren gekommen. &lt;br /&gt;
:In der Vereinschronik liest sich der Fortgang so: „Jeden Penning kümmt in de Waldhuskass. Kein Penning wür verklackert. In´n Sommer 1925 dor wiern Muersteen tämlich billig worden. &lt;br /&gt;
:Dissen Ogenblick hewwen wie afpaßt un 10 000 Stehen köfft. Dat Holt hewwen wi abends in uns Frietied mit´n Treckwagen up de Dischers in Verein verdeelt. Nah den de Grundsteen leggt wür, sünd wi Sünndag för Sünndag nah de Heid lopen un hewwen an unsen Katen arbeit.“&lt;br /&gt;
:Am 27. Juni 1926 wurde endlich ein großes Einweihungsfest gefeiert. &lt;br /&gt;
:Im Hause war Platz für 40 Gäste, die ihr Nachtlager noch ganz spartanisch auf Strohsäcken fanden. &lt;br /&gt;
:Am Silvesterabend 1927 jedoch fingen einige Strohsäcke Feuer. &lt;br /&gt;
:Mit Töpfen und Kannen holten Männer und Frauen  in der kalten Dezembernacht Wasser aus der Ostsee. Bald war das Feuer gelöscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Waldhaus]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Zeltplatz Uhlenflucht===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Schießplatz Rosenort im Revier Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Luftbild 2006 Blick von Osten auf den ehemaligen schießplatz und den dahinter liegenden Rosenort .jpg|thumb|200px|rechts|Luftbild 2006 Blick von Osten auf den ehemaligen schießplatz und den dahinter liegenden Rosenort (Bildautor W. Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1962 erfolgten durch große Flächenabgänge an die NVA, ca. 5000 ha, auch eine Veränderung der Revier-Struktur. &lt;br /&gt;
:Dabei gingen die Reviere Wiethagen und Meyershausstelle sowie Torfbrücke, Hinrichshagen und Hirschburg zum Teil in die Bewirtschaftung der NVA über. &lt;br /&gt;
:Dieser Teil wurde bis zur Wende durch den Militärforstbetrieb Prora bewirtschaftet.&lt;br /&gt;
:Damit war der gesamte zentrale Teil der Rostocker Heide Sperrgebiet geworden.&lt;br /&gt;
:Das Mot.-Schützenregiment der NVA (MSR) Nr. 28  erhielt 1962 den Bereich des Schießplatzes Hinrichshagen zugeteilt. Rund 70 ha wurden, z.T. durch den StFB, freigeschlagen. Am 1. Januar 1963 begann die Nutzung des Schießplatzes. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Zeit hatte der Platz eine Längenausdehnung von rd. 600 m und eine genutzte Breite von rd. 400 m.&lt;br /&gt;
:Es wurde u.a. mit Infanterie - Waffen auf abklappbare Ziele geschossen. Das gleichzeitige Schießen bis zur Kompaniestärke war  möglich. Die Geschosse wurden zu ca. 40 - 50 % von einem später aufgeschobenen Erdwall zwischen den Abteilungen 6189 und 647 aufgefangen. Weitere 30 - 40 % nahm ein ca. 80-jähriger Stieleichenbestand auf. 10 - 20 % der Geschosse verloren sich im Schußsektor, der bis zum Hirschburger Landweg reichte. Nachteilig war, daß bei Anlage des Schießplatzes die vorhandenen Gräben nicht verrohrt sondern zugeschoben wurden. Daher hatte der Platz besonders im Winterhalbjahr unter Staunässe zu leiden. Oft standen die Gräben, in denen die Mechanismen für die Abklappbaren „Pappkameraden“ installiert waren, z.T. kniehoch unter Wasser.&lt;br /&gt;
:Ca. 1983 begann die Erweiterung des Schießplatzes auf 1600 m Schußfläche in der Längenausdehnung. Die Erweiterung mit Kosten - und Treibstoffeinsparungen zusammen. Der Hin - und Rücktransport des Panzerbataillions wie auch der mit Schützenpanzerwagen ausgerüsteten Bataillione nach Lübtheen sollte eingeschränkt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:NNN 24 3 1990.jpg|thumb|200px|rechts|Am 24. März 1990 endet die militärische Nutzung des westlichen Teils der Rostocker Heide (NNN 24.3.1990)]]&lt;br /&gt;
:Das wiederum ergab neue Bedingungen für die beteiligten Reviere. Ab Rosenortschneise, in deren Höhe sich der Erdwall befand nordöstlich bis zur neuen Schießplatzgrenze fiel das Gelände um 8 - 9 m ab. Der 80-jährige Stieleichenbestand mußte der Erweiterung weichen.&lt;br /&gt;
:Die Geschosse hatten somit „freie Fahrt“ in der Schußrichtung. Hinzu kam, daß von der erweiterten Wippanlage, in der eine Geländefahrt mit einem Panzer simuliert wurde, mit überschweren MG und der leichten Bordkanone des SPW (ca. 30 mm) geschossen wurde. Das Betreten des Schießplatzes wurde somit ab 1985 - der Inbetriebnahme des erweiterten Platzes - absolut lebensgefährlich.  &lt;br /&gt;
:Vorher waren an den Seiten des Schußsektors unter bestimmten Umständen noch forstliche Arbeiten möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vorgeschlagen wurde von der Oberförsterei, an der Ostgrenze der Platzerweiterung einen 400 m langen und 25 m hohen Erdwall zu schaffen, der dann noch mit Bäumen und Sträuchern als Kugelfang hätte bepflanzt werden sollen. Die Kosten hätten 2,0 Mio. Mark betragen. Der Betrieb Industrie - und Waffenbau hätte im Winterhalbjahr die Kapazitäten gestellt.&lt;br /&gt;
:Das Vorhaben scheiterte an den Kosten. Seitens des MfNV konnten keine Mittel bereitgestellt werden. &lt;br /&gt;
:Auch wenn der Wall noch gebaut worden wäre, verboten die Dienstvorschriften Arbeiten aller Art - forst- oder landwirtschaftlich - während eines Schießens im Schußsektor. Der Erdwall hätte somit in erster Linie die Waldbestände, aber auch das Wild geschützt. (Auszug NHK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einst bewohnte Plätze im Torfbrücker Revier==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die untergegangene Schäferei &amp;quot;auf dem Born&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Südöstlich von Torfbrücke lag die 1661 wüst gelegene Schäferei Born, auch &amp;quot;auf dem Born&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
:Auf der Dostschen Heidekarte von 1696 wird sie jedoch als wieder existent angegeben.&lt;br /&gt;
:Ein Jahrhundert später deuten die &amp;quot;Borner Tannen&amp;quot; oder auch &amp;quot;Hegetannen&amp;quot; noch auf die einstige Heideschäferei hin, an deren Stelle besonders zu Schiffs-Mastbäumen taugliches Holz herangezogen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Fortlaufende historische Chronologie und Geschichte von Torfbrücke#Das untergegangene Dorf Müggenburg|Das untergegangene &#039;&#039;&#039;Dorf&#039;&#039;&#039; Müggenburg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Moorhof===&lt;br /&gt;
[[Datei:Moorhof Auszug Kolp 1957.jpg|thumb|400px|links| RH Der Moorhof in Dr. Kolps &amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs... 1957]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Auschnitt Lust 1696 noch einfügen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Auszug LustKarte 1696.jpg|thumb|400px|links| RH Der Moorhof auf der Lustschen Karte von 1696 (Ausschnitt)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Dost Generalplan 1767 Auszug Moorhof.jpg|thumb|600px|rechts| RH Der Moorhof auf der Dostschen Generalkarte von 1764 (Ausschnitt)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vor der Einrichtung des Holzverladeplatzes &amp;quot;Moorhof&amp;quot; am Ende des gerade neu angelegten Moorhöfer-Kanals taucht der Begriff &amp;quot;Moorhof&amp;quot; nur zwei Mal in Quellen auf:&lt;br /&gt;
:1. in der Lustschen Reiterkarte von 1696&lt;br /&gt;
:2. 1764 in der Rothermannschen &amp;quot;Karte von dem zu Rövershagen gehörigen Gut Nedderhagen [Niederhagen] cum pertinentus Markgrafenheide, wie auch ein Teil von der Hölzung von Markgrafenheide, so bis an den Weg nach Müggenburg und dem Moorhof geht, angleichen von der Radelbach bis an der Radelwiese und der Ostsee&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:bzw der Dostschen Generalkarte.&lt;br /&gt;
:3. In der Schmettauschen Karte von 1788 existiert &#039;&#039;&#039;kein Gebäude , selbst kein Flurname&#039;&#039;&#039;, der einen Hinweis auf den Moorhof gibt.&lt;br /&gt;
;Sämmtliche weitere dokumentierte Erwähnungen des Moorhofes datieren erstmals von 1793 (Beckersche Karte) und dann ab 1839, als der Holzplatz und darauf folgend der dort hin führende Moorhöfer Kanal neu angelegt wurden.&lt;br /&gt;
;Die in den beiden oben genannten Karten eingezeichneten Standorte des alten Moorhofes stimmen &#039;&#039;&#039;nicht&#039;&#039;&#039; (!) mit dem Standort des durch Forstinspektor Becker angelegten Holzplatzes &amp;quot;Moorhof&amp;quot; überein.&lt;br /&gt;
:1839 kommen die &amp;quot;Holzstapelplätze&amp;quot; zu Markgrafenheide zu Markgrafenheide und Schnatermann schon vor, aber nicht der von Moorhof, der erst nach Fertigstellung des 1838/39 dorthin gegrabenen Kanals angelegt worden ist. (Ludwig Krause 1902)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1868 - Das Leben auf dem Holzstapelplatz Moorhof====&lt;br /&gt;
:In einem im März 1868 datierten vermutlich von Ludwig Dolberg stammenden Aufsatz &amp;quot;Aus der Rostocker Haide&amp;quot; wird das winterliche Leben und Treiben auf dem Holzlager geschildert - &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ein gewaltiges Holzlager ist hier &#039;&#039;(auf dem Moorhofe)&#039;&#039; aufgelegt, dessen Material besonders auf die Bedürfnisse der Warnemünder und die Anwohner des Breitlings berechnet ist, denen die Abfuhr durch den nun bis hierher geleiteten Kanal leicht gemacht ist. &lt;br /&gt;
:Ein kleiner Pavillion, der Tempel oder auch &amp;quot;Chavijohn&amp;quot; von den Leuten benannt, mit Eichenrinde bekleidet, bietet dem die An- und Abfuhr beaufsichtigenden Beamten ein Obdach, und bei Auktionen auch durch dann vorhanden Spiritus durstigen Seelen einen Labetrunk.&lt;br /&gt;
:Ein weiter Blick öffnet sich über die weite Wiesenfläche, in der wie Inseln bald hier, bald da kleinere oder größere Tannenbestände &#039;&#039;(&#039;&#039; [[sic.]] &#039;&#039;meint Kiefernbestände)&#039;&#039; liegen.&lt;br /&gt;
:Die Aussicht hemmt nach vorne die Düne, aber bisweilen, wo eben vor kurzem der Durchbruch erfolgt, blickt das Meer durch.&lt;br /&gt;
:Ein reges Leben herrscht hier, denn Wagen für Wagen kommen und bringen Holz für die nächste Auktion.&lt;br /&gt;
:Dort schleppen ein Schimmel, gewiß ein stattlches Tier, und ein Brauner eine mächtige Tanne &#039;&#039;(Kiefer)&#039;&#039; heran, die der Wind schon vor Jahren entwurzelt hat, und die nun an den Mann gebracht werden soll.&lt;br /&gt;
:Da führen Graaler Vollbüdner Stockholz heran, das du vieleicht kaum des Fuhrgeldes für wert hältst, und das sich doch die Warnemünder noch hoch genug auftreiben werden.&lt;br /&gt;
:Zwei hübsche Füchse, von denen der eine nur mit dem Hinterfuße etwas durchtritt, bringen Buchenholz.&lt;br /&gt;
:Ein Paar stattliche Braune, prächtig gepflegt, die jeden fürstlichen Marstall zieren würden, führen Tannenkluftholz herbei.&lt;br /&gt;
:(Aus - &amp;quot;Archiv für Landeskunde&amp;quot; 1868 p.261)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Sagen um den Moorhof====&lt;br /&gt;
;Johannisnacht am Moorhof&lt;br /&gt;
:Ganz in der Nähe vom früheren Moorhof sieht man in der Johannisnacht ein Feuer brennen.&lt;br /&gt;
:Dort haben die Seeräuber ihre Schätze versteckt.&lt;br /&gt;
:Vom Moorhof aus fuhren sie mit ihren Schiffen direkt in die Ostsee.&lt;br /&gt;
:Einen anderen Unterschlupf hatten sie bei Gelbensande am Wallberg, derselbe wird auch Störtebeckerberg genannt.&lt;br /&gt;
* [[Der Moorhof]] (&amp;quot;Vom Moorhof und vom Störtebecker&amp;quot; A. und R.Ahrens 1919)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Die Immen-Belegstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Karl Mewis Kanal bei Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Kanalbaupläne durch die Rostocker Heide vor einem halben Jahrhundert (Autor Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
* [[Ministerrat stoppt teuren Kanalbau]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Binnenwasserkanal OZvom 19 8 2022 mit Faximile OZ 13ter Januar 1958.jpg|thumb|400px|rechts|Binnenwasserstraße von Rostock bis Prag, Die Ostseezeitung vom 13.Januar 1958 im Faksimile OZ vom 19. August 2022]]&lt;br /&gt;
:Mancher Heidewanderer, der seinen Weg von Torfbrücke ins Herz der Landschaft, in Richtung Pöstenschneise lenkt, ist etwas erstaunt bereits nach wenigen Schritten durch den Heidewald auf ein kleines seeartiges Gewässer zu stoßen. Der Volksmund hat dieser kleinen Wasseridylle den Namen „Karl-Mewis-Gedächtniskanal“ verliehen. &lt;br /&gt;
:Hier wird an ein von dem einstigen SED-Parteichef des Bezirkes Rostock besonders propagiertes Wirtschaftsprojekt der DDR erinnert.&lt;br /&gt;
:Zu Beginn des Jahres 1962 findet sich auf einer Titelseite der Ostsee-Zeitung nebenstehender Pressebeitrag:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;„Stapellauf in Graal-Müritz&lt;br /&gt;
:Kanalbau durch die Rostocker Heide&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Einen Stapellauf besonderer Art werden in wenigen Wochen die Einwohner von Graal-Müritz erleben. &lt;br /&gt;
:Vor den Toren des Seeheilbades sind Raupenbagger des VEB Wasserstraßenbau Magdeburg dabei, ein Becken auszuheben. &lt;br /&gt;
:Die Arbeiter des Magdeburger Wasserstraßenbaus werden von der Straße bei Torfbrücke aus 2,8 km des Kanals graben, der den Breitling mit dem Saaler Bodden verbinden soll. &lt;br /&gt;
:Mit diesem Kanal wird der Anschluss des Überseehafens an das Binnenwasserstraßennetz hergestellt. &lt;br /&gt;
:Nach seiner Fertigstellung soll er die Durchfahrt von 1000t-Schiffen ermöglichen sowie Eisenbahn und Kraftverkehr vom jährlichen An- und Abtransport von 1,5 Millionen Tonnen Güter vom und zum Rostocker Überseehafen entlasten. ...“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ziel des Projektes war Binnenlastschiffe vom Überseehafen aus durch die Rostocker Heide, die Boddenkette und den Strelasund in Richtung Oder-Wasserstraße fahren zu lassen. &lt;br /&gt;
:Auch zwei weitere Kanalbauprojekte, über Bodden-Recknitz-Trebel-Peene sowie Rostock – Wittenberge-Elbe, waren in Ergänzung dazu bereits in der  Planungsvorbereitung. Zuvor waren einige Fachleute, die dem Projekt kritisch gegenüber standen mundtot gemacht worden. &lt;br /&gt;
:Sie hatten darauf verwiesen, das es bereits vierzig Jahre zuvor Planungsarbeiten und Geländeuntersuchungen zum Bau eines Kanals Rostock – Ribnitz gegeben hatte und das Projekt seinerzeit angesichts der extrem schwierigen geologischen Verhältnisse als undurchführbar zu den Akten gelegt werden musste.&lt;br /&gt;
:Noch im Frühjahr 1962 begann man von drei Punkten (Markgrafenheide, Torfbrücke und Dändorf) ausgehend mit der Umsetzung des Prestige-Projektes. &lt;br /&gt;
:Während vorhandene Schwimmbagger nach Markgrafenheide und Dändorf an den Start gebracht wurden, gestaltete sich schon der Beginn im Bauabschnitt Torfbrücke ausgesprochen schwierig. &lt;br /&gt;
:Zunächst wurde an den südöstlichen Ortsrand von Torfbrücke eine Elektro-Umspannstation eingerichtet. &lt;br /&gt;
:Auf der Ostseite der vorbeiführenden Bäderbahnstrecke legte man dann einen großen Kahlschlag an um hier Anschlussgleise zum verladen von Gütern anzulegen. &lt;br /&gt;
:In diesem Bereich war auch ein größeres Brücken- und Schleusenbauwerk vorgesehen.&lt;br /&gt;
:Fußnote am Rande; mit dem anfallenden Baggergut wollte man das zwischen dem südlichen Ortsrand von Graal und dem Stromgraben gelegene Terrain zu Bauland für ein zukünftiges Plattenbau-Wohngebiet erhöhen.&lt;br /&gt;
:Um nun die eigentlichen Baggerarbeiten beginnen zu können, wurde auf einer kleinen improvisierten Helling ein zuvor zerlegter Eimerketten-Schwimmbagger sowie eine Lastschute wieder zusammengebaut. &lt;br /&gt;
:Motorisierte Eimerbagger gruben zeitgleich ein großes Loch um hier schließlich den Schwimmbagger zu Wasser lassen zu können. &lt;br /&gt;
:Zitat aus der Ostsee-Zeitung jener Tage: &lt;br /&gt;
:„zu den Kanalbauern gehören so erfahrene Schachtmeister wie Otto Kirchner, der bereits 18 Jahre im Wasserbau tätig ist und am Kanal des Friedens 1951 sowie der Talsperre Dippoldiswalde zwei Jahre zuvor mitgearbeitet hat. &lt;br /&gt;
:Am Kanalbau sind die Betriebe VEB Wasserstraßenbau Berlin und Magdeburg, sowie der VEB Erdbau Magdeburg beteiligt.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Torfbrücke Kanal Nordseite.jpg|Torfbrücke Kanal Nordseite 1962   (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Torfbrücke Kanal Südseite.jpg|Torfbrücke Kanal Südseite 1962  (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sehr bald sollte die Kompliziertheit des Bauvorhabens offenbar werden. &lt;br /&gt;
:Die Geologen hatten ja zuvor gewarnt, dass das gesamte Areal der Rostocker Heide aus einer acht Meter mächtigen Schwemmsandfläche besteht. &lt;br /&gt;
:Es war schier unmöglich diesen bei den Heidebewohnern als „Sogsand“ bezeichneten Massen einhalt zu gebieten. &lt;br /&gt;
:So wie der Schwimmbagger sich mühsam voranbaggerte schwemmte der Sand nur wenige Meter dahinter wieder zu und das Unterfangen wurde zur wahren Sisyphus-Arbeit. &lt;br /&gt;
:Bereits im folgenden Jahr sah man die Unausführbarkeit des Vorhabens ein. Diesmal ohne Presseschlagzeilen stellte man die Arbeiten in aller Stille ein. :Schneidbrenner zerlegten die kleine Baggerflotte, die Natur eroberte die Großbaustelle zurück und machte sie zur abgeschiedenen ruhigen Idylle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Kanal-Rudiment 2014.jpg| Kanal-Rudiment 2014  (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:RH Lubi Mewis Kanal 2006.jpg|Luftbild des Torfbrücker Abschnittes vom Mewis-Kanal 2006 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Legenden und Geschichten aus dem Revier Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1877 - Mord bei Torfbrücke===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im September des Jahres 1877 war die Gegend von Torfbrücke Tatort einer blutigen Mordtat.&lt;br /&gt;
:In der Rostocker Zeitung jener Tage ist zu lesen: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Über die bereits erwähnte Mordta in der Rostocker Heide erfahren wir heute folgendes Nähere: Das beim Jäger Keding dienende zu Torfbrücke dienende Mädchen Luise Halwes war am letzten Dienstag nach dem &amp;quot;Neuen Kruge&amp;quot;an der Rostock - Ribnitzer Chaussee geschickt und kehrte zur festgesetzten Zeit nicht zurück. &lt;br /&gt;
:Ihr Dienstherr, dadurch beunruhigt und einen Unfall fürchtend, veranlaßte eine allgemeine Durchsuchung des Gehölzes, bei welcher wie bereits gemeldet, die Halwes am Mittwoch Morgen mit durchschnittenem Halse und augenscheinlich von Fremder Hand getödtet vorgefunden wurde. &lt;br /&gt;
:Der Verdacht der Tat richtete sich alsbald gegen einen 21jährigen Seefahrer, J. Suhr, welcher in Ribnitz geboren und später mit seinen Eltern nach Torfbrücke verzogen ist. &lt;br /&gt;
:Derselbe hatte sich besondes dadurch verdächtig gemacht, daß er sich nicht wie alle übrigen Bewohner von Torfbrücke an den Nachforschungen nach dem vermißten Mädchen beteiligt, auch nach Auffindung der Leiche sich von dem Orte der Tat fern gehalten hatte. &lt;br /&gt;
:Das hiesige Criminalgericht, welches sich zur Aufnahme des Thatbestandes gestern nach Torfbrücke begeben hette, verfügte die Verhaftung des Suhr, welche noch gestern erfolgt ist.&lt;br /&gt;
:Wie man erzählt hat Suhr schon dem die Verhaftung vollziehenden Beamten gegenüber sofort ein umgehendes Geständnis abgelegt. :Darnach hat er die Halwes mit der er im Gehölze zusammengetroffen, mit unsittlichen Anträgen verfolgt und sie dann thätlich angegriffen.&lt;br /&gt;
:Das Mädchen hat sich tapfer gewehrt und mit der Anzeige des Vorfalls gedroht. &lt;br /&gt;
:Hierdurch aufgebracht hat, hat Suhr einen am Wege  liegenden Knittel ergriffen und der davoneilenden Halwes von hinten einen Schlag über den Kopf versetzt, der sie betäubt zu Boden gestreckt hat, worauf er sie durch Durchschneiden des Halses völlig Getödtet hat. &lt;br /&gt;
:Die ermordete Luise Halwes ist 21 Jahre  alt und ebenfalls as Ribnitz gebürtig, ihre Eltern sind bereits verstorben. &lt;br /&gt;
:Sie wird als ein tüchtiges und treues Mädchen bezeichnet und war mit einem in der Nachbarschaft von Torfbrücke dienenden jungen Manne verlobt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Der ruchlose Mörder büßte seine Tat schließlich mit dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weiße Frau und Kobold am Müggenburger Teich===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei hellem Mondschein kann man in dem Teich, der früher zu  dem jetzt nicht mehr vorhandenen Dorf Müggenburg gehörte, ein Plätschern hören. Dort spült eine weiße Frau ihre Wäsche&lt;br /&gt;
:An demselben Teich treibt zuweilen auch bei Tage ein häßlicher Kobold sein Unwesen. So erschien er eines Sonntags plötzlich einem dort Nüsse pflückenden Heidedörflee und rief dem eiligst Entfliehenden mit gewaltiger Stimme dröhnend nach: &amp;quot;Harst du nich in de Schoh den Bullerjahn, sall di de Kopp in´n Nacken stahn.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(Hast du nicht im Schuh den Baldrian, soll dir der Kopf im Nacken stehen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Spuk in der Schwanberger Heide&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in der Torfbrücker Gemarkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Flurnamen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Revier_Torfbr%C3%BCcke&amp;diff=156273</id>
		<title>Revier Torfbrücke</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Revier_Torfbr%C3%BCcke&amp;diff=156273"/>
		<updated>2026-09-16T20:22:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Der &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Rostocker_Heide_(Landschaft)  Rostocker Heide]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anmerkung: Themen die im Online Portal mit einem &amp;quot;+&amp;quot; versehen sind befinden sich in der Recherche bzw. der in Kürze folgenden Einpflege. Sie lassen sich auch als Anregung an die Nutzer verstehen um ergänzende Hinweise oder Materialien zum Kapitel-Thema zu bitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zur &amp;quot;Ortsgeschichte&amp;quot; von Torfbrücke -&amp;gt; -&amp;gt; * [[Torfbrücke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Torfbrücke&lt;br /&gt;
 | zeit = 1696 - fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
 | erstellung = 2016/2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie des Ortes Torfbrücke&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologischer Abriss der Geschichte des Reviers Torfbrücke in der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603&lt;br /&gt;
:Findet ein Prozess &amp;quot;In Sachen Klaus Nettelbladt contra Rostock wegen eines Schafstalls in Müggenburg&amp;quot; statt.&lt;br /&gt;
:( &#039;&#039;&#039;Ersterwähnung von [[Müggenburg]]&#039;&#039;&#039; )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1625, 11. April&lt;br /&gt;
:Albrecht Dobbin notiert in seiner Gewettsrechnung:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Den 4. November mit meinen Herren Collegen H.Jakob Crullen und Herrn Gryphio nach der Marggrauenheyde gewesen das hauß abnehmen, und das holz nach der &#039;&#039;&#039;Muggenborch&#039;&#039;&#039; fuhren laßen und das große hol (Loch) , so aus dem heiligen Sehe in die große Sehe gebrochen besichtigt und wieder zu verfertigen angeordnet, und was dabey vertzehret, haben die burger bey der Heyde richtig gemachet. Zur Müggenborgch benachrichtiget. 6 Schilling Drinkgeld gegeben ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(Quelle:KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1696&lt;br /&gt;
:Ersterwähnung „torf Brüg“ als Brückenübergang über den Stromgraben sowie die Rostocker Stadtgrenze für den Torftransport vom Fischland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1774&lt;br /&gt;
:Anlegung der ersten Schleuse an der Stromgrabenmündung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1788&lt;br /&gt;
:am Stromgraben-Übergang Errichtung eines Jägerhauses und dreier Forstkaten (für 6 Familien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813&lt;br /&gt;
:Auch beim Wiedort wird durch den mecklenburgischen Landsturm ein Wachposten in der Nachrichtenkette entlang der Ostseeküste angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831&lt;br /&gt;
:Auch am Ostsee-Ufer des Torfbrücker Reviers wird eine geschlossene Küstenwachkette gegen die Einschleppung der Cholera eingerichet.&lt;br /&gt;
; + KFC TB 69-74&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1877&lt;br /&gt;
:4. September - Die 21jährige Luise Halwes aus Torfbrücke wird im Wald ermordet. Der Mörder wird später gefasst und hingerichtet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1890&lt;br /&gt;
:Das alte Jägergehöft abgebrannt&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der &#039;&#039;&#039;Holzwärter&#039;&#039;&#039; Albert Voß ist zum &#039;&#039;&#039;Strandwärter&#039;&#039;&#039; für die Küstenstrecke vom sogenannten Rosenort bis zum Stromgraben bestellt worden&lt;br /&gt;
:Gegeben im Gewett als Strandamt, Rostock am 4.Oktober 1890, H.Oertzen, Gewettsekretär&amp;quot;&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke.jpg|thumb|400px|rechts|Flurnamenkarte des Reviers Torfbrücke 1926 (Quelle: Ludwig Krause &amp;quot;Die Rostocker Heide im Spiegel ihrer Orts- Forst- und Flurnamen&amp;quot; 1925]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1891&lt;br /&gt;
:Bau des neuen Forsthauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1892&lt;br /&gt;
:Ein Förster Maas genannt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1906&lt;br /&gt;
:Umgemeindung der Torfbrücker Kirchenmitglieder in die Graaler Kirchgemeinde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1909&lt;br /&gt;
:Im Waldhause wohnte seit mehreren Jahren schon bloß noch eine Familie. Am Ostern 1909 ist auch diese fortgezogen. Seitdem steht das Waldhaus leer und soll, weil sehr baufällig, dazu sowieso im Walde gelegen, nicht mehr bewohnt werden, sondern über kurz oder lang abgebrochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Suche /Bohrung nach Trinkwasser zur Versorgung einer bei Torfbrücke geplanten Villenkolonie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Planung einer Villenkolonie am Ostsee-Ufer im Revier Torfbrücke&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Die Sylvesterflut dringt bis an die Häuser von Torfbrücke vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1921&lt;br /&gt;
:Einweihung des Gedenksteins für den im Weltkrieg gefallenen Forstinspektor Max Garthe an der Reminschen Wiese &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1.Mai&lt;br /&gt;
:Der Torfbrücker Oberförster Schmidt-Wulffen begeht mit seiner Familie Selbstmord.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die heutige Zeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:FR Torfbrücke Fünf Brüder OZ 2004 a.jpg|thumb|250px|rechts|FR Torfbrücke Fünf Brüder OZ 2004]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1992&lt;br /&gt;
:2.1. Das neu gegründete Stadtforstamt der Hansestadt Rostock nimmt seine Arbeit auf.&lt;br /&gt;
:Im April ergeht der Zuordnungsbescheid über die ersten Flächen aus dem bisherigem Bestand des Staatlichen Forstwirtshaftsbetriebes (StFB)&lt;br /&gt;
:Die Arbeit beginnt mit der Wiedereinrichtung der historischen Revierstruktur von 1810 mit den fünf Revieren Hinrichshagen, Schnatermann, Torfbrücke, Wiethagen und Meyershausstelle.&lt;br /&gt;
:Revierförster ist Stefan Schlüter&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2013&lt;br /&gt;
:Der Ort hat 52 Einwohner und ist der nördlichste Stadtteil der Hansestadt Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte von Torfbrücke - Die Furt am Stromgraben und der nördlichste Punkt Rostocks==&lt;br /&gt;
[[Datei:IMG 20170226 0024.jpg|thumb|rechts|600px| Carl Malchin &amp;quot;Torfbrücke&amp;quot; um 1890 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
:Autofahrer sind gedanklich meist schon an ihrem Ziel, dem Seeheilbad Graal-Müritz, wenn sie auf ihrem Wege dorthin die unscheinbare blaue Brücke über den Stromgraben überqueren. &lt;br /&gt;
:Manch einer bemerkt gar nicht, das die zuvor passierten gepflegten Häuser am Straßenrande laut Ortseingang zum Rostocker Stadtgebiet gehören. &lt;br /&gt;
:Seit einem dreiviertel Jahrtausend bereits findet sich an dieser Stelle der nördlichste Punkt der Hansestadt Rostock. &lt;br /&gt;
:Das Örtchen Torfbrücke selbst verdankt seiner „Grenzlage“ auch seine Entstehung. &lt;br /&gt;
:Sicher um einiges älter, zeichnet der Rostocker Stadtfenderich Lust im Jahre 1696 eine Karte der Heide mit der „torf Brüg“, einer Brückenquerung für den Verbindungsweg zwischen Rostock und dem Fischland.&lt;br /&gt;
:Der Vermessungsingenieur Graf Schmettau zeichnet im Jahre 1788 in seiner Karte ein Jägerhaus ein, der Vorläufer der leider erst in jüngster Zeit abgerissenen Försterei, um den sich bald darauf drei weitere Katen versammeln. &lt;br /&gt;
:Bis 1909 waren die Häuser des zu jener Zeit hansestädtischen Dorfes Rövershagen zugehörig. &lt;br /&gt;
:Die städtische Bürgervertretung hatte nun entschieden Torfbrücke zur selbstständigen Ortschaft unter dem Dach der Hansestadt zu erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zeitungsschlagzeilen machte das Dorf nur einmal, im September des Jahres 1877, als hier eine grausame Bluttat entdeckt worden war. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Zeitung jener Tage ist zu lesen: &lt;br /&gt;
:„Über die bereits erwähnte Mordthat in der Rostocker Heide erfahren wir heute folgendes Nähere. &lt;br /&gt;
:Das beim Jäger Keding zu Torfbrücke dienende Mädchen Luise Halwes war am letzten Dienstag nach dem „Neuen Kruge“ an der Rostock - Ribnitzer Chaussee geschickt und kehrte zur festgesetzten Zeit nicht zurück. &lt;br /&gt;
:Ihr Dienstherr, dadurch beunruhigt und einen Unfall fürchtend, veranlaßte eine allgemeine Durchsuchung des Gehölzes, bei welcher wie bereits gemeldet, die Halwes am Mittwoch Morgen mit durchschnittenem Halse und augenscheinlich von fremder Hand getödtet vorgefunden wurde. &lt;br /&gt;
:Der Verdacht der That richtete sich alsbald gegen einen 21jährigen Seefahrer J.Suhr, welcher in Ribnitz geboren und später mit seinen Eltern nach Torfbrücke verzogen ist. &lt;br /&gt;
:Derselbe hatte sich besonders dadurch verdächtig gemacht, daß er sich nicht wie alle übrigen Bewohner von Torfbrücke an den Nachforschungen nach dem :vermißten Mädchen beteiligt, auch nach Auffindung der Leiche sich von dem Orte der That fern gehalten hatte. &lt;br /&gt;
:Das hiesige Criminalgericht, welches sich zur Aufnahme des Thatbestandes gestern nach Torfbrücke begeben hatte, verfügte die Verhaftung des Suhr, welche noch gestern erfolgt ist.  &lt;br /&gt;
:Wie man erzählt hat Suhr schon dem die Verhaftung vollziehenden Beamten gegenüber sofort ein umfassendes Geständnis abgelegt. &lt;br /&gt;
:Darnach hat er die Halwes mit der er im Gehölze zusammengetroffen, mit unsittlichen Anträgen verfolgt und sie dann thätlich angegriffen. &lt;br /&gt;
:Das Mädchen hat sich tapfer gewehrt und mit der Anzeige des Vorfalls gedroht. &lt;br /&gt;
:Hierdurch aufgebracht, hat Suhr einen am Wege liegenden Knittel ergriffen und der davon eilenden Halwes von hinten einen Schlag über den Kopf versetzt, der sie betäubt zu Boden gestreckt hat, worauf er sie durch  Durchschneiden des Halses völlig getödtet hat. &lt;br /&gt;
:Die ermordete Luise Halwes ist 21 Jahre alt und ebenfalls aus Ribnitz gebürtig; ihre Eltern sind bereits verstorben. &lt;br /&gt;
:Sie wird als ein tüchtiges und treues Mädchen bezeichnet und war mit einem in der Nachbarschaft von Torfbrücke dienenden jungen Manne verlobt.“ &lt;br /&gt;
:Der ruchlose Mörder büßte seine Tat schließlich mit dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das alte und das neue Forsthaus Torfbrücke===&lt;br /&gt;
:Das erste Forsthaus ist 1788 erbaut worden und 1890 abgenbrannt. (bislang kein Bild bekannt)&lt;br /&gt;
:Das neue Forsthaus ist 1891 erbaut worden.&lt;br /&gt;
:KFC TB 56&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke 1930.jpg|thumb|550px|links|Das &#039;&#039;&#039;neue&#039;&#039;&#039; Forsthaus Torfbrücke hinter der alten Forstscheune 1930]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Forsthaus Torfbrücke um 1910.jpg|thumb|480px|rechts|Das &#039;&#039;&#039;neue&#039;&#039;&#039; Forsthaus Torfbrücke um 1910 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Revier Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und frühgeschichtliche Funde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Funde zwischen Rosenort und Uhlenflucht]]&lt;br /&gt;
* [[Jörg Ansorge und Sigmund Oehrl &amp;quot;Ein völkerwanderungszeitlicher Bernsteinanhänger mit Runeninschrift vom Ostseestrand der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Spuren aus der Ur- und Frühgeschichte finden sich zwischen Rosenort und Wiedort an den Abbruchkanten der Küste im Torfbrücker Revier.&lt;br /&gt;
:Diese Funde sind dann oft auch durch ihren Fundplatz in der Meeres-Dünung &amp;quot;gerollt&amp;quot;, also abgeschliffen.&lt;br /&gt;
:Fundorte an der Küste, an denen vor rund 100 Jahren Eugen Geinitz, Robert Beltz, Ludwig Krause oder vor rund 50 Jahren Otto Kolp, Hans Wendt, Hubert Westphal Funde gemacht haben, liegen inzwischen, bei Berücksichtigung des Küstenrückgangs, 50 - 100 und noch mehr Meter von der Küste entfernt im Meer. &lt;br /&gt;
:Der wendische Wohnplatz am Stolperort, den Ludwig Krause und Robert Beltz 1925 beschreiben, ist also schon lange vom Meer verschlungen. 1995 im Spülsaum vor dem Rosenort gefundene wendische Schmuckperlen verschwanden als &amp;quot;Urlaubs-Andenken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Heidekaufvertrag von 1252 und die acht Hufen des Doberaner Klosters===&lt;br /&gt;
;Der Stromgraben - seit mehr als einem dreiviertel Jahrtausend die Stadtgrenze Rostocks&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Als am 25. März 1252 Fürst Borwin III. den Rostockern die Kaufurkunde über die, fortan als &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; bezeichnete Waldfläche,ausstellen läßt, findet sich inmitten des Textdokumentes eine Klausel, das: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;...die 8 Hufen am Zarnetzstrom, die durch unsere Gnade dem Eigentum der Mönche von Doberan gestiftet sind...&amp;quot; von dem Verkauf ausgeschlossen sind.&lt;br /&gt;
:(Zarnetzstrom ist einer der vielen Namen, die der Stromgraben über die Jahrhunderte trägt)&lt;br /&gt;
:Eine Hufe entspricht nach ihrer Bodenbonität, mit unterschiedlicher Flächengröße in Abhängigkeit von der Bodenqualität, dem Grund und Boden auf dem die Existenz einer Bauernstelle gesichert ist.&lt;br /&gt;
:Heute ist vergessen, wo die Fläche der Doberaner Zisterzienser lag, um 8 Höfe einzurichten. Weitere Spuren in alten Dokumenten sind nicht zu finden. &lt;br /&gt;
:Gerade diese zweizeilige Passage in der  Heidekaufurkunde (und nur die) ist in den darauf folgenden Jahrhunderten dem &amp;quot;Mäusefraß&amp;quot; zum Opfer gefallen.&lt;br /&gt;
:Warscheinlich haben die &amp;quot;Mäuse&amp;quot; dreihundert Jahre später, in der Reformationszeit, der Zeit als die meisten Klöster des Landes aufgelöst wurden, zugebissen. &lt;br /&gt;
:Man kann annehmen, daß es sich dabei um die heutige Gemarkung von Graal- (dem Westteil von Graal-Müritz) handelt, da diese etwa einer Flächengröße von 8 Hufen jener Zeit entspräche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1332 -  Durch Landerwerb bis zum &amp;quot;Grothen Strom&amp;quot; (Stromgraben) kommt es, rund achtzig Jahre nach dem Heideverkauf, nordöstlich an die Rostocker Heide angrenzend, zur Gründung eines zweiten Hofes &amp;quot;up den Grahl&amp;quot;. (MUB XIII 7680) &lt;br /&gt;
:Beide Höfe (Müritz und Grahl) werden von Nonnen des St. Claren Klosters Ribnitz bewirtschaftet und von Büdnern aus Dierhagen, die Hand- und Spanndienste leisten müssen, unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Stromgraben und seine Mündung (nördlichster Punkt Rostocks)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: _KFC p53/54&lt;br /&gt;
:-Schleusen, Sperrwerke, Übergänge&lt;br /&gt;
:-Furt &amp;quot;Torf Brügg&amp;quot; und Zoll&lt;br /&gt;
:-Karten-Galerie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von der Winkeleiche bis zum Meer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche und Stromgraben Kartenausschnitt Bühring 1924.jpg|thumb|links|750px|RH Winkeleiche Stromgraben Grenzgraben und Hale Bach Kartenausschnitt Bühring 1924]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche 1.JPG|thumb|zentriert|250px|RH Winkeleiche 1]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche 2.JPG|thumb|rechts|250px|RH Winkeleiche 2]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Winkeleiche 3.JPG|thumb|rechts|250px|RH Winkeleiche 3]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bald nach dem Kauf der Rostocker Heide wurde die Grenze zwischen den fürstlichen Waldungen und den nun städtischen Waldungen ein Graben angelegt die vermeintliche Aufgabe Wasser zu führen war eher untergeordnet. Das Hauptaugenmerk lag bei seiner Anlage lag darin, die im Vertrag neu gezogene Eigentumsgrenze der nunzweigeteilten Nordöstlichen Heide deutlich sichtbar zu machen.&lt;br /&gt;
:Seit Jahrhunderten, und in unseren Tagen noch immer, kommt der Winkeleiche eine besondere Rolle als markanter Grenz- und Vermessungspunkt zu. Die an diesem Grenzpunkt stehende schon viele Generationen alte und mächtige Stieleiche ist bereits die zweite an diesem Genzpunkt. Als deren Vorgängerin bereits vor rund zweihundert Jahren ihr von der Natur bestimmtes Ende fand pflanzte und ersetzte man sie durch das nunmehr zu einem beachtlichen Naturdenkmal herangewachsene Exemplar.&lt;br /&gt;
:Bei der Winkeleiche an der Südwestecke der Seekenwiese im Meiershaussteller Revier stößt der (meist wasserlose Grenzgraben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &amp;quot;Der Stromgraben&amp;quot; Auszug aus H.F. Beckers Heidechronik &#039;&#039;&#039;1839&#039;&#039;&#039;====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;STROMGRABEN&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; &amp;quot;Dieser Graben hat einen gedoppelten Zweck, er ist der Grenzgraben zwischen der Großherzoglichen Gelbensander Forst und der Rostocker Heide, und dient zugleich zum Hauptabzug des Waßers aus beiden Waldungen.&lt;br /&gt;
:Er erstreckt sich von der Ostsee zwischen der Torfbrücke und Grahl nach Gelbensande hin, biegt sich dort und geht auf Oberhagen, macht daher eine deutliche Grenze. Seinen Namen behält er eigentlich nur bis nach Gelbensande. &lt;br /&gt;
:Dieser Theil ist lange vorhanden gewesen, wahrscheinlich in Form eines Baches, den man beim Ankauf der Heide den Zernitzstrom genannt haben mag. &lt;br /&gt;
:Der zweite Theil von Gelbensande bis zur Oberhäger Feldmark ist zur Zeit der Herzoglichen Commißion erst gegraben &#039;&#039;(um 1766)&#039;&#039;, und sind dadurch die Grenzzeichen – als Pföste, Grenzbäume und Steine, überflüßig geworden. Der letzte Theil besteht nur aus einem Graben von 6 – 8 Fuß, der erstere aber vom Ausfluß ins Meer an, in einer Breite von 12 bis 15 Fuß, die sich bei Gelbensande hin verringert.&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;1765&#039;&#039;&#039; begann die Herzogl. Commißion ihre Arbeit mit Revision der Grenzen. &lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1766&#039;&#039;&#039; ward die Grenze zwischen der Großherzl. Gelbensander Forst und der Rostocker Heide genau bestimmt und die Ziehung der Gräben beschlossen. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Grenzbesichtigung war eine Deputation ernannt, die von fürstlicher Seite aus dem Oberamtmann Brand, von Seiten der Stadt aber aus dem Senator Koppe, Bäcker Nebel und Forstinspector Möller bestand, sowie dem Secretair Eyller und &#039;&#039;&#039;Ingenieur Dost&#039;&#039;&#039;. Nachdem die Richtung des Grabens bestimmt worden, wurde das Holz von dem Striche, welches durch die Linie sowohl von der Gelbensander Forst als Stadtheide abgeschnitten worden taxirt, und es tratt eine Ausgleichung zwischen beiden Partheien ein. Die Acten hierüber liegen im Forstarchiv im besonderen Fascicul von &#039;&#039;&#039;1766&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Das Resultat der Vereinigung war kurz nachstehendes: &lt;br /&gt;
:Als Basis nahm man an daß die Aufräumung des Grenzgrabens von beiden Seiten gemeinschaftlich und also mit gleichen Kosten statthaben solle. &lt;br /&gt;
:Nun fand es sich aber, daß bereits von Seiten der Stadt Rostock allein beim Landkruge 49 ½ Ruten Graben auf Stadt Grund und Boden, etwa 2 Fuß von der eigentlichen Scheide, gezogen worden waren. &lt;br /&gt;
:Diesen Graben nahm man als einen Theil des Scheidegrabens an, und vereinigte sich dahin, daß das Holz des abgeschnittenen kleinen Strichs von 2 Fuß bereits taxirt und ersetzt der Boden aber vom Benkenhäger Felde der Heide zugelegt ward. &lt;br /&gt;
:Da aber die Stadt den Graben hatte auf alleinige Kosten ziehen laßen, so sollte er von der Gelbensander Forst das nächste mal wieder allein aufgeräumt werden, welche auch &#039;&#039;&#039;1779&#039;&#039;&#039; geschehen ist. &lt;br /&gt;
:Seitdem ist der ganze Graben gemeinschaftlich aufgeräumt worden. &lt;br /&gt;
:Es hatte sich bei der Aufräumung gezeigt, daß die Stellung&lt;br /&gt;
:(72) gleicher Mannschaft zur Aufräumung wie zur Reinigung einzelner verstopfter Theile, mit vielen Inconveniencien verbunden gewesen, denn bald hatte es diesem bald jenem Theil an Arbeitern gefehlt, auch hatte die Bestimmung der Zeit der Arbeit Differenzen und Aufschub veranlaßt. Man beschloß daher &#039;&#039;&#039;1779&#039;&#039;&#039; den Haupttheil dieses Grabens, nämlich den breitesten Theil in zwei gleiche Theile zu theilen, und als dann durchs Loos zu entscheiden, wem der öbere und wem der untere Theil zufallen würde. &lt;br /&gt;
:Zu dem war ein Pfosten N: 4 in der Grahler Wiese gesetzt und ein zweiter am Ende des Seekenbruchs. &lt;br /&gt;
:Strecke ward gemeßen und die Mitte durch einen Pfosten bezeichnet, der in der Mitte des Schwarzen Bruchs steht. &lt;br /&gt;
:Jetzt schritt man zur Cavelung und es fiel der Herzogl. Forst das untere Ende von der Grahler Wiese bis zur Mitte des schwarzen Bruchs, der Stadt aber das obere Ende vom schwarzen Bruch bis zur &#039;&#039;&#039;Winkeleiche&#039;&#039;&#039;, oder Ende des Seekenbruchs zu. &lt;br /&gt;
:Nun blieb von ersterem  Graben noch eine Strecke übrig, welche von dem Pfost in der Grahler Wiese sich bis an die Meeres Dühne erstreckt, diese wird auf gemeinschaftliche Kosten aufgeräumt. &lt;br /&gt;
:Alsdann ist noch nöthig den Durchlauf durch die Dühne ins Meer offen zu halten. Da diese Oeffnung oft von den Wellen durch Sand verschlagen wird und es wegen der Entlegenheit vom Dorf äußerst beschwerlich ist jedesmal Arbeiter dorthin zu senden, so übertrug man es den beiden Holzwärtern zu Grahl und auf der Torfbrücke gegen eine Remuneration von jährlich 4 Thaler an jeden, beim Andrang des Waßers im Graben sogleich den Ausfluß desselben durch die Dühne zu befördern, und die Öffnung zu reinigen. Man hatte die Breite des Grabens vom Meer bis zur Winkeleiche zu 12 Fuß bestimmt, durch Einsinken der Borte ist der Graben aber an mehreren Stellen bedeutend breiter geworden. &lt;br /&gt;
:Für den übrigen Graben von der Winkeleiche bis Oberhagen waren 6 Fuß als Normalbreite festgesetzt, und wird dieser Graben auf gemeinschaftliche Kosten aufgeräumt.&lt;br /&gt;
:(73) In diesen Verhältnißen stehen diese Gegenstände noch. &lt;br /&gt;
:Ich kann hiebei nicht unbemerkt laßen, daß der Stromgraben in aeltern Zeiten in der Grahler Wiese seinen Lauf etwas verändert und eine kleine Wiese vom Rostockschen Theil abgeschnitten hat, die man jetzt &#039;&#039;&#039;Grahler Bollenwiese&#039;&#039;&#039; nennt. Man hätte dies Stück sogleich reclamiren sollen, man hat es aber wohl der Mühe nicht werth gehalten auf Restitution einer Serpentine die sich selbst ausgeglichen anzutragen. &lt;br /&gt;
:Die Sache ist längst verjährt und beruht nur auf mündliche Traditionen, als &#039;&#039;&#039;1765&#039;&#039;&#039; die Vermeßung der Heide eintrat. &lt;br /&gt;
:Es ist nach den angegebenen Verhältnißen in der Folge dieser Stromgraben öfterer aufgeräumt worden als &#039;&#039;&#039;1790, 1794, 1808, 1817&#039;&#039;&#039; pp. und geschiehet dies auch noch jetzt so bald er sich gefüllt oder verstopft hat.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;H.F.Becker&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Forstinspector&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;1839&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Der Stromgraben im fürstlichen Regulativ von 1774====&lt;br /&gt;
;Bis in das 18. Jahrhundert wurde der Stromgraben auch als &amp;quot;Gränenstrom&amp;quot; bezeichnet.&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostocker Heide Regulativ §66 zu Stromgraben.jpg|thumb|links|700px|RH Der Stromgraben im fürstlichen Regulativ von 1774 §66 zum ersten Schleusenbau an der Stromgrabenmündung]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke RH Stromgraben mit dem Jungfernstieg am Indianersteig (rechts im Kartenausschnitt).jpg|thumb|links|1000px|RH Torfbrücke RH Stromgraben mit dem &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig (rechts im Kartenausschnitt) 1924 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke Jungfernstieg am Indianersteig um 1914.jpg|thumb|links|650px|RH Torfbrücke &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig um 1914 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfbrücke Jungfernstieg am Indianersteig um 1925.jpg|thumb|zentriert|350px|RH Torfbrücke &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig um 1925 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; + Text einfügen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Stromgrabenschleuse 1909 Bühring.jpg|thumb|rechts|1000px|RH DTorfbrücke RH Stromgraben mit dem &amp;quot;Jungfernstieg&amp;quot; am Indianersteig (rechts im Kartenausschnitt) 1924 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Stromgrabenschleuse um 1910.jpg|thumb|rechts|550px|RH Torfbrücke, erstes Schleusenbauwerk an der Stromgrabenbrücke um 1925 Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; + Text einfügen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Schleusenbilder über die Jahrhunderte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:RH Stromgrabenschleuse 1909 Bühring.jpg|RH Stromgrabenschleuse 1909 Bühring&lt;br /&gt;
Datei:RH Stromgrabenschleuse um 1910.jpg |RH Stromgrabenschleuse um 1910&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: *[[Datei:Graal 1911 mit Moriturigruppe.jpg|thumb|rechts|550px|RH Graal 1911 mit Moriturigruppe Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Morituri&amp;quot; = Die Todgeweihten, nannte man einige sehr alte, vom Wind gezauste Kiefern unmittelbar in der Nachbarschaft der Stromgrabenschleuse, die das Meer sich in absehbarer Zeit holen würde. Sie waren ein oft verewigtes Motiv von teilweise berühmten Malern z.B. Karl Rettich und Egon Tschirch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anekdote: Die Stromgrabenmündung, Haus Uhlenflucht und wie es mit der Freiköperkultur begann ===&lt;br /&gt;
:Genau genommen sogar bis in unsere Tage oblag und obliegt dem Revierförster des Torfbrücker Reviers auch die Funktion des Strandvogtes an der Ostseeküste zwischen Rosenort und der Stromgraben-Mündung.&lt;br /&gt;
:Schon seit seinem Diensteintritt 1918 als Forstinspektor begann Charles Bencard die Rostocker Heide der sprunghaft wachsenden Bewegung von Wander- und Naturvereinen zu öffnen&lt;br /&gt;
:Mit der Einweihung von &amp;quot;Haus Uhlenflucht&amp;quot; im Juni 1921, unweit der Stromgrabenmündung, erlangte der Naturtourismus entlang der Heideküste einen bemerkenswerten Aufschwung. &lt;br /&gt;
:Aus allen Teilen Deutschlands anreisend, machten junge Großstädter zahlenmäßig einen herausragenden Anteil unter diesen Küstenbesuchern aus. &lt;br /&gt;
:Vielfach aus den dortigen, nicht unbedingt gut situierten, Arbeitervierteln kommend, verbrachten sie ihre Ferien nun hier am Ostseestrand in der Weite der Landschaft in Freiheit und Freizügigkeit.&lt;br /&gt;
:Man begann die ungezwungenen, gänzlich unbekleideten Badefreuden immer mehr zu schätzen und zu genießen.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Strandhüpfer vom Haus Uhlenflucht&amp;quot;, wie man sie bald nannte, trafen sich zum Badevergnügen am liebsten unter den &amp;quot;Morituri-Bäumen&amp;quot;, neben der Stromgrabenmündung.&lt;br /&gt;
:Hier an der Bachmündung endete das Zuständigkeitsrevier des Rostocker Strandvogtes. Die Graaler Obrigkeit hatten auf der anderen Seite ihren eigenen Strandvogt mit Polizeigewalt.&lt;br /&gt;
:Bis Mitte der 1930er Jahre unterlag das Freikörperbaden einem strengen Verbot, ganz besonders nach dem sogenannten preußischen Zwickel-Erlaß 1932.&lt;br /&gt;
:Es oblag den Strandvögten dem unmoralischen Treiben am hiesigen Heidestrand ein Ende zu setzen und es mittels hoher Strafen zu ahnden.&lt;br /&gt;
:Wenn, rechtzeitig sichtbar der Heide-Strandvogt im Anmarsch war ertönte ein Warnsignal den Strand entlang und alle unbedeckten Strandbesucher &amp;quot;hüpften&amp;quot; einmal über die Stromgrabenmündung, wo die Polizeigewalt des Stranvogtes oder Försters nicht hinreichte.&lt;br /&gt;
:Wenn sich der Graaler Strandvogt gelegentlich auch einmal mit dem selbigen Polizeiauftrag näherte &amp;quot;hüpfte&amp;quot; man dann eben in die Rostocker Heide, also auf die Rostocker Seite des Stromgrabens und drehte dem jeweiligen Vogt eine Nase.&lt;br /&gt;
:Daß sich die Freikörperkultur noch heute hier am Heidestrand und besonders beim Campingplatz Uhlenflucht großer Beliebtheit erfreut hat aber sicher nichts mehr mit der Gewohnheit des &amp;quot;Stromgraben-Hüpfens&amp;quot; zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Sturmhochwasser, die Sperrwerke und der Küstenschutz===&lt;br /&gt;
noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===  Das Waldhaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH WAldhaus um 1910.jpg|500px|rechts|thumb|Das Waldhaus um 1910 (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Name und erstes Vorkommen&lt;br /&gt;
:Das Waldhaus gehört nach dem Rostocker Adressbuch von 1898 zu Torfbrücke, in dessen Revier es ja auch liegt.&lt;br /&gt;
:Bis zum 22. Oktober 1906 aber gehörte Torfbrücke auch noch zu [[Rövershagen]] und somit auch das Waldhaus.&lt;br /&gt;
:Erst durch ein Ratsdekret wurden die bisherigen Wohnplätze Torfbrücke und Waldhaus zu einer selbständigen Ortschaft &amp;quot;[[Torfbrücke]]&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:(LKr 1906) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1871&lt;br /&gt;
:Einlieger Friese im Waldhaus in den Rostocker Stadtrechnungen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1909	&lt;br /&gt;
:Im Waldhause wohnte seit mehreren Jahren schon bloß noch eine Familie. &lt;br /&gt;
:Am Ostern 1909 ist auch diese fortgezogen. &lt;br /&gt;
:Seitdem steht das Waldhaus leer und soll, weil sehr baufällig, dazu sowieso im Walde gelegen, nicht mehr bewohnt werden, sondern über kurz oder lang abgebrochen werden. &lt;br /&gt;
:Dafür ist vor einigen Jahren bereits ein neuer dritter Forstarbeiterkaten in Torfbrücke gebaut worden, der von 4 Familien bewohnt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Ab Beginn des ersten Weltkrieges, bis zum Ende des Krieges diente das Waldhaus als Unterkunft für Kriegsgefangene und zwangsverpflichtete Fremdarbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Das Waldhaus&amp;quot; ]] Auszug aus R.u.A. Ahrens &amp;quot;Die Heide - Das Kleinod der Stadt Rostock&amp;quot; 1919&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das alte Waldhaus als Wanderherberge&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Waldhaus SAJ 1931.jpg|400px|rechts|Das Waldhaus 1931(HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des ersten Weltkriegs suchten die Mitglieder vieler Vereine in der Rostocker Heide Erholung und Entspannung. Bei Markgrafenheide, dicht an der See, standen die Häuser des Naturheilvereins, des plattdeutschen Vereins &amp;quot;Unkel Bräsig&amp;quot; und andere. In der Schwanberger Heide, auf der Rostocker Seite zwischen Wiedortschneise und Stromgraben entstand &amp;quot;Hus Uhlenflucht&amp;quot; erbaut vom Touristenverein &amp;quot;Die Naturfreunde&amp;quot;e.V. .&lt;br /&gt;
Im Jahre 1920 gestattete die Forstverwaltung auf Veranlassung des Forstinspektors Charles Bencard die Übernahme des Waldhauses durch die sozialdemokatische &amp;quot;Freie Jugend&amp;quot; Rostock, sowie dem &amp;quot;Der Wandervogel&amp;quot;e.V., Bund für deutsches Jugendwandern, Ortsgruppe Warnemünde.&lt;br /&gt;
Die sozialdemokratische Jugend nutzte die Südhälfte, &amp;quot;Der Wandervogel&amp;quot; die Nordhälfte des Hauses. &lt;br /&gt;
Handwerkslehrlinge und junge Vereinsmitglieder verrichteten in der daruffolgenden Zeit alle Arbeiten zur Einrichtung der Herberge.&lt;br /&gt;
Zur Unterstützung waren Jugendgruppen aus Hamburg, Berlin und Stralsund gekommen.&lt;br /&gt;
Von nun an konnte der Verwalter des Hauses und &amp;quot;gute Geist&amp;quot; Karl Planeth über viele Jahre hinaus Jugendgruppen in seinen Wänden beherbergen. Besonderen Wert legten die Vereinsmitglieder stets auf ein gutes Verhältnis zu den Forstleuten, insbesondere zum Torfbrücker Revierförster Hohenstein.&lt;br /&gt;
Später bemächtigte sich die Hitlerjugend des Hauses. Bereits sieben Monate nach deren Übernahme war das Haus in einem erbärmlichen Zustand.&lt;br /&gt;
Am Ende blieb nach einigen hier von der HJ durchgeführten Kriegsspielen nur noch der Abriß. Bald darauf war der Standort des Hauses schließlich aufgeforstet.&lt;br /&gt;
Bemühungen einer Kulturbund-Gruppe unter der Leitung von Werner Kleinfeld, in deren Kern sich frühere Mitglieder der beiden einstigen Vereine befanden, um den Wiederaufbau blieben erfolglos, da inzwischen mehr und mehr Flächen zu miltärischem Sperrgebiet erklärt wurden, was deren Vorhaben letztendlich verhinderte. So mancher dieser alten Wanderfreunde suchte ab 1990 nach Spuren des Waldauses und fand nur dichten Wald am Ort der schönen Erinnerungen.&lt;br /&gt;
:(Autor Wilfred Steinmüller, veröffentlicht in der Ostsee-Zeitung am 10.7.1993)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; * [[&amp;quot;Das Waldhaus in der Rostocker Heide&amp;quot; Pressebeitrag zur Einweihungsfeier der Wanderherberge Waldhaus in der Meckl. Volkszeitung am 29.8.1921]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; * [[&amp;quot;Das Waldhaus in der Rostocker Heide - Zur Geschichte der sozialdemokratischen Arbeiterjugendbewegung Rostocks in der Weimarer Republik&amp;quot;]] Heike Schröder in &amp;quot;Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock NF10 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; * Pressebeitrag von 1931 zum zehnjahrigen Bestehen der Wanderherberge&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Waldhaus 1931 von Heiko Meuser 3.jpg|1000px|links|Beitrag zum 10jährigen bestehen der Wanderherberge Waldhaus 1931 (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Forstwirtschaft im Revier Torfbrücke===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Ch. Bencard 1952 zum Revier Torfbrücke&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Das Forstrevier Torfbrücke ist mit 740 ha Kiefernfläche das größte Kiefernrevier der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:In Torfbrücke fehlen den Kiefern die Altersklassen 81-120, von denen 1929 nur 20 ha vorhanden waren gegen 200 ha normal. ... &lt;br /&gt;
:Der Grund ist nicht ersichtlich. &lt;br /&gt;
:Vieleicht litten die in den Jahren 1840-1860 aufgeforsteten Blößen unter dem wachsenden Wildstand oder nach Aufforstung der vorgefundenen Räumden mit Kiefern wurde mehr Laubholz gepflanzt, da die Rostocker häufig die Bevorzugung der Kiefer bemängeln. &lt;br /&gt;
:Dieses Manko hat sich aber schon jetzt so gebessert, daß nur die Altersklassen 101-120 schwach datiert ist, &lt;br /&gt;
:aber durch &amp;quot;über 120&amp;quot; reichlich ersetzt wird.&lt;br /&gt;
:Torfbrücke zeichnet sich durch die besten und mildesten Furniereichen aus. &lt;br /&gt;
:In dem Laubholzstrich wird man der Traubeneiche einen Vorrang einräumen müssen. &lt;br /&gt;
:In Torfbrücke ist nicht mehr viel Buchenfläche in Nadelhoz umzuwandeln.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Der Holzverladeplatz an der Bäderstraße/Teerofenschneise====&lt;br /&gt;
: +  Dias Haus Müggenburg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH TB Ladestelle Müggenburg Gleisplan.jpg|thumb|500px|links|RH TB Ladestelle Müggenburg Gleisplan ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH TB Bahn-Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz 1952 b Foto- Otto Kolp.jpeg|thumb|300px|rechts|RH TB Bahn-Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz 1952 a Foto: Otto Kolp]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH TB Bahn Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz a.jpg|thumb|300px|rechts|RH TB Bahn-Verladebetrieb auf dem Holzverladeplatz 1952 b Foto: Otto Kolp)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Die Reparationseinschläge===&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Nutzungseinschnitte 1945ff Zeichnung Otto Kolp 1953.jpg|thumb|rechts|450px|RH Nutzungseinschnitte in der Rostocker Heide zwischen 1945 und 1951 Zeichnung Otto Kolp 1953)]]&lt;br /&gt;
erg Kolp&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Titaneisensand und Sensenstreicher===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fruchtbare Handelsbeziehungen entwickelten die Bewohner Torfbrückes Ende des 19. Jahrhunderts mit dem &amp;quot;Sträkmacherdorf&amp;quot; Thulendorf, bei Sanitz. Die hier gefertigten &amp;quot;Sträk&amp;quot;, Sensenstreicher und Messerschärfer waren durch ihre besonders gute Qualität in der Gegend berühmt. Das Geheimnis dieser ausgesprochen gut funktionierenden und langlebigen Schärfinstrumente rührte vom Ostseesand und Heideteer her. Im Strandabschnitt des Torfbrücker Forstreviers fand sich besonders viel &amp;quot;Rotsand&amp;quot;, dessen Farbe durch hohe Anteile an Titaneisen, Korund und Granat entsteht. Dieser Grundstoff fachgerecht vermengt mit dem in der Heide gewonnenen Teer, war der gehütete Kern der begehrten Werkzeuge. Ganze Fuhrwerksladungen dieser Grundstoffe nahmen ihren Weg zu den Herstellern. Kostete doch das Scheffel solchen Seesandes nur drei Mark. Schließlich verbot die Obrigkeit den Sandhandel, verursachte der doch hier inzwischen einen unübersehbaren Küstenrückgang, dem es Einhalt zu gebieten galt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Vermessungsturm===&lt;br /&gt;
;1906 bis 1911&lt;br /&gt;
:Findet die Neuvermessung der gesamten Rostocker Heide statt. &lt;br /&gt;
:Im Ergebnis entstehen am Ende eine Mutterkarte und  7 Wirtschaftskarten der einzelnen Reviere. &lt;br /&gt;
:1.Revier Hinrichshagen u. Markgrafenheide&lt;br /&gt;
:2. Revier Schnatemann&lt;br /&gt;
:3. Revier Wiethagen/ Wallensteinslager&lt;br /&gt;
:4. Revier Meiershausstelle und Lünenburg&lt;br /&gt;
:5. Revier Tofbrücke&lt;br /&gt;
:6. Revier Willershagen&lt;br /&gt;
:7. Revier Cordshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Anmerkung:Die Karten 1. bis 6. fanden später unter anderem, modifiziert, Verwendung als Beilage in L. Krauses Flurnamenbuch. (AHR 1.4.17 250)&lt;br /&gt;
: * [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]unter Verwendung der oben genannten Wirtschaftskarten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zur Vorbereitung der Vermessung]] Rostocker Zeitung (RZ) 27.10.1909&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:RH der 1906 zu kartographischen Vermessungen im Auftrag von Vermessungsingenieur Bühring erbaute trigonometrische Turm.jpg|der 1906 zu kartographischen Vermessungenerbaute trigonometrische Turm (Quelle: aus der Dissertation von Dr. Otto Kolp)&lt;br /&gt;
Datei:Pressemeldung nach erfolgtem Bau des Turmes Rostocker Anzeiger am 13ten Mai 1907.jpg|Pressemeldung nach erfolgtem Bau des Turmes, Rostocker Anzeiger  am 13. Mai 1907)&lt;br /&gt;
Datei:Der Trigonometrische Turm bei Torfbrücke auf einer Postkarte 1911.jpg|Der trigonometrische Turm auf einer Postkarte 1911&lt;br /&gt;
Datei:RH Torfbrücke Turm ca 1960.jpg | Der trigonometrische Turm um ca. 1960&lt;br /&gt;
Datei:RH Karte Bühring 1907.jpg|Übersichtskarte der Reviere als eine der Karten nach der Bühringschen Vermessung 1907 (Quelle:Heidearchiv Steinmüller)&lt;br /&gt;
Datei:Kosten des Turmes.jpg|In der Rostocker Bürgervertretung werden am 18. Februar gestiegene Baukosten des Turmes nachbewilligt&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anekdote:&lt;br /&gt;
:Als der Vermessungsingenieur Bühring zu Beginn seiner Vermessungs- und Kartierungsarbeiten zum Leuchtturm Darßer Ort &amp;quot;ins preußische&amp;quot; reist um per Triangulationsvermessung zwischen Warnemünder und Darßer Leuchtturm den zukünftigen Standort des Vermessungsturmes in der Rostocker Heide einzumessen, mißtraute der dortige Leuchtturmwärter diesem merkwürdigen Mann und seinem eigenartigen Gebaren mit &amp;quot;verschiedenartigen optischen Spioniergeräten&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Er hielt ihn für einen ausländischen Spion und verständigte umgehend die preußische Polizei.&lt;br /&gt;
:Bei der bald darauf erfolgten Festnahme und den strengen Vernehmungen im Polizeigewahrsam stellte sich jedoch heraus, daß er nur ein &amp;quot;harmloser Mathematiker aus dem Mecklenburgischen&amp;quot; war und man ließ ihn gewähren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Rosenort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die bekanntesten Namen mit &amp;quot;Ort&amp;quot; an der Rostocker Heideküste sind besonders herausragende Ecken im Verlauf des Ostseestrandes.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Heide- oder Rosenort&amp;quot;, von den Warnemündern auch &amp;quot;de Snut&amp;quot; oder &amp;quot;de hoge Snut&amp;quot; genannt, sowie der unmittelbar benachbarte &amp;quot;Stolper- oder Stoffelurt&amp;quot; finden seit mehr als 250 Jahren immer wieder besondere Erwähnung.&lt;br /&gt;
:Nicht nur weil Fischländer Fischer hier in der Herings-Saison über viele Generationen ihre Lager aufschlugen und Buden errichteten.&lt;br /&gt;
:Eine Direktorialkarte von 1765 gibt auf jenem Küstenvorsprung unmittelbar nordöstlich benachbart vom Heiligen See die &amp;quot;Herrings Bude&amp;quot; an. &lt;br /&gt;
:Auf der Karte des Grafen Schmettau im Jahre 1788 findet sich der Name &amp;quot;Fischer Bude&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Konnte man doch von der Höhe des Landvorsprunges die gesamte Rostocker Küste über fast 15 km Länge, von der Stoltera bis fast zur Stromgrabenmündung überblicken. &lt;br /&gt;
:Bevor die Romantiker im 19. Jahrhundert die Imposanz und Schönheit dieses Rundblickes entdeckten, nutzte das Militär diesen erhöhten Blickpunkt mit Weitsicht.&lt;br /&gt;
:Am 19.Dezember 1806, die napoleonischen Truppen hatten inzwischen auch Mecklenburg besetzt, ließen sich die hierher abkommandierten französischen Soldaten eine komfortablere Behausung mit einem Lichtsignalbaum (ein hölzerner Wippbaum mit einer entzündbaren Teertonne an der Spitze) davor errichten. Angesichts der inzwischen verhängten Kontinentalsperre hatten sie in erster Linie den Schmuggel der Küstenbewohner und die Verbindungsaufnahme mit englischen Schiffen zu unterbinden.&lt;br /&gt;
:Am 11. November 1813 wurde der Spieß umgedreht. Die mecklenburgische Landwehr hatte nun hier Posten bezogen, um Anlandungen von See her, der vor Moskau geschlagenen Grande Armee, so sich denn Teile von ihnen über die Ostsee nach Westen zurückzogen, zu verhindern.&lt;br /&gt;
:1831 war es ein anderer gefährlicher Feind der hier durch einen Militärposten (mit einer Behausung) abgewehrt werden sollte, die Cholera, deren Epidemie sich schließlich über ganz Europa ausbreitete und ihre Opfer suchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Rosenort in Kartenausschnitten und Luftbildern===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Lust Reiterkarte 1696 Ausschnitt.jpg| Auf der Lustschen Karte von 1696 noch &amp;quot;auf den hogen uffer&amp;quot; statt &amp;quot;Rosenort&amp;quot; und kein Gebäude &lt;br /&gt;
Datei:Schmettau Rostocker Heide Ausschnitt 1788.jpg|1788 Auschnitt Schmettau-Karte  mit &amp;quot;Fischer Bude&amp;quot; an Stelle des Rosenortes&lt;br /&gt;
Datei:H F Becker Heidekarte 1793 Ausschnitt.jpg|1793 Ausschnitt Becker_Karte mit &amp;quot;Fischerbude&amp;quot; (nicht eingenordet!)&lt;br /&gt;
Datei:1848 Kartenausschnitt Wachenhusen mit Rosenortbude.jpg|1848 Auschnitt Wachenhusenkarte mit &amp;quot;Rosenortbude&amp;quot;&lt;br /&gt;
Datei:Revierkarte Rostocker Heide um 1860 Ausschnitt mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; ohne Bude.jpg| um1860 Revierkarte Rostocker Heide Ausschnitt mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; und ohne Bude&lt;br /&gt;
Datei:1907 Ausschnitt Bühringsche Karte mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; ohne Bude.jpg|1907 Ausschnitt Bühringsche Karte mit &amp;quot;Rosenort&amp;quot; ohne Bude&lt;br /&gt;
Datei:Torfbrücke Rosenort Krause 1926.jpg|1926 Ausschnitt aus der Krauseschen Flurnamenkarte mit Flurnamen &amp;quot;Rosenortbude&amp;quot;&lt;br /&gt;
Datei:Kolp Karte 1 1957 Ausschnitt.jpeg|1957 Heidekarte von Otto Kolp mit Flurnamen &amp;quot;Rosenort&amp;quot; und &amp;quot;Budenberg&amp;quot;&lt;br /&gt;
Datei:Luftbild 2006 Heiliger See und dahinter der Landvorsprung des Rosenortes (Bildautor W.Steinmüller).jpg|Luftbild 2006 Heiliger See und dahinter der Landvorsprung des Rosenortes (Bildautor W.Steinmüller)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===  + Und noch ein Turm (1930-1945) ===&lt;br /&gt;
;noch ergänzen&lt;br /&gt;
: Bis zur kürzlichen Auffindung nebenstehender Dokumente war überdiesn Turm nichts bekannt.&lt;br /&gt;
:sicher ist jedoch das er erbaut worden ist, selbst nach Kriegsende von sowjetischem Militär genutzt und gegen Ende des Jahres 1945 zerstört worden ist.&lt;br /&gt;
:So ist jedoch auch der genaue Standort nicht mehr nachvollziehbar.&lt;br /&gt;
:Hier gilt es aktuell noch weiter zu recherchieren.&lt;br /&gt;
[[Datei:Marine-Peilturm 1.1.11. 198, 01.jpg|thumb|480px|links|zum Marine Peil- und Vermessungsturm 01]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Marine-Peilturm 1.1.11. 198, 03r.jpg|thumb|480px|rechts|zum Marine Peil- und Vermessungsturm 02]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die romantische Ausstrahlung des Rosenortes und seine Wiederspiegelung in Kunst und Literatur===&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Müller-Kaempff Rosenort.JPG|400px|rechts|thumb|&amp;quot;Rosenort&amp;quot; Gemälde von Paul Mueller-Kempff 1923]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Das Wirtshaus zur Stranddistel&amp;quot; Johannes Trojan, Heinrich Seidel und ihre Freunde]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Das Wirtshaus zur Stranddistel&amp;quot; Gedicht von Heinrich Seidel 1884]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Wüstung Müggenburg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Geschichte von Müggenburg ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name und erste Erwähnung von Müggenburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Acta in Sachen Klaus Nettelbladt contra Rostock wegen eines Schafstalls in Müggenburg &amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 11. April&lt;br /&gt;
:Albrecht Dobbin notiert in seiner Gewettsrechnung:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Den 4. November mit meinen Herren Collegen H.Jakob Crullen und Herrn Gryphio nach der Marggrauenheyde gewesen das hauß abnehmen, und das holz nach der Muggenborch fuhren laßen und das große hol (Loch) , so aus dem heiligen Sehe in die große Sehe gebrochen besichtigt und wieder zu verfertigen angeordnet, und was dabey vertzehret, haben die burger bey der Heyde richtig gemachet. Zur Müggenborgch benachrichtiget. 6 Schilling Drinkgeld gegeben ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(Quelle:KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
;Auf der Rothermannschen Direktorialkarte von Mittelhagen und Müggenburg von 1765, die das heutige Torfbrücker Revier mit umfaßt, gibt es Born nicht mehr.&lt;br /&gt;
:Im Ratsarchive liegen unter &amp;quot;Stadtprozesse&amp;quot; Auch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; In Vorbereitung!&lt;br /&gt;
:KFC + Gutknecht-Karte&lt;br /&gt;
[[Datei:Ausschnitt aus der Rothermannschen Direktorialkarte von 1765.jpeg|thumb|400px|rechts|um 1920 fertigt der Historiker Ludwig Krause eine Nachzeichnung als Ausschnitt aus der Rothermannschen Direktorialkarte von 1765 (Nachzeichnung)  ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Das untergegangene Dorf Müggenburg&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gedenk-Orte im Torfbrücker Revier==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;&#039;Der Gedenkstein für Ludwig Krause auf der Wüstung Müggenburg&#039;&#039;&#039;===&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Revier Torfbrücke Krausestein Foto W Steinmüller.JPG|thumb|600px|rechts|Der Gedenkstein für Ludwig Krause an der Müggenburger Wüstung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Denn keiner hat die Rostocker Heide, ihre natürlichen Verhältnisse und ihre Geschichte so genau gekannt, keiner diese herrliche Waldgebiet so geliebt wie er. ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Ernst Dragendorf in seinem Nachruf 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide, im Torfbrücker Revier, etwa auf der halben Strecke zwischen Hinrichshagen und Graal-Müritz, steht westlich der Landstraße, an der sogenannten Müggenburger Hofstelle ein Gedenkstein. &lt;br /&gt;
:Das für diesen Ort namengebende Dorf Müggenburg war bereits zwei Jahrhunderte zuvor untergegangen. &lt;br /&gt;
:Am Rande eines großen militärischen Sperrgebietes gelegen, geriet dieser Sein in der DDR-Ära fast in Vergessenheit. &lt;br /&gt;
:Inzwischen ist er wieder für viele Heidefreunde ein oft besuchtes Wanderziel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Ludwig Krause.jpg|thumb|350px|rechts|Ludwig Krause 1863-1924)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 19. Juni 1927 setzten hier die Mitglieder des Heimatbundes Mecklenburg ihrem drei Jahre zuvor verstorbenen Mitglied Ludwig Krause ein Denkmal.&lt;br /&gt;
:Krause, Rostocker Stadtarchivar und Heimatforscher, wirkte Mecklenburg weit. &lt;br /&gt;
:Aber die Hansestadt Rostock und hier die Rostocker Heide lagen ihm ganz besonders am Herzen.&lt;br /&gt;
:So ist es auch seiner Initiative zu verdanken, dass der Heimatbund Mecklenburg im Jahre 1908 seine landesweite Flurnamenforschung mit dieser Region begann.&lt;br /&gt;
:Ihm zu Ehren veröffentlichte der Verein für Rostocker Geschichte, postum in den zwei Jahren nach seinem Tod. auch seine bedeutendsten Bücher, die *[[&amp;quot;Topographie Rostocks&amp;quot;]] und * [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
:Als Archivar verbrachte Ludwig Krause sein Leben nicht nur zwischen verstaubten Akten. &lt;br /&gt;
:Unermüdlich wanderte er durch die mecklenburgischen Landschaften und hier am liebsten durch die Rostocker Heide, zeichnete auf, sammelte und archivierte, so daß schließlich die viele hundert Bestandseinheiten umfassende &amp;quot;Krausesche Fundchronik&amp;quot; entstand, die heute zu den besonderen Schätzen des Archivs der Hansestadt Rostock gehört. &lt;br /&gt;
:Fast ebenso umfassend ist der gedruckte regionalgeschichtliche Nachlass der bis in unsere Zeit zu den herausragenden Quellenwerken unseres Bundeslandes Zählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mehr über Ludwig Krause und sein Wirken in der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Garthe-Stein===&lt;br /&gt;
;Die Einweihung des Garthe-Steins am 30. Juli 1921&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
* [[Die Einweihung des Garthe-Steins am 30. Juli 1921]] (Quelle Rostocker Zeitung 2.August 1921)&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
: [[Datei:RH Rev Torfbrücke Der Garthe-Stein an der Reminschen-Wiese Foto W.Steinmüller 2006.JPG|thumb|400px|links| Rev Torfbrücke Der Garthe-Stein an der Reminschen-Wiese Foto W.Steinmüller 2006]]&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
: [[ Datei:Das Weidmannsheil.png  |thumb|400px|rechts| Auf der Rückseite des Steines ließen deren Stifter das &amp;quot;Weidmansheil&amp;quot;, den Ehrenspruch der Deutschen Jägerschaft einmeißeln]]&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
−	&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Bencard-Stein===&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Bencard Stein.jpg|thumb|600px|links|RH Bencard-Stein beim Rosenort]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH_Bencard_Stein_a.jpg|thumb|350px|rechts|RH Bencard-Stein beim Rosenort a]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Grabstelle des Torfbrücker Revierförsters Schmitt-Wulffen und seiner Familie im Torfbrücker Revier===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Familiengrab Schmitt-Wullfen 2015 Foto1 W.Steinmüller.JPG|Das Grab Schmitt-Wulffen im Jahre 2015 Foto 1 (W. Steinmüller)&lt;br /&gt;
Datei:Familiengrab Schmitt-Wullfen 2015 Foto2 W.Steinmüller.JPG|Das Grab Schmitt-Wulffen im Jahre 2015 Foto 2 (W. Steinmüller)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Am Ort der eingezäunten, mit einem Holzkreuz versehenen, Grabstelle ist der Torfbrücker Revierförster Schmidt-Wulffen am 1. Mai 1945 mit seiner Familie in den Freitod gegangen.&lt;br /&gt;
:Die Familie fand hier ihre letzte Ruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Uhlenflucht - einer der Geburtsorte der Naturfreunde-, Wander-, FKK- und Camping-Bewegung in Mecklenburg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wanderbewegung und Wanderherbergen in der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Haus Uhlenflucht 1921.jpg|400px|rechts|thumb|Naturfreundehaus &amp;quot;Uhlenflucht&amp;quot; 1921(HA)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Uhlenflucht 1921.jpg|400px|rechts|thumb|Naturfreundehaus &amp;quot;Uhlenflucht&amp;quot; 1931 nach dem Erweiterungsbau]]&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1916, noch als der große Weltkrieg tobte, gründeten Rostocker Arbeiter den Touristenverein „Die Naturfreunde“. &lt;br /&gt;
:Bald darauf entstanden auch in Schwerin und Güstrow solche Ortsvereine. &lt;br /&gt;
:Ein beliebtes Ausflugsziel, am Rande der Rostocker Heide gelegen war das „Haus der Jugend“. Diese Jugendherberge gehörte der Stadt Rostock und wurde allen Wanderfreunden zur Verfügung gestellt. &lt;br /&gt;
:Oft kam es vor, dass die „sozialistische Arbeiterjugend“ sowie die „Naturfreunde“ friedlich mit bürgerlichen Wandervereinen wie den „Rostocker Greifen“ Wand an Wand wohnten.&lt;br /&gt;
:Am 3.April 1921 konnten die „Naturfreunde“ dann bei Torfbrücke in Strandnähe das Richtfest für ein vereinseigenes Wanderheim feiern. &lt;br /&gt;
:Den Baugrund hatte die dortige Forstverwaltung zur Verfügung gestellt. &lt;br /&gt;
:Der Bau der Hütte kostete 1800 Mark. &lt;br /&gt;
:Für damalige Zeiten war das viel Geld. &lt;br /&gt;
:Lange hatten die Mitglieder dafür sparen müssen. &lt;br /&gt;
:In den Jahren 1924 und 1927 erhielt das Haus dann noch Erweiterungsbauten. &lt;br /&gt;
:„Hus Uhlenflucht“ in der Rostocker Heide wurde zu einem der beliebtesten Wanderausflugsziele im Rostocker Umland. &lt;br /&gt;
:Darüber hinaus war es ein regelrechtes Ferienheim mit 60 Schlafplätzen, einem Tagesraum, der Küche und einigem Nebengelaß. &lt;br /&gt;
:Aus ganz Deutschland kamen in den folgenden Jahren die Besucher. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1928 wurde unter der Leitung von Wally Stelt auch eine Jugendgruppe ins Leben gerufen. &lt;br /&gt;
:Bis zum Verbot des Vereins im Jahre 1933 wurde sie durch Werner Kleinfeld geleitet. &lt;br /&gt;
:Mit dem Machtantritt der Nazis übernahm der Graaler SA-Sturm das Haus. &lt;br /&gt;
:Man überließ es einige Zeit der Hitlerjugend, die sich jedoch durch „wüstes Verhalten“ und dauernden Waldfrevel so unbeliebt machte, das man ihnen die Hütte wieder entzog und der NS-Frauenschaft übergab. &lt;br /&gt;
:Da es auch hier zu ständiger Klage Anlass gab wurde das Haus 1934 abgerissen und zum Holzpreis verkauft. &lt;br /&gt;
:Der Name „Uhlenflucht“ für den heutigen Zeltplatz hält die Erinnerung an die traditionsreiche Herberge bis in unsere Tage wach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem Ende des ersten Weltkrieges suchten auch viele andere wanderlustige Naturfreunde Erholung und Entspannung in der Rostocker Heide, hinter den Dünen der Ostsee. &lt;br /&gt;
:Bei Markgrafenheide,  standen die Häuser des Naturheilvereins, des plattdeutschen Vereins „Unkel Bräsig“ und andere.&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1920 gestattete die Forstverwaltung der Stadt Rostock die Übernahme des Waldhauses im Herzen des Heidewaldes durch die sozialdemokratische „Freie Jugend“ aus Rostock sowie den „Wandervogel e.V. Bund für deutsches Jugendwandern, Ortsgruppe Warnemünde“. &lt;br /&gt;
:Die sozialdemokratische Jugend nutzte die Südhälfte, „Der Wandervogel“ die Nordhälfte des Hauses. &lt;br /&gt;
:Handwerkslehrlinge und junge Vereinsmitglieder verrichteten in der darauf folgenden Zeit alle Arbeiten zur Errichtung der Herberge. Gruppen aus Hamburg, Berlin und Stralsund waren gekommen. &lt;br /&gt;
:In der Vereinschronik liest sich der Fortgang so: „Jeden Penning kümmt in de Waldhuskass. Kein Penning wür verklackert. In´n Sommer 1925 dor wiern Muersteen tämlich billig worden. &lt;br /&gt;
:Dissen Ogenblick hewwen wie afpaßt un 10 000 Stehen köfft. Dat Holt hewwen wi abends in uns Frietied mit´n Treckwagen up de Dischers in Verein verdeelt. Nah den de Grundsteen leggt wür, sünd wi Sünndag för Sünndag nah de Heid lopen un hewwen an unsen Katen arbeit.“&lt;br /&gt;
:Am 27. Juni 1926 wurde endlich ein großes Einweihungsfest gefeiert. &lt;br /&gt;
:Im Hause war Platz für 40 Gäste, die ihr Nachtlager noch ganz spartanisch auf Strohsäcken fanden. &lt;br /&gt;
:Am Silvesterabend 1927 jedoch fingen einige Strohsäcke Feuer. &lt;br /&gt;
:Mit Töpfen und Kannen holten Männer und Frauen  in der kalten Dezembernacht Wasser aus der Ostsee. Bald war das Feuer gelöscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Waldhaus]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Zeltplatz Uhlenflucht===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Schießplatz Rosenort im Revier Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Luftbild 2006 Blick von Osten auf den ehemaligen schießplatz und den dahinter liegenden Rosenort .jpg|thumb|200px|rechts|Luftbild 2006 Blick von Osten auf den ehemaligen schießplatz und den dahinter liegenden Rosenort (Bildautor W. Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1962 erfolgten durch große Flächenabgänge an die NVA, ca. 5000 ha, auch eine Veränderung der Revier-Struktur. &lt;br /&gt;
:Dabei gingen die Reviere Wiethagen und Meyershausstelle sowie Torfbrücke, Hinrichshagen und Hirschburg zum Teil in die Bewirtschaftung der NVA über. &lt;br /&gt;
:Dieser Teil wurde bis zur Wende durch den Militärforstbetrieb Prora bewirtschaftet.&lt;br /&gt;
:Damit war der gesamte zentrale Teil der Rostocker Heide Sperrgebiet geworden.&lt;br /&gt;
:Das Mot.-Schützenregiment der NVA (MSR) Nr. 28  erhielt 1962 den Bereich des Schießplatzes Hinrichshagen zugeteilt. Rund 70 ha wurden, z.T. durch den StFB, freigeschlagen. Am 1. Januar 1963 begann die Nutzung des Schießplatzes. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Zeit hatte der Platz eine Längenausdehnung von rd. 600 m und eine genutzte Breite von rd. 400 m.&lt;br /&gt;
:Es wurde u.a. mit Infanterie - Waffen auf abklappbare Ziele geschossen. Das gleichzeitige Schießen bis zur Kompaniestärke war  möglich. Die Geschosse wurden zu ca. 40 - 50 % von einem später aufgeschobenen Erdwall zwischen den Abteilungen 6189 und 647 aufgefangen. Weitere 30 - 40 % nahm ein ca. 80-jähriger Stieleichenbestand auf. 10 - 20 % der Geschosse verloren sich im Schußsektor, der bis zum Hirschburger Landweg reichte. Nachteilig war, daß bei Anlage des Schießplatzes die vorhandenen Gräben nicht verrohrt sondern zugeschoben wurden. Daher hatte der Platz besonders im Winterhalbjahr unter Staunässe zu leiden. Oft standen die Gräben, in denen die Mechanismen für die Abklappbaren „Pappkameraden“ installiert waren, z.T. kniehoch unter Wasser.&lt;br /&gt;
:Ca. 1983 begann die Erweiterung des Schießplatzes auf 1600 m Schußfläche in der Längenausdehnung. Die Erweiterung mit Kosten - und Treibstoffeinsparungen zusammen. Der Hin - und Rücktransport des Panzerbataillions wie auch der mit Schützenpanzerwagen ausgerüsteten Bataillione nach Lübtheen sollte eingeschränkt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:NNN 24 3 1990.jpg|thumb|200px|rechts|Am 24. März 1990 endet die militärische Nutzung des westlichen Teils der Rostocker Heide (NNN 24.3.1990)]]&lt;br /&gt;
:Das wiederum ergab neue Bedingungen für die beteiligten Reviere. Ab Rosenortschneise, in deren Höhe sich der Erdwall befand nordöstlich bis zur neuen Schießplatzgrenze fiel das Gelände um 8 - 9 m ab. Der 80-jährige Stieleichenbestand mußte der Erweiterung weichen.&lt;br /&gt;
:Die Geschosse hatten somit „freie Fahrt“ in der Schußrichtung. Hinzu kam, daß von der erweiterten Wippanlage, in der eine Geländefahrt mit einem Panzer simuliert wurde, mit überschweren MG und der leichten Bordkanone des SPW (ca. 30 mm) geschossen wurde. Das Betreten des Schießplatzes wurde somit ab 1985 - der Inbetriebnahme des erweiterten Platzes - absolut lebensgefährlich.  &lt;br /&gt;
:Vorher waren an den Seiten des Schußsektors unter bestimmten Umständen noch forstliche Arbeiten möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vorgeschlagen wurde von der Oberförsterei, an der Ostgrenze der Platzerweiterung einen 400 m langen und 25 m hohen Erdwall zu schaffen, der dann noch mit Bäumen und Sträuchern als Kugelfang hätte bepflanzt werden sollen. Die Kosten hätten 2,0 Mio. Mark betragen. Der Betrieb Industrie - und Waffenbau hätte im Winterhalbjahr die Kapazitäten gestellt.&lt;br /&gt;
:Das Vorhaben scheiterte an den Kosten. Seitens des MfNV konnten keine Mittel bereitgestellt werden. &lt;br /&gt;
:Auch wenn der Wall noch gebaut worden wäre, verboten die Dienstvorschriften Arbeiten aller Art - forst- oder landwirtschaftlich - während eines Schießens im Schußsektor. Der Erdwall hätte somit in erster Linie die Waldbestände, aber auch das Wild geschützt. (Auszug NHK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einst bewohnte Plätze im Torfbrücker Revier==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die untergegangene Schäferei &amp;quot;auf dem Born&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Südöstlich von Torfbrücke lag die 1661 wüst gelegene Schäferei Born, auch &amp;quot;auf dem Born&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
:Auf der Dostschen Heidekarte von 1696 wird sie jedoch als wieder existent angegeben.&lt;br /&gt;
:Ein Jahrhundert später deuten die &amp;quot;Borner Tannen&amp;quot; oder auch &amp;quot;Hegetannen&amp;quot; noch auf die einstige Heideschäferei hin, an deren Stelle besonders zu Schiffs-Mastbäumen taugliches Holz herangezogen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Fortlaufende historische Chronologie und Geschichte von Torfbrücke#Das untergegangene Dorf Müggenburg|Das untergegangene &#039;&#039;&#039;Dorf&#039;&#039;&#039; Müggenburg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Moorhof===&lt;br /&gt;
[[Datei:Moorhof Auszug Kolp 1957.jpg|thumb|400px|links| RH Der Moorhof in Dr. Kolps &amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs... 1957]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Auschnitt Lust 1696 noch einfügen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Auszug LustKarte 1696.jpg|thumb|400px|links| RH Der Moorhof auf der Lustschen Karte von 1696 (Ausschnitt)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Dost Generalplan 1767 Auszug Moorhof.jpg|thumb|600px|rechts| RH Der Moorhof auf der Dostschen Generalkarte von 1764 (Ausschnitt)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vor der Einrichtung des Holzverladeplatzes &amp;quot;Moorhof&amp;quot; am Ende des gerade neu angelegten Moorhöfer-Kanals taucht der Begriff &amp;quot;Moorhof&amp;quot; nur zwei Mal in Quellen auf:&lt;br /&gt;
:1. in der Lustschen Reiterkarte von 1696&lt;br /&gt;
:2. 1764 in der Rothermannschen &amp;quot;Karte von dem zu Rövershagen gehörigen Gut Nedderhagen [Niederhagen] cum pertinentus Markgrafenheide, wie auch ein Teil von der Hölzung von Markgrafenheide, so bis an den Weg nach Müggenburg und dem Moorhof geht, angleichen von der Radelbach bis an der Radelwiese und der Ostsee&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:bzw der Dostschen Generalkarte.&lt;br /&gt;
:3. In der Schmettauschen Karte von 1788 existiert &#039;&#039;&#039;kein Gebäude , selbst kein Flurname&#039;&#039;&#039;, der einen Hinweis auf den Moorhof gibt.&lt;br /&gt;
;Sämmtliche weitere dokumentierte Erwähnungen des Moorhofes datieren erstmals von 1793 (Beckersche Karte) und dann ab 1839, als der Holzplatz und darauf folgend der dort hin führende Moorhöfer Kanal neu angelegt wurden.&lt;br /&gt;
;Die in den beiden oben genannten Karten eingezeichneten Standorte des alten Moorhofes stimmen &#039;&#039;&#039;nicht&#039;&#039;&#039; (!) mit dem Standort des durch Forstinspektor Becker angelegten Holzplatzes &amp;quot;Moorhof&amp;quot; überein.&lt;br /&gt;
:1839 kommen die &amp;quot;Holzstapelplätze&amp;quot; zu Markgrafenheide zu Markgrafenheide und Schnatermann schon vor, aber nicht der von Moorhof, der erst nach Fertigstellung des 1838/39 dorthin gegrabenen Kanals angelegt worden ist. (Ludwig Krause 1902)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1868 - Das Leben auf dem Holzstapelplatz Moorhof====&lt;br /&gt;
:In einem im März 1868 datierten vermutlich von Ludwig Dolberg stammenden Aufsatz &amp;quot;Aus der Rostocker Haide&amp;quot; wird das winterliche Leben und Treiben auf dem Holzlager geschildert - &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ein gewaltiges Holzlager ist hier &#039;&#039;(auf dem Moorhofe)&#039;&#039; aufgelegt, dessen Material besonders auf die Bedürfnisse der Warnemünder und die Anwohner des Breitlings berechnet ist, denen die Abfuhr durch den nun bis hierher geleiteten Kanal leicht gemacht ist. &lt;br /&gt;
:Ein kleiner Pavillion, der Tempel oder auch &amp;quot;Chavijohn&amp;quot; von den Leuten benannt, mit Eichenrinde bekleidet, bietet dem die An- und Abfuhr beaufsichtigenden Beamten ein Obdach, und bei Auktionen auch durch dann vorhanden Spiritus durstigen Seelen einen Labetrunk.&lt;br /&gt;
:Ein weiter Blick öffnet sich über die weite Wiesenfläche, in der wie Inseln bald hier, bald da kleinere oder größere Tannenbestände &#039;&#039;(&#039;&#039; [[sic.]] &#039;&#039;meint Kiefernbestände)&#039;&#039; liegen.&lt;br /&gt;
:Die Aussicht hemmt nach vorne die Düne, aber bisweilen, wo eben vor kurzem der Durchbruch erfolgt, blickt das Meer durch.&lt;br /&gt;
:Ein reges Leben herrscht hier, denn Wagen für Wagen kommen und bringen Holz für die nächste Auktion.&lt;br /&gt;
:Dort schleppen ein Schimmel, gewiß ein stattlches Tier, und ein Brauner eine mächtige Tanne &#039;&#039;(Kiefer)&#039;&#039; heran, die der Wind schon vor Jahren entwurzelt hat, und die nun an den Mann gebracht werden soll.&lt;br /&gt;
:Da führen Graaler Vollbüdner Stockholz heran, das du vieleicht kaum des Fuhrgeldes für wert hältst, und das sich doch die Warnemünder noch hoch genug auftreiben werden.&lt;br /&gt;
:Zwei hübsche Füchse, von denen der eine nur mit dem Hinterfuße etwas durchtritt, bringen Buchenholz.&lt;br /&gt;
:Ein Paar stattliche Braune, prächtig gepflegt, die jeden fürstlichen Marstall zieren würden, führen Tannenkluftholz herbei.&lt;br /&gt;
:(Aus - &amp;quot;Archiv für Landeskunde&amp;quot; 1868 p.261)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Sagen um den Moorhof====&lt;br /&gt;
;Johannisnacht am Moorhof&lt;br /&gt;
:Ganz in der Nähe vom früheren Moorhof sieht man in der Johannisnacht ein Feuer brennen.&lt;br /&gt;
:Dort haben die Seeräuber ihre Schätze versteckt.&lt;br /&gt;
:Vom Moorhof aus fuhren sie mit ihren Schiffen direkt in die Ostsee.&lt;br /&gt;
:Einen anderen Unterschlupf hatten sie bei Gelbensande am Wallberg, derselbe wird auch Störtebeckerberg genannt.&lt;br /&gt;
* [[Der Moorhof]] (&amp;quot;Vom Moorhof und vom Störtebecker&amp;quot; A. und R.Ahrens 1919)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Die Immen-Belegstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Karl Mewis Kanal bei Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Kanalbaupläne durch die Rostocker Heide vor einem halben Jahrhundert (Autor Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
* [[Ministerrat stoppt teuren Kanalbau]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Binnenwasserkanal OZvom 19 8 2022 mit Faximile OZ 13ter Januar 1958.jpg|thumb|400px|rechts|Binnenwasserstraße von Rostock bis Prag, Die Ostseezeitung vom 13.Januar 1958 im Faksimile OZ vom 19. August 2022]]&lt;br /&gt;
:Mancher Heidewanderer, der seinen Weg von Torfbrücke ins Herz der Landschaft, in Richtung Pöstenschneise lenkt, ist etwas erstaunt bereits nach wenigen Schritten durch den Heidewald auf ein kleines seeartiges Gewässer zu stoßen. Der Volksmund hat dieser kleinen Wasseridylle den Namen „Karl-Mewis-Gedächtniskanal“ verliehen. &lt;br /&gt;
:Hier wird an ein von dem einstigen SED-Parteichef des Bezirkes Rostock besonders propagiertes Wirtschaftsprojekt der DDR erinnert.&lt;br /&gt;
:Zu Beginn des Jahres 1962 findet sich auf einer Titelseite der Ostsee-Zeitung nebenstehender Pressebeitrag:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;„Stapellauf in Graal-Müritz&lt;br /&gt;
:Kanalbau durch die Rostocker Heide&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Einen Stapellauf besonderer Art werden in wenigen Wochen die Einwohner von Graal-Müritz erleben. &lt;br /&gt;
:Vor den Toren des Seeheilbades sind Raupenbagger des VEB Wasserstraßenbau Magdeburg dabei, ein Becken auszuheben. &lt;br /&gt;
:Die Arbeiter des Magdeburger Wasserstraßenbaus werden von der Straße bei Torfbrücke aus 2,8 km des Kanals graben, der den Breitling mit dem Saaler Bodden verbinden soll. &lt;br /&gt;
:Mit diesem Kanal wird der Anschluss des Überseehafens an das Binnenwasserstraßennetz hergestellt. &lt;br /&gt;
:Nach seiner Fertigstellung soll er die Durchfahrt von 1000t-Schiffen ermöglichen sowie Eisenbahn und Kraftverkehr vom jährlichen An- und Abtransport von 1,5 Millionen Tonnen Güter vom und zum Rostocker Überseehafen entlasten. ...“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ziel des Projektes war Binnenlastschiffe vom Überseehafen aus durch die Rostocker Heide, die Boddenkette und den Strelasund in Richtung Oder-Wasserstraße fahren zu lassen. &lt;br /&gt;
:Auch zwei weitere Kanalbauprojekte, über Bodden-Recknitz-Trebel-Peene sowie Rostock – Wittenberge-Elbe, waren in Ergänzung dazu bereits in der  Planungsvorbereitung. Zuvor waren einige Fachleute, die dem Projekt kritisch gegenüber standen mundtot gemacht worden. &lt;br /&gt;
:Sie hatten darauf verwiesen, das es bereits vierzig Jahre zuvor Planungsarbeiten und Geländeuntersuchungen zum Bau eines Kanals Rostock – Ribnitz gegeben hatte und das Projekt seinerzeit angesichts der extrem schwierigen geologischen Verhältnisse als undurchführbar zu den Akten gelegt werden musste.&lt;br /&gt;
:Noch im Frühjahr 1962 begann man von drei Punkten (Markgrafenheide, Torfbrücke und Dändorf) ausgehend mit der Umsetzung des Prestige-Projektes. &lt;br /&gt;
:Während vorhandene Schwimmbagger nach Markgrafenheide und Dändorf an den Start gebracht wurden, gestaltete sich schon der Beginn im Bauabschnitt Torfbrücke ausgesprochen schwierig. &lt;br /&gt;
:Zunächst wurde an den südöstlichen Ortsrand von Torfbrücke eine Elektro-Umspannstation eingerichtet. &lt;br /&gt;
:Auf der Ostseite der vorbeiführenden Bäderbahnstrecke legte man dann einen großen Kahlschlag an um hier Anschlussgleise zum verladen von Gütern anzulegen. &lt;br /&gt;
:In diesem Bereich war auch ein größeres Brücken- und Schleusenbauwerk vorgesehen.&lt;br /&gt;
:Fußnote am Rande; mit dem anfallenden Baggergut wollte man das zwischen dem südlichen Ortsrand von Graal und dem Stromgraben gelegene Terrain zu Bauland für ein zukünftiges Plattenbau-Wohngebiet erhöhen.&lt;br /&gt;
:Um nun die eigentlichen Baggerarbeiten beginnen zu können, wurde auf einer kleinen improvisierten Helling ein zuvor zerlegter Eimerketten-Schwimmbagger sowie eine Lastschute wieder zusammengebaut. &lt;br /&gt;
:Motorisierte Eimerbagger gruben zeitgleich ein großes Loch um hier schließlich den Schwimmbagger zu Wasser lassen zu können. &lt;br /&gt;
:Zitat aus der Ostsee-Zeitung jener Tage: &lt;br /&gt;
:„zu den Kanalbauern gehören so erfahrene Schachtmeister wie Otto Kirchner, der bereits 18 Jahre im Wasserbau tätig ist und am Kanal des Friedens 1951 sowie der Talsperre Dippoldiswalde zwei Jahre zuvor mitgearbeitet hat. &lt;br /&gt;
:Am Kanalbau sind die Betriebe VEB Wasserstraßenbau Berlin und Magdeburg, sowie der VEB Erdbau Magdeburg beteiligt.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Torfbrücke Kanal Nordseite.jpg|Torfbrücke Kanal Nordseite 1962   (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Torfbrücke Kanal Südseite.jpg|Torfbrücke Kanal Südseite 1962  (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sehr bald sollte die Kompliziertheit des Bauvorhabens offenbar werden. &lt;br /&gt;
:Die Geologen hatten ja zuvor gewarnt, dass das gesamte Areal der Rostocker Heide aus einer acht Meter mächtigen Schwemmsandfläche besteht. &lt;br /&gt;
:Es war schier unmöglich diesen bei den Heidebewohnern als „Sogsand“ bezeichneten Massen einhalt zu gebieten. &lt;br /&gt;
:So wie der Schwimmbagger sich mühsam voranbaggerte schwemmte der Sand nur wenige Meter dahinter wieder zu und das Unterfangen wurde zur wahren Sisyphus-Arbeit. &lt;br /&gt;
:Bereits im folgenden Jahr sah man die Unausführbarkeit des Vorhabens ein. Diesmal ohne Presseschlagzeilen stellte man die Arbeiten in aller Stille ein. :Schneidbrenner zerlegten die kleine Baggerflotte, die Natur eroberte die Großbaustelle zurück und machte sie zur abgeschiedenen ruhigen Idylle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Kanal-Rudiment 2014.jpg| Kanal-Rudiment 2014  (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:RH Lubi Mewis Kanal 2006.jpg|Luftbild des Torfbrücker Abschnittes vom Mewis-Kanal 2006 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Legenden und Geschichten aus dem Revier Torfbrücke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1877 - Mord bei Torfbrücke===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im September des Jahres 1877 war die Gegend von Torfbrücke Tatort einer blutigen Mordtat.&lt;br /&gt;
:In der Rostocker Zeitung jener Tage ist zu lesen: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Über die bereits erwähnte Mordta in der Rostocker Heide erfahren wir heute folgendes Nähere: Das beim Jäger Keding dienende zu Torfbrücke dienende Mädchen Luise Halwes war am letzten Dienstag nach dem &amp;quot;Neuen Kruge&amp;quot;an der Rostock - Ribnitzer Chaussee geschickt und kehrte zur festgesetzten Zeit nicht zurück. &lt;br /&gt;
:Ihr Dienstherr, dadurch beunruhigt und einen Unfall fürchtend, veranlaßte eine allgemeine Durchsuchung des Gehölzes, bei welcher wie bereits gemeldet, die Halwes am Mittwoch Morgen mit durchschnittenem Halse und augenscheinlich von Fremder Hand getödtet vorgefunden wurde. &lt;br /&gt;
:Der Verdacht der Tat richtete sich alsbald gegen einen 21jährigen Seefahrer, J. Suhr, welcher in Ribnitz geboren und später mit seinen Eltern nach Torfbrücke verzogen ist. &lt;br /&gt;
:Derselbe hatte sich besondes dadurch verdächtig gemacht, daß er sich nicht wie alle übrigen Bewohner von Torfbrücke an den Nachforschungen nach dem vermißten Mädchen beteiligt, auch nach Auffindung der Leiche sich von dem Orte der Tat fern gehalten hatte. &lt;br /&gt;
:Das hiesige Criminalgericht, welches sich zur Aufnahme des Thatbestandes gestern nach Torfbrücke begeben hette, verfügte die Verhaftung des Suhr, welche noch gestern erfolgt ist.&lt;br /&gt;
:Wie man erzählt hat Suhr schon dem die Verhaftung vollziehenden Beamten gegenüber sofort ein umgehendes Geständnis abgelegt. :Darnach hat er die Halwes mit der er im Gehölze zusammengetroffen, mit unsittlichen Anträgen verfolgt und sie dann thätlich angegriffen.&lt;br /&gt;
:Das Mädchen hat sich tapfer gewehrt und mit der Anzeige des Vorfalls gedroht. &lt;br /&gt;
:Hierdurch aufgebracht hat, hat Suhr einen am Wege  liegenden Knittel ergriffen und der davoneilenden Halwes von hinten einen Schlag über den Kopf versetzt, der sie betäubt zu Boden gestreckt hat, worauf er sie durch Durchschneiden des Halses völlig Getödtet hat. &lt;br /&gt;
:Die ermordete Luise Halwes ist 21 Jahre  alt und ebenfalls as Ribnitz gebürtig, ihre Eltern sind bereits verstorben. &lt;br /&gt;
:Sie wird als ein tüchtiges und treues Mädchen bezeichnet und war mit einem in der Nachbarschaft von Torfbrücke dienenden jungen Manne verlobt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Der ruchlose Mörder büßte seine Tat schließlich mit dem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weiße Frau und Kobold am Müggenburger Teich===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei hellem Mondschein kann man in dem Teich, der früher zu  dem jetzt nicht mehr vorhandenen Dorf Müggenburg gehörte, ein Plätschern hören. Dort spült eine weiße Frau ihre Wäsche&lt;br /&gt;
:An demselben Teich treibt zuweilen auch bei Tage ein häßlicher Kobold sein Unwesen. So erschien er eines Sonntags plötzlich einem dort Nüsse pflückenden Heidedörflee und rief dem eiligst Entfliehenden mit gewaltiger Stimme dröhnend nach: &amp;quot;Harst du nich in de Schoh den Bullerjahn, sall di de Kopp in´n Nacken stahn.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(Hast du nicht im Schuh den Baldrian, soll dir der Kopf im Nacken stehen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Spuk in der Schwanberger Heide&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in der Torfbrücker Gemarkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Flurnamen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Rostocker_Heide_(Landschaft)&amp;diff=156272</id>
		<title>Rostocker Heide (Landschaft)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Rostocker_Heide_(Landschaft)&amp;diff=156272"/>
		<updated>2026-09-16T19:42:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Die „Nordöstliche Heide Mecklenburgs“ und ein Dreiviertel-Jahrtausend Forstgeschichte (1252 bis 2025) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Benutzer:Windfluechtermv|Autor: Wilfried Steinmüller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Eingangstor Hinrichshagen von Harald Wroost gefertigt 2020.JPG|thumb|600px|center|Rostocker Heide Eingangstor Hinrichshagen von Harald Wroost gefertigt (Foto privat)]]&lt;br /&gt;
{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Rostocker Heide (Landschaft)&lt;br /&gt;
 | plz = 18146&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Stadtverwaltung Rostock&lt;br /&gt;
 | landkreis = Stadt Rostock&lt;br /&gt;
 | lat= 54.2110761&lt;br /&gt;
 | lon = 12.2156959&lt;br /&gt;
 | zoom = 14&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anmerkung: Themen die im Online Portal mit einem &amp;quot;+&amp;quot; versehen sind befinden sich in der Recherche bzw. der in Kürze folgenden Einpflege. Sie lassen sich auch als Anregung an die Nutzer verstehen um ergänzende Hinweise oder Materialien zum Kapitel-Thema zu bitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs mit der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/#map=12/54.2177/12.2535 Breite: 54.2177 Länge: 12.2535]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die gesamte Nordöstliche Heide Mecklenburgs hat eine Größe von 12 000 ha, das entspricht etwa sechsmal der Fläche der Insel Hiddensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorangestellte Anmerkungen zum Aufbau der Chronik der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
;-Forstmannsarbeit ist Generationsarbeit&lt;br /&gt;
:Eine Eigenheit der Forstwirtschaft ist es, daß Forstleute in ihrer Planung nicht, wie etwa Landwirte, in Jahreszyklen denken und handeln, sondern in Kategorien von ein, zwei und sogar drei Jahrhunderten.&lt;br /&gt;
:Was eine Generation an Forstmännern pflanzt, &amp;quot;ernten&amp;quot; deren Nachkommen teilweise erst weit mehr als 200 Jahre später.&lt;br /&gt;
:Daher lebt die Zukunftsplanung der Forstwirtschaft, mehr als jeder andere Wirtschaftszweig, von tiefgründiger, intensiver Aufzeichnung, Archivierung und Kartierung über viele Generationen hinweg.&lt;br /&gt;
:1796 begann Forstinspektor Becker in der Rostocker Heide mit der ersten Eichenaufforstung auf der Hufenkoppel bei Hinrichshagen und setzte in seinem ein halbes Jahrhundert umfassendes Wirken als oberster Forstmann der Rostocker Heide, nicht selten gegen immensen Widerstand der Stadtväter, das um, was wir heute als nachhaltige Forstwirtschaft bezeichnen. &lt;br /&gt;
:In unseren Tagen werden die aus seinem Wirken erwachsenen Starkeichen &amp;quot;geerntet&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Das mag als ein Beispiel dafür stehen, daß besonders Forstleute ein Bewußtsein für das Jahrhunderte alte Vermächtnis ihrer vorangegangenen Berufskollegen besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Diese Chronistische Arbeit zur Rostocker Heide ist in vielen Teilen auf zwei Informationsebenen angelegt.&lt;br /&gt;
:Die erste Ebene soll, dem vorangestellten Inhaltsverzeichnis folgend, das Informationsbedürfnis des interressierten Wald- und Heidefreundes, des &amp;quot;normalen&amp;quot; Nutzers befriedigen. &lt;br /&gt;
:Die zweite Ebene - bei vielen Kapiteln in dieser Arbeit, z.B Heidechronik Teil 1 (Becker) Teil 2 (Bencard) Teil 3 (Autorengruppe der Heideförster), soll hingegen das viel tiefgründigere, fachlich detailiertere Informationsbedürfnis der Forstmänner befriedigen. Auf diese Ebene gelangt man in der Regel über aktive Kapitel-Links.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Diese Chronik ist bereits von der ersten eingepflegten Manuskriptseite an im Netz präsent,&lt;br /&gt;
:auch wenn damit offen sichtbar noch nicht alle Themenbereiche bearbeitet bzw. fertiggestellt sind. Bereits deren Entstehungsprozeß soll ganz bewußt nachvollziehbar sein, unter Umständen sogar &#039;&#039;&#039;um seitens der Nutzer ergänzende oder korrigierende Hinweise zu erhalten&#039;&#039;&#039;. Eine digitale Chronik unterliegt mehr als eine Print-Chronik einem permanenten Prozeß der Korrektur, Ergänzung und Fortschreibung. Es soll auch die stille Anregung sein, zum Thema relevante Fakten, Zeitzeugenberichte und Dokumente u.a. zur Verfügung zu stellen um sie hier, digital verarbeitet, mit einzubringen und zu ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die „Nordöstliche Heide Mecklenburgs“ und ein Dreiviertel-Jahrtausend Forstgeschichte (1252 bis 2025)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Östlich von Rostock liegt der mit rund 12.000 ha &#039;&#039;&#039;größte Küstenwald Deutschlands&#039;&#039;&#039; und gleichzeitig eine eigenständige Kulturlandschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldverteilung MV 1995.jpg|thumb|400px|rechts|Waldverteilung in Mecklenburg-Vorpommern Stand 1995, hier ist die Nordöstliche Heide als &#039;&#039;&#039;größter Küstenwald Deutschlands&#039;&#039;&#039; sichtbar (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die gesamte deutsche Seeküste, von der niederländischen bis hin zur polnischen Grenze ist es einzigartig, daß ein so großes geschlossenes Waldgebiet an die See grenzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Genau genommen ist die Heide  doch nur der klägliche Rest eines der letzten deutschen Urwälder, die sich noch vor 800 Jahren zwischen Lübeck und der Insel Rügen erstreckten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot;, also der seit 1252 der Hansestadt Rostock gehörende  westlicheTeil macht mit etwa 6000 ha rund die Hälfte der Nordöstlichen Heide aus. &lt;br /&gt;
:Sie verringert sich durch Küstenrückgang jährlich um 0,5 bis 1 ha. &lt;br /&gt;
;Das gesamte Stadtgebiet Rostocks hat eine Größe von 18.126 ha, somit macht Rostocks Waldbesitz rund ein Drittel der Stadtfläche aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Klima der Rostocker Heide - einzigartig in Deutschland==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des 19. Jahrhunders rückten die Wohlfahrtswirkungen des Waldes stark in den Vordergrund des allgemeinen Interesses.&lt;br /&gt;
:Beim Erreichen einer bestimmten Größe und Geschlossenheit von Wald-Arealen werden diese zum Klima bestimmenden Faktor.&lt;br /&gt;
:Daß aus den rund 12.000 ha geschlossener Waldfläche und seiner Lage am Meer nur hier dieses besonders heilkräftige Klima entsteht, ist im Jahre 1877 durch : [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_Beneke Prof. Friedrich Wilhelm Beneke ] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Mettenheimer Dr. Carl von Mettenheimer] entdeckt worden.&lt;br /&gt;
:Seine klimatischen Eigenheiten machen es für Deutschland einzigartig.&lt;br /&gt;
:In diesem Waldklima weichen Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Sonneneinstrahlung und Wind von Offenlandschaften ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Wald - als Sauerstoff-Produzent===&lt;br /&gt;
[[Datei:000 OCH RH Photosynthese.jpg|thumb|450px|rechts|Funktionsbild der Verarbeitung von Kohlendioxid (CO2) zu Sauerstoff (O2) durch einen Baum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dazu kommt, daß ein einziger ausgewachsener Laubbaum in einer Stunde durchschnittlich vier Millionen Liter Luft atmet und reinigt, mehr als zwei Kilogramm Kohlendioxid (CO2) bindet und Mittels Fotosynthese die gleiche Menge Sauerstoff (O2) produziert und abgibt.&lt;br /&gt;
:Darüber hinaus sind Bäume Schalldämpfer, spenden Schatten und schlucken Feinstaub.&lt;br /&gt;
:Die Waldlandschaft, zwischen Warnemünde und dem Fischland in sich, als das größte geschlossene Küstenwaldgebiet an der  deutschen Seeküste, ist gleichzeitig das Verbreitungsgebiet dieses besonderen Heilklimas mit seinem ausgesprochen hohen Sauerstoffanteil in der Luft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ostsee gibt ihr heilkräftiges Meeresklima dazu===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nur hier mischt sich Waldklima, Deutschland weit, mit dem heilkräftigen [[Ostsee]]klima, das besondes durch seinen hohen Jod-Anteil geprägt ist.&lt;br /&gt;
:So vereinen sich allein in unserem Landstrich zwei Klimazonen zu einer naturgegebenen Medizin von herausragender Heilkraft.&lt;br /&gt;
:Diese Klimabesonderheit ist ein unsichtbares aber auch unschätzbares Kleinod, welches unseres nachdrücklichen Schutzes bedarf.&lt;br /&gt;
:Nicht zuletzt diese Besonderheit und deren einzigartige Heilkraft, ließ Graal-Müritz im 19. Jahrhundert zum Seeheilbad werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=KH1sTpNoknA Wetterexperte Stefan Kreibohm zum Klima der Rostocker Heide]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Geologie der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kleine Natur- und Kulturgeschichte der &amp;quot;Nordöstlichen Heide Mecklenburgs==&lt;br /&gt;
[[Datei:Heilige Höhlen 2006.jpg|thumb|450px|rechts|Das Zusammenspiel von Wald und Meer aus der Luft betrachtet (Foto Wilfried Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
:Die weitläufige Waldlandschaft zeigt sich in ihren einzelnen Bereichen mit unterschiedlichsten Landschaftsbildern. &lt;br /&gt;
:Im sandigen Nordteil dominieren Bestände mit hohem Anteil an Nadelholzarten, wärend auf der auslaufenden Endmoräne des Südteils, bei Willershagen und Rostocker-Wulfshagen imposante alte Eichen- und Buchenbestände die Natur prägen. &lt;br /&gt;
:Schier unzählbar ist die Zahl der Bachläufe, die noch immer, ohne das Menschenhand sie in künstliche, begradigte Betten gezwängt hat, ihre Schleifen durch die Landschaft ziehen. &lt;br /&gt;
:Sie zeichnet eine besondere Gewässerreinheit aus, die eine einzigartige Vielfalt an Kleingetier nach sich zieht. &lt;br /&gt;
:Geradezu ideale Existenzbedingungen für den Eisvogel, der hier häufig anzutreffen ist. &lt;br /&gt;
:Als Wintergast ist mit viel Glück auch die Wasseramsel tauchend an einem solchen Bachlauf zu erleben. &lt;br /&gt;
[[Datei:Moosglöckchen linnea borrealis.jpg|thumb|400px|rechts|Das Moosglöckchen (Linnéa borrealis)]]&lt;br /&gt;
:In stillen Winkeln findet sich der Kranich regelmäßig als Brutvogel ein. &lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Breitblättrige Knabenkraut&#039;&#039;&#039; (Dactylorhiza majalis), der Braunrote Ständelwurz (Epipactis atrorubens) und die  Waldyazinthe (Planthéra chloránta) sind nur einige  der unter besonderem Schutz stehenden Orchideenarten die hier Verbreitung gefunden haben. Aus Skandinavien ist das äußerst seltene Moosglöckchen, die &#039;&#039;&#039;Linnéblume&#039;&#039;&#039; *[[https://de.wikipedia.org/wiki/Moosgl%C3%B6ckchen Linnaea borrealis]] hierher gelangt. &lt;br /&gt;
:Die Kreuzotter mit ihrem Zick-Zack Band auf dem Rücken als bekanntes Erscheinungsbild hat hier, durch eine Laune der Natur, eine Abart hervorgebracht. Sie ist ungemustert und tiefschwarz. Die Heidebewohner nennen sie von alters her Höllenotter oder Moorotter. &lt;br /&gt;
:Auch die Glatt- oder Schlingnatter (Coronella austriaca) hat hier eines seiner letzten Vorkommen nördlich der Alpen.&lt;br /&gt;
:Um 1900 war der Seeadler (Haliaeetus albicilla) in ganz Mecklenburg ausgestorben. Nur in der Rostocker Heide war noch ein Brutpaar nachweisbar, und noch heute ziehen Adlerpaare über der Heide ihre Kreise. &lt;br /&gt;
:Orchideen, brütende Kraniche und jahrhundertealte &#039;&#039;&#039;Eibenbäume&#039;&#039;&#039; machen die Heide zur schützenswerten Landschaft.&lt;br /&gt;
:Besonders Besucher aus Niedersachsen stellen häufig die Frage, warum man dieses ausgedehnte Waldgebiet als Heide bezeichnet? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Schwarzwild.jpg|thumb|400px|rechts|Dem stillen Naturfreund kann das Schwarzwild hier in unmittelbarer Nähe begegnen]]&lt;br /&gt;
:Müssen doch häufig klischeehafte Landschaftsbilder der Lüneburger Heide zur Veranschaulichung für diesen Begriff herhalten. Heidelandschaften in Mitteleuropa sind vielfältig, denken wir in Deutschland an die Schorfheide in Brandenburg, die Dresdener, oder die Dübener Heide. Heidelandschaften schlechthin sind Pflanzengesellschaften auf armen, meist sandigen Bodenstandorten. &lt;br /&gt;
:Die Lüneburger Heide hat im Vergleich zu den anderen Heiden ihr heutiges Aussehen vor Jahrhunderten durch den Holzraubbau für den Brennstoffbedarf der Lüneburger Salzsiedereien erhalten. Die parallel dazu, bis heute anhaltende Beweidung durch Heidschnucken-Herden erzeugen dieses Landschaftsbild. Beendete man die Beweidung entstünden in der Lüneburger Heide bald ähnliche Waldbilder wie in unserer Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem Verkauf der westlichen Hälfte dieser Waldlandschaft im Jahre 1252 durch den Fürsten Borwin an die Stadt Rostock hatte man nun in der beginnenden Hansezeit ein schier unerschöpfliches Holzreservoir zum Bau der stolzen Hansekoggen. &lt;br /&gt;
:Alle anderen Hansestädte mußten ihr Schiffbauholz teuer von Holzhändlern aus ferneren Gegenden beziehen. Deren Baukosten lagen damit beträchtlich höher. &lt;br /&gt;
:Lübeck war in jener Zeit die Mutter der Hanse, Rostock dagegen durch den Besitz der Heide der herrausragende Schiffbaustandort innerhalb des Hansebundes. &lt;br /&gt;
[[Datei:Gelbensande Wallberg 2004.JPG|thumb|400px|rechts|Der Wallberg  bei Gelbensande 2004 (Foto Wilfried Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
:Der östliche Teil blieb von der Wendenzeit bis hin zum Ende des zweiten Weltkrieges Hofjagdrevier der mecklenburgischen Landesfürsten. &lt;br /&gt;
:In den Jahren von 1309 bis 1319 hatte der Dänenkönig Erik Menved die Herrschaft Rostock (etwa das Gebiet des einstigen Landkreises Bad Doberan und der Hansestadt Rostock) für einige Jahre dem Königreich Dänemark einverleibt. Zur Sicherung seines neuen Besitzes ließ er einen Ring von Burgen und Befestigungen anlegen, deren Zentrum die „Danskeborg“, der Sitz des königlichen Gouverneurs, unweit vom heutigen Markgrafenheide war. &lt;br /&gt;
:Nur ein kleiner kreisrunder mit Buschwerk bestandener Hügel, von einem Wallgraben umgeben, ist, etwa 800 m östlich des Jagdschlosses Gelbensande gelegen, noch heute Zeugnis dieser dänischen Episode. &lt;br /&gt;
:Jedes Jahr im Frühling sprießt in dieser Gegend auf großen Flächen eine wilde Zwiebelart, der &#039;&#039;&#039;Bärlauch&#039;&#039;&#039; (Allium ursinum), mitgebracht von jener dänischen Burgbesatzung im Mittelalter ist dies in Mecklenburg der einzige über viele Jahrhunderte hinweg nachweisbare Standort der Pflanze. &lt;br /&gt;
:Auch seinen zweiten Namen „Störtebekerberg“ trägt der Hügel nicht ganz zu Unrecht, denn im Jahre 1391 entsandte der Stralsunder Rat unter der Führung des Ratsherren Carsten Sarnow einige Schiffe in den Saaler Bodden um die zur Plage gewordenen Seeräuber in ihren Schlupfwinkeln zu bekämpfen. Er machte mehr als hundert Gefangene. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bärlauch am Wallberg.JPG|thumb|350px|rechts|Bärlauch (Allium ursinum), Foto Wilfried Steinmüller]]&lt;br /&gt;
:Einige entkommene Seeräuber ruderten mit Booten den Wallbach hinauf um sich auf dem im tiefen Walde gelegene Hügel (das befestigte Burggebäude stand in jener Zeit noch) für einige Zeit zu verbergen.&lt;br /&gt;
:Der wohl berühmteste Gast in den herzoglichen Waldungen war Peter der Große, jener Zar, der Rußland zur Großmacht entwickelte und den Schweden den Zugang zur Ostsee abtrotzte.&lt;br /&gt;
:Er verheiratete seine Lieblingsnichte Katharina Iwanowna im Jahre 1718 mit dem mecklenburgischen Herzog Carl Leopold und gewann so am Süd-Ende der Ostsee einen Bündnispartner, in dessen Waldungen er zeitweilig auch seiner Jagdleidenschaft nachging.&lt;br /&gt;
[[Datei:RH alte Eiche in der Rostocker Heide (Friedrich Lesenberg 1835).jpg|thumb|350px|rechts|RH alte Eiche in der Rostocker Heide (Friedrich Lesenberg 1835)]]&lt;br /&gt;
:Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und das darauffolgende Jahrhundert war europaweit die Zeit der großen Holznot. &lt;br /&gt;
:Der Raubbau am Wald zu Kriegs- und Nachkriegszeit hatten den überwiegenden Teil der Wälder in Europa ruiniert. &lt;br /&gt;
:Mann besann sich nun des Wertes der Wälder und es wuchs die Erkenntnis, nie mehr Holz aus den Forsten zu entnehmen als auch wieder nachwächst. &lt;br /&gt;
:Diesen Wandel im Umgang mit der Recource Wald bezeichnet man heute als „nachhaltige Forstwirtschaft“. &lt;br /&gt;
:Eine Erkenntnis die zur Kernregel der, in jener Zeit ihren Anfang nehmenden, geregelten Forstwirtschaft wurde. &lt;br /&gt;
:Ab 1791 ist die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide untrennbar mit der Person Hermann Friedrich Beckers verbunden. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1925 schrieb Friedrich Barnewitz in seiner „Geschichte des Hafenortes Warnemünde“: &lt;br /&gt;
:„Immerhin steht fest, daß sich im Juni 1817 Forstinspektor Becker aus Rövershagen mit seinen Angehörigen, sicher aber auch noch andere Familien, mehrere Wochen lang, wärend des Sommers in Warnemünde aufgehalten haben, um zu baden....“. &lt;br /&gt;
:Damit erwarb sich Becker den Ruf erster namentlich bekannter Badegast von Warnemünde zu sein. &lt;br /&gt;
:Aber nicht dieser eher zufällige Umstand macht die Bedeutung dieses Forstmannes aus. &lt;br /&gt;
:Forstinspector Becker begründete, nach der Periode der Holznot, die Rostocker Heidelandschaft als Kulturwald in der Charakteristik die wir heute hier als Wanderer und Naturfreunde erleben. &lt;br /&gt;
:Er teilte die Waldung in Forstreviere ein, ließ ein umfassendes Schneisennetz als Wirtschaftswege und sichtbare Reviergrenzen anlegen, veranlasste die Gründung einer Teerschweelerei als Wirtschaftsunternehmen in der Heide. &lt;br /&gt;
:Ebenso erfand er Meßgeräte und landwirtschaftliche Maschinen, gründete als Privatinitiative die erste Berufsausbildungsstätte für die Landjugend in Mecklenburg, initiierte in Rövershagen die erste öffentliche Leihbibliothek Mecklenburgs auf dem Lande. &lt;br /&gt;
:In Diensten der Hansestadt stehend konnte er sich mit Streitschriften für mecklenburgische Verhältnisse schon ausgesprochen früh für die Aufhebung der Leibeigenschaft im Lande einsetzen. &lt;br /&gt;
:Forstleute wie insbesondere die „Garthe-Dynastie“ (allein sechs Forstleute aus der Familie Garthe wirkten verdienstvoll in der Heide) oder Charles und Jochen Bencard führten sein Vermächtnis in der Pflege und Bewirtschaftung dieser Waldlandschaft fort. &lt;br /&gt;
:Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges breiteten sich über die Heide für die Regierungsjagd und militärische Zwecke reservierte Sperrgebiete aus. &lt;br /&gt;
:Wanderkarten und Bücher zur Rostocker Heide durften nicht mehr gedruckt werden. &lt;br /&gt;
:Die Landschaft wurde gezielt in die Vergessenheit gedrängt.&lt;br /&gt;
:Seit 1990 hat sich diese Entwicklung wieder umgekehrt. &lt;br /&gt;
:Militär und die Jägerschaft der früheren DDR-Führung verließen das weitläufige Waldgebiet. &lt;br /&gt;
:Am Silvestertag 1999, unmittelbar vor Anbruch des neuen Jahrtausends fiel der letzte militärische Schuß in der Heide.&lt;br /&gt;
:Reiseführer und Wanderkarten können nun wieder Touristen anwerben. &lt;br /&gt;
:Der Sauerstoffproduzent der Hansestadt Rostock steht dem Naturfreund offen. &lt;br /&gt;
:Störtebekers sagenhaftes Versteck verbreitet dem Besucher seine Romantik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Begriffsbestimmung &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; und &amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schon die korrekte geographische Bezeichnung dieser Landschaft ist ein schwieriges Kapitel. &lt;br /&gt;
:Im Volksmund ist es aus Unkenntnis weit verbreitet die Waldlandschaft zwischen Rostock und Ribnitz in seiner gesamten Ausdehnung als &#039;&#039;&#039;„Rostocker Heide“&#039;&#039;&#039; zu bezeichnen. &lt;br /&gt;
:Kulturhistorisch ist diese Bezeichnung so undifferenziert als falsch zu bezeichnen. &lt;br /&gt;
:Die Historiker, Geologen, Forstwirtschaftler  prägten hier den Fachbegriff „Nordöstliche Heide Mecklenburgs“, aber wer kann sich das schon merken. &lt;br /&gt;
:Nur für die westliche Hälfte, nämlich jenes Schnäppchen, daß die Hansestadt Rostock am 25. März 1252 von dem damaligen mecklenburgischen Landesfürsten Borwin III. zu einem ausgesprochen günstigen Preis von 450 Mark käuflich erwarb, ist der Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot;&#039;&#039;&#039; korrekt. &lt;br /&gt;
:Die Mark war in jener Zeit noch keine Währung, sondern eine Gewichtseinheit für Edelmetalle, der genannte Kaufpreis entsprach einer Silbermenge von etwa 105 kg.&lt;br /&gt;
:Rostock wurde damit eine der an Wald-Eigentum reichsten  Städte in Deutschland. &lt;br /&gt;
:Den östlichen Teil der Landschaft jedoch behielten die mecklenburgischen Landesfürsten  bis zum Ende der Monarchie und sogar darüber hinaus in ihrem Besitz, eben die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Fürstliche Heide&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Fortan trennten sich die kulturgeschichtlichen Wege dieser beiden Landschaftsteile. &lt;br /&gt;
:Im westlichen, Rostocker Teil der Heide dominierte der Holzerwerb zum Bau von Häusern und Schiffen und die Jagd hatte sich dem unterzuordnen. &lt;br /&gt;
:In der fürstlichen Osthälfte der Nordöstlichen Heide war es genau umgekehrt. &lt;br /&gt;
:Nach dem zweiten Weltkrieg in der DDR-Zeit, war das Prädikat &amp;quot;fürstliche&amp;quot; Heide nicht mehr opportun und so erfand man ersatzweise hier den Begriff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Gelbensander Forst&#039;&#039;&#039;&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Am Nordostrande des Waldgebietes findet sich dann noch der Stadtwald der Stadt Ribnitz-Damgarten, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Ribnitzer Heide&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Für &#039;&#039;&#039;diese drei Waldteile gemeinsam&#039;&#039;&#039; prägten die Geographen im 20. Jahrhundert den Landschaftsbegriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs&amp;quot;&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:Dem &amp;quot;Volksmund&amp;quot; ist das überwiegend gleichgültig. Er benutzt heute meist den Begriff &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; für das gesamte Waldgebiet.&lt;br /&gt;
:Vor dem ersten Weltkrieg hätte man einem Bewohner des fürstlichen Sommerresidenz-Dorfes Gelbensande nie sagen dürfen, er wohne in der Rostocker Heide. Vehementer Protest wäre die Folge gewesen, schließlich lebe man doch in der fürstlichen Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die &amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs&amp;quot; setzt sich heute zusammen aus:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rostocker Heide]] Kommunalwald der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Gelbensander Forst, ehem. Fürstliche Heide]]  &lt;br /&gt;
:(Besteht heute aus: [[Stiftungswald Deutsche Bundesumweltstiftung (DBU)]] , Privatwald Heigel, Privatwald Tönnies )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ribnitzer Heide]] Kommunalwald der Stadt Ribnitz-Damgarten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Alte Heide]] Landeswald MV&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Reviere der Rostocker Heide ==&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Rostocker Forstverwaltung 1914 Q Meckl Adressbuch.jpg|thumb|300px|rechts| Die Rostocker Forstverwaltung im Jahre &#039;&#039;&#039;1914&#039;&#039;&#039; unter Forstinspektor Max Garthe jun. (Quelle Meckl.Adressbuch)]]&lt;br /&gt;
;Stand nach der großen Forsteinrichtung 1834&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Schnatermann]] ===&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Markgrafenheide]] ===&lt;br /&gt;
: (Das Revier wurde 1835/36 aufgeteilt und aufgelöst)&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Torfbrücke]]===&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Hinrichshagen]]===&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Wiethagen]]===&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Meiershausstelle]] === &lt;br /&gt;
:(wurde 1835 als neues fünftes Revier eingerichtet und 2006 aufgelöst)&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Willershagen]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== * [[Rövershagen bis 1991 zentraler Sitz der Forstinspection/Forstverwaltung, ohne Revier]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Heideorte im Rostocker Teil der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===* [[Hinrichshagen]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Markgrafenheide und der untergegangene &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot;]] ===&lt;br /&gt;
===* [[&amp;quot;Das untergegangene Dorf Müggenburg&amp;quot;|Müggenburg]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Jürgeshof]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Rövershagen]] (Oberhagen, Mittelhagen und Niederhagen) ===&lt;br /&gt;
===* [[Stuthof]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Torfbrücke]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Wiethagen]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Willershagen]] bis 1945 zu Rostock gehörig ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rostocker Heide im Spiegel von Luftbildern==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center/&amp;gt;&#039;&#039;Zum Navigieren Pfeiltasten verwenden! Zur Ansicht aller Bilder auf Symbol in der Mitte klicken!&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Blick auf Hüttelmoor und Heiliger See 2006.jpg|RH LUBI Blick auf Hüttelmoor und Heiliger See 2006 - Foto: Wilfried Steinmüller 2006&lt;br /&gt;
Datei:Köhlerhof und Schießplatz 1993.jpg|Köhlerhof und Schießplatz Wiethagen - Foto: Wilfried Steinmüller 1994&lt;br /&gt;
Datei:Schießplatz Wiethagen Rövershagen 2006.jpg|Schießplatz Wiethagen Rövershagen - Foto: Wilfried Steinmüller 2006&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Blick zum Hüttelmoor 2006.jpg|RH LUBI Blick zum Hüttelmoor 2006 - Foto: Wilfried Steinmüller 2006&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Heiliger See ehem Schießplatz Rosenort im Hintergrund 2006.jpg |Heiliger See ehem Schießplatz Rosenort im Hintergrund 2006  Foto: Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Seekenwiesen 2006.jpg|Seekenwiesen 2006  Foto Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Stromgrabenmündung 2006.jpg | Stromgrabenmündung 2006 Foto  Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Stromgrabenmündung II 2006.jpg| Stromgrabenmündung II 2006  Foto Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Blick über das ehemalige Raketentruppen Objekt Schwarzenpfost 2006.jpg|Schießplatz Wiethagen Rövershagen - Foto: Wilfried Steinmüller 2006&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur Vor- und Frühgeschichte der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In einschlägiger Literatur wird oft die Annahme vertreten, daß in der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs in ur- und frühgeschichtlichen Zeiten deren Besiedlung  gering gewesen sei.&lt;br /&gt;
:Dabei wird die Gesamtzahl der Funde zum Vergleich mit anderen Regionen einfach neben einander gestellt.&lt;br /&gt;
:Aus archäologischer Sicht muß dazu Einiges richtig gestellt werden.&lt;br /&gt;
;Die Dichte der gemachten Bodenfunde in einem Gebiet muß in erster Linie im prozentualen Verhältnis der Bodenaufschlüsse betrachtet werden.&lt;br /&gt;
:Vergleicht man hier agrarisch bewirtschaftete Flächen, die fast jährlich beackert und damit aufgeschlossen werden, mit forstlich genutzten Flächen, also Waldflächen, so erfolgen Bodenaufschlüsse hier nur punktuell, zum Beispiel beim ausheben von Grabensystemen, erschließen und betreiben von Bodenentnahmestellen, oder unter Wurzeltellern bei Windwurf.&lt;br /&gt;
:Auf landwirtschaftlichen Nutzflächen erfolgt im Laufe von 100 Jahren auf 80% der Fläche mindestens ein einmaliger Bodenaufschluss. Auf einem großen Flächenanteil erfolgt das sogar jährlich. Auf forstlich genutzten Flächen werden in einem Saeculum dagegen nur 8 bis 10% der gesamten Flächen aufgeschlossen.&lt;br /&gt;
:Linear als Querschnitt durchgehend haben wir darüber hinaus in der Rostocker Heide Bodenaufschlüsse legiglich an der Küste, und dort auch nur an den jeweiligen Küstenrückgangsbereichen des Ostseestrandes. &lt;br /&gt;
:Diese Funde sind dann oft auch durch ihren Fundplatz in der Meeres-Dünung &amp;quot;gerollt&amp;quot;, also abgeschliffen.&lt;br /&gt;
:Fundorte an der Küste, an denen vor rund 100 Jahren Eugen Geinitz, Robert Beltz, [[Ludwig Krause]] oder vor rund 50 Jahren [[Otto Kolp]], Hans Wendt, Hubert Westphal Funde gemacht haben, liegen inzwischen 50 - 100 und noch mehr Meter von der Küste entfernt im Meer. So sind die umfangreichen Holzbauwerke, die etwa einen Kilometer westlich von Markgrafenheide im Meer liegen, keine früheren Molen, sondern sie lagen noch vor fünfhundert Jahren innerhalb der Landfläche der Dünen-Nehrung und verschwanden erst mit dem zunehmenden Küstenrückgang im Meer. &lt;br /&gt;
:Der wendische Wohnplatz am Stolperort, den Ludwig Krause und Robert Beltz 1925 beschreiben, ist also schon lange vom Meer verschlungen. 1995 im Spülsaum vor dem Rosenort gefundene wendische Schmuckperlen verschwanden als &amp;quot;Urlaubs-Andenken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Angesichts des immer schneller werdenden Küstenrückganges ist, schon allein, weil hier Badegäste Funde oft als Urlaubs-Souvenir, ohne eine behördliche Meldung, einstecken und mitnehmen, Kontrolle und Aufklärung von Nöten. &lt;br /&gt;
:Die Küstenrückgangslinie regelmäßig zu begehen und zu untersuchen wäre also längst angesagt um diesen Effekten entgegen zu wirken.&lt;br /&gt;
:Es ist bekannt, daß derartige Mitnahmen von &amp;quot;Urlaubs-Andenken&amp;quot; Jahr für Jahr stets aufs neue geschehen, was einen nicht zu unterschätzenden Schaden für die Erforschung unserer Geschichte ausmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Quellenauszüge zur Vor- und Frühgeschichte===&lt;br /&gt;
* [[Quellenauszüge zur Vor- und Frühgeschichte|Quellenauszüge zur Vor- und Frühgeschichte der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie der Forst-Geschichte in der Rostocker Heide:== &lt;br /&gt;
(Bearbeiter: Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
;In der Chronologie werden die Ereignisse aus der Rostocker Heide nur Stichpunktartig angeführt. &lt;br /&gt;
;Wichtige Marksteine hieraus werden dann ab Kapitel 3.1. folgend ausführlich behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Kürzel am jeweiligen Ereignis weisen auf deren Quellen hin:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:BGSR = &amp;quot;Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:BGR R = &amp;quot;Beiträge der Geschichte der Stadt Rostock&amp;quot; Registerband&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:HC = Chronik der Rostocker Waldungen von H.F.Becker und S.G.Garthe 1839&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:BK = Kirchspielchronik von Rövershagen von H.F.Becker, begonnen 1839&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:FCB = Familienchronik von H.F.Becker 1787-1852&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:FBK = aus der (anonymen) Fortsetzung von Beckers Kirchspielchronik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:AHR = Archiv der Hansestadt Rostock (meist mit Signatur folgend)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Extractus Libri Missivarum = Rostocker Ratsbücher im Stadtachiv der Hansestadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:HE = Archiv Hans Erichson Ribnitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:HA = Heidearchiv Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:KFC = Fundchronik von Ludwig Krause im Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:OK = Otto Kolp &#039;&#039;&#039;Dissertation&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Die nordöstl. Heide...&amp;quot; 1953 &lt;br /&gt;
:Kolp = Der wesentliche Teil der Dissertation Otto Kolps ist gekürzt 1957 als Buch erschienen, das finden sie hier als Digitalisat: [[ Dr. Otto Kolp &amp;quot;Die Nordöstliche Heide Mecklenburgs ...&amp;quot; 1957]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:QvOe = Quirin Oelsnitz &amp;quot;Die Rostocker Heide - Untersuchungen zur Forstwirtschaftsgeschichte der nordöstlichen Heide Mecklenburgs&amp;quot; HU Berlin Dissertation 1955 (unveröffentlichtes Schreibmaschinenmanuskript)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:UA = Archiv der Unversität Rostock (mit anschließender Signatur)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:UB = Bibliothek der Universität Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:UM = Zeitschrift &amp;quot;Unser Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Rostocker Heide im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1252, 25.3.&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich Blorwin III. verkauft der Stadt Rostock die heutige Rostocker Heide&lt;br /&gt;
;[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige (AHR)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 1.11. (in manchen Quellen auch 1307)&lt;br /&gt;
:Die Allerheiligenflut &#039;&#039;(Allerheiligen-Tag ist der 1. November)&#039;&#039; überflutet fast die gesamte Rostocker Heide. Die mehrere Meter hohen Dünen am Weststrand der Rostocker Heide beim &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; werden auf mehrere hundert Meter Länge in den Warnow-Mündungslauf gespült, so daß der natürliche Flußlauf hier danach nicht wieder geöffnet werden kann und weiter östlich ein Durchstich erfolgt. Das Wasser soll den Überlieferungen nach auf &#039;&#039;&#039;14 bis 15 Fuß (4,7 bis 5,0 m) über den normalen Wasserstand&#039;&#039;&#039; gestiegen sein. &lt;br /&gt;
:(Anmerkung WS: Die Höhenangaben könnten realistisch sein, da die damalige Fluthöhe weiter westlich, am Rande der Conventer Niederung, nördlich von Bad Doberan, nachvollziehbar bis kurz unter die 5-Meter-[[Isohypse]] reichte. Die Allerheiligenflut verschlang auch die damalige Landbrücke zwischen Mönchgut/Rügen und Peenemünder Haken/Usedom. Auf der Insel Usedom zerstörte die Flut das Kloster Grobe und Teile der Stadt Usedom &#039;&#039;(jeweils die Flächen unter der 5m Isohypse)&#039;&#039;, das Kloster wurde unmittelbar nach diesem Elementarereignis in Pudagla auf dem Berg neu gegründet.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323 11.März&lt;br /&gt;
:Die Stadt erwirbt von Heinrich II. von Mecklenburg das &#039;&#039;&#039;fürstliche&#039;&#039;&#039; Dorf (villa) Warnemünde mit dem ganzen &#039;&#039;&#039;westlichen&#039;&#039;&#039; Warnowufer (das damals vom Taterhörn auf der hohen Düne bis an die Grenze von Diedrichshagen reichte, mit Eigentumsrecht, voller Gerichtsbarkeit, mit Gestattung der Anwendung des Lübischen Rechts, Fischereigerechtigkeit bis in die See hinaus, behält sich aber das Patronatsrecht vor. (KFC) &lt;br /&gt;
:Das heutige Warnemünde wird &#039;&#039;&#039;erst damit Rostocker Stadtbesitz&#039;&#039;&#039;. (BGR R) &lt;br /&gt;
;Erst mit diesem Vertrag erhält die Stadt Rostock auch die Fischereigerechtigkeit vor der Küste der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1358 &lt;br /&gt;
:Die Hansestadt kauft dem Landesfürsten für 2000 Mark Rostocker Pfennige die unbeschränkte Criminal- und Civil-Gerichtsbarkeit auf ihrem ganzen Gebiete ab. In der unmittelbar darauf folgenden Reformation der Stadtgerichtsbarkeit wird &#039;&#039;&#039;auch&#039;&#039;&#039; das Amt des &amp;quot;Waldherrn&amp;quot; (&amp;quot;Domini silvarum&amp;quot;) geschaffen. Ihm oblag die Beaufsichtigung der Stadthölzung mit den Kohlenbrennereien, die Einsammlung der Pachtgefälle und Beden von den Stadtdörfern, auch die Erhaltung der Bollwerke in Warnemünde, wie hier im Hafen. (Andree apostoli 1358)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schweinejagd mit Hetzhunden und Saufeder Mitte 15tes Jahrhundert.jpg|Jagd mit Saufeder und Hetzhunden 15.Jahrh.&lt;br /&gt;
Datei:Jagd mit der Armbrust Mitte 15tes Jh.jpg|Jagd mit der Armbrust 15.Jahrh.&lt;br /&gt;
Datei:Hohe Jagd Mitte 15tes JH.jpg|Die hohe Jagd 15.Jahrh.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1533&lt;br /&gt;
:Wurde ein Sechzigerkollegium zur Beaufsichtigung und Besserung der Land- und Forstwirtschaft in den Rostocker Waldungen und Güter von der Rostocker Bürgerschaft gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535&lt;br /&gt;
:Verordnung, das kein grünes, sondern nur allein trockenes Lese-Holz, aus der Heyde soll geholet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1536&lt;br /&gt;
:Daß nur allein unnütz liegendes Weich-Holz, mit Bewilligung der Gewetts-Herren, aus der Heyde soll geholet werden. (erneuert 1538, -39) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1548&lt;br /&gt;
:Das unter dem Vorwand des Lese-Holzes kein nützliches Holz aus der Heyde geholet werde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1554&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider das Jagen zur verbothenen Zeit.&amp;quot; (erstmals, dann jährlich erneuert, Quelle: HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1555&lt;br /&gt;
:Das ohne EE Rats Einwilligung kein Holz aus der Heyde soll abgefolgt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1557&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider das Schiessen und Jagen in der Fürstl. Wild-Bahn&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1561&lt;br /&gt;
:Daß kein Holz aus der Heyde zum Schaden soll abgehauen werden.&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Die wilden Schwene nicht zu verjagen oder zu schiessen.&amp;quot;(HA)&lt;br /&gt;
:[[Datei:Gegen das Schießen und Jagen auf Stadtgebiete 1562.jpg|thumb|400px|rechts|Bekanntmachung gegen das Schießen und Jagen im Stadtgebiete 1562 (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1562&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider das Schiessen und Jagen in der Stadt Gebiet.&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1565&lt;br /&gt;
:Ernannte die Bürgerschaft Hans Beckentin zum Voigt über die Heide und Stadt Güter, und mußten die Schulzen ihm Gehorsam schwören. &lt;br /&gt;
:Man hatte ihm den Studenten Nikolaus Möller als Assistenten beigegeben.&lt;br /&gt;
:Allein auf Klagen des Halses ward er durch einen kaiserlichen Befehl von seiner Stelle wieder abgesetzt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1572, 14. Februar &lt;br /&gt;
:Daß kein Lese-Holz aus der Heyde geholet werden soll.&lt;br /&gt;
:Konflikt zwischen der Stadt Rostock und den Moltkes auf Toitendorf &amp;quot;wegen der Fischerei mit Körben in der Petzer-Beck; item auf der Warnow mit Böten und Rusch-mehen; &#039;&#039;&#039;item Holzholen aus der Heide&#039;&#039;&#039;&amp;quot;  &lt;br /&gt;
:(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractum Libri Missivarum de anno 1572)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1572, 1. März&lt;br /&gt;
:Beschwerde an Herzog Johann Albrecht und den Amtshauptmann zu Ribnitz wegen unerlaubtem Holzfällen in der Rostocker Heide im Strombruch. :(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractus Libri Missivarum de anno 1572)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 26. Januar&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Vorstellung und Bericht  an Herzog Johann Albrecht wegen des streitigen Holzes in der Rostocker Heide, des Strom-Bruchs.&amp;quot;  :(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573,14. Februar&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider die unbefugten Jäger in der Stadt-Gebiete&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 19. Oktober&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Literae an Herzog Ulrich und an den Schwerinschen Kanzler Husanum wegen des streitigen Ortes, Holz in der Rostocker Heide, der Strom-Brook genannt. Item den 14. November&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573 bis 1577&lt;br /&gt;
:Streit mit der Äbtissin des Klarissenklosters Ribnitz weil die Rostocker ihr Vieh von der Rostocker Heide aus in die Ribnitzer Klosterforsten treiben. (AHR 1.4.17. 250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Datei:1628 29ter December Wallensteinsche Verfügung Raubvögel und Raubtiere aus dem Wege zu räumen.jpg|thumb|400px|rechts|1628 29ter December Wallensteinsche Verfügung Raubvögel und Raubtiere  aus dem Wege zu räumen (UA)]]&lt;br /&gt;
;1575, April/Mai  &lt;br /&gt;
:Der berühmte Gelehrte Tilemann Stella fertigt ein Gutachten *[[&amp;quot;über Tannen-Bestände in der Heide&amp;quot;]] (AHR  1.4.17. - 251/1). &lt;br /&gt;
:Am 15.April bittet der Rostocker Rat Stella um Hilfe bei der Besorgung der zugesagten 3 Scheffel Tannensamen aus den herzoglichen Waldungen. Am 9.Mai bedankt sich der Rat beim Herzog Johann Albrecht für deren Lieferung. Das Saatgut ist in den Waldungen rund um Fürstenberg gewonnen worden. &lt;br /&gt;
;(Der erste Hinweis auf gezielte Aufforstungen in der Rostocker Heide)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1578&lt;br /&gt;
:Daß keine Schweine ungemarkt in die Rostocker Heyde und Mast getrieben werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1584&lt;br /&gt;
:Mit Bildung des Hundertmänner-Collegiums als Stadtvertretung wird auch das Heidedepartement gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588&lt;br /&gt;
:8.August Jürgen Brandt wird von den Ratsherren privat als &amp;quot;Jegermeister und Wildschutzen&amp;quot; angestellt. Er wird nicht aus dem Stadtsäckel bezahlt. (HA)&lt;br /&gt;
;[[zum historischen Jäger Brandt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1589&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider das Jagen in der Rostocker Heide.&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1601, 4. Januar&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Daß die Bürger zwey Jahr lang vermöge der mit Ihro Fürstl. Durchlaucht getroffenen Convention, sich des Jagens in der Heide enthalten sollen.&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
:[[Datei:1662 16ten December Herzogliche Verordnung das den Wölffen fleißig solle nachgestellet werden.jpg|thumb|300px|rechts|1662 16ten December Herzogliche Verordnung das den Wölffen fleißig solle nachgestellet werden (UA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1614&lt;br /&gt;
:„Anno 1614, den 7.Januar sind 2 Bauern Von Räubershagen ([[sic.]]), Vater und Stiefsohn, vor dem Dorfe an einem dort neu errichteten Galgen Dieberey halber gehängt worden, welche eine lange Zeit allhier in der Stadtfrohnerei gefangen gehalten worden, endlich dahin geführet den andern Haid- und Holzdieben zum Schrecken und Spiegel aufs freie Feld gehänget...“ P. XII Rostocker Chronik &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1617&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wegen der Jagd und des Schiessens.&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1624, 1.Juni bis 31. Dezember&lt;br /&gt;
:während einer Pestwelle sterben im Rostocker Gebiet 722 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625  10./11. Febr.&lt;br /&gt;
:war die bekannte schreckliche Überschwemmung zu Rostock und in der Umgegend, davon in dem &lt;br /&gt;
;[[&amp;quot;Etwas von gelehrten Rostockschen Nachrichten&amp;quot;  4.Jahrg. Nr.898 i.J. 1740]] eine ausführliche Nachricht abgedruckt sich findet.&lt;br /&gt;
:In hiesiger Gegend soll ein großer Theil der Waldung unter Wasser gestanden haben, ja es soll das Wasser in Niederungen bis Blankenhagen  vorgedrungen seyn. Die Wasserhöhe des Maaßes war 14 Fuß &#039;&#039;(rund 4,60 m)&#039;&#039; über den mittlern Stand gestiegen. Die Meierey auf dem Moorhof (vorh. Moor genannt) stand völlig im Wasser, Pferde und Ochsen ertranken, die Bewohner saßen 3 Tage im Dach auf dem Heu. Zu Warnemünde wurden von 150 dortigen Häusern 18 an der Düne gänzlich weggerissen und 74 stark beschädiget, viele Schiffe zertrümmert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1634&lt;br /&gt;
:8.März - &lt;br /&gt;
;[[Ordnung und Instruktion, darnach sich die Verwaltungen der Heyde und Holzung verordnete Herren des Raths und der Bürgerschaft verhalten und richten sollen]] (Warscheinlich die erste Forstordnung der Rostocker Heide?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1644&lt;br /&gt;
:1. Dezember- Wegen der Nach-Mast in der Heyde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
;1664/65&lt;br /&gt;
:Tewes Wrampe ist Vogt der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668-1677&lt;br /&gt;
:Hinrich Wrampe ist Heidevogt der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669&lt;br /&gt;
:Ward der zu Markgrafenheide wohnende Jäger Brandt der Sage nach von einem Keiler erschlagen. Auf dem Heimwege nach der Kirche, wo er  communicieren wollen, trifft er den Keiler und soll die ruchlosen Worte gesagt haben: &amp;quot;Nach meiner Rückkehr soll dich oder mich der Teufel holen.&amp;quot; Man fand ihn Abends todt mit aufgeschlitztem Bauch. Es ist ihm an dem Platz ein Kreutz errichtet und bis jetzt erhalten.(BK) &#039;&#039;&lt;br /&gt;
;(Die Volksüberlieferung mag das Ereignis in das Jahr 1669 verlegt haben, denn einen Jäger Brandt gab es in der Heide bereits ein Jahrhundert zuvor. W.S.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1680, 27. Januar&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wegen der Jagd in der Rostocker Heide&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1687&lt;br /&gt;
:Im September weilt Herzog Gustav Adolph mit seinem Schwiegersohn dem Grafen von Stolberg zu einer großen Jagd in der &#039;&#039;&#039;Rostocker und Ribnitzer&#039;&#039;&#039; Heide&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Lust Reiterkarte 1696.jpg|thumb|300px|rechts| Rostocker Heide Reiterkarte von 1696 (Reproduktion aus „Mecklenburg - Zeitschrift des Heimatbundes Mecklenburg“ 22. Jahrgang September 1927 Nr.3)]]&lt;br /&gt;
;1688&lt;br /&gt;
:7.September - Verordnung wider die Fremden Jäger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1691&lt;br /&gt;
:13. May - Verordnung und Instruktion, wornach sich die Heyde-Vorweser zu richten haben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1696&lt;br /&gt;
:Im Archiv der Hansestadt Rostock befindet sich die mit Eichen-Galltinte gezeichnete erste Karte der Rostocker Heide (77cm lang, 50,5 cm breit). Rechts oben in der Ecke in einem gekrönten Lorbeerkranze trägt sie den Titel: &lt;br /&gt;
; [[&amp;quot;Grundlicher / Abriß der Stadt /Rostock Heyde / Anno 1696 / Den&amp;quot;.]] &lt;br /&gt;
:Als Zeichner und Autor trägt sie die Signatur: &amp;quot;Gotfriet Lust / Stadtfenderich / 1696 d.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:00 RH Die Rostocker Heide im Hoinkhusen Atlas um 1700.jpg|thumb|300px|rechts|Die Rostocker Heide im Hoinkhusen-Atlas um 1700)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1697&lt;br /&gt;
:12. Dezember - Daß die Warnemünder ohne Vorweisung eines Zettels kein Brenn-Holz aus der Heyde holen sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1702&lt;br /&gt;
:22. Juli - Verordnung &amp;quot;Wider die Holz-Dieberey in der Heyde&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Überließ die Stadt dem Herzoge Friedrich Wilhelm die Jagd in der Heide auf Lebenszeit, und nahm sie alsdann wieder an sich. Herzog Carl Leopold wollte sie mit Gewalt an sich reißen und schickte einen Lieutenant mit 20 Dragonern nach Rövershagen um den Rostockern die Ausübung der Jagd zu wehren, ein kaiserl. Mandat vom 28. März 1714 inhibitierte diesen Gewaltstreich. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1707&lt;br /&gt;
:wurde ein Reglement für die Heidevögte in Rövershagen herausgegeben, Es enthielt vor allem Vorschriften zur Verhinderung von Wild- und Holzdiebstählen.&lt;br /&gt;
;[[Datei:RH 17xx Dec Verbot über das Eis der Warnow in die Rostocker Heyde zu fahren um daselbst Holz zu laden.jpg|thumb|300px|rechts|1722(?) Verbot über das Eis der Warnow in die Rostocker Heyde zu fahren und daselbst Holz zu laden (UA) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1708&lt;br /&gt;
:11.April - Verordnung, wie die Holz-Zettel beschaffen seyn solen.&lt;br /&gt;
:10. May - &amp;quot;Daß die Heyde-Vorweser alle Jahr die Grenzen und Scheiden der Stadt-Scheide in Augenschein nehmen sollen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1715&lt;br /&gt;
:8. Februar - Verordnung &amp;quot;Wider die Holzdiebereyen&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1716&lt;br /&gt;
:12. Januar - Verordnung &amp;quot;Wider das Lese-Holz holen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1717&lt;br /&gt;
:Herzog Carl Leopold verlangt die Herausgabe der Heide-Kaufurkunde von 1252. Der Herzog läßt in fünf Wochen langer Arbeit 100 Bauern Jagdschneisen durch die Heide hauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1718&lt;br /&gt;
:30. Juni - Daß in der Heyde zum Brenn-Holz keine Buchen und Eichen sollen gehauen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1719&lt;br /&gt;
:16. August -Verordnung &amp;quot;Daß kein Feuer in der Heyde soll gemacht, auch die Bienen nicht aus den Bäumen gehauen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1722, 3. Juli&lt;br /&gt;
;[[Reglement von E.E.Rath Mit Bewilligung der Ehrliebenden Hundert Männer gemacht worden]]&lt;br /&gt;
:nach welchem die Jagd in der Rostocker Heyde Zum Nutzen gemeiner Stadt zu administrieren Und welcher Hinführo, biß zu fürder Ordnung E.E.Rath und Ehrliebenden Bürgerschaft nach zu gehen ist&lt;br /&gt;
:(UAR Mk-11350 6b))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1723  26. Jul. &lt;br /&gt;
:starb der Heidevoigt Fried. Gottmann. Stürzte Christoph Melms von einem Baum und lebte nur noch einige Stunden. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1725&lt;br /&gt;
:21.Juli - Decret betreffend die Gränze der Gerichtsbarkeit derer Herren des Gewetts und Heyde-Vorwesern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1726&lt;br /&gt;
:8.April - Daß die aus der Stadt-Heyde verkaufte Tannen und anderes Holz nicht eher aus der Heyde gelassen werden sollen, bis es bezahlet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1727&lt;br /&gt;
:24. Januar - Taxe des Holzes, so aus gemeiner Stadt-Heyde an Fremde und Einheimische verkauft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1728&lt;br /&gt;
:25. März - Mandat, worin das unzeitige Jagen und Schiessen des Wildes, wie auch das Ausnehmen der Eyer des Gevögels von Maria Verkündigung bis St. Jakobi verbothen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:IMG 20190929 0041.jpg|thumb|350px|rechts|Holzanweisungs-Verordnung an die Heidevögte vom 9.8.1734 (UA)]]&lt;br /&gt;
;1734&lt;br /&gt;
:-4. Juni -  Verordnung, Daß die Heyde-Schützen kein Bier und Brandwein schenken, wie auch den Holz-Handel einstellen, ohne Zettel der Bauerschaft kein Holz anweisen, auch nur 2 Pferde halten sollen.&lt;br /&gt;
:-9. August - Verordnung, wie es mit denen Heyde-Voigten bey Anweisung des Holzes und von denen Baum-Wärtern bey Paßirung des Holzes aus der Stadt-Heyde gehalten werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1736&lt;br /&gt;
:11. Juli - daß denen fremden Jägern in der Heyde die Pferde und Hunde, ohne Ansehen der Person, erschossen werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1741&lt;br /&gt;
:21. Juli - Daß keinen Fremden und Vorstädtern Lese-Holz gegeben werden, auch selbige nicht mit Axt und Beil in der Heyde fahren sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1742&lt;br /&gt;
:4.May - Daß keine Sträuche aus der Heyde verkauft werden sollen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1743&lt;br /&gt;
:11.Oktober - Wie hoch einem Bürger das Fahden-Holz aus der Heyde zu verkaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1744&lt;br /&gt;
:28. Februar - Daß keine kleinere Tannen als drey auf die Fuhr verkauft werden sollen&lt;br /&gt;
:6. März - Daß bey Anweisung der Holzes aus der Heyde keine Zimmerleute admittirt werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1745&lt;br /&gt;
:31. Januar - Verordnung wegen der Holzdieberey.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1746, 16. August&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ausführliche Vorstellung in Meliorations-Sachen und Verbeßerung der Gehälter von der Stadt Rostock Höltzung zu Rövershagen&amp;quot; vom Heideverweser Samuel Gustav Oertling (AHR 1.1.3.4.2. 308)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1747 &lt;br /&gt;
:7.April - Forstinspektor Dörksen wird eingesetzt. (AHR 1.1.3.4.2. 308) &lt;br /&gt;
;Hier wird erstmals die Berufsbezeichnung eines &amp;quot;Forstinspectors&amp;quot; in der Heide und das noch verbunden mit einem Namen genannt.&lt;br /&gt;
:20. May - Verordnung daß kein Feuer in der Heyde gemacht und angesteckt werden soll&lt;br /&gt;
:7. August - Daß die Heyde-Vorweser die Fallbäume gehörig berechnen sollen&lt;br /&gt;
:13. September - Daß die Heyde-Schützen und Baum-Wärter, ohne Unterschrift des Herrn Präsidis des Gewetts, keine Bäume anschlagen oder Holz abfahren lassen sollen.&lt;br /&gt;
:13. September - Daß die Heyde-Schützen weiter keinen Acker haben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1748&lt;br /&gt;
:Starb der Baumwärter Zimmermann. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1749&lt;br /&gt;
:15. Januar - Daß das Hirschhorn sonst nirgends als beim Zucht-Hause gegen billige Bezahlung verkauft werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1750&lt;br /&gt;
:Daß die Hunde zu Rövershagen und in denen der Rostocker Heyde angrenzenden Stadt-Dörfer gelähmet werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1751&lt;br /&gt;
:29. November - &amp;quot;Daß die Pächter der Stadt-Güter sich alles Schiessens und Jagens, und überhaupt aller Nachstellung des Wildes und Gevögels enthalten sollen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1752&lt;br /&gt;
;[[Julius Michael Tarnow zeichnet eine Karte von Studthoff]] mit angrenzenden Waldungen (BK)&lt;br /&gt;
:9. Juli - &amp;quot;Verordnung, daß sich ein jeder des Jagens und Schiessens auf den Fürstlichen Feldern, wie auch in der Stadt-Heyde und Stadt-Feldern enthalten solle.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1753 &lt;br /&gt;
:Starb der Jäger Wramp. (BK)&lt;br /&gt;
:Die Verpfändung der Willershäger Waldungen an das Kloster Ribnitz endet (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1756 &lt;br /&gt;
:Infolge des Siebenjährigen Krieges waren die Kassen der Stadt völlig leer. Die Preußen hatten Mecklenburg tüchtig ausgeplündert. Zu jener Zeit besann sich der Magistrat auf die noch an Holz in der Heide vorhandenen Werte. Man begann sich erste Gedanken über Holzwirtschaft zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1757&lt;br /&gt;
:15. Februar - Des Gewetts Verordnung für die Baum-Wärter.&lt;br /&gt;
:19. Februar - Des Gewetts Verordnung wegen Fällung des Faden- und Bauholzes zu rechter Zeit und gehöriger Anordnung.&lt;br /&gt;
:22. März - Edikt wegen der Holtz-Dieberey (AHR 1.1.3.0. - 17/30 S.567-569&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1760&lt;br /&gt;
:Gründung eines Forstkollegiums, dessen Hauptaufgabe die Erarbeitung eines herzoglichen Regulativs für die Rostocker Heide ist. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1760&lt;br /&gt;
:Unternahmen die Rostocker Kaufleute Jacob Johann Stypmann und Paul Grube eine große Torf Enterprise und ließen den Pramgraben vom Stinkengraben bis zum Breitling verfertigen. (BK)&lt;br /&gt;
:27.Oktober - Gewettssecretär J.F. Möller reicht dem Rostocker Rat seine &lt;br /&gt;
; + [[&amp;quot;Unvorgreifliche Gedanken von der Einrichtung eines Land-, Forst- Jagd- und Wirtschaftscollegii&amp;quot;]]  &lt;br /&gt;
:ein, das erste Konzept zur Forsteinrichtung der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1762&lt;br /&gt;
:Bildete sich das erste Forstkollegium in Rostock, löste sich aber 1768 wieder auf. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1763&lt;br /&gt;
:15.Mai - Abschaffung der Pfingstmaibüsche wegen Rückgang des Birkenbestandes in der Rostocker Heide. (BRG 7,122.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:16.März - eine neue &amp;quot;Forst-Taxe&amp;quot; wird durch Forstinspektor Möller eingeführt&lt;br /&gt;
:6. April - Der Gewettssecretär Möller erhält seine Bestallungsurkunde und wird damit städtischer Forstinspector. (AHR 1.1.3.0. XI/2 S.15-22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1765&lt;br /&gt;
:Gewetts-Sekretär Möller reicht einen * [[Plan über die Einteilung und beßere Bewirtschaftung der Heide]] beim Rat ein, was jedoch keine Zustimmung findet. (AHR)&lt;br /&gt;
:Der &#039;&#039;&#039;herzogliche&#039;&#039;&#039; Oberforstinspektor Wulff versucht die erste Regulierung der Heide. Dabei wird der Mangel einer zweckmäßigen Karte zum ersten Male bemerkt.&lt;br /&gt;
:Wirtschaftskarten von Dost und Rothermann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1766,21.April&lt;br /&gt;
:Hermann Friedrich Becker, der spätere Forstinspector der Rostocker Heide geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767 &lt;br /&gt;
:Die vom Forst-Collegium erarbeitete &lt;br /&gt;
;[[Dienst- Bauer- und Wirthschaffts-Ordnung für das der Stadt Rostock gehörige Guth Rövershagen, Rostock, den 10. Mart. 1767]] &lt;br /&gt;
:wird eingeführt, die lange normierte. (HA)&lt;br /&gt;
:Mit deren Inkrafttreten obliegt dem Forstinspektor in Personalunion zusätzlich die Funktion eines Amtshauptmannes für die Heidedörfer.(BK) &lt;br /&gt;
:August, dem Forstinspektor  Möller wird gekündigt, da ihn die Vielzahl seiner Aufgaben überfordert.&lt;br /&gt;
:6. September der entlassene Forstinspektor Möller meldet Insolvenz an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1768&lt;br /&gt;
:Das Heidedepartement tritt an die Stelle des unmittelbar zuvor aufgelösten Forstkollegiums. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1774&lt;br /&gt;
:Ein Beschluss über das 2 Jahre lang erarbeitete herzogliche Forstregulativ für die Rostocker Heide und deren praktische Umsetzung wird von der Rostocker Bürgerschaft abgelehnt. Es wird in der Folgezeit jedoch teilweise umgesetzt. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1776&lt;br /&gt;
:Brannte ein beträchtlicher Theil der Schwanberger Heide ab. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1779&lt;br /&gt;
:Im Mai erschoß sich der Jäger Fiede zu Haus als er mit einem geladenen Gewehr zwischen die sich beißenden Hunde schlug. (BK)&lt;br /&gt;
:23.6. Jäger Bauer in Torfbrücke ansässig (Erste Erwähnung des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Torfbrücke). (AHR 1.4.17.  250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1780 15. Oct.&lt;br /&gt;
:erschoß sich der Forstinspector Möller mit einer Pistole, er wurde 52 Jahre alt und hatte manche Kränkungen und Unfälle erlitten. Er liegt unter der großen Linde des Kirchhofes. (BK)&lt;br /&gt;
:Im Jul. starb der Baumwärter Schnockel zu Haus. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1781&lt;br /&gt;
:Trat der Forstinspector J.Roedler seinen Dienst an. Er diente 10 Jahre und ward pensioniert. (BK)&lt;br /&gt;
; [[&amp;quot;Ueber  Berbesserung der Rövershäger Holzung....&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
: [[Datei:Schmettau Rostocker Heide Gesamtübersicht 1788.jpg|thumb|300px|rechts|Auszug Rostocker Heide aus der Karte des Grafen Schmettau 1788 (Quelle: Heidearchiv)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1782&lt;br /&gt;
:Die vom Forstinspektor Roedler und dem Forstdepartement erarbeitete &lt;br /&gt;
;[[Einstweilige Taxe der Tannen-Hölzer für Einheimische und Fremde]] &lt;br /&gt;
:wird vom Rat beschlossen und verbindlich eingeführt. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1783&lt;br /&gt;
:Im Apr. starb der Wildfahrer Claus Borgwarth 49 J. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784&lt;br /&gt;
:10. Juli - &amp;quot;Verordnung wie sich die Fuhrleute bei Abholung des Holzes aus der Heyde zu verhalten haben&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1785&lt;br /&gt;
:29. Januar - &amp;quot;Verordnung daß die Fuhrleute in der Heyde keine Bäume abhauen sollen, um freie Fahrt zu haben.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1789&lt;br /&gt;
:Starb der Baumwärter Hans Lindemann 77 J. alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1791&lt;br /&gt;
:Legte der Forstinspector Rödler seinen Dienst nieder. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1. Juli&#039;&#039;&#039; ward der Forstinspector Herm. Fr. Becker zu Rövershagen eingeführt. Es waren dazu aus Rostock eingetroffen Sen.Dr. Prehn, Sen. Stange,Sen.Schrepp, K.Schroeder, K. Neuendorf, L.Altmann, L.Lober, Secret.Dethlof. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1793&lt;br /&gt;
:Warf ein heftiger Orcan die halbe, neu erbauete Scheune zu Niederhagen, sowie die Holzremise und ziemlich Holz in der Waldung um. (BK)&lt;br /&gt;
: Hermann Friedrich Becker fertigt eine Karte von der Rostocker Heide.  &lt;br /&gt;
[[Datei:H F Becker Heidekarte 1793.JPG|thumb|300px|rechts| Rostocker Heide Karte von H.F.Becker 1793, nicht eingenordet ! (AHR)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1794&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verordnung, daß die Fuhrleute das ihnen in der Heyde angewiesene Holz nicht vertauschen sollen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1795&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker entlässt den Rechnungsführer der Forstinspektion Dietrich Wilhelm Babst wegen &amp;quot;Verdruß in den Geschäften&amp;quot;. (Sohn von Diederich Georg Babst, dem Syndikus des 2.Quartiers der Bürgerschaft, der fortan bis zu seinem Tode 1800 eine Vielzahl von Denunziationen und Intrigen gegen Becker initiiert)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796&lt;br /&gt;
:Die große Eichenzählung (HA)&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Rövershagen Schweinemast 1801.jpg|thumb|300px|rechts|RH Rövershagen Schweinemast 1801 (Quelle:Heidearchiv Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801 3. Nov.&lt;br /&gt;
:war ein heftiger Sturm der die Torfscheune umwarf. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804&lt;br /&gt;
:Der Prahmkanal wird bis an den Moorhof ausgebaut.&lt;br /&gt;
:Die Baudurchführung der Bauernwiesenschneise scheitert an einer Denunziation des zweiten Quartiers der Bürgerschaft. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Schwarze Stute 1803.jpg|thumb|300px|rechts|RH Schwarze Stute 1803 (Quelle:Heidearchiv Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;1805&lt;br /&gt;
:Starb der pensionierte Jäger Johann Joachim Schramm in Hinr. 77J. alt d. 12.Januar. (BK)&lt;br /&gt;
; + [[1805 - Jagd Reglement Rostocker Heide]] (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806&lt;br /&gt;
:30. Oct. starb der pensionierte Jäger Bauer 58 J.alt (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1807  22. Mai&lt;br /&gt;
:nahmen der französische Gouverneur in Meckl. Laval und der Intendant Bremont die Heide in Augenschein um selbst entscheiden zu können wieviel Holz hier als Kontribution eingeschlagen werden kann. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1808&lt;br /&gt;
:12./13. Aug und 8. Mai wurde die in der Heide angelegte Schneise durch eine städtische Kommission mit Zuziehung vom Oberforstmeister v. Grävenitz und Forstinsp. Stave (oder Struve?) in Augenschein genommen. (AHR)&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker macht den Vorschlag einen Prahmkanal über den Moorhof hinaus bis an die Winkeleiche an die Grenze der herzoglichen Waldungen zu bauen.&lt;br /&gt;
:-Fand sich ein Wolf im Walde an, der mehrere Mastschweine zerriß. Er ward verfolgt aber entkahm. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1810 &lt;br /&gt;
:Forstinspector Becker schlägt die Einteilung der Rostocker Heide in 5 Hauptreviere vor und führt sie durch (HA)&lt;br /&gt;
:Die Reviere Schnatermann, Markgrafenheide (bis 1836), Hinrichshagen, Torfbrücke, Wiethagen und  Meyershausstelle &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Anmerkung: Im Rahmen der in den 1830er Jahren durchgeführten ersten Forsteinrichtung wurde das Revier Markgrafenheide aufgelöst und dessen Flächen auf die Reviere Schnatermann und Hinrichshagen aufgeteilt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:25.Juli - &amp;quot;Verbot an die Jäger und Holzwärter Bestellungen für Holz anzunehmen und Holzfuhren zu besorgen&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 28. November leuchteten bei einer Probeanzündung die Alarmstangen, die an der Spitze kleine Teertonnen trugen, von Fischland bis Markgrafenheide durch die Nacht. Mit diesem System sollte die Überwachung der Kontinentalsperre abgesichert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1811&lt;br /&gt;
:8. April - Schreiben Forstinspektor Beckers: &amp;quot;...da durch die Besetzung der Seeküste durch französische Douanen der Verkehr nach Markgrafenheide, Grahl und Fischland ein sehr starker ist und Wege dort nicht fertig sind, müssen sie zuende gebaut werden ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
:August - zum Bau von Befestigungsanlagen in Warnemünde sowie des französischen Militärlagers &lt;br /&gt;
:(für 10 000 Mann) in Rostock-Barnstorf erfolgten in der Rostocker Heide besonders große Holzeinschläge. Außerdem wurden die Waldarbeiter zum Bau der Warnemünder Redoute eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813&lt;br /&gt;
:Februar/März - die französischen Truppen verlassen Rostock und Warnemünde. (BGR R)&lt;br /&gt;
:23. März - die Kontinentalsperre wird aufgehoben. (BGR R)&lt;br /&gt;
:ab 9.November- Der Landsturm patroulliert unter Forstinspektor Beckers Kommando zwischen Torfbrücke und Markgrafenheide. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1815 d. 3. Februar&lt;br /&gt;
:starb der Holzwärter Albrecht Siegfried Petersen auf der Torfbrück 70 Jahr alt. &lt;br /&gt;
:Den 25. März starb der Holzwärter Carl Fried. Wramp zu Markgrafenheide 68 J. alt.&lt;br /&gt;
:Zog eine Wasserhose aus dem Meer bei Grahl vorbei längst der Heide biß Altenheide und Ribnitz, zerbrach eine Menge Bäume, warf andere nieder, und machte in der Gelbensander Forst eine Schneise eine starke halbe Meile lang und 24 Fuß (8 m) breit, in der Willershagner Heide stürzten 9 Bäume um. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1817 15. April&lt;br /&gt;
:starb der Jägermeister Joh.Hinrich Schäning 61J. Den 1.Jul. starb der Jäger Johann Jochim Adam Karsten zu Wiethagen 54 J.alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1818 14. Dec.&lt;br /&gt;
:machten die Fischländer Nachts mit vielen Böthen eine Invasion in die Heide und führten eine Parthie Holz aus dem Sack weg. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:HF Becker reisende Jäger FA 1824 Sp617.jpg|thumb|200px|rechts|Forstinspektor Becker 1824 im Freimütigen Abendblatt über die Plage der reisenden Jäger 1]]&lt;br /&gt;
[[Datei:HF Becker reisende Jäger FA 1824 Sp618.jpg|thumb|200px|rechts|Forstinspektor Becker 1824 im Freimütigen Abendblatt über die Plage der reisenden Jäger 2]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:starb der pensionierte Holzwärter Johann Heinrich Kröger auf dem Schnatermann 113 Jahr alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1821 15. Dec.&lt;br /&gt;
:starb der Baumwärter zu Hinrichshagen Johann Jochen Hinrich Hinz 71 Jahre alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822&lt;br /&gt;
:erschoß sich am 29.Dec. der Holzwärter Johann Christian Nicolaus Grälert zu Markgrafenheide 43 J.alt aus Unachtsamkeit als er mit einer geladenen vor sich gehaltenen Büchse die mit einander kämpfenden Hunde trennen wollte. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostocker Heide Becker FA 1823 Keding.jpg|thumb|250px|rechts|Pressemeldung Forstinspector Beckers zum Keding-Unglück 1823 im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; (HA)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:Kam der Einl. Claus Fried.Keding auf unglückliche Art ums Leben, indem die Pferde des Jäg. Köhn die er führte nach einem Schuß  davon liefen, er vom Wagen stürzte und die Hirnschale zerschlug. &lt;br /&gt;
:Den 13. Oct. starb der E.Heinrich Pragst durch einen Sturz vom Balken in der Scheune des Forstinspectors. &lt;br /&gt;
:Den 3.März starb der Jäger Carl Friedr. Köhn zu Hinr. 68 Jahr alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825&lt;br /&gt;
:Hatten wir öfteren hohen Stand und Übertritt des Meeres über die Dühne am 4. Februar entstand beim Sturm aus Nordosten eine wahre Sturmflut, welche 300.000 Quadratruthen (650 ha) der Wiesen und des Waldes überschwemmte. Die Wasserhöhe war zu 6 Fuß 8 Zoll &#039;&#039;(1,95m&#039;&#039;) über den mittlern Stand des Meeres gestiegen, die Düne von der Fischerbude zu Markgr. bis an Rosenort 450 Ruthen &#039;&#039;(2100m)&#039;&#039; lang stand ganz unter Wasser, davon wurden 370 Ruthen ganz und 80 Ruthen halb planiert. Die Warnemünder fuhren mit Böthen auf die Wiesen. &lt;br /&gt;
:Es ward ein groß Holzmagazin zu Wiethagen erbauet. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1828  &lt;br /&gt;
:Errichtete die Stadt eine eigene Deputation zur Bewirtschaftung der Eichen in der Heide. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1829, 11. Jan &lt;br /&gt;
:starb der Holzwärter aus dem Schnatermann Claus Kröger 63 J.alt. &lt;br /&gt;
[[Datei:Becker Holzhof in Rostock FA 1831 a.jpg|thumb|250px|rechts| ]][[Datei:Becker Holzhof in Rostock FA 1831 b.jpg|thumb|250px|rechts|Pressemeldung die von Forstinspektor Becker 1831 bewußt anonym im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; veröffentlicht wurde (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831 den 2. März &lt;br /&gt;
:stirbt der Baumwärter Jacob Hinr. Peters zu Meiershausstelle. (BK) &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Anmerkung: Gelegentlich wurde spekuliert, ob Peters ein Opfer der 1831 grassierenden Cholera-Epidemie war? Die Cholera gelangte aber erst im Mai des Jahres von Rußland aus bis Mecklenburg.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Forstinspektor Hermann Friedrich Becker regt den Bau einer Chaussee von Rostock nach Rövershagen an, um einen soliden Transportweg für das Heideholz in die Hansestadt zu bekommen. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1832&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker läßt ein neues &amp;quot;Brandt´s Kreuz&amp;quot; aufstellen, nachdem das alte Kreuz bereits verschwunden war und nur noch in der Überlieferung bekannt war. Er recherchiert auch vergeblich über Standort und Herkunft des &amp;quot;Soldatenpfostes&amp;quot; der noch 1788 in der Schmettauschen Karte verzeichnet ist. (AHR 1.4.17. 250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833, 17. Juli&lt;br /&gt;
:Das &amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; erarbeitet und vorgelegt von Hermann Friedrich Becker und Julius Ludwig Garthe (AHR)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Willershäger Forst wird mit der Rostocker Heide vereinigt. (HA/AHR 1.4.17.  250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Den Juli 27. starb der Jäger Friedrich Johann Dewitz zu Wiethagen 60 J.alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In diesem Jahr lösete sich das Heidedepartement auf und bildete sich das 2.Forstdepartement welches die Viraition (? sic.) der Waldungen übernahm, wogegen das Cämmerey Collegium die Jurisdiktion und das Patronat erhielte. Fing die Regulierung der Stadt Waldungen an, welche dem Oberförster &#039;&#039;(Julius Ludwig)&#039;&#039; Garthe zu Remplin und dem Forstinspector Becker hieselbst von E.E.Rath übertragen war. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1834&lt;br /&gt;
:Ward der Forstpractikand Georg Garthe dem Forstinspector Becker adjungiert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835 den 4. Sept &lt;br /&gt;
:zersprang des Jägers Köhn jun. Gewehr auf der Hühnerjagd und zerschmetterte die linke Hand, welche abgenommen werden mußte. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837, 4. Febr.&lt;br /&gt;
:starb der Jägermeister Daniel Heinrich Christian Clasen. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Den 7. u. 8. Apr. &lt;br /&gt;
:fiel so viel Schnee, daß einige Gebäude bis zum Dach zugeschüttet waren ; den 29. Nov. wüthete ein Orkan. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1838&lt;br /&gt;
:Ward eine Theerschwelerey im Wiethäger Revier angelegt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Ward ein Canal vom Moorhof zum Pramgraben gezogen. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1839 den 12ten März &lt;br /&gt;
:stürzte der Behnkenhäger Einlieger David Waak von einem hohen Baum beim Zapfenpflücken im Torfbrücker Revier und starb auf der Stelle. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1841&lt;br /&gt;
:War die Chaussee von Rostock nach Ribnitz im Bau begriffen, welcher 1842 beendiget ward. Am Johannis feierte der Forstinspector Becker hieselbst sein 50-jähriges Dienst- und Heiratsjubileum, jedoch ganz in der Stille. Er erhielt von Serenissimo das Diplom als Forstmeister und von der Akademie das Diplom als Doctor philosophiae. Seinem Adjunkten dem Forstinspector Garthe (Georg) wurden die Geschäfte überwiesen, jener jedoch behielt sein volles Gehalt. Den 1.-8ten September war die Versammlung Teutscher Land- und Forstleute in Doberan. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1842, 1. März&lt;br /&gt;
:Die [[&amp;quot;Verordnung betreffend die Untersuchung und Bestrafung der Forstfrevel&amp;quot; ]] wird auf Veranlassung von Forstinspektor Georg Garthe als weiterer Schritt in der Umsetzung des &amp;quot;Regulativ zur Regulierung der Stadt Waldungen&amp;quot; in Kraft gesetzt. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Karte 1848 Wachenhusen.jpg|thumb|300px|rechts|Zusammenfassende Revierkarte der Rostocker Heide des Ingenieurs Wachenhusen 1848.(Quelle:Heidearchiv Steinmüller) ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:OKR Rövershagen xx.jpg|thumb|300px|rechts|1858 Auktion nach dem Abriß der alten (Beckerschen) Forstinspektion (HA)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1846&lt;br /&gt;
:Forstinspectoren waren der Forstmeister Becker, welcher aber schon zwischen Ostern und Johannis nach Rostock zog und der Forstinspector Garthe (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1852 5. Oktober&lt;br /&gt;
:Der langjährig verdienstvoll für Rövershagen und die Rostocker Heide wirkende Forstinspektor Hermann Friedrich Becker in Rostock verstorben. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Am Ende des Monats September brannte in Hinrichshagen das Jägerhaus und 2 Katen, worin im ganzen 11 Familien wohnten, ab. Im Juli schlug der Blitz in die Pappel, welche am Steige vor dem Witwenhause stand. (FBK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1859&lt;br /&gt;
:Am 11ten Juli feiert der Forstinspektor Garthe &#039;&#039;(Georg)&#039;&#039; hieselbst sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum, eingedenk danken sämtliche Jäger und Baumwärter mit einem silbernen Pokal und von den Mitgliedern des Forstdepartements wurde ihm ein Patent des Großherzogs überreicht, enthaltend die Ernennung desselben zum Forstmeister. (FBK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863&lt;br /&gt;
:In der Nacht vom 22ten auf den 23ten December war ein solcher Sturm, daß in der Rostocker Heide ungefähr &lt;br /&gt;
:26 bis 30 000 Bäume umgestürzt sind. (FBK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1869&lt;br /&gt;
:Großer Windbruch in der Rostocker Heide (AHR 1.4.17.  250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
;1872&lt;br /&gt;
:November Die katastrophalen Folgen der Großen Novemberflut führen zur gänzlichen Überarbeitung der Forsteinrichtung. (AHR 1.4.17. 250)&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Karte Bühring 1907.jpg|thumb|300px|rechts|Übersichtskarte der Reviere als eine der Karten nach der Bühringschen Vermessung 1911 (Quelle:Heidearchiv Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;1877, Juni &lt;br /&gt;
:Beisetzung des am 26. Juni verstorbenen Oberforstmeister Georg Garthe unter der großen Linde vor dem Turm der Kirche (KFC)&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Julius Garthe Statistik 1884 HA.jpg|thumb|250px|rechts|Die Rostocker Heide unter Oberforstmeister Julius Garthe im Jahre 1884(HA)]]&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Der größte Teil der Rostocker Heide wird eingegattert. Das Gatter besteht bis 1925 (Endet dann im Zusammenhang mit der Eröffnung der Graal-Müritzer Bäderbahn).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1884, &lt;br /&gt;
: [[Pressebeitrag &amp;quot;Aus der Rostocker Heide&amp;quot; von JohannesTrojan]] veröffenticht in der Nationalzeitung und der Meckl. Zeitung am 08.01.1884&lt;br /&gt;
;12.Juli&lt;br /&gt;
: [[Excursion der XII. Versammlung des Vereins Mecklenburgischer Forstwirthe durch die Forstreviere Schnatermann, Wiethagen und Hinrichshagen der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1889&lt;br /&gt;
:* [[1889, Juli  Der dänische Forstverein Lolland-Falster besucht die Rostocker Heide]] (RA 7.7.1889 Nr. 156)&lt;br /&gt;
[[Datei:Revierkarte in die die Ausflugsroute des Dänischen Forstvereins eingetragen wurde.jpg|thumb|300px|rechts|Revierkarte in die die Ausflugsroute des Dänischen Forstvereins eingetragen wurde]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1897, 1. Oktober &lt;br /&gt;
:Oberforstinspector Julius Garthe stirbt am Tage seiner Pensionierung 81 Jahre alt, findet unter der großen Linde vor dem Turm der Kirche seine letzte Ruhe. Sein Sohn und Amtsnachfolger Max Garthe (jun.) war ihm zuvor bereits adjungiert worden. (KFC auch AHR 1.1.3.4.2. 318)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Beschluß über die Bildung der Gemeinde Heideortschaften 1912.jpg|thumb|250px|rechts| 1.Juli 1912 Beschluß über die Bildung der Gemeinde &amp;quot;Heideortschaften&amp;quot; und Abtrennung von Rövershagen (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1906 bis 1911&lt;br /&gt;
:Findet Neuvermessung der gesamten Rostocker Heide statt. Besteht aus 7 Karten (1.Revier Hinrichshagen u. Markgrafenheide, 2. Revier Schnatermann, 3. Revier Wiethagen/ Wallensteinslager, 4, Revier Meiershausstelle und Lünenburg, 5. Revier Torfbrücke, 6. Revier Willershagen, 7. Revier Cordshagen). Die Karten 1. bis 6. Fanden später Verwendung bei L. Krauses Flurnamenbuch. (AHR 1.4.17 250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1909&lt;br /&gt;
:Im Waldhause wohnte seit mehreren Jahren schon bloß noch eine Familie. Am Ostern 1909 ist auch diese fortgezogen. Seitdem steht das Waldhaus leer und soll, weil sehr baufällig, dazu sowieso im Walde gelegen, nicht mehr bewohnt werden, sondern über kurz oder lang abgebrochen werden. Dafür ist vor einigen Jahren bereits ein neuer dritter Forstarbeiterkaten in Torfbrücke gebaut worden, der von 4 Familien bewohnt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH die Reviereinteilung um 1925.JPG|thumb|300px|rechts|Revieraufteilung der städtischen Rostocker Forsten um 1925 (HA)]]&lt;br /&gt;
;1910, März&lt;br /&gt;
:Der Archivar Ludwig Krause veranlaßt über den Verlag Volkmann Rostock den Nachdruck  der &amp;quot;Lustschen Reiterkarte&amp;quot; von 1696.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1912&lt;br /&gt;
:ab 1912 wird die Jagd in der Rostocker Heide verpachtet&lt;br /&gt;
:13.3. Die Rostocker Bürgerschaft beschließt die Abtrennung der &amp;quot;Heideortschaften&amp;quot; von Rövershagen&lt;br /&gt;
:17.4. Einrichtung einer Schulzenstelle für Rövershagen. Damit entfällt fortan die zusätzliche Amtmann-Funktion der Forstinspektoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1918, 17.September&lt;br /&gt;
:Amtseinführung des Forstinspectors Charles Bencard&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1921, 2.10.&lt;br /&gt;
:Einweihung des Garthe-Steins verbunden mit einer Gedenkfeier im Revier Torfbrücke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1925 Pfingsten &lt;br /&gt;
:Die Bahnstrecke Rövershagen - Graal-Müritz wird eingeweiht. An der Strecke sind auch vier Holzverladeplätze eingerichtet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943 ab November&lt;br /&gt;
:Das Konzentrationslager Schwarzenpfost/ Steinheide (Heinkel-Arbeitslager) wird in der Rostocker Heide durch Häftlinge aus den KZ´s Sachsenhausen und Ravensbrück errichtet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, &lt;br /&gt;
;1.Mai&lt;br /&gt;
:Die Häftlinge des KZ´s werden, nachdem die Rote Armee bis in unmittelbare Nähe vorgerückt ist nach Westen in Marsch gesetzt, wobei eine unbekannte Zahl der Gefangenen umkommt.&lt;br /&gt;
:Die weiblichen Häftlinge werden von Oberhagen über Hinrichshagen bis zwischen Markgrafenheide und Hohe Düne getrieben. Die männlichen Häftlinge von Schwarzenpfost auf der Chaussee bis kurz vor Häschendorf.&lt;br /&gt;
;2.Mai&lt;br /&gt;
:Die Rote Armee versucht mit Hilfe von Katjuscha-Beschuß im Wald versteckte versprengte deutsche Truppenteile herauszudrängen. Die Raketenwerfer waren alle vor dem Rövershäger Landkrug plaziert. Anschließend besetzt sie die Heide und an die Zivilbevölkerung ergeht ein Verbot zum Betreten des Waldes. In den folgenden Tagen werden alle fassbaren Hitlerjungen durch den Wald zur Entschärfung und Sammlung an angewiesenen Plätzen von Panzerfäusten, Minen, Munition und Waffen getrieben.&lt;br /&gt;
:Die KZ-Gelände werden besetzt um alle relevanten Dinge zur Demontage und dem Abtransport zu sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1951, 1. Juli&lt;br /&gt;
:die Rostocker Heide wird vom Staatsministerium Schwerin übernommen und fortan als volkseigener &amp;quot;Körperschaftswald Rövershagen&amp;quot; geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1952&lt;br /&gt;
:Gründung des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Rostock mit Sitz in Rövershagen. (SC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1973&lt;br /&gt;
:Rund 1100 Fichten lieferte der Forstwirtschaftsbetrieb Rövershagen Ende November an den VEB Schiffsversorgung Rostock. Die mit Wurzeln ausgegrabenen Bäume gingen mit Schiffen auf die Reise, die zu Weihnachten auf hoher See oder im Ausland sind. Ferner lieferte der Forstbetrieb Anfang Dezember noch 40 000 Weihnachtsbäume, die in der Rostocker Heide, auf dem Darß sowie in der Nähe von Barth und Marlow geschlagen wurden. (UM 12/1973 Bremen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Brand 27 6 1986.jpg|thumb|250px|rechts|RH Brand 27 6 1986]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1989&lt;br /&gt;
:[[Ein Horrorunfall schockiert die Menschen in der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die heutige Zeit ab 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH MVZ 16.3.1990.jpg|thumb|250px|rechts|Mecklenburger Volkszeitung am 16.3.1990 a]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH MVZ 16.3.1990 (2).jpg|thumb|250px|rechts|Mecklenburger Volkszeitung am 16.3.1990 b]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:1. Mai - Das militärische Sperrgebiet in der Rostocker Heide wird aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1992&lt;br /&gt;
:2.1. Das neu gegründete Stadtforstamt der Hansestadt Rostock nimmt seine Arbeit auf.&lt;br /&gt;
:Im April ergeht der Zuordnungsbescheid über die ersten Flächen aus dem bisherigem Bestand des Staatlichen Forstwirtshaftsbetriebes (StFB)&lt;br /&gt;
:Die Arbeit beginnt mit der Wiedereinrichtung der historischen Revierstruktur von 1810 mit den fünf Revieren Hinrichshagen, Schnatermann, Torfbrücke, Wiethagen und Meyershausstelle.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;1994&lt;br /&gt;
:Weiterer Zuordnungsbescheid der bisher militärisch genutzten Flächen aus dem Bestand des vorherigen Militärforstbetriebes (MFB).&lt;br /&gt;
:Beginn der Renaturierung ehemals militärisch genutzter Flächen im Rahmen des KONVER 1 und KONVER 2 Programmes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1999 seit&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Waldbewirtschaftung wird nach den Standards und Kriterien des FSC ([[Forest Stewardship Council]]) geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1999&lt;br /&gt;
:31.Dezember &lt;br /&gt;
:Am letzten Tag des alten Jahrtausends fällt der letzte militärische Schuß in der Rostocker Heide. &lt;br /&gt;
:Damit endet die militärische Nutzung der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2000&lt;br /&gt;
:August &lt;br /&gt;
:Mit dem Zertifikat des FSC erhält das Stadtforstamt das Gütesiegel für die sozial erträgliche, ökonomisch tragfähige und ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung seines Waldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002, 25. März&lt;br /&gt;
:Festsitzung der Rostocker Bürgerschaft zur 750. Wiederkehr des Kaufs der Rostocker Heide &lt;br /&gt;
: * [[750 Jahre Rostocker Heide : 1252 - 2002|750 Jahre Rostocker Heide : 1252 - 2002; 25. März 2002 - Heidesitzung der Bürgerschaft /Wilfried Steinmüller/ Ralf Friedrich. - Rostock : Bürgerschaft, 2002]] , 25. März 2002 - Heidesitzung der Rostocker Bürgerschaft&lt;br /&gt;
:/ Friedrich, Ralf (Präsident der Bgerschaft) - Rostock - Bürgerschaft, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herausragende Marksteine in der Geschichte der Rostocker Heide:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Kauf-Urkunde der Rostocker Heide vom 25. März 1252===&lt;br /&gt;
*[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jägerwirtschaft, Mißwirtschaft und Holznot===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Jagd und die Schweinemast blieben bis in die frühe Neuzeit die Hauptnutzungen im Forstgebiet. Daneben diente die Heide der Gewinnung von Holz, Weide, Rohr und Torf. &lt;br /&gt;
:Die Verwaltung des Gebietes lag seit dem Mittelalter in den Händen des Rates.&lt;br /&gt;
:Seit 1320 waren vom Magistrat der Stadt Rostock jeweils zwei bis drei vereidigte Heideschützen mit der Beaufsichtigung von Jagd und Holzeinschlag beauftragt.&lt;br /&gt;
:Pläne zu einer geregelten Holznutzung gab es nicht. Die Bewirtschaftung richtete sich nach den jeweiligen Bedürfnissen, Ansichten und Beschlüssen.&lt;br /&gt;
:Die Heideschützen &amp;quot;waren Jäger und keine Forstleute, sie liebten den Trunk, sie fuhren Holz, schenkten Branntwein aus und standen mit allen, die Holz bedurften, in bester Harmonie&amp;quot; (Forstinspektor H.F.Becker ).&lt;br /&gt;
:Erste Versuche der Bürgerschaft, Einfluss auf die Nutzung der Rostocker Heide zu erlangen, sind während  der innerstädtischen Auseinandersetzungen zwischen 1562 und 1573 zu verzeichnen.&lt;br /&gt;
:Derartige personelle Missstände und fortwährende Querelen zwischen Rat und Bürgerschaft führten mehrfach zu Änderungen bei den für die Heide zuständigen Verwaltungsstellen: &lt;br /&gt;
:Im Jahr 1533 wurde ein Sechziger-Kollegium gebildet, das 1566 durch das &#039;&#039;&#039;Heidedepartement&#039;&#039;&#039; abgelöst wurde. &lt;br /&gt;
:Auch der vom Sechzigerausschuss eingesetzte Vogt für die Rostocker Landgüter und Forsten konnte sich nicht halten. &lt;br /&gt;
:Erst nach der verfassungsmäßigen Verankerung der bürgerschaftlichen Vertretung der Hundertmänner im Erbvertrag von 1584 kam es zur Errichtung des Heidedepartements, dessen Einsetzung aber nicht mit Sicherheit zu datieren ist. &lt;br /&gt;
:Im Heidedepartement waren die verantwortlichen Ratsherren - bis Ende des 18. Jahrhunderts die Gewettsherren - und Mitglieder des Hundertmännerkollegiums vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1565 Hans Beckentin wird Heidevogt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Gegen den Willen des Rostocker Rates wird Hans Beckentin 1565 vom Sechzigerkollegium als Vogt der Rostocker Heide eingesetzt. &lt;br /&gt;
:Der Student Nikolaus Möller wird ihm als Assistent beigegeben.&lt;br /&gt;
:Die Zeit war durch ausdauernde Streitigkeiten zwischen Bürgerschaft (Legislative) und Rat (Executive) gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
:Beckentin mußte nach Entscheid des vom Magistrat angerufenen Reichsgerichts in Wien laut Kaiserlichen Mandats wieder abtreten.&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des 16.Jahrhunderts bemühte sich die Stadt durch Vermittlung [[Tileman Stella]]s wiederholt um Kiefernsaat aus den herzoglichen Waldungen Südost-Mecklenburgs, ein erster Hinweis auf gezielte Aufforstungen in der Heide.&lt;br /&gt;
:Mit wachsender Nutzung des Holzes machte sich eine fachmännische Bewirtschaftung des Waldes erforderlich.  &lt;br /&gt;
:Die seit dem 16. Jahrhundert erlassenen Jagd- und Forstverordnungen des Rates stellten die Waldbewirtschaftung unterstrenge Reglementierung. &lt;br /&gt;
:Erst mit der ausgdehnten gewerblichen Verwertung ab 17. Jahrhundert entwickelte sich dieses zum wichtigsten Erzeugnis des Waldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschichten aus der Rostocker Heide:   Wie eine Waldwanderung im Jahre 1579 vor sich ging===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von der Nordfassade des altehrwürdigen Hauptgebäudes der Rostocker Universität herab schaut uns auch Nathan Chytraeus (1543 – 1598) an. Er zählt zu den frühen bedeutenden Gelehrten an der hiesigen Universität. Besonders die Botanik Mecklenburgs verdankt ihm erste bedeutende Arbeiten zum Thema.&lt;br /&gt;
:In seinem Nachlass findet sich die Schilderung eines botanischen Ausfluges mit einigen seiner Studenten, in die Gegend um Markgrafenheide aus dem Jahre 1579. &lt;br /&gt;
:Recht kurios liest sich seine Beschreibung der Beschwerlichkeiten des botanisierenden Durchwanderns durch das damals noch recht unwegsame Waldgebiet, welches in jener Zeit nur von drei unbefestigten Handelswegen durchzogen wurde. &lt;br /&gt;
:Der Professor beginnt seine Schilderung, nachdem die Wandergruppe mit einer Ruderjolle in der Gegend des Schnatermannes angelandet war: &lt;br /&gt;
:„Doch schon nach wenigen Schritten gerieten wir in Sumpf und Morast, welche die Warnow hier, da sie häufig austritt, gebildet. Einige von uns gingen hindurch mit hohen Stiefeln, die anderen wateten barfuss hinüber, wieder andere setzten auf dem Rücken der Freunde über. &lt;br /&gt;
:Während man sich danach von Schmutz und Pflanzen reinigte, zeigte sich vor uns zu unserem Schrecken schon wieder ein Sumpfloch. Jeder Schritt entlockte dem Boden stinkende Gase. &lt;br /&gt;
:Die Wolfsmilch wächst hier sogar rotstenglig, daneben steht das Tausendgüldenkraut, aber nur klein.&lt;br /&gt;
:Dann gingen wir in den Wald, wo sich die seltene Myrte befindet, sowie die fleischige Fetthenne mit stattlicher Dolde, Mehlkraut, Heidekräuter und eine Pflanze, die man „Wilden Bertram“ genannt hat.&lt;br /&gt;
:Chytraeus ganz wörtlich: „Nicht Bescheid wuss´t der Führer und falsche Wege stets zeigt´ er. Weithin verliefen wir uns aufs neue, bis endlich nach langem Streifen das Ende des Waldes wir ganz ermüdete erreichten. Ärgerlich waren wir alle ob unserer heutigen Irrfahrt. &lt;br /&gt;
:Müde und nass von Schweiss und gequält von brennendem Durste. Leibschmerz und Dierrhoe Stranguria peinigt den anderen. Über die Heide dann schleppten wir uns mit Mühe zum Hofe. &lt;br /&gt;
:Dort am Rande des Waldes, wo wieder die Warnow wir sahen. Unsere Bootsleute dachten wir hier zu finden, doch jene waren,wer weiss wohin, mit ihrer Jolle gerudert, wärend nach Pflanzen wir absuchten Wälder und Heide.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die &amp;quot;Schweinevorsteher&amp;quot; - zwischen &amp;quot;Bürgerschweinen&amp;quot; und &amp;quot;fremden Schweinen&amp;quot; ab 1593 bis 1821===&lt;br /&gt;
[[Datei:Schweinehirt im Wald Holzschnitt von 1556.jpg|thumb|300px|rechts|Schweinehirt im Wald Holzschnitt von 1556 (HA)]]&lt;br /&gt;
====Schweinemast im Wald====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Weil der Ertrag der Äcker gerade für die Ernährung der Menschen reichte, mußten sich Schafe, Rinder, Ziegen und vor allem Schweine von Alters her, bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, von Hirten behütet, ihre Nahrung im Wald suchen.  &lt;br /&gt;
:Es wurden Buchen- und Eichenbäume als &amp;quot;Hutebäume&amp;quot; erhalten, da die Bucheckern und Eicheln ein gutes Mastfutter für die Tiere der Höfe darstellten.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf den Eichen wachsen die besten Schinken&amp;quot; sagte man damals.&lt;br /&gt;
:Die Mast war jedoch nicht in jedem Jahr gleich gut, da Eichen nur etwa alle 5-7 Jahre reichlich tragen.&lt;br /&gt;
:Die Forstleute sprechen hier von &amp;quot;Voll-&amp;quot;, &amp;quot;Halb-&amp;quot; oder &amp;quot;Sprengmast&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Damit die Schweine sich im Herbst genügend Speck anfressen konnten, bat man für das Jahr um den Segen Gottes.&lt;br /&gt;
:Die Mastzeit war genau festgelegt und dauerte vom Michaelistag (29.9.) bis Maria Verkündigung (25.3.).&lt;br /&gt;
:Die Anzahl der Schweine richtete sich nach dem Umfang der &amp;quot;Mast&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Um  möglichst viele Bucheckern und Eicheln zu &amp;quot;ernten&amp;quot;, ließ man die Bäume in einem weiten Abstand von einander aufwachsen, damit sich breite Kronen entwickeln konnten.&lt;br /&gt;
:In diesen Hutewäldern dominierten die großen alten Bäume. &lt;br /&gt;
:Der Wald konnte sich nicht verjüngen, weil die Früchte und Sämlinge der Bäume vom Vieh gefressen wurden.&lt;br /&gt;
:Von Nachhaltigkeit der Waldwirtschaft konnte keine Rede sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Schweinevorsteher in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1675 taucht in Rövershäger Akten immer wieder der Begriff &amp;quot;Vorsteher&amp;quot; im Zusammenhang mit der dortigen Schweinehaltung auf.&lt;br /&gt;
:Vier mit diesem Amt versehene Rövershäger Bauern hatten zu beurteilen, wieviel Schweine zur Eichen- und Buchenmast jährlich in die Heide getrieben werden durften. Der Ertrag an Eicheln und Bucheckern war sehr verschieden. &lt;br /&gt;
:Man unterschied nach dem Gelde, das der Besitzer an die Stadt Rostock zu zahlen hatte, zwischen Bürgerschweinen und fremden Schweinen. &lt;br /&gt;
:Den Bürgern von Rostock, deren Weidegeld bedeutend niedriger war, als das der fürstlichen oder ritterschaftlichen Untertanen, waren die Bauern der Stadtdörfer gleichgestellt. &lt;br /&gt;
:Freischweine, für die kein Mastgeld bezahlt werden brauchte, hatten die Bürgermeister der Stadt Rostock, die Pfarrer an den vier Hauptkirchen, der Schreiber des Gewetts. Das Gewett war die Behörde, der die Rostocker Heide und die Stadtdörfer unterstanden. Freischweine hatten weiter die beiden Heidevögte (je 2), der Schulze von Rövershagen (3), die vier Bauern, denen die Beaufsichtigung der Mast oblag (je 1), vier Hirten (je 2) und der Pastor von Rövershagen (5 Schweine). &lt;br /&gt;
:Lange Register über die Einnahme an Mastgeld liegen im Rostocker Archiv und zeigen, daß in guten Jahren auch Schweine von jenseits der Warnow in die Mast getrieben wurden. Heute ist unklar, wie man aus diesen hunderten von Schweinen am Ende die eigenen wieder herausfand. &lt;br /&gt;
:Mit einer einfachen Kerbe im Ohr war es da wohl nicht getan.&lt;br /&gt;
:Erst im Jahre 1821 wurde die Schweinemast auf betreiben des Forstinspektors Becker in den Waldungen der Rostocker Heide endgültig abgeschafft.&lt;br /&gt;
[[Datei:Herzog Carl Leopold 1740.jpg|250px|thumb|right|Herzog Carl Leopold]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Besetzung der Rostocker Heide 1715/1716 durch Herzog Carl Leopold und seine Folgen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostock Hundertmänner Verhaftung 1716.jpg|350px|thumb|right|Verhaftung der Hundertmänner]]&lt;br /&gt;
:Herzog Karl Leopold von Mecklenburg (1678 - 1747) trachtete im Jahre 1717 den Hansestädtern ihren Wald zu nehmen. &lt;br /&gt;
:Auch wenn die Rostocker ihren schon Jahrhunderte alten Kaufbrief vorzeigen konnten, war es eine Zeit, da Gewalt vor Recht ging. &lt;br /&gt;
:Die auf das städtische Eigentum pochenden Bürgermeister steckte man kurzerhand ins Loch. &lt;br /&gt;
:Der Herzog kommandierte 20 fürstliche Dragoner nach Rövershagen und hundert fürstliche Bauern hatten zu „mehrerem Jagdplaisier“ des Fürsten eine Reihe Schneisen in der Heide zu schlagen. &lt;br /&gt;
:Als nun diese Maßnahme geglückt war, holte Karl Leopold zum großen Schlag aus. &lt;br /&gt;
:Er ließ die drei Rostocker Bürgermeister als Gefangene nach Schwerin überstellen und sämtliche Ratsherren sowie die „hundert Männer“, die Bürgervertretung jener Zeit, im Rathaus in die „blaue Stube“ einsperren, auf daß die Haft anhalten würde, bis alle zum untertänigen Gehorsam ihrem Fürsten gegenüber bereit seien. &lt;br /&gt;
:Das ereignete sich am 19.Februar 1715. Mancher der Verhafteten wurde ohnmächtig vor Entbehrungen. &lt;br /&gt;
:Dennoch gab niemand den Forderungen des Herzogs nach. &lt;br /&gt;
:Trotzdem ließ der Landesfürst öffentlich erklären daß der städtische Landesbesitz nunmehr in fürstliches Eigentum übergehe.&lt;br /&gt;
:Die inzwischen wieder frei gekommenen Rostocker Stadtoberhäupter verbündeten sich darauf mit dem mecklenburgischen Landadel und intervenierten beim Kaiser als oberste weltliche Gerichtsbarkeit gegen den Landesherrn. &lt;br /&gt;
:Man teilte ihm mit, „Die Hayde, das größte Kleinod der Stadt sey gäntzlich ruinirt“. &lt;br /&gt;
:Der Kaiser sprach ein Machtwort. Am 26.Mai 1716 erging sein Bescheid, „Daß die Transaktion vor Null und nichtig erklähret“ werde. &lt;br /&gt;
:Von Seiten der Stadt wurde der Schaden durch den Heidevogt Friedrich Wramp aufgenommen. Danach sollten 307 zu Bauholz taugliche Eichen gefällt worden sein. &lt;br /&gt;
:Nach der Beilegung des mit großer Erbitterung ausgefochtenen Streites wurde dem Herzog seitens des Rates der Stadt jährlich eine Wolfsjagd in der Heide gestattet.&lt;br /&gt;
:Die auf Befehl des Herzogs gehauenen Schneisen haben knapp 60 Jahre später, in den Zeiten des Regulativs von 1774 und des Forstinspektors Becker, keine Erwähnung mehr gefunden. Sie können daher nicht als der Anfang des heutigen Schneisennetzes angesehen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Forstverwaltung bis zur Gründung des Forstkollegiums 1760===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im 18. Jahrhundert, hatte der Siebenjährige Krieg (1756-1763) die Kassen der Stadt Rostock völlig geleert.&lt;br /&gt;
:Der Magistrat besann sich auf den Wert des noch vorhandenen Waldes und machte sich Gedanken über die Holzwirtschaft.&lt;br /&gt;
:In der gesamten Rostocker Heide gab es keine planmäßig angelegen Wege. &lt;br /&gt;
:Sie entstanden dort, wo sich den Fuhrwerken die geringsten Hindernisse entgegenstellten. Wenn diese unbefestigten Wege durch Regen oder Schmelzwasser aufgeweicht und nicht mehr passierbar waren, legten die Kutscher der Fuhrwerke seitlich versetzt immer wieder neue Wege an, so dass viele überflüssige und gewundene &amp;quot;Holzwege&amp;quot; entstanden, durch die junger Aufwuchs zerstört wurde. Die Verbindung zwischen zwei Punkten entsprach oft einem mehrfachen der Luftlinie.&lt;br /&gt;
:Markierungen, Grenzgräben o.ä. der einzelnen Forstreviere gab es nicht, sondern nur einige wenige Orientierungspunkte (z.B. Brandts Kreuz, Winkeleiche, Soldatenpfost, Schwarzer Pfost, Jungfernstangen, Spökstein u.a.). &lt;br /&gt;
:Selbst die Holzwärter und Förster kannten die Grenzen ihrer eigenen Reviere in der Regel nicht, so das es zwischen ihnen permanent zu gravierenden Konflikten kam. So wiesen sie  den Rostocker Bürgern gern, auf deren Holzzettel hin, Holz auch &amp;quot;aus Versehen&amp;quot; ein kleines Stück jenseits ihrer Reviergrenze an. &lt;br /&gt;
:Es herrschte Unfrieden unter den Forstfuhrleuten, Jägern, Förstern, Holz- und Baumwärtern.&lt;br /&gt;
:Die Heidevögte, Holz- und Baumwärter, gaben ihr Amt vielfach vom Vater auf den Sohn weiter und entwickelten meist ein ihrem Contract wenig gemäßes, korruptes Eigenleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forstinspektor Möller und das Forstcollegium===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 25. Februar 1760 reichte der Gewettsekretär Möller eine Denkschrift zur besseren Bewirtschaftung der Heide ein, unter dem Titel &lt;br /&gt;
; + [[&amp;quot;Unvorgreifliche Gedanken von der Einrichtung eines Land-, Forst- Jagd- und Wirtschaftscollegii&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Diese Schrift steht für den ersten, noch ohne abschließenden Erfolg gemachten, Versuch der Einführung einer geregelten Forstwirtschaft in der Rostocker Heide.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Sie enthielten drei wichtige Vorschläge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1) ein besonderes Ökonomie- und Forstkollegium einzurichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:2) die Jägerwirtschaft aufzuheben und einen Forstverwalter anzustellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:3) die Waldung einzuteilen und einzurichten, d.h. eine Waldinventur mit Nutzungsplanung zu erstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ferner hatte Möller den Rat gegeben, einen geraden Weg von Hinrichshagen nach Torfbrücke und Graal zu bauen, weil zwanzig oder mehr Wege dorthin führten und weil eine Landstraße nach dem Fischlande nicht zu  entbehren wäre.&lt;br /&gt;
:Dieser Plan fand beim Rostocker Rat und den zwei Quartieren der Hundertmänner &#039;&#039;(Bürgerschaft)&#039;&#039; Beifall. &lt;br /&gt;
:Der Sekretär Möller wurde durch den Rostocker Rat 1760 zum Forstinspektor und Beamten der Stadt über Forsten und Landgüter ernannt. &lt;br /&gt;
:Die neue Funktion mißfiel einer Reihe von Bürgerschaftsmitgliedern, insbesondere aus dem zweiten Quartier (Den Vertretern der Handwerks-Zünfte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Möller forderte in seinen Vorschlägen zur besseren Einteilung der Heide und leichteren  Holzabfuhr das Schlagen von Schneisen, die auch bald von Ingenieur Dost abgesteckt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Gründung und das Wirken des Forstcollegiums 1760-1768===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahr 1764 erfolge eine Reorganisation des Heidedepartements, deren wichtigstes Ergebnis statt der bisherigen Holz- oder Heidevögte, die Einsetzung eines Forstinspektors darstellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH 1762 9 12 Bekanntmachung über den Verkauf von Fadenholz vom Mönchort Möller 1.jpg|thumb|200px|rechts|1762 9. Dec. Bekanntmachung über den Verkauf von Fadenholz vom Mönchort Möller 1 (UA)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH 1762 9 12 Bekanntmachung über den Verkauf von Fadenholz vom Mönchort Möller 2.jpg|thumb|200px|rechts|1762 9. Dec. Bekanntmachung über den Verkauf von Fadenholz vom Mönchort Möller 2 (UA)]]&lt;br /&gt;
:Die Bürgerschaft erregte sich über solche Eigenmächtigkeit derart, daß man es für das Richtigste hielt &amp;quot;Serenissimum&amp;quot; anzurufen, damit eine herzogliche Forstcommission in Rostock ihre Arbeit aufnehmen und die berechtigten Wünsche und Beschwerden aller Bürger, Bauern und Einlieger entgegennehmen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Damit begann ein Kampf zwischen Commission, Rat und Hundertmänner, der allen drei Parteien zu großem Verdruß gereichen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Die Rostocker Bürgerschaft bat den Herzog, die Angehörigen der Schweriner Forstverwaltung, Oberforstinspektor Wulff, wohnhaft in (Raben-)Steinfeld, und den Oberförster Jeppe &amp;quot;für einige Tage&amp;quot; nach Rostock zu entsenden, damit sie als anerkannte Forstmänner eine Besichtigung der Heide vornehmen und später ein Reglement ausarbeiten mögen.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Herzog Friedrich (&amp;quot;der Fromme&amp;quot;) genehmigte am 7.IX.1769 den Wunsch jedoch nicht und forderte Bericht.&lt;br /&gt;
:Der Rat machte einen Monat später darauf aufmerksam, daß die Heide wohl von Ingenieur Dost eingeteilt und  vermessen worden sei, trotzdem aber auf dem Urteil einere Forstkommission bestanden werden müsse.&lt;br /&gt;
:Ganze 10 Jahre wechselte man Schriftstück um Schriftstück ohne zu einer Einigung zu kommen.&lt;br /&gt;
:Auch wenn das über 15 Jahre erarbeitete Regulativ am Ende nicht in Kraft trat, so waren diese gemeinsam entworfenen Richtlinien beispielgebend für die weitere Entwicklung der gesamten Forstwirtschaft Mecklenburgs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das dem Forstkollegium nur eine kurze Lebensdauer beschieden war (1760-1768), ist letztlich das Resultat der Fehler die man bereits während seiner Gründung beging.&lt;br /&gt;
:Man versuchte die Mißstände in der Heideverwaltung dadurch zu beheben, indem man einen Mann mit Fachwissen an die Spitze des Kollegiums stellte.&lt;br /&gt;
:Das Forstkollegium setzte sich zusammen aus:&lt;br /&gt;
:einem Direktor&lt;br /&gt;
:5 Assessoren aus der Mitte des Rates&lt;br /&gt;
:5 Assessoren aus der Mitte der Bürgerschaft&lt;br /&gt;
:1 Forstsekretär&lt;br /&gt;
:1 Forstdiener (Für Polizeidienste).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:An die Ehrlichkeit dieser Männer wurden anspruchsvolle Anforderugen gestellt. Ganz besonders die Schweigepflicht !!&lt;br /&gt;
:Das Gehalt der Mitglieder richtete sich nach den eingehenden Strafgeldern, den Schreibgebühren für Holzzettel u.a. .&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Rat hatte es aber verstanden, sich in der neuen Forstverwaltung großen Einfluss zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:Gegen diesen Zustand opponierten wiederum die Hundertmänner &#039;&#039;(Bürgerschaft)&#039;&#039; auf das schärfste und richteten ihren Widerspruch vor allem gegen die Art der Honorierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Des weiteren besaß der forstliche Sachverständige, also Forstinspektor Möller nach seiner bald darauf erfolgenden Wahl, im Kollegium kein Stimmrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Er sollte im Walde, anstatt in Rostock Wohnung nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zudem sollten die an ihre permanenten Dienstvergehen gewohnten Holz- und Baumwärter übernommen werden, statt ihnen zu kündigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für den Posten des Forstinspektors meldeten sich drei Bewerber: Faber, Wippert und Möller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Am 6. April 1764 ernennt der Rat nach langem mit Streit verbundenem Zögern  Johann Friedrich Möller zum Forstinspektor.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Der frisch ernannte Forstinspektor Möller stellt am 16.Juni 1764 umgehend den Antrag, die Jäger Wramp und Schulz, sowie die Baumwärter Lindemann, Schnöckel und Meier zu entlassen um sich freie Hand für Veränderungen zu verschaffen.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Sein Antrag findet jedoch keine Beachtung bzw. wird rundheraus abgelehnt.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1760 gibt es widerum Vorschläge, einen direkten, also möglichst geraden Weg von Hinrichshagen nach Torfbrücke zu bauen, um dadurch über zwanzig andere Wege zu ersetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ferner sollte die Rostocker Heide durch Schneisen sinnvoll gegliedert und erschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach einer Vermessung erstellte Georg Gottlieb Dost eine Karte, in der auch die geplanten Wege und Schneisen eingetragen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Pläne scheiterten aber immer wieder an der mangelnden Einsichtsfähigkeit und dem Widerstand der Stadtvertreter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Möller forderte in seinen Vorschlägen zur besseren Einteilung der Heide und leichteren Holzabfuhr das Schlagen von Schneisen, die auch bald von Ingenieur Dost abgesteckt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Bürgerschaft (Hundertmänner) erregte sich über solche Eigenmächtigkeit derart, daß man es für richtig hielt &amp;quot;Serenissimus&amp;quot;, also den mecklenburgischen Herzog um Hilfe anzurufen, damit eine herzogliche Forstkommission in Rostock ihre Arbeit aufnehmen und &amp;quot;die Wünsche und Beschwerden aller Bürger,Bauern und Einlieger entgegennehmen zu können&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Damit begann ein Kampf zwischen Kommission, Rostocker Rat und Hundertmännern (Bürgerschaft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Möller konnte es unter solchen Rahmenbedingungen nicht gelingen die verschiedensten Meinungen, die auf die Verwaltung der Heide Einfluß nahmen, in Übereinstimmung zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ganze zehn Jahre wechselte man Schriftstück um Schriftstück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die erste Vermessung der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
:Zunächst billigt die Schweriner Regierung am 27. Oktober 1765 die Bereitstellung von 3 Feldmessern.&lt;br /&gt;
:Anscheinend waren aber schließlich nur zwei von ihnen an deren Umsetzung beteiligt: Georg Gottlieb Dost und Friedrich Rothermann.&lt;br /&gt;
:Die erste Vemessung der Heide erfolgte zwischen Ostern 1765 und Januar 1766. Sie wurde im Rahmen der auf Landesbeschluß zwecks Feststellung der richtigen Hufenbesteuerung angeordneten Vermessung aller Güter und Forsten vorgenommen. Bei der Schaffung der Heidekarten ging es dem Lande Mecklenburg vor allem um die Feststellung der Viehweide, während das städtische Kollegium zugleich bemüht war, eine für die Neueinrichtung der Waldungen geeignete Karte zu erhalten.&lt;br /&gt;
;Eine solche forstspezifische Kartierung hatten die, zuvor mit der Erstellung von Direktorialvermessungskarten im landwirtschaftlichen Bereich tätigen, Feldmesser noch nie gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus dieser Vermessung sind 1765 vier Karten hervorgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1. * [[Gut Oberhagen und dessen Holzweide, vermessen von Georg Gottlieb Dost]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:2. * [[Dorf Mittelhagen und dessen Holzweide, vermessen von Georg Gottlieb Dost]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:3. * [[Dorf und Hof Niederhagen und dessen Holzweide, vermessen von Friedrich Rothermann]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:4. * [[Hof Stuthof und dessen Holzweide, vermessen von Friedrich Rothermann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus diesen vier Karten hatte&lt;br /&gt;
: * [[Ingenieur Dost eine verjüngte Karte]] (&#039;&#039;&#039;&amp;quot;Generalplan&amp;quot;&#039;&#039;&#039; mit der Einmessung der geplanten Wege und Schneisen) &lt;br /&gt;
:entworfen, welche die projektierten Richtungen der Hauptschneisen und die Bemerkung der Punkte, wohin man den Verbindungskanal zwischen dem Moorgraben und Stromgraben zu ziehen gedachte, enthielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Auf der Grundlage dieser Karte stellte Forstinspektor Wulff zusammen mit Dost die erste Bestandstabelle auf.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Trotz des großen Interesses, welches die Hundertmänner (Bürgerschaft) ihrer Heide immer wieder entgegen brachte, bleibt es doch unverständlch, daß gerade sie sich den wohlgemeinten Ratschlägen vieler Forstleute, ein hinreichendes Schneisen- und Wegenetz einzurichten, widersetzten. Engstirnigkeit ließ sie stets in dem Glauben, durch solche Anlagen könne zu viel Holz beim hauen der Schneisen verbraucht werden, wo doch gerade ein gutes Waldeinteilungssystem nicht nur die Bestände schützen, sondern gleichzeitig die Transportkosten senken helfen soll.&lt;br /&gt;
:Bei dem Fehlen fester Wege mußten mit 6 Pferden bespannte und  verhältnismäßig breite Wagen dementsprechend hohe Rückeschäden verursachen.&lt;br /&gt;
:Schon Möllers Antrag vom 3. Dezember 1765 an das Forstdepartement, einen direkten und kürzeren Weg von Hinrichshagen nach der Torfbrücke und weiter nach Graal zu bauen, blieb erfolglos, zumal der Vermesser Dost die Strecke schon abgesteckt hatte! Mit Ausnahme einer kurzen, allzu schlechten Strecke von der Torfbrücke nach dem Fischgrund, zum Transport der schweren Torfwagen unterblieb die Ausführung aller im herzoglichen Regulativ vorgeschlagenen Wegebauprojekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Holzschlagregister===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Dost bezeichnete die einzelnen Holzschläge und Figuren auf seinen Heidekarten mit fortlaufenden Ziffern. Als Kartenlegende legte er später nach Ablehnung seines ersten Vorschlages ein Holzschlagregister an, in dem er eine Aufgliederung nach Holzarten vornahm und neben der Flächengröße die Qualität des Holzes , die Beschaffenheit des Bodens und die Weidemöglichkeiten näher charakterisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Um aber in Verbindung mit dieser Bestockungsbeschreibung Richtlinien für künftige Maßnahmen aufzustellen, bemerkte Dost z.B. &#039;&#039;(79)&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der Schlag  Nr.116 (2.815 Quadratruthen) könne als Zuschlag eingeplant werden, da die vorhandenen Eichen und Buchen recht spärlich stünden und dieser zu den schlechtest bestockten Flächen gehöre. Nr 168, bestockt mit jungen Eichen und Buchen ersetze voll und ganz den Abgang der Althölzer, soweit kein Fällungsschaden entstehen würde.&amp;quot;&lt;br /&gt;
: &amp;quot;Bei dem &#039;&#039;&#039;melirten&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(gemischten)&#039;&#039; Schlage&amp;quot; sei nichts zu bemerken. Solle aber ein Zuschlag notwendig werden so seien Eichen und Buchen anzubauen, &#039;&#039;&#039;denn Tannen &#039;&#039;(Kiefern)&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; wuchsen, wo alte gestanden haben, genug von selber auf.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Der im Register aufgeführte Tannenschlag dürfe mit der erste sein, der gehauen werden müsse, da die Kiefern gleich groß seien und keine Verjüngung aufweisen. :Vorerst nur zu Sparren brauchbar, müssten sie also noch eine zeitlang wachsen. &lt;br /&gt;
:Es wäre jedoch wünschenswert, wenn alle &amp;quot;Tannen Terrains&amp;quot; diese Beschaffenheit aufwiesen, dann würde dieser &amp;quot;Modus&amp;quot;, die Tannen zu bewirtschaften, einfacher anzuwenden sein. ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dem am 25.VIII. 1766 eingereichten Holzschlagregister ließ Dost einen &#039;&#039;&#039;neuen &amp;quot;Vorschlag zur Regulierung der Heide&amp;quot; am 24.IX. 1766 folgen&#039;&#039;&#039;, nachdem ihm von Seiten der Commission keinerlei Antwort zuteil wurde.&lt;br /&gt;
:Auch aus dem neuen Schriftstück ersieht man, mit welcher Energie Dost für die Einteilung der Heide in Schläge und Haue, die Entwässerung, besonders der Erlenbrüche und das Legen von Schneisen eintrat.&lt;br /&gt;
=== Dosts Vorschläge zur Regulierung der Heide ===&lt;br /&gt;
; &#039;&#039;&#039;[[Dosts Vorschläge zur Regulierung der Heide]]&#039;&#039;&#039; (Inhalt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Dost, der ursprünglich als Vermesser nach Rostock kam, hatte es verstanden, seine von ihm selbst aufgestellten Vermessungsunterlagen  für eine generelle Wirtschaftsplanung auszubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seine Gedanken bezogen sich dabei wohl auf die von Möller veröffentlichten Vorschläge, können aber für sich in Anspruch nehmen, den gegenwärtigen Waldzustand und die Planung wesentlich eingehender beurteilt und geschildert zu haben.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Dost &#039;&#039;(und nicht wie oft angenommen Möller!)&#039;&#039; entwarf mit Hilfe des Flächenverzeichnisses ein klares Bild der Bestockungsverhältnisse und bietet so der Nachwelt zum ersten Mal Gelegenheit, genaueres über die Revierstruktur zu erfahren&#039;&#039;&#039;, was für die geschichtliche Untersuchung von Wichtigkeit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Vorschläge wurden von dem Forstcollegium als &amp;quot;practicable&amp;quot; befunden, so weit in der Zeit nach einem &amp;quot;Durchritt&amp;quot; zu beurteilen sei. &lt;br /&gt;
:Nur bliebe darauf aufmerksam zu machen, besonderen Wert auf die Eichennachzucht zu legen, die gemischten &amp;quot;Classen&amp;quot; aufzulösen, d.h. die Eichen und Buchen zur harten Hölzung und die Tannen zu den übrigen zu schlagen, darauf zu achten, daß nach Ablauf der Weidepachtverträge Vergünstigungen für den Wald erzielt werden, und die Spanndienste nicht nur für die Räumung der Schläge, sondern auch für die Holzbringung an die See, zum besseren Weitertransport einzusetzen. (3.VI. 1767). Dann stünde der Regulierung nichts mehr im Wege. (79)&lt;br /&gt;
:Diese zugesagte Erlaubnis gab aber noch nicht die endgültige Bestätigung, mit den Arbeiten zu beginnen. Eine große Zahl von Protokollen beweist, welche Einwände seitens Rath, Hundertmännern und Bürgern in den darauffolgenden Jahren vorgebracht wurden, um entweder verschiedene Einzelheiten gänzlich abzuändern, zumindest aber näher zu klären. So sah sich das herzogliche Forstcollegium gezwungen, nochmals alle Unterlagen anzufordern und selbst den vorläufigen Entwurf einer Forstordnung auszuarbeiten, der sich aber nicht wesentlich von den bereits aufgestellten Richtlinien entfernte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rath erbat sich wiederholt Bedenkzeit, die Regulierungsvorschläge der Commisssionzu prüfen. Trotzdem konnte die Bürgerschaft keine klare Entscheidung der Annahme oder Ablehnung fällen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1767 Das Forstcollegium erarbeitet die &amp;quot;Dienst-Bauer- und Wirtschaftsordnung für das der Stadt Rostock gehörige Guth Rövershagen&amp;quot; und setzt sie am 10. März 1767 in Kraft===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der jeweils amtierende Forstinspektor ist nun nicht nur Verwaltungsinstanz der Rostocker Kommunalwaldungen, sondern übt in Personalunion für alle Heideortschaften auch die Funktion eines Amtmannes bzw. Vogtes als Exekutivorgan der Stadt Rostock vor Ort aus. &lt;br /&gt;
:Das Gemeindeleben Rövershagens war immer mit der Forstwirtschaft aufs engste verquickt.&lt;br /&gt;
:Auch daher erhielt die dem Heidedepartement unterstellte Forstinspektion ihren Sitz in Rövershagen. &lt;br /&gt;
:Die Willershäger Waldung hingegen, die bis 1753 verpfändet gewesen war, lag bis auf weiteres in der Hand der Kämmerei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Dienst- Bauer- und Wirthschaffts-Ordnung für das der Stadt Rostock gehörige Guth Rövershagen, Rostock, den 10. Mart. 1767]] (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wirken der herzoglichen Forstkommission ab 1769===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 11. November 1769 schließlich teilte die Schweriner Regierung &amp;quot;den Repräsentanten der recurrirenden Ämter&amp;quot; &#039;&#039;(themenbezogen beteiligten Ämter)&#039;&#039; mit, die gewünschte Kommission sei bereit.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde aufgefordert um: &amp;quot;ergebendste Einreichung der zur Einteilung der Heide in Haue und Caveln gehörigen Papiere, Abseiten Bürgermeister und Rath der Stadt Rostock, Supplicanten, nebst beygehenden Fasciculo betreffend der Regulierung der Stadt Heide&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:In der Folge hielt sich die Kommission nicht nur &amp;quot;einige Tage&amp;quot; in Rostock auf, sondern war von 1769-1774 immer wieder gezwugen zu kommen und neue Einwände zu prüfen und zu berücksichtigen.&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Bestandstabelle Wulff aus Kolp p86.jpg|thumb|rechts|500px|OF Wulffs Bestandstabelle 1774 Quelle: O. Kolp Nordöstl. Heide 1957]]&lt;br /&gt;
:Schließlich erging  vom Herzog an die Kommission der Befehl, die Berichterstattung zu beschleunigen und die schleppenden Verhandlungen zu einem Abschluß zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Oberforstinspektor Wulff versuchte zunächst unter Heranziehung der neuen Karten einen Einblick in die Bestockungsverhältnisse der Heide zu gewinnen, keine leichte Aufgabe bei den vorherrschenden Schwierigkeiten, zumal eine reiche Holzartenmischung und intensive Viehweide das forstliche Urteil sehr erschwerten.&lt;br /&gt;
:Er entwickelt einen ersten Plan über die Anlage von Schneisen und macht den Vorschlag alle Hauptschneisen in einem Punkte zusammenlaufen zu lassen um dort die Wohnung des Forstinspektors zu errichten. &lt;br /&gt;
:Dieser Punkt sollte bei der Fullery &#039;&#039;(am Knick der Chaussee nach Graal bei km 6,8)&#039;&#039; gelegen sein.&lt;br /&gt;
:Es ging dem Forstinspektor darum, die vielen unnützen und krummen Wege an Zahl zu verringern und zu begradigen. Dadurch solle vor allem der junge Aufschlag geschont und der Wald in Haue und Kaveln zerlegt werden. Dieser Vorschlag floß schließlich auch mit in das Regulativ ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Auszug aus Hermann Friedrich Beckers Heidechronik 1839: &#039;&#039;Forstinspector Möller und sein &amp;quot;Plan über die Einteilung und beßere Bewirtschaftung der Heide&amp;quot;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
:[[Datei:Möller Forstinsp Liqui 6ten Sept 1767 a.jpg|thumb|250px|rechts| ]] [[Datei:Möller Forstinsp Liqui 6ten Sept 1767 b.jpg|thumb|250px|rechts|Forstinspector Möller muß in Folge mißlicher Wirtschaftsverhältnisse Insolvenz anmelden (September 1767) Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Zu dem Dienste eines Forstbeamten, meldeten sich drey Kandidaten unter welchen sich auch der Secretair des Gewetts Möller befand. Um deren Fähigkeiten zu prüfen erhielten sie vom Directorio den Auftrag in die Heide zu reiten, sie gehörig in Augenschein zu nehmen und darüber gründlich Bericht abzustatten wie solche am zweckmäßigsten und vorteilhaftesten für die Stadt einzurichten sey? Wahrlich keine leichte Aufgabe. Die Heide war derzeit noch nicht vermessen. Ohne Karte, ohne Flächenregister, ohne innere Kentniß des Waldes in einen Urwald von gemischten Beständen zu reiten und dann über seine beste Einrichtung und Benutzung ein gründliches Erachten abzugeben ist mehr als ein Forstmann unternehmen kann. Ich fürchte daher daß zwey von den Kandidaten wieder nach Hause geritten sind ohne sich mit der Sache zu befaßen, wenigsten habe ich von ihren Gutachten nichts zu Gesicht bringen können. Der Secretair Möller ward daher zum Forst–Inspector ernannt. Es hatte dieser Mann unstreitig gute Forstkentniße seiner Zeit, bereits als Gewetts–Secretair sich Kunde vom Innern der Heide verschafft, auch einen Plan über die Einteilung und beßere Bewirtschaftung der Heide &#039;&#039;&#039;1765&#039;&#039;&#039; eingereicht, der dies bestätiget, und bei der nachherigen Forstregulierung theilweise benutzt ward.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Es wurde also beschloßen den vom Forstinspector Möller eingereichten Plan in Ausführung zu bringen. Man war damit so weit vorgerückt, daß die Schneisen, welche Möller in Vorschlag gebracht, bereits vom Ingenieur abgesteckt waren, da brach in der Bürgerschaft die glimmende Unzufriedenheit mit dem Rath und Forstdepartement zur vollen Flamme aus, man klagte bei Seremißimo und bat, daß die Differenzen mit dem Rath durch eine Herzogliche Commißion untersucht und die Stadtverhältniße geordnet werden möchten. Er wurde aber mit zu vielen Geschäften überhäuft, indem man ihm außer den Waldungen auch die specielle Oberaufsicht auf alle Stadt–Güter, deren Wirtschaft, Bauten Steuern pp. übertrug, wobei ihn auch noch das Viehsterben &#039;&#039;&#039;1770&#039;&#039;&#039; pp. sehr belästigte, dabei trafen ihn nachtheilige Conjuncturen, die aus Stadtstreitigkeiten bei seinen Vorgesetzten und Unannehmlichkeiten mit seinen Subalternen &#039;&#039;&#039;&#039;(also den Holz- und Baumwärtern ! WS)&#039;&#039;&#039;&#039; entsprangen. Vorzüglich aber drückte ihn der unangenehme Vorfall, daß er schon als Gewetts–Secretair eine Eichen–Holtzentreprise im Radelbruch gemacht, welches er jetzt zum Mißvergnügen der Bürgerschaft verkaufen mußte, um die dazu gemachte Anleihe zu decken. Dies Holz ward mit Arrest belegt und er also verhindert Capital und Zinsen wieder zurückzahlen zu können, dazu ward überdem sein geringes Gehalt zurückbehalten. Das Finale war ein Pistolenschuß womit er &#039;&#039;&#039;&#039;(1781)&#039;&#039;&#039;&#039; sein Leben endete.&amp;quot;&#039;&#039; (H.F.Becker)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forstbiographie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Forstregulativ vom 18. April 1774 in seiner endgültigen Fassung und seine &#039;&#039;Nicht&#039;&#039;-Inkraftsetzung==&lt;br /&gt;
[[Datei:1775 19ten Aug herzogliche Polizey Ordnung gegen das Raden und Verwüsten der Wildbahne und Holzungen 1.jpg|thumb|200px|rechts|1775 Herzogliche Polizey Ordnung gegen das Raden und Verwüsten der Wildbahne und Holzungen 1 (UA)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1775 19ten Aug herzogliche Polizey Ordnung gegen das Raden und Verwüsten der Wildbahne und Holzungen 2.jpg|thumb|200px|rechts|1775 Herzogliche Polizey Ordnung gegen das Raden und Verwüsten der Wildbahne und Holzungen 2 (UA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Endgültige Fassung des Regulativs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Regulativ hat nicht nur für die Verwaltung der Rostocker Heide eine herausragende Bedeutung.&lt;br /&gt;
;Es waren dies die Bewirtschaftungsgrundsätze, die in solcher Art zum ersten Male in Mecklenburg ausgearbeitet wurden. Wobei man bestrebt war, die verschiedenen Einzelheiten des Betriebsvollzuges zu beschreiben.&lt;br /&gt;
:Richtungsweisend für den neuen Gedanken einer nachhaltigen Forstwirtschaft sollten sie nicht nur in der Heide allein angewandt werden, sondern auch anderen Kommunal-, Privat- und Fiskusforsten künftig zum Vorbild dienen. (QvOe S. 75)&lt;br /&gt;
;Das Regulativ gibt aber auch Zeugnis vom Stand der mecklenburgischen Forstwirtschaft im ausgehenden 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Regulativ in seiner Endfassung dann gedruckten und veröffentlichten Fassung von 1774 gliedert sich in folgende Abschnitte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1. &amp;quot;Von der äußeren und inneren Gestalt des Waldes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:2. &amp;quot;Von den Forst-Offizianten und Dienst-Leuten überhaupt&amp;quot;&lt;br /&gt;
:3. &amp;quot;Von den Forst-Offizianten und Dienst-Leuten insonderheit&amp;quot;&lt;br /&gt;
:4. &amp;quot;Von der Bewirtschaftung der Waldung an sich&amp;quot;&lt;br /&gt;
:5. &amp;quot;Von der Jagd und den Jägern&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:(QvOe 61-79)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ende der mehrjährigen Arbeit des Forstkollegiums erschien am 18. April 1774 ein landesherrrliches Regulativ zur Verwaltung der Rostocker Heide, das im Ergebnis nicht dem Willen der Stadt Rostock entsprach. &lt;br /&gt;
:Per Edict verleiht der Herzog dem Regulativ trotzdem Gesetzeskraft um es als Präzedenz in ganz Mecklenburg anwenden zu können und läßt es als Druckwerk veröffentlichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;&amp;quot;So haben wir uns mit Landesväterlichem Bedauren solcher anhaltenden Gesinnung des Raths Unserer Stadt Rostock, bemüßiget gefunden, alle Vergleichs-Handlungen zwischen Rath und Bürgerschaft abbrechen zu lassen, folgends Unser gegenwärtiges Landesherrliches Regulativ der Verwaltung der Rostocker Heide, nach mehrmalen erstattetem Erachten Unserer Sachverständigen Commissarien, und sorgfältiger Ermäßigung der noch übrigen, gütlich nicht hingelegt besonderen Erinnerungen, respective des Raths und der Hundertmänner folgender Maaßen abfaßen und publiciren zu laßen.&lt;br /&gt;
:;Friedrich&lt;br /&gt;
:;Herzog von Gottes Gnaden&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Herzogliche Regulativ der Rostocker Heide 1774]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Rechtsgutachten von Johann Stephan Pütter, Justizrath an der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen zu den 39 Widerspruchspunkten der Stadt Rostock gegen das Regulativ 1777 (HA)]] (8 S.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1775 Patentverordnung zur Erneuerung der Landespolizey-Ordnung von 1572 wider die Holz-Verwüstungen]] (3 S.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Holztaxen und die Hauerlöhne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Um einen Überblick zu erhalten, mit welchen Holzsortimenten zur Zeit der Ersteinrichtung der Heide gehandelt wurde, ist die &lt;br /&gt;
;&amp;quot;Forsttaxe, wonach das Holz in der Rostocker Heide an Einheimische oder Auswärtige zu verlassen&amp;quot; aufschlußreich.&lt;br /&gt;
:Die einzeln angeführten Verwendungsarten ergeben ein deutliches Spiegelbild des holzverarbeitenden Gewerbes, welches letzthin bestimmend auf die Aushaltungsvorschriften verschiedener Sortimente einwirkte.&lt;br /&gt;
:Die größte Nachfrage bestand damals für Eichen-Fadenholz z.B.: Pfosten, Bohlen, Dachlatten, Mauerplatten, Planken, schwächere Hölzer zum Bau von Dachrinnen u.a. mit unterschiedlichen Ausmaßen und für den Schiffbau besonders Knie- und Krummholz  zur Herstellung von Schiffssparren und Kielstücken.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Kiefer eignete sich von jeher gut zur Ausformung von Masten, [[Remel-]] und Sparrhölzern, Balken, Bohlen, Brettern, Dielen usw., die Buche, ihrer geringeren Tragfähigkeit entsprechend, zu Bohlen und Planken.&lt;br /&gt;
:Die Erle lieferte Bauholz und Pfähle, die Birke Eggebalken, Leiterbäume und Wagendeichseln.&lt;br /&gt;
:Alle Holzarten werden daneben auch zu Brennholz eingeschnitten.&lt;br /&gt;
:Die Taxe sah hier nur Preise für Einheimische vor, das heißt, an Auswärtige durfte zu der Zeit kein Brennholz abgegeben werden.&lt;br /&gt;
:Die Taxe betont ausdrücklich, der &amp;quot;Sagerlohn&amp;quot; sei in den Preisen bereits einbegriffen. Der Hauerlohn wurde von dem Käufer zusammen mit dem Holz an der Kasse bezahlt.&lt;br /&gt;
:Jeder Käufer entrichtete aber darüber hinaus bei der Anweisung 2 Groschen an die beiden Jäger, die sich die Summe teilen.&lt;br /&gt;
:Für jeden Faden erhielt der Forstverwalter einen, die zwei Jäger zusammen einen Schilling.&lt;br /&gt;
:Der Verwalter berechnete den im Winter entstandenen Hauerlohn im voraus und beantragte daraufhin bei der Kasse einen Vorschuß.&lt;br /&gt;
:Nach dem Verhältnis ihres Verdienstes erhielten die Holzhauer später Abschlagszahlungen.&lt;br /&gt;
:Forstmeister Chr. Wulff riet davon ab, eine Steigerung des Heuerlohnes, solange die in und um Rostock gezahlten Tageslöhne beibehalten werden, nicht vorzunehmen. &lt;br /&gt;
:Alles Fadenholz mit einem Durchmesser über [[12 Zoll]] sollte nach den Vorschlägen von Forstmeister Wulff in Zukunft mit der Säge, geringeres mit der Axt &amp;quot;durchgedrummet&amp;quot; werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(QvOe p74/75)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Einstweilige Taxe der Tannen-Hölzer für Einheimische und Fremde]] (4 S.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Rostocker Rat zieht daraufhin vor das Reichskammergericht=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Haupt-Gegen-Argumente unter den 39 Klagepunkten der Rostocker Bürgerschaft waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1. Der Bau einer neuen, zentral in der Heide gelegenen Dienstwohnung würde zu viele Kosten verursachen.&lt;br /&gt;
:2. Der Forstinspektor sollte als gleichzeitiger Aufsichtsbeamter über die Landgüter Wohnung in Rövershagen behalten.&lt;br /&gt;
:3. Die geplante Anlage der Schneisen brächte Umwege bei der Abfuhr des Holzes nach der Stadt mit sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Praxis entnahm man dem Regulativ wiederum nur die Polizeivorschriften, die Holz- und Wildtaxen sowie die Lohneinstufungen bei forstlichen Arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Negatives Fazit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Die Regulierung des Holzhiebes ließ man auf sich beruhen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Es wurde nicht eine gerade Schneise gehauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Der Wald blieb was er war - Urwald. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Es wurde weiter nach willkürlichem Ermessen gepläntert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Das Unwesen der krummen Wege blieb bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Das Forstkollegium löste sich auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forstinspektor Möllers tragisches Schicksal ging auch in die Sagenwelt der Rostocker Heide ein:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Wann aber findet jener Geist seine Ruhe, der noch jetzt in der Gegend der Graaler Schneise (heute Bäderstraße) nächstens umher spukt?&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Es soll ein ehemaliger Forstbeamter sein, der im Herbst 1780 seinem Leben selber ein vorschnelles Ziel setzte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Verärgert und verbittert, weil sein Sohn aus Versehen beim Krähenschießen ein Bauerngehöft anzündete und nun endlose Verhandlungen heraufbeschwor.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Wer dem armen, ruhelosen Geist begegnen sollte, der hab einen frommen Spruch, ein Helfgott oder Dusendgotteslohn bei der Hand. Das sollen die verwunschenen Geister gerne hören und dann die ewige Ruhe finden.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Aus: &amp;quot;Die Heide, das Kleinod der Stadt Rostock&amp;quot; von Adolf und Rudolf Ahrens 1919&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1781 - 1791 Tätigkeit des Forstinspektors Roedler===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach Auflösung des Forstcollegiums und Gründung des neuen Heidedepartements im Jahre 1768 übernahm der erste Nachfolger des Forstinspectors Möller der Forstinspector Rödeler dessen Stelle. Er hatte sie von 1781 bis 1791 inne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Tätigkeit Rödelers beschränkte sich zunächst in erster Linie auf die Aufrechterhaltung der allgemeinen Verwaltungsgeschäfte und Sicherung der Heide als Einnahmequelle für die Stadt.&lt;br /&gt;
:Er hat Kulturen, das sichtbarste Zeugnis, die mangelhaften Zustände zu beseitigen angelegt.&lt;br /&gt;
:Ihr Umfang blieb gemessen an der Notwendigkeit, schnellstens alle Flächen ohne Bestockung wieder in Kultur zu bringen von geringer Bedeutung.&lt;br /&gt;
:1781 greift  Forstinspector Roedler die Forsteinrichtungs-Gedanken, ein Jahr nach Möllers Selbstmord,  in einer neuerlichen Schrift auf:&lt;br /&gt;
; +  [[&amp;quot;Über die Verbesserung der Rövershäger Holzung&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
:( auch hier ist nur die Abschrift der Handschrift im Rostocker Stadtbuch verfügbar und das Original-Manuskript verschollen. AHR Signatur 1.1.3.0 - Bürgermeister und Rat: Rostocker Sammelbände 20/8, 20/8a, 20/8b))&lt;br /&gt;
(Q: QvOe p.80)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufstieg der Rostocker Forstwirtschaft unter Forstinspektor Becker von 1791 bis zur Gründung des Forstdepartementes 1833==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&amp;quot;Menschenverstand, mehr ist im Wald nicht nötig&amp;quot; - Hermann Friedrich Beckers Einführung als Forstinspektor===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Person Hermann Friedrich Becker 1804 Kupferstich.jpg|200px|thumb|right|Hermann Friedrich Becker  Nach einem Kupferstich von Daniel Chodowiecki 1804]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hermann Friedrich Becker war gerade 25 Jahre alt, als der Rostocker Rat 1791 die freigewordene Stelle des vorangegangenen Forstinspektors Rödler in der Rostocker Heide neu besetzen wollte. &lt;br /&gt;
:Auch wenn Becker kurz zuvor &#039;&#039;(erstmals in Mecklenburg)&#039;&#039; ein Büchlein, herausgebracht hatte, das die hier einheimischen Baumarten ausführlich beschrieb, so genügte das den Rostocker Ratsherren als Referenz nicht, einen so jungen Mann auf diesen Posten zu setzen.&lt;br /&gt;
:Das Pro cedere bis zur Auswahl Beckers liest sich in dessen Aufzeichnungen so: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;„&#039;&#039;Ein lustiges Possenspiel wurde eingeschoben, bevor man mich in Eid und Dienst nahm. Die Väter unserer Stadt sagten sich, dieser junge Mann, Enkel unseres verstorbenen Bürgermeisters Burgmann könnte seiner Herkunft wegen schon würdig sein unsere Heide zu betreuen. Hat ja auch durch sein kürzlich herausgegebenes Büchlein gezeigt, daß er unsere Bäume kennt. Ob er aber etwas von der Forstwirtschaft versteht, darüber müssen wir noch Zeugnis haben.&#039;&#039;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Und so bittet man den herzoglichen Oberforstinspektor Wulff zu Schwerin, der 17 Jahre zuvor die Leitung bei der Erarbeitung des Forstregulativs inne hatte und angesichts der Verhinderung von dessen Inkrafttreten der Rostocker Stadtvertretung eigentlich noch immer gram war, den Kandidaten hierzu persönlich zu examinieren. &lt;br /&gt;
:Wie er zuvor schon dessen zwei Vorgänger Möller und Rödler geprüft hatte. &lt;br /&gt;
:Wulff reagierte alsbald mit einem Brief: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;„&#039;&#039;Der junge Mann hat ja über eure Bäume geschrieben, ist das nicht genug ?&#039;&#039;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Kummervoll daraufhin die schriftliche Reaktion der ratsherrlichen Rostocker Verwaltung: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;„&#039;&#039;Wir brauchen für unsere Akten ein Zeugnis schwarz auf weiß.&#039;&#039;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Als Becker daraufhin die Reise nach Schwerin antritt und schließlich beim Oberforstinspektor angelangt seine förmliche Begrüßung herzusagen ansetzt, unterbricht ihn der freundlich: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;„Leiste er mir Gesellschaft und probiere er meinen Rotwein.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Wulff berichtet dem jungen Becker über seine ursprünglichen Intentionen zur Reformation der Rostocker Heide mittels des Forstregulativs im Jahre 1774 und sein damaliges Scheitern auf Betreiben des Rostocker Rates. &lt;br /&gt;
:Er legt Becker die Empfehlung ans Herz, bei seiner zukünftigen forstlichen Arbeit, das seinerzeit abgelehnte Forstregulativ trotz allem als Richtschnur für seine Arbeit zu nutzen. &lt;br /&gt;
:Am darauffolgenden Tage stellt Wulf den jungen Mann noch dem Herzog Friedrich dem Frommen vor. &lt;br /&gt;
:Am Ende des Examensbesuches händigt der alte Forstmann nun seinem jungen Berufskollegen ein Zeugnis aus, daß die Eignung für das Rostocker Amt aufs Beste bescheinigt, begleitet von den Worten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;„Ich sehe ja, daß er gesunden Menschenverstand hat. Weiter ist im Walde nichts nötig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein späterhin hochverdienter Forstwissenschaftler nimmt seinen Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:* [[Datei:1805 Becker Bäume und Sträucher zweite Auflage.pdf]]  &lt;br /&gt;
:(Anmerkung: diese zweite,1804 erschienene Auflage ist in ihrer Überarbeitung wesentlich umfangreicher, tiefgründiger und zuverlässiger als Beckers erste Auflage von 1791!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr über Oberforstinspektor Christian Wulff===&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Oberforstinspektor Christian Wulff|Oberforstinspektor Christian Wulff]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 Hermann Friedrich Beckers Amtsantritt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Forstinspektor Becker liegt fortan während seiner mehr als fünfzig Jahre währenden Dienstzeit häufig im Streit mit seinem Dienstherren, der Rostocker Stadtobrigkeit.&lt;br /&gt;
:Gleich nach seinem Amtsantritt entwickelte Becker einen Plan die bislang weitgehend undurchdringlichen Waldungen durch neu anzulegende Schneisen zu erschließen. &lt;br /&gt;
:Den Plan übereichte er dem damaligen Bürgermeister Engelke, der die Unterlagen wohlwollend entgegennahm und Prüfung versprach. &lt;br /&gt;
:Ein Jahr blieb Becker ohne Antwort, was ihn zur Nachfrage bewegte. &lt;br /&gt;
:Auch bat er nun um Rückgabe seiner Arbeit. Die war jedoch nicht auffindbar. &lt;br /&gt;
:Erst vier Jahre darauf entdeckte man sie zufällig über der Tür des Ratszimmers. &lt;br /&gt;
;Sie sei &amp;quot;dort abgelegt worden um sie im passenden Moment gleich zur Hand zu haben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===+ 1791 - 1801 Am Intrigen- und Denunziantentum der Baum- und Holzwärter droht die Forsteinrichtung zunächst zu scheitern===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Beckers Bestrebungen, die bisherige Bewirtschaftung des Rostocker Stadtwaldes grundlegend zu reformieren, waren auch untrennbar damit verbunden, bei den Baum- und Holzwärtern, teilweise in langer Familientradition ausgeprägte, kontraktwidrige Gewohnheiten, wie illegales Brauen, Schnapsbrennen, Wildern, Holzverkauf unter der Hand, Kohle brennen u.v.a. radikal auszumerzen. Den Verlust dieser illegalen Gewohnheiten fürchtend waren alle 5 Reviervorsteher dem Forstinspektor feindlich gesinnt und sabotierten seine Reform-Bemühungen nach Kräften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1792, 22.Dezember &lt;br /&gt;
:Forstinspektor Beckers Vorschlag von Hinrichshagen nach Markgrafenheide einen geraden Weg zu legen wird von den Hundertmännern &#039;&#039;(der damaligen Rostocker Bürgerschaft)&#039;&#039; und dem Rat schlichtweg ignoriert. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:QvOe fortsetzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Ab 1795 Bemühungen zur Aufforstung der Blößen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(nach Kolp)&lt;br /&gt;
- Hufenkoppel ua.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1796 Die Große Eichenzählung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1796 Becker Eichenzählung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Besonders galt die Sorge der Stadt den Eichen, da man wußte, zu welch hohem Preis deren Holz an die Schiffbauindustrie veräußert werden konnte.&lt;br /&gt;
:Die Angst vor dem Schwinden der Eichenholzvorräte versuchte man durch strenge Verkaufsbestimmungen wettzumachen, um für die Zukunft genügend brauchbare Hölzer zum Verkauf anbieten zu können. Die Verwaltung berücksichtigte dabei aber nicht die natürliche Altersgrenze, nach deren Überschreiten die Eichen langsam abgängig und einhergehend mit auftretenden Krankheiten wertlos werden mußten.&lt;br /&gt;
:Sie betrachteten die Eichen als &amp;quot;grüne Aktien&amp;quot; deren Wert mit wachsendem Alter endlos steigerbar war.&lt;br /&gt;
:Am Beginn des Jahres 1795 fand Forstinspektor Becker so eine große Zahl alter Eichenstämme vor, bei denen aus falscher Sparsamkeit diese Altersgrenze längst überschritten war. Er machte auf die damit verbundene Wertminderung, die der Stadt eher zum Nachteil, als zum Vorteil gereichte, aufmerksam und mahnte schnelle Abhilfe an.&lt;br /&gt;
:Erst nach langen Verhandlungen bekam Becker die Erlaubnis, die Stückzahl aller Eichen, getrennt nach Altersklassen zu ermitteln und damit einen Überblick über den Eichenvorrat der Rostocker Heide und seinen Wert zu erhalten. &lt;br /&gt;
:( nach QvOe S. 89).&lt;br /&gt;
:Im Ergebnis vertrat H.F. Becker die Meinung, man könne sich baumartgerechten Einblick in die Holzvorräte nur durch Einteilung in Abteilungen, Haue und Caveln sowie Auszählung der Stämme verschaffen.&lt;br /&gt;
:Eine solche Zählung, zunächst nur auf die Eichen bezogen, ließ er deshalb von April 1795 bis März 1796 im ersten der fünf Reviere durchführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Hundertmänner (Bürgerschaft) lassen über Forstinspektor Becker ein Publikationsverbot verhängen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796-1799 &lt;br /&gt;
:Um seinen Neuerungs-Ideen zur Einführung einer geregelten Forstwirtschaft bei der genehmigenden Vorlage zu den Sitzungen der Rostocker Bürgerschaft Nachdruck zu verleihen publiziert er dazu parallel entsprechende Fachbeiträge in einschlägigen regionalen Monatsschriften.&lt;br /&gt;
:Seit seiner Amtseinführung 1791 findet Beckers publizistische Tätigkeit zu forstlichen Themen der Rostocker Heide immer wieder Anstoß bei der  Bürgerschaft. Er muß ständig Kritiken, Rügen und Maßregelungen über sich ergehen lassen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1796 Hermann Friedrich Becker beendet das Manuskript für sein&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;&amp;quot;Systematisches Handbuch der Fors Zeit, twirthschaft zum Gebrauch für junge Forstmänner&amp;quot;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:Da er immer mehr den Unmut vieler Hundertmänner-Abgeordneter zu spüren bekommt, scheut er sich dieses Werk unter seinem eigenen Namen herauszugeben. &lt;br /&gt;
:Er publiziert trotz allem weiter, nun jedoch grundsätzlich anonym, oder unter Pseudonym. &lt;br /&gt;
:In einigen Fällen gaben Freunde ihre Namen als Herausgeber. Im Falle des Forst-Handbuches übernimmt der Malchiner Apotheker Carl Wilhelm Fiedler diese Rolle, so daß es letztendlich als &amp;quot;Fiedlersches Forst-Handbuch&amp;quot; in die deutsche Forstliteratur eingeht und in Fachkreisen einen hohen Bekannteitsgrad erlangt.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;*Becker H.F.,  Hrsg. Carl Wilhelm Fiedler (Malchin) &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Systematisches Handbuch der Forstwirthschaft zum Gebrauch für junge Forstmänner&amp;quot; 1796 zwei Teile in einem Band, 338 S. Verlag Wittekind Eisenach&lt;br /&gt;
:* [[Fiedler Handbuch Forstwirtschaft 1796]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nachfolgende Beiträge in den &amp;quot;Gemeinnützigen Beiträgen für den Stadt- und Landmann&amp;quot;, denen Becker von 1791 bis 1799 als Herausgeber und Redakteur vorstand, fanden den Unwillen der Rostocker &amp;quot;Hundertmänner&amp;quot;. Das geschah insbesondere deshalb, weil er derartige Beiträge immer dann veröffentlichte, wenn deren forstliche Inhalte zuvor in entsprechenden Ratsvorlagen die Ablehnung, insbesondere des zweiten Quartiers (im II. Quartier waren die 50 Abgesandten der Handwerkerinnungen vertreten) gefunden hatten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Was ist unter Bewaldrechtung des Holzes zu verstehen?&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; September 1796]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Rüge verschiedener großer Holzwerschwendungen in Mecklenburg&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; November 1796]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Noch etwas über die Bestimmung des jährlichen Holzhiebes durch Zählung der Bäume&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; November 1796]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Über die Benutzung der Tannen-Stämme&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; Januar 1797]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von den grossen Vortheilen welche der Stadt Rostock durch die Aufstellung eines Baumeisters zufliessen würden.&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; Februar 1798]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von der Mast und deren Benutzung&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; April 1798]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Ueber Zuschläge und deren Anlegung in der Rostocker Heide&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; Oktober 1798]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Ist es nachtheilig oder vorteilhaft, daß die Forstleute das Land, welches mit Holz besaamet werden soll, vorher mit Korn besäen, oder wie man es nennet, ausbauen?&amp;quot;]] in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; Mai 1799&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von der Holzweide&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; September 1799]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von den großen Nachtheilen welche durch die eingeführten weiten Wagen in den Waldungen angerichtet werden&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; 1799]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1799 erhält H.F.Becker schließlich ein Schreibverbot zu Themen die seine dienstlich-forstwirtschaftlichen Belange inhaltlich tangierten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Becker Schreibverbot Az Ratsprotokoll 18 5 1799.jpg|700px|thumb|right|Auszug aus dem Ratsprotokoll vom 18.5. 1799]]&lt;br /&gt;
;Befehl&lt;br /&gt;
:Bey E.E.Rath dahin anzutragen, daß dem Forstinsp. Becker &lt;br /&gt;
:aller Schriftstellerey, der irgend Bezug auf die Haide hätte, &lt;br /&gt;
:bey Strafe untersaget werden mögte, und ihm anzufügen, daß er die Zeit, die er überhaupt auf Schriftstellerei verwendet, beßer zur Aufsicht in der Haide nütze.&lt;br /&gt;
:in fidem extractus &#039;&#039;(&amp;quot;Beglaubigung des Textes&amp;quot;)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Gsec. &#039;&#039;(&amp;quot;Gewettsecretär&amp;quot;)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:W.G. Detloffe&lt;br /&gt;
: GS &#039;&#039;(Abk. Gewettssiegel)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Zum Jahresende 1799 gibt Forstinspektor Becker die Redaktion der &amp;quot;Gemeinnützigen Aufsätze...&amp;quot; offiziell ab:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Becker Redaktionsmeldung 1799 a.jpg|thumb|700px|rechts|Beckers Redaktionsmitteilung über die Beendigung seiner Redaktion]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Das Schreibverbot wird am Ende gut zehn Jahre Bestand haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ab 1798 Beckers Versuche das Forstregulativ schrittweise umzusetzen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krause Becker Skizze Wegezeichnung 1799 .jpg|thumb|500px|rechts|um 1920 macht der Historiker Ludwig Krause eine kleine Handskizze von Beckers 1799 eingereichter Planzeichnung Quelle: AHR 1.1.3.19. 965]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799 &lt;br /&gt;
:Becker reicht eine Planzeichnung für den Bau einer Schneise vom neuen Triftenbaum (Hinrichshagen) nach Markgrafenheide ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Insgesamt bewilligt der Rostocker Rat darauf hin die zukünftige Anlegung von vier Hauptschneisen. (KFC)&lt;br /&gt;
:- Die Vermessung und Trassierung der geraden Schneise von Hinrichshagen nach Markgrafenheide wird begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Das zweite Quartier der Bürgerschaft reagiert auf die von Forstinspektor Becker eingereichte Planung mit einer üblen Denunziationsschrift an den Rostocker Rat.&lt;br /&gt;
:Auszug:&lt;br /&gt;
:- &amp;quot;... ein Schreiben der Heideverweser erhellt, daß Forst-Inspector Becker eine üble Verwaltung führt und insbesondere zum Nachteil der Heide eine Schneese vom Triftbaum nach Markgrafenheide einrichtet - 17. Jan. 1800&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1800, 28.Januar&lt;br /&gt;
:An Becker ergeht das Verbot weitere Bäume auf der Trasse zu fällen. &lt;br /&gt;
:Weitere Baumaßnahmen zum Schneisenbau unterbleiben. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804&lt;br /&gt;
:Erst ein Decet vom 18.9.1804 ordnete einzig den Bau &#039;&#039;&#039;eines&#039;&#039;&#039; direkten Weges, den von Hinrichshagen nach Markgrafenheide an, nicht etwa mit Rücksicht auf die Holzbringung, sondern zwecks Ausbeutung eines Torfmoores. &lt;br /&gt;
:Das Vorhaben blieb in den Anfängen stecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1806-1813 Auswirkungen der französischen Besatzung auf die Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Proklamation Michaud 28ten Nov 1806.jpg|thumb|350px|rechts| Mit der Proklamation Von General Michaud am 28.November 1806 begann in Mecklenburg die französische Besatzungszeit ]]&lt;br /&gt;
;1806, 28. November&lt;br /&gt;
:Die Zeit der französischen Besatzung beginnt in Mecklenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1806 November - Verbergung des Möchhäger Viehes vor den Franzosen im Radelbruch====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Winter 1806/07 &lt;br /&gt;
:entstand eine Reiberei zwischen der Stadt Rostock und der Dorfschaft Mönchhagen, da die Mönchhäger beim Einrücken der französischen Truppen in Rostock ihr gesamtes Vieh in die Heide trieben, um es vor dem Feinde zu verbergen. &lt;br /&gt;
:Infolge des hierdurch verursachen Schadens beschwerten sich der Forstinspektor Becker &lt;br /&gt;
:und die beiden Pächter der Mast in der Heide am &lt;br /&gt;
:27. Dezember 1806 und im Januar 1807 beim Rostocker Heidedepartement und baten um Abhilfe beziehungsweise Kostenersatz. Das Heidedepartement forderte die Dorfschaft auf sich hierüber zu erklären, worauf diese aber nicht weiter einging. &lt;br /&gt;
:Infolgedessen ersuchte das Heidedepartement am 31. Januar 1807 das Amtsgericht zu Hirschburg, der Dorfschaft diesen Unfug bei Strafe zu untersagen, was von Amts wegen  unter dem 4. Februar geschah, zugleich mit dem Befehl, sich der Kosten wegen mit dem Heidedepartemet zu vergleichen. &lt;br /&gt;
:Für den Forstinspektor war der Vorfall sogar von Nutzen. Konnte er doch einmal mehr zeigen, welche Schäden Vieh im Heidewald verursachen. Was sein Plädoyer zur Abschaffung der Viehweide zusätzlich unterstützte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1807 Der Besuch des französischen Gouverneurs Laval und des Intendanten Bremont in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1807, hatte auch der Forstinspektor Becker selbst so manchen Streit mit den napoleonischen Besatzern zu bestehen. &lt;br /&gt;
:Der französische Statthalter, Gouverneur Laval in Schwerin hatte den Plan, durch Kahlschläge, das Holz der alten Eichen- und Buchenwälder in der Rostocker Heide als eine besonders leichte Kriegsbeute zu erwerben. &lt;br /&gt;
:Er ließ den Rostocker Rat anweisen dafür Sorge zu tragen, das die entsprechenden Kahlschläge begonnen werden. Durch reitende Boten rief der Rat nun Becker nach Rostock. &lt;br /&gt;
:Der Forstinspektor hatte in seinem Gepäck einen an die französischen Besatzer gerichteten Bericht, in dem er mit aller Ehrerbietung vor den Siegern und Machthabern erklärte, daß die Heide das Privateigentum der Stadt Rostock sei und ihr Holz seit einem halben Jahrtausend dazu bestimmt sei, den großen Holzbedarf der Stadt und ihrer Schiffahrt zu decken, daß aber das Holz schon dafür bei weitem nicht ausreiche. &lt;br /&gt;
:Man müsse Eichen und Kiefern nutzen, um Hafenbollwerke und Molenköpfe zu befestigen. Selbst für Wasserleitungen und Brennholz sei der jährliche Holzbedarf niemals gedeckt. &lt;br /&gt;
:Beckers Bericht wurde im Rathause einfach abgeschrieben, vom Bürgermeister unterschrieben und mit dem Ratssiegel versehen. &lt;br /&gt;
:Eine schriftliche Antwort aus Schwerin war nicht zu vernehmen. &lt;br /&gt;
:Einige Tage darauf erschienen Gouverneur Laval und Intendant Capitain Bremont (&amp;quot;Intendant&amp;quot; entspricht einer Landes-Geschäftsführer Funktion) aus Schwerin persönlich in Rostock um die Forderungen einzutreiben. &lt;br /&gt;
:Von einigen Herren des Rates begleitet nahmen sie bald ihren Weg nach Rövershagen, dem forstlichen Verwaltungssitz der Stadt Rostock. &lt;br /&gt;
:Der Forstinspektor nahm die Besucher mit aller Freundlichkeit auf. &lt;br /&gt;
:Die französischen Gäste verlangten umgehend durch die Rostocker Heide zur Besichtigung geführt zu werden. &lt;br /&gt;
:Dem Forsthof am nächsten liegend, führte nun deren Weg über Wiethagen, Gelbes Tor und Kirchsteig. &lt;br /&gt;
:An der Route befand sich im Waldstück der &amp;quot;Hufenkoppel&amp;quot; ausschließlich Jungwuchs der 1796, also 11 Jahre zuvor erfolgten Neuaufforstung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Beckers später an den Rostocker Rat adressierten schriftlichen Bericht liest sich das so: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Herren waren sehr herablaßend. Da sie aber wenig Deutsch sprachen und ich wenig Französisch reden &#039;&#039;&#039;wollte&#039;&#039;&#039;, so war dies ein großes Hinderniß sich gehörig verständlich zu machen, um so mehr, da sie mit der ganzen Organisation unbekannt waren und auch keine Forstwißenschaftlichen Grundsätze bemerklich werden ließen. Ich hatte mich auf eine Fahrt in die Heide gefasst gemacht, allein dass schöne Wetter veranlasste sie, die Tour in der Heide zu Fuß machen zu wollen. Ich ging daher durch die Hufenkoppel mit ihnen nach Hinrichshagen und von dort einen anderen Fußsteig zurück, wobey ich nicht unterließ, sie mit den Fehlern hiesiger Eichen bekannt zu machen. Captain Bremont redete viel von „couper“. &#039;&#039;(„fällen“)&#039;&#039; Ich bewies dass die Bäume zu jung wären. Es wurden mir die unsinnigsten Fragen vorgelegt, davon die wichtigste war, wie hoch sich der jährliche Ertrag der Heide in Geld belaufe? Ich erwiederte dass der Holzhieb ungleich sey und von mir keine Geldberechnung des Holzes geführt wurde, ich also nicht vermögend wäre hierüber bestimmte Auskunft zu geben. Daß den Bürgern Brennholz und Bauholz überlassen werde wussten sie, allein ihre Ideen waren davon so unbestimmt, dass es mir nicht möglich war sie zu berichtigen. Was sie in der Heide gesehen haben ist zu unbeträchtlich, als dass sie hierauß Schlüsse ziehen könnten. Charten haben sie von mir nicht verlangt. Ich habe also auch keine vorgewiesen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Anmerkung: Schon in Beckers Aufzeichnungen seiner studentischen Wanderungen 1788/89 wird deutlich, daß er hervorragende Kenntnisse der französischen Sprache besaß!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Anschließend lud Inspektor Becker nun seine Gäste zu einer kleinen Bewirtung ein. Zur Umrahmung ließ der Forstmann kräftig Wein aus seinem Vorrat ausschenken. &lt;br /&gt;
:Schließlich war der Weinvorrat des Forstinspektors aufgebraucht. So erklärte er den hochrangigen Franzosen, daß sie sich nunmehr wohl auf den Heimweg begeben müßten. &lt;br /&gt;
:Bremont und Laval brachen dann auch umgehend wieder nach Schwerin auf. Vom geplanten Holzeinschlag war &#039;&#039;&#039;vorerst&#039;&#039;&#039; keine Rede mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1809 Das in die Presse lancierte Gutachten des bereits verstorbenen Oberforstinspektors Wulff zum Schneisenbau in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Da eine der Grundvoraussetzungen zur Schaffung einer geregelten Forstwirtschaft in den Rostocker Waldungen die Anlage eines regelmäßigen, gerade trassierten, von Entwässerungsgräben begleitetes, befestigten Schneisennetzes war, machte Forstinspektor Becker immer wieder aufs neue Anläufe die Rostocker Bürgerschaft und den Rat zu einem Einverständnis zu bewegen. Hatte ihm der Versuch zehn Jahre zuvor ein Disziplinarverfahren sowie ein Publikationsverbot, das genau genommen noch immer galt, seitens seiner Dienstherrn eingebracht, machte er 1809 dazu einen erneuten, und diesmal ungewöhnlichen Versuch. Als Autor anonym bleibend, nutzte er ein 1770 von dem inzwischen längst verstorbenen Oberforstinspector Christian Wulff geschriebenes Pro Memoria:&lt;br /&gt;
:[[&amp;quot;Ueber die Anlegung von Schneesen in der Rostocker Heide&amp;quot; in &amp;quot;Rostocksche gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann&amp;quot; 29. November 1809 Anonym (H.F.Becker)postum Forstinspecktor Christian Wulff]]&lt;br /&gt;
:Auch wenn die zukünftigen Wegetrassen, ohne Wissen seiner Dienstherrn, bereits abgesteckt waren, hatte er zunächst wiederum keinen Erfolg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1810/1811 Der Bau der Warnemünder Redoute ermöglichte die Anlage der Heidewege in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Im darauf folgenden Jahr findet das Schneisen-Problem überraschend eine ungewöhnliche Lösung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit dem Einzug der französischen Truppen 1807 unter dem General Michaud in Mecklenburg begann auch für Rostock, Warnemünde und die Rostocker Heide eine Zeit des Niederganges und der Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Bürgerschaft, das Hundertmänner-Gremium, bestand zu jener Zeit aus zwei Fraktionen, dem 1.Quartier, das sich im wesentlichen aus Abgeordneten der Kaufleute, Bankiers und Schiffsreeder rekrutierte und dem 2.Quartier. Hier waren besonders die Abgeordneten der Handwerkszünfte versammelt.  &lt;br /&gt;
:Die inzwischen leer gewordene Stadtkasse mußte neu gefüllt werden. &lt;br /&gt;
:So erhielt, gewissermaßen der Not gehorchend, der bis dahin von der Bürgerschaft nur wenig um seine eigene Meinung befragte Forstinspektor Becker zum ersten Mal am 14. September 1810, seitens des ersten Bürgerquartieres der Hundertmänner, den Auftrag, festzustellen, inwieweit es möglich wäre, mittels einer geordneten Forstwirtschaft die Einnahmen für die kriegsgebeutelte Stadtkasse zu erhöhen. &lt;br /&gt;
:Dem zweiten Quartier war Becker, in Erinnerung an vergangene Konflikte, vorerst weiter suspekt. Auf die, schon in früherer Zeit, aber von anderer Seite, so häufig geäußerte Frage, antwortet Becker, der gerade zu diesem Sachverhalt in der Vergangenheit behindert, denunziert und gemaßregelt worden war, unter dem 2.Oktober 1810 klar und deutlich: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Entsprechend der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Mecklenburg gültigen Kleiderordnung für Forstbedienstete dürfte Forsdtinspektor Beckers uniformiertes Erscheinungsbild sehr ähnlich gewesen sein.jpg|thumb|200px|rechts|Entsprechend der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Mecklenburg gültigen Kleiderordnung für Forstbedienstete dürfte Forstinspektor Beckers uniformiertes Erscheinungsbild diesem sehr ähnlich gewesen sein ]]&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;&amp;quot;Wer zwanzig Jahre nur das Beste für die Heide zu erstreiten sucht und letzten Endes immer wieder um dieses Vorhaben gehindert, ja sogar mit schweren Strafen bedroht und belegt wurde, hält es für ratsamer, seine Gedanken über solche Probleme für sich zu behalten.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein besonders an das zweite Quartier adressierter Seitenhieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Beckers großer Rettungseinsatz für die Rostocker Heide drei Jahre zuvor, beim Besuch des französischen Gouverneurs Laval, auf der Suche nach Kriegsbeute, und seines Intendanten Bremont, hatte dem Forstinspektor zumindest die Hochachtung eines größeren Teils der Bürgerschaftsmitglieder eingebracht. Besonders die Mitglieder des ersten Quartiers achteten ihn angesichts seiner Erfahrung und der darauf begründeten fachlichen Kompetenz immer mehr. &lt;br /&gt;
:Becker spürte, das sich eine ständig größer werdende Zahl der Stadtvertreter (eben besonders aus dem 1. Quartier) seinen, in der Vergangenheit von den Bürgervertretern regelmäßig niedergeschlagenen Planungen, zu öffnen begannen. &lt;br /&gt;
:Zu guter Letzt erstritt sich Forstinspektor Becker Sitz und Stimme im Heidedepartement, in dem er zuvor nur Gastrecht hatte.&lt;br /&gt;
:So greift er seine früheren Vorschläge mit Diplomatie und schrittweise wieder auf: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;&amp;quot;Das Ziel einer guten Forstwirtschaft ist dahin gerichtet, den höchsten nachhaltigen Ertrag aus dem Walde zu erzielen. Der nachhaltige Ertrag aber ist der sich stets gleichbleibende Holzertrag eines Waldes.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Er warnt also vor Übernutzung und schlägt zunächst zwei seiner drei elementarsten früheren Vorschläge erneut vor: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1. Die Neuvermessung und Kartierung der Rostocker Waldungen (die Karten älterer Vermessungen waren inzwischen völlig unbrauchbar geworden) &lt;br /&gt;
::2. gleichzeitig mit der Neuvermessung eine arrondierte, mit genauen Grenzen versehene Einteilung der Waldung in 5 Reviere. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Den dritten, seiner Meinung nach wichtigsten Vorschlag, schon 1766 im Forstregulativ festgeschrieben, die Schaffung eines regelmäßigen Schneisen-Netzes in den Rostocker Waldungen umzusetzen, zögert er vorerst noch hinaus, da er diesbezüglich wiederum eine Ablehnung befürchtet. &lt;br /&gt;
:Hatte ihm doch der ungenehmigte Baubeginn der Schneise von Hinrichshagen nach Markgrafenheide im Jahre 1799 eine hohe (u.a. auch finanzielle) Disziplinarstrafe eingebracht und ihn fast seine Stellung gekostet. &lt;br /&gt;
:Hauptargument des zweiten Quartiers in diesem Punkt war immer, daß bei der nötigen Trassen-Durchhauung der Wege zu viel wertvolles Holz eingeschlagen werden müsse. Worauf Beckers Gegenargument war, daß allein die Holztransporte im unwegsamen Waldgelände mehr Holz vernichten, als beim Schneisenbau eingeschlagen werden muß.&lt;br /&gt;
:Besonders durch die Billigung des ersten Quartiers erlangt er nun im Hundertmänner-Gremium eine knappe Mehrheit von einer Stimme für seine anderen Vorschläge und kann mit deren Umsetzung beginnen. Bedingung ist zunächst aber noch, daß der Schneisenbau unterleibt.&lt;br /&gt;
:Im Zuge der daraufhin folgenden Neuvermessung der gesamten Rostocker Heide läßt Becker dennoch in Vorausschau heimlich ebenso folgende von ihm geplanten Schneisentrassen, getarnt als Festlegung der Reviergrenzen, mit einmessen und die Trassen abstecken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1. Von Wiethagen nach Meiershausstelle (die heutige Meiershausstellenschneise)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::2. Von Hinrichshagen nach Torfbrücke (die heutige Bäderstraße nach Graal-Müritz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::3. Vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die im Jahre 1804 durch Becker begonnene Schneisentrasse von Hinrichshagen nach Markgrafenheide war, trotz des damals gegen den Forstinspektor durchgeführten Disziplinarverfahrens, zwar unvollendet geblieben, flankierende Gräben und Wegebefestigung fehlten zum Beispiel, aber in ihren Grundzügen war die Schneise noch vorhanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das Becker am Ende nun auch den wichtigsten, dritten Punkt in Angriff nehmen und schließlich auch beenden kann, dankt er den Ereignissen während der französischen Besetzung in Warnemünde und Rostock. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Frühsommer des Jahres 1810 war die Franzosenherrschaft an der Ostseeküste so schwach, daß die Engländer kleinere Landungen wagten. &lt;br /&gt;
:Am 3.Juni war ein nach Russland bestimmtes, amerikanisches Schiff von einem in Warnemünde stationierten französischen Kaper aufgebracht worden. Als Reaktion landete eine englische Marineeinheit, eroberte Kaperschiff &#039;&#039;&#039;und&#039;&#039;&#039; Beuteschiff. Sie entführten sodann beide aus dem Hafen. Die schwache mecklenburgische Wachmannschaft hatte sofort nach der Landung der Briten die Flucht ergriffen. &lt;br /&gt;
:Dieses Ereignis veranlasste den französischen Marschall Eckmühl dazu, sofort stärkere, ausschließlich französische Truppen in Warnemünde zu stationieren. &lt;br /&gt;
:Damit einher ging sein Befehl an die Stadt Rostock, umgehend den Bau verschiedener Befestigungsanlagen in Warnemünde, wie auch das Militärbaracken-Lager im Barnsdorfer Wald, mit Baumaterial und Arbeitern abzusichern und den Bau umgehend sowohl zu finanzieren als auch zu bauen. &lt;br /&gt;
:Um die Befestigungsanlagen mit einer Redoute als Kern in Warnemünde in kurzer Zeit herzustellen, hatte die Stadt Erdarbeiter, Zimmerleute und andere Handwerker aller Art, sowie sämtliches Bauholz aus der Rostocker Heide zu stellen. &lt;br /&gt;
:Die Bürgerschaft war zunächst ratlos und unentschlossen. &lt;br /&gt;
:Am 7. September gibt das erste Quartier in der Beschluß-Findung dazu folgende Stellungnahme ab. „&#039;&#039;...ein außerordentlicher Holzhieb scheitert bereits daran, das nichts mehr zu entscheiden ist, außer, wie er praktisch ausgeübt werden kann. Besser ist, noch einmal den Forstinspektor Becker zu befragen und ihn ein Konzept fertigen zu lassen. ...“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Das zweite Quartier hat darauf resignierend nur noch zu erwidern, daß man den Holzeinschlag vorrangig in den Rövershäger Waldungen ausführen solle, da aus den damals ebenfalls im Rostocker Besitz befindlichen Willershäger Waldungen die Anfuhrkosten zu hoch seien. &lt;br /&gt;
:Die Entscheidung war damit gefallen und der Forstinspektor erhielt freie Hand. &lt;br /&gt;
:Noch in derselben Woche begannen alle seine Waldarbeiter innerhalb der bereits abgesteckten Trassen der zukünftigen Waldschneisen das gesamte für den Warnemünder Redouten-Bau benötigte Holz einzuschlagen und damit es sich auch leicht transportieren ließ, gleich einen guten Untergrund für die Fuhrwege auf der Trasse von Hinrichshagen nach Warnemünde herzurichten. &lt;br /&gt;
:So entstanden nach einander die Meiershausstellenschneise von Wiethagen nach Meiershausstelle, die Trasse der heutigen Bäderstraße als Forstweg von Hinrichshagen nach Torfbrücke, sowie die Schneise vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise). &lt;br /&gt;
:Der unfertige Landweg von Hinrichshagen nach Markgrafenheide bekam als Haupt-Transportweg zur Warnemünder Baustelle eine besondere Bedeutung und konnte 11 Jahre nach seinem Baubeginn, dem ursprünglichen Plan entsprechend, mit beidseitig parallel verlaufenden Grabensystemen zur Wasserregulierung und um künftig das Ausbrechen der Forstfuhrwerke in den Bestand zu verhindern, solide ausgeführt fertiggestellt werden. Er wurde damit auch zum Baumuster bei der Schaffung der weiteren folgenden geraden Waldschneisen.&lt;br /&gt;
:Für das Militärlager wurde zuvor der Barnsdorfer Wald eingeschlagen. Das hier geworbene Holz reichte jedoch bei Weitem nicht das Bauprojekt abzusichern.&lt;br /&gt;
:Für die Errichtung beider Militäranlagen (Barnstorfer Militärlager und Warnemünder Redoute) waren am Ende 1400 Holzfuhren erforderlich:&lt;br /&gt;
:Nach Abschluß der Bauarbeiten war selbst das bis dahin permanent opponierende zweite Quartier nunmehr von der Sinnhaftigkeit des entstandenen Wegenetzes überzeugt und machte dem Rat und der Forstverwaltung sogar Vorwürfe, warum man damit nicht schon früher begonnen habe. Eine Wende um 180 Grad.&lt;br /&gt;
:Der Bau der Warnemünder Redoute zog sich bis Februar 1812 hin. Nur vierzehn Monate später, nach Abmarsch der französischen Truppen gen Moskau, beschlossen die Hundertmänner am 12. April 1813 dann bereits wieder den Abriß der Redoute. &lt;br /&gt;
:Da sich die Umsetzung des Abrisses aber laufend verzögerte, landeten schließlich am  26. August rund 100 Engländer, schickten die Bürgerwache der Warnemünder nachhause  und „demolierten“ die Redoute. Am folgenden Tage beendeten sie ihr Zerstörungswerk endgültig und sprengten die Anlage. &lt;br /&gt;
:Zwei Wochen darauf besichtigte die Stadtverwaltung die Trümmerstätte und befand: „&#039;&#039;...daß die Redoute sich nicht mehr ähnlich war.&#039;&#039;“  &lt;br /&gt;
:Beckers nun errungene gut ausgebauten Waldschneisen dagegen haben bis in unsere Tage Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1808 bis 1812 - Die Auswirkungen der Kontinentalsperre in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1808, Am Anfang &lt;br /&gt;
:erfolgt eine Postenaufstellung französischer Truppen entlang der Küste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1808, 7.März ergeht ein Befehl Kaiser Napoleons, daß die fernere Bewachung der mecklenburgischen Küste durch die herzoglichen Truppen zu übernehmen sind. &lt;br /&gt;
:Dazu tritt am 24. März ein militärisches Regulativ über die Küstenbewachung in Kraft.&lt;br /&gt;
:Am 4. Juni 1808 fand die Ablösung der französischen Posten auf der ganzen Strecke statt, worauf die Franzosen nach Schwedisch-Pommern abzogen. Obwohl das Vertrauen in die Integrität der mecklenburgischen Tuppen sehr gering war, aber jeder verfügbare französische Soldat wurde für den Feldzug nach schwedisch Pommern gebraucht.&lt;br /&gt;
:Bei Eintritt des Winters bezogen die Strandwachen, soweit sie nicht feste Hütten hatten, Quartiere in den besetzten Heide-Dörfern. Die Posten wurden bei Tage dann etwas näher an die Küste vorgeschoben, hatten auch fleißig zu patrouillieren. Überdies beritten Husaren, die fast allen Kommandos zugeteilt waren, die Küste. &lt;br /&gt;
:1810 überließ man französischerseits bei den schärferen Einfuhrbestimmungen die Bewachung der Küste nicht mehr allein dem mecklenburgischen Militär, zumal dieses sich bei der Abwehr englischer Landungen als wenig erfolgreich gezeigt hatte. &lt;br /&gt;
:Am 28.März wurden die Wachen wieder durch die Franzosen besetzt. Die Oberleitung lag fortan in der Hand des Obersten v. Fallois, desselben Offiziers, der später das mecklenburgische Kontingent nach Rußland in den Tod führte. &lt;br /&gt;
:Entlang der Heideküste stationierte man ein Detachement französischer Soldaten. &lt;br /&gt;
:In Forstinspektor Beckers Tagebuch ist dazu festgehalten: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Die Seeküste war stark mit Mannschaft besetzt. Zu Markgrafenheide war ein Posten in der Fischerbude von 8 Franzosen, bei den Cossaten 4 Douanen 1 Douanen-Lieutenant beim Holzwärter Wramp. Auf der Torfbrücke beim Holzwärter Peters lagen 1 Lieutenant und 7 Douanen. ... Überall wohin man sahe waren Niedergeschlagenheit, Mangel und Noth sichtbar. Ein jeder mußte sich aufs äußerste einschränken. Bei alle dem waren die Einquartierungen sehr kostbar, weil die französischen Soldaten täglich frisches Fleisch, Fleischsuppen, auch wohl Weißbrod haben mußten. Die Officiers wurden wegen Theurung des Weines doppelt kostbar. ...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:In den drei Fischerhütten (Markgrafenheide, Rosenort, Wiedort) wurden Posten besetzt. Vor jedem Posten errichtete man eine Alarmstange mit Teertonne, um sie im Alarmierungsfall entzünden zu können.&lt;br /&gt;
:Die Franzosen stellten ihre Posten an der Küste aus, als wenn die Mecklenburger nicht vorhanden wären; erst als ihnen die starke Inanspruchnahme der Truppen selbst lästig wurde, ward am 22. November auf Vorschlag des Brigadegenerals d&#039;Alton ein gemeinsamer Dienst eingerichtet und die Zahl der Truppen entsprechend verringert, &lt;br /&gt;
:Eine starke Kette französischer Douanen vervollständigte die Sicherungsanstalten. &lt;br /&gt;
:Am 28. November leuchteten bei einer Probeanzündung die Alarmstangen, vom Fischland bis Markgrafenheide durch die Nacht.&lt;br /&gt;
:Als im Oktober 1812 die Nachricht von dem Brande Moskaus nach Mecklenburg durchsickerte, ergriff die Truppen der Küstenwachtposten entlang der Küste von Dietrichshagen bis zur Stromgrabenmündung schon eine merkliche Unruhe. Man fürchtete täglich die Landung der Engländer. &lt;br /&gt;
:Aber die befürchtete Landung blieb aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1813 Beckers Organisation des Landsturms====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 11.November 1813 erhält Forstinspektor Becker vom Rostocker Gewett folgende befehlsförmige Anweisung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;&#039;&#039;Dem Forstinspec. Becker wird hierdurch commitieret zur Sicherheit der Seeküsten von der Torf Brücke bis nach Markgrafenheide und von da bis Warnemünde bei nächtlicher Zeit durch den Landsturm aus der Heide Güthern patrollieren zu laßen.&lt;br /&gt;
:11.Novbr.  Gewett ( Unterschrift)&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:(AHR 1.1.1. Forstverwaltung Nr. 539)&lt;br /&gt;
* [[Beckers Organisation des Landsturms 1813]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1821 Die Abschaffung der Viehweide===&lt;br /&gt;
====Die Viehweide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker führt in den von ihm selbst herausgegebenen &amp;quot;Beiträgen zu den Staatswissenschaften&amp;quot; 1792 in seinem Beitrag &amp;quot;Von der Holzweide&amp;quot; folgendes aus: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&amp;quot;&#039;&#039;Wo Holz wachsen soll, muß kein Vieh kommen und wo Vieh kommen muß, lasse man die Holzkultur nach. Wie kann ein Landmann für die Viehweide sein,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:so führt Becker weiter aus, &#039;&#039;&amp;quot;würde er entsetzt sein, falls das Vieh in seinen Kornfeldern verheerend wüsten würde. Wir aber glauben richtig zu handeln, wenn wir das Holz vom Vieh fressen, zertreten und verstümmeln lassen. Nicht nur das Holz unmittelbar ruiniert, sondern der Schaden erstreckt sich weiterhin:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;1. Verderben der Waldwege&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;2. Zertreten der Gräben. Wie notwendig es ist die Gräben offen zu halten, um nutbringende Holzzucht betreiben zu können, findet ihr Beispiel in der Landwirtschaft&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;3. Die Notwendigkeit der Einzäunung der Kulturen, das heißt erhöhter Mittelverbrauch.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Erkennen dieser Nachteile ist das Bemühen Beckers zu suchen, die Rostocker Heide so schnell wie möglich von der Viehweide zu befreien. &lt;br /&gt;
:Die ganze Heide war seit alters her in Weidedistrikte eingeteilt und die Direktorialvermessung hatte nicht nur die Festsetzung der Hufensteuer zur Folge, sondern gleicheitig die Ermittlung des Holz- und des Holz&#039;&#039;&#039;weide&#039;&#039;&#039;wertes zum Ziele.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1790 ist dokumentiert, das in der Rostocker Heide über 800 Kühe und Pferde, zahllose Schweineherden und 2800 Schafe weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von der Holzweide&amp;quot; 1799]] Hermann Friedrich Becker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Beitrag von Forstinspektor Becker über die Notwendigkeit der Abschaffung der Viehweide von 1804]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von der „Rövershäger Schweineordnung“ 1819 zum Verbot der Waldweide 1821====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die langjährigen Bemühungen des Forstinspektors Becker nach Abschaffung der Waldweide, die im Interesse einer ungehinderten Aufforstung unumgänglich wurde, trafen auf wenig Gegenliebe bei den Pächtern und Einliegern der Heidedörfer und Teilen der Rostocker Bürgerschaft.&lt;br /&gt;
:Die Bewohner der Dörfer hatten stets den Standortvorteil des nahe gelegenen Waldes genutzt. Insbesondere die Schweine zur Eichelmast in die Waldungen zu treiben. &lt;br /&gt;
:Ein zusätzlicher Konflikt bahnte sich 1819 an, als auf Betreiben des Forstinspektors auf einer Sitzung des städtischen Heidedepartements am 10. April 1819 folgender Beschluß gefaßt wurde:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;„Da durch das freie Umherlaufen der Schweine in den Dörfern der Rostocker Heide manche Unordnung entstanden, auch Zäune und Gräben beschädigt worden, so wird zur Abstellung solchen Unfugs für die Zukunft hierdurch verordnet und festgesetzt:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;1. Es darf kein Einwohner der Heideortschaften seine Schweine im Ort frei umherlaufen lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;2. Für ein jedes dennoch betroffene und eingefangene Schwein hat der Eigenthümer desselben neben dem Ersatz der Futterkosten und des etwa veranlaßten Schadens ein Pfandgeld von 4 Schillingen zu erlegen, dessen eine Hälfte an den zum Pfänder angenommenen Armenvoigt Peters, zur anderen Hälfte an die Rövershäger  Armenkasse abgegeben werden soll.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;Dieser von den städtischen Behörden auch als „Schweineordnung“ bezeichnete Beschluß scheint aber zunächst kaum befolgt worden zu  sein, denn nach zweieinhalb Jahren sah sich Becker am 15. November 1821 zu folgender erneuter Klage und Aufforderung zu verschärften Maßnahmen veranlaßt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Da die hiesigen Hausleute ihre Schweine, die während der Herbst- und Winterzeit nicht mehr von der Hufe gehen, frei im Dorf herumlaufen lassen, und dadurch nicht nur die Gräben, welche die Stadt mit beträchtlichen Kosten hat aufziehen lassen,  nachgewühlet, die angepflanzten Bäume, Zäune und Befriedungen niedergeworfen und Saaten und Weiden leiden, so kann ich nicht umhin , diesen Unfug anzuzeigen und darum zu bitten, dem Schulzen aufzugeben, diesem Unfug ein Ende zu bereiten und den Hausleuten bei namhafter Strafe anzudeuten, ihre Schweine ohne Hirten nicht von ihren Hofställen zu lassen.“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Die Behörden in Rostock reagierten relativ rasch und bestellten zum 27. November 1821 den Rövershäger Schulzen Hoff nach Rostock. Laut überliefertem Protokoll der vom Rostocker Senator Steinbeck geleiteten Unterredung glaubte Hoff, &#039;&#039;„Daß dem Übel abgeholfen werden könne, wenn jedem Hausmann soviel Material zu Pfählen und Buschwerk verabreicht werde, als zur Umzäunung eines Schweinehofes nötig sei.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Dieser Vorschlag wurde jedoch strikt mit dem Hinweis abgelehnt, „daß wenigstens jetzt auf eine vermehrte Holzverabreichung nicht zu rechnen sei, und somit ein jeder schuldig sei, seine Schweine ohne dies in freier Hofwehr zu halten und es jedem selbst überlassen bleiben müsse, Mittel aufzufinden, wie dieses nach den Verhältnissen seines Hofes geschehen könne.“&lt;br /&gt;
:Der Dorfschulze wurde in die Pflicht genommen, allen Einwohnern in Rövershagen bekannt zu machen , „&#039;&#039;daß der Besitzer eines jeden außerhalb der Hofwehr gefundenen Schweins eine Strafe von 16 Schillingen genommen werden sollte.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1821 errang Becker mit Hilfe einiger Juristen der Universität Rostock einen Sieg, die verbrieften Rechte mit Erfolg anzugreifen und die Waldweideberechtigungen restlos abzulösen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nicht zuletzt diesem, am Ende erfolgreichen, Kampf verdanken wir die heute sichtbaren schönen Waldbilder in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1828 Bildung der Eichendeputation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Als dritte forstwirtschaftliche Behörde wurde 1828 eine spezielle Eichendeputation gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nachfolgend zu dessen Entstehung und Arbeitsweise ein Auszug aus der Heidechronik von Hermann Friedrich Becker:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Die Eichen-Deputation 1828&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;In neuern Zeiten hatte man sich endlich davor überzeugt, daß es zweckmäßiger sey, die abgängigen Eichen der Stadtwaldungen stärker zu benutzen und die seltenen Stücke ihrem Zwecke gemäß zu verwenden. Um die beiden bestehenden Forst–Collegia aber nicht zu sehr zu belästigen, wurde von E. E. Rath und E. Bürgerschaft eine eigene Deputation ernannt, die diesen Zweig des Forstwesens speciell betreiben solle. Diese Eichen–Deputation ward durch ein Decret vom &#039;&#039;&#039;30. Juni 1828&#039;&#039;&#039;  gegründet. Sie wählten sich einen eigenen Kunstverständigen in der Persohn des Bauschreibers und ehemaligen Tischlers Seerius, einem Mannes dem Kenntniße in der Zerlegung des Holzes so wenig abgesprochen als eigentliche Forstkenntniße zugesprochen werden konnten, und der durch Gebrauch zweyer Maßstäbe und Einführung einer umständlichen Berechnung das Geschäft nicht wenig erschwerte. Die Eichen – Deputation fand es räthlich das Eichenholz zum Theil nach Rheinländischem Maaß zu meßen und zu berechnen. Sie hatte zu dem Zweck Tabellen berechnen laßen. Es war aber darin das Verhältnis des Rostocker Maaßes zum rheinländischen verfehlt, weil der Berechner mit Kruse und Gerhard angenommen hatte, es verhalte sich das Rheinische zum Rostocker wie 12 : 13.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;In einer Eingabe vom &#039;&#039;&#039;19. Apr. 1829&#039;&#039;&#039; behauptete der Forstinspector mit Westphal, es verhalte sich wie 11 : 12. Zur Entscheidung dieser Differenz ward ein genaues Rheinländisches Maaß aus Leipzig verschrieben, und hiermit die alte Normal – Eiserne Elle die auf dem Rathause zur Gerichtlichen Entscheidung aufbewahrt wird, genau verglichen. Es fand sich, daß 24 Zoll Rostocker Maaß genau 22 rheinländische machen, mithin 12 Rostocker Maaß genau 11 Rheinländischen gleich sind. Dies Verhältnis ward in der Folge zum Grunde gelegt. Es entstanden jedoch durch Verwechslungen und der Gebrauch zweier Maaße wiederholt Differenzen, bis das Rostocker Maaß wieder seinen Platz einnahm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Eichen-Deputation bestand fünf Jahre und betrieb ihre Bewirtschaftung der Eichen sowohl in der Rostocker Heide als auch im Willershäger Walde.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1831 Forstinspektor Beckers Vorschlag zum Bau einer Chaussee von Rostock nach Ribnitz===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Ueber die Anlegung eines festen Weges von Rostock nach Ribnitz&amp;quot; H.F.Becker Freim. Abendblatt 21. Januar 1831]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Köhlerhütte in der Rostocker Heide (Friedrich Lesenberg um 1820).jpg|250px|thumb|right|RH Köhlerhütte in der Rostocker Heide (Friedrich Lesenberg um 1820)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1833 Die Gründung des Forstdepartementes läutet eine neue Ära in der Rostocker Forstwirtschaft ein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Juni 1833 erfolgte mit der Bildung des Forstdepartementes die notwendige administrative Zentralisierung.&lt;br /&gt;
:Das neu gebildete Forstdepartement, dem weiterhin die Forstinspektion Rövershagen unterstand, setzte sich aus zwei bis drei Ratsherren und mehreren bürgerlichen Deputierten zusammen.&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker hatte während seiner Amtszeit häufig auf die Notwendigkeit einer Reorganisation der Forstwirtschaft aufmerksam gemacht. Er ließ nichts unversucht, die Stadtväter von der Güte einer planvollen, nachhaltigen Wirtschaft zu überzeugen und bat selbst Fachleute um ihr Werturteil, nachdem man ihm selbst nicht den rechten Glauben schenken wollte. &lt;br /&gt;
:Große Verdienste hat sich dabei Oberförster Garthe aus Remplin erworben. Garthe besuchte ab 1833 wiederholt die Rostocker Heide um mit Becker grundlegende Wirtschaftsrichtlinien auszuarbeiten, die vor allem aber den Anstoß zur Bildung einer neuen Forstbehörde, dem &amp;quot;Forstdepartement&amp;quot;, an Stelle des 1768 gegründeten Heidedepartements, geben sollten. &lt;br /&gt;
;So war 1833 endlich der Zeitpunkt gekommen, eine straff organisierte Forstwirtschaft einzuführen, die in vielem bis in unsere Zeit Gültigkeit behalten sollte.&lt;br /&gt;
Die Gündung des Forstdepartements erfolgte am 20.7.1833.&lt;br /&gt;
Das überlieferte Sitztungsprotokoll der Ratsversammlung enthält folgendes:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Zur Beratung steht die Einführung einer verbesserten, rationellen Forstwirtschaft in den Stadtwaldungen nach Vorschlägen von Becker und Garthe. ...&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Verbesserung der Kulturtätigkeit und Nutzung sind durchzuführen:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;1. Genaue Begrenzung und Kartierung der Waldfläche, d.h. der demnächst zu taxiernden Bestände&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;2. Einrichtung der 5 Reviere, ausser Willershagen&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;3. Einsetzen der erforderlichen Beamten: Jäger, Holzwärter, Baumwärter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;4. Erweiterung des Schneisennetzes.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;5. Bau von weiteren Abzugsgräben, Brücken und Abfuhrplätzen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;6. Räumung der Räumden und Kultur mit standortsgemäßen Holzarten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;7. Abschätzung aller Holzbestände nach Cubikfuß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;8. Aufstellen von jährlichen Hiebsplänen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;9. Maßnahmen zur Förderung des Holzabsatzes.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;10. Unabweichliches Festhalten und Durchführung des einmal angeordneten Wirtschaftsplans.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;11. Gründung der Rechnungsführung auf Cubikfuß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;12. Ordnung der Nebennutzungen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;13. Abschuß des Wildes&lt;br /&gt;
...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren sollten diese Maßnahmen abgeschlossen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beschlußfassung konzentrierte sich auf folgende Punkte: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;a) Garthe soll bei der Neueinrichtung die Oberleitung ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;b) Das Forstdepartement fungiert stets als Inspektions-Instanz. Alle forstlichen Maßnahmen müssen vor der Ausführung von dieser Behörde durch Beschluß genehmigt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;c) An den Rat und an die Bürgerschaft müssen alle Anträge gerichtet werden, die große finanzielle Mittel erfordern, oder Vorschläge zur Abänderung der Waldgrenze, Neueinstellung von Forstofficianten, Errichtung neuer Gebäude pp. enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;d) Die zur Regulierung erforderlichen Mittel soll der Wald möglichst allein aufbringen.&#039;&#039;(!!)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;e) Garthe soll einen Kostenanschlag für das erste Wirtschaftsjahr entwerfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;f) Alle Ausgaben sind zu verbuchen und vierteljährlich an den Rat und die Bürgerschaft einzureichen.&#039;&#039;(was vorher nicht zu geschehen brauchte. W.S.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Forstinspektor Becker beschreibt in der Heidechronik die Gründung des Forstdepartementes:====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Die Gründung des Forstdepartementes 1833&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Da wurde die ganze dreyfache Forstdirection aufgehoben, die Willershäger Waldung mit der Heide vereinigt und es bildete sich durch ein Decret vom &#039;&#039;&#039;27. April 1833&#039;&#039;&#039; nun nur ein Collegium, benannt Forstdepartement. Um die löbl. Cämmerei für den Verlust der Willershäger Waldung zu entschädigen wurden die Land – Güter Oberhagen, Mittelhagen, Niederhagen und Stuthof, welche bisher unter dem Heidedepartement gestanden und mit dem Walde stark verwebt sind von dem Forst abgerißen und der 1.Cämmerei untergeordnet. Es dirigirt also seit Johannis &#039;&#039;&#039;1833&#039;&#039;&#039; über die Stadt – Forsten nur ein Forstdepartement, unter dem Präsidio des Herrn Doctors und Senators Bencard und den Beisitzern Herrn Senator Janinsky, Herrn J. Brockelmann, Herrn G. Prange, Herrn G. Möller und Herrn J. Hoppe.&lt;br /&gt;
:Dieses Departement erregt sowohl durch seinen Patrialismus ([[sic.]] &#039;&#039;meint wohl &amp;quot;Patriotismus&amp;quot; ?)&#039;&#039; als auch durch die Harmonie der ganzen Stadtdirection unter Leitung des Herrn Bürgermeister Dr. J.F.G. Brandenburg, F.H. Hülsenbek und Dr. D.L.E. Karsten, die gerechte Erwartungen daß das so lange ersehnte Ziel, den Stadtwaldungen eine zweckmäßige und den jetzigen Fortschritten der Forstwißenschaft angemeßene Einrichtung zu geben, werde erreicht werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erste abgeschlossene Forsteinrichtung der Rostocker Heide durch Hermann Friedrich Becker, Julius Ludwig Garthe und Georg Garthe 1833 bis 1839===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Geschichte/Anekdote am Rande:====&lt;br /&gt;
:Im Februar 1833 beschloß die Rostocker Bürgerschaft die &amp;quot;Regulierung der Rostocker Waldungen&amp;quot;, also die Reform der Forstwirtschaft in ihren städtischen Waldungen. Angesichts ständiger Dissonanzen zwischen dem Forstinspector Hermann Friedrich Becker und besonders dem zweiten Quartier der Bürgerschaft &#039;&#039;(entspricht einer Fraktion mit 49% Stimmenanteil)&#039;&#039; , richtete diese Fraktion an Becker die Frage, ob er einen &amp;quot;Förster Görte&amp;quot; kenne. Ziel der Frage dieser Bürgerschaftsfraktion war es, einen auswärtigen, unbefangenen, hier bislang unbekannten Fachmann zu der Arbeit heranzuziehen, der vorab besonderes unbeeinflusst vom Forstinspektor Becker wäre. Becker antwortete wahrheitsgemäß das ihm kein Forstmann namens &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Görte&amp;quot;&#039;&#039;&#039; bekannt sei. Das er zu Julius Ludwig &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Garthe&amp;quot;&#039;&#039;&#039; bereits seit dessen Schulgründung in Remplin 1822 in Korrespondenz stand, verschwieg er dabei geflissentlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das &amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; erarbeitet und vorgelegt von Hermann Friedrich Becker und Julius Ludwig Garthe am 17.Juli 1833====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Vorbemerkung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fast alle einschlägigen Sekundärquellen, Dissertationen und Publikationen der Vergangenheit schreiben die Autorenschaft des &amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Georg Garthe und Hermann Friedrich Becker als Autoren zu. &lt;br /&gt;
:Jüngste Forschungen und der Fund der originalen Handschriften des Erachtens und eine Vielzahl weiterer Dokumente beweisen jedoch, das neben Hermann Friedrich Becker, Georgs Vater &#039;&#039;&#039;Julius Ludwig Garthe (Remplin)&#039;&#039;&#039; der federführende Autor war. &lt;br /&gt;
:Georg Garthe wurde dann erst ab Juni 1834, also im Jahr darauf, als Adjunkt &#039;&#039;(vorgesehener Amtsnachfolger)&#039;&#039; dem Forstinspektor Becker bei der Umsetzung des Regulativs beigeordnet und führte ab 1841, mit Beckers Pensionierung, beider Werk fort. &lt;br /&gt;
Was bei den beiden Teilen des Erachtens auffällt ist, das J.L. Garthe sich in seinem Teil mit der Bestandserfassung des Ist-Zustandes beschäftigt, während H.F.Becker in seinem zweiten Teil die Zukunftsstrategie der Forstwirtschaft in der Rostocker Heide entwickelt.&lt;br /&gt;
Dem Inhalt des zuvor gefassten Ratsbeschlußes gemäß hätte diese Aufgabenteilung genau umgekehrt sein müssen. Sie haben also einvernehmlich die ihnen zugedachten Arbeitsfelder getauscht. &lt;br /&gt;
;Von 1835 bis 1841 leiteten Hermann Friedrich Becker und Julius Ludwig Garthe die Geschicke der Rostocker Heide über den Zeitraum der Forsteinrichtung bis zu beider Pensionierung gemeinsam.&lt;br /&gt;
:(Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Zukunftskonzept der Forsteinrichtung 1833===&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; Teil 1====&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; Teil 1 von Julius Ludwig Garthe/ Remplin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; Teil 2====&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; Teil 2 von Hermann Friedrich Becker/Rövershagen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Abschlußberichte der Forsteinrichtung 1839 von Hermann Friedrich Becker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Versuche und Bemühungen, in den Stadt-Waldungen eine bessere Forstwirtschaft einzuführen&amp;quot;====&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Becker &amp;quot;Versuche und Bemühungen, in den Stadt-Waldungen eine bessere Forstwirtschaft einzuführen&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Wasser-Communikationen in und mit der Rostocker Heide&amp;quot;====&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Becker &amp;quot;Wasser-Communikationen in und mit der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Torfmööre in der Rostocker Heide&amp;quot;====&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Becker &amp;quot;Torfmööre in der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Entwicklung der Rostocker Forstwirtschaft unter dem Forstdepartement von 1833 bis zur Jahrhundertwende==&lt;br /&gt;
[[Datei:Revierkarte Rostocker Heide um 1860 Bahnlinie nachtraeglich eingefügt.jpg|thumb|300px|rechts|Der Hof-Steindrucker und Lithograph Johann Gottfried Tiedemann erhält um 1840 den Auftrag eine publizierbare und als generelle Wirtschaftskarte &amp;quot;Reviere der Rostocker Heide&amp;quot; nach der Forsteinrichtung von 1839, verwendbare Karte zu fertigen. Sie dient fortan für fast fünf Jahrzehnte bis zur nächsten aktualisierenden Vermessung um 1890 als Arbeitsgrundlage für die Forst- und Kommunalverwaltung. &lt;br /&gt;
Über diesen Zeitraum hinweg werden Aktualisierungen und Ergänzungen auf der Grundkarte übergedruckt. Hier zum Beispiel die 1889 eröffnete Bahnlinie Rostock - Ribnitz mit ihren Anlagen, rund ein halbes Jahrhundert nach Erscheinen der Karte. Während die Wald- und Kommunalstruktur darauf noch den Stand von 1840 repräsentiert.(Quelle:Heidearchiv Steinmüller) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===CHRONIK von den WALDUNGEN der STADT ROSTOCK - 1. Teil===&lt;br /&gt;
* [[CHRONIK von den WALDUNGEN der STADT ROSTOCK|Chronik von den Waldungen der Stadt Rostock  1. Teil von Hermann Friedrich Becker und Julius Ludwig Garthe 1839 geschrieben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Mehr über Hermann Friedrich Becker und sein Wirken====&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Hermann Friedrich Becker und sein Wirken|Hermann Friedrich Becker und sein Wirken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Mehr über Julius Ludwig Garthe und sein Wirken====&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Julius Ludwig Garthe und sein Wirken|Julius Ludwig Garthe und sein Wirken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Mehr über Georg Garthe und sein Wirken====&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Georg Garthe und sein Wirken|Georg Garthe und sein Wirken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Am Ende der großen Forsteinrichtung existierten ab 1834 folgende Reviere:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Revier Schnatermann]], &lt;br /&gt;
: [[Revier Torfbrücke]], &lt;br /&gt;
: [[Revier Hinrichshagen]], &lt;br /&gt;
: [[Revier Wiethagen]], &lt;br /&gt;
: [[Revier Meiershausstelle]] &lt;br /&gt;
: Revier Willershagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das zuvor noch existierende [[Revier Markgrafenheide]] wurde im Laufe der Forsteinrichtung auf die Reviere Schnatermann und Hinrichshagen aufgeteilt. Die Försterei Markgrafenheide bestand nun als Logistik-Zentrum für die vier Holzverladepätze ohne Revier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde noch das Revier Meiershausstelle eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Die Zarnowsche Vermessung im Rahmen der Forsteinrichtung zwischen 1834 und 1839===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der angefügten, von Tiedemann gedruckte Karte liegt die Hauptkarte der Zarnow-Vermessung zugrunde.&lt;br /&gt;
:Der Vermesser fertigte daneben jeweils noch eine Einzelkarte für jedes Revier und eine Vielzahl von Detailkarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die hier folgenden Karten entstammen der Bühringschen Vermessung aus dem Jahre 1908, die Reviergrenzen und das Schneisennetz darin entsprechen aber noch immer dem Entwicklungsstand von 1839, am Ende der Forsteinrichtung (nur die Bahnstrecke gab es natürlich noch nicht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schnatermann Hinrichshagen.jpg|Reviere Schnatermann und Hinrichshagen&lt;br /&gt;
Datei:Wiethagen Meiershausstelle.jpg|Reviere Wiethagen und Meiershausstelle&lt;br /&gt;
Torfbrücke.jpg|Revier Torfbrücke&lt;br /&gt;
Willershagen.jpg|Revier Willershagen&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide nach dem Ausscheiden des Forstinspektors Becker im Jahre 1841==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Noch in Bearbeitung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(QOe?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Amtszeit Georg Garthe 1841 -1866===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nachfolger von Hermann Friedrich Becker als Forstinspektor wurde 1841 dessen Schwiegersohn, Georg Garthe, ältester Sohn von Julius Ludwig Garthe (1805-1877). &lt;br /&gt;
:Er hatte zuvor eine komplette Einrichtung (Inventur und Planung) der Heide vorgelegt.&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Georg Garthe ließ Althölzer, insbesondere schlechtwüchsige Mischbestände, verjüngen und auf Blößen Kiefernkulturen anlegen. &lt;br /&gt;
:Die Buche wurde auf Grund der mangelhaften Qualität und ungenügender Verjüngungsfreundlichkeit oft durch Kiefer ersetzt. &lt;br /&gt;
:In eigens angelegten Pflanzgärten erprobte er veschiedene Möglichkeiten der Nachzucht mit Lärche, Weißtanne, Fichte (aus Russland), Buche, Weißerle und Ulme. :Georg Garthe leitete den städtischen Waldbesitz umsichtig und effektiv. Im Jahr &lt;br /&gt;
:1866 wurde er als Großherzoglicher Oberforsrat nach Schwerin berufen, wo er am Aufbau der mecklenburgischen Forstverwaltung maßgeblich beteiligt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Amtszeit von Julius Garthe (1866-1894)===&lt;br /&gt;
:der jüngere Bruder Georg Garthes, trat an seiner Stelle in das Forstinspektoren-Amt der Rostocker Heide und hatte es dann bis 1897 inne. Julius Garthe  war zuvor in der Klosterforstverwaltung Dobbertin tätig.Er ließ in Wiethagen ein Samenhaus errichten und gewann aus den Zapfen der besten Wertholzkiefern hochwertiges Saatgut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seit 1883 waren die gleichen Ratsherren sowohl für die Kämmerei als auch für das Forstdepartement zuständig. Das Forstdepartement ging 1912 in die zusammengefürte Kämmerei., Hospital- und Forstverwaltung ein, deren Zuständigkeiten wiederum das Kommunalwirtschaftsunternehmen im Jahr 1949 übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Der Forsthaushalt der Rostocker Heide in der Hansestadt Rostock, Haushaltsjahr 1870/1871====&lt;br /&gt;
* [[Der Forsthaushalt der Rostocker Heide in der Hansestadt Rostock, Haushaltsjahr 1870/1871]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Die Folgen der Großen Sturmflut im November 1872 auf die Rostocker Heide ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Forstinspector Julius Garthe konstatiert nach der Flut, daß die Veränderungen in der Rostocker Heide so gravierend sind, daß eine neue Forsteinrichtung erforderlich geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===+ Das Gatter===&lt;br /&gt;
;in Bearbeitung (QOe2)&lt;br /&gt;
;1890 &lt;br /&gt;
:wird die Rostocker Heide eingegattert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1925&lt;br /&gt;
:Mit der Eröffnung der Bäderbahn von Graal nach Rövershagen werden die Gattertore in der Rostocker Heide beseitigt. Offensichtlich wird jedoch nicht, wie oft berichtet das Gatter beseitigt, sondern auf ca. ein Drittel der Ursprungsgröße verkleinert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Entwicklung von 1900 bis zur Verstaatlichung der Rostocker Heide 1951==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Amtszeit von Max Garthe jun. (1894-1915)===&lt;br /&gt;
:der Sohn von Julius Garthe, wurde 1896 sein Nachfolger. &lt;br /&gt;
:Er ließ 1906 eine Neuvermessung der Heide vornehmen. &lt;br /&gt;
:Er fiel 1915 im ersten Weltkrieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Die Vermessung der Rostocker Heide 1909/10 (Bühringsche Vermessung) in der Amtszeit von Max Garthe jun.====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Karte Bühring 1907.jpg|thumb|300px|rechts|Übersichtskarte der Reviere als eine der Karten auf der Grundlage der Bühringschen Vermessung 1909, im Jahre 1926 gefertigt (Quelle:UA/ Heidearchiv Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
* [[Zur Vorbereitung der Vermessung]] Rostocker Zeitung (RZ) 27.10.1909&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;(QOe p133f)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine weitere Zwischenrevision nach der Forsteinrichtung Julius Ludwig Garthes und Hermann Friedrich Beckers (1833-1839) im Jahre 1911===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Allgemeine Beschreibung der Rostocker Stadtforst]] &lt;br /&gt;
: Rövershagen und Marnitz im Juni 1911, M. Garthe, Forstinspektor und Ehlers, Oberförster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ludwig Krauses Wirken als Historiker und Heideforscher zwischen 1896 und 1924===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Nekrolog und Biographie Ludwig Krauses von Ernst Dragendorf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Amtszeit von Paul Garthe - 1914 bis 1918===&lt;br /&gt;
:Forstmeister Paul Garthe (ältester Sohn von Julius Garthe) besetzt für seinen in den Kriegsdienst eingezogenen jüngeren Bruder Max Garthe jun. interimsweise die Stelle des Forstinspectors für vier Jahre.&lt;br /&gt;
:Paul Garthes Grabstein befindet sich noch immer neben der Nord-West-Ecke des Rövershäger Kirchturms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charles Bencard als Forstinspektor ab 1918==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die Ausschreibung der Forstinspektoren-Stelle nach Max Garthes Tod 1916]] Quelle: Handbuch Rostocker Verordnungen 1912-1920 S. 165f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide nach dem ersten Weltkrieg==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in Bearbeitung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(Parchmann)&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Elsbeere 1941 Mecklenburg Heft 1.jpg|thumb|500px|rechts|Die Elsbeere in der Rostocker Heide 1941)]]&lt;br /&gt;
:Forstinspector Charles Bencard, als Enkel eines früheren Bürgermeisters der Stadt, hatte hier einen klangvollen Namen. Sich der Tradition seines Amtes bewußt, begann er, nach seinem Amtsantritt am 17. September 1918, sein Wirken im Jahre 1921 mit einer großen Zwischenrevision der Beckerschen und Gartheschen Waldwirtschaft. Er war zu jener Zeit einer der Vertreter der Möllerschen Dauerwald-Idee, die er hier umzusetzen versuchte.&lt;br /&gt;
: [[Alfred Möller]] und die [[Dauerwald-Idee]]&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1925 fiel auf Forstinspector Bencards Veranlassung am Hinrichshäger Krug der letzte Heideschlagbaum und das, den größten Teil der Heidefläche umfassende, Gatter.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Das Handwerkszeug des Forstmanne in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts===&lt;br /&gt;
* [[WIGÖWI-Katalog über Werkzeuge, Maschinen und Messgeräte in der Forstwirtschaft 1936]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Das Reichstreffen des Verbandes Deutscher Forstwirte 1926===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rostocker Heide in der Zeit des Dritten Reiches und unmittelbar nach Ende des Krieges bis 1951==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Bencard weigerte sich standhaft der NSDAP beizutreten. Darufhin wurde er 1942 schließlich zwangspensioniert und umgehend darauf &amp;quot;dienstverpflichtet&amp;quot; wieder auf seinen Posten gesetzt, mit dem Unterschied, nun einem Befehlssystem unterstellt zu sein, da man auf seinen forstlichen Sachverstand nicht verzichten konnte.&lt;br /&gt;
:Während der Kriegsjahre wurden in der Rostocker Heide zahlreiche Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter als Arbeitskräfte eingesetzt. Am 2.November 1939 trafen die ersten 30 polnischen Kriegsgefangenen ein, die zu Forstarbeiten herangezogen wurden. Als Gefangenenlager diente zunächst das Samenhaus in Wiethagen. Ab Sommer 1940 wurde zusätzlich der Tanzsaal des Rövershäger Kruges als Gefangenenlager eingerichtet, nachdem sich mit dem Eintreffen von etwa 40 französischen Kriegsgefangenen die Gesamtzahl auf 70 erhöht hatte. Ab 1942 wurden in der Rostocker Heide auch eine größere Anzahl sowjetischer Kriegsgefangener sowie polnischer, ukrainischer und russischer Zwangsarbeiter zu Arbeiten in der Forstwirtschaft  eingesetzt. Als ein weiteres Lager, in dem zeitweise mehr als 100 Kriegsgefangene untergebracht wurden, diente das Holzmagazin in Wiethagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Aus einer im Jahr 1943 von Forstinspektor Charles Bencard vorgenommenen Aufstellung von vollbeschäftigten Forstarbeitern im Bereich der Rostocker Heide geht hervor, dass deren Zahl aufgrund von Einberufungen zur Wehrmacht zwischen 1939 und 1943 von ursprünglich 58 auf 28 zurückgegangen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Während des Zweiten Weltkrieges versuchte Bencard den Wald vor Schaden durch überhöhte Nutzung zu bewahren.&lt;br /&gt;
:Er musste dennoch hilflos mit ansehen, wie in den ersten Nachkriegsjahren 700 Hektar Wald Reparations- und Brennholzhieben zum Opfer fielen.&lt;br /&gt;
:Dr. Otto Kolp beschreibt den großen Verdienst Bencards bei den Aufforstungen: &amp;quot;nach 33jährigem Wirken für die Heide hatte Oberforstmeister Bencard 1951 (...) die Wiederaufforstung bis auf 90 Hektar ausgeführt melden können.&amp;quot; Das Außmaß dieser Aufforstungen lässt sich mit den großen Leistungen des Forstinspektors H.F.Becker vergleichen.&lt;br /&gt;
:Charles Bencards Tätigkeit endete 1951 mit der Verstaatlichung der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Begebenheit am Ende des Krieges===&lt;br /&gt;
:Hilde N. aus Rövershagen erinnert sich an die Zeit gegen Ende des Krieges und ein Erlebnis mit Forstinspektor Bencard.&lt;br /&gt;
:Auf ihrem Schulweg begegnete sie dem Forstmann und hob, wie gerade gelernt, die Hand zum Hitlergruß.&lt;br /&gt;
:Bencards Reaktion darauf: &amp;quot;Deern, de Hand lot man lever runner.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eine Bemerkung die in jener Zeit sogar das Leben kosten konnte.&lt;br /&gt;
:Auch den Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern in der Heide versuchte er das Los zu erleichtern, wo immer sich dazu Gelegenheit bot.&lt;br /&gt;
:Am Tage des Kriegsendes in der Heide, in den ersten Maitagen des Jahres 1945, sorgten die nun wieder freigekommenen polnischen Zwangsarbeiter dafür, daß dem Forstinspektor Bencard und seiner Familie kein Haar gekrümmt wurde.&lt;br /&gt;
:Die meisten anderen Heideförster, so weit sie keinen Selbstmord begannen hatten, verschwanden sehr bald im Lager Fünfeichen bei Neubrandenburg. &lt;br /&gt;
:Für viele ein Weg ohne Wiederkehr.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar nach Ende des Krieges nahm die Stadtverwaltung ihren verdienstvollen Forstmann wieder in Dienst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==CHRONIK von den WALDUNGEN der STADT ROSTOCK 2.Teil von Charles Bencard==&lt;br /&gt;
* [[CHRONIK von den WALDUNGEN der STADT ROSTOCK 2.|Chronik von den Waldungen der Stadt Rostock 2. Teil von &#039;&#039;&#039;Charles Bencard&#039;&#039;&#039; ab 1924 geschrieben (Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide zwischen erstem Weltkrieg und der Verstaatlichung der Rostocker Heide 1952)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Nutzungseinschnitte 1945ff Zeichnung Otto Kolp 1953.jpg|thumb|rechts|550px|RH Nutzungseinschnitte in der Rostocker Heide zwischen 1945 und 1951 Zeichnung Otto Kolp 1953)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Charles Bencards Fazit vier Tage nach Kriegsende===&lt;br /&gt;
* [[Charles Bencards Fazit vier Tage nach Kriegsende]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Notiz von Charles Bencard am 4.August 1945===&lt;br /&gt;
* [[Notiz von Charles Bencard am 4.August 1945]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Charles Bencards Abschlußfazit zur Amtsübergabe während der Überführung der Rostocker Heide in Volkseigentum 1951===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Notiz von Charles Bencard - sein Abschlußfazit zur Amtsübergabe während der Überführung der Rostocker Heide in Volkseigentum 1951]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mehr über Charles Bencard und sein Wirken===&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Charles Bencard und sein Wirken|Charles Bencard und sein Wirken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschichten in der Geschichte der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
* [[Geschichten in der Geschichte der Rostocker Heide: Charles Bencard &#039;&#039;&#039;Nachkriegsepisode&#039;&#039;&#039;|Charles Bencard &#039;&#039;&#039;Nachkriegsepisode&#039;&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Nachkriegssituation der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
====Die Reparationseinschläge====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am 25.Juni 1947 Berichtet Rostocks Bürgermeister Walter Petschow über die wirtschaftlichen Probleme der Hansestadt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wenn wir in der Form, wie im letzten Winter, dort Holz einschlagen, wird in spätestens drei Jahren der gesamte Bestand abgeholzt sein, da an Aufforstung gar nichtzu denken ist.&lt;br /&gt;
:Die Gefahr, die sich hierin birgt, liegt in erster Linie in dem dann auftretenden Mangel an Nutzholz für den Wiederaufbau der Stadt und ferner in der Auswirkung auf unser Klima&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:der größte Teil des Holzes aus der Rostocker Heide war für Reparationsleistungen bestimmt.&lt;br /&gt;
:Für gewerbliche Zwecke reiche, so Petchow, der vorhandene Fuhrpark kaum aus und der Bevölkerung bliebe in der Heide nur die &amp;quot;Selbstwerbung&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:In einem Situationsbericht über die Entwicklung Rostocks 1946/47 stellte Petschow fest, dass in einem Jahr 15.000 Festmeter Nutz- und Brennholz aus der Heide gewonnen worden seien. Damit sei der normale Hiebsatz um das siebenfache überschritten worden. Da in den Statistiken des Hafens das in Rostock und Warnemüde verschiffte Holz meist im Sammelbegriff &amp;quot;Reparationsgüter&amp;quot; verborgen ist, lassen sich genaue Angaben über die Holzausfuhr nicht machen.&lt;br /&gt;
:Für 1950 werden fast 64.000 Tonnen Holz aufgeführt, das überwiegend in Warnemünde verladen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Überprüfung des Forstpersonals 1949===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Überprüfung des Forstpersonals 1949]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Küstenschutz in der Rostocker Heide in der DDR==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jochen Bencard 1999 zum Küstenschutz vor der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
* [[Jochen Bencard 1999 zum Küstenschutz vor der Rostocker Heide|Jochen Bencard 1999 zum Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jochen Bencard und sein Wirken für den Küstenschutz insbesondere an der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
* [[Jochen Bencard und sein Wirken für den Küstenschutz insbesondere an der Rostocker Heide|sein Wirken für den Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==3. Teil der CHRONIK DER ROSTOCKER HEIDE (1952 - 1992) - Die Forstwirtschaft in der verstaatlichten Rostocker Heide zwischen Staatlichem Forstwirtschaftsbetrieb und Militärforstwirtschaftsbetrieb bis zur Rückführung in Kommunaleigentum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der &amp;quot;Heidestammtisch&amp;quot; und die Fortsetzung der Heidechronik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von 1992 bis 2002 trafen sich in wechselnder Besetzung insgesamt 15 meist schon pensionierte Forstmänner die von 1952 bis 1992 die Forstwirtschaft und das Jagdwesen in der Rostocker Heide wesentlich mit geprägt haben. &lt;br /&gt;
:Dieser &amp;quot;Heidestammtisch&amp;quot; traf sich regulär einmal im Quartal und in der Hoch-Zeit seiner Tätigkeit alle 6-8 Wochen um mit verteilter thematischer Zuständigkeit die Forstgeschichte der Rostocker Heide zusammenzutragen, aufzuarbeiten, Erinnerungen zu tauschen und am Ende in gemütlicher Runde den Kontakt mit einander zu pflegen.&lt;br /&gt;
:Im Ergebnis zehnjähriger Arbeit ist so ein Manuskript zur Forstgeschichte der Heide das den Zeitraum von 1952, also unmittelbar anschließend an die Aufzeichnungen des Forstmeisters Charles Bencard, bis zur Wiedergründung der kommunalen Forstverwaltung 1992 umfasst, entstanden, das hier nachfolgend zur Veröffentlichung steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Da ab 1952 die Eigentums-, Verwaltungs- und Wirtschaftsräume auf Grund der Verstaatlichung des gesamten Waldgebietes einer vollständigen Veränderung unterlagen &#039;&#039;&#039;umfasst diese Arbeit die gesamte Nordöstliche Heide Mecklenburgs (im einzelnen die Rostocker Heide, Gelbensander Forst, Ribnitzer Heide, Alte Heide).&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forstliche Chronik der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs für die Jahre 1952 - 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ [[Forstliche Chronik der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs für die Jahre 1952 - 1990|Forstliche Chronik 1952 - 1990]]&lt;br /&gt;
:von der Autorengruppe des &amp;quot;Heidestammtisches&amp;quot; 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ [[&amp;quot;Gesperrte Wälder&amp;quot; Karl-Ernst Preuße / Gotehard Gertler 2006]]&lt;br /&gt;
; Buch über die Geschichte des Militärforstwirtschaftsbetriebes im Bezirk Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Das Grenzregime der DDR in der Rostocker Heide ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===+ Militär in der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gesperrte Wälder und Friesecke einpflegen&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gerade in Bearbeitung !!!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ein wesentliches Kapitel in der Geschichte der Rostocker Heide nach 1945 nimmt die militärische Nutzung ein. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges ging die Heide den Rostockern zunehmend verloren. Russisches Militär benspruchte erstmals 1946 bis 1948 Waldgebiete in der Heide als Übungsplätze. Die als Reparationshiebe ausgeführten Kahlschläge erreichten insgesamt eine Größe von fast 700 Hektar und wurden danach kurzfristig als Panzerschießplätze genutzt. Bis 1952 konnte der letzte städtische Oberforstmeister Charles Bencard diese Kahlflächen wieder aufforsten. &lt;br /&gt;
[[Datei:NNN 24 3 1990.jpg|thumb|200px|rechts|Am 1.Mai 1990 endet die militärische Nutzung des westlichen Teils der Rostocker Heide))]]&lt;br /&gt;
:Ab Ende der fünfziger Jahre zogen Militäreinheiten der DDR in die Rostocker Heide und es erfolgte im Wald ein bisher nicht gekannter Ausbau militärischer Anlagen. Auf den erneuten Kahlschlägen entstanden Kasernen, Raketenstellungen, Bunker, Depots, Sicherungsanlagen und großflächige Schießplätze, verbunden mit riesigen Sperrzonen.  &lt;br /&gt;
:Im Jahr 1989 waren mehr als 50% des Kommunalwaldes militärisches Sperrgebiet für insgesamt sechs Standorte.&lt;br /&gt;
:-Marineschießplatz Rosenort&lt;br /&gt;
:-Luftabwehr-Raketenstellung bei Hinrichshagen&lt;br /&gt;
:-Schießplatz Hinrichshagen (motorisierte Schützen und Panzer)&lt;br /&gt;
:-Schießplatz Wiethagen (Artillerie)&lt;br /&gt;
:-Luftabwehrstütpunkt Hinrichshagen (Kaserne, Dienstgebäude und Bunkeranlage)&lt;br /&gt;
:-Küstenraketenregiment Schwarzenpfost (Kasernen, Wartungs- und Bunkeranlagen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch die zentrale Lage dieser Sperrgebiete inmitten der Heide und bis an die Küste war der Rostocker Wald seinen eigentlichen Besitzern nur noch in den Außenbereichen zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:1. Mai - Das militärische Sperrgebiet in der Rostocker Heide wird aufgehoben. Es verbleibt für eine Restzeit nur ein Infanterieschießplatz für Handfeuerwaffen bei Wiethagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1999&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;31.12. - Am Silvestertag der Jahrtausendwende fällt der letzte militärische Schuß auf dem verbliebenen Schießplatz, dessen Betrieb damit endet.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;Zur Jahrtausendwende ist die gesamte Rostocker Heide frei von Militär.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=+ Die Rostocker Heide nach der deutschen Wiedervereinigung=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide in der Interimszeit zwischen dem Ende der DDR 1990 und der Wiedergründung des Stadtforstamtes 1992==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Zeit von 1990 bis 1992 war insbesondere durch die mit großem Nachdruck geführten Maßnahmen der Rostocker Bürgerschaft zur Rückführung der Rostocker Heide in den ursprünglichen kommunalen Besitz geprägt.&lt;br /&gt;
; + Rede Christian Kähler einpflegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in Bearbeitung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Gründung des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommerns im &amp;quot;Bund Deutscher Forstwirte&amp;quot; unter maßgeblicher Beteiligung der Heideförster==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Dokumente zur Gründung des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern im &amp;quot;Bund Deutscher Forstwirte&amp;quot; im April 1990]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1990-1991 - unter Treuhandverwaltung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Auflösung der Forstbetriebe (MFB und StFB)===&lt;br /&gt;
===Nutzungsübernahme der Militärliegenschaften durch die Bundeswehr===&lt;br /&gt;
===Rückübertragungsverfahren in den Rostocker Stadtbesitz===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Ab 1992 - Forstwirtschaft in der Rostocker Heide wieder unter kommunalen Besitzverhältnissen==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Kapitel befindet sich gerade in der Bearbeitung !&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Zusammensetzung der Baumarten.jpg|350px|rechts|Die Zusammensetzung der Baumarten in der Rostocker Heide (Quelle: Stadtforstamt Rostock)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun Stadtforstamt statt Forstinspektion===&lt;br /&gt;
[[Datei:IMG 20190929 0063.jpg|thumb|350px|rechts| 1.Juli 1991 Beschluß über die Bildung des Stadtforstamtes der Hansestadt Rostock in Wiethagen (Archiv Forstamt HRO)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Entmilitarisierung der Waldflächen durch die Programme Konver 1 und Konver 2===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1996 vom Stadtforstamt Rostock herausgegebenes Infomaterial zur Renaturierung der Militärflächen in der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wiedereinrichtung der Reviere orientiert an deren Einteilung um 1900===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Von der Neukartierung zum GIS-System===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Umsetzung des dreigliedrigen Wegekonzeptes (Wirtschafts-, Rad-/Wander- und Reitwegenetz)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die drei Hauptnutzungen des Waldes (Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion) und ihre Umsetzung in der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommunalwald mit Umweltsiegel (FSC-Zertifikat)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein Wald zur letzten Ruhe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bilanz zum 30jährigen Wiederbestehen des Rostocker Kommunlwald-Besitzes und des Stadtforstamtes===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://rathaus.rostock.de/de/service/aemter/stadtforstamt/269872 Das Stadtforstamt Rostock online]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide unter dem wiedergegründeten Stadtforstamt - Presseschau===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide unter dem wiedergegründeten Stadtforstamt - Presseschau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturdenkmale in der Rostocker Heide ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Allgemeine forsthistorische Elementarquellen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hans Carl von Carlowitz 1713 &amp;quot;Sylvicultura Oeconomica oder Haußwirtliche Nachricht und Naturmäßige &#039;&#039;Anweisung zur wilden Baum-Zucht&#039;&#039;, Nebst Gründlicher Darstellung, Wie zu förderst durch Göttliches Benedeyen dem allenthalben und insgemein einreissenden &#039;&#039;Großen Holz-Mangel&amp;quot;, Vermittelst Sae- Pflantz- und Versetzung vielerhand Bäume zu prospiciren..&amp;quot;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In der Lesart der heutigen Forstwissenschaft war Hans Carl von Carlowitz´s Schrift &amp;quot;das  erste  ausschließlich  der  Forstwirtschaft  (ohne  Jagd) gewidmete  Buch&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Man spricht  vom  ersten rein forstlichen Buch der Welt und bezeichnete von Carlowitz als den bedeutendsten forstlichen Schriftsteller zu Anfang des 18. Jahrhunderts. &lt;br /&gt;
:Von Carlowitz gab hiermit in der Zeit der großen Holznot den ersten und fundiertesten Anstoß zur Schaffung einer geregelten Forstwirtschaft im gesamten deutschen Kulturraum.&lt;br /&gt;
:Sein Buch diente auch in Mecklenburg und Pommern in der Entstehungszeit der geregelten Forstwirtschft im 18. Jahrhundert als erstes wirkliches Kompendium zu deren Umsetzung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:* [[H.v. Carlowitz  &amp;quot;sylvicultura Oeconomica...&amp;quot; digitales Faksimile und Kommentar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur von und über Heinrich Cotta==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fach- und Elementarliteratur zur Forstwirtschaft in Deutschland==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:* [[ &amp;quot;Einige Gedanken über Wadel- oder Wahl-Zeit beim Holzfällen&amp;quot; 1744]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forstwirtschaft in Mecklenburg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mecklenburg&lt;br /&gt;
:Die Forstwirtschaft brach sich Bahn, als Mängel in dem bis dahin unerschöpflich  scheinenden Holzreservoir Wald bemerkbar wurden. &lt;br /&gt;
:1516 wurde hier das erste Forstedikt, 1572 die erste landesherrliche Verordnung  „Vom Roden und Verwüstung der Hölzungen“ erlassen. &lt;br /&gt;
:Danach hatten Förster, Heidereiter und Holzvögte den schonenden Umgang mit Holz zu kontrollieren. &lt;br /&gt;
:Deren Durchsetzungskraft war jedoch gering, berüchtigt war auch deren häufige Korruptheit, ursächlich in ihrem geringen Einkommen begründet. &lt;br /&gt;
:Erst die Holzordnung (1702 und 1706) des mecklenburgischen Herzogs Friedrich Wilhelm zeigte bescheidene Wirkungen, da sie mit der Gründung erster Forstinspektionen einherging. &lt;br /&gt;
:1736 bestanden davon fünf, bis 1775 wuchs die Zahl auf 21. &lt;br /&gt;
:Mit dem Wirken des Herzoglichen Oberforstinspektors Christian Wulff (1724-1800), der ab 1765 die theoretischen Grundlagen erarbeitete, der diese ab 1791 weiter bearbeitete und erstmals umfassend praktisch umsetzte, begann die geregelte Forstwirtschaft im Lande.&lt;br /&gt;
:Einen Entwicklungssprung machte die Forstwirtschaft in Mecklenburg in den Jahren 1833 bis 1839 als Forstinspektor Becker gemeinsam mit dem Rempliner Oberforstmeister Julius Ludwig Garthe (1780-1855) in den Waldungen der Rostocker Heide 1833 die erste umfassende Forsteinrichtung begann und sie bis 1839 abschließend auch beendete.&lt;br /&gt;
:Ab 1860 fand die Bodenertragslehre im Land Eingang.&lt;br /&gt;
:Durch Georg von Arnswaldt, der auch Wegbereiter des Naturschutzes in Mecklenburg war, gewann die Möllersche Dauerwaldtheorie (Mischwälder mit Bäumen unterschiedlichen Alters) weit mehr noch, als in  Alfred Möllers Heimat- und Wirkungsland Brandenburg, ab 1920 größere Bedeutung als in allen anderen deutschen Ländern.&lt;br /&gt;
:1945-1948 entstanden vielfach die „Reparationseinschläge“, große Kahlschläge, um altes Wertholz  als Kriegsentschädigung an die Sowjetunion zu liefern.&lt;br /&gt;
:1952 wurden in der DDR die staatlichen Forstbetriebe gegründet. &lt;br /&gt;
:Ein Jahr zuvor waren alle Wälder verstaatlicht worden. &lt;br /&gt;
:1986 erfolgte der Aufbau eines Programmes zur ökologischen Waldzustandskontrolle mit 59 Dauerbeobachtungsflächen in den drei Nordbezirken (Rostock,Schweri:n und Neubrandenburg).&lt;br /&gt;
:1990-1992 mit der Neuorganisation der Landesforstverwaltung (dreistufige Forstbehördenstruktur) .&lt;br /&gt;
:1993 tritt ein neues Landeswaldgesetz in Kraft.&lt;br /&gt;
:Seit 1995 gilt das Konzept „Naturnahe Forstwirtschaft“. Als Zentralverwaltung wurde 1999 das Landesamt für Forsten und Großschutzgebiete gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Vorpommern&lt;br /&gt;
:Größtes geschlossenes Waldgebiet Vorpommerns ist die Ueckermünder Heide (1550 qkm), bis ins 17. Jahrhundert Hauptjagdgebiet der pommerschen Herzöge. :Im 17. und 18. Jahrhundert herrschte in Folge von Waldweide und Übernutzung der Wälder, allgemeine Holznot.&lt;br /&gt;
:Ab 1720 begann sich lokal eine Forstwirtschaft unter  dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. zu entwickeln. &lt;br /&gt;
:Deren besondere Umsetzung erfolgte mit der Schaffung des Amtes „Königsholland“.&lt;br /&gt;
:In der Ueckermünder Heide erfolgte die planmäßige Anpflanzung reiner Kiefernbestände und eine nachhaltige Bewirtschaftung. &lt;br /&gt;
:Ab 1775 gibt es erste Hinweise auf den Anbau nicht heimischer Baumarten im Raum Greifswald. &lt;br /&gt;
:Der landesweite Beginn der geregelten Forstwirtschaft lag im Jahre 1863 mit der endgültigen Abschaffung der Waldweide.&lt;br /&gt;
:1869 erfolgte die Gründung des Pommerschen Forstvereins.&lt;br /&gt;
:Ferdinand von Raesfeld, der „Wegbereiter des deutschen Waidwerkes“, wirkte 1890-1913 im Darß-Wald. &lt;br /&gt;
:1958 wurde das Rotwildforschungsgebiet Rothemühl bei Friedland eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus: „Landskundlich-historisches Lexikon Mecklenburg-Vorpommern“ Hinstorff-Verlag 2007&lt;br /&gt;
Autor: Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer war wer - Biographien aus der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs/ Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wer war wer - Biographien aus der Nordöstlichen Heide/ Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenwerke zur Geschichte der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Aus der Rostocker Heide&amp;quot; Archiv für Landeskunde 1868]] (der anonyme Beitrag stammt aus der Feder von Pastor Ludwig Dolberg /Rövershagen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[L.L.Ludwig Dolberg &amp;quot;Eine Küstenwanderung von der Warnow bis Wustrow durch die Rostocker Haide, Grahl, Müritz, Dändorf und Dierhagen wie das Fischland&amp;quot; Ribnitz 1885]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Alexander Kaestner &amp;quot;Die nordöstliche Heide Mecklenburgs nach ihrer geologischen Beschaffenheit und Entstehung&amp;quot; 1901]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Sonderband der &amp;quot;Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock&amp;quot; Bd. 2 Heft 1 1896]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Adolf und Rudolf Ahrens &amp;quot;Die Heide, das Kleinod der Stadt Rostock&amp;quot; 1. Aufl 1919, 2. erw. Auflage 1920]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Mecklenburgische Bestandsverhältnisse und Forstwirtschaft in früheren Jahrhunderten&amp;quot; Parchmann, W. Hinstorff, Rostock 1921, 106 S. Meckl. Landw. Mitteilungen H.5 (auch Dissertation Rostock 1921) ]]&lt;br /&gt;
* [[Sonderband &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; Jg. 22 Heft 2 1927]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Köster &amp;quot;Die Jagd in der Rostocker Heide - und das Jagdrecht in Mecklenburg in frühester Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot; 1929]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Beiträge zur Rostocker Heide in den Mecklenburgischen Monatsheften]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Paul Babendererde &amp;quot;Meine Rostocker Heide&amp;quot; 1944]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Quirin Oelsnitz &amp;quot;Untersuchungen zur Forstwirtschaftsgeschichte der nordöstlichen Heide Mecklenburgs&amp;quot; 1955]] (unveröffentlichtes Schreibmaschinenmanuskript der 1955 an Forstwirtschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität vorgelegten Inaugural-Dissertation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[ Dr. Otto Kolp &amp;quot;Die Nordöstliche Heide Mecklenburgs ...&amp;quot; 1957]] Deutscher Verlag der Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Jagd um Rostock&amp;quot; 1983]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Chronik der Jagdgesellschaft &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; 1986&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Geschichte der Köhler und Teerbrenner in der Rostocker Heide&amp;quot; Oberförster a.D. Gerd Heil, Verlag Redieck und Schade 2001]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[750 Jahre Rostocker Heide : 1252 - 2002|750 Jahre Rostocker Heide : 1252 - 2002; 25. März 2002 - Heidesitzung der Bürgerschaft /Wilfried Steinmüller/ Ralf Friedrich. - Rostock : Bürgerschaft, 2002]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Heide : Mecklenburger Landschaften / Hrsg.: Landschaftspflegeverband &amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs&amp;quot;. Fotos: Dorit Gätjen. Text: Wilfried Steinmüller; Roger Kähler 2003]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Rostocker Heide : ein Kleinod Mecklenburgs&amp;quot; Hans Dietz 2004]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Steinmüller &amp;quot;Regionalführer Rostocker Heide mit Jagdschloss Gelbensande]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Steinmüller &amp;quot;Menschenverstand, mehr ist im Wald nicht nötig... - die Familienchronik des Rostocker Forstmannes und Ökonomen Hermann Friedrich Becker (1766-1852)&amp;quot; 2016 208 S.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;youtube&amp;gt;https://www.youtube.com/watch?v=KH1sTpNoknA&amp;lt;/youtube&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Archivalische Quellen zur Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
:Der Begriff archivalische Quellen setzt sich in der Regel aus den Beständen einschlägiger Archive, besonders aus MV, aber auch großer nationaler und sogar internationaler Provenienz zusammen, deren Bestände oft nur in aufwendiger Vorarbeit einsehbar, oder bestenfalls ausschnitthaft kopierbar sind. So finden sich zum Beispiel nennenswerte Bestände über unsere Region nicht nur im Stadtarchiv Rostock und dem Landesarchiv in Schwerin, sondern auch im Niedersächsischen Landesarchiv Hannover oder im Reichskriegsarchiv in Stockholm.&lt;br /&gt;
:Wir wollen hier, auch zu allen anderen Orten, dazu anregen, solche archivalischen Bestandseinheiten aufzeigen und zu listen um den  Ortschronisten die Arbeit zu erleichtern und doppelte Arbeit zu vermeiden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Quellenverweise bezogen auf die Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Weitere, (noch) nicht publizierbare Quellenwerke&amp;quot;==&lt;br /&gt;
:Aus rechtlichen Gründen nicht, oder noch nicht, digital zu veröffentlichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto Kolp &#039;&#039;&#039;Dissertation&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Die nordöstl. Heide...&amp;quot; 1953 (OK) (Der wesentliche Teil davon ist gekürzt 1957 als Buch erschienen, das finden sie im hier vorangehenden Abschnitt als Digitalisat)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Quirin (von der) Oelsnitz &amp;quot;Die Rostocker Heide - Untersuchungen zur Forstwirtschaftsgeschichte der nordöstlichen Heide Mecklenburgs&amp;quot; HU Berlin &#039;&#039;&#039;Dissertation&#039;&#039;&#039;  1955 (QvOe)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Krausesche Fundchronik, verschiedene Orts-Ordner (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:https://www.geoport-hro.de/desktop&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://de.wikipedia.org/wiki/Raketenkomplex_Rubesch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Feldmark der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Rostocker Heide im Jahre 1696 - Nach der Karte von Gottfried Lust S.25-33]]&lt;br /&gt;
* [[Karl Koppmann &amp;quot;Brüche und Schläge in der Rostocker Heide S.34-36]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== OCH Arbeitsordner Naturdenkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[ Arbeitsordner Naturdenkmale]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsordner Neue Heidegeschichten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Arbeitsordner Neue Heidegeschichten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Volkskunde, Brauchtum, Sagen und plattdeutsche Geschichten aus der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
[[Volkskunde, Brauchtum, Sagen und plattdeutsche Geschichten aus der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== + Das Handwerk des Forstmannes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; [[WIGÖWI-Katalog über Werkzeuge, Maschinen und Messgeräte in der Forstwirtschaft 1936]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: https://www.youtube.com/watch?v=vKHEgeoOeP4  Film &amp;quot;Vergessene Waldberufe im Schwarzwald&lt;br /&gt;
:Auch wenn in der bergigen Schwarzwaldregion morphologisch bedingt vieles anders als in Norddeutschland verlief, werden werden sich viele Dinge in Norddeutschland ähnlich verlaufen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: https://www.youtube.com/watch?v=mC-v3vh8Ols  Waldberufe aus Ur-Großvaters Zeiten (Auswahl aus dem vorangegangenen Filmclipp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== + Die Rostocker Heide in der schöngeistigen Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Heide in der schöngeistigen Literatur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ FORBI Arbeitsdatei==&lt;br /&gt;
* [[FORBI Arbeitsdatei]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronistenkontakt:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forstgeschichte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wilfried Steinmüller - [mailto:windfluechterMV@gmail.com windfluechterMV@gmail.com]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Rostocker_Heide_(Landschaft)&amp;diff=156271</id>
		<title>Rostocker Heide (Landschaft)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Rostocker_Heide_(Landschaft)&amp;diff=156271"/>
		<updated>2026-09-16T19:41:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Die „Nordöstliche Heide Mecklenburgs“ und ein Dreiviertel-Jahrtausend Forstgeschichte (1252 bis 2025) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Benutzer:Windfluechtermv|Autor: Wilfried Steinmüller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Eingangstor Hinrichshagen von Harald Wroost gefertigt 2020.JPG|thumb|600px|center|Rostocker Heide Eingangstor Hinrichshagen von Harald Wroost gefertigt (Foto privat)]]&lt;br /&gt;
{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Rostocker Heide (Landschaft)&lt;br /&gt;
 | plz = 18146&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Stadtverwaltung Rostock&lt;br /&gt;
 | landkreis = Stadt Rostock&lt;br /&gt;
 | lat= 54.2110761&lt;br /&gt;
 | lon = 12.2156959&lt;br /&gt;
 | zoom = 14&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anmerkung: Themen die im Online Portal mit einem &amp;quot;+&amp;quot; versehen sind befinden sich in der Recherche bzw. der in Kürze folgenden Einpflege. Sie lassen sich auch als Anregung an die Nutzer verstehen um ergänzende Hinweise oder Materialien zum Kapitel-Thema zu bitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs mit der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/#map=12/54.2177/12.2535 Breite: 54.2177 Länge: 12.2535]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die gesamte Nordöstliche Heide Mecklenburgs hat eine Größe von 12 000 ha, das entspricht etwa sechsmal der Fläche der Insel Hiddensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorangestellte Anmerkungen zum Aufbau der Chronik der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
;-Forstmannsarbeit ist Generationsarbeit&lt;br /&gt;
:Eine Eigenheit der Forstwirtschaft ist es, daß Forstleute in ihrer Planung nicht, wie etwa Landwirte, in Jahreszyklen denken und handeln, sondern in Kategorien von ein, zwei und sogar drei Jahrhunderten.&lt;br /&gt;
:Was eine Generation an Forstmännern pflanzt, &amp;quot;ernten&amp;quot; deren Nachkommen teilweise erst weit mehr als 200 Jahre später.&lt;br /&gt;
:Daher lebt die Zukunftsplanung der Forstwirtschaft, mehr als jeder andere Wirtschaftszweig, von tiefgründiger, intensiver Aufzeichnung, Archivierung und Kartierung über viele Generationen hinweg.&lt;br /&gt;
:1796 begann Forstinspektor Becker in der Rostocker Heide mit der ersten Eichenaufforstung auf der Hufenkoppel bei Hinrichshagen und setzte in seinem ein halbes Jahrhundert umfassendes Wirken als oberster Forstmann der Rostocker Heide, nicht selten gegen immensen Widerstand der Stadtväter, das um, was wir heute als nachhaltige Forstwirtschaft bezeichnen. &lt;br /&gt;
:In unseren Tagen werden die aus seinem Wirken erwachsenen Starkeichen &amp;quot;geerntet&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Das mag als ein Beispiel dafür stehen, daß besonders Forstleute ein Bewußtsein für das Jahrhunderte alte Vermächtnis ihrer vorangegangenen Berufskollegen besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Diese Chronistische Arbeit zur Rostocker Heide ist in vielen Teilen auf zwei Informationsebenen angelegt.&lt;br /&gt;
:Die erste Ebene soll, dem vorangestellten Inhaltsverzeichnis folgend, das Informationsbedürfnis des interressierten Wald- und Heidefreundes, des &amp;quot;normalen&amp;quot; Nutzers befriedigen. &lt;br /&gt;
:Die zweite Ebene - bei vielen Kapiteln in dieser Arbeit, z.B Heidechronik Teil 1 (Becker) Teil 2 (Bencard) Teil 3 (Autorengruppe der Heideförster), soll hingegen das viel tiefgründigere, fachlich detailiertere Informationsbedürfnis der Forstmänner befriedigen. Auf diese Ebene gelangt man in der Regel über aktive Kapitel-Links.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Diese Chronik ist bereits von der ersten eingepflegten Manuskriptseite an im Netz präsent,&lt;br /&gt;
:auch wenn damit offen sichtbar noch nicht alle Themenbereiche bearbeitet bzw. fertiggestellt sind. Bereits deren Entstehungsprozeß soll ganz bewußt nachvollziehbar sein, unter Umständen sogar &#039;&#039;&#039;um seitens der Nutzer ergänzende oder korrigierende Hinweise zu erhalten&#039;&#039;&#039;. Eine digitale Chronik unterliegt mehr als eine Print-Chronik einem permanenten Prozeß der Korrektur, Ergänzung und Fortschreibung. Es soll auch die stille Anregung sein, zum Thema relevante Fakten, Zeitzeugenberichte und Dokumente u.a. zur Verfügung zu stellen um sie hier, digital verarbeitet, mit einzubringen und zu ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die „Nordöstliche Heide Mecklenburgs“ und ein Dreiviertel-Jahrtausend Forstgeschichte (1252 bis 2025)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Östlich von Rostock liegt der mit rund 12.000 ha &#039;&#039;&#039;größte Küstenwald Deutschlands&#039;&#039;&#039; und gleichzeitig eine eigenständige Kulturlandschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldverteilung MV 1995.jpg|thumb|400px|rechts|Waldverteilung in Mecklenburg-Vorpommern Stand 1995, hier ist die Nordöstliche Heide als &#039;&#039;&#039;größter Küstenwald Deutschlands&#039;&#039;&#039; sichtbar (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die gesamte deutsche Seeküste, von der niederländischen bis hin zur polnischen Grenze ist es einzigartig, daß ein so großes geschlossenes Waldgebiet an die See grenzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Genau genommen ist die Heide  doch nur der klägliche Rest eines der letzten deutschen Urwälder, die sich noch vor 800 Jahren zwischen Lübeck und der Insel Rügen erstreckten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot;, also der seit 1252 der Hansestadt Rostock gehörende  westlicheTeil macht mit etwa 6000 ha rund die Hälfte der Nordöstlichen Heide aus. &lt;br /&gt;
:Sie verringert sich durch Küstenrückgang jährlich um 0,5 bis 1 ha. &lt;br /&gt;
;Das gesamte Stadtgebiet Rostocks hat eine Größe von 18.126 ha, somit macht Rostocks Waldbesitz rund ein Drittel seiner Stadtfläche aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Klima der Rostocker Heide - einzigartig in Deutschland==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des 19. Jahrhunders rückten die Wohlfahrtswirkungen des Waldes stark in den Vordergrund des allgemeinen Interesses.&lt;br /&gt;
:Beim Erreichen einer bestimmten Größe und Geschlossenheit von Wald-Arealen werden diese zum Klima bestimmenden Faktor.&lt;br /&gt;
:Daß aus den rund 12.000 ha geschlossener Waldfläche und seiner Lage am Meer nur hier dieses besonders heilkräftige Klima entsteht, ist im Jahre 1877 durch : [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_Beneke Prof. Friedrich Wilhelm Beneke ] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Mettenheimer Dr. Carl von Mettenheimer] entdeckt worden.&lt;br /&gt;
:Seine klimatischen Eigenheiten machen es für Deutschland einzigartig.&lt;br /&gt;
:In diesem Waldklima weichen Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Sonneneinstrahlung und Wind von Offenlandschaften ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Wald - als Sauerstoff-Produzent===&lt;br /&gt;
[[Datei:000 OCH RH Photosynthese.jpg|thumb|450px|rechts|Funktionsbild der Verarbeitung von Kohlendioxid (CO2) zu Sauerstoff (O2) durch einen Baum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dazu kommt, daß ein einziger ausgewachsener Laubbaum in einer Stunde durchschnittlich vier Millionen Liter Luft atmet und reinigt, mehr als zwei Kilogramm Kohlendioxid (CO2) bindet und Mittels Fotosynthese die gleiche Menge Sauerstoff (O2) produziert und abgibt.&lt;br /&gt;
:Darüber hinaus sind Bäume Schalldämpfer, spenden Schatten und schlucken Feinstaub.&lt;br /&gt;
:Die Waldlandschaft, zwischen Warnemünde und dem Fischland in sich, als das größte geschlossene Küstenwaldgebiet an der  deutschen Seeküste, ist gleichzeitig das Verbreitungsgebiet dieses besonderen Heilklimas mit seinem ausgesprochen hohen Sauerstoffanteil in der Luft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ostsee gibt ihr heilkräftiges Meeresklima dazu===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nur hier mischt sich Waldklima, Deutschland weit, mit dem heilkräftigen [[Ostsee]]klima, das besondes durch seinen hohen Jod-Anteil geprägt ist.&lt;br /&gt;
:So vereinen sich allein in unserem Landstrich zwei Klimazonen zu einer naturgegebenen Medizin von herausragender Heilkraft.&lt;br /&gt;
:Diese Klimabesonderheit ist ein unsichtbares aber auch unschätzbares Kleinod, welches unseres nachdrücklichen Schutzes bedarf.&lt;br /&gt;
:Nicht zuletzt diese Besonderheit und deren einzigartige Heilkraft, ließ Graal-Müritz im 19. Jahrhundert zum Seeheilbad werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=KH1sTpNoknA Wetterexperte Stefan Kreibohm zum Klima der Rostocker Heide]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Geologie der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kleine Natur- und Kulturgeschichte der &amp;quot;Nordöstlichen Heide Mecklenburgs==&lt;br /&gt;
[[Datei:Heilige Höhlen 2006.jpg|thumb|450px|rechts|Das Zusammenspiel von Wald und Meer aus der Luft betrachtet (Foto Wilfried Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
:Die weitläufige Waldlandschaft zeigt sich in ihren einzelnen Bereichen mit unterschiedlichsten Landschaftsbildern. &lt;br /&gt;
:Im sandigen Nordteil dominieren Bestände mit hohem Anteil an Nadelholzarten, wärend auf der auslaufenden Endmoräne des Südteils, bei Willershagen und Rostocker-Wulfshagen imposante alte Eichen- und Buchenbestände die Natur prägen. &lt;br /&gt;
:Schier unzählbar ist die Zahl der Bachläufe, die noch immer, ohne das Menschenhand sie in künstliche, begradigte Betten gezwängt hat, ihre Schleifen durch die Landschaft ziehen. &lt;br /&gt;
:Sie zeichnet eine besondere Gewässerreinheit aus, die eine einzigartige Vielfalt an Kleingetier nach sich zieht. &lt;br /&gt;
:Geradezu ideale Existenzbedingungen für den Eisvogel, der hier häufig anzutreffen ist. &lt;br /&gt;
:Als Wintergast ist mit viel Glück auch die Wasseramsel tauchend an einem solchen Bachlauf zu erleben. &lt;br /&gt;
[[Datei:Moosglöckchen linnea borrealis.jpg|thumb|400px|rechts|Das Moosglöckchen (Linnéa borrealis)]]&lt;br /&gt;
:In stillen Winkeln findet sich der Kranich regelmäßig als Brutvogel ein. &lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Breitblättrige Knabenkraut&#039;&#039;&#039; (Dactylorhiza majalis), der Braunrote Ständelwurz (Epipactis atrorubens) und die  Waldyazinthe (Planthéra chloránta) sind nur einige  der unter besonderem Schutz stehenden Orchideenarten die hier Verbreitung gefunden haben. Aus Skandinavien ist das äußerst seltene Moosglöckchen, die &#039;&#039;&#039;Linnéblume&#039;&#039;&#039; *[[https://de.wikipedia.org/wiki/Moosgl%C3%B6ckchen Linnaea borrealis]] hierher gelangt. &lt;br /&gt;
:Die Kreuzotter mit ihrem Zick-Zack Band auf dem Rücken als bekanntes Erscheinungsbild hat hier, durch eine Laune der Natur, eine Abart hervorgebracht. Sie ist ungemustert und tiefschwarz. Die Heidebewohner nennen sie von alters her Höllenotter oder Moorotter. &lt;br /&gt;
:Auch die Glatt- oder Schlingnatter (Coronella austriaca) hat hier eines seiner letzten Vorkommen nördlich der Alpen.&lt;br /&gt;
:Um 1900 war der Seeadler (Haliaeetus albicilla) in ganz Mecklenburg ausgestorben. Nur in der Rostocker Heide war noch ein Brutpaar nachweisbar, und noch heute ziehen Adlerpaare über der Heide ihre Kreise. &lt;br /&gt;
:Orchideen, brütende Kraniche und jahrhundertealte &#039;&#039;&#039;Eibenbäume&#039;&#039;&#039; machen die Heide zur schützenswerten Landschaft.&lt;br /&gt;
:Besonders Besucher aus Niedersachsen stellen häufig die Frage, warum man dieses ausgedehnte Waldgebiet als Heide bezeichnet? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Schwarzwild.jpg|thumb|400px|rechts|Dem stillen Naturfreund kann das Schwarzwild hier in unmittelbarer Nähe begegnen]]&lt;br /&gt;
:Müssen doch häufig klischeehafte Landschaftsbilder der Lüneburger Heide zur Veranschaulichung für diesen Begriff herhalten. Heidelandschaften in Mitteleuropa sind vielfältig, denken wir in Deutschland an die Schorfheide in Brandenburg, die Dresdener, oder die Dübener Heide. Heidelandschaften schlechthin sind Pflanzengesellschaften auf armen, meist sandigen Bodenstandorten. &lt;br /&gt;
:Die Lüneburger Heide hat im Vergleich zu den anderen Heiden ihr heutiges Aussehen vor Jahrhunderten durch den Holzraubbau für den Brennstoffbedarf der Lüneburger Salzsiedereien erhalten. Die parallel dazu, bis heute anhaltende Beweidung durch Heidschnucken-Herden erzeugen dieses Landschaftsbild. Beendete man die Beweidung entstünden in der Lüneburger Heide bald ähnliche Waldbilder wie in unserer Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem Verkauf der westlichen Hälfte dieser Waldlandschaft im Jahre 1252 durch den Fürsten Borwin an die Stadt Rostock hatte man nun in der beginnenden Hansezeit ein schier unerschöpfliches Holzreservoir zum Bau der stolzen Hansekoggen. &lt;br /&gt;
:Alle anderen Hansestädte mußten ihr Schiffbauholz teuer von Holzhändlern aus ferneren Gegenden beziehen. Deren Baukosten lagen damit beträchtlich höher. &lt;br /&gt;
:Lübeck war in jener Zeit die Mutter der Hanse, Rostock dagegen durch den Besitz der Heide der herrausragende Schiffbaustandort innerhalb des Hansebundes. &lt;br /&gt;
[[Datei:Gelbensande Wallberg 2004.JPG|thumb|400px|rechts|Der Wallberg  bei Gelbensande 2004 (Foto Wilfried Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
:Der östliche Teil blieb von der Wendenzeit bis hin zum Ende des zweiten Weltkrieges Hofjagdrevier der mecklenburgischen Landesfürsten. &lt;br /&gt;
:In den Jahren von 1309 bis 1319 hatte der Dänenkönig Erik Menved die Herrschaft Rostock (etwa das Gebiet des einstigen Landkreises Bad Doberan und der Hansestadt Rostock) für einige Jahre dem Königreich Dänemark einverleibt. Zur Sicherung seines neuen Besitzes ließ er einen Ring von Burgen und Befestigungen anlegen, deren Zentrum die „Danskeborg“, der Sitz des königlichen Gouverneurs, unweit vom heutigen Markgrafenheide war. &lt;br /&gt;
:Nur ein kleiner kreisrunder mit Buschwerk bestandener Hügel, von einem Wallgraben umgeben, ist, etwa 800 m östlich des Jagdschlosses Gelbensande gelegen, noch heute Zeugnis dieser dänischen Episode. &lt;br /&gt;
:Jedes Jahr im Frühling sprießt in dieser Gegend auf großen Flächen eine wilde Zwiebelart, der &#039;&#039;&#039;Bärlauch&#039;&#039;&#039; (Allium ursinum), mitgebracht von jener dänischen Burgbesatzung im Mittelalter ist dies in Mecklenburg der einzige über viele Jahrhunderte hinweg nachweisbare Standort der Pflanze. &lt;br /&gt;
:Auch seinen zweiten Namen „Störtebekerberg“ trägt der Hügel nicht ganz zu Unrecht, denn im Jahre 1391 entsandte der Stralsunder Rat unter der Führung des Ratsherren Carsten Sarnow einige Schiffe in den Saaler Bodden um die zur Plage gewordenen Seeräuber in ihren Schlupfwinkeln zu bekämpfen. Er machte mehr als hundert Gefangene. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bärlauch am Wallberg.JPG|thumb|350px|rechts|Bärlauch (Allium ursinum), Foto Wilfried Steinmüller]]&lt;br /&gt;
:Einige entkommene Seeräuber ruderten mit Booten den Wallbach hinauf um sich auf dem im tiefen Walde gelegene Hügel (das befestigte Burggebäude stand in jener Zeit noch) für einige Zeit zu verbergen.&lt;br /&gt;
:Der wohl berühmteste Gast in den herzoglichen Waldungen war Peter der Große, jener Zar, der Rußland zur Großmacht entwickelte und den Schweden den Zugang zur Ostsee abtrotzte.&lt;br /&gt;
:Er verheiratete seine Lieblingsnichte Katharina Iwanowna im Jahre 1718 mit dem mecklenburgischen Herzog Carl Leopold und gewann so am Süd-Ende der Ostsee einen Bündnispartner, in dessen Waldungen er zeitweilig auch seiner Jagdleidenschaft nachging.&lt;br /&gt;
[[Datei:RH alte Eiche in der Rostocker Heide (Friedrich Lesenberg 1835).jpg|thumb|350px|rechts|RH alte Eiche in der Rostocker Heide (Friedrich Lesenberg 1835)]]&lt;br /&gt;
:Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und das darauffolgende Jahrhundert war europaweit die Zeit der großen Holznot. &lt;br /&gt;
:Der Raubbau am Wald zu Kriegs- und Nachkriegszeit hatten den überwiegenden Teil der Wälder in Europa ruiniert. &lt;br /&gt;
:Mann besann sich nun des Wertes der Wälder und es wuchs die Erkenntnis, nie mehr Holz aus den Forsten zu entnehmen als auch wieder nachwächst. &lt;br /&gt;
:Diesen Wandel im Umgang mit der Recource Wald bezeichnet man heute als „nachhaltige Forstwirtschaft“. &lt;br /&gt;
:Eine Erkenntnis die zur Kernregel der, in jener Zeit ihren Anfang nehmenden, geregelten Forstwirtschaft wurde. &lt;br /&gt;
:Ab 1791 ist die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide untrennbar mit der Person Hermann Friedrich Beckers verbunden. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1925 schrieb Friedrich Barnewitz in seiner „Geschichte des Hafenortes Warnemünde“: &lt;br /&gt;
:„Immerhin steht fest, daß sich im Juni 1817 Forstinspektor Becker aus Rövershagen mit seinen Angehörigen, sicher aber auch noch andere Familien, mehrere Wochen lang, wärend des Sommers in Warnemünde aufgehalten haben, um zu baden....“. &lt;br /&gt;
:Damit erwarb sich Becker den Ruf erster namentlich bekannter Badegast von Warnemünde zu sein. &lt;br /&gt;
:Aber nicht dieser eher zufällige Umstand macht die Bedeutung dieses Forstmannes aus. &lt;br /&gt;
:Forstinspector Becker begründete, nach der Periode der Holznot, die Rostocker Heidelandschaft als Kulturwald in der Charakteristik die wir heute hier als Wanderer und Naturfreunde erleben. &lt;br /&gt;
:Er teilte die Waldung in Forstreviere ein, ließ ein umfassendes Schneisennetz als Wirtschaftswege und sichtbare Reviergrenzen anlegen, veranlasste die Gründung einer Teerschweelerei als Wirtschaftsunternehmen in der Heide. &lt;br /&gt;
:Ebenso erfand er Meßgeräte und landwirtschaftliche Maschinen, gründete als Privatinitiative die erste Berufsausbildungsstätte für die Landjugend in Mecklenburg, initiierte in Rövershagen die erste öffentliche Leihbibliothek Mecklenburgs auf dem Lande. &lt;br /&gt;
:In Diensten der Hansestadt stehend konnte er sich mit Streitschriften für mecklenburgische Verhältnisse schon ausgesprochen früh für die Aufhebung der Leibeigenschaft im Lande einsetzen. &lt;br /&gt;
:Forstleute wie insbesondere die „Garthe-Dynastie“ (allein sechs Forstleute aus der Familie Garthe wirkten verdienstvoll in der Heide) oder Charles und Jochen Bencard führten sein Vermächtnis in der Pflege und Bewirtschaftung dieser Waldlandschaft fort. &lt;br /&gt;
:Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges breiteten sich über die Heide für die Regierungsjagd und militärische Zwecke reservierte Sperrgebiete aus. &lt;br /&gt;
:Wanderkarten und Bücher zur Rostocker Heide durften nicht mehr gedruckt werden. &lt;br /&gt;
:Die Landschaft wurde gezielt in die Vergessenheit gedrängt.&lt;br /&gt;
:Seit 1990 hat sich diese Entwicklung wieder umgekehrt. &lt;br /&gt;
:Militär und die Jägerschaft der früheren DDR-Führung verließen das weitläufige Waldgebiet. &lt;br /&gt;
:Am Silvestertag 1999, unmittelbar vor Anbruch des neuen Jahrtausends fiel der letzte militärische Schuß in der Heide.&lt;br /&gt;
:Reiseführer und Wanderkarten können nun wieder Touristen anwerben. &lt;br /&gt;
:Der Sauerstoffproduzent der Hansestadt Rostock steht dem Naturfreund offen. &lt;br /&gt;
:Störtebekers sagenhaftes Versteck verbreitet dem Besucher seine Romantik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Begriffsbestimmung &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; und &amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schon die korrekte geographische Bezeichnung dieser Landschaft ist ein schwieriges Kapitel. &lt;br /&gt;
:Im Volksmund ist es aus Unkenntnis weit verbreitet die Waldlandschaft zwischen Rostock und Ribnitz in seiner gesamten Ausdehnung als &#039;&#039;&#039;„Rostocker Heide“&#039;&#039;&#039; zu bezeichnen. &lt;br /&gt;
:Kulturhistorisch ist diese Bezeichnung so undifferenziert als falsch zu bezeichnen. &lt;br /&gt;
:Die Historiker, Geologen, Forstwirtschaftler  prägten hier den Fachbegriff „Nordöstliche Heide Mecklenburgs“, aber wer kann sich das schon merken. &lt;br /&gt;
:Nur für die westliche Hälfte, nämlich jenes Schnäppchen, daß die Hansestadt Rostock am 25. März 1252 von dem damaligen mecklenburgischen Landesfürsten Borwin III. zu einem ausgesprochen günstigen Preis von 450 Mark käuflich erwarb, ist der Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot;&#039;&#039;&#039; korrekt. &lt;br /&gt;
:Die Mark war in jener Zeit noch keine Währung, sondern eine Gewichtseinheit für Edelmetalle, der genannte Kaufpreis entsprach einer Silbermenge von etwa 105 kg.&lt;br /&gt;
:Rostock wurde damit eine der an Wald-Eigentum reichsten  Städte in Deutschland. &lt;br /&gt;
:Den östlichen Teil der Landschaft jedoch behielten die mecklenburgischen Landesfürsten  bis zum Ende der Monarchie und sogar darüber hinaus in ihrem Besitz, eben die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Fürstliche Heide&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Fortan trennten sich die kulturgeschichtlichen Wege dieser beiden Landschaftsteile. &lt;br /&gt;
:Im westlichen, Rostocker Teil der Heide dominierte der Holzerwerb zum Bau von Häusern und Schiffen und die Jagd hatte sich dem unterzuordnen. &lt;br /&gt;
:In der fürstlichen Osthälfte der Nordöstlichen Heide war es genau umgekehrt. &lt;br /&gt;
:Nach dem zweiten Weltkrieg in der DDR-Zeit, war das Prädikat &amp;quot;fürstliche&amp;quot; Heide nicht mehr opportun und so erfand man ersatzweise hier den Begriff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Gelbensander Forst&#039;&#039;&#039;&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Am Nordostrande des Waldgebietes findet sich dann noch der Stadtwald der Stadt Ribnitz-Damgarten, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Ribnitzer Heide&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Für &#039;&#039;&#039;diese drei Waldteile gemeinsam&#039;&#039;&#039; prägten die Geographen im 20. Jahrhundert den Landschaftsbegriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs&amp;quot;&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:Dem &amp;quot;Volksmund&amp;quot; ist das überwiegend gleichgültig. Er benutzt heute meist den Begriff &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; für das gesamte Waldgebiet.&lt;br /&gt;
:Vor dem ersten Weltkrieg hätte man einem Bewohner des fürstlichen Sommerresidenz-Dorfes Gelbensande nie sagen dürfen, er wohne in der Rostocker Heide. Vehementer Protest wäre die Folge gewesen, schließlich lebe man doch in der fürstlichen Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die &amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs&amp;quot; setzt sich heute zusammen aus:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rostocker Heide]] Kommunalwald der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Gelbensander Forst, ehem. Fürstliche Heide]]  &lt;br /&gt;
:(Besteht heute aus: [[Stiftungswald Deutsche Bundesumweltstiftung (DBU)]] , Privatwald Heigel, Privatwald Tönnies )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ribnitzer Heide]] Kommunalwald der Stadt Ribnitz-Damgarten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Alte Heide]] Landeswald MV&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Reviere der Rostocker Heide ==&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Rostocker Forstverwaltung 1914 Q Meckl Adressbuch.jpg|thumb|300px|rechts| Die Rostocker Forstverwaltung im Jahre &#039;&#039;&#039;1914&#039;&#039;&#039; unter Forstinspektor Max Garthe jun. (Quelle Meckl.Adressbuch)]]&lt;br /&gt;
;Stand nach der großen Forsteinrichtung 1834&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Schnatermann]] ===&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Markgrafenheide]] ===&lt;br /&gt;
: (Das Revier wurde 1835/36 aufgeteilt und aufgelöst)&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Torfbrücke]]===&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Hinrichshagen]]===&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Wiethagen]]===&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Meiershausstelle]] === &lt;br /&gt;
:(wurde 1835 als neues fünftes Revier eingerichtet und 2006 aufgelöst)&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Willershagen]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== * [[Rövershagen bis 1991 zentraler Sitz der Forstinspection/Forstverwaltung, ohne Revier]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Heideorte im Rostocker Teil der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===* [[Hinrichshagen]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Markgrafenheide und der untergegangene &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot;]] ===&lt;br /&gt;
===* [[&amp;quot;Das untergegangene Dorf Müggenburg&amp;quot;|Müggenburg]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Jürgeshof]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Rövershagen]] (Oberhagen, Mittelhagen und Niederhagen) ===&lt;br /&gt;
===* [[Stuthof]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Torfbrücke]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Wiethagen]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Willershagen]] bis 1945 zu Rostock gehörig ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rostocker Heide im Spiegel von Luftbildern==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center/&amp;gt;&#039;&#039;Zum Navigieren Pfeiltasten verwenden! Zur Ansicht aller Bilder auf Symbol in der Mitte klicken!&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Blick auf Hüttelmoor und Heiliger See 2006.jpg|RH LUBI Blick auf Hüttelmoor und Heiliger See 2006 - Foto: Wilfried Steinmüller 2006&lt;br /&gt;
Datei:Köhlerhof und Schießplatz 1993.jpg|Köhlerhof und Schießplatz Wiethagen - Foto: Wilfried Steinmüller 1994&lt;br /&gt;
Datei:Schießplatz Wiethagen Rövershagen 2006.jpg|Schießplatz Wiethagen Rövershagen - Foto: Wilfried Steinmüller 2006&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Blick zum Hüttelmoor 2006.jpg|RH LUBI Blick zum Hüttelmoor 2006 - Foto: Wilfried Steinmüller 2006&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Heiliger See ehem Schießplatz Rosenort im Hintergrund 2006.jpg |Heiliger See ehem Schießplatz Rosenort im Hintergrund 2006  Foto: Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Seekenwiesen 2006.jpg|Seekenwiesen 2006  Foto Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Stromgrabenmündung 2006.jpg | Stromgrabenmündung 2006 Foto  Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Stromgrabenmündung II 2006.jpg| Stromgrabenmündung II 2006  Foto Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Blick über das ehemalige Raketentruppen Objekt Schwarzenpfost 2006.jpg|Schießplatz Wiethagen Rövershagen - Foto: Wilfried Steinmüller 2006&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur Vor- und Frühgeschichte der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In einschlägiger Literatur wird oft die Annahme vertreten, daß in der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs in ur- und frühgeschichtlichen Zeiten deren Besiedlung  gering gewesen sei.&lt;br /&gt;
:Dabei wird die Gesamtzahl der Funde zum Vergleich mit anderen Regionen einfach neben einander gestellt.&lt;br /&gt;
:Aus archäologischer Sicht muß dazu Einiges richtig gestellt werden.&lt;br /&gt;
;Die Dichte der gemachten Bodenfunde in einem Gebiet muß in erster Linie im prozentualen Verhältnis der Bodenaufschlüsse betrachtet werden.&lt;br /&gt;
:Vergleicht man hier agrarisch bewirtschaftete Flächen, die fast jährlich beackert und damit aufgeschlossen werden, mit forstlich genutzten Flächen, also Waldflächen, so erfolgen Bodenaufschlüsse hier nur punktuell, zum Beispiel beim ausheben von Grabensystemen, erschließen und betreiben von Bodenentnahmestellen, oder unter Wurzeltellern bei Windwurf.&lt;br /&gt;
:Auf landwirtschaftlichen Nutzflächen erfolgt im Laufe von 100 Jahren auf 80% der Fläche mindestens ein einmaliger Bodenaufschluss. Auf einem großen Flächenanteil erfolgt das sogar jährlich. Auf forstlich genutzten Flächen werden in einem Saeculum dagegen nur 8 bis 10% der gesamten Flächen aufgeschlossen.&lt;br /&gt;
:Linear als Querschnitt durchgehend haben wir darüber hinaus in der Rostocker Heide Bodenaufschlüsse legiglich an der Küste, und dort auch nur an den jeweiligen Küstenrückgangsbereichen des Ostseestrandes. &lt;br /&gt;
:Diese Funde sind dann oft auch durch ihren Fundplatz in der Meeres-Dünung &amp;quot;gerollt&amp;quot;, also abgeschliffen.&lt;br /&gt;
:Fundorte an der Küste, an denen vor rund 100 Jahren Eugen Geinitz, Robert Beltz, [[Ludwig Krause]] oder vor rund 50 Jahren [[Otto Kolp]], Hans Wendt, Hubert Westphal Funde gemacht haben, liegen inzwischen 50 - 100 und noch mehr Meter von der Küste entfernt im Meer. So sind die umfangreichen Holzbauwerke, die etwa einen Kilometer westlich von Markgrafenheide im Meer liegen, keine früheren Molen, sondern sie lagen noch vor fünfhundert Jahren innerhalb der Landfläche der Dünen-Nehrung und verschwanden erst mit dem zunehmenden Küstenrückgang im Meer. &lt;br /&gt;
:Der wendische Wohnplatz am Stolperort, den Ludwig Krause und Robert Beltz 1925 beschreiben, ist also schon lange vom Meer verschlungen. 1995 im Spülsaum vor dem Rosenort gefundene wendische Schmuckperlen verschwanden als &amp;quot;Urlaubs-Andenken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Angesichts des immer schneller werdenden Küstenrückganges ist, schon allein, weil hier Badegäste Funde oft als Urlaubs-Souvenir, ohne eine behördliche Meldung, einstecken und mitnehmen, Kontrolle und Aufklärung von Nöten. &lt;br /&gt;
:Die Küstenrückgangslinie regelmäßig zu begehen und zu untersuchen wäre also längst angesagt um diesen Effekten entgegen zu wirken.&lt;br /&gt;
:Es ist bekannt, daß derartige Mitnahmen von &amp;quot;Urlaubs-Andenken&amp;quot; Jahr für Jahr stets aufs neue geschehen, was einen nicht zu unterschätzenden Schaden für die Erforschung unserer Geschichte ausmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Quellenauszüge zur Vor- und Frühgeschichte===&lt;br /&gt;
* [[Quellenauszüge zur Vor- und Frühgeschichte|Quellenauszüge zur Vor- und Frühgeschichte der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie der Forst-Geschichte in der Rostocker Heide:== &lt;br /&gt;
(Bearbeiter: Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
;In der Chronologie werden die Ereignisse aus der Rostocker Heide nur Stichpunktartig angeführt. &lt;br /&gt;
;Wichtige Marksteine hieraus werden dann ab Kapitel 3.1. folgend ausführlich behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Kürzel am jeweiligen Ereignis weisen auf deren Quellen hin:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:BGSR = &amp;quot;Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:BGR R = &amp;quot;Beiträge der Geschichte der Stadt Rostock&amp;quot; Registerband&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:HC = Chronik der Rostocker Waldungen von H.F.Becker und S.G.Garthe 1839&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:BK = Kirchspielchronik von Rövershagen von H.F.Becker, begonnen 1839&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:FCB = Familienchronik von H.F.Becker 1787-1852&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:FBK = aus der (anonymen) Fortsetzung von Beckers Kirchspielchronik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:AHR = Archiv der Hansestadt Rostock (meist mit Signatur folgend)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Extractus Libri Missivarum = Rostocker Ratsbücher im Stadtachiv der Hansestadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:HE = Archiv Hans Erichson Ribnitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:HA = Heidearchiv Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:KFC = Fundchronik von Ludwig Krause im Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:OK = Otto Kolp &#039;&#039;&#039;Dissertation&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Die nordöstl. Heide...&amp;quot; 1953 &lt;br /&gt;
:Kolp = Der wesentliche Teil der Dissertation Otto Kolps ist gekürzt 1957 als Buch erschienen, das finden sie hier als Digitalisat: [[ Dr. Otto Kolp &amp;quot;Die Nordöstliche Heide Mecklenburgs ...&amp;quot; 1957]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:QvOe = Quirin Oelsnitz &amp;quot;Die Rostocker Heide - Untersuchungen zur Forstwirtschaftsgeschichte der nordöstlichen Heide Mecklenburgs&amp;quot; HU Berlin Dissertation 1955 (unveröffentlichtes Schreibmaschinenmanuskript)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:UA = Archiv der Unversität Rostock (mit anschließender Signatur)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:UB = Bibliothek der Universität Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:UM = Zeitschrift &amp;quot;Unser Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Rostocker Heide im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1252, 25.3.&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich Blorwin III. verkauft der Stadt Rostock die heutige Rostocker Heide&lt;br /&gt;
;[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige (AHR)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 1.11. (in manchen Quellen auch 1307)&lt;br /&gt;
:Die Allerheiligenflut &#039;&#039;(Allerheiligen-Tag ist der 1. November)&#039;&#039; überflutet fast die gesamte Rostocker Heide. Die mehrere Meter hohen Dünen am Weststrand der Rostocker Heide beim &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; werden auf mehrere hundert Meter Länge in den Warnow-Mündungslauf gespült, so daß der natürliche Flußlauf hier danach nicht wieder geöffnet werden kann und weiter östlich ein Durchstich erfolgt. Das Wasser soll den Überlieferungen nach auf &#039;&#039;&#039;14 bis 15 Fuß (4,7 bis 5,0 m) über den normalen Wasserstand&#039;&#039;&#039; gestiegen sein. &lt;br /&gt;
:(Anmerkung WS: Die Höhenangaben könnten realistisch sein, da die damalige Fluthöhe weiter westlich, am Rande der Conventer Niederung, nördlich von Bad Doberan, nachvollziehbar bis kurz unter die 5-Meter-[[Isohypse]] reichte. Die Allerheiligenflut verschlang auch die damalige Landbrücke zwischen Mönchgut/Rügen und Peenemünder Haken/Usedom. Auf der Insel Usedom zerstörte die Flut das Kloster Grobe und Teile der Stadt Usedom &#039;&#039;(jeweils die Flächen unter der 5m Isohypse)&#039;&#039;, das Kloster wurde unmittelbar nach diesem Elementarereignis in Pudagla auf dem Berg neu gegründet.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323 11.März&lt;br /&gt;
:Die Stadt erwirbt von Heinrich II. von Mecklenburg das &#039;&#039;&#039;fürstliche&#039;&#039;&#039; Dorf (villa) Warnemünde mit dem ganzen &#039;&#039;&#039;westlichen&#039;&#039;&#039; Warnowufer (das damals vom Taterhörn auf der hohen Düne bis an die Grenze von Diedrichshagen reichte, mit Eigentumsrecht, voller Gerichtsbarkeit, mit Gestattung der Anwendung des Lübischen Rechts, Fischereigerechtigkeit bis in die See hinaus, behält sich aber das Patronatsrecht vor. (KFC) &lt;br /&gt;
:Das heutige Warnemünde wird &#039;&#039;&#039;erst damit Rostocker Stadtbesitz&#039;&#039;&#039;. (BGR R) &lt;br /&gt;
;Erst mit diesem Vertrag erhält die Stadt Rostock auch die Fischereigerechtigkeit vor der Küste der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1358 &lt;br /&gt;
:Die Hansestadt kauft dem Landesfürsten für 2000 Mark Rostocker Pfennige die unbeschränkte Criminal- und Civil-Gerichtsbarkeit auf ihrem ganzen Gebiete ab. In der unmittelbar darauf folgenden Reformation der Stadtgerichtsbarkeit wird &#039;&#039;&#039;auch&#039;&#039;&#039; das Amt des &amp;quot;Waldherrn&amp;quot; (&amp;quot;Domini silvarum&amp;quot;) geschaffen. Ihm oblag die Beaufsichtigung der Stadthölzung mit den Kohlenbrennereien, die Einsammlung der Pachtgefälle und Beden von den Stadtdörfern, auch die Erhaltung der Bollwerke in Warnemünde, wie hier im Hafen. (Andree apostoli 1358)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schweinejagd mit Hetzhunden und Saufeder Mitte 15tes Jahrhundert.jpg|Jagd mit Saufeder und Hetzhunden 15.Jahrh.&lt;br /&gt;
Datei:Jagd mit der Armbrust Mitte 15tes Jh.jpg|Jagd mit der Armbrust 15.Jahrh.&lt;br /&gt;
Datei:Hohe Jagd Mitte 15tes JH.jpg|Die hohe Jagd 15.Jahrh.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1533&lt;br /&gt;
:Wurde ein Sechzigerkollegium zur Beaufsichtigung und Besserung der Land- und Forstwirtschaft in den Rostocker Waldungen und Güter von der Rostocker Bürgerschaft gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535&lt;br /&gt;
:Verordnung, das kein grünes, sondern nur allein trockenes Lese-Holz, aus der Heyde soll geholet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1536&lt;br /&gt;
:Daß nur allein unnütz liegendes Weich-Holz, mit Bewilligung der Gewetts-Herren, aus der Heyde soll geholet werden. (erneuert 1538, -39) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1548&lt;br /&gt;
:Das unter dem Vorwand des Lese-Holzes kein nützliches Holz aus der Heyde geholet werde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1554&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider das Jagen zur verbothenen Zeit.&amp;quot; (erstmals, dann jährlich erneuert, Quelle: HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1555&lt;br /&gt;
:Das ohne EE Rats Einwilligung kein Holz aus der Heyde soll abgefolgt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1557&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider das Schiessen und Jagen in der Fürstl. Wild-Bahn&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1561&lt;br /&gt;
:Daß kein Holz aus der Heyde zum Schaden soll abgehauen werden.&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Die wilden Schwene nicht zu verjagen oder zu schiessen.&amp;quot;(HA)&lt;br /&gt;
:[[Datei:Gegen das Schießen und Jagen auf Stadtgebiete 1562.jpg|thumb|400px|rechts|Bekanntmachung gegen das Schießen und Jagen im Stadtgebiete 1562 (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1562&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider das Schiessen und Jagen in der Stadt Gebiet.&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1565&lt;br /&gt;
:Ernannte die Bürgerschaft Hans Beckentin zum Voigt über die Heide und Stadt Güter, und mußten die Schulzen ihm Gehorsam schwören. &lt;br /&gt;
:Man hatte ihm den Studenten Nikolaus Möller als Assistenten beigegeben.&lt;br /&gt;
:Allein auf Klagen des Halses ward er durch einen kaiserlichen Befehl von seiner Stelle wieder abgesetzt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1572, 14. Februar &lt;br /&gt;
:Daß kein Lese-Holz aus der Heyde geholet werden soll.&lt;br /&gt;
:Konflikt zwischen der Stadt Rostock und den Moltkes auf Toitendorf &amp;quot;wegen der Fischerei mit Körben in der Petzer-Beck; item auf der Warnow mit Böten und Rusch-mehen; &#039;&#039;&#039;item Holzholen aus der Heide&#039;&#039;&#039;&amp;quot;  &lt;br /&gt;
:(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractum Libri Missivarum de anno 1572)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1572, 1. März&lt;br /&gt;
:Beschwerde an Herzog Johann Albrecht und den Amtshauptmann zu Ribnitz wegen unerlaubtem Holzfällen in der Rostocker Heide im Strombruch. :(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractus Libri Missivarum de anno 1572)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 26. Januar&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Vorstellung und Bericht  an Herzog Johann Albrecht wegen des streitigen Holzes in der Rostocker Heide, des Strom-Bruchs.&amp;quot;  :(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573,14. Februar&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider die unbefugten Jäger in der Stadt-Gebiete&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 19. Oktober&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Literae an Herzog Ulrich und an den Schwerinschen Kanzler Husanum wegen des streitigen Ortes, Holz in der Rostocker Heide, der Strom-Brook genannt. Item den 14. November&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573 bis 1577&lt;br /&gt;
:Streit mit der Äbtissin des Klarissenklosters Ribnitz weil die Rostocker ihr Vieh von der Rostocker Heide aus in die Ribnitzer Klosterforsten treiben. (AHR 1.4.17. 250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Datei:1628 29ter December Wallensteinsche Verfügung Raubvögel und Raubtiere aus dem Wege zu räumen.jpg|thumb|400px|rechts|1628 29ter December Wallensteinsche Verfügung Raubvögel und Raubtiere  aus dem Wege zu räumen (UA)]]&lt;br /&gt;
;1575, April/Mai  &lt;br /&gt;
:Der berühmte Gelehrte Tilemann Stella fertigt ein Gutachten *[[&amp;quot;über Tannen-Bestände in der Heide&amp;quot;]] (AHR  1.4.17. - 251/1). &lt;br /&gt;
:Am 15.April bittet der Rostocker Rat Stella um Hilfe bei der Besorgung der zugesagten 3 Scheffel Tannensamen aus den herzoglichen Waldungen. Am 9.Mai bedankt sich der Rat beim Herzog Johann Albrecht für deren Lieferung. Das Saatgut ist in den Waldungen rund um Fürstenberg gewonnen worden. &lt;br /&gt;
;(Der erste Hinweis auf gezielte Aufforstungen in der Rostocker Heide)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1578&lt;br /&gt;
:Daß keine Schweine ungemarkt in die Rostocker Heyde und Mast getrieben werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1584&lt;br /&gt;
:Mit Bildung des Hundertmänner-Collegiums als Stadtvertretung wird auch das Heidedepartement gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588&lt;br /&gt;
:8.August Jürgen Brandt wird von den Ratsherren privat als &amp;quot;Jegermeister und Wildschutzen&amp;quot; angestellt. Er wird nicht aus dem Stadtsäckel bezahlt. (HA)&lt;br /&gt;
;[[zum historischen Jäger Brandt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1589&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider das Jagen in der Rostocker Heide.&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1601, 4. Januar&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Daß die Bürger zwey Jahr lang vermöge der mit Ihro Fürstl. Durchlaucht getroffenen Convention, sich des Jagens in der Heide enthalten sollen.&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
:[[Datei:1662 16ten December Herzogliche Verordnung das den Wölffen fleißig solle nachgestellet werden.jpg|thumb|300px|rechts|1662 16ten December Herzogliche Verordnung das den Wölffen fleißig solle nachgestellet werden (UA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1614&lt;br /&gt;
:„Anno 1614, den 7.Januar sind 2 Bauern Von Räubershagen ([[sic.]]), Vater und Stiefsohn, vor dem Dorfe an einem dort neu errichteten Galgen Dieberey halber gehängt worden, welche eine lange Zeit allhier in der Stadtfrohnerei gefangen gehalten worden, endlich dahin geführet den andern Haid- und Holzdieben zum Schrecken und Spiegel aufs freie Feld gehänget...“ P. XII Rostocker Chronik &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1617&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wegen der Jagd und des Schiessens.&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1624, 1.Juni bis 31. Dezember&lt;br /&gt;
:während einer Pestwelle sterben im Rostocker Gebiet 722 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625  10./11. Febr.&lt;br /&gt;
:war die bekannte schreckliche Überschwemmung zu Rostock und in der Umgegend, davon in dem &lt;br /&gt;
;[[&amp;quot;Etwas von gelehrten Rostockschen Nachrichten&amp;quot;  4.Jahrg. Nr.898 i.J. 1740]] eine ausführliche Nachricht abgedruckt sich findet.&lt;br /&gt;
:In hiesiger Gegend soll ein großer Theil der Waldung unter Wasser gestanden haben, ja es soll das Wasser in Niederungen bis Blankenhagen  vorgedrungen seyn. Die Wasserhöhe des Maaßes war 14 Fuß &#039;&#039;(rund 4,60 m)&#039;&#039; über den mittlern Stand gestiegen. Die Meierey auf dem Moorhof (vorh. Moor genannt) stand völlig im Wasser, Pferde und Ochsen ertranken, die Bewohner saßen 3 Tage im Dach auf dem Heu. Zu Warnemünde wurden von 150 dortigen Häusern 18 an der Düne gänzlich weggerissen und 74 stark beschädiget, viele Schiffe zertrümmert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1634&lt;br /&gt;
:8.März - &lt;br /&gt;
;[[Ordnung und Instruktion, darnach sich die Verwaltungen der Heyde und Holzung verordnete Herren des Raths und der Bürgerschaft verhalten und richten sollen]] (Warscheinlich die erste Forstordnung der Rostocker Heide?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1644&lt;br /&gt;
:1. Dezember- Wegen der Nach-Mast in der Heyde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
;1664/65&lt;br /&gt;
:Tewes Wrampe ist Vogt der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668-1677&lt;br /&gt;
:Hinrich Wrampe ist Heidevogt der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669&lt;br /&gt;
:Ward der zu Markgrafenheide wohnende Jäger Brandt der Sage nach von einem Keiler erschlagen. Auf dem Heimwege nach der Kirche, wo er  communicieren wollen, trifft er den Keiler und soll die ruchlosen Worte gesagt haben: &amp;quot;Nach meiner Rückkehr soll dich oder mich der Teufel holen.&amp;quot; Man fand ihn Abends todt mit aufgeschlitztem Bauch. Es ist ihm an dem Platz ein Kreutz errichtet und bis jetzt erhalten.(BK) &#039;&#039;&lt;br /&gt;
;(Die Volksüberlieferung mag das Ereignis in das Jahr 1669 verlegt haben, denn einen Jäger Brandt gab es in der Heide bereits ein Jahrhundert zuvor. W.S.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1680, 27. Januar&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wegen der Jagd in der Rostocker Heide&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1687&lt;br /&gt;
:Im September weilt Herzog Gustav Adolph mit seinem Schwiegersohn dem Grafen von Stolberg zu einer großen Jagd in der &#039;&#039;&#039;Rostocker und Ribnitzer&#039;&#039;&#039; Heide&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Lust Reiterkarte 1696.jpg|thumb|300px|rechts| Rostocker Heide Reiterkarte von 1696 (Reproduktion aus „Mecklenburg - Zeitschrift des Heimatbundes Mecklenburg“ 22. Jahrgang September 1927 Nr.3)]]&lt;br /&gt;
;1688&lt;br /&gt;
:7.September - Verordnung wider die Fremden Jäger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1691&lt;br /&gt;
:13. May - Verordnung und Instruktion, wornach sich die Heyde-Vorweser zu richten haben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1696&lt;br /&gt;
:Im Archiv der Hansestadt Rostock befindet sich die mit Eichen-Galltinte gezeichnete erste Karte der Rostocker Heide (77cm lang, 50,5 cm breit). Rechts oben in der Ecke in einem gekrönten Lorbeerkranze trägt sie den Titel: &lt;br /&gt;
; [[&amp;quot;Grundlicher / Abriß der Stadt /Rostock Heyde / Anno 1696 / Den&amp;quot;.]] &lt;br /&gt;
:Als Zeichner und Autor trägt sie die Signatur: &amp;quot;Gotfriet Lust / Stadtfenderich / 1696 d.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:00 RH Die Rostocker Heide im Hoinkhusen Atlas um 1700.jpg|thumb|300px|rechts|Die Rostocker Heide im Hoinkhusen-Atlas um 1700)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1697&lt;br /&gt;
:12. Dezember - Daß die Warnemünder ohne Vorweisung eines Zettels kein Brenn-Holz aus der Heyde holen sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1702&lt;br /&gt;
:22. Juli - Verordnung &amp;quot;Wider die Holz-Dieberey in der Heyde&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Überließ die Stadt dem Herzoge Friedrich Wilhelm die Jagd in der Heide auf Lebenszeit, und nahm sie alsdann wieder an sich. Herzog Carl Leopold wollte sie mit Gewalt an sich reißen und schickte einen Lieutenant mit 20 Dragonern nach Rövershagen um den Rostockern die Ausübung der Jagd zu wehren, ein kaiserl. Mandat vom 28. März 1714 inhibitierte diesen Gewaltstreich. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1707&lt;br /&gt;
:wurde ein Reglement für die Heidevögte in Rövershagen herausgegeben, Es enthielt vor allem Vorschriften zur Verhinderung von Wild- und Holzdiebstählen.&lt;br /&gt;
;[[Datei:RH 17xx Dec Verbot über das Eis der Warnow in die Rostocker Heyde zu fahren um daselbst Holz zu laden.jpg|thumb|300px|rechts|1722(?) Verbot über das Eis der Warnow in die Rostocker Heyde zu fahren und daselbst Holz zu laden (UA) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1708&lt;br /&gt;
:11.April - Verordnung, wie die Holz-Zettel beschaffen seyn solen.&lt;br /&gt;
:10. May - &amp;quot;Daß die Heyde-Vorweser alle Jahr die Grenzen und Scheiden der Stadt-Scheide in Augenschein nehmen sollen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1715&lt;br /&gt;
:8. Februar - Verordnung &amp;quot;Wider die Holzdiebereyen&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1716&lt;br /&gt;
:12. Januar - Verordnung &amp;quot;Wider das Lese-Holz holen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1717&lt;br /&gt;
:Herzog Carl Leopold verlangt die Herausgabe der Heide-Kaufurkunde von 1252. Der Herzog läßt in fünf Wochen langer Arbeit 100 Bauern Jagdschneisen durch die Heide hauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1718&lt;br /&gt;
:30. Juni - Daß in der Heyde zum Brenn-Holz keine Buchen und Eichen sollen gehauen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1719&lt;br /&gt;
:16. August -Verordnung &amp;quot;Daß kein Feuer in der Heyde soll gemacht, auch die Bienen nicht aus den Bäumen gehauen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1722, 3. Juli&lt;br /&gt;
;[[Reglement von E.E.Rath Mit Bewilligung der Ehrliebenden Hundert Männer gemacht worden]]&lt;br /&gt;
:nach welchem die Jagd in der Rostocker Heyde Zum Nutzen gemeiner Stadt zu administrieren Und welcher Hinführo, biß zu fürder Ordnung E.E.Rath und Ehrliebenden Bürgerschaft nach zu gehen ist&lt;br /&gt;
:(UAR Mk-11350 6b))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1723  26. Jul. &lt;br /&gt;
:starb der Heidevoigt Fried. Gottmann. Stürzte Christoph Melms von einem Baum und lebte nur noch einige Stunden. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1725&lt;br /&gt;
:21.Juli - Decret betreffend die Gränze der Gerichtsbarkeit derer Herren des Gewetts und Heyde-Vorwesern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1726&lt;br /&gt;
:8.April - Daß die aus der Stadt-Heyde verkaufte Tannen und anderes Holz nicht eher aus der Heyde gelassen werden sollen, bis es bezahlet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1727&lt;br /&gt;
:24. Januar - Taxe des Holzes, so aus gemeiner Stadt-Heyde an Fremde und Einheimische verkauft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1728&lt;br /&gt;
:25. März - Mandat, worin das unzeitige Jagen und Schiessen des Wildes, wie auch das Ausnehmen der Eyer des Gevögels von Maria Verkündigung bis St. Jakobi verbothen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:IMG 20190929 0041.jpg|thumb|350px|rechts|Holzanweisungs-Verordnung an die Heidevögte vom 9.8.1734 (UA)]]&lt;br /&gt;
;1734&lt;br /&gt;
:-4. Juni -  Verordnung, Daß die Heyde-Schützen kein Bier und Brandwein schenken, wie auch den Holz-Handel einstellen, ohne Zettel der Bauerschaft kein Holz anweisen, auch nur 2 Pferde halten sollen.&lt;br /&gt;
:-9. August - Verordnung, wie es mit denen Heyde-Voigten bey Anweisung des Holzes und von denen Baum-Wärtern bey Paßirung des Holzes aus der Stadt-Heyde gehalten werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1736&lt;br /&gt;
:11. Juli - daß denen fremden Jägern in der Heyde die Pferde und Hunde, ohne Ansehen der Person, erschossen werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1741&lt;br /&gt;
:21. Juli - Daß keinen Fremden und Vorstädtern Lese-Holz gegeben werden, auch selbige nicht mit Axt und Beil in der Heyde fahren sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1742&lt;br /&gt;
:4.May - Daß keine Sträuche aus der Heyde verkauft werden sollen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1743&lt;br /&gt;
:11.Oktober - Wie hoch einem Bürger das Fahden-Holz aus der Heyde zu verkaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1744&lt;br /&gt;
:28. Februar - Daß keine kleinere Tannen als drey auf die Fuhr verkauft werden sollen&lt;br /&gt;
:6. März - Daß bey Anweisung der Holzes aus der Heyde keine Zimmerleute admittirt werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1745&lt;br /&gt;
:31. Januar - Verordnung wegen der Holzdieberey.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1746, 16. August&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ausführliche Vorstellung in Meliorations-Sachen und Verbeßerung der Gehälter von der Stadt Rostock Höltzung zu Rövershagen&amp;quot; vom Heideverweser Samuel Gustav Oertling (AHR 1.1.3.4.2. 308)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1747 &lt;br /&gt;
:7.April - Forstinspektor Dörksen wird eingesetzt. (AHR 1.1.3.4.2. 308) &lt;br /&gt;
;Hier wird erstmals die Berufsbezeichnung eines &amp;quot;Forstinspectors&amp;quot; in der Heide und das noch verbunden mit einem Namen genannt.&lt;br /&gt;
:20. May - Verordnung daß kein Feuer in der Heyde gemacht und angesteckt werden soll&lt;br /&gt;
:7. August - Daß die Heyde-Vorweser die Fallbäume gehörig berechnen sollen&lt;br /&gt;
:13. September - Daß die Heyde-Schützen und Baum-Wärter, ohne Unterschrift des Herrn Präsidis des Gewetts, keine Bäume anschlagen oder Holz abfahren lassen sollen.&lt;br /&gt;
:13. September - Daß die Heyde-Schützen weiter keinen Acker haben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1748&lt;br /&gt;
:Starb der Baumwärter Zimmermann. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1749&lt;br /&gt;
:15. Januar - Daß das Hirschhorn sonst nirgends als beim Zucht-Hause gegen billige Bezahlung verkauft werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1750&lt;br /&gt;
:Daß die Hunde zu Rövershagen und in denen der Rostocker Heyde angrenzenden Stadt-Dörfer gelähmet werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1751&lt;br /&gt;
:29. November - &amp;quot;Daß die Pächter der Stadt-Güter sich alles Schiessens und Jagens, und überhaupt aller Nachstellung des Wildes und Gevögels enthalten sollen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1752&lt;br /&gt;
;[[Julius Michael Tarnow zeichnet eine Karte von Studthoff]] mit angrenzenden Waldungen (BK)&lt;br /&gt;
:9. Juli - &amp;quot;Verordnung, daß sich ein jeder des Jagens und Schiessens auf den Fürstlichen Feldern, wie auch in der Stadt-Heyde und Stadt-Feldern enthalten solle.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1753 &lt;br /&gt;
:Starb der Jäger Wramp. (BK)&lt;br /&gt;
:Die Verpfändung der Willershäger Waldungen an das Kloster Ribnitz endet (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1756 &lt;br /&gt;
:Infolge des Siebenjährigen Krieges waren die Kassen der Stadt völlig leer. Die Preußen hatten Mecklenburg tüchtig ausgeplündert. Zu jener Zeit besann sich der Magistrat auf die noch an Holz in der Heide vorhandenen Werte. Man begann sich erste Gedanken über Holzwirtschaft zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1757&lt;br /&gt;
:15. Februar - Des Gewetts Verordnung für die Baum-Wärter.&lt;br /&gt;
:19. Februar - Des Gewetts Verordnung wegen Fällung des Faden- und Bauholzes zu rechter Zeit und gehöriger Anordnung.&lt;br /&gt;
:22. März - Edikt wegen der Holtz-Dieberey (AHR 1.1.3.0. - 17/30 S.567-569&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1760&lt;br /&gt;
:Gründung eines Forstkollegiums, dessen Hauptaufgabe die Erarbeitung eines herzoglichen Regulativs für die Rostocker Heide ist. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1760&lt;br /&gt;
:Unternahmen die Rostocker Kaufleute Jacob Johann Stypmann und Paul Grube eine große Torf Enterprise und ließen den Pramgraben vom Stinkengraben bis zum Breitling verfertigen. (BK)&lt;br /&gt;
:27.Oktober - Gewettssecretär J.F. Möller reicht dem Rostocker Rat seine &lt;br /&gt;
; + [[&amp;quot;Unvorgreifliche Gedanken von der Einrichtung eines Land-, Forst- Jagd- und Wirtschaftscollegii&amp;quot;]]  &lt;br /&gt;
:ein, das erste Konzept zur Forsteinrichtung der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1762&lt;br /&gt;
:Bildete sich das erste Forstkollegium in Rostock, löste sich aber 1768 wieder auf. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1763&lt;br /&gt;
:15.Mai - Abschaffung der Pfingstmaibüsche wegen Rückgang des Birkenbestandes in der Rostocker Heide. (BRG 7,122.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:16.März - eine neue &amp;quot;Forst-Taxe&amp;quot; wird durch Forstinspektor Möller eingeführt&lt;br /&gt;
:6. April - Der Gewettssecretär Möller erhält seine Bestallungsurkunde und wird damit städtischer Forstinspector. (AHR 1.1.3.0. XI/2 S.15-22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1765&lt;br /&gt;
:Gewetts-Sekretär Möller reicht einen * [[Plan über die Einteilung und beßere Bewirtschaftung der Heide]] beim Rat ein, was jedoch keine Zustimmung findet. (AHR)&lt;br /&gt;
:Der &#039;&#039;&#039;herzogliche&#039;&#039;&#039; Oberforstinspektor Wulff versucht die erste Regulierung der Heide. Dabei wird der Mangel einer zweckmäßigen Karte zum ersten Male bemerkt.&lt;br /&gt;
:Wirtschaftskarten von Dost und Rothermann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1766,21.April&lt;br /&gt;
:Hermann Friedrich Becker, der spätere Forstinspector der Rostocker Heide geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767 &lt;br /&gt;
:Die vom Forst-Collegium erarbeitete &lt;br /&gt;
;[[Dienst- Bauer- und Wirthschaffts-Ordnung für das der Stadt Rostock gehörige Guth Rövershagen, Rostock, den 10. Mart. 1767]] &lt;br /&gt;
:wird eingeführt, die lange normierte. (HA)&lt;br /&gt;
:Mit deren Inkrafttreten obliegt dem Forstinspektor in Personalunion zusätzlich die Funktion eines Amtshauptmannes für die Heidedörfer.(BK) &lt;br /&gt;
:August, dem Forstinspektor  Möller wird gekündigt, da ihn die Vielzahl seiner Aufgaben überfordert.&lt;br /&gt;
:6. September der entlassene Forstinspektor Möller meldet Insolvenz an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1768&lt;br /&gt;
:Das Heidedepartement tritt an die Stelle des unmittelbar zuvor aufgelösten Forstkollegiums. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1774&lt;br /&gt;
:Ein Beschluss über das 2 Jahre lang erarbeitete herzogliche Forstregulativ für die Rostocker Heide und deren praktische Umsetzung wird von der Rostocker Bürgerschaft abgelehnt. Es wird in der Folgezeit jedoch teilweise umgesetzt. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1776&lt;br /&gt;
:Brannte ein beträchtlicher Theil der Schwanberger Heide ab. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1779&lt;br /&gt;
:Im Mai erschoß sich der Jäger Fiede zu Haus als er mit einem geladenen Gewehr zwischen die sich beißenden Hunde schlug. (BK)&lt;br /&gt;
:23.6. Jäger Bauer in Torfbrücke ansässig (Erste Erwähnung des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Torfbrücke). (AHR 1.4.17.  250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1780 15. Oct.&lt;br /&gt;
:erschoß sich der Forstinspector Möller mit einer Pistole, er wurde 52 Jahre alt und hatte manche Kränkungen und Unfälle erlitten. Er liegt unter der großen Linde des Kirchhofes. (BK)&lt;br /&gt;
:Im Jul. starb der Baumwärter Schnockel zu Haus. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1781&lt;br /&gt;
:Trat der Forstinspector J.Roedler seinen Dienst an. Er diente 10 Jahre und ward pensioniert. (BK)&lt;br /&gt;
; [[&amp;quot;Ueber  Berbesserung der Rövershäger Holzung....&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
: [[Datei:Schmettau Rostocker Heide Gesamtübersicht 1788.jpg|thumb|300px|rechts|Auszug Rostocker Heide aus der Karte des Grafen Schmettau 1788 (Quelle: Heidearchiv)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1782&lt;br /&gt;
:Die vom Forstinspektor Roedler und dem Forstdepartement erarbeitete &lt;br /&gt;
;[[Einstweilige Taxe der Tannen-Hölzer für Einheimische und Fremde]] &lt;br /&gt;
:wird vom Rat beschlossen und verbindlich eingeführt. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1783&lt;br /&gt;
:Im Apr. starb der Wildfahrer Claus Borgwarth 49 J. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784&lt;br /&gt;
:10. Juli - &amp;quot;Verordnung wie sich die Fuhrleute bei Abholung des Holzes aus der Heyde zu verhalten haben&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1785&lt;br /&gt;
:29. Januar - &amp;quot;Verordnung daß die Fuhrleute in der Heyde keine Bäume abhauen sollen, um freie Fahrt zu haben.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1789&lt;br /&gt;
:Starb der Baumwärter Hans Lindemann 77 J. alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1791&lt;br /&gt;
:Legte der Forstinspector Rödler seinen Dienst nieder. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1. Juli&#039;&#039;&#039; ward der Forstinspector Herm. Fr. Becker zu Rövershagen eingeführt. Es waren dazu aus Rostock eingetroffen Sen.Dr. Prehn, Sen. Stange,Sen.Schrepp, K.Schroeder, K. Neuendorf, L.Altmann, L.Lober, Secret.Dethlof. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1793&lt;br /&gt;
:Warf ein heftiger Orcan die halbe, neu erbauete Scheune zu Niederhagen, sowie die Holzremise und ziemlich Holz in der Waldung um. (BK)&lt;br /&gt;
: Hermann Friedrich Becker fertigt eine Karte von der Rostocker Heide.  &lt;br /&gt;
[[Datei:H F Becker Heidekarte 1793.JPG|thumb|300px|rechts| Rostocker Heide Karte von H.F.Becker 1793, nicht eingenordet ! (AHR)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1794&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verordnung, daß die Fuhrleute das ihnen in der Heyde angewiesene Holz nicht vertauschen sollen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1795&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker entlässt den Rechnungsführer der Forstinspektion Dietrich Wilhelm Babst wegen &amp;quot;Verdruß in den Geschäften&amp;quot;. (Sohn von Diederich Georg Babst, dem Syndikus des 2.Quartiers der Bürgerschaft, der fortan bis zu seinem Tode 1800 eine Vielzahl von Denunziationen und Intrigen gegen Becker initiiert)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796&lt;br /&gt;
:Die große Eichenzählung (HA)&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Rövershagen Schweinemast 1801.jpg|thumb|300px|rechts|RH Rövershagen Schweinemast 1801 (Quelle:Heidearchiv Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801 3. Nov.&lt;br /&gt;
:war ein heftiger Sturm der die Torfscheune umwarf. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804&lt;br /&gt;
:Der Prahmkanal wird bis an den Moorhof ausgebaut.&lt;br /&gt;
:Die Baudurchführung der Bauernwiesenschneise scheitert an einer Denunziation des zweiten Quartiers der Bürgerschaft. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Schwarze Stute 1803.jpg|thumb|300px|rechts|RH Schwarze Stute 1803 (Quelle:Heidearchiv Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;1805&lt;br /&gt;
:Starb der pensionierte Jäger Johann Joachim Schramm in Hinr. 77J. alt d. 12.Januar. (BK)&lt;br /&gt;
; + [[1805 - Jagd Reglement Rostocker Heide]] (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806&lt;br /&gt;
:30. Oct. starb der pensionierte Jäger Bauer 58 J.alt (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1807  22. Mai&lt;br /&gt;
:nahmen der französische Gouverneur in Meckl. Laval und der Intendant Bremont die Heide in Augenschein um selbst entscheiden zu können wieviel Holz hier als Kontribution eingeschlagen werden kann. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1808&lt;br /&gt;
:12./13. Aug und 8. Mai wurde die in der Heide angelegte Schneise durch eine städtische Kommission mit Zuziehung vom Oberforstmeister v. Grävenitz und Forstinsp. Stave (oder Struve?) in Augenschein genommen. (AHR)&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker macht den Vorschlag einen Prahmkanal über den Moorhof hinaus bis an die Winkeleiche an die Grenze der herzoglichen Waldungen zu bauen.&lt;br /&gt;
:-Fand sich ein Wolf im Walde an, der mehrere Mastschweine zerriß. Er ward verfolgt aber entkahm. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1810 &lt;br /&gt;
:Forstinspector Becker schlägt die Einteilung der Rostocker Heide in 5 Hauptreviere vor und führt sie durch (HA)&lt;br /&gt;
:Die Reviere Schnatermann, Markgrafenheide (bis 1836), Hinrichshagen, Torfbrücke, Wiethagen und  Meyershausstelle &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Anmerkung: Im Rahmen der in den 1830er Jahren durchgeführten ersten Forsteinrichtung wurde das Revier Markgrafenheide aufgelöst und dessen Flächen auf die Reviere Schnatermann und Hinrichshagen aufgeteilt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:25.Juli - &amp;quot;Verbot an die Jäger und Holzwärter Bestellungen für Holz anzunehmen und Holzfuhren zu besorgen&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 28. November leuchteten bei einer Probeanzündung die Alarmstangen, die an der Spitze kleine Teertonnen trugen, von Fischland bis Markgrafenheide durch die Nacht. Mit diesem System sollte die Überwachung der Kontinentalsperre abgesichert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1811&lt;br /&gt;
:8. April - Schreiben Forstinspektor Beckers: &amp;quot;...da durch die Besetzung der Seeküste durch französische Douanen der Verkehr nach Markgrafenheide, Grahl und Fischland ein sehr starker ist und Wege dort nicht fertig sind, müssen sie zuende gebaut werden ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
:August - zum Bau von Befestigungsanlagen in Warnemünde sowie des französischen Militärlagers &lt;br /&gt;
:(für 10 000 Mann) in Rostock-Barnstorf erfolgten in der Rostocker Heide besonders große Holzeinschläge. Außerdem wurden die Waldarbeiter zum Bau der Warnemünder Redoute eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813&lt;br /&gt;
:Februar/März - die französischen Truppen verlassen Rostock und Warnemünde. (BGR R)&lt;br /&gt;
:23. März - die Kontinentalsperre wird aufgehoben. (BGR R)&lt;br /&gt;
:ab 9.November- Der Landsturm patroulliert unter Forstinspektor Beckers Kommando zwischen Torfbrücke und Markgrafenheide. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1815 d. 3. Februar&lt;br /&gt;
:starb der Holzwärter Albrecht Siegfried Petersen auf der Torfbrück 70 Jahr alt. &lt;br /&gt;
:Den 25. März starb der Holzwärter Carl Fried. Wramp zu Markgrafenheide 68 J. alt.&lt;br /&gt;
:Zog eine Wasserhose aus dem Meer bei Grahl vorbei längst der Heide biß Altenheide und Ribnitz, zerbrach eine Menge Bäume, warf andere nieder, und machte in der Gelbensander Forst eine Schneise eine starke halbe Meile lang und 24 Fuß (8 m) breit, in der Willershagner Heide stürzten 9 Bäume um. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1817 15. April&lt;br /&gt;
:starb der Jägermeister Joh.Hinrich Schäning 61J. Den 1.Jul. starb der Jäger Johann Jochim Adam Karsten zu Wiethagen 54 J.alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1818 14. Dec.&lt;br /&gt;
:machten die Fischländer Nachts mit vielen Böthen eine Invasion in die Heide und führten eine Parthie Holz aus dem Sack weg. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:HF Becker reisende Jäger FA 1824 Sp617.jpg|thumb|200px|rechts|Forstinspektor Becker 1824 im Freimütigen Abendblatt über die Plage der reisenden Jäger 1]]&lt;br /&gt;
[[Datei:HF Becker reisende Jäger FA 1824 Sp618.jpg|thumb|200px|rechts|Forstinspektor Becker 1824 im Freimütigen Abendblatt über die Plage der reisenden Jäger 2]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:starb der pensionierte Holzwärter Johann Heinrich Kröger auf dem Schnatermann 113 Jahr alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1821 15. Dec.&lt;br /&gt;
:starb der Baumwärter zu Hinrichshagen Johann Jochen Hinrich Hinz 71 Jahre alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822&lt;br /&gt;
:erschoß sich am 29.Dec. der Holzwärter Johann Christian Nicolaus Grälert zu Markgrafenheide 43 J.alt aus Unachtsamkeit als er mit einer geladenen vor sich gehaltenen Büchse die mit einander kämpfenden Hunde trennen wollte. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostocker Heide Becker FA 1823 Keding.jpg|thumb|250px|rechts|Pressemeldung Forstinspector Beckers zum Keding-Unglück 1823 im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; (HA)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:Kam der Einl. Claus Fried.Keding auf unglückliche Art ums Leben, indem die Pferde des Jäg. Köhn die er führte nach einem Schuß  davon liefen, er vom Wagen stürzte und die Hirnschale zerschlug. &lt;br /&gt;
:Den 13. Oct. starb der E.Heinrich Pragst durch einen Sturz vom Balken in der Scheune des Forstinspectors. &lt;br /&gt;
:Den 3.März starb der Jäger Carl Friedr. Köhn zu Hinr. 68 Jahr alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825&lt;br /&gt;
:Hatten wir öfteren hohen Stand und Übertritt des Meeres über die Dühne am 4. Februar entstand beim Sturm aus Nordosten eine wahre Sturmflut, welche 300.000 Quadratruthen (650 ha) der Wiesen und des Waldes überschwemmte. Die Wasserhöhe war zu 6 Fuß 8 Zoll &#039;&#039;(1,95m&#039;&#039;) über den mittlern Stand des Meeres gestiegen, die Düne von der Fischerbude zu Markgr. bis an Rosenort 450 Ruthen &#039;&#039;(2100m)&#039;&#039; lang stand ganz unter Wasser, davon wurden 370 Ruthen ganz und 80 Ruthen halb planiert. Die Warnemünder fuhren mit Böthen auf die Wiesen. &lt;br /&gt;
:Es ward ein groß Holzmagazin zu Wiethagen erbauet. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1828  &lt;br /&gt;
:Errichtete die Stadt eine eigene Deputation zur Bewirtschaftung der Eichen in der Heide. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1829, 11. Jan &lt;br /&gt;
:starb der Holzwärter aus dem Schnatermann Claus Kröger 63 J.alt. &lt;br /&gt;
[[Datei:Becker Holzhof in Rostock FA 1831 a.jpg|thumb|250px|rechts| ]][[Datei:Becker Holzhof in Rostock FA 1831 b.jpg|thumb|250px|rechts|Pressemeldung die von Forstinspektor Becker 1831 bewußt anonym im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; veröffentlicht wurde (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831 den 2. März &lt;br /&gt;
:stirbt der Baumwärter Jacob Hinr. Peters zu Meiershausstelle. (BK) &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Anmerkung: Gelegentlich wurde spekuliert, ob Peters ein Opfer der 1831 grassierenden Cholera-Epidemie war? Die Cholera gelangte aber erst im Mai des Jahres von Rußland aus bis Mecklenburg.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Forstinspektor Hermann Friedrich Becker regt den Bau einer Chaussee von Rostock nach Rövershagen an, um einen soliden Transportweg für das Heideholz in die Hansestadt zu bekommen. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1832&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker läßt ein neues &amp;quot;Brandt´s Kreuz&amp;quot; aufstellen, nachdem das alte Kreuz bereits verschwunden war und nur noch in der Überlieferung bekannt war. Er recherchiert auch vergeblich über Standort und Herkunft des &amp;quot;Soldatenpfostes&amp;quot; der noch 1788 in der Schmettauschen Karte verzeichnet ist. (AHR 1.4.17. 250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833, 17. Juli&lt;br /&gt;
:Das &amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; erarbeitet und vorgelegt von Hermann Friedrich Becker und Julius Ludwig Garthe (AHR)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Willershäger Forst wird mit der Rostocker Heide vereinigt. (HA/AHR 1.4.17.  250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Den Juli 27. starb der Jäger Friedrich Johann Dewitz zu Wiethagen 60 J.alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In diesem Jahr lösete sich das Heidedepartement auf und bildete sich das 2.Forstdepartement welches die Viraition (? sic.) der Waldungen übernahm, wogegen das Cämmerey Collegium die Jurisdiktion und das Patronat erhielte. Fing die Regulierung der Stadt Waldungen an, welche dem Oberförster &#039;&#039;(Julius Ludwig)&#039;&#039; Garthe zu Remplin und dem Forstinspector Becker hieselbst von E.E.Rath übertragen war. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1834&lt;br /&gt;
:Ward der Forstpractikand Georg Garthe dem Forstinspector Becker adjungiert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835 den 4. Sept &lt;br /&gt;
:zersprang des Jägers Köhn jun. Gewehr auf der Hühnerjagd und zerschmetterte die linke Hand, welche abgenommen werden mußte. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837, 4. Febr.&lt;br /&gt;
:starb der Jägermeister Daniel Heinrich Christian Clasen. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Den 7. u. 8. Apr. &lt;br /&gt;
:fiel so viel Schnee, daß einige Gebäude bis zum Dach zugeschüttet waren ; den 29. Nov. wüthete ein Orkan. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1838&lt;br /&gt;
:Ward eine Theerschwelerey im Wiethäger Revier angelegt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Ward ein Canal vom Moorhof zum Pramgraben gezogen. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1839 den 12ten März &lt;br /&gt;
:stürzte der Behnkenhäger Einlieger David Waak von einem hohen Baum beim Zapfenpflücken im Torfbrücker Revier und starb auf der Stelle. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1841&lt;br /&gt;
:War die Chaussee von Rostock nach Ribnitz im Bau begriffen, welcher 1842 beendiget ward. Am Johannis feierte der Forstinspector Becker hieselbst sein 50-jähriges Dienst- und Heiratsjubileum, jedoch ganz in der Stille. Er erhielt von Serenissimo das Diplom als Forstmeister und von der Akademie das Diplom als Doctor philosophiae. Seinem Adjunkten dem Forstinspector Garthe (Georg) wurden die Geschäfte überwiesen, jener jedoch behielt sein volles Gehalt. Den 1.-8ten September war die Versammlung Teutscher Land- und Forstleute in Doberan. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1842, 1. März&lt;br /&gt;
:Die [[&amp;quot;Verordnung betreffend die Untersuchung und Bestrafung der Forstfrevel&amp;quot; ]] wird auf Veranlassung von Forstinspektor Georg Garthe als weiterer Schritt in der Umsetzung des &amp;quot;Regulativ zur Regulierung der Stadt Waldungen&amp;quot; in Kraft gesetzt. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Karte 1848 Wachenhusen.jpg|thumb|300px|rechts|Zusammenfassende Revierkarte der Rostocker Heide des Ingenieurs Wachenhusen 1848.(Quelle:Heidearchiv Steinmüller) ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:OKR Rövershagen xx.jpg|thumb|300px|rechts|1858 Auktion nach dem Abriß der alten (Beckerschen) Forstinspektion (HA)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1846&lt;br /&gt;
:Forstinspectoren waren der Forstmeister Becker, welcher aber schon zwischen Ostern und Johannis nach Rostock zog und der Forstinspector Garthe (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1852 5. Oktober&lt;br /&gt;
:Der langjährig verdienstvoll für Rövershagen und die Rostocker Heide wirkende Forstinspektor Hermann Friedrich Becker in Rostock verstorben. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Am Ende des Monats September brannte in Hinrichshagen das Jägerhaus und 2 Katen, worin im ganzen 11 Familien wohnten, ab. Im Juli schlug der Blitz in die Pappel, welche am Steige vor dem Witwenhause stand. (FBK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1859&lt;br /&gt;
:Am 11ten Juli feiert der Forstinspektor Garthe &#039;&#039;(Georg)&#039;&#039; hieselbst sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum, eingedenk danken sämtliche Jäger und Baumwärter mit einem silbernen Pokal und von den Mitgliedern des Forstdepartements wurde ihm ein Patent des Großherzogs überreicht, enthaltend die Ernennung desselben zum Forstmeister. (FBK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863&lt;br /&gt;
:In der Nacht vom 22ten auf den 23ten December war ein solcher Sturm, daß in der Rostocker Heide ungefähr &lt;br /&gt;
:26 bis 30 000 Bäume umgestürzt sind. (FBK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1869&lt;br /&gt;
:Großer Windbruch in der Rostocker Heide (AHR 1.4.17.  250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
;1872&lt;br /&gt;
:November Die katastrophalen Folgen der Großen Novemberflut führen zur gänzlichen Überarbeitung der Forsteinrichtung. (AHR 1.4.17. 250)&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Karte Bühring 1907.jpg|thumb|300px|rechts|Übersichtskarte der Reviere als eine der Karten nach der Bühringschen Vermessung 1911 (Quelle:Heidearchiv Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;1877, Juni &lt;br /&gt;
:Beisetzung des am 26. Juni verstorbenen Oberforstmeister Georg Garthe unter der großen Linde vor dem Turm der Kirche (KFC)&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Julius Garthe Statistik 1884 HA.jpg|thumb|250px|rechts|Die Rostocker Heide unter Oberforstmeister Julius Garthe im Jahre 1884(HA)]]&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Der größte Teil der Rostocker Heide wird eingegattert. Das Gatter besteht bis 1925 (Endet dann im Zusammenhang mit der Eröffnung der Graal-Müritzer Bäderbahn).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1884, &lt;br /&gt;
: [[Pressebeitrag &amp;quot;Aus der Rostocker Heide&amp;quot; von JohannesTrojan]] veröffenticht in der Nationalzeitung und der Meckl. Zeitung am 08.01.1884&lt;br /&gt;
;12.Juli&lt;br /&gt;
: [[Excursion der XII. Versammlung des Vereins Mecklenburgischer Forstwirthe durch die Forstreviere Schnatermann, Wiethagen und Hinrichshagen der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1889&lt;br /&gt;
:* [[1889, Juli  Der dänische Forstverein Lolland-Falster besucht die Rostocker Heide]] (RA 7.7.1889 Nr. 156)&lt;br /&gt;
[[Datei:Revierkarte in die die Ausflugsroute des Dänischen Forstvereins eingetragen wurde.jpg|thumb|300px|rechts|Revierkarte in die die Ausflugsroute des Dänischen Forstvereins eingetragen wurde]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1897, 1. Oktober &lt;br /&gt;
:Oberforstinspector Julius Garthe stirbt am Tage seiner Pensionierung 81 Jahre alt, findet unter der großen Linde vor dem Turm der Kirche seine letzte Ruhe. Sein Sohn und Amtsnachfolger Max Garthe (jun.) war ihm zuvor bereits adjungiert worden. (KFC auch AHR 1.1.3.4.2. 318)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Beschluß über die Bildung der Gemeinde Heideortschaften 1912.jpg|thumb|250px|rechts| 1.Juli 1912 Beschluß über die Bildung der Gemeinde &amp;quot;Heideortschaften&amp;quot; und Abtrennung von Rövershagen (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1906 bis 1911&lt;br /&gt;
:Findet Neuvermessung der gesamten Rostocker Heide statt. Besteht aus 7 Karten (1.Revier Hinrichshagen u. Markgrafenheide, 2. Revier Schnatermann, 3. Revier Wiethagen/ Wallensteinslager, 4, Revier Meiershausstelle und Lünenburg, 5. Revier Torfbrücke, 6. Revier Willershagen, 7. Revier Cordshagen). Die Karten 1. bis 6. Fanden später Verwendung bei L. Krauses Flurnamenbuch. (AHR 1.4.17 250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1909&lt;br /&gt;
:Im Waldhause wohnte seit mehreren Jahren schon bloß noch eine Familie. Am Ostern 1909 ist auch diese fortgezogen. Seitdem steht das Waldhaus leer und soll, weil sehr baufällig, dazu sowieso im Walde gelegen, nicht mehr bewohnt werden, sondern über kurz oder lang abgebrochen werden. Dafür ist vor einigen Jahren bereits ein neuer dritter Forstarbeiterkaten in Torfbrücke gebaut worden, der von 4 Familien bewohnt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH die Reviereinteilung um 1925.JPG|thumb|300px|rechts|Revieraufteilung der städtischen Rostocker Forsten um 1925 (HA)]]&lt;br /&gt;
;1910, März&lt;br /&gt;
:Der Archivar Ludwig Krause veranlaßt über den Verlag Volkmann Rostock den Nachdruck  der &amp;quot;Lustschen Reiterkarte&amp;quot; von 1696.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1912&lt;br /&gt;
:ab 1912 wird die Jagd in der Rostocker Heide verpachtet&lt;br /&gt;
:13.3. Die Rostocker Bürgerschaft beschließt die Abtrennung der &amp;quot;Heideortschaften&amp;quot; von Rövershagen&lt;br /&gt;
:17.4. Einrichtung einer Schulzenstelle für Rövershagen. Damit entfällt fortan die zusätzliche Amtmann-Funktion der Forstinspektoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1918, 17.September&lt;br /&gt;
:Amtseinführung des Forstinspectors Charles Bencard&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1921, 2.10.&lt;br /&gt;
:Einweihung des Garthe-Steins verbunden mit einer Gedenkfeier im Revier Torfbrücke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1925 Pfingsten &lt;br /&gt;
:Die Bahnstrecke Rövershagen - Graal-Müritz wird eingeweiht. An der Strecke sind auch vier Holzverladeplätze eingerichtet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943 ab November&lt;br /&gt;
:Das Konzentrationslager Schwarzenpfost/ Steinheide (Heinkel-Arbeitslager) wird in der Rostocker Heide durch Häftlinge aus den KZ´s Sachsenhausen und Ravensbrück errichtet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, &lt;br /&gt;
;1.Mai&lt;br /&gt;
:Die Häftlinge des KZ´s werden, nachdem die Rote Armee bis in unmittelbare Nähe vorgerückt ist nach Westen in Marsch gesetzt, wobei eine unbekannte Zahl der Gefangenen umkommt.&lt;br /&gt;
:Die weiblichen Häftlinge werden von Oberhagen über Hinrichshagen bis zwischen Markgrafenheide und Hohe Düne getrieben. Die männlichen Häftlinge von Schwarzenpfost auf der Chaussee bis kurz vor Häschendorf.&lt;br /&gt;
;2.Mai&lt;br /&gt;
:Die Rote Armee versucht mit Hilfe von Katjuscha-Beschuß im Wald versteckte versprengte deutsche Truppenteile herauszudrängen. Die Raketenwerfer waren alle vor dem Rövershäger Landkrug plaziert. Anschließend besetzt sie die Heide und an die Zivilbevölkerung ergeht ein Verbot zum Betreten des Waldes. In den folgenden Tagen werden alle fassbaren Hitlerjungen durch den Wald zur Entschärfung und Sammlung an angewiesenen Plätzen von Panzerfäusten, Minen, Munition und Waffen getrieben.&lt;br /&gt;
:Die KZ-Gelände werden besetzt um alle relevanten Dinge zur Demontage und dem Abtransport zu sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1951, 1. Juli&lt;br /&gt;
:die Rostocker Heide wird vom Staatsministerium Schwerin übernommen und fortan als volkseigener &amp;quot;Körperschaftswald Rövershagen&amp;quot; geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1952&lt;br /&gt;
:Gründung des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Rostock mit Sitz in Rövershagen. (SC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1973&lt;br /&gt;
:Rund 1100 Fichten lieferte der Forstwirtschaftsbetrieb Rövershagen Ende November an den VEB Schiffsversorgung Rostock. Die mit Wurzeln ausgegrabenen Bäume gingen mit Schiffen auf die Reise, die zu Weihnachten auf hoher See oder im Ausland sind. Ferner lieferte der Forstbetrieb Anfang Dezember noch 40 000 Weihnachtsbäume, die in der Rostocker Heide, auf dem Darß sowie in der Nähe von Barth und Marlow geschlagen wurden. (UM 12/1973 Bremen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Brand 27 6 1986.jpg|thumb|250px|rechts|RH Brand 27 6 1986]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1989&lt;br /&gt;
:[[Ein Horrorunfall schockiert die Menschen in der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die heutige Zeit ab 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH MVZ 16.3.1990.jpg|thumb|250px|rechts|Mecklenburger Volkszeitung am 16.3.1990 a]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH MVZ 16.3.1990 (2).jpg|thumb|250px|rechts|Mecklenburger Volkszeitung am 16.3.1990 b]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:1. Mai - Das militärische Sperrgebiet in der Rostocker Heide wird aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1992&lt;br /&gt;
:2.1. Das neu gegründete Stadtforstamt der Hansestadt Rostock nimmt seine Arbeit auf.&lt;br /&gt;
:Im April ergeht der Zuordnungsbescheid über die ersten Flächen aus dem bisherigem Bestand des Staatlichen Forstwirtshaftsbetriebes (StFB)&lt;br /&gt;
:Die Arbeit beginnt mit der Wiedereinrichtung der historischen Revierstruktur von 1810 mit den fünf Revieren Hinrichshagen, Schnatermann, Torfbrücke, Wiethagen und Meyershausstelle.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;1994&lt;br /&gt;
:Weiterer Zuordnungsbescheid der bisher militärisch genutzten Flächen aus dem Bestand des vorherigen Militärforstbetriebes (MFB).&lt;br /&gt;
:Beginn der Renaturierung ehemals militärisch genutzter Flächen im Rahmen des KONVER 1 und KONVER 2 Programmes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1999 seit&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Waldbewirtschaftung wird nach den Standards und Kriterien des FSC ([[Forest Stewardship Council]]) geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1999&lt;br /&gt;
:31.Dezember &lt;br /&gt;
:Am letzten Tag des alten Jahrtausends fällt der letzte militärische Schuß in der Rostocker Heide. &lt;br /&gt;
:Damit endet die militärische Nutzung der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2000&lt;br /&gt;
:August &lt;br /&gt;
:Mit dem Zertifikat des FSC erhält das Stadtforstamt das Gütesiegel für die sozial erträgliche, ökonomisch tragfähige und ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung seines Waldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002, 25. März&lt;br /&gt;
:Festsitzung der Rostocker Bürgerschaft zur 750. Wiederkehr des Kaufs der Rostocker Heide &lt;br /&gt;
: * [[750 Jahre Rostocker Heide : 1252 - 2002|750 Jahre Rostocker Heide : 1252 - 2002; 25. März 2002 - Heidesitzung der Bürgerschaft /Wilfried Steinmüller/ Ralf Friedrich. - Rostock : Bürgerschaft, 2002]] , 25. März 2002 - Heidesitzung der Rostocker Bürgerschaft&lt;br /&gt;
:/ Friedrich, Ralf (Präsident der Bgerschaft) - Rostock - Bürgerschaft, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herausragende Marksteine in der Geschichte der Rostocker Heide:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Kauf-Urkunde der Rostocker Heide vom 25. März 1252===&lt;br /&gt;
*[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jägerwirtschaft, Mißwirtschaft und Holznot===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Jagd und die Schweinemast blieben bis in die frühe Neuzeit die Hauptnutzungen im Forstgebiet. Daneben diente die Heide der Gewinnung von Holz, Weide, Rohr und Torf. &lt;br /&gt;
:Die Verwaltung des Gebietes lag seit dem Mittelalter in den Händen des Rates.&lt;br /&gt;
:Seit 1320 waren vom Magistrat der Stadt Rostock jeweils zwei bis drei vereidigte Heideschützen mit der Beaufsichtigung von Jagd und Holzeinschlag beauftragt.&lt;br /&gt;
:Pläne zu einer geregelten Holznutzung gab es nicht. Die Bewirtschaftung richtete sich nach den jeweiligen Bedürfnissen, Ansichten und Beschlüssen.&lt;br /&gt;
:Die Heideschützen &amp;quot;waren Jäger und keine Forstleute, sie liebten den Trunk, sie fuhren Holz, schenkten Branntwein aus und standen mit allen, die Holz bedurften, in bester Harmonie&amp;quot; (Forstinspektor H.F.Becker ).&lt;br /&gt;
:Erste Versuche der Bürgerschaft, Einfluss auf die Nutzung der Rostocker Heide zu erlangen, sind während  der innerstädtischen Auseinandersetzungen zwischen 1562 und 1573 zu verzeichnen.&lt;br /&gt;
:Derartige personelle Missstände und fortwährende Querelen zwischen Rat und Bürgerschaft führten mehrfach zu Änderungen bei den für die Heide zuständigen Verwaltungsstellen: &lt;br /&gt;
:Im Jahr 1533 wurde ein Sechziger-Kollegium gebildet, das 1566 durch das &#039;&#039;&#039;Heidedepartement&#039;&#039;&#039; abgelöst wurde. &lt;br /&gt;
:Auch der vom Sechzigerausschuss eingesetzte Vogt für die Rostocker Landgüter und Forsten konnte sich nicht halten. &lt;br /&gt;
:Erst nach der verfassungsmäßigen Verankerung der bürgerschaftlichen Vertretung der Hundertmänner im Erbvertrag von 1584 kam es zur Errichtung des Heidedepartements, dessen Einsetzung aber nicht mit Sicherheit zu datieren ist. &lt;br /&gt;
:Im Heidedepartement waren die verantwortlichen Ratsherren - bis Ende des 18. Jahrhunderts die Gewettsherren - und Mitglieder des Hundertmännerkollegiums vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1565 Hans Beckentin wird Heidevogt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Gegen den Willen des Rostocker Rates wird Hans Beckentin 1565 vom Sechzigerkollegium als Vogt der Rostocker Heide eingesetzt. &lt;br /&gt;
:Der Student Nikolaus Möller wird ihm als Assistent beigegeben.&lt;br /&gt;
:Die Zeit war durch ausdauernde Streitigkeiten zwischen Bürgerschaft (Legislative) und Rat (Executive) gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
:Beckentin mußte nach Entscheid des vom Magistrat angerufenen Reichsgerichts in Wien laut Kaiserlichen Mandats wieder abtreten.&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des 16.Jahrhunderts bemühte sich die Stadt durch Vermittlung [[Tileman Stella]]s wiederholt um Kiefernsaat aus den herzoglichen Waldungen Südost-Mecklenburgs, ein erster Hinweis auf gezielte Aufforstungen in der Heide.&lt;br /&gt;
:Mit wachsender Nutzung des Holzes machte sich eine fachmännische Bewirtschaftung des Waldes erforderlich.  &lt;br /&gt;
:Die seit dem 16. Jahrhundert erlassenen Jagd- und Forstverordnungen des Rates stellten die Waldbewirtschaftung unterstrenge Reglementierung. &lt;br /&gt;
:Erst mit der ausgdehnten gewerblichen Verwertung ab 17. Jahrhundert entwickelte sich dieses zum wichtigsten Erzeugnis des Waldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschichten aus der Rostocker Heide:   Wie eine Waldwanderung im Jahre 1579 vor sich ging===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von der Nordfassade des altehrwürdigen Hauptgebäudes der Rostocker Universität herab schaut uns auch Nathan Chytraeus (1543 – 1598) an. Er zählt zu den frühen bedeutenden Gelehrten an der hiesigen Universität. Besonders die Botanik Mecklenburgs verdankt ihm erste bedeutende Arbeiten zum Thema.&lt;br /&gt;
:In seinem Nachlass findet sich die Schilderung eines botanischen Ausfluges mit einigen seiner Studenten, in die Gegend um Markgrafenheide aus dem Jahre 1579. &lt;br /&gt;
:Recht kurios liest sich seine Beschreibung der Beschwerlichkeiten des botanisierenden Durchwanderns durch das damals noch recht unwegsame Waldgebiet, welches in jener Zeit nur von drei unbefestigten Handelswegen durchzogen wurde. &lt;br /&gt;
:Der Professor beginnt seine Schilderung, nachdem die Wandergruppe mit einer Ruderjolle in der Gegend des Schnatermannes angelandet war: &lt;br /&gt;
:„Doch schon nach wenigen Schritten gerieten wir in Sumpf und Morast, welche die Warnow hier, da sie häufig austritt, gebildet. Einige von uns gingen hindurch mit hohen Stiefeln, die anderen wateten barfuss hinüber, wieder andere setzten auf dem Rücken der Freunde über. &lt;br /&gt;
:Während man sich danach von Schmutz und Pflanzen reinigte, zeigte sich vor uns zu unserem Schrecken schon wieder ein Sumpfloch. Jeder Schritt entlockte dem Boden stinkende Gase. &lt;br /&gt;
:Die Wolfsmilch wächst hier sogar rotstenglig, daneben steht das Tausendgüldenkraut, aber nur klein.&lt;br /&gt;
:Dann gingen wir in den Wald, wo sich die seltene Myrte befindet, sowie die fleischige Fetthenne mit stattlicher Dolde, Mehlkraut, Heidekräuter und eine Pflanze, die man „Wilden Bertram“ genannt hat.&lt;br /&gt;
:Chytraeus ganz wörtlich: „Nicht Bescheid wuss´t der Führer und falsche Wege stets zeigt´ er. Weithin verliefen wir uns aufs neue, bis endlich nach langem Streifen das Ende des Waldes wir ganz ermüdete erreichten. Ärgerlich waren wir alle ob unserer heutigen Irrfahrt. &lt;br /&gt;
:Müde und nass von Schweiss und gequält von brennendem Durste. Leibschmerz und Dierrhoe Stranguria peinigt den anderen. Über die Heide dann schleppten wir uns mit Mühe zum Hofe. &lt;br /&gt;
:Dort am Rande des Waldes, wo wieder die Warnow wir sahen. Unsere Bootsleute dachten wir hier zu finden, doch jene waren,wer weiss wohin, mit ihrer Jolle gerudert, wärend nach Pflanzen wir absuchten Wälder und Heide.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die &amp;quot;Schweinevorsteher&amp;quot; - zwischen &amp;quot;Bürgerschweinen&amp;quot; und &amp;quot;fremden Schweinen&amp;quot; ab 1593 bis 1821===&lt;br /&gt;
[[Datei:Schweinehirt im Wald Holzschnitt von 1556.jpg|thumb|300px|rechts|Schweinehirt im Wald Holzschnitt von 1556 (HA)]]&lt;br /&gt;
====Schweinemast im Wald====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Weil der Ertrag der Äcker gerade für die Ernährung der Menschen reichte, mußten sich Schafe, Rinder, Ziegen und vor allem Schweine von Alters her, bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, von Hirten behütet, ihre Nahrung im Wald suchen.  &lt;br /&gt;
:Es wurden Buchen- und Eichenbäume als &amp;quot;Hutebäume&amp;quot; erhalten, da die Bucheckern und Eicheln ein gutes Mastfutter für die Tiere der Höfe darstellten.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf den Eichen wachsen die besten Schinken&amp;quot; sagte man damals.&lt;br /&gt;
:Die Mast war jedoch nicht in jedem Jahr gleich gut, da Eichen nur etwa alle 5-7 Jahre reichlich tragen.&lt;br /&gt;
:Die Forstleute sprechen hier von &amp;quot;Voll-&amp;quot;, &amp;quot;Halb-&amp;quot; oder &amp;quot;Sprengmast&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Damit die Schweine sich im Herbst genügend Speck anfressen konnten, bat man für das Jahr um den Segen Gottes.&lt;br /&gt;
:Die Mastzeit war genau festgelegt und dauerte vom Michaelistag (29.9.) bis Maria Verkündigung (25.3.).&lt;br /&gt;
:Die Anzahl der Schweine richtete sich nach dem Umfang der &amp;quot;Mast&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Um  möglichst viele Bucheckern und Eicheln zu &amp;quot;ernten&amp;quot;, ließ man die Bäume in einem weiten Abstand von einander aufwachsen, damit sich breite Kronen entwickeln konnten.&lt;br /&gt;
:In diesen Hutewäldern dominierten die großen alten Bäume. &lt;br /&gt;
:Der Wald konnte sich nicht verjüngen, weil die Früchte und Sämlinge der Bäume vom Vieh gefressen wurden.&lt;br /&gt;
:Von Nachhaltigkeit der Waldwirtschaft konnte keine Rede sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Schweinevorsteher in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1675 taucht in Rövershäger Akten immer wieder der Begriff &amp;quot;Vorsteher&amp;quot; im Zusammenhang mit der dortigen Schweinehaltung auf.&lt;br /&gt;
:Vier mit diesem Amt versehene Rövershäger Bauern hatten zu beurteilen, wieviel Schweine zur Eichen- und Buchenmast jährlich in die Heide getrieben werden durften. Der Ertrag an Eicheln und Bucheckern war sehr verschieden. &lt;br /&gt;
:Man unterschied nach dem Gelde, das der Besitzer an die Stadt Rostock zu zahlen hatte, zwischen Bürgerschweinen und fremden Schweinen. &lt;br /&gt;
:Den Bürgern von Rostock, deren Weidegeld bedeutend niedriger war, als das der fürstlichen oder ritterschaftlichen Untertanen, waren die Bauern der Stadtdörfer gleichgestellt. &lt;br /&gt;
:Freischweine, für die kein Mastgeld bezahlt werden brauchte, hatten die Bürgermeister der Stadt Rostock, die Pfarrer an den vier Hauptkirchen, der Schreiber des Gewetts. Das Gewett war die Behörde, der die Rostocker Heide und die Stadtdörfer unterstanden. Freischweine hatten weiter die beiden Heidevögte (je 2), der Schulze von Rövershagen (3), die vier Bauern, denen die Beaufsichtigung der Mast oblag (je 1), vier Hirten (je 2) und der Pastor von Rövershagen (5 Schweine). &lt;br /&gt;
:Lange Register über die Einnahme an Mastgeld liegen im Rostocker Archiv und zeigen, daß in guten Jahren auch Schweine von jenseits der Warnow in die Mast getrieben wurden. Heute ist unklar, wie man aus diesen hunderten von Schweinen am Ende die eigenen wieder herausfand. &lt;br /&gt;
:Mit einer einfachen Kerbe im Ohr war es da wohl nicht getan.&lt;br /&gt;
:Erst im Jahre 1821 wurde die Schweinemast auf betreiben des Forstinspektors Becker in den Waldungen der Rostocker Heide endgültig abgeschafft.&lt;br /&gt;
[[Datei:Herzog Carl Leopold 1740.jpg|250px|thumb|right|Herzog Carl Leopold]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Besetzung der Rostocker Heide 1715/1716 durch Herzog Carl Leopold und seine Folgen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostock Hundertmänner Verhaftung 1716.jpg|350px|thumb|right|Verhaftung der Hundertmänner]]&lt;br /&gt;
:Herzog Karl Leopold von Mecklenburg (1678 - 1747) trachtete im Jahre 1717 den Hansestädtern ihren Wald zu nehmen. &lt;br /&gt;
:Auch wenn die Rostocker ihren schon Jahrhunderte alten Kaufbrief vorzeigen konnten, war es eine Zeit, da Gewalt vor Recht ging. &lt;br /&gt;
:Die auf das städtische Eigentum pochenden Bürgermeister steckte man kurzerhand ins Loch. &lt;br /&gt;
:Der Herzog kommandierte 20 fürstliche Dragoner nach Rövershagen und hundert fürstliche Bauern hatten zu „mehrerem Jagdplaisier“ des Fürsten eine Reihe Schneisen in der Heide zu schlagen. &lt;br /&gt;
:Als nun diese Maßnahme geglückt war, holte Karl Leopold zum großen Schlag aus. &lt;br /&gt;
:Er ließ die drei Rostocker Bürgermeister als Gefangene nach Schwerin überstellen und sämtliche Ratsherren sowie die „hundert Männer“, die Bürgervertretung jener Zeit, im Rathaus in die „blaue Stube“ einsperren, auf daß die Haft anhalten würde, bis alle zum untertänigen Gehorsam ihrem Fürsten gegenüber bereit seien. &lt;br /&gt;
:Das ereignete sich am 19.Februar 1715. Mancher der Verhafteten wurde ohnmächtig vor Entbehrungen. &lt;br /&gt;
:Dennoch gab niemand den Forderungen des Herzogs nach. &lt;br /&gt;
:Trotzdem ließ der Landesfürst öffentlich erklären daß der städtische Landesbesitz nunmehr in fürstliches Eigentum übergehe.&lt;br /&gt;
:Die inzwischen wieder frei gekommenen Rostocker Stadtoberhäupter verbündeten sich darauf mit dem mecklenburgischen Landadel und intervenierten beim Kaiser als oberste weltliche Gerichtsbarkeit gegen den Landesherrn. &lt;br /&gt;
:Man teilte ihm mit, „Die Hayde, das größte Kleinod der Stadt sey gäntzlich ruinirt“. &lt;br /&gt;
:Der Kaiser sprach ein Machtwort. Am 26.Mai 1716 erging sein Bescheid, „Daß die Transaktion vor Null und nichtig erklähret“ werde. &lt;br /&gt;
:Von Seiten der Stadt wurde der Schaden durch den Heidevogt Friedrich Wramp aufgenommen. Danach sollten 307 zu Bauholz taugliche Eichen gefällt worden sein. &lt;br /&gt;
:Nach der Beilegung des mit großer Erbitterung ausgefochtenen Streites wurde dem Herzog seitens des Rates der Stadt jährlich eine Wolfsjagd in der Heide gestattet.&lt;br /&gt;
:Die auf Befehl des Herzogs gehauenen Schneisen haben knapp 60 Jahre später, in den Zeiten des Regulativs von 1774 und des Forstinspektors Becker, keine Erwähnung mehr gefunden. Sie können daher nicht als der Anfang des heutigen Schneisennetzes angesehen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Forstverwaltung bis zur Gründung des Forstkollegiums 1760===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im 18. Jahrhundert, hatte der Siebenjährige Krieg (1756-1763) die Kassen der Stadt Rostock völlig geleert.&lt;br /&gt;
:Der Magistrat besann sich auf den Wert des noch vorhandenen Waldes und machte sich Gedanken über die Holzwirtschaft.&lt;br /&gt;
:In der gesamten Rostocker Heide gab es keine planmäßig angelegen Wege. &lt;br /&gt;
:Sie entstanden dort, wo sich den Fuhrwerken die geringsten Hindernisse entgegenstellten. Wenn diese unbefestigten Wege durch Regen oder Schmelzwasser aufgeweicht und nicht mehr passierbar waren, legten die Kutscher der Fuhrwerke seitlich versetzt immer wieder neue Wege an, so dass viele überflüssige und gewundene &amp;quot;Holzwege&amp;quot; entstanden, durch die junger Aufwuchs zerstört wurde. Die Verbindung zwischen zwei Punkten entsprach oft einem mehrfachen der Luftlinie.&lt;br /&gt;
:Markierungen, Grenzgräben o.ä. der einzelnen Forstreviere gab es nicht, sondern nur einige wenige Orientierungspunkte (z.B. Brandts Kreuz, Winkeleiche, Soldatenpfost, Schwarzer Pfost, Jungfernstangen, Spökstein u.a.). &lt;br /&gt;
:Selbst die Holzwärter und Förster kannten die Grenzen ihrer eigenen Reviere in der Regel nicht, so das es zwischen ihnen permanent zu gravierenden Konflikten kam. So wiesen sie  den Rostocker Bürgern gern, auf deren Holzzettel hin, Holz auch &amp;quot;aus Versehen&amp;quot; ein kleines Stück jenseits ihrer Reviergrenze an. &lt;br /&gt;
:Es herrschte Unfrieden unter den Forstfuhrleuten, Jägern, Förstern, Holz- und Baumwärtern.&lt;br /&gt;
:Die Heidevögte, Holz- und Baumwärter, gaben ihr Amt vielfach vom Vater auf den Sohn weiter und entwickelten meist ein ihrem Contract wenig gemäßes, korruptes Eigenleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forstinspektor Möller und das Forstcollegium===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 25. Februar 1760 reichte der Gewettsekretär Möller eine Denkschrift zur besseren Bewirtschaftung der Heide ein, unter dem Titel &lt;br /&gt;
; + [[&amp;quot;Unvorgreifliche Gedanken von der Einrichtung eines Land-, Forst- Jagd- und Wirtschaftscollegii&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Diese Schrift steht für den ersten, noch ohne abschließenden Erfolg gemachten, Versuch der Einführung einer geregelten Forstwirtschaft in der Rostocker Heide.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Sie enthielten drei wichtige Vorschläge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1) ein besonderes Ökonomie- und Forstkollegium einzurichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:2) die Jägerwirtschaft aufzuheben und einen Forstverwalter anzustellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:3) die Waldung einzuteilen und einzurichten, d.h. eine Waldinventur mit Nutzungsplanung zu erstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ferner hatte Möller den Rat gegeben, einen geraden Weg von Hinrichshagen nach Torfbrücke und Graal zu bauen, weil zwanzig oder mehr Wege dorthin führten und weil eine Landstraße nach dem Fischlande nicht zu  entbehren wäre.&lt;br /&gt;
:Dieser Plan fand beim Rostocker Rat und den zwei Quartieren der Hundertmänner &#039;&#039;(Bürgerschaft)&#039;&#039; Beifall. &lt;br /&gt;
:Der Sekretär Möller wurde durch den Rostocker Rat 1760 zum Forstinspektor und Beamten der Stadt über Forsten und Landgüter ernannt. &lt;br /&gt;
:Die neue Funktion mißfiel einer Reihe von Bürgerschaftsmitgliedern, insbesondere aus dem zweiten Quartier (Den Vertretern der Handwerks-Zünfte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Möller forderte in seinen Vorschlägen zur besseren Einteilung der Heide und leichteren  Holzabfuhr das Schlagen von Schneisen, die auch bald von Ingenieur Dost abgesteckt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Gründung und das Wirken des Forstcollegiums 1760-1768===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahr 1764 erfolge eine Reorganisation des Heidedepartements, deren wichtigstes Ergebnis statt der bisherigen Holz- oder Heidevögte, die Einsetzung eines Forstinspektors darstellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH 1762 9 12 Bekanntmachung über den Verkauf von Fadenholz vom Mönchort Möller 1.jpg|thumb|200px|rechts|1762 9. Dec. Bekanntmachung über den Verkauf von Fadenholz vom Mönchort Möller 1 (UA)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH 1762 9 12 Bekanntmachung über den Verkauf von Fadenholz vom Mönchort Möller 2.jpg|thumb|200px|rechts|1762 9. Dec. Bekanntmachung über den Verkauf von Fadenholz vom Mönchort Möller 2 (UA)]]&lt;br /&gt;
:Die Bürgerschaft erregte sich über solche Eigenmächtigkeit derart, daß man es für das Richtigste hielt &amp;quot;Serenissimum&amp;quot; anzurufen, damit eine herzogliche Forstcommission in Rostock ihre Arbeit aufnehmen und die berechtigten Wünsche und Beschwerden aller Bürger, Bauern und Einlieger entgegennehmen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Damit begann ein Kampf zwischen Commission, Rat und Hundertmänner, der allen drei Parteien zu großem Verdruß gereichen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Die Rostocker Bürgerschaft bat den Herzog, die Angehörigen der Schweriner Forstverwaltung, Oberforstinspektor Wulff, wohnhaft in (Raben-)Steinfeld, und den Oberförster Jeppe &amp;quot;für einige Tage&amp;quot; nach Rostock zu entsenden, damit sie als anerkannte Forstmänner eine Besichtigung der Heide vornehmen und später ein Reglement ausarbeiten mögen.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Herzog Friedrich (&amp;quot;der Fromme&amp;quot;) genehmigte am 7.IX.1769 den Wunsch jedoch nicht und forderte Bericht.&lt;br /&gt;
:Der Rat machte einen Monat später darauf aufmerksam, daß die Heide wohl von Ingenieur Dost eingeteilt und  vermessen worden sei, trotzdem aber auf dem Urteil einere Forstkommission bestanden werden müsse.&lt;br /&gt;
:Ganze 10 Jahre wechselte man Schriftstück um Schriftstück ohne zu einer Einigung zu kommen.&lt;br /&gt;
:Auch wenn das über 15 Jahre erarbeitete Regulativ am Ende nicht in Kraft trat, so waren diese gemeinsam entworfenen Richtlinien beispielgebend für die weitere Entwicklung der gesamten Forstwirtschaft Mecklenburgs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das dem Forstkollegium nur eine kurze Lebensdauer beschieden war (1760-1768), ist letztlich das Resultat der Fehler die man bereits während seiner Gründung beging.&lt;br /&gt;
:Man versuchte die Mißstände in der Heideverwaltung dadurch zu beheben, indem man einen Mann mit Fachwissen an die Spitze des Kollegiums stellte.&lt;br /&gt;
:Das Forstkollegium setzte sich zusammen aus:&lt;br /&gt;
:einem Direktor&lt;br /&gt;
:5 Assessoren aus der Mitte des Rates&lt;br /&gt;
:5 Assessoren aus der Mitte der Bürgerschaft&lt;br /&gt;
:1 Forstsekretär&lt;br /&gt;
:1 Forstdiener (Für Polizeidienste).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:An die Ehrlichkeit dieser Männer wurden anspruchsvolle Anforderugen gestellt. Ganz besonders die Schweigepflicht !!&lt;br /&gt;
:Das Gehalt der Mitglieder richtete sich nach den eingehenden Strafgeldern, den Schreibgebühren für Holzzettel u.a. .&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Rat hatte es aber verstanden, sich in der neuen Forstverwaltung großen Einfluss zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:Gegen diesen Zustand opponierten wiederum die Hundertmänner &#039;&#039;(Bürgerschaft)&#039;&#039; auf das schärfste und richteten ihren Widerspruch vor allem gegen die Art der Honorierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Des weiteren besaß der forstliche Sachverständige, also Forstinspektor Möller nach seiner bald darauf erfolgenden Wahl, im Kollegium kein Stimmrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Er sollte im Walde, anstatt in Rostock Wohnung nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zudem sollten die an ihre permanenten Dienstvergehen gewohnten Holz- und Baumwärter übernommen werden, statt ihnen zu kündigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für den Posten des Forstinspektors meldeten sich drei Bewerber: Faber, Wippert und Möller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Am 6. April 1764 ernennt der Rat nach langem mit Streit verbundenem Zögern  Johann Friedrich Möller zum Forstinspektor.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Der frisch ernannte Forstinspektor Möller stellt am 16.Juni 1764 umgehend den Antrag, die Jäger Wramp und Schulz, sowie die Baumwärter Lindemann, Schnöckel und Meier zu entlassen um sich freie Hand für Veränderungen zu verschaffen.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Sein Antrag findet jedoch keine Beachtung bzw. wird rundheraus abgelehnt.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1760 gibt es widerum Vorschläge, einen direkten, also möglichst geraden Weg von Hinrichshagen nach Torfbrücke zu bauen, um dadurch über zwanzig andere Wege zu ersetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ferner sollte die Rostocker Heide durch Schneisen sinnvoll gegliedert und erschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach einer Vermessung erstellte Georg Gottlieb Dost eine Karte, in der auch die geplanten Wege und Schneisen eingetragen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Pläne scheiterten aber immer wieder an der mangelnden Einsichtsfähigkeit und dem Widerstand der Stadtvertreter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Möller forderte in seinen Vorschlägen zur besseren Einteilung der Heide und leichteren Holzabfuhr das Schlagen von Schneisen, die auch bald von Ingenieur Dost abgesteckt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Bürgerschaft (Hundertmänner) erregte sich über solche Eigenmächtigkeit derart, daß man es für richtig hielt &amp;quot;Serenissimus&amp;quot;, also den mecklenburgischen Herzog um Hilfe anzurufen, damit eine herzogliche Forstkommission in Rostock ihre Arbeit aufnehmen und &amp;quot;die Wünsche und Beschwerden aller Bürger,Bauern und Einlieger entgegennehmen zu können&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Damit begann ein Kampf zwischen Kommission, Rostocker Rat und Hundertmännern (Bürgerschaft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Möller konnte es unter solchen Rahmenbedingungen nicht gelingen die verschiedensten Meinungen, die auf die Verwaltung der Heide Einfluß nahmen, in Übereinstimmung zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ganze zehn Jahre wechselte man Schriftstück um Schriftstück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die erste Vermessung der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
:Zunächst billigt die Schweriner Regierung am 27. Oktober 1765 die Bereitstellung von 3 Feldmessern.&lt;br /&gt;
:Anscheinend waren aber schließlich nur zwei von ihnen an deren Umsetzung beteiligt: Georg Gottlieb Dost und Friedrich Rothermann.&lt;br /&gt;
:Die erste Vemessung der Heide erfolgte zwischen Ostern 1765 und Januar 1766. Sie wurde im Rahmen der auf Landesbeschluß zwecks Feststellung der richtigen Hufenbesteuerung angeordneten Vermessung aller Güter und Forsten vorgenommen. Bei der Schaffung der Heidekarten ging es dem Lande Mecklenburg vor allem um die Feststellung der Viehweide, während das städtische Kollegium zugleich bemüht war, eine für die Neueinrichtung der Waldungen geeignete Karte zu erhalten.&lt;br /&gt;
;Eine solche forstspezifische Kartierung hatten die, zuvor mit der Erstellung von Direktorialvermessungskarten im landwirtschaftlichen Bereich tätigen, Feldmesser noch nie gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus dieser Vermessung sind 1765 vier Karten hervorgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1. * [[Gut Oberhagen und dessen Holzweide, vermessen von Georg Gottlieb Dost]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:2. * [[Dorf Mittelhagen und dessen Holzweide, vermessen von Georg Gottlieb Dost]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:3. * [[Dorf und Hof Niederhagen und dessen Holzweide, vermessen von Friedrich Rothermann]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:4. * [[Hof Stuthof und dessen Holzweide, vermessen von Friedrich Rothermann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus diesen vier Karten hatte&lt;br /&gt;
: * [[Ingenieur Dost eine verjüngte Karte]] (&#039;&#039;&#039;&amp;quot;Generalplan&amp;quot;&#039;&#039;&#039; mit der Einmessung der geplanten Wege und Schneisen) &lt;br /&gt;
:entworfen, welche die projektierten Richtungen der Hauptschneisen und die Bemerkung der Punkte, wohin man den Verbindungskanal zwischen dem Moorgraben und Stromgraben zu ziehen gedachte, enthielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Auf der Grundlage dieser Karte stellte Forstinspektor Wulff zusammen mit Dost die erste Bestandstabelle auf.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Trotz des großen Interesses, welches die Hundertmänner (Bürgerschaft) ihrer Heide immer wieder entgegen brachte, bleibt es doch unverständlch, daß gerade sie sich den wohlgemeinten Ratschlägen vieler Forstleute, ein hinreichendes Schneisen- und Wegenetz einzurichten, widersetzten. Engstirnigkeit ließ sie stets in dem Glauben, durch solche Anlagen könne zu viel Holz beim hauen der Schneisen verbraucht werden, wo doch gerade ein gutes Waldeinteilungssystem nicht nur die Bestände schützen, sondern gleichzeitig die Transportkosten senken helfen soll.&lt;br /&gt;
:Bei dem Fehlen fester Wege mußten mit 6 Pferden bespannte und  verhältnismäßig breite Wagen dementsprechend hohe Rückeschäden verursachen.&lt;br /&gt;
:Schon Möllers Antrag vom 3. Dezember 1765 an das Forstdepartement, einen direkten und kürzeren Weg von Hinrichshagen nach der Torfbrücke und weiter nach Graal zu bauen, blieb erfolglos, zumal der Vermesser Dost die Strecke schon abgesteckt hatte! Mit Ausnahme einer kurzen, allzu schlechten Strecke von der Torfbrücke nach dem Fischgrund, zum Transport der schweren Torfwagen unterblieb die Ausführung aller im herzoglichen Regulativ vorgeschlagenen Wegebauprojekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Holzschlagregister===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Dost bezeichnete die einzelnen Holzschläge und Figuren auf seinen Heidekarten mit fortlaufenden Ziffern. Als Kartenlegende legte er später nach Ablehnung seines ersten Vorschlages ein Holzschlagregister an, in dem er eine Aufgliederung nach Holzarten vornahm und neben der Flächengröße die Qualität des Holzes , die Beschaffenheit des Bodens und die Weidemöglichkeiten näher charakterisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Um aber in Verbindung mit dieser Bestockungsbeschreibung Richtlinien für künftige Maßnahmen aufzustellen, bemerkte Dost z.B. &#039;&#039;(79)&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der Schlag  Nr.116 (2.815 Quadratruthen) könne als Zuschlag eingeplant werden, da die vorhandenen Eichen und Buchen recht spärlich stünden und dieser zu den schlechtest bestockten Flächen gehöre. Nr 168, bestockt mit jungen Eichen und Buchen ersetze voll und ganz den Abgang der Althölzer, soweit kein Fällungsschaden entstehen würde.&amp;quot;&lt;br /&gt;
: &amp;quot;Bei dem &#039;&#039;&#039;melirten&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(gemischten)&#039;&#039; Schlage&amp;quot; sei nichts zu bemerken. Solle aber ein Zuschlag notwendig werden so seien Eichen und Buchen anzubauen, &#039;&#039;&#039;denn Tannen &#039;&#039;(Kiefern)&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; wuchsen, wo alte gestanden haben, genug von selber auf.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Der im Register aufgeführte Tannenschlag dürfe mit der erste sein, der gehauen werden müsse, da die Kiefern gleich groß seien und keine Verjüngung aufweisen. :Vorerst nur zu Sparren brauchbar, müssten sie also noch eine zeitlang wachsen. &lt;br /&gt;
:Es wäre jedoch wünschenswert, wenn alle &amp;quot;Tannen Terrains&amp;quot; diese Beschaffenheit aufwiesen, dann würde dieser &amp;quot;Modus&amp;quot;, die Tannen zu bewirtschaften, einfacher anzuwenden sein. ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dem am 25.VIII. 1766 eingereichten Holzschlagregister ließ Dost einen &#039;&#039;&#039;neuen &amp;quot;Vorschlag zur Regulierung der Heide&amp;quot; am 24.IX. 1766 folgen&#039;&#039;&#039;, nachdem ihm von Seiten der Commission keinerlei Antwort zuteil wurde.&lt;br /&gt;
:Auch aus dem neuen Schriftstück ersieht man, mit welcher Energie Dost für die Einteilung der Heide in Schläge und Haue, die Entwässerung, besonders der Erlenbrüche und das Legen von Schneisen eintrat.&lt;br /&gt;
=== Dosts Vorschläge zur Regulierung der Heide ===&lt;br /&gt;
; &#039;&#039;&#039;[[Dosts Vorschläge zur Regulierung der Heide]]&#039;&#039;&#039; (Inhalt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Dost, der ursprünglich als Vermesser nach Rostock kam, hatte es verstanden, seine von ihm selbst aufgestellten Vermessungsunterlagen  für eine generelle Wirtschaftsplanung auszubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seine Gedanken bezogen sich dabei wohl auf die von Möller veröffentlichten Vorschläge, können aber für sich in Anspruch nehmen, den gegenwärtigen Waldzustand und die Planung wesentlich eingehender beurteilt und geschildert zu haben.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Dost &#039;&#039;(und nicht wie oft angenommen Möller!)&#039;&#039; entwarf mit Hilfe des Flächenverzeichnisses ein klares Bild der Bestockungsverhältnisse und bietet so der Nachwelt zum ersten Mal Gelegenheit, genaueres über die Revierstruktur zu erfahren&#039;&#039;&#039;, was für die geschichtliche Untersuchung von Wichtigkeit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Vorschläge wurden von dem Forstcollegium als &amp;quot;practicable&amp;quot; befunden, so weit in der Zeit nach einem &amp;quot;Durchritt&amp;quot; zu beurteilen sei. &lt;br /&gt;
:Nur bliebe darauf aufmerksam zu machen, besonderen Wert auf die Eichennachzucht zu legen, die gemischten &amp;quot;Classen&amp;quot; aufzulösen, d.h. die Eichen und Buchen zur harten Hölzung und die Tannen zu den übrigen zu schlagen, darauf zu achten, daß nach Ablauf der Weidepachtverträge Vergünstigungen für den Wald erzielt werden, und die Spanndienste nicht nur für die Räumung der Schläge, sondern auch für die Holzbringung an die See, zum besseren Weitertransport einzusetzen. (3.VI. 1767). Dann stünde der Regulierung nichts mehr im Wege. (79)&lt;br /&gt;
:Diese zugesagte Erlaubnis gab aber noch nicht die endgültige Bestätigung, mit den Arbeiten zu beginnen. Eine große Zahl von Protokollen beweist, welche Einwände seitens Rath, Hundertmännern und Bürgern in den darauffolgenden Jahren vorgebracht wurden, um entweder verschiedene Einzelheiten gänzlich abzuändern, zumindest aber näher zu klären. So sah sich das herzogliche Forstcollegium gezwungen, nochmals alle Unterlagen anzufordern und selbst den vorläufigen Entwurf einer Forstordnung auszuarbeiten, der sich aber nicht wesentlich von den bereits aufgestellten Richtlinien entfernte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rath erbat sich wiederholt Bedenkzeit, die Regulierungsvorschläge der Commisssionzu prüfen. Trotzdem konnte die Bürgerschaft keine klare Entscheidung der Annahme oder Ablehnung fällen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1767 Das Forstcollegium erarbeitet die &amp;quot;Dienst-Bauer- und Wirtschaftsordnung für das der Stadt Rostock gehörige Guth Rövershagen&amp;quot; und setzt sie am 10. März 1767 in Kraft===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der jeweils amtierende Forstinspektor ist nun nicht nur Verwaltungsinstanz der Rostocker Kommunalwaldungen, sondern übt in Personalunion für alle Heideortschaften auch die Funktion eines Amtmannes bzw. Vogtes als Exekutivorgan der Stadt Rostock vor Ort aus. &lt;br /&gt;
:Das Gemeindeleben Rövershagens war immer mit der Forstwirtschaft aufs engste verquickt.&lt;br /&gt;
:Auch daher erhielt die dem Heidedepartement unterstellte Forstinspektion ihren Sitz in Rövershagen. &lt;br /&gt;
:Die Willershäger Waldung hingegen, die bis 1753 verpfändet gewesen war, lag bis auf weiteres in der Hand der Kämmerei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Dienst- Bauer- und Wirthschaffts-Ordnung für das der Stadt Rostock gehörige Guth Rövershagen, Rostock, den 10. Mart. 1767]] (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wirken der herzoglichen Forstkommission ab 1769===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 11. November 1769 schließlich teilte die Schweriner Regierung &amp;quot;den Repräsentanten der recurrirenden Ämter&amp;quot; &#039;&#039;(themenbezogen beteiligten Ämter)&#039;&#039; mit, die gewünschte Kommission sei bereit.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde aufgefordert um: &amp;quot;ergebendste Einreichung der zur Einteilung der Heide in Haue und Caveln gehörigen Papiere, Abseiten Bürgermeister und Rath der Stadt Rostock, Supplicanten, nebst beygehenden Fasciculo betreffend der Regulierung der Stadt Heide&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:In der Folge hielt sich die Kommission nicht nur &amp;quot;einige Tage&amp;quot; in Rostock auf, sondern war von 1769-1774 immer wieder gezwugen zu kommen und neue Einwände zu prüfen und zu berücksichtigen.&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Bestandstabelle Wulff aus Kolp p86.jpg|thumb|rechts|500px|OF Wulffs Bestandstabelle 1774 Quelle: O. Kolp Nordöstl. Heide 1957]]&lt;br /&gt;
:Schließlich erging  vom Herzog an die Kommission der Befehl, die Berichterstattung zu beschleunigen und die schleppenden Verhandlungen zu einem Abschluß zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Oberforstinspektor Wulff versuchte zunächst unter Heranziehung der neuen Karten einen Einblick in die Bestockungsverhältnisse der Heide zu gewinnen, keine leichte Aufgabe bei den vorherrschenden Schwierigkeiten, zumal eine reiche Holzartenmischung und intensive Viehweide das forstliche Urteil sehr erschwerten.&lt;br /&gt;
:Er entwickelt einen ersten Plan über die Anlage von Schneisen und macht den Vorschlag alle Hauptschneisen in einem Punkte zusammenlaufen zu lassen um dort die Wohnung des Forstinspektors zu errichten. &lt;br /&gt;
:Dieser Punkt sollte bei der Fullery &#039;&#039;(am Knick der Chaussee nach Graal bei km 6,8)&#039;&#039; gelegen sein.&lt;br /&gt;
:Es ging dem Forstinspektor darum, die vielen unnützen und krummen Wege an Zahl zu verringern und zu begradigen. Dadurch solle vor allem der junge Aufschlag geschont und der Wald in Haue und Kaveln zerlegt werden. Dieser Vorschlag floß schließlich auch mit in das Regulativ ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Auszug aus Hermann Friedrich Beckers Heidechronik 1839: &#039;&#039;Forstinspector Möller und sein &amp;quot;Plan über die Einteilung und beßere Bewirtschaftung der Heide&amp;quot;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
:[[Datei:Möller Forstinsp Liqui 6ten Sept 1767 a.jpg|thumb|250px|rechts| ]] [[Datei:Möller Forstinsp Liqui 6ten Sept 1767 b.jpg|thumb|250px|rechts|Forstinspector Möller muß in Folge mißlicher Wirtschaftsverhältnisse Insolvenz anmelden (September 1767) Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Zu dem Dienste eines Forstbeamten, meldeten sich drey Kandidaten unter welchen sich auch der Secretair des Gewetts Möller befand. Um deren Fähigkeiten zu prüfen erhielten sie vom Directorio den Auftrag in die Heide zu reiten, sie gehörig in Augenschein zu nehmen und darüber gründlich Bericht abzustatten wie solche am zweckmäßigsten und vorteilhaftesten für die Stadt einzurichten sey? Wahrlich keine leichte Aufgabe. Die Heide war derzeit noch nicht vermessen. Ohne Karte, ohne Flächenregister, ohne innere Kentniß des Waldes in einen Urwald von gemischten Beständen zu reiten und dann über seine beste Einrichtung und Benutzung ein gründliches Erachten abzugeben ist mehr als ein Forstmann unternehmen kann. Ich fürchte daher daß zwey von den Kandidaten wieder nach Hause geritten sind ohne sich mit der Sache zu befaßen, wenigsten habe ich von ihren Gutachten nichts zu Gesicht bringen können. Der Secretair Möller ward daher zum Forst–Inspector ernannt. Es hatte dieser Mann unstreitig gute Forstkentniße seiner Zeit, bereits als Gewetts–Secretair sich Kunde vom Innern der Heide verschafft, auch einen Plan über die Einteilung und beßere Bewirtschaftung der Heide &#039;&#039;&#039;1765&#039;&#039;&#039; eingereicht, der dies bestätiget, und bei der nachherigen Forstregulierung theilweise benutzt ward.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Es wurde also beschloßen den vom Forstinspector Möller eingereichten Plan in Ausführung zu bringen. Man war damit so weit vorgerückt, daß die Schneisen, welche Möller in Vorschlag gebracht, bereits vom Ingenieur abgesteckt waren, da brach in der Bürgerschaft die glimmende Unzufriedenheit mit dem Rath und Forstdepartement zur vollen Flamme aus, man klagte bei Seremißimo und bat, daß die Differenzen mit dem Rath durch eine Herzogliche Commißion untersucht und die Stadtverhältniße geordnet werden möchten. Er wurde aber mit zu vielen Geschäften überhäuft, indem man ihm außer den Waldungen auch die specielle Oberaufsicht auf alle Stadt–Güter, deren Wirtschaft, Bauten Steuern pp. übertrug, wobei ihn auch noch das Viehsterben &#039;&#039;&#039;1770&#039;&#039;&#039; pp. sehr belästigte, dabei trafen ihn nachtheilige Conjuncturen, die aus Stadtstreitigkeiten bei seinen Vorgesetzten und Unannehmlichkeiten mit seinen Subalternen &#039;&#039;&#039;&#039;(also den Holz- und Baumwärtern ! WS)&#039;&#039;&#039;&#039; entsprangen. Vorzüglich aber drückte ihn der unangenehme Vorfall, daß er schon als Gewetts–Secretair eine Eichen–Holtzentreprise im Radelbruch gemacht, welches er jetzt zum Mißvergnügen der Bürgerschaft verkaufen mußte, um die dazu gemachte Anleihe zu decken. Dies Holz ward mit Arrest belegt und er also verhindert Capital und Zinsen wieder zurückzahlen zu können, dazu ward überdem sein geringes Gehalt zurückbehalten. Das Finale war ein Pistolenschuß womit er &#039;&#039;&#039;&#039;(1781)&#039;&#039;&#039;&#039; sein Leben endete.&amp;quot;&#039;&#039; (H.F.Becker)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forstbiographie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Forstregulativ vom 18. April 1774 in seiner endgültigen Fassung und seine &#039;&#039;Nicht&#039;&#039;-Inkraftsetzung==&lt;br /&gt;
[[Datei:1775 19ten Aug herzogliche Polizey Ordnung gegen das Raden und Verwüsten der Wildbahne und Holzungen 1.jpg|thumb|200px|rechts|1775 Herzogliche Polizey Ordnung gegen das Raden und Verwüsten der Wildbahne und Holzungen 1 (UA)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1775 19ten Aug herzogliche Polizey Ordnung gegen das Raden und Verwüsten der Wildbahne und Holzungen 2.jpg|thumb|200px|rechts|1775 Herzogliche Polizey Ordnung gegen das Raden und Verwüsten der Wildbahne und Holzungen 2 (UA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Endgültige Fassung des Regulativs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Regulativ hat nicht nur für die Verwaltung der Rostocker Heide eine herausragende Bedeutung.&lt;br /&gt;
;Es waren dies die Bewirtschaftungsgrundsätze, die in solcher Art zum ersten Male in Mecklenburg ausgearbeitet wurden. Wobei man bestrebt war, die verschiedenen Einzelheiten des Betriebsvollzuges zu beschreiben.&lt;br /&gt;
:Richtungsweisend für den neuen Gedanken einer nachhaltigen Forstwirtschaft sollten sie nicht nur in der Heide allein angewandt werden, sondern auch anderen Kommunal-, Privat- und Fiskusforsten künftig zum Vorbild dienen. (QvOe S. 75)&lt;br /&gt;
;Das Regulativ gibt aber auch Zeugnis vom Stand der mecklenburgischen Forstwirtschaft im ausgehenden 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Regulativ in seiner Endfassung dann gedruckten und veröffentlichten Fassung von 1774 gliedert sich in folgende Abschnitte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1. &amp;quot;Von der äußeren und inneren Gestalt des Waldes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:2. &amp;quot;Von den Forst-Offizianten und Dienst-Leuten überhaupt&amp;quot;&lt;br /&gt;
:3. &amp;quot;Von den Forst-Offizianten und Dienst-Leuten insonderheit&amp;quot;&lt;br /&gt;
:4. &amp;quot;Von der Bewirtschaftung der Waldung an sich&amp;quot;&lt;br /&gt;
:5. &amp;quot;Von der Jagd und den Jägern&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:(QvOe 61-79)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ende der mehrjährigen Arbeit des Forstkollegiums erschien am 18. April 1774 ein landesherrrliches Regulativ zur Verwaltung der Rostocker Heide, das im Ergebnis nicht dem Willen der Stadt Rostock entsprach. &lt;br /&gt;
:Per Edict verleiht der Herzog dem Regulativ trotzdem Gesetzeskraft um es als Präzedenz in ganz Mecklenburg anwenden zu können und läßt es als Druckwerk veröffentlichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;&amp;quot;So haben wir uns mit Landesväterlichem Bedauren solcher anhaltenden Gesinnung des Raths Unserer Stadt Rostock, bemüßiget gefunden, alle Vergleichs-Handlungen zwischen Rath und Bürgerschaft abbrechen zu lassen, folgends Unser gegenwärtiges Landesherrliches Regulativ der Verwaltung der Rostocker Heide, nach mehrmalen erstattetem Erachten Unserer Sachverständigen Commissarien, und sorgfältiger Ermäßigung der noch übrigen, gütlich nicht hingelegt besonderen Erinnerungen, respective des Raths und der Hundertmänner folgender Maaßen abfaßen und publiciren zu laßen.&lt;br /&gt;
:;Friedrich&lt;br /&gt;
:;Herzog von Gottes Gnaden&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Herzogliche Regulativ der Rostocker Heide 1774]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Rechtsgutachten von Johann Stephan Pütter, Justizrath an der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen zu den 39 Widerspruchspunkten der Stadt Rostock gegen das Regulativ 1777 (HA)]] (8 S.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1775 Patentverordnung zur Erneuerung der Landespolizey-Ordnung von 1572 wider die Holz-Verwüstungen]] (3 S.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Holztaxen und die Hauerlöhne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Um einen Überblick zu erhalten, mit welchen Holzsortimenten zur Zeit der Ersteinrichtung der Heide gehandelt wurde, ist die &lt;br /&gt;
;&amp;quot;Forsttaxe, wonach das Holz in der Rostocker Heide an Einheimische oder Auswärtige zu verlassen&amp;quot; aufschlußreich.&lt;br /&gt;
:Die einzeln angeführten Verwendungsarten ergeben ein deutliches Spiegelbild des holzverarbeitenden Gewerbes, welches letzthin bestimmend auf die Aushaltungsvorschriften verschiedener Sortimente einwirkte.&lt;br /&gt;
:Die größte Nachfrage bestand damals für Eichen-Fadenholz z.B.: Pfosten, Bohlen, Dachlatten, Mauerplatten, Planken, schwächere Hölzer zum Bau von Dachrinnen u.a. mit unterschiedlichen Ausmaßen und für den Schiffbau besonders Knie- und Krummholz  zur Herstellung von Schiffssparren und Kielstücken.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Kiefer eignete sich von jeher gut zur Ausformung von Masten, [[Remel-]] und Sparrhölzern, Balken, Bohlen, Brettern, Dielen usw., die Buche, ihrer geringeren Tragfähigkeit entsprechend, zu Bohlen und Planken.&lt;br /&gt;
:Die Erle lieferte Bauholz und Pfähle, die Birke Eggebalken, Leiterbäume und Wagendeichseln.&lt;br /&gt;
:Alle Holzarten werden daneben auch zu Brennholz eingeschnitten.&lt;br /&gt;
:Die Taxe sah hier nur Preise für Einheimische vor, das heißt, an Auswärtige durfte zu der Zeit kein Brennholz abgegeben werden.&lt;br /&gt;
:Die Taxe betont ausdrücklich, der &amp;quot;Sagerlohn&amp;quot; sei in den Preisen bereits einbegriffen. Der Hauerlohn wurde von dem Käufer zusammen mit dem Holz an der Kasse bezahlt.&lt;br /&gt;
:Jeder Käufer entrichtete aber darüber hinaus bei der Anweisung 2 Groschen an die beiden Jäger, die sich die Summe teilen.&lt;br /&gt;
:Für jeden Faden erhielt der Forstverwalter einen, die zwei Jäger zusammen einen Schilling.&lt;br /&gt;
:Der Verwalter berechnete den im Winter entstandenen Hauerlohn im voraus und beantragte daraufhin bei der Kasse einen Vorschuß.&lt;br /&gt;
:Nach dem Verhältnis ihres Verdienstes erhielten die Holzhauer später Abschlagszahlungen.&lt;br /&gt;
:Forstmeister Chr. Wulff riet davon ab, eine Steigerung des Heuerlohnes, solange die in und um Rostock gezahlten Tageslöhne beibehalten werden, nicht vorzunehmen. &lt;br /&gt;
:Alles Fadenholz mit einem Durchmesser über [[12 Zoll]] sollte nach den Vorschlägen von Forstmeister Wulff in Zukunft mit der Säge, geringeres mit der Axt &amp;quot;durchgedrummet&amp;quot; werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(QvOe p74/75)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Einstweilige Taxe der Tannen-Hölzer für Einheimische und Fremde]] (4 S.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Rostocker Rat zieht daraufhin vor das Reichskammergericht=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Haupt-Gegen-Argumente unter den 39 Klagepunkten der Rostocker Bürgerschaft waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1. Der Bau einer neuen, zentral in der Heide gelegenen Dienstwohnung würde zu viele Kosten verursachen.&lt;br /&gt;
:2. Der Forstinspektor sollte als gleichzeitiger Aufsichtsbeamter über die Landgüter Wohnung in Rövershagen behalten.&lt;br /&gt;
:3. Die geplante Anlage der Schneisen brächte Umwege bei der Abfuhr des Holzes nach der Stadt mit sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Praxis entnahm man dem Regulativ wiederum nur die Polizeivorschriften, die Holz- und Wildtaxen sowie die Lohneinstufungen bei forstlichen Arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Negatives Fazit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Die Regulierung des Holzhiebes ließ man auf sich beruhen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Es wurde nicht eine gerade Schneise gehauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Der Wald blieb was er war - Urwald. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Es wurde weiter nach willkürlichem Ermessen gepläntert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Das Unwesen der krummen Wege blieb bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Das Forstkollegium löste sich auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forstinspektor Möllers tragisches Schicksal ging auch in die Sagenwelt der Rostocker Heide ein:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Wann aber findet jener Geist seine Ruhe, der noch jetzt in der Gegend der Graaler Schneise (heute Bäderstraße) nächstens umher spukt?&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Es soll ein ehemaliger Forstbeamter sein, der im Herbst 1780 seinem Leben selber ein vorschnelles Ziel setzte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Verärgert und verbittert, weil sein Sohn aus Versehen beim Krähenschießen ein Bauerngehöft anzündete und nun endlose Verhandlungen heraufbeschwor.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Wer dem armen, ruhelosen Geist begegnen sollte, der hab einen frommen Spruch, ein Helfgott oder Dusendgotteslohn bei der Hand. Das sollen die verwunschenen Geister gerne hören und dann die ewige Ruhe finden.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Aus: &amp;quot;Die Heide, das Kleinod der Stadt Rostock&amp;quot; von Adolf und Rudolf Ahrens 1919&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1781 - 1791 Tätigkeit des Forstinspektors Roedler===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach Auflösung des Forstcollegiums und Gründung des neuen Heidedepartements im Jahre 1768 übernahm der erste Nachfolger des Forstinspectors Möller der Forstinspector Rödeler dessen Stelle. Er hatte sie von 1781 bis 1791 inne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Tätigkeit Rödelers beschränkte sich zunächst in erster Linie auf die Aufrechterhaltung der allgemeinen Verwaltungsgeschäfte und Sicherung der Heide als Einnahmequelle für die Stadt.&lt;br /&gt;
:Er hat Kulturen, das sichtbarste Zeugnis, die mangelhaften Zustände zu beseitigen angelegt.&lt;br /&gt;
:Ihr Umfang blieb gemessen an der Notwendigkeit, schnellstens alle Flächen ohne Bestockung wieder in Kultur zu bringen von geringer Bedeutung.&lt;br /&gt;
:1781 greift  Forstinspector Roedler die Forsteinrichtungs-Gedanken, ein Jahr nach Möllers Selbstmord,  in einer neuerlichen Schrift auf:&lt;br /&gt;
; +  [[&amp;quot;Über die Verbesserung der Rövershäger Holzung&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
:( auch hier ist nur die Abschrift der Handschrift im Rostocker Stadtbuch verfügbar und das Original-Manuskript verschollen. AHR Signatur 1.1.3.0 - Bürgermeister und Rat: Rostocker Sammelbände 20/8, 20/8a, 20/8b))&lt;br /&gt;
(Q: QvOe p.80)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufstieg der Rostocker Forstwirtschaft unter Forstinspektor Becker von 1791 bis zur Gründung des Forstdepartementes 1833==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&amp;quot;Menschenverstand, mehr ist im Wald nicht nötig&amp;quot; - Hermann Friedrich Beckers Einführung als Forstinspektor===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Person Hermann Friedrich Becker 1804 Kupferstich.jpg|200px|thumb|right|Hermann Friedrich Becker  Nach einem Kupferstich von Daniel Chodowiecki 1804]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hermann Friedrich Becker war gerade 25 Jahre alt, als der Rostocker Rat 1791 die freigewordene Stelle des vorangegangenen Forstinspektors Rödler in der Rostocker Heide neu besetzen wollte. &lt;br /&gt;
:Auch wenn Becker kurz zuvor &#039;&#039;(erstmals in Mecklenburg)&#039;&#039; ein Büchlein, herausgebracht hatte, das die hier einheimischen Baumarten ausführlich beschrieb, so genügte das den Rostocker Ratsherren als Referenz nicht, einen so jungen Mann auf diesen Posten zu setzen.&lt;br /&gt;
:Das Pro cedere bis zur Auswahl Beckers liest sich in dessen Aufzeichnungen so: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;„&#039;&#039;Ein lustiges Possenspiel wurde eingeschoben, bevor man mich in Eid und Dienst nahm. Die Väter unserer Stadt sagten sich, dieser junge Mann, Enkel unseres verstorbenen Bürgermeisters Burgmann könnte seiner Herkunft wegen schon würdig sein unsere Heide zu betreuen. Hat ja auch durch sein kürzlich herausgegebenes Büchlein gezeigt, daß er unsere Bäume kennt. Ob er aber etwas von der Forstwirtschaft versteht, darüber müssen wir noch Zeugnis haben.&#039;&#039;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Und so bittet man den herzoglichen Oberforstinspektor Wulff zu Schwerin, der 17 Jahre zuvor die Leitung bei der Erarbeitung des Forstregulativs inne hatte und angesichts der Verhinderung von dessen Inkrafttreten der Rostocker Stadtvertretung eigentlich noch immer gram war, den Kandidaten hierzu persönlich zu examinieren. &lt;br /&gt;
:Wie er zuvor schon dessen zwei Vorgänger Möller und Rödler geprüft hatte. &lt;br /&gt;
:Wulff reagierte alsbald mit einem Brief: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;„&#039;&#039;Der junge Mann hat ja über eure Bäume geschrieben, ist das nicht genug ?&#039;&#039;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Kummervoll daraufhin die schriftliche Reaktion der ratsherrlichen Rostocker Verwaltung: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;„&#039;&#039;Wir brauchen für unsere Akten ein Zeugnis schwarz auf weiß.&#039;&#039;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Als Becker daraufhin die Reise nach Schwerin antritt und schließlich beim Oberforstinspektor angelangt seine förmliche Begrüßung herzusagen ansetzt, unterbricht ihn der freundlich: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;„Leiste er mir Gesellschaft und probiere er meinen Rotwein.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Wulff berichtet dem jungen Becker über seine ursprünglichen Intentionen zur Reformation der Rostocker Heide mittels des Forstregulativs im Jahre 1774 und sein damaliges Scheitern auf Betreiben des Rostocker Rates. &lt;br /&gt;
:Er legt Becker die Empfehlung ans Herz, bei seiner zukünftigen forstlichen Arbeit, das seinerzeit abgelehnte Forstregulativ trotz allem als Richtschnur für seine Arbeit zu nutzen. &lt;br /&gt;
:Am darauffolgenden Tage stellt Wulf den jungen Mann noch dem Herzog Friedrich dem Frommen vor. &lt;br /&gt;
:Am Ende des Examensbesuches händigt der alte Forstmann nun seinem jungen Berufskollegen ein Zeugnis aus, daß die Eignung für das Rostocker Amt aufs Beste bescheinigt, begleitet von den Worten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;„Ich sehe ja, daß er gesunden Menschenverstand hat. Weiter ist im Walde nichts nötig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein späterhin hochverdienter Forstwissenschaftler nimmt seinen Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:* [[Datei:1805 Becker Bäume und Sträucher zweite Auflage.pdf]]  &lt;br /&gt;
:(Anmerkung: diese zweite,1804 erschienene Auflage ist in ihrer Überarbeitung wesentlich umfangreicher, tiefgründiger und zuverlässiger als Beckers erste Auflage von 1791!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr über Oberforstinspektor Christian Wulff===&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Oberforstinspektor Christian Wulff|Oberforstinspektor Christian Wulff]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 Hermann Friedrich Beckers Amtsantritt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Forstinspektor Becker liegt fortan während seiner mehr als fünfzig Jahre währenden Dienstzeit häufig im Streit mit seinem Dienstherren, der Rostocker Stadtobrigkeit.&lt;br /&gt;
:Gleich nach seinem Amtsantritt entwickelte Becker einen Plan die bislang weitgehend undurchdringlichen Waldungen durch neu anzulegende Schneisen zu erschließen. &lt;br /&gt;
:Den Plan übereichte er dem damaligen Bürgermeister Engelke, der die Unterlagen wohlwollend entgegennahm und Prüfung versprach. &lt;br /&gt;
:Ein Jahr blieb Becker ohne Antwort, was ihn zur Nachfrage bewegte. &lt;br /&gt;
:Auch bat er nun um Rückgabe seiner Arbeit. Die war jedoch nicht auffindbar. &lt;br /&gt;
:Erst vier Jahre darauf entdeckte man sie zufällig über der Tür des Ratszimmers. &lt;br /&gt;
;Sie sei &amp;quot;dort abgelegt worden um sie im passenden Moment gleich zur Hand zu haben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===+ 1791 - 1801 Am Intrigen- und Denunziantentum der Baum- und Holzwärter droht die Forsteinrichtung zunächst zu scheitern===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Beckers Bestrebungen, die bisherige Bewirtschaftung des Rostocker Stadtwaldes grundlegend zu reformieren, waren auch untrennbar damit verbunden, bei den Baum- und Holzwärtern, teilweise in langer Familientradition ausgeprägte, kontraktwidrige Gewohnheiten, wie illegales Brauen, Schnapsbrennen, Wildern, Holzverkauf unter der Hand, Kohle brennen u.v.a. radikal auszumerzen. Den Verlust dieser illegalen Gewohnheiten fürchtend waren alle 5 Reviervorsteher dem Forstinspektor feindlich gesinnt und sabotierten seine Reform-Bemühungen nach Kräften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1792, 22.Dezember &lt;br /&gt;
:Forstinspektor Beckers Vorschlag von Hinrichshagen nach Markgrafenheide einen geraden Weg zu legen wird von den Hundertmännern &#039;&#039;(der damaligen Rostocker Bürgerschaft)&#039;&#039; und dem Rat schlichtweg ignoriert. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:QvOe fortsetzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Ab 1795 Bemühungen zur Aufforstung der Blößen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(nach Kolp)&lt;br /&gt;
- Hufenkoppel ua.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1796 Die Große Eichenzählung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1796 Becker Eichenzählung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Besonders galt die Sorge der Stadt den Eichen, da man wußte, zu welch hohem Preis deren Holz an die Schiffbauindustrie veräußert werden konnte.&lt;br /&gt;
:Die Angst vor dem Schwinden der Eichenholzvorräte versuchte man durch strenge Verkaufsbestimmungen wettzumachen, um für die Zukunft genügend brauchbare Hölzer zum Verkauf anbieten zu können. Die Verwaltung berücksichtigte dabei aber nicht die natürliche Altersgrenze, nach deren Überschreiten die Eichen langsam abgängig und einhergehend mit auftretenden Krankheiten wertlos werden mußten.&lt;br /&gt;
:Sie betrachteten die Eichen als &amp;quot;grüne Aktien&amp;quot; deren Wert mit wachsendem Alter endlos steigerbar war.&lt;br /&gt;
:Am Beginn des Jahres 1795 fand Forstinspektor Becker so eine große Zahl alter Eichenstämme vor, bei denen aus falscher Sparsamkeit diese Altersgrenze längst überschritten war. Er machte auf die damit verbundene Wertminderung, die der Stadt eher zum Nachteil, als zum Vorteil gereichte, aufmerksam und mahnte schnelle Abhilfe an.&lt;br /&gt;
:Erst nach langen Verhandlungen bekam Becker die Erlaubnis, die Stückzahl aller Eichen, getrennt nach Altersklassen zu ermitteln und damit einen Überblick über den Eichenvorrat der Rostocker Heide und seinen Wert zu erhalten. &lt;br /&gt;
:( nach QvOe S. 89).&lt;br /&gt;
:Im Ergebnis vertrat H.F. Becker die Meinung, man könne sich baumartgerechten Einblick in die Holzvorräte nur durch Einteilung in Abteilungen, Haue und Caveln sowie Auszählung der Stämme verschaffen.&lt;br /&gt;
:Eine solche Zählung, zunächst nur auf die Eichen bezogen, ließ er deshalb von April 1795 bis März 1796 im ersten der fünf Reviere durchführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Hundertmänner (Bürgerschaft) lassen über Forstinspektor Becker ein Publikationsverbot verhängen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796-1799 &lt;br /&gt;
:Um seinen Neuerungs-Ideen zur Einführung einer geregelten Forstwirtschaft bei der genehmigenden Vorlage zu den Sitzungen der Rostocker Bürgerschaft Nachdruck zu verleihen publiziert er dazu parallel entsprechende Fachbeiträge in einschlägigen regionalen Monatsschriften.&lt;br /&gt;
:Seit seiner Amtseinführung 1791 findet Beckers publizistische Tätigkeit zu forstlichen Themen der Rostocker Heide immer wieder Anstoß bei der  Bürgerschaft. Er muß ständig Kritiken, Rügen und Maßregelungen über sich ergehen lassen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1796 Hermann Friedrich Becker beendet das Manuskript für sein&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;&amp;quot;Systematisches Handbuch der Fors Zeit, twirthschaft zum Gebrauch für junge Forstmänner&amp;quot;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:Da er immer mehr den Unmut vieler Hundertmänner-Abgeordneter zu spüren bekommt, scheut er sich dieses Werk unter seinem eigenen Namen herauszugeben. &lt;br /&gt;
:Er publiziert trotz allem weiter, nun jedoch grundsätzlich anonym, oder unter Pseudonym. &lt;br /&gt;
:In einigen Fällen gaben Freunde ihre Namen als Herausgeber. Im Falle des Forst-Handbuches übernimmt der Malchiner Apotheker Carl Wilhelm Fiedler diese Rolle, so daß es letztendlich als &amp;quot;Fiedlersches Forst-Handbuch&amp;quot; in die deutsche Forstliteratur eingeht und in Fachkreisen einen hohen Bekannteitsgrad erlangt.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;*Becker H.F.,  Hrsg. Carl Wilhelm Fiedler (Malchin) &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Systematisches Handbuch der Forstwirthschaft zum Gebrauch für junge Forstmänner&amp;quot; 1796 zwei Teile in einem Band, 338 S. Verlag Wittekind Eisenach&lt;br /&gt;
:* [[Fiedler Handbuch Forstwirtschaft 1796]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nachfolgende Beiträge in den &amp;quot;Gemeinnützigen Beiträgen für den Stadt- und Landmann&amp;quot;, denen Becker von 1791 bis 1799 als Herausgeber und Redakteur vorstand, fanden den Unwillen der Rostocker &amp;quot;Hundertmänner&amp;quot;. Das geschah insbesondere deshalb, weil er derartige Beiträge immer dann veröffentlichte, wenn deren forstliche Inhalte zuvor in entsprechenden Ratsvorlagen die Ablehnung, insbesondere des zweiten Quartiers (im II. Quartier waren die 50 Abgesandten der Handwerkerinnungen vertreten) gefunden hatten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Was ist unter Bewaldrechtung des Holzes zu verstehen?&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; September 1796]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Rüge verschiedener großer Holzwerschwendungen in Mecklenburg&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; November 1796]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Noch etwas über die Bestimmung des jährlichen Holzhiebes durch Zählung der Bäume&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; November 1796]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Über die Benutzung der Tannen-Stämme&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; Januar 1797]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von den grossen Vortheilen welche der Stadt Rostock durch die Aufstellung eines Baumeisters zufliessen würden.&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; Februar 1798]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von der Mast und deren Benutzung&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; April 1798]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Ueber Zuschläge und deren Anlegung in der Rostocker Heide&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; Oktober 1798]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Ist es nachtheilig oder vorteilhaft, daß die Forstleute das Land, welches mit Holz besaamet werden soll, vorher mit Korn besäen, oder wie man es nennet, ausbauen?&amp;quot;]] in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; Mai 1799&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von der Holzweide&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; September 1799]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von den großen Nachtheilen welche durch die eingeführten weiten Wagen in den Waldungen angerichtet werden&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; 1799]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1799 erhält H.F.Becker schließlich ein Schreibverbot zu Themen die seine dienstlich-forstwirtschaftlichen Belange inhaltlich tangierten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Becker Schreibverbot Az Ratsprotokoll 18 5 1799.jpg|700px|thumb|right|Auszug aus dem Ratsprotokoll vom 18.5. 1799]]&lt;br /&gt;
;Befehl&lt;br /&gt;
:Bey E.E.Rath dahin anzutragen, daß dem Forstinsp. Becker &lt;br /&gt;
:aller Schriftstellerey, der irgend Bezug auf die Haide hätte, &lt;br /&gt;
:bey Strafe untersaget werden mögte, und ihm anzufügen, daß er die Zeit, die er überhaupt auf Schriftstellerei verwendet, beßer zur Aufsicht in der Haide nütze.&lt;br /&gt;
:in fidem extractus &#039;&#039;(&amp;quot;Beglaubigung des Textes&amp;quot;)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Gsec. &#039;&#039;(&amp;quot;Gewettsecretär&amp;quot;)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:W.G. Detloffe&lt;br /&gt;
: GS &#039;&#039;(Abk. Gewettssiegel)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Zum Jahresende 1799 gibt Forstinspektor Becker die Redaktion der &amp;quot;Gemeinnützigen Aufsätze...&amp;quot; offiziell ab:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Becker Redaktionsmeldung 1799 a.jpg|thumb|700px|rechts|Beckers Redaktionsmitteilung über die Beendigung seiner Redaktion]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Das Schreibverbot wird am Ende gut zehn Jahre Bestand haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ab 1798 Beckers Versuche das Forstregulativ schrittweise umzusetzen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krause Becker Skizze Wegezeichnung 1799 .jpg|thumb|500px|rechts|um 1920 macht der Historiker Ludwig Krause eine kleine Handskizze von Beckers 1799 eingereichter Planzeichnung Quelle: AHR 1.1.3.19. 965]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799 &lt;br /&gt;
:Becker reicht eine Planzeichnung für den Bau einer Schneise vom neuen Triftenbaum (Hinrichshagen) nach Markgrafenheide ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Insgesamt bewilligt der Rostocker Rat darauf hin die zukünftige Anlegung von vier Hauptschneisen. (KFC)&lt;br /&gt;
:- Die Vermessung und Trassierung der geraden Schneise von Hinrichshagen nach Markgrafenheide wird begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Das zweite Quartier der Bürgerschaft reagiert auf die von Forstinspektor Becker eingereichte Planung mit einer üblen Denunziationsschrift an den Rostocker Rat.&lt;br /&gt;
:Auszug:&lt;br /&gt;
:- &amp;quot;... ein Schreiben der Heideverweser erhellt, daß Forst-Inspector Becker eine üble Verwaltung führt und insbesondere zum Nachteil der Heide eine Schneese vom Triftbaum nach Markgrafenheide einrichtet - 17. Jan. 1800&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1800, 28.Januar&lt;br /&gt;
:An Becker ergeht das Verbot weitere Bäume auf der Trasse zu fällen. &lt;br /&gt;
:Weitere Baumaßnahmen zum Schneisenbau unterbleiben. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804&lt;br /&gt;
:Erst ein Decet vom 18.9.1804 ordnete einzig den Bau &#039;&#039;&#039;eines&#039;&#039;&#039; direkten Weges, den von Hinrichshagen nach Markgrafenheide an, nicht etwa mit Rücksicht auf die Holzbringung, sondern zwecks Ausbeutung eines Torfmoores. &lt;br /&gt;
:Das Vorhaben blieb in den Anfängen stecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1806-1813 Auswirkungen der französischen Besatzung auf die Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Proklamation Michaud 28ten Nov 1806.jpg|thumb|350px|rechts| Mit der Proklamation Von General Michaud am 28.November 1806 begann in Mecklenburg die französische Besatzungszeit ]]&lt;br /&gt;
;1806, 28. November&lt;br /&gt;
:Die Zeit der französischen Besatzung beginnt in Mecklenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1806 November - Verbergung des Möchhäger Viehes vor den Franzosen im Radelbruch====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Winter 1806/07 &lt;br /&gt;
:entstand eine Reiberei zwischen der Stadt Rostock und der Dorfschaft Mönchhagen, da die Mönchhäger beim Einrücken der französischen Truppen in Rostock ihr gesamtes Vieh in die Heide trieben, um es vor dem Feinde zu verbergen. &lt;br /&gt;
:Infolge des hierdurch verursachen Schadens beschwerten sich der Forstinspektor Becker &lt;br /&gt;
:und die beiden Pächter der Mast in der Heide am &lt;br /&gt;
:27. Dezember 1806 und im Januar 1807 beim Rostocker Heidedepartement und baten um Abhilfe beziehungsweise Kostenersatz. Das Heidedepartement forderte die Dorfschaft auf sich hierüber zu erklären, worauf diese aber nicht weiter einging. &lt;br /&gt;
:Infolgedessen ersuchte das Heidedepartement am 31. Januar 1807 das Amtsgericht zu Hirschburg, der Dorfschaft diesen Unfug bei Strafe zu untersagen, was von Amts wegen  unter dem 4. Februar geschah, zugleich mit dem Befehl, sich der Kosten wegen mit dem Heidedepartemet zu vergleichen. &lt;br /&gt;
:Für den Forstinspektor war der Vorfall sogar von Nutzen. Konnte er doch einmal mehr zeigen, welche Schäden Vieh im Heidewald verursachen. Was sein Plädoyer zur Abschaffung der Viehweide zusätzlich unterstützte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1807 Der Besuch des französischen Gouverneurs Laval und des Intendanten Bremont in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1807, hatte auch der Forstinspektor Becker selbst so manchen Streit mit den napoleonischen Besatzern zu bestehen. &lt;br /&gt;
:Der französische Statthalter, Gouverneur Laval in Schwerin hatte den Plan, durch Kahlschläge, das Holz der alten Eichen- und Buchenwälder in der Rostocker Heide als eine besonders leichte Kriegsbeute zu erwerben. &lt;br /&gt;
:Er ließ den Rostocker Rat anweisen dafür Sorge zu tragen, das die entsprechenden Kahlschläge begonnen werden. Durch reitende Boten rief der Rat nun Becker nach Rostock. &lt;br /&gt;
:Der Forstinspektor hatte in seinem Gepäck einen an die französischen Besatzer gerichteten Bericht, in dem er mit aller Ehrerbietung vor den Siegern und Machthabern erklärte, daß die Heide das Privateigentum der Stadt Rostock sei und ihr Holz seit einem halben Jahrtausend dazu bestimmt sei, den großen Holzbedarf der Stadt und ihrer Schiffahrt zu decken, daß aber das Holz schon dafür bei weitem nicht ausreiche. &lt;br /&gt;
:Man müsse Eichen und Kiefern nutzen, um Hafenbollwerke und Molenköpfe zu befestigen. Selbst für Wasserleitungen und Brennholz sei der jährliche Holzbedarf niemals gedeckt. &lt;br /&gt;
:Beckers Bericht wurde im Rathause einfach abgeschrieben, vom Bürgermeister unterschrieben und mit dem Ratssiegel versehen. &lt;br /&gt;
:Eine schriftliche Antwort aus Schwerin war nicht zu vernehmen. &lt;br /&gt;
:Einige Tage darauf erschienen Gouverneur Laval und Intendant Capitain Bremont (&amp;quot;Intendant&amp;quot; entspricht einer Landes-Geschäftsführer Funktion) aus Schwerin persönlich in Rostock um die Forderungen einzutreiben. &lt;br /&gt;
:Von einigen Herren des Rates begleitet nahmen sie bald ihren Weg nach Rövershagen, dem forstlichen Verwaltungssitz der Stadt Rostock. &lt;br /&gt;
:Der Forstinspektor nahm die Besucher mit aller Freundlichkeit auf. &lt;br /&gt;
:Die französischen Gäste verlangten umgehend durch die Rostocker Heide zur Besichtigung geführt zu werden. &lt;br /&gt;
:Dem Forsthof am nächsten liegend, führte nun deren Weg über Wiethagen, Gelbes Tor und Kirchsteig. &lt;br /&gt;
:An der Route befand sich im Waldstück der &amp;quot;Hufenkoppel&amp;quot; ausschließlich Jungwuchs der 1796, also 11 Jahre zuvor erfolgten Neuaufforstung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Beckers später an den Rostocker Rat adressierten schriftlichen Bericht liest sich das so: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Herren waren sehr herablaßend. Da sie aber wenig Deutsch sprachen und ich wenig Französisch reden &#039;&#039;&#039;wollte&#039;&#039;&#039;, so war dies ein großes Hinderniß sich gehörig verständlich zu machen, um so mehr, da sie mit der ganzen Organisation unbekannt waren und auch keine Forstwißenschaftlichen Grundsätze bemerklich werden ließen. Ich hatte mich auf eine Fahrt in die Heide gefasst gemacht, allein dass schöne Wetter veranlasste sie, die Tour in der Heide zu Fuß machen zu wollen. Ich ging daher durch die Hufenkoppel mit ihnen nach Hinrichshagen und von dort einen anderen Fußsteig zurück, wobey ich nicht unterließ, sie mit den Fehlern hiesiger Eichen bekannt zu machen. Captain Bremont redete viel von „couper“. &#039;&#039;(„fällen“)&#039;&#039; Ich bewies dass die Bäume zu jung wären. Es wurden mir die unsinnigsten Fragen vorgelegt, davon die wichtigste war, wie hoch sich der jährliche Ertrag der Heide in Geld belaufe? Ich erwiederte dass der Holzhieb ungleich sey und von mir keine Geldberechnung des Holzes geführt wurde, ich also nicht vermögend wäre hierüber bestimmte Auskunft zu geben. Daß den Bürgern Brennholz und Bauholz überlassen werde wussten sie, allein ihre Ideen waren davon so unbestimmt, dass es mir nicht möglich war sie zu berichtigen. Was sie in der Heide gesehen haben ist zu unbeträchtlich, als dass sie hierauß Schlüsse ziehen könnten. Charten haben sie von mir nicht verlangt. Ich habe also auch keine vorgewiesen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Anmerkung: Schon in Beckers Aufzeichnungen seiner studentischen Wanderungen 1788/89 wird deutlich, daß er hervorragende Kenntnisse der französischen Sprache besaß!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Anschließend lud Inspektor Becker nun seine Gäste zu einer kleinen Bewirtung ein. Zur Umrahmung ließ der Forstmann kräftig Wein aus seinem Vorrat ausschenken. &lt;br /&gt;
:Schließlich war der Weinvorrat des Forstinspektors aufgebraucht. So erklärte er den hochrangigen Franzosen, daß sie sich nunmehr wohl auf den Heimweg begeben müßten. &lt;br /&gt;
:Bremont und Laval brachen dann auch umgehend wieder nach Schwerin auf. Vom geplanten Holzeinschlag war &#039;&#039;&#039;vorerst&#039;&#039;&#039; keine Rede mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1809 Das in die Presse lancierte Gutachten des bereits verstorbenen Oberforstinspektors Wulff zum Schneisenbau in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Da eine der Grundvoraussetzungen zur Schaffung einer geregelten Forstwirtschaft in den Rostocker Waldungen die Anlage eines regelmäßigen, gerade trassierten, von Entwässerungsgräben begleitetes, befestigten Schneisennetzes war, machte Forstinspektor Becker immer wieder aufs neue Anläufe die Rostocker Bürgerschaft und den Rat zu einem Einverständnis zu bewegen. Hatte ihm der Versuch zehn Jahre zuvor ein Disziplinarverfahren sowie ein Publikationsverbot, das genau genommen noch immer galt, seitens seiner Dienstherrn eingebracht, machte er 1809 dazu einen erneuten, und diesmal ungewöhnlichen Versuch. Als Autor anonym bleibend, nutzte er ein 1770 von dem inzwischen längst verstorbenen Oberforstinspector Christian Wulff geschriebenes Pro Memoria:&lt;br /&gt;
:[[&amp;quot;Ueber die Anlegung von Schneesen in der Rostocker Heide&amp;quot; in &amp;quot;Rostocksche gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann&amp;quot; 29. November 1809 Anonym (H.F.Becker)postum Forstinspecktor Christian Wulff]]&lt;br /&gt;
:Auch wenn die zukünftigen Wegetrassen, ohne Wissen seiner Dienstherrn, bereits abgesteckt waren, hatte er zunächst wiederum keinen Erfolg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1810/1811 Der Bau der Warnemünder Redoute ermöglichte die Anlage der Heidewege in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Im darauf folgenden Jahr findet das Schneisen-Problem überraschend eine ungewöhnliche Lösung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit dem Einzug der französischen Truppen 1807 unter dem General Michaud in Mecklenburg begann auch für Rostock, Warnemünde und die Rostocker Heide eine Zeit des Niederganges und der Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Bürgerschaft, das Hundertmänner-Gremium, bestand zu jener Zeit aus zwei Fraktionen, dem 1.Quartier, das sich im wesentlichen aus Abgeordneten der Kaufleute, Bankiers und Schiffsreeder rekrutierte und dem 2.Quartier. Hier waren besonders die Abgeordneten der Handwerkszünfte versammelt.  &lt;br /&gt;
:Die inzwischen leer gewordene Stadtkasse mußte neu gefüllt werden. &lt;br /&gt;
:So erhielt, gewissermaßen der Not gehorchend, der bis dahin von der Bürgerschaft nur wenig um seine eigene Meinung befragte Forstinspektor Becker zum ersten Mal am 14. September 1810, seitens des ersten Bürgerquartieres der Hundertmänner, den Auftrag, festzustellen, inwieweit es möglich wäre, mittels einer geordneten Forstwirtschaft die Einnahmen für die kriegsgebeutelte Stadtkasse zu erhöhen. &lt;br /&gt;
:Dem zweiten Quartier war Becker, in Erinnerung an vergangene Konflikte, vorerst weiter suspekt. Auf die, schon in früherer Zeit, aber von anderer Seite, so häufig geäußerte Frage, antwortet Becker, der gerade zu diesem Sachverhalt in der Vergangenheit behindert, denunziert und gemaßregelt worden war, unter dem 2.Oktober 1810 klar und deutlich: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Entsprechend der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Mecklenburg gültigen Kleiderordnung für Forstbedienstete dürfte Forsdtinspektor Beckers uniformiertes Erscheinungsbild sehr ähnlich gewesen sein.jpg|thumb|200px|rechts|Entsprechend der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Mecklenburg gültigen Kleiderordnung für Forstbedienstete dürfte Forstinspektor Beckers uniformiertes Erscheinungsbild diesem sehr ähnlich gewesen sein ]]&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;&amp;quot;Wer zwanzig Jahre nur das Beste für die Heide zu erstreiten sucht und letzten Endes immer wieder um dieses Vorhaben gehindert, ja sogar mit schweren Strafen bedroht und belegt wurde, hält es für ratsamer, seine Gedanken über solche Probleme für sich zu behalten.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein besonders an das zweite Quartier adressierter Seitenhieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Beckers großer Rettungseinsatz für die Rostocker Heide drei Jahre zuvor, beim Besuch des französischen Gouverneurs Laval, auf der Suche nach Kriegsbeute, und seines Intendanten Bremont, hatte dem Forstinspektor zumindest die Hochachtung eines größeren Teils der Bürgerschaftsmitglieder eingebracht. Besonders die Mitglieder des ersten Quartiers achteten ihn angesichts seiner Erfahrung und der darauf begründeten fachlichen Kompetenz immer mehr. &lt;br /&gt;
:Becker spürte, das sich eine ständig größer werdende Zahl der Stadtvertreter (eben besonders aus dem 1. Quartier) seinen, in der Vergangenheit von den Bürgervertretern regelmäßig niedergeschlagenen Planungen, zu öffnen begannen. &lt;br /&gt;
:Zu guter Letzt erstritt sich Forstinspektor Becker Sitz und Stimme im Heidedepartement, in dem er zuvor nur Gastrecht hatte.&lt;br /&gt;
:So greift er seine früheren Vorschläge mit Diplomatie und schrittweise wieder auf: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;&amp;quot;Das Ziel einer guten Forstwirtschaft ist dahin gerichtet, den höchsten nachhaltigen Ertrag aus dem Walde zu erzielen. Der nachhaltige Ertrag aber ist der sich stets gleichbleibende Holzertrag eines Waldes.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Er warnt also vor Übernutzung und schlägt zunächst zwei seiner drei elementarsten früheren Vorschläge erneut vor: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1. Die Neuvermessung und Kartierung der Rostocker Waldungen (die Karten älterer Vermessungen waren inzwischen völlig unbrauchbar geworden) &lt;br /&gt;
::2. gleichzeitig mit der Neuvermessung eine arrondierte, mit genauen Grenzen versehene Einteilung der Waldung in 5 Reviere. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Den dritten, seiner Meinung nach wichtigsten Vorschlag, schon 1766 im Forstregulativ festgeschrieben, die Schaffung eines regelmäßigen Schneisen-Netzes in den Rostocker Waldungen umzusetzen, zögert er vorerst noch hinaus, da er diesbezüglich wiederum eine Ablehnung befürchtet. &lt;br /&gt;
:Hatte ihm doch der ungenehmigte Baubeginn der Schneise von Hinrichshagen nach Markgrafenheide im Jahre 1799 eine hohe (u.a. auch finanzielle) Disziplinarstrafe eingebracht und ihn fast seine Stellung gekostet. &lt;br /&gt;
:Hauptargument des zweiten Quartiers in diesem Punkt war immer, daß bei der nötigen Trassen-Durchhauung der Wege zu viel wertvolles Holz eingeschlagen werden müsse. Worauf Beckers Gegenargument war, daß allein die Holztransporte im unwegsamen Waldgelände mehr Holz vernichten, als beim Schneisenbau eingeschlagen werden muß.&lt;br /&gt;
:Besonders durch die Billigung des ersten Quartiers erlangt er nun im Hundertmänner-Gremium eine knappe Mehrheit von einer Stimme für seine anderen Vorschläge und kann mit deren Umsetzung beginnen. Bedingung ist zunächst aber noch, daß der Schneisenbau unterleibt.&lt;br /&gt;
:Im Zuge der daraufhin folgenden Neuvermessung der gesamten Rostocker Heide läßt Becker dennoch in Vorausschau heimlich ebenso folgende von ihm geplanten Schneisentrassen, getarnt als Festlegung der Reviergrenzen, mit einmessen und die Trassen abstecken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1. Von Wiethagen nach Meiershausstelle (die heutige Meiershausstellenschneise)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::2. Von Hinrichshagen nach Torfbrücke (die heutige Bäderstraße nach Graal-Müritz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::3. Vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die im Jahre 1804 durch Becker begonnene Schneisentrasse von Hinrichshagen nach Markgrafenheide war, trotz des damals gegen den Forstinspektor durchgeführten Disziplinarverfahrens, zwar unvollendet geblieben, flankierende Gräben und Wegebefestigung fehlten zum Beispiel, aber in ihren Grundzügen war die Schneise noch vorhanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das Becker am Ende nun auch den wichtigsten, dritten Punkt in Angriff nehmen und schließlich auch beenden kann, dankt er den Ereignissen während der französischen Besetzung in Warnemünde und Rostock. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Frühsommer des Jahres 1810 war die Franzosenherrschaft an der Ostseeküste so schwach, daß die Engländer kleinere Landungen wagten. &lt;br /&gt;
:Am 3.Juni war ein nach Russland bestimmtes, amerikanisches Schiff von einem in Warnemünde stationierten französischen Kaper aufgebracht worden. Als Reaktion landete eine englische Marineeinheit, eroberte Kaperschiff &#039;&#039;&#039;und&#039;&#039;&#039; Beuteschiff. Sie entführten sodann beide aus dem Hafen. Die schwache mecklenburgische Wachmannschaft hatte sofort nach der Landung der Briten die Flucht ergriffen. &lt;br /&gt;
:Dieses Ereignis veranlasste den französischen Marschall Eckmühl dazu, sofort stärkere, ausschließlich französische Truppen in Warnemünde zu stationieren. &lt;br /&gt;
:Damit einher ging sein Befehl an die Stadt Rostock, umgehend den Bau verschiedener Befestigungsanlagen in Warnemünde, wie auch das Militärbaracken-Lager im Barnsdorfer Wald, mit Baumaterial und Arbeitern abzusichern und den Bau umgehend sowohl zu finanzieren als auch zu bauen. &lt;br /&gt;
:Um die Befestigungsanlagen mit einer Redoute als Kern in Warnemünde in kurzer Zeit herzustellen, hatte die Stadt Erdarbeiter, Zimmerleute und andere Handwerker aller Art, sowie sämtliches Bauholz aus der Rostocker Heide zu stellen. &lt;br /&gt;
:Die Bürgerschaft war zunächst ratlos und unentschlossen. &lt;br /&gt;
:Am 7. September gibt das erste Quartier in der Beschluß-Findung dazu folgende Stellungnahme ab. „&#039;&#039;...ein außerordentlicher Holzhieb scheitert bereits daran, das nichts mehr zu entscheiden ist, außer, wie er praktisch ausgeübt werden kann. Besser ist, noch einmal den Forstinspektor Becker zu befragen und ihn ein Konzept fertigen zu lassen. ...“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Das zweite Quartier hat darauf resignierend nur noch zu erwidern, daß man den Holzeinschlag vorrangig in den Rövershäger Waldungen ausführen solle, da aus den damals ebenfalls im Rostocker Besitz befindlichen Willershäger Waldungen die Anfuhrkosten zu hoch seien. &lt;br /&gt;
:Die Entscheidung war damit gefallen und der Forstinspektor erhielt freie Hand. &lt;br /&gt;
:Noch in derselben Woche begannen alle seine Waldarbeiter innerhalb der bereits abgesteckten Trassen der zukünftigen Waldschneisen das gesamte für den Warnemünder Redouten-Bau benötigte Holz einzuschlagen und damit es sich auch leicht transportieren ließ, gleich einen guten Untergrund für die Fuhrwege auf der Trasse von Hinrichshagen nach Warnemünde herzurichten. &lt;br /&gt;
:So entstanden nach einander die Meiershausstellenschneise von Wiethagen nach Meiershausstelle, die Trasse der heutigen Bäderstraße als Forstweg von Hinrichshagen nach Torfbrücke, sowie die Schneise vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise). &lt;br /&gt;
:Der unfertige Landweg von Hinrichshagen nach Markgrafenheide bekam als Haupt-Transportweg zur Warnemünder Baustelle eine besondere Bedeutung und konnte 11 Jahre nach seinem Baubeginn, dem ursprünglichen Plan entsprechend, mit beidseitig parallel verlaufenden Grabensystemen zur Wasserregulierung und um künftig das Ausbrechen der Forstfuhrwerke in den Bestand zu verhindern, solide ausgeführt fertiggestellt werden. Er wurde damit auch zum Baumuster bei der Schaffung der weiteren folgenden geraden Waldschneisen.&lt;br /&gt;
:Für das Militärlager wurde zuvor der Barnsdorfer Wald eingeschlagen. Das hier geworbene Holz reichte jedoch bei Weitem nicht das Bauprojekt abzusichern.&lt;br /&gt;
:Für die Errichtung beider Militäranlagen (Barnstorfer Militärlager und Warnemünder Redoute) waren am Ende 1400 Holzfuhren erforderlich:&lt;br /&gt;
:Nach Abschluß der Bauarbeiten war selbst das bis dahin permanent opponierende zweite Quartier nunmehr von der Sinnhaftigkeit des entstandenen Wegenetzes überzeugt und machte dem Rat und der Forstverwaltung sogar Vorwürfe, warum man damit nicht schon früher begonnen habe. Eine Wende um 180 Grad.&lt;br /&gt;
:Der Bau der Warnemünder Redoute zog sich bis Februar 1812 hin. Nur vierzehn Monate später, nach Abmarsch der französischen Truppen gen Moskau, beschlossen die Hundertmänner am 12. April 1813 dann bereits wieder den Abriß der Redoute. &lt;br /&gt;
:Da sich die Umsetzung des Abrisses aber laufend verzögerte, landeten schließlich am  26. August rund 100 Engländer, schickten die Bürgerwache der Warnemünder nachhause  und „demolierten“ die Redoute. Am folgenden Tage beendeten sie ihr Zerstörungswerk endgültig und sprengten die Anlage. &lt;br /&gt;
:Zwei Wochen darauf besichtigte die Stadtverwaltung die Trümmerstätte und befand: „&#039;&#039;...daß die Redoute sich nicht mehr ähnlich war.&#039;&#039;“  &lt;br /&gt;
:Beckers nun errungene gut ausgebauten Waldschneisen dagegen haben bis in unsere Tage Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1808 bis 1812 - Die Auswirkungen der Kontinentalsperre in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1808, Am Anfang &lt;br /&gt;
:erfolgt eine Postenaufstellung französischer Truppen entlang der Küste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1808, 7.März ergeht ein Befehl Kaiser Napoleons, daß die fernere Bewachung der mecklenburgischen Küste durch die herzoglichen Truppen zu übernehmen sind. &lt;br /&gt;
:Dazu tritt am 24. März ein militärisches Regulativ über die Küstenbewachung in Kraft.&lt;br /&gt;
:Am 4. Juni 1808 fand die Ablösung der französischen Posten auf der ganzen Strecke statt, worauf die Franzosen nach Schwedisch-Pommern abzogen. Obwohl das Vertrauen in die Integrität der mecklenburgischen Tuppen sehr gering war, aber jeder verfügbare französische Soldat wurde für den Feldzug nach schwedisch Pommern gebraucht.&lt;br /&gt;
:Bei Eintritt des Winters bezogen die Strandwachen, soweit sie nicht feste Hütten hatten, Quartiere in den besetzten Heide-Dörfern. Die Posten wurden bei Tage dann etwas näher an die Küste vorgeschoben, hatten auch fleißig zu patrouillieren. Überdies beritten Husaren, die fast allen Kommandos zugeteilt waren, die Küste. &lt;br /&gt;
:1810 überließ man französischerseits bei den schärferen Einfuhrbestimmungen die Bewachung der Küste nicht mehr allein dem mecklenburgischen Militär, zumal dieses sich bei der Abwehr englischer Landungen als wenig erfolgreich gezeigt hatte. &lt;br /&gt;
:Am 28.März wurden die Wachen wieder durch die Franzosen besetzt. Die Oberleitung lag fortan in der Hand des Obersten v. Fallois, desselben Offiziers, der später das mecklenburgische Kontingent nach Rußland in den Tod führte. &lt;br /&gt;
:Entlang der Heideküste stationierte man ein Detachement französischer Soldaten. &lt;br /&gt;
:In Forstinspektor Beckers Tagebuch ist dazu festgehalten: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Die Seeküste war stark mit Mannschaft besetzt. Zu Markgrafenheide war ein Posten in der Fischerbude von 8 Franzosen, bei den Cossaten 4 Douanen 1 Douanen-Lieutenant beim Holzwärter Wramp. Auf der Torfbrücke beim Holzwärter Peters lagen 1 Lieutenant und 7 Douanen. ... Überall wohin man sahe waren Niedergeschlagenheit, Mangel und Noth sichtbar. Ein jeder mußte sich aufs äußerste einschränken. Bei alle dem waren die Einquartierungen sehr kostbar, weil die französischen Soldaten täglich frisches Fleisch, Fleischsuppen, auch wohl Weißbrod haben mußten. Die Officiers wurden wegen Theurung des Weines doppelt kostbar. ...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:In den drei Fischerhütten (Markgrafenheide, Rosenort, Wiedort) wurden Posten besetzt. Vor jedem Posten errichtete man eine Alarmstange mit Teertonne, um sie im Alarmierungsfall entzünden zu können.&lt;br /&gt;
:Die Franzosen stellten ihre Posten an der Küste aus, als wenn die Mecklenburger nicht vorhanden wären; erst als ihnen die starke Inanspruchnahme der Truppen selbst lästig wurde, ward am 22. November auf Vorschlag des Brigadegenerals d&#039;Alton ein gemeinsamer Dienst eingerichtet und die Zahl der Truppen entsprechend verringert, &lt;br /&gt;
:Eine starke Kette französischer Douanen vervollständigte die Sicherungsanstalten. &lt;br /&gt;
:Am 28. November leuchteten bei einer Probeanzündung die Alarmstangen, vom Fischland bis Markgrafenheide durch die Nacht.&lt;br /&gt;
:Als im Oktober 1812 die Nachricht von dem Brande Moskaus nach Mecklenburg durchsickerte, ergriff die Truppen der Küstenwachtposten entlang der Küste von Dietrichshagen bis zur Stromgrabenmündung schon eine merkliche Unruhe. Man fürchtete täglich die Landung der Engländer. &lt;br /&gt;
:Aber die befürchtete Landung blieb aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1813 Beckers Organisation des Landsturms====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 11.November 1813 erhält Forstinspektor Becker vom Rostocker Gewett folgende befehlsförmige Anweisung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;&#039;&#039;Dem Forstinspec. Becker wird hierdurch commitieret zur Sicherheit der Seeküsten von der Torf Brücke bis nach Markgrafenheide und von da bis Warnemünde bei nächtlicher Zeit durch den Landsturm aus der Heide Güthern patrollieren zu laßen.&lt;br /&gt;
:11.Novbr.  Gewett ( Unterschrift)&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:(AHR 1.1.1. Forstverwaltung Nr. 539)&lt;br /&gt;
* [[Beckers Organisation des Landsturms 1813]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1821 Die Abschaffung der Viehweide===&lt;br /&gt;
====Die Viehweide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker führt in den von ihm selbst herausgegebenen &amp;quot;Beiträgen zu den Staatswissenschaften&amp;quot; 1792 in seinem Beitrag &amp;quot;Von der Holzweide&amp;quot; folgendes aus: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&amp;quot;&#039;&#039;Wo Holz wachsen soll, muß kein Vieh kommen und wo Vieh kommen muß, lasse man die Holzkultur nach. Wie kann ein Landmann für die Viehweide sein,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:so führt Becker weiter aus, &#039;&#039;&amp;quot;würde er entsetzt sein, falls das Vieh in seinen Kornfeldern verheerend wüsten würde. Wir aber glauben richtig zu handeln, wenn wir das Holz vom Vieh fressen, zertreten und verstümmeln lassen. Nicht nur das Holz unmittelbar ruiniert, sondern der Schaden erstreckt sich weiterhin:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;1. Verderben der Waldwege&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;2. Zertreten der Gräben. Wie notwendig es ist die Gräben offen zu halten, um nutbringende Holzzucht betreiben zu können, findet ihr Beispiel in der Landwirtschaft&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;3. Die Notwendigkeit der Einzäunung der Kulturen, das heißt erhöhter Mittelverbrauch.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Erkennen dieser Nachteile ist das Bemühen Beckers zu suchen, die Rostocker Heide so schnell wie möglich von der Viehweide zu befreien. &lt;br /&gt;
:Die ganze Heide war seit alters her in Weidedistrikte eingeteilt und die Direktorialvermessung hatte nicht nur die Festsetzung der Hufensteuer zur Folge, sondern gleicheitig die Ermittlung des Holz- und des Holz&#039;&#039;&#039;weide&#039;&#039;&#039;wertes zum Ziele.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1790 ist dokumentiert, das in der Rostocker Heide über 800 Kühe und Pferde, zahllose Schweineherden und 2800 Schafe weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von der Holzweide&amp;quot; 1799]] Hermann Friedrich Becker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Beitrag von Forstinspektor Becker über die Notwendigkeit der Abschaffung der Viehweide von 1804]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von der „Rövershäger Schweineordnung“ 1819 zum Verbot der Waldweide 1821====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die langjährigen Bemühungen des Forstinspektors Becker nach Abschaffung der Waldweide, die im Interesse einer ungehinderten Aufforstung unumgänglich wurde, trafen auf wenig Gegenliebe bei den Pächtern und Einliegern der Heidedörfer und Teilen der Rostocker Bürgerschaft.&lt;br /&gt;
:Die Bewohner der Dörfer hatten stets den Standortvorteil des nahe gelegenen Waldes genutzt. Insbesondere die Schweine zur Eichelmast in die Waldungen zu treiben. &lt;br /&gt;
:Ein zusätzlicher Konflikt bahnte sich 1819 an, als auf Betreiben des Forstinspektors auf einer Sitzung des städtischen Heidedepartements am 10. April 1819 folgender Beschluß gefaßt wurde:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;„Da durch das freie Umherlaufen der Schweine in den Dörfern der Rostocker Heide manche Unordnung entstanden, auch Zäune und Gräben beschädigt worden, so wird zur Abstellung solchen Unfugs für die Zukunft hierdurch verordnet und festgesetzt:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;1. Es darf kein Einwohner der Heideortschaften seine Schweine im Ort frei umherlaufen lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;2. Für ein jedes dennoch betroffene und eingefangene Schwein hat der Eigenthümer desselben neben dem Ersatz der Futterkosten und des etwa veranlaßten Schadens ein Pfandgeld von 4 Schillingen zu erlegen, dessen eine Hälfte an den zum Pfänder angenommenen Armenvoigt Peters, zur anderen Hälfte an die Rövershäger  Armenkasse abgegeben werden soll.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;Dieser von den städtischen Behörden auch als „Schweineordnung“ bezeichnete Beschluß scheint aber zunächst kaum befolgt worden zu  sein, denn nach zweieinhalb Jahren sah sich Becker am 15. November 1821 zu folgender erneuter Klage und Aufforderung zu verschärften Maßnahmen veranlaßt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Da die hiesigen Hausleute ihre Schweine, die während der Herbst- und Winterzeit nicht mehr von der Hufe gehen, frei im Dorf herumlaufen lassen, und dadurch nicht nur die Gräben, welche die Stadt mit beträchtlichen Kosten hat aufziehen lassen,  nachgewühlet, die angepflanzten Bäume, Zäune und Befriedungen niedergeworfen und Saaten und Weiden leiden, so kann ich nicht umhin , diesen Unfug anzuzeigen und darum zu bitten, dem Schulzen aufzugeben, diesem Unfug ein Ende zu bereiten und den Hausleuten bei namhafter Strafe anzudeuten, ihre Schweine ohne Hirten nicht von ihren Hofställen zu lassen.“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Die Behörden in Rostock reagierten relativ rasch und bestellten zum 27. November 1821 den Rövershäger Schulzen Hoff nach Rostock. Laut überliefertem Protokoll der vom Rostocker Senator Steinbeck geleiteten Unterredung glaubte Hoff, &#039;&#039;„Daß dem Übel abgeholfen werden könne, wenn jedem Hausmann soviel Material zu Pfählen und Buschwerk verabreicht werde, als zur Umzäunung eines Schweinehofes nötig sei.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Dieser Vorschlag wurde jedoch strikt mit dem Hinweis abgelehnt, „daß wenigstens jetzt auf eine vermehrte Holzverabreichung nicht zu rechnen sei, und somit ein jeder schuldig sei, seine Schweine ohne dies in freier Hofwehr zu halten und es jedem selbst überlassen bleiben müsse, Mittel aufzufinden, wie dieses nach den Verhältnissen seines Hofes geschehen könne.“&lt;br /&gt;
:Der Dorfschulze wurde in die Pflicht genommen, allen Einwohnern in Rövershagen bekannt zu machen , „&#039;&#039;daß der Besitzer eines jeden außerhalb der Hofwehr gefundenen Schweins eine Strafe von 16 Schillingen genommen werden sollte.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1821 errang Becker mit Hilfe einiger Juristen der Universität Rostock einen Sieg, die verbrieften Rechte mit Erfolg anzugreifen und die Waldweideberechtigungen restlos abzulösen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nicht zuletzt diesem, am Ende erfolgreichen, Kampf verdanken wir die heute sichtbaren schönen Waldbilder in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1828 Bildung der Eichendeputation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Als dritte forstwirtschaftliche Behörde wurde 1828 eine spezielle Eichendeputation gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nachfolgend zu dessen Entstehung und Arbeitsweise ein Auszug aus der Heidechronik von Hermann Friedrich Becker:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Die Eichen-Deputation 1828&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;In neuern Zeiten hatte man sich endlich davor überzeugt, daß es zweckmäßiger sey, die abgängigen Eichen der Stadtwaldungen stärker zu benutzen und die seltenen Stücke ihrem Zwecke gemäß zu verwenden. Um die beiden bestehenden Forst–Collegia aber nicht zu sehr zu belästigen, wurde von E. E. Rath und E. Bürgerschaft eine eigene Deputation ernannt, die diesen Zweig des Forstwesens speciell betreiben solle. Diese Eichen–Deputation ward durch ein Decret vom &#039;&#039;&#039;30. Juni 1828&#039;&#039;&#039;  gegründet. Sie wählten sich einen eigenen Kunstverständigen in der Persohn des Bauschreibers und ehemaligen Tischlers Seerius, einem Mannes dem Kenntniße in der Zerlegung des Holzes so wenig abgesprochen als eigentliche Forstkenntniße zugesprochen werden konnten, und der durch Gebrauch zweyer Maßstäbe und Einführung einer umständlichen Berechnung das Geschäft nicht wenig erschwerte. Die Eichen – Deputation fand es räthlich das Eichenholz zum Theil nach Rheinländischem Maaß zu meßen und zu berechnen. Sie hatte zu dem Zweck Tabellen berechnen laßen. Es war aber darin das Verhältnis des Rostocker Maaßes zum rheinländischen verfehlt, weil der Berechner mit Kruse und Gerhard angenommen hatte, es verhalte sich das Rheinische zum Rostocker wie 12 : 13.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;In einer Eingabe vom &#039;&#039;&#039;19. Apr. 1829&#039;&#039;&#039; behauptete der Forstinspector mit Westphal, es verhalte sich wie 11 : 12. Zur Entscheidung dieser Differenz ward ein genaues Rheinländisches Maaß aus Leipzig verschrieben, und hiermit die alte Normal – Eiserne Elle die auf dem Rathause zur Gerichtlichen Entscheidung aufbewahrt wird, genau verglichen. Es fand sich, daß 24 Zoll Rostocker Maaß genau 22 rheinländische machen, mithin 12 Rostocker Maaß genau 11 Rheinländischen gleich sind. Dies Verhältnis ward in der Folge zum Grunde gelegt. Es entstanden jedoch durch Verwechslungen und der Gebrauch zweier Maaße wiederholt Differenzen, bis das Rostocker Maaß wieder seinen Platz einnahm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Eichen-Deputation bestand fünf Jahre und betrieb ihre Bewirtschaftung der Eichen sowohl in der Rostocker Heide als auch im Willershäger Walde.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1831 Forstinspektor Beckers Vorschlag zum Bau einer Chaussee von Rostock nach Ribnitz===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Ueber die Anlegung eines festen Weges von Rostock nach Ribnitz&amp;quot; H.F.Becker Freim. Abendblatt 21. Januar 1831]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Köhlerhütte in der Rostocker Heide (Friedrich Lesenberg um 1820).jpg|250px|thumb|right|RH Köhlerhütte in der Rostocker Heide (Friedrich Lesenberg um 1820)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1833 Die Gründung des Forstdepartementes läutet eine neue Ära in der Rostocker Forstwirtschaft ein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Juni 1833 erfolgte mit der Bildung des Forstdepartementes die notwendige administrative Zentralisierung.&lt;br /&gt;
:Das neu gebildete Forstdepartement, dem weiterhin die Forstinspektion Rövershagen unterstand, setzte sich aus zwei bis drei Ratsherren und mehreren bürgerlichen Deputierten zusammen.&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker hatte während seiner Amtszeit häufig auf die Notwendigkeit einer Reorganisation der Forstwirtschaft aufmerksam gemacht. Er ließ nichts unversucht, die Stadtväter von der Güte einer planvollen, nachhaltigen Wirtschaft zu überzeugen und bat selbst Fachleute um ihr Werturteil, nachdem man ihm selbst nicht den rechten Glauben schenken wollte. &lt;br /&gt;
:Große Verdienste hat sich dabei Oberförster Garthe aus Remplin erworben. Garthe besuchte ab 1833 wiederholt die Rostocker Heide um mit Becker grundlegende Wirtschaftsrichtlinien auszuarbeiten, die vor allem aber den Anstoß zur Bildung einer neuen Forstbehörde, dem &amp;quot;Forstdepartement&amp;quot;, an Stelle des 1768 gegründeten Heidedepartements, geben sollten. &lt;br /&gt;
;So war 1833 endlich der Zeitpunkt gekommen, eine straff organisierte Forstwirtschaft einzuführen, die in vielem bis in unsere Zeit Gültigkeit behalten sollte.&lt;br /&gt;
Die Gündung des Forstdepartements erfolgte am 20.7.1833.&lt;br /&gt;
Das überlieferte Sitztungsprotokoll der Ratsversammlung enthält folgendes:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Zur Beratung steht die Einführung einer verbesserten, rationellen Forstwirtschaft in den Stadtwaldungen nach Vorschlägen von Becker und Garthe. ...&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Verbesserung der Kulturtätigkeit und Nutzung sind durchzuführen:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;1. Genaue Begrenzung und Kartierung der Waldfläche, d.h. der demnächst zu taxiernden Bestände&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;2. Einrichtung der 5 Reviere, ausser Willershagen&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;3. Einsetzen der erforderlichen Beamten: Jäger, Holzwärter, Baumwärter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;4. Erweiterung des Schneisennetzes.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;5. Bau von weiteren Abzugsgräben, Brücken und Abfuhrplätzen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;6. Räumung der Räumden und Kultur mit standortsgemäßen Holzarten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;7. Abschätzung aller Holzbestände nach Cubikfuß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;8. Aufstellen von jährlichen Hiebsplänen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;9. Maßnahmen zur Förderung des Holzabsatzes.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;10. Unabweichliches Festhalten und Durchführung des einmal angeordneten Wirtschaftsplans.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;11. Gründung der Rechnungsführung auf Cubikfuß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;12. Ordnung der Nebennutzungen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;13. Abschuß des Wildes&lt;br /&gt;
...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren sollten diese Maßnahmen abgeschlossen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beschlußfassung konzentrierte sich auf folgende Punkte: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;a) Garthe soll bei der Neueinrichtung die Oberleitung ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;b) Das Forstdepartement fungiert stets als Inspektions-Instanz. Alle forstlichen Maßnahmen müssen vor der Ausführung von dieser Behörde durch Beschluß genehmigt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;c) An den Rat und an die Bürgerschaft müssen alle Anträge gerichtet werden, die große finanzielle Mittel erfordern, oder Vorschläge zur Abänderung der Waldgrenze, Neueinstellung von Forstofficianten, Errichtung neuer Gebäude pp. enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;d) Die zur Regulierung erforderlichen Mittel soll der Wald möglichst allein aufbringen.&#039;&#039;(!!)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;e) Garthe soll einen Kostenanschlag für das erste Wirtschaftsjahr entwerfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;f) Alle Ausgaben sind zu verbuchen und vierteljährlich an den Rat und die Bürgerschaft einzureichen.&#039;&#039;(was vorher nicht zu geschehen brauchte. W.S.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Forstinspektor Becker beschreibt in der Heidechronik die Gründung des Forstdepartementes:====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Die Gründung des Forstdepartementes 1833&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Da wurde die ganze dreyfache Forstdirection aufgehoben, die Willershäger Waldung mit der Heide vereinigt und es bildete sich durch ein Decret vom &#039;&#039;&#039;27. April 1833&#039;&#039;&#039; nun nur ein Collegium, benannt Forstdepartement. Um die löbl. Cämmerei für den Verlust der Willershäger Waldung zu entschädigen wurden die Land – Güter Oberhagen, Mittelhagen, Niederhagen und Stuthof, welche bisher unter dem Heidedepartement gestanden und mit dem Walde stark verwebt sind von dem Forst abgerißen und der 1.Cämmerei untergeordnet. Es dirigirt also seit Johannis &#039;&#039;&#039;1833&#039;&#039;&#039; über die Stadt – Forsten nur ein Forstdepartement, unter dem Präsidio des Herrn Doctors und Senators Bencard und den Beisitzern Herrn Senator Janinsky, Herrn J. Brockelmann, Herrn G. Prange, Herrn G. Möller und Herrn J. Hoppe.&lt;br /&gt;
:Dieses Departement erregt sowohl durch seinen Patrialismus ([[sic.]] &#039;&#039;meint wohl &amp;quot;Patriotismus&amp;quot; ?)&#039;&#039; als auch durch die Harmonie der ganzen Stadtdirection unter Leitung des Herrn Bürgermeister Dr. J.F.G. Brandenburg, F.H. Hülsenbek und Dr. D.L.E. Karsten, die gerechte Erwartungen daß das so lange ersehnte Ziel, den Stadtwaldungen eine zweckmäßige und den jetzigen Fortschritten der Forstwißenschaft angemeßene Einrichtung zu geben, werde erreicht werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erste abgeschlossene Forsteinrichtung der Rostocker Heide durch Hermann Friedrich Becker, Julius Ludwig Garthe und Georg Garthe 1833 bis 1839===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Geschichte/Anekdote am Rande:====&lt;br /&gt;
:Im Februar 1833 beschloß die Rostocker Bürgerschaft die &amp;quot;Regulierung der Rostocker Waldungen&amp;quot;, also die Reform der Forstwirtschaft in ihren städtischen Waldungen. Angesichts ständiger Dissonanzen zwischen dem Forstinspector Hermann Friedrich Becker und besonders dem zweiten Quartier der Bürgerschaft &#039;&#039;(entspricht einer Fraktion mit 49% Stimmenanteil)&#039;&#039; , richtete diese Fraktion an Becker die Frage, ob er einen &amp;quot;Förster Görte&amp;quot; kenne. Ziel der Frage dieser Bürgerschaftsfraktion war es, einen auswärtigen, unbefangenen, hier bislang unbekannten Fachmann zu der Arbeit heranzuziehen, der vorab besonderes unbeeinflusst vom Forstinspektor Becker wäre. Becker antwortete wahrheitsgemäß das ihm kein Forstmann namens &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Görte&amp;quot;&#039;&#039;&#039; bekannt sei. Das er zu Julius Ludwig &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Garthe&amp;quot;&#039;&#039;&#039; bereits seit dessen Schulgründung in Remplin 1822 in Korrespondenz stand, verschwieg er dabei geflissentlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das &amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; erarbeitet und vorgelegt von Hermann Friedrich Becker und Julius Ludwig Garthe am 17.Juli 1833====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Vorbemerkung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fast alle einschlägigen Sekundärquellen, Dissertationen und Publikationen der Vergangenheit schreiben die Autorenschaft des &amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Georg Garthe und Hermann Friedrich Becker als Autoren zu. &lt;br /&gt;
:Jüngste Forschungen und der Fund der originalen Handschriften des Erachtens und eine Vielzahl weiterer Dokumente beweisen jedoch, das neben Hermann Friedrich Becker, Georgs Vater &#039;&#039;&#039;Julius Ludwig Garthe (Remplin)&#039;&#039;&#039; der federführende Autor war. &lt;br /&gt;
:Georg Garthe wurde dann erst ab Juni 1834, also im Jahr darauf, als Adjunkt &#039;&#039;(vorgesehener Amtsnachfolger)&#039;&#039; dem Forstinspektor Becker bei der Umsetzung des Regulativs beigeordnet und führte ab 1841, mit Beckers Pensionierung, beider Werk fort. &lt;br /&gt;
Was bei den beiden Teilen des Erachtens auffällt ist, das J.L. Garthe sich in seinem Teil mit der Bestandserfassung des Ist-Zustandes beschäftigt, während H.F.Becker in seinem zweiten Teil die Zukunftsstrategie der Forstwirtschaft in der Rostocker Heide entwickelt.&lt;br /&gt;
Dem Inhalt des zuvor gefassten Ratsbeschlußes gemäß hätte diese Aufgabenteilung genau umgekehrt sein müssen. Sie haben also einvernehmlich die ihnen zugedachten Arbeitsfelder getauscht. &lt;br /&gt;
;Von 1835 bis 1841 leiteten Hermann Friedrich Becker und Julius Ludwig Garthe die Geschicke der Rostocker Heide über den Zeitraum der Forsteinrichtung bis zu beider Pensionierung gemeinsam.&lt;br /&gt;
:(Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Zukunftskonzept der Forsteinrichtung 1833===&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; Teil 1====&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; Teil 1 von Julius Ludwig Garthe/ Remplin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; Teil 2====&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; Teil 2 von Hermann Friedrich Becker/Rövershagen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Abschlußberichte der Forsteinrichtung 1839 von Hermann Friedrich Becker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Versuche und Bemühungen, in den Stadt-Waldungen eine bessere Forstwirtschaft einzuführen&amp;quot;====&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Becker &amp;quot;Versuche und Bemühungen, in den Stadt-Waldungen eine bessere Forstwirtschaft einzuführen&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Wasser-Communikationen in und mit der Rostocker Heide&amp;quot;====&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Becker &amp;quot;Wasser-Communikationen in und mit der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Torfmööre in der Rostocker Heide&amp;quot;====&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Becker &amp;quot;Torfmööre in der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Entwicklung der Rostocker Forstwirtschaft unter dem Forstdepartement von 1833 bis zur Jahrhundertwende==&lt;br /&gt;
[[Datei:Revierkarte Rostocker Heide um 1860 Bahnlinie nachtraeglich eingefügt.jpg|thumb|300px|rechts|Der Hof-Steindrucker und Lithograph Johann Gottfried Tiedemann erhält um 1840 den Auftrag eine publizierbare und als generelle Wirtschaftskarte &amp;quot;Reviere der Rostocker Heide&amp;quot; nach der Forsteinrichtung von 1839, verwendbare Karte zu fertigen. Sie dient fortan für fast fünf Jahrzehnte bis zur nächsten aktualisierenden Vermessung um 1890 als Arbeitsgrundlage für die Forst- und Kommunalverwaltung. &lt;br /&gt;
Über diesen Zeitraum hinweg werden Aktualisierungen und Ergänzungen auf der Grundkarte übergedruckt. Hier zum Beispiel die 1889 eröffnete Bahnlinie Rostock - Ribnitz mit ihren Anlagen, rund ein halbes Jahrhundert nach Erscheinen der Karte. Während die Wald- und Kommunalstruktur darauf noch den Stand von 1840 repräsentiert.(Quelle:Heidearchiv Steinmüller) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===CHRONIK von den WALDUNGEN der STADT ROSTOCK - 1. Teil===&lt;br /&gt;
* [[CHRONIK von den WALDUNGEN der STADT ROSTOCK|Chronik von den Waldungen der Stadt Rostock  1. Teil von Hermann Friedrich Becker und Julius Ludwig Garthe 1839 geschrieben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Mehr über Hermann Friedrich Becker und sein Wirken====&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Hermann Friedrich Becker und sein Wirken|Hermann Friedrich Becker und sein Wirken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Mehr über Julius Ludwig Garthe und sein Wirken====&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Julius Ludwig Garthe und sein Wirken|Julius Ludwig Garthe und sein Wirken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Mehr über Georg Garthe und sein Wirken====&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Georg Garthe und sein Wirken|Georg Garthe und sein Wirken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Am Ende der großen Forsteinrichtung existierten ab 1834 folgende Reviere:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Revier Schnatermann]], &lt;br /&gt;
: [[Revier Torfbrücke]], &lt;br /&gt;
: [[Revier Hinrichshagen]], &lt;br /&gt;
: [[Revier Wiethagen]], &lt;br /&gt;
: [[Revier Meiershausstelle]] &lt;br /&gt;
: Revier Willershagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das zuvor noch existierende [[Revier Markgrafenheide]] wurde im Laufe der Forsteinrichtung auf die Reviere Schnatermann und Hinrichshagen aufgeteilt. Die Försterei Markgrafenheide bestand nun als Logistik-Zentrum für die vier Holzverladepätze ohne Revier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde noch das Revier Meiershausstelle eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Die Zarnowsche Vermessung im Rahmen der Forsteinrichtung zwischen 1834 und 1839===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der angefügten, von Tiedemann gedruckte Karte liegt die Hauptkarte der Zarnow-Vermessung zugrunde.&lt;br /&gt;
:Der Vermesser fertigte daneben jeweils noch eine Einzelkarte für jedes Revier und eine Vielzahl von Detailkarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die hier folgenden Karten entstammen der Bühringschen Vermessung aus dem Jahre 1908, die Reviergrenzen und das Schneisennetz darin entsprechen aber noch immer dem Entwicklungsstand von 1839, am Ende der Forsteinrichtung (nur die Bahnstrecke gab es natürlich noch nicht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schnatermann Hinrichshagen.jpg|Reviere Schnatermann und Hinrichshagen&lt;br /&gt;
Datei:Wiethagen Meiershausstelle.jpg|Reviere Wiethagen und Meiershausstelle&lt;br /&gt;
Torfbrücke.jpg|Revier Torfbrücke&lt;br /&gt;
Willershagen.jpg|Revier Willershagen&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide nach dem Ausscheiden des Forstinspektors Becker im Jahre 1841==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Noch in Bearbeitung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(QOe?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Amtszeit Georg Garthe 1841 -1866===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nachfolger von Hermann Friedrich Becker als Forstinspektor wurde 1841 dessen Schwiegersohn, Georg Garthe, ältester Sohn von Julius Ludwig Garthe (1805-1877). &lt;br /&gt;
:Er hatte zuvor eine komplette Einrichtung (Inventur und Planung) der Heide vorgelegt.&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Georg Garthe ließ Althölzer, insbesondere schlechtwüchsige Mischbestände, verjüngen und auf Blößen Kiefernkulturen anlegen. &lt;br /&gt;
:Die Buche wurde auf Grund der mangelhaften Qualität und ungenügender Verjüngungsfreundlichkeit oft durch Kiefer ersetzt. &lt;br /&gt;
:In eigens angelegten Pflanzgärten erprobte er veschiedene Möglichkeiten der Nachzucht mit Lärche, Weißtanne, Fichte (aus Russland), Buche, Weißerle und Ulme. :Georg Garthe leitete den städtischen Waldbesitz umsichtig und effektiv. Im Jahr &lt;br /&gt;
:1866 wurde er als Großherzoglicher Oberforsrat nach Schwerin berufen, wo er am Aufbau der mecklenburgischen Forstverwaltung maßgeblich beteiligt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Amtszeit von Julius Garthe (1866-1894)===&lt;br /&gt;
:der jüngere Bruder Georg Garthes, trat an seiner Stelle in das Forstinspektoren-Amt der Rostocker Heide und hatte es dann bis 1897 inne. Julius Garthe  war zuvor in der Klosterforstverwaltung Dobbertin tätig.Er ließ in Wiethagen ein Samenhaus errichten und gewann aus den Zapfen der besten Wertholzkiefern hochwertiges Saatgut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seit 1883 waren die gleichen Ratsherren sowohl für die Kämmerei als auch für das Forstdepartement zuständig. Das Forstdepartement ging 1912 in die zusammengefürte Kämmerei., Hospital- und Forstverwaltung ein, deren Zuständigkeiten wiederum das Kommunalwirtschaftsunternehmen im Jahr 1949 übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Der Forsthaushalt der Rostocker Heide in der Hansestadt Rostock, Haushaltsjahr 1870/1871====&lt;br /&gt;
* [[Der Forsthaushalt der Rostocker Heide in der Hansestadt Rostock, Haushaltsjahr 1870/1871]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Die Folgen der Großen Sturmflut im November 1872 auf die Rostocker Heide ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Forstinspector Julius Garthe konstatiert nach der Flut, daß die Veränderungen in der Rostocker Heide so gravierend sind, daß eine neue Forsteinrichtung erforderlich geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===+ Das Gatter===&lt;br /&gt;
;in Bearbeitung (QOe2)&lt;br /&gt;
;1890 &lt;br /&gt;
:wird die Rostocker Heide eingegattert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1925&lt;br /&gt;
:Mit der Eröffnung der Bäderbahn von Graal nach Rövershagen werden die Gattertore in der Rostocker Heide beseitigt. Offensichtlich wird jedoch nicht, wie oft berichtet das Gatter beseitigt, sondern auf ca. ein Drittel der Ursprungsgröße verkleinert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Entwicklung von 1900 bis zur Verstaatlichung der Rostocker Heide 1951==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Amtszeit von Max Garthe jun. (1894-1915)===&lt;br /&gt;
:der Sohn von Julius Garthe, wurde 1896 sein Nachfolger. &lt;br /&gt;
:Er ließ 1906 eine Neuvermessung der Heide vornehmen. &lt;br /&gt;
:Er fiel 1915 im ersten Weltkrieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Die Vermessung der Rostocker Heide 1909/10 (Bühringsche Vermessung) in der Amtszeit von Max Garthe jun.====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Karte Bühring 1907.jpg|thumb|300px|rechts|Übersichtskarte der Reviere als eine der Karten auf der Grundlage der Bühringschen Vermessung 1909, im Jahre 1926 gefertigt (Quelle:UA/ Heidearchiv Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
* [[Zur Vorbereitung der Vermessung]] Rostocker Zeitung (RZ) 27.10.1909&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;(QOe p133f)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine weitere Zwischenrevision nach der Forsteinrichtung Julius Ludwig Garthes und Hermann Friedrich Beckers (1833-1839) im Jahre 1911===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Allgemeine Beschreibung der Rostocker Stadtforst]] &lt;br /&gt;
: Rövershagen und Marnitz im Juni 1911, M. Garthe, Forstinspektor und Ehlers, Oberförster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ludwig Krauses Wirken als Historiker und Heideforscher zwischen 1896 und 1924===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Nekrolog und Biographie Ludwig Krauses von Ernst Dragendorf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Amtszeit von Paul Garthe - 1914 bis 1918===&lt;br /&gt;
:Forstmeister Paul Garthe (ältester Sohn von Julius Garthe) besetzt für seinen in den Kriegsdienst eingezogenen jüngeren Bruder Max Garthe jun. interimsweise die Stelle des Forstinspectors für vier Jahre.&lt;br /&gt;
:Paul Garthes Grabstein befindet sich noch immer neben der Nord-West-Ecke des Rövershäger Kirchturms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charles Bencard als Forstinspektor ab 1918==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die Ausschreibung der Forstinspektoren-Stelle nach Max Garthes Tod 1916]] Quelle: Handbuch Rostocker Verordnungen 1912-1920 S. 165f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide nach dem ersten Weltkrieg==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in Bearbeitung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(Parchmann)&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Elsbeere 1941 Mecklenburg Heft 1.jpg|thumb|500px|rechts|Die Elsbeere in der Rostocker Heide 1941)]]&lt;br /&gt;
:Forstinspector Charles Bencard, als Enkel eines früheren Bürgermeisters der Stadt, hatte hier einen klangvollen Namen. Sich der Tradition seines Amtes bewußt, begann er, nach seinem Amtsantritt am 17. September 1918, sein Wirken im Jahre 1921 mit einer großen Zwischenrevision der Beckerschen und Gartheschen Waldwirtschaft. Er war zu jener Zeit einer der Vertreter der Möllerschen Dauerwald-Idee, die er hier umzusetzen versuchte.&lt;br /&gt;
: [[Alfred Möller]] und die [[Dauerwald-Idee]]&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1925 fiel auf Forstinspector Bencards Veranlassung am Hinrichshäger Krug der letzte Heideschlagbaum und das, den größten Teil der Heidefläche umfassende, Gatter.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Das Handwerkszeug des Forstmanne in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts===&lt;br /&gt;
* [[WIGÖWI-Katalog über Werkzeuge, Maschinen und Messgeräte in der Forstwirtschaft 1936]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Das Reichstreffen des Verbandes Deutscher Forstwirte 1926===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rostocker Heide in der Zeit des Dritten Reiches und unmittelbar nach Ende des Krieges bis 1951==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Bencard weigerte sich standhaft der NSDAP beizutreten. Darufhin wurde er 1942 schließlich zwangspensioniert und umgehend darauf &amp;quot;dienstverpflichtet&amp;quot; wieder auf seinen Posten gesetzt, mit dem Unterschied, nun einem Befehlssystem unterstellt zu sein, da man auf seinen forstlichen Sachverstand nicht verzichten konnte.&lt;br /&gt;
:Während der Kriegsjahre wurden in der Rostocker Heide zahlreiche Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter als Arbeitskräfte eingesetzt. Am 2.November 1939 trafen die ersten 30 polnischen Kriegsgefangenen ein, die zu Forstarbeiten herangezogen wurden. Als Gefangenenlager diente zunächst das Samenhaus in Wiethagen. Ab Sommer 1940 wurde zusätzlich der Tanzsaal des Rövershäger Kruges als Gefangenenlager eingerichtet, nachdem sich mit dem Eintreffen von etwa 40 französischen Kriegsgefangenen die Gesamtzahl auf 70 erhöht hatte. Ab 1942 wurden in der Rostocker Heide auch eine größere Anzahl sowjetischer Kriegsgefangener sowie polnischer, ukrainischer und russischer Zwangsarbeiter zu Arbeiten in der Forstwirtschaft  eingesetzt. Als ein weiteres Lager, in dem zeitweise mehr als 100 Kriegsgefangene untergebracht wurden, diente das Holzmagazin in Wiethagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Aus einer im Jahr 1943 von Forstinspektor Charles Bencard vorgenommenen Aufstellung von vollbeschäftigten Forstarbeitern im Bereich der Rostocker Heide geht hervor, dass deren Zahl aufgrund von Einberufungen zur Wehrmacht zwischen 1939 und 1943 von ursprünglich 58 auf 28 zurückgegangen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Während des Zweiten Weltkrieges versuchte Bencard den Wald vor Schaden durch überhöhte Nutzung zu bewahren.&lt;br /&gt;
:Er musste dennoch hilflos mit ansehen, wie in den ersten Nachkriegsjahren 700 Hektar Wald Reparations- und Brennholzhieben zum Opfer fielen.&lt;br /&gt;
:Dr. Otto Kolp beschreibt den großen Verdienst Bencards bei den Aufforstungen: &amp;quot;nach 33jährigem Wirken für die Heide hatte Oberforstmeister Bencard 1951 (...) die Wiederaufforstung bis auf 90 Hektar ausgeführt melden können.&amp;quot; Das Außmaß dieser Aufforstungen lässt sich mit den großen Leistungen des Forstinspektors H.F.Becker vergleichen.&lt;br /&gt;
:Charles Bencards Tätigkeit endete 1951 mit der Verstaatlichung der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Begebenheit am Ende des Krieges===&lt;br /&gt;
:Hilde N. aus Rövershagen erinnert sich an die Zeit gegen Ende des Krieges und ein Erlebnis mit Forstinspektor Bencard.&lt;br /&gt;
:Auf ihrem Schulweg begegnete sie dem Forstmann und hob, wie gerade gelernt, die Hand zum Hitlergruß.&lt;br /&gt;
:Bencards Reaktion darauf: &amp;quot;Deern, de Hand lot man lever runner.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eine Bemerkung die in jener Zeit sogar das Leben kosten konnte.&lt;br /&gt;
:Auch den Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern in der Heide versuchte er das Los zu erleichtern, wo immer sich dazu Gelegenheit bot.&lt;br /&gt;
:Am Tage des Kriegsendes in der Heide, in den ersten Maitagen des Jahres 1945, sorgten die nun wieder freigekommenen polnischen Zwangsarbeiter dafür, daß dem Forstinspektor Bencard und seiner Familie kein Haar gekrümmt wurde.&lt;br /&gt;
:Die meisten anderen Heideförster, so weit sie keinen Selbstmord begannen hatten, verschwanden sehr bald im Lager Fünfeichen bei Neubrandenburg. &lt;br /&gt;
:Für viele ein Weg ohne Wiederkehr.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar nach Ende des Krieges nahm die Stadtverwaltung ihren verdienstvollen Forstmann wieder in Dienst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==CHRONIK von den WALDUNGEN der STADT ROSTOCK 2.Teil von Charles Bencard==&lt;br /&gt;
* [[CHRONIK von den WALDUNGEN der STADT ROSTOCK 2.|Chronik von den Waldungen der Stadt Rostock 2. Teil von &#039;&#039;&#039;Charles Bencard&#039;&#039;&#039; ab 1924 geschrieben (Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide zwischen erstem Weltkrieg und der Verstaatlichung der Rostocker Heide 1952)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Nutzungseinschnitte 1945ff Zeichnung Otto Kolp 1953.jpg|thumb|rechts|550px|RH Nutzungseinschnitte in der Rostocker Heide zwischen 1945 und 1951 Zeichnung Otto Kolp 1953)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Charles Bencards Fazit vier Tage nach Kriegsende===&lt;br /&gt;
* [[Charles Bencards Fazit vier Tage nach Kriegsende]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Notiz von Charles Bencard am 4.August 1945===&lt;br /&gt;
* [[Notiz von Charles Bencard am 4.August 1945]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Charles Bencards Abschlußfazit zur Amtsübergabe während der Überführung der Rostocker Heide in Volkseigentum 1951===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Notiz von Charles Bencard - sein Abschlußfazit zur Amtsübergabe während der Überführung der Rostocker Heide in Volkseigentum 1951]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mehr über Charles Bencard und sein Wirken===&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Charles Bencard und sein Wirken|Charles Bencard und sein Wirken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschichten in der Geschichte der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
* [[Geschichten in der Geschichte der Rostocker Heide: Charles Bencard &#039;&#039;&#039;Nachkriegsepisode&#039;&#039;&#039;|Charles Bencard &#039;&#039;&#039;Nachkriegsepisode&#039;&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Nachkriegssituation der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
====Die Reparationseinschläge====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am 25.Juni 1947 Berichtet Rostocks Bürgermeister Walter Petschow über die wirtschaftlichen Probleme der Hansestadt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wenn wir in der Form, wie im letzten Winter, dort Holz einschlagen, wird in spätestens drei Jahren der gesamte Bestand abgeholzt sein, da an Aufforstung gar nichtzu denken ist.&lt;br /&gt;
:Die Gefahr, die sich hierin birgt, liegt in erster Linie in dem dann auftretenden Mangel an Nutzholz für den Wiederaufbau der Stadt und ferner in der Auswirkung auf unser Klima&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:der größte Teil des Holzes aus der Rostocker Heide war für Reparationsleistungen bestimmt.&lt;br /&gt;
:Für gewerbliche Zwecke reiche, so Petchow, der vorhandene Fuhrpark kaum aus und der Bevölkerung bliebe in der Heide nur die &amp;quot;Selbstwerbung&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:In einem Situationsbericht über die Entwicklung Rostocks 1946/47 stellte Petschow fest, dass in einem Jahr 15.000 Festmeter Nutz- und Brennholz aus der Heide gewonnen worden seien. Damit sei der normale Hiebsatz um das siebenfache überschritten worden. Da in den Statistiken des Hafens das in Rostock und Warnemüde verschiffte Holz meist im Sammelbegriff &amp;quot;Reparationsgüter&amp;quot; verborgen ist, lassen sich genaue Angaben über die Holzausfuhr nicht machen.&lt;br /&gt;
:Für 1950 werden fast 64.000 Tonnen Holz aufgeführt, das überwiegend in Warnemünde verladen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Überprüfung des Forstpersonals 1949===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Überprüfung des Forstpersonals 1949]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Küstenschutz in der Rostocker Heide in der DDR==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jochen Bencard 1999 zum Küstenschutz vor der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
* [[Jochen Bencard 1999 zum Küstenschutz vor der Rostocker Heide|Jochen Bencard 1999 zum Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jochen Bencard und sein Wirken für den Küstenschutz insbesondere an der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
* [[Jochen Bencard und sein Wirken für den Küstenschutz insbesondere an der Rostocker Heide|sein Wirken für den Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==3. Teil der CHRONIK DER ROSTOCKER HEIDE (1952 - 1992) - Die Forstwirtschaft in der verstaatlichten Rostocker Heide zwischen Staatlichem Forstwirtschaftsbetrieb und Militärforstwirtschaftsbetrieb bis zur Rückführung in Kommunaleigentum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der &amp;quot;Heidestammtisch&amp;quot; und die Fortsetzung der Heidechronik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von 1992 bis 2002 trafen sich in wechselnder Besetzung insgesamt 15 meist schon pensionierte Forstmänner die von 1952 bis 1992 die Forstwirtschaft und das Jagdwesen in der Rostocker Heide wesentlich mit geprägt haben. &lt;br /&gt;
:Dieser &amp;quot;Heidestammtisch&amp;quot; traf sich regulär einmal im Quartal und in der Hoch-Zeit seiner Tätigkeit alle 6-8 Wochen um mit verteilter thematischer Zuständigkeit die Forstgeschichte der Rostocker Heide zusammenzutragen, aufzuarbeiten, Erinnerungen zu tauschen und am Ende in gemütlicher Runde den Kontakt mit einander zu pflegen.&lt;br /&gt;
:Im Ergebnis zehnjähriger Arbeit ist so ein Manuskript zur Forstgeschichte der Heide das den Zeitraum von 1952, also unmittelbar anschließend an die Aufzeichnungen des Forstmeisters Charles Bencard, bis zur Wiedergründung der kommunalen Forstverwaltung 1992 umfasst, entstanden, das hier nachfolgend zur Veröffentlichung steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Da ab 1952 die Eigentums-, Verwaltungs- und Wirtschaftsräume auf Grund der Verstaatlichung des gesamten Waldgebietes einer vollständigen Veränderung unterlagen &#039;&#039;&#039;umfasst diese Arbeit die gesamte Nordöstliche Heide Mecklenburgs (im einzelnen die Rostocker Heide, Gelbensander Forst, Ribnitzer Heide, Alte Heide).&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forstliche Chronik der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs für die Jahre 1952 - 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ [[Forstliche Chronik der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs für die Jahre 1952 - 1990|Forstliche Chronik 1952 - 1990]]&lt;br /&gt;
:von der Autorengruppe des &amp;quot;Heidestammtisches&amp;quot; 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ [[&amp;quot;Gesperrte Wälder&amp;quot; Karl-Ernst Preuße / Gotehard Gertler 2006]]&lt;br /&gt;
; Buch über die Geschichte des Militärforstwirtschaftsbetriebes im Bezirk Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Das Grenzregime der DDR in der Rostocker Heide ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===+ Militär in der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gesperrte Wälder und Friesecke einpflegen&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gerade in Bearbeitung !!!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ein wesentliches Kapitel in der Geschichte der Rostocker Heide nach 1945 nimmt die militärische Nutzung ein. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges ging die Heide den Rostockern zunehmend verloren. Russisches Militär benspruchte erstmals 1946 bis 1948 Waldgebiete in der Heide als Übungsplätze. Die als Reparationshiebe ausgeführten Kahlschläge erreichten insgesamt eine Größe von fast 700 Hektar und wurden danach kurzfristig als Panzerschießplätze genutzt. Bis 1952 konnte der letzte städtische Oberforstmeister Charles Bencard diese Kahlflächen wieder aufforsten. &lt;br /&gt;
[[Datei:NNN 24 3 1990.jpg|thumb|200px|rechts|Am 1.Mai 1990 endet die militärische Nutzung des westlichen Teils der Rostocker Heide))]]&lt;br /&gt;
:Ab Ende der fünfziger Jahre zogen Militäreinheiten der DDR in die Rostocker Heide und es erfolgte im Wald ein bisher nicht gekannter Ausbau militärischer Anlagen. Auf den erneuten Kahlschlägen entstanden Kasernen, Raketenstellungen, Bunker, Depots, Sicherungsanlagen und großflächige Schießplätze, verbunden mit riesigen Sperrzonen.  &lt;br /&gt;
:Im Jahr 1989 waren mehr als 50% des Kommunalwaldes militärisches Sperrgebiet für insgesamt sechs Standorte.&lt;br /&gt;
:-Marineschießplatz Rosenort&lt;br /&gt;
:-Luftabwehr-Raketenstellung bei Hinrichshagen&lt;br /&gt;
:-Schießplatz Hinrichshagen (motorisierte Schützen und Panzer)&lt;br /&gt;
:-Schießplatz Wiethagen (Artillerie)&lt;br /&gt;
:-Luftabwehrstütpunkt Hinrichshagen (Kaserne, Dienstgebäude und Bunkeranlage)&lt;br /&gt;
:-Küstenraketenregiment Schwarzenpfost (Kasernen, Wartungs- und Bunkeranlagen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch die zentrale Lage dieser Sperrgebiete inmitten der Heide und bis an die Küste war der Rostocker Wald seinen eigentlichen Besitzern nur noch in den Außenbereichen zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:1. Mai - Das militärische Sperrgebiet in der Rostocker Heide wird aufgehoben. Es verbleibt für eine Restzeit nur ein Infanterieschießplatz für Handfeuerwaffen bei Wiethagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1999&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;31.12. - Am Silvestertag der Jahrtausendwende fällt der letzte militärische Schuß auf dem verbliebenen Schießplatz, dessen Betrieb damit endet.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;Zur Jahrtausendwende ist die gesamte Rostocker Heide frei von Militär.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=+ Die Rostocker Heide nach der deutschen Wiedervereinigung=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide in der Interimszeit zwischen dem Ende der DDR 1990 und der Wiedergründung des Stadtforstamtes 1992==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Zeit von 1990 bis 1992 war insbesondere durch die mit großem Nachdruck geführten Maßnahmen der Rostocker Bürgerschaft zur Rückführung der Rostocker Heide in den ursprünglichen kommunalen Besitz geprägt.&lt;br /&gt;
; + Rede Christian Kähler einpflegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in Bearbeitung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Gründung des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommerns im &amp;quot;Bund Deutscher Forstwirte&amp;quot; unter maßgeblicher Beteiligung der Heideförster==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Dokumente zur Gründung des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern im &amp;quot;Bund Deutscher Forstwirte&amp;quot; im April 1990]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1990-1991 - unter Treuhandverwaltung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Auflösung der Forstbetriebe (MFB und StFB)===&lt;br /&gt;
===Nutzungsübernahme der Militärliegenschaften durch die Bundeswehr===&lt;br /&gt;
===Rückübertragungsverfahren in den Rostocker Stadtbesitz===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Ab 1992 - Forstwirtschaft in der Rostocker Heide wieder unter kommunalen Besitzverhältnissen==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Kapitel befindet sich gerade in der Bearbeitung !&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Zusammensetzung der Baumarten.jpg|350px|rechts|Die Zusammensetzung der Baumarten in der Rostocker Heide (Quelle: Stadtforstamt Rostock)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun Stadtforstamt statt Forstinspektion===&lt;br /&gt;
[[Datei:IMG 20190929 0063.jpg|thumb|350px|rechts| 1.Juli 1991 Beschluß über die Bildung des Stadtforstamtes der Hansestadt Rostock in Wiethagen (Archiv Forstamt HRO)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Entmilitarisierung der Waldflächen durch die Programme Konver 1 und Konver 2===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1996 vom Stadtforstamt Rostock herausgegebenes Infomaterial zur Renaturierung der Militärflächen in der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wiedereinrichtung der Reviere orientiert an deren Einteilung um 1900===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Von der Neukartierung zum GIS-System===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Umsetzung des dreigliedrigen Wegekonzeptes (Wirtschafts-, Rad-/Wander- und Reitwegenetz)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die drei Hauptnutzungen des Waldes (Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion) und ihre Umsetzung in der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommunalwald mit Umweltsiegel (FSC-Zertifikat)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein Wald zur letzten Ruhe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bilanz zum 30jährigen Wiederbestehen des Rostocker Kommunlwald-Besitzes und des Stadtforstamtes===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://rathaus.rostock.de/de/service/aemter/stadtforstamt/269872 Das Stadtforstamt Rostock online]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide unter dem wiedergegründeten Stadtforstamt - Presseschau===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide unter dem wiedergegründeten Stadtforstamt - Presseschau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturdenkmale in der Rostocker Heide ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Allgemeine forsthistorische Elementarquellen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hans Carl von Carlowitz 1713 &amp;quot;Sylvicultura Oeconomica oder Haußwirtliche Nachricht und Naturmäßige &#039;&#039;Anweisung zur wilden Baum-Zucht&#039;&#039;, Nebst Gründlicher Darstellung, Wie zu förderst durch Göttliches Benedeyen dem allenthalben und insgemein einreissenden &#039;&#039;Großen Holz-Mangel&amp;quot;, Vermittelst Sae- Pflantz- und Versetzung vielerhand Bäume zu prospiciren..&amp;quot;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In der Lesart der heutigen Forstwissenschaft war Hans Carl von Carlowitz´s Schrift &amp;quot;das  erste  ausschließlich  der  Forstwirtschaft  (ohne  Jagd) gewidmete  Buch&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Man spricht  vom  ersten rein forstlichen Buch der Welt und bezeichnete von Carlowitz als den bedeutendsten forstlichen Schriftsteller zu Anfang des 18. Jahrhunderts. &lt;br /&gt;
:Von Carlowitz gab hiermit in der Zeit der großen Holznot den ersten und fundiertesten Anstoß zur Schaffung einer geregelten Forstwirtschaft im gesamten deutschen Kulturraum.&lt;br /&gt;
:Sein Buch diente auch in Mecklenburg und Pommern in der Entstehungszeit der geregelten Forstwirtschft im 18. Jahrhundert als erstes wirkliches Kompendium zu deren Umsetzung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:* [[H.v. Carlowitz  &amp;quot;sylvicultura Oeconomica...&amp;quot; digitales Faksimile und Kommentar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur von und über Heinrich Cotta==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fach- und Elementarliteratur zur Forstwirtschaft in Deutschland==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:* [[ &amp;quot;Einige Gedanken über Wadel- oder Wahl-Zeit beim Holzfällen&amp;quot; 1744]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forstwirtschaft in Mecklenburg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mecklenburg&lt;br /&gt;
:Die Forstwirtschaft brach sich Bahn, als Mängel in dem bis dahin unerschöpflich  scheinenden Holzreservoir Wald bemerkbar wurden. &lt;br /&gt;
:1516 wurde hier das erste Forstedikt, 1572 die erste landesherrliche Verordnung  „Vom Roden und Verwüstung der Hölzungen“ erlassen. &lt;br /&gt;
:Danach hatten Förster, Heidereiter und Holzvögte den schonenden Umgang mit Holz zu kontrollieren. &lt;br /&gt;
:Deren Durchsetzungskraft war jedoch gering, berüchtigt war auch deren häufige Korruptheit, ursächlich in ihrem geringen Einkommen begründet. &lt;br /&gt;
:Erst die Holzordnung (1702 und 1706) des mecklenburgischen Herzogs Friedrich Wilhelm zeigte bescheidene Wirkungen, da sie mit der Gründung erster Forstinspektionen einherging. &lt;br /&gt;
:1736 bestanden davon fünf, bis 1775 wuchs die Zahl auf 21. &lt;br /&gt;
:Mit dem Wirken des Herzoglichen Oberforstinspektors Christian Wulff (1724-1800), der ab 1765 die theoretischen Grundlagen erarbeitete, der diese ab 1791 weiter bearbeitete und erstmals umfassend praktisch umsetzte, begann die geregelte Forstwirtschaft im Lande.&lt;br /&gt;
:Einen Entwicklungssprung machte die Forstwirtschaft in Mecklenburg in den Jahren 1833 bis 1839 als Forstinspektor Becker gemeinsam mit dem Rempliner Oberforstmeister Julius Ludwig Garthe (1780-1855) in den Waldungen der Rostocker Heide 1833 die erste umfassende Forsteinrichtung begann und sie bis 1839 abschließend auch beendete.&lt;br /&gt;
:Ab 1860 fand die Bodenertragslehre im Land Eingang.&lt;br /&gt;
:Durch Georg von Arnswaldt, der auch Wegbereiter des Naturschutzes in Mecklenburg war, gewann die Möllersche Dauerwaldtheorie (Mischwälder mit Bäumen unterschiedlichen Alters) weit mehr noch, als in  Alfred Möllers Heimat- und Wirkungsland Brandenburg, ab 1920 größere Bedeutung als in allen anderen deutschen Ländern.&lt;br /&gt;
:1945-1948 entstanden vielfach die „Reparationseinschläge“, große Kahlschläge, um altes Wertholz  als Kriegsentschädigung an die Sowjetunion zu liefern.&lt;br /&gt;
:1952 wurden in der DDR die staatlichen Forstbetriebe gegründet. &lt;br /&gt;
:Ein Jahr zuvor waren alle Wälder verstaatlicht worden. &lt;br /&gt;
:1986 erfolgte der Aufbau eines Programmes zur ökologischen Waldzustandskontrolle mit 59 Dauerbeobachtungsflächen in den drei Nordbezirken (Rostock,Schweri:n und Neubrandenburg).&lt;br /&gt;
:1990-1992 mit der Neuorganisation der Landesforstverwaltung (dreistufige Forstbehördenstruktur) .&lt;br /&gt;
:1993 tritt ein neues Landeswaldgesetz in Kraft.&lt;br /&gt;
:Seit 1995 gilt das Konzept „Naturnahe Forstwirtschaft“. Als Zentralverwaltung wurde 1999 das Landesamt für Forsten und Großschutzgebiete gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Vorpommern&lt;br /&gt;
:Größtes geschlossenes Waldgebiet Vorpommerns ist die Ueckermünder Heide (1550 qkm), bis ins 17. Jahrhundert Hauptjagdgebiet der pommerschen Herzöge. :Im 17. und 18. Jahrhundert herrschte in Folge von Waldweide und Übernutzung der Wälder, allgemeine Holznot.&lt;br /&gt;
:Ab 1720 begann sich lokal eine Forstwirtschaft unter  dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. zu entwickeln. &lt;br /&gt;
:Deren besondere Umsetzung erfolgte mit der Schaffung des Amtes „Königsholland“.&lt;br /&gt;
:In der Ueckermünder Heide erfolgte die planmäßige Anpflanzung reiner Kiefernbestände und eine nachhaltige Bewirtschaftung. &lt;br /&gt;
:Ab 1775 gibt es erste Hinweise auf den Anbau nicht heimischer Baumarten im Raum Greifswald. &lt;br /&gt;
:Der landesweite Beginn der geregelten Forstwirtschaft lag im Jahre 1863 mit der endgültigen Abschaffung der Waldweide.&lt;br /&gt;
:1869 erfolgte die Gründung des Pommerschen Forstvereins.&lt;br /&gt;
:Ferdinand von Raesfeld, der „Wegbereiter des deutschen Waidwerkes“, wirkte 1890-1913 im Darß-Wald. &lt;br /&gt;
:1958 wurde das Rotwildforschungsgebiet Rothemühl bei Friedland eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus: „Landskundlich-historisches Lexikon Mecklenburg-Vorpommern“ Hinstorff-Verlag 2007&lt;br /&gt;
Autor: Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer war wer - Biographien aus der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs/ Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wer war wer - Biographien aus der Nordöstlichen Heide/ Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenwerke zur Geschichte der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Aus der Rostocker Heide&amp;quot; Archiv für Landeskunde 1868]] (der anonyme Beitrag stammt aus der Feder von Pastor Ludwig Dolberg /Rövershagen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[L.L.Ludwig Dolberg &amp;quot;Eine Küstenwanderung von der Warnow bis Wustrow durch die Rostocker Haide, Grahl, Müritz, Dändorf und Dierhagen wie das Fischland&amp;quot; Ribnitz 1885]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Alexander Kaestner &amp;quot;Die nordöstliche Heide Mecklenburgs nach ihrer geologischen Beschaffenheit und Entstehung&amp;quot; 1901]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Sonderband der &amp;quot;Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock&amp;quot; Bd. 2 Heft 1 1896]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Adolf und Rudolf Ahrens &amp;quot;Die Heide, das Kleinod der Stadt Rostock&amp;quot; 1. Aufl 1919, 2. erw. Auflage 1920]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Mecklenburgische Bestandsverhältnisse und Forstwirtschaft in früheren Jahrhunderten&amp;quot; Parchmann, W. Hinstorff, Rostock 1921, 106 S. Meckl. Landw. Mitteilungen H.5 (auch Dissertation Rostock 1921) ]]&lt;br /&gt;
* [[Sonderband &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; Jg. 22 Heft 2 1927]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Köster &amp;quot;Die Jagd in der Rostocker Heide - und das Jagdrecht in Mecklenburg in frühester Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot; 1929]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Beiträge zur Rostocker Heide in den Mecklenburgischen Monatsheften]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Paul Babendererde &amp;quot;Meine Rostocker Heide&amp;quot; 1944]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Quirin Oelsnitz &amp;quot;Untersuchungen zur Forstwirtschaftsgeschichte der nordöstlichen Heide Mecklenburgs&amp;quot; 1955]] (unveröffentlichtes Schreibmaschinenmanuskript der 1955 an Forstwirtschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität vorgelegten Inaugural-Dissertation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[ Dr. Otto Kolp &amp;quot;Die Nordöstliche Heide Mecklenburgs ...&amp;quot; 1957]] Deutscher Verlag der Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Jagd um Rostock&amp;quot; 1983]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Chronik der Jagdgesellschaft &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; 1986&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Geschichte der Köhler und Teerbrenner in der Rostocker Heide&amp;quot; Oberförster a.D. Gerd Heil, Verlag Redieck und Schade 2001]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[750 Jahre Rostocker Heide : 1252 - 2002|750 Jahre Rostocker Heide : 1252 - 2002; 25. März 2002 - Heidesitzung der Bürgerschaft /Wilfried Steinmüller/ Ralf Friedrich. - Rostock : Bürgerschaft, 2002]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Heide : Mecklenburger Landschaften / Hrsg.: Landschaftspflegeverband &amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs&amp;quot;. Fotos: Dorit Gätjen. Text: Wilfried Steinmüller; Roger Kähler 2003]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Rostocker Heide : ein Kleinod Mecklenburgs&amp;quot; Hans Dietz 2004]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Steinmüller &amp;quot;Regionalführer Rostocker Heide mit Jagdschloss Gelbensande]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Steinmüller &amp;quot;Menschenverstand, mehr ist im Wald nicht nötig... - die Familienchronik des Rostocker Forstmannes und Ökonomen Hermann Friedrich Becker (1766-1852)&amp;quot; 2016 208 S.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;youtube&amp;gt;https://www.youtube.com/watch?v=KH1sTpNoknA&amp;lt;/youtube&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Archivalische Quellen zur Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
:Der Begriff archivalische Quellen setzt sich in der Regel aus den Beständen einschlägiger Archive, besonders aus MV, aber auch großer nationaler und sogar internationaler Provenienz zusammen, deren Bestände oft nur in aufwendiger Vorarbeit einsehbar, oder bestenfalls ausschnitthaft kopierbar sind. So finden sich zum Beispiel nennenswerte Bestände über unsere Region nicht nur im Stadtarchiv Rostock und dem Landesarchiv in Schwerin, sondern auch im Niedersächsischen Landesarchiv Hannover oder im Reichskriegsarchiv in Stockholm.&lt;br /&gt;
:Wir wollen hier, auch zu allen anderen Orten, dazu anregen, solche archivalischen Bestandseinheiten aufzeigen und zu listen um den  Ortschronisten die Arbeit zu erleichtern und doppelte Arbeit zu vermeiden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Quellenverweise bezogen auf die Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Weitere, (noch) nicht publizierbare Quellenwerke&amp;quot;==&lt;br /&gt;
:Aus rechtlichen Gründen nicht, oder noch nicht, digital zu veröffentlichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto Kolp &#039;&#039;&#039;Dissertation&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Die nordöstl. Heide...&amp;quot; 1953 (OK) (Der wesentliche Teil davon ist gekürzt 1957 als Buch erschienen, das finden sie im hier vorangehenden Abschnitt als Digitalisat)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Quirin (von der) Oelsnitz &amp;quot;Die Rostocker Heide - Untersuchungen zur Forstwirtschaftsgeschichte der nordöstlichen Heide Mecklenburgs&amp;quot; HU Berlin &#039;&#039;&#039;Dissertation&#039;&#039;&#039;  1955 (QvOe)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Krausesche Fundchronik, verschiedene Orts-Ordner (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:https://www.geoport-hro.de/desktop&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://de.wikipedia.org/wiki/Raketenkomplex_Rubesch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Feldmark der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Rostocker Heide im Jahre 1696 - Nach der Karte von Gottfried Lust S.25-33]]&lt;br /&gt;
* [[Karl Koppmann &amp;quot;Brüche und Schläge in der Rostocker Heide S.34-36]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== OCH Arbeitsordner Naturdenkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[ Arbeitsordner Naturdenkmale]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsordner Neue Heidegeschichten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Arbeitsordner Neue Heidegeschichten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Volkskunde, Brauchtum, Sagen und plattdeutsche Geschichten aus der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
[[Volkskunde, Brauchtum, Sagen und plattdeutsche Geschichten aus der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== + Das Handwerk des Forstmannes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; [[WIGÖWI-Katalog über Werkzeuge, Maschinen und Messgeräte in der Forstwirtschaft 1936]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: https://www.youtube.com/watch?v=vKHEgeoOeP4  Film &amp;quot;Vergessene Waldberufe im Schwarzwald&lt;br /&gt;
:Auch wenn in der bergigen Schwarzwaldregion morphologisch bedingt vieles anders als in Norddeutschland verlief, werden werden sich viele Dinge in Norddeutschland ähnlich verlaufen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: https://www.youtube.com/watch?v=mC-v3vh8Ols  Waldberufe aus Ur-Großvaters Zeiten (Auswahl aus dem vorangegangenen Filmclipp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== + Die Rostocker Heide in der schöngeistigen Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Heide in der schöngeistigen Literatur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ FORBI Arbeitsdatei==&lt;br /&gt;
* [[FORBI Arbeitsdatei]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronistenkontakt:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forstgeschichte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wilfried Steinmüller - [mailto:windfluechterMV@gmail.com windfluechterMV@gmail.com]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Rostocker_Heide_(Landschaft)&amp;diff=156270</id>
		<title>Rostocker Heide (Landschaft)</title>
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		<updated>2026-09-16T19:39:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Die „Nordöstliche Heide Mecklenburgs“ und ein Dreiviertel-Jahrtausend Forstgeschichte (1252 bis 2025) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Benutzer:Windfluechtermv|Autor: Wilfried Steinmüller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Eingangstor Hinrichshagen von Harald Wroost gefertigt 2020.JPG|thumb|600px|center|Rostocker Heide Eingangstor Hinrichshagen von Harald Wroost gefertigt (Foto privat)]]&lt;br /&gt;
{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Rostocker Heide (Landschaft)&lt;br /&gt;
 | plz = 18146&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Stadtverwaltung Rostock&lt;br /&gt;
 | landkreis = Stadt Rostock&lt;br /&gt;
 | lat= 54.2110761&lt;br /&gt;
 | lon = 12.2156959&lt;br /&gt;
 | zoom = 14&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anmerkung: Themen die im Online Portal mit einem &amp;quot;+&amp;quot; versehen sind befinden sich in der Recherche bzw. der in Kürze folgenden Einpflege. Sie lassen sich auch als Anregung an die Nutzer verstehen um ergänzende Hinweise oder Materialien zum Kapitel-Thema zu bitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs mit der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/#map=12/54.2177/12.2535 Breite: 54.2177 Länge: 12.2535]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die gesamte Nordöstliche Heide Mecklenburgs hat eine Größe von 12 000 ha, das entspricht etwa sechsmal der Fläche der Insel Hiddensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorangestellte Anmerkungen zum Aufbau der Chronik der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
;-Forstmannsarbeit ist Generationsarbeit&lt;br /&gt;
:Eine Eigenheit der Forstwirtschaft ist es, daß Forstleute in ihrer Planung nicht, wie etwa Landwirte, in Jahreszyklen denken und handeln, sondern in Kategorien von ein, zwei und sogar drei Jahrhunderten.&lt;br /&gt;
:Was eine Generation an Forstmännern pflanzt, &amp;quot;ernten&amp;quot; deren Nachkommen teilweise erst weit mehr als 200 Jahre später.&lt;br /&gt;
:Daher lebt die Zukunftsplanung der Forstwirtschaft, mehr als jeder andere Wirtschaftszweig, von tiefgründiger, intensiver Aufzeichnung, Archivierung und Kartierung über viele Generationen hinweg.&lt;br /&gt;
:1796 begann Forstinspektor Becker in der Rostocker Heide mit der ersten Eichenaufforstung auf der Hufenkoppel bei Hinrichshagen und setzte in seinem ein halbes Jahrhundert umfassendes Wirken als oberster Forstmann der Rostocker Heide, nicht selten gegen immensen Widerstand der Stadtväter, das um, was wir heute als nachhaltige Forstwirtschaft bezeichnen. &lt;br /&gt;
:In unseren Tagen werden die aus seinem Wirken erwachsenen Starkeichen &amp;quot;geerntet&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Das mag als ein Beispiel dafür stehen, daß besonders Forstleute ein Bewußtsein für das Jahrhunderte alte Vermächtnis ihrer vorangegangenen Berufskollegen besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Diese Chronistische Arbeit zur Rostocker Heide ist in vielen Teilen auf zwei Informationsebenen angelegt.&lt;br /&gt;
:Die erste Ebene soll, dem vorangestellten Inhaltsverzeichnis folgend, das Informationsbedürfnis des interressierten Wald- und Heidefreundes, des &amp;quot;normalen&amp;quot; Nutzers befriedigen. &lt;br /&gt;
:Die zweite Ebene - bei vielen Kapiteln in dieser Arbeit, z.B Heidechronik Teil 1 (Becker) Teil 2 (Bencard) Teil 3 (Autorengruppe der Heideförster), soll hingegen das viel tiefgründigere, fachlich detailiertere Informationsbedürfnis der Forstmänner befriedigen. Auf diese Ebene gelangt man in der Regel über aktive Kapitel-Links.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Diese Chronik ist bereits von der ersten eingepflegten Manuskriptseite an im Netz präsent,&lt;br /&gt;
:auch wenn damit offen sichtbar noch nicht alle Themenbereiche bearbeitet bzw. fertiggestellt sind. Bereits deren Entstehungsprozeß soll ganz bewußt nachvollziehbar sein, unter Umständen sogar &#039;&#039;&#039;um seitens der Nutzer ergänzende oder korrigierende Hinweise zu erhalten&#039;&#039;&#039;. Eine digitale Chronik unterliegt mehr als eine Print-Chronik einem permanenten Prozeß der Korrektur, Ergänzung und Fortschreibung. Es soll auch die stille Anregung sein, zum Thema relevante Fakten, Zeitzeugenberichte und Dokumente u.a. zur Verfügung zu stellen um sie hier, digital verarbeitet, mit einzubringen und zu ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die „Nordöstliche Heide Mecklenburgs“ und ein Dreiviertel-Jahrtausend Forstgeschichte (1252 bis 2025)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Östlich von Rostock liegt der mit rund 12.000 ha &#039;&#039;&#039;größte Küstenwald Deutschlands&#039;&#039;&#039; und gleichzeitig eine eigenständige Kulturlandschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldverteilung MV 1995.jpg|thumb|400px|rechts|Waldverteilung in Mecklenburg-Vorpommern Stand 1995, hier ist die Nordöstliche Heide als &#039;&#039;&#039;größter Küstenwald Deutschlands&#039;&#039;&#039; sichtbar (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die gesamte deutsche Seeküste, von der niederländischen bis hin zur polnischen Grenze ist es einzigartig, daß ein so großes geschlossenes Waldgebiet an die See grenzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Genau genommen ist die Heide  doch nur der klägliche Rest eines der letzten deutschen Urwälder, die sich noch vor 800 Jahren zwischen Lübeck und der Insel Rügen erstreckten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot;, also der seit 1252 der Hansestadt Rostock gehörende Teil macht mit etwa 6000 ha rund die Hälfte der Nordöstlichen Heide aus. &lt;br /&gt;
:Sie verringert sich durch Küstenrückgang jährlich um 0,5 bis 1 ha. &lt;br /&gt;
;Das gesamte Stadtgebiet Rostocks hat eine Größe von 18.126 ha, somit macht Rostocks Waldbesitz rund ein Drittel seiner Stadtfläche aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Klima der Rostocker Heide - einzigartig in Deutschland==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des 19. Jahrhunders rückten die Wohlfahrtswirkungen des Waldes stark in den Vordergrund des allgemeinen Interesses.&lt;br /&gt;
:Beim Erreichen einer bestimmten Größe und Geschlossenheit von Wald-Arealen werden diese zum Klima bestimmenden Faktor.&lt;br /&gt;
:Daß aus den rund 12.000 ha geschlossener Waldfläche und seiner Lage am Meer nur hier dieses besonders heilkräftige Klima entsteht, ist im Jahre 1877 durch : [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_Beneke Prof. Friedrich Wilhelm Beneke ] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Mettenheimer Dr. Carl von Mettenheimer] entdeckt worden.&lt;br /&gt;
:Seine klimatischen Eigenheiten machen es für Deutschland einzigartig.&lt;br /&gt;
:In diesem Waldklima weichen Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Sonneneinstrahlung und Wind von Offenlandschaften ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Wald - als Sauerstoff-Produzent===&lt;br /&gt;
[[Datei:000 OCH RH Photosynthese.jpg|thumb|450px|rechts|Funktionsbild der Verarbeitung von Kohlendioxid (CO2) zu Sauerstoff (O2) durch einen Baum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dazu kommt, daß ein einziger ausgewachsener Laubbaum in einer Stunde durchschnittlich vier Millionen Liter Luft atmet und reinigt, mehr als zwei Kilogramm Kohlendioxid (CO2) bindet und Mittels Fotosynthese die gleiche Menge Sauerstoff (O2) produziert und abgibt.&lt;br /&gt;
:Darüber hinaus sind Bäume Schalldämpfer, spenden Schatten und schlucken Feinstaub.&lt;br /&gt;
:Die Waldlandschaft, zwischen Warnemünde und dem Fischland in sich, als das größte geschlossene Küstenwaldgebiet an der  deutschen Seeküste, ist gleichzeitig das Verbreitungsgebiet dieses besonderen Heilklimas mit seinem ausgesprochen hohen Sauerstoffanteil in der Luft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ostsee gibt ihr heilkräftiges Meeresklima dazu===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nur hier mischt sich Waldklima, Deutschland weit, mit dem heilkräftigen [[Ostsee]]klima, das besondes durch seinen hohen Jod-Anteil geprägt ist.&lt;br /&gt;
:So vereinen sich allein in unserem Landstrich zwei Klimazonen zu einer naturgegebenen Medizin von herausragender Heilkraft.&lt;br /&gt;
:Diese Klimabesonderheit ist ein unsichtbares aber auch unschätzbares Kleinod, welches unseres nachdrücklichen Schutzes bedarf.&lt;br /&gt;
:Nicht zuletzt diese Besonderheit und deren einzigartige Heilkraft, ließ Graal-Müritz im 19. Jahrhundert zum Seeheilbad werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=KH1sTpNoknA Wetterexperte Stefan Kreibohm zum Klima der Rostocker Heide]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Geologie der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kleine Natur- und Kulturgeschichte der &amp;quot;Nordöstlichen Heide Mecklenburgs==&lt;br /&gt;
[[Datei:Heilige Höhlen 2006.jpg|thumb|450px|rechts|Das Zusammenspiel von Wald und Meer aus der Luft betrachtet (Foto Wilfried Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
:Die weitläufige Waldlandschaft zeigt sich in ihren einzelnen Bereichen mit unterschiedlichsten Landschaftsbildern. &lt;br /&gt;
:Im sandigen Nordteil dominieren Bestände mit hohem Anteil an Nadelholzarten, wärend auf der auslaufenden Endmoräne des Südteils, bei Willershagen und Rostocker-Wulfshagen imposante alte Eichen- und Buchenbestände die Natur prägen. &lt;br /&gt;
:Schier unzählbar ist die Zahl der Bachläufe, die noch immer, ohne das Menschenhand sie in künstliche, begradigte Betten gezwängt hat, ihre Schleifen durch die Landschaft ziehen. &lt;br /&gt;
:Sie zeichnet eine besondere Gewässerreinheit aus, die eine einzigartige Vielfalt an Kleingetier nach sich zieht. &lt;br /&gt;
:Geradezu ideale Existenzbedingungen für den Eisvogel, der hier häufig anzutreffen ist. &lt;br /&gt;
:Als Wintergast ist mit viel Glück auch die Wasseramsel tauchend an einem solchen Bachlauf zu erleben. &lt;br /&gt;
[[Datei:Moosglöckchen linnea borrealis.jpg|thumb|400px|rechts|Das Moosglöckchen (Linnéa borrealis)]]&lt;br /&gt;
:In stillen Winkeln findet sich der Kranich regelmäßig als Brutvogel ein. &lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Breitblättrige Knabenkraut&#039;&#039;&#039; (Dactylorhiza majalis), der Braunrote Ständelwurz (Epipactis atrorubens) und die  Waldyazinthe (Planthéra chloránta) sind nur einige  der unter besonderem Schutz stehenden Orchideenarten die hier Verbreitung gefunden haben. Aus Skandinavien ist das äußerst seltene Moosglöckchen, die &#039;&#039;&#039;Linnéblume&#039;&#039;&#039; *[[https://de.wikipedia.org/wiki/Moosgl%C3%B6ckchen Linnaea borrealis]] hierher gelangt. &lt;br /&gt;
:Die Kreuzotter mit ihrem Zick-Zack Band auf dem Rücken als bekanntes Erscheinungsbild hat hier, durch eine Laune der Natur, eine Abart hervorgebracht. Sie ist ungemustert und tiefschwarz. Die Heidebewohner nennen sie von alters her Höllenotter oder Moorotter. &lt;br /&gt;
:Auch die Glatt- oder Schlingnatter (Coronella austriaca) hat hier eines seiner letzten Vorkommen nördlich der Alpen.&lt;br /&gt;
:Um 1900 war der Seeadler (Haliaeetus albicilla) in ganz Mecklenburg ausgestorben. Nur in der Rostocker Heide war noch ein Brutpaar nachweisbar, und noch heute ziehen Adlerpaare über der Heide ihre Kreise. &lt;br /&gt;
:Orchideen, brütende Kraniche und jahrhundertealte &#039;&#039;&#039;Eibenbäume&#039;&#039;&#039; machen die Heide zur schützenswerten Landschaft.&lt;br /&gt;
:Besonders Besucher aus Niedersachsen stellen häufig die Frage, warum man dieses ausgedehnte Waldgebiet als Heide bezeichnet? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Schwarzwild.jpg|thumb|400px|rechts|Dem stillen Naturfreund kann das Schwarzwild hier in unmittelbarer Nähe begegnen]]&lt;br /&gt;
:Müssen doch häufig klischeehafte Landschaftsbilder der Lüneburger Heide zur Veranschaulichung für diesen Begriff herhalten. Heidelandschaften in Mitteleuropa sind vielfältig, denken wir in Deutschland an die Schorfheide in Brandenburg, die Dresdener, oder die Dübener Heide. Heidelandschaften schlechthin sind Pflanzengesellschaften auf armen, meist sandigen Bodenstandorten. &lt;br /&gt;
:Die Lüneburger Heide hat im Vergleich zu den anderen Heiden ihr heutiges Aussehen vor Jahrhunderten durch den Holzraubbau für den Brennstoffbedarf der Lüneburger Salzsiedereien erhalten. Die parallel dazu, bis heute anhaltende Beweidung durch Heidschnucken-Herden erzeugen dieses Landschaftsbild. Beendete man die Beweidung entstünden in der Lüneburger Heide bald ähnliche Waldbilder wie in unserer Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem Verkauf der westlichen Hälfte dieser Waldlandschaft im Jahre 1252 durch den Fürsten Borwin an die Stadt Rostock hatte man nun in der beginnenden Hansezeit ein schier unerschöpfliches Holzreservoir zum Bau der stolzen Hansekoggen. &lt;br /&gt;
:Alle anderen Hansestädte mußten ihr Schiffbauholz teuer von Holzhändlern aus ferneren Gegenden beziehen. Deren Baukosten lagen damit beträchtlich höher. &lt;br /&gt;
:Lübeck war in jener Zeit die Mutter der Hanse, Rostock dagegen durch den Besitz der Heide der herrausragende Schiffbaustandort innerhalb des Hansebundes. &lt;br /&gt;
[[Datei:Gelbensande Wallberg 2004.JPG|thumb|400px|rechts|Der Wallberg  bei Gelbensande 2004 (Foto Wilfried Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
:Der östliche Teil blieb von der Wendenzeit bis hin zum Ende des zweiten Weltkrieges Hofjagdrevier der mecklenburgischen Landesfürsten. &lt;br /&gt;
:In den Jahren von 1309 bis 1319 hatte der Dänenkönig Erik Menved die Herrschaft Rostock (etwa das Gebiet des einstigen Landkreises Bad Doberan und der Hansestadt Rostock) für einige Jahre dem Königreich Dänemark einverleibt. Zur Sicherung seines neuen Besitzes ließ er einen Ring von Burgen und Befestigungen anlegen, deren Zentrum die „Danskeborg“, der Sitz des königlichen Gouverneurs, unweit vom heutigen Markgrafenheide war. &lt;br /&gt;
:Nur ein kleiner kreisrunder mit Buschwerk bestandener Hügel, von einem Wallgraben umgeben, ist, etwa 800 m östlich des Jagdschlosses Gelbensande gelegen, noch heute Zeugnis dieser dänischen Episode. &lt;br /&gt;
:Jedes Jahr im Frühling sprießt in dieser Gegend auf großen Flächen eine wilde Zwiebelart, der &#039;&#039;&#039;Bärlauch&#039;&#039;&#039; (Allium ursinum), mitgebracht von jener dänischen Burgbesatzung im Mittelalter ist dies in Mecklenburg der einzige über viele Jahrhunderte hinweg nachweisbare Standort der Pflanze. &lt;br /&gt;
:Auch seinen zweiten Namen „Störtebekerberg“ trägt der Hügel nicht ganz zu Unrecht, denn im Jahre 1391 entsandte der Stralsunder Rat unter der Führung des Ratsherren Carsten Sarnow einige Schiffe in den Saaler Bodden um die zur Plage gewordenen Seeräuber in ihren Schlupfwinkeln zu bekämpfen. Er machte mehr als hundert Gefangene. &lt;br /&gt;
[[Datei:Bärlauch am Wallberg.JPG|thumb|350px|rechts|Bärlauch (Allium ursinum), Foto Wilfried Steinmüller]]&lt;br /&gt;
:Einige entkommene Seeräuber ruderten mit Booten den Wallbach hinauf um sich auf dem im tiefen Walde gelegene Hügel (das befestigte Burggebäude stand in jener Zeit noch) für einige Zeit zu verbergen.&lt;br /&gt;
:Der wohl berühmteste Gast in den herzoglichen Waldungen war Peter der Große, jener Zar, der Rußland zur Großmacht entwickelte und den Schweden den Zugang zur Ostsee abtrotzte.&lt;br /&gt;
:Er verheiratete seine Lieblingsnichte Katharina Iwanowna im Jahre 1718 mit dem mecklenburgischen Herzog Carl Leopold und gewann so am Süd-Ende der Ostsee einen Bündnispartner, in dessen Waldungen er zeitweilig auch seiner Jagdleidenschaft nachging.&lt;br /&gt;
[[Datei:RH alte Eiche in der Rostocker Heide (Friedrich Lesenberg 1835).jpg|thumb|350px|rechts|RH alte Eiche in der Rostocker Heide (Friedrich Lesenberg 1835)]]&lt;br /&gt;
:Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und das darauffolgende Jahrhundert war europaweit die Zeit der großen Holznot. &lt;br /&gt;
:Der Raubbau am Wald zu Kriegs- und Nachkriegszeit hatten den überwiegenden Teil der Wälder in Europa ruiniert. &lt;br /&gt;
:Mann besann sich nun des Wertes der Wälder und es wuchs die Erkenntnis, nie mehr Holz aus den Forsten zu entnehmen als auch wieder nachwächst. &lt;br /&gt;
:Diesen Wandel im Umgang mit der Recource Wald bezeichnet man heute als „nachhaltige Forstwirtschaft“. &lt;br /&gt;
:Eine Erkenntnis die zur Kernregel der, in jener Zeit ihren Anfang nehmenden, geregelten Forstwirtschaft wurde. &lt;br /&gt;
:Ab 1791 ist die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide untrennbar mit der Person Hermann Friedrich Beckers verbunden. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1925 schrieb Friedrich Barnewitz in seiner „Geschichte des Hafenortes Warnemünde“: &lt;br /&gt;
:„Immerhin steht fest, daß sich im Juni 1817 Forstinspektor Becker aus Rövershagen mit seinen Angehörigen, sicher aber auch noch andere Familien, mehrere Wochen lang, wärend des Sommers in Warnemünde aufgehalten haben, um zu baden....“. &lt;br /&gt;
:Damit erwarb sich Becker den Ruf erster namentlich bekannter Badegast von Warnemünde zu sein. &lt;br /&gt;
:Aber nicht dieser eher zufällige Umstand macht die Bedeutung dieses Forstmannes aus. &lt;br /&gt;
:Forstinspector Becker begründete, nach der Periode der Holznot, die Rostocker Heidelandschaft als Kulturwald in der Charakteristik die wir heute hier als Wanderer und Naturfreunde erleben. &lt;br /&gt;
:Er teilte die Waldung in Forstreviere ein, ließ ein umfassendes Schneisennetz als Wirtschaftswege und sichtbare Reviergrenzen anlegen, veranlasste die Gründung einer Teerschweelerei als Wirtschaftsunternehmen in der Heide. &lt;br /&gt;
:Ebenso erfand er Meßgeräte und landwirtschaftliche Maschinen, gründete als Privatinitiative die erste Berufsausbildungsstätte für die Landjugend in Mecklenburg, initiierte in Rövershagen die erste öffentliche Leihbibliothek Mecklenburgs auf dem Lande. &lt;br /&gt;
:In Diensten der Hansestadt stehend konnte er sich mit Streitschriften für mecklenburgische Verhältnisse schon ausgesprochen früh für die Aufhebung der Leibeigenschaft im Lande einsetzen. &lt;br /&gt;
:Forstleute wie insbesondere die „Garthe-Dynastie“ (allein sechs Forstleute aus der Familie Garthe wirkten verdienstvoll in der Heide) oder Charles und Jochen Bencard führten sein Vermächtnis in der Pflege und Bewirtschaftung dieser Waldlandschaft fort. &lt;br /&gt;
:Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges breiteten sich über die Heide für die Regierungsjagd und militärische Zwecke reservierte Sperrgebiete aus. &lt;br /&gt;
:Wanderkarten und Bücher zur Rostocker Heide durften nicht mehr gedruckt werden. &lt;br /&gt;
:Die Landschaft wurde gezielt in die Vergessenheit gedrängt.&lt;br /&gt;
:Seit 1990 hat sich diese Entwicklung wieder umgekehrt. &lt;br /&gt;
:Militär und die Jägerschaft der früheren DDR-Führung verließen das weitläufige Waldgebiet. &lt;br /&gt;
:Am Silvestertag 1999, unmittelbar vor Anbruch des neuen Jahrtausends fiel der letzte militärische Schuß in der Heide.&lt;br /&gt;
:Reiseführer und Wanderkarten können nun wieder Touristen anwerben. &lt;br /&gt;
:Der Sauerstoffproduzent der Hansestadt Rostock steht dem Naturfreund offen. &lt;br /&gt;
:Störtebekers sagenhaftes Versteck verbreitet dem Besucher seine Romantik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Begriffsbestimmung &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; und &amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schon die korrekte geographische Bezeichnung dieser Landschaft ist ein schwieriges Kapitel. &lt;br /&gt;
:Im Volksmund ist es aus Unkenntnis weit verbreitet die Waldlandschaft zwischen Rostock und Ribnitz in seiner gesamten Ausdehnung als &#039;&#039;&#039;„Rostocker Heide“&#039;&#039;&#039; zu bezeichnen. &lt;br /&gt;
:Kulturhistorisch ist diese Bezeichnung so undifferenziert als falsch zu bezeichnen. &lt;br /&gt;
:Die Historiker, Geologen, Forstwirtschaftler  prägten hier den Fachbegriff „Nordöstliche Heide Mecklenburgs“, aber wer kann sich das schon merken. &lt;br /&gt;
:Nur für die westliche Hälfte, nämlich jenes Schnäppchen, daß die Hansestadt Rostock am 25. März 1252 von dem damaligen mecklenburgischen Landesfürsten Borwin III. zu einem ausgesprochen günstigen Preis von 450 Mark käuflich erwarb, ist der Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot;&#039;&#039;&#039; korrekt. &lt;br /&gt;
:Die Mark war in jener Zeit noch keine Währung, sondern eine Gewichtseinheit für Edelmetalle, der genannte Kaufpreis entsprach einer Silbermenge von etwa 105 kg.&lt;br /&gt;
:Rostock wurde damit eine der an Wald-Eigentum reichsten  Städte in Deutschland. &lt;br /&gt;
:Den östlichen Teil der Landschaft jedoch behielten die mecklenburgischen Landesfürsten  bis zum Ende der Monarchie und sogar darüber hinaus in ihrem Besitz, eben die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Fürstliche Heide&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Fortan trennten sich die kulturgeschichtlichen Wege dieser beiden Landschaftsteile. &lt;br /&gt;
:Im westlichen, Rostocker Teil der Heide dominierte der Holzerwerb zum Bau von Häusern und Schiffen und die Jagd hatte sich dem unterzuordnen. &lt;br /&gt;
:In der fürstlichen Osthälfte der Nordöstlichen Heide war es genau umgekehrt. &lt;br /&gt;
:Nach dem zweiten Weltkrieg in der DDR-Zeit, war das Prädikat &amp;quot;fürstliche&amp;quot; Heide nicht mehr opportun und so erfand man ersatzweise hier den Begriff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Gelbensander Forst&#039;&#039;&#039;&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Am Nordostrande des Waldgebietes findet sich dann noch der Stadtwald der Stadt Ribnitz-Damgarten, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Ribnitzer Heide&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Für &#039;&#039;&#039;diese drei Waldteile gemeinsam&#039;&#039;&#039; prägten die Geographen im 20. Jahrhundert den Landschaftsbegriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs&amp;quot;&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:Dem &amp;quot;Volksmund&amp;quot; ist das überwiegend gleichgültig. Er benutzt heute meist den Begriff &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; für das gesamte Waldgebiet.&lt;br /&gt;
:Vor dem ersten Weltkrieg hätte man einem Bewohner des fürstlichen Sommerresidenz-Dorfes Gelbensande nie sagen dürfen, er wohne in der Rostocker Heide. Vehementer Protest wäre die Folge gewesen, schließlich lebe man doch in der fürstlichen Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die &amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs&amp;quot; setzt sich heute zusammen aus:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rostocker Heide]] Kommunalwald der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Gelbensander Forst, ehem. Fürstliche Heide]]  &lt;br /&gt;
:(Besteht heute aus: [[Stiftungswald Deutsche Bundesumweltstiftung (DBU)]] , Privatwald Heigel, Privatwald Tönnies )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ribnitzer Heide]] Kommunalwald der Stadt Ribnitz-Damgarten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Alte Heide]] Landeswald MV&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Reviere der Rostocker Heide ==&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Rostocker Forstverwaltung 1914 Q Meckl Adressbuch.jpg|thumb|300px|rechts| Die Rostocker Forstverwaltung im Jahre &#039;&#039;&#039;1914&#039;&#039;&#039; unter Forstinspektor Max Garthe jun. (Quelle Meckl.Adressbuch)]]&lt;br /&gt;
;Stand nach der großen Forsteinrichtung 1834&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Schnatermann]] ===&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Markgrafenheide]] ===&lt;br /&gt;
: (Das Revier wurde 1835/36 aufgeteilt und aufgelöst)&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Torfbrücke]]===&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Hinrichshagen]]===&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Wiethagen]]===&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Meiershausstelle]] === &lt;br /&gt;
:(wurde 1835 als neues fünftes Revier eingerichtet und 2006 aufgelöst)&lt;br /&gt;
=== * [[Revier Willershagen]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== * [[Rövershagen bis 1991 zentraler Sitz der Forstinspection/Forstverwaltung, ohne Revier]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Heideorte im Rostocker Teil der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===* [[Hinrichshagen]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Markgrafenheide und der untergegangene &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot;]] ===&lt;br /&gt;
===* [[&amp;quot;Das untergegangene Dorf Müggenburg&amp;quot;|Müggenburg]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Jürgeshof]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Rövershagen]] (Oberhagen, Mittelhagen und Niederhagen) ===&lt;br /&gt;
===* [[Stuthof]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Torfbrücke]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Wiethagen]] ===&lt;br /&gt;
===* [[Willershagen]] bis 1945 zu Rostock gehörig ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rostocker Heide im Spiegel von Luftbildern==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center/&amp;gt;&#039;&#039;Zum Navigieren Pfeiltasten verwenden! Zur Ansicht aller Bilder auf Symbol in der Mitte klicken!&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Blick auf Hüttelmoor und Heiliger See 2006.jpg|RH LUBI Blick auf Hüttelmoor und Heiliger See 2006 - Foto: Wilfried Steinmüller 2006&lt;br /&gt;
Datei:Köhlerhof und Schießplatz 1993.jpg|Köhlerhof und Schießplatz Wiethagen - Foto: Wilfried Steinmüller 1994&lt;br /&gt;
Datei:Schießplatz Wiethagen Rövershagen 2006.jpg|Schießplatz Wiethagen Rövershagen - Foto: Wilfried Steinmüller 2006&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Blick zum Hüttelmoor 2006.jpg|RH LUBI Blick zum Hüttelmoor 2006 - Foto: Wilfried Steinmüller 2006&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Heiliger See ehem Schießplatz Rosenort im Hintergrund 2006.jpg |Heiliger See ehem Schießplatz Rosenort im Hintergrund 2006  Foto: Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Seekenwiesen 2006.jpg|Seekenwiesen 2006  Foto Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Stromgrabenmündung 2006.jpg | Stromgrabenmündung 2006 Foto  Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Stromgrabenmündung II 2006.jpg| Stromgrabenmündung II 2006  Foto Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
Datei:RH LUBI Blick über das ehemalige Raketentruppen Objekt Schwarzenpfost 2006.jpg|Schießplatz Wiethagen Rövershagen - Foto: Wilfried Steinmüller 2006&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur Vor- und Frühgeschichte der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In einschlägiger Literatur wird oft die Annahme vertreten, daß in der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs in ur- und frühgeschichtlichen Zeiten deren Besiedlung  gering gewesen sei.&lt;br /&gt;
:Dabei wird die Gesamtzahl der Funde zum Vergleich mit anderen Regionen einfach neben einander gestellt.&lt;br /&gt;
:Aus archäologischer Sicht muß dazu Einiges richtig gestellt werden.&lt;br /&gt;
;Die Dichte der gemachten Bodenfunde in einem Gebiet muß in erster Linie im prozentualen Verhältnis der Bodenaufschlüsse betrachtet werden.&lt;br /&gt;
:Vergleicht man hier agrarisch bewirtschaftete Flächen, die fast jährlich beackert und damit aufgeschlossen werden, mit forstlich genutzten Flächen, also Waldflächen, so erfolgen Bodenaufschlüsse hier nur punktuell, zum Beispiel beim ausheben von Grabensystemen, erschließen und betreiben von Bodenentnahmestellen, oder unter Wurzeltellern bei Windwurf.&lt;br /&gt;
:Auf landwirtschaftlichen Nutzflächen erfolgt im Laufe von 100 Jahren auf 80% der Fläche mindestens ein einmaliger Bodenaufschluss. Auf einem großen Flächenanteil erfolgt das sogar jährlich. Auf forstlich genutzten Flächen werden in einem Saeculum dagegen nur 8 bis 10% der gesamten Flächen aufgeschlossen.&lt;br /&gt;
:Linear als Querschnitt durchgehend haben wir darüber hinaus in der Rostocker Heide Bodenaufschlüsse legiglich an der Küste, und dort auch nur an den jeweiligen Küstenrückgangsbereichen des Ostseestrandes. &lt;br /&gt;
:Diese Funde sind dann oft auch durch ihren Fundplatz in der Meeres-Dünung &amp;quot;gerollt&amp;quot;, also abgeschliffen.&lt;br /&gt;
:Fundorte an der Küste, an denen vor rund 100 Jahren Eugen Geinitz, Robert Beltz, [[Ludwig Krause]] oder vor rund 50 Jahren [[Otto Kolp]], Hans Wendt, Hubert Westphal Funde gemacht haben, liegen inzwischen 50 - 100 und noch mehr Meter von der Küste entfernt im Meer. So sind die umfangreichen Holzbauwerke, die etwa einen Kilometer westlich von Markgrafenheide im Meer liegen, keine früheren Molen, sondern sie lagen noch vor fünfhundert Jahren innerhalb der Landfläche der Dünen-Nehrung und verschwanden erst mit dem zunehmenden Küstenrückgang im Meer. &lt;br /&gt;
:Der wendische Wohnplatz am Stolperort, den Ludwig Krause und Robert Beltz 1925 beschreiben, ist also schon lange vom Meer verschlungen. 1995 im Spülsaum vor dem Rosenort gefundene wendische Schmuckperlen verschwanden als &amp;quot;Urlaubs-Andenken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Angesichts des immer schneller werdenden Küstenrückganges ist, schon allein, weil hier Badegäste Funde oft als Urlaubs-Souvenir, ohne eine behördliche Meldung, einstecken und mitnehmen, Kontrolle und Aufklärung von Nöten. &lt;br /&gt;
:Die Küstenrückgangslinie regelmäßig zu begehen und zu untersuchen wäre also längst angesagt um diesen Effekten entgegen zu wirken.&lt;br /&gt;
:Es ist bekannt, daß derartige Mitnahmen von &amp;quot;Urlaubs-Andenken&amp;quot; Jahr für Jahr stets aufs neue geschehen, was einen nicht zu unterschätzenden Schaden für die Erforschung unserer Geschichte ausmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Quellenauszüge zur Vor- und Frühgeschichte===&lt;br /&gt;
* [[Quellenauszüge zur Vor- und Frühgeschichte|Quellenauszüge zur Vor- und Frühgeschichte der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie der Forst-Geschichte in der Rostocker Heide:== &lt;br /&gt;
(Bearbeiter: Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
;In der Chronologie werden die Ereignisse aus der Rostocker Heide nur Stichpunktartig angeführt. &lt;br /&gt;
;Wichtige Marksteine hieraus werden dann ab Kapitel 3.1. folgend ausführlich behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Kürzel am jeweiligen Ereignis weisen auf deren Quellen hin:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:BGSR = &amp;quot;Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:BGR R = &amp;quot;Beiträge der Geschichte der Stadt Rostock&amp;quot; Registerband&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:HC = Chronik der Rostocker Waldungen von H.F.Becker und S.G.Garthe 1839&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:BK = Kirchspielchronik von Rövershagen von H.F.Becker, begonnen 1839&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:FCB = Familienchronik von H.F.Becker 1787-1852&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:FBK = aus der (anonymen) Fortsetzung von Beckers Kirchspielchronik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:AHR = Archiv der Hansestadt Rostock (meist mit Signatur folgend)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Extractus Libri Missivarum = Rostocker Ratsbücher im Stadtachiv der Hansestadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:HE = Archiv Hans Erichson Ribnitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:HA = Heidearchiv Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:KFC = Fundchronik von Ludwig Krause im Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:OK = Otto Kolp &#039;&#039;&#039;Dissertation&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Die nordöstl. Heide...&amp;quot; 1953 &lt;br /&gt;
:Kolp = Der wesentliche Teil der Dissertation Otto Kolps ist gekürzt 1957 als Buch erschienen, das finden sie hier als Digitalisat: [[ Dr. Otto Kolp &amp;quot;Die Nordöstliche Heide Mecklenburgs ...&amp;quot; 1957]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:QvOe = Quirin Oelsnitz &amp;quot;Die Rostocker Heide - Untersuchungen zur Forstwirtschaftsgeschichte der nordöstlichen Heide Mecklenburgs&amp;quot; HU Berlin Dissertation 1955 (unveröffentlichtes Schreibmaschinenmanuskript)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:UA = Archiv der Unversität Rostock (mit anschließender Signatur)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:UB = Bibliothek der Universität Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:UM = Zeitschrift &amp;quot;Unser Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Rostocker Heide im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1252, 25.3.&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich Blorwin III. verkauft der Stadt Rostock die heutige Rostocker Heide&lt;br /&gt;
;[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige (AHR)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 1.11. (in manchen Quellen auch 1307)&lt;br /&gt;
:Die Allerheiligenflut &#039;&#039;(Allerheiligen-Tag ist der 1. November)&#039;&#039; überflutet fast die gesamte Rostocker Heide. Die mehrere Meter hohen Dünen am Weststrand der Rostocker Heide beim &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; werden auf mehrere hundert Meter Länge in den Warnow-Mündungslauf gespült, so daß der natürliche Flußlauf hier danach nicht wieder geöffnet werden kann und weiter östlich ein Durchstich erfolgt. Das Wasser soll den Überlieferungen nach auf &#039;&#039;&#039;14 bis 15 Fuß (4,7 bis 5,0 m) über den normalen Wasserstand&#039;&#039;&#039; gestiegen sein. &lt;br /&gt;
:(Anmerkung WS: Die Höhenangaben könnten realistisch sein, da die damalige Fluthöhe weiter westlich, am Rande der Conventer Niederung, nördlich von Bad Doberan, nachvollziehbar bis kurz unter die 5-Meter-[[Isohypse]] reichte. Die Allerheiligenflut verschlang auch die damalige Landbrücke zwischen Mönchgut/Rügen und Peenemünder Haken/Usedom. Auf der Insel Usedom zerstörte die Flut das Kloster Grobe und Teile der Stadt Usedom &#039;&#039;(jeweils die Flächen unter der 5m Isohypse)&#039;&#039;, das Kloster wurde unmittelbar nach diesem Elementarereignis in Pudagla auf dem Berg neu gegründet.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323 11.März&lt;br /&gt;
:Die Stadt erwirbt von Heinrich II. von Mecklenburg das &#039;&#039;&#039;fürstliche&#039;&#039;&#039; Dorf (villa) Warnemünde mit dem ganzen &#039;&#039;&#039;westlichen&#039;&#039;&#039; Warnowufer (das damals vom Taterhörn auf der hohen Düne bis an die Grenze von Diedrichshagen reichte, mit Eigentumsrecht, voller Gerichtsbarkeit, mit Gestattung der Anwendung des Lübischen Rechts, Fischereigerechtigkeit bis in die See hinaus, behält sich aber das Patronatsrecht vor. (KFC) &lt;br /&gt;
:Das heutige Warnemünde wird &#039;&#039;&#039;erst damit Rostocker Stadtbesitz&#039;&#039;&#039;. (BGR R) &lt;br /&gt;
;Erst mit diesem Vertrag erhält die Stadt Rostock auch die Fischereigerechtigkeit vor der Küste der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1358 &lt;br /&gt;
:Die Hansestadt kauft dem Landesfürsten für 2000 Mark Rostocker Pfennige die unbeschränkte Criminal- und Civil-Gerichtsbarkeit auf ihrem ganzen Gebiete ab. In der unmittelbar darauf folgenden Reformation der Stadtgerichtsbarkeit wird &#039;&#039;&#039;auch&#039;&#039;&#039; das Amt des &amp;quot;Waldherrn&amp;quot; (&amp;quot;Domini silvarum&amp;quot;) geschaffen. Ihm oblag die Beaufsichtigung der Stadthölzung mit den Kohlenbrennereien, die Einsammlung der Pachtgefälle und Beden von den Stadtdörfern, auch die Erhaltung der Bollwerke in Warnemünde, wie hier im Hafen. (Andree apostoli 1358)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schweinejagd mit Hetzhunden und Saufeder Mitte 15tes Jahrhundert.jpg|Jagd mit Saufeder und Hetzhunden 15.Jahrh.&lt;br /&gt;
Datei:Jagd mit der Armbrust Mitte 15tes Jh.jpg|Jagd mit der Armbrust 15.Jahrh.&lt;br /&gt;
Datei:Hohe Jagd Mitte 15tes JH.jpg|Die hohe Jagd 15.Jahrh.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1533&lt;br /&gt;
:Wurde ein Sechzigerkollegium zur Beaufsichtigung und Besserung der Land- und Forstwirtschaft in den Rostocker Waldungen und Güter von der Rostocker Bürgerschaft gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535&lt;br /&gt;
:Verordnung, das kein grünes, sondern nur allein trockenes Lese-Holz, aus der Heyde soll geholet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1536&lt;br /&gt;
:Daß nur allein unnütz liegendes Weich-Holz, mit Bewilligung der Gewetts-Herren, aus der Heyde soll geholet werden. (erneuert 1538, -39) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1548&lt;br /&gt;
:Das unter dem Vorwand des Lese-Holzes kein nützliches Holz aus der Heyde geholet werde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1554&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider das Jagen zur verbothenen Zeit.&amp;quot; (erstmals, dann jährlich erneuert, Quelle: HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1555&lt;br /&gt;
:Das ohne EE Rats Einwilligung kein Holz aus der Heyde soll abgefolgt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1557&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider das Schiessen und Jagen in der Fürstl. Wild-Bahn&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1561&lt;br /&gt;
:Daß kein Holz aus der Heyde zum Schaden soll abgehauen werden.&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Die wilden Schwene nicht zu verjagen oder zu schiessen.&amp;quot;(HA)&lt;br /&gt;
:[[Datei:Gegen das Schießen und Jagen auf Stadtgebiete 1562.jpg|thumb|400px|rechts|Bekanntmachung gegen das Schießen und Jagen im Stadtgebiete 1562 (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1562&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider das Schiessen und Jagen in der Stadt Gebiet.&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1565&lt;br /&gt;
:Ernannte die Bürgerschaft Hans Beckentin zum Voigt über die Heide und Stadt Güter, und mußten die Schulzen ihm Gehorsam schwören. &lt;br /&gt;
:Man hatte ihm den Studenten Nikolaus Möller als Assistenten beigegeben.&lt;br /&gt;
:Allein auf Klagen des Halses ward er durch einen kaiserlichen Befehl von seiner Stelle wieder abgesetzt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1572, 14. Februar &lt;br /&gt;
:Daß kein Lese-Holz aus der Heyde geholet werden soll.&lt;br /&gt;
:Konflikt zwischen der Stadt Rostock und den Moltkes auf Toitendorf &amp;quot;wegen der Fischerei mit Körben in der Petzer-Beck; item auf der Warnow mit Böten und Rusch-mehen; &#039;&#039;&#039;item Holzholen aus der Heide&#039;&#039;&#039;&amp;quot;  &lt;br /&gt;
:(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractum Libri Missivarum de anno 1572)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1572, 1. März&lt;br /&gt;
:Beschwerde an Herzog Johann Albrecht und den Amtshauptmann zu Ribnitz wegen unerlaubtem Holzfällen in der Rostocker Heide im Strombruch. :(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractus Libri Missivarum de anno 1572)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 26. Januar&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Vorstellung und Bericht  an Herzog Johann Albrecht wegen des streitigen Holzes in der Rostocker Heide, des Strom-Bruchs.&amp;quot;  :(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573,14. Februar&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider die unbefugten Jäger in der Stadt-Gebiete&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 19. Oktober&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Literae an Herzog Ulrich und an den Schwerinschen Kanzler Husanum wegen des streitigen Ortes, Holz in der Rostocker Heide, der Strom-Brook genannt. Item den 14. November&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(&#039;&#039;Rostocker&#039;&#039; Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573 bis 1577&lt;br /&gt;
:Streit mit der Äbtissin des Klarissenklosters Ribnitz weil die Rostocker ihr Vieh von der Rostocker Heide aus in die Ribnitzer Klosterforsten treiben. (AHR 1.4.17. 250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Datei:1628 29ter December Wallensteinsche Verfügung Raubvögel und Raubtiere aus dem Wege zu räumen.jpg|thumb|400px|rechts|1628 29ter December Wallensteinsche Verfügung Raubvögel und Raubtiere  aus dem Wege zu räumen (UA)]]&lt;br /&gt;
;1575, April/Mai  &lt;br /&gt;
:Der berühmte Gelehrte Tilemann Stella fertigt ein Gutachten *[[&amp;quot;über Tannen-Bestände in der Heide&amp;quot;]] (AHR  1.4.17. - 251/1). &lt;br /&gt;
:Am 15.April bittet der Rostocker Rat Stella um Hilfe bei der Besorgung der zugesagten 3 Scheffel Tannensamen aus den herzoglichen Waldungen. Am 9.Mai bedankt sich der Rat beim Herzog Johann Albrecht für deren Lieferung. Das Saatgut ist in den Waldungen rund um Fürstenberg gewonnen worden. &lt;br /&gt;
;(Der erste Hinweis auf gezielte Aufforstungen in der Rostocker Heide)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1578&lt;br /&gt;
:Daß keine Schweine ungemarkt in die Rostocker Heyde und Mast getrieben werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1584&lt;br /&gt;
:Mit Bildung des Hundertmänner-Collegiums als Stadtvertretung wird auch das Heidedepartement gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588&lt;br /&gt;
:8.August Jürgen Brandt wird von den Ratsherren privat als &amp;quot;Jegermeister und Wildschutzen&amp;quot; angestellt. Er wird nicht aus dem Stadtsäckel bezahlt. (HA)&lt;br /&gt;
;[[zum historischen Jäger Brandt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1589&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wider das Jagen in der Rostocker Heide.&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1601, 4. Januar&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Daß die Bürger zwey Jahr lang vermöge der mit Ihro Fürstl. Durchlaucht getroffenen Convention, sich des Jagens in der Heide enthalten sollen.&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
:[[Datei:1662 16ten December Herzogliche Verordnung das den Wölffen fleißig solle nachgestellet werden.jpg|thumb|300px|rechts|1662 16ten December Herzogliche Verordnung das den Wölffen fleißig solle nachgestellet werden (UA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1614&lt;br /&gt;
:„Anno 1614, den 7.Januar sind 2 Bauern Von Räubershagen ([[sic.]]), Vater und Stiefsohn, vor dem Dorfe an einem dort neu errichteten Galgen Dieberey halber gehängt worden, welche eine lange Zeit allhier in der Stadtfrohnerei gefangen gehalten worden, endlich dahin geführet den andern Haid- und Holzdieben zum Schrecken und Spiegel aufs freie Feld gehänget...“ P. XII Rostocker Chronik &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1617&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wegen der Jagd und des Schiessens.&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1624, 1.Juni bis 31. Dezember&lt;br /&gt;
:während einer Pestwelle sterben im Rostocker Gebiet 722 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625  10./11. Febr.&lt;br /&gt;
:war die bekannte schreckliche Überschwemmung zu Rostock und in der Umgegend, davon in dem &lt;br /&gt;
;[[&amp;quot;Etwas von gelehrten Rostockschen Nachrichten&amp;quot;  4.Jahrg. Nr.898 i.J. 1740]] eine ausführliche Nachricht abgedruckt sich findet.&lt;br /&gt;
:In hiesiger Gegend soll ein großer Theil der Waldung unter Wasser gestanden haben, ja es soll das Wasser in Niederungen bis Blankenhagen  vorgedrungen seyn. Die Wasserhöhe des Maaßes war 14 Fuß &#039;&#039;(rund 4,60 m)&#039;&#039; über den mittlern Stand gestiegen. Die Meierey auf dem Moorhof (vorh. Moor genannt) stand völlig im Wasser, Pferde und Ochsen ertranken, die Bewohner saßen 3 Tage im Dach auf dem Heu. Zu Warnemünde wurden von 150 dortigen Häusern 18 an der Düne gänzlich weggerissen und 74 stark beschädiget, viele Schiffe zertrümmert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1634&lt;br /&gt;
:8.März - &lt;br /&gt;
;[[Ordnung und Instruktion, darnach sich die Verwaltungen der Heyde und Holzung verordnete Herren des Raths und der Bürgerschaft verhalten und richten sollen]] (Warscheinlich die erste Forstordnung der Rostocker Heide?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1644&lt;br /&gt;
:1. Dezember- Wegen der Nach-Mast in der Heyde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
;1664/65&lt;br /&gt;
:Tewes Wrampe ist Vogt der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668-1677&lt;br /&gt;
:Hinrich Wrampe ist Heidevogt der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669&lt;br /&gt;
:Ward der zu Markgrafenheide wohnende Jäger Brandt der Sage nach von einem Keiler erschlagen. Auf dem Heimwege nach der Kirche, wo er  communicieren wollen, trifft er den Keiler und soll die ruchlosen Worte gesagt haben: &amp;quot;Nach meiner Rückkehr soll dich oder mich der Teufel holen.&amp;quot; Man fand ihn Abends todt mit aufgeschlitztem Bauch. Es ist ihm an dem Platz ein Kreutz errichtet und bis jetzt erhalten.(BK) &#039;&#039;&lt;br /&gt;
;(Die Volksüberlieferung mag das Ereignis in das Jahr 1669 verlegt haben, denn einen Jäger Brandt gab es in der Heide bereits ein Jahrhundert zuvor. W.S.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1680, 27. Januar&lt;br /&gt;
:Verordnung &amp;quot;Wegen der Jagd in der Rostocker Heide&amp;quot; (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1687&lt;br /&gt;
:Im September weilt Herzog Gustav Adolph mit seinem Schwiegersohn dem Grafen von Stolberg zu einer großen Jagd in der &#039;&#039;&#039;Rostocker und Ribnitzer&#039;&#039;&#039; Heide&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Lust Reiterkarte 1696.jpg|thumb|300px|rechts| Rostocker Heide Reiterkarte von 1696 (Reproduktion aus „Mecklenburg - Zeitschrift des Heimatbundes Mecklenburg“ 22. Jahrgang September 1927 Nr.3)]]&lt;br /&gt;
;1688&lt;br /&gt;
:7.September - Verordnung wider die Fremden Jäger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1691&lt;br /&gt;
:13. May - Verordnung und Instruktion, wornach sich die Heyde-Vorweser zu richten haben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1696&lt;br /&gt;
:Im Archiv der Hansestadt Rostock befindet sich die mit Eichen-Galltinte gezeichnete erste Karte der Rostocker Heide (77cm lang, 50,5 cm breit). Rechts oben in der Ecke in einem gekrönten Lorbeerkranze trägt sie den Titel: &lt;br /&gt;
; [[&amp;quot;Grundlicher / Abriß der Stadt /Rostock Heyde / Anno 1696 / Den&amp;quot;.]] &lt;br /&gt;
:Als Zeichner und Autor trägt sie die Signatur: &amp;quot;Gotfriet Lust / Stadtfenderich / 1696 d.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:00 RH Die Rostocker Heide im Hoinkhusen Atlas um 1700.jpg|thumb|300px|rechts|Die Rostocker Heide im Hoinkhusen-Atlas um 1700)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1697&lt;br /&gt;
:12. Dezember - Daß die Warnemünder ohne Vorweisung eines Zettels kein Brenn-Holz aus der Heyde holen sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1702&lt;br /&gt;
:22. Juli - Verordnung &amp;quot;Wider die Holz-Dieberey in der Heyde&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Überließ die Stadt dem Herzoge Friedrich Wilhelm die Jagd in der Heide auf Lebenszeit, und nahm sie alsdann wieder an sich. Herzog Carl Leopold wollte sie mit Gewalt an sich reißen und schickte einen Lieutenant mit 20 Dragonern nach Rövershagen um den Rostockern die Ausübung der Jagd zu wehren, ein kaiserl. Mandat vom 28. März 1714 inhibitierte diesen Gewaltstreich. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1707&lt;br /&gt;
:wurde ein Reglement für die Heidevögte in Rövershagen herausgegeben, Es enthielt vor allem Vorschriften zur Verhinderung von Wild- und Holzdiebstählen.&lt;br /&gt;
;[[Datei:RH 17xx Dec Verbot über das Eis der Warnow in die Rostocker Heyde zu fahren um daselbst Holz zu laden.jpg|thumb|300px|rechts|1722(?) Verbot über das Eis der Warnow in die Rostocker Heyde zu fahren und daselbst Holz zu laden (UA) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1708&lt;br /&gt;
:11.April - Verordnung, wie die Holz-Zettel beschaffen seyn solen.&lt;br /&gt;
:10. May - &amp;quot;Daß die Heyde-Vorweser alle Jahr die Grenzen und Scheiden der Stadt-Scheide in Augenschein nehmen sollen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1715&lt;br /&gt;
:8. Februar - Verordnung &amp;quot;Wider die Holzdiebereyen&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1716&lt;br /&gt;
:12. Januar - Verordnung &amp;quot;Wider das Lese-Holz holen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1717&lt;br /&gt;
:Herzog Carl Leopold verlangt die Herausgabe der Heide-Kaufurkunde von 1252. Der Herzog läßt in fünf Wochen langer Arbeit 100 Bauern Jagdschneisen durch die Heide hauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1718&lt;br /&gt;
:30. Juni - Daß in der Heyde zum Brenn-Holz keine Buchen und Eichen sollen gehauen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1719&lt;br /&gt;
:16. August -Verordnung &amp;quot;Daß kein Feuer in der Heyde soll gemacht, auch die Bienen nicht aus den Bäumen gehauen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1722, 3. Juli&lt;br /&gt;
;[[Reglement von E.E.Rath Mit Bewilligung der Ehrliebenden Hundert Männer gemacht worden]]&lt;br /&gt;
:nach welchem die Jagd in der Rostocker Heyde Zum Nutzen gemeiner Stadt zu administrieren Und welcher Hinführo, biß zu fürder Ordnung E.E.Rath und Ehrliebenden Bürgerschaft nach zu gehen ist&lt;br /&gt;
:(UAR Mk-11350 6b))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1723  26. Jul. &lt;br /&gt;
:starb der Heidevoigt Fried. Gottmann. Stürzte Christoph Melms von einem Baum und lebte nur noch einige Stunden. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1725&lt;br /&gt;
:21.Juli - Decret betreffend die Gränze der Gerichtsbarkeit derer Herren des Gewetts und Heyde-Vorwesern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1726&lt;br /&gt;
:8.April - Daß die aus der Stadt-Heyde verkaufte Tannen und anderes Holz nicht eher aus der Heyde gelassen werden sollen, bis es bezahlet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1727&lt;br /&gt;
:24. Januar - Taxe des Holzes, so aus gemeiner Stadt-Heyde an Fremde und Einheimische verkauft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1728&lt;br /&gt;
:25. März - Mandat, worin das unzeitige Jagen und Schiessen des Wildes, wie auch das Ausnehmen der Eyer des Gevögels von Maria Verkündigung bis St. Jakobi verbothen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:IMG 20190929 0041.jpg|thumb|350px|rechts|Holzanweisungs-Verordnung an die Heidevögte vom 9.8.1734 (UA)]]&lt;br /&gt;
;1734&lt;br /&gt;
:-4. Juni -  Verordnung, Daß die Heyde-Schützen kein Bier und Brandwein schenken, wie auch den Holz-Handel einstellen, ohne Zettel der Bauerschaft kein Holz anweisen, auch nur 2 Pferde halten sollen.&lt;br /&gt;
:-9. August - Verordnung, wie es mit denen Heyde-Voigten bey Anweisung des Holzes und von denen Baum-Wärtern bey Paßirung des Holzes aus der Stadt-Heyde gehalten werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1736&lt;br /&gt;
:11. Juli - daß denen fremden Jägern in der Heyde die Pferde und Hunde, ohne Ansehen der Person, erschossen werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1741&lt;br /&gt;
:21. Juli - Daß keinen Fremden und Vorstädtern Lese-Holz gegeben werden, auch selbige nicht mit Axt und Beil in der Heyde fahren sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1742&lt;br /&gt;
:4.May - Daß keine Sträuche aus der Heyde verkauft werden sollen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1743&lt;br /&gt;
:11.Oktober - Wie hoch einem Bürger das Fahden-Holz aus der Heyde zu verkaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1744&lt;br /&gt;
:28. Februar - Daß keine kleinere Tannen als drey auf die Fuhr verkauft werden sollen&lt;br /&gt;
:6. März - Daß bey Anweisung der Holzes aus der Heyde keine Zimmerleute admittirt werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1745&lt;br /&gt;
:31. Januar - Verordnung wegen der Holzdieberey.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1746, 16. August&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ausführliche Vorstellung in Meliorations-Sachen und Verbeßerung der Gehälter von der Stadt Rostock Höltzung zu Rövershagen&amp;quot; vom Heideverweser Samuel Gustav Oertling (AHR 1.1.3.4.2. 308)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1747 &lt;br /&gt;
:7.April - Forstinspektor Dörksen wird eingesetzt. (AHR 1.1.3.4.2. 308) &lt;br /&gt;
;Hier wird erstmals die Berufsbezeichnung eines &amp;quot;Forstinspectors&amp;quot; in der Heide und das noch verbunden mit einem Namen genannt.&lt;br /&gt;
:20. May - Verordnung daß kein Feuer in der Heyde gemacht und angesteckt werden soll&lt;br /&gt;
:7. August - Daß die Heyde-Vorweser die Fallbäume gehörig berechnen sollen&lt;br /&gt;
:13. September - Daß die Heyde-Schützen und Baum-Wärter, ohne Unterschrift des Herrn Präsidis des Gewetts, keine Bäume anschlagen oder Holz abfahren lassen sollen.&lt;br /&gt;
:13. September - Daß die Heyde-Schützen weiter keinen Acker haben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1748&lt;br /&gt;
:Starb der Baumwärter Zimmermann. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1749&lt;br /&gt;
:15. Januar - Daß das Hirschhorn sonst nirgends als beim Zucht-Hause gegen billige Bezahlung verkauft werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1750&lt;br /&gt;
:Daß die Hunde zu Rövershagen und in denen der Rostocker Heyde angrenzenden Stadt-Dörfer gelähmet werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1751&lt;br /&gt;
:29. November - &amp;quot;Daß die Pächter der Stadt-Güter sich alles Schiessens und Jagens, und überhaupt aller Nachstellung des Wildes und Gevögels enthalten sollen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1752&lt;br /&gt;
;[[Julius Michael Tarnow zeichnet eine Karte von Studthoff]] mit angrenzenden Waldungen (BK)&lt;br /&gt;
:9. Juli - &amp;quot;Verordnung, daß sich ein jeder des Jagens und Schiessens auf den Fürstlichen Feldern, wie auch in der Stadt-Heyde und Stadt-Feldern enthalten solle.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1753 &lt;br /&gt;
:Starb der Jäger Wramp. (BK)&lt;br /&gt;
:Die Verpfändung der Willershäger Waldungen an das Kloster Ribnitz endet (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1756 &lt;br /&gt;
:Infolge des Siebenjährigen Krieges waren die Kassen der Stadt völlig leer. Die Preußen hatten Mecklenburg tüchtig ausgeplündert. Zu jener Zeit besann sich der Magistrat auf die noch an Holz in der Heide vorhandenen Werte. Man begann sich erste Gedanken über Holzwirtschaft zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1757&lt;br /&gt;
:15. Februar - Des Gewetts Verordnung für die Baum-Wärter.&lt;br /&gt;
:19. Februar - Des Gewetts Verordnung wegen Fällung des Faden- und Bauholzes zu rechter Zeit und gehöriger Anordnung.&lt;br /&gt;
:22. März - Edikt wegen der Holtz-Dieberey (AHR 1.1.3.0. - 17/30 S.567-569&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1760&lt;br /&gt;
:Gründung eines Forstkollegiums, dessen Hauptaufgabe die Erarbeitung eines herzoglichen Regulativs für die Rostocker Heide ist. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1760&lt;br /&gt;
:Unternahmen die Rostocker Kaufleute Jacob Johann Stypmann und Paul Grube eine große Torf Enterprise und ließen den Pramgraben vom Stinkengraben bis zum Breitling verfertigen. (BK)&lt;br /&gt;
:27.Oktober - Gewettssecretär J.F. Möller reicht dem Rostocker Rat seine &lt;br /&gt;
; + [[&amp;quot;Unvorgreifliche Gedanken von der Einrichtung eines Land-, Forst- Jagd- und Wirtschaftscollegii&amp;quot;]]  &lt;br /&gt;
:ein, das erste Konzept zur Forsteinrichtung der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1762&lt;br /&gt;
:Bildete sich das erste Forstkollegium in Rostock, löste sich aber 1768 wieder auf. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1763&lt;br /&gt;
:15.Mai - Abschaffung der Pfingstmaibüsche wegen Rückgang des Birkenbestandes in der Rostocker Heide. (BRG 7,122.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:16.März - eine neue &amp;quot;Forst-Taxe&amp;quot; wird durch Forstinspektor Möller eingeführt&lt;br /&gt;
:6. April - Der Gewettssecretär Möller erhält seine Bestallungsurkunde und wird damit städtischer Forstinspector. (AHR 1.1.3.0. XI/2 S.15-22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1765&lt;br /&gt;
:Gewetts-Sekretär Möller reicht einen * [[Plan über die Einteilung und beßere Bewirtschaftung der Heide]] beim Rat ein, was jedoch keine Zustimmung findet. (AHR)&lt;br /&gt;
:Der &#039;&#039;&#039;herzogliche&#039;&#039;&#039; Oberforstinspektor Wulff versucht die erste Regulierung der Heide. Dabei wird der Mangel einer zweckmäßigen Karte zum ersten Male bemerkt.&lt;br /&gt;
:Wirtschaftskarten von Dost und Rothermann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1766,21.April&lt;br /&gt;
:Hermann Friedrich Becker, der spätere Forstinspector der Rostocker Heide geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767 &lt;br /&gt;
:Die vom Forst-Collegium erarbeitete &lt;br /&gt;
;[[Dienst- Bauer- und Wirthschaffts-Ordnung für das der Stadt Rostock gehörige Guth Rövershagen, Rostock, den 10. Mart. 1767]] &lt;br /&gt;
:wird eingeführt, die lange normierte. (HA)&lt;br /&gt;
:Mit deren Inkrafttreten obliegt dem Forstinspektor in Personalunion zusätzlich die Funktion eines Amtshauptmannes für die Heidedörfer.(BK) &lt;br /&gt;
:August, dem Forstinspektor  Möller wird gekündigt, da ihn die Vielzahl seiner Aufgaben überfordert.&lt;br /&gt;
:6. September der entlassene Forstinspektor Möller meldet Insolvenz an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1768&lt;br /&gt;
:Das Heidedepartement tritt an die Stelle des unmittelbar zuvor aufgelösten Forstkollegiums. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1774&lt;br /&gt;
:Ein Beschluss über das 2 Jahre lang erarbeitete herzogliche Forstregulativ für die Rostocker Heide und deren praktische Umsetzung wird von der Rostocker Bürgerschaft abgelehnt. Es wird in der Folgezeit jedoch teilweise umgesetzt. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1776&lt;br /&gt;
:Brannte ein beträchtlicher Theil der Schwanberger Heide ab. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1779&lt;br /&gt;
:Im Mai erschoß sich der Jäger Fiede zu Haus als er mit einem geladenen Gewehr zwischen die sich beißenden Hunde schlug. (BK)&lt;br /&gt;
:23.6. Jäger Bauer in Torfbrücke ansässig (Erste Erwähnung des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Torfbrücke). (AHR 1.4.17.  250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1780 15. Oct.&lt;br /&gt;
:erschoß sich der Forstinspector Möller mit einer Pistole, er wurde 52 Jahre alt und hatte manche Kränkungen und Unfälle erlitten. Er liegt unter der großen Linde des Kirchhofes. (BK)&lt;br /&gt;
:Im Jul. starb der Baumwärter Schnockel zu Haus. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1781&lt;br /&gt;
:Trat der Forstinspector J.Roedler seinen Dienst an. Er diente 10 Jahre und ward pensioniert. (BK)&lt;br /&gt;
; [[&amp;quot;Ueber  Berbesserung der Rövershäger Holzung....&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
: [[Datei:Schmettau Rostocker Heide Gesamtübersicht 1788.jpg|thumb|300px|rechts|Auszug Rostocker Heide aus der Karte des Grafen Schmettau 1788 (Quelle: Heidearchiv)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1782&lt;br /&gt;
:Die vom Forstinspektor Roedler und dem Forstdepartement erarbeitete &lt;br /&gt;
;[[Einstweilige Taxe der Tannen-Hölzer für Einheimische und Fremde]] &lt;br /&gt;
:wird vom Rat beschlossen und verbindlich eingeführt. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1783&lt;br /&gt;
:Im Apr. starb der Wildfahrer Claus Borgwarth 49 J. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784&lt;br /&gt;
:10. Juli - &amp;quot;Verordnung wie sich die Fuhrleute bei Abholung des Holzes aus der Heyde zu verhalten haben&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1785&lt;br /&gt;
:29. Januar - &amp;quot;Verordnung daß die Fuhrleute in der Heyde keine Bäume abhauen sollen, um freie Fahrt zu haben.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1789&lt;br /&gt;
:Starb der Baumwärter Hans Lindemann 77 J. alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1791&lt;br /&gt;
:Legte der Forstinspector Rödler seinen Dienst nieder. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1. Juli&#039;&#039;&#039; ward der Forstinspector Herm. Fr. Becker zu Rövershagen eingeführt. Es waren dazu aus Rostock eingetroffen Sen.Dr. Prehn, Sen. Stange,Sen.Schrepp, K.Schroeder, K. Neuendorf, L.Altmann, L.Lober, Secret.Dethlof. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1793&lt;br /&gt;
:Warf ein heftiger Orcan die halbe, neu erbauete Scheune zu Niederhagen, sowie die Holzremise und ziemlich Holz in der Waldung um. (BK)&lt;br /&gt;
: Hermann Friedrich Becker fertigt eine Karte von der Rostocker Heide.  &lt;br /&gt;
[[Datei:H F Becker Heidekarte 1793.JPG|thumb|300px|rechts| Rostocker Heide Karte von H.F.Becker 1793, nicht eingenordet ! (AHR)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1794&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verordnung, daß die Fuhrleute das ihnen in der Heyde angewiesene Holz nicht vertauschen sollen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1795&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker entlässt den Rechnungsführer der Forstinspektion Dietrich Wilhelm Babst wegen &amp;quot;Verdruß in den Geschäften&amp;quot;. (Sohn von Diederich Georg Babst, dem Syndikus des 2.Quartiers der Bürgerschaft, der fortan bis zu seinem Tode 1800 eine Vielzahl von Denunziationen und Intrigen gegen Becker initiiert)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796&lt;br /&gt;
:Die große Eichenzählung (HA)&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Rövershagen Schweinemast 1801.jpg|thumb|300px|rechts|RH Rövershagen Schweinemast 1801 (Quelle:Heidearchiv Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801 3. Nov.&lt;br /&gt;
:war ein heftiger Sturm der die Torfscheune umwarf. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804&lt;br /&gt;
:Der Prahmkanal wird bis an den Moorhof ausgebaut.&lt;br /&gt;
:Die Baudurchführung der Bauernwiesenschneise scheitert an einer Denunziation des zweiten Quartiers der Bürgerschaft. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Schwarze Stute 1803.jpg|thumb|300px|rechts|RH Schwarze Stute 1803 (Quelle:Heidearchiv Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;1805&lt;br /&gt;
:Starb der pensionierte Jäger Johann Joachim Schramm in Hinr. 77J. alt d. 12.Januar. (BK)&lt;br /&gt;
; + [[1805 - Jagd Reglement Rostocker Heide]] (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806&lt;br /&gt;
:30. Oct. starb der pensionierte Jäger Bauer 58 J.alt (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1807  22. Mai&lt;br /&gt;
:nahmen der französische Gouverneur in Meckl. Laval und der Intendant Bremont die Heide in Augenschein um selbst entscheiden zu können wieviel Holz hier als Kontribution eingeschlagen werden kann. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1808&lt;br /&gt;
:12./13. Aug und 8. Mai wurde die in der Heide angelegte Schneise durch eine städtische Kommission mit Zuziehung vom Oberforstmeister v. Grävenitz und Forstinsp. Stave (oder Struve?) in Augenschein genommen. (AHR)&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker macht den Vorschlag einen Prahmkanal über den Moorhof hinaus bis an die Winkeleiche an die Grenze der herzoglichen Waldungen zu bauen.&lt;br /&gt;
:-Fand sich ein Wolf im Walde an, der mehrere Mastschweine zerriß. Er ward verfolgt aber entkahm. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1810 &lt;br /&gt;
:Forstinspector Becker schlägt die Einteilung der Rostocker Heide in 5 Hauptreviere vor und führt sie durch (HA)&lt;br /&gt;
:Die Reviere Schnatermann, Markgrafenheide (bis 1836), Hinrichshagen, Torfbrücke, Wiethagen und  Meyershausstelle &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Anmerkung: Im Rahmen der in den 1830er Jahren durchgeführten ersten Forsteinrichtung wurde das Revier Markgrafenheide aufgelöst und dessen Flächen auf die Reviere Schnatermann und Hinrichshagen aufgeteilt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:25.Juli - &amp;quot;Verbot an die Jäger und Holzwärter Bestellungen für Holz anzunehmen und Holzfuhren zu besorgen&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 28. November leuchteten bei einer Probeanzündung die Alarmstangen, die an der Spitze kleine Teertonnen trugen, von Fischland bis Markgrafenheide durch die Nacht. Mit diesem System sollte die Überwachung der Kontinentalsperre abgesichert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1811&lt;br /&gt;
:8. April - Schreiben Forstinspektor Beckers: &amp;quot;...da durch die Besetzung der Seeküste durch französische Douanen der Verkehr nach Markgrafenheide, Grahl und Fischland ein sehr starker ist und Wege dort nicht fertig sind, müssen sie zuende gebaut werden ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
:August - zum Bau von Befestigungsanlagen in Warnemünde sowie des französischen Militärlagers &lt;br /&gt;
:(für 10 000 Mann) in Rostock-Barnstorf erfolgten in der Rostocker Heide besonders große Holzeinschläge. Außerdem wurden die Waldarbeiter zum Bau der Warnemünder Redoute eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813&lt;br /&gt;
:Februar/März - die französischen Truppen verlassen Rostock und Warnemünde. (BGR R)&lt;br /&gt;
:23. März - die Kontinentalsperre wird aufgehoben. (BGR R)&lt;br /&gt;
:ab 9.November- Der Landsturm patroulliert unter Forstinspektor Beckers Kommando zwischen Torfbrücke und Markgrafenheide. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1815 d. 3. Februar&lt;br /&gt;
:starb der Holzwärter Albrecht Siegfried Petersen auf der Torfbrück 70 Jahr alt. &lt;br /&gt;
:Den 25. März starb der Holzwärter Carl Fried. Wramp zu Markgrafenheide 68 J. alt.&lt;br /&gt;
:Zog eine Wasserhose aus dem Meer bei Grahl vorbei längst der Heide biß Altenheide und Ribnitz, zerbrach eine Menge Bäume, warf andere nieder, und machte in der Gelbensander Forst eine Schneise eine starke halbe Meile lang und 24 Fuß (8 m) breit, in der Willershagner Heide stürzten 9 Bäume um. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1817 15. April&lt;br /&gt;
:starb der Jägermeister Joh.Hinrich Schäning 61J. Den 1.Jul. starb der Jäger Johann Jochim Adam Karsten zu Wiethagen 54 J.alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1818 14. Dec.&lt;br /&gt;
:machten die Fischländer Nachts mit vielen Böthen eine Invasion in die Heide und führten eine Parthie Holz aus dem Sack weg. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:HF Becker reisende Jäger FA 1824 Sp617.jpg|thumb|200px|rechts|Forstinspektor Becker 1824 im Freimütigen Abendblatt über die Plage der reisenden Jäger 1]]&lt;br /&gt;
[[Datei:HF Becker reisende Jäger FA 1824 Sp618.jpg|thumb|200px|rechts|Forstinspektor Becker 1824 im Freimütigen Abendblatt über die Plage der reisenden Jäger 2]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:starb der pensionierte Holzwärter Johann Heinrich Kröger auf dem Schnatermann 113 Jahr alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1821 15. Dec.&lt;br /&gt;
:starb der Baumwärter zu Hinrichshagen Johann Jochen Hinrich Hinz 71 Jahre alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822&lt;br /&gt;
:erschoß sich am 29.Dec. der Holzwärter Johann Christian Nicolaus Grälert zu Markgrafenheide 43 J.alt aus Unachtsamkeit als er mit einer geladenen vor sich gehaltenen Büchse die mit einander kämpfenden Hunde trennen wollte. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostocker Heide Becker FA 1823 Keding.jpg|thumb|250px|rechts|Pressemeldung Forstinspector Beckers zum Keding-Unglück 1823 im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; (HA)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:Kam der Einl. Claus Fried.Keding auf unglückliche Art ums Leben, indem die Pferde des Jäg. Köhn die er führte nach einem Schuß  davon liefen, er vom Wagen stürzte und die Hirnschale zerschlug. &lt;br /&gt;
:Den 13. Oct. starb der E.Heinrich Pragst durch einen Sturz vom Balken in der Scheune des Forstinspectors. &lt;br /&gt;
:Den 3.März starb der Jäger Carl Friedr. Köhn zu Hinr. 68 Jahr alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825&lt;br /&gt;
:Hatten wir öfteren hohen Stand und Übertritt des Meeres über die Dühne am 4. Februar entstand beim Sturm aus Nordosten eine wahre Sturmflut, welche 300.000 Quadratruthen (650 ha) der Wiesen und des Waldes überschwemmte. Die Wasserhöhe war zu 6 Fuß 8 Zoll &#039;&#039;(1,95m&#039;&#039;) über den mittlern Stand des Meeres gestiegen, die Düne von der Fischerbude zu Markgr. bis an Rosenort 450 Ruthen &#039;&#039;(2100m)&#039;&#039; lang stand ganz unter Wasser, davon wurden 370 Ruthen ganz und 80 Ruthen halb planiert. Die Warnemünder fuhren mit Böthen auf die Wiesen. &lt;br /&gt;
:Es ward ein groß Holzmagazin zu Wiethagen erbauet. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1828  &lt;br /&gt;
:Errichtete die Stadt eine eigene Deputation zur Bewirtschaftung der Eichen in der Heide. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1829, 11. Jan &lt;br /&gt;
:starb der Holzwärter aus dem Schnatermann Claus Kröger 63 J.alt. &lt;br /&gt;
[[Datei:Becker Holzhof in Rostock FA 1831 a.jpg|thumb|250px|rechts| ]][[Datei:Becker Holzhof in Rostock FA 1831 b.jpg|thumb|250px|rechts|Pressemeldung die von Forstinspektor Becker 1831 bewußt anonym im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; veröffentlicht wurde (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831 den 2. März &lt;br /&gt;
:stirbt der Baumwärter Jacob Hinr. Peters zu Meiershausstelle. (BK) &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Anmerkung: Gelegentlich wurde spekuliert, ob Peters ein Opfer der 1831 grassierenden Cholera-Epidemie war? Die Cholera gelangte aber erst im Mai des Jahres von Rußland aus bis Mecklenburg.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Forstinspektor Hermann Friedrich Becker regt den Bau einer Chaussee von Rostock nach Rövershagen an, um einen soliden Transportweg für das Heideholz in die Hansestadt zu bekommen. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1832&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker läßt ein neues &amp;quot;Brandt´s Kreuz&amp;quot; aufstellen, nachdem das alte Kreuz bereits verschwunden war und nur noch in der Überlieferung bekannt war. Er recherchiert auch vergeblich über Standort und Herkunft des &amp;quot;Soldatenpfostes&amp;quot; der noch 1788 in der Schmettauschen Karte verzeichnet ist. (AHR 1.4.17. 250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833, 17. Juli&lt;br /&gt;
:Das &amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; erarbeitet und vorgelegt von Hermann Friedrich Becker und Julius Ludwig Garthe (AHR)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Willershäger Forst wird mit der Rostocker Heide vereinigt. (HA/AHR 1.4.17.  250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Den Juli 27. starb der Jäger Friedrich Johann Dewitz zu Wiethagen 60 J.alt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In diesem Jahr lösete sich das Heidedepartement auf und bildete sich das 2.Forstdepartement welches die Viraition (? sic.) der Waldungen übernahm, wogegen das Cämmerey Collegium die Jurisdiktion und das Patronat erhielte. Fing die Regulierung der Stadt Waldungen an, welche dem Oberförster &#039;&#039;(Julius Ludwig)&#039;&#039; Garthe zu Remplin und dem Forstinspector Becker hieselbst von E.E.Rath übertragen war. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1834&lt;br /&gt;
:Ward der Forstpractikand Georg Garthe dem Forstinspector Becker adjungiert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835 den 4. Sept &lt;br /&gt;
:zersprang des Jägers Köhn jun. Gewehr auf der Hühnerjagd und zerschmetterte die linke Hand, welche abgenommen werden mußte. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837, 4. Febr.&lt;br /&gt;
:starb der Jägermeister Daniel Heinrich Christian Clasen. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Den 7. u. 8. Apr. &lt;br /&gt;
:fiel so viel Schnee, daß einige Gebäude bis zum Dach zugeschüttet waren ; den 29. Nov. wüthete ein Orkan. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1838&lt;br /&gt;
:Ward eine Theerschwelerey im Wiethäger Revier angelegt. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Ward ein Canal vom Moorhof zum Pramgraben gezogen. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1839 den 12ten März &lt;br /&gt;
:stürzte der Behnkenhäger Einlieger David Waak von einem hohen Baum beim Zapfenpflücken im Torfbrücker Revier und starb auf der Stelle. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1841&lt;br /&gt;
:War die Chaussee von Rostock nach Ribnitz im Bau begriffen, welcher 1842 beendiget ward. Am Johannis feierte der Forstinspector Becker hieselbst sein 50-jähriges Dienst- und Heiratsjubileum, jedoch ganz in der Stille. Er erhielt von Serenissimo das Diplom als Forstmeister und von der Akademie das Diplom als Doctor philosophiae. Seinem Adjunkten dem Forstinspector Garthe (Georg) wurden die Geschäfte überwiesen, jener jedoch behielt sein volles Gehalt. Den 1.-8ten September war die Versammlung Teutscher Land- und Forstleute in Doberan. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1842, 1. März&lt;br /&gt;
:Die [[&amp;quot;Verordnung betreffend die Untersuchung und Bestrafung der Forstfrevel&amp;quot; ]] wird auf Veranlassung von Forstinspektor Georg Garthe als weiterer Schritt in der Umsetzung des &amp;quot;Regulativ zur Regulierung der Stadt Waldungen&amp;quot; in Kraft gesetzt. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Karte 1848 Wachenhusen.jpg|thumb|300px|rechts|Zusammenfassende Revierkarte der Rostocker Heide des Ingenieurs Wachenhusen 1848.(Quelle:Heidearchiv Steinmüller) ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:OKR Rövershagen xx.jpg|thumb|300px|rechts|1858 Auktion nach dem Abriß der alten (Beckerschen) Forstinspektion (HA)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1846&lt;br /&gt;
:Forstinspectoren waren der Forstmeister Becker, welcher aber schon zwischen Ostern und Johannis nach Rostock zog und der Forstinspector Garthe (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1852 5. Oktober&lt;br /&gt;
:Der langjährig verdienstvoll für Rövershagen und die Rostocker Heide wirkende Forstinspektor Hermann Friedrich Becker in Rostock verstorben. (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Am Ende des Monats September brannte in Hinrichshagen das Jägerhaus und 2 Katen, worin im ganzen 11 Familien wohnten, ab. Im Juli schlug der Blitz in die Pappel, welche am Steige vor dem Witwenhause stand. (FBK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1859&lt;br /&gt;
:Am 11ten Juli feiert der Forstinspektor Garthe &#039;&#039;(Georg)&#039;&#039; hieselbst sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum, eingedenk danken sämtliche Jäger und Baumwärter mit einem silbernen Pokal und von den Mitgliedern des Forstdepartements wurde ihm ein Patent des Großherzogs überreicht, enthaltend die Ernennung desselben zum Forstmeister. (FBK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863&lt;br /&gt;
:In der Nacht vom 22ten auf den 23ten December war ein solcher Sturm, daß in der Rostocker Heide ungefähr &lt;br /&gt;
:26 bis 30 000 Bäume umgestürzt sind. (FBK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1869&lt;br /&gt;
:Großer Windbruch in der Rostocker Heide (AHR 1.4.17.  250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
;1872&lt;br /&gt;
:November Die katastrophalen Folgen der Großen Novemberflut führen zur gänzlichen Überarbeitung der Forsteinrichtung. (AHR 1.4.17. 250)&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Karte Bühring 1907.jpg|thumb|300px|rechts|Übersichtskarte der Reviere als eine der Karten nach der Bühringschen Vermessung 1911 (Quelle:Heidearchiv Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;1877, Juni &lt;br /&gt;
:Beisetzung des am 26. Juni verstorbenen Oberforstmeister Georg Garthe unter der großen Linde vor dem Turm der Kirche (KFC)&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Julius Garthe Statistik 1884 HA.jpg|thumb|250px|rechts|Die Rostocker Heide unter Oberforstmeister Julius Garthe im Jahre 1884(HA)]]&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Der größte Teil der Rostocker Heide wird eingegattert. Das Gatter besteht bis 1925 (Endet dann im Zusammenhang mit der Eröffnung der Graal-Müritzer Bäderbahn).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1884, &lt;br /&gt;
: [[Pressebeitrag &amp;quot;Aus der Rostocker Heide&amp;quot; von JohannesTrojan]] veröffenticht in der Nationalzeitung und der Meckl. Zeitung am 08.01.1884&lt;br /&gt;
;12.Juli&lt;br /&gt;
: [[Excursion der XII. Versammlung des Vereins Mecklenburgischer Forstwirthe durch die Forstreviere Schnatermann, Wiethagen und Hinrichshagen der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1889&lt;br /&gt;
:* [[1889, Juli  Der dänische Forstverein Lolland-Falster besucht die Rostocker Heide]] (RA 7.7.1889 Nr. 156)&lt;br /&gt;
[[Datei:Revierkarte in die die Ausflugsroute des Dänischen Forstvereins eingetragen wurde.jpg|thumb|300px|rechts|Revierkarte in die die Ausflugsroute des Dänischen Forstvereins eingetragen wurde]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1897, 1. Oktober &lt;br /&gt;
:Oberforstinspector Julius Garthe stirbt am Tage seiner Pensionierung 81 Jahre alt, findet unter der großen Linde vor dem Turm der Kirche seine letzte Ruhe. Sein Sohn und Amtsnachfolger Max Garthe (jun.) war ihm zuvor bereits adjungiert worden. (KFC auch AHR 1.1.3.4.2. 318)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Beschluß über die Bildung der Gemeinde Heideortschaften 1912.jpg|thumb|250px|rechts| 1.Juli 1912 Beschluß über die Bildung der Gemeinde &amp;quot;Heideortschaften&amp;quot; und Abtrennung von Rövershagen (HA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1906 bis 1911&lt;br /&gt;
:Findet Neuvermessung der gesamten Rostocker Heide statt. Besteht aus 7 Karten (1.Revier Hinrichshagen u. Markgrafenheide, 2. Revier Schnatermann, 3. Revier Wiethagen/ Wallensteinslager, 4, Revier Meiershausstelle und Lünenburg, 5. Revier Torfbrücke, 6. Revier Willershagen, 7. Revier Cordshagen). Die Karten 1. bis 6. Fanden später Verwendung bei L. Krauses Flurnamenbuch. (AHR 1.4.17 250)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1909&lt;br /&gt;
:Im Waldhause wohnte seit mehreren Jahren schon bloß noch eine Familie. Am Ostern 1909 ist auch diese fortgezogen. Seitdem steht das Waldhaus leer und soll, weil sehr baufällig, dazu sowieso im Walde gelegen, nicht mehr bewohnt werden, sondern über kurz oder lang abgebrochen werden. Dafür ist vor einigen Jahren bereits ein neuer dritter Forstarbeiterkaten in Torfbrücke gebaut worden, der von 4 Familien bewohnt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH die Reviereinteilung um 1925.JPG|thumb|300px|rechts|Revieraufteilung der städtischen Rostocker Forsten um 1925 (HA)]]&lt;br /&gt;
;1910, März&lt;br /&gt;
:Der Archivar Ludwig Krause veranlaßt über den Verlag Volkmann Rostock den Nachdruck  der &amp;quot;Lustschen Reiterkarte&amp;quot; von 1696.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1912&lt;br /&gt;
:ab 1912 wird die Jagd in der Rostocker Heide verpachtet&lt;br /&gt;
:13.3. Die Rostocker Bürgerschaft beschließt die Abtrennung der &amp;quot;Heideortschaften&amp;quot; von Rövershagen&lt;br /&gt;
:17.4. Einrichtung einer Schulzenstelle für Rövershagen. Damit entfällt fortan die zusätzliche Amtmann-Funktion der Forstinspektoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1918, 17.September&lt;br /&gt;
:Amtseinführung des Forstinspectors Charles Bencard&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1921, 2.10.&lt;br /&gt;
:Einweihung des Garthe-Steins verbunden mit einer Gedenkfeier im Revier Torfbrücke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1925 Pfingsten &lt;br /&gt;
:Die Bahnstrecke Rövershagen - Graal-Müritz wird eingeweiht. An der Strecke sind auch vier Holzverladeplätze eingerichtet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943 ab November&lt;br /&gt;
:Das Konzentrationslager Schwarzenpfost/ Steinheide (Heinkel-Arbeitslager) wird in der Rostocker Heide durch Häftlinge aus den KZ´s Sachsenhausen und Ravensbrück errichtet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, &lt;br /&gt;
;1.Mai&lt;br /&gt;
:Die Häftlinge des KZ´s werden, nachdem die Rote Armee bis in unmittelbare Nähe vorgerückt ist nach Westen in Marsch gesetzt, wobei eine unbekannte Zahl der Gefangenen umkommt.&lt;br /&gt;
:Die weiblichen Häftlinge werden von Oberhagen über Hinrichshagen bis zwischen Markgrafenheide und Hohe Düne getrieben. Die männlichen Häftlinge von Schwarzenpfost auf der Chaussee bis kurz vor Häschendorf.&lt;br /&gt;
;2.Mai&lt;br /&gt;
:Die Rote Armee versucht mit Hilfe von Katjuscha-Beschuß im Wald versteckte versprengte deutsche Truppenteile herauszudrängen. Die Raketenwerfer waren alle vor dem Rövershäger Landkrug plaziert. Anschließend besetzt sie die Heide und an die Zivilbevölkerung ergeht ein Verbot zum Betreten des Waldes. In den folgenden Tagen werden alle fassbaren Hitlerjungen durch den Wald zur Entschärfung und Sammlung an angewiesenen Plätzen von Panzerfäusten, Minen, Munition und Waffen getrieben.&lt;br /&gt;
:Die KZ-Gelände werden besetzt um alle relevanten Dinge zur Demontage und dem Abtransport zu sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1951, 1. Juli&lt;br /&gt;
:die Rostocker Heide wird vom Staatsministerium Schwerin übernommen und fortan als volkseigener &amp;quot;Körperschaftswald Rövershagen&amp;quot; geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1952&lt;br /&gt;
:Gründung des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Rostock mit Sitz in Rövershagen. (SC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1973&lt;br /&gt;
:Rund 1100 Fichten lieferte der Forstwirtschaftsbetrieb Rövershagen Ende November an den VEB Schiffsversorgung Rostock. Die mit Wurzeln ausgegrabenen Bäume gingen mit Schiffen auf die Reise, die zu Weihnachten auf hoher See oder im Ausland sind. Ferner lieferte der Forstbetrieb Anfang Dezember noch 40 000 Weihnachtsbäume, die in der Rostocker Heide, auf dem Darß sowie in der Nähe von Barth und Marlow geschlagen wurden. (UM 12/1973 Bremen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Brand 27 6 1986.jpg|thumb|250px|rechts|RH Brand 27 6 1986]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1989&lt;br /&gt;
:[[Ein Horrorunfall schockiert die Menschen in der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die heutige Zeit ab 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH MVZ 16.3.1990.jpg|thumb|250px|rechts|Mecklenburger Volkszeitung am 16.3.1990 a]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH MVZ 16.3.1990 (2).jpg|thumb|250px|rechts|Mecklenburger Volkszeitung am 16.3.1990 b]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:1. Mai - Das militärische Sperrgebiet in der Rostocker Heide wird aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1992&lt;br /&gt;
:2.1. Das neu gegründete Stadtforstamt der Hansestadt Rostock nimmt seine Arbeit auf.&lt;br /&gt;
:Im April ergeht der Zuordnungsbescheid über die ersten Flächen aus dem bisherigem Bestand des Staatlichen Forstwirtshaftsbetriebes (StFB)&lt;br /&gt;
:Die Arbeit beginnt mit der Wiedereinrichtung der historischen Revierstruktur von 1810 mit den fünf Revieren Hinrichshagen, Schnatermann, Torfbrücke, Wiethagen und Meyershausstelle.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;1994&lt;br /&gt;
:Weiterer Zuordnungsbescheid der bisher militärisch genutzten Flächen aus dem Bestand des vorherigen Militärforstbetriebes (MFB).&lt;br /&gt;
:Beginn der Renaturierung ehemals militärisch genutzter Flächen im Rahmen des KONVER 1 und KONVER 2 Programmes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1999 seit&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Waldbewirtschaftung wird nach den Standards und Kriterien des FSC ([[Forest Stewardship Council]]) geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1999&lt;br /&gt;
:31.Dezember &lt;br /&gt;
:Am letzten Tag des alten Jahrtausends fällt der letzte militärische Schuß in der Rostocker Heide. &lt;br /&gt;
:Damit endet die militärische Nutzung der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2000&lt;br /&gt;
:August &lt;br /&gt;
:Mit dem Zertifikat des FSC erhält das Stadtforstamt das Gütesiegel für die sozial erträgliche, ökonomisch tragfähige und ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung seines Waldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002, 25. März&lt;br /&gt;
:Festsitzung der Rostocker Bürgerschaft zur 750. Wiederkehr des Kaufs der Rostocker Heide &lt;br /&gt;
: * [[750 Jahre Rostocker Heide : 1252 - 2002|750 Jahre Rostocker Heide : 1252 - 2002; 25. März 2002 - Heidesitzung der Bürgerschaft /Wilfried Steinmüller/ Ralf Friedrich. - Rostock : Bürgerschaft, 2002]] , 25. März 2002 - Heidesitzung der Rostocker Bürgerschaft&lt;br /&gt;
:/ Friedrich, Ralf (Präsident der Bgerschaft) - Rostock - Bürgerschaft, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herausragende Marksteine in der Geschichte der Rostocker Heide:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Kauf-Urkunde der Rostocker Heide vom 25. März 1252===&lt;br /&gt;
*[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jägerwirtschaft, Mißwirtschaft und Holznot===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Jagd und die Schweinemast blieben bis in die frühe Neuzeit die Hauptnutzungen im Forstgebiet. Daneben diente die Heide der Gewinnung von Holz, Weide, Rohr und Torf. &lt;br /&gt;
:Die Verwaltung des Gebietes lag seit dem Mittelalter in den Händen des Rates.&lt;br /&gt;
:Seit 1320 waren vom Magistrat der Stadt Rostock jeweils zwei bis drei vereidigte Heideschützen mit der Beaufsichtigung von Jagd und Holzeinschlag beauftragt.&lt;br /&gt;
:Pläne zu einer geregelten Holznutzung gab es nicht. Die Bewirtschaftung richtete sich nach den jeweiligen Bedürfnissen, Ansichten und Beschlüssen.&lt;br /&gt;
:Die Heideschützen &amp;quot;waren Jäger und keine Forstleute, sie liebten den Trunk, sie fuhren Holz, schenkten Branntwein aus und standen mit allen, die Holz bedurften, in bester Harmonie&amp;quot; (Forstinspektor H.F.Becker ).&lt;br /&gt;
:Erste Versuche der Bürgerschaft, Einfluss auf die Nutzung der Rostocker Heide zu erlangen, sind während  der innerstädtischen Auseinandersetzungen zwischen 1562 und 1573 zu verzeichnen.&lt;br /&gt;
:Derartige personelle Missstände und fortwährende Querelen zwischen Rat und Bürgerschaft führten mehrfach zu Änderungen bei den für die Heide zuständigen Verwaltungsstellen: &lt;br /&gt;
:Im Jahr 1533 wurde ein Sechziger-Kollegium gebildet, das 1566 durch das &#039;&#039;&#039;Heidedepartement&#039;&#039;&#039; abgelöst wurde. &lt;br /&gt;
:Auch der vom Sechzigerausschuss eingesetzte Vogt für die Rostocker Landgüter und Forsten konnte sich nicht halten. &lt;br /&gt;
:Erst nach der verfassungsmäßigen Verankerung der bürgerschaftlichen Vertretung der Hundertmänner im Erbvertrag von 1584 kam es zur Errichtung des Heidedepartements, dessen Einsetzung aber nicht mit Sicherheit zu datieren ist. &lt;br /&gt;
:Im Heidedepartement waren die verantwortlichen Ratsherren - bis Ende des 18. Jahrhunderts die Gewettsherren - und Mitglieder des Hundertmännerkollegiums vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1565 Hans Beckentin wird Heidevogt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Gegen den Willen des Rostocker Rates wird Hans Beckentin 1565 vom Sechzigerkollegium als Vogt der Rostocker Heide eingesetzt. &lt;br /&gt;
:Der Student Nikolaus Möller wird ihm als Assistent beigegeben.&lt;br /&gt;
:Die Zeit war durch ausdauernde Streitigkeiten zwischen Bürgerschaft (Legislative) und Rat (Executive) gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
:Beckentin mußte nach Entscheid des vom Magistrat angerufenen Reichsgerichts in Wien laut Kaiserlichen Mandats wieder abtreten.&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des 16.Jahrhunderts bemühte sich die Stadt durch Vermittlung [[Tileman Stella]]s wiederholt um Kiefernsaat aus den herzoglichen Waldungen Südost-Mecklenburgs, ein erster Hinweis auf gezielte Aufforstungen in der Heide.&lt;br /&gt;
:Mit wachsender Nutzung des Holzes machte sich eine fachmännische Bewirtschaftung des Waldes erforderlich.  &lt;br /&gt;
:Die seit dem 16. Jahrhundert erlassenen Jagd- und Forstverordnungen des Rates stellten die Waldbewirtschaftung unterstrenge Reglementierung. &lt;br /&gt;
:Erst mit der ausgdehnten gewerblichen Verwertung ab 17. Jahrhundert entwickelte sich dieses zum wichtigsten Erzeugnis des Waldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschichten aus der Rostocker Heide:   Wie eine Waldwanderung im Jahre 1579 vor sich ging===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von der Nordfassade des altehrwürdigen Hauptgebäudes der Rostocker Universität herab schaut uns auch Nathan Chytraeus (1543 – 1598) an. Er zählt zu den frühen bedeutenden Gelehrten an der hiesigen Universität. Besonders die Botanik Mecklenburgs verdankt ihm erste bedeutende Arbeiten zum Thema.&lt;br /&gt;
:In seinem Nachlass findet sich die Schilderung eines botanischen Ausfluges mit einigen seiner Studenten, in die Gegend um Markgrafenheide aus dem Jahre 1579. &lt;br /&gt;
:Recht kurios liest sich seine Beschreibung der Beschwerlichkeiten des botanisierenden Durchwanderns durch das damals noch recht unwegsame Waldgebiet, welches in jener Zeit nur von drei unbefestigten Handelswegen durchzogen wurde. &lt;br /&gt;
:Der Professor beginnt seine Schilderung, nachdem die Wandergruppe mit einer Ruderjolle in der Gegend des Schnatermannes angelandet war: &lt;br /&gt;
:„Doch schon nach wenigen Schritten gerieten wir in Sumpf und Morast, welche die Warnow hier, da sie häufig austritt, gebildet. Einige von uns gingen hindurch mit hohen Stiefeln, die anderen wateten barfuss hinüber, wieder andere setzten auf dem Rücken der Freunde über. &lt;br /&gt;
:Während man sich danach von Schmutz und Pflanzen reinigte, zeigte sich vor uns zu unserem Schrecken schon wieder ein Sumpfloch. Jeder Schritt entlockte dem Boden stinkende Gase. &lt;br /&gt;
:Die Wolfsmilch wächst hier sogar rotstenglig, daneben steht das Tausendgüldenkraut, aber nur klein.&lt;br /&gt;
:Dann gingen wir in den Wald, wo sich die seltene Myrte befindet, sowie die fleischige Fetthenne mit stattlicher Dolde, Mehlkraut, Heidekräuter und eine Pflanze, die man „Wilden Bertram“ genannt hat.&lt;br /&gt;
:Chytraeus ganz wörtlich: „Nicht Bescheid wuss´t der Führer und falsche Wege stets zeigt´ er. Weithin verliefen wir uns aufs neue, bis endlich nach langem Streifen das Ende des Waldes wir ganz ermüdete erreichten. Ärgerlich waren wir alle ob unserer heutigen Irrfahrt. &lt;br /&gt;
:Müde und nass von Schweiss und gequält von brennendem Durste. Leibschmerz und Dierrhoe Stranguria peinigt den anderen. Über die Heide dann schleppten wir uns mit Mühe zum Hofe. &lt;br /&gt;
:Dort am Rande des Waldes, wo wieder die Warnow wir sahen. Unsere Bootsleute dachten wir hier zu finden, doch jene waren,wer weiss wohin, mit ihrer Jolle gerudert, wärend nach Pflanzen wir absuchten Wälder und Heide.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die &amp;quot;Schweinevorsteher&amp;quot; - zwischen &amp;quot;Bürgerschweinen&amp;quot; und &amp;quot;fremden Schweinen&amp;quot; ab 1593 bis 1821===&lt;br /&gt;
[[Datei:Schweinehirt im Wald Holzschnitt von 1556.jpg|thumb|300px|rechts|Schweinehirt im Wald Holzschnitt von 1556 (HA)]]&lt;br /&gt;
====Schweinemast im Wald====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Weil der Ertrag der Äcker gerade für die Ernährung der Menschen reichte, mußten sich Schafe, Rinder, Ziegen und vor allem Schweine von Alters her, bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, von Hirten behütet, ihre Nahrung im Wald suchen.  &lt;br /&gt;
:Es wurden Buchen- und Eichenbäume als &amp;quot;Hutebäume&amp;quot; erhalten, da die Bucheckern und Eicheln ein gutes Mastfutter für die Tiere der Höfe darstellten.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf den Eichen wachsen die besten Schinken&amp;quot; sagte man damals.&lt;br /&gt;
:Die Mast war jedoch nicht in jedem Jahr gleich gut, da Eichen nur etwa alle 5-7 Jahre reichlich tragen.&lt;br /&gt;
:Die Forstleute sprechen hier von &amp;quot;Voll-&amp;quot;, &amp;quot;Halb-&amp;quot; oder &amp;quot;Sprengmast&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Damit die Schweine sich im Herbst genügend Speck anfressen konnten, bat man für das Jahr um den Segen Gottes.&lt;br /&gt;
:Die Mastzeit war genau festgelegt und dauerte vom Michaelistag (29.9.) bis Maria Verkündigung (25.3.).&lt;br /&gt;
:Die Anzahl der Schweine richtete sich nach dem Umfang der &amp;quot;Mast&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Um  möglichst viele Bucheckern und Eicheln zu &amp;quot;ernten&amp;quot;, ließ man die Bäume in einem weiten Abstand von einander aufwachsen, damit sich breite Kronen entwickeln konnten.&lt;br /&gt;
:In diesen Hutewäldern dominierten die großen alten Bäume. &lt;br /&gt;
:Der Wald konnte sich nicht verjüngen, weil die Früchte und Sämlinge der Bäume vom Vieh gefressen wurden.&lt;br /&gt;
:Von Nachhaltigkeit der Waldwirtschaft konnte keine Rede sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Schweinevorsteher in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1675 taucht in Rövershäger Akten immer wieder der Begriff &amp;quot;Vorsteher&amp;quot; im Zusammenhang mit der dortigen Schweinehaltung auf.&lt;br /&gt;
:Vier mit diesem Amt versehene Rövershäger Bauern hatten zu beurteilen, wieviel Schweine zur Eichen- und Buchenmast jährlich in die Heide getrieben werden durften. Der Ertrag an Eicheln und Bucheckern war sehr verschieden. &lt;br /&gt;
:Man unterschied nach dem Gelde, das der Besitzer an die Stadt Rostock zu zahlen hatte, zwischen Bürgerschweinen und fremden Schweinen. &lt;br /&gt;
:Den Bürgern von Rostock, deren Weidegeld bedeutend niedriger war, als das der fürstlichen oder ritterschaftlichen Untertanen, waren die Bauern der Stadtdörfer gleichgestellt. &lt;br /&gt;
:Freischweine, für die kein Mastgeld bezahlt werden brauchte, hatten die Bürgermeister der Stadt Rostock, die Pfarrer an den vier Hauptkirchen, der Schreiber des Gewetts. Das Gewett war die Behörde, der die Rostocker Heide und die Stadtdörfer unterstanden. Freischweine hatten weiter die beiden Heidevögte (je 2), der Schulze von Rövershagen (3), die vier Bauern, denen die Beaufsichtigung der Mast oblag (je 1), vier Hirten (je 2) und der Pastor von Rövershagen (5 Schweine). &lt;br /&gt;
:Lange Register über die Einnahme an Mastgeld liegen im Rostocker Archiv und zeigen, daß in guten Jahren auch Schweine von jenseits der Warnow in die Mast getrieben wurden. Heute ist unklar, wie man aus diesen hunderten von Schweinen am Ende die eigenen wieder herausfand. &lt;br /&gt;
:Mit einer einfachen Kerbe im Ohr war es da wohl nicht getan.&lt;br /&gt;
:Erst im Jahre 1821 wurde die Schweinemast auf betreiben des Forstinspektors Becker in den Waldungen der Rostocker Heide endgültig abgeschafft.&lt;br /&gt;
[[Datei:Herzog Carl Leopold 1740.jpg|250px|thumb|right|Herzog Carl Leopold]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Besetzung der Rostocker Heide 1715/1716 durch Herzog Carl Leopold und seine Folgen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostock Hundertmänner Verhaftung 1716.jpg|350px|thumb|right|Verhaftung der Hundertmänner]]&lt;br /&gt;
:Herzog Karl Leopold von Mecklenburg (1678 - 1747) trachtete im Jahre 1717 den Hansestädtern ihren Wald zu nehmen. &lt;br /&gt;
:Auch wenn die Rostocker ihren schon Jahrhunderte alten Kaufbrief vorzeigen konnten, war es eine Zeit, da Gewalt vor Recht ging. &lt;br /&gt;
:Die auf das städtische Eigentum pochenden Bürgermeister steckte man kurzerhand ins Loch. &lt;br /&gt;
:Der Herzog kommandierte 20 fürstliche Dragoner nach Rövershagen und hundert fürstliche Bauern hatten zu „mehrerem Jagdplaisier“ des Fürsten eine Reihe Schneisen in der Heide zu schlagen. &lt;br /&gt;
:Als nun diese Maßnahme geglückt war, holte Karl Leopold zum großen Schlag aus. &lt;br /&gt;
:Er ließ die drei Rostocker Bürgermeister als Gefangene nach Schwerin überstellen und sämtliche Ratsherren sowie die „hundert Männer“, die Bürgervertretung jener Zeit, im Rathaus in die „blaue Stube“ einsperren, auf daß die Haft anhalten würde, bis alle zum untertänigen Gehorsam ihrem Fürsten gegenüber bereit seien. &lt;br /&gt;
:Das ereignete sich am 19.Februar 1715. Mancher der Verhafteten wurde ohnmächtig vor Entbehrungen. &lt;br /&gt;
:Dennoch gab niemand den Forderungen des Herzogs nach. &lt;br /&gt;
:Trotzdem ließ der Landesfürst öffentlich erklären daß der städtische Landesbesitz nunmehr in fürstliches Eigentum übergehe.&lt;br /&gt;
:Die inzwischen wieder frei gekommenen Rostocker Stadtoberhäupter verbündeten sich darauf mit dem mecklenburgischen Landadel und intervenierten beim Kaiser als oberste weltliche Gerichtsbarkeit gegen den Landesherrn. &lt;br /&gt;
:Man teilte ihm mit, „Die Hayde, das größte Kleinod der Stadt sey gäntzlich ruinirt“. &lt;br /&gt;
:Der Kaiser sprach ein Machtwort. Am 26.Mai 1716 erging sein Bescheid, „Daß die Transaktion vor Null und nichtig erklähret“ werde. &lt;br /&gt;
:Von Seiten der Stadt wurde der Schaden durch den Heidevogt Friedrich Wramp aufgenommen. Danach sollten 307 zu Bauholz taugliche Eichen gefällt worden sein. &lt;br /&gt;
:Nach der Beilegung des mit großer Erbitterung ausgefochtenen Streites wurde dem Herzog seitens des Rates der Stadt jährlich eine Wolfsjagd in der Heide gestattet.&lt;br /&gt;
:Die auf Befehl des Herzogs gehauenen Schneisen haben knapp 60 Jahre später, in den Zeiten des Regulativs von 1774 und des Forstinspektors Becker, keine Erwähnung mehr gefunden. Sie können daher nicht als der Anfang des heutigen Schneisennetzes angesehen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Forstverwaltung bis zur Gründung des Forstkollegiums 1760===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im 18. Jahrhundert, hatte der Siebenjährige Krieg (1756-1763) die Kassen der Stadt Rostock völlig geleert.&lt;br /&gt;
:Der Magistrat besann sich auf den Wert des noch vorhandenen Waldes und machte sich Gedanken über die Holzwirtschaft.&lt;br /&gt;
:In der gesamten Rostocker Heide gab es keine planmäßig angelegen Wege. &lt;br /&gt;
:Sie entstanden dort, wo sich den Fuhrwerken die geringsten Hindernisse entgegenstellten. Wenn diese unbefestigten Wege durch Regen oder Schmelzwasser aufgeweicht und nicht mehr passierbar waren, legten die Kutscher der Fuhrwerke seitlich versetzt immer wieder neue Wege an, so dass viele überflüssige und gewundene &amp;quot;Holzwege&amp;quot; entstanden, durch die junger Aufwuchs zerstört wurde. Die Verbindung zwischen zwei Punkten entsprach oft einem mehrfachen der Luftlinie.&lt;br /&gt;
:Markierungen, Grenzgräben o.ä. der einzelnen Forstreviere gab es nicht, sondern nur einige wenige Orientierungspunkte (z.B. Brandts Kreuz, Winkeleiche, Soldatenpfost, Schwarzer Pfost, Jungfernstangen, Spökstein u.a.). &lt;br /&gt;
:Selbst die Holzwärter und Förster kannten die Grenzen ihrer eigenen Reviere in der Regel nicht, so das es zwischen ihnen permanent zu gravierenden Konflikten kam. So wiesen sie  den Rostocker Bürgern gern, auf deren Holzzettel hin, Holz auch &amp;quot;aus Versehen&amp;quot; ein kleines Stück jenseits ihrer Reviergrenze an. &lt;br /&gt;
:Es herrschte Unfrieden unter den Forstfuhrleuten, Jägern, Förstern, Holz- und Baumwärtern.&lt;br /&gt;
:Die Heidevögte, Holz- und Baumwärter, gaben ihr Amt vielfach vom Vater auf den Sohn weiter und entwickelten meist ein ihrem Contract wenig gemäßes, korruptes Eigenleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forstinspektor Möller und das Forstcollegium===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 25. Februar 1760 reichte der Gewettsekretär Möller eine Denkschrift zur besseren Bewirtschaftung der Heide ein, unter dem Titel &lt;br /&gt;
; + [[&amp;quot;Unvorgreifliche Gedanken von der Einrichtung eines Land-, Forst- Jagd- und Wirtschaftscollegii&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Diese Schrift steht für den ersten, noch ohne abschließenden Erfolg gemachten, Versuch der Einführung einer geregelten Forstwirtschaft in der Rostocker Heide.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Sie enthielten drei wichtige Vorschläge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1) ein besonderes Ökonomie- und Forstkollegium einzurichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:2) die Jägerwirtschaft aufzuheben und einen Forstverwalter anzustellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:3) die Waldung einzuteilen und einzurichten, d.h. eine Waldinventur mit Nutzungsplanung zu erstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ferner hatte Möller den Rat gegeben, einen geraden Weg von Hinrichshagen nach Torfbrücke und Graal zu bauen, weil zwanzig oder mehr Wege dorthin führten und weil eine Landstraße nach dem Fischlande nicht zu  entbehren wäre.&lt;br /&gt;
:Dieser Plan fand beim Rostocker Rat und den zwei Quartieren der Hundertmänner &#039;&#039;(Bürgerschaft)&#039;&#039; Beifall. &lt;br /&gt;
:Der Sekretär Möller wurde durch den Rostocker Rat 1760 zum Forstinspektor und Beamten der Stadt über Forsten und Landgüter ernannt. &lt;br /&gt;
:Die neue Funktion mißfiel einer Reihe von Bürgerschaftsmitgliedern, insbesondere aus dem zweiten Quartier (Den Vertretern der Handwerks-Zünfte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Möller forderte in seinen Vorschlägen zur besseren Einteilung der Heide und leichteren  Holzabfuhr das Schlagen von Schneisen, die auch bald von Ingenieur Dost abgesteckt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Gründung und das Wirken des Forstcollegiums 1760-1768===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahr 1764 erfolge eine Reorganisation des Heidedepartements, deren wichtigstes Ergebnis statt der bisherigen Holz- oder Heidevögte, die Einsetzung eines Forstinspektors darstellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH 1762 9 12 Bekanntmachung über den Verkauf von Fadenholz vom Mönchort Möller 1.jpg|thumb|200px|rechts|1762 9. Dec. Bekanntmachung über den Verkauf von Fadenholz vom Mönchort Möller 1 (UA)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH 1762 9 12 Bekanntmachung über den Verkauf von Fadenholz vom Mönchort Möller 2.jpg|thumb|200px|rechts|1762 9. Dec. Bekanntmachung über den Verkauf von Fadenholz vom Mönchort Möller 2 (UA)]]&lt;br /&gt;
:Die Bürgerschaft erregte sich über solche Eigenmächtigkeit derart, daß man es für das Richtigste hielt &amp;quot;Serenissimum&amp;quot; anzurufen, damit eine herzogliche Forstcommission in Rostock ihre Arbeit aufnehmen und die berechtigten Wünsche und Beschwerden aller Bürger, Bauern und Einlieger entgegennehmen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Damit begann ein Kampf zwischen Commission, Rat und Hundertmänner, der allen drei Parteien zu großem Verdruß gereichen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Die Rostocker Bürgerschaft bat den Herzog, die Angehörigen der Schweriner Forstverwaltung, Oberforstinspektor Wulff, wohnhaft in (Raben-)Steinfeld, und den Oberförster Jeppe &amp;quot;für einige Tage&amp;quot; nach Rostock zu entsenden, damit sie als anerkannte Forstmänner eine Besichtigung der Heide vornehmen und später ein Reglement ausarbeiten mögen.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Herzog Friedrich (&amp;quot;der Fromme&amp;quot;) genehmigte am 7.IX.1769 den Wunsch jedoch nicht und forderte Bericht.&lt;br /&gt;
:Der Rat machte einen Monat später darauf aufmerksam, daß die Heide wohl von Ingenieur Dost eingeteilt und  vermessen worden sei, trotzdem aber auf dem Urteil einere Forstkommission bestanden werden müsse.&lt;br /&gt;
:Ganze 10 Jahre wechselte man Schriftstück um Schriftstück ohne zu einer Einigung zu kommen.&lt;br /&gt;
:Auch wenn das über 15 Jahre erarbeitete Regulativ am Ende nicht in Kraft trat, so waren diese gemeinsam entworfenen Richtlinien beispielgebend für die weitere Entwicklung der gesamten Forstwirtschaft Mecklenburgs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das dem Forstkollegium nur eine kurze Lebensdauer beschieden war (1760-1768), ist letztlich das Resultat der Fehler die man bereits während seiner Gründung beging.&lt;br /&gt;
:Man versuchte die Mißstände in der Heideverwaltung dadurch zu beheben, indem man einen Mann mit Fachwissen an die Spitze des Kollegiums stellte.&lt;br /&gt;
:Das Forstkollegium setzte sich zusammen aus:&lt;br /&gt;
:einem Direktor&lt;br /&gt;
:5 Assessoren aus der Mitte des Rates&lt;br /&gt;
:5 Assessoren aus der Mitte der Bürgerschaft&lt;br /&gt;
:1 Forstsekretär&lt;br /&gt;
:1 Forstdiener (Für Polizeidienste).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:An die Ehrlichkeit dieser Männer wurden anspruchsvolle Anforderugen gestellt. Ganz besonders die Schweigepflicht !!&lt;br /&gt;
:Das Gehalt der Mitglieder richtete sich nach den eingehenden Strafgeldern, den Schreibgebühren für Holzzettel u.a. .&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Rat hatte es aber verstanden, sich in der neuen Forstverwaltung großen Einfluss zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:Gegen diesen Zustand opponierten wiederum die Hundertmänner &#039;&#039;(Bürgerschaft)&#039;&#039; auf das schärfste und richteten ihren Widerspruch vor allem gegen die Art der Honorierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Des weiteren besaß der forstliche Sachverständige, also Forstinspektor Möller nach seiner bald darauf erfolgenden Wahl, im Kollegium kein Stimmrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Er sollte im Walde, anstatt in Rostock Wohnung nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zudem sollten die an ihre permanenten Dienstvergehen gewohnten Holz- und Baumwärter übernommen werden, statt ihnen zu kündigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für den Posten des Forstinspektors meldeten sich drei Bewerber: Faber, Wippert und Möller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Am 6. April 1764 ernennt der Rat nach langem mit Streit verbundenem Zögern  Johann Friedrich Möller zum Forstinspektor.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Der frisch ernannte Forstinspektor Möller stellt am 16.Juni 1764 umgehend den Antrag, die Jäger Wramp und Schulz, sowie die Baumwärter Lindemann, Schnöckel und Meier zu entlassen um sich freie Hand für Veränderungen zu verschaffen.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Sein Antrag findet jedoch keine Beachtung bzw. wird rundheraus abgelehnt.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1760 gibt es widerum Vorschläge, einen direkten, also möglichst geraden Weg von Hinrichshagen nach Torfbrücke zu bauen, um dadurch über zwanzig andere Wege zu ersetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ferner sollte die Rostocker Heide durch Schneisen sinnvoll gegliedert und erschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach einer Vermessung erstellte Georg Gottlieb Dost eine Karte, in der auch die geplanten Wege und Schneisen eingetragen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Pläne scheiterten aber immer wieder an der mangelnden Einsichtsfähigkeit und dem Widerstand der Stadtvertreter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Möller forderte in seinen Vorschlägen zur besseren Einteilung der Heide und leichteren Holzabfuhr das Schlagen von Schneisen, die auch bald von Ingenieur Dost abgesteckt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Bürgerschaft (Hundertmänner) erregte sich über solche Eigenmächtigkeit derart, daß man es für richtig hielt &amp;quot;Serenissimus&amp;quot;, also den mecklenburgischen Herzog um Hilfe anzurufen, damit eine herzogliche Forstkommission in Rostock ihre Arbeit aufnehmen und &amp;quot;die Wünsche und Beschwerden aller Bürger,Bauern und Einlieger entgegennehmen zu können&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Damit begann ein Kampf zwischen Kommission, Rostocker Rat und Hundertmännern (Bürgerschaft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Möller konnte es unter solchen Rahmenbedingungen nicht gelingen die verschiedensten Meinungen, die auf die Verwaltung der Heide Einfluß nahmen, in Übereinstimmung zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ganze zehn Jahre wechselte man Schriftstück um Schriftstück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die erste Vermessung der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
:Zunächst billigt die Schweriner Regierung am 27. Oktober 1765 die Bereitstellung von 3 Feldmessern.&lt;br /&gt;
:Anscheinend waren aber schließlich nur zwei von ihnen an deren Umsetzung beteiligt: Georg Gottlieb Dost und Friedrich Rothermann.&lt;br /&gt;
:Die erste Vemessung der Heide erfolgte zwischen Ostern 1765 und Januar 1766. Sie wurde im Rahmen der auf Landesbeschluß zwecks Feststellung der richtigen Hufenbesteuerung angeordneten Vermessung aller Güter und Forsten vorgenommen. Bei der Schaffung der Heidekarten ging es dem Lande Mecklenburg vor allem um die Feststellung der Viehweide, während das städtische Kollegium zugleich bemüht war, eine für die Neueinrichtung der Waldungen geeignete Karte zu erhalten.&lt;br /&gt;
;Eine solche forstspezifische Kartierung hatten die, zuvor mit der Erstellung von Direktorialvermessungskarten im landwirtschaftlichen Bereich tätigen, Feldmesser noch nie gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus dieser Vermessung sind 1765 vier Karten hervorgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1. * [[Gut Oberhagen und dessen Holzweide, vermessen von Georg Gottlieb Dost]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:2. * [[Dorf Mittelhagen und dessen Holzweide, vermessen von Georg Gottlieb Dost]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:3. * [[Dorf und Hof Niederhagen und dessen Holzweide, vermessen von Friedrich Rothermann]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:4. * [[Hof Stuthof und dessen Holzweide, vermessen von Friedrich Rothermann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus diesen vier Karten hatte&lt;br /&gt;
: * [[Ingenieur Dost eine verjüngte Karte]] (&#039;&#039;&#039;&amp;quot;Generalplan&amp;quot;&#039;&#039;&#039; mit der Einmessung der geplanten Wege und Schneisen) &lt;br /&gt;
:entworfen, welche die projektierten Richtungen der Hauptschneisen und die Bemerkung der Punkte, wohin man den Verbindungskanal zwischen dem Moorgraben und Stromgraben zu ziehen gedachte, enthielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Auf der Grundlage dieser Karte stellte Forstinspektor Wulff zusammen mit Dost die erste Bestandstabelle auf.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Trotz des großen Interesses, welches die Hundertmänner (Bürgerschaft) ihrer Heide immer wieder entgegen brachte, bleibt es doch unverständlch, daß gerade sie sich den wohlgemeinten Ratschlägen vieler Forstleute, ein hinreichendes Schneisen- und Wegenetz einzurichten, widersetzten. Engstirnigkeit ließ sie stets in dem Glauben, durch solche Anlagen könne zu viel Holz beim hauen der Schneisen verbraucht werden, wo doch gerade ein gutes Waldeinteilungssystem nicht nur die Bestände schützen, sondern gleichzeitig die Transportkosten senken helfen soll.&lt;br /&gt;
:Bei dem Fehlen fester Wege mußten mit 6 Pferden bespannte und  verhältnismäßig breite Wagen dementsprechend hohe Rückeschäden verursachen.&lt;br /&gt;
:Schon Möllers Antrag vom 3. Dezember 1765 an das Forstdepartement, einen direkten und kürzeren Weg von Hinrichshagen nach der Torfbrücke und weiter nach Graal zu bauen, blieb erfolglos, zumal der Vermesser Dost die Strecke schon abgesteckt hatte! Mit Ausnahme einer kurzen, allzu schlechten Strecke von der Torfbrücke nach dem Fischgrund, zum Transport der schweren Torfwagen unterblieb die Ausführung aller im herzoglichen Regulativ vorgeschlagenen Wegebauprojekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Holzschlagregister===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Dost bezeichnete die einzelnen Holzschläge und Figuren auf seinen Heidekarten mit fortlaufenden Ziffern. Als Kartenlegende legte er später nach Ablehnung seines ersten Vorschlages ein Holzschlagregister an, in dem er eine Aufgliederung nach Holzarten vornahm und neben der Flächengröße die Qualität des Holzes , die Beschaffenheit des Bodens und die Weidemöglichkeiten näher charakterisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Um aber in Verbindung mit dieser Bestockungsbeschreibung Richtlinien für künftige Maßnahmen aufzustellen, bemerkte Dost z.B. &#039;&#039;(79)&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der Schlag  Nr.116 (2.815 Quadratruthen) könne als Zuschlag eingeplant werden, da die vorhandenen Eichen und Buchen recht spärlich stünden und dieser zu den schlechtest bestockten Flächen gehöre. Nr 168, bestockt mit jungen Eichen und Buchen ersetze voll und ganz den Abgang der Althölzer, soweit kein Fällungsschaden entstehen würde.&amp;quot;&lt;br /&gt;
: &amp;quot;Bei dem &#039;&#039;&#039;melirten&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(gemischten)&#039;&#039; Schlage&amp;quot; sei nichts zu bemerken. Solle aber ein Zuschlag notwendig werden so seien Eichen und Buchen anzubauen, &#039;&#039;&#039;denn Tannen &#039;&#039;(Kiefern)&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; wuchsen, wo alte gestanden haben, genug von selber auf.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Der im Register aufgeführte Tannenschlag dürfe mit der erste sein, der gehauen werden müsse, da die Kiefern gleich groß seien und keine Verjüngung aufweisen. :Vorerst nur zu Sparren brauchbar, müssten sie also noch eine zeitlang wachsen. &lt;br /&gt;
:Es wäre jedoch wünschenswert, wenn alle &amp;quot;Tannen Terrains&amp;quot; diese Beschaffenheit aufwiesen, dann würde dieser &amp;quot;Modus&amp;quot;, die Tannen zu bewirtschaften, einfacher anzuwenden sein. ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dem am 25.VIII. 1766 eingereichten Holzschlagregister ließ Dost einen &#039;&#039;&#039;neuen &amp;quot;Vorschlag zur Regulierung der Heide&amp;quot; am 24.IX. 1766 folgen&#039;&#039;&#039;, nachdem ihm von Seiten der Commission keinerlei Antwort zuteil wurde.&lt;br /&gt;
:Auch aus dem neuen Schriftstück ersieht man, mit welcher Energie Dost für die Einteilung der Heide in Schläge und Haue, die Entwässerung, besonders der Erlenbrüche und das Legen von Schneisen eintrat.&lt;br /&gt;
=== Dosts Vorschläge zur Regulierung der Heide ===&lt;br /&gt;
; &#039;&#039;&#039;[[Dosts Vorschläge zur Regulierung der Heide]]&#039;&#039;&#039; (Inhalt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Dost, der ursprünglich als Vermesser nach Rostock kam, hatte es verstanden, seine von ihm selbst aufgestellten Vermessungsunterlagen  für eine generelle Wirtschaftsplanung auszubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seine Gedanken bezogen sich dabei wohl auf die von Möller veröffentlichten Vorschläge, können aber für sich in Anspruch nehmen, den gegenwärtigen Waldzustand und die Planung wesentlich eingehender beurteilt und geschildert zu haben.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Dost &#039;&#039;(und nicht wie oft angenommen Möller!)&#039;&#039; entwarf mit Hilfe des Flächenverzeichnisses ein klares Bild der Bestockungsverhältnisse und bietet so der Nachwelt zum ersten Mal Gelegenheit, genaueres über die Revierstruktur zu erfahren&#039;&#039;&#039;, was für die geschichtliche Untersuchung von Wichtigkeit ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Vorschläge wurden von dem Forstcollegium als &amp;quot;practicable&amp;quot; befunden, so weit in der Zeit nach einem &amp;quot;Durchritt&amp;quot; zu beurteilen sei. &lt;br /&gt;
:Nur bliebe darauf aufmerksam zu machen, besonderen Wert auf die Eichennachzucht zu legen, die gemischten &amp;quot;Classen&amp;quot; aufzulösen, d.h. die Eichen und Buchen zur harten Hölzung und die Tannen zu den übrigen zu schlagen, darauf zu achten, daß nach Ablauf der Weidepachtverträge Vergünstigungen für den Wald erzielt werden, und die Spanndienste nicht nur für die Räumung der Schläge, sondern auch für die Holzbringung an die See, zum besseren Weitertransport einzusetzen. (3.VI. 1767). Dann stünde der Regulierung nichts mehr im Wege. (79)&lt;br /&gt;
:Diese zugesagte Erlaubnis gab aber noch nicht die endgültige Bestätigung, mit den Arbeiten zu beginnen. Eine große Zahl von Protokollen beweist, welche Einwände seitens Rath, Hundertmännern und Bürgern in den darauffolgenden Jahren vorgebracht wurden, um entweder verschiedene Einzelheiten gänzlich abzuändern, zumindest aber näher zu klären. So sah sich das herzogliche Forstcollegium gezwungen, nochmals alle Unterlagen anzufordern und selbst den vorläufigen Entwurf einer Forstordnung auszuarbeiten, der sich aber nicht wesentlich von den bereits aufgestellten Richtlinien entfernte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rath erbat sich wiederholt Bedenkzeit, die Regulierungsvorschläge der Commisssionzu prüfen. Trotzdem konnte die Bürgerschaft keine klare Entscheidung der Annahme oder Ablehnung fällen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1767 Das Forstcollegium erarbeitet die &amp;quot;Dienst-Bauer- und Wirtschaftsordnung für das der Stadt Rostock gehörige Guth Rövershagen&amp;quot; und setzt sie am 10. März 1767 in Kraft===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der jeweils amtierende Forstinspektor ist nun nicht nur Verwaltungsinstanz der Rostocker Kommunalwaldungen, sondern übt in Personalunion für alle Heideortschaften auch die Funktion eines Amtmannes bzw. Vogtes als Exekutivorgan der Stadt Rostock vor Ort aus. &lt;br /&gt;
:Das Gemeindeleben Rövershagens war immer mit der Forstwirtschaft aufs engste verquickt.&lt;br /&gt;
:Auch daher erhielt die dem Heidedepartement unterstellte Forstinspektion ihren Sitz in Rövershagen. &lt;br /&gt;
:Die Willershäger Waldung hingegen, die bis 1753 verpfändet gewesen war, lag bis auf weiteres in der Hand der Kämmerei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Dienst- Bauer- und Wirthschaffts-Ordnung für das der Stadt Rostock gehörige Guth Rövershagen, Rostock, den 10. Mart. 1767]] (HA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Wirken der herzoglichen Forstkommission ab 1769===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 11. November 1769 schließlich teilte die Schweriner Regierung &amp;quot;den Repräsentanten der recurrirenden Ämter&amp;quot; &#039;&#039;(themenbezogen beteiligten Ämter)&#039;&#039; mit, die gewünschte Kommission sei bereit.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde aufgefordert um: &amp;quot;ergebendste Einreichung der zur Einteilung der Heide in Haue und Caveln gehörigen Papiere, Abseiten Bürgermeister und Rath der Stadt Rostock, Supplicanten, nebst beygehenden Fasciculo betreffend der Regulierung der Stadt Heide&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:In der Folge hielt sich die Kommission nicht nur &amp;quot;einige Tage&amp;quot; in Rostock auf, sondern war von 1769-1774 immer wieder gezwugen zu kommen und neue Einwände zu prüfen und zu berücksichtigen.&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Bestandstabelle Wulff aus Kolp p86.jpg|thumb|rechts|500px|OF Wulffs Bestandstabelle 1774 Quelle: O. Kolp Nordöstl. Heide 1957]]&lt;br /&gt;
:Schließlich erging  vom Herzog an die Kommission der Befehl, die Berichterstattung zu beschleunigen und die schleppenden Verhandlungen zu einem Abschluß zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Oberforstinspektor Wulff versuchte zunächst unter Heranziehung der neuen Karten einen Einblick in die Bestockungsverhältnisse der Heide zu gewinnen, keine leichte Aufgabe bei den vorherrschenden Schwierigkeiten, zumal eine reiche Holzartenmischung und intensive Viehweide das forstliche Urteil sehr erschwerten.&lt;br /&gt;
:Er entwickelt einen ersten Plan über die Anlage von Schneisen und macht den Vorschlag alle Hauptschneisen in einem Punkte zusammenlaufen zu lassen um dort die Wohnung des Forstinspektors zu errichten. &lt;br /&gt;
:Dieser Punkt sollte bei der Fullery &#039;&#039;(am Knick der Chaussee nach Graal bei km 6,8)&#039;&#039; gelegen sein.&lt;br /&gt;
:Es ging dem Forstinspektor darum, die vielen unnützen und krummen Wege an Zahl zu verringern und zu begradigen. Dadurch solle vor allem der junge Aufschlag geschont und der Wald in Haue und Kaveln zerlegt werden. Dieser Vorschlag floß schließlich auch mit in das Regulativ ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Auszug aus Hermann Friedrich Beckers Heidechronik 1839: &#039;&#039;Forstinspector Möller und sein &amp;quot;Plan über die Einteilung und beßere Bewirtschaftung der Heide&amp;quot;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
:[[Datei:Möller Forstinsp Liqui 6ten Sept 1767 a.jpg|thumb|250px|rechts| ]] [[Datei:Möller Forstinsp Liqui 6ten Sept 1767 b.jpg|thumb|250px|rechts|Forstinspector Möller muß in Folge mißlicher Wirtschaftsverhältnisse Insolvenz anmelden (September 1767) Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Zu dem Dienste eines Forstbeamten, meldeten sich drey Kandidaten unter welchen sich auch der Secretair des Gewetts Möller befand. Um deren Fähigkeiten zu prüfen erhielten sie vom Directorio den Auftrag in die Heide zu reiten, sie gehörig in Augenschein zu nehmen und darüber gründlich Bericht abzustatten wie solche am zweckmäßigsten und vorteilhaftesten für die Stadt einzurichten sey? Wahrlich keine leichte Aufgabe. Die Heide war derzeit noch nicht vermessen. Ohne Karte, ohne Flächenregister, ohne innere Kentniß des Waldes in einen Urwald von gemischten Beständen zu reiten und dann über seine beste Einrichtung und Benutzung ein gründliches Erachten abzugeben ist mehr als ein Forstmann unternehmen kann. Ich fürchte daher daß zwey von den Kandidaten wieder nach Hause geritten sind ohne sich mit der Sache zu befaßen, wenigsten habe ich von ihren Gutachten nichts zu Gesicht bringen können. Der Secretair Möller ward daher zum Forst–Inspector ernannt. Es hatte dieser Mann unstreitig gute Forstkentniße seiner Zeit, bereits als Gewetts–Secretair sich Kunde vom Innern der Heide verschafft, auch einen Plan über die Einteilung und beßere Bewirtschaftung der Heide &#039;&#039;&#039;1765&#039;&#039;&#039; eingereicht, der dies bestätiget, und bei der nachherigen Forstregulierung theilweise benutzt ward.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Es wurde also beschloßen den vom Forstinspector Möller eingereichten Plan in Ausführung zu bringen. Man war damit so weit vorgerückt, daß die Schneisen, welche Möller in Vorschlag gebracht, bereits vom Ingenieur abgesteckt waren, da brach in der Bürgerschaft die glimmende Unzufriedenheit mit dem Rath und Forstdepartement zur vollen Flamme aus, man klagte bei Seremißimo und bat, daß die Differenzen mit dem Rath durch eine Herzogliche Commißion untersucht und die Stadtverhältniße geordnet werden möchten. Er wurde aber mit zu vielen Geschäften überhäuft, indem man ihm außer den Waldungen auch die specielle Oberaufsicht auf alle Stadt–Güter, deren Wirtschaft, Bauten Steuern pp. übertrug, wobei ihn auch noch das Viehsterben &#039;&#039;&#039;1770&#039;&#039;&#039; pp. sehr belästigte, dabei trafen ihn nachtheilige Conjuncturen, die aus Stadtstreitigkeiten bei seinen Vorgesetzten und Unannehmlichkeiten mit seinen Subalternen &#039;&#039;&#039;&#039;(also den Holz- und Baumwärtern ! WS)&#039;&#039;&#039;&#039; entsprangen. Vorzüglich aber drückte ihn der unangenehme Vorfall, daß er schon als Gewetts–Secretair eine Eichen–Holtzentreprise im Radelbruch gemacht, welches er jetzt zum Mißvergnügen der Bürgerschaft verkaufen mußte, um die dazu gemachte Anleihe zu decken. Dies Holz ward mit Arrest belegt und er also verhindert Capital und Zinsen wieder zurückzahlen zu können, dazu ward überdem sein geringes Gehalt zurückbehalten. Das Finale war ein Pistolenschuß womit er &#039;&#039;&#039;&#039;(1781)&#039;&#039;&#039;&#039; sein Leben endete.&amp;quot;&#039;&#039; (H.F.Becker)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forstbiographie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Forstregulativ vom 18. April 1774 in seiner endgültigen Fassung und seine &#039;&#039;Nicht&#039;&#039;-Inkraftsetzung==&lt;br /&gt;
[[Datei:1775 19ten Aug herzogliche Polizey Ordnung gegen das Raden und Verwüsten der Wildbahne und Holzungen 1.jpg|thumb|200px|rechts|1775 Herzogliche Polizey Ordnung gegen das Raden und Verwüsten der Wildbahne und Holzungen 1 (UA)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1775 19ten Aug herzogliche Polizey Ordnung gegen das Raden und Verwüsten der Wildbahne und Holzungen 2.jpg|thumb|200px|rechts|1775 Herzogliche Polizey Ordnung gegen das Raden und Verwüsten der Wildbahne und Holzungen 2 (UA)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Endgültige Fassung des Regulativs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Regulativ hat nicht nur für die Verwaltung der Rostocker Heide eine herausragende Bedeutung.&lt;br /&gt;
;Es waren dies die Bewirtschaftungsgrundsätze, die in solcher Art zum ersten Male in Mecklenburg ausgearbeitet wurden. Wobei man bestrebt war, die verschiedenen Einzelheiten des Betriebsvollzuges zu beschreiben.&lt;br /&gt;
:Richtungsweisend für den neuen Gedanken einer nachhaltigen Forstwirtschaft sollten sie nicht nur in der Heide allein angewandt werden, sondern auch anderen Kommunal-, Privat- und Fiskusforsten künftig zum Vorbild dienen. (QvOe S. 75)&lt;br /&gt;
;Das Regulativ gibt aber auch Zeugnis vom Stand der mecklenburgischen Forstwirtschaft im ausgehenden 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Regulativ in seiner Endfassung dann gedruckten und veröffentlichten Fassung von 1774 gliedert sich in folgende Abschnitte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1. &amp;quot;Von der äußeren und inneren Gestalt des Waldes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:2. &amp;quot;Von den Forst-Offizianten und Dienst-Leuten überhaupt&amp;quot;&lt;br /&gt;
:3. &amp;quot;Von den Forst-Offizianten und Dienst-Leuten insonderheit&amp;quot;&lt;br /&gt;
:4. &amp;quot;Von der Bewirtschaftung der Waldung an sich&amp;quot;&lt;br /&gt;
:5. &amp;quot;Von der Jagd und den Jägern&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:(QvOe 61-79)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ende der mehrjährigen Arbeit des Forstkollegiums erschien am 18. April 1774 ein landesherrrliches Regulativ zur Verwaltung der Rostocker Heide, das im Ergebnis nicht dem Willen der Stadt Rostock entsprach. &lt;br /&gt;
:Per Edict verleiht der Herzog dem Regulativ trotzdem Gesetzeskraft um es als Präzedenz in ganz Mecklenburg anwenden zu können und läßt es als Druckwerk veröffentlichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;&amp;quot;So haben wir uns mit Landesväterlichem Bedauren solcher anhaltenden Gesinnung des Raths Unserer Stadt Rostock, bemüßiget gefunden, alle Vergleichs-Handlungen zwischen Rath und Bürgerschaft abbrechen zu lassen, folgends Unser gegenwärtiges Landesherrliches Regulativ der Verwaltung der Rostocker Heide, nach mehrmalen erstattetem Erachten Unserer Sachverständigen Commissarien, und sorgfältiger Ermäßigung der noch übrigen, gütlich nicht hingelegt besonderen Erinnerungen, respective des Raths und der Hundertmänner folgender Maaßen abfaßen und publiciren zu laßen.&lt;br /&gt;
:;Friedrich&lt;br /&gt;
:;Herzog von Gottes Gnaden&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Herzogliche Regulativ der Rostocker Heide 1774]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Rechtsgutachten von Johann Stephan Pütter, Justizrath an der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen zu den 39 Widerspruchspunkten der Stadt Rostock gegen das Regulativ 1777 (HA)]] (8 S.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1775 Patentverordnung zur Erneuerung der Landespolizey-Ordnung von 1572 wider die Holz-Verwüstungen]] (3 S.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Holztaxen und die Hauerlöhne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Um einen Überblick zu erhalten, mit welchen Holzsortimenten zur Zeit der Ersteinrichtung der Heide gehandelt wurde, ist die &lt;br /&gt;
;&amp;quot;Forsttaxe, wonach das Holz in der Rostocker Heide an Einheimische oder Auswärtige zu verlassen&amp;quot; aufschlußreich.&lt;br /&gt;
:Die einzeln angeführten Verwendungsarten ergeben ein deutliches Spiegelbild des holzverarbeitenden Gewerbes, welches letzthin bestimmend auf die Aushaltungsvorschriften verschiedener Sortimente einwirkte.&lt;br /&gt;
:Die größte Nachfrage bestand damals für Eichen-Fadenholz z.B.: Pfosten, Bohlen, Dachlatten, Mauerplatten, Planken, schwächere Hölzer zum Bau von Dachrinnen u.a. mit unterschiedlichen Ausmaßen und für den Schiffbau besonders Knie- und Krummholz  zur Herstellung von Schiffssparren und Kielstücken.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Kiefer eignete sich von jeher gut zur Ausformung von Masten, [[Remel-]] und Sparrhölzern, Balken, Bohlen, Brettern, Dielen usw., die Buche, ihrer geringeren Tragfähigkeit entsprechend, zu Bohlen und Planken.&lt;br /&gt;
:Die Erle lieferte Bauholz und Pfähle, die Birke Eggebalken, Leiterbäume und Wagendeichseln.&lt;br /&gt;
:Alle Holzarten werden daneben auch zu Brennholz eingeschnitten.&lt;br /&gt;
:Die Taxe sah hier nur Preise für Einheimische vor, das heißt, an Auswärtige durfte zu der Zeit kein Brennholz abgegeben werden.&lt;br /&gt;
:Die Taxe betont ausdrücklich, der &amp;quot;Sagerlohn&amp;quot; sei in den Preisen bereits einbegriffen. Der Hauerlohn wurde von dem Käufer zusammen mit dem Holz an der Kasse bezahlt.&lt;br /&gt;
:Jeder Käufer entrichtete aber darüber hinaus bei der Anweisung 2 Groschen an die beiden Jäger, die sich die Summe teilen.&lt;br /&gt;
:Für jeden Faden erhielt der Forstverwalter einen, die zwei Jäger zusammen einen Schilling.&lt;br /&gt;
:Der Verwalter berechnete den im Winter entstandenen Hauerlohn im voraus und beantragte daraufhin bei der Kasse einen Vorschuß.&lt;br /&gt;
:Nach dem Verhältnis ihres Verdienstes erhielten die Holzhauer später Abschlagszahlungen.&lt;br /&gt;
:Forstmeister Chr. Wulff riet davon ab, eine Steigerung des Heuerlohnes, solange die in und um Rostock gezahlten Tageslöhne beibehalten werden, nicht vorzunehmen. &lt;br /&gt;
:Alles Fadenholz mit einem Durchmesser über [[12 Zoll]] sollte nach den Vorschlägen von Forstmeister Wulff in Zukunft mit der Säge, geringeres mit der Axt &amp;quot;durchgedrummet&amp;quot; werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(QvOe p74/75)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Einstweilige Taxe der Tannen-Hölzer für Einheimische und Fremde]] (4 S.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Rostocker Rat zieht daraufhin vor das Reichskammergericht=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Haupt-Gegen-Argumente unter den 39 Klagepunkten der Rostocker Bürgerschaft waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1. Der Bau einer neuen, zentral in der Heide gelegenen Dienstwohnung würde zu viele Kosten verursachen.&lt;br /&gt;
:2. Der Forstinspektor sollte als gleichzeitiger Aufsichtsbeamter über die Landgüter Wohnung in Rövershagen behalten.&lt;br /&gt;
:3. Die geplante Anlage der Schneisen brächte Umwege bei der Abfuhr des Holzes nach der Stadt mit sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Praxis entnahm man dem Regulativ wiederum nur die Polizeivorschriften, die Holz- und Wildtaxen sowie die Lohneinstufungen bei forstlichen Arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Negatives Fazit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Die Regulierung des Holzhiebes ließ man auf sich beruhen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Es wurde nicht eine gerade Schneise gehauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Der Wald blieb was er war - Urwald. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Es wurde weiter nach willkürlichem Ermessen gepläntert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Das Unwesen der krummen Wege blieb bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Das Forstkollegium löste sich auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forstinspektor Möllers tragisches Schicksal ging auch in die Sagenwelt der Rostocker Heide ein:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Wann aber findet jener Geist seine Ruhe, der noch jetzt in der Gegend der Graaler Schneise (heute Bäderstraße) nächstens umher spukt?&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Es soll ein ehemaliger Forstbeamter sein, der im Herbst 1780 seinem Leben selber ein vorschnelles Ziel setzte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Verärgert und verbittert, weil sein Sohn aus Versehen beim Krähenschießen ein Bauerngehöft anzündete und nun endlose Verhandlungen heraufbeschwor.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Wer dem armen, ruhelosen Geist begegnen sollte, der hab einen frommen Spruch, ein Helfgott oder Dusendgotteslohn bei der Hand. Das sollen die verwunschenen Geister gerne hören und dann die ewige Ruhe finden.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Aus: &amp;quot;Die Heide, das Kleinod der Stadt Rostock&amp;quot; von Adolf und Rudolf Ahrens 1919&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1781 - 1791 Tätigkeit des Forstinspektors Roedler===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach Auflösung des Forstcollegiums und Gründung des neuen Heidedepartements im Jahre 1768 übernahm der erste Nachfolger des Forstinspectors Möller der Forstinspector Rödeler dessen Stelle. Er hatte sie von 1781 bis 1791 inne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Tätigkeit Rödelers beschränkte sich zunächst in erster Linie auf die Aufrechterhaltung der allgemeinen Verwaltungsgeschäfte und Sicherung der Heide als Einnahmequelle für die Stadt.&lt;br /&gt;
:Er hat Kulturen, das sichtbarste Zeugnis, die mangelhaften Zustände zu beseitigen angelegt.&lt;br /&gt;
:Ihr Umfang blieb gemessen an der Notwendigkeit, schnellstens alle Flächen ohne Bestockung wieder in Kultur zu bringen von geringer Bedeutung.&lt;br /&gt;
:1781 greift  Forstinspector Roedler die Forsteinrichtungs-Gedanken, ein Jahr nach Möllers Selbstmord,  in einer neuerlichen Schrift auf:&lt;br /&gt;
; +  [[&amp;quot;Über die Verbesserung der Rövershäger Holzung&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
:( auch hier ist nur die Abschrift der Handschrift im Rostocker Stadtbuch verfügbar und das Original-Manuskript verschollen. AHR Signatur 1.1.3.0 - Bürgermeister und Rat: Rostocker Sammelbände 20/8, 20/8a, 20/8b))&lt;br /&gt;
(Q: QvOe p.80)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufstieg der Rostocker Forstwirtschaft unter Forstinspektor Becker von 1791 bis zur Gründung des Forstdepartementes 1833==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&amp;quot;Menschenverstand, mehr ist im Wald nicht nötig&amp;quot; - Hermann Friedrich Beckers Einführung als Forstinspektor===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Person Hermann Friedrich Becker 1804 Kupferstich.jpg|200px|thumb|right|Hermann Friedrich Becker  Nach einem Kupferstich von Daniel Chodowiecki 1804]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hermann Friedrich Becker war gerade 25 Jahre alt, als der Rostocker Rat 1791 die freigewordene Stelle des vorangegangenen Forstinspektors Rödler in der Rostocker Heide neu besetzen wollte. &lt;br /&gt;
:Auch wenn Becker kurz zuvor &#039;&#039;(erstmals in Mecklenburg)&#039;&#039; ein Büchlein, herausgebracht hatte, das die hier einheimischen Baumarten ausführlich beschrieb, so genügte das den Rostocker Ratsherren als Referenz nicht, einen so jungen Mann auf diesen Posten zu setzen.&lt;br /&gt;
:Das Pro cedere bis zur Auswahl Beckers liest sich in dessen Aufzeichnungen so: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;„&#039;&#039;Ein lustiges Possenspiel wurde eingeschoben, bevor man mich in Eid und Dienst nahm. Die Väter unserer Stadt sagten sich, dieser junge Mann, Enkel unseres verstorbenen Bürgermeisters Burgmann könnte seiner Herkunft wegen schon würdig sein unsere Heide zu betreuen. Hat ja auch durch sein kürzlich herausgegebenes Büchlein gezeigt, daß er unsere Bäume kennt. Ob er aber etwas von der Forstwirtschaft versteht, darüber müssen wir noch Zeugnis haben.&#039;&#039;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Und so bittet man den herzoglichen Oberforstinspektor Wulff zu Schwerin, der 17 Jahre zuvor die Leitung bei der Erarbeitung des Forstregulativs inne hatte und angesichts der Verhinderung von dessen Inkrafttreten der Rostocker Stadtvertretung eigentlich noch immer gram war, den Kandidaten hierzu persönlich zu examinieren. &lt;br /&gt;
:Wie er zuvor schon dessen zwei Vorgänger Möller und Rödler geprüft hatte. &lt;br /&gt;
:Wulff reagierte alsbald mit einem Brief: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;„&#039;&#039;Der junge Mann hat ja über eure Bäume geschrieben, ist das nicht genug ?&#039;&#039;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Kummervoll daraufhin die schriftliche Reaktion der ratsherrlichen Rostocker Verwaltung: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;„&#039;&#039;Wir brauchen für unsere Akten ein Zeugnis schwarz auf weiß.&#039;&#039;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Als Becker daraufhin die Reise nach Schwerin antritt und schließlich beim Oberforstinspektor angelangt seine förmliche Begrüßung herzusagen ansetzt, unterbricht ihn der freundlich: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;„Leiste er mir Gesellschaft und probiere er meinen Rotwein.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Wulff berichtet dem jungen Becker über seine ursprünglichen Intentionen zur Reformation der Rostocker Heide mittels des Forstregulativs im Jahre 1774 und sein damaliges Scheitern auf Betreiben des Rostocker Rates. &lt;br /&gt;
:Er legt Becker die Empfehlung ans Herz, bei seiner zukünftigen forstlichen Arbeit, das seinerzeit abgelehnte Forstregulativ trotz allem als Richtschnur für seine Arbeit zu nutzen. &lt;br /&gt;
:Am darauffolgenden Tage stellt Wulf den jungen Mann noch dem Herzog Friedrich dem Frommen vor. &lt;br /&gt;
:Am Ende des Examensbesuches händigt der alte Forstmann nun seinem jungen Berufskollegen ein Zeugnis aus, daß die Eignung für das Rostocker Amt aufs Beste bescheinigt, begleitet von den Worten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;„Ich sehe ja, daß er gesunden Menschenverstand hat. Weiter ist im Walde nichts nötig.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein späterhin hochverdienter Forstwissenschaftler nimmt seinen Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:* [[Datei:1805 Becker Bäume und Sträucher zweite Auflage.pdf]]  &lt;br /&gt;
:(Anmerkung: diese zweite,1804 erschienene Auflage ist in ihrer Überarbeitung wesentlich umfangreicher, tiefgründiger und zuverlässiger als Beckers erste Auflage von 1791!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr über Oberforstinspektor Christian Wulff===&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Oberforstinspektor Christian Wulff|Oberforstinspektor Christian Wulff]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 Hermann Friedrich Beckers Amtsantritt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Forstinspektor Becker liegt fortan während seiner mehr als fünfzig Jahre währenden Dienstzeit häufig im Streit mit seinem Dienstherren, der Rostocker Stadtobrigkeit.&lt;br /&gt;
:Gleich nach seinem Amtsantritt entwickelte Becker einen Plan die bislang weitgehend undurchdringlichen Waldungen durch neu anzulegende Schneisen zu erschließen. &lt;br /&gt;
:Den Plan übereichte er dem damaligen Bürgermeister Engelke, der die Unterlagen wohlwollend entgegennahm und Prüfung versprach. &lt;br /&gt;
:Ein Jahr blieb Becker ohne Antwort, was ihn zur Nachfrage bewegte. &lt;br /&gt;
:Auch bat er nun um Rückgabe seiner Arbeit. Die war jedoch nicht auffindbar. &lt;br /&gt;
:Erst vier Jahre darauf entdeckte man sie zufällig über der Tür des Ratszimmers. &lt;br /&gt;
;Sie sei &amp;quot;dort abgelegt worden um sie im passenden Moment gleich zur Hand zu haben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===+ 1791 - 1801 Am Intrigen- und Denunziantentum der Baum- und Holzwärter droht die Forsteinrichtung zunächst zu scheitern===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Beckers Bestrebungen, die bisherige Bewirtschaftung des Rostocker Stadtwaldes grundlegend zu reformieren, waren auch untrennbar damit verbunden, bei den Baum- und Holzwärtern, teilweise in langer Familientradition ausgeprägte, kontraktwidrige Gewohnheiten, wie illegales Brauen, Schnapsbrennen, Wildern, Holzverkauf unter der Hand, Kohle brennen u.v.a. radikal auszumerzen. Den Verlust dieser illegalen Gewohnheiten fürchtend waren alle 5 Reviervorsteher dem Forstinspektor feindlich gesinnt und sabotierten seine Reform-Bemühungen nach Kräften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1792, 22.Dezember &lt;br /&gt;
:Forstinspektor Beckers Vorschlag von Hinrichshagen nach Markgrafenheide einen geraden Weg zu legen wird von den Hundertmännern &#039;&#039;(der damaligen Rostocker Bürgerschaft)&#039;&#039; und dem Rat schlichtweg ignoriert. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:QvOe fortsetzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Ab 1795 Bemühungen zur Aufforstung der Blößen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(nach Kolp)&lt;br /&gt;
- Hufenkoppel ua.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1796 Die Große Eichenzählung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1796 Becker Eichenzählung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Besonders galt die Sorge der Stadt den Eichen, da man wußte, zu welch hohem Preis deren Holz an die Schiffbauindustrie veräußert werden konnte.&lt;br /&gt;
:Die Angst vor dem Schwinden der Eichenholzvorräte versuchte man durch strenge Verkaufsbestimmungen wettzumachen, um für die Zukunft genügend brauchbare Hölzer zum Verkauf anbieten zu können. Die Verwaltung berücksichtigte dabei aber nicht die natürliche Altersgrenze, nach deren Überschreiten die Eichen langsam abgängig und einhergehend mit auftretenden Krankheiten wertlos werden mußten.&lt;br /&gt;
:Sie betrachteten die Eichen als &amp;quot;grüne Aktien&amp;quot; deren Wert mit wachsendem Alter endlos steigerbar war.&lt;br /&gt;
:Am Beginn des Jahres 1795 fand Forstinspektor Becker so eine große Zahl alter Eichenstämme vor, bei denen aus falscher Sparsamkeit diese Altersgrenze längst überschritten war. Er machte auf die damit verbundene Wertminderung, die der Stadt eher zum Nachteil, als zum Vorteil gereichte, aufmerksam und mahnte schnelle Abhilfe an.&lt;br /&gt;
:Erst nach langen Verhandlungen bekam Becker die Erlaubnis, die Stückzahl aller Eichen, getrennt nach Altersklassen zu ermitteln und damit einen Überblick über den Eichenvorrat der Rostocker Heide und seinen Wert zu erhalten. &lt;br /&gt;
:( nach QvOe S. 89).&lt;br /&gt;
:Im Ergebnis vertrat H.F. Becker die Meinung, man könne sich baumartgerechten Einblick in die Holzvorräte nur durch Einteilung in Abteilungen, Haue und Caveln sowie Auszählung der Stämme verschaffen.&lt;br /&gt;
:Eine solche Zählung, zunächst nur auf die Eichen bezogen, ließ er deshalb von April 1795 bis März 1796 im ersten der fünf Reviere durchführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Hundertmänner (Bürgerschaft) lassen über Forstinspektor Becker ein Publikationsverbot verhängen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796-1799 &lt;br /&gt;
:Um seinen Neuerungs-Ideen zur Einführung einer geregelten Forstwirtschaft bei der genehmigenden Vorlage zu den Sitzungen der Rostocker Bürgerschaft Nachdruck zu verleihen publiziert er dazu parallel entsprechende Fachbeiträge in einschlägigen regionalen Monatsschriften.&lt;br /&gt;
:Seit seiner Amtseinführung 1791 findet Beckers publizistische Tätigkeit zu forstlichen Themen der Rostocker Heide immer wieder Anstoß bei der  Bürgerschaft. Er muß ständig Kritiken, Rügen und Maßregelungen über sich ergehen lassen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1796 Hermann Friedrich Becker beendet das Manuskript für sein&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;&amp;quot;Systematisches Handbuch der Fors Zeit, twirthschaft zum Gebrauch für junge Forstmänner&amp;quot;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:Da er immer mehr den Unmut vieler Hundertmänner-Abgeordneter zu spüren bekommt, scheut er sich dieses Werk unter seinem eigenen Namen herauszugeben. &lt;br /&gt;
:Er publiziert trotz allem weiter, nun jedoch grundsätzlich anonym, oder unter Pseudonym. &lt;br /&gt;
:In einigen Fällen gaben Freunde ihre Namen als Herausgeber. Im Falle des Forst-Handbuches übernimmt der Malchiner Apotheker Carl Wilhelm Fiedler diese Rolle, so daß es letztendlich als &amp;quot;Fiedlersches Forst-Handbuch&amp;quot; in die deutsche Forstliteratur eingeht und in Fachkreisen einen hohen Bekannteitsgrad erlangt.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;*Becker H.F.,  Hrsg. Carl Wilhelm Fiedler (Malchin) &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Systematisches Handbuch der Forstwirthschaft zum Gebrauch für junge Forstmänner&amp;quot; 1796 zwei Teile in einem Band, 338 S. Verlag Wittekind Eisenach&lt;br /&gt;
:* [[Fiedler Handbuch Forstwirtschaft 1796]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nachfolgende Beiträge in den &amp;quot;Gemeinnützigen Beiträgen für den Stadt- und Landmann&amp;quot;, denen Becker von 1791 bis 1799 als Herausgeber und Redakteur vorstand, fanden den Unwillen der Rostocker &amp;quot;Hundertmänner&amp;quot;. Das geschah insbesondere deshalb, weil er derartige Beiträge immer dann veröffentlichte, wenn deren forstliche Inhalte zuvor in entsprechenden Ratsvorlagen die Ablehnung, insbesondere des zweiten Quartiers (im II. Quartier waren die 50 Abgesandten der Handwerkerinnungen vertreten) gefunden hatten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Was ist unter Bewaldrechtung des Holzes zu verstehen?&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; September 1796]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Rüge verschiedener großer Holzwerschwendungen in Mecklenburg&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; November 1796]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Noch etwas über die Bestimmung des jährlichen Holzhiebes durch Zählung der Bäume&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; November 1796]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Über die Benutzung der Tannen-Stämme&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; Januar 1797]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von den grossen Vortheilen welche der Stadt Rostock durch die Aufstellung eines Baumeisters zufliessen würden.&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; Februar 1798]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von der Mast und deren Benutzung&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; April 1798]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Ueber Zuschläge und deren Anlegung in der Rostocker Heide&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; Oktober 1798]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Ist es nachtheilig oder vorteilhaft, daß die Forstleute das Land, welches mit Holz besaamet werden soll, vorher mit Korn besäen, oder wie man es nennet, ausbauen?&amp;quot;]] in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; Mai 1799&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von der Holzweide&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; September 1799]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von den großen Nachtheilen welche durch die eingeführten weiten Wagen in den Waldungen angerichtet werden&amp;quot; in &amp;quot;Gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann zu den Rostockschen Nachrichten&amp;quot; 1799]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1799 erhält H.F.Becker schließlich ein Schreibverbot zu Themen die seine dienstlich-forstwirtschaftlichen Belange inhaltlich tangierten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Becker Schreibverbot Az Ratsprotokoll 18 5 1799.jpg|700px|thumb|right|Auszug aus dem Ratsprotokoll vom 18.5. 1799]]&lt;br /&gt;
;Befehl&lt;br /&gt;
:Bey E.E.Rath dahin anzutragen, daß dem Forstinsp. Becker &lt;br /&gt;
:aller Schriftstellerey, der irgend Bezug auf die Haide hätte, &lt;br /&gt;
:bey Strafe untersaget werden mögte, und ihm anzufügen, daß er die Zeit, die er überhaupt auf Schriftstellerei verwendet, beßer zur Aufsicht in der Haide nütze.&lt;br /&gt;
:in fidem extractus &#039;&#039;(&amp;quot;Beglaubigung des Textes&amp;quot;)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Gsec. &#039;&#039;(&amp;quot;Gewettsecretär&amp;quot;)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:W.G. Detloffe&lt;br /&gt;
: GS &#039;&#039;(Abk. Gewettssiegel)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Zum Jahresende 1799 gibt Forstinspektor Becker die Redaktion der &amp;quot;Gemeinnützigen Aufsätze...&amp;quot; offiziell ab:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Becker Redaktionsmeldung 1799 a.jpg|thumb|700px|rechts|Beckers Redaktionsmitteilung über die Beendigung seiner Redaktion]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Das Schreibverbot wird am Ende gut zehn Jahre Bestand haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ab 1798 Beckers Versuche das Forstregulativ schrittweise umzusetzen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krause Becker Skizze Wegezeichnung 1799 .jpg|thumb|500px|rechts|um 1920 macht der Historiker Ludwig Krause eine kleine Handskizze von Beckers 1799 eingereichter Planzeichnung Quelle: AHR 1.1.3.19. 965]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799 &lt;br /&gt;
:Becker reicht eine Planzeichnung für den Bau einer Schneise vom neuen Triftenbaum (Hinrichshagen) nach Markgrafenheide ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Insgesamt bewilligt der Rostocker Rat darauf hin die zukünftige Anlegung von vier Hauptschneisen. (KFC)&lt;br /&gt;
:- Die Vermessung und Trassierung der geraden Schneise von Hinrichshagen nach Markgrafenheide wird begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Das zweite Quartier der Bürgerschaft reagiert auf die von Forstinspektor Becker eingereichte Planung mit einer üblen Denunziationsschrift an den Rostocker Rat.&lt;br /&gt;
:Auszug:&lt;br /&gt;
:- &amp;quot;... ein Schreiben der Heideverweser erhellt, daß Forst-Inspector Becker eine üble Verwaltung führt und insbesondere zum Nachteil der Heide eine Schneese vom Triftbaum nach Markgrafenheide einrichtet - 17. Jan. 1800&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1800, 28.Januar&lt;br /&gt;
:An Becker ergeht das Verbot weitere Bäume auf der Trasse zu fällen. &lt;br /&gt;
:Weitere Baumaßnahmen zum Schneisenbau unterbleiben. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804&lt;br /&gt;
:Erst ein Decet vom 18.9.1804 ordnete einzig den Bau &#039;&#039;&#039;eines&#039;&#039;&#039; direkten Weges, den von Hinrichshagen nach Markgrafenheide an, nicht etwa mit Rücksicht auf die Holzbringung, sondern zwecks Ausbeutung eines Torfmoores. &lt;br /&gt;
:Das Vorhaben blieb in den Anfängen stecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1806-1813 Auswirkungen der französischen Besatzung auf die Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Proklamation Michaud 28ten Nov 1806.jpg|thumb|350px|rechts| Mit der Proklamation Von General Michaud am 28.November 1806 begann in Mecklenburg die französische Besatzungszeit ]]&lt;br /&gt;
;1806, 28. November&lt;br /&gt;
:Die Zeit der französischen Besatzung beginnt in Mecklenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1806 November - Verbergung des Möchhäger Viehes vor den Franzosen im Radelbruch====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Winter 1806/07 &lt;br /&gt;
:entstand eine Reiberei zwischen der Stadt Rostock und der Dorfschaft Mönchhagen, da die Mönchhäger beim Einrücken der französischen Truppen in Rostock ihr gesamtes Vieh in die Heide trieben, um es vor dem Feinde zu verbergen. &lt;br /&gt;
:Infolge des hierdurch verursachen Schadens beschwerten sich der Forstinspektor Becker &lt;br /&gt;
:und die beiden Pächter der Mast in der Heide am &lt;br /&gt;
:27. Dezember 1806 und im Januar 1807 beim Rostocker Heidedepartement und baten um Abhilfe beziehungsweise Kostenersatz. Das Heidedepartement forderte die Dorfschaft auf sich hierüber zu erklären, worauf diese aber nicht weiter einging. &lt;br /&gt;
:Infolgedessen ersuchte das Heidedepartement am 31. Januar 1807 das Amtsgericht zu Hirschburg, der Dorfschaft diesen Unfug bei Strafe zu untersagen, was von Amts wegen  unter dem 4. Februar geschah, zugleich mit dem Befehl, sich der Kosten wegen mit dem Heidedepartemet zu vergleichen. &lt;br /&gt;
:Für den Forstinspektor war der Vorfall sogar von Nutzen. Konnte er doch einmal mehr zeigen, welche Schäden Vieh im Heidewald verursachen. Was sein Plädoyer zur Abschaffung der Viehweide zusätzlich unterstützte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1807 Der Besuch des französischen Gouverneurs Laval und des Intendanten Bremont in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1807, hatte auch der Forstinspektor Becker selbst so manchen Streit mit den napoleonischen Besatzern zu bestehen. &lt;br /&gt;
:Der französische Statthalter, Gouverneur Laval in Schwerin hatte den Plan, durch Kahlschläge, das Holz der alten Eichen- und Buchenwälder in der Rostocker Heide als eine besonders leichte Kriegsbeute zu erwerben. &lt;br /&gt;
:Er ließ den Rostocker Rat anweisen dafür Sorge zu tragen, das die entsprechenden Kahlschläge begonnen werden. Durch reitende Boten rief der Rat nun Becker nach Rostock. &lt;br /&gt;
:Der Forstinspektor hatte in seinem Gepäck einen an die französischen Besatzer gerichteten Bericht, in dem er mit aller Ehrerbietung vor den Siegern und Machthabern erklärte, daß die Heide das Privateigentum der Stadt Rostock sei und ihr Holz seit einem halben Jahrtausend dazu bestimmt sei, den großen Holzbedarf der Stadt und ihrer Schiffahrt zu decken, daß aber das Holz schon dafür bei weitem nicht ausreiche. &lt;br /&gt;
:Man müsse Eichen und Kiefern nutzen, um Hafenbollwerke und Molenköpfe zu befestigen. Selbst für Wasserleitungen und Brennholz sei der jährliche Holzbedarf niemals gedeckt. &lt;br /&gt;
:Beckers Bericht wurde im Rathause einfach abgeschrieben, vom Bürgermeister unterschrieben und mit dem Ratssiegel versehen. &lt;br /&gt;
:Eine schriftliche Antwort aus Schwerin war nicht zu vernehmen. &lt;br /&gt;
:Einige Tage darauf erschienen Gouverneur Laval und Intendant Capitain Bremont (&amp;quot;Intendant&amp;quot; entspricht einer Landes-Geschäftsführer Funktion) aus Schwerin persönlich in Rostock um die Forderungen einzutreiben. &lt;br /&gt;
:Von einigen Herren des Rates begleitet nahmen sie bald ihren Weg nach Rövershagen, dem forstlichen Verwaltungssitz der Stadt Rostock. &lt;br /&gt;
:Der Forstinspektor nahm die Besucher mit aller Freundlichkeit auf. &lt;br /&gt;
:Die französischen Gäste verlangten umgehend durch die Rostocker Heide zur Besichtigung geführt zu werden. &lt;br /&gt;
:Dem Forsthof am nächsten liegend, führte nun deren Weg über Wiethagen, Gelbes Tor und Kirchsteig. &lt;br /&gt;
:An der Route befand sich im Waldstück der &amp;quot;Hufenkoppel&amp;quot; ausschließlich Jungwuchs der 1796, also 11 Jahre zuvor erfolgten Neuaufforstung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Beckers später an den Rostocker Rat adressierten schriftlichen Bericht liest sich das so: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Herren waren sehr herablaßend. Da sie aber wenig Deutsch sprachen und ich wenig Französisch reden &#039;&#039;&#039;wollte&#039;&#039;&#039;, so war dies ein großes Hinderniß sich gehörig verständlich zu machen, um so mehr, da sie mit der ganzen Organisation unbekannt waren und auch keine Forstwißenschaftlichen Grundsätze bemerklich werden ließen. Ich hatte mich auf eine Fahrt in die Heide gefasst gemacht, allein dass schöne Wetter veranlasste sie, die Tour in der Heide zu Fuß machen zu wollen. Ich ging daher durch die Hufenkoppel mit ihnen nach Hinrichshagen und von dort einen anderen Fußsteig zurück, wobey ich nicht unterließ, sie mit den Fehlern hiesiger Eichen bekannt zu machen. Captain Bremont redete viel von „couper“. &#039;&#039;(„fällen“)&#039;&#039; Ich bewies dass die Bäume zu jung wären. Es wurden mir die unsinnigsten Fragen vorgelegt, davon die wichtigste war, wie hoch sich der jährliche Ertrag der Heide in Geld belaufe? Ich erwiederte dass der Holzhieb ungleich sey und von mir keine Geldberechnung des Holzes geführt wurde, ich also nicht vermögend wäre hierüber bestimmte Auskunft zu geben. Daß den Bürgern Brennholz und Bauholz überlassen werde wussten sie, allein ihre Ideen waren davon so unbestimmt, dass es mir nicht möglich war sie zu berichtigen. Was sie in der Heide gesehen haben ist zu unbeträchtlich, als dass sie hierauß Schlüsse ziehen könnten. Charten haben sie von mir nicht verlangt. Ich habe also auch keine vorgewiesen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Anmerkung: Schon in Beckers Aufzeichnungen seiner studentischen Wanderungen 1788/89 wird deutlich, daß er hervorragende Kenntnisse der französischen Sprache besaß!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Anschließend lud Inspektor Becker nun seine Gäste zu einer kleinen Bewirtung ein. Zur Umrahmung ließ der Forstmann kräftig Wein aus seinem Vorrat ausschenken. &lt;br /&gt;
:Schließlich war der Weinvorrat des Forstinspektors aufgebraucht. So erklärte er den hochrangigen Franzosen, daß sie sich nunmehr wohl auf den Heimweg begeben müßten. &lt;br /&gt;
:Bremont und Laval brachen dann auch umgehend wieder nach Schwerin auf. Vom geplanten Holzeinschlag war &#039;&#039;&#039;vorerst&#039;&#039;&#039; keine Rede mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1809 Das in die Presse lancierte Gutachten des bereits verstorbenen Oberforstinspektors Wulff zum Schneisenbau in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Da eine der Grundvoraussetzungen zur Schaffung einer geregelten Forstwirtschaft in den Rostocker Waldungen die Anlage eines regelmäßigen, gerade trassierten, von Entwässerungsgräben begleitetes, befestigten Schneisennetzes war, machte Forstinspektor Becker immer wieder aufs neue Anläufe die Rostocker Bürgerschaft und den Rat zu einem Einverständnis zu bewegen. Hatte ihm der Versuch zehn Jahre zuvor ein Disziplinarverfahren sowie ein Publikationsverbot, das genau genommen noch immer galt, seitens seiner Dienstherrn eingebracht, machte er 1809 dazu einen erneuten, und diesmal ungewöhnlichen Versuch. Als Autor anonym bleibend, nutzte er ein 1770 von dem inzwischen längst verstorbenen Oberforstinspector Christian Wulff geschriebenes Pro Memoria:&lt;br /&gt;
:[[&amp;quot;Ueber die Anlegung von Schneesen in der Rostocker Heide&amp;quot; in &amp;quot;Rostocksche gemeinnützige Aufsätze für den Stadt- und Landmann&amp;quot; 29. November 1809 Anonym (H.F.Becker)postum Forstinspecktor Christian Wulff]]&lt;br /&gt;
:Auch wenn die zukünftigen Wegetrassen, ohne Wissen seiner Dienstherrn, bereits abgesteckt waren, hatte er zunächst wiederum keinen Erfolg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1810/1811 Der Bau der Warnemünder Redoute ermöglichte die Anlage der Heidewege in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Im darauf folgenden Jahr findet das Schneisen-Problem überraschend eine ungewöhnliche Lösung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit dem Einzug der französischen Truppen 1807 unter dem General Michaud in Mecklenburg begann auch für Rostock, Warnemünde und die Rostocker Heide eine Zeit des Niederganges und der Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Bürgerschaft, das Hundertmänner-Gremium, bestand zu jener Zeit aus zwei Fraktionen, dem 1.Quartier, das sich im wesentlichen aus Abgeordneten der Kaufleute, Bankiers und Schiffsreeder rekrutierte und dem 2.Quartier. Hier waren besonders die Abgeordneten der Handwerkszünfte versammelt.  &lt;br /&gt;
:Die inzwischen leer gewordene Stadtkasse mußte neu gefüllt werden. &lt;br /&gt;
:So erhielt, gewissermaßen der Not gehorchend, der bis dahin von der Bürgerschaft nur wenig um seine eigene Meinung befragte Forstinspektor Becker zum ersten Mal am 14. September 1810, seitens des ersten Bürgerquartieres der Hundertmänner, den Auftrag, festzustellen, inwieweit es möglich wäre, mittels einer geordneten Forstwirtschaft die Einnahmen für die kriegsgebeutelte Stadtkasse zu erhöhen. &lt;br /&gt;
:Dem zweiten Quartier war Becker, in Erinnerung an vergangene Konflikte, vorerst weiter suspekt. Auf die, schon in früherer Zeit, aber von anderer Seite, so häufig geäußerte Frage, antwortet Becker, der gerade zu diesem Sachverhalt in der Vergangenheit behindert, denunziert und gemaßregelt worden war, unter dem 2.Oktober 1810 klar und deutlich: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Entsprechend der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Mecklenburg gültigen Kleiderordnung für Forstbedienstete dürfte Forsdtinspektor Beckers uniformiertes Erscheinungsbild sehr ähnlich gewesen sein.jpg|thumb|200px|rechts|Entsprechend der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Mecklenburg gültigen Kleiderordnung für Forstbedienstete dürfte Forstinspektor Beckers uniformiertes Erscheinungsbild diesem sehr ähnlich gewesen sein ]]&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;&amp;quot;Wer zwanzig Jahre nur das Beste für die Heide zu erstreiten sucht und letzten Endes immer wieder um dieses Vorhaben gehindert, ja sogar mit schweren Strafen bedroht und belegt wurde, hält es für ratsamer, seine Gedanken über solche Probleme für sich zu behalten.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ein besonders an das zweite Quartier adressierter Seitenhieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Beckers großer Rettungseinsatz für die Rostocker Heide drei Jahre zuvor, beim Besuch des französischen Gouverneurs Laval, auf der Suche nach Kriegsbeute, und seines Intendanten Bremont, hatte dem Forstinspektor zumindest die Hochachtung eines größeren Teils der Bürgerschaftsmitglieder eingebracht. Besonders die Mitglieder des ersten Quartiers achteten ihn angesichts seiner Erfahrung und der darauf begründeten fachlichen Kompetenz immer mehr. &lt;br /&gt;
:Becker spürte, das sich eine ständig größer werdende Zahl der Stadtvertreter (eben besonders aus dem 1. Quartier) seinen, in der Vergangenheit von den Bürgervertretern regelmäßig niedergeschlagenen Planungen, zu öffnen begannen. &lt;br /&gt;
:Zu guter Letzt erstritt sich Forstinspektor Becker Sitz und Stimme im Heidedepartement, in dem er zuvor nur Gastrecht hatte.&lt;br /&gt;
:So greift er seine früheren Vorschläge mit Diplomatie und schrittweise wieder auf: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;&amp;quot;Das Ziel einer guten Forstwirtschaft ist dahin gerichtet, den höchsten nachhaltigen Ertrag aus dem Walde zu erzielen. Der nachhaltige Ertrag aber ist der sich stets gleichbleibende Holzertrag eines Waldes.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Er warnt also vor Übernutzung und schlägt zunächst zwei seiner drei elementarsten früheren Vorschläge erneut vor: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1. Die Neuvermessung und Kartierung der Rostocker Waldungen (die Karten älterer Vermessungen waren inzwischen völlig unbrauchbar geworden) &lt;br /&gt;
::2. gleichzeitig mit der Neuvermessung eine arrondierte, mit genauen Grenzen versehene Einteilung der Waldung in 5 Reviere. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Den dritten, seiner Meinung nach wichtigsten Vorschlag, schon 1766 im Forstregulativ festgeschrieben, die Schaffung eines regelmäßigen Schneisen-Netzes in den Rostocker Waldungen umzusetzen, zögert er vorerst noch hinaus, da er diesbezüglich wiederum eine Ablehnung befürchtet. &lt;br /&gt;
:Hatte ihm doch der ungenehmigte Baubeginn der Schneise von Hinrichshagen nach Markgrafenheide im Jahre 1799 eine hohe (u.a. auch finanzielle) Disziplinarstrafe eingebracht und ihn fast seine Stellung gekostet. &lt;br /&gt;
:Hauptargument des zweiten Quartiers in diesem Punkt war immer, daß bei der nötigen Trassen-Durchhauung der Wege zu viel wertvolles Holz eingeschlagen werden müsse. Worauf Beckers Gegenargument war, daß allein die Holztransporte im unwegsamen Waldgelände mehr Holz vernichten, als beim Schneisenbau eingeschlagen werden muß.&lt;br /&gt;
:Besonders durch die Billigung des ersten Quartiers erlangt er nun im Hundertmänner-Gremium eine knappe Mehrheit von einer Stimme für seine anderen Vorschläge und kann mit deren Umsetzung beginnen. Bedingung ist zunächst aber noch, daß der Schneisenbau unterleibt.&lt;br /&gt;
:Im Zuge der daraufhin folgenden Neuvermessung der gesamten Rostocker Heide läßt Becker dennoch in Vorausschau heimlich ebenso folgende von ihm geplanten Schneisentrassen, getarnt als Festlegung der Reviergrenzen, mit einmessen und die Trassen abstecken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1. Von Wiethagen nach Meiershausstelle (die heutige Meiershausstellenschneise)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::2. Von Hinrichshagen nach Torfbrücke (die heutige Bäderstraße nach Graal-Müritz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::3. Vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die im Jahre 1804 durch Becker begonnene Schneisentrasse von Hinrichshagen nach Markgrafenheide war, trotz des damals gegen den Forstinspektor durchgeführten Disziplinarverfahrens, zwar unvollendet geblieben, flankierende Gräben und Wegebefestigung fehlten zum Beispiel, aber in ihren Grundzügen war die Schneise noch vorhanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das Becker am Ende nun auch den wichtigsten, dritten Punkt in Angriff nehmen und schließlich auch beenden kann, dankt er den Ereignissen während der französischen Besetzung in Warnemünde und Rostock. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Frühsommer des Jahres 1810 war die Franzosenherrschaft an der Ostseeküste so schwach, daß die Engländer kleinere Landungen wagten. &lt;br /&gt;
:Am 3.Juni war ein nach Russland bestimmtes, amerikanisches Schiff von einem in Warnemünde stationierten französischen Kaper aufgebracht worden. Als Reaktion landete eine englische Marineeinheit, eroberte Kaperschiff &#039;&#039;&#039;und&#039;&#039;&#039; Beuteschiff. Sie entführten sodann beide aus dem Hafen. Die schwache mecklenburgische Wachmannschaft hatte sofort nach der Landung der Briten die Flucht ergriffen. &lt;br /&gt;
:Dieses Ereignis veranlasste den französischen Marschall Eckmühl dazu, sofort stärkere, ausschließlich französische Truppen in Warnemünde zu stationieren. &lt;br /&gt;
:Damit einher ging sein Befehl an die Stadt Rostock, umgehend den Bau verschiedener Befestigungsanlagen in Warnemünde, wie auch das Militärbaracken-Lager im Barnsdorfer Wald, mit Baumaterial und Arbeitern abzusichern und den Bau umgehend sowohl zu finanzieren als auch zu bauen. &lt;br /&gt;
:Um die Befestigungsanlagen mit einer Redoute als Kern in Warnemünde in kurzer Zeit herzustellen, hatte die Stadt Erdarbeiter, Zimmerleute und andere Handwerker aller Art, sowie sämtliches Bauholz aus der Rostocker Heide zu stellen. &lt;br /&gt;
:Die Bürgerschaft war zunächst ratlos und unentschlossen. &lt;br /&gt;
:Am 7. September gibt das erste Quartier in der Beschluß-Findung dazu folgende Stellungnahme ab. „&#039;&#039;...ein außerordentlicher Holzhieb scheitert bereits daran, das nichts mehr zu entscheiden ist, außer, wie er praktisch ausgeübt werden kann. Besser ist, noch einmal den Forstinspektor Becker zu befragen und ihn ein Konzept fertigen zu lassen. ...“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Das zweite Quartier hat darauf resignierend nur noch zu erwidern, daß man den Holzeinschlag vorrangig in den Rövershäger Waldungen ausführen solle, da aus den damals ebenfalls im Rostocker Besitz befindlichen Willershäger Waldungen die Anfuhrkosten zu hoch seien. &lt;br /&gt;
:Die Entscheidung war damit gefallen und der Forstinspektor erhielt freie Hand. &lt;br /&gt;
:Noch in derselben Woche begannen alle seine Waldarbeiter innerhalb der bereits abgesteckten Trassen der zukünftigen Waldschneisen das gesamte für den Warnemünder Redouten-Bau benötigte Holz einzuschlagen und damit es sich auch leicht transportieren ließ, gleich einen guten Untergrund für die Fuhrwege auf der Trasse von Hinrichshagen nach Warnemünde herzurichten. &lt;br /&gt;
:So entstanden nach einander die Meiershausstellenschneise von Wiethagen nach Meiershausstelle, die Trasse der heutigen Bäderstraße als Forstweg von Hinrichshagen nach Torfbrücke, sowie die Schneise vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise). &lt;br /&gt;
:Der unfertige Landweg von Hinrichshagen nach Markgrafenheide bekam als Haupt-Transportweg zur Warnemünder Baustelle eine besondere Bedeutung und konnte 11 Jahre nach seinem Baubeginn, dem ursprünglichen Plan entsprechend, mit beidseitig parallel verlaufenden Grabensystemen zur Wasserregulierung und um künftig das Ausbrechen der Forstfuhrwerke in den Bestand zu verhindern, solide ausgeführt fertiggestellt werden. Er wurde damit auch zum Baumuster bei der Schaffung der weiteren folgenden geraden Waldschneisen.&lt;br /&gt;
:Für das Militärlager wurde zuvor der Barnsdorfer Wald eingeschlagen. Das hier geworbene Holz reichte jedoch bei Weitem nicht das Bauprojekt abzusichern.&lt;br /&gt;
:Für die Errichtung beider Militäranlagen (Barnstorfer Militärlager und Warnemünder Redoute) waren am Ende 1400 Holzfuhren erforderlich:&lt;br /&gt;
:Nach Abschluß der Bauarbeiten war selbst das bis dahin permanent opponierende zweite Quartier nunmehr von der Sinnhaftigkeit des entstandenen Wegenetzes überzeugt und machte dem Rat und der Forstverwaltung sogar Vorwürfe, warum man damit nicht schon früher begonnen habe. Eine Wende um 180 Grad.&lt;br /&gt;
:Der Bau der Warnemünder Redoute zog sich bis Februar 1812 hin. Nur vierzehn Monate später, nach Abmarsch der französischen Truppen gen Moskau, beschlossen die Hundertmänner am 12. April 1813 dann bereits wieder den Abriß der Redoute. &lt;br /&gt;
:Da sich die Umsetzung des Abrisses aber laufend verzögerte, landeten schließlich am  26. August rund 100 Engländer, schickten die Bürgerwache der Warnemünder nachhause  und „demolierten“ die Redoute. Am folgenden Tage beendeten sie ihr Zerstörungswerk endgültig und sprengten die Anlage. &lt;br /&gt;
:Zwei Wochen darauf besichtigte die Stadtverwaltung die Trümmerstätte und befand: „&#039;&#039;...daß die Redoute sich nicht mehr ähnlich war.&#039;&#039;“  &lt;br /&gt;
:Beckers nun errungene gut ausgebauten Waldschneisen dagegen haben bis in unsere Tage Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1808 bis 1812 - Die Auswirkungen der Kontinentalsperre in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1808, Am Anfang &lt;br /&gt;
:erfolgt eine Postenaufstellung französischer Truppen entlang der Küste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1808, 7.März ergeht ein Befehl Kaiser Napoleons, daß die fernere Bewachung der mecklenburgischen Küste durch die herzoglichen Truppen zu übernehmen sind. &lt;br /&gt;
:Dazu tritt am 24. März ein militärisches Regulativ über die Küstenbewachung in Kraft.&lt;br /&gt;
:Am 4. Juni 1808 fand die Ablösung der französischen Posten auf der ganzen Strecke statt, worauf die Franzosen nach Schwedisch-Pommern abzogen. Obwohl das Vertrauen in die Integrität der mecklenburgischen Tuppen sehr gering war, aber jeder verfügbare französische Soldat wurde für den Feldzug nach schwedisch Pommern gebraucht.&lt;br /&gt;
:Bei Eintritt des Winters bezogen die Strandwachen, soweit sie nicht feste Hütten hatten, Quartiere in den besetzten Heide-Dörfern. Die Posten wurden bei Tage dann etwas näher an die Küste vorgeschoben, hatten auch fleißig zu patrouillieren. Überdies beritten Husaren, die fast allen Kommandos zugeteilt waren, die Küste. &lt;br /&gt;
:1810 überließ man französischerseits bei den schärferen Einfuhrbestimmungen die Bewachung der Küste nicht mehr allein dem mecklenburgischen Militär, zumal dieses sich bei der Abwehr englischer Landungen als wenig erfolgreich gezeigt hatte. &lt;br /&gt;
:Am 28.März wurden die Wachen wieder durch die Franzosen besetzt. Die Oberleitung lag fortan in der Hand des Obersten v. Fallois, desselben Offiziers, der später das mecklenburgische Kontingent nach Rußland in den Tod führte. &lt;br /&gt;
:Entlang der Heideküste stationierte man ein Detachement französischer Soldaten. &lt;br /&gt;
:In Forstinspektor Beckers Tagebuch ist dazu festgehalten: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Die Seeküste war stark mit Mannschaft besetzt. Zu Markgrafenheide war ein Posten in der Fischerbude von 8 Franzosen, bei den Cossaten 4 Douanen 1 Douanen-Lieutenant beim Holzwärter Wramp. Auf der Torfbrücke beim Holzwärter Peters lagen 1 Lieutenant und 7 Douanen. ... Überall wohin man sahe waren Niedergeschlagenheit, Mangel und Noth sichtbar. Ein jeder mußte sich aufs äußerste einschränken. Bei alle dem waren die Einquartierungen sehr kostbar, weil die französischen Soldaten täglich frisches Fleisch, Fleischsuppen, auch wohl Weißbrod haben mußten. Die Officiers wurden wegen Theurung des Weines doppelt kostbar. ...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:In den drei Fischerhütten (Markgrafenheide, Rosenort, Wiedort) wurden Posten besetzt. Vor jedem Posten errichtete man eine Alarmstange mit Teertonne, um sie im Alarmierungsfall entzünden zu können.&lt;br /&gt;
:Die Franzosen stellten ihre Posten an der Küste aus, als wenn die Mecklenburger nicht vorhanden wären; erst als ihnen die starke Inanspruchnahme der Truppen selbst lästig wurde, ward am 22. November auf Vorschlag des Brigadegenerals d&#039;Alton ein gemeinsamer Dienst eingerichtet und die Zahl der Truppen entsprechend verringert, &lt;br /&gt;
:Eine starke Kette französischer Douanen vervollständigte die Sicherungsanstalten. &lt;br /&gt;
:Am 28. November leuchteten bei einer Probeanzündung die Alarmstangen, vom Fischland bis Markgrafenheide durch die Nacht.&lt;br /&gt;
:Als im Oktober 1812 die Nachricht von dem Brande Moskaus nach Mecklenburg durchsickerte, ergriff die Truppen der Küstenwachtposten entlang der Küste von Dietrichshagen bis zur Stromgrabenmündung schon eine merkliche Unruhe. Man fürchtete täglich die Landung der Engländer. &lt;br /&gt;
:Aber die befürchtete Landung blieb aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1813 Beckers Organisation des Landsturms====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 11.November 1813 erhält Forstinspektor Becker vom Rostocker Gewett folgende befehlsförmige Anweisung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;&#039;&#039;Dem Forstinspec. Becker wird hierdurch commitieret zur Sicherheit der Seeküsten von der Torf Brücke bis nach Markgrafenheide und von da bis Warnemünde bei nächtlicher Zeit durch den Landsturm aus der Heide Güthern patrollieren zu laßen.&lt;br /&gt;
:11.Novbr.  Gewett ( Unterschrift)&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:(AHR 1.1.1. Forstverwaltung Nr. 539)&lt;br /&gt;
* [[Beckers Organisation des Landsturms 1813]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1821 Die Abschaffung der Viehweide===&lt;br /&gt;
====Die Viehweide====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker führt in den von ihm selbst herausgegebenen &amp;quot;Beiträgen zu den Staatswissenschaften&amp;quot; 1792 in seinem Beitrag &amp;quot;Von der Holzweide&amp;quot; folgendes aus: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&amp;quot;&#039;&#039;Wo Holz wachsen soll, muß kein Vieh kommen und wo Vieh kommen muß, lasse man die Holzkultur nach. Wie kann ein Landmann für die Viehweide sein,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:so führt Becker weiter aus, &#039;&#039;&amp;quot;würde er entsetzt sein, falls das Vieh in seinen Kornfeldern verheerend wüsten würde. Wir aber glauben richtig zu handeln, wenn wir das Holz vom Vieh fressen, zertreten und verstümmeln lassen. Nicht nur das Holz unmittelbar ruiniert, sondern der Schaden erstreckt sich weiterhin:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;1. Verderben der Waldwege&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;2. Zertreten der Gräben. Wie notwendig es ist die Gräben offen zu halten, um nutbringende Holzzucht betreiben zu können, findet ihr Beispiel in der Landwirtschaft&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;3. Die Notwendigkeit der Einzäunung der Kulturen, das heißt erhöhter Mittelverbrauch.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Erkennen dieser Nachteile ist das Bemühen Beckers zu suchen, die Rostocker Heide so schnell wie möglich von der Viehweide zu befreien. &lt;br /&gt;
:Die ganze Heide war seit alters her in Weidedistrikte eingeteilt und die Direktorialvermessung hatte nicht nur die Festsetzung der Hufensteuer zur Folge, sondern gleicheitig die Ermittlung des Holz- und des Holz&#039;&#039;&#039;weide&#039;&#039;&#039;wertes zum Ziele.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1790 ist dokumentiert, das in der Rostocker Heide über 800 Kühe und Pferde, zahllose Schweineherden und 2800 Schafe weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Von der Holzweide&amp;quot; 1799]] Hermann Friedrich Becker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Beitrag von Forstinspektor Becker über die Notwendigkeit der Abschaffung der Viehweide von 1804]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von der „Rövershäger Schweineordnung“ 1819 zum Verbot der Waldweide 1821====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die langjährigen Bemühungen des Forstinspektors Becker nach Abschaffung der Waldweide, die im Interesse einer ungehinderten Aufforstung unumgänglich wurde, trafen auf wenig Gegenliebe bei den Pächtern und Einliegern der Heidedörfer und Teilen der Rostocker Bürgerschaft.&lt;br /&gt;
:Die Bewohner der Dörfer hatten stets den Standortvorteil des nahe gelegenen Waldes genutzt. Insbesondere die Schweine zur Eichelmast in die Waldungen zu treiben. &lt;br /&gt;
:Ein zusätzlicher Konflikt bahnte sich 1819 an, als auf Betreiben des Forstinspektors auf einer Sitzung des städtischen Heidedepartements am 10. April 1819 folgender Beschluß gefaßt wurde:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;„Da durch das freie Umherlaufen der Schweine in den Dörfern der Rostocker Heide manche Unordnung entstanden, auch Zäune und Gräben beschädigt worden, so wird zur Abstellung solchen Unfugs für die Zukunft hierdurch verordnet und festgesetzt:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;1. Es darf kein Einwohner der Heideortschaften seine Schweine im Ort frei umherlaufen lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;2. Für ein jedes dennoch betroffene und eingefangene Schwein hat der Eigenthümer desselben neben dem Ersatz der Futterkosten und des etwa veranlaßten Schadens ein Pfandgeld von 4 Schillingen zu erlegen, dessen eine Hälfte an den zum Pfänder angenommenen Armenvoigt Peters, zur anderen Hälfte an die Rövershäger  Armenkasse abgegeben werden soll.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;Dieser von den städtischen Behörden auch als „Schweineordnung“ bezeichnete Beschluß scheint aber zunächst kaum befolgt worden zu  sein, denn nach zweieinhalb Jahren sah sich Becker am 15. November 1821 zu folgender erneuter Klage und Aufforderung zu verschärften Maßnahmen veranlaßt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Da die hiesigen Hausleute ihre Schweine, die während der Herbst- und Winterzeit nicht mehr von der Hufe gehen, frei im Dorf herumlaufen lassen, und dadurch nicht nur die Gräben, welche die Stadt mit beträchtlichen Kosten hat aufziehen lassen,  nachgewühlet, die angepflanzten Bäume, Zäune und Befriedungen niedergeworfen und Saaten und Weiden leiden, so kann ich nicht umhin , diesen Unfug anzuzeigen und darum zu bitten, dem Schulzen aufzugeben, diesem Unfug ein Ende zu bereiten und den Hausleuten bei namhafter Strafe anzudeuten, ihre Schweine ohne Hirten nicht von ihren Hofställen zu lassen.“&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Die Behörden in Rostock reagierten relativ rasch und bestellten zum 27. November 1821 den Rövershäger Schulzen Hoff nach Rostock. Laut überliefertem Protokoll der vom Rostocker Senator Steinbeck geleiteten Unterredung glaubte Hoff, &#039;&#039;„Daß dem Übel abgeholfen werden könne, wenn jedem Hausmann soviel Material zu Pfählen und Buschwerk verabreicht werde, als zur Umzäunung eines Schweinehofes nötig sei.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Dieser Vorschlag wurde jedoch strikt mit dem Hinweis abgelehnt, „daß wenigstens jetzt auf eine vermehrte Holzverabreichung nicht zu rechnen sei, und somit ein jeder schuldig sei, seine Schweine ohne dies in freier Hofwehr zu halten und es jedem selbst überlassen bleiben müsse, Mittel aufzufinden, wie dieses nach den Verhältnissen seines Hofes geschehen könne.“&lt;br /&gt;
:Der Dorfschulze wurde in die Pflicht genommen, allen Einwohnern in Rövershagen bekannt zu machen , „&#039;&#039;daß der Besitzer eines jeden außerhalb der Hofwehr gefundenen Schweins eine Strafe von 16 Schillingen genommen werden sollte.“&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1821 errang Becker mit Hilfe einiger Juristen der Universität Rostock einen Sieg, die verbrieften Rechte mit Erfolg anzugreifen und die Waldweideberechtigungen restlos abzulösen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nicht zuletzt diesem, am Ende erfolgreichen, Kampf verdanken wir die heute sichtbaren schönen Waldbilder in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1828 Bildung der Eichendeputation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Als dritte forstwirtschaftliche Behörde wurde 1828 eine spezielle Eichendeputation gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nachfolgend zu dessen Entstehung und Arbeitsweise ein Auszug aus der Heidechronik von Hermann Friedrich Becker:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Die Eichen-Deputation 1828&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;In neuern Zeiten hatte man sich endlich davor überzeugt, daß es zweckmäßiger sey, die abgängigen Eichen der Stadtwaldungen stärker zu benutzen und die seltenen Stücke ihrem Zwecke gemäß zu verwenden. Um die beiden bestehenden Forst–Collegia aber nicht zu sehr zu belästigen, wurde von E. E. Rath und E. Bürgerschaft eine eigene Deputation ernannt, die diesen Zweig des Forstwesens speciell betreiben solle. Diese Eichen–Deputation ward durch ein Decret vom &#039;&#039;&#039;30. Juni 1828&#039;&#039;&#039;  gegründet. Sie wählten sich einen eigenen Kunstverständigen in der Persohn des Bauschreibers und ehemaligen Tischlers Seerius, einem Mannes dem Kenntniße in der Zerlegung des Holzes so wenig abgesprochen als eigentliche Forstkenntniße zugesprochen werden konnten, und der durch Gebrauch zweyer Maßstäbe und Einführung einer umständlichen Berechnung das Geschäft nicht wenig erschwerte. Die Eichen – Deputation fand es räthlich das Eichenholz zum Theil nach Rheinländischem Maaß zu meßen und zu berechnen. Sie hatte zu dem Zweck Tabellen berechnen laßen. Es war aber darin das Verhältnis des Rostocker Maaßes zum rheinländischen verfehlt, weil der Berechner mit Kruse und Gerhard angenommen hatte, es verhalte sich das Rheinische zum Rostocker wie 12 : 13.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;In einer Eingabe vom &#039;&#039;&#039;19. Apr. 1829&#039;&#039;&#039; behauptete der Forstinspector mit Westphal, es verhalte sich wie 11 : 12. Zur Entscheidung dieser Differenz ward ein genaues Rheinländisches Maaß aus Leipzig verschrieben, und hiermit die alte Normal – Eiserne Elle die auf dem Rathause zur Gerichtlichen Entscheidung aufbewahrt wird, genau verglichen. Es fand sich, daß 24 Zoll Rostocker Maaß genau 22 rheinländische machen, mithin 12 Rostocker Maaß genau 11 Rheinländischen gleich sind. Dies Verhältnis ward in der Folge zum Grunde gelegt. Es entstanden jedoch durch Verwechslungen und der Gebrauch zweier Maaße wiederholt Differenzen, bis das Rostocker Maaß wieder seinen Platz einnahm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Eichen-Deputation bestand fünf Jahre und betrieb ihre Bewirtschaftung der Eichen sowohl in der Rostocker Heide als auch im Willershäger Walde.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1831 Forstinspektor Beckers Vorschlag zum Bau einer Chaussee von Rostock nach Ribnitz===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Ueber die Anlegung eines festen Weges von Rostock nach Ribnitz&amp;quot; H.F.Becker Freim. Abendblatt 21. Januar 1831]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Köhlerhütte in der Rostocker Heide (Friedrich Lesenberg um 1820).jpg|250px|thumb|right|RH Köhlerhütte in der Rostocker Heide (Friedrich Lesenberg um 1820)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1833 Die Gründung des Forstdepartementes läutet eine neue Ära in der Rostocker Forstwirtschaft ein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Juni 1833 erfolgte mit der Bildung des Forstdepartementes die notwendige administrative Zentralisierung.&lt;br /&gt;
:Das neu gebildete Forstdepartement, dem weiterhin die Forstinspektion Rövershagen unterstand, setzte sich aus zwei bis drei Ratsherren und mehreren bürgerlichen Deputierten zusammen.&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker hatte während seiner Amtszeit häufig auf die Notwendigkeit einer Reorganisation der Forstwirtschaft aufmerksam gemacht. Er ließ nichts unversucht, die Stadtväter von der Güte einer planvollen, nachhaltigen Wirtschaft zu überzeugen und bat selbst Fachleute um ihr Werturteil, nachdem man ihm selbst nicht den rechten Glauben schenken wollte. &lt;br /&gt;
:Große Verdienste hat sich dabei Oberförster Garthe aus Remplin erworben. Garthe besuchte ab 1833 wiederholt die Rostocker Heide um mit Becker grundlegende Wirtschaftsrichtlinien auszuarbeiten, die vor allem aber den Anstoß zur Bildung einer neuen Forstbehörde, dem &amp;quot;Forstdepartement&amp;quot;, an Stelle des 1768 gegründeten Heidedepartements, geben sollten. &lt;br /&gt;
;So war 1833 endlich der Zeitpunkt gekommen, eine straff organisierte Forstwirtschaft einzuführen, die in vielem bis in unsere Zeit Gültigkeit behalten sollte.&lt;br /&gt;
Die Gündung des Forstdepartements erfolgte am 20.7.1833.&lt;br /&gt;
Das überlieferte Sitztungsprotokoll der Ratsversammlung enthält folgendes:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Zur Beratung steht die Einführung einer verbesserten, rationellen Forstwirtschaft in den Stadtwaldungen nach Vorschlägen von Becker und Garthe. ...&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Verbesserung der Kulturtätigkeit und Nutzung sind durchzuführen:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;1. Genaue Begrenzung und Kartierung der Waldfläche, d.h. der demnächst zu taxiernden Bestände&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;2. Einrichtung der 5 Reviere, ausser Willershagen&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;3. Einsetzen der erforderlichen Beamten: Jäger, Holzwärter, Baumwärter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;4. Erweiterung des Schneisennetzes.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;5. Bau von weiteren Abzugsgräben, Brücken und Abfuhrplätzen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;6. Räumung der Räumden und Kultur mit standortsgemäßen Holzarten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;7. Abschätzung aller Holzbestände nach Cubikfuß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;8. Aufstellen von jährlichen Hiebsplänen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;9. Maßnahmen zur Förderung des Holzabsatzes.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;10. Unabweichliches Festhalten und Durchführung des einmal angeordneten Wirtschaftsplans.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;11. Gründung der Rechnungsführung auf Cubikfuß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;12. Ordnung der Nebennutzungen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;&#039;&#039;13. Abschuß des Wildes&lt;br /&gt;
...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 10 Jahren sollten diese Maßnahmen abgeschlossen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beschlußfassung konzentrierte sich auf folgende Punkte: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;a) Garthe soll bei der Neueinrichtung die Oberleitung ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;b) Das Forstdepartement fungiert stets als Inspektions-Instanz. Alle forstlichen Maßnahmen müssen vor der Ausführung von dieser Behörde durch Beschluß genehmigt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;c) An den Rat und an die Bürgerschaft müssen alle Anträge gerichtet werden, die große finanzielle Mittel erfordern, oder Vorschläge zur Abänderung der Waldgrenze, Neueinstellung von Forstofficianten, Errichtung neuer Gebäude pp. enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;d) Die zur Regulierung erforderlichen Mittel soll der Wald möglichst allein aufbringen.&#039;&#039;(!!)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;e) Garthe soll einen Kostenanschlag für das erste Wirtschaftsjahr entwerfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:;f) Alle Ausgaben sind zu verbuchen und vierteljährlich an den Rat und die Bürgerschaft einzureichen.&#039;&#039;(was vorher nicht zu geschehen brauchte. W.S.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Forstinspektor Becker beschreibt in der Heidechronik die Gründung des Forstdepartementes:====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Die Gründung des Forstdepartementes 1833&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Da wurde die ganze dreyfache Forstdirection aufgehoben, die Willershäger Waldung mit der Heide vereinigt und es bildete sich durch ein Decret vom &#039;&#039;&#039;27. April 1833&#039;&#039;&#039; nun nur ein Collegium, benannt Forstdepartement. Um die löbl. Cämmerei für den Verlust der Willershäger Waldung zu entschädigen wurden die Land – Güter Oberhagen, Mittelhagen, Niederhagen und Stuthof, welche bisher unter dem Heidedepartement gestanden und mit dem Walde stark verwebt sind von dem Forst abgerißen und der 1.Cämmerei untergeordnet. Es dirigirt also seit Johannis &#039;&#039;&#039;1833&#039;&#039;&#039; über die Stadt – Forsten nur ein Forstdepartement, unter dem Präsidio des Herrn Doctors und Senators Bencard und den Beisitzern Herrn Senator Janinsky, Herrn J. Brockelmann, Herrn G. Prange, Herrn G. Möller und Herrn J. Hoppe.&lt;br /&gt;
:Dieses Departement erregt sowohl durch seinen Patrialismus ([[sic.]] &#039;&#039;meint wohl &amp;quot;Patriotismus&amp;quot; ?)&#039;&#039; als auch durch die Harmonie der ganzen Stadtdirection unter Leitung des Herrn Bürgermeister Dr. J.F.G. Brandenburg, F.H. Hülsenbek und Dr. D.L.E. Karsten, die gerechte Erwartungen daß das so lange ersehnte Ziel, den Stadtwaldungen eine zweckmäßige und den jetzigen Fortschritten der Forstwißenschaft angemeßene Einrichtung zu geben, werde erreicht werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erste abgeschlossene Forsteinrichtung der Rostocker Heide durch Hermann Friedrich Becker, Julius Ludwig Garthe und Georg Garthe 1833 bis 1839===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Geschichte/Anekdote am Rande:====&lt;br /&gt;
:Im Februar 1833 beschloß die Rostocker Bürgerschaft die &amp;quot;Regulierung der Rostocker Waldungen&amp;quot;, also die Reform der Forstwirtschaft in ihren städtischen Waldungen. Angesichts ständiger Dissonanzen zwischen dem Forstinspector Hermann Friedrich Becker und besonders dem zweiten Quartier der Bürgerschaft &#039;&#039;(entspricht einer Fraktion mit 49% Stimmenanteil)&#039;&#039; , richtete diese Fraktion an Becker die Frage, ob er einen &amp;quot;Förster Görte&amp;quot; kenne. Ziel der Frage dieser Bürgerschaftsfraktion war es, einen auswärtigen, unbefangenen, hier bislang unbekannten Fachmann zu der Arbeit heranzuziehen, der vorab besonderes unbeeinflusst vom Forstinspektor Becker wäre. Becker antwortete wahrheitsgemäß das ihm kein Forstmann namens &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Görte&amp;quot;&#039;&#039;&#039; bekannt sei. Das er zu Julius Ludwig &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Garthe&amp;quot;&#039;&#039;&#039; bereits seit dessen Schulgründung in Remplin 1822 in Korrespondenz stand, verschwieg er dabei geflissentlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das &amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; erarbeitet und vorgelegt von Hermann Friedrich Becker und Julius Ludwig Garthe am 17.Juli 1833====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Vorbemerkung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fast alle einschlägigen Sekundärquellen, Dissertationen und Publikationen der Vergangenheit schreiben die Autorenschaft des &amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Georg Garthe und Hermann Friedrich Becker als Autoren zu. &lt;br /&gt;
:Jüngste Forschungen und der Fund der originalen Handschriften des Erachtens und eine Vielzahl weiterer Dokumente beweisen jedoch, das neben Hermann Friedrich Becker, Georgs Vater &#039;&#039;&#039;Julius Ludwig Garthe (Remplin)&#039;&#039;&#039; der federführende Autor war. &lt;br /&gt;
:Georg Garthe wurde dann erst ab Juni 1834, also im Jahr darauf, als Adjunkt &#039;&#039;(vorgesehener Amtsnachfolger)&#039;&#039; dem Forstinspektor Becker bei der Umsetzung des Regulativs beigeordnet und führte ab 1841, mit Beckers Pensionierung, beider Werk fort. &lt;br /&gt;
Was bei den beiden Teilen des Erachtens auffällt ist, das J.L. Garthe sich in seinem Teil mit der Bestandserfassung des Ist-Zustandes beschäftigt, während H.F.Becker in seinem zweiten Teil die Zukunftsstrategie der Forstwirtschaft in der Rostocker Heide entwickelt.&lt;br /&gt;
Dem Inhalt des zuvor gefassten Ratsbeschlußes gemäß hätte diese Aufgabenteilung genau umgekehrt sein müssen. Sie haben also einvernehmlich die ihnen zugedachten Arbeitsfelder getauscht. &lt;br /&gt;
;Von 1835 bis 1841 leiteten Hermann Friedrich Becker und Julius Ludwig Garthe die Geschicke der Rostocker Heide über den Zeitraum der Forsteinrichtung bis zu beider Pensionierung gemeinsam.&lt;br /&gt;
:(Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Zukunftskonzept der Forsteinrichtung 1833===&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; Teil 1====&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; Teil 1 von Julius Ludwig Garthe/ Remplin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; Teil 2====&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Erachten der Regulierung der zur Stadt Rostock gehörigen sogenannten Rostocker Heide und Willershäger Waldungen&amp;quot; Teil 2 von Hermann Friedrich Becker/Rövershagen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Abschlußberichte der Forsteinrichtung 1839 von Hermann Friedrich Becker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Versuche und Bemühungen, in den Stadt-Waldungen eine bessere Forstwirtschaft einzuführen&amp;quot;====&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Becker &amp;quot;Versuche und Bemühungen, in den Stadt-Waldungen eine bessere Forstwirtschaft einzuführen&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Wasser-Communikationen in und mit der Rostocker Heide&amp;quot;====&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Becker &amp;quot;Wasser-Communikationen in und mit der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Torfmööre in der Rostocker Heide&amp;quot;====&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Becker &amp;quot;Torfmööre in der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Entwicklung der Rostocker Forstwirtschaft unter dem Forstdepartement von 1833 bis zur Jahrhundertwende==&lt;br /&gt;
[[Datei:Revierkarte Rostocker Heide um 1860 Bahnlinie nachtraeglich eingefügt.jpg|thumb|300px|rechts|Der Hof-Steindrucker und Lithograph Johann Gottfried Tiedemann erhält um 1840 den Auftrag eine publizierbare und als generelle Wirtschaftskarte &amp;quot;Reviere der Rostocker Heide&amp;quot; nach der Forsteinrichtung von 1839, verwendbare Karte zu fertigen. Sie dient fortan für fast fünf Jahrzehnte bis zur nächsten aktualisierenden Vermessung um 1890 als Arbeitsgrundlage für die Forst- und Kommunalverwaltung. &lt;br /&gt;
Über diesen Zeitraum hinweg werden Aktualisierungen und Ergänzungen auf der Grundkarte übergedruckt. Hier zum Beispiel die 1889 eröffnete Bahnlinie Rostock - Ribnitz mit ihren Anlagen, rund ein halbes Jahrhundert nach Erscheinen der Karte. Während die Wald- und Kommunalstruktur darauf noch den Stand von 1840 repräsentiert.(Quelle:Heidearchiv Steinmüller) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===CHRONIK von den WALDUNGEN der STADT ROSTOCK - 1. Teil===&lt;br /&gt;
* [[CHRONIK von den WALDUNGEN der STADT ROSTOCK|Chronik von den Waldungen der Stadt Rostock  1. Teil von Hermann Friedrich Becker und Julius Ludwig Garthe 1839 geschrieben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Mehr über Hermann Friedrich Becker und sein Wirken====&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Hermann Friedrich Becker und sein Wirken|Hermann Friedrich Becker und sein Wirken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Mehr über Julius Ludwig Garthe und sein Wirken====&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Julius Ludwig Garthe und sein Wirken|Julius Ludwig Garthe und sein Wirken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Mehr über Georg Garthe und sein Wirken====&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Georg Garthe und sein Wirken|Georg Garthe und sein Wirken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Am Ende der großen Forsteinrichtung existierten ab 1834 folgende Reviere:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Revier Schnatermann]], &lt;br /&gt;
: [[Revier Torfbrücke]], &lt;br /&gt;
: [[Revier Hinrichshagen]], &lt;br /&gt;
: [[Revier Wiethagen]], &lt;br /&gt;
: [[Revier Meiershausstelle]] &lt;br /&gt;
: Revier Willershagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das zuvor noch existierende [[Revier Markgrafenheide]] wurde im Laufe der Forsteinrichtung auf die Reviere Schnatermann und Hinrichshagen aufgeteilt. Die Försterei Markgrafenheide bestand nun als Logistik-Zentrum für die vier Holzverladepätze ohne Revier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde noch das Revier Meiershausstelle eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Die Zarnowsche Vermessung im Rahmen der Forsteinrichtung zwischen 1834 und 1839===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der angefügten, von Tiedemann gedruckte Karte liegt die Hauptkarte der Zarnow-Vermessung zugrunde.&lt;br /&gt;
:Der Vermesser fertigte daneben jeweils noch eine Einzelkarte für jedes Revier und eine Vielzahl von Detailkarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die hier folgenden Karten entstammen der Bühringschen Vermessung aus dem Jahre 1908, die Reviergrenzen und das Schneisennetz darin entsprechen aber noch immer dem Entwicklungsstand von 1839, am Ende der Forsteinrichtung (nur die Bahnstrecke gab es natürlich noch nicht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schnatermann Hinrichshagen.jpg|Reviere Schnatermann und Hinrichshagen&lt;br /&gt;
Datei:Wiethagen Meiershausstelle.jpg|Reviere Wiethagen und Meiershausstelle&lt;br /&gt;
Torfbrücke.jpg|Revier Torfbrücke&lt;br /&gt;
Willershagen.jpg|Revier Willershagen&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide nach dem Ausscheiden des Forstinspektors Becker im Jahre 1841==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Noch in Bearbeitung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(QOe?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Amtszeit Georg Garthe 1841 -1866===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nachfolger von Hermann Friedrich Becker als Forstinspektor wurde 1841 dessen Schwiegersohn, Georg Garthe, ältester Sohn von Julius Ludwig Garthe (1805-1877). &lt;br /&gt;
:Er hatte zuvor eine komplette Einrichtung (Inventur und Planung) der Heide vorgelegt.&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Georg Garthe ließ Althölzer, insbesondere schlechtwüchsige Mischbestände, verjüngen und auf Blößen Kiefernkulturen anlegen. &lt;br /&gt;
:Die Buche wurde auf Grund der mangelhaften Qualität und ungenügender Verjüngungsfreundlichkeit oft durch Kiefer ersetzt. &lt;br /&gt;
:In eigens angelegten Pflanzgärten erprobte er veschiedene Möglichkeiten der Nachzucht mit Lärche, Weißtanne, Fichte (aus Russland), Buche, Weißerle und Ulme. :Georg Garthe leitete den städtischen Waldbesitz umsichtig und effektiv. Im Jahr &lt;br /&gt;
:1866 wurde er als Großherzoglicher Oberforsrat nach Schwerin berufen, wo er am Aufbau der mecklenburgischen Forstverwaltung maßgeblich beteiligt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Amtszeit von Julius Garthe (1866-1894)===&lt;br /&gt;
:der jüngere Bruder Georg Garthes, trat an seiner Stelle in das Forstinspektoren-Amt der Rostocker Heide und hatte es dann bis 1897 inne. Julius Garthe  war zuvor in der Klosterforstverwaltung Dobbertin tätig.Er ließ in Wiethagen ein Samenhaus errichten und gewann aus den Zapfen der besten Wertholzkiefern hochwertiges Saatgut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seit 1883 waren die gleichen Ratsherren sowohl für die Kämmerei als auch für das Forstdepartement zuständig. Das Forstdepartement ging 1912 in die zusammengefürte Kämmerei., Hospital- und Forstverwaltung ein, deren Zuständigkeiten wiederum das Kommunalwirtschaftsunternehmen im Jahr 1949 übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Der Forsthaushalt der Rostocker Heide in der Hansestadt Rostock, Haushaltsjahr 1870/1871====&lt;br /&gt;
* [[Der Forsthaushalt der Rostocker Heide in der Hansestadt Rostock, Haushaltsjahr 1870/1871]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Die Folgen der Großen Sturmflut im November 1872 auf die Rostocker Heide ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Forstinspector Julius Garthe konstatiert nach der Flut, daß die Veränderungen in der Rostocker Heide so gravierend sind, daß eine neue Forsteinrichtung erforderlich geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===+ Das Gatter===&lt;br /&gt;
;in Bearbeitung (QOe2)&lt;br /&gt;
;1890 &lt;br /&gt;
:wird die Rostocker Heide eingegattert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1925&lt;br /&gt;
:Mit der Eröffnung der Bäderbahn von Graal nach Rövershagen werden die Gattertore in der Rostocker Heide beseitigt. Offensichtlich wird jedoch nicht, wie oft berichtet das Gatter beseitigt, sondern auf ca. ein Drittel der Ursprungsgröße verkleinert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Entwicklung von 1900 bis zur Verstaatlichung der Rostocker Heide 1951==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Amtszeit von Max Garthe jun. (1894-1915)===&lt;br /&gt;
:der Sohn von Julius Garthe, wurde 1896 sein Nachfolger. &lt;br /&gt;
:Er ließ 1906 eine Neuvermessung der Heide vornehmen. &lt;br /&gt;
:Er fiel 1915 im ersten Weltkrieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Die Vermessung der Rostocker Heide 1909/10 (Bühringsche Vermessung) in der Amtszeit von Max Garthe jun.====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Karte Bühring 1907.jpg|thumb|300px|rechts|Übersichtskarte der Reviere als eine der Karten auf der Grundlage der Bühringschen Vermessung 1909, im Jahre 1926 gefertigt (Quelle:UA/ Heidearchiv Steinmüller)]]&lt;br /&gt;
* [[Zur Vorbereitung der Vermessung]] Rostocker Zeitung (RZ) 27.10.1909&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;(QOe p133f)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine weitere Zwischenrevision nach der Forsteinrichtung Julius Ludwig Garthes und Hermann Friedrich Beckers (1833-1839) im Jahre 1911===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Allgemeine Beschreibung der Rostocker Stadtforst]] &lt;br /&gt;
: Rövershagen und Marnitz im Juni 1911, M. Garthe, Forstinspektor und Ehlers, Oberförster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ludwig Krauses Wirken als Historiker und Heideforscher zwischen 1896 und 1924===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Nekrolog und Biographie Ludwig Krauses von Ernst Dragendorf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Amtszeit von Paul Garthe - 1914 bis 1918===&lt;br /&gt;
:Forstmeister Paul Garthe (ältester Sohn von Julius Garthe) besetzt für seinen in den Kriegsdienst eingezogenen jüngeren Bruder Max Garthe jun. interimsweise die Stelle des Forstinspectors für vier Jahre.&lt;br /&gt;
:Paul Garthes Grabstein befindet sich noch immer neben der Nord-West-Ecke des Rövershäger Kirchturms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charles Bencard als Forstinspektor ab 1918==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Die Ausschreibung der Forstinspektoren-Stelle nach Max Garthes Tod 1916]] Quelle: Handbuch Rostocker Verordnungen 1912-1920 S. 165f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide nach dem ersten Weltkrieg==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in Bearbeitung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(Parchmann)&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Elsbeere 1941 Mecklenburg Heft 1.jpg|thumb|500px|rechts|Die Elsbeere in der Rostocker Heide 1941)]]&lt;br /&gt;
:Forstinspector Charles Bencard, als Enkel eines früheren Bürgermeisters der Stadt, hatte hier einen klangvollen Namen. Sich der Tradition seines Amtes bewußt, begann er, nach seinem Amtsantritt am 17. September 1918, sein Wirken im Jahre 1921 mit einer großen Zwischenrevision der Beckerschen und Gartheschen Waldwirtschaft. Er war zu jener Zeit einer der Vertreter der Möllerschen Dauerwald-Idee, die er hier umzusetzen versuchte.&lt;br /&gt;
: [[Alfred Möller]] und die [[Dauerwald-Idee]]&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1925 fiel auf Forstinspector Bencards Veranlassung am Hinrichshäger Krug der letzte Heideschlagbaum und das, den größten Teil der Heidefläche umfassende, Gatter.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Das Handwerkszeug des Forstmanne in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts===&lt;br /&gt;
* [[WIGÖWI-Katalog über Werkzeuge, Maschinen und Messgeräte in der Forstwirtschaft 1936]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Das Reichstreffen des Verbandes Deutscher Forstwirte 1926===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rostocker Heide in der Zeit des Dritten Reiches und unmittelbar nach Ende des Krieges bis 1951==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Bencard weigerte sich standhaft der NSDAP beizutreten. Darufhin wurde er 1942 schließlich zwangspensioniert und umgehend darauf &amp;quot;dienstverpflichtet&amp;quot; wieder auf seinen Posten gesetzt, mit dem Unterschied, nun einem Befehlssystem unterstellt zu sein, da man auf seinen forstlichen Sachverstand nicht verzichten konnte.&lt;br /&gt;
:Während der Kriegsjahre wurden in der Rostocker Heide zahlreiche Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter als Arbeitskräfte eingesetzt. Am 2.November 1939 trafen die ersten 30 polnischen Kriegsgefangenen ein, die zu Forstarbeiten herangezogen wurden. Als Gefangenenlager diente zunächst das Samenhaus in Wiethagen. Ab Sommer 1940 wurde zusätzlich der Tanzsaal des Rövershäger Kruges als Gefangenenlager eingerichtet, nachdem sich mit dem Eintreffen von etwa 40 französischen Kriegsgefangenen die Gesamtzahl auf 70 erhöht hatte. Ab 1942 wurden in der Rostocker Heide auch eine größere Anzahl sowjetischer Kriegsgefangener sowie polnischer, ukrainischer und russischer Zwangsarbeiter zu Arbeiten in der Forstwirtschaft  eingesetzt. Als ein weiteres Lager, in dem zeitweise mehr als 100 Kriegsgefangene untergebracht wurden, diente das Holzmagazin in Wiethagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Aus einer im Jahr 1943 von Forstinspektor Charles Bencard vorgenommenen Aufstellung von vollbeschäftigten Forstarbeitern im Bereich der Rostocker Heide geht hervor, dass deren Zahl aufgrund von Einberufungen zur Wehrmacht zwischen 1939 und 1943 von ursprünglich 58 auf 28 zurückgegangen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Während des Zweiten Weltkrieges versuchte Bencard den Wald vor Schaden durch überhöhte Nutzung zu bewahren.&lt;br /&gt;
:Er musste dennoch hilflos mit ansehen, wie in den ersten Nachkriegsjahren 700 Hektar Wald Reparations- und Brennholzhieben zum Opfer fielen.&lt;br /&gt;
:Dr. Otto Kolp beschreibt den großen Verdienst Bencards bei den Aufforstungen: &amp;quot;nach 33jährigem Wirken für die Heide hatte Oberforstmeister Bencard 1951 (...) die Wiederaufforstung bis auf 90 Hektar ausgeführt melden können.&amp;quot; Das Außmaß dieser Aufforstungen lässt sich mit den großen Leistungen des Forstinspektors H.F.Becker vergleichen.&lt;br /&gt;
:Charles Bencards Tätigkeit endete 1951 mit der Verstaatlichung der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Begebenheit am Ende des Krieges===&lt;br /&gt;
:Hilde N. aus Rövershagen erinnert sich an die Zeit gegen Ende des Krieges und ein Erlebnis mit Forstinspektor Bencard.&lt;br /&gt;
:Auf ihrem Schulweg begegnete sie dem Forstmann und hob, wie gerade gelernt, die Hand zum Hitlergruß.&lt;br /&gt;
:Bencards Reaktion darauf: &amp;quot;Deern, de Hand lot man lever runner.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eine Bemerkung die in jener Zeit sogar das Leben kosten konnte.&lt;br /&gt;
:Auch den Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern in der Heide versuchte er das Los zu erleichtern, wo immer sich dazu Gelegenheit bot.&lt;br /&gt;
:Am Tage des Kriegsendes in der Heide, in den ersten Maitagen des Jahres 1945, sorgten die nun wieder freigekommenen polnischen Zwangsarbeiter dafür, daß dem Forstinspektor Bencard und seiner Familie kein Haar gekrümmt wurde.&lt;br /&gt;
:Die meisten anderen Heideförster, so weit sie keinen Selbstmord begannen hatten, verschwanden sehr bald im Lager Fünfeichen bei Neubrandenburg. &lt;br /&gt;
:Für viele ein Weg ohne Wiederkehr.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar nach Ende des Krieges nahm die Stadtverwaltung ihren verdienstvollen Forstmann wieder in Dienst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==CHRONIK von den WALDUNGEN der STADT ROSTOCK 2.Teil von Charles Bencard==&lt;br /&gt;
* [[CHRONIK von den WALDUNGEN der STADT ROSTOCK 2.|Chronik von den Waldungen der Stadt Rostock 2. Teil von &#039;&#039;&#039;Charles Bencard&#039;&#039;&#039; ab 1924 geschrieben (Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide zwischen erstem Weltkrieg und der Verstaatlichung der Rostocker Heide 1952)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Nutzungseinschnitte 1945ff Zeichnung Otto Kolp 1953.jpg|thumb|rechts|550px|RH Nutzungseinschnitte in der Rostocker Heide zwischen 1945 und 1951 Zeichnung Otto Kolp 1953)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Charles Bencards Fazit vier Tage nach Kriegsende===&lt;br /&gt;
* [[Charles Bencards Fazit vier Tage nach Kriegsende]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Notiz von Charles Bencard am 4.August 1945===&lt;br /&gt;
* [[Notiz von Charles Bencard am 4.August 1945]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Charles Bencards Abschlußfazit zur Amtsübergabe während der Überführung der Rostocker Heide in Volkseigentum 1951===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Notiz von Charles Bencard - sein Abschlußfazit zur Amtsübergabe während der Überführung der Rostocker Heide in Volkseigentum 1951]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mehr über Charles Bencard und sein Wirken===&lt;br /&gt;
* [[Mehr über Charles Bencard und sein Wirken|Charles Bencard und sein Wirken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschichten in der Geschichte der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
* [[Geschichten in der Geschichte der Rostocker Heide: Charles Bencard &#039;&#039;&#039;Nachkriegsepisode&#039;&#039;&#039;|Charles Bencard &#039;&#039;&#039;Nachkriegsepisode&#039;&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Nachkriegssituation der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
====Die Reparationseinschläge====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am 25.Juni 1947 Berichtet Rostocks Bürgermeister Walter Petschow über die wirtschaftlichen Probleme der Hansestadt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wenn wir in der Form, wie im letzten Winter, dort Holz einschlagen, wird in spätestens drei Jahren der gesamte Bestand abgeholzt sein, da an Aufforstung gar nichtzu denken ist.&lt;br /&gt;
:Die Gefahr, die sich hierin birgt, liegt in erster Linie in dem dann auftretenden Mangel an Nutzholz für den Wiederaufbau der Stadt und ferner in der Auswirkung auf unser Klima&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:der größte Teil des Holzes aus der Rostocker Heide war für Reparationsleistungen bestimmt.&lt;br /&gt;
:Für gewerbliche Zwecke reiche, so Petchow, der vorhandene Fuhrpark kaum aus und der Bevölkerung bliebe in der Heide nur die &amp;quot;Selbstwerbung&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:In einem Situationsbericht über die Entwicklung Rostocks 1946/47 stellte Petschow fest, dass in einem Jahr 15.000 Festmeter Nutz- und Brennholz aus der Heide gewonnen worden seien. Damit sei der normale Hiebsatz um das siebenfache überschritten worden. Da in den Statistiken des Hafens das in Rostock und Warnemüde verschiffte Holz meist im Sammelbegriff &amp;quot;Reparationsgüter&amp;quot; verborgen ist, lassen sich genaue Angaben über die Holzausfuhr nicht machen.&lt;br /&gt;
:Für 1950 werden fast 64.000 Tonnen Holz aufgeführt, das überwiegend in Warnemünde verladen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Überprüfung des Forstpersonals 1949===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Überprüfung des Forstpersonals 1949]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Küstenschutz in der Rostocker Heide in der DDR==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jochen Bencard 1999 zum Küstenschutz vor der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
* [[Jochen Bencard 1999 zum Küstenschutz vor der Rostocker Heide|Jochen Bencard 1999 zum Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jochen Bencard und sein Wirken für den Küstenschutz insbesondere an der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
* [[Jochen Bencard und sein Wirken für den Küstenschutz insbesondere an der Rostocker Heide|sein Wirken für den Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==3. Teil der CHRONIK DER ROSTOCKER HEIDE (1952 - 1992) - Die Forstwirtschaft in der verstaatlichten Rostocker Heide zwischen Staatlichem Forstwirtschaftsbetrieb und Militärforstwirtschaftsbetrieb bis zur Rückführung in Kommunaleigentum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der &amp;quot;Heidestammtisch&amp;quot; und die Fortsetzung der Heidechronik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von 1992 bis 2002 trafen sich in wechselnder Besetzung insgesamt 15 meist schon pensionierte Forstmänner die von 1952 bis 1992 die Forstwirtschaft und das Jagdwesen in der Rostocker Heide wesentlich mit geprägt haben. &lt;br /&gt;
:Dieser &amp;quot;Heidestammtisch&amp;quot; traf sich regulär einmal im Quartal und in der Hoch-Zeit seiner Tätigkeit alle 6-8 Wochen um mit verteilter thematischer Zuständigkeit die Forstgeschichte der Rostocker Heide zusammenzutragen, aufzuarbeiten, Erinnerungen zu tauschen und am Ende in gemütlicher Runde den Kontakt mit einander zu pflegen.&lt;br /&gt;
:Im Ergebnis zehnjähriger Arbeit ist so ein Manuskript zur Forstgeschichte der Heide das den Zeitraum von 1952, also unmittelbar anschließend an die Aufzeichnungen des Forstmeisters Charles Bencard, bis zur Wiedergründung der kommunalen Forstverwaltung 1992 umfasst, entstanden, das hier nachfolgend zur Veröffentlichung steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Da ab 1952 die Eigentums-, Verwaltungs- und Wirtschaftsräume auf Grund der Verstaatlichung des gesamten Waldgebietes einer vollständigen Veränderung unterlagen &#039;&#039;&#039;umfasst diese Arbeit die gesamte Nordöstliche Heide Mecklenburgs (im einzelnen die Rostocker Heide, Gelbensander Forst, Ribnitzer Heide, Alte Heide).&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forstliche Chronik der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs für die Jahre 1952 - 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ [[Forstliche Chronik der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs für die Jahre 1952 - 1990|Forstliche Chronik 1952 - 1990]]&lt;br /&gt;
:von der Autorengruppe des &amp;quot;Heidestammtisches&amp;quot; 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ [[&amp;quot;Gesperrte Wälder&amp;quot; Karl-Ernst Preuße / Gotehard Gertler 2006]]&lt;br /&gt;
; Buch über die Geschichte des Militärforstwirtschaftsbetriebes im Bezirk Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Das Grenzregime der DDR in der Rostocker Heide ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===+ Militär in der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gesperrte Wälder und Friesecke einpflegen&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gerade in Bearbeitung !!!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ein wesentliches Kapitel in der Geschichte der Rostocker Heide nach 1945 nimmt die militärische Nutzung ein. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges ging die Heide den Rostockern zunehmend verloren. Russisches Militär benspruchte erstmals 1946 bis 1948 Waldgebiete in der Heide als Übungsplätze. Die als Reparationshiebe ausgeführten Kahlschläge erreichten insgesamt eine Größe von fast 700 Hektar und wurden danach kurzfristig als Panzerschießplätze genutzt. Bis 1952 konnte der letzte städtische Oberforstmeister Charles Bencard diese Kahlflächen wieder aufforsten. &lt;br /&gt;
[[Datei:NNN 24 3 1990.jpg|thumb|200px|rechts|Am 1.Mai 1990 endet die militärische Nutzung des westlichen Teils der Rostocker Heide))]]&lt;br /&gt;
:Ab Ende der fünfziger Jahre zogen Militäreinheiten der DDR in die Rostocker Heide und es erfolgte im Wald ein bisher nicht gekannter Ausbau militärischer Anlagen. Auf den erneuten Kahlschlägen entstanden Kasernen, Raketenstellungen, Bunker, Depots, Sicherungsanlagen und großflächige Schießplätze, verbunden mit riesigen Sperrzonen.  &lt;br /&gt;
:Im Jahr 1989 waren mehr als 50% des Kommunalwaldes militärisches Sperrgebiet für insgesamt sechs Standorte.&lt;br /&gt;
:-Marineschießplatz Rosenort&lt;br /&gt;
:-Luftabwehr-Raketenstellung bei Hinrichshagen&lt;br /&gt;
:-Schießplatz Hinrichshagen (motorisierte Schützen und Panzer)&lt;br /&gt;
:-Schießplatz Wiethagen (Artillerie)&lt;br /&gt;
:-Luftabwehrstütpunkt Hinrichshagen (Kaserne, Dienstgebäude und Bunkeranlage)&lt;br /&gt;
:-Küstenraketenregiment Schwarzenpfost (Kasernen, Wartungs- und Bunkeranlagen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch die zentrale Lage dieser Sperrgebiete inmitten der Heide und bis an die Küste war der Rostocker Wald seinen eigentlichen Besitzern nur noch in den Außenbereichen zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:1. Mai - Das militärische Sperrgebiet in der Rostocker Heide wird aufgehoben. Es verbleibt für eine Restzeit nur ein Infanterieschießplatz für Handfeuerwaffen bei Wiethagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1999&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;31.12. - Am Silvestertag der Jahrtausendwende fällt der letzte militärische Schuß auf dem verbliebenen Schießplatz, dessen Betrieb damit endet.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;Zur Jahrtausendwende ist die gesamte Rostocker Heide frei von Militär.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=+ Die Rostocker Heide nach der deutschen Wiedervereinigung=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide in der Interimszeit zwischen dem Ende der DDR 1990 und der Wiedergründung des Stadtforstamtes 1992==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Zeit von 1990 bis 1992 war insbesondere durch die mit großem Nachdruck geführten Maßnahmen der Rostocker Bürgerschaft zur Rückführung der Rostocker Heide in den ursprünglichen kommunalen Besitz geprägt.&lt;br /&gt;
; + Rede Christian Kähler einpflegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in Bearbeitung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Gründung des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommerns im &amp;quot;Bund Deutscher Forstwirte&amp;quot; unter maßgeblicher Beteiligung der Heideförster==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Dokumente zur Gründung des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern im &amp;quot;Bund Deutscher Forstwirte&amp;quot; im April 1990]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1990-1991 - unter Treuhandverwaltung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Auflösung der Forstbetriebe (MFB und StFB)===&lt;br /&gt;
===Nutzungsübernahme der Militärliegenschaften durch die Bundeswehr===&lt;br /&gt;
===Rückübertragungsverfahren in den Rostocker Stadtbesitz===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Ab 1992 - Forstwirtschaft in der Rostocker Heide wieder unter kommunalen Besitzverhältnissen==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Kapitel befindet sich gerade in der Bearbeitung !&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Zusammensetzung der Baumarten.jpg|350px|rechts|Die Zusammensetzung der Baumarten in der Rostocker Heide (Quelle: Stadtforstamt Rostock)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nun Stadtforstamt statt Forstinspektion===&lt;br /&gt;
[[Datei:IMG 20190929 0063.jpg|thumb|350px|rechts| 1.Juli 1991 Beschluß über die Bildung des Stadtforstamtes der Hansestadt Rostock in Wiethagen (Archiv Forstamt HRO)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Entmilitarisierung der Waldflächen durch die Programme Konver 1 und Konver 2===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1996 vom Stadtforstamt Rostock herausgegebenes Infomaterial zur Renaturierung der Militärflächen in der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wiedereinrichtung der Reviere orientiert an deren Einteilung um 1900===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Von der Neukartierung zum GIS-System===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Umsetzung des dreigliedrigen Wegekonzeptes (Wirtschafts-, Rad-/Wander- und Reitwegenetz)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die drei Hauptnutzungen des Waldes (Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion) und ihre Umsetzung in der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommunalwald mit Umweltsiegel (FSC-Zertifikat)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein Wald zur letzten Ruhe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bilanz zum 30jährigen Wiederbestehen des Rostocker Kommunlwald-Besitzes und des Stadtforstamtes===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://rathaus.rostock.de/de/service/aemter/stadtforstamt/269872 Das Stadtforstamt Rostock online]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide unter dem wiedergegründeten Stadtforstamt - Presseschau===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Forstwirtschaft in der Rostocker Heide unter dem wiedergegründeten Stadtforstamt - Presseschau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturdenkmale in der Rostocker Heide ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Allgemeine forsthistorische Elementarquellen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hans Carl von Carlowitz 1713 &amp;quot;Sylvicultura Oeconomica oder Haußwirtliche Nachricht und Naturmäßige &#039;&#039;Anweisung zur wilden Baum-Zucht&#039;&#039;, Nebst Gründlicher Darstellung, Wie zu förderst durch Göttliches Benedeyen dem allenthalben und insgemein einreissenden &#039;&#039;Großen Holz-Mangel&amp;quot;, Vermittelst Sae- Pflantz- und Versetzung vielerhand Bäume zu prospiciren..&amp;quot;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In der Lesart der heutigen Forstwissenschaft war Hans Carl von Carlowitz´s Schrift &amp;quot;das  erste  ausschließlich  der  Forstwirtschaft  (ohne  Jagd) gewidmete  Buch&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Man spricht  vom  ersten rein forstlichen Buch der Welt und bezeichnete von Carlowitz als den bedeutendsten forstlichen Schriftsteller zu Anfang des 18. Jahrhunderts. &lt;br /&gt;
:Von Carlowitz gab hiermit in der Zeit der großen Holznot den ersten und fundiertesten Anstoß zur Schaffung einer geregelten Forstwirtschaft im gesamten deutschen Kulturraum.&lt;br /&gt;
:Sein Buch diente auch in Mecklenburg und Pommern in der Entstehungszeit der geregelten Forstwirtschft im 18. Jahrhundert als erstes wirkliches Kompendium zu deren Umsetzung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:* [[H.v. Carlowitz  &amp;quot;sylvicultura Oeconomica...&amp;quot; digitales Faksimile und Kommentar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur von und über Heinrich Cotta==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fach- und Elementarliteratur zur Forstwirtschaft in Deutschland==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:* [[ &amp;quot;Einige Gedanken über Wadel- oder Wahl-Zeit beim Holzfällen&amp;quot; 1744]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forstwirtschaft in Mecklenburg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mecklenburg&lt;br /&gt;
:Die Forstwirtschaft brach sich Bahn, als Mängel in dem bis dahin unerschöpflich  scheinenden Holzreservoir Wald bemerkbar wurden. &lt;br /&gt;
:1516 wurde hier das erste Forstedikt, 1572 die erste landesherrliche Verordnung  „Vom Roden und Verwüstung der Hölzungen“ erlassen. &lt;br /&gt;
:Danach hatten Förster, Heidereiter und Holzvögte den schonenden Umgang mit Holz zu kontrollieren. &lt;br /&gt;
:Deren Durchsetzungskraft war jedoch gering, berüchtigt war auch deren häufige Korruptheit, ursächlich in ihrem geringen Einkommen begründet. &lt;br /&gt;
:Erst die Holzordnung (1702 und 1706) des mecklenburgischen Herzogs Friedrich Wilhelm zeigte bescheidene Wirkungen, da sie mit der Gründung erster Forstinspektionen einherging. &lt;br /&gt;
:1736 bestanden davon fünf, bis 1775 wuchs die Zahl auf 21. &lt;br /&gt;
:Mit dem Wirken des Herzoglichen Oberforstinspektors Christian Wulff (1724-1800), der ab 1765 die theoretischen Grundlagen erarbeitete, der diese ab 1791 weiter bearbeitete und erstmals umfassend praktisch umsetzte, begann die geregelte Forstwirtschaft im Lande.&lt;br /&gt;
:Einen Entwicklungssprung machte die Forstwirtschaft in Mecklenburg in den Jahren 1833 bis 1839 als Forstinspektor Becker gemeinsam mit dem Rempliner Oberforstmeister Julius Ludwig Garthe (1780-1855) in den Waldungen der Rostocker Heide 1833 die erste umfassende Forsteinrichtung begann und sie bis 1839 abschließend auch beendete.&lt;br /&gt;
:Ab 1860 fand die Bodenertragslehre im Land Eingang.&lt;br /&gt;
:Durch Georg von Arnswaldt, der auch Wegbereiter des Naturschutzes in Mecklenburg war, gewann die Möllersche Dauerwaldtheorie (Mischwälder mit Bäumen unterschiedlichen Alters) weit mehr noch, als in  Alfred Möllers Heimat- und Wirkungsland Brandenburg, ab 1920 größere Bedeutung als in allen anderen deutschen Ländern.&lt;br /&gt;
:1945-1948 entstanden vielfach die „Reparationseinschläge“, große Kahlschläge, um altes Wertholz  als Kriegsentschädigung an die Sowjetunion zu liefern.&lt;br /&gt;
:1952 wurden in der DDR die staatlichen Forstbetriebe gegründet. &lt;br /&gt;
:Ein Jahr zuvor waren alle Wälder verstaatlicht worden. &lt;br /&gt;
:1986 erfolgte der Aufbau eines Programmes zur ökologischen Waldzustandskontrolle mit 59 Dauerbeobachtungsflächen in den drei Nordbezirken (Rostock,Schweri:n und Neubrandenburg).&lt;br /&gt;
:1990-1992 mit der Neuorganisation der Landesforstverwaltung (dreistufige Forstbehördenstruktur) .&lt;br /&gt;
:1993 tritt ein neues Landeswaldgesetz in Kraft.&lt;br /&gt;
:Seit 1995 gilt das Konzept „Naturnahe Forstwirtschaft“. Als Zentralverwaltung wurde 1999 das Landesamt für Forsten und Großschutzgebiete gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Vorpommern&lt;br /&gt;
:Größtes geschlossenes Waldgebiet Vorpommerns ist die Ueckermünder Heide (1550 qkm), bis ins 17. Jahrhundert Hauptjagdgebiet der pommerschen Herzöge. :Im 17. und 18. Jahrhundert herrschte in Folge von Waldweide und Übernutzung der Wälder, allgemeine Holznot.&lt;br /&gt;
:Ab 1720 begann sich lokal eine Forstwirtschaft unter  dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. zu entwickeln. &lt;br /&gt;
:Deren besondere Umsetzung erfolgte mit der Schaffung des Amtes „Königsholland“.&lt;br /&gt;
:In der Ueckermünder Heide erfolgte die planmäßige Anpflanzung reiner Kiefernbestände und eine nachhaltige Bewirtschaftung. &lt;br /&gt;
:Ab 1775 gibt es erste Hinweise auf den Anbau nicht heimischer Baumarten im Raum Greifswald. &lt;br /&gt;
:Der landesweite Beginn der geregelten Forstwirtschaft lag im Jahre 1863 mit der endgültigen Abschaffung der Waldweide.&lt;br /&gt;
:1869 erfolgte die Gründung des Pommerschen Forstvereins.&lt;br /&gt;
:Ferdinand von Raesfeld, der „Wegbereiter des deutschen Waidwerkes“, wirkte 1890-1913 im Darß-Wald. &lt;br /&gt;
:1958 wurde das Rotwildforschungsgebiet Rothemühl bei Friedland eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus: „Landskundlich-historisches Lexikon Mecklenburg-Vorpommern“ Hinstorff-Verlag 2007&lt;br /&gt;
Autor: Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer war wer - Biographien aus der Nordöstlichen Heide Mecklenburgs/ Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wer war wer - Biographien aus der Nordöstlichen Heide/ Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenwerke zur Geschichte der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Aus der Rostocker Heide&amp;quot; Archiv für Landeskunde 1868]] (der anonyme Beitrag stammt aus der Feder von Pastor Ludwig Dolberg /Rövershagen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[L.L.Ludwig Dolberg &amp;quot;Eine Küstenwanderung von der Warnow bis Wustrow durch die Rostocker Haide, Grahl, Müritz, Dändorf und Dierhagen wie das Fischland&amp;quot; Ribnitz 1885]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Alexander Kaestner &amp;quot;Die nordöstliche Heide Mecklenburgs nach ihrer geologischen Beschaffenheit und Entstehung&amp;quot; 1901]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Sonderband der &amp;quot;Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock&amp;quot; Bd. 2 Heft 1 1896]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Adolf und Rudolf Ahrens &amp;quot;Die Heide, das Kleinod der Stadt Rostock&amp;quot; 1. Aufl 1919, 2. erw. Auflage 1920]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Mecklenburgische Bestandsverhältnisse und Forstwirtschaft in früheren Jahrhunderten&amp;quot; Parchmann, W. Hinstorff, Rostock 1921, 106 S. Meckl. Landw. Mitteilungen H.5 (auch Dissertation Rostock 1921) ]]&lt;br /&gt;
* [[Sonderband &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; Jg. 22 Heft 2 1927]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Köster &amp;quot;Die Jagd in der Rostocker Heide - und das Jagdrecht in Mecklenburg in frühester Zeit bis zur Gegenwart&amp;quot; 1929]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Beiträge zur Rostocker Heide in den Mecklenburgischen Monatsheften]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Paul Babendererde &amp;quot;Meine Rostocker Heide&amp;quot; 1944]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Quirin Oelsnitz &amp;quot;Untersuchungen zur Forstwirtschaftsgeschichte der nordöstlichen Heide Mecklenburgs&amp;quot; 1955]] (unveröffentlichtes Schreibmaschinenmanuskript der 1955 an Forstwirtschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität vorgelegten Inaugural-Dissertation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[ Dr. Otto Kolp &amp;quot;Die Nordöstliche Heide Mecklenburgs ...&amp;quot; 1957]] Deutscher Verlag der Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Jagd um Rostock&amp;quot; 1983]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Chronik der Jagdgesellschaft &amp;quot;Rostocker Heide&amp;quot; 1986&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Geschichte der Köhler und Teerbrenner in der Rostocker Heide&amp;quot; Oberförster a.D. Gerd Heil, Verlag Redieck und Schade 2001]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[750 Jahre Rostocker Heide : 1252 - 2002|750 Jahre Rostocker Heide : 1252 - 2002; 25. März 2002 - Heidesitzung der Bürgerschaft /Wilfried Steinmüller/ Ralf Friedrich. - Rostock : Bürgerschaft, 2002]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Heide : Mecklenburger Landschaften / Hrsg.: Landschaftspflegeverband &amp;quot;Nordöstliche Heide Mecklenburgs&amp;quot;. Fotos: Dorit Gätjen. Text: Wilfried Steinmüller; Roger Kähler 2003]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Rostocker Heide : ein Kleinod Mecklenburgs&amp;quot; Hans Dietz 2004]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Steinmüller &amp;quot;Regionalführer Rostocker Heide mit Jagdschloss Gelbensande]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Steinmüller &amp;quot;Menschenverstand, mehr ist im Wald nicht nötig... - die Familienchronik des Rostocker Forstmannes und Ökonomen Hermann Friedrich Becker (1766-1852)&amp;quot; 2016 208 S.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;youtube&amp;gt;https://www.youtube.com/watch?v=KH1sTpNoknA&amp;lt;/youtube&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Archivalische Quellen zur Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
:Der Begriff archivalische Quellen setzt sich in der Regel aus den Beständen einschlägiger Archive, besonders aus MV, aber auch großer nationaler und sogar internationaler Provenienz zusammen, deren Bestände oft nur in aufwendiger Vorarbeit einsehbar, oder bestenfalls ausschnitthaft kopierbar sind. So finden sich zum Beispiel nennenswerte Bestände über unsere Region nicht nur im Stadtarchiv Rostock und dem Landesarchiv in Schwerin, sondern auch im Niedersächsischen Landesarchiv Hannover oder im Reichskriegsarchiv in Stockholm.&lt;br /&gt;
:Wir wollen hier, auch zu allen anderen Orten, dazu anregen, solche archivalischen Bestandseinheiten aufzeigen und zu listen um den  Ortschronisten die Arbeit zu erleichtern und doppelte Arbeit zu vermeiden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Quellenverweise bezogen auf die Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Weitere, (noch) nicht publizierbare Quellenwerke&amp;quot;==&lt;br /&gt;
:Aus rechtlichen Gründen nicht, oder noch nicht, digital zu veröffentlichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto Kolp &#039;&#039;&#039;Dissertation&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Die nordöstl. Heide...&amp;quot; 1953 (OK) (Der wesentliche Teil davon ist gekürzt 1957 als Buch erschienen, das finden sie im hier vorangehenden Abschnitt als Digitalisat)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Quirin (von der) Oelsnitz &amp;quot;Die Rostocker Heide - Untersuchungen zur Forstwirtschaftsgeschichte der nordöstlichen Heide Mecklenburgs&amp;quot; HU Berlin &#039;&#039;&#039;Dissertation&#039;&#039;&#039;  1955 (QvOe)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Krausesche Fundchronik, verschiedene Orts-Ordner (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:https://www.geoport-hro.de/desktop&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://de.wikipedia.org/wiki/Raketenkomplex_Rubesch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Feldmark der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Orts-,Forst- und Flurnamen der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Die Rostocker Heide im Jahre 1696 - Nach der Karte von Gottfried Lust S.25-33]]&lt;br /&gt;
* [[Karl Koppmann &amp;quot;Brüche und Schläge in der Rostocker Heide S.34-36]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== OCH Arbeitsordner Naturdenkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[ Arbeitsordner Naturdenkmale]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsordner Neue Heidegeschichten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Arbeitsordner Neue Heidegeschichten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ Volkskunde, Brauchtum, Sagen und plattdeutsche Geschichten aus der Rostocker Heide==&lt;br /&gt;
[[Volkskunde, Brauchtum, Sagen und plattdeutsche Geschichten aus der Rostocker Heide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== + Das Handwerk des Forstmannes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; [[WIGÖWI-Katalog über Werkzeuge, Maschinen und Messgeräte in der Forstwirtschaft 1936]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: https://www.youtube.com/watch?v=vKHEgeoOeP4  Film &amp;quot;Vergessene Waldberufe im Schwarzwald&lt;br /&gt;
:Auch wenn in der bergigen Schwarzwaldregion morphologisch bedingt vieles anders als in Norddeutschland verlief, werden werden sich viele Dinge in Norddeutschland ähnlich verlaufen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: https://www.youtube.com/watch?v=mC-v3vh8Ols  Waldberufe aus Ur-Großvaters Zeiten (Auswahl aus dem vorangegangenen Filmclipp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== + Die Rostocker Heide in der schöngeistigen Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Heide in der schöngeistigen Literatur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==+ FORBI Arbeitsdatei==&lt;br /&gt;
* [[FORBI Arbeitsdatei]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronistenkontakt:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Forstgeschichte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wilfried Steinmüller - [mailto:windfluechterMV@gmail.com windfluechterMV@gmail.com]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Das_mecklenburgische_Ribnitz_-_Ortsgeschichte_bis_1950&amp;diff=156260</id>
		<title>Das mecklenburgische Ribnitz - Ortsgeschichte bis 1950</title>
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		<updated>2026-09-15T22:09:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Ribnitz-Damgarten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Wappen von Ribnitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In blau ein aufsteigender goldener Greif&lt;br /&gt;
[[Datei:Ribnitz Wappen nach Teske.jpg|thumb|250px|Wappen der Stadt nach Teske 1885]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur Ortsgründung von Ribnitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;nach Teske 1885&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Stadt Ribnitz wird noch in der ersten Hölfte des 13. Jahrhunderts gestiftet sein, bereits eine Urkunde Heinrich Borwins III. von Rostock aus dem Jahr 1252 (MUB II. 708.-) handelt von Ansprüchen eines Bürgers Bernhard Scheel zu Ribnitz (Bernardus Luscus, civis in Ribeniz), die derselbe auf Güter des Klosters Bersenbrück bei Osnabrück erhoben hatte, und im Jahre 1257 (MUB II. 794) bezeugt der Rath von Rostock, daß die Ribnitzer Bürger sich des zu Rostock und Lübeck üblichen Rechts bedienen. Fürst Waldemar von Rostock (1266 - 1282) bestätigte darauf - nach neuen Angaben im Jahre 1271 - die Privilegien der Stadt (MUB II. 1212).&lt;br /&gt;
:In ihr ältestes sigillum setzt Ribnitz den Stierkopf, wie ihn anfänglich die Rostocker Fürsten und auch die Stadt Rostock in ihren Siegeln führten. &lt;br /&gt;
:Beseitet wird dieses Herrschaftsbild von zwei aufsteigenden Fischen welche den Namen der Stadt (altslavisch ryba = Fisch, Ribnitz also Fischort) sich leicht erklären lassen; das nämliche Bild hat das zweite sigillum aus dem 14. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
:In das secretum wurde das spätere alleinige Wappen der Rostocker Herren, der Greif, aufgenommen. &lt;br /&gt;
:Bemerkenswerth ist, daß der Greif des Sekrets aufsteigend, also in der nun von Nicolaus dem Kinde (gest. 1314) zuletzt geführten Gestalt erscheint, was darauf schließen läßt, daß das fragliche Siegel zur Regierungszeit dieses Fürsten entstanden sein wird, und damit stimmt denn auch sein Styl überein. &lt;br /&gt;
:Der Greif ging in der Folge, sicher seit dere ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, in die sämmtlichen Stadtsiegel über.&lt;br /&gt;
:Für das im Jahre 1857 offiziell fixirte Stadtwappen wurde er ebenfalls beibehalten, und ist so das bezeichnende Bild der alten sigilla leider ganz beiseite gesetzt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 [[Datei:Ribnitzer Siegel nach Kühl.jpg|rechts|500px|thumb|Ribnitzer Siegel nach Kühl]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Gründung der Stadt Ribnitz==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ribnitz Tott Stadtbild 1853.jpg|1000px|mitte|Ribnitz Gesamtansicht von Südwest nach der Tott-Chronik von 1853]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;(Auszug Karl Hoffmann In Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 70-73, &lt;br /&gt;
:Vgl. Tott, Geschichte von Ribnitz, Ribnitz 1852, Schlie a. a. O. I, S. 348 ff., Bachmann a. a. O. S. 333/34. Tott konnte 1852 die Urkundenbücher noch nicht benutzen.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:An der Straße, die von Rostock an der Ostsee entlang nach Stralsund führt, liegt dicht an der pommerschen Grenze die Stadt Ribnitz. &lt;br /&gt;
:An derselben Stelle bestand schon vor mehr als 700 Jahren in der Zeit, als noch die Wenden in Mecklenburg herrschten, eine landesherrliche Krugwirtschaft, die vielleicht der Mittelpunkt eines kleineren Bezirks innerhalb des größeren Burgwardgebietes gewesen ist (M.U.B. I, 192. &lt;br /&gt;
:Fürst Borwin belehnt Heinrich von Bützow &amp;quot;mit der helffte des gerichtes und deß Kruges in Rybenitz&amp;quot;.), da uns ausdrücklich auch von einem Gericht, das mit dem Krug verbunden war, berichtet wird (Für das benachbarte Westpommern oder Slawien berichtet H. F. Schmid  in „Die Burgbezirksverfassung bei den slavischen Völkern in ihrer Bedeutung für die Geschichte ihrer Siedlung und ihrer staatlichen Organisation.“, Jahrbücher für Kultur und Geschichte der Slaven. Her. von E. Hanisch, N. F., Band II, Heft II, S. 97) folgendes: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Man nimmt an, daß innerhalb des Burggebietes für Abgabenerhebung und Rechtspflege kleinere Bezirke vorhanden waren, deren Mittelpunkte landesherrliche Schenken waren.&amp;quot;  ). &lt;br /&gt;
:Eine Stadt hat es damals hier noch nicht gegeben. &lt;br /&gt;
:Es ist aber wahrscheinlich, daß außer diesem Krug auch noch eine Burg in Ribnitz gestanden hat. &lt;br /&gt;
:Von großer Bedeutung wird sie zwar nicht gewesen sein; denn die Hauptburg in der Ribnitzer Gegend war damals Marlow, und Ribnitz gehörte wahrscheinlich zum Burgbezirk Marlow (M.U.B. I, 192.  ). &lt;br /&gt;
:Schon Lisch hat auf Grund einer Urkunde von 1329 (M.U.B. VIII, 5016.), durch welche Heinrich von Mecklenburg, der damalige Herr, zur Erbauung eines Klosters in Ribnitz den fürstlichen Hof außerhalb der Stadtmauern hergibt, vermutet, daß dieser Hof eine ehemalige wendische Burgstelle gewesen sei (Nach Wigger, Mecklbg. Annalen, S. 126.). &lt;br /&gt;
:Wir wollen im folgenden versuchen, diese Vermutung von Lisch noch wahrscheinlicher zu machen. &lt;br /&gt;
:Eine Burg in Ribnitz wird uns 1233, wenn wir ein Exzerpt, das uns von einer Urkunde aus diesem Jahre überliefert ist, richtig deuten, urkundlich genannt (M.U.B. I, 421. ).&lt;br /&gt;
:Dieses Urkundenexzerpt stammt von Daniel Clandrian, einem Notar, der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts lebte. &lt;br /&gt;
:In diesem Auszug Clandrians befindet sich über Ribnitz folgender Satz: &lt;br /&gt;
:Bischof Brunward von Schwerin verleiht &amp;quot;aus der Stadt Ribenitz alle Zehenden, so dem Bischoffe von den bawleuten zukommen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Zunächst scheint diese Nachricht von einer Burg in Ribnitz nichts zu erwähnen. &lt;br /&gt;
:Es wird sich jedoch zeigen, daß das Wort &amp;quot;Stadt&amp;quot; durch &amp;quot;Burg&amp;quot; zu ersetzen ist. &lt;br /&gt;
:Bereits Schmaltz hat darauf aufmerksam gemacht, daß es auffällig ist, daß aus einer Stadt, wie Ribnitz hier genannt ist, der Bischof Zehnten einnimmt, da ihm &amp;quot;keine mecklenburgische Stadt bekannt sei, von deren Feldmark Zehnten an den Bischof gezahlt worden wären&amp;quot; ( M.J.B. Bd. 72, S. 255.). &lt;br /&gt;
:Daher hielt er es für unwahrscheinlich, daß Ribnitz 1233 eine Stadt war. Wie kommt es nun, daß Clandrian trotzdem von einer Stadt in Ribnitz berichtet? &lt;br /&gt;
:Um diesen Widerspruch zu erklären, müssen wir uns vergegenwärtigen, daß Clandrian einen lateinischen Originaltext exzerpierte, den er ins Deutsche übersetzte. &lt;br /&gt;
:Es ist also sehr wohl möglich, daß Clandrian lateinische Worte, die im Deutschen in verschiedenen Bedeutungen gebraucht werden, in einem Sinne übersetzt hat, in dem der Originaltext sie nicht verstanden wissen wollte. &lt;br /&gt;
:Solche doppelte Bedeutung im Deutschen hat nun auch das Wort &amp;quot; urbs&amp;quot;, das entweder Burg oder Stadt bedeutet. Dieses Wort &amp;quot;urbs&amp;quot; hat Clandrian wahrscheinlich in der lateinischen Vorlage für unsere Stelle gelesen. &lt;br /&gt;
:Es läßt sich nämlich auch an einem andern Exzerpt von Clandrian nachweisen, daß er das lateinische Wort &amp;quot;urbs&amp;quot; , das ihm bei diesem Auszug aus dem Original nur vorgelegen haben kann, mit Stadt und nicht mit Burg übersetzt hat. &lt;br /&gt;
:1210 erwähnt Clandrian bei einer Belehnung Heinrichs von Bützow mit einem Teil der Burg und des Landes Marlow auch den &amp;quot;Flecken, so vor der Stadt (Marlow) liegt&amp;quot;, der dem Heinrich gleichfalls zugeteilt wird (M.U.B. I, 192.). &lt;br /&gt;
:Die Stadt Marlow hat es 1210 aber noch nicht gegeben, da sie erst nach 1286 gegründet ist. &lt;br /&gt;
:1210 von einem Flecken vor der Stadt Marlow zu reden, ist also sinnlos (So schon Hegel, Geschichte der mecklenburgischen Landstände, Rostock 1856, S. 21 Anm. 2.). &lt;br /&gt;
:Diese Unstimmigkeit ist jedoch leicht zu erklären, wenn man annimmt, daß Clandrian das Wort &amp;quot;urbs&amp;quot; im Original gelesen und dies statt mit Burg fälschlich mit Stadt übersetzt hat. &lt;br /&gt;
:So wird Clandrian auch bei seinem Auszug der Urkunde von 1233, wo er Ribnitz eine Stadt nennt, sich in der gleichen Weise wie bei Marlow geirrt haben. &lt;br /&gt;
:Es besteht danach Grund zu der Annahme, daß 1233 noch eine Burg in Ribnitz vorhanden war. &lt;br /&gt;
:Die Stadt wird uns zuerst sicher 1252 bezeugt (M.U.B. II, 708.). &lt;br /&gt;
:Ratmänner, allerdings nicht ihre einzelnen Namen, werden in diesem Jahre genannt. &lt;br /&gt;
:Die Stadtgründung ist somit nach 1233 und vor 1252 anzusetzen. &lt;br /&gt;
:Bevor die Stadt gegründet wurde, bestand wahrscheinlich in Ribnitz ein Dorf. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Annahme bestimmt uns der bereits zitierte Urkundenauszug Clandrians vom Jahre 1233: &lt;br /&gt;
:Bischof Brunward von Schwerin verleiht &amp;quot;aus der Stadt Ribnitz alle Zehenden, so dem Bischoff von den bawleuten zukommen&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Man erkennt aus diesem Satz, daß vor der Gründung der Stadt ein Dorf Ribnitz bestand, da 1233 &amp;quot;bawleute&amp;quot; in Burg Ribnitz den Zehnten bezahlten. &lt;br /&gt;
:Da diese Ansiedler der Burg natürlich nicht in der Burg gewohnt haben, können sie nur in einer besonderen Ansiedlung daneben sich niedergelassen haben &lt;br /&gt;
:(d. h. in einem Dorf gewohnt haben neben der Burg). &lt;br /&gt;
:Das Dorf scheint nach der Stadtgründung nicht mehr fortbestanden zu haben, da es seitdem spurlos verschwunden ist. &lt;br /&gt;
:Vielleicht zogen die Bauern in die neu gegründete Stadt und erwarben hier das Bürgerrecht. &lt;br /&gt;
:Die Lage des Dorfes läßt sich nicht mehr angeben. &lt;br /&gt;
:Anscheinend ist auch die heutige Stadt aus ihm nicht hervorgegangen, weil der Stadtplan  dem widerspricht. &lt;br /&gt;
:Eine Straße führt in grader Linie am Markt vorbei durch die ganze Stadt hindurch. &lt;br /&gt;
:Ihr parallel läuft eine andere Straße, die jedoch nicht die ganze Stadt durchzieht, sondern am Markt aufhört. &lt;br /&gt;
:Von diesen beiden Längsstraßen führen genau rechtwinklig und in gleichen Abständen die Nebenstraßen ab. &lt;br /&gt;
:Der Marktplatz ist ein großes: Rechteck. &lt;br /&gt;
:Die Länge seiner beiden Seiten verhält sich ungefähr wie 1: 2. &lt;br /&gt;
:Der Ribnitzer Stadtplan widerspricht demnach der Annahme, daß die Stadt aus einem Dorf entstanden ist. &lt;br /&gt;
:Vielmehr geht aus ihm unzweifelhaft hervor, daß bei der Stadtgründung eine bauliche Neuanlage erfolgte. &lt;br /&gt;
:Die Stadt ist in ihrer Anlage und Grundrißbildung eine kolonisatorische Neuschöpfung. &lt;br /&gt;
:Auszug: Karl Hoffmann : Die Gründung der Stadt Ribnitz &lt;br /&gt;
:In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 70-73&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ribnitz im Jahre 1894==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; 1894; Seite 420-430&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
: &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Ribnitz&#039;&#039;&#039; liegt an einem, mit der etwa eine Meile entfernten Ostsee in Verbindung stehenden Binnensee - der Ribnitzer Binnensee genannt - und an einem Graben, der zum Theil ein Rest des ehemaligen Befestigungsgrabens, die Südwestseite der Stadt umfließend, den (meist trockenen) Klosterteich mit dem gedachten Binnensee vereinigt. &lt;br /&gt;
:Die Stadt liegt auf einer Anhöhe, übrigens in ziemlich ebener Gegend, an dem breiten Wiesensaume des 1/4 Meile von der Stadt in den Binnensee mündenden Recknitzflusses, 3 km von der pommerschen Grenzstadt &#039;&#039;&#039;Damgarten&#039;&#039;&#039; und 27 km von Rostock, mit welchen beiden Städten Ribnitz durch eine &#039;&#039;&#039;Chaussee&#039;&#039;&#039; verbunden ist. &lt;br /&gt;
:Eine weitere Chausseeverbindung hat Ribnitz mit Sanitz (19,5 km), wodurch es Anschluß an das im Süden gelegene Chausseenetz erhält. &lt;br /&gt;
:Die ehemaligen Thorgebäude sind alle bis auf das des Rostocker Thors, welches von sehr alter Bauart, wahrscheinlich zwischen 1200 und 1230 aufgeführt worden ist, abgebrochen. Ribnitz hat 21 &#039;&#039;&#039;Straßen&#039;&#039;&#039; und 680 &#039;&#039;&#039;Häuser&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Die Versicherungssumme der auf dem 7339,4 ha umfassenden städtischen Gebiet gelegenen und in der städtischen Brandsocietät versicherten Gebäude beträgt nach dem Abschluß von Ostern 1891  3 191 700 Mark. &lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;&#039;Einwohnerzahl&#039;&#039;&#039; beträgt 1890 4061 (1855  4072), darunter 1890  53 (1855 90) Juden. &lt;br /&gt;
:Ribnitz ist Sitz eines Amtsgerichts, eines Domanial- (zugleich Strand-) Amts, eines Seemanns-Amts, eines Post- und Telegraphenamts II. Classe, eines Krankenhauses, zweier Armenhäuser, eines Vorschußvereins und einer am 1. Mai 1839 begründeten Ersparniscasse, in die am 1. Januar 1891  491 967 Mark eingelegt waren.&lt;br /&gt;
:Ribnitz ist &#039;&#039;&#039;sehr regelmäßig gebaut&#039;&#039;&#039;, hat gerade und breite, gut gepflasterte und mit Klinkertrotoirs versehene Straßen, in der Mitte einen großen mit dem Kirchenplatz zusammenhängenden Marktplatz, der ein längliches Viereck bildet und woran auch die Lange Straße, die als Hauptstraße die Stadt der Länge nach durchschneidet, belegen ist. &lt;br /&gt;
:Parallel mit der Langen Straße läuft eine andere Straße während von Süden nach Norden durch die ganze Breite des Ortes 7 Querstraßen laufen, die, besonders nach dem Binnensee zu, abschüssig sind. &lt;br /&gt;
:Am Marktplatz liegt das etwa 37 m lange, zweistöckige, stattlich gebaute, mit einem Balkon versehene &#039;&#039;&#039;Rathaus&#039;&#039;&#039;, welches früher auch das Local der Stadtschule hergab, jetzt aber nur 6 Classen dereselben aufnimmt. Die &#039;&#039;&#039;Stadtkirche&#039;&#039;&#039; ist ein altes wahrscheinlich zu Anfang des 13. Jahrhunderts errichtetes ansehnliches Gebäude, das nicht mehr durch Capellen und andere Anhängsel verunziert, aber auch die Arme dieser ehemaligen Kreuzkirche sind längst abgebrochen. &lt;br /&gt;
:Die von zwei Baumreihen umgebene Kirche ist etwa 63 m lang, 20 m breit und ihr Turm ist 55 m hoch. &lt;br /&gt;
:Mit dem Amtshaus, das an der Hauptstraße gelegen, ist das Amtsgericht verbunden. &lt;br /&gt;
:Ebenfalls an der Hauptstraße und zwar in der Nähe der Bahnhofstraße ist erst in neuerer Zeit angelegt, weist eine Reihe stattlicher Gebäude auf und führt an einem Platz vorbei, an dem sich das Realschulgebäude befindet. &lt;br /&gt;
:Das Kloster, von dem bei den Klostergütern die Rede sein wird, begreift den südöstlichen Theil der Stadt in sich. &lt;br /&gt;
:Die ehemaligen &#039;&#039;&#039;Stadtmauern&#039;&#039;&#039; sind bis auf einen unbedeutenden Rest abgebrochen und die früheren Stadtwälle sind sämmtlich abgetragen. &lt;br /&gt;
:Der dadurch gewonnene Raum ist mit zur Stadt gezogen und zu neuen Straßen, sowie zu Anpflanzungen benutzt. &lt;br /&gt;
:Der Strand ist gut gepflastert und mit Brücken zum Anlegen von Fahrzeugen versehen. die nähere Umgebung der Stadt hat sehr durch Anpflanzungen gewonnen, hauptsächlich aber durch Anlegung des sogenannten Stadtparks. &lt;br /&gt;
:In diesem befindet sich auch das jetzige, dicht bei der Damgartener Chaussee errichtete Schützenhaus der 1704 gestifteten &#039;&#039;&#039;Schützenzunft&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Eigentliche &#039;&#039;&#039;Vorstädte&#039;&#039;&#039; gab es früher nicht, doch kann jetzt der Stadtteil vor dem Rostocker Thor, der in den letzten dreißig Jahren entstanden ist und mehrere hundert Einwohner zählt, als Vorstadt bezeichnetn werden. &lt;br /&gt;
:Die nächste Landumgebung der Stadt hat zwar durch die ebenen waldlosen Flächen etwas Einförmiges, doch hat sie durch die schon erwähnten Anlagen neuerdings sehr gewonnen, die Nordseite aber hat den Spiegel des weiten Binnensees, an dessen jenseitigen Ufern die Halbinsel &#039;&#039;&#039;Fischland&#039;&#039;&#039; mit ihren hübschen Fischerdörfern sich ausdehnt, auch zeigt sich das benachbarte Damgarten. &lt;br /&gt;
:Eine Fahrt auf dem Binnensee, auf welchem Passagier-Dampfboote verkehren, gewährt viele Annehmlichkeiten. &lt;br /&gt;
:Lohnend sind ferner Aussichten vom Waschenberg, vom Neuhöfer Wege und von der Rostock-Ribnitzer Chaussee.&lt;br /&gt;
:Ribnitz macht ganz den Eindruck einer Kleinstadt, die im Verhältnis zu ihrer Lage und ihrem Umfang in allen ihren Einrichtungen sich der Zeit angemessen fortentwickelt hat. &lt;br /&gt;
:Immerhin hatte ihre Entwicklung, wie schon der Vergleich der Einwohnerzahlen von 1855 und 1890 errathen läßt, mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. &lt;br /&gt;
:Diese Schwierigkeiten erklären sich vorwiegend durch den &#039;&#039;&#039;Rückgang der Segelschifffahrt&#039;&#039;&#039; und den Mangel einer directen Verbindung mit der Ostsee. &lt;br /&gt;
:So lange die Segelschifffahrt blühte, hatten Ribnitzer Einwohner an der mecklenburgischen Kauffahrteiflotte und namentlich an der Erbauung der Schiffe einen reichen Antheil. &lt;br /&gt;
:Der Nahrungszweig, der sich auf diese Weise gebildet, litt jedoch mehr und mehr, als überwiegend die großen Dampfer die Frachtschifffahrt übernahmen. &lt;br /&gt;
:Für Ribnitz war diese Wandlung der Verhältnisse viel bedenklicher als für Rostock oder Wismar, da es seine Schiffahrt nach wie vor nur mittelst kleiner Yachten und Spitzkähne betreiben konnte. &lt;br /&gt;
:Früher bestand allerdings ein Ribnitzer Seehafen und eine directe Wasserverbindung mit der Ostsee, aber soviel Mühe man sich in Ribnitz auch schon gegeben hat, diesen alten Vorzug wieder zu erlangen, so waren diese Bemühungen bisher doch erfolglos. &lt;br /&gt;
:Die Schiffahrt ist aber jetzt nur eine sehr beschränkte Nahrungsquelle.&lt;br /&gt;
:Von &#039;&#039;&#039;industriellen&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;gewerblichen&#039;&#039;&#039; Anlagen führt der Staatskalender auf: &lt;br /&gt;
:1 Genossenschafts-Dampfmolkerei, 9 Gastwirthschaften, darunter eine Herberge zur Heimath, 13 Schenkwirthschaften, 2 Werften, 1 Mühlenbrauerei, 1 Dampfsägerei, 8 Windmühlen, 1 Badeanstalt, 1 Gasanstalt und 1 Kalkbrennerei. &lt;br /&gt;
:Eine bedeutende Anlage ist die von &#039;&#039;&#039;E.H.Staben&#039;&#039;&#039; 1876 begründete. &lt;br /&gt;
:Sie umfaßt ein Säge- und Hobelwerk, eine Ziegelei und Schiffsbauerei, beschäftigt durchschnittlich 70 Arbeiter und hat 2 Dampfmaschinen von 30 und 80 Pferdekräften. &lt;br /&gt;
:In der hiesigen &#039;&#039;&#039;Buchdruckerei&#039;&#039;&#039; erscheint das Ribnitzer localblatt bereits im 40. Jahrgang. &lt;br /&gt;
:Außer den gewöhnlichen &#039;&#039;&#039;Handwerken&#039;&#039;&#039; und einem starken &#039;&#039;&#039;Ackerbau&#039;&#039;&#039;, den auch viele Handwerker nebenbei betreiben, ist die &#039;&#039;&#039;Fischerei&#039;&#039;&#039;, die in älteren Zeiten freilich viel ergiebiger gewesen sein soll, ein Hauptnahrungszweig. &lt;br /&gt;
:Sehr lohnend ist ferner für die Stadt der Verkehr mit dem Fischlande und den Seedörfern, nach deren Hauptort Wustrow im sommer täglich zwei &#039;&#039;&#039;Dampfböte&#039;&#039;&#039; gehen, auch im Winter wird der Verkehr durch einen Dampfer thunlichst bei Bestand gehalten. &lt;br /&gt;
:Neben der Wasser- besteht mit mdem Fischlande eine regelmäßige &#039;&#039;&#039;Fahrpostverbindung&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Die Verbindung zwischen Rostock und Stralsund ist ebenfalls sehr lebhaft, namentlich nachdem die Rostock-Stralsunder Bahn erbaut und die Strecke Stralsund-Ribnitz (43,3 km) am 1.Juli 1888, die Strecke Rostock-Ribnitz (28,6 km) am 1.Juni 1889 dem Verkehr übergeben war.&lt;br /&gt;
:Vom &#039;&#039;&#039;Stadtgebiet&#039;&#039;&#039; entfallen etwa 3400 ha auf die der Stadt gehörigen Gewässer. &lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;&#039;Stadtfeldmark&#039;&#039;&#039; umfasst dagegen rund 3900 ha. &lt;br /&gt;
:Bis Ende der 60er Jahre waren die großen und wohlhabenden Ortschaften Fischlands mit ihrem Verkehr vorzugsweise auf Ribnitz angewiesen, durch die Gewerbefreiheit erhielten jene Ortschaften eigene Kaufleute und Handwerker. &lt;br /&gt;
:Es stellte sich dadurch eine empfindliche Geschäftslosigkeit für die städtischen Gewerbetreibenden ein. &lt;br /&gt;
:Auf der andern Seite machten sich aber namentlich durch die Aufbesserung der Schulen größere Ansprüche an die Steuerkraft der Stadt geltend. &lt;br /&gt;
:Um nun der Stadt neue Einnahmequellen zu eröffnen, wurde Anfang der 70er Jahre nach heftigen Kämpfen die &#039;&#039;&#039;Aufhebung der Communionweiden&#039;&#039;&#039; durchgesetzt. &lt;br /&gt;
:Aus diesen Weiden zogen nur 91 Wirtschaften einen nennenswerten Vortheil, die Stadt hatte davon gar keine Einnahmen, mußte im Gegentheil jährlich noch namhafte Zuschüsse leisten. &lt;br /&gt;
:Eine Berechnung des Nutzungswerthes der betreffenden Flächen ergab, daß sich der Ertrag derselben erheblich vermehren würde, wenn man das Weideland in Acker und Wiese verwandelte und die Viehbesitzer auf die Stallfütterung verwies. &lt;br /&gt;
:Rath und Bürgerschaft beschlossen daher am 19. April 1871 die Aufhebung der Weide, welche Aufhebung nach eingeholtem Erachten des Kammer-Ingenieurs Senator &#039;&#039;&#039;Beyer&#039;&#039;&#039; zu Parchim landesherrlich bestätigt wurde. &lt;br /&gt;
:Die Stadt verwandte die auf diese Weise gewonnenen Mittel hauptsächlich zur Aufbesserung des Schulwesens. &lt;br /&gt;
:In erster Linie ward hier eine sogenannte &#039;&#039;&#039;höhere Bürgerschule&#039;&#039;&#039; ins Leben gerufen. &lt;br /&gt;
:Das äußerst geschmackvoll und zweckmäßig eingerichtete Schulhaus wurde vom Baumeister Prahst zu Bützow erbaut und besitzt eine Turnhalle. &lt;br /&gt;
:Durch die in der Gründerperiode von 1872 und 1873 unvorhergesehen gesteigerten Preise der Baumaterialien und Arbeitslöhne wurden die Baukosten leider sehr hohe. &lt;br /&gt;
:Sie betrugen über 97 000 M. Auch für Hebung der Bürger- und Elementarschule gab die Stadt Anfangs der 70er Jahre beträchtliche Mittel her. &lt;br /&gt;
:Da die Vorhandenen Räume nicht ausreichten, ward noch ein besonderes Schulhaus errichtet. &lt;br /&gt;
:Abgesehen von der Aufbesserung des Schulwesens bestand ein wesentlicher Vortheil der Weide-Reform in der Schöpfung der schon erwähnten öffentlichen &#039;&#039;&#039;Parkanlage&#039;&#039;&#039; zwischen der Dammgartener Chaussee und dem Binnensee. &lt;br /&gt;
:Bei dem Mangel an Bauholz in der Nähe der Stadt war diese Anlage eine wahre Wohlthat, zumal sie den Einwohnern nicht bloß in den Stunden der Muße zu einem erquickenden und angenehmen Aufenthalt dient, sondern zugleich auch einem sehr geeigneten Turnplatz für die Schüler aller städtischen Schulen hergiebt. &lt;br /&gt;
:Die Anlage wurde 1871 bis 1875 nach einem (übrigens nur theilweise zu Ausführung gekommenen) Plan des Kunstgärtners Finck zu Doberan errichtet.&lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;&#039;Stadtforst&#039;&#039;&#039; umfaßt 586 ha, und zwar 436 ha Hochwald, 150 ha Niederwald. &lt;br /&gt;
:Der Hochwald besteht fast ausnahmslos aus Kiefernbeständen, der Niederwald aus Erlen-Bruchholz. &lt;br /&gt;
:Das städtische Torfmoor an der Ostsee incl. Dünen umfaßt 184, 5 ha.&lt;br /&gt;
:Zur &#039;&#039;&#039;städtischen Kämmerei&#039;&#039;&#039; gehören:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Bollhagen&#039;&#039;&#039; bei Dändorf, nordwestlich etwa eine Meile von Ribnitz, unfern des Binnensees, Erbpachthof von 89,4 ha, mit 1890 9 und 1955 6 Einwohnern.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Borg&#039;&#039;&#039; bei Ribnitz, westlich von der Stadt, unfern der Rostocker Chaussee. &lt;br /&gt;
:Borg war längere Zeit das einzige städtische Gut, welches nicht in Erbpacht verkauft, sondern auf Zeit verpachtet war. :Mitte der 80er Jahre erfolgte nun die Parzellierung und Vererbpachtung dieses Kämmereigutes. Dasselbe welches 270,3 ha umfaßt, wurde eingetheilt in 1 Erbpachthof (136,6 ha)  und 10 Büdnereien (84,3 ha), außerdem in Eigenthumsgrundstücke, Reservate, Wege (zus. 49,4 ha). Borg, das 1855 nur 34 Einwohner zählte, hat jetzt deren 71.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Einhusen&#039;&#039;&#039; bei Ribnitz, östlich von der Stadt, nahe der Recknitz. Auf Antrag des Erbpächters von Einhusen, des Rittergutsbesitzers &#039;&#039;&#039;Albrecht&#039;&#039;&#039; auf Freudenberg, ward Einhusen mit dem Albrecht´schen Familienfideicommiß vereinigt (Vertrag vom 30.Mai 1884). &lt;br /&gt;
:Der nach diesem Vertrag auf Einhusen ruhende Canon ist 1885 durch Zahlung von 60 000 M an die Stadtcasse abgelöst; der Erbpächter hat das Recht der niederen und hohen Jagd, im Uebrigen ist die Eigenschaft Einhusens als Kämmereigut und Erbpachthof von Bestand geblieben. &lt;br /&gt;
:Einhusen umfaßt 201 ha und zählt 1890 6 und 1855 13 Einwohner, 1 Jäger, 1 Ziegler.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Körkwitz&#039;&#039;&#039; bei Ribnitz, nordwestlich von der Stadt, am Binnensee, hof (263 ha) und Dorf (71 ha): Schule, Krug, 1 Erbpächter, 17 Büdner, 1 Jägerhof. &lt;br /&gt;
:Der Hof hat 1890  40 und 1855  57 Einwohner, Das Dorf 1890  126 und 1855  158 Einwohner.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Neuhaus&#039;&#039;&#039; bei Dändorf (in Ribnitz wird der Ort amtlich als &amp;quot;Niehusen&amp;quot; bezeichnet), unfern der Ostsee, über eine Meile nordwestlich von Ribnitz, Erbpachthof von 167 ha mit 1890  22 und 1855  35 Einwohnern.&lt;br /&gt;
:Der &#039;&#039;&#039;Grenzpaß&#039;&#039;&#039; bei Ribnitz, Krug an der Recknitz, dicht an der pommerschen Grenze.&lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;&#039;Stadtverwaltung&#039;&#039;&#039; geschieht auf Grund der Stadtordnung vom 23. Februar 1835. &lt;br /&gt;
:Die Wahl des Bürgermeisters erfolgt durch den Bürgerausschuß auf Vorschlag von drei zum Richteramt befähigten Candidaten Seitens des Magistrats. &lt;br /&gt;
:Die Senatoren, deren im Magistrat drei angestellt sind, wählt der Magistrat auf Präsentation von drei Candidaten durch den Bürgerausschuß. &lt;br /&gt;
:Sämmtliche Magistratsmitglieder werden durch landesherrliche Bestätigung gewählt. &lt;br /&gt;
:Der Bürgerausschuß besteht aus 12 Bürgervorstehern, welche von den Bürgern der Stadt in geheimer Wahl auf sechs Jahre gewählt werden. &lt;br /&gt;
:Es gilt in der Stadt das &#039;&#039;&#039;lübsche Recht&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:In ihrem ältesten Siegel führte die Stadt den Stierkopf, wie ihn anfänglich die Rostocker Fürsten und auch Rostock in ihren Siegeln führten. &lt;br /&gt;
:Beseitet war dieses Herrschaftsbild von zwei aufsteigenden Fischen, welche durch den Namen der Stadt (ryba=Fisch, Ribnitz also Fischort) sich leicht erklären lassen. &lt;br /&gt;
:In die späteren Siegel wurde das alleinige Wappen der Rostocker Herren, der Greif, aufgenommen, in dem im Jahre 1857 amtlich festgestellten Stadtwappen wurde der Greif ebenfalls beibehalten und ist somit das bezeichnende Bild der alten Siegel ganz bei Seite gestzt.&lt;br /&gt;
:Was die &#039;&#039;&#039;städtischen Vemögensverhältnisse&#039;&#039;&#039; anbelangt, so wurden der Stadt durch die schon erwähnte Weide-Reform zwar bedeutende Einnahmequellen eröffnet, andererseits mehrten sich aber auch die nothwendigen Ausgaben. &lt;br /&gt;
:Die Ausgaben für Hebung des Schulwesens erwähnten wir bereits. zu bemerken ist ferner, daß die Stadt sich gezwungen sah, 1871 die Gasanstalt käuflich zu erwerben, da der damalige Inhaber im Begriff war, sie verfallen zu lassen. &lt;br /&gt;
:In folge der Einführung des Petroleums und der Steigerung der Kohlenpreise war es lediglich der Stadtcasse zu danken, daß der Stadt die große Annehmlichkeit der Gasbeleuchtung erhalten wurde. &lt;br /&gt;
:Bei der vielfachen Inanspruchnahme der Stadtcasse konnte indeß eine Verschlechterung des Capitalvermögens der Stadt nicht ausbleiben, und während der Abschluß der Stadtcassenrechnung für 1870 einen Capitalbestand  von 42 428 Mark aufwies, schloß das Jahr 1875 mit einer Schuld von rund 135 000 Mark. &lt;br /&gt;
:Da auch die Armencasse mit vermehrten Ausgaben zu rechnenhatte, so wurde schon Anfang der 70er Jahre eine Reform der städtischen Steuern durchgeführt werden. &lt;br /&gt;
:Dieser Reform wurde das Princip der progressiven Einkommensteuer zu Grunde gelegt. &lt;br /&gt;
:Auf diesem Princip beruhte die Armensteuer und wurde die Hälfte derselben seit 1875 als Einkommensteuer zur Stadtcasse erhoben. &lt;br /&gt;
:Neben der Einkommensteuer wurde zur Stadtcasse noch eine Wohnungssteuer mit 4 % des Wohnungswertes erhoben. &lt;br /&gt;
:Die städtischen Steuern berechneten sich in Folge dessen: Armensteuer 6165 Mark, Einkommensteuer 3082 Mark, Wohnsteuer 3811 Mark, zusammen 13 058 Mark. &lt;br /&gt;
:Neu geregelt ist die Erhebung der Einkommensteuer durch Statut vom 26. Januar 1891. &lt;br /&gt;
:Danach steigt die Steuer progressiv von jährlich 1 Mark bei 400 M Einkommen bis 200 Mark für 10 000 Mark sind 2 Mark Steuer mehr zu entrichten. &lt;br /&gt;
:Der Magistrat giebt seit 1875 alle 5 Jahre einen städtischen Verwaltungsbericht heraus, der über das Cassenwesen so klare Aufschlüsse giebt, wie sie ähnlich leider nur von sehr wenigen Städten in Mecklenburg in die Oeffentlichkeit kommen. &lt;br /&gt;
:Der neueste Bericht erstreckt sich auf die Jahre 1886 bis incl. 1890. &lt;br /&gt;
:Danach hatte die Kämmereicasse pro 1890 eine Einnahme von 52 546 Mark und eine Ausgabe von 67 489 Mark. &lt;br /&gt;
:Von den Haupt-Einnahmeposten heben wir hervor: Ertrag 10 295 Mark, der Stadtforst 8228 Mark, des Torfmoors 1193 Mark, der Stadtäcker, Gärten, Wiesen und Weiden 15 558 Mark, Reingewinn aus der Sparcasse, welcher zur Kämmereicasse fließt, 2443 Mark, Einkommensteuer 3556 Mark, Haussteuer 1355 Mark, Wohnungssteuer 4759 Mark, Hundesteuer 363 Mark, Fischereisteuer 647 Mark. &lt;br /&gt;
:Von den Hauptausgaben pro 1890 sind zu nennen: Stadtverwaltungskosten 14 896 Mark, -zinsen für angeliehene Capitalien  5989 Mark, Realprogymnasium 9250 Mark, Bürger- und Elememtarschule 10 981 Mark, Gasanstalt 8102 Mark, Hafenbauten 5904 Mark. &lt;br /&gt;
:Der Vermögensstand am 31.December 1890 wies eine Schuld von 138 889 Mark auf, zu deren theilweiser Erklärung zu bemerken ist, daß die Stadt allein zum Eisenbahnbau 1887/89 30 679 Mark und zum Chausseebau nach Sanitz 1886/89 11 974 Mark, ferner für größere Hafenschutzbauten in den Jahren 1882 und 1883 durch Errichtung des westlichen Hafenbassins und neuen Landes, sowie für Ausbaggerung eines Fahrwassers bis zu pommerschen Küste (2,2 M) im Ganzen 15 445 Mark herzugeben hatte. &lt;br /&gt;
:Die Armencasse zeigte 1890 eine Einnahme von 13 402 Mark, wovon durch die Armensteuer 7277 Mark aufgebracht wurden, und eine Ausgabe von 8645 Mark gegen 10 994 Mark im Jahre 1886. &lt;br /&gt;
:Die Armencasse verfügt über die Einnahmen aus sechs Legaten und den Ertrag von einem Morgen Ackere. &lt;br /&gt;
:Nach dem Werth des Ackers, der Legate und einem baaren Cassenbestand von 4758 Mark stellten sich die Activa der Casse Ende 1890 auf 12 558 Mark.&lt;br /&gt;
:Bei der &#039;&#039;&#039;Stadtkirche&#039;&#039;&#039;, die Großherzoglichen Patronats ist, sind zwei Prediger angestellt, die unter drei präsentirten Candidaten von der Gemeinde gewählt werden. &lt;br /&gt;
:Das Kloster bildet mit Müritz, Neuhof und Petersdorf eine besondere Gemeinde. &lt;br /&gt;
:Die Juden haben hier eine Synagoge.&lt;br /&gt;
:Von Schulen besteht hier das &#039;&#039;&#039;Real-Progymnasium&#039;&#039;&#039;, 1871, wie schon erwähnt, als &#039;&#039;&#039;höhere Bürgerschule&#039;&#039;&#039; eröffnet, Michaelis 1881 als Realschule I. Ordnung anerkannt. &lt;br /&gt;
:Das Patronat hat der Magistrat. &lt;br /&gt;
:Außer dem Direktor sind 6 Lehrer und 2 Hilfslehrer angestellt. &lt;br /&gt;
:An der Bürgerschule unterrichten außer dem Rector 10 Lehrer, 2 Lehrerinnen  und 2 Industrielehrerinnen. &lt;br /&gt;
:Außerdem befinden sich in Ribnitz noch zwei Privat-Kleinkinderschulen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&#039;&#039;&#039;Geschichliches&#039;&#039;&#039; - Ribnitz, in alten Urkunden auch Rybnitz, Ribbenitz, Ribbenitze usw.==&lt;br /&gt;
:geschrieben, war ursprünglich wohl ein von dem wendischen Stamm der Kissiner angelegtes Fischerdorf, denn sein Name bedeutet Fischort, vom wendischen Riba, Fisch, mit der, einen Ort in Bezug auf die ihn umgebende Natur bezeichnenden Endsilbe: -itz. Auch der Name der Halbinsel Fischland scheint diese Ableitung zu bestätigen. Schon 1192 kommt Ribnitz unter den Besitzungen des Klosters Doberan vor, aus dessen Besitz es jedoch bald wieder verschwindet. Dann wird Ribnitz wieder in Urkunden erwähnt im Jahre 1252 und 1257, in welchem letzteren Jahre der Rath zu Rostock an den zu Lübeck berichtet, daß in der Stadt Ribnitz das lübsche Recht gelte. Wahrscheinlich wird das wendische Ribnitz in der Zeit von 1200 bis 1230 in die deutsche Stadt Ribnitz verwandelt sein, wozu wohl die hier befindliche fürstliche Burg die Gelegenheit gab. Fürst Waldemar von Rostock bestätigte nur 1271 die Privilegien der Stadt, gründete dieselbe aber damals nicht erst, wie von den Chronisten früher irrthümlich angenommen wurde, denn nach Ausweis der Stadtacten kaufte die Stadt bereits 1260 die Pacht aus Tressentin und verpflichtete sich gegen den Fürsten Waldemar zur Zahlung von 20 Mark jährl. Orbör. Die Stadtprivilegien sind aber nicht allein 1271, sondern auch später zu wiederholten Malen von den Landesherren bestätigt. Am Sonnabend nach Ostern 1286 kaufte die Stadt mit Zustimmung des des Fürsten Witzlav II. von Rügen von den Rittern Heinrich und Hermann von Dechow auf Putenitz, dem jetzigen Gute Pütnitz an der Recknitz in Pommern, die über die Recknitz führende Brücke sammt Zollgerechtigkeit für 70 Mark Rostocker Münze. Nach dem Aussterben des Fürstenhauses Rostock, dem Ribnitz bis dahin gehörte, ging es 1317 mit der Herrschaft Rostock an die Linie Mecklenburg über. Um die Geistlichkeit zu versöhnen, stiftete Heinrich der Löwe von Mecklenburg 1324 in Ribnitz ein Kloster und schenkte dazu den innerhalb der städtischen Ringmauern belegenen fürstlichen Hof. Die Vollendung des Klosters traf jedoch noch auf manche Widerwärtigkeiten, da die Stadt und die Stadtgeistlichkeit, die Beschränkung der Stadtgerechtsame fürchtend,das Kloster mit scheelen Augen ansahen. Der Rath ließ die ersten Nonnen nicht eher in die Stadt, als bis er durch schriftlichen Revers gegen jede Beeinträchtigung seiner Rechte gesichert war. Von der damaligen Bedeutung der Stadt geben auch die vielen Kirchen und Kapellen ein Zeugniß. Außer der Kloster- oder St. Clarenkirche gab es nicht weniger als 7 Kirchen und Kapellen, von denen aber nur noch die Marienkirche , die jetzige Stadtkirche vorhanden ist. Wir finden in Ribnitz die 1290 vom Rathe gegründete Heiligengeistkirche, nach der noch jetzt eine größtentheils bebaute Stelle benannt wird, die St. Jürgen- oder St. Georgskirche auf dem jetzigen Klosterkirchhofe, die St. Jobstkapelle auf dem noch heute St. Jost benannten Ackerstücke, die St. Gertrudenkapelle am Wege nach Klockenhagen, die Dreifaltigkeitskirche, 1514 an der Stelle, wo sich einst die Rostocker- und Ribnitzer Heide schieden, erbaut, die Heiligenkreuz- oder Blutskapelle, wozu einige noch die Gotthards- und St. Katharinenkapelle nennen. - Die Lage an der Straße nach Pommern gab der Stadt auch in Kriegen eine gewisse Wichtigkeit. Nahe bei der Stadt, auf dem darnach so genannten &amp;quot;Stridebrink&amp;quot; wurde 1322 Fürst Wizlav III. von Rügen durch die Brandenburger und Heinrich den Löwen von Mecklenburg geschlagen. Auch in späterer Zeit hat die Stadt oft Gefechte und Durchmärsche gesehen. In dem nordischen Kriege (1675 und 1678) nahmen die Schweden die von den Dänen besetzte Stadt und zerstörten die Befestigungswerke bis auf den kleinen, jetzt noch vorhandenen Rest des Walls. auch noch zur Zeit des letzten französischen Krieges hat Ribnitz viel von Durchmärschen und Requisitionen zu leiden gehabt. Am 23. Mai 1809 wurde der Grenzpaß durch den Major v. Schill, derauf dem Zuge nach Stralsund begriffen war, mit stürmender Hand genommen, wobei derselbe die auf der pommerschen Seite sich ihm entgegenstellenden Mecklenburger überwältigte. - Große Feuersbrünste fanden in Ribnitz statt in den Jahren 1384, 1435, 1455, 1537, 1759, wobei die Marienkirche sehr litt, das Kloster aber stets unversehrt blieb. In der Nacht vom 17. auf den 18. September 1855 brannten 51 gefüllte Scheunen ab.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ribnitz im Spiegel von Karten und Luftbildern==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz Hoinkhusen 1700.jpg|Ribnitz in der Hoinkhusen-Karte um 1700 (Ausschnitt)&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz Feldregister 1727.jpg| Ribnitz nach dem Feldregister von 1727 (Krambeer)&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz Schmettau 1788.jpg|Ribnitz 1788 Schmettau-Karte&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz in der Wiebekingkarte ca 1787.jpg| Ribnitz in der Wiebeking-Karte ca. 1787&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz 1837.jpg|Ribnitz 1837 (Krambeer)&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz Tott Karte 1852.jpg | Ribnitz Tott-Karte 1852&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz 1938.jpg| Ribnitz 1938 (Krambeer)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschronik/en von Ribnitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Chronologie und fortlaufende Ortschronik von Ribnitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Geschichte des Klarissenklosters Ribnitz]]&lt;br /&gt;
* [[Zu Ribnitzer Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Sagen Geschichten und Legenden aus Ribnitz und Umgebung|Sagen, Geschichten und Legenden aus Ribnitz und Umgebung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterfuehrende Information zu Ribnitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ribnitz in den Mecklenburgischen Monatsheften]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ribnitz im Mecklenburgischen Jahrbuch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://gov.genealogy.net/item/show/object_386967 Ribnitz in gov.genealogy.net]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Ribnitz Ribnitz in Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ribnitz-Damgarten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Quellenhinweise aus Archiven, Findbüchern und Publikationen zu Ribnitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontakte==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Das_mecklenburgische_Ribnitz_-_Ortsgeschichte_bis_1950&amp;diff=156259</id>
		<title>Das mecklenburgische Ribnitz - Ortsgeschichte bis 1950</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Das_mecklenburgische_Ribnitz_-_Ortsgeschichte_bis_1950&amp;diff=156259"/>
		<updated>2026-09-15T22:06:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Ribnitz im Spiegel von Karten und Luftbildern */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Das Wappen von Ribnitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In blau ein aufsteigender goldener Greif&lt;br /&gt;
[[Datei:Ribnitz Wappen nach Teske.jpg|thumb|250px|Wappen der Stadt nach Teske 1885]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur Ortsgründung von Ribnitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;nach Teske 1885&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Stadt Ribnitz wird noch in der ersten Hölfte des 13. Jahrhunderts gestiftet sein, bereits eine Urkunde Heinrich Borwins III. von Rostock aus dem Jahr 1252 (MUB II. 708.-) handelt von Ansprüchen eines Bürgers Bernhard Scheel zu Ribnitz (Bernardus Luscus, civis in Ribeniz), die derselbe auf Güter des Klosters Bersenbrück bei Osnabrück erhoben hatte, und im Jahre 1257 (MUB II. 794) bezeugt der Rath von Rostock, daß die Ribnitzer Bürger sich des zu Rostock und Lübeck üblichen Rechts bedienen. Fürst Waldemar von Rostock (1266 - 1282) bestätigte darauf - nach neuen Angaben im Jahre 1271 - die Privilegien der Stadt (MUB II. 1212).&lt;br /&gt;
:In ihr ältestes sigillum setzt Ribnitz den Stierkopf, wie ihn anfänglich die Rostocker Fürsten und auch die Stadt Rostock in ihren Siegeln führten. &lt;br /&gt;
:Beseitet wird dieses Herrschaftsbild von zwei aufsteigenden Fischen welche den Namen der Stadt (altslavisch ryba = Fisch, Ribnitz also Fischort) sich leicht erklären lassen; das nämliche Bild hat das zweite sigillum aus dem 14. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
:In das secretum wurde das spätere alleinige Wappen der Rostocker Herren, der Greif, aufgenommen. &lt;br /&gt;
:Bemerkenswerth ist, daß der Greif des Sekrets aufsteigend, also in der nun von Nicolaus dem Kinde (gest. 1314) zuletzt geführten Gestalt erscheint, was darauf schließen läßt, daß das fragliche Siegel zur Regierungszeit dieses Fürsten entstanden sein wird, und damit stimmt denn auch sein Styl überein. &lt;br /&gt;
:Der Greif ging in der Folge, sicher seit dere ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, in die sämmtlichen Stadtsiegel über.&lt;br /&gt;
:Für das im Jahre 1857 offiziell fixirte Stadtwappen wurde er ebenfalls beibehalten, und ist so das bezeichnende Bild der alten sigilla leider ganz beiseite gesetzt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 [[Datei:Ribnitzer Siegel nach Kühl.jpg|rechts|500px|thumb|Ribnitzer Siegel nach Kühl]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Gründung der Stadt Ribnitz==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ribnitz Tott Stadtbild 1853.jpg|1000px|mitte|Ribnitz Gesamtansicht von Südwest nach der Tott-Chronik von 1853]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;(Auszug Karl Hoffmann In Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 70-73, &lt;br /&gt;
:Vgl. Tott, Geschichte von Ribnitz, Ribnitz 1852, Schlie a. a. O. I, S. 348 ff., Bachmann a. a. O. S. 333/34. Tott konnte 1852 die Urkundenbücher noch nicht benutzen.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:An der Straße, die von Rostock an der Ostsee entlang nach Stralsund führt, liegt dicht an der pommerschen Grenze die Stadt Ribnitz. &lt;br /&gt;
:An derselben Stelle bestand schon vor mehr als 700 Jahren in der Zeit, als noch die Wenden in Mecklenburg herrschten, eine landesherrliche Krugwirtschaft, die vielleicht der Mittelpunkt eines kleineren Bezirks innerhalb des größeren Burgwardgebietes gewesen ist (M.U.B. I, 192. &lt;br /&gt;
:Fürst Borwin belehnt Heinrich von Bützow &amp;quot;mit der helffte des gerichtes und deß Kruges in Rybenitz&amp;quot;.), da uns ausdrücklich auch von einem Gericht, das mit dem Krug verbunden war, berichtet wird (Für das benachbarte Westpommern oder Slawien berichtet H. F. Schmid  in „Die Burgbezirksverfassung bei den slavischen Völkern in ihrer Bedeutung für die Geschichte ihrer Siedlung und ihrer staatlichen Organisation.“, Jahrbücher für Kultur und Geschichte der Slaven. Her. von E. Hanisch, N. F., Band II, Heft II, S. 97) folgendes: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Man nimmt an, daß innerhalb des Burggebietes für Abgabenerhebung und Rechtspflege kleinere Bezirke vorhanden waren, deren Mittelpunkte landesherrliche Schenken waren.&amp;quot;  ). &lt;br /&gt;
:Eine Stadt hat es damals hier noch nicht gegeben. &lt;br /&gt;
:Es ist aber wahrscheinlich, daß außer diesem Krug auch noch eine Burg in Ribnitz gestanden hat. &lt;br /&gt;
:Von großer Bedeutung wird sie zwar nicht gewesen sein; denn die Hauptburg in der Ribnitzer Gegend war damals Marlow, und Ribnitz gehörte wahrscheinlich zum Burgbezirk Marlow (M.U.B. I, 192.  ). &lt;br /&gt;
:Schon Lisch hat auf Grund einer Urkunde von 1329 (M.U.B. VIII, 5016.), durch welche Heinrich von Mecklenburg, der damalige Herr, zur Erbauung eines Klosters in Ribnitz den fürstlichen Hof außerhalb der Stadtmauern hergibt, vermutet, daß dieser Hof eine ehemalige wendische Burgstelle gewesen sei (Nach Wigger, Mecklbg. Annalen, S. 126.). &lt;br /&gt;
:Wir wollen im folgenden versuchen, diese Vermutung von Lisch noch wahrscheinlicher zu machen. &lt;br /&gt;
:Eine Burg in Ribnitz wird uns 1233, wenn wir ein Exzerpt, das uns von einer Urkunde aus diesem Jahre überliefert ist, richtig deuten, urkundlich genannt (M.U.B. I, 421. ).&lt;br /&gt;
:Dieses Urkundenexzerpt stammt von Daniel Clandrian, einem Notar, der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts lebte. &lt;br /&gt;
:In diesem Auszug Clandrians befindet sich über Ribnitz folgender Satz: &lt;br /&gt;
:Bischof Brunward von Schwerin verleiht &amp;quot;aus der Stadt Ribenitz alle Zehenden, so dem Bischoffe von den bawleuten zukommen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Zunächst scheint diese Nachricht von einer Burg in Ribnitz nichts zu erwähnen. &lt;br /&gt;
:Es wird sich jedoch zeigen, daß das Wort &amp;quot;Stadt&amp;quot; durch &amp;quot;Burg&amp;quot; zu ersetzen ist. &lt;br /&gt;
:Bereits Schmaltz hat darauf aufmerksam gemacht, daß es auffällig ist, daß aus einer Stadt, wie Ribnitz hier genannt ist, der Bischof Zehnten einnimmt, da ihm &amp;quot;keine mecklenburgische Stadt bekannt sei, von deren Feldmark Zehnten an den Bischof gezahlt worden wären&amp;quot; ( M.J.B. Bd. 72, S. 255.). &lt;br /&gt;
:Daher hielt er es für unwahrscheinlich, daß Ribnitz 1233 eine Stadt war. Wie kommt es nun, daß Clandrian trotzdem von einer Stadt in Ribnitz berichtet? &lt;br /&gt;
:Um diesen Widerspruch zu erklären, müssen wir uns vergegenwärtigen, daß Clandrian einen lateinischen Originaltext exzerpierte, den er ins Deutsche übersetzte. &lt;br /&gt;
:Es ist also sehr wohl möglich, daß Clandrian lateinische Worte, die im Deutschen in verschiedenen Bedeutungen gebraucht werden, in einem Sinne übersetzt hat, in dem der Originaltext sie nicht verstanden wissen wollte. &lt;br /&gt;
:Solche doppelte Bedeutung im Deutschen hat nun auch das Wort &amp;quot; urbs&amp;quot;, das entweder Burg oder Stadt bedeutet. Dieses Wort &amp;quot;urbs&amp;quot; hat Clandrian wahrscheinlich in der lateinischen Vorlage für unsere Stelle gelesen. &lt;br /&gt;
:Es läßt sich nämlich auch an einem andern Exzerpt von Clandrian nachweisen, daß er das lateinische Wort &amp;quot;urbs&amp;quot; , das ihm bei diesem Auszug aus dem Original nur vorgelegen haben kann, mit Stadt und nicht mit Burg übersetzt hat. &lt;br /&gt;
:1210 erwähnt Clandrian bei einer Belehnung Heinrichs von Bützow mit einem Teil der Burg und des Landes Marlow auch den &amp;quot;Flecken, so vor der Stadt (Marlow) liegt&amp;quot;, der dem Heinrich gleichfalls zugeteilt wird (M.U.B. I, 192.). &lt;br /&gt;
:Die Stadt Marlow hat es 1210 aber noch nicht gegeben, da sie erst nach 1286 gegründet ist. &lt;br /&gt;
:1210 von einem Flecken vor der Stadt Marlow zu reden, ist also sinnlos (So schon Hegel, Geschichte der mecklenburgischen Landstände, Rostock 1856, S. 21 Anm. 2.). &lt;br /&gt;
:Diese Unstimmigkeit ist jedoch leicht zu erklären, wenn man annimmt, daß Clandrian das Wort &amp;quot;urbs&amp;quot; im Original gelesen und dies statt mit Burg fälschlich mit Stadt übersetzt hat. &lt;br /&gt;
:So wird Clandrian auch bei seinem Auszug der Urkunde von 1233, wo er Ribnitz eine Stadt nennt, sich in der gleichen Weise wie bei Marlow geirrt haben. &lt;br /&gt;
:Es besteht danach Grund zu der Annahme, daß 1233 noch eine Burg in Ribnitz vorhanden war. &lt;br /&gt;
:Die Stadt wird uns zuerst sicher 1252 bezeugt (M.U.B. II, 708.). &lt;br /&gt;
:Ratmänner, allerdings nicht ihre einzelnen Namen, werden in diesem Jahre genannt. &lt;br /&gt;
:Die Stadtgründung ist somit nach 1233 und vor 1252 anzusetzen. &lt;br /&gt;
:Bevor die Stadt gegründet wurde, bestand wahrscheinlich in Ribnitz ein Dorf. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Annahme bestimmt uns der bereits zitierte Urkundenauszug Clandrians vom Jahre 1233: &lt;br /&gt;
:Bischof Brunward von Schwerin verleiht &amp;quot;aus der Stadt Ribnitz alle Zehenden, so dem Bischoff von den bawleuten zukommen&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Man erkennt aus diesem Satz, daß vor der Gründung der Stadt ein Dorf Ribnitz bestand, da 1233 &amp;quot;bawleute&amp;quot; in Burg Ribnitz den Zehnten bezahlten. &lt;br /&gt;
:Da diese Ansiedler der Burg natürlich nicht in der Burg gewohnt haben, können sie nur in einer besonderen Ansiedlung daneben sich niedergelassen haben &lt;br /&gt;
:(d. h. in einem Dorf gewohnt haben neben der Burg). &lt;br /&gt;
:Das Dorf scheint nach der Stadtgründung nicht mehr fortbestanden zu haben, da es seitdem spurlos verschwunden ist. &lt;br /&gt;
:Vielleicht zogen die Bauern in die neu gegründete Stadt und erwarben hier das Bürgerrecht. &lt;br /&gt;
:Die Lage des Dorfes läßt sich nicht mehr angeben. &lt;br /&gt;
:Anscheinend ist auch die heutige Stadt aus ihm nicht hervorgegangen, weil der Stadtplan  dem widerspricht. &lt;br /&gt;
:Eine Straße führt in grader Linie am Markt vorbei durch die ganze Stadt hindurch. &lt;br /&gt;
:Ihr parallel läuft eine andere Straße, die jedoch nicht die ganze Stadt durchzieht, sondern am Markt aufhört. &lt;br /&gt;
:Von diesen beiden Längsstraßen führen genau rechtwinklig und in gleichen Abständen die Nebenstraßen ab. &lt;br /&gt;
:Der Marktplatz ist ein großes: Rechteck. &lt;br /&gt;
:Die Länge seiner beiden Seiten verhält sich ungefähr wie 1: 2. &lt;br /&gt;
:Der Ribnitzer Stadtplan widerspricht demnach der Annahme, daß die Stadt aus einem Dorf entstanden ist. &lt;br /&gt;
:Vielmehr geht aus ihm unzweifelhaft hervor, daß bei der Stadtgründung eine bauliche Neuanlage erfolgte. &lt;br /&gt;
:Die Stadt ist in ihrer Anlage und Grundrißbildung eine kolonisatorische Neuschöpfung. &lt;br /&gt;
:Auszug: Karl Hoffmann : Die Gründung der Stadt Ribnitz &lt;br /&gt;
:In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 70-73&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ribnitz im Jahre 1894==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; 1894; Seite 420-430&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
: &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Ribnitz&#039;&#039;&#039; liegt an einem, mit der etwa eine Meile entfernten Ostsee in Verbindung stehenden Binnensee - der Ribnitzer Binnensee genannt - und an einem Graben, der zum Theil ein Rest des ehemaligen Befestigungsgrabens, die Südwestseite der Stadt umfließend, den (meist trockenen) Klosterteich mit dem gedachten Binnensee vereinigt. &lt;br /&gt;
:Die Stadt liegt auf einer Anhöhe, übrigens in ziemlich ebener Gegend, an dem breiten Wiesensaume des 1/4 Meile von der Stadt in den Binnensee mündenden Recknitzflusses, 3 km von der pommerschen Grenzstadt &#039;&#039;&#039;Damgarten&#039;&#039;&#039; und 27 km von Rostock, mit welchen beiden Städten Ribnitz durch eine &#039;&#039;&#039;Chaussee&#039;&#039;&#039; verbunden ist. &lt;br /&gt;
:Eine weitere Chausseeverbindung hat Ribnitz mit Sanitz (19,5 km), wodurch es Anschluß an das im Süden gelegene Chausseenetz erhält. &lt;br /&gt;
:Die ehemaligen Thorgebäude sind alle bis auf das des Rostocker Thors, welches von sehr alter Bauart, wahrscheinlich zwischen 1200 und 1230 aufgeführt worden ist, abgebrochen. Ribnitz hat 21 &#039;&#039;&#039;Straßen&#039;&#039;&#039; und 680 &#039;&#039;&#039;Häuser&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Die Versicherungssumme der auf dem 7339,4 ha umfassenden städtischen Gebiet gelegenen und in der städtischen Brandsocietät versicherten Gebäude beträgt nach dem Abschluß von Ostern 1891  3 191 700 Mark. &lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;&#039;Einwohnerzahl&#039;&#039;&#039; beträgt 1890 4061 (1855  4072), darunter 1890  53 (1855 90) Juden. &lt;br /&gt;
:Ribnitz ist Sitz eines Amtsgerichts, eines Domanial- (zugleich Strand-) Amts, eines Seemanns-Amts, eines Post- und Telegraphenamts II. Classe, eines Krankenhauses, zweier Armenhäuser, eines Vorschußvereins und einer am 1. Mai 1839 begründeten Ersparniscasse, in die am 1. Januar 1891  491 967 Mark eingelegt waren.&lt;br /&gt;
:Ribnitz ist &#039;&#039;&#039;sehr regelmäßig gebaut&#039;&#039;&#039;, hat gerade und breite, gut gepflasterte und mit Klinkertrotoirs versehene Straßen, in der Mitte einen großen mit dem Kirchenplatz zusammenhängenden Marktplatz, der ein längliches Viereck bildet und woran auch die Lange Straße, die als Hauptstraße die Stadt der Länge nach durchschneidet, belegen ist. &lt;br /&gt;
:Parallel mit der Langen Straße läuft eine andere Straße während von Süden nach Norden durch die ganze Breite des Ortes 7 Querstraßen laufen, die, besonders nach dem Binnensee zu, abschüssig sind. &lt;br /&gt;
:Am Marktplatz liegt das etwa 37 m lange, zweistöckige, stattlich gebaute, mit einem Balkon versehene &#039;&#039;&#039;Rathaus&#039;&#039;&#039;, welches früher auch das Local der Stadtschule hergab, jetzt aber nur 6 Classen dereselben aufnimmt. Die &#039;&#039;&#039;Stadtkirche&#039;&#039;&#039; ist ein altes wahrscheinlich zu Anfang des 13. Jahrhunderts errichtetes ansehnliches Gebäude, das nicht mehr durch Capellen und andere Anhängsel verunziert, aber auch die Arme dieser ehemaligen Kreuzkirche sind längst abgebrochen. &lt;br /&gt;
:Die von zwei Baumreihen umgebene Kirche ist etwa 63 m lang, 20 m breit und ihr Turm ist 55 m hoch. &lt;br /&gt;
:Mit dem Amtshaus, das an der Hauptstraße gelegen, ist das Amtsgericht verbunden. &lt;br /&gt;
:Ebenfalls an der Hauptstraße und zwar in der Nähe der Bahnhofstraße ist erst in neuerer Zeit angelegt, weist eine Reihe stattlicher Gebäude auf und führt an einem Platz vorbei, an dem sich das Realschulgebäude befindet. &lt;br /&gt;
:Das Kloster, von dem bei den Klostergütern die Rede sein wird, begreift den südöstlichen Theil der Stadt in sich. &lt;br /&gt;
:Die ehemaligen &#039;&#039;&#039;Stadtmauern&#039;&#039;&#039; sind bis auf einen unbedeutenden Rest abgebrochen und die früheren Stadtwälle sind sämmtlich abgetragen. &lt;br /&gt;
:Der dadurch gewonnene Raum ist mit zur Stadt gezogen und zu neuen Straßen, sowie zu Anpflanzungen benutzt. &lt;br /&gt;
:Der Strand ist gut gepflastert und mit Brücken zum Anlegen von Fahrzeugen versehen. die nähere Umgebung der Stadt hat sehr durch Anpflanzungen gewonnen, hauptsächlich aber durch Anlegung des sogenannten Stadtparks. &lt;br /&gt;
:In diesem befindet sich auch das jetzige, dicht bei der Damgartener Chaussee errichtete Schützenhaus der 1704 gestifteten &#039;&#039;&#039;Schützenzunft&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Eigentliche &#039;&#039;&#039;Vorstädte&#039;&#039;&#039; gab es früher nicht, doch kann jetzt der Stadtteil vor dem Rostocker Thor, der in den letzten dreißig Jahren entstanden ist und mehrere hundert Einwohner zählt, als Vorstadt bezeichnetn werden. &lt;br /&gt;
:Die nächste Landumgebung der Stadt hat zwar durch die ebenen waldlosen Flächen etwas Einförmiges, doch hat sie durch die schon erwähnten Anlagen neuerdings sehr gewonnen, die Nordseite aber hat den Spiegel des weiten Binnensees, an dessen jenseitigen Ufern die Halbinsel &#039;&#039;&#039;Fischland&#039;&#039;&#039; mit ihren hübschen Fischerdörfern sich ausdehnt, auch zeigt sich das benachbarte Damgarten. &lt;br /&gt;
:Eine Fahrt auf dem Binnensee, auf welchem Passagier-Dampfboote verkehren, gewährt viele Annehmlichkeiten. &lt;br /&gt;
:Lohnend sind ferner Aussichten vom Waschenberg, vom Neuhöfer Wege und von der Rostock-Ribnitzer Chaussee.&lt;br /&gt;
:Ribnitz macht ganz den Eindruck einer Kleinstadt, die im Verhältnis zu ihrer Lage und ihrem Umfang in allen ihren Einrichtungen sich der Zeit angemessen fortentwickelt hat. &lt;br /&gt;
:Immerhin hatte ihre Entwicklung, wie schon der Vergleich der Einwohnerzahlen von 1855 und 1890 errathen läßt, mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. &lt;br /&gt;
:Diese Schwierigkeiten erklären sich vorwiegend durch den &#039;&#039;&#039;Rückgang der Segelschifffahrt&#039;&#039;&#039; und den Mangel einer directen Verbindung mit der Ostsee. &lt;br /&gt;
:So lange die Segelschifffahrt blühte, hatten Ribnitzer Einwohner an der mecklenburgischen Kauffahrteiflotte und namentlich an der Erbauung der Schiffe einen reichen Antheil. &lt;br /&gt;
:Der Nahrungszweig, der sich auf diese Weise gebildet, litt jedoch mehr und mehr, als überwiegend die großen Dampfer die Frachtschifffahrt übernahmen. &lt;br /&gt;
:Für Ribnitz war diese Wandlung der Verhältnisse viel bedenklicher als für Rostock oder Wismar, da es seine Schiffahrt nach wie vor nur mittelst kleiner Yachten und Spitzkähne betreiben konnte. &lt;br /&gt;
:Früher bestand allerdings ein Ribnitzer Seehafen und eine directe Wasserverbindung mit der Ostsee, aber soviel Mühe man sich in Ribnitz auch schon gegeben hat, diesen alten Vorzug wieder zu erlangen, so waren diese Bemühungen bisher doch erfolglos. &lt;br /&gt;
:Die Schiffahrt ist aber jetzt nur eine sehr beschränkte Nahrungsquelle.&lt;br /&gt;
:Von &#039;&#039;&#039;industriellen&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;gewerblichen&#039;&#039;&#039; Anlagen führt der Staatskalender auf: &lt;br /&gt;
:1 Genossenschafts-Dampfmolkerei, 9 Gastwirthschaften, darunter eine Herberge zur Heimath, 13 Schenkwirthschaften, 2 Werften, 1 Mühlenbrauerei, 1 Dampfsägerei, 8 Windmühlen, 1 Badeanstalt, 1 Gasanstalt und 1 Kalkbrennerei. &lt;br /&gt;
:Eine bedeutende Anlage ist die von &#039;&#039;&#039;E.H.Staben&#039;&#039;&#039; 1876 begründete. &lt;br /&gt;
:Sie umfaßt ein Säge- und Hobelwerk, eine Ziegelei und Schiffsbauerei, beschäftigt durchschnittlich 70 Arbeiter und hat 2 Dampfmaschinen von 30 und 80 Pferdekräften. &lt;br /&gt;
:In der hiesigen &#039;&#039;&#039;Buchdruckerei&#039;&#039;&#039; erscheint das Ribnitzer localblatt bereits im 40. Jahrgang. &lt;br /&gt;
:Außer den gewöhnlichen &#039;&#039;&#039;Handwerken&#039;&#039;&#039; und einem starken &#039;&#039;&#039;Ackerbau&#039;&#039;&#039;, den auch viele Handwerker nebenbei betreiben, ist die &#039;&#039;&#039;Fischerei&#039;&#039;&#039;, die in älteren Zeiten freilich viel ergiebiger gewesen sein soll, ein Hauptnahrungszweig. &lt;br /&gt;
:Sehr lohnend ist ferner für die Stadt der Verkehr mit dem Fischlande und den Seedörfern, nach deren Hauptort Wustrow im sommer täglich zwei &#039;&#039;&#039;Dampfböte&#039;&#039;&#039; gehen, auch im Winter wird der Verkehr durch einen Dampfer thunlichst bei Bestand gehalten. &lt;br /&gt;
:Neben der Wasser- besteht mit mdem Fischlande eine regelmäßige &#039;&#039;&#039;Fahrpostverbindung&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Die Verbindung zwischen Rostock und Stralsund ist ebenfalls sehr lebhaft, namentlich nachdem die Rostock-Stralsunder Bahn erbaut und die Strecke Stralsund-Ribnitz (43,3 km) am 1.Juli 1888, die Strecke Rostock-Ribnitz (28,6 km) am 1.Juni 1889 dem Verkehr übergeben war.&lt;br /&gt;
:Vom &#039;&#039;&#039;Stadtgebiet&#039;&#039;&#039; entfallen etwa 3400 ha auf die der Stadt gehörigen Gewässer. &lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;&#039;Stadtfeldmark&#039;&#039;&#039; umfasst dagegen rund 3900 ha. &lt;br /&gt;
:Bis Ende der 60er Jahre waren die großen und wohlhabenden Ortschaften Fischlands mit ihrem Verkehr vorzugsweise auf Ribnitz angewiesen, durch die Gewerbefreiheit erhielten jene Ortschaften eigene Kaufleute und Handwerker. &lt;br /&gt;
:Es stellte sich dadurch eine empfindliche Geschäftslosigkeit für die städtischen Gewerbetreibenden ein. &lt;br /&gt;
:Auf der andern Seite machten sich aber namentlich durch die Aufbesserung der Schulen größere Ansprüche an die Steuerkraft der Stadt geltend. &lt;br /&gt;
:Um nun der Stadt neue Einnahmequellen zu eröffnen, wurde Anfang der 70er Jahre nach heftigen Kämpfen die &#039;&#039;&#039;Aufhebung der Communionweiden&#039;&#039;&#039; durchgesetzt. &lt;br /&gt;
:Aus diesen Weiden zogen nur 91 Wirtschaften einen nennenswerten Vortheil, die Stadt hatte davon gar keine Einnahmen, mußte im Gegentheil jährlich noch namhafte Zuschüsse leisten. &lt;br /&gt;
:Eine Berechnung des Nutzungswerthes der betreffenden Flächen ergab, daß sich der Ertrag derselben erheblich vermehren würde, wenn man das Weideland in Acker und Wiese verwandelte und die Viehbesitzer auf die Stallfütterung verwies. &lt;br /&gt;
:Rath und Bürgerschaft beschlossen daher am 19. April 1871 die Aufhebung der Weide, welche Aufhebung nach eingeholtem Erachten des Kammer-Ingenieurs Senator &#039;&#039;&#039;Beyer&#039;&#039;&#039; zu Parchim landesherrlich bestätigt wurde. &lt;br /&gt;
:Die Stadt verwandte die auf diese Weise gewonnenen Mittel hauptsächlich zur Aufbesserung des Schulwesens. &lt;br /&gt;
:In erster Linie ward hier eine sogenannte &#039;&#039;&#039;höhere Bürgerschule&#039;&#039;&#039; ins Leben gerufen. &lt;br /&gt;
:Das äußerst geschmackvoll und zweckmäßig eingerichtete Schulhaus wurde vom Baumeister Prahst zu Bützow erbaut und besitzt eine Turnhalle. &lt;br /&gt;
:Durch die in der Gründerperiode von 1872 und 1873 unvorhergesehen gesteigerten Preise der Baumaterialien und Arbeitslöhne wurden die Baukosten leider sehr hohe. &lt;br /&gt;
:Sie betrugen über 97 000 M. Auch für Hebung der Bürger- und Elementarschule gab die Stadt Anfangs der 70er Jahre beträchtliche Mittel her. &lt;br /&gt;
:Da die Vorhandenen Räume nicht ausreichten, ward noch ein besonderes Schulhaus errichtet. &lt;br /&gt;
:Abgesehen von der Aufbesserung des Schulwesens bestand ein wesentlicher Vortheil der Weide-Reform in der Schöpfung der schon erwähnten öffentlichen &#039;&#039;&#039;Parkanlage&#039;&#039;&#039; zwischen der Dammgartener Chaussee und dem Binnensee. &lt;br /&gt;
:Bei dem Mangel an Bauholz in der Nähe der Stadt war diese Anlage eine wahre Wohlthat, zumal sie den Einwohnern nicht bloß in den Stunden der Muße zu einem erquickenden und angenehmen Aufenthalt dient, sondern zugleich auch einem sehr geeigneten Turnplatz für die Schüler aller städtischen Schulen hergiebt. &lt;br /&gt;
:Die Anlage wurde 1871 bis 1875 nach einem (übrigens nur theilweise zu Ausführung gekommenen) Plan des Kunstgärtners Finck zu Doberan errichtet.&lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;&#039;Stadtforst&#039;&#039;&#039; umfaßt 586 ha, und zwar 436 ha Hochwald, 150 ha Niederwald. &lt;br /&gt;
:Der Hochwald besteht fast ausnahmslos aus Kiefernbeständen, der Niederwald aus Erlen-Bruchholz. &lt;br /&gt;
:Das städtische Torfmoor an der Ostsee incl. Dünen umfaßt 184, 5 ha.&lt;br /&gt;
:Zur &#039;&#039;&#039;städtischen Kämmerei&#039;&#039;&#039; gehören:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Bollhagen&#039;&#039;&#039; bei Dändorf, nordwestlich etwa eine Meile von Ribnitz, unfern des Binnensees, Erbpachthof von 89,4 ha, mit 1890 9 und 1955 6 Einwohnern.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Borg&#039;&#039;&#039; bei Ribnitz, westlich von der Stadt, unfern der Rostocker Chaussee. &lt;br /&gt;
:Borg war längere Zeit das einzige städtische Gut, welches nicht in Erbpacht verkauft, sondern auf Zeit verpachtet war. :Mitte der 80er Jahre erfolgte nun die Parzellierung und Vererbpachtung dieses Kämmereigutes. Dasselbe welches 270,3 ha umfaßt, wurde eingetheilt in 1 Erbpachthof (136,6 ha)  und 10 Büdnereien (84,3 ha), außerdem in Eigenthumsgrundstücke, Reservate, Wege (zus. 49,4 ha). Borg, das 1855 nur 34 Einwohner zählte, hat jetzt deren 71.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Einhusen&#039;&#039;&#039; bei Ribnitz, östlich von der Stadt, nahe der Recknitz. Auf Antrag des Erbpächters von Einhusen, des Rittergutsbesitzers &#039;&#039;&#039;Albrecht&#039;&#039;&#039; auf Freudenberg, ward Einhusen mit dem Albrecht´schen Familienfideicommiß vereinigt (Vertrag vom 30.Mai 1884). &lt;br /&gt;
:Der nach diesem Vertrag auf Einhusen ruhende Canon ist 1885 durch Zahlung von 60 000 M an die Stadtcasse abgelöst; der Erbpächter hat das Recht der niederen und hohen Jagd, im Uebrigen ist die Eigenschaft Einhusens als Kämmereigut und Erbpachthof von Bestand geblieben. &lt;br /&gt;
:Einhusen umfaßt 201 ha und zählt 1890 6 und 1855 13 Einwohner, 1 Jäger, 1 Ziegler.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Körkwitz&#039;&#039;&#039; bei Ribnitz, nordwestlich von der Stadt, am Binnensee, hof (263 ha) und Dorf (71 ha): Schule, Krug, 1 Erbpächter, 17 Büdner, 1 Jägerhof. &lt;br /&gt;
:Der Hof hat 1890  40 und 1855  57 Einwohner, Das Dorf 1890  126 und 1855  158 Einwohner.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Neuhaus&#039;&#039;&#039; bei Dändorf (in Ribnitz wird der Ort amtlich als &amp;quot;Niehusen&amp;quot; bezeichnet), unfern der Ostsee, über eine Meile nordwestlich von Ribnitz, Erbpachthof von 167 ha mit 1890  22 und 1855  35 Einwohnern.&lt;br /&gt;
:Der &#039;&#039;&#039;Grenzpaß&#039;&#039;&#039; bei Ribnitz, Krug an der Recknitz, dicht an der pommerschen Grenze.&lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;&#039;Stadtverwaltung&#039;&#039;&#039; geschieht auf Grund der Stadtordnung vom 23. Februar 1835. &lt;br /&gt;
:Die Wahl des Bürgermeisters erfolgt durch den Bürgerausschuß auf Vorschlag von drei zum Richteramt befähigten Candidaten Seitens des Magistrats. &lt;br /&gt;
:Die Senatoren, deren im Magistrat drei angestellt sind, wählt der Magistrat auf Präsentation von drei Candidaten durch den Bürgerausschuß. &lt;br /&gt;
:Sämmtliche Magistratsmitglieder werden durch landesherrliche Bestätigung gewählt. &lt;br /&gt;
:Der Bürgerausschuß besteht aus 12 Bürgervorstehern, welche von den Bürgern der Stadt in geheimer Wahl auf sechs Jahre gewählt werden. &lt;br /&gt;
:Es gilt in der Stadt das &#039;&#039;&#039;lübsche Recht&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:In ihrem ältesten Siegel führte die Stadt den Stierkopf, wie ihn anfänglich die Rostocker Fürsten und auch Rostock in ihren Siegeln führten. &lt;br /&gt;
:Beseitet war dieses Herrschaftsbild von zwei aufsteigenden Fischen, welche durch den Namen der Stadt (ryba=Fisch, Ribnitz also Fischort) sich leicht erklären lassen. &lt;br /&gt;
:In die späteren Siegel wurde das alleinige Wappen der Rostocker Herren, der Greif, aufgenommen, in dem im Jahre 1857 amtlich festgestellten Stadtwappen wurde der Greif ebenfalls beibehalten und ist somit das bezeichnende Bild der alten Siegel ganz bei Seite gestzt.&lt;br /&gt;
:Was die &#039;&#039;&#039;städtischen Vemögensverhältnisse&#039;&#039;&#039; anbelangt, so wurden der Stadt durch die schon erwähnte Weide-Reform zwar bedeutende Einnahmequellen eröffnet, andererseits mehrten sich aber auch die nothwendigen Ausgaben. &lt;br /&gt;
:Die Ausgaben für Hebung des Schulwesens erwähnten wir bereits. zu bemerken ist ferner, daß die Stadt sich gezwungen sah, 1871 die Gasanstalt käuflich zu erwerben, da der damalige Inhaber im Begriff war, sie verfallen zu lassen. &lt;br /&gt;
:In folge der Einführung des Petroleums und der Steigerung der Kohlenpreise war es lediglich der Stadtcasse zu danken, daß der Stadt die große Annehmlichkeit der Gasbeleuchtung erhalten wurde. &lt;br /&gt;
:Bei der vielfachen Inanspruchnahme der Stadtcasse konnte indeß eine Verschlechterung des Capitalvermögens der Stadt nicht ausbleiben, und während der Abschluß der Stadtcassenrechnung für 1870 einen Capitalbestand  von 42 428 Mark aufwies, schloß das Jahr 1875 mit einer Schuld von rund 135 000 Mark. &lt;br /&gt;
:Da auch die Armencasse mit vermehrten Ausgaben zu rechnenhatte, so wurde schon Anfang der 70er Jahre eine Reform der städtischen Steuern durchgeführt werden. &lt;br /&gt;
:Dieser Reform wurde das Princip der progressiven Einkommensteuer zu Grunde gelegt. &lt;br /&gt;
:Auf diesem Princip beruhte die Armensteuer und wurde die Hälfte derselben seit 1875 als Einkommensteuer zur Stadtcasse erhoben. &lt;br /&gt;
:Neben der Einkommensteuer wurde zur Stadtcasse noch eine Wohnungssteuer mit 4 % des Wohnungswertes erhoben. &lt;br /&gt;
:Die städtischen Steuern berechneten sich in Folge dessen: Armensteuer 6165 Mark, Einkommensteuer 3082 Mark, Wohnsteuer 3811 Mark, zusammen 13 058 Mark. &lt;br /&gt;
:Neu geregelt ist die Erhebung der Einkommensteuer durch Statut vom 26. Januar 1891. &lt;br /&gt;
:Danach steigt die Steuer progressiv von jährlich 1 Mark bei 400 M Einkommen bis 200 Mark für 10 000 Mark sind 2 Mark Steuer mehr zu entrichten. &lt;br /&gt;
:Der Magistrat giebt seit 1875 alle 5 Jahre einen städtischen Verwaltungsbericht heraus, der über das Cassenwesen so klare Aufschlüsse giebt, wie sie ähnlich leider nur von sehr wenigen Städten in Mecklenburg in die Oeffentlichkeit kommen. &lt;br /&gt;
:Der neueste Bericht erstreckt sich auf die Jahre 1886 bis incl. 1890. &lt;br /&gt;
:Danach hatte die Kämmereicasse pro 1890 eine Einnahme von 52 546 Mark und eine Ausgabe von 67 489 Mark. &lt;br /&gt;
:Von den Haupt-Einnahmeposten heben wir hervor: Ertrag 10 295 Mark, der Stadtforst 8228 Mark, des Torfmoors 1193 Mark, der Stadtäcker, Gärten, Wiesen und Weiden 15 558 Mark, Reingewinn aus der Sparcasse, welcher zur Kämmereicasse fließt, 2443 Mark, Einkommensteuer 3556 Mark, Haussteuer 1355 Mark, Wohnungssteuer 4759 Mark, Hundesteuer 363 Mark, Fischereisteuer 647 Mark. &lt;br /&gt;
:Von den Hauptausgaben pro 1890 sind zu nennen: Stadtverwaltungskosten 14 896 Mark, -zinsen für angeliehene Capitalien  5989 Mark, Realprogymnasium 9250 Mark, Bürger- und Elememtarschule 10 981 Mark, Gasanstalt 8102 Mark, Hafenbauten 5904 Mark. &lt;br /&gt;
:Der Vermögensstand am 31.December 1890 wies eine Schuld von 138 889 Mark auf, zu deren theilweiser Erklärung zu bemerken ist, daß die Stadt allein zum Eisenbahnbau 1887/89 30 679 Mark und zum Chausseebau nach Sanitz 1886/89 11 974 Mark, ferner für größere Hafenschutzbauten in den Jahren 1882 und 1883 durch Errichtung des westlichen Hafenbassins und neuen Landes, sowie für Ausbaggerung eines Fahrwassers bis zu pommerschen Küste (2,2 M) im Ganzen 15 445 Mark herzugeben hatte. &lt;br /&gt;
:Die Armencasse zeigte 1890 eine Einnahme von 13 402 Mark, wovon durch die Armensteuer 7277 Mark aufgebracht wurden, und eine Ausgabe von 8645 Mark gegen 10 994 Mark im Jahre 1886. &lt;br /&gt;
:Die Armencasse verfügt über die Einnahmen aus sechs Legaten und den Ertrag von einem Morgen Ackere. &lt;br /&gt;
:Nach dem Werth des Ackers, der Legate und einem baaren Cassenbestand von 4758 Mark stellten sich die Activa der Casse Ende 1890 auf 12 558 Mark.&lt;br /&gt;
:Bei der &#039;&#039;&#039;Stadtkirche&#039;&#039;&#039;, die Großherzoglichen Patronats ist, sind zwei Prediger angestellt, die unter drei präsentirten Candidaten von der Gemeinde gewählt werden. &lt;br /&gt;
:Das Kloster bildet mit Müritz, Neuhof und Petersdorf eine besondere Gemeinde. &lt;br /&gt;
:Die Juden haben hier eine Synagoge.&lt;br /&gt;
:Von Schulen besteht hier das &#039;&#039;&#039;Real-Progymnasium&#039;&#039;&#039;, 1871, wie schon erwähnt, als &#039;&#039;&#039;höhere Bürgerschule&#039;&#039;&#039; eröffnet, Michaelis 1881 als Realschule I. Ordnung anerkannt. &lt;br /&gt;
:Das Patronat hat der Magistrat. &lt;br /&gt;
:Außer dem Direktor sind 6 Lehrer und 2 Hilfslehrer angestellt. &lt;br /&gt;
:An der Bürgerschule unterrichten außer dem Rector 10 Lehrer, 2 Lehrerinnen  und 2 Industrielehrerinnen. &lt;br /&gt;
:Außerdem befinden sich in Ribnitz noch zwei Privat-Kleinkinderschulen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&#039;&#039;&#039;Geschichliches&#039;&#039;&#039; - Ribnitz, in alten Urkunden auch Rybnitz, Ribbenitz, Ribbenitze usw.==&lt;br /&gt;
:geschrieben, war ursprünglich wohl ein von dem wendischen Stamm der Kissiner angelegtes Fischerdorf, denn sein Name bedeutet Fischort, vom wendischen Riba, Fisch, mit der, einen Ort in Bezug auf die ihn umgebende Natur bezeichnenden Endsilbe: -itz. Auch der Name der Halbinsel Fischland scheint diese Ableitung zu bestätigen. Schon 1192 kommt Ribnitz unter den Besitzungen des Klosters Doberan vor, aus dessen Besitz es jedoch bald wieder verschwindet. Dann wird Ribnitz wieder in Urkunden erwähnt im Jahre 1252 und 1257, in welchem letzteren Jahre der Rath zu Rostock an den zu Lübeck berichtet, daß in der Stadt Ribnitz das lübsche Recht gelte. Wahrscheinlich wird das wendische Ribnitz in der Zeit von 1200 bis 1230 in die deutsche Stadt Ribnitz verwandelt sein, wozu wohl die hier befindliche fürstliche Burg die Gelegenheit gab. Fürst Waldemar von Rostock bestätigte nur 1271 die Privilegien der Stadt, gründete dieselbe aber damals nicht erst, wie von den Chronisten früher irrthümlich angenommen wurde, denn nach Ausweis der Stadtacten kaufte die Stadt bereits 1260 die Pacht aus Tressentin und verpflichtete sich gegen den Fürsten Waldemar zur Zahlung von 20 Mark jährl. Orbör. Die Stadtprivilegien sind aber nicht allein 1271, sondern auch später zu wiederholten Malen von den Landesherren bestätigt. Am Sonnabend nach Ostern 1286 kaufte die Stadt mit Zustimmung des des Fürsten Witzlav II. von Rügen von den Rittern Heinrich und Hermann von Dechow auf Putenitz, dem jetzigen Gute Pütnitz an der Recknitz in Pommern, die über die Recknitz führende Brücke sammt Zollgerechtigkeit für 70 Mark Rostocker Münze. Nach dem Aussterben des Fürstenhauses Rostock, dem Ribnitz bis dahin gehörte, ging es 1317 mit der Herrschaft Rostock an die Linie Mecklenburg über. Um die Geistlichkeit zu versöhnen, stiftete Heinrich der Löwe von Mecklenburg 1324 in Ribnitz ein Kloster und schenkte dazu den innerhalb der städtischen Ringmauern belegenen fürstlichen Hof. Die Vollendung des Klosters traf jedoch noch auf manche Widerwärtigkeiten, da die Stadt und die Stadtgeistlichkeit, die Beschränkung der Stadtgerechtsame fürchtend,das Kloster mit scheelen Augen ansahen. Der Rath ließ die ersten Nonnen nicht eher in die Stadt, als bis er durch schriftlichen Revers gegen jede Beeinträchtigung seiner Rechte gesichert war. Von der damaligen Bedeutung der Stadt geben auch die vielen Kirchen und Kapellen ein Zeugniß. Außer der Kloster- oder St. Clarenkirche gab es nicht weniger als 7 Kirchen und Kapellen, von denen aber nur noch die Marienkirche , die jetzige Stadtkirche vorhanden ist. Wir finden in Ribnitz die 1290 vom Rathe gegründete Heiligengeistkirche, nach der noch jetzt eine größtentheils bebaute Stelle benannt wird, die St. Jürgen- oder St. Georgskirche auf dem jetzigen Klosterkirchhofe, die St. Jobstkapelle auf dem noch heute St. Jost benannten Ackerstücke, die St. Gertrudenkapelle am Wege nach Klockenhagen, die Dreifaltigkeitskirche, 1514 an der Stelle, wo sich einst die Rostocker- und Ribnitzer Heide schieden, erbaut, die Heiligenkreuz- oder Blutskapelle, wozu einige noch die Gotthards- und St. Katharinenkapelle nennen. - Die Lage an der Straße nach Pommern gab der Stadt auch in Kriegen eine gewisse Wichtigkeit. Nahe bei der Stadt, auf dem darnach so genannten &amp;quot;Stridebrink&amp;quot; wurde 1322 Fürst Wizlav III. von Rügen durch die Brandenburger und Heinrich den Löwen von Mecklenburg geschlagen. Auch in späterer Zeit hat die Stadt oft Gefechte und Durchmärsche gesehen. In dem nordischen Kriege (1675 und 1678) nahmen die Schweden die von den Dänen besetzte Stadt und zerstörten die Befestigungswerke bis auf den kleinen, jetzt noch vorhandenen Rest des Walls. auch noch zur Zeit des letzten französischen Krieges hat Ribnitz viel von Durchmärschen und Requisitionen zu leiden gehabt. Am 23. Mai 1809 wurde der Grenzpaß durch den Major v. Schill, derauf dem Zuge nach Stralsund begriffen war, mit stürmender Hand genommen, wobei derselbe die auf der pommerschen Seite sich ihm entgegenstellenden Mecklenburger überwältigte. - Große Feuersbrünste fanden in Ribnitz statt in den Jahren 1384, 1435, 1455, 1537, 1759, wobei die Marienkirche sehr litt, das Kloster aber stets unversehrt blieb. In der Nacht vom 17. auf den 18. September 1855 brannten 51 gefüllte Scheunen ab.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ribnitz im Spiegel von Karten und Luftbildern==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz Hoinkhusen 1700.jpg|Ribnitz in der Hoinkhusen-Karte um 1700 (Ausschnitt)&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz Feldregister 1727.jpg| Ribnitz nach dem Feldregister von 1727 (Krambeer)&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz Schmettau 1788.jpg|Ribnitz 1788 Schmettau-Karte&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz in der Wiebekingkarte ca 1787.jpg| Ribnitz in der Wiebeking-Karte ca. 1787&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz 1837.jpg|Ribnitz 1837 (Krambeer)&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz Tott Karte 1852.jpg | Ribnitz Tott-Karte 1852&lt;br /&gt;
Datei:Ribnitz 1938.jpg| Ribnitz 1938 (Krambeer)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschronik/en von Ribnitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Chronologie und fortlaufende Ortschronik von Ribnitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Geschichte des Klarissenklosters Ribnitz]]&lt;br /&gt;
* [[Zu Ribnitzer Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Sagen Geschichten und Legenden aus Ribnitz und Umgebung|Sagen, Geschichten und Legenden aus Ribnitz und Umgebung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterfuehrende Information zu Ribnitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ribnitz in den Mecklenburgischen Monatsheften]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ribnitz im Mecklenburgischen Jahrbuch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://gov.genealogy.net/item/show/object_386967 Ribnitz in gov.genealogy.net]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Ribnitz Ribnitz in Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ribnitz-Damgarten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Quellenhinweise aus Archiven, Findbüchern und Publikationen zu Ribnitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontakte==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Datei:Ribnitz_Tott_Karte_1852.jpg&amp;diff=156258</id>
		<title>Datei:Ribnitz Tott Karte 1852.jpg</title>
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		<updated>2026-09-15T22:03:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: Ribnitz_Tott_Karte_1852&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Ribnitz_Tott_Karte_1852&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-PD-alt}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156209</id>
		<title>Chronologie und fortlaufende Ortschronik von Warnemünde</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156209"/>
		<updated>2026-09-15T13:31:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Das Seeflieger-Versuchskommando (1914-1917) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Warnemünde&lt;br /&gt;
 | zeit = ab 1160 fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Autoren Christoph Wegner, Wilfried Steinmüller, Ronald Piechulek, Achim Schade&lt;br /&gt;
 | erstellung = seit 2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie und Geschichte von Warnemünde&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}==Der Küstenort Warnemünde chronologisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwendete Quellen-Kürzel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MUB   = Mecklenburgisches Urkundenbuch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LHA  = Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BGR R = Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock; Register zu Band 1 - 20 mit einer &#039;&#039;&#039;Zeittafel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(Das aufgeführte Ereignis findet sich jeweils unter dem angegebenen Datum in der &#039;&#039;&#039;Zeittafel des Registers&#039;&#039;&#039;, dem Kürzel ist die Jahrgangsnummer der oben genannten Beiträge mit Seiten-Angaben hinzugefügt )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC  = Krausesche Fundchronik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HA  = Heidearchiv Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RA  = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und Frühgeschichte===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten (KFC Wmde Mp45 397-381)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mittelalter bis zur Christianisierung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160&lt;br /&gt;
:Der dänische Chronist Saxo Grammaticus beschreibt die Seeschlacht auf dem Gudacra (Breitling) zwischen den Wenden und der dänischen Flotte unter König Waldemar und Bischof Absalon von Roskilde. (BGR R; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2 ; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,17)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===spätes Mittelalter 1200 bis zur Reformation 1517===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] &lt;br /&gt;
:betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige, verzichtet auf seine Rechte an den im Hafen der Rostocker gestrandeten Schiffen, verheißt den freien Verkehr vorbehaltlich des fürstlichen Zolles nicht zu stören, verleiht die Fischereigerechtigkeit für die Unterwarnow und das Stadtrecht für die Markscheide der Rostocker. &lt;br /&gt;
:In dieser Kaufurkunde erfolgt auch &#039;&#039;&#039;Warnemündes Ersterwähnung&#039;&#039;&#039;. Die Stadt Rostock erhält das Strandrecht in &#039;&#039;&#039;ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; am &#039;&#039;&#039;rechten&#039;&#039;&#039; Warnow-Ufer.  &#039;&#039;(also östlich Taterhörn)&#039;&#039; (BGR R &#039;&#039;&#039;3b&#039;&#039;&#039;,6.24 Nr.32; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,1f,6; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,35; &#039;&#039;&#039;14&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
;Das Kürzel (Mgh) am jeweiligen Ereignis, weist darauf hin, das es am zwischen 1252 und 1478 existierenden &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot;&#039;&#039;&#039; an der alten Warnowmündung zwei Kilometer östlich der heutigen Ortslage Warnemünde stattgefunden hat. &lt;br /&gt;
:Das parallel am heutigen Standort Warnemündes gelegene Fischerdorf dagegen wird erstmalig im Jahr 1262 erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1257/58&lt;br /&gt;
:Ältester Beweis für das Vorhandensein Warnemündes durch Erwähnung eines Hauses daselbst. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1262, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte am Hafen Warnemünde. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;17. Dez.&lt;br /&gt;
:die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig Urkunden in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich Borwin III. verleiht den Rostockern das städtische Recht in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; (!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.6) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;) 2 Mark Silber (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278, 21. Dez.&lt;br /&gt;
:Fürst Woldemar verspricht daß bis nach Warnemünde und bis ans Meer hinunter überall in einer Meile Entfernung vom Fluss keine Festung errichtet werden soll. (HA) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Steinen für den &#039;&#039;&#039;Hafenbau&#039;&#039;&#039; in Warnemünde in einer Kämmereirechnung. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1286, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock erwirbt aus fürstlichem Besitz den Pagenwerder. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,21.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch Rötger Horn den &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; (&amp;quot;von der Tonne bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 Ellen &#039;&#039;(12 Fuß, etwa 4 Meter)&#039;&#039; bringen. (MUB Nr.1977 BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XV; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300 April&lt;br /&gt;
:Die mecklenburgischen Fürsten Heinrich I. der Pilger und Heinrich II. der Löwe halten sich im &#039;&#039;&#039;fürstlichen Warnemünde&#039;&#039;&#039; auf. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark belehnt Fürst Nikolaus von Rostock als Schutz gegen die Feinde des Fürsten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1301, 28. Juli&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300-1314&lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Rostocker Warnemünde&#039;&#039;&#039; ist Hauptschauplatz der Kämpfe König Erichs von Dänemark, Markgraf Albrechts von Brandenburg, Fürst Heinrichs von Mecklenburg u.A., gegen die Stadt Rostock. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 2. Mai&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark wiederum in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1307, 1. November&lt;br /&gt;
:(nach anderen Quellen auch &#039;&#039;&#039;1304&#039;&#039;&#039;) Die Allerheiligen-Flut überflutet die gesamte Dünen-Nehrung von Diedrichshagen bis zur Rostocker Heide. Ihr Scheitelwert soll 14 Fuß (ca. 4,6 m) über dem normalen Wasserstand betragen haben.  (BGR R)&lt;br /&gt;
:Als Folge der Flut wird die Warnow-Mündung auf eine Länge von ca. 500 Meter gänzlich verschüttet. Nach der Flut wird der Warnow an anderer Stelle durch den ersten künstlichen Nehrungsdurchstich eine neue Mündung und ein erneuter Hafenzugang geschaffen &#039;&#039;&#039;(das erste Tief)&#039;&#039;&#039;. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1309, 14. Aug.&lt;br /&gt;
:Heinrich der Löwe in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,16; &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,8.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311, nach dem 16. Sept.&lt;br /&gt;
:Der von König Erich zum Hauptmann (capitaneus) des Landes Rostock ernannte Fürst Heinrich der Löwe sperrt den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039;, indem er auf jeder Seite des Stromes einen hölzernen Turm errichtet und zwischen den Türmen eine Brücke erbaut. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311/12&lt;br /&gt;
:Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Rostocker brennen das &#039;&#039;&#039;fürstliche Dorf&#039;&#039;&#039; Warnemünde nieder. &lt;br /&gt;
:bis Mai Die Rostocker bauen einen neuen Turm auf der Ostseite &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; (!!) Stromes aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche und des im Bau befindlichen Petriturmes in Rostock. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,15f. &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XI.XII &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,14f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7ff.11f.56.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 23. Juni&lt;br /&gt;
:König Erik klagt darüber das nicht nur die Kirche, sondern auch der Ort und besonders das Haus, das er für sich und die Markgrafen &#039;&#039;(von Brandenburg)&#039;&#039; gebaut habe, zerstört sei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;30. Juli &lt;br /&gt;
:Belagerung Rostocks und des Turmes in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039;(!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde durch Dänenkönig Erik Menved. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Juli&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Heinrich von Mecklenburg sperrt das Tief unterhalb des Turmes. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;9. September&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Übergabe nach der Belagerung. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;September/Oktober&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Verbündeten bauen den eroberten Turm durch Hinzufügung von 4 kleinen Türmen einer Mauer und eines Grabens zu einer Festung aus und halten sie gemeinsam besetzt (später Dänscheburg/ dän. Danskeborg) (BGR R; KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:In den Beschwerden des dänischen Königs heißt es das diese (Die Rostocker) vor der Übergabe von Warnemünde den Ort und die Kirche verbrannt und das Haus, das der König für sich und den Markgrafen Waldemar von Brandenburg erbaut, niedergebrochen hätten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erich verabredet mit dem Markgrafen Waldemar von Brandenburg, daß die Summe, die sie dafür durch Verhandlung von den Rostockern bekommen würden, daß der vor Warnemünde erbaute Turm wieder abgebrochen und nie wieder aufgebaut werden dürfe, gleichmäßig zwischen ihnen geteilt werden solle. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 15. Dez.&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock unterwirft sich dem König Erich und dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und verspricht u.A. in Warnemünde eine schöne hölzerne Kirche zu bauen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Der Markgraf Waldemar von Brandenburg verkauft seine Hälfte des Warnemünder Turms an den König von Dänemark, der damit in den Besitz des ganzen Turms gelangt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1314, 25. Nov.&lt;br /&gt;
:Tod des Fürsten Nikolaus von Rostock, des letzten Fürsten aus der Rostocker Linie. Das Lehen fällt an den dänischen König zurück (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317 7. Januar&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit Ausnahme des &#039;&#039;&#039;Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R &#039;&#039;&#039;1d&#039;&#039;&#039;,3. &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;25. November&lt;br /&gt;
:Friede von Templin mit dem brandenburgischen Markgrafen Waldemar. Laut Friedensvertrag belehnt Erik von Dänemark Heinrich (II.) von Mecklenburg mit der Herrschaft Rostock, außer Warnemünde und der Dänscheburg. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark stirbt und Fürst Heinrich (II.) besetzt die Dänenburg. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322, 24. September&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich II. von Mecklenburg verkauft das  &amp;quot;Haus und den Turm&amp;quot; an die Stadt zum Abbruch, die eigentlich dem dänischen Vogt Niels Olufsen gehören und durch Heinrich wiederrechtlich besetzt worden war. (MUB 4377, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70.f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Stadt erwirbt von Heinrich II. von Mecklenburg das &#039;&#039;&#039;fürstliche&#039;&#039;&#039; Dorf (villa) Warnemünde mit dem ganzen &#039;&#039;&#039;westlichen&#039;&#039;&#039; Warnowufer (das damals am Taterhörn auf der hohen Düne lag, bis an die Grenze von Diedrichshagen, mit Eigentumsrecht, voller Gerichtsbarkeit, mit Gestattung der Anwendung des Lübischen Rechts, Fischereigerechtigkeit bis in die See hinaus, behält sich aber das Patronatsrecht vor. (KFC) Das heutige, ehemals fürstliche Warnemünde wird &#039;&#039;&#039;damit Rostocker Stadtbesitz&#039;&#039;&#039;. (MUB 4423, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.14)&lt;br /&gt;
:21. Mai - Heinrich II. erkennt zu Nyköbing auf Falster vvon König Christoph an, das &#039;&#039;&#039;erbliche&#039;&#039;&#039; Lehen (vorher nur Pfandlehen) am Land Rostock von der Krone Dänemarks erhalten zu haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7. April&lt;br /&gt;
:In einem Rostocker Stadtbuch findet sich die Notiz, daß Warnemünde freies Eigentum der Stadt sei, die daselbst die volle Gerichtsbarkeit ausübe und ihr die Abgaben und Einnahmen zukämen. Die Warnemünder Renterverhältnisse (?) würde der Rat in Ordnung bringen. Obwohl somit Warnemünde ganz zu Rostock gehörte, finden wir auch in der Folgezeit die Mecklenburgischen Fürsten häufig dort. Auch bleibt es noch längere Zeit der Versammlungsort für die Truppen, die dem Dänenkönig zu Hilfe gesandt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1337&lt;br /&gt;
:Verfestung des Knappen Vicke Valkenhagen, weil er Strandgut bei Warnemünde geraubt, also in das Strandrecht Rostocks eingegriffen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1339, 5. Nov.&lt;br /&gt;
:Anlegung eines eigenen Stadtbuchs für Warnemünde, Kassebohm und Barnstorf.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348, 19. Sept.&lt;br /&gt;
:Erwähnung eines (verstorbenen) Dieners des Warnemünder Vogts und einer von ihm benutzten Wiese. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lucerna&amp;quot; (Laterne) von Warnemünde erwähnt. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1349, 22. Febr. - 1350, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Kämmereirechnung erwähnt den Bau von Befestigungswerken in Warnemünde, die, wie aus der Kämmereirechnung von 1363/64 hervorgeht, zum Schutz der Leuchte dienten. Auch wird der Baum in Warnemünde genannt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1350, 24. Aug. &lt;br /&gt;
:Bruchstück einer Rechnung in dem als Einnahme u.A. 7 Mark de collecta in Warnemünde vorkommen. Daß die Gesamtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes jährlich 7 Mark betrug. (zeigt der Vertrag von 1359, 18.Dec. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1359, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Vertrag des Rostocker Rats mit den Warnemündern (&amp;quot;burgenses in Warnemunde&amp;quot;) über Dienste und Schoß. Die Warnemünder sollen jederzeit unentgeltlich zu den städtischen Bauten in Warnemünde helfen und andere notwendige Dienste leisten. Der Rat sagt ihnen dafür zu, daß die von altersher auf 7 Mark festgesetzte Gesammtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes nicht erhöht werden soll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1381, 22. Febr. bis 1882, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Erste erhaltene Gewettsrechnung, in der die bisher in den Kämmereirechnungen vorkommenden Ausgaben für Warnemünde erscheinen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Blockhaus und &#039;&#039;&#039;Burg&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475, 23. April&lt;br /&gt;
:Kaiser Friedrich III. bewilligt den Meckl. Herzögen einen Zoll zwischen Rostock und Warnemünde, doch verzichtet Herzog Heinrich mit seinen Söhnen &#039;&#039;&#039;1476, am 23. April&#039;&#039;&#039; auf die Erhebung, weil sie den Rechten und Freiheiten der Stadt zuwiderläuft. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen auf eine Tiefe von 6 Ellen bringen und verbreitern. (BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XVf.67f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Während der Domfehde nehmen die Meckl. Herzöge am 24. Juli 1487 den Ort. Am 1. August der &#039;&#039;&#039;befestigte Leuchtturm&#039;&#039;&#039; vom Herzog genommen, Warnemünde und die dortigen Befestigungen zerstört, die Dachziegel als Beute hinweggeführt. (KFC)und(BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,16. &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,36f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1494&lt;br /&gt;
:Erwähnung der Warnemünder Vitte (Fischerlager) in Falsterbo, neben der Rostocker Vitte. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1495, 17. März&lt;br /&gt;
:Die Herzöge nehmen Warnemünde ein, arretieren die Rostocker Schiffe und verbieten Ein- und Ausfuhr. Bau von Befestigungswerken zur Sperrung des Hafens. (KFC und BGR R ) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:10. April&lt;br /&gt;
:Waffenstillstand; die Herzöge verpflichten sich Warnemünde nicht wieder zu befestigen. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:7. Dezember&lt;br /&gt;
:Vergleich zwischen den Herzögen und der Stadt. Die Herzöge behalten sich vor, &#039;&#039;&#039;die Befestigung um den Leuchtturm zu zerstören.&#039;&#039;&#039; Sie betrachten es seitdem als ihr Recht, daß ohne ihre Genehmigung keine Befestigung in Warnemünde angelegt werden darf, geben aber Warnemünde an Rostock zurück. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71f) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1496, 28. Februar&lt;br /&gt;
:Die Herzöge geben der Stadt die Erlaubnis zur Erhebung einer Bieraccise. Als Grund wird u.A. aufgeführt, daß Mittel zur Instandsetzung des Hafens und des Neuen Tiefs gebraucht würden. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1510, 27. Juli/2. August&lt;br /&gt;
:Die Herzöge protestieren gegen den Bau eines Blockhauses, der durch den Krieg mit Dänemark veranlaßt ist. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,72)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:9. August&lt;br /&gt;
:Der Krieg der Städte gegen König Johann von Dänemark hat die Herzöge von Mecklenburg veranlaßt, den Rostockern die Errichtung eines Block- und Korbhauses (Feuerkorb als Leuchtsignal) zu Warnemünde zu gestatten, unter der Bedingung, daß diese Befestigungen nach Beendigung der Fehde wieder abgebrochen werde.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519, &lt;br /&gt;
:Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1522, 27. August&lt;br /&gt;
:Auch als Rostock gemeinsam mit Lübeck Gustav Wasa eine Flotte zu Hülfe sandte wird in Warnemünde ein Korbhaus (Feuerkorb als Leuchtsignal) eingerichtet.  (in 14 Tagen vollendet). (BGR R) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535&lt;br /&gt;
:Neue Verhandlungen mit den Herzögen wegen Errichtung einer Schanze oder eines Korbhauses zum Schutz des Warnemünder Hafens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535, 10. Juni&lt;br /&gt;
:Die Stadt soll sich dem Herzog verpflichten, das Korbhaus, das sie bauen will, nach Beendigung des Krieges der wendischen Städte gegen den Herzog von Holstein wieder zu zerstören. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1560&lt;br /&gt;
:Vogtseid für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Die Dänen unter König Friedrich von Dänemark sperren den Hafen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 21. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus beschweret sich bei den Beamten zu Dobberan, daß die Doberanschen Bäcker ihr Brodt nach Warnemünde brächten und daselbst zum praejudice der hiesigen Bäcker, denen Warnemündern in ihren Häusern feil böte; bitten, solches abzustellen.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 8. August&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus an den auf der Rhede von Warnemünde mit vier Schiffen liegenden dänischen Admiral Jürgen Appelgarde, darin sich Senatus beschweret, daß das dänische Schiffsvolk die Schwäne auf der Warnow schösse.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:gegen Ende des Jahres zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde liegenden Dänischen Blockade-Schiffe. (Becker Kirchspielchronik Röv.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe und trieb sie ans Gestade des Meers. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung, wonach hinfürder kein Warnemünder Schiffahrt treiben soll, ohne besondee Erlaubnis des Gewetts. Diejenigen Warnemünder, die zur Zeit die Schiffahrt betrieben, durften dabei bleiben, mußten aber einen Knecht halten, der während ihrer Abwesenheit die Fischerei und die Wache zu besorgen hatte. (KFC)&lt;br /&gt;
:- ebenso Gewettsordnung, wonach in Warnemünde außer dem Vogt und dem Barbier nicht mehr als 8 Krüge sein sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579&lt;br /&gt;
:Warnemünde brennt bis auf wenige Häuser ab. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1580&lt;br /&gt;
:Festsetzung des Bürgereides für Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erst jetzt beginnt die Zusammenlegung des Fischerortes durch die Ansiedlung des Hafens am heutigen Alten Strom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1582 4. Juli&lt;br /&gt;
:Herstellung des neuen Tiefs (= alter Strom ?) beendet. Der dabei gemachte Versuch das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Steinriff&amp;quot; im Strom&#039;&#039;&#039; zu durchbrechen wurde nur in geringem Maße erreicht. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1583&lt;br /&gt;
:Erneute Sperrung des Warnemünder Hafens durch dänische Kriegsschiffe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586, Juni-Juli&lt;br /&gt;
:Verhandlungen mit Herzog Ulrich, aus denen ersichtlich ist, daß die Landesherrn in Warnemünde ein Absteigequartier besaßen. Es wird die Einrichtung eines Kellers und die vom Herzog gewünschte Verlegung der Küche erwähnt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:&amp;quot;XXV Octobris hatt ein Erbar Rhat nebenst den verordneten Bürgern bey der Accise Kasten beschlossen das sie auf kunftigen dri Jahr zu Warnemünde eine weitere Luchte bauwen lassen wollten&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Ratsprotokoll Bernhard Scharffenbergs 1586-1598 Seite 131“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1593, 7. März&lt;br /&gt;
:Wiederholung der Verordnung wegen der Schiffahrt vom 20. Februar 1577. Wer sich nicht fügen will, soll bis zum nächsten Ostern mit allem seinem Gut nach Rostock ziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603, 29. Sept.&lt;br /&gt;
:Bestallung des Vogtes Peter Lange. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Den Warnemündern wird durch Ratsbeschluß den Warnemündern der Schiffbau verboten (1610 wird Bootsbau gestattet). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 18. Mai&lt;br /&gt;
:Anordnung einer Schonzeit für Vögel und Wild. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1609, 16. Jan.&lt;br /&gt;
:Ratsbeschluß, wonach zu Warnemünde der Wadenzug einem jeden freistehen soll und &amp;quot;niemandt einigen Ordt der fischerey in der Sehe für sein eigenthumb zu vortheidigen gestattet sein soll.&amp;quot; die Weddeherren sollen die Anlegung neuer Wadenzüge begünstigen, da im Vorjahre nur 3 Heringswaden auf 2 Zügen in Betrieb gewesen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1613, 6. Febr.&lt;br /&gt;
:Jochhim Evers in Warnemünde wird der Bootsbau in seinem Hause gestattet. Auch soll er in Notfällen Schiffsreparaturen vornehmen dürfen, wenn keine Rostocker Schiffszimmerleute anwesend sind. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1619, 11./12. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Verlöbnis-, Hochzeits- Kindtaufs- und Feuerordnung für Warnemünde vom 13. Januar wird in Warnemünde in der Vogtei den sämtlichen Warnemündern vorgelesen, resp. von der Kanzel publiciert. Nach der Feuerordnnung sollen die Feuerstallen jährlich besichtigt werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1621, 10. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Bestrafung Fite Kempes zeigt, daß den Warnemündern das Fischen im Strom verboten war. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Febr.&lt;br /&gt;
:war die bekannte schreckliche Überschwemmung zu Rostock und in der Umgegend, davon in dem *[[&amp;quot;Etwas von gelehrten Rostockschen Nachrichten&amp;quot;  4.Jahrg. Nr.898 i.J. 1740]] eine ausführliche Nachricht abgedruckt sich findet.&lt;br /&gt;
:In Warnemünde wurden 74 der 150 Häuser des Ortes zerstört.&lt;br /&gt;
:In hiesiger Gegend soll ein großer Theil der Waldung unter Wasser gestanden haben, ja es soll das Wasser in Niederungen bis Blankenhagen  vorgedrungen seyn. Die Wasserhöhe des Maaßes war 14 Fuß &#039;&#039;(rund 4,60 m)&#039;&#039; über den mittlern Stand gestiegen. Die Meierey auf dem Moorhof (vorh. Moor genannt) stand völlig im Wasser, Pferde und Ochsen ertranken, die Bewohner saßen 3 Tage im Dach auf dem Heu. Zu Warnemünde wurden von 150 dortigen Häusern 18 an der Düne gänzlich weggerissen und 74 stark beschädiget ; viele Schiffe zertrümmert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 15. Februar&lt;br /&gt;
:Warnemünde durch den wallensteinschen Oberst St. Julian besetzt. Bau einer Schanze. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 9. März&lt;br /&gt;
:Warnemünde wird durch dänische Kriegsschiffe blockiert und bombardiert. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1631, Juli/August&#039;&lt;br /&gt;
:Angriff der kaiserlichen und der herzoglichen Truppen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 27. August Eroberung der Schanze durch Herzog Johann Albrecht und Oberst Lohausen. Abzug der Kaiserlichen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 28. August Die Schweden besetzen die Schanze allein. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 30. August Der schwedische Generalkommissar Erik Anderssen richtet im Einverständnis mit den aus der Verbannung zurückgekehrten Herzögen eine Zollstelle in Warnemünde ein. Sie bestand mit Unterbrechungen bis ins 18. Jahrhundert. (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632, 29. Februar&lt;br /&gt;
:Durch Vertrag zwischen Gustav Adolf und den mecklenburgischen Herzögen bleibt der schwedische Zoll in Warnemünde bestehen. Schweden halten die Schanze besetzt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1634, 3. Nov.&lt;br /&gt;
:Die Vernehmung einiger Warnemünder Fischer durch die Gewettsherren beweist, daß man noch damals nach Falsterbo zum Heringsfang zog und daß die Warnemünder verpflichtet waren, ihn mitzumachen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1637, 29. April&lt;br /&gt;
:Ausbesserung der Schwedenschanze (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1638, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Kaiserlichen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1639, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Rostockern demoliert, aber gleich darauf von den Schweden zurückerobert und wieder hergestellt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1646, 1. und 7. März, sowie 1647, 7. Jan.&lt;br /&gt;
:Mandate gegen das Karpfen und Hecht angeln. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1648&lt;br /&gt;
:Westphälischer Friede. Vergebliches Bemühen der Stadt Rostock, den Warnemünder Schwedenzoll zu beseitigen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1660 8. März&lt;br /&gt;
:Im schwedisch-polnischen Krieg Besatzung der Schwedenschanze von kaiserlichen Truppen zur Übergabe gezwungen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 23./24. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze von den Kaiserlichen unter Montecuculi zerstört. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 19. April &lt;br /&gt;
:Die kaiserlichen Truppen ziehen aus Warnemünde ab. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1661 Juni&lt;br /&gt;
:Die Schweden bauen eine neue Schanze auf der Ostseite von Warnemünde beim Zimmerhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1664, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot, daß aus der See kommende Schiffe in Warnemünde liegen bleiben, dort löschen und laden und Zimmern laßen, ohne mit ihren Waaren an die Stadt zu kommen.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665 25. März&lt;br /&gt;
:Die Schweden vertreiben die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665, 23. Sept.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot der Leinenweberei in Warnemünde&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1666, 31. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wiederholung des Mandats vom 12. Febr. 1664 mit Zusatz über die dem Vogt von den Schiffen zu zahlenden Gebühren.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 20. Aug.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder werden an die alte Observanz (1359, 18. Dez.) erinnert, wonach sie jederzeit Fuhren und Hülfe bei den notwendigen Bauten zu leisten haben. Wenn sie sich darin willig zeigen, wird ihnen das Aalstechen auf dem Breitling bis nach Großen Klein (mit gewissen Einschränkungen) sowie das Obstverfahren mit kleinen Böten gestattet, falls sie das Obst in Rostock einkaufen. Auch soll ihnen erlaubt sein, Rostocker Bier und Gartengewächse über die See in einige Klipphäfen zu bringen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 19. Dezember&lt;br /&gt;
:Feststellung, wieviel Bootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 13. April&lt;br /&gt;
:Wiederholung des Verbots der Leinenweberei in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 14. April&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Mandat betreff die Schonzeit für Wild und Vögel&amp;quot; (vgl. 1606, 18. Mai); &amp;quot;Verbot des Brachens (Kalfaterns), Bauens und Klopfens an den Schiffen während Barsche, Brachsen und andere Fische einziehen.&amp;quot;; &amp;quot;Verbot Schweine frei umherlaufen zu lassen&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. Nov.&lt;br /&gt;
:Erneutes Verbot des Fischharkens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. und 20. Nov.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot die Krüge bis in die Nacht offen zu halten.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1672, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot für die Warnemünder, Mehl von fremden Müllern zu kaufen. Das Mehl soll in der Stadt gemahlen und in der Stadt die Accise davon entrichtet sein.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 11. Febr.&lt;br /&gt;
:Auf E.E. Rats Dekret ermahnen die Gewettsherrn den Vogt, auf das Brotbacken beßer Obacht zu geben. Er erklärt, sein Bestes zu tun aber nicht verhindern zu können, wenn die Leute in der Stadt backten. Es soll offenbar in Warnemünde in den dortigen Backstuben gebacken werden. (Vgl. 1679, 29.März) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 29. März&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Fuhren nach Dänemark und andern Orten von den Warnemündern der Reihe nach besorgt werden sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675 16./17. Juli&lt;br /&gt;
:Die neue Schwedenschanze von den Brandenburgern besetzt. Die Gewettsherren ergreifen vom Vogtei-Gebäude wieder Besitz. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676 Januar&lt;br /&gt;
:Warnemünde geht durch Vertrag an die Dänen über; die Schanze im Osten wird geschleift. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676,19. Dec.&lt;br /&gt;
:Feststellung, wievielBoootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1677, 26. Januar&lt;br /&gt;
:E.E.Ratsordnung für Warnemünde; sie enthält mehrere Paragraphen über anständiges Benehmen auf der Vogtei, Bestimmungen über die Nachtwache, das Verbot, Vieh auf die Hegewiesen zu treiben, die Mahnung zur Ordnung beim Lotsen- und Bergungsdienst sowie beim übersetzten von Reisenden nach Dänemark u. A. . (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 7. Januar&lt;br /&gt;
:Festsetzung über Fracht- und Fuhrlohn für Überfahrten nach Dänemark (Gjedser). (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 29. Mai&lt;br /&gt;
:Gewettsdekret, das u.A. einschärft, &amp;quot;das Brod nach altem Herkommen in Warnemünde im Vogteibackhause und nicht in Rostock backen zu laßen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 25. Juni&lt;br /&gt;
:Revision der Gewichte der Warnemünder Händler durch den Gewettsdiener. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1680, 5. Febr.&lt;br /&gt;
:Regelung der Warnemünder Bootfahrt mit Passagieren nach Dänemark und Schonen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:Besichtigung von Warnemünde durch den schwedischen Generalfeldmarschall Graf Königsmarck wegen Wiedereinrichtung des Zolls. Protest der Stadt Rostock. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 5. März&lt;br /&gt;
:Ein schwedisches Kriegsschiff erscheint in Warnemünde, um den Zoll wieder zu erheben. Die Stadt Rostock verweigert die Öffnung des Hafenbaumes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. April&lt;br /&gt;
:Verhandlungen des Gewetts mit dem schwedischen Kapitän und dem Licentmeister. Der Kapitän erklärt, er bleibe solange vor Warnemünde liegen um den Zoll zu erheben, bis dafür andere Vorkehr getroffen sei. Der Licentmeister erklärt, er habe den Zoll in derselben Weise zu erheben wie bis 1671 geschehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 3. Mai&lt;br /&gt;
:Auf die Klagen der Rostocker Fischer, daß der Brachsenfang von Warnemünde sehr gestört würde, weist das Gewett den Vogt an, den Warnemündern das Fischen &amp;quot;Vor der See&amp;quot; und im Strom und die Zimmerei an Schiffen zu untersagen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 12. Januar&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 21. Febr.&lt;br /&gt;
:Verordnung des Gewetts wonach, wer in Warnemünde Bier &amp;quot;einlegen&amp;quot; will, es beim Vogt anmelden und der Stadt die Accise entrichten muß. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;dto.&lt;br /&gt;
:Jürgen Knutsen wird in Warnemünde als Frei-Leinenweber zugelassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 4. Mai&lt;br /&gt;
:Befehl an den Vogt, seiner Instruktion gemäß darauf zu achten, daß die Schiffe den Ballast ein Stück Weges von den Dünen und dem Bollwerk entfernt auswerfen lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Schiffer in Warnemünde, deren Böte mehr als 2 Last Güter fahren können, solche sofort &amp;quot;hinweg thun&amp;quot; oder aber nach Rostock ziehen sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Unter dem Vorsitz des Gewetts vergleichen sich die Warnemünder Fischer und Schiffer mit den Deputierten des Schonenfahrergelags und sämtliche Rostocker Kaufleuten und Seefahrern wegen der beim Aus- und Einbringen von Schiffen und Leichtern durch die Warnemünder zu erhebenden Gebühren. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, Oktober&lt;br /&gt;
:Wird in Warnemünde ein Bürger und Krämer erwähnt, woraus hervorgeht, das damals in unserem Hafenorte nicht bloß Haken (von Höker = Händler, der auf der Straße oder in einer Bude Waren mit geringem Umsatz verkauft, Kleinhändler) sondern mindestens auch ein Krämer geduldet wurde. Die &amp;quot;Freyhakerey&amp;quot;, d.h. der Handel mit allerhand &amp;quot;Hakenwaaren&amp;quot; wie Hering, Butter, Käse, Fischwerk, Talglichten und dergleichen wurde vom Gewett häufig in Warnemünde vergeben und zwar meist auf Lebenszeit nicht nur für de Antragsteller, sondern auch für dessen Frau. Grade über die vielen Höker klagt obiger Krämer, daß sie ihm das Geschäft verderben. Er hat deshalb den Thranverkauf mit aufgenommen. Dies aber wollen die Rostocker Schuster wieder nicht leiden, und so bekommt die Sache zur Entscheidung vor das Gewett. Letzteres entscheidet für den Krämer (Johann Jörcke) und verleiht ihm &amp;quot;die freyheit mit thran zu handelen&amp;quot; da Jörcke einmal &amp;quot;ein fast abgelebter alter Mann&amp;quot;, ferner der Thranhandel in Warnemünde nicht der Schusterrrolle wiederspreche und endlich Warnemünde zwei Meilen von der Stadt entfernt sei, so daß Jörckes Handel mit &amp;quot;Thran wahren&amp;quot; dem Schusteramte nicht schaden könne. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 16. Nov.&lt;br /&gt;
:wird der Wismarsche Barbiergeselle Hinrich Roth &amp;quot;in betracht desselben wohl erlernten und geübten Chirurgiekunst auf Fürbitte seines Stiefvaters,&amp;quot; eines Warnemünder Bürgers, vom Gewett als &amp;quot;Frey Barbier&amp;quot; in Warnemünde zugelassen. (Ein Barbier kommt in Warnemünde schon 1577 vor. 1819 wird später darüber geklagt, daß in Warnemünde kein Chirurg sei.) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1700, vor dem 20. Sept.&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde bei dessen Bekämpfung Rostocker Stadtsoldaten mitgeholfen haben, weshalb ihnen durch Ratsdekret vom 20. September eine Belohnung zugesprochen wird. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1716&lt;br /&gt;
:Peter der Große mit einer Flotte vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1718, 26. Februar&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde durch den 20 Häuser zerstört werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1721&lt;br /&gt;
:4. Juli - Verordnung daß zu Warnemünde, wie auch auf der Stadt und Hospital-Dörfer kein ander als Rostocker Bier verschenkt werden soll. (UA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1729, 21. April&lt;br /&gt;
:E.E. Raths-Verordnung  &amp;quot;Wie es zu Warnemünde mit Ein- und Ausbringung frembder Schiffe und Fahr-Zeuge, im gleichen mit Lösch- und Beladung  der auff der Rhede liegenden, und dann auch mit gestrandeten Schiffen, deren Waaren und Gütern gehalten werden soll.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1735, Mai&lt;br /&gt;
:Während der Wirren unter Karl Leopold und Christian Ludwig ließ letzterer als Kaiserlicher Kommissar Warnemünde von Schwarzburger Kommissionstruppen besetzen, mußte dieselben aber auf Beschwerde der Stadt wegen Verletzung ihres Garnisonsrechtes wieder zurückziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1740&lt;br /&gt;
:ging der Schwedenzoll zu Warnemünde in den Pfandbesitz des Herzogs Carl Leopold über.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1755&lt;br /&gt;
:Vermessung Warnemündes und Aufstellung eines Feldregisters durch den &#039;&#039;&#039;Stadtkassen Sekretär Tarnow&#039;&#039;&#039;. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1756, 27. Januar&lt;br /&gt;
:Gewettsverordnung : Fremde Schiffe müssen während der Winterlage in Warnemünde vom Bollwerk abbleiben. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767&lt;br /&gt;
:Durchbruch der See auf der Ostseite.&#039;&#039;(Hohe Düne)&#039;&#039; (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1769, 27. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Bürgerschaft erhält vom Rat die Erlaubnis, eine neue Schule einzurichten, da der Küster im Rechnen und Schreiben nicht gehörig unterrichten kann.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1779, 18. Febr.&lt;br /&gt;
:Gesuch der Warnemünder, die neu zu erbauenden Häuser nicht zwischen Vorder- und Hinterreihe setzen zulassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1781, 25. Mai&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E.Raths der Stadt Rostock Lotsen-Ordnung für den Hafen Warnemünde.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1782, 17. Juli&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung wegen des von den kleinen Schiffen zu erlegenden Lotsengeldes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784&lt;br /&gt;
:Vorschlag des Warnemünders Joh.Lange zwischen der Vorderreihe und dem Bollwerk eine Reihe von Querhäusern errichten zu lassen, da sich sonst keine geeigneten Bauplätze fänden. - Abschlägiger Bescheid trotz mehrfacher Wiederholung. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, seit 19. Januar&lt;br /&gt;
:Verbote, die neu zu erbauenden Häuser in Warnemünde mit Stroh zu decken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, 6. Okt.&lt;br /&gt;
:Verordnung, daß die fremden Schiffe nur in Rostock Winterlager halten dürfen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1785, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Verordnung daß die Warnemünder nicht mit eigenen Schiffen Schiffahrt treiben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796, 15.Jan.&lt;br /&gt;
:E.E.Rat schlägt der Bürgerschaft die Anstellung eines Dünenwächters zur Bewachung der Warnemünder Dünen vor. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1797, seit&lt;br /&gt;
:wurden besonders auf den Rat des Prof. Dr. Franz Christian Lorenz Karsten, Anpflanzungsversuche auf den Dünen zwischen Warnemünde und Diedrichshagen gemacht. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, Ende April, Anfang Mai&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker schickt seine Waldarbeiter aus der Rostocker Heide nach Warnemünde um 4000 Akazien (&amp;quot;Scheinakazien&amp;quot;= Robinien) sowie eine ungezählte Anzahl an Weiden und Pappeln zu pflanzen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 24. Juli&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Instruktion für den Dünenwärter&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1800&lt;br /&gt;
: Johann Christian Friedrich Wundemann erwähnt Warnemünde in dem 1800 erschienenen 1.Teil seines Buches &amp;quot;Mecklenburg in Hinsicht auf Kultur, Kunst und Geschmack&amp;quot; nur als Ausflugsort der Rostocker, ohne des Seebades zu gedenken. Warnemünde wurde demnach damals noch nicht als Badeort benutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Auszug daraus]]  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801&lt;br /&gt;
:lag die englische Flotte unter Admiral Nelson während des dänischen Feldzuges und dem Kopenhagen-Bombardement zur Verproviantierung vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802&lt;br /&gt;
:Verhandlungen über die Bebauung des Ostufers, weil es auf dem Westufer an Bauplätzen mangele. - Der Rat beschließt laut Decret vom 3. November 1802, die Sache vorläufig auf sich beruhen zu lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802, 30. Nov.&lt;br /&gt;
:Der Rat erläßt eine revidierte Lotsenordnung für den Hafen Warnemünde nebst Erläuterungen dazu. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1803, 26. Juni&lt;br /&gt;
:Schweden verzichtet endgültig auf den Warnemünder Zoll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804, 28. März&lt;br /&gt;
:Verordnung wegen des von den Schiffern zu entrichtenden Ballast- und Baggergeldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 2. Januar&lt;br /&gt;
:Ratsordnung betr. des Ballastgeldes für Warnemünde und die Rhede.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 21. November/19. Dezember&lt;br /&gt;
:Einführung der Kontinentalsperre, Sperrung der mecklenburgischen Häfen. (Warnemünde ist dann abwechselnd bis 1812 von französischen und mecklenburgischen Truppen besetzt, um die Sperre durchzuführen.) (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1809, 25. Mai&lt;br /&gt;
:Alle in Warnemünde befindlichen Schiffe werden durch das Schillsche Corps beschlagnahmt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;26. Mai&lt;br /&gt;
:Holländische Truppen als Verfolger der Schillschen Truppen in Warnemünde. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1810, 4. Juni&lt;br /&gt;
:schoß die auf der Rhede liegende engl. Fregatte Fishguard einen 16Pfünder auf Warnemünde ab, da der franz. Kaper Turet dort ein beschlagnahmtes Schiff mit engl. Waren eingeschleppt hatte. Die Kugel durchdrang das Kirchendach und fiel im Garten eines Hauses am südl. Ende der Hinterreihe zu Boden. &lt;br /&gt;
:Sie hat ein Kaliber von ca. 10cm und wiegt 17kg. Sie befindet sich im Warnemünder  Museum. (KFC Wmde I p26)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1811, 5. April&lt;br /&gt;
:ordnet der Marschall Eckmühl den Bau von zwei Batterien bei Wismar und in Warnemünde an, die nach Art von Redouten in der Mitte ein Blockhaus, ringsherum Gräben erhalten sollten.(BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1812, 2. März&lt;br /&gt;
:Die Batterien in Warnemünde von den französischen Truppen den mecklenburgischen Truppen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- Juli&lt;br /&gt;
:Für das französische Militär muß eine Warmbadeanstalt errichtet werden. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813, 23. März&lt;br /&gt;
:Aufhebung der Kontinentalsperre; Öffnung der Häfen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- August&lt;br /&gt;
:Die englische Flotte auf der Warnemünder Reede. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 26. August&lt;br /&gt;
:die Engländer zerstören und sprengen Blockhaus und Redoute. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
;1817&lt;br /&gt;
:Das Warnemünde von den Einheimischen bereits als Seebad benutzt ward, ergiebt sich aus den Erinnerungen des Forstinspectors Becker. Dieser schreibt 1817: &amp;quot;Im Junius hielten wir uns vier Wochen zu Warnemünde auf und badeten.&amp;quot; (das Baden in der Ostsee betrieb Becker bereits nachweislich spätestens ab 1798, als er dazu Baderegeln veröffentlichte. Ob er da bereits in Warnemünde weilt ist bislang offen.)(BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:War Warnemünde nach einem Aufsatze des Prof. G.H. Masius ohne alle ärztliche und wundärztliche Hilfe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 24. Mai&lt;br /&gt;
:Verordnung Betreffs die Anmeldung der Fremden, auch diejenigen, die als Badegäste kommen. - Es waren in Warnemünde in diesem Jahre schon über 100 Badegäste (Formey, &amp;quot;Die Seebäder und Heilquellen zu Doberan und Warnemünde im Sommer 1822&amp;quot; in Hufelands &amp;quot;Journal der praktischen Arzneykunde&amp;quot; Bd.55, Stück 4.) Über die Badeeinrichtung heißt es ebenda: &amp;quot;Weder Badewagen, noch irgend eine zur Bequemlichkeit der Badenden  gereichende Vorkehrung ist vorhanden. Jeder Badelustige eilt in den Fluten des offenen Meeres um Erquickung oder Heilung zu finden. Der Ort ist ein Eigenthum der Stadt Rostock, dessen Magistrat, um alle Rivalität mit dem fürstlichen Doberan zu vermeiden, jede dahin lockende Einrichtung absichtlich unterläßt. Dessen ohngeachtet nimmt die Frequenz der Badegäste mit einem jeden Jahre zu.&amp;quot; &amp;quot;Dieser Badeort ziehet durch seine Lieblichkeit und die Ruhe, die dort herrscht, alle diejenigen hin, welche entfernt vom prachtvollen Geräusche Doberans die Seebäder im Genusse der schönen Natur gebrauchen wollen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:Erscheint zu Ehren von Prof. F.C.L. Karsten ein Kupferstich mit Rostocker Landschaftsbildern, auf dem auch der Entwicklungsstand der 1799 in Warnemünde gepflanzten Robinien-Bestände dargestellt ist. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825&lt;br /&gt;
:Stiftung des Gewettssekretärs Karsten für Wittwen und Waisen verunglückter Warnemünder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1827, 14. Juni&lt;br /&gt;
:Besuch des Großherzogs Friedrich-Franz I. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1828&lt;br /&gt;
:Errichtung eines Damenbades &amp;quot;aus zwei geräumigen Badehäuschen bestehend&amp;quot; auf den sogenannten Kisten an der Ostseite edes Hafens, und zwar als Privatunternehmen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1830-1850&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1830 bis Anfang 1850 wurden die Dünen in Warnemünde geebnet, die Täler ausgefüllt, wuchsen ganz neue Häuserreihen zweistöckig, &amp;quot;modern&amp;quot;, empor, und wurden die neuen Gasthäuser, der Pavillion, das Gesellschaftshaus und Hübners-Hotel, angelegt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 23. Febr.&lt;br /&gt;
:weist das Gewett in einem Bericht noch auf das Fehlen ärztlicher Hilfe hin. - Seit ca. 1831 war dann Friedrich Wilhelm Schütz praktischer Wundarzt und Geburtshelfer daselbst. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833&lt;br /&gt;
:wird die Dünen-Pflege durch das Bauamt übernommen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1834, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Dampfschiffahrt zwischen Rostock und Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten. &lt;br /&gt;
:Die Zahl der Badegäste steigt infolgedessen in diesem Jahre schon auf über 1000 Personen.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835, 22. April&lt;br /&gt;
:Der Rat publiziert eine neue Lotsenordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835&lt;br /&gt;
:Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837, 8. Oktober&lt;br /&gt;
:Durchstich des Pagenwerders vom Breitling zum Warnemünder Strom vollendet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1843&lt;br /&gt;
:In den letzten Jahren waren durchschnittlich 1400 Badegäste in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1853, 14. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E. Raths der Stadt Rostock Hafen-Ordnung&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1857, 15. April&lt;br /&gt;
:[https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Datei:Wmde_Schiffsungl%C3%BCck_Laager_Anzeiger_April_1857.jpg Schiffsunglück auf der Warnow]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1859, seit&lt;br /&gt;
:besteht die Chaussee-Verbindung Rostocks mit Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1860&lt;br /&gt;
:Der Jurist Moritz Wiggers veröffentlicht seine Verteidigungsschrift [https://books.google.de/books?id=XyFWAAAAcAAJ&amp;amp;dq=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;f=false|&#039;&#039;&amp;quot;Nothwendigkeit einer gründlichen Reform der wirtschaftlichen Zustände in dem Hafenorte Warnemünde - Eine Verteidigung der Rechte der Warnemünder Bürgerschaft vom geschichtlichen, staatsrechtlichen und volkswirtschaftlichen Standpunkte&amp;quot;&#039;&#039;] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863&lt;br /&gt;
:Warnemünde erhält eine Telegraphenstation. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1865&lt;br /&gt;
:Einführung der Straßenbeleuchtung in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866&lt;br /&gt;
:Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels &amp;quot;Neptun&amp;quot;). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866-1871&lt;br /&gt;
:Bau der neuen Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stationiert in Warnemünde 2 Rettungsboote nebst Raketenapparat. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867, seit&lt;br /&gt;
:Wird wegen der Erbauung eines neuen Leuchtturmes verhandelt und die Platzfrage erwogen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1870/71&lt;br /&gt;
:Während des Deutsch-Französischen Krieges wird der Warnemünder Hafen zeitweilig von einer französischen Panzerschiffs-Flotte blockiert.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, 12./13. November&lt;br /&gt;
:Große Sturmflut, die viel Schaden anrichtet, u.a. Zerstörung aller Bäder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1873&lt;br /&gt;
:Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1874&lt;br /&gt;
:Abbruch der alten Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1875&lt;br /&gt;
:Beim Kaisermanöver war Flottenparade vor Kaiser Wilhelm I. auf der Warnemünder Reede. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1876&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte Kirchhof am Strande&amp;quot; wird geschlossen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1886&lt;br /&gt;
:[[Warnemünde erhält Straßennamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:Eröffnung des neuen Hafenbassins beim Bahnhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903&lt;br /&gt;
:Das alte Tief (ostwärts bei der Hohen-Düne) wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907&lt;br /&gt;
:Der alte Friedhof wird eingeebnet und in eine Parkanlage verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910, Januar&lt;br /&gt;
:Baubeginn der Strandbahn auf der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1918, 5. November&lt;br /&gt;
:Torpedoboote der aufständischen Kieler Schul-Halbflottille laufen unter roter Flagge in den Warnemünder Hafen ein. Deren Obermaate berufen in den Warnemünder Marineeinrichtungen Versammlungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6. November&lt;br /&gt;
:Auf die Kieler Initiative hin gründet sich ein Soldatenrat, die Matrosen der Flugzeugstation, der Vorpostenhalbflottille &amp;quot;West&amp;quot; und der 7. Halbflottille weigern sich in See zu gehen und noch länger Dienst zu tun. (RA 8.11.1918)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht neben dem Warnemünder Leuchtturm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erster alliierter Bombenangriff auf Warnemünde. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, April&lt;br /&gt;
:Bombardement auf Rostock und Warnemünde. Brände, Zerstörung und Verwüstung am Güterbahnhof, Hotel Reichshof und den Arado- sowie Heinkel-Flugzeugwerken. Eine Brandbombe trifft die Kirche und es kommt zu Brandschäden am Kircheninventar. Im Ergebnis werden der Christophorus und der Danziger Flügelaltar nach Hanstorf ausgelagert. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 8./9. Mai&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 7./8. September&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 23. Juli&lt;br /&gt;
:Die US-Airforce bombardiert Warnemünde zum wiederholten Male (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 29. Juli&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1944, 9. April&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 22. April&lt;br /&gt;
:Die beiden letzten Maschinen der Lufthansa, zwei JU-52 starteten aus dem eingekesselten Berlin schon unter Beschuss durch sowjetische Truppen. Dort unmittelbar vor der Eroberung des Rollfeldes gestartet erreichen sie Warnemünde. Sie konnten noch sicher und heil auf dem Fliegerhorst landen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Ein Feuer zerstört den (alten) &amp;quot;Teepott&amp;quot; (Teepavillon)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heinkel Betriebsgelände auf der Hohen Düne um 1927.jpg|Das Heinkel-Betriebsgelände um 1927 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde US Airforce 23.7.1943.jpg|US-Airforce Aufklärung des Bombardements vom 23.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:US Luftbild 27 B17 Warnemünde Angriff 29 7 1943 95th 100th BG a.JPG|US-Airforce 27 amerikanische B-17 Bomber im Anflug auf Warnemünde beim Bombardement vom 29.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1947, 13. Mai&lt;br /&gt;
:Der ausgelagerte Altar und die Christophorus-Plastik werden vom Auslagerungsort Hanstorf geholt und wieder in die Kirche gebracht. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968&lt;br /&gt;
:Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten. Maßgeblich unter der Leitung von Architekt Ulrich Müther und Stadtplaner Erich Kaufmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde seit der Wiedervereinigung===&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018, 22. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Umbau des Warnemünder Bahnhofs wird begonnen (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2019, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Die RoRo-Fähre der Reederei Transfennica gerät beim Einlaufen in der Hafeneinfahrt auf Grund und legt sich quer zwischen Ost- und Westmole, so das der gesammte Schiffsverkehr unterbrochen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2023/2024===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 1.September&lt;br /&gt;
:Im Rahmen des planmäßigen Aufbaus des Marine-Arsenals am ehemaligen MV-Werften-Standort wird die ehemalige Fregatte &amp;quot;Köln&amp;quot; im Trockendock saniert, zudem das Taucherschulboot &amp;quot;Baltrum&amp;quot;, das Wohnboot &amp;quot;Knurrhahn&amp;quot; und das Ex-Minenjagdboot &amp;quot;Auerbach&amp;quot;. Etwa 450 Mitarbeiter sind derzeit beschäftigt.&lt;br /&gt;
:Zudem laufen Verhandlungen, dass das belgische Unternehmen &amp;quot;Smulders&amp;quot; auf einem Teil des Werftgeländes, dass das Bundesverteidigungsministerium für das Marinearsenal gekauft hatte, Plattformen für die Offshore-Windbranche gebaut werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 4. September&lt;br /&gt;
:Der traditionsreiche Warnemünder Fischkutter &amp;quot;Chemnitz&amp;quot; wird wegen mangelnder Seetüchtigkeit von einem Schlepper in die Werft Rammin nach Barth begleitet. Zeitpunkt für Rückkehr nach Sanierung ungewiss. In den letzten Jahren wurden bereits die Kutter &amp;quot;Ueckermünde&amp;quot;, &amp;quot;Hanno Günther&amp;quot;, Zufriedenheit&amp;quot;, &amp;quot;Barth&amp;quot; und &amp;quot;Doberan&amp;quot; verschrottet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. September&lt;br /&gt;
:Mit einem Fest wird das 120-jährige Brückenjubiläum gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 16. September&lt;br /&gt;
:Am Riesenrad auf der Warnemünder Mittelmole wird das Oktoberfest mit dem traditionellen Fassanstich eingeläutet. Die Bayrischen Wochen dauern hier noch bis zum 8. Oktober.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 22. September&lt;br /&gt;
:Bei einem Besuch im Marinearsenal Warnemünde gab Verteidigungsminister Bois Pistorius &amp;quot;grünes Licht&amp;quot; für die Ansiedlung des belgischen Stahlbauunternehmens Smulders für den Bau von Konverterplattformen in direkter Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 26. September&lt;br /&gt;
:Der Stelzenbagger &amp;quot;Nicolaj SAJ&amp;quot; beendet die mehrwöchigen Ausbaggerungsarbeiten im Bereich der Warnemünder Westmole. Aus der sog. &amp;quot;Sandfalle&amp;quot; wurden ca. 45.000 m³ Sand ausgehoben. Diese hält die durch die Küstenströmung mitgeführten Sedimente zurück um eine Versandung des Fahrwassers zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Vom 29.09. bis 3.10. finden bereits zum elften Mal die &amp;quot;Stephan-Jantzen-Tage&amp;quot; in Warnemünde statt. Organisatoren der Veranstaltungen zu Ehren des legendären Warnemünder Seenotretters sind Andreas (Doc) Buhse und Knut Linke von der Agentur Kulturmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Auf der Hohen Düne übergibt Fregattenkapitänin Bianca Seifert am 29.09.23 nach gut 22 Monaten das Kommando über die Besatzung der Korvette &amp;quot;Bravo&amp;quot; an den 34-jährigen Korvettenkapitän Benjamin Bachmann ab. Bianca Seifert war die erste Kommandantin einer Korvette der Deutschen Marine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 30. September&lt;br /&gt;
:8. Ehrenamtsball der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und des Landkreises Rostock für Ehrenamtliche im Bereich der Behindertenhilfe, chronischen Erkrankungen und Selbsthilfe im Kurhaus Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Saisonende für die Rettungsschwimmer*innen und ihre wichtige eherenamtliche Arbeit an den Rostocker Stränden. In diesem Jahr gab es 328 Einsätze, davon 52 im Rettungsdienst. 21 Mal mussten Menschen aus der Ostsee gerettet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn der Sanierungsarbeiten des Liegeplatzes (LP 23) des Seenotrettungskreuzers der DGzRS am Westufer des Alten Stromes. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2024 geplant und soll ca. 1,1 Mio € betragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 3. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Verein &amp;quot;Tiere in Not Warnemünde&amp;quot; begeht sein 30. Jubiläum, den Barbara Linkis (84) seinerzeit gründete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Oktober&lt;br /&gt;
:1. Rostocker Blaulichttag am 7. Oktober in Warnemünde&lt;br /&gt;
:Um über die Tätigkeiten der Blaulichtorganisationen in Rostock zu informieren, findet erstmals diese Veranstaltung auf der Promenade, dem Leuchtturmvorplatz in Warnemünde sowie am Hauptturm der Wasserwacht, Höhe Hotel Neptun, statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 70.000. Besucher auf dem Warnemünder Leuchtturm wird der 14-jährige Dresdner Robert Klaus durch die Schatzmeisterin Ingelore Morenz und Andreas Herpoldt vom Leuchtturmverein begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 13. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 10.000. Gast des Jahres wird der Magdeburger Karl Geßler (80) willkommen geheißen. Er weilte mit seiner Frau Doris und Freunden zu einem Urlaub in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 14. Oktober&lt;br /&gt;
:In Warnemünde findet das 25. Kutterpullen statt. Bereits zum 2. Mal findet es am südlichen Ende des Alten Stromes statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein feiert im Kurhaus gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt den 125. Geburtstag des Warnemünder Leuchtturmes.&lt;br /&gt;
:Die Verleger Matthias Redieck und Achim Schade editieren dazu eine Sonderausgabe des Tidingsbringers &amp;quot;30 aus 125&amp;quot;  30 Geschichten aus 125 Jahren.&lt;br /&gt;
:Bis zum Jubiläum hatte der Leuchtturm über das Jahr 70 000 Besucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 20. und 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Eine schwere Strumflut wütet an der westlichen Ostseeküste. Auch Rostock trifft Starkregen. Der Wasserstand der Warnow am Mühlendamm zeigt beispielsweise ein Plus von 1,52 Metern über Null. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Pflanzaktion in der Rostocker Heide: Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück nimmt als Schirmherrin daran teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:Baustart für die langerwartete Umgestaltung des Warnemünder Georginenplatzes. Das Grünamt will im Zuge dieser Maßnahme die Versiegelung des Platzes mit Betonplatten und -mauern aufheben. Stattdessen soll ein geschwungener, naturverträglicher, wassergebundener Weg entstehen, sowie Schmuckbeete mit Dahlien (früher Georginen) angelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:Wegen dringender Wartungs- und Reparaturarbeiten muss die 120 Jahre alte historische Drehbrücke über den Alten Strom eine knappe Stunde gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. Oktober&lt;br /&gt;
:Vom 27.10. bis 04.12.2023 ist der Zugverkehr zwischen Rostock und Warnemünde unterbrochen und wird durch Schienenersatzverkehr (SEV) sichergestellt. Grund sind Gleisarbeiten zur Modernisierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur. Die Fahrzeit des SEV beträgt 50 statt 21 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Mit dem Anlegen der AidaMar geht die Kreuzfahrtsaison 2023 in Warnemünde zu Ende. In dieser Saison gingen lauf Rostock-Port 411.000 Kreuzfahrtgäste bei 133 Schiffsanläufen mit 30 Kreuzfahrtschiffen an und von Bord. Dies waren 6 Anläufe weniger als 2022 aber 40% mehr Kreuzfahrtgäste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Oktober&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Rostocker Eisbademeisters&amp;quot; starten am Warnemünder Strand in ihre neue Badesaison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn des Abrisses des ehemaligen Ärztehauses Wachtlerstraße 11. Durch die Wiro soll auf diesem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit 9 Mietwohnungen zwischen 80-125 m² errichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Heinz Plautz, Gründungsmitglied des Leuchtturmvereins tritt nach 30 Jahren aktiver Vereinsarbeit und einem Alter von 87 Jahren vom aktiven Dienst am Leuchtturm zurück, bleibt aber dem Verein weiter erhalten. Mit seinem zeichnerischen Talent hat er von allen seinen Kollegen eine Portraitzeichnung angefertigt, wie auch von dem verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Klaus Möller und dem amtierenden Vorsitzenden Mathias Stagat. Mehr als 100 großformatige Banner hat er für die beliebten Leuchtturm-Hochzeiten gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. November&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park Warnemünde findet eine Gedenkstunde für die auf See Gebliebenen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. November&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder und ehem. Fischer Karl-Heinz Ruschau (90) und seine Frau Erna (91) begehen nach einem ereignisreichen Leben ihre Gnaden- bzw. Platinhochzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 28.November&lt;br /&gt;
:Der 28.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 2. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 2. Dezember&lt;br /&gt;
:Am 2. Dezember um 12 Uhr öffnet der bisher größte Weihnachtsmarkt auf dem Warnemünder Kirchenplatz vor der Kirche. Der mittlerweile 14. Weihnachtsmarkt, organisiert durch den Handels- und Gewerbeverein Warnemünde, wird statt 11 nun 16 Stände haben. Außer montags und dienstags wird er bis zum 01. Januar 2024 geöffnet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 5. Dezember&lt;br /&gt;
:Nach 37 Jahren, 490 Ausstellungen mit 750 Künstlern schließt die Galerie Möller am Strom 68 für immer. Galeristin Ulrike Sabine Möller und ihr Mann Peter gehen in den wohlverdienten Ruhestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Dezember&lt;br /&gt;
:Zwischen dem 7. und 21. Dezember findet der traditionelle Weihnachtsbaumverkauf in der Rostocker Heide, an der Alten Forstbaumschule in Rostock-Hinrichshagen, statt. Jedes Jahr werden bis zu 1800 Bäume verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 8. Dezember&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Traditionsfirma &amp;quot;Meißner Elektronic&amp;quot; in der Mühlenstraße 12 feiert 75. Geschäftsjubiläum. Axel Meißner eröffnete die Firma für den Verkauf und Reparatur von Radiogeräten in der Poststraße 17. &lt;br /&gt;
:1954 hielten Fernsehgeräte Einzug ins Sortiment. Sohn Wilhelm Meißner führte das Geschäft bis 2022. Enkel Sven machte 1993 seine Prüfung zum Funkmechanikermeister. Seit Anfang der 1990er Jahre befindet sich das Geschäft an der heutigen Adresse. Seit 2022 ist Peter Jakel Geschäftsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 12. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein spendet aus den Einnahmen der bisherigen Turmbesuche insgesamt 9 000 Euro an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.&lt;br /&gt;
:Das Geld fließt in den Neubau eines Schuppens, der vor dem Seenotkreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; liegen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Bahnhof ist Spitzenreiter im Fahrgäste-Ranking der besten Bahnhöfe Deutschlands.&lt;br /&gt;
:Laut einer Analyse gehört der Warnemünder Bahnhof zu den beliebtesten in ganz Deutschland, zusammen mit den Stationen Brandenburger Tor und Mexikoplatz Berlin, Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und Landungsbrücken in Hamburg erhielt der Bahnhof 144 561 Bewertungen und damit 4,6 von 5 möglichen Sternen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Dezember&lt;br /&gt;
:Die älteste Warnemünderin und Rostockerin Gertrud Blohm ist friedlich in ihrem Warnemünder Zuhause eingeschlafen. Am 7.September feierte sie in ihrer Warnemünder Wohnung, in der sie bis zu ihrem Lebensende wohnte, ihren 111. Geburtstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. als Betreiberverein hat sein gestecktes Ziel von jährlich 10.000 Besuchern wieder erreicht und konnte im Heimatmuseum bis Jahresende 12.193 Besucher begrüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Jahresende&lt;br /&gt;
:Die 1910 eröffnete traditionsreiche Gaststätte &amp;quot;Forsthaus Markgrafenheide&amp;quot; beendet nach 113 Jahren ihren Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Neujahr&lt;br /&gt;
:Für das Jahr 2023 werden 2.156.422 Übernachtungen verbucht, das zweithöchste Ergebnis seit der Wendezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Januar&lt;br /&gt;
:Zum 24. Turmleuchten strömten erneut rund 45.000 Zuschauer. Veranstaltet von der Hanseatischen Eventagentur und dem Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. und unterstützt von zahlreichen Sponsoren und Partnern, ist das diesjährige Turmleuchten wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Jahresanfang schließt der 1995 eröffnete REWE-Markt an der Stadtautobahn für eine umfassende Sanierung. Nach dem geplanten Abschluss der Sanierung im 2. Quartal soll es wieder eine Fleischtheke geben und sog. Self-Checkout-Kassen neu eingeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3. Januar&lt;br /&gt;
:Laut Rudolf Kemnitz vom Deutschen Wetterdienst war das Jahr 2023 mit einer Durchschnittstemperatur in Warnemünde von 10,85°C das zweitwärmste Jahr seit 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. Januar&lt;br /&gt;
:Die Bäckereikette &amp;quot;Lila Bäcker&amp;quot; geht ins Insolvenzverfahren. Von den 232 Filialen sollen 160 erhalten bleiben. Darunter sind auch die beiden gut frequentierten Filialen in Warnemünde, Mühlenstr. 44 und Am Bahnhof 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 10. Januar&lt;br /&gt;
:Durch einen Warnstreik der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) kommt es auch vom 10.-12.1.24 zum Ausfall des gesamten Bahnverkehrs zwischen Warnemünde und Rostock Hbf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Januar&lt;br /&gt;
:Nach einem UN-Unifil-Einsatz vor der libanesischen Küste ist die Korvette &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; wieder zurück in ihrem Marinestützpunkt Warnemünde-Hohe Düne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Jetzt ist endgültig Schluss! Lila Bäcker schließt zum 1. Februar alle seine Filialen. Darunter auch die beiden Filialen in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12.Februar&lt;br /&gt;
:Mit dem 174 Meter langen Versorgungsschiff &amp;quot;Bonn&amp;quot; liegt in dieser Woche das größte Schiff der Bundesmarine im Trockendock der Bundesmarine.&lt;br /&gt;
:Das Trockendock ist insgesamt 320 Meter lang und 54 Meter breit. Damit können dort sämtliche Einheiten der Deutschen Marine gedockt werden. Im laufenden Jahr sollen noch die Korvetten &amp;quot;Erfurt&amp;quot; und &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; sowie der Tender &amp;quot;Rhein&amp;quot; instandgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Februar/März&lt;br /&gt;
:Der portugiesische Bagger &amp;quot;Fernao de Magalhaes&amp;quot;, 139 Meter lang, 29 Meter breit, kann mit der Kraft von 10 000 PS selbst festes Gestein bis zu einer Tiefe von 35 Metern entfernen. Er baggert den Seekanal auf eine Tiefe von 16,5 Metern aus.&lt;br /&gt;
:Damit sollen zukünftig &#039;&#039;&#039;Tanker&#039;&#039;&#039; von bis zu 15 Metern Tiefgang in den Rostocker Hafen einfahren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. März&lt;br /&gt;
:Zu einem Osterspaziergang im Revier Schnatermann lädt das Stadtforstamt Interessierte ein. Dabei können die Teilnehmer bei einer geführten Wanderung die Vielfalt und Besonderheiten dieses Teiles der Heide erleben, der sich gerade im zeitigen Frühjahr von einer seiner schönsten Seiten zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 25. April&lt;br /&gt;
:Auf der Neptun-Werft erfolgt die Kiellegung für ein weiteres Versorgungsschiff für die Deutsche Marine.&lt;br /&gt;
:Es ist bereits das zweite Kriegsschiff der neuen Klasse 707 binnen eines Jahres dessen Bau begonnen worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. April&lt;br /&gt;
:Mit dem &amp;quot;Warnemünder Frühlingslandgang&amp;quot; (fast 30 Jahre als &amp;quot;Stromerwachen&amp;quot; bekannt) wird traditionell die Warnemünder Sommersaison eröffnet. Auf der Warnemünder Promenade befindet sich eine maritime Bummelmeile mit Kunsthandwerk und Gastronomie. Die Warnemünder Bademeisters beenden an diesem Tag ihre Badesaison.&lt;br /&gt;
:Führung über den Neuen Friedhof Warnemünde: Das Begräbnisareal ist in den 1920er-Jahren angelegt worden. Es umfasst heute eine Fläche von knapp fünf Hektar. Zahlreiche Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Einige von ihnen, darunter Handwerker, Wissenschaftler, Händler, Ärzte, Abenteurer, werden beim Rundgang mit der Historikerin Dr. Antje Krause näher vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. bis 12. Mai&lt;br /&gt;
:Das diesjährige Kleinkunstfest findet auf dem Leuchtturmvorplatz und entlang der Seepromenade statt. Kleinkunst unterschiedlicher Art, Spaß, Unterhaltung, Mitmachaktionen, Überraschungen, kleine Köstlichkeiten und auch ein Händlermarkt gehören dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Mai&lt;br /&gt;
:In der Yachthafenresidenz Hohe Düne findet die 29. Landesmeisterschaft der Auszubildenden des Gastgewerbes statt. Die hier als Beste gekürten Teilnehmer und angehenden Köche treten danach als &amp;quot;Mannschaft Mecklenburg-Vorpommern&amp;quot; bei der angehenden Jugendmeisterschaft im Herbstin Bonn an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 15. Mai&lt;br /&gt;
:Nach über 5 Monaten Umbauzeit wird der Warnemünder REWE-Markt an der Stadtautobahn mit einer großen Feier wiedereröffnet. Mehr als vier Millionen Euro hat die Rewe Group in den Standort investiert und dabei auf neue Konzepte gesetzt, sagt Norbert Richartz, Vertriebsleiter Region Ost bei Rewe. Bis zur Insolvenz hatte der Lila Bäcker den Bäckereistand samt Café im Warnemünder Markt betrieben. Diesen hat nun die Bäckerei von Allwörden übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Mai&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Reparaturarbeiten durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. Mai&lt;br /&gt;
:Distinguished Gentleman&#039;s Ride in Warnemünde: Am Pfingstsonntag ist Warnemünde wieder Teil eines Spektakels, bei dem sich stilbewusste Motorradfahrerinnen und -fahrer zusammenfinden. Die Teilnehmer der weltweiten Bewegung sammeln Spenden für die Erforschung und Behandlung von Männerkrankheiten und tragen so dazu bei, Leben zu retten. Die Fahrt geht vom Neuen Markt in Rostock über mehrere Stadtteile bis nach Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Mai&lt;br /&gt;
:Warnemünder Schiffe auf Pazifik-Mission&lt;br /&gt;
:Die in Hohe Düne stationierten Schiffe, Versorgungsschiff &amp;quot;Frankfurt am Main&amp;quot; und Fregatte &amp;quot;Baden-Württemberg&amp;quot; sind auf der Reise rund um die Welt um in der Nato-Pazifik-Mission die brisante Straße von Taiwan zu durchqueren. &amp;quot;Deutschland will mit der Mission vor allem sein Interesse an den Entwicklungen in der indo-pazifischen Region unterstreichen und seine Solidarität mit den Wertepartnern wie Japan oder Singapur zeigen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Der frisch sanierte Warnemünder Georginenplatz wird am 18. Juni 2024 von Rostocks Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde eingeweiht. Die Neugestaltung des denkmalgeschützten Areals hatte sich an dessen ursprünglicher Optik aus den 1920er-Jahren orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Juni&lt;br /&gt;
:Beim dritten Summer Open auf dem Golfplatz in Warnemünde kamen 1170 Euro an Spenden zusammen mit denen das Rostocker Frauenhaus unterstützt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. Juli&lt;br /&gt;
:Mit dem traditionellen Festumzug, dem 21. &amp;quot;Niegen Warnemünder Ümgang&amp;quot; mit ca. 2500 aktiven Mitwirkenden, vom Leuchtturm beginnend, durch die Alexandrinenstraße, Kirchenplatz, wird die 86. Warnemünder Woche, eines der größten Segelereignisse an der deutschen Ostseeküste, von der Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger im Warnemünder Kurhausgarten mit einem Fassbieranstich eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Juli&lt;br /&gt;
:Das Marinearsenal in Warnemünde soll binnen drei bis fünf Jahren &amp;quot;kriegstüchtig&amp;quot; werden erklärt der Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) am Rande eines Besuches in Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. Juli&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park wird anlässlich des 150. Todestages von Fritz Reuter (1810-1874) wieder eine Warnemünder Fritz-Reuter-Eiche eingeweiht. &lt;br /&gt;
:Das von Museumsverein, Leuchtturmverein, Warnemünde-Verein und Trachtengruppe initiierte &amp;quot;Erinnerungsensemble&amp;quot; besteht neben der über 100 Jahre alten Eiche aus einem Markierungsstein, einer zweisprachigen Infotafel sowie einer Bank. Die Einweihung fand unter reger Teilnahme der Warnemünder Vereine und Bevölkerung statt.&lt;br /&gt;
:Der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. lädt Freunde und Partner und Wegbegleiter anlässlich des 30-jährigen Bestehens zu einer Ausfahrt mit einem historischen Segelschiff, der Kogge „Wissemara“ ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. Juli&lt;br /&gt;
:Bilanz am Ende der 86. Warnemünder Woche&lt;br /&gt;
:Sportlich waren die Segelwettbewerbe die Glanzlichter, 15 Regatten verschiedener Schiffsklassen,&lt;br /&gt;
:Events der 1. und 2. Segelbundesliga, sowie die Sailing Champions League standen an.&lt;br /&gt;
:Mehr als 800 Sportler in rund 400 Booten hatten sich angemeldet.&lt;br /&gt;
:Den Ausgang bildete ein Drachenbootfestival mit rund 1200 Sportlern&lt;br /&gt;
:Eine Flaute und eine Unwetterwarnung störten kurzzeitig deren Abläufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 27. Juli&lt;br /&gt;
:Im Kurhausgarten findet das erste &amp;quot;Buntes Meer Festival&amp;quot;, eine Mischung aus Kunstmarkt, Konzert und Unterhaltung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Juli&lt;br /&gt;
:Bundesratspräsidentin Manuela Schwesig (SPD) reist zu den Olympischen Spielen nach Paris.&lt;br /&gt;
:Dort wirbt sie für das Segelrevier Rostock-Warnemünde im Falle einer deutschen Bewerbung für Olympia. Dafür gibt es einen Beschluss des Landtages.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 31. Juli&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Fischereikutterverein „Jugend zur See“ verabschiedet sich von seinem Fischkutter „Pasewalk“, einem der letzten bislang fahrtüchtigen Warnemünder 17-m-Kutter. Der vor allem bei Kindern und Jugendlichen für seine Freizeit-Piratenfahrten beliebte Kutter liegt derzeit auf dem Trockenen im Fischereihafen Bramow und soll für den symbolischen Preis von einem Euro verkauft werden, so der Vereinsvorsitzende Norbert Ripka. Als Grund nannte er zu hohe Kosten für die notwendige wiederkehrende Klassifizierung des über 70 Jahren alten Traditionsschiffes. Der 17 Meter lange und 5,60 Meter breite Kutter wurde 1950 auf der VEB Boddenwerft Damgarten gebaut. Der Fischkutterverein ist ein anerkannter Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 2. August&lt;br /&gt;
:Am Strand von Warnemünde startet das 2. High-Seaciety-Festival mit drei Tagen Livemusik und Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7.bis 11. August &lt;br /&gt;
:Die 33. Hanse Sail begeistert rund 500.000 Besucher, 138 Traditionssegler waren dabei.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Gorch Fock II&amp;quot;, das Segelschulschiff  der Marine läuft um 10.00 Uhr in Warnemünde ein und ist am Passagierkai 1 bis zum 11. August eines der Glanzlichter der diesjährigen Hansesail.&lt;br /&gt;
:Am ersten Tag der Hanse Sail startet vom süddänischen Nysted die große Haikutter-Regatta. Die alten Fischerboote segeln auf dem schnellsten Wege nach Warnemünde und laufen am Abend am Ziel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. August&lt;br /&gt;
:Auf einer Marinebarkasse der Bundesmarine, im  Stützpunkt Hohe Düne stationiert, bricht ein Brand aus. Der Brand brach aus ungeklärter Ursache im Führerhaus, die dicken Rauchschwaden waren von hoher See aus über 3 km weit zu sehen. Die zwei an Bord befindlichen Mannschaftsmitglieder wurden von der Wasserschutzpolizei unverletzt gerettet und der Brand konnte gelöscht werden. Auch der Seenotrettungskreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; war an dem Rettungseinsatz beteiligt. Der Havarist wurde in den Marine-Stützpunkt geschleppt.&lt;br /&gt;
:Die Polizei hatte eine Gruppe Ladendiebe auf frischer Tat ertappt, die zuvor beobachtet wurden, wie sie Textilien von Ständern verschiedener Geschäfte am Alten Strom stahlen. Mit Unterstützung der Bundespolizei konnten Beamte die Diebe am Warnemünder Bahnhof stellen. Sie trugen die gestohlenen Kleidungsstücke zum Teil bereits am Leib und hatten vor der Tat bereits einen Platzverweis wegen Randalierens erhalten. Die Diebe waren der Polizei nicht unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Hochsee-Racer macht in Warnemünde Station.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Offshore-Racer&amp;quot;des Teams &amp;quot;Next Generation Sailing&amp;quot; machte in der Marina Hohe Düne fest und übernahm dort den Namen des neuen Sponsors &amp;quot;Task Engineering&amp;quot; eines deutsch-dänischen Unternehmens. Das Boot ist ein reines Rennboot und bis zu 30 Knoten schnell. Es ist einzig dazu gebaut Hochseerennen zu bestreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Auf dem Leuchtturm wurde der 50.000. Jubiläumsgast begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. bis 25. August&lt;br /&gt;
:Europas Top-Athleten messen sich bei &amp;quot;Battle The Beach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Strand ist drei Tage lang Schauplatz eines sportlichen Großereignisses in der sechsten Runde. 560 Athleten aus ganz Europa messen sich in verschiedenen Disziplinen wie Gewichtheben, Triatlon, Wassersport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,26. August&lt;br /&gt;
:Nach der im September 2023 beschlossenen Erhöhung und Ausweitung der Kurabgabe auf das gesamte Stadtgebiet klingelt es ordentlich in der Stadtkasse.&lt;br /&gt;
:Zwischen September2023 und Juli 2024 flossen insgesamt 4,5 Millionen Euro in die Stadtkasse. Davon entfallen 2,014 Millionen Euro auf Warnemünde, 817.000 Euro auf Markrafenheide und 332.000 Euro auf Diedrichshagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2024/2025===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 8. September&lt;br /&gt;
:Das Heimatmuseum Warnemünde nimmt auch in diesem Jahr am deutschlandweit organisierten &amp;quot;Tag des offenen Denkmals&amp;quot; teil und präsentiert im Heimatmuseum zusammen mit der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. sowie dem Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum M-V e.V. den „Thementag Archäologie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. bis 13. September&lt;br /&gt;
:8. Rostocker Großmotorentagung in der Yachthafenresidenz Hohe Düne. Sie steht unter dem Motto: „Die Zukunft der Großmotoren – Neue Technologien und Kraftstoffoptionen: Die Wege zur sauberen Schifffahrt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. September&lt;br /&gt;
:wurde der Dreh-Test der 120 Jahre alten Warnemünder Bahnhofsbrücke, unter Anwesenheit mehrerer tausend Besucher, als Herzstück des jährlichen Büchenfestes zu einem erlebenswerten Spektakel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 20. September&lt;br /&gt;
:Auftakt im Rahmen der MeerBeats-Tour 2024 von Warnemünde nach Hamburg mit Mein Schiff 7. &lt;br /&gt;
Auf dem Schiff findet an diesem Tag die MV Cruise Conference statt. Außerdem treten Die Fantastischen Vier am 20. September 2024 auf. Sie sind dann auch bei der nachfolgenden Reise nach Hamburg dabei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. September&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. September&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. September&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. September&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. September&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.-6. Oktober&lt;br /&gt;
:Für die Stephan-Jantzen Tage – Namensgeber ist der legendäre Warnemünder Lotsenkapitän – wird der Platz vor dem Warnemünder Leuchtturm zum Hauptveranstaltungsort. Zu den Höhepunkten gehört die Aufführung der Stephan-Jantzen-Suite. Für die Besucher ist viel Musik, Kultur und maritimes Flair zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Am 9. Oktober 2024 besteht der Museumsverein Warnemünde e.V. seit 20 Jahren. Mit großem Engagement haben sich die Vereinsmitglieder um Vorsitzenden Uwe Heimhardt für dieses Kleinod in Warnemünde eingesetzt. Im Mai 2017 hat Christoph Wegner die Leitung des Museums übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Nachmittag prallt eine Fähre wegen eines Maschinenausfalls auf den Fähranleger in Hohe Düne. Drei Menschen wurden dabei verletzt. Bereits am Abend kann der Fährbetrieb nach Reparatur wieder aufgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:14. Pflanzaktion „Bürger für Bäume“: In gemeinsamer Aktion initiieren der Zoo und das Stadtforstamt eine Aufforstungskampagne in der Rostocker Heide. Insgesamt werden 5.000 Traubeneichen-, Esskastanien-, Roterlen-, Ebereschen- und Buchensetzlinge in die Erde gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
:Die Initiative DigitalTeilhabe in Warnemünde lädt Senior*innen und Interessierte zum Digital-Thementagen „iPhone&amp;amp;Smartphone“ in den Gemeindesaal der Evangelischen Kirche ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Oktober&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Dafür ist dieser Überweg wegen der Drehung der Brücke für eine halbe Stunde gesperrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. November&lt;br /&gt;
:Nach zwei Jahren umfassenden Arbeitens ist die Vertiefung des Seekanals Warnemünde auf 16 km Länge abgeschlossen. Um die durchgehende Tiefe der Baltic-Max-Norm (17 m Tiefgang) zu erreichen, investierte der Bund ca. 100 Mio. Euro in das Projekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 5. bis 7. November&lt;br /&gt;
:5. Rostock Ocean Convention meets Hydro 2024: Vom 5. bis 7. November 2024 findet die internationale hydrographische Konferenz und Ausstellung HYDRO 2024 statt. Es werden aktuelle Trends, neueste Entwicklungen und Projekte der Unterwassertechnologie gezeigt. Die Veranstaltung bietet mehr als 190 Teilnehmern, Referenten und Partnern eine Kommunikationsplattform. Im Yachthafen Hohe Düne sind dabei beispielsweise spannende Bootsvorführungen unterschiedlicher Anbieter zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. November&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. feiert in der Cafeteria und Eventlocation &amp;quot;Laak 5&amp;quot; mit einer Vielzahl seiner Mitglieder sein 20-jähriges Bestehen. Der Verein hat zum 1.1.2005 die Betriebsführung des Heimatmuseums übernommen und kann seither auf eine überaus erfolgreiche Entwicklung des Heimatmuseums zurückblicken. Neben Grußworten anderer Warnemünder Vereine äußerten sich auch Sigrid Hecht (Chefin des städtischen Eigenbetriebs KOE) und die neue Kulturamtsleiterin Anne-Katrin Bicher positiv über die Entwicklung des Museums und versprachen auch in Zukunft die Geschicke des Museumsvereins tatkräftig zu unterstützen&lt;br /&gt;
. &lt;br /&gt;
;2024, 8. November&lt;br /&gt;
:Inklusives Unternehmerfrühstück im DOCK INN. Es geht darum wie man Menschen mit Behinderung besser im Berufsalltag integrieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 17. November&lt;br /&gt;
:Kranzniederlegung an der Gedenkstätte „Für alle auf See Gebliebenen“, organisiert von der Nautischen Kameradschaft Poseidon e.V., im Stephan-Jantzen-Park.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. und 20. November&lt;br /&gt;
:3. Lotsenkonferenz der Bundeslotsenkammer im Technologiepark Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Es geht dabei u.a. um 70 Jahre Seelotsgesetz &amp;amp; 70 Jahre Bundeslotsenkammer und um einen Kerninhalt des Seelotsgesetzes, nämlich die neu strukturierte :Seelotsenausbildung 2024. In Kooperation mit den Hochschulen Wismar/Warnemünde und Flensburg wird erstmalig eine hochqualifizierte Seelotsenausbildung in Form eines Masterstudienganges angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Obdachlosengala in Warnemünde: Bereits zum siebenten Mal lädt das Hostel „Dock in“ 160 Bedürftige zum Weihnachtsschmaus. Unter den 50 Helferinnen und Helfern war diesmal als Überraschungsgast Monchi, der Frontman der bekannten Rockband Feine Sahne Fischfilet.&lt;br /&gt;
:Zu einem stimmungsvollen Start in die Vorweihnachtszeit lädt das 22. Adventssingen am Warnemünder Leuchtturm ein. Erneut sorgt der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. mit einem Programm voller Musik für unvergessliche Momente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.Dezember&lt;br /&gt;
:Der 29.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 7. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. bis 21.. Dezember&lt;br /&gt;
:Traditioneller Weihnachtsbaumverkauf in Hinrichshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,23.Dezember&lt;br /&gt;
:In der abgelaufenen Saison wurden in Warnemünde 148 Schiffsanläufe von 38 Kreuzfahrschiffen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025,1.Januar&lt;br /&gt;
:Das zum 25. Mal statt zu findende Neujahrsfest des Turmleuchtens wurde wegen Sturm nur wenige Stunden vor Beginn abgesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.-3. Februar&lt;br /&gt;
:Die Fregatte &amp;quot;Nordrhein-Westfalen&amp;quot; der Bundesmarine liegt für drei Tage an der Passagierkai-Promenade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Februar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde, die Initiative DigitalTeilhabe lädt Seniorinnen, Senioren und Interessierte zu Digital-Thementagen „iPhone, Smartphone &amp;amp; Co&amp;quot; ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Beginn der Bauarbeiten: Neue Mittelinsel soll Querung der Richard-Wagner-Straße erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.März&lt;br /&gt;
:65.000 Menschen besuchen das nachgeholte 25. Turmleuchten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 25. März&lt;br /&gt;
:Es wird natürlich bunter - Saisonbepflanzung startet in Warnemünde, 10.365 Pflanzen kommen kurz nach Sonnenaufgang in den Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. April&lt;br /&gt;
:Beidseitig der Rostocker Straße werden Radverkehrsanlagen ausgebaut bzw. neu markiert, die gesamte Baumaßnahme erfolgt in vier Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt beginnt am Knoten Richard-Wagner-Straße und führt zur Johann-Sebastian-Bach-Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 12. April&lt;br /&gt;
:Von April bis Oktober 2025 dreht sich das XXL-Riesenrad in Warnemünde. Mit dem „Eye 55“ (was für eine Höhe von 55 m steht) auf der Mittelmole hat man eine tolle Aussicht über das Seebad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. April&lt;br /&gt;
:Beginn der diesjährigen Warnemünder Kreuzfahrtsaison mit dem Anlauf der „AIDAmar“. Bislang sind für 2025 von 23 Kreuzfahrtreedereien 167 Anläufe von 36 Kreuzfahrtschiffen angemeldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 16. April&lt;br /&gt;
:Mit einem abwechslungsreichen Programm, einer Mischung aus Geschichte und Kultur starten die beliebten Warnemünder Museumsabende im Heimatmuseum Warnemünde in die nächste Saison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. April&lt;br /&gt;
:Vom 17. April bis zum 2. November zeigen Künstler aus aller Welt Sandskulpturen zu den „Geheimnissen der sieben Weltmeere“ im Rahmen der 15. Sandwelt in Warnemünde am Pier 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 19. April&lt;br /&gt;
:Die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde entzündet das traditionelle Osterfeuer am Strand unterhalb des Leuchtturms. Die anschließende Fackelwanderung entlang des Alten Stroms wird von der „Sax’n Anhalt VIP Band“ begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 28. April&lt;br /&gt;
:Die neue automatische Versenkpolleranlage in der Warnemünder Kirchenstraße geht in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einem Konzert des Landespolizeiorchesters startet die Meeresbrise-Konzertreihe in die fünfte Saison. Bis Ende September sollen noch 22 Konzerte im Kurhausgarten OpenAir folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 14. Mai&lt;br /&gt;
:Eine neue öffentliche WC-Anlage wird am Strandaufgang 18, auf Höhe des Strandwegs 14 installiert. Zwei große Kräne müssen zum Einsatz kommen, um das Modul mit einem Gewicht von rund 35 Tonnen hinter der Düne zu platzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einer feierlichen Zeremonie wird die neue Sportschule Warnemünde auf der Mittelmole offiziell eröffnet. Der Neubau hat rund 31,8 Millionen Euro gekostet. Der Gebäudekomplex bietet Sportlern aller Disziplinen ideale Bedingungen. Außerdem soll die Sportschule künftig eine zentrale Rolle bei der Durchführung von Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Warnemünder Woche oder Segelregatten auf Bundesebene spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Mai&lt;br /&gt;
:Der sanierte und modernisierte Liegeplatz 23 im Alten Strom sowie das neue Betriebsgebäude für den Seenotrettungskreuzer ARKONA der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden offiziell durch den Hafensenator Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Hafenkapitän Falk Zachau sowie DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler und Mario Lange, Vormann der ARKONA, in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für den neuen Anleger belaufen sich auf 1,1 Mio. Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 30.Mai&lt;br /&gt;
:Am Liegplatz 23, des Seenotkreuzers &amp;quot;Arkona&amp;quot;, am alten Strom, wird ein neues Betriebsgebäude der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 31. Mai&lt;br /&gt;
:Einweihung des multifunktionalen Beachsportfeldes für die Sportarten Beachsoccer, Beachvolleyball und Beachhandball im Sportpark Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juni&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der „SeaDream 2“. Das Luxusschiff mit 108 Metern Länge und 14 Metern Breite (Baujahr 1985) ähnelt eher einer Yacht und bietet Platz für maximal 112 Gäste in 56 Kabinen bei einer Besatzungsstärke von etwa 100 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juni&lt;br /&gt;
:Die „Sky Princess“ der Reederei Princess Cruises ist mit einer Länge von etwa 330 Metern und einer Bruttoraumzahl von 145.281 das längste und größte der 2025 in Warnemünde anlandenden Kreuzfahrtschiffe. Der Ozeanriese bietet Platz für 3660 Passagiere. Auf 19 Decks gibt es 1830 Kabinen, acht Restaurants, zehn Bars, mehrere Lounges, ein Theater, einen Spa-Bereich sowie vier Pools und acht Whirlpools. Am 22.7. erfolgt ein zweiter Anlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.Juni&lt;br /&gt;
:Mehr als 30 Schiffe verschiedener NATO-Mitgliedsländer haben in Warnemünde und Hohe Düne festgemacht um von hier aus zur zweiwöchigen Großübung Manöver Baltops (Baltic Operation) zu starten.&lt;br /&gt;
:Größtes teilnehmendes Kriegsschiff ist der US-Zerstörer &amp;quot;USS Mount Whitney&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das Auslaufen der Schiffe wird auch von Protesten begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 18. bis 20. Juni&lt;br /&gt;
:33. Nordische Baumtage. Eines der Themen ist „Stadtgrün im Klimawandel“. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock im Warnemünder Technologiepark durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt mit dem Diplomatischen Korps nach Mecklenburg-Vorpommern und empfängt dafür am 24. Juni in Warnemünde an Bord der Gorch Fock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VISTA / Reederei Oceana Cruises Länge: 241,10 m Breite: 32,31 m&lt;br /&gt;
Gewicht: 67.817 BRZ Baujahr: 2023 Passagiere: 1.218 (max. 1.469)&lt;br /&gt;
:Neue Runde für die „Warnemünder Abende“. Mit der Vortragsreihe des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung werden spannende Einblicke in die Geheimnisse eines einzigartigen Lebensraums gewährt. Einmal monatlich, immer donnerstags. finden ab 4. September im großen Vortragssaal des IOW in der Seestraße 15 weitere Veranstaltungen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juli&lt;br /&gt;
:Im Heimatmuseum Warnemünde wird die Sonderausstellung &amp;quot;Ob die Möwen manchmal an mich denken? Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee&amp;quot; eröffnet. Kuratorin der Ausstellung ist die Journalistin sowie Autorin des gleichnamigen Buches Dr. Kristine von Soden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.-13. Juli&lt;br /&gt;
:87. Warnemünder Woche mit dem &amp;quot;Niegen Ümgang&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. Juli&lt;br /&gt;
:Doppelanlauf der Kreuzfahrtschiffe MSC Poesia und der Nordstjernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Juli&lt;br /&gt;
:Das schon legendäre Open Air am Meer „Rauch auf dem Wasser“ lädt zum 21. Mal in den Warnemünder Kurhausgarten ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 8. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VIKING SATURN / Reederei Viking Ocean Cruises. Sie befindet sich auf einer zweiwöchigen Reise von Bergen in Norwegen nach Stockholm in Schweden. Das Schiff ist 227 Meter lang und für 930 Passagiere ausgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der ILMA / Reederei Ritz-Carlton Yacht Collection. Die Luxus-Kreuzfahrtyacht ist ein 241 Meter langes Schiff, das 456 Passagiere beherbergen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 6. August&lt;br /&gt;
:Erstmals in MV werden von Menschen aufgezogene Sandregenpfeifer ausgewildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. -10. August&lt;br /&gt;
:An der 34. Hansesail nehmen über 120 Schiffe teil. Die Sail hat rund eine halbe Million Besucher und ist damit das weltweit größte Treffen historischer Segelschiffe. Anführendes Flaggschiff ist in diesem Jahr die Dreimastbark &amp;quot;Belem&amp;quot; aus Frankreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. August&lt;br /&gt;
:Zum 13. Mal ist die Strand Arena Schauplatz der Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft. Im Finale holen sich die Beach Royals Düsseldorf den Titel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 20. August&lt;br /&gt;
:Die am Vortag havarierte „Nordstjernen“ kann am Nachmittag Warnemünde wieder verlassen. Das historische Hurtigruten-Schiff hatte am Abend beim Ablegen am Cruise Center eine Böschung gerammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 21. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf „Le Lape’rouse“, Reederei Compagnie Du Ponant. Auf diesem kleineren Kreuzfahrtschiff finden 184 Passagiere Platz, es ist 131 Meter lang und 2018 gebaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2025/2026===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. September&lt;br /&gt;
:Unter dem Motto „Gesund älter werden in Rostock“ startet der 5. Senioreninformationstag anlässlich der Tage der Regeneration in Warnemünde am Leuchtturm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. September&lt;br /&gt;
:Bundeskanzler Merz besucht erstmals die Marine in Hohe Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. September&lt;br /&gt;
:40 Schiffe aus 14 Nationen mit 2700 Soldatinnen und Soldaten nehmen am Marinemanöver Northern Coasts teil. Vom 29. August bis 12. September 2025 üben multinationale Seestreitkräfte unter deutscher Leitung in der Ostsee. In Warnemünde hat das Versorgungsschiff VIRSAITIS (A 53), ein Marineschiff Lettische Marine festgemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 15. September&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Brauerei &amp;quot;Hoppen un Molt&amp;quot; feiert ihr 10-jähriges Bestehen.&lt;br /&gt;
;29.Oktober&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, seit Oktober 2004 Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V., erhält im Zuge einer kleinen Feierstunde im Heimatmuseum für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement den Stiftungspreis der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Oktober&lt;br /&gt;
:Stephan Frey wird neuer Pastor in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Oktober&lt;br /&gt;
:Feierliche Grundsteinlegung für ein Parkhaus in Hohe Düne. - Wegen des Wegfalls des bisherigen Mieter-Parkplatzes im Bereich Hohe Dünne 22-27, hier sollen zusätzliche Wohnungen entstehen, errichtet die Goldbeck Nordost GmbH auf rund 4.000 Quadratmetern Fläche insgesamt 220 Anwohnerparkplätze. &lt;br /&gt;
:Die Fertigstellung des Parkhauses ist für Mitte 2026 geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5. November &lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrschiff &amp;quot;Aidadiva&amp;quot; legt am Liegeplatz 7 an und beschließt mit ihrem Anlauf die diesjährige Kreuzfahrtsaison.&lt;br /&gt;
:Insgesamt sind über das Jahr 592.000 Seereisende  (2024: 532.000) von 35 Kreuzfahrtschiffen (2024: 37) in Warnemünde an und von Bord gegangen.&lt;br /&gt;
:Das größte Schiff in dieser Saison war die &amp;quot;Sky Princess&amp;quot; mit einer Länge von 330 Metern und einer Kapazität von rund 3700 Passagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. November&lt;br /&gt;
:Die Bürgerinitiative &amp;quot;Rettet den Küstenwald&amp;quot; verhindert die Fällung der 100-jährigen Kastanie in der Rostocker Straße und setzt deren Aufnahme in die Liste der geschützten Bäume durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. November&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V. erhält den Ehrenpreis um besondere Verdienste um die Bewahrung  und Vermittlung mecklenburgischen Kulturerbes der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:Auf die Warnemünder Kinder wartet am Martinstag ein schöner Brauch. In bewährter Kooperation laden die Ev.-Luth. Kirchgemeinde und die Tourismuszentrale an diesem Tag zum Sankt-Martins-Umzug ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. November&lt;br /&gt;
:Das Riesenrad auf der Mittelmole wird abgebaut und stellt seinen Betrieb endgültig ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1025, 27. November&lt;br /&gt;
:Der dreißigste Band des &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird vom Verlag Redieck und Schade, gemeinsam mit dem Leuchtturmverein Warnemünde präsentiert. Somit erscheint erscheint dieser beliebteste Warnemünde-Almanach nunmehr ununterbrochen seit drei Jahrzehnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Dezember&lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrtschiff „Amadea“ der Reederei Phönix Reisen beendet die Kreuzfahrtsaison in Warnmünde. Das durch die ZDF-Sendung «Das Traumschiff» bekannte 193 Meter lange Schiff bietet Platz für 570 Passagiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. November&lt;br /&gt;
:Im Hotel Neptun in Warnemünde lädt der NDR Jazztime Bigband Ball Mecklenburg-Vorpommern zu einem stilvollen Abend voller Musik und Unterhaltung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 29. November&lt;br /&gt;
:Eröffnungstag des traditionellen Weihnachts- und Neujahrsmarktes Warnemünde auf dem Warnemünder Kirchenplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 5. Januar&lt;br /&gt;
:Brand im Erdgeschoss eines Hauses &amp;quot;Am Strom&amp;quot;. An dem knapp 2 Stunden dauernden Einsatz waren insgesamt 34 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde und des Rettungsdienstes beteiligt. Verletzte waren nicht zu beklagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 30. Januar&lt;br /&gt;
:In Berlin hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner die Kampagne mit dem Titel „Berlin gewinnt mit Olympia“ vorgestellt. Die Bundeshauptstadt setzt mit ihrer Bewerbung um die Austragung Olympischer Sommerspiele für 2036, 2040 oder 2044 auf Rostock-Warnemünde als Standort für die olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe.&lt;br /&gt;
;Rostock verbietet per Ratsbeschluß privates Feuerwerk am Warnemünder Ostseestrand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. März&lt;br /&gt;
:Erstmals seit Bestehen des Marinearsenals Warnemünde wird mit U34 , eines der 6 U-Boote vom Typ U212a hier überholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 14.März&lt;br /&gt;
:Die Tourismuszentrale veröffentlicht die Besucherzahl des Jahres 2025. mit 2.317.693 Übernachtungen wird hier der 2019 aufgestellte Rekord übertroffen, womit Rostock an erster Stelle für das Land Mecklenburf-Vorpommern liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.März&lt;br /&gt;
:Das Ausfugsschiff MS Baltica wird nach dreißig Dienstjahren in Warnemünde außer Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 26. März&lt;br /&gt;
:Lotsenältermann Andreas Krüger wird nach 25 Jahren Arbeit als Seelotse in den Ruhestand verabschiedet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 28. März&lt;br /&gt;
:Die AIDAdiva eröffnet die Kreuzfahrsaison&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 1. April&lt;br /&gt;
:Steffen Herz (58) übernimmt die Leitung der Verkehrszentrale Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12.April&lt;br /&gt;
:Warnemünde hat wieder ein neues Riesenrad. die Schaustellerfamilie Geisler hat auf der Mittelmole mit dem 55 Meter hohen Riesenrad, in dem sich 42 klimatisierte, geschlossene Riesengondeln befinden, damit neben Teepott und Leuchtturm ein weiteres Wahrzeichen hinzugefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 9.Juni&lt;br /&gt;
:-Zu seinem 55ten Geburtstag präsentiert sich das Hotel Neptun mit 55 von dem Künstler Joerg Waerner vergoldeten Balkonen.&lt;br /&gt;
:-Wiederum weht die verliehene Blaue Flagge als Zeichen für geprüfte Wasserqualität sowie für Infrastruktur und Sicherheitsstandards an Warnemündes Stränden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. Juni&lt;br /&gt;
:-Beim ehemaligen Zollhafen wird mit dem ersten Rammschlag das Startzeichen für einen zukünftigen, rund zehn Hektar großen maritimen Gewerbepark gegeben.&lt;br /&gt;
:-Die Neptun-Werft erhält einen Milliardenauftrag über zwei schwimmende Umspannwerke für Offshore-Windparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.-18.Juli&lt;br /&gt;
:Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft richtet erstmals die Internationalen Deutschen Ocean Meisterschaften aus. 270 TRettungssprortlerinnen und Rettungssportler aus 39 Vereinen kämpfen am Hauptstrand von Warnemünde um die ersten deutschen Meistertitel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 18. Juli&lt;br /&gt;
:Nur drei Monate nach der Eröffnung im April muß das &amp;quot;Französische Dorf&amp;quot;, eine Gastro-Einheit im französischen Stil wieder schließen und Abgebaut werden. :Lediglich das Riesenrad &amp;quot;Wheel of Excenllence&amp;quot; bleibt weiterhin im Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 21. Juli&lt;br /&gt;
:Bei einem Badeunfall in der Ostsee ist ein 33-Jähriger ums Leben gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, ab 27.Juli&lt;br /&gt;
:heißt es wieder &amp;quot;Leinen los&amp;quot; und die Reederei Adler-Schiffe startet regelmäßig Fahrten zwischen Kühlungsborn und Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026,2.August&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der vierzigtausendste Besucher zur Tumbesteigung begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 6.-9. August&lt;br /&gt;
:Vier Tage lang stand Warnemünde ganz im Zeichen der Seefahrt. Rund 500.000 Menschen besuchten die 35. Hansesail und erlebten rund 120 historische Schiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Marksteine==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ersterwähnung des Namens in der Kaufurkunde der Rostocker Heide am 25. März 1252===&lt;br /&gt;
In den Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts vorkommende Namensbezeichnungen:&lt;br /&gt;
Warnemunde, Warnemonde, Wernemunde, Wernowemunde, Werneminde, Wernemynne, Warneminne, Varneminde, Verneminde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warnemündes Bedeutung für die Stadt Rostock tritt bereits mit der ersten Urkunde hervor, in der der Ort genannt wird. Am 25. März 1252 verkauft Fürst Borwin III. der Stadt Rostock die heutige Rostocker Heide und verleiht ihr außer anderen Freiheiten auch die Fischereigerechtigkeit auf der gesamten Unterwarnow, von der Petri-Brücke bis &#039;&#039;(zum Hafen!)&#039;&#039; Warnemünde und über den Hafen hinaus bis ins Meer.&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre später, am 12. Oktober 1264 überträgt Fürst Borwin alle seine Rechte &#039;&#039;&#039;über den Hafen zu Warnemünde &#039;&#039;&#039; (!) auf die Stadt. &lt;br /&gt;
*[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit dieser ersten Nennung des Namens Warnemünde am Rande der Rostocker Heide ist &lt;br /&gt;
eindeutig der &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; gemeint.&lt;br /&gt;
:Das erste sicher auf den Fischerort Warnemünde und die dortige fürstliche Vogtei&lt;br /&gt;
:bezogene Datum liegt 16 Jahre später:&lt;br /&gt;
;1268, 17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
:Das bezieht sich dann auf die bereits existierende, bis 1323 noch fürstliche Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
In verschiedenen historischen Quellenwerken wird eine erste Erwähnung Warnemündes im Jahre 1195 in dänischen Dokumenten angeführt.&lt;br /&gt;
Intensive Suchen nach diesen Dokumenten in der jüngeren Vergangenheit blieben aber bislang ergebnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1323 - Die Stadt Rostock kauft das Fischerdorf Warnemünde vom mecklenburgischen Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Urkunde mit Siegel für Warnemünde (Quelle- Barnewitz).jpg |450px|rechts|thumb| Warnemünde Kaufvertrag vom 11. März 1323 (Quelle: Barnewitz)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vor 1314 kaufte die Stadt Rostock das Dorf Barnstorf als ersten größeren Landerwerb, &lt;br /&gt;
:1323 kam als nächstes das Fischerdorf Warnemünde hinzu, das die Stadt vom Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen käuflich erwarb.&lt;br /&gt;
:Der Landesfürst hatte durch vorangegangene Kriege einen hohen Schuldenberg angehäuft und brauchte dringend Geld.&lt;br /&gt;
:So bescheinigte er den Rostockern am 11. März des genannten Jahres:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wir haben jenseits des Warnowflusses den ... Ratsherren und Gemeinde das Dorf Warnemünde mit Grund und Boden, jedem hohen und niederen Gericht - ausgenommen das Patronatsrecht für uns und unsere Erben - bis an die Grenzen des Dorfes Diedrichshagen, so weit es in der Länge und der Breite nach erstreckt, übertragen und überlassen es den Gegenwärtigen zu dauerndem Besitz, dergestalt, das sie in den oben bezeichneten Grenzen sich des vollen lübischen Rechtes erfreuen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wieviel die Rostocker für Warnemünde zahlten wissen wir nicht.&lt;br /&gt;
:Der Stadt aber mußte daran gelegen sein, den Ort in ihre Hände zu bekommen.&lt;br /&gt;
: (Hans Bernitt 1956)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urkunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warnowmündung, &amp;quot;Alter Strom&amp;quot;, &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot;, neuer &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot; - Wasserverbindungen über die Jahrhunderte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Karte zu 1323 (bearbeitet).jpg|Karte der östlichen Grenzziehung zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide nach den Verträgen von 1252 und 1323&lt;br /&gt;
Datei:RH Markgrafenheide Taterhörn Schmettau ost west.jpg|RH östlichster Punkt von Warnemünde und westlichster Punkt der Rostocker Heide bis 1922 Grafik: Willi Kolp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Alte Strom 1902===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In seinem Ursprung ist der Alte Strom einer von mehreren Warnow-Ausflüssen, ursprünglich als seichtes Rinnsal, das sich durch den Boden einer harten, Stein durchsetzten [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide#+_Die_Eisrandlage_Nr.8 Mergelbank] seinen Weg zur Ostsee bahnte. In der Anfangszeit Warnemündes nur für kleine Boote passierbar.&lt;br /&gt;
:Eine alte Überlieferung berichtet:&lt;br /&gt;
:Nahe der heutigen Vogtei wohnte ein Mensch, der Leute gegen Bezahlung auf seinem Rücken über den Strom trug. Eine Darstellung dieses Mannes ist in der Warnemünder Kirche zu besichtigen.&lt;br /&gt;
:Die Durchfahrt für größere Schiffe erfolgte etwa zwei Kilometer östlich vom Alten Strom, durch das Alte Tief.&lt;br /&gt;
:Bis 1487 genügte das Alte Tief den Ansprüchen der damaligen Seefahrt.&lt;br /&gt;
:Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts, unter großem baulichem Aufwand der Vertiefung des Wasserlaufes, um den Alten Strom schiffbar zu machen. &lt;br /&gt;
:In der Folge dieser Maßnahme begann der Prozess, den Fischerort Warnemünde und den Warnemünder Hafen der Stadt Rostock an einem Ort zu vereinen.&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Seekanals zu Beginn des 20.Jahrhunderts verlor schließlich der Alte Strom seine Bedeutung als Hafenzufahrt für den Rostocker Hafen.&lt;br /&gt;
:Fischerboote, Warnemünder Jollen, Fahrgastschiffe und Sportboote prägen seither das Bild des Stroms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hohe Düne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Hohe Düne&amp;quot; trennt den Breitling von der Ostsee.&lt;br /&gt;
:Sie ist eine ca. 400 m breite und etwa 3000 m lange Nehrung.&lt;br /&gt;
:Der Breitling ist eine Flußerweiterung der Warnow in ihrem Mündungsgebiet geändert, so daß dieses Gebiet ein flacher und sumpfiger Landstrich war.&lt;br /&gt;
:In Strandnähe gab es aber hohe Sanddünen.&lt;br /&gt;
:Die Entwicklung der Hohen Düne ist eng verbunden mit dem Seekanal, einem 1903 fertiggestellten Durchstich durch den Westteil der Hohen Düne, dem der 1304 &lt;br /&gt;
:bei einer Sturmflut verschüttete Hauptmündungsarm  und zwei weiter östlich gelegene, nicht mehr vorhandene, Durchstichtiefs voran gingen.&lt;br /&gt;
:Der Seekanal ermöglichte großen Seeschiffen die Zufahrt großer Seeschiffe in den Hafen Rostock und den Hafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Der etwa 60m breite Seekanal wurde durch Ausbaggern  eines Teils der Hohen Düne geschaffen. Er wurde durch den Bau einer neuen Ostmole begrenzt.&lt;br /&gt;
:Die Uferzone  östlich der neuen Mole und Hohe Düne  wurde zum Teil aufgespült, ebenso wie auch das Gelände des späteren Arado-Flugzeugwerkes.&lt;br /&gt;
:Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet noch als Warnemünde-Ost bzw. als Warnemünder Wiesen bezeichnet.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vörreeg und Achterreeg - Das alte Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Isenbart Karte 1719.jpg|thumb|600px|rechts|Die &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; und &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; in der  Warnemünde Isenbarth-Karte 1719]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch vor zwei Jahrhunderten bestand das Fischerdorf Warnemünde nur aus zwei unregelmäßig angelegten, der Windung des seichten Stromes folgenden Häuserreihen. &lt;br /&gt;
:Im Volksmund wird von Alters her die unmittelbar am alten Strom gelegene Reihe als &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; (&amp;quot;Vorderreihe&amp;quot;) und die parallel dahinter gelegene &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; (Hinterreihe&amp;quot;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Das alte Warnemünder Haus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Kulturgeschichtliches aus Warnemünde - Zum Warnemünder Hausbau&amp;quot; BRG 1915]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder und sein Haus]] Karl Baumgarten In: Natur und Heimat, Bd. 1 (1952), 1, S.19-20&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Lau &amp;quot;Das Warnemünder Haus - eine Volksbauweise in Mecklenburg&amp;quot; Auszug aus &amp;quot;Denkmale der Technikgeschichte in Mecklenburg und Vorpommern, Verlag Redieck und Schade 1997]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Heimatmuseum Warnemünde====&lt;br /&gt;
[[Datei:Heimatmuseum 1933.jpg|thumb|300px|rechts|Eröffnung des Heimatmuseums am 1. Juli 1933]]&lt;br /&gt;
:Um 1900 wurde eine zusammen getragene Sammlung provisorisch in einem kleinen Raum am Georginenplatz gezeigt.&lt;br /&gt;
:Danach befand sich die Ausstellung im Schulhais in der FritzReuter-Strasse.&lt;br /&gt;
:In der Alexandrinenstraße 31 befindet sich seit 1933 das Heimatmuseum Warnemünde. Das Museum ist in einem typischen Warnemünder Haus untergebracht. &lt;br /&gt;
:Man geht davon aus, dass es sich bei der Urform des Warnemünder Fischerhauses um ein abseitenloses Niedersachsenhaus handelt. &lt;br /&gt;
:Da Baugrund im Ort rar war, bekamen Haus und Grundstück ein selbständiges Gepräge. Die Grundstücke waren in der Regel 26 bis 28 Fuß breit (ca. 7,50 m). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Warnemünder Haus bestand ursprünglich aus einem Raum mit offener Herdstelle, in dem später eine &amp;quot;Vörstuw&amp;quot;, eine &amp;quot;Koek&amp;quot; und eine &amp;quot;Achterstuw&amp;quot; neben einer seitlichen Diele eingefügt wurden. &lt;br /&gt;
:Zur Erweiterung des Hauses entstanden hinten schmale Anbauten als Unterkunft für die Eltern (Altenteil) sowie einiges Vieh (häufig eine Kuh).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzte Besitzerin des Hauses in der Alexandrinenstraße 31 war Fräulein Christine Jungmann. Da sie unverheiratet und ohne Erben war, verkaufte sie das Haus an die Stadt Rostock zum Zweck der Einrichtung des Heimatmuseums. Den Anstoß zur Einrichtung eines Museums hatte es bereits 1914 gegeben. Auf einer Sitzung des Plattdeutschen Vereins für Warnemünde und Umgebung am 12. Februar wurde beschlossen: &amp;quot;Der Verein möge die Sammlung aller geschichtlich und kulturgeschichtlich wichtigen Sachen betreiben. Es ist hohe Zeit, daß man jetzt damit anfängt. Von Händlern wird ungemein viel weggeschleppt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem Sammlungsaufruf folgten zahlreiche Warnemünder. Innerhalb kürzester Zeit kamen hunderte von Objekten zusammen. Erster Bewahrer der Sammlung wurde Adolph Ahrens, Lehrer und Direktor an der Fritz-Reuter-Schule. Ihm war es auch zu verdanken, dass die Sammlung von Anfang an der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Auf dem Boden der Fritz-Reuter-Schule dienten ab 1915 ein Zimmer und ein kleiner Vorraum als Museum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den aktivsten Förderern des Museums zählten außerdem Friedrich Barnewitz, Ernst Strübing, Johannes Gosselck und der Fischer Heinrich Holtfreter. Wissenschaftliche Unterstützung erhielten die Warnemünder Museumsgründer auch vom mecklenburgischen Volkskundler Richard Wossidlo.&lt;br /&gt;
* [[Zur Gründung des Heimatmuseums Warnemünde (Ausschnitt aus Mecklenburg - Zeitschrift des HeimatbundesJ.28 Heft 1 1933]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Vogtei====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:Vogtei Warnemuende Gemaelde Johannes Werner.JPG|thumb|450px|rechts|Die Vogtei auf einem Gemälde von Johannes Werner (1914)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Das Gebäude der Vogtei]]&lt;br /&gt;
:Die Vogtei markiert den historischen Ortsmittelpunkt von Warnemünde, am alten Strom.&lt;br /&gt;
:Sie ist das älteste erhaltene Gebäude von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Das Haus wurde 1605 auf den Grundmauern eines Vorgängergebäudes erbaut, dessen Funktion bis heute nicht endgültig geklärt ist. &lt;br /&gt;
:So gibt es Thesen von einer mittelalterlichen fürstlichen Vogtei (Erstnachweis 1268), sowie folgend auch einer königlich dänischen Residenz unter Dänenkönig Erik Menved zwischen 1304 und 1319.&lt;br /&gt;
[https://danmarkshistorien.lex.dk/Erik_Menved,_1274-1319 Erik Menved im Lexikon der Geschichte Dänemarks]&lt;br /&gt;
:Seit dem Erwerb Warnemündes 1323 durch die Hansestadt Rostock steht der Ort unter hansestädtischer Verwaltung und Rechtsaufsicht eines städtischen Vogtes, der die Weisungen und Verordnungen der Stadt am Ort durchzusetzen hatte.&lt;br /&gt;
:Ab 1472 ist das Gebäude als Dienstwohnsitz der Rostocker Vögte (warscheinlich 35 auf einander folgende Vögte) nachweisbar.&lt;br /&gt;
:Das zweistöckige Gebäude war über mehrere Jahrhunderte hinweg das einzige Gebäude inmitten der &amp;quot;Vörreeg&amp;quot;, das mit der Traufseite zur Straße steht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Aufgaben des Vogtes (Stand 22.4.1906):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- wichtigste Aufgabe: Ortspolizeibehörde&lt;br /&gt;
:- bevollmächtigt, Steuern und Abgaben zu erheben und ggf. einzutreiben&lt;br /&gt;
:- Vollstreckung der von ihm verhängten Strafen bei Zuwiderhandlungen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Armenkollegiums&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Gemeindewaisenrates und des Schulvorstandes&lt;br /&gt;
:- Beteiligung an der Badeverwaltung &lt;br /&gt;
:- Schätzungs- und Einzugshoheit für Grundsteuern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weitere in der Vogtei angesiedelte Aufgaben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Gästehaus für die Hansestadt Rostock, aber auch offene Herberge und Gasthaus (daher auch 1832 Anbau eines Küchenhauses)&lt;br /&gt;
:- ab 11.3.1606 Verkaufsmonopol für den Verkauf von Rheinwein, Meth, Aquavit und anderen hochprozentigen alkoholischen Getränken&lt;br /&gt;
:- ab zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Sitz der Badeverwaltung.&lt;br /&gt;
:- 1888 erfolgte die letzte Einsetzung eines Vogtes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marksteine in der Geschichte der Vogtei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675, Februar stand das Wasser im Gebäude 3 Fuß hoch, so daß man &amp;quot;die höchste Treppe vor der Stube erreichet, mit Böten durch die Zimmer fahren konnte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1665 vertrieben die Schweden die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675 Als der Kurfürst von Brandenburg in Warnemünde einzog richteten die Schweden ein Geschütz auf die Vogtei. Die Salve schlug in das Gebäude ein und tötete den Adjutanten des Kurfürsten. Unmittelbar darauf eroberten die Brandenburger die Schwedenschanze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1996 Bei Beginn der Restaurierung des Gebäudes wurden alte Malereien entdeckt, deren älteste auf ein Alter von rund 600 Jahren datiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1999, 26.März, nach fünfjährigem Leerstand und Rekonstruktion öffnet das Haus des Gastes in der Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Warnemünder Drehbrücke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bis 1903 mußte der Alte Strom noch mit Fischerbooten überquert werden.&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Hafenumbauten 1900 bis 1903 änderte sich dann einiges.&lt;br /&gt;
:Der neue Bahnhof und die 1903 eröffnete Eisenbahnfährverbindung machten den Bau einer festen Verbindung beider Ufer notwendig.&lt;br /&gt;
:In Höhe der Vogtei wurde 1903 die Drehbrücke fertggestellt, deren Brückenkonstruktion die von der Firma Ostermann aus Meppen geliefert worden war.&lt;br /&gt;
:Um den Verkehr über die Brücke zu regeln, gelangte eine Brückenordnung zur Anwendung, in der unter Anderem folgendes verankert war.&lt;br /&gt;
;1. Über die Brücke darf nur im Schritt gefahren oder geritten werden.&lt;br /&gt;
;2. Fußgänger haben sich auf der Brücke stets rechts zu halten.&lt;br /&gt;
;3. Solange die Zugänge zu der Brücke durch Ketten geschlossen sind, darf diese nicht betreten werden.&lt;br /&gt;
;Bei Zuwiderhandlung werden Geld- und Haftstafen verhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schiffsführer, die mit ihren Schiffen die Brücke passieren wollen, mußten dem Lotsenkommandeur Angaben zum Schiff machen und dieser bestimmte dann Zeit und Art des Durchfahrens.&lt;br /&gt;
:Natürlich war auch eine Gebühr für das Öffnen der Drehbrücke fällig.&lt;br /&gt;
:Während der Nachtzeit und an Sonn- und Feiertagen wurde die Brücke nicht geöffnet.&lt;br /&gt;
:Bis in die 1930er Jahre war der Drehmechanismus der Brücke noch täglich im Betrieb.&lt;br /&gt;
:Besonders in den Sommermonaten war und ist die Drehbrücke beliebter Treffpunkt der Warnemünder, die ein Zimmer vermieten wollten oder mit ihren Handwagen nach ihren anreisenden Gästen Ausschau hielten.&lt;br /&gt;
:Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sogar der Transitverkehr nach Dänemark über die Brücke geleitet.&lt;br /&gt;
:1982 erfolgte eine Reparatur und Rekonstruktion des inzwischen technischen Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur-Warnemünder sind besondere Menschen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünder Paar.jpg|thumb|350px|rechts|Warnemünder Paar]]&lt;br /&gt;
====Die Rostocker beschneiden die Rechte der Warnemünder====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Die mittelalterlichen Zünfte Rostocks rechneten zu ihren Vorrechten, daß im Bannkreis ihrer Stadt weder Handwerk noch Handel betrieben werden durfte. Sie suchten die dadurch gewonnene Monopolstellung unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Zum Bannkreis Rostocks zählte auch der Hafenort Warnemünde sowie die städtischen Dörfer in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:Als im hanseatischen Rostock die Schiffahrt blühte, fanden auch Warnemünder Einwohner darin ihren Verdienst. Sie besaßen in der Hauptsache kleine Boote, doch führten sie in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts bereits Fahrten nach Schweden durch . Das läßt schon auf größere Ausmaße der Schiffe schließen. Um die Mitte des Jahrhunderts wird von Schiffern berichtet, die in Warnemünde ansässig und aus der dortigen Bevölkerung hervorgegangen waren. Ihre Zahl vermehrte sich schnell. Damals war in den Seefahrt treibenden Kreisen des Hafenortes ein gewisser Wohlstand anzutreffen, was aus dem reichen Besitz der Warnemünder Kirche an Silbergerät und Bargeld ersichtlich ist.&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Handel war damals im Absinken begriffen. Bis dahin hatten die Rostocker Kaufleute und Schiffer wenig gegen die Entwicklung Warnemündes einzuwenden. Bei den geringeren Verdienstmöglichkeiten wurde das anders. Man sah in der Warnemünder Schiffahrt nunmehr eine Konkurrenz, die manbeseitigen wollte. Die Möglichkeit dazu war gegeben; denn der Rostocker, von den Besitzbürgern gebildete Rat herrschte auch über Warnemünde. Die Einwohner des Hafenortes konnten wohl das Rostocker Bürgerrecht erwerben, waren abere ohne Mitbestimmungsrecht.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1565&#039;&#039;&#039; vereinigten sich in Rostock die beiden Kompanien der Schonen- und Bergenfahrer, deren Bedeutung stark gefallen war, zur Schiffergesellschaft. Die neue Berufsorganisation strebte sofort danach, die Schiffahrt und den Handel der Warnemünder zu unterbinden. Ihre dahin gehenden Wünsche wurden in einem Statutenentwurf festgelggt und damit begründet, daß Warnemünde lediglich ein Fischerlager darstelle. Bald darauf reichte die Schiffergesellschaft beim Rostocker Rat eine Klage gegen die Warnemünder Einwohner ein, daß sie den Rostocker Schiffern ihre Nahrung entziehen. Obgleich die Warnemünder auf ihr Gewohnheitsrecht hinweisen konnten, daß sie schon seit langem ungehindert ausgeübt hatten, bestimmte das Urteil des Rates vom &#039;&#039;&#039;14. April 1567&#039;&#039;&#039;, daß sie für Seefahrtzwecke nur kleine Boote mit Dollbord benutzen durften. Jegliche Schiffahrt mit Schuten oder &amp;quot;verbauten&amp;quot; Booten sollte ihnen untersagt, jedoch auf den Kleinschiffen die Verfrachtung von Kaufmannsgütern gestattet sein.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1574&#039;&#039;&#039; reichten die Rostocker Schiffer zwei weitere Beschwerdeschriften gegen die Warnemünder ein. Am &#039;&#039;&#039;20. Februar 1577&#039;&#039;&#039; beschränkte der Rat die Anzahl der für Warnemünde zugelassenen Schiffer. Außer 33 namentlich genannten, die bis dahin schon als Schiffer tätig gewesen waren, sollte sich niemand &amp;quot;Schuten edder böthe mehr tholegen, kopen edder buwen, ane der ersamenweddeherrn ... vorweten und willen&amp;quot;. Den Zugelassenen wurden noch besondere Bedingungen auferlegt: sie sollten jederzeit im Hafen drei Boote segelfertig halten, &amp;quot;damit frombde lüde mögen awergeföret&amp;quot;, d.h. nach Dänemark gebracht werden könnten. Weiter sollten sie Knechte halten, die in ihrer Abwesenheit zu fischen und den Rostockern Fische auf den Markt zu liefern hatten. Eine Besetzung frei werdender Schifferstellen sollte nur mit Genehmigung der Gewettsherren erfolgen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Warnemünder durften nicht Kapitän, Reeder oder Schiffseigner sein====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;20. November 1581&#039;&#039;&#039; unternahmen die Rostocker Schiffer einen neuen Vorstoß. Sie forderten in einer Eingabe, daß in Warnemünde weder Seefahrt noch Handel getrieben werden dürfe; wer sich weiterhin samit befassen wolle, müsse nach Rostock ziehen. Das 100-Männer-Kollegium trat am &#039;&#039;&#039;6. März 1584&#039;&#039;&#039; dem Verlangen bei. Es erklärte sogar, als der Rat mit seiner Entscheidung zögerte, im &#039;&#039;&#039;Januar 1585&#039;&#039;&#039;, keine Steuern bewilligen zu wollen. Die Rostocker Schiffer wandten sich außerdem am &#039;&#039;&#039;2. März 1585&#039;&#039;&#039; an Herzog Ulrich, der sich auf ihre Seite stellte. Nun erließ der Rat am &#039;&#039;&#039;15. März&#039;&#039;&#039; ein völliges Schiffahrtsverbot für die Warnemünder Einwohner. Sie sollten bei einer Strafe von 40 Talern innerhalb von 14 Tagen ihre sämtlichen Schuten und Boote verkaufen.&lt;br /&gt;
:Zur Ausführung des Entscheids kam es vorerst noch nicht. Die Warnemünder gingen an das Land- und Hofgericht in Güstrow, jedoch ohne Erfolg. Es bestätigte das Verbot des Rates. Dann wandten sie sich am &#039;&#039;&#039;18. Oktober 1586&#039;&#039;&#039; an das Reichskammergericht in Speyer. dort blieb der Fall lange liegen. Die Zahl der konzessionierten Warnemünder Schiffer war bis &#039;&#039;&#039;1590&#039;&#039;&#039; auf 20 zurückgegangen. Da beschloß der Rat, jeden, der sich außer ihnen mit der Führung eines Schiffes befasse, mit 50 Talern Strafe zu belegen.&lt;br /&gt;
:Er mußte im Jahre &#039;&#039;&#039;1597&#039;&#039;&#039; jedoch feststellen, daß trotz seiner Einschränkungsbestimmungen die Anzahl der Schiffer in Warnemünde auf 54 gestiegen war. Darauf ordnete er am &#039;&#039;&#039;25. Februar&#039;&#039;&#039; an, daß neue Schiffe nur mit seiner Genehmigung gebaut werden dürften. Die Erlaubnis der Weddeherren genügte nicht mehr. Die ledigen Schiffer sollten nach Rostock ziehen und die verbleibenden alten sich nicht mehr mit Warenhandel abgeben. Da der Rat aber den Warnemünder Schiffern nicht traute, so ließ er jeden von ihnen in jedem Jahre erklären und mit einem Eide bekräftigen, daß er nicht den ihm verbotenen Warenhandel betrieben habe.&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;31. Dezember 1604&#039;&#039;&#039; schränkte der Rat die Schiffahrt der zugelassenen Warnemünder nochmals ein. Sie durften fortan nur ein einziges Boot besitzen, nicht mehr als 30 Last laden und nicht über den Sund hinaus fahren. Die jungen Schiffer sollten nach Rostock ziehen. Da der Prozeß vor dem Reichskammergericht nicht aus der Stelle kam und nur Kosten verursachte, auch wenig Aussicht auf einen guten Ausgang vorhanden war, so nahmen schließlich am &#039;&#039;&#039;1. Februar 1606&#039;&#039;&#039; die Warnemündere ihre Klage zurück, zwanzig Jahre nachdem sie sie eingereicht hatten. Sie erklärten, sich dem Willen des Rates zu fügen, das heißt, in die Stadt zu ziehen. Der größte Teil der Schiffer zog nun aus Warnemünde fort. Einige blieben. Im &#039;&#039;&#039;Juli 1622&#039;&#039;&#039; erhielten auf ihre Bitte endlich 5 Schiffer die jederzeit  widerrufliche Genehmigung, in Warnemünde wohnen und Schiffahrt treiben zu dürfen.&lt;br /&gt;
:Die Wirkung der einschneidenden Handels- und Schiffahrtsbeschränkung machte sich bald in Warnemünde bemerkbar. Das Steuerregister von &#039;&#039;&#039;1623&#039;&#039;&#039; berichtet in dem kleinen Ort von 12 wüsten Hausstellen. Die ehemaligen Besitzer waren fortgezogen.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder versuchten im Laufe der Zeit immer wieder, das Verbot des Rates zu umgehen. Während des Siebenjährigen Krieges beschwerten sich Rostocker Bürger, daß in Warnemünde schon wieder Warenhandel bettrieben worden sei. Daraufhin untersagte der Rat am &#039;&#039;&#039;27. April 1764&#039;&#039;&#039; den Warnemündern nochmals jegliche Schiffahrt. Der Vogt wurde angewiesen dort keinerlei Handel zuzulassen. Im Jahre &#039;&#039;&#039;1768&#039;&#039;&#039; wurde das Verbot erneuert und den Einwohnern strengstens befohlen, den Ankauf und die Verladung von Backobst, Wolle, Flachs und anderen ländlichen Erzeugnissen hionfort zu unterlassen. Aber schon &#039;&#039;&#039;1777&#039;&#039;&#039; gab es wieder ein paar Schiffer in Warnemünde. Die Schiffergesellschaft ruhte indessen nicht und erreichte, daß der Rat in seiner Verordnung vom &#039;&#039;&#039;26. Oktober 1785&#039;&#039;&#039; ihnen die Ausübung ihres Gewerbes in Warnemünde unmöglich machte. Wiederum wurde verfügt, daß die Warnemünder Bevölkerung nur fischen, auf fremden Schiffen als Matrosen fahren und Lotsendienste verrichten durfte. Auf eigenen Schiffen zu fahren blieb ihnen verboten. Im folgenden Jahre unterband der Rat den Warnemündern auch den Frachtverkehr auf der Unterwarnow zwischen Warnemünde und Rostock. Wiederum gab es Abwanderung aus dem Hafenort, zum Teil sogar nach dem Fischland, während andere Einwohner dem Rat ein Schnippchen schlugen, indem sie das Ribnitzer Bürgerrecht erwarben, aber in Warnemünde wohnen blieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Diebereien der Warnemünder====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Das Rostocker Gewett, städtische Behörde für Hafen und Schiffahrt, Handel und Gewerbe, hatte auch den Hafenort Warnemünde zu verwalten und als Niedergericht die in Warnemünde auftretenden Streitfälle zu verhandeln. Deshalb hielt es regelmäßige Gerichtstage in Warnemünde ab.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlichsten Vergehen, die zur Verhandlung standen, waren unzweifelhaft Eigentumsdelikte. Es wurden Steine und Holz von den sogenannten Stein- und Moddekisten, die zur Uferbefestigung und zum Schutz gegen Versandung des Fahrwassers aufgestellt wurden, entwendet. Holz stahl man natürlich auch in der nahen Heide. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1772&#039;&#039;&#039; ist ein Palisadenwerk von der Schanze bis zu den Steinkisten erwähnt, von dem die Warnemünder ständig Holz stahlen. &lt;br /&gt;
:Zahlreich sind auch Fälle von Diebereien am Strand. Daneben fallen noch Klagen wegen rückständiger Zahlungen auf, zum Beispiel durch den Pastor, und auch die Hebamme klagte gegen zahlungssäumige Wöchnerinnen.&lt;br /&gt;
:Diese Prozesse bestätigen aber nicht die Warnemünder als &amp;quot;Langfinger&amp;quot;. Hinter ihnen verbirgt sich die große Armut der Menschen. Was sollten sie auch machen, gab es doch so weit das Auge reichte nur Sand und Seewasser. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1847&#039;&#039;&#039; bat zum Beispiel der Warnemünder Vogt Meyer um Lieferung von verbilligtem Roggen für die in äußerste Not geratene Warnemünder Bevölkerung. In diesem Jahr hatte weder Feuer, noch Wasser, noch Militär, die Menschen heimgesucht. Es war also für die Warnemünder ein ganz normales Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Regelmäßige Böhnhasenjagden der Rostocker Zünfte in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Weiter durften in Warnemünde weder Schlachter, noch Müller oder Bäcker wohnen. &lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zwischen den Rostocker Stadtbehörden und den Warnemündern blieb gespannt. Immer wieder suchte man sich über die auferlegten Beschränkungen hinwegzusetzen.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Zünfte übernahmen mit Vorliebe in Warnemünde die Verfolgung heimlich arbeitender Handwerker. Es kam oft zu sogenannten Böhnhasenjagden (auf illegale Handwerker, die nicht Zunft-Mitglied waren). &lt;br /&gt;
:Noch als Warnemünde Badeort wurde, sträubten sich die Rostocker Zünfte, dort Handwerker zuzulassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rat bezeichnete im Jahre &#039;&#039;&#039;1854&#039;&#039;&#039; den Hafenort Warnemünde als &amp;quot;eine zum Vorteile der Stadt Rostock, weil dieser untertänige, in Unterordnung gehaltene Kommüne&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Erst &#039;&#039;&#039;1861&#039;&#039;&#039; wurde das Schiffahrtsverbot aufgehoben. &lt;br /&gt;
:Bis ein Bäcker in Warnemünde sein Handwerk ausüben durfte, wurde es &#039;&#039;&#039;1865&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Und &#039;&#039;&#039;1866&#039;&#039;&#039; ließen die Rostocker Handwerksämter endlich zu, daß dort eine Mühle erbaut werden konnte und erstmalig ein Schlachter seinen Betrieb eröffnen durfte. &lt;br /&gt;
:Durch das &#039;&#039;&#039;Notgewerbegesetz des Norddeutschen Bundes&#039;&#039;&#039;  von &#039;&#039;&#039;1867&#039;&#039;&#039; fielen dann die letzten Beschränkungen für Warnemünde. Damit war die jahrhundertelange Unterdrückung der Bevölkerung des Hafenortes beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erst mit der Reichseinigung 1871 fielen die Beschränkungen denen die Warnemünder unterlagen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie hatte dazu geführt, daß die Warnemünder auf manchen  Verdienst der möglich gewesen wäre, verzichten mußten, daß sie in manchen Dingen geradezu ausgebeutet wurden und zu Einkaufen in Rostock weite und nicht immer gefahrlose Fahrten zu unternehmen gezwungen waren. Die Kehrseite war, daß sich in den Warnemünder Familien eine vielseitige Handgeschicklichkeit entwickelte. Gerade weil manche Dinge des täglichen Gebrauchs am Orte nicht zu haben waren, fertigte man sie selbst an. Der Haß gegen die Rostocker machte sich noch lange bemerkbar. Er kam auch in der vielgebrauchten Redensart zum Ausdruck: &amp;quot;Schmiet´n Diewel in´n Strom! un lat´n driwen, is´n Rostocker!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schweden, Franzosen,Engländer und Russen - Warnemünde in Kriegszeiten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Schwedenschanze und der schwedische Zoll===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Warnemünder Zoll&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch den Vertrag vom 29.11.1632 zwischen Gustav Adolf und den mecklenburischen Herzögen Adolf Friedrich I. und Johann Albrecht II. nahm dieser Zoll seinen Anfang. Warnemünde wurde an die Schweden abgetreten und ihnen zugleich das Recht eingeräumt, hier von aus- und eingehenden Fahrzeugen eine Abgabe zu erheben, von der den Herzögen 1 Prozent als Lizentquote zugesichert wurde. Mit dem Prager Frieden, dem sich auch die mecklenburgischen Herzöge angeschlossen hatten, trat eine Wendung ein, indem die Schweden nun Mecklenburg als Feindesgebiet behandelten, und das Land für einige Jahre Tummelplatz der feindlichen Armeen wurde. Im Jahre 1638 kam es zum Kampf um die Warnemünder Schanze, und die Schweden sahen sich genötigt, diese Befestigung den Kaiserlichen zu überlassen. Bald aber wandte sich das Blatt. Die Kaiserlichen mussten Mecklenburg räumen, und der Kommandant von Warnemünde verließ heimlich auf einem dänischen Schiff die Schanze, nachdem er sie den Rostockern übergeben hatte.  Diese versuchten nun das Schanzwerk zu zerstören, wurden aber daran von den Schweden gehindert, die es von neuem eroberten und befestigten und darauf fortfuhren, den Zoll zu erheben. Dieser Zustand hat dann bis zum Westfälischen Frieden und darüber hinaus bestanden, denn alle Versuche der Herzöge und der Rostocker, während der Friedensverhandlungen eine klare Bestimmung hierüber in die Friedensartikel hineinzubringen, waren vergeblich. So ist es dahin gekommen, dass noch bis ins 18 Jahrhundert hinein dieser Zoll erhoben werden konnte zum Schaden für Rostocker Handel und Schifffahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der schwedische Zoll in Warnemünde in den Jahren 1632-1654&amp;quot; Alexander Pries 1914]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.google.de/books/edition/Motiven_warumb_die_Cron_Schweden_den_War/w79YAAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=zoll+warnem%C3%BCnde&amp;amp;printsec=frontcover Warum die Cron Schweden...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während der Franzosenzeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1809 - Schillsche Truppen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Im Stadtarchiv der Hansestadt findet sich ein umfangreiches Aktenstück aus der Franzosenzeit, also der Besetzung durch napoleonische Truppen zwischen 1806 und 1813. &lt;br /&gt;
:In diesem Dokumentenbestand ist auch der vom 29. Mai 1809 datierte ausführliche Bericht des Warnemünder Vogtes Lange enthalten. &lt;br /&gt;
:Er berichtet was sich am Rande des in der deutschen Geschichtsschreibung oft heroisch geschilderten Kriegszuge Ferdinand von Schills mit seinem Bataillon Husaren rund um den alten Strom zutrug: &lt;br /&gt;
:„Dienstag d. 23. (Mai) gegen Mittag sprengten 4 Husaren vom von Schillschen Corps hinten an die Voigtey und fragten nach dem commandirenden Officier in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Es trat der Herr Lieutenant v. Horn heraus, welcher sogleich befragt ward, ob er diesen Platz dem Schillschen Corps übergeben wolle ?“ &lt;br /&gt;
:Der antwortete: „Der Platz sey allenthalben offen, und könne er denselben mit seinen Invaliden nicht verteidigen.“ &lt;br /&gt;
:Daraufhin wies man den 4 Husaren Quartiere bei Warnemünder Bürgern an. &lt;br /&gt;
:Deren Pferde bezogen den Stall beim Bürger Grimm. Am darauf folgenden Mittag erschienen weitere 14 Mann unter dem Kommando eines Sergeanten, der erklärte, das er nun Besitz von Warnemünde nehme. &lt;br /&gt;
:Leutnant von Horn entgegnete darauf, das er Befehl habe nicht von seinem Posten zu weichen. &lt;br /&gt;
:Der Sergeant erwiderte, dass er durchaus an seiner Seite weiter auf seinem Platz bleiben könne. &lt;br /&gt;
:Vor dem Einmarsch der Husaren hatte der Leutnant Schildwachen vor allen in Warnemünde liegenden Schiffen postiert. &lt;br /&gt;
:Um einer Entwaffnung zuvor zu kommen ließ er bei ihnen nun heimlich alle Patronen einsammeln und so die Gewehre unbrauchbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Aber die Maßnahme half nichts. Die Husaren entwaffneten die Rostocker Wachen trotzdem. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tag traf Graf von Moltke, ein Schillscher Stabsoffizier mit weiteren 14 Mann, teils Kavallerie, teils Infanterie hier ein. &lt;br /&gt;
:Auch für sie musste nun ein Quartier gefunden werden. &lt;br /&gt;
:Der veranlasste nun, das drei requirierte Kutter-Boote in die See vor die Hafeneinfahrt gelegt wurden. &lt;br /&gt;
:Fortan war auch den Fischern das Auslaufen verboten. &lt;br /&gt;
:Ein Schillscher Bataillonsschreiber brachte schließlich aus Rostock an von Moltke die Order alle hier liegenden Schiffe zu begutachten und festzulegen.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Tage belief sich die Zahl der so erlangten Schiffe auf 22. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den hiesigen Lotsenkommandeur Weisung, bei Strafandrohung von 50 Hieben, dass er die Räumung der Wasserfahrzeuge zu organisieren habe. &lt;br /&gt;
:Anschließend sollen sodann auf drei der Schiffe Pferdeställe eingebaut werden. &lt;br /&gt;
:Bald darauf rückt von Rostock der Schillsche Leutnant  von Hagen mit 12 Mann an, um nun mit Verspätung den Leutnant von Horn doch noch zu arretieren. &lt;br /&gt;
:Auch müssen die Rostocker Wachsoldaten jetzt den letzten Rest an Ausrüstung und Uniform abliefern. &lt;br /&gt;
:Der Lotsenkommandeur schien außerstande, den Einbau der Pferdeställe in die Schiffe zu organisieren. &lt;br /&gt;
:So sandte man kurzerhand ein Boot in den Breitling. Hier arbeitete gerade eine Reihe von Zimmerleuten an den Steinkisten der Molenbauwerke. &lt;br /&gt;
:Unter Androhung, sie im Wiedersetzungsfalle umgehend zu erschießen zwang man sie nun auf die Schiffe zwecks Einbau der Pferdeställe. &lt;br /&gt;
:Es mangelte jedoch an Material. Polier Stark musste nun angeben was gebraucht wurde. &lt;br /&gt;
:Das erforderliche Holz brachte man in Warnemünde bald zusammen, aber es mangelte an Nägeln. &lt;br /&gt;
:Zwischenzeitlich setzte aus Rostock ein Strom an Waffen, Proviant und Husaren aus Rostock ein. &lt;br /&gt;
:Allein acht Wagen mit Gewehren, Piken und Munition waren in Rostock requiriert worden. Deren Verladungen scheiterten an dem fehlenden Umbau der Schiffe. Der Umbau wiederum an den noch nicht aus Rostock eingetroffenen Nägeln. &lt;br /&gt;
:Als schließlich Schills Adjudant von Baersch in Warnemünde eintraf um die Einschiffung von Truppen auf den requirierten Schiffen  zu kommandieren, sprach der ein Machtwort und ließ jede verfügbare Hand dazu kommandieren, aus Umzäunungen, Steganlagen und Gebäuden alle sichtbaren Nägel herauszuziehen und für die Stallanlagen auf den Schiffen zu gewinnen. &lt;br /&gt;
:Es kam auch eine ansehnliche Menge zusammen, allein die Zimmerleute erklärten sie alle für unbrauchbar. &lt;br /&gt;
:So wurde schließlich ein Kavallerist nach Groß Klein gesandt, um dort von einem Schmied  ausreichend Nägel zu holen. Zwischenzeitlich beklagten sich die Schiffseigentümer bei Baersch, wer ihnen den Verlust der Schiffe ersetze? &lt;br /&gt;
:Baersch sicherte zu, das Schill ihnen alles ersetze. &lt;br /&gt;
:Nach einem Tag trafen schließlich auch die Nägel ein und die Arbeit an den Pferdeställen begann. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den Vogt Lange die Weisung alle in den Warnemünder Häusern verfügbaren Töpfe und Pfannen zu requirieren und für die Truppen auf die Schiffe zu bringen, was bei den Bewohnern zu großem Wehklagen Anlaß bot. Man schickte auch Requirierungstrupps in die Dörfer der Umgebung um Futter und Lebensmittel zu beschlagnahmen. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann die Einschiffung der Husaren und ihrer Pferde. &lt;br /&gt;
:Gegen Abend erreichte den Kommandeur von Baersch die Meldung, das einige Husaren der Witwe Heberer ihren Wein mit Gewalt aus dem Keller geholt hatten. Der Kommandeur eilte sogleich mit einem weiteren Offizier  dorthin um die Marodeure zu verhaften. &lt;br /&gt;
:Einer von ihnen widersetzte sich und ward von von Baersch noch am Ort exekutiert und vor dem Haus verscharrt. &lt;br /&gt;
:Kurz darauf  erklärt von Baersch dem Vogt, dass er dessen Dienstmädchen Lene als Köchin mit auf sein Schiff nehmen wolle. &lt;br /&gt;
:Die entzog sich dem aber sogleich durch Flucht und versteckte sich zunächst im Pfarrhaus. &lt;br /&gt;
:Die Anzahl der höheren Offiziere, die in der Vogtei Quartier bezogen hatten und sich zwangsweise am Tisch des Vogtes Lange beköstigen ließen stieg unablässig. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann man bereits einzelne Schiffe auf die Reede auszuschiffen. &lt;br /&gt;
:Das zwei der erfahrenen heimischen Schiffer nacheinander die Segler auf eine Untiefe von Einheimischen „Lichtbogen“ genannt, auflaufen ließen, war sicher nicht deren Unerfahrenheit zuzuschreiben. Viel Zeit kostete nun deren Bergung um auch für die anderen Segler die Hafenzufahrt passierbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Am 28. Mai morgens hatten holländische Truppen Warnemünde von Westen her erreicht und versuchten nun durch Beschuß die gegnerischen Schillschen Truppen am Auslaufen zu hindern. &lt;br /&gt;
:15 Schiffe lagen bereits auf Reede. Das sechzehnte, geführt vom Schiffer Maas aus Rostock segelte eine viertel Stunde lang unter starkem Beschuß aus der Hafenausfahrt. &lt;br /&gt;
:Den Holländern gelang es nicht im weichen Dünensand die Kanonen richtig auszurichten, so dass sie immer wieder nur die Segel des Schiffes trafen. &lt;br /&gt;
:Zwei weitere Schiffe mit Husaren an Bord lagen noch in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Da ihnen die Ausfahrt offensichtlich nicht mehr gelingen würde, flüchteten die Schillschen an Land über den Strom und die Hohe Düne in die Rostocker Heide. &lt;br /&gt;
:22 Der Husaren gerieten jedoch bei der anschließenden Verfolgungsjagd noch in Gefangenschaft der Holländer. &lt;br /&gt;
:Ein Teil der holländischen Truppen quartierte sich nun in den Warnemünder Häusern ein und ließ sogleich erneut Lebensmittel requirieren. &lt;br /&gt;
:Einen Tag später ließen sie sich jedoch zur Hohen Düne übersetzen um die Schillschen Truppen weiter in Richtung Stralsund zu verfolgen. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tage war Warnemünde wieder militärfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1810 - Im Frühsommer des Jahres war die Franzosenherrschaft an der Ostseeküste so schwach, daß die Engländer kleinere Landungen wagten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 3. Juni war ein nach Russland bestimmtes, amerikanisches Schiff von einem in Warnemünde stationierten französischen Kaper aufgebracht worden. Als Reaktion landete eine englische Marine-Einheit, eroberte Kaperschiff &#039;&#039;&#039;und&#039;&#039;&#039; Beuteschiff. Sie entführten sodann beide aus dem Hafen. Die schwache mecklenburgische Wachmannschaft hatte sofort nach der Landung die Flucht ergriffen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Redoute 1912.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde Redoute (1912)]]&lt;br /&gt;
:Dieses Ereignis veranlasste den französischen Marschall Eckmühl dazu, umgehend stärkere, ausschließlich französische Truppen in Warnemünde zu stationieren. Damit einher ging sein Befehl an die Stadt Rostock, unverzüglich den Bau verschiedener Befestigungsanlagen in Warnemünde abzusichern und zu finanzieren. &lt;br /&gt;
:Um die Befestigungsanlagen mit einer Redoute als Kern in Warnemünde in kurzer Zeit herzustellen, hatte die Stadt Erdarbeiter, Zimmerleute und andere Handwerker aller Art, sowie sämtliches Bauholz aus der Rostocker Heide zu stellen. Die Bürgerschaft war zunächst unentschlossen. &lt;br /&gt;
:Am 7. September gibt das erste Quartier in der Beschluß-Findung dazu folgende Stellungnahme ab. „...ein außerordentlicher Holzhieb scheitert bereits daran, das nichts mehr zu entscheiden ist, außer, wie er praktisch ausgeübt werden kann. Besser ist, noch einmal den Forstinspektor Becker zu befragen und ihn ein Konzept fertigen zu lassen. ...“ &lt;br /&gt;
:Das zweite Quartier hat darauf nur noch zu erwidern, daß man den Holzeinschlag vorrangig in den Rövershäger Waldungen ausführen solle, da aus den damals ebenfalls im Rostocker Besitz befindlichen Willershäger Waldungen die Anfuhrkosten zu hoch seien. &lt;br /&gt;
:Die Entscheidung war somit gefallen und der Forstinspektor erhielt freie Hand. Noch in derselben Woche begannen alle seine Waldarbeiter in den Trassen der abgesteckten, zukünftigen Waldschneisen, das gesamte für den Warnemünder Redouten-Bau benötigte Holz einzuschlagen und damit es sich auch leicht transportieren ließ, gleich einen guten Untergrund für die Fuhrwege herzurichten. &lt;br /&gt;
:So entstanden nach einander die Meiershausstellenschneise von Wiethagen nach Meiershausstelle, die Trasse der heutigen Bäderstraße, als Forstweg, von Hinrichshagen nach Torfbrücke, sowie die Schneise vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise). Der unfertige Landweg von Hinrichshagen nach Markgrafenheide bekam nun als Transportweg zur Warnemünder Baustelle eine besondere Wichtigkeit und konnte 11 Jahre nach seinem Baubeginn, dem ursprünglichen Plan entsprechend, fertiggestellt werden und Beispiel gebend solide ausgeführt werden. &lt;br /&gt;
:Nach Abschluss der Bauarbeiten war selbst das bis dahin permanent opponierende zweite Quartier nunmehr von der Sinnhaftigkeit des entstandenen Wegenetzes überzeugt und machte der Forstverwaltung sogar Vorwürfe, warum man damit nicht schon eher begonnen habe. Von 1791 bis 1811 hatten sie dieses Projekt stets verhindert.&lt;br /&gt;
:Der Bau der Warnemünder Redoute zog sich bis Februar 1812 hin. Nur vierzehn Monate später, am Ende der Franzosenzeit, beschlossen die Hundertmänner am 12. April 1813 bereits den Abriss der Redoute. Da sich die Umsetzung des Abrisses aber laufend verzögerte, landeten schließlich am  26. August rund 100 Engländer, schickten die Bürgerwache der Warnemünder nachhause  und „demolierten“ die Redoute. Am folgenden Tage beendeten sie ihr Zerstörungswerk endgültig und sprengten die gesamte Anlage. &lt;br /&gt;
:Zwei Wochen darauf besichtigte die Stadtverwaltung die Trümmerstätte und befand: „..daß die Redoute sich nicht mehr ähnlich war.“ Beckers Waldschneisen dagegen haben bis in unsere Tage Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während des ersten Weltkrieges 1914-1918===&lt;br /&gt;
KFC 577&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erlebnisbericht eines damals 17jährigen Güstrower Gymnasiasten am 1.August 1914&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Am Nachmittag besichtigten wir das drei Wochen zuvor eingeweihte Brinckman-Denkmal.&lt;br /&gt;
:Bald darauf war, wie immer das Konzert der Rostocker Stadt-Theaterkapelle unter Leitung von Kapellmeister Schulz. &lt;br /&gt;
:Und weil es draußen so schön heiß war, zeigte sich der schattige Kurgarten gerammelt voll.&lt;br /&gt;
:Die Leute waren vergnügt und zufrieden.&lt;br /&gt;
:So gegen halb sechs wurden die Leute plötzlich ganz still, reckten die Köpfe und sprangen auf.&lt;br /&gt;
:Die Musik brach mitten im Stück ab.&lt;br /&gt;
:Durch die Gartenpforte kamen in Uniform ein Leutnant, ein Trommler, ein paar Mann, und bauten sich vor dem Musikpallion auf.&lt;br /&gt;
:Mucksmäuschenstill war es im Garten, als die Soldaten mit Trommelschlag abmarschierten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Als die Versammelten Minuten darauf in allgemeinen Jubel verfielen, lag es all ihrer Vorstellungskraft fern, das in dieser Stunde vier Kriegsjahre angebrochen waren, die an Grauen, Tod und Zerstörung alles Dagewesene übertreffen sollten.&lt;br /&gt;
:Wenige Stunden danach heulten die Schiffs-Sirenen über das sonst stille Warnemünde, vom Zollhafen kam in langsamer Fahrt eine U-Boot-Halbflottille den Alten Strom seewärts herauf.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auch U-9 unter dem später zum Kriegshelden glorifizierten Kapitänleutnant Weddigen war unter ihnen.&lt;br /&gt;
:Das Hurra der allgemeinen Kriegshysterie begleitete deren Ausfahrt.&lt;br /&gt;
:Am anderen Morgen war Warnemünde wie ausgestorben, die Baustelle mt den ersten Mauern des gerade begonnenen neuen Kurhauses lag nun für lange verweist, die Uhren gingen fortan in auch in Warnemünde anders.&lt;br /&gt;
:Einen jungen Fotorafn traf es dabei noch ganz persönlich.&lt;br /&gt;
:Angesichts der vielen Sommerfrischler  bereitete er die Eröffnung eines Fotoateliers vor.&lt;br /&gt;
:Auch einen kleinen Bankkredit hatte er dazu erkämpft.&lt;br /&gt;
:Aus Gram über die entschwindenden Urlauber vertrank er den Kredit.&lt;br /&gt;
:Tage später verpflichtete eine Kriegsverordnung dazu, Reisepässe mit Foto zu versehen.&lt;br /&gt;
:Für ein Atelier, um nun die riesige Nachfrage zu befriedigen, hatte er kein Geld mehr.&lt;br /&gt;
:Schon ein Jahr darauf war die Hysterie allgemeiner Ernüchterung gewichen.&lt;br /&gt;
:Selbst weit entfernt von der Front begannen Leid und Not spürbar zu werden.&lt;br /&gt;
:Warnemünde mit seiner Fährverbindung via Dänemark, dem Land wo Milch und Honig fließen, übte nun eine neue Anziehungskraft aus.&lt;br /&gt;
:Mehrmals täglich verließen Eisenbahnwaggons beladen mit Kohlen, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Obst, Fisch oder Zucker den Bauch der Fähre aus Dänemark.&lt;br /&gt;
:Im Ort kursierten geflügelte Sätze wie: &amp;quot;&amp;quot;Kohlen werden nicht geklaut sondern mitgebracht.&amp;quot;, &amp;quot;Wi hebben dragen as de Immen&amp;quot;, man war findig genug, sich auf dem Rangierbahnhof Zugang zu der nahrhaften Ladung der Waggons zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor wieren männigmal mier Addebors as Poggen.&amp;quot; Wenn eine Kartoffel-Ladung geplündert wurde.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder verstanden es, sich diese Quelle zu erschließen und ihr Los zu erleichtern.&lt;br /&gt;
:&amp;quot; Nicht selten gab es gar ein ein stilles Bündnis mit den Bahnangestellten.&lt;br /&gt;
:Im dezember 1915 stellte man so Ertappte vor Gericht.&lt;br /&gt;
:Unter den 39 Angeklagten aus Warnemünde und Umgebung waren allein 19 Bankangestellte.&lt;br /&gt;
:Die Anzahl der Diebstähle war nicht mehr feststellbar.&lt;br /&gt;
:Schuld nicht mehr persönlich zuordenbar, so dass [[das Verfahren]] schließlich im Sande verlief.&lt;br /&gt;
KFC 45 560-566 KFC 46 171-324 153S. Anklageschrift&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
====Die Bahnberaubungen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
HG&lt;br /&gt;
[[Die Bahnberaubungen in Warnemünde]] Auszug Tidingsbringer Nr.9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde in der Zeit des dritten Reiches und des zweiten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Franzosenlager auf der Hohen Düne====&lt;br /&gt;
(Quelle Dr. Reno Stutz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====* [[Das Kriegsende In Warnemünde am 1. Mai 1945]]====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Hafen mit Leuchtfeuern und Molen==&lt;br /&gt;
===Die erste Leuchte am Ost-Ende der Hohen Düne ab 1323 bis warscheinlich 1487===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Warnemünder Leuchtturm in  &amp;quot;die Wahrhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberuhmten alten See- und Hensestadt Rostock&amp;quot; von 1578 bis 1586 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1832 Bevor der Leuchtturm kam===&lt;br /&gt;
(Wilfried Steinmüller) (WG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Offensichtlich war ursprünglich ein hölzerner Bau geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Planung Leuchtturm Freim Abendbl Januar 1832.jpg|Eine Zeitungsmeldung im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; Januar 1832&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde die Leuchte um 1870.jpg|Die Leuchte, der 1836 erbaute Vorgänger unseres heutigen Leuchtturms, links daneben der Signalmast&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturm, das Wahrzeichen von Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemuende Leuchtturm im Bau.jpg|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm im Bau 1897/98]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leuchtturm Warnemuende vor 1905.JPG|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm vor 1905]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1898 wurde der Warnemünder Leuchtturm, heute wohl wichtigstes Wahrzeichen des Ostseebades seiner Bestimmung übergeben. Versucht man die Wurzeln seiner Entstehung zu ergründen,  entdeckt man in alten Quellen bald, daß die Überlegungen zur Errichtung eines solchen Bauwerkes schon viel weiter zurückliegen.&lt;br /&gt;
:Auch in den Zeitungen des 19. Jahrhunderts wiederspiegelt sich dieses Thema. &lt;br /&gt;
:So weiß das &amp;quot;Freimütige Abendblatt&amp;quot; in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts dazu folgendes zu berichten: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hinsichtlich der jüngst von hier gemeldeten Absicht, ein Feuersignal im Warnemünder Seehafen anzulegen, ist es allgemein zu bedauern, daß man weit davon entfernt scheint, die Ideen zum Grunde zu legen, die der verstorbene sehr unterrichtete und hellsehende Schiffskapitän Eichmann, ehemaliger Lehrer der Nautik hieselbst, in einer höchsten Ortes vor etwa 6 Jahren von ihm über die Frage an welchem Punkte der mecklenburgischen Seeküste es am vorteilhaftesten wäre einen ordentlichen Leuchtturm zu errichten, erforderten und eingereichten, überaus wohlgearbeiteten Denkschrift, über die, seiner Meinung nach, in Warnemünde allein am allernützlichsten und unentbehrlichsten zu verfügende Errichtung eines solchen Leuchtturms entwickelt hat. Der Referent hat dies Memoire damals gelesen, und erinnert sich noch mit Vergnügen der lichtvollen mündlichen Erläuterungen des einsichtsvollen Verfassers, so wie der Wärme, mit der er den seit einigen Jahren neugebaueten und mit englischen Leuchtinstrumenten versehenen Leuchtturm zu Cuxhafen als das vortreffliche Modell pries, dem man in Warnemünde zu folgen hätte. Aber freilich steht die hohe Nützlichkeit, ja unentbehrliche Nothwendigkeit einer solchen Anstalt, so wie ihre dem Muster nacheifernde Vortrefflichkeit, die der Referent vor fünf Jahren stundenlang zu untersuchen und zu bewundern Gelegenheit hatte, auch im Verhältnis zu den sehr erheblichen Kosten, die die Nachahmung zu Warnemünde erfordern würde; Kosten zu denen, wenn dieser Gedanke je ins Leben träte, Fürst und Land, aus den entscheidenden Gründen wahren Gemeinwohls, auf die Hälfte oder doch ein Drittel beisteuern müßten und könnten.&lt;br /&gt;
:Rostock den 30. Januar 1832&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Immer wieder bieten die so &amp;quot;hellseherischen&amp;quot; Gedanken jenes Kapitäns  Eichmann Stoff zur Diskussion über die längst fällige Errichtung eines Leuchtturmes und man kann ihn wohl getrost als geistigen Vater eines solchen Bauwerkes bezeichnen. Auch sonst bietet sein Wirken in Warnemünde noch reichliche Betätigungsfeld für die Warnemünder Geschichtsforscher.&lt;br /&gt;
:Der Anstoß war gegeben, aber bis zur Realisierung verging noch viel Zeit und das Thema bot im Freimütigen Abendblatt auch weiterhin reichlich Lesestoff, wie hier zum Beispiel drei Jahre darauf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was die schon vor mehreren Jahren beantragte Anlegung eines Leuchtturmes am Eingange des Warnemünder Hafens betrifft, so scheint diese Angelegenheit, obgleich sie, wie man erfährt, sowohl von den Seiten des Handels- als des Schifferstandes als sehr dringend empfohlen und von demselben auch bereits verschiedene annehmliche Offerten gemacht sein sollen, doch ganz in den Hintergrund gestellt zu werden, und vielleicht nur aus dem einzigen Grunde, weil die Rostocker Schiffahrt seit Jahrhunderten schon ohne Leuchtturm bestanden hat. Wohin aber sollen solche Grundsätze führen ? Man überzeuge sich doch endlich von der Nützlichkeit, ja von den Notwendigkeit dieser Einrichtung! Eben wegen des Mangels derselben scheiterte noch jüngst wiederum ein Schiff; denn das Ansegeln an die mecklenburgische Küste bei irgend trüber Witterung, besonders bei starkem Sturm und Seegange ist bekanntlich sehr gefährlich. Unsere Baubehörde wird deshalb wenn sie sich auch in dieser Hinsicht des Raths sachkundiger Männer bedient, gewiß keinen Anstand nehmen, auch diesem Gegenstande seine Erledigung zu verschaffen, zumal da bei den vorseienden Hafenbauten gewiß der Bau eines solchen Leuchtthurmes auf eine zweckmäßige und vieleicht minder kostspielige Art als sonst zur Ausführung gebracht werden kann.&lt;br /&gt;
:Rostock den 29. December 1835&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Folgejahr schließlich scheint die Sache in Gang zu kommen denn in der Augustausgabe steht zu lesen: :&amp;quot;Bei der am 16.des Monats stattgefundenen Grundsteinlegung zu dem auf der Düne Warnemünde´s zu erbauenden Leuchtthurm war leider der Mehrzahl der hier Anwesenden Fremden der zu dieser feierlichen Handlung angesetzte Zeitpunkt fremd geblieben, weshalb nur ein kleiner Teil derselben auf der bezeichneten Anhöhe sich versammelt hatte. Befremden mußte es wohl allgemein, daß von der obersten städtischen Behörde nichts geschehen war um diesem Actus auch in seiner äußerlichen Form eine festliche Bedeutung zu geben, das auch nicht eines ihrer Mitglieder gekommen war, um die Theilnahme an einem Werke an den Tag zu legen, welches dem Vaterlande zur Ehre und so vielen zur Rettung und zum Heile gegründet werden sollte. Freuen müssen wir uns aber andererseits, daß dennoch diese Handlung nicht ohne eine gewisse Solenität &#039;&#039;(Feierlichkeit)&#039;&#039; vollzogen wurde. Es hatte nämlich eine Dame aus Rostock (C.v.W.) diesen Gegenstand in einem Gedichte besungen, welches auf allgemeines Begehren ein gerade anwesender, sehr beliebter Redner, Herr Candidat Bartsch aus Rostock, nachdem er einige, dem Gegenstande angemessene Worte vorausgeschickt, auf eine dem Inhalte des Gedichtes vollkommen entsprechende Weise recitierte. Nachdem hierauf von dem Herrn Administranten des Baues ein Toast unter dem Klange der Gläser ausgebracht worden, wurde diese eben so einfache als ansprechende Feier beendigt. Wie es heißt, erreicht der Bau, unter der Leitung des Stadtbaumeisters Herrn Schwedtler, noch vor dem Winter seine Vollendung.&lt;br /&gt;
:Warnemünde d. 19. August 1836&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leider nennt uns die Zeitung jener Tage den Verfasser der Zeilen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1897/98 der Bau des Warnemünder Leuchtturms====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Nebel mussten Sondermaßnahmen durchgeführt werden (Hornsignale, Glocke, Nebelkanone). Die Entwicklung der Rostocker Segelschiffflotte zur größten im Ostseeraum mit 372 Schiffen im Jahre 1878 machte einen weiteren Ausbau der Hafeneinrichtungen zwingend notwendig. So wurde bereits im Jahre 1862 dem Rat der Stadt Rostock ein Entwurf vorgelegt zum Umbau der Hafenleuchte in Warnemünde zu einem vollständigen Leuchtturm mit prismatischem Laternenhaus. Aber erst im Jahre 1897/98 kam es dann zum Bau des Leuchtturms in seiner jetzigen Form. Davor waren durch Streitigkeiten über die Notwendigkeit und die Finanzierung des Leuchtturms mehr als 30 Jahre ins Land gegangen. Erbaut wurde der Turm unter der Leitung des Rostocker Hafenbaumeisters Karl Friedrich Kerner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Leuchtturm mit Signalmast 1904.jpg|thumb|600px|links|Der neue Leuchtturm und links daneben der Wetteranzeiger-Signalmast 1904]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde1904 Handskizze Ludwig Krause Bedeutung der Signale am Mast.jpg|thumb|450px|rechts|Handskizze des Historikers Ludwig Krause über die Bedeutung der Signale am Mast neben der Leuchte 1904]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Feuer wurde zunächst mit Petroleum betrieben, das aus dem Petroleumkeller, in dem 4 Petroleumbottiche untergebracht waren, heraufgepumpt werden musste. Im Jahre 1917 wurde das Licht auf Gas umgestellt. Um 1927 wurde der Leuchtturm auf elektrisches Licht umgestellt. Die Lampentypen wurden ständig dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Heute wird der Turm mit einer 250W/230V HQL-Lampe betrieben.&lt;br /&gt;
Das Linsensystem wurde von der Firma Picht &amp;amp; Co. Rathenow geliefert und eingebaut und tut noch heute in unveränderter Form seine Dienste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Auszug aus: &amp;quot;Verschwunden - Vergessen - Bewahrt, Denkmale der Rostocker Technikgeschichte&amp;quot; Hans-Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 1995  &lt;br /&gt;
*[[&amp;quot;Leuchtturm Warnemünde&amp;quot; Hans Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 2013&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=sYbcAokrAQw  Gerd Lau MV1 TV]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1968 Die Symbiose von Teepott und Leuchtturm als Warnemünder Wahrzeichen====&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1936.jpg |thumb|250px|rechts|Warnemünde mit Leuchtturm und Teepavillon 1936]]&lt;br /&gt;
;1926 Der runde &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht&lt;br /&gt;
:neben dem Warnemünder Leuchtturm in unmittelbarer Nachbarschaft, den der Volksmund schon bald nach seiner Eröffnung &amp;quot;Teepott&amp;quot; nannte. &lt;br /&gt;
:Er brannte 1945 ab.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Der Architekt Ulrich Müther und der Hyparschalenbau&lt;br /&gt;
;noch fortsetzen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Teepott 1979 OKR.jpg|400px|thumb|rechts|Inneres des Teepotts 1979]]&lt;br /&gt;
;1967/68 Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten.&lt;br /&gt;
: Eine Architektengruppe des Wohnungsbaukombinates Rostock um Stadtplaner Erich Kaufmann entwickelte das Gebäude des &amp;quot;Teepotts&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die statische Konstruktion eines Hyparschalenbaus erstellte dazu der Konstrukteur Ulrich Müther aus Binz. Die Dachkonstruktion besteht aus einer Membranschale, die Last der 1000 m2 umfassenden Dachfläche ruht auf nur drei Auflagenpunkten. Die Dachschale hat eine Dicke von 7cm.&lt;br /&gt;
:Die künstlerische Gestaltung führten Achim Kühn, Inge Jastram und Felix Büttner aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Teepott seit der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. &lt;br /&gt;
:Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Molen und Seezeichen===&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Becker beschreibt den Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen &lt;br /&gt;
:(Freimüthiges Abendblatt 1826):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;500px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 a wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen a&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 b wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fischerei==&lt;br /&gt;
(u.a. Warnemünder Jolle) noch einpflegen&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts===&lt;br /&gt;
:Niemand der nach Warnemünde kann sich dem besonderen Flair des Alten Stromes und des Fischereihafens an seinen beiden Ufern entziehen.&lt;br /&gt;
:Allein schon der Duft von frischem Räucherfisch zieht die Touristen magisch an.&lt;br /&gt;
:Lang ist die Tradition der Fischerei in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bereits 1494 befuhren nicht weniger als 30 Warnemünder Fischer ihre Fangplätze in der Ostsee und leisteten ihre Abgaben an den dänischen Vogt auf Schonen. Sie befuhren bzw. befischten die gesante südwestliche Ostsee.&lt;br /&gt;
:Die größte Länge der damaligen Fischerboote betrug ca. 6,30m und 2,20 Breite.&lt;br /&gt;
:Ab 1880 mußten die Fischer Registriernummern an Booten und Segeln führen, 1917 ergänzt durch &amp;quot;WA&amp;quot; vor der Registriernummer.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder selbst befaßten sich ungern mit dem Bootsbau und überließen das den Tischlern und Stellmachern aus Groß-Klein.&lt;br /&gt;
:Gefischt wure mit Stellnetzen, Waden Reusen, Angeln und Eisen.&lt;br /&gt;
:Die Netze und Angeln wurden in Warnemünde gefertigt und in der heutigen Friedrich-Franz-Straße entstand die erste 250m Reiferbahn.&lt;br /&gt;
:Aber nicht nur gefischt wurde von den Warnemündern sondern sie verkauften ihre Fänge zu großen Teilen auch selbst.&lt;br /&gt;
:In erster Linieg boten sie ihre Fänge regelmäßig auf dem Rostocker Markt an.&lt;br /&gt;
:Da der Markt bereits um 8.00 Uhr öffnete, mußte die Ausfahr zum einholen der Netze schon morgens zwischen 1 und 2 Uhr erfolgen.&lt;br /&gt;
:Leider wurden nie Aufzeichnungen über Fangmengen und erzielte Preise gemacht.&lt;br /&gt;
:Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wares den Warnemünder Fischern per Rostocker Edikt strikt untersagt auf dem Breitling zu fischen. Das war den Rostocker Fischern, die ihren Standort uweit der Petribrücke hatten, vorbehalten.&lt;br /&gt;
:Wenn aber Rostocke fischer nach Warnemünd kamen, hieß es &amp;quot;Vorsicht die Türken kommen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das hatte aber nichts mit Bewohnern die aus der Türkei kamen zu tun,sondern ein einstiger Rostocker Fischmeister hieß Thürk und wurde zum Namensgeber dieses Ökelnamens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 50iger Jahren wurde in Warnemünde eine sehr leistungsfähige FPG (Fischerei-Produktionsgenossenschaft) gegründet.&lt;br /&gt;
:Es entstand eine neue Löschhalle zur Übernahme des gerade angelandeten Fisches und eine Fischverarbeitungsstätte.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlich angelandeten Fische waren Ostsee-Hering, Dorsch, Steinbutt, Scholle und Lachs.&lt;br /&gt;
:Edelfische gingen in den Export, Hering und Dorsch kamen in die genossenschaftseigenen Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Fischverwertungsgenossenschaft Warnemuende.JPG|Fischverwertungsgenossenschaft Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:FPG Warnemuende.JPG|Fischerei-Produktionsgenossenschaft (FPG) Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:Fischverarbeitung Warnemuende.JPG|Fischverarbeitung in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem Umbruch 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1990 verzeichnete die heimische Fischerei wegen der einströmenden Fisch-Importe, besonders aus Holland, mit der Kutterfischerei in Warnemünde rapide bergab.&lt;br /&gt;
:Heute gibt es nur noch drei privae Kutterfischer, die ums Überleben kämpfen.&lt;br /&gt;
:Eine Reihe der darüber hinaus verbliebenen Kutter führen oft Angeltouren für die zahlreichen Touristen durch.&lt;br /&gt;
:Deren Tour-Angebote sind sehr beliebt und sind meist lange voraus ausgebucht.&lt;br /&gt;
:Trotz des Niederganges der Küstenfischerei ist das Flair eines Fischereihafens geblieben und dort fangfrischen Fisch geräuchert oder als Bismark-Hering angeboten haben auch eine zusätzliche Anziehungskraft Warnemünde und die Fischer zu besuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Lotsenwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Lotsenordnung von 1782]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Lotse und das Einlaufen in den Hafen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Lotsenordnung 1782 01.jpg|300px| rechts| Die Rostocker Lotsenordnung von 1782 a]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Schwierigkeit der Hafeneinfahrten erforderte, dass das Schiff von einem Spezialisten in den Hafen geführt wurde, der alle Tücken des Fahrwassers genau kannte, das ist der Lotse.&lt;br /&gt;
:Seine Verantwortung ist groß, größer als sie Brinckmans humoristische Charakteristik im „Kasper Ohm“ erkennen läßt: „Loots is´n Loots ´n Kierl, de sein Schuldigkeit doon mööt, Haaben rin un Haaben ruut, süs ward he oewer Buurd smäten, un doför kriggt he sein Betalung!“&lt;br /&gt;
:Weit draußen vor der Hafeneinfahrt warten  die Lotsenboote bei jedem Wetter auf Schiffe, die den Hafen anlaufen wollen.&lt;br /&gt;
:Über die Tätigkeit der heimischen Lotsen wird mancherlei erzählt:&lt;br /&gt;
:Fiew Lotsen wieren hier in Warnemünd in´t Boot. Dree bleben langsiet un maakten naher dat Schipp fast. Twee stegen oewer.&lt;br /&gt;
:De Warnmünner Lotsen säden, wenn se an Buurd güngen: Klaas, gah du an´t Stier, ik gah an´t Kommdier („Ich regier“, ich gebe die Kommandos).&lt;br /&gt;
:De Lotsen smus´ten solang´rüm up´t Schipp bi´n Kaptain, un güngen nich ihrer von´t  Schipp, bet se´n Foi kreegen.&lt;br /&gt;
:Näherte sich ein Schiff der Warnemünder Reede, dann fuhren in einem Eifer, Geld zu verdienen, die Lotsen oft schon aus, ehe das Schiff die Lotsenflagge zeigte, dann gab es aber gelegentlich bittere Enttäuschung.&lt;br /&gt;
:Wenn de Warnmünner Lootsen ruutführt wieren mit ehr Boot un dat Schipp denn oewer Stagg güng un na buten fohrt, denn schüllen de Lotsen „Dat is´n Heichler“ („Das ist ein Heuchler“, er tat nur so, als wollte er den Hafen anlaufen.)&lt;br /&gt;
:Wi Lotsen säden, wenn en Schipp oewerkrüzen ded`vör.nHaben: „Dat is´n Bidewinner (Das Schiff segelt bei dem Winde).&lt;br /&gt;
:Wenn es so stürmisch war, dass die Lotsen nicht hinauskamen, gab es ein Aushilfsmittel, das Schiff in den Hafen zu lotsen, denn würd de Windbaak bruukt.&lt;br /&gt;
:Dat wier up´t Warnmünner Spill ´ne Flagg mit´n langen Staken, dor winkten se mit.&lt;br /&gt;
:Wenn slicht Wäder wier, dat de Lotsen nich ruutgahn künnen, würd mit de Windbaak winkt.&lt;br /&gt;
:Wo de henwinkt, dor mööt he´t Roder henleggen.&lt;br /&gt;
:Wenn hoges Wäder wier un de Strom dull uutloopen ded, würden mit de Windbaak Tecken gäben.&lt;br /&gt;
:Wenn dat Schipp to läg´stüern ded´, würd dormit  winkt, he süll na de anner  Siet stüern.&lt;br /&gt;
:Wnn keen Wind wier un de Strom in War´münn  hart utloopen ded´, dat dat Schipp dor nich gegenankünn, denn müßten de ollen Lotsen dat Schipp rintrecken. Denn geew de Schipper´n Soopji uut.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren Lotsen, dee all up´t Ollendeel wieren. &lt;br /&gt;
:Früher wier dat jo all schier un glatt an´n Strom (es ist gemeint, dass am Strom entlang habe ein glatter Weg geführt.)&lt;br /&gt;
:De Lien würd an´n Mast bunnen.&lt;br /&gt;
:De Treckers hadden´n Trecksädel, dor wier´n höltern Knoop aan.&lt;br /&gt;
:Wenn´n Schipp fastkeem bi de Infohrt, würd dat Gangspill dreiht, dorbi würd ok sungen.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl, dorbi müßt he sik mit de Bost upleggen. Dat keem vöör, dat he dorbi ringahn ded´ in´t Water.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren vier bet söß Mann, oder twee Pier tröken.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl. &lt;br /&gt;
:(Richard Wossidlo WRQG 1940 )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende===&lt;br /&gt;
* [[Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende|Warnemünder Lotsenkapitän Stefan Jantzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Zollwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zollamt am südlichen Ende der Häuserreihe am Strom wurde 1891/92, wahrscheinlich vom Stadtbaumeister Gustav Dehn erbaut. (WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Zollwesen in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde um 1900 der Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Kaiserliche Zollamt.jpg|Der kaiserliche Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Zollamt.&lt;br /&gt;
Datei:AK Zollamt Warnemuende circa 1917.jpg|Das Zollamt auf einer Ansichtskarte 1917.&lt;br /&gt;
Datei:Zollamt Warnemuende circa 1990er.jpg|Das Gebäude des ehemaligen Zollamtes in den 1990er Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Kirchen und die drei Friedhöfe von Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Jahrhunderte sind in Warnemünde mindestens vier Kirchen nachweisbar.  Zwei frühe Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert fielen den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Rostock und den Dänen zum Opfer.&lt;br /&gt;
Die erste steinerne Kirche wurde um 1280 wahrscheinlich auf Veranlassung des Doberaner Klosters erbaut, was zur Folge hatte, das das Kloster auch über eine sehr lange Zeit deren Kirchenpatronat inne hatte. Als Rostocker die Kirche nach einem Sieg gegen die Dänen abbrannten, wurde dieser Frevel sogar dem Papst in Rom gemeldet. &lt;br /&gt;
Die Stadt wurde im Dezember 1312 mit dem Bau einer neuen hölzernen Kirche beauftragt, die aber ebenfalls durch Feuer zerstört wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die alte Kirche mit ihrem Friedhof bei der Vogtei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Vorläufer der heutigen Kirche war ein Gotteshaus, das ganz in der Nähe des Alten Stroms einige Meter nördlich von der Vogtei stand und Anfang des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut worden war.&lt;br /&gt;
:Sie hatte an der Südseite zwei Anbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der &amp;quot;Alte Kirchhof am Strande&amp;quot;===&lt;br /&gt;
:noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die neue Kirche===&lt;br /&gt;
:Da die Einwohnerzahl von Warnemünde ständig wuchs und die alte Kirche (&amp;quot;Fischerkirche&amp;quot;) zunehmend baufällig wurde, begann im September 1867 die Errichtung eines neuen Gotteshauses. &lt;br /&gt;
:Am 1.10.1871 fand in Gegenwart des Großherzogs Friedrich Franz II. die feierliche Einweihung statt. &lt;br /&gt;
:Das Gotteshaus entstand nach einem Entwurf des Rostocker Baumeisters Wilhelm Wachenhusen. &lt;br /&gt;
:Der kreuzförmige Backsteinbau birgt wichtige Bestandteile von der Innenausstattung der alten Warnemünder Kirche. &lt;br /&gt;
:Zu den bemerkenswetesten Gegenständen dürfte die überlebensgroße Schnitzfigur des heiligen Christophorus (Ende 15.Jh.) gehören. &lt;br /&gt;
:Die alte &amp;quot;Fischerkirche&amp;quot; wurde 1874 abgerissen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Geschichte am Rande:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Das zum Kirchspiel Warnemünde gehörende Dorf Diedrichshagen, das zuvor noch in Schwaan eingepfarrt war, kam nach dem Dreißigjährigen Krieg unter das Dach der Warnemünder Kirche.&lt;br /&gt;
:Dort in der alten Kirche am Ufer des &amp;quot;Alten Stroms&amp;quot;, befand sich vor der Ostwand die geschnitzte, überlebensgroße Figur des heiligen Christophorus.&lt;br /&gt;
:Als 1871 nun die neue Kirche fertiggestellt war, sollte die große Figur nicht mehr übernommen werden.&lt;br /&gt;
:Besonders die Diedrichshäger Pfarrkinder protestierten dagegen und erklärten, ohne Christophorus würden sie keine Ababen mehr leisten, sondern sich selbst eine Kirche bauen.&lt;br /&gt;
:Sie waren alter Überlieferung gemäß hier nur so lange eingepfarrt, wie die Figur im Gotteshaus stünde.&lt;br /&gt;
:Die Kirchenleitung gab klein bei, und der Schutzpatron der Reisenden blieb dem Gotteshaus und uns bis heute erhalten.&lt;br /&gt;
* [http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/fullscreen/PPN407465633d2731312e30312e30312e27_40636c6173736e756d3d273236312e27_407369673d2733352f3320303227/1/ Grundriß der neuen Kirche]&lt;br /&gt;
* [[Die neue Warnemünder Kirche im Schlie Bd.1 S.285-291]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Kirchenplatz um 1875 a.jpg|Kirchenplatz mit neuer Kirche um 1875&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünder Pfarrkirche um 1900.jpg|Die Warnemünder Pfarrkirche um 1900&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Inventarteile die aus der Vorgängerkirche übernommen wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Schnitzalter von 1475 (angeblich eine Danzige Arbeit, über See nach Warnemünde verschifft)&lt;br /&gt;
:Im Schrein befinden sich zwei Gruppen von Heiligen jeweils unter Maßwerkbaldachinen, dazu 3 Heilige in den Flügelaußenseiten.&lt;br /&gt;
:- Kanzel mit Schalldeckel von 1591&lt;br /&gt;
:- Heiliger Christophorus - monumentale Schnitfigur vom Anfang des 16. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder machten ihn zum Schutzheiligen des Ortes&lt;br /&gt;
:Einer Legende nach sollte der Christophorus Tränen vergießen können.&lt;br /&gt;
:Einer weiteren Legende nach lebte in der Frühzeit Warnemündes in der Nähe der Vogtei ein Mann, der Leute bei Bedarf gegen einen kleinen Obolus über den damals noch flachen Strom trug. Er galt als Sinnbild des Warnemünder Christophorus.&lt;br /&gt;
:- Altargemälde mit Kreuzigungszene von Gustav Stever um 1870&lt;br /&gt;
:- Zwei Pastorenporträts: J.Albinus gest. 1670 und N.Bims gest. 1724&lt;br /&gt;
:- Gestühlwangen mit Inschriften und Hausmarken 16.-18.Jh.&lt;br /&gt;
:- Truhe von 1620&lt;br /&gt;
:- Glocke von 1434&lt;br /&gt;
:- Votivschiffe von 1820 und 1885 (Dankesgabe von in Seenot geratenen und geretteten Seeleuten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei der Sturmflut vom 12.-14. November 1872 retteten sich viele Einwohner in die Kirche, als Warnemünde nach dem Durchbruch der Dünen westlich des Ortes wie auf einer Insel lag. Zuletzt mußten die Geretteten auf die Bänke steigen, während draußen Lotsenkommandeur Stephan Jantzen  mit seinen Lotsen Menschen aus unmittelbarer Gefahr rettete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der neue Friedhof===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Denkmalgeschichten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für John Brinckman im Warnemünder Kurpark===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Brinckman Stein b.JPG|thumb|450px|rechts|Warnemünde Brinckman-Stein im Kurpark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Ein Dichter und sein Gedenkstein - John Brinckman kam zur Kur ins Seebad&amp;quot;====&lt;br /&gt;
:(Autor: Ronald Piechulek in Ostsee-Zeitung 22.11.2002)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 18. September 2001 wurde der John Brinckman-Gedenkstein am Kurhausgarten gegenüber dem Institut für Ostseeforschung &#039;&#039;(nach 1914 zum zweiten Mal)&#039;&#039; eingeweiht.&lt;br /&gt;
:Zum Dichter und zur Geschichte des Steins recherchierte der Warnemünder Ortschronist Ronald Piechulek:&lt;br /&gt;
:John Frederick Brinckman wurde am 3.Juli 1814 in der Rostocker Koßfelder Straße als zweiter Sohn einer Kapitänsfamilie geboren. Er war sieben Jahre alt, als Warnemünde erstmals als Badeort erwähnt wurde. John Brinckman der sich zur Seefahrt hingezogen fühlt, erlebte, wie im Jahre 1834 der Dampfer &amp;quot;Rostock-Packet&amp;quot; seine regelmäßigen Fahrten zwischen Warnemünde und der Stadt aufnahm 1834 ließ er sich an der Rostocker Universität immatrikulieren und studierte bis 1837 Jura und Philosophie. Die akademische Laufbahn fand ein jähes Ende, als John Brinckman am 26.September 1838 wegen &amp;quot;versuchter Stiftung eines verbotenen Vereins&amp;quot; an der hiesigen Universität zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Diese Strafe brauchte er aufgrund eines Gnadenerlasses des Großherzoges jedoch nicht zu verbüßen.&lt;br /&gt;
:Diese und andere Erlebnisse bewogen Brinckman. 1839 seiner Heimatstadt den Rücken zu kehren und in den USA sein Glück zu versuchen. Das Heimweh und die Nichterfüllung seiner Wünsche und Vorstellung ließen aber John Brinckman 1842 nach Mecklenburg zurückkehren. Nach mehreren Anstellungen in verschiedenen mecklenburgischen KLeinstädten führte ihn sein Weg nach Güstrow, das nun seine Wahlheimat werden sollte. Dennoch zog es ihn immer wieder nach Rostock zurück.&lt;br /&gt;
:Brinckman weilte von 1850 bis 1870 jeweils in den Sommerferien in Warnemünde anfangs allein, später mit der gesamten Familie. &lt;br /&gt;
:Sie fand Unterkunft in dem Haus am Strom Nr. 35.&lt;br /&gt;
:Seine schwankende Gesundheit zwang den Dichter, in den letzten Lebensjahren dem eindringlichen Rat seines Arztes zu folgen und in Warnemünde , das für seine Heilkuhren berühmt war, Erholung zu suchen.&lt;br /&gt;
:Bei den Warnemündern war Brinckman ein gern gesehener Gast. Am Tage saß er stundenlang am alten Strom, snackte mit den Fischern und Lotsen Platt und ließ sich von ihnen Geschichten erzählen, die sicherlich einmal in seinen Werken Niederschlag finden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Wihred, hollen bi de Enthüllungvon den &amp;quot;John Brinckman-Steen&amp;quot;, in Warn´münn von H. Burmeister-Rostock&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
;(Weiherede gehalten bei der Enthüllung von dem &amp;quot;John Brinckman-Stein&amp;quot;, in Warnemünde von H.Burmeister_Rostock]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 38 am 16.Juni 1914 S.335/336)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;John Brinckman - Taun´n 100. Geburtstag (3.Juli 1914)&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 34, 4.Juli 1914)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Reuter-Stein und die Reuter-Eiche bei der Sedan-Wiese===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche erfolgte anlässlich des 100. Geburtstages der Schriftstellers am 6. November 1910. Stein und Eiche befanden sich an der damaligen Sedan-Wiese. Diese Wiese, die an den vorentscheidenden Sieg der deutschen Armee nahe der französischen Stadt Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870/71 erinnern sollte, befand sich westlich des damals neuen Warnemünder Friedhofs und heutigen „Stephan Jantzen-Parks“. Zur Einweihung findet sich in der Rostocker Zeitung vom 8. November 1910 eine Meldung über „Die Reuter-Jubiläumsfeier des Plattdeutschen Vereins in Warnemünde“. Darin heißt es: „In unmittelbarer Nähe der Küste, etwas unterhalb der Dünen pflanzte der Plattdeutsche Verein in Warnemünde zum Andenken an den Dichter eine Eiche und setzte dazu einen Denkstein mit einer Inschrift. Die Feier fand unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft statt. Ein stattlicher Festzug bewegte sich vom Vereinslokal zu dem in Aussicht genommenen Platz in den neuen Anlagen. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden des Plattdeutschen Landesverbandes, Herrn Burmeister aus Rostock, übernahm Vogt Rechtsanwalt Beselin im Namen des Ortes Eiche und Denkmal. (…)“&lt;br /&gt;
Der Stein mit dem Namen und den Lebensdaten des Heimatdichters sollte die Eiche markieren. Es ist derzeit unklar, ob die ursprünglich gepflanzte Eiche noch existiert. Ungeklärt ist auch, was aus dem Stein wurde. Wie bei anderen Gedenksteinen aus Warnemünde, hält sich auch hier das Gerücht er sei im Fundament des Neptunhotels verbaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.jpg|Ansichtskarte mit Gruppenfoto des Plattdeutschen Vereins zur Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche 1910.&lt;br /&gt;
Datei:Ausschnitt AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.JPG|Reuter-Stein und Reuter-Eiche in Nahaufnahme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pressemeldung zur Vorbereitung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche im Rostocker Anzeiger vom 27.10.1910]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Fritz Reuter-Stein vor der Warnemünder Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Reuter-Stein Warnemuende.jpg|Der Warnemünder Reuter-Stein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bismarck-Stein auf der Promenade===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck Spoek-Stein Warnemuende.jpg|Der Bismarck-Stein vor seiner Aufstellung&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck-Stein Warnemuende.JPG|Der Bismarck-Stein auf einer alten Postkarte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) erhielt auch in Warnemünde Ehrungen und Denkmäler. So wurden unter anderem die Promenade und die anliegende Heinrich-Heine-Straße nach ihm benannt. Eine weitere Würdigung erhielt Bismarck in Warnemünde in der Form eines Gedenksteines, der am 25. August 1907 auf der Promenade feierlich eingeweiht wurde. Verbunden mit verschiedenen Ehrerbietungen, Reden und Kranzniederlegungen, wurde der Gedenkstein festlich enthüllt. Das Denkmal fand seinen Standort mitten auf der belebten Promenade und war mit dem Schriftzug „Bismarck zum Gedächtnis“ verziert.  Durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde dem Bismarck-Gedenkstein nach Kriegsende zunächst sein Schriftzug entfernt, bevor er 1968 endgültig von der Promenade verschwand. Versuche, den schweren Koloss an einen anderen Standort zu verlegen scheiterten und hatten die Sprengung des ehemaligen Denkmals zur Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Einweihung 1927.jpg|Einweihung des Kriegerdenkmals 1927&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Namen.jpg|Kriegerdenkmal Warnemünde: Blick auf die Namensliste&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Abriss.JPG|Kriegerdenkmal Warnemünde: Abrissarbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund SVZ 23te Januar 2006 a.jpg|thumb|450px|links|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ 23. Januar 2006]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund OZ 27te Januar 2006.jpg|thumb|600px|rechts|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ  2006]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Geinitz-Stein an der Stoltera===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Geinitz-Stein Warnemuende.JPG|Der Geinitz-Stein an der Stolteraa&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eugen Geinitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Gedenktafeln===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten auf den Warnemünder Gedenktafeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Opfer von Krieg und Gewalt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kunst im öffentlichen Raum in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Denkm%C3%A4ler,_Brunnen_und_Skulpturen_in_Rostock Wikipedia-Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Rostock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Planetenweg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder Planetenwanderweg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionspflege, Kultur und Vereinsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Reichsgründung 1871 entfaltete sich auch in Warnemünde ein reges Vereinsleben: Gesangsvereine, Ortsinteressenverein, Sportvereine etc. gründeten sich. Der erste Verein in Warnemünde, der eindeutig der Traditionspflege zuzuordnen ist, war der 1902 gegründete &amp;quot;Plattdeutsche Verein für Warnemünde und Umgegend&amp;quot;. In der Zeit der DDR waren es verschiedene Zirkel der Warnowwerft und insbesondere der Kulturbund der DDR, die die Kulturarbeit im Ort maßgeblich prägten. Nach der Wiedervereinigung kam es zu zahlreichen Vereinsgründungen, z.B. der Gemeinnützige Verein für Warnemünde e.V. (kurz Warnemünde-Verein), der Warnemünder Sportverein e.V. oder auch der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. (kurz Leuchtturm-Verein). Einige Vereine sehen sich dabei in der Tradition mit ihren historischen Vorläufern, wie z.B. der Warnemünder Segel-Club e.V. und der Tennisverein Blau-Weiß Warnemünde e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Klaashahns===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1963 waren es acht junge Segler aus der Betriebssportgemeinschaft der Warnowwerft, die zusammen kamen, um die Abende gemeinsam mit dem Singen von Seemannsliedern und Shantys zu verbringen. Sie selbst fanden Gefallen daran und auch zufällige Zuhörer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Auftritt der Sänger fand am 7. Mai 1964 im Warnemünder Veteranenclub mit großem Erfolg statt. Erst danach beschloss man, eine Shantygruppe zu bilden und sich den Namen „De Klaashahns“ zu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründungsmitglieder der Shantygruppe waren: &lt;br /&gt;
Edwin Lenz, Uwe Jahnke, Kurt Jahnke, Dietrich Zager, Siegfried May, Helmut May, Christian Rösler, Lutz Buchmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Trachtengruppe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trachtengruppe wurde 1976 gegründet und setzt sich seither für die Erhaltung und Pflege der Traditionen des Ortes ein. Dazu gehören insbesondere die alten Volkstänze, aber auch die niederdeutsche Sprache. Bei ihren Auftritten tragen die Mitglieder Trachten, wie sie um 1840 in Warnemünde getragen wurden. Einmal jährlich im Juli organisiert die Trachtengruppe das &amp;quot;Warnemünder Trachtentreffen&amp;quot;. Die Mitglieder der Trachtengruppe präsentieren seit 1976 im Zuge des &amp;quot;Warnemünder Ümgangs&amp;quot; historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Ümgang===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brauch des „Ümgangs“ geht zurück ins 14. Jahrhundert. In jedem zweiten Jahr wurde der Öllermann, der Wortführer des Altermänner-Kollegiums, gewählt. Gleichzeitig wurden die Steuereinkünfte von den Bürgerältesten abgerechnet.&lt;br /&gt;
Anschließend führte ein Umzug vorbei an Pfarre und Vogtei durch den Ort – auch gedacht als Repräsentanz der Warnemünder gegenüber Rostock. Diesen Brauch pflegte man bis 1850, in vereinfachter Form sogar bis 1909.&lt;br /&gt;
Als Bestandteil des Warnemünder Sommerfestes, heute im Rahmen der Warnemünder Woche, wird seit 1976 der „Warnemünder Umgang“ (seit 2001 „Nieger Ümgang“) durchgeführt.&lt;br /&gt;
Mitglieder der 1976 gegründeten Warnemünder Trachtengruppe verkörpern seither historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen. &lt;br /&gt;
Seit 1979 werden auch die sogenannten Ümgangsstäbe mitgeführt. Sie symbolisieren die drei wichtigsten Warnemünder Berufsstände: Fischer, Schiffer und Schiffbauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 01.jpg|Ümgang 1979.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1986.jpg|Ümgang 1986.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 02.jpg|Auf der Bühne am Leuchtturm, 1979.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünde-Verein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturmverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot;. Keimzelle für die Entstehung des Fördervereins war der Wunsch den Leuchtturm nach der Wende von 1989/90 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hauptinitiator hierbei war der damalige Rostocker Denkmalpfleger Gerhard Lau. Er und andere Enthusiasten, die sich schnell für diese Idee begeistern konnten, überzeugten den Bürgermeister der Stadt Rostock und das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) von dieser Idee.&lt;br /&gt;
Da weder die Stadt noch das WSA Personal hatten, um den Turm zu betreuen, wurde am 22. April 1994 daher der &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot; gegründet.&lt;br /&gt;
Das WSA, die Hansestadt Rostock und der „Leuchtturmverein“ einigten sich zugleich auf die Schließung eines Überlassungsvertrages zur Bewirtschaftung des Leuchtturms, der am 24. April 1994 direkt vor dem Leuchtturm unterzeichnet wurde. Der Turm ist seither unter der Obhut der Warnemünder Leuchtturmmänner wieder für alle geöffnet die den Aufstieg wagen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Einst und jetzt ein Stück Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der ursprüngliche &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine kleine Warnemünder Jolle rudert von schnellen kräftigen Schlägen getrieben die Warnow herauf.&lt;br /&gt;
:In dem Boot sitzt ein Mann mit seiner Frau. Schon von weitem wird es in Rostock als das des Tidingsbringers erkannt und spannungsvoll erwartet. Jetzt schießt es an das Bollwerk heran. Ein kleiner Mann springt ans Ufer, der Schweiß perlt ihm von der Stirn.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was gibts Neues, Jungmann, wer ist heute binnengekommen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Aber vergeblich sind alle Fragen. Der Tidingsbringer weiß genau, von wem er den klingenden Lohn für seine Neuigkeiten zu erwarten hat. Keine Sekunde darf verlorengehen, an niemand die Nachricht, die er bringt, vorzeitig verraten werden.&lt;br /&gt;
:Atemlos eilt er durch das Fischertor und verschwindet in der Strandstraße. Zuerst klopft er an die Tür des Steuermanns Schütz.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gute Nachricht Frau Schütz, Kapitän Lembke ist mit der Anna Maria im Ansegeln vor Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Ihr Mann wrd heute abend noch in den Hafen kommen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Diese dankt hocherfreut und lässt ein Silberstück in die Hand des Tidingsbringers gleiten.&lt;br /&gt;
:Weiter führt ihn sein Weg jetzt zur Wohnung des Kapitäns Krahnstöver und von dort zu den anderen Schiffer- und Steuermannsfamilien, denen er gleichfalls die freudige Mitteilung  machen kann, dass günstiger Wind die Schiffe mit ihren Angehörigen auf Warnemünde zusteuern lässt.&lt;br /&gt;
:Der letzte Gang gilt den weiter im Innern der Stadt gelegenen Kontoren der Reeder. Hier nimmter sich schon etwas mehr Zeit zur ausführlichen Berichterstattung, denn er ist sicher, dass ihm nun keiner mehr mit der Meldung der neuesten Schiffsnachrichten zuvorkommen wird.&lt;br /&gt;
:Bevor nach 1850 wegen des langen und beschwerlichen Landweges die Dampfer zum Hauptverkehrsmittel wurden und 1863 der Anschluss Warnemündes an das Telegrafennetz erfolgte, gab es zwei besoldete Tidingsbringer (auch Tidungenbringer) als Nachrichtenübermittler zwischen Rostock und seinem Vorhafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Über Bewegungen im Rostocker Schiffsverkehr, über Abgangszeiten, Bestimmungsort und mutmaßliche Rückkehr wussten diese genauso Bescheid, wie über Namen, Größe, Takelung und Kapitäne der Fahrzeuge, die sie mit dem Fernrohr durch Besonderheiten an Rumpf oder Takelage erkannten.&lt;br /&gt;
:(Auszug aus: Tidingsbringer - Ein Warnemünder Bäderjournal&amp;quot; Jahrgang 01 1996/1997 S.129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Im Jahre 1995 trafen sich Mitglieder des Leuchtturmvereins Warnemünde e.V. mit den beiden Verlegern Dr. Mathias Redieck und Achim Schade um einen neuen Tidingsbringer aus der Taufe zu heben, diesmal nicht vordergründig mit dem Ziel den Seemannsfamilien und Schiffsreedern Ankünfte oder Abreisen von Schiffen und ihren Besatzungen zu vermelden, sondern um alte und neue Nachrichten aus Warnemünde weit ins Land zu übermitteln.&lt;br /&gt;
:Damals ahnten sie nicht, das dieses, jährlich zwischen zwei Buchdeckeln randvoll mit spannenden &amp;quot;Tidings&amp;quot; &#039;&#039;(Nachrichten)&#039;&#039; gefüllte Medium in den nun folgenden zweieinhalb Jahrzehnten, seine Nachrichten hinaus bis nach Japan, Australien, Afrika und Amerika tragen wird. Selbst nach 30 Jahren (Stand 2025) halten noch immer viele Autoren Geschichte und Geschichten um Warnemünde und seine Menschen fest, bis eines Tages, warscheinlich wieder abgelöst durch neue Medien, auch wieder eine neue Form der Nachrichtenübermittlung wachsen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Warnemünder Geschichte(n) in mehr als 20 Bänden]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Tidingsbringer - Register der Band-Inhalte]] von Band 1- Band 25&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Segel-Club===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 gegründet ist der WSC seit 1926 Organisator und Veranstalter der Warnemünder Woche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Sportverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Edvard Munch Haus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Museumsverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Schulwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
(in Bearbeitung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schule wird für Warnemünde schon im 16. und 17. Jahrhundert erwähnt. Friedrich Barnewitz schreibt in seiner Ortschronik (1925), dass 1578 ein Schulmeister erwähnt wird und 1619 eine neue Schule errichtet wurde. Bis 1836 handelt es sich, wie vielerorts, um eine einklassige Schule. Barnewitz schreibt, dass die Warnemünder ihre Kinder nach eigenem Gutdünken zur Schule bzw. zum Küster schickten (beim Küster waren meist die 4- bis 6-jährigen Kinder). Die älteren Kinder mussten häufig durch Arbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Um 1800 überzeugte Pastor Schmiedekampf die Warnemünder ihre Kinder wenigstens von November bis Ostern zweimal wöchentlich zur Schule zu schicken. 1899 kam es zur Einrichtung einer Knabenschule. Am 1.4.1915 wurde die neue Schule in Fritz-Reuter-Straße eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Fritz Reuter-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Heinrich Heine-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerk in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Mühle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Mühle.jpg|thumb|300px|rechts|Die Warnemünder Mühle]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vom Fähr-, Fischer-, Lotsen- und Hafenort zum Ostseebad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fähren nach Dänemark===&lt;br /&gt;
=====Die Post- und Passagier-Schiffsverbindung nach Dänemark ab 1886 bis 1903=====&lt;br /&gt;
:(NHG)&lt;br /&gt;
:Von Entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Ostseebades Warnemünde war der Bau einer Eisenbahnverbindung von Neustrelitz mitten durch Mecklenburg nach Warnemünde, wo ein Brückenschlag nach Dänemark hergestellt werden sollte.&lt;br /&gt;
:Um eine rasche und sichere Einfahrt der Postdampfer zu gewährleisten, waren umfangreiche Bauten in Warnemünde nötig.&lt;br /&gt;
:Zunächst war eine Vertiefung der Fahrrinne und eine Verlängerung der Westmole sowie der Bau eines neuen Hafenbeckens erforderlich.&lt;br /&gt;
:Das Hafen-Bassin war 450m lang, 100m breit und 4,6m tief.&lt;br /&gt;
:Außerdem wurde die Mole um 133m verlängert und erhielt an ihrem Kopf eine Leuchtbake.&lt;br /&gt;
:Die Arbeiten wurden so auf Hochdrück gefördert, daß am 26.Juni 1886 die Eröffnung der Strecke von Neustrelitz über Rostock-Warnemünde nach Gedser erfolge.&lt;br /&gt;
:Die neue Verbindung verlief über eine Distanz von 24,3 Seemeilen oder 45 km.&lt;br /&gt;
:Die zwei 12 Knoten schnellen Raddampfer &amp;quot;Kaiser Wilhelm&amp;quot; und &amp;quot;König Christian&amp;quot; übernahmen die Verkehrsverbindung.&lt;br /&gt;
:Von dänischer Seite wurden die &amp;quot;Freya&amp;quot; und Anfang der 90er Jahre die &amp;quot;Edda&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
:Ab 1.Mai 1892 wurde auch eine Nachtverbindung eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Mit der Herstellung einer schnellen Verbindung ins Binnenlande, besonders zur Reichshauptstadt Berlin nahm auch der Urlauberverkehr einen großen Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen.jpg|Warnemünde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Trajekt Prins Christian um 1910.JPG|Warnemünde Trajekt Prins Christian um 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die Trajektverbindung (Transport mit Eisenbahn) ab 1903=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verkehr auf der Postdampferroute, die im Jahre 1894 mit der Besitzübernahme in die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn unter Landeshoheit kam, nahm eine sprunghafte Entwicklung ihren Lauf.&lt;br /&gt;
:Für den Personenverkehr, wie auch den Güterverkehr war für Personen der Umstieg von der Bahn aufs Schiff bzw. die ständige Umladung des Frachtgut ein umständliches und zeitraubendes  Hindernis. Dem entsprang der Gedanke die Verkehrsbrücke zwischen Deutschland und Dänemark in eine Trajektverbindung umzuwandeln.&lt;br /&gt;
:Der Baubeginn für dieses deutsch-dänische Gemeinschaftsprojekt war im September 1900 an den beiden jeweiligen Fährhäfen.&lt;br /&gt;
:Am 30.September 1903 fand deren feierliche Eröffnung unter der persönlichen Teilnahme von Kronprinz Christian (X.) und dem mecklenburgischen Großherzog Friedrich Franz IV. statt.&lt;br /&gt;
:Der Fährbetrieb wurde zunächst mit vier Schiffen, der &amp;quot;Großherzog Friedrich-Franz&amp;quot;, der &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot;, der &amp;quot;Prinzessin Alexandrine und der &amp;quot;Prinz Christian&amp;quot; eröffnet.&lt;br /&gt;
:Das war der Beginn für eine unkomplizierte, schnelle und kostengünstige Seeverbindung zwischen Deutschland und Skandinavien.&lt;br /&gt;
:Hatten die Postdampfer in ihrem letzten Betriebsjahr rund 4000 t Güter befördert, so bewältigten die vier neuen Trajektfähren im gleichen Zeitraum das 20fache.&lt;br /&gt;
:Die Zahl der beförderten Personen schnellte von 50 000 auf 80 000.&lt;br /&gt;
:Um deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen wurden die beiden Radfähren 1906 auf eine Gesamtlände von jeweils 104m verlänger.&lt;br /&gt;
:Raddampfer waren grundsätzlich nicht für Eisfahrten tauglich, so entschloß man sich eine eistüchtige Ostseefähre, die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; zu bauen. Das Fahrzeugdeck war zweigleisig und konnte 15 Güterwagen aufnehmen. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; war bis 1945 im Einsatz.&lt;br /&gt;
:1922 nahm dänischerseits die &amp;quot;Danmark&amp;quot; ihren Betrieb auf. In der Zeit ihrer Inn-Dienst-Stellung war sie mit einer Kapazität für 15 Güterwagen und 1100 Passagiere, die größte und leistungsfähigste Dampffähre im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
:Auf deutscher Seite folgte 1926 die Inbetriebnahme der Hochssefähre &amp;quot;Schwerin&amp;quot;. Sie übertraf technisch und beim Reisekomfort alles Dagewesene im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;250px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Wmde.Dampffährverbindung.jpg|Warnemünde Dampffährverbindung 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Sommerfahrplan 1937.jpg|Sommer-Fahrplan der Bahnverbindung Berlin-Kopenhagen via Warnemünde und Gedser 1937&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Zwischen den Weltkriegen entwickelte sich der Verkehr über die Ostsee nach Skandinavien sprunghaft.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende setzte schließlich auch dem Fährverkehr auf lange Zeit ein Ende.&lt;br /&gt;
:Am 1.Mai 1945 wurde der Fährverkehr auf der Linie Warnemünde-Gedser eingestellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Warnemünde Fähre Interim Fähre nach Trelleborg 1959.jpg|thumb|400px|rechts|schwedische Fähre zu Beginn der 50er Jahre, Interimbetrieb vor Wiederinbetriebnahme des Hafens Sassnitz]]&lt;br /&gt;
:Die deutschen Fährschiffe &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; und &amp;quot;Schwerin&amp;quot; waren verloren. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; interniert und die &amp;quot;Schwerin&amp;quot; durch Bomben zerstört.&lt;br /&gt;
:Die ersten Fährschiffe die nach Kriegsende in Warnemünde anlegten kamen aus dem schwedischen Trelleborg hierher, da der Saßnitzer Fährhafen wegen des zerstörten Hafens und des gesprengten Rügendammes nicht angelaufen werden konnte.&lt;br /&gt;
:Erst am 10. Mai 1947 wurde der Fährbetrieb wieder aufgenommen. &lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; begann man zunächst nur Bedarfsfahrten auszuführen.&lt;br /&gt;
:Erst in den 60er Jahren kam mit dem Umbau des westlichen Fährbetts und dem Einsatz des DDR-Fährschiffes &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; und dem dänischen Fährschiff &amp;quot;Kong Frederik&amp;quot; der Trajektverkehr zu neuem Leben.&lt;br /&gt;
:Ab 1990 erreichte die Frequentierung der Fähren im Güterverkehr, wie auch im Personenverkehr einen nie dagewesenen Höhepunkt erlebte, was angesichts der erwachsenden und nicht mehr beherrschbaren Verkehrsprobleme auf der binnenseitigen Verkehrsanbindung nach Warnemünde zum Ende des Fährverkehrs in Warnemünde führte.&lt;br /&gt;
:Der stetig wachsende Passagier- und Güterverkehr und die unzureichende Hafenanbindung führten 1995 zur Umverlagerung der Fähranbindung in den Rostocker Überseehafen.&lt;br /&gt;
:Das Ein- und Auslaufen der Fähren zum Überrseehafen, auf der Warnemünder Mittelmole zu beobachten ist dagegen bis in unsere Tage für die Warnemünder und ihre Gäste zum wichtigen Event geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Fährverbindung Warnemünde - Gedser und die Eisenbahn (1903 - 1995)=====&lt;br /&gt;
[[Datei:1900 Bauplan Fährhafen Kerner.jpg|thumb|500px|rechts|1900 Bauplan des Trajekt-Fähranlegers von Hafenbaudirektor K. Kerner Quelle: Archiv Heimatmuseum Warnemünde]]&lt;br /&gt;
;1903 &lt;br /&gt;
* [[Einweihung der Dampffähren-Verbindung Warnemünde - Gedser]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903, 30. September&lt;br /&gt;
:Mit dem eingleisigen Radfährschiff &amp;quot;Friedrich Franz IV.&amp;quot; verlässt erstmalig eine Eisenbahnfähre den Hafen von Warnemünde via Gedser.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig wird das Schwesterschiff &amp;quot;Prinsesse Alexandrine&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926, Dezember&lt;br /&gt;
:Erste Fahrt des Passagierfährschiffes &amp;quot;Schwerin&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Als &amp;quot;Schwan der Ostsee&amp;quot; gewinnt die neue Fähre schnell Berühmtheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 17. März&lt;br /&gt;
:Die dänische Widerstandsbewegung sprengt die Fähre &amp;quot;Danmark&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sie wird zu Kriegsende wieder gehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963 &lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Eisenbahnfähre &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; im Dienst&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
;Auszug aus der damals in Bremen erscheinenden Wochenzeitschrift der mecklenb. Landsmannschaft &amp;quot;Unser Mecklenburg&amp;quot; im Stil der damaligen (west-)deutschen Zeit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963, 23. Mai&lt;br /&gt;
:Werftdirektor Kurt Dunkelmann übergibt den Fährschiff-Neubau &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; an die Deutsche Reichsbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968, 14. April&lt;br /&gt;
:In den Mittagsstunden läuft das Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; Warnemünde letztmalig an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1995, 24. September&lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; verlässt letztmalig ein Trajekt auf der Ostseelinie Warnemünde - Gedser den Fährhafen von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Eine Ära hat ihr Ende gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stromfähre über den Seekanal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Warnemündere Bahnhofes, der Fährbecken für die Trajektverbindung und dem dazu notwendigen Bahndamm über den alten Strom in Höhe des Warnemünder Zollhauses, war eine völlig neue Zufahrt für den Warnemünder Hafen ereforderlich.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig mußten die nun östlich des neuen Seekanals gelegenen Teile der Stadt Rostock (Hohe Düne, Markgrafenheide, Rostocker Heide) Verbindung zum Verkehrsnetz haben.&lt;br /&gt;
:Der Bau einer Flussfähre war unumgänglich geworden.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar nach dem umfassenden Umbau der Hafenanlagen und des Seekanals wurde mit einer improvisierten floßartigen Fähre, die per Seilverbindung die Seiten wechselte, eine auf kurze Zeit ausgelegte Interimsverbindung geschaffen.&lt;br /&gt;
:Sie wurde nach Bedarf durch die Personenfähre &amp;quot;Maischolle&amp;quot; ergänzt. Nachts wurde die Überfahrt mit einem Ruderboot bewerkstelligt, um die Betriebskosten gering zu halten. Bei allen folgenden Entwicklungen im Fährausbau wurde der nächtliche Ruderbootverkehr bis in die 50er Jahre beibehalten.&lt;br /&gt;
: Mit der Erweiterung des 1913/14 errichteten Flugplatzes auf Hohe Düne und der bald nach dem Ende des ersten Weltkrieges dort schnell wachsenden Flugzeugindustrie, reichte die nötdürftige Verkehrsverbindung nicht mehr aus und es mussten neue, bedarfsgerechte Lösungen gefunden werden&lt;br /&gt;
:Der zeitweilig ins Auge gefaßte Bau einer über den &amp;quot;Neuen Strom&amp;quot; führenden Schwebefähre, konnte wegen der für die ungehinderte Schifffahrt vorzuhaltende Höhe nicht weiter verfolgt werden.&lt;br /&gt;
:So verfiel man auf die Lösung durch eine Kettenfähre, die dann bis 1955/56 zuverlässig unseren Dienst versah.&lt;br /&gt;
:Ältere östliche Anlieger-Bewohner wissen noch zu berichten, daß sie auch wiederholt nach Kettenrissen als antriebsloses Wasserfahrzeug auf die Ostsee abgetrieben und mittels Schlepper wieder &amp;quot;eingefangen&amp;quot; werden mußte.&lt;br /&gt;
:Zum Glück kam es dabei nie zu Personenschäden und es ging glimpflich ab.&lt;br /&gt;
:Der Bau des Rostocker Überseehafens ab 26.Oktober 1957 und der fast zeitgleiche Bau der Marinebasis Hohe Düne erforderte wiederum neue Lösungen. Dazu wurden auf beiden Seiten des Seekanals kleine Fährbecken mit Anlegesteg erbaut.&lt;br /&gt;
:Bis zur Fertigstellung der neuen Flußfähre &amp;quot;Ostsee&amp;quot; wurden die 1955 im Rahmen des &amp;quot;Nationalen Aufbauwerkes&amp;quot; gebauten Gehlsdorfer Fähren &amp;quot;Willi Schröder&amp;quot; und &amp;quot;Albert Schmidt&amp;quot; eingesetzt. Alle drei Fähren blieben lange im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Strandbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Enenkel &amp;quot;Die vergessene Bahn - Die elektrische Strandbahn Warnemünde-Markgrafenheide 1910-1945&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Seenotrettungsstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Seenotrettungsstation Warnemünde&amp;quot; von Erwin Seppelt in Marinekalender 1983]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde, die Nr. 1 unter den deutschen Kreuzfahrthäfen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Badeort==&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Werbung.JPG|thumb|300px|rechts|Werbung für das Ostseebad 1936]]&lt;br /&gt;
===Über die Anfänge des Badewesens in Warnemünde===&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
Im Sommer des Jahres 1885 führt der Weg rund 5000 Erholung suchende „Berliners“, also Badegäste nach Warnemünde. Das Badewesen hatte in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Veränderung und Entwicklung des Küstenortes zur Folge gehabt. &lt;br /&gt;
;Einige Meilensteine bis dahin seien hier genannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1828  Hinter der Ostmole wird ein Damenbad mit zwei Zellen geschaffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1834 Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1835 Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1866 Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels Neptun)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1872 Zerstörung aller Bäder bei der Novemberflut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1873 Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Badetourismus ist zum bedeutenden Wirtschaftszweig Warnemündes geworden, als der hier ansässige Kaufmann A. Bruger mit seinem Pressebeitrag „Badeplauderei“ im „Anzeiger für die Ostseebäder Warnemünde, Heiligendamm, Groß-Müritz, Wustrow“ am 6.Juli 1885 für Aufregung und lebhafte Diskussion im Ort sorgt. Übrigens weisen die Diskussionsinhalte bemerkenswerte Parallelen zu unseren Tagen auf und eine unterhaltsame Beschreibung des Lokalcolorits jener Tage in Warnemünde ist es in jedem Falle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schreibt: &lt;br /&gt;
;„Das Seebad Warnemünde, dessen Besuch von Jahr zu Jahr mehr zunimmt, gehört jetzt schon, und mit Recht, zu den besuchtesten Ostseebädern. In der That findet man selbst in den viel genannten und fashionabelsten Ostseebädern Misdroy, Häringsdorf und Colberg nicht eine solche Anzahl hübsch und anmuthig gelegener und mit so vielem Comfort eingerichteter Privatwohnungen wie in Warnemünde, und gar die großen Hotels dieses Badeortes können nicht nur wegen ihrer schönen Lage in unmittelbarer Nähe der See, sondern auch wegen ihrer vortrefflichen Einrichtung und Leitung, den gelobtesten Hotels in den sogenannten großen Bädern an die Seite gestellt werden. …“ &lt;br /&gt;
:Bruger stellt Vergleiche mit den in damaliger Zeit etabliertesten Ostseebädern und ihren Angeboten an und kommt zu dem Schluß: &lt;br /&gt;
:„Nur an Einem fehlt es in Warnemünde, und dieser Mangel macht sich von Jahr zu Jahr mehr fühlbar, das ist eine Badedirection, welche die Aufgabe hat, dem Fremden in Bezug auf die Wohnungen Auskunft zu geben und für das Amusement der Badegäste zu sorgen. Seitens der Stadtverwaltung, welcher zugleich auch die Verwaltung  des Fleckens Warnemünde unterstellt ist, geschieht sehr wenig für die Hebung des Bades als solches  und gar nichts für die Annehmlichkeit und Bequemlichkeit der Gäste. Insbesondere könnte man füglich die Anforderung stellen, daß in einem so frequenten Bade die Badeeinrichtungen besser wären. …“  &lt;br /&gt;
:Seine im Beitrag folgenden Beschreibungen über den praktischen Ablauf des Badelebens und den damit verbundenen Dienstleistungen jener Zeit lassen uns heute an  freies Baden gewöhnte Strandbesucher schmunzeln: &lt;br /&gt;
:„Die Zellen im Damenbade, deren Anzahl in der Hauptsaison nicht im Entferntesten dem Bedürfniß entspricht, sind zum größten Theil völlig dunkel und besitzen mit Ausnahme der wenigen gemauerten, anstatt des Fensters nur eine etwa 1 Fuß (28 cm) große Öffnung in der Rückwand, welche, wie in den Hühnerställen (Legeställen) auf dem Lande mit einem hölzernen Schieber geschlossen wird. &lt;br /&gt;
:Will der Badegast sich nun nicht im Finstern anziehen, was immerhin seine Schwierigkeiten hat, so muß er jenen Schieber öffnen und erhält nun durch diese Öffnung und das gegenüber in gleicher Höhe befindliche Loch in der Thür, dessen einstiger Zweck nicht erfindlich ist, die intensivste Zugluft, die man sich wünschen kann. &lt;br /&gt;
:Die Kleider, welche man an der weißgetünchten Wand der Zelle aufzuhängen hat, zieht man mit Kalk beschmutzt wieder an. :Handgroße Spiegel sind allerdings in den Zellen vorhanden, sie hängen aber entweder zu hoch oder zu niedrig, wenn man von „hängen“ überhaupt  sprechen kann, da sie fest genagelt sind. &lt;br /&gt;
:Im Uebrigen  ist das Glas völlig fleckig und blind, und zeigt dem Hineinschauenden entweder nichts oder ein völlig verzerrtes Antlitz. &lt;br /&gt;
:Eine Wanne zum Abspülen der Füße ist nicht vorhanden, und doch wäre diese um so mehr am Platz, als der auf der Brücke und auf den ins Wasser führenden Treppen befindliche Leinwandläufer stets beschmutzt mit dickem grünem Schlamm. …“ &lt;br /&gt;
:Auch an dem betreuenden Personal der beiden Bäder hat der Kaufmann mancherlei zu kritisieren: &lt;br /&gt;
:„Die Bedienung der Badenden ist ebenso mangelhaft wie die Einrichtung der Zellen. &lt;br /&gt;
:Allerdings umdrängen im Herren- wie im Damenbade eine Menge Menschen den neu hinzugekommenen Badegast und bieten ihre Dienste an. &lt;br /&gt;
:Es beschränken sich aber die Dienstleistungen in der Regel ausschließlich auf das Trocknen und Aufbewahren der Badewäsche. :Das sorgfältigste der Gesundheit und dem Wohlbefinden so notwendige Frottieren der Haut unterbleibt entweder ganz oder es wird von dem Badediener (respective der Badedienerin ) gewissermaßen im Vorübergehen auf dem Badesteg vorgenommen. &lt;br /&gt;
:Die Bedienenden haben in der Regel so vielen Badegästen ihre Dienste verdingt, daß es für sie eine Unmöglichkeit ist, jeden Einzelnen in die Zelle zu begleiten und ihm  dort beim Ankleiden behilflich zu sein. &lt;br /&gt;
:Dies und noch vieles Andere, sind Übelstände, welche jeder Badegast unangenehm empfindet. …“  &lt;br /&gt;
:Alle Kritik an der Situation im „Baderegiment“ von Warnemünde führt Bremer schließlich zu der Forderung: &lt;br /&gt;
:„Von Seiten der Stadt müßte in Bezug auf die Einrichtung der Zellen, der Bedienung der Badegäste etc. , ein festes Reglement aufgestellt werden, dessen Innehaltung zu überwachen  und zu controllieren Sache des Bade-Direktors wäre, der in jedem größeren Seebade für die Sommermonate angestellt ist, und dessen Abwesenheit sich in Warnemünde, auch in Bezug auf das Miethen der Wohnungen, das Arrangement der Vergnügungen etc. von Jahr zu Jahr mehr fühlbar macht.“                                                     :Schon wenige Tage darauf reagiert der Hotelbesitzer C. Hübner, gleichzeitiger Betreiber von Damen- und Herrenbad mit unverhohlener Wut: &lt;br /&gt;
:„Wenn ich beipflichte, daß wenn in unserem Orte für die Dauer der Saison eine Badedirektion existirte, es in vielen Dingen besser stehen würde wie zur Zeit, so ist es doch sehr zu bedauern, daß eine Einrichtung, die nicht besser, einfacher und reinlicher sein kann, wie unsere Badeanstalt, einer Kritik unterworfen wird. &lt;br /&gt;
:Was den Punkt anbetrifft, daß eine Badedirektion fehle, um Fremden betreffend Auskunft zu geben, so findet auch jetzt jedes an die nicht existierende Badedirektion gerichtete Schreiben sofortige Beantwortung und wird ihm gerne Rath ertheilt.“                                                                                                                                                    :Es hatte sich in der Vergangenheit eingebürgert, daß der Postbote Briefschaften, die an die Badedirektion adressiert waren zur Auskunft und Bearbeitung an das Hotel Hübner, eben das größte Haus am Platze gab, wo sie dann bearbeitet wurden. &lt;br /&gt;
:Waren im eigenen Haus keine Unterkünfte frei hatte, leitete man sie dann an die anderen Hoteliers des Ortes weiter. &lt;br /&gt;
:Was verständlicherweise deren Unmut weckte. &lt;br /&gt;
:Hübner führt weiter aus: &lt;br /&gt;
:„…daß Amusements bis jetzt ohne eine Badedirektion stattfanden, so z.B. die Stromfahrten, welche doch nur von Privatpersonen (auf Hübners Rechnung) angeregt wurden und in jeder Weise rege Beteiligung fand.“                                                                                                                               :„Was nun die Einrichtung unserer Badeanstalten betrifft, so fehlt es in denselben durchaus nicht an Luft und Licht, denn jedem , der sich in denselben seiner Kleider entledigen respective sich ankleiden will, ist es gestattet, die Thüre der Zelle offen zu stellen, so oft er entweder des Lichtes oder der Luft entbehrt, doch thun wohl solche, die sich vor einem Luftzuge scheuen besser, wenn sie im Hause bleiben und ein warmes Bad von 30 bis 40 Grad nehmen. …“ &lt;br /&gt;
:Was die angebotenen Dienstleistungen angeht bemerkt Hübner: &lt;br /&gt;
:„…Zum Abtrocknen und Frottiren der Badenden befinden sich in der Badeanstalt 2 kräftige junge Männer, auf jeder Seite einer, die gewiß ihrer Aufgabe gewachsen sind und willig tun, was von ihnen der Badende verlangt.“ &lt;br /&gt;
:Als Resümé schließt der Hotelier an: &lt;br /&gt;
:„Fragen wir uns nun zum Schlusse, zu welchem Preise ist ein Bad in Warnemünde, und zu welchem Preise ist ein Bad in Häringsdorf oder Colberg zu haben: &lt;br /&gt;
:...ein Bad kostet in Warnemünde 20 Pf., in Colberg 40 Pf. Und in Häringsdorf sogar 75 Pf., so gelangen wir zu der Einsicht, daß Warnemünde bei solchen niedrigen Preisen stolz darauf sein kann, eine solche Badeanstalt zu besitzen, und gewiß in dieser Hinsicht den anderen Seebädern ebenbürtig dasteht.“                                 &lt;br /&gt;
:Auch Kaufmann Bruger fühlt sich nun noch zu einer Erwiderung bemüßigt: &lt;br /&gt;
:„Freilich geht es auch ohne Badedirektion, wie  Herr „C.H.“ zu beweisen sich bemüht. &lt;br /&gt;
:Es kommt hier wie überall im Leben nur auf die Ansprüche, die man erhebt, und auf den Platz den man einnehmen und behaupten will. &lt;br /&gt;
:Warnemünde gehört zu den besuchtesten Ostseebädern, es stellt sich mit Recht „Häringsdorf und Colberg“ gleich, da darf es auch bezüglich  seiner Badeeinrichtungen nicht so weit hinter den genannten Bädern zurückstehen, wie dies doch in Wahrheit der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Wem die Bade-Einrichtungen als die „besten“ erscheinen und er sogar „stolz“ darauf ist, dem zeugt dies von einer nachahmungswürdigen Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit, welche leider das die Bäder besuchende, größtentheils wohlhabende Publikum nicht zu besitzen pflegt. &lt;br /&gt;
:Wem es nichts ausmacht bei offener Zellenthür vor zahllosen Zuschauern aus- und anzukleiden, wem die fleckigen blinden Spiegel genügen, wem es nicht unangenehm ist, die mit Sand und Schlamm beschmutzten Füße ohne vorherige Reinigung in dem Badelaken abzutrocknen, wer endlich die Bedienung bei dem Verlassen des Bades nicht entbehrt, der könnte sich füglich auch ganz ohne Zelle behelfen und hätte dabei die Freude, an jedem Bade 20 Pf. Zu sparen. &lt;br /&gt;
:Die Badegäste, vorzugsweise die Damen, sind indessen leider so verwöhnt, daß sie es vorziehen sich bei geschlossener Tür und nicht im Finstern anzuziehen. …und sie haben sogar das Bedürfnis in ihrer Zelle von einer Dienerin abgerieben zu werden. … es ist mir unverständlich, weshalb man solche Mängel nicht rügen soll, weil die Badeanstalt sich in den Händen einer Privatperson befindet. &lt;br /&gt;
:Die letztere würde jedenfalls in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sie hier gründliche Abhülfe schafft. &lt;br /&gt;
:… Wenn de Besitzer der Badeanstalt, an welcher er die genannten Verbesserungen vorgenommen hat, dagegen einen etwas höheren Preis für die Bäder verlangt, so wird das Publikum dies nur billig finden. &lt;br /&gt;
:Wer sich den Luxus einer Badereise gestatten und für eine Wohnung täglich 5 – 12 Mark Miethe zahlen kann, dem wird es wahrlich auf die 20 Pf. nicht ankommen, um welche er vielleicht das tägliche Bad theurer bezahlen muß und Warnemünde wird durch Verbesserung seiner Badeeinrichtungen wesentlich gewinnen.“   &lt;br /&gt;
:Es läßt sich heute nicht mehr aufklären, ob dieser öffentlich ausgetragene Disput mit dazu beigetragen hat, daß drei Jahre darauf auf Initiative und unter Leitung des Rostocker Bürgermeisters Dr. Paschen im Jahre 1888 für Warnemünde eine amtliche Badeverwaltung eingerichtet wurde. &lt;br /&gt;
:Ein Denkanstoß dazu war es gewiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Kurhaus von Gustav Berringer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das im Dessauer Bauhausstil errichtete Kurhaus an der Strandpromenade wurde 1914 begonnen.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges waren die Grundmauern des Gebäudes ca. 2m aus dem Boden gewachsen.&lt;br /&gt;
:Durch Krieg und Inflation unterbrochen fand der Bau seine Fertigstellung erst 14 Jahre später im Jahre 1928.&lt;br /&gt;
:Um den Bau finanzierbar und umsetzbar zu machen übernahm die Hansestadt Rostock im Jahre 1913 die Bauträgerschaft und beauftragte ihren Stadtbaudirektor, den Diplomingenieur Gustav Wilhelm Berringer, mit der Projektierung.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war der Bau an der Promenade bereits 2 Meter gewachsen, bis die Baustelle kriegsbedingt stillgelegt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gustav Wilhelm Berringer&lt;br /&gt;
:Er wurde am 17.Februar 1880 in Rostock geboren und entstammte einer seit Generationen in Rostock ansässigen Bäcker- und Konditorenfamilie.&lt;br /&gt;
:Bis 1905 studierte er Hochbau in München, Dresden und Berlin-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Berringer schuf den Entwurf für die frühere Gewerbeschule in der Parkstraße und wirkte seit 1924 im Verein für Rostocks Altertümer unter anderem als Museumswart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weiterbau ab 1922&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1922/23 begann eine weitere Etappe. Der Kurhausgarten mit dem Musikpavillion, der Wandelhalle und der Lesehalle entstand.&lt;br /&gt;
:1927 standen für die Fertigstellung des Kurhauses 525.000 Mark zur Verfügung&lt;br /&gt;
:Am 24.Mai 1828 fand die festliche Eröffnung des Kurhauses begangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Laufe des zweiten Weltkrieges wurde das Kurhaus in ein Tarnnetz gehüllt.&lt;br /&gt;
:Nach den Bombadements auf Rostock im April 1942 wurden im Keller des Gebäudes Bauteile für die Ernst Heinkel Flugzeugwerke gefertigt.&lt;br /&gt;
:In den oberen Etagen befand sich deren Konstruktionsbüro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Betrieb nach dem zweiten Weltkrieg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach Ende des zweiten Weltkrieges, etwa ab 1950 begann sich im Kurhaus ein breites Veranstaltungsangebot zu entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Hotel Neptun====&lt;br /&gt;
Von 1969 bis 1971 wurde das Hotel vom städtischen Wohnungsbaukombinat und dem schwedischen Unternehmen SIAB errichtet und im Frühjahr 1971 eröffnet. Die Architekten hatten den Bau so geplant, dass alle Zimmer einen Meerblick haben. Neben einem Meerwasserschwimmbad direkt in der 2. Etage des Hotels gab es eine angeschlossene Meerwasserschwimmhalle mit Wellenanlage und die Sky-Bar in der 19. Etage, in der das Dach für den &amp;quot;Tanz unter Sternen&amp;quot; geöffnet werden konnte. Im Keller des Hotels befand sich die erste Diskothek der DDR. Bis 1990 war das &amp;quot;Neptun&amp;quot; Vertragshotel der Handelsorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026 08. Juni  Ostseezeitung von  Ben Brümmer&lt;br /&gt;
:;55 Jahre „Neptun“: Ostalgie hat ihren Preis&lt;br /&gt;
Doppelzimmer im Warnemünder Luxushotel kosten heute 180 Euro mehr als vor zehn Jahren / DDR-Flair inklusive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hotel „Neptun“ in Warnemünde ist eines der berühmtesten Devisenhotels der DDR-Geschichte. In diesem Jahr feiert die Rostocker Luxusherberge ihr 55. Jubiläum – groß, laut und mit viel Tamtam. Am Sonnabend (6. Juni) steht eine Gala mit Menü, Dessertbüfett und Livemusik auf dem Programm. Moderiert wird der Abend von DDR-Unterhaltungsikone Wolfgang „Lippi“ Lippert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zu unserer Jubiläums-Gala wollen wir uns in Schale werfen. Dann glänzen insgesamt 55 Balkone in einem goldenen Gewand“, sagte Generalmanager Guido Zöllick Ende Mai.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung im Jahr 1971 punktet das 64 Meter hohe Fünf-Sterne-Haus mit Luxus und Extravaganz im beliebten Ferienort. Im Laufe der Jahre konnte das Hotel jedoch nicht nur positiv auffallen. Im Volksmund wird das „Neptun“ nämlich auch als „Stasi-Hotel“ bezeichnet. Der Grund: Die Bleibe arbeitete eng mit dem Geheimdienst der DDR und seinen Machenschaften zusammen. In der Nobelherberge, die von 1971 bis 2007 vom Direktor Klaus Wenzel geleitet wurde, sollen vor allem West-Gäste auf ihren Zimmern ausgehorcht und spioniert worden sein. Das Haus wertet die Spitzeleien heute sachlich als Teil der historischen Entwicklung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am kontinuierlichen Erfolg des „Neptuns“ hat das jedoch nichts geändert. Der gewisse DDR-Charme von damals überzeugt die Urlauber bis heute. Die Sky-Bar im obersten Stockwerk, der Wellnessbereich mit Schwimmbad, die hoteleigene Diskothek sowie die legendäre Broiler-Bar sind nach wie vor wahre Gäste-Magneten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Spaß hat seinen Preis. Ein Doppelzimmer in der Etage fünf bis neun wird von Freitag (5. Juni) auf Samstag ab 349 Euro angeboten. Das Hotel arbeitet mit flexiblen Preisen. Die Kosten variieren dabei je nach Nachfrage, Wochenenden, Feiertagen und Ferienzeit. Unter der Woche war das gleiche Zimmer daher noch ab 284 Euro zu haben – ein Unterschied von mindestens 65 Euro. Für Zimmer auf den Etagen zehn bis 18 wäre noch mal ein Aufschlag fällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum vor fünf Jahren war das Doppelzimmer noch ab 194 Euro erhältlich. Vor zehn Jahren mussten zwei Personen mindestens 169 Euro für eine Übernachtung im „Neptun“ zahlen – ein Unterschied von 180 Euro zum heutigen Preis. Das ergibt eine Recherche mit dem Online-Archiv „Wayback Machine“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim „Rügen-Hotel“ in [[Sassnitz auf Rügen|Sassnitz]], einem weiteren beliebten Anlaufpunkt seit DDR-Zeiten, sind flexible Zimmerpreise gängig. Es gilt als Pilotprojekt vor dem Bau des berühmten „Neptuns“. Ein schwedisches Unternehmen hatte das Hotel 1969 fertiggestellt – ebenfalls mit Sky- und Broiler-Bar. Anschließend startete der Bau in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz einer umfassenden Sanierung in den vergangenen drei Jahren ist im „Rügen-Hotel“ weiter der typische DDR-Kult zu erkennen. „In den Fluren hängen überall alte Bauzeichnungen aus den 60er Jahren. Ein Teil des originalen Bartresens aus der alten Sky-Bar steht im Haus. Ein Zeitstrahl im Flur erzählt die Geschichte des Hauses“, meint ein Sprecher des Hotels. Außerdem können Gäste in Vitrinen alte Speisekarten, Stoffmuster, Postkarten und weitere Erinnerungen aus DDR-Zeiten erkunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Hotels, die schon damals beliebte Ferienunterkünfte waren und bis heute mit Ostalgie punkten, sind auch das Selliner „Cliff-Hotel“ auf [[Insel Rügen|Rügen]], das Hotel „John Brinckmann“ in [[Boltenhagen]] sowie das „Strandhotel Fischland“ im Ostseebad [[Nienhagen, Ostseebad|Nienhagen]]. Letzteres wurde 1968 als exklusives Gästehaus für Regierungsmitglieder der DDR und internationale Staatsgäste errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Menge Staats- und Stargäste durfte auch schon das „Neptun“ in Warnemünde begrüßen. Im &#039;&#039;&#039;338-Zimmer&#039;&#039;&#039;-Koloss übernachteten unter anderem schon das niederländische Königspaar Máxima und Willem-Alexander, die Ex-Bundeskanzler Angela Merkel und Helmut Schmidt sowie die Musiker Udo Lindenberg, Roland Kaiser und Fußballer Franz Beckenbauer. Insgesamt waren bislang rund 2,2 Millionen Gäste aus 122 Ländern im Warnemünder Luxushaus zu Gast. In den 55 Jahren wurden dabei fast neun Millionen Übernachtungen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Industriestandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Werften in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem heutigen Gelände der MV Werft, begann nach Kriegsende 1945 die Geschichte der Warnowwerft. Während der unmittelbaren Nachkriegszeit, wurden die vorhandenen Überreste der alten Krögerwerft zum Bau von Fischkuttern für die Besatzungsmacht aus der Sowjetunion genutzt. Die Krögerwerft in Warnemünde war in den Jahren 1939 – 1945 vor allem für den Bau von Flugsicherungsbooten zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den neuen Namen „Warnowwerft“, sowie eine damit verbundene Eigenständigkeit, erhielt die VEB Warnowwerft Warnemünde am 01. August 1948. Die Werft konzentrierte sich in der Folgezeit auf die Reparaturen von Schiffen.&lt;br /&gt;
Ein Umschwung erfuhr die Werft ab 1951, als fortan neben den Reparaturarbeiten, der Neubau von Schiffen dazukam. So wurde unter anderem der Neubau des Segelschulschiffes Wilhelm Pieck abgeschlossen und mit der Produktion von Serienschiffen begonnen. Die Warnowwerft entwickelte sich zu der größten Schiffbauproduktionsstätte der DDR. Die Schiffe wurden in erster Linie für die Handelsflotte der DDR verwendet, aber auch im Ausland erfuhr die Werft einen Aufschwung und lieferte Schiffe an die UdSSR, Jugoslawien, China, Rumänien und in die Tschechoslowakei. Eine besondere Beziehung pflegten die Werfteigner aber auch zu dem unmittelbaren Nachbarn, der Bundesrepublik Deutschland, die die regelmäßig Handelsschiffe ausgeliefert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1959 erfolgte ein Zusammenschluss der Werften der DDR, zur Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Schiffbau. Diese Vereinigung blieb bis 1979 erhalten und entwickelte sich fortan zum Kombinat Schiffbau Rostock. Zwischen 1948 bis 1989 wurden unter anderem Fischkutter, Stückgutfrachter, Schlepper, Schwimmkräne und Containerschiffe gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands, änderten sich auch die Umstände der Werft. Im Zuge der Wirtschaftsreformen während der Wendezeit, wurde am 1. Juni 1990 der VEB Warnowwerft Warnemünde in eine Kapitalgesellschaft überführt und agierte als Warnowwerft Warnemünde GmbH. Im Oktober 1992 erfolgte der Verkauf der Werft an den norwegischen Gesellschafter Kvaerner, der die Werft in den Jahren 1993 – 95 modernisierte. Die Werft operierte bis 2001 unter dem Namen Kvaerner Warnow Werft GmbH. Highlights der Kvaerner Werft stellten beispielsweise der letzte konventionelle Stapellauf am 30. Juni 1995 oder der Bau der Bohrinsel „Stena Don“ 2001 dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von wirtschaftlichen Problemen und damit verbundenen Zusammenschlüssen mehrerer Konzerne, wechselte der Name der Werft in den Folgejahren mehrfach. So entstand 2008 die Aker Yards Ostsee und 2007, nach einer erneuten Umstrukturierung, die Wadan Yards. Den dramatischen Höhepunkt dieser schwierigen Zeit, stellte am 5. Juni 2009 der Insolvenzantrag der deutschen Unternehmensteile der Wadan Yards Group AS dar. Die Werft wurde anschließend vom russischen Investor Witali Jussufow übernommen, der über die durch ihn ins Leben gerufene „Nordic Yards“, die Vermögensgegenstände der deutschen Wadan-Unternehmensteile erwarb. Seit Juli 2016 fungiert die Warnemünder Werft in der Unternehmensgruppe MV Werften und beteiligt sich unter anderem an dem Bau verschiedener Sektionen für Kreuzfahrtschiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kroegerwerft um 1938.jpg|Das Gelände der ehemaligen Krögerwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Werft Kabelkrananlage.JPG|Die Kabelkrananlage der Warnowwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kvaerner Werft.jpg|Nach der Wende: die Kvaerner-Werft&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Fliegerei und Flugzeugbau in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zivile Anfänge der Fliegerei in Warnemünde====&lt;br /&gt;
;1912&lt;br /&gt;
;Der Deutsche Luftflottenverein plant auf dem &amp;quot;Neuen Land&amp;quot; an der Grenze zur Groß-Kleiner Feldmark eine Luftschiffwerft zu errichten. Das Projekt kommt jedoch nicht über die Planungsphase hinaus. &lt;br /&gt;
:(Quelle: AHR KFC SO &amp;quot;Groß-Klein&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beginn der Luftfahrt und des Flugzeugbaus in Warnemünde/Hohe Düne====&lt;br /&gt;
;(von Dr. Dietrich Kruse)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Stadtväter erkannten frühzeitig die mit der Marinefliegerei verbundenen neuen Möglichkeiten für die Entwicklung der Wirtschaft.&lt;br /&gt;
:Sie bewilligten im Jahr 1913 die Mittel für den Bau eines Flugplatzes auf dem Gelände der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Wurde mit dem Bau des Land- und Wasserflugplatzes am Breitling auf der Hohen Düne begonnen.&lt;br /&gt;
:Die militärisch günstige Lage mit dem ruhigen Breitling und der direkten Anbindung an die Ostsee war damals entscheidend für die Auswahl des Platzes.&lt;br /&gt;
:Das Gelände wurde zunächst aufgespült und befestigt und mit einer Ablaufbahn zur Ostsee unnd einer zum Breitling ausgestattet&lt;br /&gt;
;+ Plan einpflegen&lt;br /&gt;
:Ab 1914 wurden dann Gebäude wie Hangare, Werkstätten u.a. gebaut, eine Marinefliegerstation eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Im Sommer 1914 wurde bereits der Flugbetrieb aufgenommen.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz erhielt drei flugzeughallen, von denen eine an die Marine, nach einer Ausschreibung je eine an die Gothaer Waggonfabrik AG und eine an die Flugzeugbau Friedrichshafen GmbH ging.&lt;br /&gt;
:Einige kleine Unternehmen siedelten sich an.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz konnte auch von zivilen Fliegern benutzt werden.&lt;br /&gt;
:Die günstige Lage des Platzes zur Ostsee und zum ruhigen Wasser des Breitlings führte dazu, daß er von Anfang an eng mit dem Bau von Wasserfahrzeugen und mit der Marine verbunden war. &lt;br /&gt;
:Die Marine nahm von vorneherein auch wesentlichen Einfluß auf die Anlage des Platzes unter militärischen Aspekten.&lt;br /&gt;
;Vom 1. bis 10. August 1914 sollte in Warnemünde der 2. Deutsche Wasserflugwettbewerb stattfinden, jedoch der Beginn des ersten Weltkrieges führte zum Abbruch des Wettbewerbs.&lt;br /&gt;
:Die kaiserliche Marine übernahm den Flugplatz und richtete dort das Ssflugversuchskommando (SVK) ein.&lt;br /&gt;
; [[Der Warnemünder Wasserflugplatz 1914]] (Rostocker Anzeiger Juli 1914)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Seeflieger-Versuchskommando (SVK) 1914-1917===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1914.jpg|thumb |200px|rechts|Warnemünde Werbung 1914]]&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:August - Die Kaiserlich Deutsche Marine übernimmt den Warnemünder Flugplatz mit dem vorhandenen Bestand unmittelbar nach der Mobilmachung&lt;br /&gt;
:Es wird neues Fluggerät für die Marine erprobt.&lt;br /&gt;
:Deren Eröffnung erfolgte im Rahmen der Austragung des 2. Deutschen Wasserflugzeug-Wettbewerb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ort Gründung der Firma &amp;quot;Luftverkehr Sablatnig&amp;quot; mit dem Konstrukteur Dr. Hans Seehase&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1915&lt;br /&gt;
:Im Dünenwald unmittelbar östlich der Stromfähre werden zwei Unterkunftsbaracken errichtet.&lt;br /&gt;
:Im Laufe des Sommers wird der technische Bereich wesentlich ausgebaut. So entstand u.a. die 72,5m x 26m sowie 16m hohe Halle IV. Ihre Tore hatten jeweils eine Breite von 7,25m und nahmen die Hallenbreite zum Breitling hin ein.&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des Jahres folgen auf der Nehrung , Kasernen, ein Offiziershaus, ein Wirtschaftsgebäude, das Deck-Offizierhaus und die Krankenstation&lt;br /&gt;
:Zur Ostsee hin wurde neben der bereits Vorhandenen eine weitere hölzerne Ablaufbahn für das Zuwasserlassen der Seeflügzeuge angelegt&lt;br /&gt;
:Während des Kriegsverlaufes wuchs die Zahl der Hallen von drei auf zwölf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1917&lt;br /&gt;
:Auf dem aufgefüllten Gelände am Laak-Kanal wird die Firma &amp;quot;Flugzeugbau Friedrichshafen Gmbh&amp;quot; angesiedelt. Sie geht 1925 in den Besitz der Arado-Werke über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am Ende des Krieges  sind auf der Fliegerstation bis zu 1500 Mann und 60 Offiziere stationiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1920&lt;br /&gt;
:Gemäß des Versailler Vertrages erfolgte der Abriß von sechs Hallen und weiterer Gebäude. Zwei Hallen waren bereits im Kriegsverlauf abgebrannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Heinkel-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
[[Presse-Beitrag der NNN vom 1.12.2022 zum Beginn der Heinkelwerke ]] &lt;br /&gt;
;1922, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Gründung der Ernst Heinkel Flugzeugwerke&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Heinkel Werbung um 1930.jpg|thumb|400px|rechts|Warnemünde Heinkel Werbung 1930]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Arado-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[https://www.arado196.de/geschichtliches/arado-flugzeugwerke/ private Internetseite zur Arado-Geschichte  ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Arado Logo 1939.jpg|Warnemünde Arado Logo 1939&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Arado Schuldverschreibung 1942.jpg|Warnemünde Arado Schuldverschreibung 1942&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde und Hohe Düne und deren maritime Militärstandorte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marine in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote.jpg| thumb|500px|rechts|Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die militärische Nutzung der Hohen Düne nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die 4. Flottille====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die 4. Flottille]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost)====&lt;br /&gt;
* [[Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Forschungsstandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ingenieurhochschule für Seefahrt (IHS)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seehydrographischer Dienst der DDR===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Seezeichenwesen in der DDR]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seewetterdienststelle Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Seewetterdienststelle Warnemünde&amp;quot; Vilkner, Hans In: Natur und Heimat (1957), 8, S.244-246]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Institut für Meereskunde/ Institut für Ostseeforschung (IOW)===&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Meereskundlichen Berichten&amp;quot; (Nr. 111 2019) ist unter der Autorenschaft von Dr. Wolfgang Matthäus nachfolgender Aufsatz erschienen.&lt;br /&gt;
Wir danken dem Autor für seine Erlaubnis diesen Beitrag an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen.&lt;br /&gt;
Bitte beachten sie die Wahrung der zu Beginn des Beitrages angegebenen Veröffentlichungs- und Autorenrechte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Medium:Mattheus warnemünde iow.pdf |Die Anfänge der meeresgeologischen und Küstenforschung in Warnemünde (1950 - 1970)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sturmfluten und Küstenschutz in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge des Küstenschutzes in Warnemünde durch Prof. L. Karsten und Forstinspektor Becker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Karstens Schriften zu seinen Versuchen der Dünenbefestigung in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemündes Kampf gegen Flut und Sand===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschaeden Warnemuende 1913 14.jpg|thumb|300px|rechts|Am Tag danach - Begutachtung der Schäden der zum Jahreswechsel 1913/14 gewüteten Sturmflut an der Warnemünder Strandpromenade]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sturmfluten stellten für den kleinen Küstenort Warnemünde in den vergangen Jahrzehnten mehrfach große Gefahren dar. Besonders schwer traf es den Ort in den Jahren 1825, 1872, 1903 und 1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zu Beginn des Jahres 1825 wurde Warnemünde von einer Sturmflut erfasst. die sich über den Bereich der Dünen und der Moorwiesen ihren Weg bahnte. Insgesamt wurden 18 der 150 Häuser komplett zerstört und immerhin 74 zum Teil schwer beschädigt. Das Wasser stieg zu seinem Höhepunkt auf 2,52 Meter über die Normalhöhe und trug gut 80 Prozent der Dünenanlagen ab.&lt;br /&gt;
Am schlimmsten in der jüngeren Geschichte wurde Warnemünde 1872 getroffen, als das Wasser 2,80 Meter über Normal stieg und in Warnemünde sowie Diedrichshagen große Schäden verursachte. Verheerende Folgen hatte die Sturmflut von 1872 auch für die ortsansässige Schifffahrt, die sich im Winterstand befand und durch das Hochwasser auf den Feldern trieb.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1625 - Warnemünde und die Sturmflut am 10. Februar (Auszug aus H.F.Beckers &amp;quot;Chronik der Rostocker Heide&amp;quot; 1839)====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Den 10. Febr. 1625  stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen die bis an die Wolken reichten. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Febr. bei gemäßigterem Sturm fast bis zur derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten; das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung; zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die große Novemberflut 1872 in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflut 1872 Gedenktafel Warnemuende.jpg|thumb|350px|rechts|Gedenktafel für die Sturmflut 1872 in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
:Über die Sturmflut von 1872 erfährt man oft den Nimbus, daß sie die größte Hochwasserkatastrophe gewesen sei, die unsere Ostseeküste hier je gesehen hat. &lt;br /&gt;
:Das ist zwar nicht richtig, führt aber dazu, das dieses Natur-Ereignis bei bodenständigen Küstenbewohnern in den Familien-Erinnerungen bis in unsere Tage fest verankert ist.&lt;br /&gt;
:Die Allerheiligenflut (1. November 1304), mehr als fünfhundert zuvor, und noch weitere, waren den Quellen zufolge  höher und verheerender. &lt;br /&gt;
:Sie liegt für das Erinnerungsvermögen der Menschen zu weit zurück und ist für die Statistiken der Wissenschaft nicht mehr detailliert fassbar.&lt;br /&gt;
:Was nun die Flut vom 12. bis 14. November 1872 so finden sich in den Archiven kaum bildliche Darstellungen der Hochwasserereignisse und ihrer Folgen, dafür aber eine große Vielzahl an Zeitzeugenberichten und die sind oft besonders bildlich in ihrer zeitnahen Beschreibung.&lt;br /&gt;
:Gustav Quade, berühmt geworden durch seine dreibändige „Mecklenburgische Vaterlandskunde“, hat in den Monaten unmittelbar nach der Katastrophe in der Region Rostock und Warnemünde solche Zeitzeugenberichte gesammelt, wo immer er ihrer habhaft werden konnte. &lt;br /&gt;
:Davon möchte ich hier einiges in Auszügen wiedergeben, das uns bis heute berührt:&lt;br /&gt;
:„Am Nachmittag des 12. November stand schon die See auf dem Fahrdamm der Vorderreihe. &lt;br /&gt;
:Einige vorsichtige Warnemünder zogen daher ihre Jollen näher aufs trockene Land und befestigten die Boote an den Bäumen. &lt;br /&gt;
:Allgemein ging man zu Bett, da mit einem Fallen des Wassers auf das bestimmteste gerechnet wurde. &lt;br /&gt;
:In der Nacht wuchs der Sturm zum Orkan. &lt;br /&gt;
:Lotsenkommandeur Jantzen, der die Gefahr von seinem Hause am Strom, hart an der See, aus erkannte, schickte noch in der Nacht die Nachtwächter im Ort herum, um die Einwohner zu wecken.&lt;br /&gt;
:Um 3 Uhr morgens war alles auf den Beinen. Der Sturm raste mit unverminderter Stärke weiter. &lt;br /&gt;
:Die Ziegel fielen haufenweis von den Dachstühlen, ganze Dächer wurden zuweilen abgehoben. &lt;br /&gt;
:Unzählige Veranden und Fensterscheiben gingen in Stücke. &lt;br /&gt;
:Einige Einwohner versuchten noch die Boote in Sicherheit zu bringen. Alles vergeblich. &lt;br /&gt;
:Als es gegen ½ 8 Uhr morgens Tag wurde, waren beide Baken auf den Molenköpfen verschwunden, die Molen standen ganz unter Wasser, die Bismarkpromenade mit der Grotte und die Badeanstalten waren beinahe zerstört.&lt;br /&gt;
:Gegen 8 Uhr morgens durchbrach das Wasser die Dünen westlich vom Ort und vereinigte sich über das Diedrichshäger-Moor und die Laak mit dem Breitling. :Warnemünde lag auf einer Insel, deren Umfang mit dem Steigen des Wassers immer kleiner wurde. &lt;br /&gt;
:Am Rostocker Ende drang bald darauf das Wasser in die Häuser, die Bewohner flüchteten in die neuerbaute Kirche. &lt;br /&gt;
:Unterdessen hatten die Wogen die Gebäude des Bauhofes erreicht, nachdem sie die dahinter liegenden Dünen durchbrochen hatten. &lt;br /&gt;
:Die Familie des dort wohnenden Zimmermeisters schwebte in höchster Lebensgefahr. &lt;br /&gt;
:Der Aufenthalt in den Häusern war unmöglich, die 6 Personen flüchteten auf einen Hausboden. &lt;br /&gt;
:Die Überfahrt in einem Rettungsboot zu wagen, war unmöglich. &lt;br /&gt;
:Der rasend einlaufende Strom hätte das Boot sofort zerschlagen und seine Insassen in höchste Lebensgefahr versetzt. &lt;br /&gt;
:Man brachte daher den Raketenapparat an das Zollamt und der Lotsenkommandeur schoß eine Leine zum Bauhof hinüber. &lt;br /&gt;
:6 kühne Männer mit Namen Baade, Borgwardt, Jungmann, Jürß, Radloff und Schmidt, sprangen in das Boot und ruderten es durch den mit Balken und Schiffstrümmern bedeckten Strom hinüber zum Bauhof und retteten die ganze Familie des Bauhofsaufsehers.&lt;br /&gt;
:Das Wasser stieg immer weiter, von Süden und Westen drang es in den Ort ein.&lt;br /&gt;
:Die Mühlenstraße mit der Mühle, die südliche Hälfte der Anlagen, die Kirche, wo die Flüchtlinge schließlich auf die Bänke steigen mußten und die 4. und 3. Reihe (Anastasia- und Friedrich-Franz-Straße) standen bis in die späten Nachmittagsstunden ganz unter Wasser.&lt;br /&gt;
:… Im Orte selbst blieb nur die Schanze, der Georginenplatz und der nördliche Teil der Anlagen trocken. &lt;br /&gt;
:Auf diesen kleinen Raum drängten sich bis zur einbrechenden Dunkelheit etwa 1600 Menschen zusammen, mit Todesangst im Herzen.&lt;br /&gt;
:Gegen 3 Uhr nachmittags ging der Wind nach Osten und wurde schwächer, das Wasser steigt nicht weiter. Niemand war verunglückt.&lt;br /&gt;
:… Am 14. November konnte man die Verwüstungen erkennen. Die Uferstraße am Strom war mit Holz, Booten, Seesand, Möbeln und Trümmern jeglicher Art bedeckt.&lt;br /&gt;
:Auf der Reede trieben 5 Schiffe mit schweren Havarien, 3 andere hatten die Masten gekappt. &lt;br /&gt;
:Sie wurden von dem alten Dampfer „Stadt Rostock“ in den Hafen geschleppt. &lt;br /&gt;
:… Die Molenspitzen waren spurlos verschwunden. &lt;br /&gt;
:...Das Erdreich an der Schanze war fortgespült und der Strudel hatte eine tiefe Bucht im Durchgang von Hotel Rohn gemacht. &lt;br /&gt;
:... Die Veranden schienen in der Luft zu hängen, und nur den festen Grundmauern des Hauses des Lotsenkommandeurs Jantzen neben dem Greifenbad war es zu danken, daß diese Häuser nicht völlig eingestürzt waren. &lt;br /&gt;
:Die Bismark-Promenade war verschwunden.“&lt;br /&gt;
:Die Küstenschützer bezeichnen diese Sturmflut heute ganz profan als „Bemessungshochwasser“, was bedeutet, das die in den einzelnen Küstenorten unterschiedlichen Wasserstände, wie auch die Spezifik des Vordringens des Meerwassers jenen Jahres als Messlatte für Küstenschutz-bauten und -maßnahmen herangezogen werden. &lt;br /&gt;
:Diese Naturkatastrophe steht aber auch für die seit nun eineinhalb Jahrhunderten anhaltende Messung und statistische Erfassung der Wasserstände und Wetterereignisse der Ostsee an der deutschen Küste als der „Nullpunkt“ und Beginn.&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschutzwand Warnemuende 2020.jpg|thumb|350px|rechts|Die neue Warnemünder Sturmflutschutzwand am Alten Strom südlich der Bahnhofsbrücke im Frühjahr 2020]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903 blieb Warnemünde von der Sturmflut nahezu unberührt, wohingegen es die Rostocker Altstadt und den gesamten Bereich des Stadthafens besonders schlimm traf, was an der Fahrrinne lag. &lt;br /&gt;
:Das Wasser suchte sich seinen Weg entlang des Breitlings und der Warnow und bedrohte fortan insbesondere die Altstadt. &lt;br /&gt;
:Bei der Rostocker Bevölkerung sorgte dies für einige Empörung und stellte die Politik vor Schwierigkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Warnemünde wurde 1913/14 wieder hart von Überflutungen getroffen. &lt;br /&gt;
:So wurde die Promenade über eine Distanz von 300 Metern komplett zerstört und weggespült. &lt;br /&gt;
:Neben der Promenade erfasste das Hochwasser im Januar 1914 einen Großteil der Strandvillen hinter der Promenade und erstreckte sich bis zum Neuen Friedhof.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sturmfluten und Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warnemünde und der Sand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Becker-Spruch, Wind und Sand, Dünenbefestigung , Molensand, Sand tragen, Sand als Exportgut, Ballastsand&lt;br /&gt;
;(TID 2026 ?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Straßen, Wege und Umwege - Von Milchsteg und Kuhbrücke zur Stadtautobahn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Postwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen|Im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten aus Warnemünde|Bedeutende Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgenommen wurden Personen, die in Warnemünde geboren oder verstorben sind, beziehungsweise in einem persönlichen Lebensabschnitt zeitweise in besonderer Beziehung zum Ort standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Der Warnemünder Sven Lorenzen hat die ersten 12 Tafeln auf einer Internetseite dokumentiert: [http://sven-lorenzen.de/tafeln.html Warnemünder Gedenktafeln]. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde|Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Volkskunde==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünder Volkskunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in Warnemünde, Unterwarnow- und Breitling-Gebiet==&lt;br /&gt;
* [[Flurnamen in Warnemünde und Umgebung|Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[ + Arbeitsordner Warnemünde]]  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronistenkontakt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph Wegner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mailto:kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156208</id>
		<title>Chronologie und fortlaufende Ortschronik von Warnemünde</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156208"/>
		<updated>2026-09-15T13:29:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Beginn der Luftfahrt und des Flugzeugbaus in Warnemünde/Hohe Düne */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Warnemünde&lt;br /&gt;
 | zeit = ab 1160 fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Autoren Christoph Wegner, Wilfried Steinmüller, Ronald Piechulek, Achim Schade&lt;br /&gt;
 | erstellung = seit 2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie und Geschichte von Warnemünde&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}==Der Küstenort Warnemünde chronologisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwendete Quellen-Kürzel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MUB   = Mecklenburgisches Urkundenbuch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LHA  = Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BGR R = Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock; Register zu Band 1 - 20 mit einer &#039;&#039;&#039;Zeittafel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(Das aufgeführte Ereignis findet sich jeweils unter dem angegebenen Datum in der &#039;&#039;&#039;Zeittafel des Registers&#039;&#039;&#039;, dem Kürzel ist die Jahrgangsnummer der oben genannten Beiträge mit Seiten-Angaben hinzugefügt )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC  = Krausesche Fundchronik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HA  = Heidearchiv Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RA  = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und Frühgeschichte===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten (KFC Wmde Mp45 397-381)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mittelalter bis zur Christianisierung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160&lt;br /&gt;
:Der dänische Chronist Saxo Grammaticus beschreibt die Seeschlacht auf dem Gudacra (Breitling) zwischen den Wenden und der dänischen Flotte unter König Waldemar und Bischof Absalon von Roskilde. (BGR R; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2 ; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,17)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===spätes Mittelalter 1200 bis zur Reformation 1517===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] &lt;br /&gt;
:betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige, verzichtet auf seine Rechte an den im Hafen der Rostocker gestrandeten Schiffen, verheißt den freien Verkehr vorbehaltlich des fürstlichen Zolles nicht zu stören, verleiht die Fischereigerechtigkeit für die Unterwarnow und das Stadtrecht für die Markscheide der Rostocker. &lt;br /&gt;
:In dieser Kaufurkunde erfolgt auch &#039;&#039;&#039;Warnemündes Ersterwähnung&#039;&#039;&#039;. Die Stadt Rostock erhält das Strandrecht in &#039;&#039;&#039;ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; am &#039;&#039;&#039;rechten&#039;&#039;&#039; Warnow-Ufer.  &#039;&#039;(also östlich Taterhörn)&#039;&#039; (BGR R &#039;&#039;&#039;3b&#039;&#039;&#039;,6.24 Nr.32; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,1f,6; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,35; &#039;&#039;&#039;14&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
;Das Kürzel (Mgh) am jeweiligen Ereignis, weist darauf hin, das es am zwischen 1252 und 1478 existierenden &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot;&#039;&#039;&#039; an der alten Warnowmündung zwei Kilometer östlich der heutigen Ortslage Warnemünde stattgefunden hat. &lt;br /&gt;
:Das parallel am heutigen Standort Warnemündes gelegene Fischerdorf dagegen wird erstmalig im Jahr 1262 erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1257/58&lt;br /&gt;
:Ältester Beweis für das Vorhandensein Warnemündes durch Erwähnung eines Hauses daselbst. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1262, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte am Hafen Warnemünde. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;17. Dez.&lt;br /&gt;
:die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig Urkunden in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich Borwin III. verleiht den Rostockern das städtische Recht in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; (!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.6) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;) 2 Mark Silber (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278, 21. Dez.&lt;br /&gt;
:Fürst Woldemar verspricht daß bis nach Warnemünde und bis ans Meer hinunter überall in einer Meile Entfernung vom Fluss keine Festung errichtet werden soll. (HA) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Steinen für den &#039;&#039;&#039;Hafenbau&#039;&#039;&#039; in Warnemünde in einer Kämmereirechnung. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1286, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock erwirbt aus fürstlichem Besitz den Pagenwerder. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,21.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch Rötger Horn den &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; (&amp;quot;von der Tonne bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 Ellen &#039;&#039;(12 Fuß, etwa 4 Meter)&#039;&#039; bringen. (MUB Nr.1977 BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XV; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300 April&lt;br /&gt;
:Die mecklenburgischen Fürsten Heinrich I. der Pilger und Heinrich II. der Löwe halten sich im &#039;&#039;&#039;fürstlichen Warnemünde&#039;&#039;&#039; auf. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark belehnt Fürst Nikolaus von Rostock als Schutz gegen die Feinde des Fürsten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1301, 28. Juli&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300-1314&lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Rostocker Warnemünde&#039;&#039;&#039; ist Hauptschauplatz der Kämpfe König Erichs von Dänemark, Markgraf Albrechts von Brandenburg, Fürst Heinrichs von Mecklenburg u.A., gegen die Stadt Rostock. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 2. Mai&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark wiederum in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1307, 1. November&lt;br /&gt;
:(nach anderen Quellen auch &#039;&#039;&#039;1304&#039;&#039;&#039;) Die Allerheiligen-Flut überflutet die gesamte Dünen-Nehrung von Diedrichshagen bis zur Rostocker Heide. Ihr Scheitelwert soll 14 Fuß (ca. 4,6 m) über dem normalen Wasserstand betragen haben.  (BGR R)&lt;br /&gt;
:Als Folge der Flut wird die Warnow-Mündung auf eine Länge von ca. 500 Meter gänzlich verschüttet. Nach der Flut wird der Warnow an anderer Stelle durch den ersten künstlichen Nehrungsdurchstich eine neue Mündung und ein erneuter Hafenzugang geschaffen &#039;&#039;&#039;(das erste Tief)&#039;&#039;&#039;. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1309, 14. Aug.&lt;br /&gt;
:Heinrich der Löwe in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,16; &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,8.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311, nach dem 16. Sept.&lt;br /&gt;
:Der von König Erich zum Hauptmann (capitaneus) des Landes Rostock ernannte Fürst Heinrich der Löwe sperrt den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039;, indem er auf jeder Seite des Stromes einen hölzernen Turm errichtet und zwischen den Türmen eine Brücke erbaut. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311/12&lt;br /&gt;
:Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Rostocker brennen das &#039;&#039;&#039;fürstliche Dorf&#039;&#039;&#039; Warnemünde nieder. &lt;br /&gt;
:bis Mai Die Rostocker bauen einen neuen Turm auf der Ostseite &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; (!!) Stromes aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche und des im Bau befindlichen Petriturmes in Rostock. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,15f. &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XI.XII &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,14f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7ff.11f.56.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 23. Juni&lt;br /&gt;
:König Erik klagt darüber das nicht nur die Kirche, sondern auch der Ort und besonders das Haus, das er für sich und die Markgrafen &#039;&#039;(von Brandenburg)&#039;&#039; gebaut habe, zerstört sei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;30. Juli &lt;br /&gt;
:Belagerung Rostocks und des Turmes in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039;(!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde durch Dänenkönig Erik Menved. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Juli&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Heinrich von Mecklenburg sperrt das Tief unterhalb des Turmes. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;9. September&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Übergabe nach der Belagerung. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;September/Oktober&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Verbündeten bauen den eroberten Turm durch Hinzufügung von 4 kleinen Türmen einer Mauer und eines Grabens zu einer Festung aus und halten sie gemeinsam besetzt (später Dänscheburg/ dän. Danskeborg) (BGR R; KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:In den Beschwerden des dänischen Königs heißt es das diese (Die Rostocker) vor der Übergabe von Warnemünde den Ort und die Kirche verbrannt und das Haus, das der König für sich und den Markgrafen Waldemar von Brandenburg erbaut, niedergebrochen hätten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erich verabredet mit dem Markgrafen Waldemar von Brandenburg, daß die Summe, die sie dafür durch Verhandlung von den Rostockern bekommen würden, daß der vor Warnemünde erbaute Turm wieder abgebrochen und nie wieder aufgebaut werden dürfe, gleichmäßig zwischen ihnen geteilt werden solle. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 15. Dez.&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock unterwirft sich dem König Erich und dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und verspricht u.A. in Warnemünde eine schöne hölzerne Kirche zu bauen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Der Markgraf Waldemar von Brandenburg verkauft seine Hälfte des Warnemünder Turms an den König von Dänemark, der damit in den Besitz des ganzen Turms gelangt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1314, 25. Nov.&lt;br /&gt;
:Tod des Fürsten Nikolaus von Rostock, des letzten Fürsten aus der Rostocker Linie. Das Lehen fällt an den dänischen König zurück (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317 7. Januar&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit Ausnahme des &#039;&#039;&#039;Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R &#039;&#039;&#039;1d&#039;&#039;&#039;,3. &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;25. November&lt;br /&gt;
:Friede von Templin mit dem brandenburgischen Markgrafen Waldemar. Laut Friedensvertrag belehnt Erik von Dänemark Heinrich (II.) von Mecklenburg mit der Herrschaft Rostock, außer Warnemünde und der Dänscheburg. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark stirbt und Fürst Heinrich (II.) besetzt die Dänenburg. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322, 24. September&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich II. von Mecklenburg verkauft das  &amp;quot;Haus und den Turm&amp;quot; an die Stadt zum Abbruch, die eigentlich dem dänischen Vogt Niels Olufsen gehören und durch Heinrich wiederrechtlich besetzt worden war. (MUB 4377, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70.f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Stadt erwirbt von Heinrich II. von Mecklenburg das &#039;&#039;&#039;fürstliche&#039;&#039;&#039; Dorf (villa) Warnemünde mit dem ganzen &#039;&#039;&#039;westlichen&#039;&#039;&#039; Warnowufer (das damals am Taterhörn auf der hohen Düne lag, bis an die Grenze von Diedrichshagen, mit Eigentumsrecht, voller Gerichtsbarkeit, mit Gestattung der Anwendung des Lübischen Rechts, Fischereigerechtigkeit bis in die See hinaus, behält sich aber das Patronatsrecht vor. (KFC) Das heutige, ehemals fürstliche Warnemünde wird &#039;&#039;&#039;damit Rostocker Stadtbesitz&#039;&#039;&#039;. (MUB 4423, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.14)&lt;br /&gt;
:21. Mai - Heinrich II. erkennt zu Nyköbing auf Falster vvon König Christoph an, das &#039;&#039;&#039;erbliche&#039;&#039;&#039; Lehen (vorher nur Pfandlehen) am Land Rostock von der Krone Dänemarks erhalten zu haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7. April&lt;br /&gt;
:In einem Rostocker Stadtbuch findet sich die Notiz, daß Warnemünde freies Eigentum der Stadt sei, die daselbst die volle Gerichtsbarkeit ausübe und ihr die Abgaben und Einnahmen zukämen. Die Warnemünder Renterverhältnisse (?) würde der Rat in Ordnung bringen. Obwohl somit Warnemünde ganz zu Rostock gehörte, finden wir auch in der Folgezeit die Mecklenburgischen Fürsten häufig dort. Auch bleibt es noch längere Zeit der Versammlungsort für die Truppen, die dem Dänenkönig zu Hilfe gesandt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1337&lt;br /&gt;
:Verfestung des Knappen Vicke Valkenhagen, weil er Strandgut bei Warnemünde geraubt, also in das Strandrecht Rostocks eingegriffen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1339, 5. Nov.&lt;br /&gt;
:Anlegung eines eigenen Stadtbuchs für Warnemünde, Kassebohm und Barnstorf.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348, 19. Sept.&lt;br /&gt;
:Erwähnung eines (verstorbenen) Dieners des Warnemünder Vogts und einer von ihm benutzten Wiese. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lucerna&amp;quot; (Laterne) von Warnemünde erwähnt. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1349, 22. Febr. - 1350, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Kämmereirechnung erwähnt den Bau von Befestigungswerken in Warnemünde, die, wie aus der Kämmereirechnung von 1363/64 hervorgeht, zum Schutz der Leuchte dienten. Auch wird der Baum in Warnemünde genannt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1350, 24. Aug. &lt;br /&gt;
:Bruchstück einer Rechnung in dem als Einnahme u.A. 7 Mark de collecta in Warnemünde vorkommen. Daß die Gesamtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes jährlich 7 Mark betrug. (zeigt der Vertrag von 1359, 18.Dec. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1359, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Vertrag des Rostocker Rats mit den Warnemündern (&amp;quot;burgenses in Warnemunde&amp;quot;) über Dienste und Schoß. Die Warnemünder sollen jederzeit unentgeltlich zu den städtischen Bauten in Warnemünde helfen und andere notwendige Dienste leisten. Der Rat sagt ihnen dafür zu, daß die von altersher auf 7 Mark festgesetzte Gesammtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes nicht erhöht werden soll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1381, 22. Febr. bis 1882, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Erste erhaltene Gewettsrechnung, in der die bisher in den Kämmereirechnungen vorkommenden Ausgaben für Warnemünde erscheinen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Blockhaus und &#039;&#039;&#039;Burg&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475, 23. April&lt;br /&gt;
:Kaiser Friedrich III. bewilligt den Meckl. Herzögen einen Zoll zwischen Rostock und Warnemünde, doch verzichtet Herzog Heinrich mit seinen Söhnen &#039;&#039;&#039;1476, am 23. April&#039;&#039;&#039; auf die Erhebung, weil sie den Rechten und Freiheiten der Stadt zuwiderläuft. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen auf eine Tiefe von 6 Ellen bringen und verbreitern. (BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XVf.67f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Während der Domfehde nehmen die Meckl. Herzöge am 24. Juli 1487 den Ort. Am 1. August der &#039;&#039;&#039;befestigte Leuchtturm&#039;&#039;&#039; vom Herzog genommen, Warnemünde und die dortigen Befestigungen zerstört, die Dachziegel als Beute hinweggeführt. (KFC)und(BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,16. &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,36f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1494&lt;br /&gt;
:Erwähnung der Warnemünder Vitte (Fischerlager) in Falsterbo, neben der Rostocker Vitte. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1495, 17. März&lt;br /&gt;
:Die Herzöge nehmen Warnemünde ein, arretieren die Rostocker Schiffe und verbieten Ein- und Ausfuhr. Bau von Befestigungswerken zur Sperrung des Hafens. (KFC und BGR R ) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:10. April&lt;br /&gt;
:Waffenstillstand; die Herzöge verpflichten sich Warnemünde nicht wieder zu befestigen. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:7. Dezember&lt;br /&gt;
:Vergleich zwischen den Herzögen und der Stadt. Die Herzöge behalten sich vor, &#039;&#039;&#039;die Befestigung um den Leuchtturm zu zerstören.&#039;&#039;&#039; Sie betrachten es seitdem als ihr Recht, daß ohne ihre Genehmigung keine Befestigung in Warnemünde angelegt werden darf, geben aber Warnemünde an Rostock zurück. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71f) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1496, 28. Februar&lt;br /&gt;
:Die Herzöge geben der Stadt die Erlaubnis zur Erhebung einer Bieraccise. Als Grund wird u.A. aufgeführt, daß Mittel zur Instandsetzung des Hafens und des Neuen Tiefs gebraucht würden. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1510, 27. Juli/2. August&lt;br /&gt;
:Die Herzöge protestieren gegen den Bau eines Blockhauses, der durch den Krieg mit Dänemark veranlaßt ist. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,72)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:9. August&lt;br /&gt;
:Der Krieg der Städte gegen König Johann von Dänemark hat die Herzöge von Mecklenburg veranlaßt, den Rostockern die Errichtung eines Block- und Korbhauses (Feuerkorb als Leuchtsignal) zu Warnemünde zu gestatten, unter der Bedingung, daß diese Befestigungen nach Beendigung der Fehde wieder abgebrochen werde.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519, &lt;br /&gt;
:Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1522, 27. August&lt;br /&gt;
:Auch als Rostock gemeinsam mit Lübeck Gustav Wasa eine Flotte zu Hülfe sandte wird in Warnemünde ein Korbhaus (Feuerkorb als Leuchtsignal) eingerichtet.  (in 14 Tagen vollendet). (BGR R) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535&lt;br /&gt;
:Neue Verhandlungen mit den Herzögen wegen Errichtung einer Schanze oder eines Korbhauses zum Schutz des Warnemünder Hafens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535, 10. Juni&lt;br /&gt;
:Die Stadt soll sich dem Herzog verpflichten, das Korbhaus, das sie bauen will, nach Beendigung des Krieges der wendischen Städte gegen den Herzog von Holstein wieder zu zerstören. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1560&lt;br /&gt;
:Vogtseid für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Die Dänen unter König Friedrich von Dänemark sperren den Hafen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 21. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus beschweret sich bei den Beamten zu Dobberan, daß die Doberanschen Bäcker ihr Brodt nach Warnemünde brächten und daselbst zum praejudice der hiesigen Bäcker, denen Warnemündern in ihren Häusern feil böte; bitten, solches abzustellen.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 8. August&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus an den auf der Rhede von Warnemünde mit vier Schiffen liegenden dänischen Admiral Jürgen Appelgarde, darin sich Senatus beschweret, daß das dänische Schiffsvolk die Schwäne auf der Warnow schösse.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:gegen Ende des Jahres zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde liegenden Dänischen Blockade-Schiffe. (Becker Kirchspielchronik Röv.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe und trieb sie ans Gestade des Meers. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung, wonach hinfürder kein Warnemünder Schiffahrt treiben soll, ohne besondee Erlaubnis des Gewetts. Diejenigen Warnemünder, die zur Zeit die Schiffahrt betrieben, durften dabei bleiben, mußten aber einen Knecht halten, der während ihrer Abwesenheit die Fischerei und die Wache zu besorgen hatte. (KFC)&lt;br /&gt;
:- ebenso Gewettsordnung, wonach in Warnemünde außer dem Vogt und dem Barbier nicht mehr als 8 Krüge sein sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579&lt;br /&gt;
:Warnemünde brennt bis auf wenige Häuser ab. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1580&lt;br /&gt;
:Festsetzung des Bürgereides für Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erst jetzt beginnt die Zusammenlegung des Fischerortes durch die Ansiedlung des Hafens am heutigen Alten Strom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1582 4. Juli&lt;br /&gt;
:Herstellung des neuen Tiefs (= alter Strom ?) beendet. Der dabei gemachte Versuch das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Steinriff&amp;quot; im Strom&#039;&#039;&#039; zu durchbrechen wurde nur in geringem Maße erreicht. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1583&lt;br /&gt;
:Erneute Sperrung des Warnemünder Hafens durch dänische Kriegsschiffe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586, Juni-Juli&lt;br /&gt;
:Verhandlungen mit Herzog Ulrich, aus denen ersichtlich ist, daß die Landesherrn in Warnemünde ein Absteigequartier besaßen. Es wird die Einrichtung eines Kellers und die vom Herzog gewünschte Verlegung der Küche erwähnt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:&amp;quot;XXV Octobris hatt ein Erbar Rhat nebenst den verordneten Bürgern bey der Accise Kasten beschlossen das sie auf kunftigen dri Jahr zu Warnemünde eine weitere Luchte bauwen lassen wollten&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Ratsprotokoll Bernhard Scharffenbergs 1586-1598 Seite 131“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1593, 7. März&lt;br /&gt;
:Wiederholung der Verordnung wegen der Schiffahrt vom 20. Februar 1577. Wer sich nicht fügen will, soll bis zum nächsten Ostern mit allem seinem Gut nach Rostock ziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603, 29. Sept.&lt;br /&gt;
:Bestallung des Vogtes Peter Lange. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Den Warnemündern wird durch Ratsbeschluß den Warnemündern der Schiffbau verboten (1610 wird Bootsbau gestattet). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 18. Mai&lt;br /&gt;
:Anordnung einer Schonzeit für Vögel und Wild. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1609, 16. Jan.&lt;br /&gt;
:Ratsbeschluß, wonach zu Warnemünde der Wadenzug einem jeden freistehen soll und &amp;quot;niemandt einigen Ordt der fischerey in der Sehe für sein eigenthumb zu vortheidigen gestattet sein soll.&amp;quot; die Weddeherren sollen die Anlegung neuer Wadenzüge begünstigen, da im Vorjahre nur 3 Heringswaden auf 2 Zügen in Betrieb gewesen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1613, 6. Febr.&lt;br /&gt;
:Jochhim Evers in Warnemünde wird der Bootsbau in seinem Hause gestattet. Auch soll er in Notfällen Schiffsreparaturen vornehmen dürfen, wenn keine Rostocker Schiffszimmerleute anwesend sind. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1619, 11./12. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Verlöbnis-, Hochzeits- Kindtaufs- und Feuerordnung für Warnemünde vom 13. Januar wird in Warnemünde in der Vogtei den sämtlichen Warnemündern vorgelesen, resp. von der Kanzel publiciert. Nach der Feuerordnnung sollen die Feuerstallen jährlich besichtigt werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1621, 10. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Bestrafung Fite Kempes zeigt, daß den Warnemündern das Fischen im Strom verboten war. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Febr.&lt;br /&gt;
:war die bekannte schreckliche Überschwemmung zu Rostock und in der Umgegend, davon in dem *[[&amp;quot;Etwas von gelehrten Rostockschen Nachrichten&amp;quot;  4.Jahrg. Nr.898 i.J. 1740]] eine ausführliche Nachricht abgedruckt sich findet.&lt;br /&gt;
:In Warnemünde wurden 74 der 150 Häuser des Ortes zerstört.&lt;br /&gt;
:In hiesiger Gegend soll ein großer Theil der Waldung unter Wasser gestanden haben, ja es soll das Wasser in Niederungen bis Blankenhagen  vorgedrungen seyn. Die Wasserhöhe des Maaßes war 14 Fuß &#039;&#039;(rund 4,60 m)&#039;&#039; über den mittlern Stand gestiegen. Die Meierey auf dem Moorhof (vorh. Moor genannt) stand völlig im Wasser, Pferde und Ochsen ertranken, die Bewohner saßen 3 Tage im Dach auf dem Heu. Zu Warnemünde wurden von 150 dortigen Häusern 18 an der Düne gänzlich weggerissen und 74 stark beschädiget ; viele Schiffe zertrümmert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 15. Februar&lt;br /&gt;
:Warnemünde durch den wallensteinschen Oberst St. Julian besetzt. Bau einer Schanze. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 9. März&lt;br /&gt;
:Warnemünde wird durch dänische Kriegsschiffe blockiert und bombardiert. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1631, Juli/August&#039;&lt;br /&gt;
:Angriff der kaiserlichen und der herzoglichen Truppen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 27. August Eroberung der Schanze durch Herzog Johann Albrecht und Oberst Lohausen. Abzug der Kaiserlichen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 28. August Die Schweden besetzen die Schanze allein. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 30. August Der schwedische Generalkommissar Erik Anderssen richtet im Einverständnis mit den aus der Verbannung zurückgekehrten Herzögen eine Zollstelle in Warnemünde ein. Sie bestand mit Unterbrechungen bis ins 18. Jahrhundert. (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632, 29. Februar&lt;br /&gt;
:Durch Vertrag zwischen Gustav Adolf und den mecklenburgischen Herzögen bleibt der schwedische Zoll in Warnemünde bestehen. Schweden halten die Schanze besetzt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1634, 3. Nov.&lt;br /&gt;
:Die Vernehmung einiger Warnemünder Fischer durch die Gewettsherren beweist, daß man noch damals nach Falsterbo zum Heringsfang zog und daß die Warnemünder verpflichtet waren, ihn mitzumachen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1637, 29. April&lt;br /&gt;
:Ausbesserung der Schwedenschanze (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1638, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Kaiserlichen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1639, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Rostockern demoliert, aber gleich darauf von den Schweden zurückerobert und wieder hergestellt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1646, 1. und 7. März, sowie 1647, 7. Jan.&lt;br /&gt;
:Mandate gegen das Karpfen und Hecht angeln. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1648&lt;br /&gt;
:Westphälischer Friede. Vergebliches Bemühen der Stadt Rostock, den Warnemünder Schwedenzoll zu beseitigen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1660 8. März&lt;br /&gt;
:Im schwedisch-polnischen Krieg Besatzung der Schwedenschanze von kaiserlichen Truppen zur Übergabe gezwungen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 23./24. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze von den Kaiserlichen unter Montecuculi zerstört. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 19. April &lt;br /&gt;
:Die kaiserlichen Truppen ziehen aus Warnemünde ab. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1661 Juni&lt;br /&gt;
:Die Schweden bauen eine neue Schanze auf der Ostseite von Warnemünde beim Zimmerhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1664, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot, daß aus der See kommende Schiffe in Warnemünde liegen bleiben, dort löschen und laden und Zimmern laßen, ohne mit ihren Waaren an die Stadt zu kommen.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665 25. März&lt;br /&gt;
:Die Schweden vertreiben die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665, 23. Sept.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot der Leinenweberei in Warnemünde&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1666, 31. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wiederholung des Mandats vom 12. Febr. 1664 mit Zusatz über die dem Vogt von den Schiffen zu zahlenden Gebühren.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 20. Aug.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder werden an die alte Observanz (1359, 18. Dez.) erinnert, wonach sie jederzeit Fuhren und Hülfe bei den notwendigen Bauten zu leisten haben. Wenn sie sich darin willig zeigen, wird ihnen das Aalstechen auf dem Breitling bis nach Großen Klein (mit gewissen Einschränkungen) sowie das Obstverfahren mit kleinen Böten gestattet, falls sie das Obst in Rostock einkaufen. Auch soll ihnen erlaubt sein, Rostocker Bier und Gartengewächse über die See in einige Klipphäfen zu bringen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 19. Dezember&lt;br /&gt;
:Feststellung, wieviel Bootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 13. April&lt;br /&gt;
:Wiederholung des Verbots der Leinenweberei in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 14. April&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Mandat betreff die Schonzeit für Wild und Vögel&amp;quot; (vgl. 1606, 18. Mai); &amp;quot;Verbot des Brachens (Kalfaterns), Bauens und Klopfens an den Schiffen während Barsche, Brachsen und andere Fische einziehen.&amp;quot;; &amp;quot;Verbot Schweine frei umherlaufen zu lassen&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. Nov.&lt;br /&gt;
:Erneutes Verbot des Fischharkens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. und 20. Nov.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot die Krüge bis in die Nacht offen zu halten.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1672, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot für die Warnemünder, Mehl von fremden Müllern zu kaufen. Das Mehl soll in der Stadt gemahlen und in der Stadt die Accise davon entrichtet sein.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 11. Febr.&lt;br /&gt;
:Auf E.E. Rats Dekret ermahnen die Gewettsherrn den Vogt, auf das Brotbacken beßer Obacht zu geben. Er erklärt, sein Bestes zu tun aber nicht verhindern zu können, wenn die Leute in der Stadt backten. Es soll offenbar in Warnemünde in den dortigen Backstuben gebacken werden. (Vgl. 1679, 29.März) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 29. März&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Fuhren nach Dänemark und andern Orten von den Warnemündern der Reihe nach besorgt werden sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675 16./17. Juli&lt;br /&gt;
:Die neue Schwedenschanze von den Brandenburgern besetzt. Die Gewettsherren ergreifen vom Vogtei-Gebäude wieder Besitz. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676 Januar&lt;br /&gt;
:Warnemünde geht durch Vertrag an die Dänen über; die Schanze im Osten wird geschleift. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676,19. Dec.&lt;br /&gt;
:Feststellung, wievielBoootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1677, 26. Januar&lt;br /&gt;
:E.E.Ratsordnung für Warnemünde; sie enthält mehrere Paragraphen über anständiges Benehmen auf der Vogtei, Bestimmungen über die Nachtwache, das Verbot, Vieh auf die Hegewiesen zu treiben, die Mahnung zur Ordnung beim Lotsen- und Bergungsdienst sowie beim übersetzten von Reisenden nach Dänemark u. A. . (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 7. Januar&lt;br /&gt;
:Festsetzung über Fracht- und Fuhrlohn für Überfahrten nach Dänemark (Gjedser). (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 29. Mai&lt;br /&gt;
:Gewettsdekret, das u.A. einschärft, &amp;quot;das Brod nach altem Herkommen in Warnemünde im Vogteibackhause und nicht in Rostock backen zu laßen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 25. Juni&lt;br /&gt;
:Revision der Gewichte der Warnemünder Händler durch den Gewettsdiener. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1680, 5. Febr.&lt;br /&gt;
:Regelung der Warnemünder Bootfahrt mit Passagieren nach Dänemark und Schonen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:Besichtigung von Warnemünde durch den schwedischen Generalfeldmarschall Graf Königsmarck wegen Wiedereinrichtung des Zolls. Protest der Stadt Rostock. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 5. März&lt;br /&gt;
:Ein schwedisches Kriegsschiff erscheint in Warnemünde, um den Zoll wieder zu erheben. Die Stadt Rostock verweigert die Öffnung des Hafenbaumes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. April&lt;br /&gt;
:Verhandlungen des Gewetts mit dem schwedischen Kapitän und dem Licentmeister. Der Kapitän erklärt, er bleibe solange vor Warnemünde liegen um den Zoll zu erheben, bis dafür andere Vorkehr getroffen sei. Der Licentmeister erklärt, er habe den Zoll in derselben Weise zu erheben wie bis 1671 geschehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 3. Mai&lt;br /&gt;
:Auf die Klagen der Rostocker Fischer, daß der Brachsenfang von Warnemünde sehr gestört würde, weist das Gewett den Vogt an, den Warnemündern das Fischen &amp;quot;Vor der See&amp;quot; und im Strom und die Zimmerei an Schiffen zu untersagen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 12. Januar&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 21. Febr.&lt;br /&gt;
:Verordnung des Gewetts wonach, wer in Warnemünde Bier &amp;quot;einlegen&amp;quot; will, es beim Vogt anmelden und der Stadt die Accise entrichten muß. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;dto.&lt;br /&gt;
:Jürgen Knutsen wird in Warnemünde als Frei-Leinenweber zugelassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 4. Mai&lt;br /&gt;
:Befehl an den Vogt, seiner Instruktion gemäß darauf zu achten, daß die Schiffe den Ballast ein Stück Weges von den Dünen und dem Bollwerk entfernt auswerfen lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Schiffer in Warnemünde, deren Böte mehr als 2 Last Güter fahren können, solche sofort &amp;quot;hinweg thun&amp;quot; oder aber nach Rostock ziehen sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Unter dem Vorsitz des Gewetts vergleichen sich die Warnemünder Fischer und Schiffer mit den Deputierten des Schonenfahrergelags und sämtliche Rostocker Kaufleuten und Seefahrern wegen der beim Aus- und Einbringen von Schiffen und Leichtern durch die Warnemünder zu erhebenden Gebühren. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, Oktober&lt;br /&gt;
:Wird in Warnemünde ein Bürger und Krämer erwähnt, woraus hervorgeht, das damals in unserem Hafenorte nicht bloß Haken (von Höker = Händler, der auf der Straße oder in einer Bude Waren mit geringem Umsatz verkauft, Kleinhändler) sondern mindestens auch ein Krämer geduldet wurde. Die &amp;quot;Freyhakerey&amp;quot;, d.h. der Handel mit allerhand &amp;quot;Hakenwaaren&amp;quot; wie Hering, Butter, Käse, Fischwerk, Talglichten und dergleichen wurde vom Gewett häufig in Warnemünde vergeben und zwar meist auf Lebenszeit nicht nur für de Antragsteller, sondern auch für dessen Frau. Grade über die vielen Höker klagt obiger Krämer, daß sie ihm das Geschäft verderben. Er hat deshalb den Thranverkauf mit aufgenommen. Dies aber wollen die Rostocker Schuster wieder nicht leiden, und so bekommt die Sache zur Entscheidung vor das Gewett. Letzteres entscheidet für den Krämer (Johann Jörcke) und verleiht ihm &amp;quot;die freyheit mit thran zu handelen&amp;quot; da Jörcke einmal &amp;quot;ein fast abgelebter alter Mann&amp;quot;, ferner der Thranhandel in Warnemünde nicht der Schusterrrolle wiederspreche und endlich Warnemünde zwei Meilen von der Stadt entfernt sei, so daß Jörckes Handel mit &amp;quot;Thran wahren&amp;quot; dem Schusteramte nicht schaden könne. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 16. Nov.&lt;br /&gt;
:wird der Wismarsche Barbiergeselle Hinrich Roth &amp;quot;in betracht desselben wohl erlernten und geübten Chirurgiekunst auf Fürbitte seines Stiefvaters,&amp;quot; eines Warnemünder Bürgers, vom Gewett als &amp;quot;Frey Barbier&amp;quot; in Warnemünde zugelassen. (Ein Barbier kommt in Warnemünde schon 1577 vor. 1819 wird später darüber geklagt, daß in Warnemünde kein Chirurg sei.) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1700, vor dem 20. Sept.&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde bei dessen Bekämpfung Rostocker Stadtsoldaten mitgeholfen haben, weshalb ihnen durch Ratsdekret vom 20. September eine Belohnung zugesprochen wird. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1716&lt;br /&gt;
:Peter der Große mit einer Flotte vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1718, 26. Februar&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde durch den 20 Häuser zerstört werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1721&lt;br /&gt;
:4. Juli - Verordnung daß zu Warnemünde, wie auch auf der Stadt und Hospital-Dörfer kein ander als Rostocker Bier verschenkt werden soll. (UA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1729, 21. April&lt;br /&gt;
:E.E. Raths-Verordnung  &amp;quot;Wie es zu Warnemünde mit Ein- und Ausbringung frembder Schiffe und Fahr-Zeuge, im gleichen mit Lösch- und Beladung  der auff der Rhede liegenden, und dann auch mit gestrandeten Schiffen, deren Waaren und Gütern gehalten werden soll.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1735, Mai&lt;br /&gt;
:Während der Wirren unter Karl Leopold und Christian Ludwig ließ letzterer als Kaiserlicher Kommissar Warnemünde von Schwarzburger Kommissionstruppen besetzen, mußte dieselben aber auf Beschwerde der Stadt wegen Verletzung ihres Garnisonsrechtes wieder zurückziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1740&lt;br /&gt;
:ging der Schwedenzoll zu Warnemünde in den Pfandbesitz des Herzogs Carl Leopold über.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1755&lt;br /&gt;
:Vermessung Warnemündes und Aufstellung eines Feldregisters durch den &#039;&#039;&#039;Stadtkassen Sekretär Tarnow&#039;&#039;&#039;. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1756, 27. Januar&lt;br /&gt;
:Gewettsverordnung : Fremde Schiffe müssen während der Winterlage in Warnemünde vom Bollwerk abbleiben. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767&lt;br /&gt;
:Durchbruch der See auf der Ostseite.&#039;&#039;(Hohe Düne)&#039;&#039; (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1769, 27. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Bürgerschaft erhält vom Rat die Erlaubnis, eine neue Schule einzurichten, da der Küster im Rechnen und Schreiben nicht gehörig unterrichten kann.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1779, 18. Febr.&lt;br /&gt;
:Gesuch der Warnemünder, die neu zu erbauenden Häuser nicht zwischen Vorder- und Hinterreihe setzen zulassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1781, 25. Mai&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E.Raths der Stadt Rostock Lotsen-Ordnung für den Hafen Warnemünde.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1782, 17. Juli&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung wegen des von den kleinen Schiffen zu erlegenden Lotsengeldes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784&lt;br /&gt;
:Vorschlag des Warnemünders Joh.Lange zwischen der Vorderreihe und dem Bollwerk eine Reihe von Querhäusern errichten zu lassen, da sich sonst keine geeigneten Bauplätze fänden. - Abschlägiger Bescheid trotz mehrfacher Wiederholung. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, seit 19. Januar&lt;br /&gt;
:Verbote, die neu zu erbauenden Häuser in Warnemünde mit Stroh zu decken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, 6. Okt.&lt;br /&gt;
:Verordnung, daß die fremden Schiffe nur in Rostock Winterlager halten dürfen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1785, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Verordnung daß die Warnemünder nicht mit eigenen Schiffen Schiffahrt treiben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796, 15.Jan.&lt;br /&gt;
:E.E.Rat schlägt der Bürgerschaft die Anstellung eines Dünenwächters zur Bewachung der Warnemünder Dünen vor. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1797, seit&lt;br /&gt;
:wurden besonders auf den Rat des Prof. Dr. Franz Christian Lorenz Karsten, Anpflanzungsversuche auf den Dünen zwischen Warnemünde und Diedrichshagen gemacht. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, Ende April, Anfang Mai&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker schickt seine Waldarbeiter aus der Rostocker Heide nach Warnemünde um 4000 Akazien (&amp;quot;Scheinakazien&amp;quot;= Robinien) sowie eine ungezählte Anzahl an Weiden und Pappeln zu pflanzen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 24. Juli&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Instruktion für den Dünenwärter&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1800&lt;br /&gt;
: Johann Christian Friedrich Wundemann erwähnt Warnemünde in dem 1800 erschienenen 1.Teil seines Buches &amp;quot;Mecklenburg in Hinsicht auf Kultur, Kunst und Geschmack&amp;quot; nur als Ausflugsort der Rostocker, ohne des Seebades zu gedenken. Warnemünde wurde demnach damals noch nicht als Badeort benutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Auszug daraus]]  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801&lt;br /&gt;
:lag die englische Flotte unter Admiral Nelson während des dänischen Feldzuges und dem Kopenhagen-Bombardement zur Verproviantierung vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802&lt;br /&gt;
:Verhandlungen über die Bebauung des Ostufers, weil es auf dem Westufer an Bauplätzen mangele. - Der Rat beschließt laut Decret vom 3. November 1802, die Sache vorläufig auf sich beruhen zu lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802, 30. Nov.&lt;br /&gt;
:Der Rat erläßt eine revidierte Lotsenordnung für den Hafen Warnemünde nebst Erläuterungen dazu. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1803, 26. Juni&lt;br /&gt;
:Schweden verzichtet endgültig auf den Warnemünder Zoll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804, 28. März&lt;br /&gt;
:Verordnung wegen des von den Schiffern zu entrichtenden Ballast- und Baggergeldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 2. Januar&lt;br /&gt;
:Ratsordnung betr. des Ballastgeldes für Warnemünde und die Rhede.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 21. November/19. Dezember&lt;br /&gt;
:Einführung der Kontinentalsperre, Sperrung der mecklenburgischen Häfen. (Warnemünde ist dann abwechselnd bis 1812 von französischen und mecklenburgischen Truppen besetzt, um die Sperre durchzuführen.) (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1809, 25. Mai&lt;br /&gt;
:Alle in Warnemünde befindlichen Schiffe werden durch das Schillsche Corps beschlagnahmt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;26. Mai&lt;br /&gt;
:Holländische Truppen als Verfolger der Schillschen Truppen in Warnemünde. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1810, 4. Juni&lt;br /&gt;
:schoß die auf der Rhede liegende engl. Fregatte Fishguard einen 16Pfünder auf Warnemünde ab, da der franz. Kaper Turet dort ein beschlagnahmtes Schiff mit engl. Waren eingeschleppt hatte. Die Kugel durchdrang das Kirchendach und fiel im Garten eines Hauses am südl. Ende der Hinterreihe zu Boden. &lt;br /&gt;
:Sie hat ein Kaliber von ca. 10cm und wiegt 17kg. Sie befindet sich im Warnemünder  Museum. (KFC Wmde I p26)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1811, 5. April&lt;br /&gt;
:ordnet der Marschall Eckmühl den Bau von zwei Batterien bei Wismar und in Warnemünde an, die nach Art von Redouten in der Mitte ein Blockhaus, ringsherum Gräben erhalten sollten.(BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1812, 2. März&lt;br /&gt;
:Die Batterien in Warnemünde von den französischen Truppen den mecklenburgischen Truppen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- Juli&lt;br /&gt;
:Für das französische Militär muß eine Warmbadeanstalt errichtet werden. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813, 23. März&lt;br /&gt;
:Aufhebung der Kontinentalsperre; Öffnung der Häfen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- August&lt;br /&gt;
:Die englische Flotte auf der Warnemünder Reede. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 26. August&lt;br /&gt;
:die Engländer zerstören und sprengen Blockhaus und Redoute. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
;1817&lt;br /&gt;
:Das Warnemünde von den Einheimischen bereits als Seebad benutzt ward, ergiebt sich aus den Erinnerungen des Forstinspectors Becker. Dieser schreibt 1817: &amp;quot;Im Junius hielten wir uns vier Wochen zu Warnemünde auf und badeten.&amp;quot; (das Baden in der Ostsee betrieb Becker bereits nachweislich spätestens ab 1798, als er dazu Baderegeln veröffentlichte. Ob er da bereits in Warnemünde weilt ist bislang offen.)(BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:War Warnemünde nach einem Aufsatze des Prof. G.H. Masius ohne alle ärztliche und wundärztliche Hilfe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 24. Mai&lt;br /&gt;
:Verordnung Betreffs die Anmeldung der Fremden, auch diejenigen, die als Badegäste kommen. - Es waren in Warnemünde in diesem Jahre schon über 100 Badegäste (Formey, &amp;quot;Die Seebäder und Heilquellen zu Doberan und Warnemünde im Sommer 1822&amp;quot; in Hufelands &amp;quot;Journal der praktischen Arzneykunde&amp;quot; Bd.55, Stück 4.) Über die Badeeinrichtung heißt es ebenda: &amp;quot;Weder Badewagen, noch irgend eine zur Bequemlichkeit der Badenden  gereichende Vorkehrung ist vorhanden. Jeder Badelustige eilt in den Fluten des offenen Meeres um Erquickung oder Heilung zu finden. Der Ort ist ein Eigenthum der Stadt Rostock, dessen Magistrat, um alle Rivalität mit dem fürstlichen Doberan zu vermeiden, jede dahin lockende Einrichtung absichtlich unterläßt. Dessen ohngeachtet nimmt die Frequenz der Badegäste mit einem jeden Jahre zu.&amp;quot; &amp;quot;Dieser Badeort ziehet durch seine Lieblichkeit und die Ruhe, die dort herrscht, alle diejenigen hin, welche entfernt vom prachtvollen Geräusche Doberans die Seebäder im Genusse der schönen Natur gebrauchen wollen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:Erscheint zu Ehren von Prof. F.C.L. Karsten ein Kupferstich mit Rostocker Landschaftsbildern, auf dem auch der Entwicklungsstand der 1799 in Warnemünde gepflanzten Robinien-Bestände dargestellt ist. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825&lt;br /&gt;
:Stiftung des Gewettssekretärs Karsten für Wittwen und Waisen verunglückter Warnemünder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1827, 14. Juni&lt;br /&gt;
:Besuch des Großherzogs Friedrich-Franz I. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1828&lt;br /&gt;
:Errichtung eines Damenbades &amp;quot;aus zwei geräumigen Badehäuschen bestehend&amp;quot; auf den sogenannten Kisten an der Ostseite edes Hafens, und zwar als Privatunternehmen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1830-1850&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1830 bis Anfang 1850 wurden die Dünen in Warnemünde geebnet, die Täler ausgefüllt, wuchsen ganz neue Häuserreihen zweistöckig, &amp;quot;modern&amp;quot;, empor, und wurden die neuen Gasthäuser, der Pavillion, das Gesellschaftshaus und Hübners-Hotel, angelegt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 23. Febr.&lt;br /&gt;
:weist das Gewett in einem Bericht noch auf das Fehlen ärztlicher Hilfe hin. - Seit ca. 1831 war dann Friedrich Wilhelm Schütz praktischer Wundarzt und Geburtshelfer daselbst. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833&lt;br /&gt;
:wird die Dünen-Pflege durch das Bauamt übernommen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1834, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Dampfschiffahrt zwischen Rostock und Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten. &lt;br /&gt;
:Die Zahl der Badegäste steigt infolgedessen in diesem Jahre schon auf über 1000 Personen.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835, 22. April&lt;br /&gt;
:Der Rat publiziert eine neue Lotsenordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835&lt;br /&gt;
:Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837, 8. Oktober&lt;br /&gt;
:Durchstich des Pagenwerders vom Breitling zum Warnemünder Strom vollendet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1843&lt;br /&gt;
:In den letzten Jahren waren durchschnittlich 1400 Badegäste in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1853, 14. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E. Raths der Stadt Rostock Hafen-Ordnung&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1857, 15. April&lt;br /&gt;
:[https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Datei:Wmde_Schiffsungl%C3%BCck_Laager_Anzeiger_April_1857.jpg Schiffsunglück auf der Warnow]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1859, seit&lt;br /&gt;
:besteht die Chaussee-Verbindung Rostocks mit Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1860&lt;br /&gt;
:Der Jurist Moritz Wiggers veröffentlicht seine Verteidigungsschrift [https://books.google.de/books?id=XyFWAAAAcAAJ&amp;amp;dq=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;f=false|&#039;&#039;&amp;quot;Nothwendigkeit einer gründlichen Reform der wirtschaftlichen Zustände in dem Hafenorte Warnemünde - Eine Verteidigung der Rechte der Warnemünder Bürgerschaft vom geschichtlichen, staatsrechtlichen und volkswirtschaftlichen Standpunkte&amp;quot;&#039;&#039;] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863&lt;br /&gt;
:Warnemünde erhält eine Telegraphenstation. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1865&lt;br /&gt;
:Einführung der Straßenbeleuchtung in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866&lt;br /&gt;
:Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels &amp;quot;Neptun&amp;quot;). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866-1871&lt;br /&gt;
:Bau der neuen Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stationiert in Warnemünde 2 Rettungsboote nebst Raketenapparat. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867, seit&lt;br /&gt;
:Wird wegen der Erbauung eines neuen Leuchtturmes verhandelt und die Platzfrage erwogen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1870/71&lt;br /&gt;
:Während des Deutsch-Französischen Krieges wird der Warnemünder Hafen zeitweilig von einer französischen Panzerschiffs-Flotte blockiert.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, 12./13. November&lt;br /&gt;
:Große Sturmflut, die viel Schaden anrichtet, u.a. Zerstörung aller Bäder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1873&lt;br /&gt;
:Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1874&lt;br /&gt;
:Abbruch der alten Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1875&lt;br /&gt;
:Beim Kaisermanöver war Flottenparade vor Kaiser Wilhelm I. auf der Warnemünder Reede. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1876&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte Kirchhof am Strande&amp;quot; wird geschlossen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1886&lt;br /&gt;
:[[Warnemünde erhält Straßennamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:Eröffnung des neuen Hafenbassins beim Bahnhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903&lt;br /&gt;
:Das alte Tief (ostwärts bei der Hohen-Düne) wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907&lt;br /&gt;
:Der alte Friedhof wird eingeebnet und in eine Parkanlage verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910, Januar&lt;br /&gt;
:Baubeginn der Strandbahn auf der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1918, 5. November&lt;br /&gt;
:Torpedoboote der aufständischen Kieler Schul-Halbflottille laufen unter roter Flagge in den Warnemünder Hafen ein. Deren Obermaate berufen in den Warnemünder Marineeinrichtungen Versammlungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6. November&lt;br /&gt;
:Auf die Kieler Initiative hin gründet sich ein Soldatenrat, die Matrosen der Flugzeugstation, der Vorpostenhalbflottille &amp;quot;West&amp;quot; und der 7. Halbflottille weigern sich in See zu gehen und noch länger Dienst zu tun. (RA 8.11.1918)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht neben dem Warnemünder Leuchtturm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erster alliierter Bombenangriff auf Warnemünde. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, April&lt;br /&gt;
:Bombardement auf Rostock und Warnemünde. Brände, Zerstörung und Verwüstung am Güterbahnhof, Hotel Reichshof und den Arado- sowie Heinkel-Flugzeugwerken. Eine Brandbombe trifft die Kirche und es kommt zu Brandschäden am Kircheninventar. Im Ergebnis werden der Christophorus und der Danziger Flügelaltar nach Hanstorf ausgelagert. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 8./9. Mai&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 7./8. September&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 23. Juli&lt;br /&gt;
:Die US-Airforce bombardiert Warnemünde zum wiederholten Male (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 29. Juli&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1944, 9. April&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 22. April&lt;br /&gt;
:Die beiden letzten Maschinen der Lufthansa, zwei JU-52 starteten aus dem eingekesselten Berlin schon unter Beschuss durch sowjetische Truppen. Dort unmittelbar vor der Eroberung des Rollfeldes gestartet erreichen sie Warnemünde. Sie konnten noch sicher und heil auf dem Fliegerhorst landen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Ein Feuer zerstört den (alten) &amp;quot;Teepott&amp;quot; (Teepavillon)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heinkel Betriebsgelände auf der Hohen Düne um 1927.jpg|Das Heinkel-Betriebsgelände um 1927 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde US Airforce 23.7.1943.jpg|US-Airforce Aufklärung des Bombardements vom 23.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:US Luftbild 27 B17 Warnemünde Angriff 29 7 1943 95th 100th BG a.JPG|US-Airforce 27 amerikanische B-17 Bomber im Anflug auf Warnemünde beim Bombardement vom 29.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1947, 13. Mai&lt;br /&gt;
:Der ausgelagerte Altar und die Christophorus-Plastik werden vom Auslagerungsort Hanstorf geholt und wieder in die Kirche gebracht. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968&lt;br /&gt;
:Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten. Maßgeblich unter der Leitung von Architekt Ulrich Müther und Stadtplaner Erich Kaufmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde seit der Wiedervereinigung===&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018, 22. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Umbau des Warnemünder Bahnhofs wird begonnen (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2019, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Die RoRo-Fähre der Reederei Transfennica gerät beim Einlaufen in der Hafeneinfahrt auf Grund und legt sich quer zwischen Ost- und Westmole, so das der gesammte Schiffsverkehr unterbrochen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2023/2024===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 1.September&lt;br /&gt;
:Im Rahmen des planmäßigen Aufbaus des Marine-Arsenals am ehemaligen MV-Werften-Standort wird die ehemalige Fregatte &amp;quot;Köln&amp;quot; im Trockendock saniert, zudem das Taucherschulboot &amp;quot;Baltrum&amp;quot;, das Wohnboot &amp;quot;Knurrhahn&amp;quot; und das Ex-Minenjagdboot &amp;quot;Auerbach&amp;quot;. Etwa 450 Mitarbeiter sind derzeit beschäftigt.&lt;br /&gt;
:Zudem laufen Verhandlungen, dass das belgische Unternehmen &amp;quot;Smulders&amp;quot; auf einem Teil des Werftgeländes, dass das Bundesverteidigungsministerium für das Marinearsenal gekauft hatte, Plattformen für die Offshore-Windbranche gebaut werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 4. September&lt;br /&gt;
:Der traditionsreiche Warnemünder Fischkutter &amp;quot;Chemnitz&amp;quot; wird wegen mangelnder Seetüchtigkeit von einem Schlepper in die Werft Rammin nach Barth begleitet. Zeitpunkt für Rückkehr nach Sanierung ungewiss. In den letzten Jahren wurden bereits die Kutter &amp;quot;Ueckermünde&amp;quot;, &amp;quot;Hanno Günther&amp;quot;, Zufriedenheit&amp;quot;, &amp;quot;Barth&amp;quot; und &amp;quot;Doberan&amp;quot; verschrottet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. September&lt;br /&gt;
:Mit einem Fest wird das 120-jährige Brückenjubiläum gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 16. September&lt;br /&gt;
:Am Riesenrad auf der Warnemünder Mittelmole wird das Oktoberfest mit dem traditionellen Fassanstich eingeläutet. Die Bayrischen Wochen dauern hier noch bis zum 8. Oktober.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 22. September&lt;br /&gt;
:Bei einem Besuch im Marinearsenal Warnemünde gab Verteidigungsminister Bois Pistorius &amp;quot;grünes Licht&amp;quot; für die Ansiedlung des belgischen Stahlbauunternehmens Smulders für den Bau von Konverterplattformen in direkter Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 26. September&lt;br /&gt;
:Der Stelzenbagger &amp;quot;Nicolaj SAJ&amp;quot; beendet die mehrwöchigen Ausbaggerungsarbeiten im Bereich der Warnemünder Westmole. Aus der sog. &amp;quot;Sandfalle&amp;quot; wurden ca. 45.000 m³ Sand ausgehoben. Diese hält die durch die Küstenströmung mitgeführten Sedimente zurück um eine Versandung des Fahrwassers zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Vom 29.09. bis 3.10. finden bereits zum elften Mal die &amp;quot;Stephan-Jantzen-Tage&amp;quot; in Warnemünde statt. Organisatoren der Veranstaltungen zu Ehren des legendären Warnemünder Seenotretters sind Andreas (Doc) Buhse und Knut Linke von der Agentur Kulturmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Auf der Hohen Düne übergibt Fregattenkapitänin Bianca Seifert am 29.09.23 nach gut 22 Monaten das Kommando über die Besatzung der Korvette &amp;quot;Bravo&amp;quot; an den 34-jährigen Korvettenkapitän Benjamin Bachmann ab. Bianca Seifert war die erste Kommandantin einer Korvette der Deutschen Marine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 30. September&lt;br /&gt;
:8. Ehrenamtsball der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und des Landkreises Rostock für Ehrenamtliche im Bereich der Behindertenhilfe, chronischen Erkrankungen und Selbsthilfe im Kurhaus Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Saisonende für die Rettungsschwimmer*innen und ihre wichtige eherenamtliche Arbeit an den Rostocker Stränden. In diesem Jahr gab es 328 Einsätze, davon 52 im Rettungsdienst. 21 Mal mussten Menschen aus der Ostsee gerettet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn der Sanierungsarbeiten des Liegeplatzes (LP 23) des Seenotrettungskreuzers der DGzRS am Westufer des Alten Stromes. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2024 geplant und soll ca. 1,1 Mio € betragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 3. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Verein &amp;quot;Tiere in Not Warnemünde&amp;quot; begeht sein 30. Jubiläum, den Barbara Linkis (84) seinerzeit gründete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Oktober&lt;br /&gt;
:1. Rostocker Blaulichttag am 7. Oktober in Warnemünde&lt;br /&gt;
:Um über die Tätigkeiten der Blaulichtorganisationen in Rostock zu informieren, findet erstmals diese Veranstaltung auf der Promenade, dem Leuchtturmvorplatz in Warnemünde sowie am Hauptturm der Wasserwacht, Höhe Hotel Neptun, statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 70.000. Besucher auf dem Warnemünder Leuchtturm wird der 14-jährige Dresdner Robert Klaus durch die Schatzmeisterin Ingelore Morenz und Andreas Herpoldt vom Leuchtturmverein begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 13. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 10.000. Gast des Jahres wird der Magdeburger Karl Geßler (80) willkommen geheißen. Er weilte mit seiner Frau Doris und Freunden zu einem Urlaub in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 14. Oktober&lt;br /&gt;
:In Warnemünde findet das 25. Kutterpullen statt. Bereits zum 2. Mal findet es am südlichen Ende des Alten Stromes statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein feiert im Kurhaus gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt den 125. Geburtstag des Warnemünder Leuchtturmes.&lt;br /&gt;
:Die Verleger Matthias Redieck und Achim Schade editieren dazu eine Sonderausgabe des Tidingsbringers &amp;quot;30 aus 125&amp;quot;  30 Geschichten aus 125 Jahren.&lt;br /&gt;
:Bis zum Jubiläum hatte der Leuchtturm über das Jahr 70 000 Besucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 20. und 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Eine schwere Strumflut wütet an der westlichen Ostseeküste. Auch Rostock trifft Starkregen. Der Wasserstand der Warnow am Mühlendamm zeigt beispielsweise ein Plus von 1,52 Metern über Null. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Pflanzaktion in der Rostocker Heide: Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück nimmt als Schirmherrin daran teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:Baustart für die langerwartete Umgestaltung des Warnemünder Georginenplatzes. Das Grünamt will im Zuge dieser Maßnahme die Versiegelung des Platzes mit Betonplatten und -mauern aufheben. Stattdessen soll ein geschwungener, naturverträglicher, wassergebundener Weg entstehen, sowie Schmuckbeete mit Dahlien (früher Georginen) angelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:Wegen dringender Wartungs- und Reparaturarbeiten muss die 120 Jahre alte historische Drehbrücke über den Alten Strom eine knappe Stunde gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. Oktober&lt;br /&gt;
:Vom 27.10. bis 04.12.2023 ist der Zugverkehr zwischen Rostock und Warnemünde unterbrochen und wird durch Schienenersatzverkehr (SEV) sichergestellt. Grund sind Gleisarbeiten zur Modernisierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur. Die Fahrzeit des SEV beträgt 50 statt 21 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Mit dem Anlegen der AidaMar geht die Kreuzfahrtsaison 2023 in Warnemünde zu Ende. In dieser Saison gingen lauf Rostock-Port 411.000 Kreuzfahrtgäste bei 133 Schiffsanläufen mit 30 Kreuzfahrtschiffen an und von Bord. Dies waren 6 Anläufe weniger als 2022 aber 40% mehr Kreuzfahrtgäste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Oktober&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Rostocker Eisbademeisters&amp;quot; starten am Warnemünder Strand in ihre neue Badesaison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn des Abrisses des ehemaligen Ärztehauses Wachtlerstraße 11. Durch die Wiro soll auf diesem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit 9 Mietwohnungen zwischen 80-125 m² errichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Heinz Plautz, Gründungsmitglied des Leuchtturmvereins tritt nach 30 Jahren aktiver Vereinsarbeit und einem Alter von 87 Jahren vom aktiven Dienst am Leuchtturm zurück, bleibt aber dem Verein weiter erhalten. Mit seinem zeichnerischen Talent hat er von allen seinen Kollegen eine Portraitzeichnung angefertigt, wie auch von dem verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Klaus Möller und dem amtierenden Vorsitzenden Mathias Stagat. Mehr als 100 großformatige Banner hat er für die beliebten Leuchtturm-Hochzeiten gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. November&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park Warnemünde findet eine Gedenkstunde für die auf See Gebliebenen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. November&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder und ehem. Fischer Karl-Heinz Ruschau (90) und seine Frau Erna (91) begehen nach einem ereignisreichen Leben ihre Gnaden- bzw. Platinhochzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 28.November&lt;br /&gt;
:Der 28.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 2. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 2. Dezember&lt;br /&gt;
:Am 2. Dezember um 12 Uhr öffnet der bisher größte Weihnachtsmarkt auf dem Warnemünder Kirchenplatz vor der Kirche. Der mittlerweile 14. Weihnachtsmarkt, organisiert durch den Handels- und Gewerbeverein Warnemünde, wird statt 11 nun 16 Stände haben. Außer montags und dienstags wird er bis zum 01. Januar 2024 geöffnet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 5. Dezember&lt;br /&gt;
:Nach 37 Jahren, 490 Ausstellungen mit 750 Künstlern schließt die Galerie Möller am Strom 68 für immer. Galeristin Ulrike Sabine Möller und ihr Mann Peter gehen in den wohlverdienten Ruhestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Dezember&lt;br /&gt;
:Zwischen dem 7. und 21. Dezember findet der traditionelle Weihnachtsbaumverkauf in der Rostocker Heide, an der Alten Forstbaumschule in Rostock-Hinrichshagen, statt. Jedes Jahr werden bis zu 1800 Bäume verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 8. Dezember&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Traditionsfirma &amp;quot;Meißner Elektronic&amp;quot; in der Mühlenstraße 12 feiert 75. Geschäftsjubiläum. Axel Meißner eröffnete die Firma für den Verkauf und Reparatur von Radiogeräten in der Poststraße 17. &lt;br /&gt;
:1954 hielten Fernsehgeräte Einzug ins Sortiment. Sohn Wilhelm Meißner führte das Geschäft bis 2022. Enkel Sven machte 1993 seine Prüfung zum Funkmechanikermeister. Seit Anfang der 1990er Jahre befindet sich das Geschäft an der heutigen Adresse. Seit 2022 ist Peter Jakel Geschäftsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 12. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein spendet aus den Einnahmen der bisherigen Turmbesuche insgesamt 9 000 Euro an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.&lt;br /&gt;
:Das Geld fließt in den Neubau eines Schuppens, der vor dem Seenotkreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; liegen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Bahnhof ist Spitzenreiter im Fahrgäste-Ranking der besten Bahnhöfe Deutschlands.&lt;br /&gt;
:Laut einer Analyse gehört der Warnemünder Bahnhof zu den beliebtesten in ganz Deutschland, zusammen mit den Stationen Brandenburger Tor und Mexikoplatz Berlin, Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und Landungsbrücken in Hamburg erhielt der Bahnhof 144 561 Bewertungen und damit 4,6 von 5 möglichen Sternen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Dezember&lt;br /&gt;
:Die älteste Warnemünderin und Rostockerin Gertrud Blohm ist friedlich in ihrem Warnemünder Zuhause eingeschlafen. Am 7.September feierte sie in ihrer Warnemünder Wohnung, in der sie bis zu ihrem Lebensende wohnte, ihren 111. Geburtstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. als Betreiberverein hat sein gestecktes Ziel von jährlich 10.000 Besuchern wieder erreicht und konnte im Heimatmuseum bis Jahresende 12.193 Besucher begrüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Jahresende&lt;br /&gt;
:Die 1910 eröffnete traditionsreiche Gaststätte &amp;quot;Forsthaus Markgrafenheide&amp;quot; beendet nach 113 Jahren ihren Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Neujahr&lt;br /&gt;
:Für das Jahr 2023 werden 2.156.422 Übernachtungen verbucht, das zweithöchste Ergebnis seit der Wendezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Januar&lt;br /&gt;
:Zum 24. Turmleuchten strömten erneut rund 45.000 Zuschauer. Veranstaltet von der Hanseatischen Eventagentur und dem Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. und unterstützt von zahlreichen Sponsoren und Partnern, ist das diesjährige Turmleuchten wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Jahresanfang schließt der 1995 eröffnete REWE-Markt an der Stadtautobahn für eine umfassende Sanierung. Nach dem geplanten Abschluss der Sanierung im 2. Quartal soll es wieder eine Fleischtheke geben und sog. Self-Checkout-Kassen neu eingeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3. Januar&lt;br /&gt;
:Laut Rudolf Kemnitz vom Deutschen Wetterdienst war das Jahr 2023 mit einer Durchschnittstemperatur in Warnemünde von 10,85°C das zweitwärmste Jahr seit 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. Januar&lt;br /&gt;
:Die Bäckereikette &amp;quot;Lila Bäcker&amp;quot; geht ins Insolvenzverfahren. Von den 232 Filialen sollen 160 erhalten bleiben. Darunter sind auch die beiden gut frequentierten Filialen in Warnemünde, Mühlenstr. 44 und Am Bahnhof 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 10. Januar&lt;br /&gt;
:Durch einen Warnstreik der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) kommt es auch vom 10.-12.1.24 zum Ausfall des gesamten Bahnverkehrs zwischen Warnemünde und Rostock Hbf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Januar&lt;br /&gt;
:Nach einem UN-Unifil-Einsatz vor der libanesischen Küste ist die Korvette &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; wieder zurück in ihrem Marinestützpunkt Warnemünde-Hohe Düne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Jetzt ist endgültig Schluss! Lila Bäcker schließt zum 1. Februar alle seine Filialen. Darunter auch die beiden Filialen in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12.Februar&lt;br /&gt;
:Mit dem 174 Meter langen Versorgungsschiff &amp;quot;Bonn&amp;quot; liegt in dieser Woche das größte Schiff der Bundesmarine im Trockendock der Bundesmarine.&lt;br /&gt;
:Das Trockendock ist insgesamt 320 Meter lang und 54 Meter breit. Damit können dort sämtliche Einheiten der Deutschen Marine gedockt werden. Im laufenden Jahr sollen noch die Korvetten &amp;quot;Erfurt&amp;quot; und &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; sowie der Tender &amp;quot;Rhein&amp;quot; instandgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Februar/März&lt;br /&gt;
:Der portugiesische Bagger &amp;quot;Fernao de Magalhaes&amp;quot;, 139 Meter lang, 29 Meter breit, kann mit der Kraft von 10 000 PS selbst festes Gestein bis zu einer Tiefe von 35 Metern entfernen. Er baggert den Seekanal auf eine Tiefe von 16,5 Metern aus.&lt;br /&gt;
:Damit sollen zukünftig &#039;&#039;&#039;Tanker&#039;&#039;&#039; von bis zu 15 Metern Tiefgang in den Rostocker Hafen einfahren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. März&lt;br /&gt;
:Zu einem Osterspaziergang im Revier Schnatermann lädt das Stadtforstamt Interessierte ein. Dabei können die Teilnehmer bei einer geführten Wanderung die Vielfalt und Besonderheiten dieses Teiles der Heide erleben, der sich gerade im zeitigen Frühjahr von einer seiner schönsten Seiten zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 25. April&lt;br /&gt;
:Auf der Neptun-Werft erfolgt die Kiellegung für ein weiteres Versorgungsschiff für die Deutsche Marine.&lt;br /&gt;
:Es ist bereits das zweite Kriegsschiff der neuen Klasse 707 binnen eines Jahres dessen Bau begonnen worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. April&lt;br /&gt;
:Mit dem &amp;quot;Warnemünder Frühlingslandgang&amp;quot; (fast 30 Jahre als &amp;quot;Stromerwachen&amp;quot; bekannt) wird traditionell die Warnemünder Sommersaison eröffnet. Auf der Warnemünder Promenade befindet sich eine maritime Bummelmeile mit Kunsthandwerk und Gastronomie. Die Warnemünder Bademeisters beenden an diesem Tag ihre Badesaison.&lt;br /&gt;
:Führung über den Neuen Friedhof Warnemünde: Das Begräbnisareal ist in den 1920er-Jahren angelegt worden. Es umfasst heute eine Fläche von knapp fünf Hektar. Zahlreiche Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Einige von ihnen, darunter Handwerker, Wissenschaftler, Händler, Ärzte, Abenteurer, werden beim Rundgang mit der Historikerin Dr. Antje Krause näher vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. bis 12. Mai&lt;br /&gt;
:Das diesjährige Kleinkunstfest findet auf dem Leuchtturmvorplatz und entlang der Seepromenade statt. Kleinkunst unterschiedlicher Art, Spaß, Unterhaltung, Mitmachaktionen, Überraschungen, kleine Köstlichkeiten und auch ein Händlermarkt gehören dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Mai&lt;br /&gt;
:In der Yachthafenresidenz Hohe Düne findet die 29. Landesmeisterschaft der Auszubildenden des Gastgewerbes statt. Die hier als Beste gekürten Teilnehmer und angehenden Köche treten danach als &amp;quot;Mannschaft Mecklenburg-Vorpommern&amp;quot; bei der angehenden Jugendmeisterschaft im Herbstin Bonn an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 15. Mai&lt;br /&gt;
:Nach über 5 Monaten Umbauzeit wird der Warnemünder REWE-Markt an der Stadtautobahn mit einer großen Feier wiedereröffnet. Mehr als vier Millionen Euro hat die Rewe Group in den Standort investiert und dabei auf neue Konzepte gesetzt, sagt Norbert Richartz, Vertriebsleiter Region Ost bei Rewe. Bis zur Insolvenz hatte der Lila Bäcker den Bäckereistand samt Café im Warnemünder Markt betrieben. Diesen hat nun die Bäckerei von Allwörden übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Mai&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Reparaturarbeiten durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. Mai&lt;br /&gt;
:Distinguished Gentleman&#039;s Ride in Warnemünde: Am Pfingstsonntag ist Warnemünde wieder Teil eines Spektakels, bei dem sich stilbewusste Motorradfahrerinnen und -fahrer zusammenfinden. Die Teilnehmer der weltweiten Bewegung sammeln Spenden für die Erforschung und Behandlung von Männerkrankheiten und tragen so dazu bei, Leben zu retten. Die Fahrt geht vom Neuen Markt in Rostock über mehrere Stadtteile bis nach Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Mai&lt;br /&gt;
:Warnemünder Schiffe auf Pazifik-Mission&lt;br /&gt;
:Die in Hohe Düne stationierten Schiffe, Versorgungsschiff &amp;quot;Frankfurt am Main&amp;quot; und Fregatte &amp;quot;Baden-Württemberg&amp;quot; sind auf der Reise rund um die Welt um in der Nato-Pazifik-Mission die brisante Straße von Taiwan zu durchqueren. &amp;quot;Deutschland will mit der Mission vor allem sein Interesse an den Entwicklungen in der indo-pazifischen Region unterstreichen und seine Solidarität mit den Wertepartnern wie Japan oder Singapur zeigen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Der frisch sanierte Warnemünder Georginenplatz wird am 18. Juni 2024 von Rostocks Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde eingeweiht. Die Neugestaltung des denkmalgeschützten Areals hatte sich an dessen ursprünglicher Optik aus den 1920er-Jahren orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Juni&lt;br /&gt;
:Beim dritten Summer Open auf dem Golfplatz in Warnemünde kamen 1170 Euro an Spenden zusammen mit denen das Rostocker Frauenhaus unterstützt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. Juli&lt;br /&gt;
:Mit dem traditionellen Festumzug, dem 21. &amp;quot;Niegen Warnemünder Ümgang&amp;quot; mit ca. 2500 aktiven Mitwirkenden, vom Leuchtturm beginnend, durch die Alexandrinenstraße, Kirchenplatz, wird die 86. Warnemünder Woche, eines der größten Segelereignisse an der deutschen Ostseeküste, von der Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger im Warnemünder Kurhausgarten mit einem Fassbieranstich eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Juli&lt;br /&gt;
:Das Marinearsenal in Warnemünde soll binnen drei bis fünf Jahren &amp;quot;kriegstüchtig&amp;quot; werden erklärt der Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) am Rande eines Besuches in Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. Juli&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park wird anlässlich des 150. Todestages von Fritz Reuter (1810-1874) wieder eine Warnemünder Fritz-Reuter-Eiche eingeweiht. &lt;br /&gt;
:Das von Museumsverein, Leuchtturmverein, Warnemünde-Verein und Trachtengruppe initiierte &amp;quot;Erinnerungsensemble&amp;quot; besteht neben der über 100 Jahre alten Eiche aus einem Markierungsstein, einer zweisprachigen Infotafel sowie einer Bank. Die Einweihung fand unter reger Teilnahme der Warnemünder Vereine und Bevölkerung statt.&lt;br /&gt;
:Der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. lädt Freunde und Partner und Wegbegleiter anlässlich des 30-jährigen Bestehens zu einer Ausfahrt mit einem historischen Segelschiff, der Kogge „Wissemara“ ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. Juli&lt;br /&gt;
:Bilanz am Ende der 86. Warnemünder Woche&lt;br /&gt;
:Sportlich waren die Segelwettbewerbe die Glanzlichter, 15 Regatten verschiedener Schiffsklassen,&lt;br /&gt;
:Events der 1. und 2. Segelbundesliga, sowie die Sailing Champions League standen an.&lt;br /&gt;
:Mehr als 800 Sportler in rund 400 Booten hatten sich angemeldet.&lt;br /&gt;
:Den Ausgang bildete ein Drachenbootfestival mit rund 1200 Sportlern&lt;br /&gt;
:Eine Flaute und eine Unwetterwarnung störten kurzzeitig deren Abläufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 27. Juli&lt;br /&gt;
:Im Kurhausgarten findet das erste &amp;quot;Buntes Meer Festival&amp;quot;, eine Mischung aus Kunstmarkt, Konzert und Unterhaltung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Juli&lt;br /&gt;
:Bundesratspräsidentin Manuela Schwesig (SPD) reist zu den Olympischen Spielen nach Paris.&lt;br /&gt;
:Dort wirbt sie für das Segelrevier Rostock-Warnemünde im Falle einer deutschen Bewerbung für Olympia. Dafür gibt es einen Beschluss des Landtages.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 31. Juli&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Fischereikutterverein „Jugend zur See“ verabschiedet sich von seinem Fischkutter „Pasewalk“, einem der letzten bislang fahrtüchtigen Warnemünder 17-m-Kutter. Der vor allem bei Kindern und Jugendlichen für seine Freizeit-Piratenfahrten beliebte Kutter liegt derzeit auf dem Trockenen im Fischereihafen Bramow und soll für den symbolischen Preis von einem Euro verkauft werden, so der Vereinsvorsitzende Norbert Ripka. Als Grund nannte er zu hohe Kosten für die notwendige wiederkehrende Klassifizierung des über 70 Jahren alten Traditionsschiffes. Der 17 Meter lange und 5,60 Meter breite Kutter wurde 1950 auf der VEB Boddenwerft Damgarten gebaut. Der Fischkutterverein ist ein anerkannter Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 2. August&lt;br /&gt;
:Am Strand von Warnemünde startet das 2. High-Seaciety-Festival mit drei Tagen Livemusik und Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7.bis 11. August &lt;br /&gt;
:Die 33. Hanse Sail begeistert rund 500.000 Besucher, 138 Traditionssegler waren dabei.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Gorch Fock II&amp;quot;, das Segelschulschiff  der Marine läuft um 10.00 Uhr in Warnemünde ein und ist am Passagierkai 1 bis zum 11. August eines der Glanzlichter der diesjährigen Hansesail.&lt;br /&gt;
:Am ersten Tag der Hanse Sail startet vom süddänischen Nysted die große Haikutter-Regatta. Die alten Fischerboote segeln auf dem schnellsten Wege nach Warnemünde und laufen am Abend am Ziel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. August&lt;br /&gt;
:Auf einer Marinebarkasse der Bundesmarine, im  Stützpunkt Hohe Düne stationiert, bricht ein Brand aus. Der Brand brach aus ungeklärter Ursache im Führerhaus, die dicken Rauchschwaden waren von hoher See aus über 3 km weit zu sehen. Die zwei an Bord befindlichen Mannschaftsmitglieder wurden von der Wasserschutzpolizei unverletzt gerettet und der Brand konnte gelöscht werden. Auch der Seenotrettungskreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; war an dem Rettungseinsatz beteiligt. Der Havarist wurde in den Marine-Stützpunkt geschleppt.&lt;br /&gt;
:Die Polizei hatte eine Gruppe Ladendiebe auf frischer Tat ertappt, die zuvor beobachtet wurden, wie sie Textilien von Ständern verschiedener Geschäfte am Alten Strom stahlen. Mit Unterstützung der Bundespolizei konnten Beamte die Diebe am Warnemünder Bahnhof stellen. Sie trugen die gestohlenen Kleidungsstücke zum Teil bereits am Leib und hatten vor der Tat bereits einen Platzverweis wegen Randalierens erhalten. Die Diebe waren der Polizei nicht unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Hochsee-Racer macht in Warnemünde Station.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Offshore-Racer&amp;quot;des Teams &amp;quot;Next Generation Sailing&amp;quot; machte in der Marina Hohe Düne fest und übernahm dort den Namen des neuen Sponsors &amp;quot;Task Engineering&amp;quot; eines deutsch-dänischen Unternehmens. Das Boot ist ein reines Rennboot und bis zu 30 Knoten schnell. Es ist einzig dazu gebaut Hochseerennen zu bestreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Auf dem Leuchtturm wurde der 50.000. Jubiläumsgast begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. bis 25. August&lt;br /&gt;
:Europas Top-Athleten messen sich bei &amp;quot;Battle The Beach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Strand ist drei Tage lang Schauplatz eines sportlichen Großereignisses in der sechsten Runde. 560 Athleten aus ganz Europa messen sich in verschiedenen Disziplinen wie Gewichtheben, Triatlon, Wassersport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,26. August&lt;br /&gt;
:Nach der im September 2023 beschlossenen Erhöhung und Ausweitung der Kurabgabe auf das gesamte Stadtgebiet klingelt es ordentlich in der Stadtkasse.&lt;br /&gt;
:Zwischen September2023 und Juli 2024 flossen insgesamt 4,5 Millionen Euro in die Stadtkasse. Davon entfallen 2,014 Millionen Euro auf Warnemünde, 817.000 Euro auf Markrafenheide und 332.000 Euro auf Diedrichshagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2024/2025===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 8. September&lt;br /&gt;
:Das Heimatmuseum Warnemünde nimmt auch in diesem Jahr am deutschlandweit organisierten &amp;quot;Tag des offenen Denkmals&amp;quot; teil und präsentiert im Heimatmuseum zusammen mit der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. sowie dem Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum M-V e.V. den „Thementag Archäologie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. bis 13. September&lt;br /&gt;
:8. Rostocker Großmotorentagung in der Yachthafenresidenz Hohe Düne. Sie steht unter dem Motto: „Die Zukunft der Großmotoren – Neue Technologien und Kraftstoffoptionen: Die Wege zur sauberen Schifffahrt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. September&lt;br /&gt;
:wurde der Dreh-Test der 120 Jahre alten Warnemünder Bahnhofsbrücke, unter Anwesenheit mehrerer tausend Besucher, als Herzstück des jährlichen Büchenfestes zu einem erlebenswerten Spektakel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 20. September&lt;br /&gt;
:Auftakt im Rahmen der MeerBeats-Tour 2024 von Warnemünde nach Hamburg mit Mein Schiff 7. &lt;br /&gt;
Auf dem Schiff findet an diesem Tag die MV Cruise Conference statt. Außerdem treten Die Fantastischen Vier am 20. September 2024 auf. Sie sind dann auch bei der nachfolgenden Reise nach Hamburg dabei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. September&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. September&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. September&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. September&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. September&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.-6. Oktober&lt;br /&gt;
:Für die Stephan-Jantzen Tage – Namensgeber ist der legendäre Warnemünder Lotsenkapitän – wird der Platz vor dem Warnemünder Leuchtturm zum Hauptveranstaltungsort. Zu den Höhepunkten gehört die Aufführung der Stephan-Jantzen-Suite. Für die Besucher ist viel Musik, Kultur und maritimes Flair zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Am 9. Oktober 2024 besteht der Museumsverein Warnemünde e.V. seit 20 Jahren. Mit großem Engagement haben sich die Vereinsmitglieder um Vorsitzenden Uwe Heimhardt für dieses Kleinod in Warnemünde eingesetzt. Im Mai 2017 hat Christoph Wegner die Leitung des Museums übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Nachmittag prallt eine Fähre wegen eines Maschinenausfalls auf den Fähranleger in Hohe Düne. Drei Menschen wurden dabei verletzt. Bereits am Abend kann der Fährbetrieb nach Reparatur wieder aufgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:14. Pflanzaktion „Bürger für Bäume“: In gemeinsamer Aktion initiieren der Zoo und das Stadtforstamt eine Aufforstungskampagne in der Rostocker Heide. Insgesamt werden 5.000 Traubeneichen-, Esskastanien-, Roterlen-, Ebereschen- und Buchensetzlinge in die Erde gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
:Die Initiative DigitalTeilhabe in Warnemünde lädt Senior*innen und Interessierte zum Digital-Thementagen „iPhone&amp;amp;Smartphone“ in den Gemeindesaal der Evangelischen Kirche ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Oktober&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Dafür ist dieser Überweg wegen der Drehung der Brücke für eine halbe Stunde gesperrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. November&lt;br /&gt;
:Nach zwei Jahren umfassenden Arbeitens ist die Vertiefung des Seekanals Warnemünde auf 16 km Länge abgeschlossen. Um die durchgehende Tiefe der Baltic-Max-Norm (17 m Tiefgang) zu erreichen, investierte der Bund ca. 100 Mio. Euro in das Projekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 5. bis 7. November&lt;br /&gt;
:5. Rostock Ocean Convention meets Hydro 2024: Vom 5. bis 7. November 2024 findet die internationale hydrographische Konferenz und Ausstellung HYDRO 2024 statt. Es werden aktuelle Trends, neueste Entwicklungen und Projekte der Unterwassertechnologie gezeigt. Die Veranstaltung bietet mehr als 190 Teilnehmern, Referenten und Partnern eine Kommunikationsplattform. Im Yachthafen Hohe Düne sind dabei beispielsweise spannende Bootsvorführungen unterschiedlicher Anbieter zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. November&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. feiert in der Cafeteria und Eventlocation &amp;quot;Laak 5&amp;quot; mit einer Vielzahl seiner Mitglieder sein 20-jähriges Bestehen. Der Verein hat zum 1.1.2005 die Betriebsführung des Heimatmuseums übernommen und kann seither auf eine überaus erfolgreiche Entwicklung des Heimatmuseums zurückblicken. Neben Grußworten anderer Warnemünder Vereine äußerten sich auch Sigrid Hecht (Chefin des städtischen Eigenbetriebs KOE) und die neue Kulturamtsleiterin Anne-Katrin Bicher positiv über die Entwicklung des Museums und versprachen auch in Zukunft die Geschicke des Museumsvereins tatkräftig zu unterstützen&lt;br /&gt;
. &lt;br /&gt;
;2024, 8. November&lt;br /&gt;
:Inklusives Unternehmerfrühstück im DOCK INN. Es geht darum wie man Menschen mit Behinderung besser im Berufsalltag integrieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 17. November&lt;br /&gt;
:Kranzniederlegung an der Gedenkstätte „Für alle auf See Gebliebenen“, organisiert von der Nautischen Kameradschaft Poseidon e.V., im Stephan-Jantzen-Park.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. und 20. November&lt;br /&gt;
:3. Lotsenkonferenz der Bundeslotsenkammer im Technologiepark Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Es geht dabei u.a. um 70 Jahre Seelotsgesetz &amp;amp; 70 Jahre Bundeslotsenkammer und um einen Kerninhalt des Seelotsgesetzes, nämlich die neu strukturierte :Seelotsenausbildung 2024. In Kooperation mit den Hochschulen Wismar/Warnemünde und Flensburg wird erstmalig eine hochqualifizierte Seelotsenausbildung in Form eines Masterstudienganges angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Obdachlosengala in Warnemünde: Bereits zum siebenten Mal lädt das Hostel „Dock in“ 160 Bedürftige zum Weihnachtsschmaus. Unter den 50 Helferinnen und Helfern war diesmal als Überraschungsgast Monchi, der Frontman der bekannten Rockband Feine Sahne Fischfilet.&lt;br /&gt;
:Zu einem stimmungsvollen Start in die Vorweihnachtszeit lädt das 22. Adventssingen am Warnemünder Leuchtturm ein. Erneut sorgt der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. mit einem Programm voller Musik für unvergessliche Momente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.Dezember&lt;br /&gt;
:Der 29.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 7. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. bis 21.. Dezember&lt;br /&gt;
:Traditioneller Weihnachtsbaumverkauf in Hinrichshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,23.Dezember&lt;br /&gt;
:In der abgelaufenen Saison wurden in Warnemünde 148 Schiffsanläufe von 38 Kreuzfahrschiffen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025,1.Januar&lt;br /&gt;
:Das zum 25. Mal statt zu findende Neujahrsfest des Turmleuchtens wurde wegen Sturm nur wenige Stunden vor Beginn abgesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.-3. Februar&lt;br /&gt;
:Die Fregatte &amp;quot;Nordrhein-Westfalen&amp;quot; der Bundesmarine liegt für drei Tage an der Passagierkai-Promenade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Februar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde, die Initiative DigitalTeilhabe lädt Seniorinnen, Senioren und Interessierte zu Digital-Thementagen „iPhone, Smartphone &amp;amp; Co&amp;quot; ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Beginn der Bauarbeiten: Neue Mittelinsel soll Querung der Richard-Wagner-Straße erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.März&lt;br /&gt;
:65.000 Menschen besuchen das nachgeholte 25. Turmleuchten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 25. März&lt;br /&gt;
:Es wird natürlich bunter - Saisonbepflanzung startet in Warnemünde, 10.365 Pflanzen kommen kurz nach Sonnenaufgang in den Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. April&lt;br /&gt;
:Beidseitig der Rostocker Straße werden Radverkehrsanlagen ausgebaut bzw. neu markiert, die gesamte Baumaßnahme erfolgt in vier Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt beginnt am Knoten Richard-Wagner-Straße und führt zur Johann-Sebastian-Bach-Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 12. April&lt;br /&gt;
:Von April bis Oktober 2025 dreht sich das XXL-Riesenrad in Warnemünde. Mit dem „Eye 55“ (was für eine Höhe von 55 m steht) auf der Mittelmole hat man eine tolle Aussicht über das Seebad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. April&lt;br /&gt;
:Beginn der diesjährigen Warnemünder Kreuzfahrtsaison mit dem Anlauf der „AIDAmar“. Bislang sind für 2025 von 23 Kreuzfahrtreedereien 167 Anläufe von 36 Kreuzfahrtschiffen angemeldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 16. April&lt;br /&gt;
:Mit einem abwechslungsreichen Programm, einer Mischung aus Geschichte und Kultur starten die beliebten Warnemünder Museumsabende im Heimatmuseum Warnemünde in die nächste Saison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. April&lt;br /&gt;
:Vom 17. April bis zum 2. November zeigen Künstler aus aller Welt Sandskulpturen zu den „Geheimnissen der sieben Weltmeere“ im Rahmen der 15. Sandwelt in Warnemünde am Pier 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 19. April&lt;br /&gt;
:Die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde entzündet das traditionelle Osterfeuer am Strand unterhalb des Leuchtturms. Die anschließende Fackelwanderung entlang des Alten Stroms wird von der „Sax’n Anhalt VIP Band“ begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 28. April&lt;br /&gt;
:Die neue automatische Versenkpolleranlage in der Warnemünder Kirchenstraße geht in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einem Konzert des Landespolizeiorchesters startet die Meeresbrise-Konzertreihe in die fünfte Saison. Bis Ende September sollen noch 22 Konzerte im Kurhausgarten OpenAir folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 14. Mai&lt;br /&gt;
:Eine neue öffentliche WC-Anlage wird am Strandaufgang 18, auf Höhe des Strandwegs 14 installiert. Zwei große Kräne müssen zum Einsatz kommen, um das Modul mit einem Gewicht von rund 35 Tonnen hinter der Düne zu platzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einer feierlichen Zeremonie wird die neue Sportschule Warnemünde auf der Mittelmole offiziell eröffnet. Der Neubau hat rund 31,8 Millionen Euro gekostet. Der Gebäudekomplex bietet Sportlern aller Disziplinen ideale Bedingungen. Außerdem soll die Sportschule künftig eine zentrale Rolle bei der Durchführung von Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Warnemünder Woche oder Segelregatten auf Bundesebene spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Mai&lt;br /&gt;
:Der sanierte und modernisierte Liegeplatz 23 im Alten Strom sowie das neue Betriebsgebäude für den Seenotrettungskreuzer ARKONA der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden offiziell durch den Hafensenator Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Hafenkapitän Falk Zachau sowie DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler und Mario Lange, Vormann der ARKONA, in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für den neuen Anleger belaufen sich auf 1,1 Mio. Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 30.Mai&lt;br /&gt;
:Am Liegplatz 23, des Seenotkreuzers &amp;quot;Arkona&amp;quot;, am alten Strom, wird ein neues Betriebsgebäude der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 31. Mai&lt;br /&gt;
:Einweihung des multifunktionalen Beachsportfeldes für die Sportarten Beachsoccer, Beachvolleyball und Beachhandball im Sportpark Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juni&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der „SeaDream 2“. Das Luxusschiff mit 108 Metern Länge und 14 Metern Breite (Baujahr 1985) ähnelt eher einer Yacht und bietet Platz für maximal 112 Gäste in 56 Kabinen bei einer Besatzungsstärke von etwa 100 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juni&lt;br /&gt;
:Die „Sky Princess“ der Reederei Princess Cruises ist mit einer Länge von etwa 330 Metern und einer Bruttoraumzahl von 145.281 das längste und größte der 2025 in Warnemünde anlandenden Kreuzfahrtschiffe. Der Ozeanriese bietet Platz für 3660 Passagiere. Auf 19 Decks gibt es 1830 Kabinen, acht Restaurants, zehn Bars, mehrere Lounges, ein Theater, einen Spa-Bereich sowie vier Pools und acht Whirlpools. Am 22.7. erfolgt ein zweiter Anlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.Juni&lt;br /&gt;
:Mehr als 30 Schiffe verschiedener NATO-Mitgliedsländer haben in Warnemünde und Hohe Düne festgemacht um von hier aus zur zweiwöchigen Großübung Manöver Baltops (Baltic Operation) zu starten.&lt;br /&gt;
:Größtes teilnehmendes Kriegsschiff ist der US-Zerstörer &amp;quot;USS Mount Whitney&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das Auslaufen der Schiffe wird auch von Protesten begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 18. bis 20. Juni&lt;br /&gt;
:33. Nordische Baumtage. Eines der Themen ist „Stadtgrün im Klimawandel“. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock im Warnemünder Technologiepark durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt mit dem Diplomatischen Korps nach Mecklenburg-Vorpommern und empfängt dafür am 24. Juni in Warnemünde an Bord der Gorch Fock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VISTA / Reederei Oceana Cruises Länge: 241,10 m Breite: 32,31 m&lt;br /&gt;
Gewicht: 67.817 BRZ Baujahr: 2023 Passagiere: 1.218 (max. 1.469)&lt;br /&gt;
:Neue Runde für die „Warnemünder Abende“. Mit der Vortragsreihe des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung werden spannende Einblicke in die Geheimnisse eines einzigartigen Lebensraums gewährt. Einmal monatlich, immer donnerstags. finden ab 4. September im großen Vortragssaal des IOW in der Seestraße 15 weitere Veranstaltungen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juli&lt;br /&gt;
:Im Heimatmuseum Warnemünde wird die Sonderausstellung &amp;quot;Ob die Möwen manchmal an mich denken? Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee&amp;quot; eröffnet. Kuratorin der Ausstellung ist die Journalistin sowie Autorin des gleichnamigen Buches Dr. Kristine von Soden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.-13. Juli&lt;br /&gt;
:87. Warnemünder Woche mit dem &amp;quot;Niegen Ümgang&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. Juli&lt;br /&gt;
:Doppelanlauf der Kreuzfahrtschiffe MSC Poesia und der Nordstjernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Juli&lt;br /&gt;
:Das schon legendäre Open Air am Meer „Rauch auf dem Wasser“ lädt zum 21. Mal in den Warnemünder Kurhausgarten ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 8. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VIKING SATURN / Reederei Viking Ocean Cruises. Sie befindet sich auf einer zweiwöchigen Reise von Bergen in Norwegen nach Stockholm in Schweden. Das Schiff ist 227 Meter lang und für 930 Passagiere ausgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der ILMA / Reederei Ritz-Carlton Yacht Collection. Die Luxus-Kreuzfahrtyacht ist ein 241 Meter langes Schiff, das 456 Passagiere beherbergen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 6. August&lt;br /&gt;
:Erstmals in MV werden von Menschen aufgezogene Sandregenpfeifer ausgewildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. -10. August&lt;br /&gt;
:An der 34. Hansesail nehmen über 120 Schiffe teil. Die Sail hat rund eine halbe Million Besucher und ist damit das weltweit größte Treffen historischer Segelschiffe. Anführendes Flaggschiff ist in diesem Jahr die Dreimastbark &amp;quot;Belem&amp;quot; aus Frankreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. August&lt;br /&gt;
:Zum 13. Mal ist die Strand Arena Schauplatz der Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft. Im Finale holen sich die Beach Royals Düsseldorf den Titel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 20. August&lt;br /&gt;
:Die am Vortag havarierte „Nordstjernen“ kann am Nachmittag Warnemünde wieder verlassen. Das historische Hurtigruten-Schiff hatte am Abend beim Ablegen am Cruise Center eine Böschung gerammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 21. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf „Le Lape’rouse“, Reederei Compagnie Du Ponant. Auf diesem kleineren Kreuzfahrtschiff finden 184 Passagiere Platz, es ist 131 Meter lang und 2018 gebaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2025/2026===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. September&lt;br /&gt;
:Unter dem Motto „Gesund älter werden in Rostock“ startet der 5. Senioreninformationstag anlässlich der Tage der Regeneration in Warnemünde am Leuchtturm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. September&lt;br /&gt;
:Bundeskanzler Merz besucht erstmals die Marine in Hohe Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. September&lt;br /&gt;
:40 Schiffe aus 14 Nationen mit 2700 Soldatinnen und Soldaten nehmen am Marinemanöver Northern Coasts teil. Vom 29. August bis 12. September 2025 üben multinationale Seestreitkräfte unter deutscher Leitung in der Ostsee. In Warnemünde hat das Versorgungsschiff VIRSAITIS (A 53), ein Marineschiff Lettische Marine festgemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 15. September&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Brauerei &amp;quot;Hoppen un Molt&amp;quot; feiert ihr 10-jähriges Bestehen.&lt;br /&gt;
;29.Oktober&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, seit Oktober 2004 Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V., erhält im Zuge einer kleinen Feierstunde im Heimatmuseum für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement den Stiftungspreis der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Oktober&lt;br /&gt;
:Stephan Frey wird neuer Pastor in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Oktober&lt;br /&gt;
:Feierliche Grundsteinlegung für ein Parkhaus in Hohe Düne. - Wegen des Wegfalls des bisherigen Mieter-Parkplatzes im Bereich Hohe Dünne 22-27, hier sollen zusätzliche Wohnungen entstehen, errichtet die Goldbeck Nordost GmbH auf rund 4.000 Quadratmetern Fläche insgesamt 220 Anwohnerparkplätze. &lt;br /&gt;
:Die Fertigstellung des Parkhauses ist für Mitte 2026 geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5. November &lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrschiff &amp;quot;Aidadiva&amp;quot; legt am Liegeplatz 7 an und beschließt mit ihrem Anlauf die diesjährige Kreuzfahrtsaison.&lt;br /&gt;
:Insgesamt sind über das Jahr 592.000 Seereisende  (2024: 532.000) von 35 Kreuzfahrtschiffen (2024: 37) in Warnemünde an und von Bord gegangen.&lt;br /&gt;
:Das größte Schiff in dieser Saison war die &amp;quot;Sky Princess&amp;quot; mit einer Länge von 330 Metern und einer Kapazität von rund 3700 Passagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. November&lt;br /&gt;
:Die Bürgerinitiative &amp;quot;Rettet den Küstenwald&amp;quot; verhindert die Fällung der 100-jährigen Kastanie in der Rostocker Straße und setzt deren Aufnahme in die Liste der geschützten Bäume durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. November&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V. erhält den Ehrenpreis um besondere Verdienste um die Bewahrung  und Vermittlung mecklenburgischen Kulturerbes der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:Auf die Warnemünder Kinder wartet am Martinstag ein schöner Brauch. In bewährter Kooperation laden die Ev.-Luth. Kirchgemeinde und die Tourismuszentrale an diesem Tag zum Sankt-Martins-Umzug ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. November&lt;br /&gt;
:Das Riesenrad auf der Mittelmole wird abgebaut und stellt seinen Betrieb endgültig ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1025, 27. November&lt;br /&gt;
:Der dreißigste Band des &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird vom Verlag Redieck und Schade, gemeinsam mit dem Leuchtturmverein Warnemünde präsentiert. Somit erscheint erscheint dieser beliebteste Warnemünde-Almanach nunmehr ununterbrochen seit drei Jahrzehnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Dezember&lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrtschiff „Amadea“ der Reederei Phönix Reisen beendet die Kreuzfahrtsaison in Warnmünde. Das durch die ZDF-Sendung «Das Traumschiff» bekannte 193 Meter lange Schiff bietet Platz für 570 Passagiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. November&lt;br /&gt;
:Im Hotel Neptun in Warnemünde lädt der NDR Jazztime Bigband Ball Mecklenburg-Vorpommern zu einem stilvollen Abend voller Musik und Unterhaltung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 29. November&lt;br /&gt;
:Eröffnungstag des traditionellen Weihnachts- und Neujahrsmarktes Warnemünde auf dem Warnemünder Kirchenplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 5. Januar&lt;br /&gt;
:Brand im Erdgeschoss eines Hauses &amp;quot;Am Strom&amp;quot;. An dem knapp 2 Stunden dauernden Einsatz waren insgesamt 34 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde und des Rettungsdienstes beteiligt. Verletzte waren nicht zu beklagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 30. Januar&lt;br /&gt;
:In Berlin hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner die Kampagne mit dem Titel „Berlin gewinnt mit Olympia“ vorgestellt. Die Bundeshauptstadt setzt mit ihrer Bewerbung um die Austragung Olympischer Sommerspiele für 2036, 2040 oder 2044 auf Rostock-Warnemünde als Standort für die olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe.&lt;br /&gt;
;Rostock verbietet per Ratsbeschluß privates Feuerwerk am Warnemünder Ostseestrand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. März&lt;br /&gt;
:Erstmals seit Bestehen des Marinearsenals Warnemünde wird mit U34 , eines der 6 U-Boote vom Typ U212a hier überholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 14.März&lt;br /&gt;
:Die Tourismuszentrale veröffentlicht die Besucherzahl des Jahres 2025. mit 2.317.693 Übernachtungen wird hier der 2019 aufgestellte Rekord übertroffen, womit Rostock an erster Stelle für das Land Mecklenburf-Vorpommern liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.März&lt;br /&gt;
:Das Ausfugsschiff MS Baltica wird nach dreißig Dienstjahren in Warnemünde außer Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 26. März&lt;br /&gt;
:Lotsenältermann Andreas Krüger wird nach 25 Jahren Arbeit als Seelotse in den Ruhestand verabschiedet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 28. März&lt;br /&gt;
:Die AIDAdiva eröffnet die Kreuzfahrsaison&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 1. April&lt;br /&gt;
:Steffen Herz (58) übernimmt die Leitung der Verkehrszentrale Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12.April&lt;br /&gt;
:Warnemünde hat wieder ein neues Riesenrad. die Schaustellerfamilie Geisler hat auf der Mittelmole mit dem 55 Meter hohen Riesenrad, in dem sich 42 klimatisierte, geschlossene Riesengondeln befinden, damit neben Teepott und Leuchtturm ein weiteres Wahrzeichen hinzugefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 9.Juni&lt;br /&gt;
:-Zu seinem 55ten Geburtstag präsentiert sich das Hotel Neptun mit 55 von dem Künstler Joerg Waerner vergoldeten Balkonen.&lt;br /&gt;
:-Wiederum weht die verliehene Blaue Flagge als Zeichen für geprüfte Wasserqualität sowie für Infrastruktur und Sicherheitsstandards an Warnemündes Stränden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. Juni&lt;br /&gt;
:-Beim ehemaligen Zollhafen wird mit dem ersten Rammschlag das Startzeichen für einen zukünftigen, rund zehn Hektar großen maritimen Gewerbepark gegeben.&lt;br /&gt;
:-Die Neptun-Werft erhält einen Milliardenauftrag über zwei schwimmende Umspannwerke für Offshore-Windparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.-18.Juli&lt;br /&gt;
:Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft richtet erstmals die Internationalen Deutschen Ocean Meisterschaften aus. 270 TRettungssprortlerinnen und Rettungssportler aus 39 Vereinen kämpfen am Hauptstrand von Warnemünde um die ersten deutschen Meistertitel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 18. Juli&lt;br /&gt;
:Nur drei Monate nach der Eröffnung im April muß das &amp;quot;Französische Dorf&amp;quot;, eine Gastro-Einheit im französischen Stil wieder schließen und Abgebaut werden. :Lediglich das Riesenrad &amp;quot;Wheel of Excenllence&amp;quot; bleibt weiterhin im Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 21. Juli&lt;br /&gt;
:Bei einem Badeunfall in der Ostsee ist ein 33-Jähriger ums Leben gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, ab 27.Juli&lt;br /&gt;
:heißt es wieder &amp;quot;Leinen los&amp;quot; und die Reederei Adler-Schiffe startet regelmäßig Fahrten zwischen Kühlungsborn und Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026,2.August&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der vierzigtausendste Besucher zur Tumbesteigung begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 6.-9. August&lt;br /&gt;
:Vier Tage lang stand Warnemünde ganz im Zeichen der Seefahrt. Rund 500.000 Menschen besuchten die 35. Hansesail und erlebten rund 120 historische Schiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Marksteine==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ersterwähnung des Namens in der Kaufurkunde der Rostocker Heide am 25. März 1252===&lt;br /&gt;
In den Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts vorkommende Namensbezeichnungen:&lt;br /&gt;
Warnemunde, Warnemonde, Wernemunde, Wernowemunde, Werneminde, Wernemynne, Warneminne, Varneminde, Verneminde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warnemündes Bedeutung für die Stadt Rostock tritt bereits mit der ersten Urkunde hervor, in der der Ort genannt wird. Am 25. März 1252 verkauft Fürst Borwin III. der Stadt Rostock die heutige Rostocker Heide und verleiht ihr außer anderen Freiheiten auch die Fischereigerechtigkeit auf der gesamten Unterwarnow, von der Petri-Brücke bis &#039;&#039;(zum Hafen!)&#039;&#039; Warnemünde und über den Hafen hinaus bis ins Meer.&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre später, am 12. Oktober 1264 überträgt Fürst Borwin alle seine Rechte &#039;&#039;&#039;über den Hafen zu Warnemünde &#039;&#039;&#039; (!) auf die Stadt. &lt;br /&gt;
*[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit dieser ersten Nennung des Namens Warnemünde am Rande der Rostocker Heide ist &lt;br /&gt;
eindeutig der &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; gemeint.&lt;br /&gt;
:Das erste sicher auf den Fischerort Warnemünde und die dortige fürstliche Vogtei&lt;br /&gt;
:bezogene Datum liegt 16 Jahre später:&lt;br /&gt;
;1268, 17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
:Das bezieht sich dann auf die bereits existierende, bis 1323 noch fürstliche Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
In verschiedenen historischen Quellenwerken wird eine erste Erwähnung Warnemündes im Jahre 1195 in dänischen Dokumenten angeführt.&lt;br /&gt;
Intensive Suchen nach diesen Dokumenten in der jüngeren Vergangenheit blieben aber bislang ergebnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1323 - Die Stadt Rostock kauft das Fischerdorf Warnemünde vom mecklenburgischen Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Urkunde mit Siegel für Warnemünde (Quelle- Barnewitz).jpg |450px|rechts|thumb| Warnemünde Kaufvertrag vom 11. März 1323 (Quelle: Barnewitz)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vor 1314 kaufte die Stadt Rostock das Dorf Barnstorf als ersten größeren Landerwerb, &lt;br /&gt;
:1323 kam als nächstes das Fischerdorf Warnemünde hinzu, das die Stadt vom Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen käuflich erwarb.&lt;br /&gt;
:Der Landesfürst hatte durch vorangegangene Kriege einen hohen Schuldenberg angehäuft und brauchte dringend Geld.&lt;br /&gt;
:So bescheinigte er den Rostockern am 11. März des genannten Jahres:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wir haben jenseits des Warnowflusses den ... Ratsherren und Gemeinde das Dorf Warnemünde mit Grund und Boden, jedem hohen und niederen Gericht - ausgenommen das Patronatsrecht für uns und unsere Erben - bis an die Grenzen des Dorfes Diedrichshagen, so weit es in der Länge und der Breite nach erstreckt, übertragen und überlassen es den Gegenwärtigen zu dauerndem Besitz, dergestalt, das sie in den oben bezeichneten Grenzen sich des vollen lübischen Rechtes erfreuen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wieviel die Rostocker für Warnemünde zahlten wissen wir nicht.&lt;br /&gt;
:Der Stadt aber mußte daran gelegen sein, den Ort in ihre Hände zu bekommen.&lt;br /&gt;
: (Hans Bernitt 1956)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urkunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warnowmündung, &amp;quot;Alter Strom&amp;quot;, &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot;, neuer &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot; - Wasserverbindungen über die Jahrhunderte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Karte zu 1323 (bearbeitet).jpg|Karte der östlichen Grenzziehung zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide nach den Verträgen von 1252 und 1323&lt;br /&gt;
Datei:RH Markgrafenheide Taterhörn Schmettau ost west.jpg|RH östlichster Punkt von Warnemünde und westlichster Punkt der Rostocker Heide bis 1922 Grafik: Willi Kolp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Alte Strom 1902===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In seinem Ursprung ist der Alte Strom einer von mehreren Warnow-Ausflüssen, ursprünglich als seichtes Rinnsal, das sich durch den Boden einer harten, Stein durchsetzten [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide#+_Die_Eisrandlage_Nr.8 Mergelbank] seinen Weg zur Ostsee bahnte. In der Anfangszeit Warnemündes nur für kleine Boote passierbar.&lt;br /&gt;
:Eine alte Überlieferung berichtet:&lt;br /&gt;
:Nahe der heutigen Vogtei wohnte ein Mensch, der Leute gegen Bezahlung auf seinem Rücken über den Strom trug. Eine Darstellung dieses Mannes ist in der Warnemünder Kirche zu besichtigen.&lt;br /&gt;
:Die Durchfahrt für größere Schiffe erfolgte etwa zwei Kilometer östlich vom Alten Strom, durch das Alte Tief.&lt;br /&gt;
:Bis 1487 genügte das Alte Tief den Ansprüchen der damaligen Seefahrt.&lt;br /&gt;
:Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts, unter großem baulichem Aufwand der Vertiefung des Wasserlaufes, um den Alten Strom schiffbar zu machen. &lt;br /&gt;
:In der Folge dieser Maßnahme begann der Prozess, den Fischerort Warnemünde und den Warnemünder Hafen der Stadt Rostock an einem Ort zu vereinen.&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Seekanals zu Beginn des 20.Jahrhunderts verlor schließlich der Alte Strom seine Bedeutung als Hafenzufahrt für den Rostocker Hafen.&lt;br /&gt;
:Fischerboote, Warnemünder Jollen, Fahrgastschiffe und Sportboote prägen seither das Bild des Stroms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hohe Düne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Hohe Düne&amp;quot; trennt den Breitling von der Ostsee.&lt;br /&gt;
:Sie ist eine ca. 400 m breite und etwa 3000 m lange Nehrung.&lt;br /&gt;
:Der Breitling ist eine Flußerweiterung der Warnow in ihrem Mündungsgebiet geändert, so daß dieses Gebiet ein flacher und sumpfiger Landstrich war.&lt;br /&gt;
:In Strandnähe gab es aber hohe Sanddünen.&lt;br /&gt;
:Die Entwicklung der Hohen Düne ist eng verbunden mit dem Seekanal, einem 1903 fertiggestellten Durchstich durch den Westteil der Hohen Düne, dem der 1304 &lt;br /&gt;
:bei einer Sturmflut verschüttete Hauptmündungsarm  und zwei weiter östlich gelegene, nicht mehr vorhandene, Durchstichtiefs voran gingen.&lt;br /&gt;
:Der Seekanal ermöglichte großen Seeschiffen die Zufahrt großer Seeschiffe in den Hafen Rostock und den Hafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Der etwa 60m breite Seekanal wurde durch Ausbaggern  eines Teils der Hohen Düne geschaffen. Er wurde durch den Bau einer neuen Ostmole begrenzt.&lt;br /&gt;
:Die Uferzone  östlich der neuen Mole und Hohe Düne  wurde zum Teil aufgespült, ebenso wie auch das Gelände des späteren Arado-Flugzeugwerkes.&lt;br /&gt;
:Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet noch als Warnemünde-Ost bzw. als Warnemünder Wiesen bezeichnet.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vörreeg und Achterreeg - Das alte Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Isenbart Karte 1719.jpg|thumb|600px|rechts|Die &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; und &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; in der  Warnemünde Isenbarth-Karte 1719]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch vor zwei Jahrhunderten bestand das Fischerdorf Warnemünde nur aus zwei unregelmäßig angelegten, der Windung des seichten Stromes folgenden Häuserreihen. &lt;br /&gt;
:Im Volksmund wird von Alters her die unmittelbar am alten Strom gelegene Reihe als &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; (&amp;quot;Vorderreihe&amp;quot;) und die parallel dahinter gelegene &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; (Hinterreihe&amp;quot;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Das alte Warnemünder Haus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Kulturgeschichtliches aus Warnemünde - Zum Warnemünder Hausbau&amp;quot; BRG 1915]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder und sein Haus]] Karl Baumgarten In: Natur und Heimat, Bd. 1 (1952), 1, S.19-20&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Lau &amp;quot;Das Warnemünder Haus - eine Volksbauweise in Mecklenburg&amp;quot; Auszug aus &amp;quot;Denkmale der Technikgeschichte in Mecklenburg und Vorpommern, Verlag Redieck und Schade 1997]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Heimatmuseum Warnemünde====&lt;br /&gt;
[[Datei:Heimatmuseum 1933.jpg|thumb|300px|rechts|Eröffnung des Heimatmuseums am 1. Juli 1933]]&lt;br /&gt;
:Um 1900 wurde eine zusammen getragene Sammlung provisorisch in einem kleinen Raum am Georginenplatz gezeigt.&lt;br /&gt;
:Danach befand sich die Ausstellung im Schulhais in der FritzReuter-Strasse.&lt;br /&gt;
:In der Alexandrinenstraße 31 befindet sich seit 1933 das Heimatmuseum Warnemünde. Das Museum ist in einem typischen Warnemünder Haus untergebracht. &lt;br /&gt;
:Man geht davon aus, dass es sich bei der Urform des Warnemünder Fischerhauses um ein abseitenloses Niedersachsenhaus handelt. &lt;br /&gt;
:Da Baugrund im Ort rar war, bekamen Haus und Grundstück ein selbständiges Gepräge. Die Grundstücke waren in der Regel 26 bis 28 Fuß breit (ca. 7,50 m). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Warnemünder Haus bestand ursprünglich aus einem Raum mit offener Herdstelle, in dem später eine &amp;quot;Vörstuw&amp;quot;, eine &amp;quot;Koek&amp;quot; und eine &amp;quot;Achterstuw&amp;quot; neben einer seitlichen Diele eingefügt wurden. &lt;br /&gt;
:Zur Erweiterung des Hauses entstanden hinten schmale Anbauten als Unterkunft für die Eltern (Altenteil) sowie einiges Vieh (häufig eine Kuh).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzte Besitzerin des Hauses in der Alexandrinenstraße 31 war Fräulein Christine Jungmann. Da sie unverheiratet und ohne Erben war, verkaufte sie das Haus an die Stadt Rostock zum Zweck der Einrichtung des Heimatmuseums. Den Anstoß zur Einrichtung eines Museums hatte es bereits 1914 gegeben. Auf einer Sitzung des Plattdeutschen Vereins für Warnemünde und Umgebung am 12. Februar wurde beschlossen: &amp;quot;Der Verein möge die Sammlung aller geschichtlich und kulturgeschichtlich wichtigen Sachen betreiben. Es ist hohe Zeit, daß man jetzt damit anfängt. Von Händlern wird ungemein viel weggeschleppt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem Sammlungsaufruf folgten zahlreiche Warnemünder. Innerhalb kürzester Zeit kamen hunderte von Objekten zusammen. Erster Bewahrer der Sammlung wurde Adolph Ahrens, Lehrer und Direktor an der Fritz-Reuter-Schule. Ihm war es auch zu verdanken, dass die Sammlung von Anfang an der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Auf dem Boden der Fritz-Reuter-Schule dienten ab 1915 ein Zimmer und ein kleiner Vorraum als Museum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den aktivsten Förderern des Museums zählten außerdem Friedrich Barnewitz, Ernst Strübing, Johannes Gosselck und der Fischer Heinrich Holtfreter. Wissenschaftliche Unterstützung erhielten die Warnemünder Museumsgründer auch vom mecklenburgischen Volkskundler Richard Wossidlo.&lt;br /&gt;
* [[Zur Gründung des Heimatmuseums Warnemünde (Ausschnitt aus Mecklenburg - Zeitschrift des HeimatbundesJ.28 Heft 1 1933]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Vogtei====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:Vogtei Warnemuende Gemaelde Johannes Werner.JPG|thumb|450px|rechts|Die Vogtei auf einem Gemälde von Johannes Werner (1914)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Das Gebäude der Vogtei]]&lt;br /&gt;
:Die Vogtei markiert den historischen Ortsmittelpunkt von Warnemünde, am alten Strom.&lt;br /&gt;
:Sie ist das älteste erhaltene Gebäude von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Das Haus wurde 1605 auf den Grundmauern eines Vorgängergebäudes erbaut, dessen Funktion bis heute nicht endgültig geklärt ist. &lt;br /&gt;
:So gibt es Thesen von einer mittelalterlichen fürstlichen Vogtei (Erstnachweis 1268), sowie folgend auch einer königlich dänischen Residenz unter Dänenkönig Erik Menved zwischen 1304 und 1319.&lt;br /&gt;
[https://danmarkshistorien.lex.dk/Erik_Menved,_1274-1319 Erik Menved im Lexikon der Geschichte Dänemarks]&lt;br /&gt;
:Seit dem Erwerb Warnemündes 1323 durch die Hansestadt Rostock steht der Ort unter hansestädtischer Verwaltung und Rechtsaufsicht eines städtischen Vogtes, der die Weisungen und Verordnungen der Stadt am Ort durchzusetzen hatte.&lt;br /&gt;
:Ab 1472 ist das Gebäude als Dienstwohnsitz der Rostocker Vögte (warscheinlich 35 auf einander folgende Vögte) nachweisbar.&lt;br /&gt;
:Das zweistöckige Gebäude war über mehrere Jahrhunderte hinweg das einzige Gebäude inmitten der &amp;quot;Vörreeg&amp;quot;, das mit der Traufseite zur Straße steht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Aufgaben des Vogtes (Stand 22.4.1906):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- wichtigste Aufgabe: Ortspolizeibehörde&lt;br /&gt;
:- bevollmächtigt, Steuern und Abgaben zu erheben und ggf. einzutreiben&lt;br /&gt;
:- Vollstreckung der von ihm verhängten Strafen bei Zuwiderhandlungen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Armenkollegiums&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Gemeindewaisenrates und des Schulvorstandes&lt;br /&gt;
:- Beteiligung an der Badeverwaltung &lt;br /&gt;
:- Schätzungs- und Einzugshoheit für Grundsteuern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weitere in der Vogtei angesiedelte Aufgaben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Gästehaus für die Hansestadt Rostock, aber auch offene Herberge und Gasthaus (daher auch 1832 Anbau eines Küchenhauses)&lt;br /&gt;
:- ab 11.3.1606 Verkaufsmonopol für den Verkauf von Rheinwein, Meth, Aquavit und anderen hochprozentigen alkoholischen Getränken&lt;br /&gt;
:- ab zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Sitz der Badeverwaltung.&lt;br /&gt;
:- 1888 erfolgte die letzte Einsetzung eines Vogtes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marksteine in der Geschichte der Vogtei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675, Februar stand das Wasser im Gebäude 3 Fuß hoch, so daß man &amp;quot;die höchste Treppe vor der Stube erreichet, mit Böten durch die Zimmer fahren konnte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1665 vertrieben die Schweden die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675 Als der Kurfürst von Brandenburg in Warnemünde einzog richteten die Schweden ein Geschütz auf die Vogtei. Die Salve schlug in das Gebäude ein und tötete den Adjutanten des Kurfürsten. Unmittelbar darauf eroberten die Brandenburger die Schwedenschanze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1996 Bei Beginn der Restaurierung des Gebäudes wurden alte Malereien entdeckt, deren älteste auf ein Alter von rund 600 Jahren datiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1999, 26.März, nach fünfjährigem Leerstand und Rekonstruktion öffnet das Haus des Gastes in der Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Warnemünder Drehbrücke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bis 1903 mußte der Alte Strom noch mit Fischerbooten überquert werden.&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Hafenumbauten 1900 bis 1903 änderte sich dann einiges.&lt;br /&gt;
:Der neue Bahnhof und die 1903 eröffnete Eisenbahnfährverbindung machten den Bau einer festen Verbindung beider Ufer notwendig.&lt;br /&gt;
:In Höhe der Vogtei wurde 1903 die Drehbrücke fertggestellt, deren Brückenkonstruktion die von der Firma Ostermann aus Meppen geliefert worden war.&lt;br /&gt;
:Um den Verkehr über die Brücke zu regeln, gelangte eine Brückenordnung zur Anwendung, in der unter Anderem folgendes verankert war.&lt;br /&gt;
;1. Über die Brücke darf nur im Schritt gefahren oder geritten werden.&lt;br /&gt;
;2. Fußgänger haben sich auf der Brücke stets rechts zu halten.&lt;br /&gt;
;3. Solange die Zugänge zu der Brücke durch Ketten geschlossen sind, darf diese nicht betreten werden.&lt;br /&gt;
;Bei Zuwiderhandlung werden Geld- und Haftstafen verhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schiffsführer, die mit ihren Schiffen die Brücke passieren wollen, mußten dem Lotsenkommandeur Angaben zum Schiff machen und dieser bestimmte dann Zeit und Art des Durchfahrens.&lt;br /&gt;
:Natürlich war auch eine Gebühr für das Öffnen der Drehbrücke fällig.&lt;br /&gt;
:Während der Nachtzeit und an Sonn- und Feiertagen wurde die Brücke nicht geöffnet.&lt;br /&gt;
:Bis in die 1930er Jahre war der Drehmechanismus der Brücke noch täglich im Betrieb.&lt;br /&gt;
:Besonders in den Sommermonaten war und ist die Drehbrücke beliebter Treffpunkt der Warnemünder, die ein Zimmer vermieten wollten oder mit ihren Handwagen nach ihren anreisenden Gästen Ausschau hielten.&lt;br /&gt;
:Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sogar der Transitverkehr nach Dänemark über die Brücke geleitet.&lt;br /&gt;
:1982 erfolgte eine Reparatur und Rekonstruktion des inzwischen technischen Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur-Warnemünder sind besondere Menschen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünder Paar.jpg|thumb|350px|rechts|Warnemünder Paar]]&lt;br /&gt;
====Die Rostocker beschneiden die Rechte der Warnemünder====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Die mittelalterlichen Zünfte Rostocks rechneten zu ihren Vorrechten, daß im Bannkreis ihrer Stadt weder Handwerk noch Handel betrieben werden durfte. Sie suchten die dadurch gewonnene Monopolstellung unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Zum Bannkreis Rostocks zählte auch der Hafenort Warnemünde sowie die städtischen Dörfer in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:Als im hanseatischen Rostock die Schiffahrt blühte, fanden auch Warnemünder Einwohner darin ihren Verdienst. Sie besaßen in der Hauptsache kleine Boote, doch führten sie in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts bereits Fahrten nach Schweden durch . Das läßt schon auf größere Ausmaße der Schiffe schließen. Um die Mitte des Jahrhunderts wird von Schiffern berichtet, die in Warnemünde ansässig und aus der dortigen Bevölkerung hervorgegangen waren. Ihre Zahl vermehrte sich schnell. Damals war in den Seefahrt treibenden Kreisen des Hafenortes ein gewisser Wohlstand anzutreffen, was aus dem reichen Besitz der Warnemünder Kirche an Silbergerät und Bargeld ersichtlich ist.&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Handel war damals im Absinken begriffen. Bis dahin hatten die Rostocker Kaufleute und Schiffer wenig gegen die Entwicklung Warnemündes einzuwenden. Bei den geringeren Verdienstmöglichkeiten wurde das anders. Man sah in der Warnemünder Schiffahrt nunmehr eine Konkurrenz, die manbeseitigen wollte. Die Möglichkeit dazu war gegeben; denn der Rostocker, von den Besitzbürgern gebildete Rat herrschte auch über Warnemünde. Die Einwohner des Hafenortes konnten wohl das Rostocker Bürgerrecht erwerben, waren abere ohne Mitbestimmungsrecht.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1565&#039;&#039;&#039; vereinigten sich in Rostock die beiden Kompanien der Schonen- und Bergenfahrer, deren Bedeutung stark gefallen war, zur Schiffergesellschaft. Die neue Berufsorganisation strebte sofort danach, die Schiffahrt und den Handel der Warnemünder zu unterbinden. Ihre dahin gehenden Wünsche wurden in einem Statutenentwurf festgelggt und damit begründet, daß Warnemünde lediglich ein Fischerlager darstelle. Bald darauf reichte die Schiffergesellschaft beim Rostocker Rat eine Klage gegen die Warnemünder Einwohner ein, daß sie den Rostocker Schiffern ihre Nahrung entziehen. Obgleich die Warnemünder auf ihr Gewohnheitsrecht hinweisen konnten, daß sie schon seit langem ungehindert ausgeübt hatten, bestimmte das Urteil des Rates vom &#039;&#039;&#039;14. April 1567&#039;&#039;&#039;, daß sie für Seefahrtzwecke nur kleine Boote mit Dollbord benutzen durften. Jegliche Schiffahrt mit Schuten oder &amp;quot;verbauten&amp;quot; Booten sollte ihnen untersagt, jedoch auf den Kleinschiffen die Verfrachtung von Kaufmannsgütern gestattet sein.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1574&#039;&#039;&#039; reichten die Rostocker Schiffer zwei weitere Beschwerdeschriften gegen die Warnemünder ein. Am &#039;&#039;&#039;20. Februar 1577&#039;&#039;&#039; beschränkte der Rat die Anzahl der für Warnemünde zugelassenen Schiffer. Außer 33 namentlich genannten, die bis dahin schon als Schiffer tätig gewesen waren, sollte sich niemand &amp;quot;Schuten edder böthe mehr tholegen, kopen edder buwen, ane der ersamenweddeherrn ... vorweten und willen&amp;quot;. Den Zugelassenen wurden noch besondere Bedingungen auferlegt: sie sollten jederzeit im Hafen drei Boote segelfertig halten, &amp;quot;damit frombde lüde mögen awergeföret&amp;quot;, d.h. nach Dänemark gebracht werden könnten. Weiter sollten sie Knechte halten, die in ihrer Abwesenheit zu fischen und den Rostockern Fische auf den Markt zu liefern hatten. Eine Besetzung frei werdender Schifferstellen sollte nur mit Genehmigung der Gewettsherren erfolgen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Warnemünder durften nicht Kapitän, Reeder oder Schiffseigner sein====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;20. November 1581&#039;&#039;&#039; unternahmen die Rostocker Schiffer einen neuen Vorstoß. Sie forderten in einer Eingabe, daß in Warnemünde weder Seefahrt noch Handel getrieben werden dürfe; wer sich weiterhin samit befassen wolle, müsse nach Rostock ziehen. Das 100-Männer-Kollegium trat am &#039;&#039;&#039;6. März 1584&#039;&#039;&#039; dem Verlangen bei. Es erklärte sogar, als der Rat mit seiner Entscheidung zögerte, im &#039;&#039;&#039;Januar 1585&#039;&#039;&#039;, keine Steuern bewilligen zu wollen. Die Rostocker Schiffer wandten sich außerdem am &#039;&#039;&#039;2. März 1585&#039;&#039;&#039; an Herzog Ulrich, der sich auf ihre Seite stellte. Nun erließ der Rat am &#039;&#039;&#039;15. März&#039;&#039;&#039; ein völliges Schiffahrtsverbot für die Warnemünder Einwohner. Sie sollten bei einer Strafe von 40 Talern innerhalb von 14 Tagen ihre sämtlichen Schuten und Boote verkaufen.&lt;br /&gt;
:Zur Ausführung des Entscheids kam es vorerst noch nicht. Die Warnemünder gingen an das Land- und Hofgericht in Güstrow, jedoch ohne Erfolg. Es bestätigte das Verbot des Rates. Dann wandten sie sich am &#039;&#039;&#039;18. Oktober 1586&#039;&#039;&#039; an das Reichskammergericht in Speyer. dort blieb der Fall lange liegen. Die Zahl der konzessionierten Warnemünder Schiffer war bis &#039;&#039;&#039;1590&#039;&#039;&#039; auf 20 zurückgegangen. Da beschloß der Rat, jeden, der sich außer ihnen mit der Führung eines Schiffes befasse, mit 50 Talern Strafe zu belegen.&lt;br /&gt;
:Er mußte im Jahre &#039;&#039;&#039;1597&#039;&#039;&#039; jedoch feststellen, daß trotz seiner Einschränkungsbestimmungen die Anzahl der Schiffer in Warnemünde auf 54 gestiegen war. Darauf ordnete er am &#039;&#039;&#039;25. Februar&#039;&#039;&#039; an, daß neue Schiffe nur mit seiner Genehmigung gebaut werden dürften. Die Erlaubnis der Weddeherren genügte nicht mehr. Die ledigen Schiffer sollten nach Rostock ziehen und die verbleibenden alten sich nicht mehr mit Warenhandel abgeben. Da der Rat aber den Warnemünder Schiffern nicht traute, so ließ er jeden von ihnen in jedem Jahre erklären und mit einem Eide bekräftigen, daß er nicht den ihm verbotenen Warenhandel betrieben habe.&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;31. Dezember 1604&#039;&#039;&#039; schränkte der Rat die Schiffahrt der zugelassenen Warnemünder nochmals ein. Sie durften fortan nur ein einziges Boot besitzen, nicht mehr als 30 Last laden und nicht über den Sund hinaus fahren. Die jungen Schiffer sollten nach Rostock ziehen. Da der Prozeß vor dem Reichskammergericht nicht aus der Stelle kam und nur Kosten verursachte, auch wenig Aussicht auf einen guten Ausgang vorhanden war, so nahmen schließlich am &#039;&#039;&#039;1. Februar 1606&#039;&#039;&#039; die Warnemündere ihre Klage zurück, zwanzig Jahre nachdem sie sie eingereicht hatten. Sie erklärten, sich dem Willen des Rates zu fügen, das heißt, in die Stadt zu ziehen. Der größte Teil der Schiffer zog nun aus Warnemünde fort. Einige blieben. Im &#039;&#039;&#039;Juli 1622&#039;&#039;&#039; erhielten auf ihre Bitte endlich 5 Schiffer die jederzeit  widerrufliche Genehmigung, in Warnemünde wohnen und Schiffahrt treiben zu dürfen.&lt;br /&gt;
:Die Wirkung der einschneidenden Handels- und Schiffahrtsbeschränkung machte sich bald in Warnemünde bemerkbar. Das Steuerregister von &#039;&#039;&#039;1623&#039;&#039;&#039; berichtet in dem kleinen Ort von 12 wüsten Hausstellen. Die ehemaligen Besitzer waren fortgezogen.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder versuchten im Laufe der Zeit immer wieder, das Verbot des Rates zu umgehen. Während des Siebenjährigen Krieges beschwerten sich Rostocker Bürger, daß in Warnemünde schon wieder Warenhandel bettrieben worden sei. Daraufhin untersagte der Rat am &#039;&#039;&#039;27. April 1764&#039;&#039;&#039; den Warnemündern nochmals jegliche Schiffahrt. Der Vogt wurde angewiesen dort keinerlei Handel zuzulassen. Im Jahre &#039;&#039;&#039;1768&#039;&#039;&#039; wurde das Verbot erneuert und den Einwohnern strengstens befohlen, den Ankauf und die Verladung von Backobst, Wolle, Flachs und anderen ländlichen Erzeugnissen hionfort zu unterlassen. Aber schon &#039;&#039;&#039;1777&#039;&#039;&#039; gab es wieder ein paar Schiffer in Warnemünde. Die Schiffergesellschaft ruhte indessen nicht und erreichte, daß der Rat in seiner Verordnung vom &#039;&#039;&#039;26. Oktober 1785&#039;&#039;&#039; ihnen die Ausübung ihres Gewerbes in Warnemünde unmöglich machte. Wiederum wurde verfügt, daß die Warnemünder Bevölkerung nur fischen, auf fremden Schiffen als Matrosen fahren und Lotsendienste verrichten durfte. Auf eigenen Schiffen zu fahren blieb ihnen verboten. Im folgenden Jahre unterband der Rat den Warnemündern auch den Frachtverkehr auf der Unterwarnow zwischen Warnemünde und Rostock. Wiederum gab es Abwanderung aus dem Hafenort, zum Teil sogar nach dem Fischland, während andere Einwohner dem Rat ein Schnippchen schlugen, indem sie das Ribnitzer Bürgerrecht erwarben, aber in Warnemünde wohnen blieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Diebereien der Warnemünder====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Das Rostocker Gewett, städtische Behörde für Hafen und Schiffahrt, Handel und Gewerbe, hatte auch den Hafenort Warnemünde zu verwalten und als Niedergericht die in Warnemünde auftretenden Streitfälle zu verhandeln. Deshalb hielt es regelmäßige Gerichtstage in Warnemünde ab.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlichsten Vergehen, die zur Verhandlung standen, waren unzweifelhaft Eigentumsdelikte. Es wurden Steine und Holz von den sogenannten Stein- und Moddekisten, die zur Uferbefestigung und zum Schutz gegen Versandung des Fahrwassers aufgestellt wurden, entwendet. Holz stahl man natürlich auch in der nahen Heide. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1772&#039;&#039;&#039; ist ein Palisadenwerk von der Schanze bis zu den Steinkisten erwähnt, von dem die Warnemünder ständig Holz stahlen. &lt;br /&gt;
:Zahlreich sind auch Fälle von Diebereien am Strand. Daneben fallen noch Klagen wegen rückständiger Zahlungen auf, zum Beispiel durch den Pastor, und auch die Hebamme klagte gegen zahlungssäumige Wöchnerinnen.&lt;br /&gt;
:Diese Prozesse bestätigen aber nicht die Warnemünder als &amp;quot;Langfinger&amp;quot;. Hinter ihnen verbirgt sich die große Armut der Menschen. Was sollten sie auch machen, gab es doch so weit das Auge reichte nur Sand und Seewasser. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1847&#039;&#039;&#039; bat zum Beispiel der Warnemünder Vogt Meyer um Lieferung von verbilligtem Roggen für die in äußerste Not geratene Warnemünder Bevölkerung. In diesem Jahr hatte weder Feuer, noch Wasser, noch Militär, die Menschen heimgesucht. Es war also für die Warnemünder ein ganz normales Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Regelmäßige Böhnhasenjagden der Rostocker Zünfte in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Weiter durften in Warnemünde weder Schlachter, noch Müller oder Bäcker wohnen. &lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zwischen den Rostocker Stadtbehörden und den Warnemündern blieb gespannt. Immer wieder suchte man sich über die auferlegten Beschränkungen hinwegzusetzen.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Zünfte übernahmen mit Vorliebe in Warnemünde die Verfolgung heimlich arbeitender Handwerker. Es kam oft zu sogenannten Böhnhasenjagden (auf illegale Handwerker, die nicht Zunft-Mitglied waren). &lt;br /&gt;
:Noch als Warnemünde Badeort wurde, sträubten sich die Rostocker Zünfte, dort Handwerker zuzulassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rat bezeichnete im Jahre &#039;&#039;&#039;1854&#039;&#039;&#039; den Hafenort Warnemünde als &amp;quot;eine zum Vorteile der Stadt Rostock, weil dieser untertänige, in Unterordnung gehaltene Kommüne&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Erst &#039;&#039;&#039;1861&#039;&#039;&#039; wurde das Schiffahrtsverbot aufgehoben. &lt;br /&gt;
:Bis ein Bäcker in Warnemünde sein Handwerk ausüben durfte, wurde es &#039;&#039;&#039;1865&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Und &#039;&#039;&#039;1866&#039;&#039;&#039; ließen die Rostocker Handwerksämter endlich zu, daß dort eine Mühle erbaut werden konnte und erstmalig ein Schlachter seinen Betrieb eröffnen durfte. &lt;br /&gt;
:Durch das &#039;&#039;&#039;Notgewerbegesetz des Norddeutschen Bundes&#039;&#039;&#039;  von &#039;&#039;&#039;1867&#039;&#039;&#039; fielen dann die letzten Beschränkungen für Warnemünde. Damit war die jahrhundertelange Unterdrückung der Bevölkerung des Hafenortes beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erst mit der Reichseinigung 1871 fielen die Beschränkungen denen die Warnemünder unterlagen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie hatte dazu geführt, daß die Warnemünder auf manchen  Verdienst der möglich gewesen wäre, verzichten mußten, daß sie in manchen Dingen geradezu ausgebeutet wurden und zu Einkaufen in Rostock weite und nicht immer gefahrlose Fahrten zu unternehmen gezwungen waren. Die Kehrseite war, daß sich in den Warnemünder Familien eine vielseitige Handgeschicklichkeit entwickelte. Gerade weil manche Dinge des täglichen Gebrauchs am Orte nicht zu haben waren, fertigte man sie selbst an. Der Haß gegen die Rostocker machte sich noch lange bemerkbar. Er kam auch in der vielgebrauchten Redensart zum Ausdruck: &amp;quot;Schmiet´n Diewel in´n Strom! un lat´n driwen, is´n Rostocker!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schweden, Franzosen,Engländer und Russen - Warnemünde in Kriegszeiten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Schwedenschanze und der schwedische Zoll===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Warnemünder Zoll&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch den Vertrag vom 29.11.1632 zwischen Gustav Adolf und den mecklenburischen Herzögen Adolf Friedrich I. und Johann Albrecht II. nahm dieser Zoll seinen Anfang. Warnemünde wurde an die Schweden abgetreten und ihnen zugleich das Recht eingeräumt, hier von aus- und eingehenden Fahrzeugen eine Abgabe zu erheben, von der den Herzögen 1 Prozent als Lizentquote zugesichert wurde. Mit dem Prager Frieden, dem sich auch die mecklenburgischen Herzöge angeschlossen hatten, trat eine Wendung ein, indem die Schweden nun Mecklenburg als Feindesgebiet behandelten, und das Land für einige Jahre Tummelplatz der feindlichen Armeen wurde. Im Jahre 1638 kam es zum Kampf um die Warnemünder Schanze, und die Schweden sahen sich genötigt, diese Befestigung den Kaiserlichen zu überlassen. Bald aber wandte sich das Blatt. Die Kaiserlichen mussten Mecklenburg räumen, und der Kommandant von Warnemünde verließ heimlich auf einem dänischen Schiff die Schanze, nachdem er sie den Rostockern übergeben hatte.  Diese versuchten nun das Schanzwerk zu zerstören, wurden aber daran von den Schweden gehindert, die es von neuem eroberten und befestigten und darauf fortfuhren, den Zoll zu erheben. Dieser Zustand hat dann bis zum Westfälischen Frieden und darüber hinaus bestanden, denn alle Versuche der Herzöge und der Rostocker, während der Friedensverhandlungen eine klare Bestimmung hierüber in die Friedensartikel hineinzubringen, waren vergeblich. So ist es dahin gekommen, dass noch bis ins 18 Jahrhundert hinein dieser Zoll erhoben werden konnte zum Schaden für Rostocker Handel und Schifffahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der schwedische Zoll in Warnemünde in den Jahren 1632-1654&amp;quot; Alexander Pries 1914]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.google.de/books/edition/Motiven_warumb_die_Cron_Schweden_den_War/w79YAAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=zoll+warnem%C3%BCnde&amp;amp;printsec=frontcover Warum die Cron Schweden...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während der Franzosenzeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1809 - Schillsche Truppen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Im Stadtarchiv der Hansestadt findet sich ein umfangreiches Aktenstück aus der Franzosenzeit, also der Besetzung durch napoleonische Truppen zwischen 1806 und 1813. &lt;br /&gt;
:In diesem Dokumentenbestand ist auch der vom 29. Mai 1809 datierte ausführliche Bericht des Warnemünder Vogtes Lange enthalten. &lt;br /&gt;
:Er berichtet was sich am Rande des in der deutschen Geschichtsschreibung oft heroisch geschilderten Kriegszuge Ferdinand von Schills mit seinem Bataillon Husaren rund um den alten Strom zutrug: &lt;br /&gt;
:„Dienstag d. 23. (Mai) gegen Mittag sprengten 4 Husaren vom von Schillschen Corps hinten an die Voigtey und fragten nach dem commandirenden Officier in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Es trat der Herr Lieutenant v. Horn heraus, welcher sogleich befragt ward, ob er diesen Platz dem Schillschen Corps übergeben wolle ?“ &lt;br /&gt;
:Der antwortete: „Der Platz sey allenthalben offen, und könne er denselben mit seinen Invaliden nicht verteidigen.“ &lt;br /&gt;
:Daraufhin wies man den 4 Husaren Quartiere bei Warnemünder Bürgern an. &lt;br /&gt;
:Deren Pferde bezogen den Stall beim Bürger Grimm. Am darauf folgenden Mittag erschienen weitere 14 Mann unter dem Kommando eines Sergeanten, der erklärte, das er nun Besitz von Warnemünde nehme. &lt;br /&gt;
:Leutnant von Horn entgegnete darauf, das er Befehl habe nicht von seinem Posten zu weichen. &lt;br /&gt;
:Der Sergeant erwiderte, dass er durchaus an seiner Seite weiter auf seinem Platz bleiben könne. &lt;br /&gt;
:Vor dem Einmarsch der Husaren hatte der Leutnant Schildwachen vor allen in Warnemünde liegenden Schiffen postiert. &lt;br /&gt;
:Um einer Entwaffnung zuvor zu kommen ließ er bei ihnen nun heimlich alle Patronen einsammeln und so die Gewehre unbrauchbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Aber die Maßnahme half nichts. Die Husaren entwaffneten die Rostocker Wachen trotzdem. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tag traf Graf von Moltke, ein Schillscher Stabsoffizier mit weiteren 14 Mann, teils Kavallerie, teils Infanterie hier ein. &lt;br /&gt;
:Auch für sie musste nun ein Quartier gefunden werden. &lt;br /&gt;
:Der veranlasste nun, das drei requirierte Kutter-Boote in die See vor die Hafeneinfahrt gelegt wurden. &lt;br /&gt;
:Fortan war auch den Fischern das Auslaufen verboten. &lt;br /&gt;
:Ein Schillscher Bataillonsschreiber brachte schließlich aus Rostock an von Moltke die Order alle hier liegenden Schiffe zu begutachten und festzulegen.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Tage belief sich die Zahl der so erlangten Schiffe auf 22. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den hiesigen Lotsenkommandeur Weisung, bei Strafandrohung von 50 Hieben, dass er die Räumung der Wasserfahrzeuge zu organisieren habe. &lt;br /&gt;
:Anschließend sollen sodann auf drei der Schiffe Pferdeställe eingebaut werden. &lt;br /&gt;
:Bald darauf rückt von Rostock der Schillsche Leutnant  von Hagen mit 12 Mann an, um nun mit Verspätung den Leutnant von Horn doch noch zu arretieren. &lt;br /&gt;
:Auch müssen die Rostocker Wachsoldaten jetzt den letzten Rest an Ausrüstung und Uniform abliefern. &lt;br /&gt;
:Der Lotsenkommandeur schien außerstande, den Einbau der Pferdeställe in die Schiffe zu organisieren. &lt;br /&gt;
:So sandte man kurzerhand ein Boot in den Breitling. Hier arbeitete gerade eine Reihe von Zimmerleuten an den Steinkisten der Molenbauwerke. &lt;br /&gt;
:Unter Androhung, sie im Wiedersetzungsfalle umgehend zu erschießen zwang man sie nun auf die Schiffe zwecks Einbau der Pferdeställe. &lt;br /&gt;
:Es mangelte jedoch an Material. Polier Stark musste nun angeben was gebraucht wurde. &lt;br /&gt;
:Das erforderliche Holz brachte man in Warnemünde bald zusammen, aber es mangelte an Nägeln. &lt;br /&gt;
:Zwischenzeitlich setzte aus Rostock ein Strom an Waffen, Proviant und Husaren aus Rostock ein. &lt;br /&gt;
:Allein acht Wagen mit Gewehren, Piken und Munition waren in Rostock requiriert worden. Deren Verladungen scheiterten an dem fehlenden Umbau der Schiffe. Der Umbau wiederum an den noch nicht aus Rostock eingetroffenen Nägeln. &lt;br /&gt;
:Als schließlich Schills Adjudant von Baersch in Warnemünde eintraf um die Einschiffung von Truppen auf den requirierten Schiffen  zu kommandieren, sprach der ein Machtwort und ließ jede verfügbare Hand dazu kommandieren, aus Umzäunungen, Steganlagen und Gebäuden alle sichtbaren Nägel herauszuziehen und für die Stallanlagen auf den Schiffen zu gewinnen. &lt;br /&gt;
:Es kam auch eine ansehnliche Menge zusammen, allein die Zimmerleute erklärten sie alle für unbrauchbar. &lt;br /&gt;
:So wurde schließlich ein Kavallerist nach Groß Klein gesandt, um dort von einem Schmied  ausreichend Nägel zu holen. Zwischenzeitlich beklagten sich die Schiffseigentümer bei Baersch, wer ihnen den Verlust der Schiffe ersetze? &lt;br /&gt;
:Baersch sicherte zu, das Schill ihnen alles ersetze. &lt;br /&gt;
:Nach einem Tag trafen schließlich auch die Nägel ein und die Arbeit an den Pferdeställen begann. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den Vogt Lange die Weisung alle in den Warnemünder Häusern verfügbaren Töpfe und Pfannen zu requirieren und für die Truppen auf die Schiffe zu bringen, was bei den Bewohnern zu großem Wehklagen Anlaß bot. Man schickte auch Requirierungstrupps in die Dörfer der Umgebung um Futter und Lebensmittel zu beschlagnahmen. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann die Einschiffung der Husaren und ihrer Pferde. &lt;br /&gt;
:Gegen Abend erreichte den Kommandeur von Baersch die Meldung, das einige Husaren der Witwe Heberer ihren Wein mit Gewalt aus dem Keller geholt hatten. Der Kommandeur eilte sogleich mit einem weiteren Offizier  dorthin um die Marodeure zu verhaften. &lt;br /&gt;
:Einer von ihnen widersetzte sich und ward von von Baersch noch am Ort exekutiert und vor dem Haus verscharrt. &lt;br /&gt;
:Kurz darauf  erklärt von Baersch dem Vogt, dass er dessen Dienstmädchen Lene als Köchin mit auf sein Schiff nehmen wolle. &lt;br /&gt;
:Die entzog sich dem aber sogleich durch Flucht und versteckte sich zunächst im Pfarrhaus. &lt;br /&gt;
:Die Anzahl der höheren Offiziere, die in der Vogtei Quartier bezogen hatten und sich zwangsweise am Tisch des Vogtes Lange beköstigen ließen stieg unablässig. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann man bereits einzelne Schiffe auf die Reede auszuschiffen. &lt;br /&gt;
:Das zwei der erfahrenen heimischen Schiffer nacheinander die Segler auf eine Untiefe von Einheimischen „Lichtbogen“ genannt, auflaufen ließen, war sicher nicht deren Unerfahrenheit zuzuschreiben. Viel Zeit kostete nun deren Bergung um auch für die anderen Segler die Hafenzufahrt passierbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Am 28. Mai morgens hatten holländische Truppen Warnemünde von Westen her erreicht und versuchten nun durch Beschuß die gegnerischen Schillschen Truppen am Auslaufen zu hindern. &lt;br /&gt;
:15 Schiffe lagen bereits auf Reede. Das sechzehnte, geführt vom Schiffer Maas aus Rostock segelte eine viertel Stunde lang unter starkem Beschuß aus der Hafenausfahrt. &lt;br /&gt;
:Den Holländern gelang es nicht im weichen Dünensand die Kanonen richtig auszurichten, so dass sie immer wieder nur die Segel des Schiffes trafen. &lt;br /&gt;
:Zwei weitere Schiffe mit Husaren an Bord lagen noch in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Da ihnen die Ausfahrt offensichtlich nicht mehr gelingen würde, flüchteten die Schillschen an Land über den Strom und die Hohe Düne in die Rostocker Heide. &lt;br /&gt;
:22 Der Husaren gerieten jedoch bei der anschließenden Verfolgungsjagd noch in Gefangenschaft der Holländer. &lt;br /&gt;
:Ein Teil der holländischen Truppen quartierte sich nun in den Warnemünder Häusern ein und ließ sogleich erneut Lebensmittel requirieren. &lt;br /&gt;
:Einen Tag später ließen sie sich jedoch zur Hohen Düne übersetzen um die Schillschen Truppen weiter in Richtung Stralsund zu verfolgen. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tage war Warnemünde wieder militärfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1810 - Im Frühsommer des Jahres war die Franzosenherrschaft an der Ostseeküste so schwach, daß die Engländer kleinere Landungen wagten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 3. Juni war ein nach Russland bestimmtes, amerikanisches Schiff von einem in Warnemünde stationierten französischen Kaper aufgebracht worden. Als Reaktion landete eine englische Marine-Einheit, eroberte Kaperschiff &#039;&#039;&#039;und&#039;&#039;&#039; Beuteschiff. Sie entführten sodann beide aus dem Hafen. Die schwache mecklenburgische Wachmannschaft hatte sofort nach der Landung die Flucht ergriffen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Redoute 1912.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde Redoute (1912)]]&lt;br /&gt;
:Dieses Ereignis veranlasste den französischen Marschall Eckmühl dazu, umgehend stärkere, ausschließlich französische Truppen in Warnemünde zu stationieren. Damit einher ging sein Befehl an die Stadt Rostock, unverzüglich den Bau verschiedener Befestigungsanlagen in Warnemünde abzusichern und zu finanzieren. &lt;br /&gt;
:Um die Befestigungsanlagen mit einer Redoute als Kern in Warnemünde in kurzer Zeit herzustellen, hatte die Stadt Erdarbeiter, Zimmerleute und andere Handwerker aller Art, sowie sämtliches Bauholz aus der Rostocker Heide zu stellen. Die Bürgerschaft war zunächst unentschlossen. &lt;br /&gt;
:Am 7. September gibt das erste Quartier in der Beschluß-Findung dazu folgende Stellungnahme ab. „...ein außerordentlicher Holzhieb scheitert bereits daran, das nichts mehr zu entscheiden ist, außer, wie er praktisch ausgeübt werden kann. Besser ist, noch einmal den Forstinspektor Becker zu befragen und ihn ein Konzept fertigen zu lassen. ...“ &lt;br /&gt;
:Das zweite Quartier hat darauf nur noch zu erwidern, daß man den Holzeinschlag vorrangig in den Rövershäger Waldungen ausführen solle, da aus den damals ebenfalls im Rostocker Besitz befindlichen Willershäger Waldungen die Anfuhrkosten zu hoch seien. &lt;br /&gt;
:Die Entscheidung war somit gefallen und der Forstinspektor erhielt freie Hand. Noch in derselben Woche begannen alle seine Waldarbeiter in den Trassen der abgesteckten, zukünftigen Waldschneisen, das gesamte für den Warnemünder Redouten-Bau benötigte Holz einzuschlagen und damit es sich auch leicht transportieren ließ, gleich einen guten Untergrund für die Fuhrwege herzurichten. &lt;br /&gt;
:So entstanden nach einander die Meiershausstellenschneise von Wiethagen nach Meiershausstelle, die Trasse der heutigen Bäderstraße, als Forstweg, von Hinrichshagen nach Torfbrücke, sowie die Schneise vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise). Der unfertige Landweg von Hinrichshagen nach Markgrafenheide bekam nun als Transportweg zur Warnemünder Baustelle eine besondere Wichtigkeit und konnte 11 Jahre nach seinem Baubeginn, dem ursprünglichen Plan entsprechend, fertiggestellt werden und Beispiel gebend solide ausgeführt werden. &lt;br /&gt;
:Nach Abschluss der Bauarbeiten war selbst das bis dahin permanent opponierende zweite Quartier nunmehr von der Sinnhaftigkeit des entstandenen Wegenetzes überzeugt und machte der Forstverwaltung sogar Vorwürfe, warum man damit nicht schon eher begonnen habe. Von 1791 bis 1811 hatten sie dieses Projekt stets verhindert.&lt;br /&gt;
:Der Bau der Warnemünder Redoute zog sich bis Februar 1812 hin. Nur vierzehn Monate später, am Ende der Franzosenzeit, beschlossen die Hundertmänner am 12. April 1813 bereits den Abriss der Redoute. Da sich die Umsetzung des Abrisses aber laufend verzögerte, landeten schließlich am  26. August rund 100 Engländer, schickten die Bürgerwache der Warnemünder nachhause  und „demolierten“ die Redoute. Am folgenden Tage beendeten sie ihr Zerstörungswerk endgültig und sprengten die gesamte Anlage. &lt;br /&gt;
:Zwei Wochen darauf besichtigte die Stadtverwaltung die Trümmerstätte und befand: „..daß die Redoute sich nicht mehr ähnlich war.“ Beckers Waldschneisen dagegen haben bis in unsere Tage Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während des ersten Weltkrieges 1914-1918===&lt;br /&gt;
KFC 577&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erlebnisbericht eines damals 17jährigen Güstrower Gymnasiasten am 1.August 1914&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Am Nachmittag besichtigten wir das drei Wochen zuvor eingeweihte Brinckman-Denkmal.&lt;br /&gt;
:Bald darauf war, wie immer das Konzert der Rostocker Stadt-Theaterkapelle unter Leitung von Kapellmeister Schulz. &lt;br /&gt;
:Und weil es draußen so schön heiß war, zeigte sich der schattige Kurgarten gerammelt voll.&lt;br /&gt;
:Die Leute waren vergnügt und zufrieden.&lt;br /&gt;
:So gegen halb sechs wurden die Leute plötzlich ganz still, reckten die Köpfe und sprangen auf.&lt;br /&gt;
:Die Musik brach mitten im Stück ab.&lt;br /&gt;
:Durch die Gartenpforte kamen in Uniform ein Leutnant, ein Trommler, ein paar Mann, und bauten sich vor dem Musikpallion auf.&lt;br /&gt;
:Mucksmäuschenstill war es im Garten, als die Soldaten mit Trommelschlag abmarschierten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Als die Versammelten Minuten darauf in allgemeinen Jubel verfielen, lag es all ihrer Vorstellungskraft fern, das in dieser Stunde vier Kriegsjahre angebrochen waren, die an Grauen, Tod und Zerstörung alles Dagewesene übertreffen sollten.&lt;br /&gt;
:Wenige Stunden danach heulten die Schiffs-Sirenen über das sonst stille Warnemünde, vom Zollhafen kam in langsamer Fahrt eine U-Boot-Halbflottille den Alten Strom seewärts herauf.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auch U-9 unter dem später zum Kriegshelden glorifizierten Kapitänleutnant Weddigen war unter ihnen.&lt;br /&gt;
:Das Hurra der allgemeinen Kriegshysterie begleitete deren Ausfahrt.&lt;br /&gt;
:Am anderen Morgen war Warnemünde wie ausgestorben, die Baustelle mt den ersten Mauern des gerade begonnenen neuen Kurhauses lag nun für lange verweist, die Uhren gingen fortan in auch in Warnemünde anders.&lt;br /&gt;
:Einen jungen Fotorafn traf es dabei noch ganz persönlich.&lt;br /&gt;
:Angesichts der vielen Sommerfrischler  bereitete er die Eröffnung eines Fotoateliers vor.&lt;br /&gt;
:Auch einen kleinen Bankkredit hatte er dazu erkämpft.&lt;br /&gt;
:Aus Gram über die entschwindenden Urlauber vertrank er den Kredit.&lt;br /&gt;
:Tage später verpflichtete eine Kriegsverordnung dazu, Reisepässe mit Foto zu versehen.&lt;br /&gt;
:Für ein Atelier, um nun die riesige Nachfrage zu befriedigen, hatte er kein Geld mehr.&lt;br /&gt;
:Schon ein Jahr darauf war die Hysterie allgemeiner Ernüchterung gewichen.&lt;br /&gt;
:Selbst weit entfernt von der Front begannen Leid und Not spürbar zu werden.&lt;br /&gt;
:Warnemünde mit seiner Fährverbindung via Dänemark, dem Land wo Milch und Honig fließen, übte nun eine neue Anziehungskraft aus.&lt;br /&gt;
:Mehrmals täglich verließen Eisenbahnwaggons beladen mit Kohlen, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Obst, Fisch oder Zucker den Bauch der Fähre aus Dänemark.&lt;br /&gt;
:Im Ort kursierten geflügelte Sätze wie: &amp;quot;&amp;quot;Kohlen werden nicht geklaut sondern mitgebracht.&amp;quot;, &amp;quot;Wi hebben dragen as de Immen&amp;quot;, man war findig genug, sich auf dem Rangierbahnhof Zugang zu der nahrhaften Ladung der Waggons zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor wieren männigmal mier Addebors as Poggen.&amp;quot; Wenn eine Kartoffel-Ladung geplündert wurde.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder verstanden es, sich diese Quelle zu erschließen und ihr Los zu erleichtern.&lt;br /&gt;
:&amp;quot; Nicht selten gab es gar ein ein stilles Bündnis mit den Bahnangestellten.&lt;br /&gt;
:Im dezember 1915 stellte man so Ertappte vor Gericht.&lt;br /&gt;
:Unter den 39 Angeklagten aus Warnemünde und Umgebung waren allein 19 Bankangestellte.&lt;br /&gt;
:Die Anzahl der Diebstähle war nicht mehr feststellbar.&lt;br /&gt;
:Schuld nicht mehr persönlich zuordenbar, so dass [[das Verfahren]] schließlich im Sande verlief.&lt;br /&gt;
KFC 45 560-566 KFC 46 171-324 153S. Anklageschrift&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
====Die Bahnberaubungen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
HG&lt;br /&gt;
[[Die Bahnberaubungen in Warnemünde]] Auszug Tidingsbringer Nr.9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde in der Zeit des dritten Reiches und des zweiten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Franzosenlager auf der Hohen Düne====&lt;br /&gt;
(Quelle Dr. Reno Stutz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====* [[Das Kriegsende In Warnemünde am 1. Mai 1945]]====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Hafen mit Leuchtfeuern und Molen==&lt;br /&gt;
===Die erste Leuchte am Ost-Ende der Hohen Düne ab 1323 bis warscheinlich 1487===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Warnemünder Leuchtturm in  &amp;quot;die Wahrhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberuhmten alten See- und Hensestadt Rostock&amp;quot; von 1578 bis 1586 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1832 Bevor der Leuchtturm kam===&lt;br /&gt;
(Wilfried Steinmüller) (WG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Offensichtlich war ursprünglich ein hölzerner Bau geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Planung Leuchtturm Freim Abendbl Januar 1832.jpg|Eine Zeitungsmeldung im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; Januar 1832&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde die Leuchte um 1870.jpg|Die Leuchte, der 1836 erbaute Vorgänger unseres heutigen Leuchtturms, links daneben der Signalmast&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturm, das Wahrzeichen von Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemuende Leuchtturm im Bau.jpg|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm im Bau 1897/98]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leuchtturm Warnemuende vor 1905.JPG|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm vor 1905]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1898 wurde der Warnemünder Leuchtturm, heute wohl wichtigstes Wahrzeichen des Ostseebades seiner Bestimmung übergeben. Versucht man die Wurzeln seiner Entstehung zu ergründen,  entdeckt man in alten Quellen bald, daß die Überlegungen zur Errichtung eines solchen Bauwerkes schon viel weiter zurückliegen.&lt;br /&gt;
:Auch in den Zeitungen des 19. Jahrhunderts wiederspiegelt sich dieses Thema. &lt;br /&gt;
:So weiß das &amp;quot;Freimütige Abendblatt&amp;quot; in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts dazu folgendes zu berichten: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hinsichtlich der jüngst von hier gemeldeten Absicht, ein Feuersignal im Warnemünder Seehafen anzulegen, ist es allgemein zu bedauern, daß man weit davon entfernt scheint, die Ideen zum Grunde zu legen, die der verstorbene sehr unterrichtete und hellsehende Schiffskapitän Eichmann, ehemaliger Lehrer der Nautik hieselbst, in einer höchsten Ortes vor etwa 6 Jahren von ihm über die Frage an welchem Punkte der mecklenburgischen Seeküste es am vorteilhaftesten wäre einen ordentlichen Leuchtturm zu errichten, erforderten und eingereichten, überaus wohlgearbeiteten Denkschrift, über die, seiner Meinung nach, in Warnemünde allein am allernützlichsten und unentbehrlichsten zu verfügende Errichtung eines solchen Leuchtturms entwickelt hat. Der Referent hat dies Memoire damals gelesen, und erinnert sich noch mit Vergnügen der lichtvollen mündlichen Erläuterungen des einsichtsvollen Verfassers, so wie der Wärme, mit der er den seit einigen Jahren neugebaueten und mit englischen Leuchtinstrumenten versehenen Leuchtturm zu Cuxhafen als das vortreffliche Modell pries, dem man in Warnemünde zu folgen hätte. Aber freilich steht die hohe Nützlichkeit, ja unentbehrliche Nothwendigkeit einer solchen Anstalt, so wie ihre dem Muster nacheifernde Vortrefflichkeit, die der Referent vor fünf Jahren stundenlang zu untersuchen und zu bewundern Gelegenheit hatte, auch im Verhältnis zu den sehr erheblichen Kosten, die die Nachahmung zu Warnemünde erfordern würde; Kosten zu denen, wenn dieser Gedanke je ins Leben träte, Fürst und Land, aus den entscheidenden Gründen wahren Gemeinwohls, auf die Hälfte oder doch ein Drittel beisteuern müßten und könnten.&lt;br /&gt;
:Rostock den 30. Januar 1832&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Immer wieder bieten die so &amp;quot;hellseherischen&amp;quot; Gedanken jenes Kapitäns  Eichmann Stoff zur Diskussion über die längst fällige Errichtung eines Leuchtturmes und man kann ihn wohl getrost als geistigen Vater eines solchen Bauwerkes bezeichnen. Auch sonst bietet sein Wirken in Warnemünde noch reichliche Betätigungsfeld für die Warnemünder Geschichtsforscher.&lt;br /&gt;
:Der Anstoß war gegeben, aber bis zur Realisierung verging noch viel Zeit und das Thema bot im Freimütigen Abendblatt auch weiterhin reichlich Lesestoff, wie hier zum Beispiel drei Jahre darauf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was die schon vor mehreren Jahren beantragte Anlegung eines Leuchtturmes am Eingange des Warnemünder Hafens betrifft, so scheint diese Angelegenheit, obgleich sie, wie man erfährt, sowohl von den Seiten des Handels- als des Schifferstandes als sehr dringend empfohlen und von demselben auch bereits verschiedene annehmliche Offerten gemacht sein sollen, doch ganz in den Hintergrund gestellt zu werden, und vielleicht nur aus dem einzigen Grunde, weil die Rostocker Schiffahrt seit Jahrhunderten schon ohne Leuchtturm bestanden hat. Wohin aber sollen solche Grundsätze führen ? Man überzeuge sich doch endlich von der Nützlichkeit, ja von den Notwendigkeit dieser Einrichtung! Eben wegen des Mangels derselben scheiterte noch jüngst wiederum ein Schiff; denn das Ansegeln an die mecklenburgische Küste bei irgend trüber Witterung, besonders bei starkem Sturm und Seegange ist bekanntlich sehr gefährlich. Unsere Baubehörde wird deshalb wenn sie sich auch in dieser Hinsicht des Raths sachkundiger Männer bedient, gewiß keinen Anstand nehmen, auch diesem Gegenstande seine Erledigung zu verschaffen, zumal da bei den vorseienden Hafenbauten gewiß der Bau eines solchen Leuchtthurmes auf eine zweckmäßige und vieleicht minder kostspielige Art als sonst zur Ausführung gebracht werden kann.&lt;br /&gt;
:Rostock den 29. December 1835&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Folgejahr schließlich scheint die Sache in Gang zu kommen denn in der Augustausgabe steht zu lesen: :&amp;quot;Bei der am 16.des Monats stattgefundenen Grundsteinlegung zu dem auf der Düne Warnemünde´s zu erbauenden Leuchtthurm war leider der Mehrzahl der hier Anwesenden Fremden der zu dieser feierlichen Handlung angesetzte Zeitpunkt fremd geblieben, weshalb nur ein kleiner Teil derselben auf der bezeichneten Anhöhe sich versammelt hatte. Befremden mußte es wohl allgemein, daß von der obersten städtischen Behörde nichts geschehen war um diesem Actus auch in seiner äußerlichen Form eine festliche Bedeutung zu geben, das auch nicht eines ihrer Mitglieder gekommen war, um die Theilnahme an einem Werke an den Tag zu legen, welches dem Vaterlande zur Ehre und so vielen zur Rettung und zum Heile gegründet werden sollte. Freuen müssen wir uns aber andererseits, daß dennoch diese Handlung nicht ohne eine gewisse Solenität &#039;&#039;(Feierlichkeit)&#039;&#039; vollzogen wurde. Es hatte nämlich eine Dame aus Rostock (C.v.W.) diesen Gegenstand in einem Gedichte besungen, welches auf allgemeines Begehren ein gerade anwesender, sehr beliebter Redner, Herr Candidat Bartsch aus Rostock, nachdem er einige, dem Gegenstande angemessene Worte vorausgeschickt, auf eine dem Inhalte des Gedichtes vollkommen entsprechende Weise recitierte. Nachdem hierauf von dem Herrn Administranten des Baues ein Toast unter dem Klange der Gläser ausgebracht worden, wurde diese eben so einfache als ansprechende Feier beendigt. Wie es heißt, erreicht der Bau, unter der Leitung des Stadtbaumeisters Herrn Schwedtler, noch vor dem Winter seine Vollendung.&lt;br /&gt;
:Warnemünde d. 19. August 1836&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leider nennt uns die Zeitung jener Tage den Verfasser der Zeilen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1897/98 der Bau des Warnemünder Leuchtturms====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Nebel mussten Sondermaßnahmen durchgeführt werden (Hornsignale, Glocke, Nebelkanone). Die Entwicklung der Rostocker Segelschiffflotte zur größten im Ostseeraum mit 372 Schiffen im Jahre 1878 machte einen weiteren Ausbau der Hafeneinrichtungen zwingend notwendig. So wurde bereits im Jahre 1862 dem Rat der Stadt Rostock ein Entwurf vorgelegt zum Umbau der Hafenleuchte in Warnemünde zu einem vollständigen Leuchtturm mit prismatischem Laternenhaus. Aber erst im Jahre 1897/98 kam es dann zum Bau des Leuchtturms in seiner jetzigen Form. Davor waren durch Streitigkeiten über die Notwendigkeit und die Finanzierung des Leuchtturms mehr als 30 Jahre ins Land gegangen. Erbaut wurde der Turm unter der Leitung des Rostocker Hafenbaumeisters Karl Friedrich Kerner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Leuchtturm mit Signalmast 1904.jpg|thumb|600px|links|Der neue Leuchtturm und links daneben der Wetteranzeiger-Signalmast 1904]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde1904 Handskizze Ludwig Krause Bedeutung der Signale am Mast.jpg|thumb|450px|rechts|Handskizze des Historikers Ludwig Krause über die Bedeutung der Signale am Mast neben der Leuchte 1904]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Feuer wurde zunächst mit Petroleum betrieben, das aus dem Petroleumkeller, in dem 4 Petroleumbottiche untergebracht waren, heraufgepumpt werden musste. Im Jahre 1917 wurde das Licht auf Gas umgestellt. Um 1927 wurde der Leuchtturm auf elektrisches Licht umgestellt. Die Lampentypen wurden ständig dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Heute wird der Turm mit einer 250W/230V HQL-Lampe betrieben.&lt;br /&gt;
Das Linsensystem wurde von der Firma Picht &amp;amp; Co. Rathenow geliefert und eingebaut und tut noch heute in unveränderter Form seine Dienste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Auszug aus: &amp;quot;Verschwunden - Vergessen - Bewahrt, Denkmale der Rostocker Technikgeschichte&amp;quot; Hans-Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 1995  &lt;br /&gt;
*[[&amp;quot;Leuchtturm Warnemünde&amp;quot; Hans Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 2013&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=sYbcAokrAQw  Gerd Lau MV1 TV]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1968 Die Symbiose von Teepott und Leuchtturm als Warnemünder Wahrzeichen====&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1936.jpg |thumb|250px|rechts|Warnemünde mit Leuchtturm und Teepavillon 1936]]&lt;br /&gt;
;1926 Der runde &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht&lt;br /&gt;
:neben dem Warnemünder Leuchtturm in unmittelbarer Nachbarschaft, den der Volksmund schon bald nach seiner Eröffnung &amp;quot;Teepott&amp;quot; nannte. &lt;br /&gt;
:Er brannte 1945 ab.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Der Architekt Ulrich Müther und der Hyparschalenbau&lt;br /&gt;
;noch fortsetzen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Teepott 1979 OKR.jpg|400px|thumb|rechts|Inneres des Teepotts 1979]]&lt;br /&gt;
;1967/68 Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten.&lt;br /&gt;
: Eine Architektengruppe des Wohnungsbaukombinates Rostock um Stadtplaner Erich Kaufmann entwickelte das Gebäude des &amp;quot;Teepotts&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die statische Konstruktion eines Hyparschalenbaus erstellte dazu der Konstrukteur Ulrich Müther aus Binz. Die Dachkonstruktion besteht aus einer Membranschale, die Last der 1000 m2 umfassenden Dachfläche ruht auf nur drei Auflagenpunkten. Die Dachschale hat eine Dicke von 7cm.&lt;br /&gt;
:Die künstlerische Gestaltung führten Achim Kühn, Inge Jastram und Felix Büttner aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Teepott seit der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. &lt;br /&gt;
:Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Molen und Seezeichen===&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Becker beschreibt den Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen &lt;br /&gt;
:(Freimüthiges Abendblatt 1826):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;500px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 a wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen a&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 b wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fischerei==&lt;br /&gt;
(u.a. Warnemünder Jolle) noch einpflegen&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts===&lt;br /&gt;
:Niemand der nach Warnemünde kann sich dem besonderen Flair des Alten Stromes und des Fischereihafens an seinen beiden Ufern entziehen.&lt;br /&gt;
:Allein schon der Duft von frischem Räucherfisch zieht die Touristen magisch an.&lt;br /&gt;
:Lang ist die Tradition der Fischerei in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bereits 1494 befuhren nicht weniger als 30 Warnemünder Fischer ihre Fangplätze in der Ostsee und leisteten ihre Abgaben an den dänischen Vogt auf Schonen. Sie befuhren bzw. befischten die gesante südwestliche Ostsee.&lt;br /&gt;
:Die größte Länge der damaligen Fischerboote betrug ca. 6,30m und 2,20 Breite.&lt;br /&gt;
:Ab 1880 mußten die Fischer Registriernummern an Booten und Segeln führen, 1917 ergänzt durch &amp;quot;WA&amp;quot; vor der Registriernummer.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder selbst befaßten sich ungern mit dem Bootsbau und überließen das den Tischlern und Stellmachern aus Groß-Klein.&lt;br /&gt;
:Gefischt wure mit Stellnetzen, Waden Reusen, Angeln und Eisen.&lt;br /&gt;
:Die Netze und Angeln wurden in Warnemünde gefertigt und in der heutigen Friedrich-Franz-Straße entstand die erste 250m Reiferbahn.&lt;br /&gt;
:Aber nicht nur gefischt wurde von den Warnemündern sondern sie verkauften ihre Fänge zu großen Teilen auch selbst.&lt;br /&gt;
:In erster Linieg boten sie ihre Fänge regelmäßig auf dem Rostocker Markt an.&lt;br /&gt;
:Da der Markt bereits um 8.00 Uhr öffnete, mußte die Ausfahr zum einholen der Netze schon morgens zwischen 1 und 2 Uhr erfolgen.&lt;br /&gt;
:Leider wurden nie Aufzeichnungen über Fangmengen und erzielte Preise gemacht.&lt;br /&gt;
:Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wares den Warnemünder Fischern per Rostocker Edikt strikt untersagt auf dem Breitling zu fischen. Das war den Rostocker Fischern, die ihren Standort uweit der Petribrücke hatten, vorbehalten.&lt;br /&gt;
:Wenn aber Rostocke fischer nach Warnemünd kamen, hieß es &amp;quot;Vorsicht die Türken kommen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das hatte aber nichts mit Bewohnern die aus der Türkei kamen zu tun,sondern ein einstiger Rostocker Fischmeister hieß Thürk und wurde zum Namensgeber dieses Ökelnamens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 50iger Jahren wurde in Warnemünde eine sehr leistungsfähige FPG (Fischerei-Produktionsgenossenschaft) gegründet.&lt;br /&gt;
:Es entstand eine neue Löschhalle zur Übernahme des gerade angelandeten Fisches und eine Fischverarbeitungsstätte.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlich angelandeten Fische waren Ostsee-Hering, Dorsch, Steinbutt, Scholle und Lachs.&lt;br /&gt;
:Edelfische gingen in den Export, Hering und Dorsch kamen in die genossenschaftseigenen Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Fischverwertungsgenossenschaft Warnemuende.JPG|Fischverwertungsgenossenschaft Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:FPG Warnemuende.JPG|Fischerei-Produktionsgenossenschaft (FPG) Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:Fischverarbeitung Warnemuende.JPG|Fischverarbeitung in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem Umbruch 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1990 verzeichnete die heimische Fischerei wegen der einströmenden Fisch-Importe, besonders aus Holland, mit der Kutterfischerei in Warnemünde rapide bergab.&lt;br /&gt;
:Heute gibt es nur noch drei privae Kutterfischer, die ums Überleben kämpfen.&lt;br /&gt;
:Eine Reihe der darüber hinaus verbliebenen Kutter führen oft Angeltouren für die zahlreichen Touristen durch.&lt;br /&gt;
:Deren Tour-Angebote sind sehr beliebt und sind meist lange voraus ausgebucht.&lt;br /&gt;
:Trotz des Niederganges der Küstenfischerei ist das Flair eines Fischereihafens geblieben und dort fangfrischen Fisch geräuchert oder als Bismark-Hering angeboten haben auch eine zusätzliche Anziehungskraft Warnemünde und die Fischer zu besuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Lotsenwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Lotsenordnung von 1782]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Lotse und das Einlaufen in den Hafen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Lotsenordnung 1782 01.jpg|300px| rechts| Die Rostocker Lotsenordnung von 1782 a]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Schwierigkeit der Hafeneinfahrten erforderte, dass das Schiff von einem Spezialisten in den Hafen geführt wurde, der alle Tücken des Fahrwassers genau kannte, das ist der Lotse.&lt;br /&gt;
:Seine Verantwortung ist groß, größer als sie Brinckmans humoristische Charakteristik im „Kasper Ohm“ erkennen läßt: „Loots is´n Loots ´n Kierl, de sein Schuldigkeit doon mööt, Haaben rin un Haaben ruut, süs ward he oewer Buurd smäten, un doför kriggt he sein Betalung!“&lt;br /&gt;
:Weit draußen vor der Hafeneinfahrt warten  die Lotsenboote bei jedem Wetter auf Schiffe, die den Hafen anlaufen wollen.&lt;br /&gt;
:Über die Tätigkeit der heimischen Lotsen wird mancherlei erzählt:&lt;br /&gt;
:Fiew Lotsen wieren hier in Warnemünd in´t Boot. Dree bleben langsiet un maakten naher dat Schipp fast. Twee stegen oewer.&lt;br /&gt;
:De Warnmünner Lotsen säden, wenn se an Buurd güngen: Klaas, gah du an´t Stier, ik gah an´t Kommdier („Ich regier“, ich gebe die Kommandos).&lt;br /&gt;
:De Lotsen smus´ten solang´rüm up´t Schipp bi´n Kaptain, un güngen nich ihrer von´t  Schipp, bet se´n Foi kreegen.&lt;br /&gt;
:Näherte sich ein Schiff der Warnemünder Reede, dann fuhren in einem Eifer, Geld zu verdienen, die Lotsen oft schon aus, ehe das Schiff die Lotsenflagge zeigte, dann gab es aber gelegentlich bittere Enttäuschung.&lt;br /&gt;
:Wenn de Warnmünner Lootsen ruutführt wieren mit ehr Boot un dat Schipp denn oewer Stagg güng un na buten fohrt, denn schüllen de Lotsen „Dat is´n Heichler“ („Das ist ein Heuchler“, er tat nur so, als wollte er den Hafen anlaufen.)&lt;br /&gt;
:Wi Lotsen säden, wenn en Schipp oewerkrüzen ded`vör.nHaben: „Dat is´n Bidewinner (Das Schiff segelt bei dem Winde).&lt;br /&gt;
:Wenn es so stürmisch war, dass die Lotsen nicht hinauskamen, gab es ein Aushilfsmittel, das Schiff in den Hafen zu lotsen, denn würd de Windbaak bruukt.&lt;br /&gt;
:Dat wier up´t Warnmünner Spill ´ne Flagg mit´n langen Staken, dor winkten se mit.&lt;br /&gt;
:Wenn slicht Wäder wier, dat de Lotsen nich ruutgahn künnen, würd mit de Windbaak winkt.&lt;br /&gt;
:Wo de henwinkt, dor mööt he´t Roder henleggen.&lt;br /&gt;
:Wenn hoges Wäder wier un de Strom dull uutloopen ded, würden mit de Windbaak Tecken gäben.&lt;br /&gt;
:Wenn dat Schipp to läg´stüern ded´, würd dormit  winkt, he süll na de anner  Siet stüern.&lt;br /&gt;
:Wnn keen Wind wier un de Strom in War´münn  hart utloopen ded´, dat dat Schipp dor nich gegenankünn, denn müßten de ollen Lotsen dat Schipp rintrecken. Denn geew de Schipper´n Soopji uut.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren Lotsen, dee all up´t Ollendeel wieren. &lt;br /&gt;
:Früher wier dat jo all schier un glatt an´n Strom (es ist gemeint, dass am Strom entlang habe ein glatter Weg geführt.)&lt;br /&gt;
:De Lien würd an´n Mast bunnen.&lt;br /&gt;
:De Treckers hadden´n Trecksädel, dor wier´n höltern Knoop aan.&lt;br /&gt;
:Wenn´n Schipp fastkeem bi de Infohrt, würd dat Gangspill dreiht, dorbi würd ok sungen.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl, dorbi müßt he sik mit de Bost upleggen. Dat keem vöör, dat he dorbi ringahn ded´ in´t Water.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren vier bet söß Mann, oder twee Pier tröken.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl. &lt;br /&gt;
:(Richard Wossidlo WRQG 1940 )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende===&lt;br /&gt;
* [[Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende|Warnemünder Lotsenkapitän Stefan Jantzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Zollwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zollamt am südlichen Ende der Häuserreihe am Strom wurde 1891/92, wahrscheinlich vom Stadtbaumeister Gustav Dehn erbaut. (WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Zollwesen in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde um 1900 der Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Kaiserliche Zollamt.jpg|Der kaiserliche Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Zollamt.&lt;br /&gt;
Datei:AK Zollamt Warnemuende circa 1917.jpg|Das Zollamt auf einer Ansichtskarte 1917.&lt;br /&gt;
Datei:Zollamt Warnemuende circa 1990er.jpg|Das Gebäude des ehemaligen Zollamtes in den 1990er Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Kirchen und die drei Friedhöfe von Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Jahrhunderte sind in Warnemünde mindestens vier Kirchen nachweisbar.  Zwei frühe Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert fielen den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Rostock und den Dänen zum Opfer.&lt;br /&gt;
Die erste steinerne Kirche wurde um 1280 wahrscheinlich auf Veranlassung des Doberaner Klosters erbaut, was zur Folge hatte, das das Kloster auch über eine sehr lange Zeit deren Kirchenpatronat inne hatte. Als Rostocker die Kirche nach einem Sieg gegen die Dänen abbrannten, wurde dieser Frevel sogar dem Papst in Rom gemeldet. &lt;br /&gt;
Die Stadt wurde im Dezember 1312 mit dem Bau einer neuen hölzernen Kirche beauftragt, die aber ebenfalls durch Feuer zerstört wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die alte Kirche mit ihrem Friedhof bei der Vogtei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Vorläufer der heutigen Kirche war ein Gotteshaus, das ganz in der Nähe des Alten Stroms einige Meter nördlich von der Vogtei stand und Anfang des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut worden war.&lt;br /&gt;
:Sie hatte an der Südseite zwei Anbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der &amp;quot;Alte Kirchhof am Strande&amp;quot;===&lt;br /&gt;
:noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die neue Kirche===&lt;br /&gt;
:Da die Einwohnerzahl von Warnemünde ständig wuchs und die alte Kirche (&amp;quot;Fischerkirche&amp;quot;) zunehmend baufällig wurde, begann im September 1867 die Errichtung eines neuen Gotteshauses. &lt;br /&gt;
:Am 1.10.1871 fand in Gegenwart des Großherzogs Friedrich Franz II. die feierliche Einweihung statt. &lt;br /&gt;
:Das Gotteshaus entstand nach einem Entwurf des Rostocker Baumeisters Wilhelm Wachenhusen. &lt;br /&gt;
:Der kreuzförmige Backsteinbau birgt wichtige Bestandteile von der Innenausstattung der alten Warnemünder Kirche. &lt;br /&gt;
:Zu den bemerkenswetesten Gegenständen dürfte die überlebensgroße Schnitzfigur des heiligen Christophorus (Ende 15.Jh.) gehören. &lt;br /&gt;
:Die alte &amp;quot;Fischerkirche&amp;quot; wurde 1874 abgerissen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Geschichte am Rande:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Das zum Kirchspiel Warnemünde gehörende Dorf Diedrichshagen, das zuvor noch in Schwaan eingepfarrt war, kam nach dem Dreißigjährigen Krieg unter das Dach der Warnemünder Kirche.&lt;br /&gt;
:Dort in der alten Kirche am Ufer des &amp;quot;Alten Stroms&amp;quot;, befand sich vor der Ostwand die geschnitzte, überlebensgroße Figur des heiligen Christophorus.&lt;br /&gt;
:Als 1871 nun die neue Kirche fertiggestellt war, sollte die große Figur nicht mehr übernommen werden.&lt;br /&gt;
:Besonders die Diedrichshäger Pfarrkinder protestierten dagegen und erklärten, ohne Christophorus würden sie keine Ababen mehr leisten, sondern sich selbst eine Kirche bauen.&lt;br /&gt;
:Sie waren alter Überlieferung gemäß hier nur so lange eingepfarrt, wie die Figur im Gotteshaus stünde.&lt;br /&gt;
:Die Kirchenleitung gab klein bei, und der Schutzpatron der Reisenden blieb dem Gotteshaus und uns bis heute erhalten.&lt;br /&gt;
* [http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/fullscreen/PPN407465633d2731312e30312e30312e27_40636c6173736e756d3d273236312e27_407369673d2733352f3320303227/1/ Grundriß der neuen Kirche]&lt;br /&gt;
* [[Die neue Warnemünder Kirche im Schlie Bd.1 S.285-291]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Kirchenplatz um 1875 a.jpg|Kirchenplatz mit neuer Kirche um 1875&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünder Pfarrkirche um 1900.jpg|Die Warnemünder Pfarrkirche um 1900&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Inventarteile die aus der Vorgängerkirche übernommen wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Schnitzalter von 1475 (angeblich eine Danzige Arbeit, über See nach Warnemünde verschifft)&lt;br /&gt;
:Im Schrein befinden sich zwei Gruppen von Heiligen jeweils unter Maßwerkbaldachinen, dazu 3 Heilige in den Flügelaußenseiten.&lt;br /&gt;
:- Kanzel mit Schalldeckel von 1591&lt;br /&gt;
:- Heiliger Christophorus - monumentale Schnitfigur vom Anfang des 16. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder machten ihn zum Schutzheiligen des Ortes&lt;br /&gt;
:Einer Legende nach sollte der Christophorus Tränen vergießen können.&lt;br /&gt;
:Einer weiteren Legende nach lebte in der Frühzeit Warnemündes in der Nähe der Vogtei ein Mann, der Leute bei Bedarf gegen einen kleinen Obolus über den damals noch flachen Strom trug. Er galt als Sinnbild des Warnemünder Christophorus.&lt;br /&gt;
:- Altargemälde mit Kreuzigungszene von Gustav Stever um 1870&lt;br /&gt;
:- Zwei Pastorenporträts: J.Albinus gest. 1670 und N.Bims gest. 1724&lt;br /&gt;
:- Gestühlwangen mit Inschriften und Hausmarken 16.-18.Jh.&lt;br /&gt;
:- Truhe von 1620&lt;br /&gt;
:- Glocke von 1434&lt;br /&gt;
:- Votivschiffe von 1820 und 1885 (Dankesgabe von in Seenot geratenen und geretteten Seeleuten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei der Sturmflut vom 12.-14. November 1872 retteten sich viele Einwohner in die Kirche, als Warnemünde nach dem Durchbruch der Dünen westlich des Ortes wie auf einer Insel lag. Zuletzt mußten die Geretteten auf die Bänke steigen, während draußen Lotsenkommandeur Stephan Jantzen  mit seinen Lotsen Menschen aus unmittelbarer Gefahr rettete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der neue Friedhof===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Denkmalgeschichten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für John Brinckman im Warnemünder Kurpark===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Brinckman Stein b.JPG|thumb|450px|rechts|Warnemünde Brinckman-Stein im Kurpark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Ein Dichter und sein Gedenkstein - John Brinckman kam zur Kur ins Seebad&amp;quot;====&lt;br /&gt;
:(Autor: Ronald Piechulek in Ostsee-Zeitung 22.11.2002)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 18. September 2001 wurde der John Brinckman-Gedenkstein am Kurhausgarten gegenüber dem Institut für Ostseeforschung &#039;&#039;(nach 1914 zum zweiten Mal)&#039;&#039; eingeweiht.&lt;br /&gt;
:Zum Dichter und zur Geschichte des Steins recherchierte der Warnemünder Ortschronist Ronald Piechulek:&lt;br /&gt;
:John Frederick Brinckman wurde am 3.Juli 1814 in der Rostocker Koßfelder Straße als zweiter Sohn einer Kapitänsfamilie geboren. Er war sieben Jahre alt, als Warnemünde erstmals als Badeort erwähnt wurde. John Brinckman der sich zur Seefahrt hingezogen fühlt, erlebte, wie im Jahre 1834 der Dampfer &amp;quot;Rostock-Packet&amp;quot; seine regelmäßigen Fahrten zwischen Warnemünde und der Stadt aufnahm 1834 ließ er sich an der Rostocker Universität immatrikulieren und studierte bis 1837 Jura und Philosophie. Die akademische Laufbahn fand ein jähes Ende, als John Brinckman am 26.September 1838 wegen &amp;quot;versuchter Stiftung eines verbotenen Vereins&amp;quot; an der hiesigen Universität zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Diese Strafe brauchte er aufgrund eines Gnadenerlasses des Großherzoges jedoch nicht zu verbüßen.&lt;br /&gt;
:Diese und andere Erlebnisse bewogen Brinckman. 1839 seiner Heimatstadt den Rücken zu kehren und in den USA sein Glück zu versuchen. Das Heimweh und die Nichterfüllung seiner Wünsche und Vorstellung ließen aber John Brinckman 1842 nach Mecklenburg zurückkehren. Nach mehreren Anstellungen in verschiedenen mecklenburgischen KLeinstädten führte ihn sein Weg nach Güstrow, das nun seine Wahlheimat werden sollte. Dennoch zog es ihn immer wieder nach Rostock zurück.&lt;br /&gt;
:Brinckman weilte von 1850 bis 1870 jeweils in den Sommerferien in Warnemünde anfangs allein, später mit der gesamten Familie. &lt;br /&gt;
:Sie fand Unterkunft in dem Haus am Strom Nr. 35.&lt;br /&gt;
:Seine schwankende Gesundheit zwang den Dichter, in den letzten Lebensjahren dem eindringlichen Rat seines Arztes zu folgen und in Warnemünde , das für seine Heilkuhren berühmt war, Erholung zu suchen.&lt;br /&gt;
:Bei den Warnemündern war Brinckman ein gern gesehener Gast. Am Tage saß er stundenlang am alten Strom, snackte mit den Fischern und Lotsen Platt und ließ sich von ihnen Geschichten erzählen, die sicherlich einmal in seinen Werken Niederschlag finden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Wihred, hollen bi de Enthüllungvon den &amp;quot;John Brinckman-Steen&amp;quot;, in Warn´münn von H. Burmeister-Rostock&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
;(Weiherede gehalten bei der Enthüllung von dem &amp;quot;John Brinckman-Stein&amp;quot;, in Warnemünde von H.Burmeister_Rostock]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 38 am 16.Juni 1914 S.335/336)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;John Brinckman - Taun´n 100. Geburtstag (3.Juli 1914)&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 34, 4.Juli 1914)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Reuter-Stein und die Reuter-Eiche bei der Sedan-Wiese===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche erfolgte anlässlich des 100. Geburtstages der Schriftstellers am 6. November 1910. Stein und Eiche befanden sich an der damaligen Sedan-Wiese. Diese Wiese, die an den vorentscheidenden Sieg der deutschen Armee nahe der französischen Stadt Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870/71 erinnern sollte, befand sich westlich des damals neuen Warnemünder Friedhofs und heutigen „Stephan Jantzen-Parks“. Zur Einweihung findet sich in der Rostocker Zeitung vom 8. November 1910 eine Meldung über „Die Reuter-Jubiläumsfeier des Plattdeutschen Vereins in Warnemünde“. Darin heißt es: „In unmittelbarer Nähe der Küste, etwas unterhalb der Dünen pflanzte der Plattdeutsche Verein in Warnemünde zum Andenken an den Dichter eine Eiche und setzte dazu einen Denkstein mit einer Inschrift. Die Feier fand unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft statt. Ein stattlicher Festzug bewegte sich vom Vereinslokal zu dem in Aussicht genommenen Platz in den neuen Anlagen. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden des Plattdeutschen Landesverbandes, Herrn Burmeister aus Rostock, übernahm Vogt Rechtsanwalt Beselin im Namen des Ortes Eiche und Denkmal. (…)“&lt;br /&gt;
Der Stein mit dem Namen und den Lebensdaten des Heimatdichters sollte die Eiche markieren. Es ist derzeit unklar, ob die ursprünglich gepflanzte Eiche noch existiert. Ungeklärt ist auch, was aus dem Stein wurde. Wie bei anderen Gedenksteinen aus Warnemünde, hält sich auch hier das Gerücht er sei im Fundament des Neptunhotels verbaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.jpg|Ansichtskarte mit Gruppenfoto des Plattdeutschen Vereins zur Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche 1910.&lt;br /&gt;
Datei:Ausschnitt AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.JPG|Reuter-Stein und Reuter-Eiche in Nahaufnahme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pressemeldung zur Vorbereitung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche im Rostocker Anzeiger vom 27.10.1910]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Fritz Reuter-Stein vor der Warnemünder Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Reuter-Stein Warnemuende.jpg|Der Warnemünder Reuter-Stein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bismarck-Stein auf der Promenade===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck Spoek-Stein Warnemuende.jpg|Der Bismarck-Stein vor seiner Aufstellung&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck-Stein Warnemuende.JPG|Der Bismarck-Stein auf einer alten Postkarte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) erhielt auch in Warnemünde Ehrungen und Denkmäler. So wurden unter anderem die Promenade und die anliegende Heinrich-Heine-Straße nach ihm benannt. Eine weitere Würdigung erhielt Bismarck in Warnemünde in der Form eines Gedenksteines, der am 25. August 1907 auf der Promenade feierlich eingeweiht wurde. Verbunden mit verschiedenen Ehrerbietungen, Reden und Kranzniederlegungen, wurde der Gedenkstein festlich enthüllt. Das Denkmal fand seinen Standort mitten auf der belebten Promenade und war mit dem Schriftzug „Bismarck zum Gedächtnis“ verziert.  Durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde dem Bismarck-Gedenkstein nach Kriegsende zunächst sein Schriftzug entfernt, bevor er 1968 endgültig von der Promenade verschwand. Versuche, den schweren Koloss an einen anderen Standort zu verlegen scheiterten und hatten die Sprengung des ehemaligen Denkmals zur Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Einweihung 1927.jpg|Einweihung des Kriegerdenkmals 1927&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Namen.jpg|Kriegerdenkmal Warnemünde: Blick auf die Namensliste&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Abriss.JPG|Kriegerdenkmal Warnemünde: Abrissarbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund SVZ 23te Januar 2006 a.jpg|thumb|450px|links|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ 23. Januar 2006]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund OZ 27te Januar 2006.jpg|thumb|600px|rechts|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ  2006]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Geinitz-Stein an der Stoltera===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Geinitz-Stein Warnemuende.JPG|Der Geinitz-Stein an der Stolteraa&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eugen Geinitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Gedenktafeln===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten auf den Warnemünder Gedenktafeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Opfer von Krieg und Gewalt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kunst im öffentlichen Raum in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Denkm%C3%A4ler,_Brunnen_und_Skulpturen_in_Rostock Wikipedia-Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Rostock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Planetenweg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder Planetenwanderweg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionspflege, Kultur und Vereinsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Reichsgründung 1871 entfaltete sich auch in Warnemünde ein reges Vereinsleben: Gesangsvereine, Ortsinteressenverein, Sportvereine etc. gründeten sich. Der erste Verein in Warnemünde, der eindeutig der Traditionspflege zuzuordnen ist, war der 1902 gegründete &amp;quot;Plattdeutsche Verein für Warnemünde und Umgegend&amp;quot;. In der Zeit der DDR waren es verschiedene Zirkel der Warnowwerft und insbesondere der Kulturbund der DDR, die die Kulturarbeit im Ort maßgeblich prägten. Nach der Wiedervereinigung kam es zu zahlreichen Vereinsgründungen, z.B. der Gemeinnützige Verein für Warnemünde e.V. (kurz Warnemünde-Verein), der Warnemünder Sportverein e.V. oder auch der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. (kurz Leuchtturm-Verein). Einige Vereine sehen sich dabei in der Tradition mit ihren historischen Vorläufern, wie z.B. der Warnemünder Segel-Club e.V. und der Tennisverein Blau-Weiß Warnemünde e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Klaashahns===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1963 waren es acht junge Segler aus der Betriebssportgemeinschaft der Warnowwerft, die zusammen kamen, um die Abende gemeinsam mit dem Singen von Seemannsliedern und Shantys zu verbringen. Sie selbst fanden Gefallen daran und auch zufällige Zuhörer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Auftritt der Sänger fand am 7. Mai 1964 im Warnemünder Veteranenclub mit großem Erfolg statt. Erst danach beschloss man, eine Shantygruppe zu bilden und sich den Namen „De Klaashahns“ zu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründungsmitglieder der Shantygruppe waren: &lt;br /&gt;
Edwin Lenz, Uwe Jahnke, Kurt Jahnke, Dietrich Zager, Siegfried May, Helmut May, Christian Rösler, Lutz Buchmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Trachtengruppe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trachtengruppe wurde 1976 gegründet und setzt sich seither für die Erhaltung und Pflege der Traditionen des Ortes ein. Dazu gehören insbesondere die alten Volkstänze, aber auch die niederdeutsche Sprache. Bei ihren Auftritten tragen die Mitglieder Trachten, wie sie um 1840 in Warnemünde getragen wurden. Einmal jährlich im Juli organisiert die Trachtengruppe das &amp;quot;Warnemünder Trachtentreffen&amp;quot;. Die Mitglieder der Trachtengruppe präsentieren seit 1976 im Zuge des &amp;quot;Warnemünder Ümgangs&amp;quot; historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Ümgang===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brauch des „Ümgangs“ geht zurück ins 14. Jahrhundert. In jedem zweiten Jahr wurde der Öllermann, der Wortführer des Altermänner-Kollegiums, gewählt. Gleichzeitig wurden die Steuereinkünfte von den Bürgerältesten abgerechnet.&lt;br /&gt;
Anschließend führte ein Umzug vorbei an Pfarre und Vogtei durch den Ort – auch gedacht als Repräsentanz der Warnemünder gegenüber Rostock. Diesen Brauch pflegte man bis 1850, in vereinfachter Form sogar bis 1909.&lt;br /&gt;
Als Bestandteil des Warnemünder Sommerfestes, heute im Rahmen der Warnemünder Woche, wird seit 1976 der „Warnemünder Umgang“ (seit 2001 „Nieger Ümgang“) durchgeführt.&lt;br /&gt;
Mitglieder der 1976 gegründeten Warnemünder Trachtengruppe verkörpern seither historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen. &lt;br /&gt;
Seit 1979 werden auch die sogenannten Ümgangsstäbe mitgeführt. Sie symbolisieren die drei wichtigsten Warnemünder Berufsstände: Fischer, Schiffer und Schiffbauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 01.jpg|Ümgang 1979.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1986.jpg|Ümgang 1986.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 02.jpg|Auf der Bühne am Leuchtturm, 1979.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünde-Verein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturmverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot;. Keimzelle für die Entstehung des Fördervereins war der Wunsch den Leuchtturm nach der Wende von 1989/90 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hauptinitiator hierbei war der damalige Rostocker Denkmalpfleger Gerhard Lau. Er und andere Enthusiasten, die sich schnell für diese Idee begeistern konnten, überzeugten den Bürgermeister der Stadt Rostock und das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) von dieser Idee.&lt;br /&gt;
Da weder die Stadt noch das WSA Personal hatten, um den Turm zu betreuen, wurde am 22. April 1994 daher der &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot; gegründet.&lt;br /&gt;
Das WSA, die Hansestadt Rostock und der „Leuchtturmverein“ einigten sich zugleich auf die Schließung eines Überlassungsvertrages zur Bewirtschaftung des Leuchtturms, der am 24. April 1994 direkt vor dem Leuchtturm unterzeichnet wurde. Der Turm ist seither unter der Obhut der Warnemünder Leuchtturmmänner wieder für alle geöffnet die den Aufstieg wagen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Einst und jetzt ein Stück Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der ursprüngliche &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine kleine Warnemünder Jolle rudert von schnellen kräftigen Schlägen getrieben die Warnow herauf.&lt;br /&gt;
:In dem Boot sitzt ein Mann mit seiner Frau. Schon von weitem wird es in Rostock als das des Tidingsbringers erkannt und spannungsvoll erwartet. Jetzt schießt es an das Bollwerk heran. Ein kleiner Mann springt ans Ufer, der Schweiß perlt ihm von der Stirn.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was gibts Neues, Jungmann, wer ist heute binnengekommen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Aber vergeblich sind alle Fragen. Der Tidingsbringer weiß genau, von wem er den klingenden Lohn für seine Neuigkeiten zu erwarten hat. Keine Sekunde darf verlorengehen, an niemand die Nachricht, die er bringt, vorzeitig verraten werden.&lt;br /&gt;
:Atemlos eilt er durch das Fischertor und verschwindet in der Strandstraße. Zuerst klopft er an die Tür des Steuermanns Schütz.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gute Nachricht Frau Schütz, Kapitän Lembke ist mit der Anna Maria im Ansegeln vor Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Ihr Mann wrd heute abend noch in den Hafen kommen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Diese dankt hocherfreut und lässt ein Silberstück in die Hand des Tidingsbringers gleiten.&lt;br /&gt;
:Weiter führt ihn sein Weg jetzt zur Wohnung des Kapitäns Krahnstöver und von dort zu den anderen Schiffer- und Steuermannsfamilien, denen er gleichfalls die freudige Mitteilung  machen kann, dass günstiger Wind die Schiffe mit ihren Angehörigen auf Warnemünde zusteuern lässt.&lt;br /&gt;
:Der letzte Gang gilt den weiter im Innern der Stadt gelegenen Kontoren der Reeder. Hier nimmter sich schon etwas mehr Zeit zur ausführlichen Berichterstattung, denn er ist sicher, dass ihm nun keiner mehr mit der Meldung der neuesten Schiffsnachrichten zuvorkommen wird.&lt;br /&gt;
:Bevor nach 1850 wegen des langen und beschwerlichen Landweges die Dampfer zum Hauptverkehrsmittel wurden und 1863 der Anschluss Warnemündes an das Telegrafennetz erfolgte, gab es zwei besoldete Tidingsbringer (auch Tidungenbringer) als Nachrichtenübermittler zwischen Rostock und seinem Vorhafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Über Bewegungen im Rostocker Schiffsverkehr, über Abgangszeiten, Bestimmungsort und mutmaßliche Rückkehr wussten diese genauso Bescheid, wie über Namen, Größe, Takelung und Kapitäne der Fahrzeuge, die sie mit dem Fernrohr durch Besonderheiten an Rumpf oder Takelage erkannten.&lt;br /&gt;
:(Auszug aus: Tidingsbringer - Ein Warnemünder Bäderjournal&amp;quot; Jahrgang 01 1996/1997 S.129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Im Jahre 1995 trafen sich Mitglieder des Leuchtturmvereins Warnemünde e.V. mit den beiden Verlegern Dr. Mathias Redieck und Achim Schade um einen neuen Tidingsbringer aus der Taufe zu heben, diesmal nicht vordergründig mit dem Ziel den Seemannsfamilien und Schiffsreedern Ankünfte oder Abreisen von Schiffen und ihren Besatzungen zu vermelden, sondern um alte und neue Nachrichten aus Warnemünde weit ins Land zu übermitteln.&lt;br /&gt;
:Damals ahnten sie nicht, das dieses, jährlich zwischen zwei Buchdeckeln randvoll mit spannenden &amp;quot;Tidings&amp;quot; &#039;&#039;(Nachrichten)&#039;&#039; gefüllte Medium in den nun folgenden zweieinhalb Jahrzehnten, seine Nachrichten hinaus bis nach Japan, Australien, Afrika und Amerika tragen wird. Selbst nach 30 Jahren (Stand 2025) halten noch immer viele Autoren Geschichte und Geschichten um Warnemünde und seine Menschen fest, bis eines Tages, warscheinlich wieder abgelöst durch neue Medien, auch wieder eine neue Form der Nachrichtenübermittlung wachsen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Warnemünder Geschichte(n) in mehr als 20 Bänden]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Tidingsbringer - Register der Band-Inhalte]] von Band 1- Band 25&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Segel-Club===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 gegründet ist der WSC seit 1926 Organisator und Veranstalter der Warnemünder Woche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Sportverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Edvard Munch Haus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Museumsverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Schulwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
(in Bearbeitung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schule wird für Warnemünde schon im 16. und 17. Jahrhundert erwähnt. Friedrich Barnewitz schreibt in seiner Ortschronik (1925), dass 1578 ein Schulmeister erwähnt wird und 1619 eine neue Schule errichtet wurde. Bis 1836 handelt es sich, wie vielerorts, um eine einklassige Schule. Barnewitz schreibt, dass die Warnemünder ihre Kinder nach eigenem Gutdünken zur Schule bzw. zum Küster schickten (beim Küster waren meist die 4- bis 6-jährigen Kinder). Die älteren Kinder mussten häufig durch Arbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Um 1800 überzeugte Pastor Schmiedekampf die Warnemünder ihre Kinder wenigstens von November bis Ostern zweimal wöchentlich zur Schule zu schicken. 1899 kam es zur Einrichtung einer Knabenschule. Am 1.4.1915 wurde die neue Schule in Fritz-Reuter-Straße eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Fritz Reuter-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Heinrich Heine-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerk in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Mühle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Mühle.jpg|thumb|300px|rechts|Die Warnemünder Mühle]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vom Fähr-, Fischer-, Lotsen- und Hafenort zum Ostseebad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fähren nach Dänemark===&lt;br /&gt;
=====Die Post- und Passagier-Schiffsverbindung nach Dänemark ab 1886 bis 1903=====&lt;br /&gt;
:(NHG)&lt;br /&gt;
:Von Entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Ostseebades Warnemünde war der Bau einer Eisenbahnverbindung von Neustrelitz mitten durch Mecklenburg nach Warnemünde, wo ein Brückenschlag nach Dänemark hergestellt werden sollte.&lt;br /&gt;
:Um eine rasche und sichere Einfahrt der Postdampfer zu gewährleisten, waren umfangreiche Bauten in Warnemünde nötig.&lt;br /&gt;
:Zunächst war eine Vertiefung der Fahrrinne und eine Verlängerung der Westmole sowie der Bau eines neuen Hafenbeckens erforderlich.&lt;br /&gt;
:Das Hafen-Bassin war 450m lang, 100m breit und 4,6m tief.&lt;br /&gt;
:Außerdem wurde die Mole um 133m verlängert und erhielt an ihrem Kopf eine Leuchtbake.&lt;br /&gt;
:Die Arbeiten wurden so auf Hochdrück gefördert, daß am 26.Juni 1886 die Eröffnung der Strecke von Neustrelitz über Rostock-Warnemünde nach Gedser erfolge.&lt;br /&gt;
:Die neue Verbindung verlief über eine Distanz von 24,3 Seemeilen oder 45 km.&lt;br /&gt;
:Die zwei 12 Knoten schnellen Raddampfer &amp;quot;Kaiser Wilhelm&amp;quot; und &amp;quot;König Christian&amp;quot; übernahmen die Verkehrsverbindung.&lt;br /&gt;
:Von dänischer Seite wurden die &amp;quot;Freya&amp;quot; und Anfang der 90er Jahre die &amp;quot;Edda&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
:Ab 1.Mai 1892 wurde auch eine Nachtverbindung eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Mit der Herstellung einer schnellen Verbindung ins Binnenlande, besonders zur Reichshauptstadt Berlin nahm auch der Urlauberverkehr einen großen Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen.jpg|Warnemünde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Trajekt Prins Christian um 1910.JPG|Warnemünde Trajekt Prins Christian um 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die Trajektverbindung (Transport mit Eisenbahn) ab 1903=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verkehr auf der Postdampferroute, die im Jahre 1894 mit der Besitzübernahme in die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn unter Landeshoheit kam, nahm eine sprunghafte Entwicklung ihren Lauf.&lt;br /&gt;
:Für den Personenverkehr, wie auch den Güterverkehr war für Personen der Umstieg von der Bahn aufs Schiff bzw. die ständige Umladung des Frachtgut ein umständliches und zeitraubendes  Hindernis. Dem entsprang der Gedanke die Verkehrsbrücke zwischen Deutschland und Dänemark in eine Trajektverbindung umzuwandeln.&lt;br /&gt;
:Der Baubeginn für dieses deutsch-dänische Gemeinschaftsprojekt war im September 1900 an den beiden jeweiligen Fährhäfen.&lt;br /&gt;
:Am 30.September 1903 fand deren feierliche Eröffnung unter der persönlichen Teilnahme von Kronprinz Christian (X.) und dem mecklenburgischen Großherzog Friedrich Franz IV. statt.&lt;br /&gt;
:Der Fährbetrieb wurde zunächst mit vier Schiffen, der &amp;quot;Großherzog Friedrich-Franz&amp;quot;, der &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot;, der &amp;quot;Prinzessin Alexandrine und der &amp;quot;Prinz Christian&amp;quot; eröffnet.&lt;br /&gt;
:Das war der Beginn für eine unkomplizierte, schnelle und kostengünstige Seeverbindung zwischen Deutschland und Skandinavien.&lt;br /&gt;
:Hatten die Postdampfer in ihrem letzten Betriebsjahr rund 4000 t Güter befördert, so bewältigten die vier neuen Trajektfähren im gleichen Zeitraum das 20fache.&lt;br /&gt;
:Die Zahl der beförderten Personen schnellte von 50 000 auf 80 000.&lt;br /&gt;
:Um deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen wurden die beiden Radfähren 1906 auf eine Gesamtlände von jeweils 104m verlänger.&lt;br /&gt;
:Raddampfer waren grundsätzlich nicht für Eisfahrten tauglich, so entschloß man sich eine eistüchtige Ostseefähre, die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; zu bauen. Das Fahrzeugdeck war zweigleisig und konnte 15 Güterwagen aufnehmen. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; war bis 1945 im Einsatz.&lt;br /&gt;
:1922 nahm dänischerseits die &amp;quot;Danmark&amp;quot; ihren Betrieb auf. In der Zeit ihrer Inn-Dienst-Stellung war sie mit einer Kapazität für 15 Güterwagen und 1100 Passagiere, die größte und leistungsfähigste Dampffähre im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
:Auf deutscher Seite folgte 1926 die Inbetriebnahme der Hochssefähre &amp;quot;Schwerin&amp;quot;. Sie übertraf technisch und beim Reisekomfort alles Dagewesene im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;250px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Wmde.Dampffährverbindung.jpg|Warnemünde Dampffährverbindung 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Sommerfahrplan 1937.jpg|Sommer-Fahrplan der Bahnverbindung Berlin-Kopenhagen via Warnemünde und Gedser 1937&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Zwischen den Weltkriegen entwickelte sich der Verkehr über die Ostsee nach Skandinavien sprunghaft.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende setzte schließlich auch dem Fährverkehr auf lange Zeit ein Ende.&lt;br /&gt;
:Am 1.Mai 1945 wurde der Fährverkehr auf der Linie Warnemünde-Gedser eingestellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Warnemünde Fähre Interim Fähre nach Trelleborg 1959.jpg|thumb|400px|rechts|schwedische Fähre zu Beginn der 50er Jahre, Interimbetrieb vor Wiederinbetriebnahme des Hafens Sassnitz]]&lt;br /&gt;
:Die deutschen Fährschiffe &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; und &amp;quot;Schwerin&amp;quot; waren verloren. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; interniert und die &amp;quot;Schwerin&amp;quot; durch Bomben zerstört.&lt;br /&gt;
:Die ersten Fährschiffe die nach Kriegsende in Warnemünde anlegten kamen aus dem schwedischen Trelleborg hierher, da der Saßnitzer Fährhafen wegen des zerstörten Hafens und des gesprengten Rügendammes nicht angelaufen werden konnte.&lt;br /&gt;
:Erst am 10. Mai 1947 wurde der Fährbetrieb wieder aufgenommen. &lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; begann man zunächst nur Bedarfsfahrten auszuführen.&lt;br /&gt;
:Erst in den 60er Jahren kam mit dem Umbau des westlichen Fährbetts und dem Einsatz des DDR-Fährschiffes &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; und dem dänischen Fährschiff &amp;quot;Kong Frederik&amp;quot; der Trajektverkehr zu neuem Leben.&lt;br /&gt;
:Ab 1990 erreichte die Frequentierung der Fähren im Güterverkehr, wie auch im Personenverkehr einen nie dagewesenen Höhepunkt erlebte, was angesichts der erwachsenden und nicht mehr beherrschbaren Verkehrsprobleme auf der binnenseitigen Verkehrsanbindung nach Warnemünde zum Ende des Fährverkehrs in Warnemünde führte.&lt;br /&gt;
:Der stetig wachsende Passagier- und Güterverkehr und die unzureichende Hafenanbindung führten 1995 zur Umverlagerung der Fähranbindung in den Rostocker Überseehafen.&lt;br /&gt;
:Das Ein- und Auslaufen der Fähren zum Überrseehafen, auf der Warnemünder Mittelmole zu beobachten ist dagegen bis in unsere Tage für die Warnemünder und ihre Gäste zum wichtigen Event geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Fährverbindung Warnemünde - Gedser und die Eisenbahn (1903 - 1995)=====&lt;br /&gt;
[[Datei:1900 Bauplan Fährhafen Kerner.jpg|thumb|500px|rechts|1900 Bauplan des Trajekt-Fähranlegers von Hafenbaudirektor K. Kerner Quelle: Archiv Heimatmuseum Warnemünde]]&lt;br /&gt;
;1903 &lt;br /&gt;
* [[Einweihung der Dampffähren-Verbindung Warnemünde - Gedser]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903, 30. September&lt;br /&gt;
:Mit dem eingleisigen Radfährschiff &amp;quot;Friedrich Franz IV.&amp;quot; verlässt erstmalig eine Eisenbahnfähre den Hafen von Warnemünde via Gedser.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig wird das Schwesterschiff &amp;quot;Prinsesse Alexandrine&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926, Dezember&lt;br /&gt;
:Erste Fahrt des Passagierfährschiffes &amp;quot;Schwerin&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Als &amp;quot;Schwan der Ostsee&amp;quot; gewinnt die neue Fähre schnell Berühmtheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 17. März&lt;br /&gt;
:Die dänische Widerstandsbewegung sprengt die Fähre &amp;quot;Danmark&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sie wird zu Kriegsende wieder gehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963 &lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Eisenbahnfähre &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; im Dienst&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
;Auszug aus der damals in Bremen erscheinenden Wochenzeitschrift der mecklenb. Landsmannschaft &amp;quot;Unser Mecklenburg&amp;quot; im Stil der damaligen (west-)deutschen Zeit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963, 23. Mai&lt;br /&gt;
:Werftdirektor Kurt Dunkelmann übergibt den Fährschiff-Neubau &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; an die Deutsche Reichsbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968, 14. April&lt;br /&gt;
:In den Mittagsstunden läuft das Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; Warnemünde letztmalig an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1995, 24. September&lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; verlässt letztmalig ein Trajekt auf der Ostseelinie Warnemünde - Gedser den Fährhafen von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Eine Ära hat ihr Ende gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stromfähre über den Seekanal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Warnemündere Bahnhofes, der Fährbecken für die Trajektverbindung und dem dazu notwendigen Bahndamm über den alten Strom in Höhe des Warnemünder Zollhauses, war eine völlig neue Zufahrt für den Warnemünder Hafen ereforderlich.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig mußten die nun östlich des neuen Seekanals gelegenen Teile der Stadt Rostock (Hohe Düne, Markgrafenheide, Rostocker Heide) Verbindung zum Verkehrsnetz haben.&lt;br /&gt;
:Der Bau einer Flussfähre war unumgänglich geworden.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar nach dem umfassenden Umbau der Hafenanlagen und des Seekanals wurde mit einer improvisierten floßartigen Fähre, die per Seilverbindung die Seiten wechselte, eine auf kurze Zeit ausgelegte Interimsverbindung geschaffen.&lt;br /&gt;
:Sie wurde nach Bedarf durch die Personenfähre &amp;quot;Maischolle&amp;quot; ergänzt. Nachts wurde die Überfahrt mit einem Ruderboot bewerkstelligt, um die Betriebskosten gering zu halten. Bei allen folgenden Entwicklungen im Fährausbau wurde der nächtliche Ruderbootverkehr bis in die 50er Jahre beibehalten.&lt;br /&gt;
: Mit der Erweiterung des 1913/14 errichteten Flugplatzes auf Hohe Düne und der bald nach dem Ende des ersten Weltkrieges dort schnell wachsenden Flugzeugindustrie, reichte die nötdürftige Verkehrsverbindung nicht mehr aus und es mussten neue, bedarfsgerechte Lösungen gefunden werden&lt;br /&gt;
:Der zeitweilig ins Auge gefaßte Bau einer über den &amp;quot;Neuen Strom&amp;quot; führenden Schwebefähre, konnte wegen der für die ungehinderte Schifffahrt vorzuhaltende Höhe nicht weiter verfolgt werden.&lt;br /&gt;
:So verfiel man auf die Lösung durch eine Kettenfähre, die dann bis 1955/56 zuverlässig unseren Dienst versah.&lt;br /&gt;
:Ältere östliche Anlieger-Bewohner wissen noch zu berichten, daß sie auch wiederholt nach Kettenrissen als antriebsloses Wasserfahrzeug auf die Ostsee abgetrieben und mittels Schlepper wieder &amp;quot;eingefangen&amp;quot; werden mußte.&lt;br /&gt;
:Zum Glück kam es dabei nie zu Personenschäden und es ging glimpflich ab.&lt;br /&gt;
:Der Bau des Rostocker Überseehafens ab 26.Oktober 1957 und der fast zeitgleiche Bau der Marinebasis Hohe Düne erforderte wiederum neue Lösungen. Dazu wurden auf beiden Seiten des Seekanals kleine Fährbecken mit Anlegesteg erbaut.&lt;br /&gt;
:Bis zur Fertigstellung der neuen Flußfähre &amp;quot;Ostsee&amp;quot; wurden die 1955 im Rahmen des &amp;quot;Nationalen Aufbauwerkes&amp;quot; gebauten Gehlsdorfer Fähren &amp;quot;Willi Schröder&amp;quot; und &amp;quot;Albert Schmidt&amp;quot; eingesetzt. Alle drei Fähren blieben lange im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Strandbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Enenkel &amp;quot;Die vergessene Bahn - Die elektrische Strandbahn Warnemünde-Markgrafenheide 1910-1945&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Seenotrettungsstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Seenotrettungsstation Warnemünde&amp;quot; von Erwin Seppelt in Marinekalender 1983]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde, die Nr. 1 unter den deutschen Kreuzfahrthäfen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Badeort==&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Werbung.JPG|thumb|300px|rechts|Werbung für das Ostseebad 1936]]&lt;br /&gt;
===Über die Anfänge des Badewesens in Warnemünde===&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
Im Sommer des Jahres 1885 führt der Weg rund 5000 Erholung suchende „Berliners“, also Badegäste nach Warnemünde. Das Badewesen hatte in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Veränderung und Entwicklung des Küstenortes zur Folge gehabt. &lt;br /&gt;
;Einige Meilensteine bis dahin seien hier genannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1828  Hinter der Ostmole wird ein Damenbad mit zwei Zellen geschaffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1834 Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1835 Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1866 Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels Neptun)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1872 Zerstörung aller Bäder bei der Novemberflut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1873 Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Badetourismus ist zum bedeutenden Wirtschaftszweig Warnemündes geworden, als der hier ansässige Kaufmann A. Bruger mit seinem Pressebeitrag „Badeplauderei“ im „Anzeiger für die Ostseebäder Warnemünde, Heiligendamm, Groß-Müritz, Wustrow“ am 6.Juli 1885 für Aufregung und lebhafte Diskussion im Ort sorgt. Übrigens weisen die Diskussionsinhalte bemerkenswerte Parallelen zu unseren Tagen auf und eine unterhaltsame Beschreibung des Lokalcolorits jener Tage in Warnemünde ist es in jedem Falle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schreibt: &lt;br /&gt;
;„Das Seebad Warnemünde, dessen Besuch von Jahr zu Jahr mehr zunimmt, gehört jetzt schon, und mit Recht, zu den besuchtesten Ostseebädern. In der That findet man selbst in den viel genannten und fashionabelsten Ostseebädern Misdroy, Häringsdorf und Colberg nicht eine solche Anzahl hübsch und anmuthig gelegener und mit so vielem Comfort eingerichteter Privatwohnungen wie in Warnemünde, und gar die großen Hotels dieses Badeortes können nicht nur wegen ihrer schönen Lage in unmittelbarer Nähe der See, sondern auch wegen ihrer vortrefflichen Einrichtung und Leitung, den gelobtesten Hotels in den sogenannten großen Bädern an die Seite gestellt werden. …“ &lt;br /&gt;
:Bruger stellt Vergleiche mit den in damaliger Zeit etabliertesten Ostseebädern und ihren Angeboten an und kommt zu dem Schluß: &lt;br /&gt;
:„Nur an Einem fehlt es in Warnemünde, und dieser Mangel macht sich von Jahr zu Jahr mehr fühlbar, das ist eine Badedirection, welche die Aufgabe hat, dem Fremden in Bezug auf die Wohnungen Auskunft zu geben und für das Amusement der Badegäste zu sorgen. Seitens der Stadtverwaltung, welcher zugleich auch die Verwaltung  des Fleckens Warnemünde unterstellt ist, geschieht sehr wenig für die Hebung des Bades als solches  und gar nichts für die Annehmlichkeit und Bequemlichkeit der Gäste. Insbesondere könnte man füglich die Anforderung stellen, daß in einem so frequenten Bade die Badeeinrichtungen besser wären. …“  &lt;br /&gt;
:Seine im Beitrag folgenden Beschreibungen über den praktischen Ablauf des Badelebens und den damit verbundenen Dienstleistungen jener Zeit lassen uns heute an  freies Baden gewöhnte Strandbesucher schmunzeln: &lt;br /&gt;
:„Die Zellen im Damenbade, deren Anzahl in der Hauptsaison nicht im Entferntesten dem Bedürfniß entspricht, sind zum größten Theil völlig dunkel und besitzen mit Ausnahme der wenigen gemauerten, anstatt des Fensters nur eine etwa 1 Fuß (28 cm) große Öffnung in der Rückwand, welche, wie in den Hühnerställen (Legeställen) auf dem Lande mit einem hölzernen Schieber geschlossen wird. &lt;br /&gt;
:Will der Badegast sich nun nicht im Finstern anziehen, was immerhin seine Schwierigkeiten hat, so muß er jenen Schieber öffnen und erhält nun durch diese Öffnung und das gegenüber in gleicher Höhe befindliche Loch in der Thür, dessen einstiger Zweck nicht erfindlich ist, die intensivste Zugluft, die man sich wünschen kann. &lt;br /&gt;
:Die Kleider, welche man an der weißgetünchten Wand der Zelle aufzuhängen hat, zieht man mit Kalk beschmutzt wieder an. :Handgroße Spiegel sind allerdings in den Zellen vorhanden, sie hängen aber entweder zu hoch oder zu niedrig, wenn man von „hängen“ überhaupt  sprechen kann, da sie fest genagelt sind. &lt;br /&gt;
:Im Uebrigen  ist das Glas völlig fleckig und blind, und zeigt dem Hineinschauenden entweder nichts oder ein völlig verzerrtes Antlitz. &lt;br /&gt;
:Eine Wanne zum Abspülen der Füße ist nicht vorhanden, und doch wäre diese um so mehr am Platz, als der auf der Brücke und auf den ins Wasser führenden Treppen befindliche Leinwandläufer stets beschmutzt mit dickem grünem Schlamm. …“ &lt;br /&gt;
:Auch an dem betreuenden Personal der beiden Bäder hat der Kaufmann mancherlei zu kritisieren: &lt;br /&gt;
:„Die Bedienung der Badenden ist ebenso mangelhaft wie die Einrichtung der Zellen. &lt;br /&gt;
:Allerdings umdrängen im Herren- wie im Damenbade eine Menge Menschen den neu hinzugekommenen Badegast und bieten ihre Dienste an. &lt;br /&gt;
:Es beschränken sich aber die Dienstleistungen in der Regel ausschließlich auf das Trocknen und Aufbewahren der Badewäsche. :Das sorgfältigste der Gesundheit und dem Wohlbefinden so notwendige Frottieren der Haut unterbleibt entweder ganz oder es wird von dem Badediener (respective der Badedienerin ) gewissermaßen im Vorübergehen auf dem Badesteg vorgenommen. &lt;br /&gt;
:Die Bedienenden haben in der Regel so vielen Badegästen ihre Dienste verdingt, daß es für sie eine Unmöglichkeit ist, jeden Einzelnen in die Zelle zu begleiten und ihm  dort beim Ankleiden behilflich zu sein. &lt;br /&gt;
:Dies und noch vieles Andere, sind Übelstände, welche jeder Badegast unangenehm empfindet. …“  &lt;br /&gt;
:Alle Kritik an der Situation im „Baderegiment“ von Warnemünde führt Bremer schließlich zu der Forderung: &lt;br /&gt;
:„Von Seiten der Stadt müßte in Bezug auf die Einrichtung der Zellen, der Bedienung der Badegäste etc. , ein festes Reglement aufgestellt werden, dessen Innehaltung zu überwachen  und zu controllieren Sache des Bade-Direktors wäre, der in jedem größeren Seebade für die Sommermonate angestellt ist, und dessen Abwesenheit sich in Warnemünde, auch in Bezug auf das Miethen der Wohnungen, das Arrangement der Vergnügungen etc. von Jahr zu Jahr mehr fühlbar macht.“                                                     :Schon wenige Tage darauf reagiert der Hotelbesitzer C. Hübner, gleichzeitiger Betreiber von Damen- und Herrenbad mit unverhohlener Wut: &lt;br /&gt;
:„Wenn ich beipflichte, daß wenn in unserem Orte für die Dauer der Saison eine Badedirektion existirte, es in vielen Dingen besser stehen würde wie zur Zeit, so ist es doch sehr zu bedauern, daß eine Einrichtung, die nicht besser, einfacher und reinlicher sein kann, wie unsere Badeanstalt, einer Kritik unterworfen wird. &lt;br /&gt;
:Was den Punkt anbetrifft, daß eine Badedirektion fehle, um Fremden betreffend Auskunft zu geben, so findet auch jetzt jedes an die nicht existierende Badedirektion gerichtete Schreiben sofortige Beantwortung und wird ihm gerne Rath ertheilt.“                                                                                                                                                    :Es hatte sich in der Vergangenheit eingebürgert, daß der Postbote Briefschaften, die an die Badedirektion adressiert waren zur Auskunft und Bearbeitung an das Hotel Hübner, eben das größte Haus am Platze gab, wo sie dann bearbeitet wurden. &lt;br /&gt;
:Waren im eigenen Haus keine Unterkünfte frei hatte, leitete man sie dann an die anderen Hoteliers des Ortes weiter. &lt;br /&gt;
:Was verständlicherweise deren Unmut weckte. &lt;br /&gt;
:Hübner führt weiter aus: &lt;br /&gt;
:„…daß Amusements bis jetzt ohne eine Badedirektion stattfanden, so z.B. die Stromfahrten, welche doch nur von Privatpersonen (auf Hübners Rechnung) angeregt wurden und in jeder Weise rege Beteiligung fand.“                                                                                                                               :„Was nun die Einrichtung unserer Badeanstalten betrifft, so fehlt es in denselben durchaus nicht an Luft und Licht, denn jedem , der sich in denselben seiner Kleider entledigen respective sich ankleiden will, ist es gestattet, die Thüre der Zelle offen zu stellen, so oft er entweder des Lichtes oder der Luft entbehrt, doch thun wohl solche, die sich vor einem Luftzuge scheuen besser, wenn sie im Hause bleiben und ein warmes Bad von 30 bis 40 Grad nehmen. …“ &lt;br /&gt;
:Was die angebotenen Dienstleistungen angeht bemerkt Hübner: &lt;br /&gt;
:„…Zum Abtrocknen und Frottiren der Badenden befinden sich in der Badeanstalt 2 kräftige junge Männer, auf jeder Seite einer, die gewiß ihrer Aufgabe gewachsen sind und willig tun, was von ihnen der Badende verlangt.“ &lt;br /&gt;
:Als Resümé schließt der Hotelier an: &lt;br /&gt;
:„Fragen wir uns nun zum Schlusse, zu welchem Preise ist ein Bad in Warnemünde, und zu welchem Preise ist ein Bad in Häringsdorf oder Colberg zu haben: &lt;br /&gt;
:...ein Bad kostet in Warnemünde 20 Pf., in Colberg 40 Pf. Und in Häringsdorf sogar 75 Pf., so gelangen wir zu der Einsicht, daß Warnemünde bei solchen niedrigen Preisen stolz darauf sein kann, eine solche Badeanstalt zu besitzen, und gewiß in dieser Hinsicht den anderen Seebädern ebenbürtig dasteht.“                                 &lt;br /&gt;
:Auch Kaufmann Bruger fühlt sich nun noch zu einer Erwiderung bemüßigt: &lt;br /&gt;
:„Freilich geht es auch ohne Badedirektion, wie  Herr „C.H.“ zu beweisen sich bemüht. &lt;br /&gt;
:Es kommt hier wie überall im Leben nur auf die Ansprüche, die man erhebt, und auf den Platz den man einnehmen und behaupten will. &lt;br /&gt;
:Warnemünde gehört zu den besuchtesten Ostseebädern, es stellt sich mit Recht „Häringsdorf und Colberg“ gleich, da darf es auch bezüglich  seiner Badeeinrichtungen nicht so weit hinter den genannten Bädern zurückstehen, wie dies doch in Wahrheit der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Wem die Bade-Einrichtungen als die „besten“ erscheinen und er sogar „stolz“ darauf ist, dem zeugt dies von einer nachahmungswürdigen Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit, welche leider das die Bäder besuchende, größtentheils wohlhabende Publikum nicht zu besitzen pflegt. &lt;br /&gt;
:Wem es nichts ausmacht bei offener Zellenthür vor zahllosen Zuschauern aus- und anzukleiden, wem die fleckigen blinden Spiegel genügen, wem es nicht unangenehm ist, die mit Sand und Schlamm beschmutzten Füße ohne vorherige Reinigung in dem Badelaken abzutrocknen, wer endlich die Bedienung bei dem Verlassen des Bades nicht entbehrt, der könnte sich füglich auch ganz ohne Zelle behelfen und hätte dabei die Freude, an jedem Bade 20 Pf. Zu sparen. &lt;br /&gt;
:Die Badegäste, vorzugsweise die Damen, sind indessen leider so verwöhnt, daß sie es vorziehen sich bei geschlossener Tür und nicht im Finstern anzuziehen. …und sie haben sogar das Bedürfnis in ihrer Zelle von einer Dienerin abgerieben zu werden. … es ist mir unverständlich, weshalb man solche Mängel nicht rügen soll, weil die Badeanstalt sich in den Händen einer Privatperson befindet. &lt;br /&gt;
:Die letztere würde jedenfalls in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sie hier gründliche Abhülfe schafft. &lt;br /&gt;
:… Wenn de Besitzer der Badeanstalt, an welcher er die genannten Verbesserungen vorgenommen hat, dagegen einen etwas höheren Preis für die Bäder verlangt, so wird das Publikum dies nur billig finden. &lt;br /&gt;
:Wer sich den Luxus einer Badereise gestatten und für eine Wohnung täglich 5 – 12 Mark Miethe zahlen kann, dem wird es wahrlich auf die 20 Pf. nicht ankommen, um welche er vielleicht das tägliche Bad theurer bezahlen muß und Warnemünde wird durch Verbesserung seiner Badeeinrichtungen wesentlich gewinnen.“   &lt;br /&gt;
:Es läßt sich heute nicht mehr aufklären, ob dieser öffentlich ausgetragene Disput mit dazu beigetragen hat, daß drei Jahre darauf auf Initiative und unter Leitung des Rostocker Bürgermeisters Dr. Paschen im Jahre 1888 für Warnemünde eine amtliche Badeverwaltung eingerichtet wurde. &lt;br /&gt;
:Ein Denkanstoß dazu war es gewiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Kurhaus von Gustav Berringer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das im Dessauer Bauhausstil errichtete Kurhaus an der Strandpromenade wurde 1914 begonnen.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges waren die Grundmauern des Gebäudes ca. 2m aus dem Boden gewachsen.&lt;br /&gt;
:Durch Krieg und Inflation unterbrochen fand der Bau seine Fertigstellung erst 14 Jahre später im Jahre 1928.&lt;br /&gt;
:Um den Bau finanzierbar und umsetzbar zu machen übernahm die Hansestadt Rostock im Jahre 1913 die Bauträgerschaft und beauftragte ihren Stadtbaudirektor, den Diplomingenieur Gustav Wilhelm Berringer, mit der Projektierung.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war der Bau an der Promenade bereits 2 Meter gewachsen, bis die Baustelle kriegsbedingt stillgelegt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gustav Wilhelm Berringer&lt;br /&gt;
:Er wurde am 17.Februar 1880 in Rostock geboren und entstammte einer seit Generationen in Rostock ansässigen Bäcker- und Konditorenfamilie.&lt;br /&gt;
:Bis 1905 studierte er Hochbau in München, Dresden und Berlin-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Berringer schuf den Entwurf für die frühere Gewerbeschule in der Parkstraße und wirkte seit 1924 im Verein für Rostocks Altertümer unter anderem als Museumswart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weiterbau ab 1922&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1922/23 begann eine weitere Etappe. Der Kurhausgarten mit dem Musikpavillion, der Wandelhalle und der Lesehalle entstand.&lt;br /&gt;
:1927 standen für die Fertigstellung des Kurhauses 525.000 Mark zur Verfügung&lt;br /&gt;
:Am 24.Mai 1828 fand die festliche Eröffnung des Kurhauses begangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Laufe des zweiten Weltkrieges wurde das Kurhaus in ein Tarnnetz gehüllt.&lt;br /&gt;
:Nach den Bombadements auf Rostock im April 1942 wurden im Keller des Gebäudes Bauteile für die Ernst Heinkel Flugzeugwerke gefertigt.&lt;br /&gt;
:In den oberen Etagen befand sich deren Konstruktionsbüro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Betrieb nach dem zweiten Weltkrieg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach Ende des zweiten Weltkrieges, etwa ab 1950 begann sich im Kurhaus ein breites Veranstaltungsangebot zu entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Hotel Neptun====&lt;br /&gt;
Von 1969 bis 1971 wurde das Hotel vom städtischen Wohnungsbaukombinat und dem schwedischen Unternehmen SIAB errichtet und im Frühjahr 1971 eröffnet. Die Architekten hatten den Bau so geplant, dass alle Zimmer einen Meerblick haben. Neben einem Meerwasserschwimmbad direkt in der 2. Etage des Hotels gab es eine angeschlossene Meerwasserschwimmhalle mit Wellenanlage und die Sky-Bar in der 19. Etage, in der das Dach für den &amp;quot;Tanz unter Sternen&amp;quot; geöffnet werden konnte. Im Keller des Hotels befand sich die erste Diskothek der DDR. Bis 1990 war das &amp;quot;Neptun&amp;quot; Vertragshotel der Handelsorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026 08. Juni  Ostseezeitung von  Ben Brümmer&lt;br /&gt;
:;55 Jahre „Neptun“: Ostalgie hat ihren Preis&lt;br /&gt;
Doppelzimmer im Warnemünder Luxushotel kosten heute 180 Euro mehr als vor zehn Jahren / DDR-Flair inklusive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hotel „Neptun“ in Warnemünde ist eines der berühmtesten Devisenhotels der DDR-Geschichte. In diesem Jahr feiert die Rostocker Luxusherberge ihr 55. Jubiläum – groß, laut und mit viel Tamtam. Am Sonnabend (6. Juni) steht eine Gala mit Menü, Dessertbüfett und Livemusik auf dem Programm. Moderiert wird der Abend von DDR-Unterhaltungsikone Wolfgang „Lippi“ Lippert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zu unserer Jubiläums-Gala wollen wir uns in Schale werfen. Dann glänzen insgesamt 55 Balkone in einem goldenen Gewand“, sagte Generalmanager Guido Zöllick Ende Mai.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung im Jahr 1971 punktet das 64 Meter hohe Fünf-Sterne-Haus mit Luxus und Extravaganz im beliebten Ferienort. Im Laufe der Jahre konnte das Hotel jedoch nicht nur positiv auffallen. Im Volksmund wird das „Neptun“ nämlich auch als „Stasi-Hotel“ bezeichnet. Der Grund: Die Bleibe arbeitete eng mit dem Geheimdienst der DDR und seinen Machenschaften zusammen. In der Nobelherberge, die von 1971 bis 2007 vom Direktor Klaus Wenzel geleitet wurde, sollen vor allem West-Gäste auf ihren Zimmern ausgehorcht und spioniert worden sein. Das Haus wertet die Spitzeleien heute sachlich als Teil der historischen Entwicklung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am kontinuierlichen Erfolg des „Neptuns“ hat das jedoch nichts geändert. Der gewisse DDR-Charme von damals überzeugt die Urlauber bis heute. Die Sky-Bar im obersten Stockwerk, der Wellnessbereich mit Schwimmbad, die hoteleigene Diskothek sowie die legendäre Broiler-Bar sind nach wie vor wahre Gäste-Magneten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Spaß hat seinen Preis. Ein Doppelzimmer in der Etage fünf bis neun wird von Freitag (5. Juni) auf Samstag ab 349 Euro angeboten. Das Hotel arbeitet mit flexiblen Preisen. Die Kosten variieren dabei je nach Nachfrage, Wochenenden, Feiertagen und Ferienzeit. Unter der Woche war das gleiche Zimmer daher noch ab 284 Euro zu haben – ein Unterschied von mindestens 65 Euro. Für Zimmer auf den Etagen zehn bis 18 wäre noch mal ein Aufschlag fällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum vor fünf Jahren war das Doppelzimmer noch ab 194 Euro erhältlich. Vor zehn Jahren mussten zwei Personen mindestens 169 Euro für eine Übernachtung im „Neptun“ zahlen – ein Unterschied von 180 Euro zum heutigen Preis. Das ergibt eine Recherche mit dem Online-Archiv „Wayback Machine“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim „Rügen-Hotel“ in [[Sassnitz auf Rügen|Sassnitz]], einem weiteren beliebten Anlaufpunkt seit DDR-Zeiten, sind flexible Zimmerpreise gängig. Es gilt als Pilotprojekt vor dem Bau des berühmten „Neptuns“. Ein schwedisches Unternehmen hatte das Hotel 1969 fertiggestellt – ebenfalls mit Sky- und Broiler-Bar. Anschließend startete der Bau in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz einer umfassenden Sanierung in den vergangenen drei Jahren ist im „Rügen-Hotel“ weiter der typische DDR-Kult zu erkennen. „In den Fluren hängen überall alte Bauzeichnungen aus den 60er Jahren. Ein Teil des originalen Bartresens aus der alten Sky-Bar steht im Haus. Ein Zeitstrahl im Flur erzählt die Geschichte des Hauses“, meint ein Sprecher des Hotels. Außerdem können Gäste in Vitrinen alte Speisekarten, Stoffmuster, Postkarten und weitere Erinnerungen aus DDR-Zeiten erkunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Hotels, die schon damals beliebte Ferienunterkünfte waren und bis heute mit Ostalgie punkten, sind auch das Selliner „Cliff-Hotel“ auf [[Insel Rügen|Rügen]], das Hotel „John Brinckmann“ in [[Boltenhagen]] sowie das „Strandhotel Fischland“ im Ostseebad [[Nienhagen, Ostseebad|Nienhagen]]. Letzteres wurde 1968 als exklusives Gästehaus für Regierungsmitglieder der DDR und internationale Staatsgäste errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Menge Staats- und Stargäste durfte auch schon das „Neptun“ in Warnemünde begrüßen. Im &#039;&#039;&#039;338-Zimmer&#039;&#039;&#039;-Koloss übernachteten unter anderem schon das niederländische Königspaar Máxima und Willem-Alexander, die Ex-Bundeskanzler Angela Merkel und Helmut Schmidt sowie die Musiker Udo Lindenberg, Roland Kaiser und Fußballer Franz Beckenbauer. Insgesamt waren bislang rund 2,2 Millionen Gäste aus 122 Ländern im Warnemünder Luxushaus zu Gast. In den 55 Jahren wurden dabei fast neun Millionen Übernachtungen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Industriestandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Werften in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem heutigen Gelände der MV Werft, begann nach Kriegsende 1945 die Geschichte der Warnowwerft. Während der unmittelbaren Nachkriegszeit, wurden die vorhandenen Überreste der alten Krögerwerft zum Bau von Fischkuttern für die Besatzungsmacht aus der Sowjetunion genutzt. Die Krögerwerft in Warnemünde war in den Jahren 1939 – 1945 vor allem für den Bau von Flugsicherungsbooten zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den neuen Namen „Warnowwerft“, sowie eine damit verbundene Eigenständigkeit, erhielt die VEB Warnowwerft Warnemünde am 01. August 1948. Die Werft konzentrierte sich in der Folgezeit auf die Reparaturen von Schiffen.&lt;br /&gt;
Ein Umschwung erfuhr die Werft ab 1951, als fortan neben den Reparaturarbeiten, der Neubau von Schiffen dazukam. So wurde unter anderem der Neubau des Segelschulschiffes Wilhelm Pieck abgeschlossen und mit der Produktion von Serienschiffen begonnen. Die Warnowwerft entwickelte sich zu der größten Schiffbauproduktionsstätte der DDR. Die Schiffe wurden in erster Linie für die Handelsflotte der DDR verwendet, aber auch im Ausland erfuhr die Werft einen Aufschwung und lieferte Schiffe an die UdSSR, Jugoslawien, China, Rumänien und in die Tschechoslowakei. Eine besondere Beziehung pflegten die Werfteigner aber auch zu dem unmittelbaren Nachbarn, der Bundesrepublik Deutschland, die die regelmäßig Handelsschiffe ausgeliefert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1959 erfolgte ein Zusammenschluss der Werften der DDR, zur Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Schiffbau. Diese Vereinigung blieb bis 1979 erhalten und entwickelte sich fortan zum Kombinat Schiffbau Rostock. Zwischen 1948 bis 1989 wurden unter anderem Fischkutter, Stückgutfrachter, Schlepper, Schwimmkräne und Containerschiffe gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands, änderten sich auch die Umstände der Werft. Im Zuge der Wirtschaftsreformen während der Wendezeit, wurde am 1. Juni 1990 der VEB Warnowwerft Warnemünde in eine Kapitalgesellschaft überführt und agierte als Warnowwerft Warnemünde GmbH. Im Oktober 1992 erfolgte der Verkauf der Werft an den norwegischen Gesellschafter Kvaerner, der die Werft in den Jahren 1993 – 95 modernisierte. Die Werft operierte bis 2001 unter dem Namen Kvaerner Warnow Werft GmbH. Highlights der Kvaerner Werft stellten beispielsweise der letzte konventionelle Stapellauf am 30. Juni 1995 oder der Bau der Bohrinsel „Stena Don“ 2001 dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von wirtschaftlichen Problemen und damit verbundenen Zusammenschlüssen mehrerer Konzerne, wechselte der Name der Werft in den Folgejahren mehrfach. So entstand 2008 die Aker Yards Ostsee und 2007, nach einer erneuten Umstrukturierung, die Wadan Yards. Den dramatischen Höhepunkt dieser schwierigen Zeit, stellte am 5. Juni 2009 der Insolvenzantrag der deutschen Unternehmensteile der Wadan Yards Group AS dar. Die Werft wurde anschließend vom russischen Investor Witali Jussufow übernommen, der über die durch ihn ins Leben gerufene „Nordic Yards“, die Vermögensgegenstände der deutschen Wadan-Unternehmensteile erwarb. Seit Juli 2016 fungiert die Warnemünder Werft in der Unternehmensgruppe MV Werften und beteiligt sich unter anderem an dem Bau verschiedener Sektionen für Kreuzfahrtschiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kroegerwerft um 1938.jpg|Das Gelände der ehemaligen Krögerwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Werft Kabelkrananlage.JPG|Die Kabelkrananlage der Warnowwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kvaerner Werft.jpg|Nach der Wende: die Kvaerner-Werft&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Fliegerei und Flugzeugbau in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zivile Anfänge der Fliegerei in Warnemünde====&lt;br /&gt;
;1912&lt;br /&gt;
;Der Deutsche Luftflottenverein plant auf dem &amp;quot;Neuen Land&amp;quot; an der Grenze zur Groß-Kleiner Feldmark eine Luftschiffwerft zu errichten. Das Projekt kommt jedoch nicht über die Planungsphase hinaus. &lt;br /&gt;
:(Quelle: AHR KFC SO &amp;quot;Groß-Klein&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beginn der Luftfahrt und des Flugzeugbaus in Warnemünde/Hohe Düne====&lt;br /&gt;
;(von Dr. Dietrich Kruse)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Stadtväter erkannten frühzeitig die mit der Marinefliegerei verbundenen neuen Möglichkeiten für die Entwicklung der Wirtschaft.&lt;br /&gt;
:Sie bewilligten im Jahr 1913 die Mittel für den Bau eines Flugplatzes auf dem Gelände der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Wurde mit dem Bau des Land- und Wasserflugplatzes am Breitling auf der Hohen Düne begonnen.&lt;br /&gt;
:Die militärisch günstige Lage mit dem ruhigen Breitling und der direkten Anbindung an die Ostsee war damals entscheidend für die Auswahl des Platzes.&lt;br /&gt;
:Das Gelände wurde zunächst aufgespült und befestigt und mit einer Ablaufbahn zur Ostsee unnd einer zum Breitling ausgestattet&lt;br /&gt;
;+ Plan einpflegen&lt;br /&gt;
:Ab 1914 wurden dann Gebäude wie Hangare, Werkstätten u.a. gebaut, eine Marinefliegerstation eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Im Sommer 1914 wurde bereits der Flugbetrieb aufgenommen.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz erhielt drei flugzeughallen, von denen eine an die Marine, nach einer Ausschreibung je eine an die Gothaer Waggonfabrik AG und eine an die Flugzeugbau Friedrichshafen GmbH ging.&lt;br /&gt;
:Einige kleine Unternehmen siedelten sich an.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz konnte auch von zivilen Fliegern benutzt werden.&lt;br /&gt;
:Die günstige Lage des Platzes zur Ostsee und zum ruhigen Wasser des Breitlings führte dazu, daß er von Anfang an eng mit dem Bau von Wasserfahrzeugen und mit der Marine verbunden war. &lt;br /&gt;
:Die Marine nahm von vorneherein auch wesentlichen Einfluß auf die Anlage des Platzes unter militärischen Aspekten.&lt;br /&gt;
;Vom 1. bis 10. August 1914 sollte in Warnemünde der 2. Deutsche Wasserflugwettbewerb stattfinden, jedoch der Beginn des ersten Weltkrieges führte zum Abbruch des Wettbewerbs.&lt;br /&gt;
:Die kaiserliche Marine übernahm den Flugplatz und richtete dort das Ssflugversuchskommando (SVK) ein.&lt;br /&gt;
; [[Der Warnemünder Wasserflugplatz 1914]] (Rostocker Anzeiger Juli 1914)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Seeflieger-Versuchskommando (1914-1917)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1914.jpg|thumb |200px|rechts|Warnemünde Werbung 1914]]&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:August - Die Kaiserlich Deutsche Marine übernimmt den Warnemünder Flugplatz mit dem vorhandenen Bestand unmittelbar nach der Mobilmachung&lt;br /&gt;
:Es wird neues Fluggerät für die Marine erprobt.&lt;br /&gt;
:Deren Eröffnung erfolgte im Rahmen der Austragung des 2. Deutschen Wasserflugzeug-Wettbewerb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ort Gründung der Firma &amp;quot;Luftverkehr Sablatnig&amp;quot; mit dem Konstrukteur Dr. Hans Seehase&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1915&lt;br /&gt;
:Im Dünenwald unmittelbar östlich der Stromfähre werden zwei Unterkunftsbaracken errichtet.&lt;br /&gt;
:Im Laufe des Sommers wird der technische Bereich wesentlich ausgebaut. So entstand u.a. die 72,5m x 26m sowie 16m hohe Halle IV. Ihre Tore hatten jeweils eine Breite von 7,25m und nahmen die Hallenbreite zum Breitling hin ein.&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des Jahres folgen auf der Nehrung , Kasernen, ein Offiziershaus, ein Wirtschaftsgebäude, das Deck-Offizierhaus und die Krankenstation&lt;br /&gt;
:Zur Ostsee hin wurde neben der bereits Vorhandenen eine weitere hölzerne Ablaufbahn für das Zuwasserlassen der Seeflügzeuge angelegt&lt;br /&gt;
:Während des Kriegsverlaufes wuchs die Zahl der Hallen von drei auf zwölf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1917&lt;br /&gt;
:Auf dem aufgefüllten Gelände am Laak-Kanal wird die Firma &amp;quot;Flugzeugbau Friedrichshafen Gmbh&amp;quot; angesiedelt. Sie geht 1925 in den Besitz der Arado-Werke über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am Ende des Krieges  sind auf der Fliegerstation bis zu 1500 Mann und 60 Offiziere stationiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1920&lt;br /&gt;
:Gemäß des Versailler Vertrages erfolgte der Abriß von sechs Hallen und weiterer Gebäude. Zwei Hallen waren bereits im Kriegsverlauf abgebrannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Heinkel-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
[[Presse-Beitrag der NNN vom 1.12.2022 zum Beginn der Heinkelwerke ]] &lt;br /&gt;
;1922, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Gründung der Ernst Heinkel Flugzeugwerke&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Heinkel Werbung um 1930.jpg|thumb|400px|rechts|Warnemünde Heinkel Werbung 1930]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Arado-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[https://www.arado196.de/geschichtliches/arado-flugzeugwerke/ private Internetseite zur Arado-Geschichte  ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Arado Logo 1939.jpg|Warnemünde Arado Logo 1939&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Arado Schuldverschreibung 1942.jpg|Warnemünde Arado Schuldverschreibung 1942&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde und Hohe Düne und deren maritime Militärstandorte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marine in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote.jpg| thumb|500px|rechts|Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die militärische Nutzung der Hohen Düne nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die 4. Flottille====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die 4. Flottille]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost)====&lt;br /&gt;
* [[Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Forschungsstandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ingenieurhochschule für Seefahrt (IHS)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seehydrographischer Dienst der DDR===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Seezeichenwesen in der DDR]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seewetterdienststelle Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Seewetterdienststelle Warnemünde&amp;quot; Vilkner, Hans In: Natur und Heimat (1957), 8, S.244-246]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Institut für Meereskunde/ Institut für Ostseeforschung (IOW)===&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Meereskundlichen Berichten&amp;quot; (Nr. 111 2019) ist unter der Autorenschaft von Dr. Wolfgang Matthäus nachfolgender Aufsatz erschienen.&lt;br /&gt;
Wir danken dem Autor für seine Erlaubnis diesen Beitrag an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen.&lt;br /&gt;
Bitte beachten sie die Wahrung der zu Beginn des Beitrages angegebenen Veröffentlichungs- und Autorenrechte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Medium:Mattheus warnemünde iow.pdf |Die Anfänge der meeresgeologischen und Küstenforschung in Warnemünde (1950 - 1970)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sturmfluten und Küstenschutz in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge des Küstenschutzes in Warnemünde durch Prof. L. Karsten und Forstinspektor Becker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Karstens Schriften zu seinen Versuchen der Dünenbefestigung in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemündes Kampf gegen Flut und Sand===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschaeden Warnemuende 1913 14.jpg|thumb|300px|rechts|Am Tag danach - Begutachtung der Schäden der zum Jahreswechsel 1913/14 gewüteten Sturmflut an der Warnemünder Strandpromenade]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sturmfluten stellten für den kleinen Küstenort Warnemünde in den vergangen Jahrzehnten mehrfach große Gefahren dar. Besonders schwer traf es den Ort in den Jahren 1825, 1872, 1903 und 1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zu Beginn des Jahres 1825 wurde Warnemünde von einer Sturmflut erfasst. die sich über den Bereich der Dünen und der Moorwiesen ihren Weg bahnte. Insgesamt wurden 18 der 150 Häuser komplett zerstört und immerhin 74 zum Teil schwer beschädigt. Das Wasser stieg zu seinem Höhepunkt auf 2,52 Meter über die Normalhöhe und trug gut 80 Prozent der Dünenanlagen ab.&lt;br /&gt;
Am schlimmsten in der jüngeren Geschichte wurde Warnemünde 1872 getroffen, als das Wasser 2,80 Meter über Normal stieg und in Warnemünde sowie Diedrichshagen große Schäden verursachte. Verheerende Folgen hatte die Sturmflut von 1872 auch für die ortsansässige Schifffahrt, die sich im Winterstand befand und durch das Hochwasser auf den Feldern trieb.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1625 - Warnemünde und die Sturmflut am 10. Februar (Auszug aus H.F.Beckers &amp;quot;Chronik der Rostocker Heide&amp;quot; 1839)====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Den 10. Febr. 1625  stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen die bis an die Wolken reichten. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Febr. bei gemäßigterem Sturm fast bis zur derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten; das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung; zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die große Novemberflut 1872 in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflut 1872 Gedenktafel Warnemuende.jpg|thumb|350px|rechts|Gedenktafel für die Sturmflut 1872 in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
:Über die Sturmflut von 1872 erfährt man oft den Nimbus, daß sie die größte Hochwasserkatastrophe gewesen sei, die unsere Ostseeküste hier je gesehen hat. &lt;br /&gt;
:Das ist zwar nicht richtig, führt aber dazu, das dieses Natur-Ereignis bei bodenständigen Küstenbewohnern in den Familien-Erinnerungen bis in unsere Tage fest verankert ist.&lt;br /&gt;
:Die Allerheiligenflut (1. November 1304), mehr als fünfhundert zuvor, und noch weitere, waren den Quellen zufolge  höher und verheerender. &lt;br /&gt;
:Sie liegt für das Erinnerungsvermögen der Menschen zu weit zurück und ist für die Statistiken der Wissenschaft nicht mehr detailliert fassbar.&lt;br /&gt;
:Was nun die Flut vom 12. bis 14. November 1872 so finden sich in den Archiven kaum bildliche Darstellungen der Hochwasserereignisse und ihrer Folgen, dafür aber eine große Vielzahl an Zeitzeugenberichten und die sind oft besonders bildlich in ihrer zeitnahen Beschreibung.&lt;br /&gt;
:Gustav Quade, berühmt geworden durch seine dreibändige „Mecklenburgische Vaterlandskunde“, hat in den Monaten unmittelbar nach der Katastrophe in der Region Rostock und Warnemünde solche Zeitzeugenberichte gesammelt, wo immer er ihrer habhaft werden konnte. &lt;br /&gt;
:Davon möchte ich hier einiges in Auszügen wiedergeben, das uns bis heute berührt:&lt;br /&gt;
:„Am Nachmittag des 12. November stand schon die See auf dem Fahrdamm der Vorderreihe. &lt;br /&gt;
:Einige vorsichtige Warnemünder zogen daher ihre Jollen näher aufs trockene Land und befestigten die Boote an den Bäumen. &lt;br /&gt;
:Allgemein ging man zu Bett, da mit einem Fallen des Wassers auf das bestimmteste gerechnet wurde. &lt;br /&gt;
:In der Nacht wuchs der Sturm zum Orkan. &lt;br /&gt;
:Lotsenkommandeur Jantzen, der die Gefahr von seinem Hause am Strom, hart an der See, aus erkannte, schickte noch in der Nacht die Nachtwächter im Ort herum, um die Einwohner zu wecken.&lt;br /&gt;
:Um 3 Uhr morgens war alles auf den Beinen. Der Sturm raste mit unverminderter Stärke weiter. &lt;br /&gt;
:Die Ziegel fielen haufenweis von den Dachstühlen, ganze Dächer wurden zuweilen abgehoben. &lt;br /&gt;
:Unzählige Veranden und Fensterscheiben gingen in Stücke. &lt;br /&gt;
:Einige Einwohner versuchten noch die Boote in Sicherheit zu bringen. Alles vergeblich. &lt;br /&gt;
:Als es gegen ½ 8 Uhr morgens Tag wurde, waren beide Baken auf den Molenköpfen verschwunden, die Molen standen ganz unter Wasser, die Bismarkpromenade mit der Grotte und die Badeanstalten waren beinahe zerstört.&lt;br /&gt;
:Gegen 8 Uhr morgens durchbrach das Wasser die Dünen westlich vom Ort und vereinigte sich über das Diedrichshäger-Moor und die Laak mit dem Breitling. :Warnemünde lag auf einer Insel, deren Umfang mit dem Steigen des Wassers immer kleiner wurde. &lt;br /&gt;
:Am Rostocker Ende drang bald darauf das Wasser in die Häuser, die Bewohner flüchteten in die neuerbaute Kirche. &lt;br /&gt;
:Unterdessen hatten die Wogen die Gebäude des Bauhofes erreicht, nachdem sie die dahinter liegenden Dünen durchbrochen hatten. &lt;br /&gt;
:Die Familie des dort wohnenden Zimmermeisters schwebte in höchster Lebensgefahr. &lt;br /&gt;
:Der Aufenthalt in den Häusern war unmöglich, die 6 Personen flüchteten auf einen Hausboden. &lt;br /&gt;
:Die Überfahrt in einem Rettungsboot zu wagen, war unmöglich. &lt;br /&gt;
:Der rasend einlaufende Strom hätte das Boot sofort zerschlagen und seine Insassen in höchste Lebensgefahr versetzt. &lt;br /&gt;
:Man brachte daher den Raketenapparat an das Zollamt und der Lotsenkommandeur schoß eine Leine zum Bauhof hinüber. &lt;br /&gt;
:6 kühne Männer mit Namen Baade, Borgwardt, Jungmann, Jürß, Radloff und Schmidt, sprangen in das Boot und ruderten es durch den mit Balken und Schiffstrümmern bedeckten Strom hinüber zum Bauhof und retteten die ganze Familie des Bauhofsaufsehers.&lt;br /&gt;
:Das Wasser stieg immer weiter, von Süden und Westen drang es in den Ort ein.&lt;br /&gt;
:Die Mühlenstraße mit der Mühle, die südliche Hälfte der Anlagen, die Kirche, wo die Flüchtlinge schließlich auf die Bänke steigen mußten und die 4. und 3. Reihe (Anastasia- und Friedrich-Franz-Straße) standen bis in die späten Nachmittagsstunden ganz unter Wasser.&lt;br /&gt;
:… Im Orte selbst blieb nur die Schanze, der Georginenplatz und der nördliche Teil der Anlagen trocken. &lt;br /&gt;
:Auf diesen kleinen Raum drängten sich bis zur einbrechenden Dunkelheit etwa 1600 Menschen zusammen, mit Todesangst im Herzen.&lt;br /&gt;
:Gegen 3 Uhr nachmittags ging der Wind nach Osten und wurde schwächer, das Wasser steigt nicht weiter. Niemand war verunglückt.&lt;br /&gt;
:… Am 14. November konnte man die Verwüstungen erkennen. Die Uferstraße am Strom war mit Holz, Booten, Seesand, Möbeln und Trümmern jeglicher Art bedeckt.&lt;br /&gt;
:Auf der Reede trieben 5 Schiffe mit schweren Havarien, 3 andere hatten die Masten gekappt. &lt;br /&gt;
:Sie wurden von dem alten Dampfer „Stadt Rostock“ in den Hafen geschleppt. &lt;br /&gt;
:… Die Molenspitzen waren spurlos verschwunden. &lt;br /&gt;
:...Das Erdreich an der Schanze war fortgespült und der Strudel hatte eine tiefe Bucht im Durchgang von Hotel Rohn gemacht. &lt;br /&gt;
:... Die Veranden schienen in der Luft zu hängen, und nur den festen Grundmauern des Hauses des Lotsenkommandeurs Jantzen neben dem Greifenbad war es zu danken, daß diese Häuser nicht völlig eingestürzt waren. &lt;br /&gt;
:Die Bismark-Promenade war verschwunden.“&lt;br /&gt;
:Die Küstenschützer bezeichnen diese Sturmflut heute ganz profan als „Bemessungshochwasser“, was bedeutet, das die in den einzelnen Küstenorten unterschiedlichen Wasserstände, wie auch die Spezifik des Vordringens des Meerwassers jenen Jahres als Messlatte für Küstenschutz-bauten und -maßnahmen herangezogen werden. &lt;br /&gt;
:Diese Naturkatastrophe steht aber auch für die seit nun eineinhalb Jahrhunderten anhaltende Messung und statistische Erfassung der Wasserstände und Wetterereignisse der Ostsee an der deutschen Küste als der „Nullpunkt“ und Beginn.&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschutzwand Warnemuende 2020.jpg|thumb|350px|rechts|Die neue Warnemünder Sturmflutschutzwand am Alten Strom südlich der Bahnhofsbrücke im Frühjahr 2020]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903 blieb Warnemünde von der Sturmflut nahezu unberührt, wohingegen es die Rostocker Altstadt und den gesamten Bereich des Stadthafens besonders schlimm traf, was an der Fahrrinne lag. &lt;br /&gt;
:Das Wasser suchte sich seinen Weg entlang des Breitlings und der Warnow und bedrohte fortan insbesondere die Altstadt. &lt;br /&gt;
:Bei der Rostocker Bevölkerung sorgte dies für einige Empörung und stellte die Politik vor Schwierigkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Warnemünde wurde 1913/14 wieder hart von Überflutungen getroffen. &lt;br /&gt;
:So wurde die Promenade über eine Distanz von 300 Metern komplett zerstört und weggespült. &lt;br /&gt;
:Neben der Promenade erfasste das Hochwasser im Januar 1914 einen Großteil der Strandvillen hinter der Promenade und erstreckte sich bis zum Neuen Friedhof.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sturmfluten und Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warnemünde und der Sand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Becker-Spruch, Wind und Sand, Dünenbefestigung , Molensand, Sand tragen, Sand als Exportgut, Ballastsand&lt;br /&gt;
;(TID 2026 ?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Straßen, Wege und Umwege - Von Milchsteg und Kuhbrücke zur Stadtautobahn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Postwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen|Im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten aus Warnemünde|Bedeutende Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgenommen wurden Personen, die in Warnemünde geboren oder verstorben sind, beziehungsweise in einem persönlichen Lebensabschnitt zeitweise in besonderer Beziehung zum Ort standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Der Warnemünder Sven Lorenzen hat die ersten 12 Tafeln auf einer Internetseite dokumentiert: [http://sven-lorenzen.de/tafeln.html Warnemünder Gedenktafeln]. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde|Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Volkskunde==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünder Volkskunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in Warnemünde, Unterwarnow- und Breitling-Gebiet==&lt;br /&gt;
* [[Flurnamen in Warnemünde und Umgebung|Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[ + Arbeitsordner Warnemünde]]  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronistenkontakt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph Wegner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mailto:kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156207</id>
		<title>Chronologie und fortlaufende Ortschronik von Warnemünde</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156207"/>
		<updated>2026-09-15T13:20:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Beginn der Luftfahrt und des Flugzeugbaus in Warnemünde/Hohe Düne */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Warnemünde&lt;br /&gt;
 | zeit = ab 1160 fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Autoren Christoph Wegner, Wilfried Steinmüller, Ronald Piechulek, Achim Schade&lt;br /&gt;
 | erstellung = seit 2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie und Geschichte von Warnemünde&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}==Der Küstenort Warnemünde chronologisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwendete Quellen-Kürzel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MUB   = Mecklenburgisches Urkundenbuch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LHA  = Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BGR R = Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock; Register zu Band 1 - 20 mit einer &#039;&#039;&#039;Zeittafel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(Das aufgeführte Ereignis findet sich jeweils unter dem angegebenen Datum in der &#039;&#039;&#039;Zeittafel des Registers&#039;&#039;&#039;, dem Kürzel ist die Jahrgangsnummer der oben genannten Beiträge mit Seiten-Angaben hinzugefügt )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC  = Krausesche Fundchronik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HA  = Heidearchiv Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RA  = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und Frühgeschichte===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten (KFC Wmde Mp45 397-381)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mittelalter bis zur Christianisierung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160&lt;br /&gt;
:Der dänische Chronist Saxo Grammaticus beschreibt die Seeschlacht auf dem Gudacra (Breitling) zwischen den Wenden und der dänischen Flotte unter König Waldemar und Bischof Absalon von Roskilde. (BGR R; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2 ; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,17)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===spätes Mittelalter 1200 bis zur Reformation 1517===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] &lt;br /&gt;
:betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige, verzichtet auf seine Rechte an den im Hafen der Rostocker gestrandeten Schiffen, verheißt den freien Verkehr vorbehaltlich des fürstlichen Zolles nicht zu stören, verleiht die Fischereigerechtigkeit für die Unterwarnow und das Stadtrecht für die Markscheide der Rostocker. &lt;br /&gt;
:In dieser Kaufurkunde erfolgt auch &#039;&#039;&#039;Warnemündes Ersterwähnung&#039;&#039;&#039;. Die Stadt Rostock erhält das Strandrecht in &#039;&#039;&#039;ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; am &#039;&#039;&#039;rechten&#039;&#039;&#039; Warnow-Ufer.  &#039;&#039;(also östlich Taterhörn)&#039;&#039; (BGR R &#039;&#039;&#039;3b&#039;&#039;&#039;,6.24 Nr.32; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,1f,6; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,35; &#039;&#039;&#039;14&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
;Das Kürzel (Mgh) am jeweiligen Ereignis, weist darauf hin, das es am zwischen 1252 und 1478 existierenden &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot;&#039;&#039;&#039; an der alten Warnowmündung zwei Kilometer östlich der heutigen Ortslage Warnemünde stattgefunden hat. &lt;br /&gt;
:Das parallel am heutigen Standort Warnemündes gelegene Fischerdorf dagegen wird erstmalig im Jahr 1262 erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1257/58&lt;br /&gt;
:Ältester Beweis für das Vorhandensein Warnemündes durch Erwähnung eines Hauses daselbst. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1262, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte am Hafen Warnemünde. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;17. Dez.&lt;br /&gt;
:die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig Urkunden in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich Borwin III. verleiht den Rostockern das städtische Recht in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; (!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.6) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;) 2 Mark Silber (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278, 21. Dez.&lt;br /&gt;
:Fürst Woldemar verspricht daß bis nach Warnemünde und bis ans Meer hinunter überall in einer Meile Entfernung vom Fluss keine Festung errichtet werden soll. (HA) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Steinen für den &#039;&#039;&#039;Hafenbau&#039;&#039;&#039; in Warnemünde in einer Kämmereirechnung. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1286, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock erwirbt aus fürstlichem Besitz den Pagenwerder. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,21.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch Rötger Horn den &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; (&amp;quot;von der Tonne bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 Ellen &#039;&#039;(12 Fuß, etwa 4 Meter)&#039;&#039; bringen. (MUB Nr.1977 BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XV; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300 April&lt;br /&gt;
:Die mecklenburgischen Fürsten Heinrich I. der Pilger und Heinrich II. der Löwe halten sich im &#039;&#039;&#039;fürstlichen Warnemünde&#039;&#039;&#039; auf. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark belehnt Fürst Nikolaus von Rostock als Schutz gegen die Feinde des Fürsten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1301, 28. Juli&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300-1314&lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Rostocker Warnemünde&#039;&#039;&#039; ist Hauptschauplatz der Kämpfe König Erichs von Dänemark, Markgraf Albrechts von Brandenburg, Fürst Heinrichs von Mecklenburg u.A., gegen die Stadt Rostock. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 2. Mai&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark wiederum in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1307, 1. November&lt;br /&gt;
:(nach anderen Quellen auch &#039;&#039;&#039;1304&#039;&#039;&#039;) Die Allerheiligen-Flut überflutet die gesamte Dünen-Nehrung von Diedrichshagen bis zur Rostocker Heide. Ihr Scheitelwert soll 14 Fuß (ca. 4,6 m) über dem normalen Wasserstand betragen haben.  (BGR R)&lt;br /&gt;
:Als Folge der Flut wird die Warnow-Mündung auf eine Länge von ca. 500 Meter gänzlich verschüttet. Nach der Flut wird der Warnow an anderer Stelle durch den ersten künstlichen Nehrungsdurchstich eine neue Mündung und ein erneuter Hafenzugang geschaffen &#039;&#039;&#039;(das erste Tief)&#039;&#039;&#039;. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1309, 14. Aug.&lt;br /&gt;
:Heinrich der Löwe in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,16; &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,8.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311, nach dem 16. Sept.&lt;br /&gt;
:Der von König Erich zum Hauptmann (capitaneus) des Landes Rostock ernannte Fürst Heinrich der Löwe sperrt den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039;, indem er auf jeder Seite des Stromes einen hölzernen Turm errichtet und zwischen den Türmen eine Brücke erbaut. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311/12&lt;br /&gt;
:Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Rostocker brennen das &#039;&#039;&#039;fürstliche Dorf&#039;&#039;&#039; Warnemünde nieder. &lt;br /&gt;
:bis Mai Die Rostocker bauen einen neuen Turm auf der Ostseite &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; (!!) Stromes aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche und des im Bau befindlichen Petriturmes in Rostock. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,15f. &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XI.XII &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,14f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7ff.11f.56.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 23. Juni&lt;br /&gt;
:König Erik klagt darüber das nicht nur die Kirche, sondern auch der Ort und besonders das Haus, das er für sich und die Markgrafen &#039;&#039;(von Brandenburg)&#039;&#039; gebaut habe, zerstört sei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;30. Juli &lt;br /&gt;
:Belagerung Rostocks und des Turmes in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039;(!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde durch Dänenkönig Erik Menved. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Juli&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Heinrich von Mecklenburg sperrt das Tief unterhalb des Turmes. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;9. September&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Übergabe nach der Belagerung. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;September/Oktober&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Verbündeten bauen den eroberten Turm durch Hinzufügung von 4 kleinen Türmen einer Mauer und eines Grabens zu einer Festung aus und halten sie gemeinsam besetzt (später Dänscheburg/ dän. Danskeborg) (BGR R; KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:In den Beschwerden des dänischen Königs heißt es das diese (Die Rostocker) vor der Übergabe von Warnemünde den Ort und die Kirche verbrannt und das Haus, das der König für sich und den Markgrafen Waldemar von Brandenburg erbaut, niedergebrochen hätten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erich verabredet mit dem Markgrafen Waldemar von Brandenburg, daß die Summe, die sie dafür durch Verhandlung von den Rostockern bekommen würden, daß der vor Warnemünde erbaute Turm wieder abgebrochen und nie wieder aufgebaut werden dürfe, gleichmäßig zwischen ihnen geteilt werden solle. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 15. Dez.&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock unterwirft sich dem König Erich und dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und verspricht u.A. in Warnemünde eine schöne hölzerne Kirche zu bauen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Der Markgraf Waldemar von Brandenburg verkauft seine Hälfte des Warnemünder Turms an den König von Dänemark, der damit in den Besitz des ganzen Turms gelangt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1314, 25. Nov.&lt;br /&gt;
:Tod des Fürsten Nikolaus von Rostock, des letzten Fürsten aus der Rostocker Linie. Das Lehen fällt an den dänischen König zurück (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317 7. Januar&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit Ausnahme des &#039;&#039;&#039;Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R &#039;&#039;&#039;1d&#039;&#039;&#039;,3. &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;25. November&lt;br /&gt;
:Friede von Templin mit dem brandenburgischen Markgrafen Waldemar. Laut Friedensvertrag belehnt Erik von Dänemark Heinrich (II.) von Mecklenburg mit der Herrschaft Rostock, außer Warnemünde und der Dänscheburg. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark stirbt und Fürst Heinrich (II.) besetzt die Dänenburg. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322, 24. September&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich II. von Mecklenburg verkauft das  &amp;quot;Haus und den Turm&amp;quot; an die Stadt zum Abbruch, die eigentlich dem dänischen Vogt Niels Olufsen gehören und durch Heinrich wiederrechtlich besetzt worden war. (MUB 4377, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70.f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Stadt erwirbt von Heinrich II. von Mecklenburg das &#039;&#039;&#039;fürstliche&#039;&#039;&#039; Dorf (villa) Warnemünde mit dem ganzen &#039;&#039;&#039;westlichen&#039;&#039;&#039; Warnowufer (das damals am Taterhörn auf der hohen Düne lag, bis an die Grenze von Diedrichshagen, mit Eigentumsrecht, voller Gerichtsbarkeit, mit Gestattung der Anwendung des Lübischen Rechts, Fischereigerechtigkeit bis in die See hinaus, behält sich aber das Patronatsrecht vor. (KFC) Das heutige, ehemals fürstliche Warnemünde wird &#039;&#039;&#039;damit Rostocker Stadtbesitz&#039;&#039;&#039;. (MUB 4423, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.14)&lt;br /&gt;
:21. Mai - Heinrich II. erkennt zu Nyköbing auf Falster vvon König Christoph an, das &#039;&#039;&#039;erbliche&#039;&#039;&#039; Lehen (vorher nur Pfandlehen) am Land Rostock von der Krone Dänemarks erhalten zu haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7. April&lt;br /&gt;
:In einem Rostocker Stadtbuch findet sich die Notiz, daß Warnemünde freies Eigentum der Stadt sei, die daselbst die volle Gerichtsbarkeit ausübe und ihr die Abgaben und Einnahmen zukämen. Die Warnemünder Renterverhältnisse (?) würde der Rat in Ordnung bringen. Obwohl somit Warnemünde ganz zu Rostock gehörte, finden wir auch in der Folgezeit die Mecklenburgischen Fürsten häufig dort. Auch bleibt es noch längere Zeit der Versammlungsort für die Truppen, die dem Dänenkönig zu Hilfe gesandt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1337&lt;br /&gt;
:Verfestung des Knappen Vicke Valkenhagen, weil er Strandgut bei Warnemünde geraubt, also in das Strandrecht Rostocks eingegriffen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1339, 5. Nov.&lt;br /&gt;
:Anlegung eines eigenen Stadtbuchs für Warnemünde, Kassebohm und Barnstorf.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348, 19. Sept.&lt;br /&gt;
:Erwähnung eines (verstorbenen) Dieners des Warnemünder Vogts und einer von ihm benutzten Wiese. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lucerna&amp;quot; (Laterne) von Warnemünde erwähnt. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1349, 22. Febr. - 1350, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Kämmereirechnung erwähnt den Bau von Befestigungswerken in Warnemünde, die, wie aus der Kämmereirechnung von 1363/64 hervorgeht, zum Schutz der Leuchte dienten. Auch wird der Baum in Warnemünde genannt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1350, 24. Aug. &lt;br /&gt;
:Bruchstück einer Rechnung in dem als Einnahme u.A. 7 Mark de collecta in Warnemünde vorkommen. Daß die Gesamtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes jährlich 7 Mark betrug. (zeigt der Vertrag von 1359, 18.Dec. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1359, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Vertrag des Rostocker Rats mit den Warnemündern (&amp;quot;burgenses in Warnemunde&amp;quot;) über Dienste und Schoß. Die Warnemünder sollen jederzeit unentgeltlich zu den städtischen Bauten in Warnemünde helfen und andere notwendige Dienste leisten. Der Rat sagt ihnen dafür zu, daß die von altersher auf 7 Mark festgesetzte Gesammtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes nicht erhöht werden soll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1381, 22. Febr. bis 1882, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Erste erhaltene Gewettsrechnung, in der die bisher in den Kämmereirechnungen vorkommenden Ausgaben für Warnemünde erscheinen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Blockhaus und &#039;&#039;&#039;Burg&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475, 23. April&lt;br /&gt;
:Kaiser Friedrich III. bewilligt den Meckl. Herzögen einen Zoll zwischen Rostock und Warnemünde, doch verzichtet Herzog Heinrich mit seinen Söhnen &#039;&#039;&#039;1476, am 23. April&#039;&#039;&#039; auf die Erhebung, weil sie den Rechten und Freiheiten der Stadt zuwiderläuft. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen auf eine Tiefe von 6 Ellen bringen und verbreitern. (BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XVf.67f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Während der Domfehde nehmen die Meckl. Herzöge am 24. Juli 1487 den Ort. Am 1. August der &#039;&#039;&#039;befestigte Leuchtturm&#039;&#039;&#039; vom Herzog genommen, Warnemünde und die dortigen Befestigungen zerstört, die Dachziegel als Beute hinweggeführt. (KFC)und(BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,16. &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,36f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1494&lt;br /&gt;
:Erwähnung der Warnemünder Vitte (Fischerlager) in Falsterbo, neben der Rostocker Vitte. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1495, 17. März&lt;br /&gt;
:Die Herzöge nehmen Warnemünde ein, arretieren die Rostocker Schiffe und verbieten Ein- und Ausfuhr. Bau von Befestigungswerken zur Sperrung des Hafens. (KFC und BGR R ) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:10. April&lt;br /&gt;
:Waffenstillstand; die Herzöge verpflichten sich Warnemünde nicht wieder zu befestigen. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:7. Dezember&lt;br /&gt;
:Vergleich zwischen den Herzögen und der Stadt. Die Herzöge behalten sich vor, &#039;&#039;&#039;die Befestigung um den Leuchtturm zu zerstören.&#039;&#039;&#039; Sie betrachten es seitdem als ihr Recht, daß ohne ihre Genehmigung keine Befestigung in Warnemünde angelegt werden darf, geben aber Warnemünde an Rostock zurück. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71f) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1496, 28. Februar&lt;br /&gt;
:Die Herzöge geben der Stadt die Erlaubnis zur Erhebung einer Bieraccise. Als Grund wird u.A. aufgeführt, daß Mittel zur Instandsetzung des Hafens und des Neuen Tiefs gebraucht würden. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1510, 27. Juli/2. August&lt;br /&gt;
:Die Herzöge protestieren gegen den Bau eines Blockhauses, der durch den Krieg mit Dänemark veranlaßt ist. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,72)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:9. August&lt;br /&gt;
:Der Krieg der Städte gegen König Johann von Dänemark hat die Herzöge von Mecklenburg veranlaßt, den Rostockern die Errichtung eines Block- und Korbhauses (Feuerkorb als Leuchtsignal) zu Warnemünde zu gestatten, unter der Bedingung, daß diese Befestigungen nach Beendigung der Fehde wieder abgebrochen werde.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519, &lt;br /&gt;
:Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1522, 27. August&lt;br /&gt;
:Auch als Rostock gemeinsam mit Lübeck Gustav Wasa eine Flotte zu Hülfe sandte wird in Warnemünde ein Korbhaus (Feuerkorb als Leuchtsignal) eingerichtet.  (in 14 Tagen vollendet). (BGR R) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535&lt;br /&gt;
:Neue Verhandlungen mit den Herzögen wegen Errichtung einer Schanze oder eines Korbhauses zum Schutz des Warnemünder Hafens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535, 10. Juni&lt;br /&gt;
:Die Stadt soll sich dem Herzog verpflichten, das Korbhaus, das sie bauen will, nach Beendigung des Krieges der wendischen Städte gegen den Herzog von Holstein wieder zu zerstören. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1560&lt;br /&gt;
:Vogtseid für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Die Dänen unter König Friedrich von Dänemark sperren den Hafen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 21. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus beschweret sich bei den Beamten zu Dobberan, daß die Doberanschen Bäcker ihr Brodt nach Warnemünde brächten und daselbst zum praejudice der hiesigen Bäcker, denen Warnemündern in ihren Häusern feil böte; bitten, solches abzustellen.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 8. August&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus an den auf der Rhede von Warnemünde mit vier Schiffen liegenden dänischen Admiral Jürgen Appelgarde, darin sich Senatus beschweret, daß das dänische Schiffsvolk die Schwäne auf der Warnow schösse.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:gegen Ende des Jahres zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde liegenden Dänischen Blockade-Schiffe. (Becker Kirchspielchronik Röv.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe und trieb sie ans Gestade des Meers. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung, wonach hinfürder kein Warnemünder Schiffahrt treiben soll, ohne besondee Erlaubnis des Gewetts. Diejenigen Warnemünder, die zur Zeit die Schiffahrt betrieben, durften dabei bleiben, mußten aber einen Knecht halten, der während ihrer Abwesenheit die Fischerei und die Wache zu besorgen hatte. (KFC)&lt;br /&gt;
:- ebenso Gewettsordnung, wonach in Warnemünde außer dem Vogt und dem Barbier nicht mehr als 8 Krüge sein sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579&lt;br /&gt;
:Warnemünde brennt bis auf wenige Häuser ab. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1580&lt;br /&gt;
:Festsetzung des Bürgereides für Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erst jetzt beginnt die Zusammenlegung des Fischerortes durch die Ansiedlung des Hafens am heutigen Alten Strom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1582 4. Juli&lt;br /&gt;
:Herstellung des neuen Tiefs (= alter Strom ?) beendet. Der dabei gemachte Versuch das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Steinriff&amp;quot; im Strom&#039;&#039;&#039; zu durchbrechen wurde nur in geringem Maße erreicht. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1583&lt;br /&gt;
:Erneute Sperrung des Warnemünder Hafens durch dänische Kriegsschiffe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586, Juni-Juli&lt;br /&gt;
:Verhandlungen mit Herzog Ulrich, aus denen ersichtlich ist, daß die Landesherrn in Warnemünde ein Absteigequartier besaßen. Es wird die Einrichtung eines Kellers und die vom Herzog gewünschte Verlegung der Küche erwähnt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:&amp;quot;XXV Octobris hatt ein Erbar Rhat nebenst den verordneten Bürgern bey der Accise Kasten beschlossen das sie auf kunftigen dri Jahr zu Warnemünde eine weitere Luchte bauwen lassen wollten&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Ratsprotokoll Bernhard Scharffenbergs 1586-1598 Seite 131“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1593, 7. März&lt;br /&gt;
:Wiederholung der Verordnung wegen der Schiffahrt vom 20. Februar 1577. Wer sich nicht fügen will, soll bis zum nächsten Ostern mit allem seinem Gut nach Rostock ziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603, 29. Sept.&lt;br /&gt;
:Bestallung des Vogtes Peter Lange. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Den Warnemündern wird durch Ratsbeschluß den Warnemündern der Schiffbau verboten (1610 wird Bootsbau gestattet). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 18. Mai&lt;br /&gt;
:Anordnung einer Schonzeit für Vögel und Wild. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1609, 16. Jan.&lt;br /&gt;
:Ratsbeschluß, wonach zu Warnemünde der Wadenzug einem jeden freistehen soll und &amp;quot;niemandt einigen Ordt der fischerey in der Sehe für sein eigenthumb zu vortheidigen gestattet sein soll.&amp;quot; die Weddeherren sollen die Anlegung neuer Wadenzüge begünstigen, da im Vorjahre nur 3 Heringswaden auf 2 Zügen in Betrieb gewesen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1613, 6. Febr.&lt;br /&gt;
:Jochhim Evers in Warnemünde wird der Bootsbau in seinem Hause gestattet. Auch soll er in Notfällen Schiffsreparaturen vornehmen dürfen, wenn keine Rostocker Schiffszimmerleute anwesend sind. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1619, 11./12. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Verlöbnis-, Hochzeits- Kindtaufs- und Feuerordnung für Warnemünde vom 13. Januar wird in Warnemünde in der Vogtei den sämtlichen Warnemündern vorgelesen, resp. von der Kanzel publiciert. Nach der Feuerordnnung sollen die Feuerstallen jährlich besichtigt werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1621, 10. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Bestrafung Fite Kempes zeigt, daß den Warnemündern das Fischen im Strom verboten war. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Febr.&lt;br /&gt;
:war die bekannte schreckliche Überschwemmung zu Rostock und in der Umgegend, davon in dem *[[&amp;quot;Etwas von gelehrten Rostockschen Nachrichten&amp;quot;  4.Jahrg. Nr.898 i.J. 1740]] eine ausführliche Nachricht abgedruckt sich findet.&lt;br /&gt;
:In Warnemünde wurden 74 der 150 Häuser des Ortes zerstört.&lt;br /&gt;
:In hiesiger Gegend soll ein großer Theil der Waldung unter Wasser gestanden haben, ja es soll das Wasser in Niederungen bis Blankenhagen  vorgedrungen seyn. Die Wasserhöhe des Maaßes war 14 Fuß &#039;&#039;(rund 4,60 m)&#039;&#039; über den mittlern Stand gestiegen. Die Meierey auf dem Moorhof (vorh. Moor genannt) stand völlig im Wasser, Pferde und Ochsen ertranken, die Bewohner saßen 3 Tage im Dach auf dem Heu. Zu Warnemünde wurden von 150 dortigen Häusern 18 an der Düne gänzlich weggerissen und 74 stark beschädiget ; viele Schiffe zertrümmert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 15. Februar&lt;br /&gt;
:Warnemünde durch den wallensteinschen Oberst St. Julian besetzt. Bau einer Schanze. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 9. März&lt;br /&gt;
:Warnemünde wird durch dänische Kriegsschiffe blockiert und bombardiert. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1631, Juli/August&#039;&lt;br /&gt;
:Angriff der kaiserlichen und der herzoglichen Truppen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 27. August Eroberung der Schanze durch Herzog Johann Albrecht und Oberst Lohausen. Abzug der Kaiserlichen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 28. August Die Schweden besetzen die Schanze allein. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 30. August Der schwedische Generalkommissar Erik Anderssen richtet im Einverständnis mit den aus der Verbannung zurückgekehrten Herzögen eine Zollstelle in Warnemünde ein. Sie bestand mit Unterbrechungen bis ins 18. Jahrhundert. (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632, 29. Februar&lt;br /&gt;
:Durch Vertrag zwischen Gustav Adolf und den mecklenburgischen Herzögen bleibt der schwedische Zoll in Warnemünde bestehen. Schweden halten die Schanze besetzt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1634, 3. Nov.&lt;br /&gt;
:Die Vernehmung einiger Warnemünder Fischer durch die Gewettsherren beweist, daß man noch damals nach Falsterbo zum Heringsfang zog und daß die Warnemünder verpflichtet waren, ihn mitzumachen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1637, 29. April&lt;br /&gt;
:Ausbesserung der Schwedenschanze (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1638, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Kaiserlichen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1639, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Rostockern demoliert, aber gleich darauf von den Schweden zurückerobert und wieder hergestellt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1646, 1. und 7. März, sowie 1647, 7. Jan.&lt;br /&gt;
:Mandate gegen das Karpfen und Hecht angeln. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1648&lt;br /&gt;
:Westphälischer Friede. Vergebliches Bemühen der Stadt Rostock, den Warnemünder Schwedenzoll zu beseitigen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1660 8. März&lt;br /&gt;
:Im schwedisch-polnischen Krieg Besatzung der Schwedenschanze von kaiserlichen Truppen zur Übergabe gezwungen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 23./24. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze von den Kaiserlichen unter Montecuculi zerstört. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 19. April &lt;br /&gt;
:Die kaiserlichen Truppen ziehen aus Warnemünde ab. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1661 Juni&lt;br /&gt;
:Die Schweden bauen eine neue Schanze auf der Ostseite von Warnemünde beim Zimmerhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1664, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot, daß aus der See kommende Schiffe in Warnemünde liegen bleiben, dort löschen und laden und Zimmern laßen, ohne mit ihren Waaren an die Stadt zu kommen.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665 25. März&lt;br /&gt;
:Die Schweden vertreiben die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665, 23. Sept.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot der Leinenweberei in Warnemünde&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1666, 31. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wiederholung des Mandats vom 12. Febr. 1664 mit Zusatz über die dem Vogt von den Schiffen zu zahlenden Gebühren.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 20. Aug.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder werden an die alte Observanz (1359, 18. Dez.) erinnert, wonach sie jederzeit Fuhren und Hülfe bei den notwendigen Bauten zu leisten haben. Wenn sie sich darin willig zeigen, wird ihnen das Aalstechen auf dem Breitling bis nach Großen Klein (mit gewissen Einschränkungen) sowie das Obstverfahren mit kleinen Böten gestattet, falls sie das Obst in Rostock einkaufen. Auch soll ihnen erlaubt sein, Rostocker Bier und Gartengewächse über die See in einige Klipphäfen zu bringen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 19. Dezember&lt;br /&gt;
:Feststellung, wieviel Bootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 13. April&lt;br /&gt;
:Wiederholung des Verbots der Leinenweberei in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 14. April&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Mandat betreff die Schonzeit für Wild und Vögel&amp;quot; (vgl. 1606, 18. Mai); &amp;quot;Verbot des Brachens (Kalfaterns), Bauens und Klopfens an den Schiffen während Barsche, Brachsen und andere Fische einziehen.&amp;quot;; &amp;quot;Verbot Schweine frei umherlaufen zu lassen&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. Nov.&lt;br /&gt;
:Erneutes Verbot des Fischharkens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. und 20. Nov.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot die Krüge bis in die Nacht offen zu halten.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1672, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot für die Warnemünder, Mehl von fremden Müllern zu kaufen. Das Mehl soll in der Stadt gemahlen und in der Stadt die Accise davon entrichtet sein.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 11. Febr.&lt;br /&gt;
:Auf E.E. Rats Dekret ermahnen die Gewettsherrn den Vogt, auf das Brotbacken beßer Obacht zu geben. Er erklärt, sein Bestes zu tun aber nicht verhindern zu können, wenn die Leute in der Stadt backten. Es soll offenbar in Warnemünde in den dortigen Backstuben gebacken werden. (Vgl. 1679, 29.März) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 29. März&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Fuhren nach Dänemark und andern Orten von den Warnemündern der Reihe nach besorgt werden sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675 16./17. Juli&lt;br /&gt;
:Die neue Schwedenschanze von den Brandenburgern besetzt. Die Gewettsherren ergreifen vom Vogtei-Gebäude wieder Besitz. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676 Januar&lt;br /&gt;
:Warnemünde geht durch Vertrag an die Dänen über; die Schanze im Osten wird geschleift. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676,19. Dec.&lt;br /&gt;
:Feststellung, wievielBoootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1677, 26. Januar&lt;br /&gt;
:E.E.Ratsordnung für Warnemünde; sie enthält mehrere Paragraphen über anständiges Benehmen auf der Vogtei, Bestimmungen über die Nachtwache, das Verbot, Vieh auf die Hegewiesen zu treiben, die Mahnung zur Ordnung beim Lotsen- und Bergungsdienst sowie beim übersetzten von Reisenden nach Dänemark u. A. . (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 7. Januar&lt;br /&gt;
:Festsetzung über Fracht- und Fuhrlohn für Überfahrten nach Dänemark (Gjedser). (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 29. Mai&lt;br /&gt;
:Gewettsdekret, das u.A. einschärft, &amp;quot;das Brod nach altem Herkommen in Warnemünde im Vogteibackhause und nicht in Rostock backen zu laßen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 25. Juni&lt;br /&gt;
:Revision der Gewichte der Warnemünder Händler durch den Gewettsdiener. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1680, 5. Febr.&lt;br /&gt;
:Regelung der Warnemünder Bootfahrt mit Passagieren nach Dänemark und Schonen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:Besichtigung von Warnemünde durch den schwedischen Generalfeldmarschall Graf Königsmarck wegen Wiedereinrichtung des Zolls. Protest der Stadt Rostock. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 5. März&lt;br /&gt;
:Ein schwedisches Kriegsschiff erscheint in Warnemünde, um den Zoll wieder zu erheben. Die Stadt Rostock verweigert die Öffnung des Hafenbaumes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. April&lt;br /&gt;
:Verhandlungen des Gewetts mit dem schwedischen Kapitän und dem Licentmeister. Der Kapitän erklärt, er bleibe solange vor Warnemünde liegen um den Zoll zu erheben, bis dafür andere Vorkehr getroffen sei. Der Licentmeister erklärt, er habe den Zoll in derselben Weise zu erheben wie bis 1671 geschehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 3. Mai&lt;br /&gt;
:Auf die Klagen der Rostocker Fischer, daß der Brachsenfang von Warnemünde sehr gestört würde, weist das Gewett den Vogt an, den Warnemündern das Fischen &amp;quot;Vor der See&amp;quot; und im Strom und die Zimmerei an Schiffen zu untersagen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 12. Januar&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 21. Febr.&lt;br /&gt;
:Verordnung des Gewetts wonach, wer in Warnemünde Bier &amp;quot;einlegen&amp;quot; will, es beim Vogt anmelden und der Stadt die Accise entrichten muß. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;dto.&lt;br /&gt;
:Jürgen Knutsen wird in Warnemünde als Frei-Leinenweber zugelassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 4. Mai&lt;br /&gt;
:Befehl an den Vogt, seiner Instruktion gemäß darauf zu achten, daß die Schiffe den Ballast ein Stück Weges von den Dünen und dem Bollwerk entfernt auswerfen lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Schiffer in Warnemünde, deren Böte mehr als 2 Last Güter fahren können, solche sofort &amp;quot;hinweg thun&amp;quot; oder aber nach Rostock ziehen sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Unter dem Vorsitz des Gewetts vergleichen sich die Warnemünder Fischer und Schiffer mit den Deputierten des Schonenfahrergelags und sämtliche Rostocker Kaufleuten und Seefahrern wegen der beim Aus- und Einbringen von Schiffen und Leichtern durch die Warnemünder zu erhebenden Gebühren. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, Oktober&lt;br /&gt;
:Wird in Warnemünde ein Bürger und Krämer erwähnt, woraus hervorgeht, das damals in unserem Hafenorte nicht bloß Haken (von Höker = Händler, der auf der Straße oder in einer Bude Waren mit geringem Umsatz verkauft, Kleinhändler) sondern mindestens auch ein Krämer geduldet wurde. Die &amp;quot;Freyhakerey&amp;quot;, d.h. der Handel mit allerhand &amp;quot;Hakenwaaren&amp;quot; wie Hering, Butter, Käse, Fischwerk, Talglichten und dergleichen wurde vom Gewett häufig in Warnemünde vergeben und zwar meist auf Lebenszeit nicht nur für de Antragsteller, sondern auch für dessen Frau. Grade über die vielen Höker klagt obiger Krämer, daß sie ihm das Geschäft verderben. Er hat deshalb den Thranverkauf mit aufgenommen. Dies aber wollen die Rostocker Schuster wieder nicht leiden, und so bekommt die Sache zur Entscheidung vor das Gewett. Letzteres entscheidet für den Krämer (Johann Jörcke) und verleiht ihm &amp;quot;die freyheit mit thran zu handelen&amp;quot; da Jörcke einmal &amp;quot;ein fast abgelebter alter Mann&amp;quot;, ferner der Thranhandel in Warnemünde nicht der Schusterrrolle wiederspreche und endlich Warnemünde zwei Meilen von der Stadt entfernt sei, so daß Jörckes Handel mit &amp;quot;Thran wahren&amp;quot; dem Schusteramte nicht schaden könne. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 16. Nov.&lt;br /&gt;
:wird der Wismarsche Barbiergeselle Hinrich Roth &amp;quot;in betracht desselben wohl erlernten und geübten Chirurgiekunst auf Fürbitte seines Stiefvaters,&amp;quot; eines Warnemünder Bürgers, vom Gewett als &amp;quot;Frey Barbier&amp;quot; in Warnemünde zugelassen. (Ein Barbier kommt in Warnemünde schon 1577 vor. 1819 wird später darüber geklagt, daß in Warnemünde kein Chirurg sei.) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1700, vor dem 20. Sept.&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde bei dessen Bekämpfung Rostocker Stadtsoldaten mitgeholfen haben, weshalb ihnen durch Ratsdekret vom 20. September eine Belohnung zugesprochen wird. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1716&lt;br /&gt;
:Peter der Große mit einer Flotte vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1718, 26. Februar&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde durch den 20 Häuser zerstört werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1721&lt;br /&gt;
:4. Juli - Verordnung daß zu Warnemünde, wie auch auf der Stadt und Hospital-Dörfer kein ander als Rostocker Bier verschenkt werden soll. (UA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1729, 21. April&lt;br /&gt;
:E.E. Raths-Verordnung  &amp;quot;Wie es zu Warnemünde mit Ein- und Ausbringung frembder Schiffe und Fahr-Zeuge, im gleichen mit Lösch- und Beladung  der auff der Rhede liegenden, und dann auch mit gestrandeten Schiffen, deren Waaren und Gütern gehalten werden soll.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1735, Mai&lt;br /&gt;
:Während der Wirren unter Karl Leopold und Christian Ludwig ließ letzterer als Kaiserlicher Kommissar Warnemünde von Schwarzburger Kommissionstruppen besetzen, mußte dieselben aber auf Beschwerde der Stadt wegen Verletzung ihres Garnisonsrechtes wieder zurückziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1740&lt;br /&gt;
:ging der Schwedenzoll zu Warnemünde in den Pfandbesitz des Herzogs Carl Leopold über.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1755&lt;br /&gt;
:Vermessung Warnemündes und Aufstellung eines Feldregisters durch den &#039;&#039;&#039;Stadtkassen Sekretär Tarnow&#039;&#039;&#039;. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1756, 27. Januar&lt;br /&gt;
:Gewettsverordnung : Fremde Schiffe müssen während der Winterlage in Warnemünde vom Bollwerk abbleiben. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767&lt;br /&gt;
:Durchbruch der See auf der Ostseite.&#039;&#039;(Hohe Düne)&#039;&#039; (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1769, 27. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Bürgerschaft erhält vom Rat die Erlaubnis, eine neue Schule einzurichten, da der Küster im Rechnen und Schreiben nicht gehörig unterrichten kann.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1779, 18. Febr.&lt;br /&gt;
:Gesuch der Warnemünder, die neu zu erbauenden Häuser nicht zwischen Vorder- und Hinterreihe setzen zulassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1781, 25. Mai&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E.Raths der Stadt Rostock Lotsen-Ordnung für den Hafen Warnemünde.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1782, 17. Juli&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung wegen des von den kleinen Schiffen zu erlegenden Lotsengeldes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784&lt;br /&gt;
:Vorschlag des Warnemünders Joh.Lange zwischen der Vorderreihe und dem Bollwerk eine Reihe von Querhäusern errichten zu lassen, da sich sonst keine geeigneten Bauplätze fänden. - Abschlägiger Bescheid trotz mehrfacher Wiederholung. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, seit 19. Januar&lt;br /&gt;
:Verbote, die neu zu erbauenden Häuser in Warnemünde mit Stroh zu decken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, 6. Okt.&lt;br /&gt;
:Verordnung, daß die fremden Schiffe nur in Rostock Winterlager halten dürfen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1785, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Verordnung daß die Warnemünder nicht mit eigenen Schiffen Schiffahrt treiben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796, 15.Jan.&lt;br /&gt;
:E.E.Rat schlägt der Bürgerschaft die Anstellung eines Dünenwächters zur Bewachung der Warnemünder Dünen vor. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1797, seit&lt;br /&gt;
:wurden besonders auf den Rat des Prof. Dr. Franz Christian Lorenz Karsten, Anpflanzungsversuche auf den Dünen zwischen Warnemünde und Diedrichshagen gemacht. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, Ende April, Anfang Mai&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker schickt seine Waldarbeiter aus der Rostocker Heide nach Warnemünde um 4000 Akazien (&amp;quot;Scheinakazien&amp;quot;= Robinien) sowie eine ungezählte Anzahl an Weiden und Pappeln zu pflanzen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 24. Juli&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Instruktion für den Dünenwärter&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1800&lt;br /&gt;
: Johann Christian Friedrich Wundemann erwähnt Warnemünde in dem 1800 erschienenen 1.Teil seines Buches &amp;quot;Mecklenburg in Hinsicht auf Kultur, Kunst und Geschmack&amp;quot; nur als Ausflugsort der Rostocker, ohne des Seebades zu gedenken. Warnemünde wurde demnach damals noch nicht als Badeort benutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Auszug daraus]]  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801&lt;br /&gt;
:lag die englische Flotte unter Admiral Nelson während des dänischen Feldzuges und dem Kopenhagen-Bombardement zur Verproviantierung vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802&lt;br /&gt;
:Verhandlungen über die Bebauung des Ostufers, weil es auf dem Westufer an Bauplätzen mangele. - Der Rat beschließt laut Decret vom 3. November 1802, die Sache vorläufig auf sich beruhen zu lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802, 30. Nov.&lt;br /&gt;
:Der Rat erläßt eine revidierte Lotsenordnung für den Hafen Warnemünde nebst Erläuterungen dazu. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1803, 26. Juni&lt;br /&gt;
:Schweden verzichtet endgültig auf den Warnemünder Zoll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804, 28. März&lt;br /&gt;
:Verordnung wegen des von den Schiffern zu entrichtenden Ballast- und Baggergeldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 2. Januar&lt;br /&gt;
:Ratsordnung betr. des Ballastgeldes für Warnemünde und die Rhede.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 21. November/19. Dezember&lt;br /&gt;
:Einführung der Kontinentalsperre, Sperrung der mecklenburgischen Häfen. (Warnemünde ist dann abwechselnd bis 1812 von französischen und mecklenburgischen Truppen besetzt, um die Sperre durchzuführen.) (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1809, 25. Mai&lt;br /&gt;
:Alle in Warnemünde befindlichen Schiffe werden durch das Schillsche Corps beschlagnahmt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;26. Mai&lt;br /&gt;
:Holländische Truppen als Verfolger der Schillschen Truppen in Warnemünde. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1810, 4. Juni&lt;br /&gt;
:schoß die auf der Rhede liegende engl. Fregatte Fishguard einen 16Pfünder auf Warnemünde ab, da der franz. Kaper Turet dort ein beschlagnahmtes Schiff mit engl. Waren eingeschleppt hatte. Die Kugel durchdrang das Kirchendach und fiel im Garten eines Hauses am südl. Ende der Hinterreihe zu Boden. &lt;br /&gt;
:Sie hat ein Kaliber von ca. 10cm und wiegt 17kg. Sie befindet sich im Warnemünder  Museum. (KFC Wmde I p26)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1811, 5. April&lt;br /&gt;
:ordnet der Marschall Eckmühl den Bau von zwei Batterien bei Wismar und in Warnemünde an, die nach Art von Redouten in der Mitte ein Blockhaus, ringsherum Gräben erhalten sollten.(BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1812, 2. März&lt;br /&gt;
:Die Batterien in Warnemünde von den französischen Truppen den mecklenburgischen Truppen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- Juli&lt;br /&gt;
:Für das französische Militär muß eine Warmbadeanstalt errichtet werden. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813, 23. März&lt;br /&gt;
:Aufhebung der Kontinentalsperre; Öffnung der Häfen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- August&lt;br /&gt;
:Die englische Flotte auf der Warnemünder Reede. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 26. August&lt;br /&gt;
:die Engländer zerstören und sprengen Blockhaus und Redoute. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
;1817&lt;br /&gt;
:Das Warnemünde von den Einheimischen bereits als Seebad benutzt ward, ergiebt sich aus den Erinnerungen des Forstinspectors Becker. Dieser schreibt 1817: &amp;quot;Im Junius hielten wir uns vier Wochen zu Warnemünde auf und badeten.&amp;quot; (das Baden in der Ostsee betrieb Becker bereits nachweislich spätestens ab 1798, als er dazu Baderegeln veröffentlichte. Ob er da bereits in Warnemünde weilt ist bislang offen.)(BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:War Warnemünde nach einem Aufsatze des Prof. G.H. Masius ohne alle ärztliche und wundärztliche Hilfe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 24. Mai&lt;br /&gt;
:Verordnung Betreffs die Anmeldung der Fremden, auch diejenigen, die als Badegäste kommen. - Es waren in Warnemünde in diesem Jahre schon über 100 Badegäste (Formey, &amp;quot;Die Seebäder und Heilquellen zu Doberan und Warnemünde im Sommer 1822&amp;quot; in Hufelands &amp;quot;Journal der praktischen Arzneykunde&amp;quot; Bd.55, Stück 4.) Über die Badeeinrichtung heißt es ebenda: &amp;quot;Weder Badewagen, noch irgend eine zur Bequemlichkeit der Badenden  gereichende Vorkehrung ist vorhanden. Jeder Badelustige eilt in den Fluten des offenen Meeres um Erquickung oder Heilung zu finden. Der Ort ist ein Eigenthum der Stadt Rostock, dessen Magistrat, um alle Rivalität mit dem fürstlichen Doberan zu vermeiden, jede dahin lockende Einrichtung absichtlich unterläßt. Dessen ohngeachtet nimmt die Frequenz der Badegäste mit einem jeden Jahre zu.&amp;quot; &amp;quot;Dieser Badeort ziehet durch seine Lieblichkeit und die Ruhe, die dort herrscht, alle diejenigen hin, welche entfernt vom prachtvollen Geräusche Doberans die Seebäder im Genusse der schönen Natur gebrauchen wollen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:Erscheint zu Ehren von Prof. F.C.L. Karsten ein Kupferstich mit Rostocker Landschaftsbildern, auf dem auch der Entwicklungsstand der 1799 in Warnemünde gepflanzten Robinien-Bestände dargestellt ist. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825&lt;br /&gt;
:Stiftung des Gewettssekretärs Karsten für Wittwen und Waisen verunglückter Warnemünder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1827, 14. Juni&lt;br /&gt;
:Besuch des Großherzogs Friedrich-Franz I. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1828&lt;br /&gt;
:Errichtung eines Damenbades &amp;quot;aus zwei geräumigen Badehäuschen bestehend&amp;quot; auf den sogenannten Kisten an der Ostseite edes Hafens, und zwar als Privatunternehmen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1830-1850&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1830 bis Anfang 1850 wurden die Dünen in Warnemünde geebnet, die Täler ausgefüllt, wuchsen ganz neue Häuserreihen zweistöckig, &amp;quot;modern&amp;quot;, empor, und wurden die neuen Gasthäuser, der Pavillion, das Gesellschaftshaus und Hübners-Hotel, angelegt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 23. Febr.&lt;br /&gt;
:weist das Gewett in einem Bericht noch auf das Fehlen ärztlicher Hilfe hin. - Seit ca. 1831 war dann Friedrich Wilhelm Schütz praktischer Wundarzt und Geburtshelfer daselbst. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833&lt;br /&gt;
:wird die Dünen-Pflege durch das Bauamt übernommen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1834, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Dampfschiffahrt zwischen Rostock und Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten. &lt;br /&gt;
:Die Zahl der Badegäste steigt infolgedessen in diesem Jahre schon auf über 1000 Personen.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835, 22. April&lt;br /&gt;
:Der Rat publiziert eine neue Lotsenordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835&lt;br /&gt;
:Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837, 8. Oktober&lt;br /&gt;
:Durchstich des Pagenwerders vom Breitling zum Warnemünder Strom vollendet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1843&lt;br /&gt;
:In den letzten Jahren waren durchschnittlich 1400 Badegäste in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1853, 14. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E. Raths der Stadt Rostock Hafen-Ordnung&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1857, 15. April&lt;br /&gt;
:[https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Datei:Wmde_Schiffsungl%C3%BCck_Laager_Anzeiger_April_1857.jpg Schiffsunglück auf der Warnow]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1859, seit&lt;br /&gt;
:besteht die Chaussee-Verbindung Rostocks mit Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1860&lt;br /&gt;
:Der Jurist Moritz Wiggers veröffentlicht seine Verteidigungsschrift [https://books.google.de/books?id=XyFWAAAAcAAJ&amp;amp;dq=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;f=false|&#039;&#039;&amp;quot;Nothwendigkeit einer gründlichen Reform der wirtschaftlichen Zustände in dem Hafenorte Warnemünde - Eine Verteidigung der Rechte der Warnemünder Bürgerschaft vom geschichtlichen, staatsrechtlichen und volkswirtschaftlichen Standpunkte&amp;quot;&#039;&#039;] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863&lt;br /&gt;
:Warnemünde erhält eine Telegraphenstation. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1865&lt;br /&gt;
:Einführung der Straßenbeleuchtung in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866&lt;br /&gt;
:Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels &amp;quot;Neptun&amp;quot;). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866-1871&lt;br /&gt;
:Bau der neuen Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stationiert in Warnemünde 2 Rettungsboote nebst Raketenapparat. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867, seit&lt;br /&gt;
:Wird wegen der Erbauung eines neuen Leuchtturmes verhandelt und die Platzfrage erwogen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1870/71&lt;br /&gt;
:Während des Deutsch-Französischen Krieges wird der Warnemünder Hafen zeitweilig von einer französischen Panzerschiffs-Flotte blockiert.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, 12./13. November&lt;br /&gt;
:Große Sturmflut, die viel Schaden anrichtet, u.a. Zerstörung aller Bäder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1873&lt;br /&gt;
:Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1874&lt;br /&gt;
:Abbruch der alten Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1875&lt;br /&gt;
:Beim Kaisermanöver war Flottenparade vor Kaiser Wilhelm I. auf der Warnemünder Reede. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1876&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte Kirchhof am Strande&amp;quot; wird geschlossen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1886&lt;br /&gt;
:[[Warnemünde erhält Straßennamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:Eröffnung des neuen Hafenbassins beim Bahnhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903&lt;br /&gt;
:Das alte Tief (ostwärts bei der Hohen-Düne) wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907&lt;br /&gt;
:Der alte Friedhof wird eingeebnet und in eine Parkanlage verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910, Januar&lt;br /&gt;
:Baubeginn der Strandbahn auf der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1918, 5. November&lt;br /&gt;
:Torpedoboote der aufständischen Kieler Schul-Halbflottille laufen unter roter Flagge in den Warnemünder Hafen ein. Deren Obermaate berufen in den Warnemünder Marineeinrichtungen Versammlungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6. November&lt;br /&gt;
:Auf die Kieler Initiative hin gründet sich ein Soldatenrat, die Matrosen der Flugzeugstation, der Vorpostenhalbflottille &amp;quot;West&amp;quot; und der 7. Halbflottille weigern sich in See zu gehen und noch länger Dienst zu tun. (RA 8.11.1918)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht neben dem Warnemünder Leuchtturm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erster alliierter Bombenangriff auf Warnemünde. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, April&lt;br /&gt;
:Bombardement auf Rostock und Warnemünde. Brände, Zerstörung und Verwüstung am Güterbahnhof, Hotel Reichshof und den Arado- sowie Heinkel-Flugzeugwerken. Eine Brandbombe trifft die Kirche und es kommt zu Brandschäden am Kircheninventar. Im Ergebnis werden der Christophorus und der Danziger Flügelaltar nach Hanstorf ausgelagert. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 8./9. Mai&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 7./8. September&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 23. Juli&lt;br /&gt;
:Die US-Airforce bombardiert Warnemünde zum wiederholten Male (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 29. Juli&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1944, 9. April&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 22. April&lt;br /&gt;
:Die beiden letzten Maschinen der Lufthansa, zwei JU-52 starteten aus dem eingekesselten Berlin schon unter Beschuss durch sowjetische Truppen. Dort unmittelbar vor der Eroberung des Rollfeldes gestartet erreichen sie Warnemünde. Sie konnten noch sicher und heil auf dem Fliegerhorst landen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Ein Feuer zerstört den (alten) &amp;quot;Teepott&amp;quot; (Teepavillon)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heinkel Betriebsgelände auf der Hohen Düne um 1927.jpg|Das Heinkel-Betriebsgelände um 1927 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde US Airforce 23.7.1943.jpg|US-Airforce Aufklärung des Bombardements vom 23.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:US Luftbild 27 B17 Warnemünde Angriff 29 7 1943 95th 100th BG a.JPG|US-Airforce 27 amerikanische B-17 Bomber im Anflug auf Warnemünde beim Bombardement vom 29.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1947, 13. Mai&lt;br /&gt;
:Der ausgelagerte Altar und die Christophorus-Plastik werden vom Auslagerungsort Hanstorf geholt und wieder in die Kirche gebracht. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968&lt;br /&gt;
:Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten. Maßgeblich unter der Leitung von Architekt Ulrich Müther und Stadtplaner Erich Kaufmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde seit der Wiedervereinigung===&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018, 22. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Umbau des Warnemünder Bahnhofs wird begonnen (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2019, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Die RoRo-Fähre der Reederei Transfennica gerät beim Einlaufen in der Hafeneinfahrt auf Grund und legt sich quer zwischen Ost- und Westmole, so das der gesammte Schiffsverkehr unterbrochen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2023/2024===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 1.September&lt;br /&gt;
:Im Rahmen des planmäßigen Aufbaus des Marine-Arsenals am ehemaligen MV-Werften-Standort wird die ehemalige Fregatte &amp;quot;Köln&amp;quot; im Trockendock saniert, zudem das Taucherschulboot &amp;quot;Baltrum&amp;quot;, das Wohnboot &amp;quot;Knurrhahn&amp;quot; und das Ex-Minenjagdboot &amp;quot;Auerbach&amp;quot;. Etwa 450 Mitarbeiter sind derzeit beschäftigt.&lt;br /&gt;
:Zudem laufen Verhandlungen, dass das belgische Unternehmen &amp;quot;Smulders&amp;quot; auf einem Teil des Werftgeländes, dass das Bundesverteidigungsministerium für das Marinearsenal gekauft hatte, Plattformen für die Offshore-Windbranche gebaut werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 4. September&lt;br /&gt;
:Der traditionsreiche Warnemünder Fischkutter &amp;quot;Chemnitz&amp;quot; wird wegen mangelnder Seetüchtigkeit von einem Schlepper in die Werft Rammin nach Barth begleitet. Zeitpunkt für Rückkehr nach Sanierung ungewiss. In den letzten Jahren wurden bereits die Kutter &amp;quot;Ueckermünde&amp;quot;, &amp;quot;Hanno Günther&amp;quot;, Zufriedenheit&amp;quot;, &amp;quot;Barth&amp;quot; und &amp;quot;Doberan&amp;quot; verschrottet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. September&lt;br /&gt;
:Mit einem Fest wird das 120-jährige Brückenjubiläum gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 16. September&lt;br /&gt;
:Am Riesenrad auf der Warnemünder Mittelmole wird das Oktoberfest mit dem traditionellen Fassanstich eingeläutet. Die Bayrischen Wochen dauern hier noch bis zum 8. Oktober.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 22. September&lt;br /&gt;
:Bei einem Besuch im Marinearsenal Warnemünde gab Verteidigungsminister Bois Pistorius &amp;quot;grünes Licht&amp;quot; für die Ansiedlung des belgischen Stahlbauunternehmens Smulders für den Bau von Konverterplattformen in direkter Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 26. September&lt;br /&gt;
:Der Stelzenbagger &amp;quot;Nicolaj SAJ&amp;quot; beendet die mehrwöchigen Ausbaggerungsarbeiten im Bereich der Warnemünder Westmole. Aus der sog. &amp;quot;Sandfalle&amp;quot; wurden ca. 45.000 m³ Sand ausgehoben. Diese hält die durch die Küstenströmung mitgeführten Sedimente zurück um eine Versandung des Fahrwassers zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Vom 29.09. bis 3.10. finden bereits zum elften Mal die &amp;quot;Stephan-Jantzen-Tage&amp;quot; in Warnemünde statt. Organisatoren der Veranstaltungen zu Ehren des legendären Warnemünder Seenotretters sind Andreas (Doc) Buhse und Knut Linke von der Agentur Kulturmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Auf der Hohen Düne übergibt Fregattenkapitänin Bianca Seifert am 29.09.23 nach gut 22 Monaten das Kommando über die Besatzung der Korvette &amp;quot;Bravo&amp;quot; an den 34-jährigen Korvettenkapitän Benjamin Bachmann ab. Bianca Seifert war die erste Kommandantin einer Korvette der Deutschen Marine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 30. September&lt;br /&gt;
:8. Ehrenamtsball der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und des Landkreises Rostock für Ehrenamtliche im Bereich der Behindertenhilfe, chronischen Erkrankungen und Selbsthilfe im Kurhaus Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Saisonende für die Rettungsschwimmer*innen und ihre wichtige eherenamtliche Arbeit an den Rostocker Stränden. In diesem Jahr gab es 328 Einsätze, davon 52 im Rettungsdienst. 21 Mal mussten Menschen aus der Ostsee gerettet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn der Sanierungsarbeiten des Liegeplatzes (LP 23) des Seenotrettungskreuzers der DGzRS am Westufer des Alten Stromes. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2024 geplant und soll ca. 1,1 Mio € betragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 3. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Verein &amp;quot;Tiere in Not Warnemünde&amp;quot; begeht sein 30. Jubiläum, den Barbara Linkis (84) seinerzeit gründete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Oktober&lt;br /&gt;
:1. Rostocker Blaulichttag am 7. Oktober in Warnemünde&lt;br /&gt;
:Um über die Tätigkeiten der Blaulichtorganisationen in Rostock zu informieren, findet erstmals diese Veranstaltung auf der Promenade, dem Leuchtturmvorplatz in Warnemünde sowie am Hauptturm der Wasserwacht, Höhe Hotel Neptun, statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 70.000. Besucher auf dem Warnemünder Leuchtturm wird der 14-jährige Dresdner Robert Klaus durch die Schatzmeisterin Ingelore Morenz und Andreas Herpoldt vom Leuchtturmverein begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 13. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 10.000. Gast des Jahres wird der Magdeburger Karl Geßler (80) willkommen geheißen. Er weilte mit seiner Frau Doris und Freunden zu einem Urlaub in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 14. Oktober&lt;br /&gt;
:In Warnemünde findet das 25. Kutterpullen statt. Bereits zum 2. Mal findet es am südlichen Ende des Alten Stromes statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein feiert im Kurhaus gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt den 125. Geburtstag des Warnemünder Leuchtturmes.&lt;br /&gt;
:Die Verleger Matthias Redieck und Achim Schade editieren dazu eine Sonderausgabe des Tidingsbringers &amp;quot;30 aus 125&amp;quot;  30 Geschichten aus 125 Jahren.&lt;br /&gt;
:Bis zum Jubiläum hatte der Leuchtturm über das Jahr 70 000 Besucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 20. und 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Eine schwere Strumflut wütet an der westlichen Ostseeküste. Auch Rostock trifft Starkregen. Der Wasserstand der Warnow am Mühlendamm zeigt beispielsweise ein Plus von 1,52 Metern über Null. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Pflanzaktion in der Rostocker Heide: Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück nimmt als Schirmherrin daran teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:Baustart für die langerwartete Umgestaltung des Warnemünder Georginenplatzes. Das Grünamt will im Zuge dieser Maßnahme die Versiegelung des Platzes mit Betonplatten und -mauern aufheben. Stattdessen soll ein geschwungener, naturverträglicher, wassergebundener Weg entstehen, sowie Schmuckbeete mit Dahlien (früher Georginen) angelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:Wegen dringender Wartungs- und Reparaturarbeiten muss die 120 Jahre alte historische Drehbrücke über den Alten Strom eine knappe Stunde gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. Oktober&lt;br /&gt;
:Vom 27.10. bis 04.12.2023 ist der Zugverkehr zwischen Rostock und Warnemünde unterbrochen und wird durch Schienenersatzverkehr (SEV) sichergestellt. Grund sind Gleisarbeiten zur Modernisierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur. Die Fahrzeit des SEV beträgt 50 statt 21 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Mit dem Anlegen der AidaMar geht die Kreuzfahrtsaison 2023 in Warnemünde zu Ende. In dieser Saison gingen lauf Rostock-Port 411.000 Kreuzfahrtgäste bei 133 Schiffsanläufen mit 30 Kreuzfahrtschiffen an und von Bord. Dies waren 6 Anläufe weniger als 2022 aber 40% mehr Kreuzfahrtgäste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Oktober&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Rostocker Eisbademeisters&amp;quot; starten am Warnemünder Strand in ihre neue Badesaison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn des Abrisses des ehemaligen Ärztehauses Wachtlerstraße 11. Durch die Wiro soll auf diesem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit 9 Mietwohnungen zwischen 80-125 m² errichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Heinz Plautz, Gründungsmitglied des Leuchtturmvereins tritt nach 30 Jahren aktiver Vereinsarbeit und einem Alter von 87 Jahren vom aktiven Dienst am Leuchtturm zurück, bleibt aber dem Verein weiter erhalten. Mit seinem zeichnerischen Talent hat er von allen seinen Kollegen eine Portraitzeichnung angefertigt, wie auch von dem verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Klaus Möller und dem amtierenden Vorsitzenden Mathias Stagat. Mehr als 100 großformatige Banner hat er für die beliebten Leuchtturm-Hochzeiten gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. November&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park Warnemünde findet eine Gedenkstunde für die auf See Gebliebenen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. November&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder und ehem. Fischer Karl-Heinz Ruschau (90) und seine Frau Erna (91) begehen nach einem ereignisreichen Leben ihre Gnaden- bzw. Platinhochzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 28.November&lt;br /&gt;
:Der 28.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 2. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 2. Dezember&lt;br /&gt;
:Am 2. Dezember um 12 Uhr öffnet der bisher größte Weihnachtsmarkt auf dem Warnemünder Kirchenplatz vor der Kirche. Der mittlerweile 14. Weihnachtsmarkt, organisiert durch den Handels- und Gewerbeverein Warnemünde, wird statt 11 nun 16 Stände haben. Außer montags und dienstags wird er bis zum 01. Januar 2024 geöffnet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 5. Dezember&lt;br /&gt;
:Nach 37 Jahren, 490 Ausstellungen mit 750 Künstlern schließt die Galerie Möller am Strom 68 für immer. Galeristin Ulrike Sabine Möller und ihr Mann Peter gehen in den wohlverdienten Ruhestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Dezember&lt;br /&gt;
:Zwischen dem 7. und 21. Dezember findet der traditionelle Weihnachtsbaumverkauf in der Rostocker Heide, an der Alten Forstbaumschule in Rostock-Hinrichshagen, statt. Jedes Jahr werden bis zu 1800 Bäume verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 8. Dezember&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Traditionsfirma &amp;quot;Meißner Elektronic&amp;quot; in der Mühlenstraße 12 feiert 75. Geschäftsjubiläum. Axel Meißner eröffnete die Firma für den Verkauf und Reparatur von Radiogeräten in der Poststraße 17. &lt;br /&gt;
:1954 hielten Fernsehgeräte Einzug ins Sortiment. Sohn Wilhelm Meißner führte das Geschäft bis 2022. Enkel Sven machte 1993 seine Prüfung zum Funkmechanikermeister. Seit Anfang der 1990er Jahre befindet sich das Geschäft an der heutigen Adresse. Seit 2022 ist Peter Jakel Geschäftsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 12. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein spendet aus den Einnahmen der bisherigen Turmbesuche insgesamt 9 000 Euro an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.&lt;br /&gt;
:Das Geld fließt in den Neubau eines Schuppens, der vor dem Seenotkreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; liegen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Bahnhof ist Spitzenreiter im Fahrgäste-Ranking der besten Bahnhöfe Deutschlands.&lt;br /&gt;
:Laut einer Analyse gehört der Warnemünder Bahnhof zu den beliebtesten in ganz Deutschland, zusammen mit den Stationen Brandenburger Tor und Mexikoplatz Berlin, Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und Landungsbrücken in Hamburg erhielt der Bahnhof 144 561 Bewertungen und damit 4,6 von 5 möglichen Sternen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Dezember&lt;br /&gt;
:Die älteste Warnemünderin und Rostockerin Gertrud Blohm ist friedlich in ihrem Warnemünder Zuhause eingeschlafen. Am 7.September feierte sie in ihrer Warnemünder Wohnung, in der sie bis zu ihrem Lebensende wohnte, ihren 111. Geburtstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. als Betreiberverein hat sein gestecktes Ziel von jährlich 10.000 Besuchern wieder erreicht und konnte im Heimatmuseum bis Jahresende 12.193 Besucher begrüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Jahresende&lt;br /&gt;
:Die 1910 eröffnete traditionsreiche Gaststätte &amp;quot;Forsthaus Markgrafenheide&amp;quot; beendet nach 113 Jahren ihren Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Neujahr&lt;br /&gt;
:Für das Jahr 2023 werden 2.156.422 Übernachtungen verbucht, das zweithöchste Ergebnis seit der Wendezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Januar&lt;br /&gt;
:Zum 24. Turmleuchten strömten erneut rund 45.000 Zuschauer. Veranstaltet von der Hanseatischen Eventagentur und dem Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. und unterstützt von zahlreichen Sponsoren und Partnern, ist das diesjährige Turmleuchten wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Jahresanfang schließt der 1995 eröffnete REWE-Markt an der Stadtautobahn für eine umfassende Sanierung. Nach dem geplanten Abschluss der Sanierung im 2. Quartal soll es wieder eine Fleischtheke geben und sog. Self-Checkout-Kassen neu eingeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3. Januar&lt;br /&gt;
:Laut Rudolf Kemnitz vom Deutschen Wetterdienst war das Jahr 2023 mit einer Durchschnittstemperatur in Warnemünde von 10,85°C das zweitwärmste Jahr seit 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. Januar&lt;br /&gt;
:Die Bäckereikette &amp;quot;Lila Bäcker&amp;quot; geht ins Insolvenzverfahren. Von den 232 Filialen sollen 160 erhalten bleiben. Darunter sind auch die beiden gut frequentierten Filialen in Warnemünde, Mühlenstr. 44 und Am Bahnhof 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 10. Januar&lt;br /&gt;
:Durch einen Warnstreik der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) kommt es auch vom 10.-12.1.24 zum Ausfall des gesamten Bahnverkehrs zwischen Warnemünde und Rostock Hbf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Januar&lt;br /&gt;
:Nach einem UN-Unifil-Einsatz vor der libanesischen Küste ist die Korvette &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; wieder zurück in ihrem Marinestützpunkt Warnemünde-Hohe Düne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Jetzt ist endgültig Schluss! Lila Bäcker schließt zum 1. Februar alle seine Filialen. Darunter auch die beiden Filialen in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12.Februar&lt;br /&gt;
:Mit dem 174 Meter langen Versorgungsschiff &amp;quot;Bonn&amp;quot; liegt in dieser Woche das größte Schiff der Bundesmarine im Trockendock der Bundesmarine.&lt;br /&gt;
:Das Trockendock ist insgesamt 320 Meter lang und 54 Meter breit. Damit können dort sämtliche Einheiten der Deutschen Marine gedockt werden. Im laufenden Jahr sollen noch die Korvetten &amp;quot;Erfurt&amp;quot; und &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; sowie der Tender &amp;quot;Rhein&amp;quot; instandgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Februar/März&lt;br /&gt;
:Der portugiesische Bagger &amp;quot;Fernao de Magalhaes&amp;quot;, 139 Meter lang, 29 Meter breit, kann mit der Kraft von 10 000 PS selbst festes Gestein bis zu einer Tiefe von 35 Metern entfernen. Er baggert den Seekanal auf eine Tiefe von 16,5 Metern aus.&lt;br /&gt;
:Damit sollen zukünftig &#039;&#039;&#039;Tanker&#039;&#039;&#039; von bis zu 15 Metern Tiefgang in den Rostocker Hafen einfahren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. März&lt;br /&gt;
:Zu einem Osterspaziergang im Revier Schnatermann lädt das Stadtforstamt Interessierte ein. Dabei können die Teilnehmer bei einer geführten Wanderung die Vielfalt und Besonderheiten dieses Teiles der Heide erleben, der sich gerade im zeitigen Frühjahr von einer seiner schönsten Seiten zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 25. April&lt;br /&gt;
:Auf der Neptun-Werft erfolgt die Kiellegung für ein weiteres Versorgungsschiff für die Deutsche Marine.&lt;br /&gt;
:Es ist bereits das zweite Kriegsschiff der neuen Klasse 707 binnen eines Jahres dessen Bau begonnen worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. April&lt;br /&gt;
:Mit dem &amp;quot;Warnemünder Frühlingslandgang&amp;quot; (fast 30 Jahre als &amp;quot;Stromerwachen&amp;quot; bekannt) wird traditionell die Warnemünder Sommersaison eröffnet. Auf der Warnemünder Promenade befindet sich eine maritime Bummelmeile mit Kunsthandwerk und Gastronomie. Die Warnemünder Bademeisters beenden an diesem Tag ihre Badesaison.&lt;br /&gt;
:Führung über den Neuen Friedhof Warnemünde: Das Begräbnisareal ist in den 1920er-Jahren angelegt worden. Es umfasst heute eine Fläche von knapp fünf Hektar. Zahlreiche Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Einige von ihnen, darunter Handwerker, Wissenschaftler, Händler, Ärzte, Abenteurer, werden beim Rundgang mit der Historikerin Dr. Antje Krause näher vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. bis 12. Mai&lt;br /&gt;
:Das diesjährige Kleinkunstfest findet auf dem Leuchtturmvorplatz und entlang der Seepromenade statt. Kleinkunst unterschiedlicher Art, Spaß, Unterhaltung, Mitmachaktionen, Überraschungen, kleine Köstlichkeiten und auch ein Händlermarkt gehören dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Mai&lt;br /&gt;
:In der Yachthafenresidenz Hohe Düne findet die 29. Landesmeisterschaft der Auszubildenden des Gastgewerbes statt. Die hier als Beste gekürten Teilnehmer und angehenden Köche treten danach als &amp;quot;Mannschaft Mecklenburg-Vorpommern&amp;quot; bei der angehenden Jugendmeisterschaft im Herbstin Bonn an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 15. Mai&lt;br /&gt;
:Nach über 5 Monaten Umbauzeit wird der Warnemünder REWE-Markt an der Stadtautobahn mit einer großen Feier wiedereröffnet. Mehr als vier Millionen Euro hat die Rewe Group in den Standort investiert und dabei auf neue Konzepte gesetzt, sagt Norbert Richartz, Vertriebsleiter Region Ost bei Rewe. Bis zur Insolvenz hatte der Lila Bäcker den Bäckereistand samt Café im Warnemünder Markt betrieben. Diesen hat nun die Bäckerei von Allwörden übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Mai&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Reparaturarbeiten durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. Mai&lt;br /&gt;
:Distinguished Gentleman&#039;s Ride in Warnemünde: Am Pfingstsonntag ist Warnemünde wieder Teil eines Spektakels, bei dem sich stilbewusste Motorradfahrerinnen und -fahrer zusammenfinden. Die Teilnehmer der weltweiten Bewegung sammeln Spenden für die Erforschung und Behandlung von Männerkrankheiten und tragen so dazu bei, Leben zu retten. Die Fahrt geht vom Neuen Markt in Rostock über mehrere Stadtteile bis nach Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Mai&lt;br /&gt;
:Warnemünder Schiffe auf Pazifik-Mission&lt;br /&gt;
:Die in Hohe Düne stationierten Schiffe, Versorgungsschiff &amp;quot;Frankfurt am Main&amp;quot; und Fregatte &amp;quot;Baden-Württemberg&amp;quot; sind auf der Reise rund um die Welt um in der Nato-Pazifik-Mission die brisante Straße von Taiwan zu durchqueren. &amp;quot;Deutschland will mit der Mission vor allem sein Interesse an den Entwicklungen in der indo-pazifischen Region unterstreichen und seine Solidarität mit den Wertepartnern wie Japan oder Singapur zeigen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Der frisch sanierte Warnemünder Georginenplatz wird am 18. Juni 2024 von Rostocks Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde eingeweiht. Die Neugestaltung des denkmalgeschützten Areals hatte sich an dessen ursprünglicher Optik aus den 1920er-Jahren orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Juni&lt;br /&gt;
:Beim dritten Summer Open auf dem Golfplatz in Warnemünde kamen 1170 Euro an Spenden zusammen mit denen das Rostocker Frauenhaus unterstützt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. Juli&lt;br /&gt;
:Mit dem traditionellen Festumzug, dem 21. &amp;quot;Niegen Warnemünder Ümgang&amp;quot; mit ca. 2500 aktiven Mitwirkenden, vom Leuchtturm beginnend, durch die Alexandrinenstraße, Kirchenplatz, wird die 86. Warnemünder Woche, eines der größten Segelereignisse an der deutschen Ostseeküste, von der Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger im Warnemünder Kurhausgarten mit einem Fassbieranstich eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Juli&lt;br /&gt;
:Das Marinearsenal in Warnemünde soll binnen drei bis fünf Jahren &amp;quot;kriegstüchtig&amp;quot; werden erklärt der Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) am Rande eines Besuches in Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. Juli&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park wird anlässlich des 150. Todestages von Fritz Reuter (1810-1874) wieder eine Warnemünder Fritz-Reuter-Eiche eingeweiht. &lt;br /&gt;
:Das von Museumsverein, Leuchtturmverein, Warnemünde-Verein und Trachtengruppe initiierte &amp;quot;Erinnerungsensemble&amp;quot; besteht neben der über 100 Jahre alten Eiche aus einem Markierungsstein, einer zweisprachigen Infotafel sowie einer Bank. Die Einweihung fand unter reger Teilnahme der Warnemünder Vereine und Bevölkerung statt.&lt;br /&gt;
:Der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. lädt Freunde und Partner und Wegbegleiter anlässlich des 30-jährigen Bestehens zu einer Ausfahrt mit einem historischen Segelschiff, der Kogge „Wissemara“ ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. Juli&lt;br /&gt;
:Bilanz am Ende der 86. Warnemünder Woche&lt;br /&gt;
:Sportlich waren die Segelwettbewerbe die Glanzlichter, 15 Regatten verschiedener Schiffsklassen,&lt;br /&gt;
:Events der 1. und 2. Segelbundesliga, sowie die Sailing Champions League standen an.&lt;br /&gt;
:Mehr als 800 Sportler in rund 400 Booten hatten sich angemeldet.&lt;br /&gt;
:Den Ausgang bildete ein Drachenbootfestival mit rund 1200 Sportlern&lt;br /&gt;
:Eine Flaute und eine Unwetterwarnung störten kurzzeitig deren Abläufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 27. Juli&lt;br /&gt;
:Im Kurhausgarten findet das erste &amp;quot;Buntes Meer Festival&amp;quot;, eine Mischung aus Kunstmarkt, Konzert und Unterhaltung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Juli&lt;br /&gt;
:Bundesratspräsidentin Manuela Schwesig (SPD) reist zu den Olympischen Spielen nach Paris.&lt;br /&gt;
:Dort wirbt sie für das Segelrevier Rostock-Warnemünde im Falle einer deutschen Bewerbung für Olympia. Dafür gibt es einen Beschluss des Landtages.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 31. Juli&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Fischereikutterverein „Jugend zur See“ verabschiedet sich von seinem Fischkutter „Pasewalk“, einem der letzten bislang fahrtüchtigen Warnemünder 17-m-Kutter. Der vor allem bei Kindern und Jugendlichen für seine Freizeit-Piratenfahrten beliebte Kutter liegt derzeit auf dem Trockenen im Fischereihafen Bramow und soll für den symbolischen Preis von einem Euro verkauft werden, so der Vereinsvorsitzende Norbert Ripka. Als Grund nannte er zu hohe Kosten für die notwendige wiederkehrende Klassifizierung des über 70 Jahren alten Traditionsschiffes. Der 17 Meter lange und 5,60 Meter breite Kutter wurde 1950 auf der VEB Boddenwerft Damgarten gebaut. Der Fischkutterverein ist ein anerkannter Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 2. August&lt;br /&gt;
:Am Strand von Warnemünde startet das 2. High-Seaciety-Festival mit drei Tagen Livemusik und Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7.bis 11. August &lt;br /&gt;
:Die 33. Hanse Sail begeistert rund 500.000 Besucher, 138 Traditionssegler waren dabei.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Gorch Fock II&amp;quot;, das Segelschulschiff  der Marine läuft um 10.00 Uhr in Warnemünde ein und ist am Passagierkai 1 bis zum 11. August eines der Glanzlichter der diesjährigen Hansesail.&lt;br /&gt;
:Am ersten Tag der Hanse Sail startet vom süddänischen Nysted die große Haikutter-Regatta. Die alten Fischerboote segeln auf dem schnellsten Wege nach Warnemünde und laufen am Abend am Ziel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. August&lt;br /&gt;
:Auf einer Marinebarkasse der Bundesmarine, im  Stützpunkt Hohe Düne stationiert, bricht ein Brand aus. Der Brand brach aus ungeklärter Ursache im Führerhaus, die dicken Rauchschwaden waren von hoher See aus über 3 km weit zu sehen. Die zwei an Bord befindlichen Mannschaftsmitglieder wurden von der Wasserschutzpolizei unverletzt gerettet und der Brand konnte gelöscht werden. Auch der Seenotrettungskreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; war an dem Rettungseinsatz beteiligt. Der Havarist wurde in den Marine-Stützpunkt geschleppt.&lt;br /&gt;
:Die Polizei hatte eine Gruppe Ladendiebe auf frischer Tat ertappt, die zuvor beobachtet wurden, wie sie Textilien von Ständern verschiedener Geschäfte am Alten Strom stahlen. Mit Unterstützung der Bundespolizei konnten Beamte die Diebe am Warnemünder Bahnhof stellen. Sie trugen die gestohlenen Kleidungsstücke zum Teil bereits am Leib und hatten vor der Tat bereits einen Platzverweis wegen Randalierens erhalten. Die Diebe waren der Polizei nicht unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Hochsee-Racer macht in Warnemünde Station.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Offshore-Racer&amp;quot;des Teams &amp;quot;Next Generation Sailing&amp;quot; machte in der Marina Hohe Düne fest und übernahm dort den Namen des neuen Sponsors &amp;quot;Task Engineering&amp;quot; eines deutsch-dänischen Unternehmens. Das Boot ist ein reines Rennboot und bis zu 30 Knoten schnell. Es ist einzig dazu gebaut Hochseerennen zu bestreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Auf dem Leuchtturm wurde der 50.000. Jubiläumsgast begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. bis 25. August&lt;br /&gt;
:Europas Top-Athleten messen sich bei &amp;quot;Battle The Beach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Strand ist drei Tage lang Schauplatz eines sportlichen Großereignisses in der sechsten Runde. 560 Athleten aus ganz Europa messen sich in verschiedenen Disziplinen wie Gewichtheben, Triatlon, Wassersport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,26. August&lt;br /&gt;
:Nach der im September 2023 beschlossenen Erhöhung und Ausweitung der Kurabgabe auf das gesamte Stadtgebiet klingelt es ordentlich in der Stadtkasse.&lt;br /&gt;
:Zwischen September2023 und Juli 2024 flossen insgesamt 4,5 Millionen Euro in die Stadtkasse. Davon entfallen 2,014 Millionen Euro auf Warnemünde, 817.000 Euro auf Markrafenheide und 332.000 Euro auf Diedrichshagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2024/2025===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 8. September&lt;br /&gt;
:Das Heimatmuseum Warnemünde nimmt auch in diesem Jahr am deutschlandweit organisierten &amp;quot;Tag des offenen Denkmals&amp;quot; teil und präsentiert im Heimatmuseum zusammen mit der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. sowie dem Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum M-V e.V. den „Thementag Archäologie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. bis 13. September&lt;br /&gt;
:8. Rostocker Großmotorentagung in der Yachthafenresidenz Hohe Düne. Sie steht unter dem Motto: „Die Zukunft der Großmotoren – Neue Technologien und Kraftstoffoptionen: Die Wege zur sauberen Schifffahrt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. September&lt;br /&gt;
:wurde der Dreh-Test der 120 Jahre alten Warnemünder Bahnhofsbrücke, unter Anwesenheit mehrerer tausend Besucher, als Herzstück des jährlichen Büchenfestes zu einem erlebenswerten Spektakel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 20. September&lt;br /&gt;
:Auftakt im Rahmen der MeerBeats-Tour 2024 von Warnemünde nach Hamburg mit Mein Schiff 7. &lt;br /&gt;
Auf dem Schiff findet an diesem Tag die MV Cruise Conference statt. Außerdem treten Die Fantastischen Vier am 20. September 2024 auf. Sie sind dann auch bei der nachfolgenden Reise nach Hamburg dabei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. September&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. September&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. September&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. September&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. September&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.-6. Oktober&lt;br /&gt;
:Für die Stephan-Jantzen Tage – Namensgeber ist der legendäre Warnemünder Lotsenkapitän – wird der Platz vor dem Warnemünder Leuchtturm zum Hauptveranstaltungsort. Zu den Höhepunkten gehört die Aufführung der Stephan-Jantzen-Suite. Für die Besucher ist viel Musik, Kultur und maritimes Flair zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Am 9. Oktober 2024 besteht der Museumsverein Warnemünde e.V. seit 20 Jahren. Mit großem Engagement haben sich die Vereinsmitglieder um Vorsitzenden Uwe Heimhardt für dieses Kleinod in Warnemünde eingesetzt. Im Mai 2017 hat Christoph Wegner die Leitung des Museums übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Nachmittag prallt eine Fähre wegen eines Maschinenausfalls auf den Fähranleger in Hohe Düne. Drei Menschen wurden dabei verletzt. Bereits am Abend kann der Fährbetrieb nach Reparatur wieder aufgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:14. Pflanzaktion „Bürger für Bäume“: In gemeinsamer Aktion initiieren der Zoo und das Stadtforstamt eine Aufforstungskampagne in der Rostocker Heide. Insgesamt werden 5.000 Traubeneichen-, Esskastanien-, Roterlen-, Ebereschen- und Buchensetzlinge in die Erde gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
:Die Initiative DigitalTeilhabe in Warnemünde lädt Senior*innen und Interessierte zum Digital-Thementagen „iPhone&amp;amp;Smartphone“ in den Gemeindesaal der Evangelischen Kirche ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Oktober&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Dafür ist dieser Überweg wegen der Drehung der Brücke für eine halbe Stunde gesperrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. November&lt;br /&gt;
:Nach zwei Jahren umfassenden Arbeitens ist die Vertiefung des Seekanals Warnemünde auf 16 km Länge abgeschlossen. Um die durchgehende Tiefe der Baltic-Max-Norm (17 m Tiefgang) zu erreichen, investierte der Bund ca. 100 Mio. Euro in das Projekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 5. bis 7. November&lt;br /&gt;
:5. Rostock Ocean Convention meets Hydro 2024: Vom 5. bis 7. November 2024 findet die internationale hydrographische Konferenz und Ausstellung HYDRO 2024 statt. Es werden aktuelle Trends, neueste Entwicklungen und Projekte der Unterwassertechnologie gezeigt. Die Veranstaltung bietet mehr als 190 Teilnehmern, Referenten und Partnern eine Kommunikationsplattform. Im Yachthafen Hohe Düne sind dabei beispielsweise spannende Bootsvorführungen unterschiedlicher Anbieter zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. November&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. feiert in der Cafeteria und Eventlocation &amp;quot;Laak 5&amp;quot; mit einer Vielzahl seiner Mitglieder sein 20-jähriges Bestehen. Der Verein hat zum 1.1.2005 die Betriebsführung des Heimatmuseums übernommen und kann seither auf eine überaus erfolgreiche Entwicklung des Heimatmuseums zurückblicken. Neben Grußworten anderer Warnemünder Vereine äußerten sich auch Sigrid Hecht (Chefin des städtischen Eigenbetriebs KOE) und die neue Kulturamtsleiterin Anne-Katrin Bicher positiv über die Entwicklung des Museums und versprachen auch in Zukunft die Geschicke des Museumsvereins tatkräftig zu unterstützen&lt;br /&gt;
. &lt;br /&gt;
;2024, 8. November&lt;br /&gt;
:Inklusives Unternehmerfrühstück im DOCK INN. Es geht darum wie man Menschen mit Behinderung besser im Berufsalltag integrieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 17. November&lt;br /&gt;
:Kranzniederlegung an der Gedenkstätte „Für alle auf See Gebliebenen“, organisiert von der Nautischen Kameradschaft Poseidon e.V., im Stephan-Jantzen-Park.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. und 20. November&lt;br /&gt;
:3. Lotsenkonferenz der Bundeslotsenkammer im Technologiepark Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Es geht dabei u.a. um 70 Jahre Seelotsgesetz &amp;amp; 70 Jahre Bundeslotsenkammer und um einen Kerninhalt des Seelotsgesetzes, nämlich die neu strukturierte :Seelotsenausbildung 2024. In Kooperation mit den Hochschulen Wismar/Warnemünde und Flensburg wird erstmalig eine hochqualifizierte Seelotsenausbildung in Form eines Masterstudienganges angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Obdachlosengala in Warnemünde: Bereits zum siebenten Mal lädt das Hostel „Dock in“ 160 Bedürftige zum Weihnachtsschmaus. Unter den 50 Helferinnen und Helfern war diesmal als Überraschungsgast Monchi, der Frontman der bekannten Rockband Feine Sahne Fischfilet.&lt;br /&gt;
:Zu einem stimmungsvollen Start in die Vorweihnachtszeit lädt das 22. Adventssingen am Warnemünder Leuchtturm ein. Erneut sorgt der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. mit einem Programm voller Musik für unvergessliche Momente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.Dezember&lt;br /&gt;
:Der 29.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 7. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. bis 21.. Dezember&lt;br /&gt;
:Traditioneller Weihnachtsbaumverkauf in Hinrichshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,23.Dezember&lt;br /&gt;
:In der abgelaufenen Saison wurden in Warnemünde 148 Schiffsanläufe von 38 Kreuzfahrschiffen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025,1.Januar&lt;br /&gt;
:Das zum 25. Mal statt zu findende Neujahrsfest des Turmleuchtens wurde wegen Sturm nur wenige Stunden vor Beginn abgesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.-3. Februar&lt;br /&gt;
:Die Fregatte &amp;quot;Nordrhein-Westfalen&amp;quot; der Bundesmarine liegt für drei Tage an der Passagierkai-Promenade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Februar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde, die Initiative DigitalTeilhabe lädt Seniorinnen, Senioren und Interessierte zu Digital-Thementagen „iPhone, Smartphone &amp;amp; Co&amp;quot; ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Beginn der Bauarbeiten: Neue Mittelinsel soll Querung der Richard-Wagner-Straße erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.März&lt;br /&gt;
:65.000 Menschen besuchen das nachgeholte 25. Turmleuchten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 25. März&lt;br /&gt;
:Es wird natürlich bunter - Saisonbepflanzung startet in Warnemünde, 10.365 Pflanzen kommen kurz nach Sonnenaufgang in den Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. April&lt;br /&gt;
:Beidseitig der Rostocker Straße werden Radverkehrsanlagen ausgebaut bzw. neu markiert, die gesamte Baumaßnahme erfolgt in vier Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt beginnt am Knoten Richard-Wagner-Straße und führt zur Johann-Sebastian-Bach-Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 12. April&lt;br /&gt;
:Von April bis Oktober 2025 dreht sich das XXL-Riesenrad in Warnemünde. Mit dem „Eye 55“ (was für eine Höhe von 55 m steht) auf der Mittelmole hat man eine tolle Aussicht über das Seebad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. April&lt;br /&gt;
:Beginn der diesjährigen Warnemünder Kreuzfahrtsaison mit dem Anlauf der „AIDAmar“. Bislang sind für 2025 von 23 Kreuzfahrtreedereien 167 Anläufe von 36 Kreuzfahrtschiffen angemeldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 16. April&lt;br /&gt;
:Mit einem abwechslungsreichen Programm, einer Mischung aus Geschichte und Kultur starten die beliebten Warnemünder Museumsabende im Heimatmuseum Warnemünde in die nächste Saison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. April&lt;br /&gt;
:Vom 17. April bis zum 2. November zeigen Künstler aus aller Welt Sandskulpturen zu den „Geheimnissen der sieben Weltmeere“ im Rahmen der 15. Sandwelt in Warnemünde am Pier 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 19. April&lt;br /&gt;
:Die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde entzündet das traditionelle Osterfeuer am Strand unterhalb des Leuchtturms. Die anschließende Fackelwanderung entlang des Alten Stroms wird von der „Sax’n Anhalt VIP Band“ begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 28. April&lt;br /&gt;
:Die neue automatische Versenkpolleranlage in der Warnemünder Kirchenstraße geht in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einem Konzert des Landespolizeiorchesters startet die Meeresbrise-Konzertreihe in die fünfte Saison. Bis Ende September sollen noch 22 Konzerte im Kurhausgarten OpenAir folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 14. Mai&lt;br /&gt;
:Eine neue öffentliche WC-Anlage wird am Strandaufgang 18, auf Höhe des Strandwegs 14 installiert. Zwei große Kräne müssen zum Einsatz kommen, um das Modul mit einem Gewicht von rund 35 Tonnen hinter der Düne zu platzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einer feierlichen Zeremonie wird die neue Sportschule Warnemünde auf der Mittelmole offiziell eröffnet. Der Neubau hat rund 31,8 Millionen Euro gekostet. Der Gebäudekomplex bietet Sportlern aller Disziplinen ideale Bedingungen. Außerdem soll die Sportschule künftig eine zentrale Rolle bei der Durchführung von Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Warnemünder Woche oder Segelregatten auf Bundesebene spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Mai&lt;br /&gt;
:Der sanierte und modernisierte Liegeplatz 23 im Alten Strom sowie das neue Betriebsgebäude für den Seenotrettungskreuzer ARKONA der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden offiziell durch den Hafensenator Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Hafenkapitän Falk Zachau sowie DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler und Mario Lange, Vormann der ARKONA, in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für den neuen Anleger belaufen sich auf 1,1 Mio. Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 30.Mai&lt;br /&gt;
:Am Liegplatz 23, des Seenotkreuzers &amp;quot;Arkona&amp;quot;, am alten Strom, wird ein neues Betriebsgebäude der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 31. Mai&lt;br /&gt;
:Einweihung des multifunktionalen Beachsportfeldes für die Sportarten Beachsoccer, Beachvolleyball und Beachhandball im Sportpark Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juni&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der „SeaDream 2“. Das Luxusschiff mit 108 Metern Länge und 14 Metern Breite (Baujahr 1985) ähnelt eher einer Yacht und bietet Platz für maximal 112 Gäste in 56 Kabinen bei einer Besatzungsstärke von etwa 100 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juni&lt;br /&gt;
:Die „Sky Princess“ der Reederei Princess Cruises ist mit einer Länge von etwa 330 Metern und einer Bruttoraumzahl von 145.281 das längste und größte der 2025 in Warnemünde anlandenden Kreuzfahrtschiffe. Der Ozeanriese bietet Platz für 3660 Passagiere. Auf 19 Decks gibt es 1830 Kabinen, acht Restaurants, zehn Bars, mehrere Lounges, ein Theater, einen Spa-Bereich sowie vier Pools und acht Whirlpools. Am 22.7. erfolgt ein zweiter Anlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.Juni&lt;br /&gt;
:Mehr als 30 Schiffe verschiedener NATO-Mitgliedsländer haben in Warnemünde und Hohe Düne festgemacht um von hier aus zur zweiwöchigen Großübung Manöver Baltops (Baltic Operation) zu starten.&lt;br /&gt;
:Größtes teilnehmendes Kriegsschiff ist der US-Zerstörer &amp;quot;USS Mount Whitney&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das Auslaufen der Schiffe wird auch von Protesten begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 18. bis 20. Juni&lt;br /&gt;
:33. Nordische Baumtage. Eines der Themen ist „Stadtgrün im Klimawandel“. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock im Warnemünder Technologiepark durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt mit dem Diplomatischen Korps nach Mecklenburg-Vorpommern und empfängt dafür am 24. Juni in Warnemünde an Bord der Gorch Fock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VISTA / Reederei Oceana Cruises Länge: 241,10 m Breite: 32,31 m&lt;br /&gt;
Gewicht: 67.817 BRZ Baujahr: 2023 Passagiere: 1.218 (max. 1.469)&lt;br /&gt;
:Neue Runde für die „Warnemünder Abende“. Mit der Vortragsreihe des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung werden spannende Einblicke in die Geheimnisse eines einzigartigen Lebensraums gewährt. Einmal monatlich, immer donnerstags. finden ab 4. September im großen Vortragssaal des IOW in der Seestraße 15 weitere Veranstaltungen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juli&lt;br /&gt;
:Im Heimatmuseum Warnemünde wird die Sonderausstellung &amp;quot;Ob die Möwen manchmal an mich denken? Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee&amp;quot; eröffnet. Kuratorin der Ausstellung ist die Journalistin sowie Autorin des gleichnamigen Buches Dr. Kristine von Soden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.-13. Juli&lt;br /&gt;
:87. Warnemünder Woche mit dem &amp;quot;Niegen Ümgang&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. Juli&lt;br /&gt;
:Doppelanlauf der Kreuzfahrtschiffe MSC Poesia und der Nordstjernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Juli&lt;br /&gt;
:Das schon legendäre Open Air am Meer „Rauch auf dem Wasser“ lädt zum 21. Mal in den Warnemünder Kurhausgarten ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 8. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VIKING SATURN / Reederei Viking Ocean Cruises. Sie befindet sich auf einer zweiwöchigen Reise von Bergen in Norwegen nach Stockholm in Schweden. Das Schiff ist 227 Meter lang und für 930 Passagiere ausgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der ILMA / Reederei Ritz-Carlton Yacht Collection. Die Luxus-Kreuzfahrtyacht ist ein 241 Meter langes Schiff, das 456 Passagiere beherbergen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 6. August&lt;br /&gt;
:Erstmals in MV werden von Menschen aufgezogene Sandregenpfeifer ausgewildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. -10. August&lt;br /&gt;
:An der 34. Hansesail nehmen über 120 Schiffe teil. Die Sail hat rund eine halbe Million Besucher und ist damit das weltweit größte Treffen historischer Segelschiffe. Anführendes Flaggschiff ist in diesem Jahr die Dreimastbark &amp;quot;Belem&amp;quot; aus Frankreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. August&lt;br /&gt;
:Zum 13. Mal ist die Strand Arena Schauplatz der Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft. Im Finale holen sich die Beach Royals Düsseldorf den Titel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 20. August&lt;br /&gt;
:Die am Vortag havarierte „Nordstjernen“ kann am Nachmittag Warnemünde wieder verlassen. Das historische Hurtigruten-Schiff hatte am Abend beim Ablegen am Cruise Center eine Böschung gerammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 21. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf „Le Lape’rouse“, Reederei Compagnie Du Ponant. Auf diesem kleineren Kreuzfahrtschiff finden 184 Passagiere Platz, es ist 131 Meter lang und 2018 gebaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2025/2026===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. September&lt;br /&gt;
:Unter dem Motto „Gesund älter werden in Rostock“ startet der 5. Senioreninformationstag anlässlich der Tage der Regeneration in Warnemünde am Leuchtturm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. September&lt;br /&gt;
:Bundeskanzler Merz besucht erstmals die Marine in Hohe Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. September&lt;br /&gt;
:40 Schiffe aus 14 Nationen mit 2700 Soldatinnen und Soldaten nehmen am Marinemanöver Northern Coasts teil. Vom 29. August bis 12. September 2025 üben multinationale Seestreitkräfte unter deutscher Leitung in der Ostsee. In Warnemünde hat das Versorgungsschiff VIRSAITIS (A 53), ein Marineschiff Lettische Marine festgemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 15. September&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Brauerei &amp;quot;Hoppen un Molt&amp;quot; feiert ihr 10-jähriges Bestehen.&lt;br /&gt;
;29.Oktober&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, seit Oktober 2004 Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V., erhält im Zuge einer kleinen Feierstunde im Heimatmuseum für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement den Stiftungspreis der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Oktober&lt;br /&gt;
:Stephan Frey wird neuer Pastor in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Oktober&lt;br /&gt;
:Feierliche Grundsteinlegung für ein Parkhaus in Hohe Düne. - Wegen des Wegfalls des bisherigen Mieter-Parkplatzes im Bereich Hohe Dünne 22-27, hier sollen zusätzliche Wohnungen entstehen, errichtet die Goldbeck Nordost GmbH auf rund 4.000 Quadratmetern Fläche insgesamt 220 Anwohnerparkplätze. &lt;br /&gt;
:Die Fertigstellung des Parkhauses ist für Mitte 2026 geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5. November &lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrschiff &amp;quot;Aidadiva&amp;quot; legt am Liegeplatz 7 an und beschließt mit ihrem Anlauf die diesjährige Kreuzfahrtsaison.&lt;br /&gt;
:Insgesamt sind über das Jahr 592.000 Seereisende  (2024: 532.000) von 35 Kreuzfahrtschiffen (2024: 37) in Warnemünde an und von Bord gegangen.&lt;br /&gt;
:Das größte Schiff in dieser Saison war die &amp;quot;Sky Princess&amp;quot; mit einer Länge von 330 Metern und einer Kapazität von rund 3700 Passagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. November&lt;br /&gt;
:Die Bürgerinitiative &amp;quot;Rettet den Küstenwald&amp;quot; verhindert die Fällung der 100-jährigen Kastanie in der Rostocker Straße und setzt deren Aufnahme in die Liste der geschützten Bäume durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. November&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V. erhält den Ehrenpreis um besondere Verdienste um die Bewahrung  und Vermittlung mecklenburgischen Kulturerbes der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:Auf die Warnemünder Kinder wartet am Martinstag ein schöner Brauch. In bewährter Kooperation laden die Ev.-Luth. Kirchgemeinde und die Tourismuszentrale an diesem Tag zum Sankt-Martins-Umzug ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. November&lt;br /&gt;
:Das Riesenrad auf der Mittelmole wird abgebaut und stellt seinen Betrieb endgültig ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1025, 27. November&lt;br /&gt;
:Der dreißigste Band des &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird vom Verlag Redieck und Schade, gemeinsam mit dem Leuchtturmverein Warnemünde präsentiert. Somit erscheint erscheint dieser beliebteste Warnemünde-Almanach nunmehr ununterbrochen seit drei Jahrzehnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Dezember&lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrtschiff „Amadea“ der Reederei Phönix Reisen beendet die Kreuzfahrtsaison in Warnmünde. Das durch die ZDF-Sendung «Das Traumschiff» bekannte 193 Meter lange Schiff bietet Platz für 570 Passagiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. November&lt;br /&gt;
:Im Hotel Neptun in Warnemünde lädt der NDR Jazztime Bigband Ball Mecklenburg-Vorpommern zu einem stilvollen Abend voller Musik und Unterhaltung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 29. November&lt;br /&gt;
:Eröffnungstag des traditionellen Weihnachts- und Neujahrsmarktes Warnemünde auf dem Warnemünder Kirchenplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 5. Januar&lt;br /&gt;
:Brand im Erdgeschoss eines Hauses &amp;quot;Am Strom&amp;quot;. An dem knapp 2 Stunden dauernden Einsatz waren insgesamt 34 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde und des Rettungsdienstes beteiligt. Verletzte waren nicht zu beklagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 30. Januar&lt;br /&gt;
:In Berlin hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner die Kampagne mit dem Titel „Berlin gewinnt mit Olympia“ vorgestellt. Die Bundeshauptstadt setzt mit ihrer Bewerbung um die Austragung Olympischer Sommerspiele für 2036, 2040 oder 2044 auf Rostock-Warnemünde als Standort für die olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe.&lt;br /&gt;
;Rostock verbietet per Ratsbeschluß privates Feuerwerk am Warnemünder Ostseestrand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. März&lt;br /&gt;
:Erstmals seit Bestehen des Marinearsenals Warnemünde wird mit U34 , eines der 6 U-Boote vom Typ U212a hier überholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 14.März&lt;br /&gt;
:Die Tourismuszentrale veröffentlicht die Besucherzahl des Jahres 2025. mit 2.317.693 Übernachtungen wird hier der 2019 aufgestellte Rekord übertroffen, womit Rostock an erster Stelle für das Land Mecklenburf-Vorpommern liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.März&lt;br /&gt;
:Das Ausfugsschiff MS Baltica wird nach dreißig Dienstjahren in Warnemünde außer Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 26. März&lt;br /&gt;
:Lotsenältermann Andreas Krüger wird nach 25 Jahren Arbeit als Seelotse in den Ruhestand verabschiedet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 28. März&lt;br /&gt;
:Die AIDAdiva eröffnet die Kreuzfahrsaison&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 1. April&lt;br /&gt;
:Steffen Herz (58) übernimmt die Leitung der Verkehrszentrale Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12.April&lt;br /&gt;
:Warnemünde hat wieder ein neues Riesenrad. die Schaustellerfamilie Geisler hat auf der Mittelmole mit dem 55 Meter hohen Riesenrad, in dem sich 42 klimatisierte, geschlossene Riesengondeln befinden, damit neben Teepott und Leuchtturm ein weiteres Wahrzeichen hinzugefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 9.Juni&lt;br /&gt;
:-Zu seinem 55ten Geburtstag präsentiert sich das Hotel Neptun mit 55 von dem Künstler Joerg Waerner vergoldeten Balkonen.&lt;br /&gt;
:-Wiederum weht die verliehene Blaue Flagge als Zeichen für geprüfte Wasserqualität sowie für Infrastruktur und Sicherheitsstandards an Warnemündes Stränden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. Juni&lt;br /&gt;
:-Beim ehemaligen Zollhafen wird mit dem ersten Rammschlag das Startzeichen für einen zukünftigen, rund zehn Hektar großen maritimen Gewerbepark gegeben.&lt;br /&gt;
:-Die Neptun-Werft erhält einen Milliardenauftrag über zwei schwimmende Umspannwerke für Offshore-Windparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.-18.Juli&lt;br /&gt;
:Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft richtet erstmals die Internationalen Deutschen Ocean Meisterschaften aus. 270 TRettungssprortlerinnen und Rettungssportler aus 39 Vereinen kämpfen am Hauptstrand von Warnemünde um die ersten deutschen Meistertitel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 18. Juli&lt;br /&gt;
:Nur drei Monate nach der Eröffnung im April muß das &amp;quot;Französische Dorf&amp;quot;, eine Gastro-Einheit im französischen Stil wieder schließen und Abgebaut werden. :Lediglich das Riesenrad &amp;quot;Wheel of Excenllence&amp;quot; bleibt weiterhin im Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 21. Juli&lt;br /&gt;
:Bei einem Badeunfall in der Ostsee ist ein 33-Jähriger ums Leben gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, ab 27.Juli&lt;br /&gt;
:heißt es wieder &amp;quot;Leinen los&amp;quot; und die Reederei Adler-Schiffe startet regelmäßig Fahrten zwischen Kühlungsborn und Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026,2.August&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der vierzigtausendste Besucher zur Tumbesteigung begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 6.-9. August&lt;br /&gt;
:Vier Tage lang stand Warnemünde ganz im Zeichen der Seefahrt. Rund 500.000 Menschen besuchten die 35. Hansesail und erlebten rund 120 historische Schiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Marksteine==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ersterwähnung des Namens in der Kaufurkunde der Rostocker Heide am 25. März 1252===&lt;br /&gt;
In den Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts vorkommende Namensbezeichnungen:&lt;br /&gt;
Warnemunde, Warnemonde, Wernemunde, Wernowemunde, Werneminde, Wernemynne, Warneminne, Varneminde, Verneminde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warnemündes Bedeutung für die Stadt Rostock tritt bereits mit der ersten Urkunde hervor, in der der Ort genannt wird. Am 25. März 1252 verkauft Fürst Borwin III. der Stadt Rostock die heutige Rostocker Heide und verleiht ihr außer anderen Freiheiten auch die Fischereigerechtigkeit auf der gesamten Unterwarnow, von der Petri-Brücke bis &#039;&#039;(zum Hafen!)&#039;&#039; Warnemünde und über den Hafen hinaus bis ins Meer.&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre später, am 12. Oktober 1264 überträgt Fürst Borwin alle seine Rechte &#039;&#039;&#039;über den Hafen zu Warnemünde &#039;&#039;&#039; (!) auf die Stadt. &lt;br /&gt;
*[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit dieser ersten Nennung des Namens Warnemünde am Rande der Rostocker Heide ist &lt;br /&gt;
eindeutig der &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; gemeint.&lt;br /&gt;
:Das erste sicher auf den Fischerort Warnemünde und die dortige fürstliche Vogtei&lt;br /&gt;
:bezogene Datum liegt 16 Jahre später:&lt;br /&gt;
;1268, 17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
:Das bezieht sich dann auf die bereits existierende, bis 1323 noch fürstliche Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
In verschiedenen historischen Quellenwerken wird eine erste Erwähnung Warnemündes im Jahre 1195 in dänischen Dokumenten angeführt.&lt;br /&gt;
Intensive Suchen nach diesen Dokumenten in der jüngeren Vergangenheit blieben aber bislang ergebnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1323 - Die Stadt Rostock kauft das Fischerdorf Warnemünde vom mecklenburgischen Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Urkunde mit Siegel für Warnemünde (Quelle- Barnewitz).jpg |450px|rechts|thumb| Warnemünde Kaufvertrag vom 11. März 1323 (Quelle: Barnewitz)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vor 1314 kaufte die Stadt Rostock das Dorf Barnstorf als ersten größeren Landerwerb, &lt;br /&gt;
:1323 kam als nächstes das Fischerdorf Warnemünde hinzu, das die Stadt vom Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen käuflich erwarb.&lt;br /&gt;
:Der Landesfürst hatte durch vorangegangene Kriege einen hohen Schuldenberg angehäuft und brauchte dringend Geld.&lt;br /&gt;
:So bescheinigte er den Rostockern am 11. März des genannten Jahres:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wir haben jenseits des Warnowflusses den ... Ratsherren und Gemeinde das Dorf Warnemünde mit Grund und Boden, jedem hohen und niederen Gericht - ausgenommen das Patronatsrecht für uns und unsere Erben - bis an die Grenzen des Dorfes Diedrichshagen, so weit es in der Länge und der Breite nach erstreckt, übertragen und überlassen es den Gegenwärtigen zu dauerndem Besitz, dergestalt, das sie in den oben bezeichneten Grenzen sich des vollen lübischen Rechtes erfreuen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wieviel die Rostocker für Warnemünde zahlten wissen wir nicht.&lt;br /&gt;
:Der Stadt aber mußte daran gelegen sein, den Ort in ihre Hände zu bekommen.&lt;br /&gt;
: (Hans Bernitt 1956)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urkunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warnowmündung, &amp;quot;Alter Strom&amp;quot;, &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot;, neuer &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot; - Wasserverbindungen über die Jahrhunderte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Karte zu 1323 (bearbeitet).jpg|Karte der östlichen Grenzziehung zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide nach den Verträgen von 1252 und 1323&lt;br /&gt;
Datei:RH Markgrafenheide Taterhörn Schmettau ost west.jpg|RH östlichster Punkt von Warnemünde und westlichster Punkt der Rostocker Heide bis 1922 Grafik: Willi Kolp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Alte Strom 1902===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In seinem Ursprung ist der Alte Strom einer von mehreren Warnow-Ausflüssen, ursprünglich als seichtes Rinnsal, das sich durch den Boden einer harten, Stein durchsetzten [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide#+_Die_Eisrandlage_Nr.8 Mergelbank] seinen Weg zur Ostsee bahnte. In der Anfangszeit Warnemündes nur für kleine Boote passierbar.&lt;br /&gt;
:Eine alte Überlieferung berichtet:&lt;br /&gt;
:Nahe der heutigen Vogtei wohnte ein Mensch, der Leute gegen Bezahlung auf seinem Rücken über den Strom trug. Eine Darstellung dieses Mannes ist in der Warnemünder Kirche zu besichtigen.&lt;br /&gt;
:Die Durchfahrt für größere Schiffe erfolgte etwa zwei Kilometer östlich vom Alten Strom, durch das Alte Tief.&lt;br /&gt;
:Bis 1487 genügte das Alte Tief den Ansprüchen der damaligen Seefahrt.&lt;br /&gt;
:Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts, unter großem baulichem Aufwand der Vertiefung des Wasserlaufes, um den Alten Strom schiffbar zu machen. &lt;br /&gt;
:In der Folge dieser Maßnahme begann der Prozess, den Fischerort Warnemünde und den Warnemünder Hafen der Stadt Rostock an einem Ort zu vereinen.&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Seekanals zu Beginn des 20.Jahrhunderts verlor schließlich der Alte Strom seine Bedeutung als Hafenzufahrt für den Rostocker Hafen.&lt;br /&gt;
:Fischerboote, Warnemünder Jollen, Fahrgastschiffe und Sportboote prägen seither das Bild des Stroms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hohe Düne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Hohe Düne&amp;quot; trennt den Breitling von der Ostsee.&lt;br /&gt;
:Sie ist eine ca. 400 m breite und etwa 3000 m lange Nehrung.&lt;br /&gt;
:Der Breitling ist eine Flußerweiterung der Warnow in ihrem Mündungsgebiet geändert, so daß dieses Gebiet ein flacher und sumpfiger Landstrich war.&lt;br /&gt;
:In Strandnähe gab es aber hohe Sanddünen.&lt;br /&gt;
:Die Entwicklung der Hohen Düne ist eng verbunden mit dem Seekanal, einem 1903 fertiggestellten Durchstich durch den Westteil der Hohen Düne, dem der 1304 &lt;br /&gt;
:bei einer Sturmflut verschüttete Hauptmündungsarm  und zwei weiter östlich gelegene, nicht mehr vorhandene, Durchstichtiefs voran gingen.&lt;br /&gt;
:Der Seekanal ermöglichte großen Seeschiffen die Zufahrt großer Seeschiffe in den Hafen Rostock und den Hafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Der etwa 60m breite Seekanal wurde durch Ausbaggern  eines Teils der Hohen Düne geschaffen. Er wurde durch den Bau einer neuen Ostmole begrenzt.&lt;br /&gt;
:Die Uferzone  östlich der neuen Mole und Hohe Düne  wurde zum Teil aufgespült, ebenso wie auch das Gelände des späteren Arado-Flugzeugwerkes.&lt;br /&gt;
:Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet noch als Warnemünde-Ost bzw. als Warnemünder Wiesen bezeichnet.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vörreeg und Achterreeg - Das alte Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Isenbart Karte 1719.jpg|thumb|600px|rechts|Die &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; und &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; in der  Warnemünde Isenbarth-Karte 1719]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch vor zwei Jahrhunderten bestand das Fischerdorf Warnemünde nur aus zwei unregelmäßig angelegten, der Windung des seichten Stromes folgenden Häuserreihen. &lt;br /&gt;
:Im Volksmund wird von Alters her die unmittelbar am alten Strom gelegene Reihe als &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; (&amp;quot;Vorderreihe&amp;quot;) und die parallel dahinter gelegene &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; (Hinterreihe&amp;quot;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Das alte Warnemünder Haus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Kulturgeschichtliches aus Warnemünde - Zum Warnemünder Hausbau&amp;quot; BRG 1915]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder und sein Haus]] Karl Baumgarten In: Natur und Heimat, Bd. 1 (1952), 1, S.19-20&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Lau &amp;quot;Das Warnemünder Haus - eine Volksbauweise in Mecklenburg&amp;quot; Auszug aus &amp;quot;Denkmale der Technikgeschichte in Mecklenburg und Vorpommern, Verlag Redieck und Schade 1997]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Heimatmuseum Warnemünde====&lt;br /&gt;
[[Datei:Heimatmuseum 1933.jpg|thumb|300px|rechts|Eröffnung des Heimatmuseums am 1. Juli 1933]]&lt;br /&gt;
:Um 1900 wurde eine zusammen getragene Sammlung provisorisch in einem kleinen Raum am Georginenplatz gezeigt.&lt;br /&gt;
:Danach befand sich die Ausstellung im Schulhais in der FritzReuter-Strasse.&lt;br /&gt;
:In der Alexandrinenstraße 31 befindet sich seit 1933 das Heimatmuseum Warnemünde. Das Museum ist in einem typischen Warnemünder Haus untergebracht. &lt;br /&gt;
:Man geht davon aus, dass es sich bei der Urform des Warnemünder Fischerhauses um ein abseitenloses Niedersachsenhaus handelt. &lt;br /&gt;
:Da Baugrund im Ort rar war, bekamen Haus und Grundstück ein selbständiges Gepräge. Die Grundstücke waren in der Regel 26 bis 28 Fuß breit (ca. 7,50 m). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Warnemünder Haus bestand ursprünglich aus einem Raum mit offener Herdstelle, in dem später eine &amp;quot;Vörstuw&amp;quot;, eine &amp;quot;Koek&amp;quot; und eine &amp;quot;Achterstuw&amp;quot; neben einer seitlichen Diele eingefügt wurden. &lt;br /&gt;
:Zur Erweiterung des Hauses entstanden hinten schmale Anbauten als Unterkunft für die Eltern (Altenteil) sowie einiges Vieh (häufig eine Kuh).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzte Besitzerin des Hauses in der Alexandrinenstraße 31 war Fräulein Christine Jungmann. Da sie unverheiratet und ohne Erben war, verkaufte sie das Haus an die Stadt Rostock zum Zweck der Einrichtung des Heimatmuseums. Den Anstoß zur Einrichtung eines Museums hatte es bereits 1914 gegeben. Auf einer Sitzung des Plattdeutschen Vereins für Warnemünde und Umgebung am 12. Februar wurde beschlossen: &amp;quot;Der Verein möge die Sammlung aller geschichtlich und kulturgeschichtlich wichtigen Sachen betreiben. Es ist hohe Zeit, daß man jetzt damit anfängt. Von Händlern wird ungemein viel weggeschleppt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem Sammlungsaufruf folgten zahlreiche Warnemünder. Innerhalb kürzester Zeit kamen hunderte von Objekten zusammen. Erster Bewahrer der Sammlung wurde Adolph Ahrens, Lehrer und Direktor an der Fritz-Reuter-Schule. Ihm war es auch zu verdanken, dass die Sammlung von Anfang an der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Auf dem Boden der Fritz-Reuter-Schule dienten ab 1915 ein Zimmer und ein kleiner Vorraum als Museum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den aktivsten Förderern des Museums zählten außerdem Friedrich Barnewitz, Ernst Strübing, Johannes Gosselck und der Fischer Heinrich Holtfreter. Wissenschaftliche Unterstützung erhielten die Warnemünder Museumsgründer auch vom mecklenburgischen Volkskundler Richard Wossidlo.&lt;br /&gt;
* [[Zur Gründung des Heimatmuseums Warnemünde (Ausschnitt aus Mecklenburg - Zeitschrift des HeimatbundesJ.28 Heft 1 1933]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Vogtei====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:Vogtei Warnemuende Gemaelde Johannes Werner.JPG|thumb|450px|rechts|Die Vogtei auf einem Gemälde von Johannes Werner (1914)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Das Gebäude der Vogtei]]&lt;br /&gt;
:Die Vogtei markiert den historischen Ortsmittelpunkt von Warnemünde, am alten Strom.&lt;br /&gt;
:Sie ist das älteste erhaltene Gebäude von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Das Haus wurde 1605 auf den Grundmauern eines Vorgängergebäudes erbaut, dessen Funktion bis heute nicht endgültig geklärt ist. &lt;br /&gt;
:So gibt es Thesen von einer mittelalterlichen fürstlichen Vogtei (Erstnachweis 1268), sowie folgend auch einer königlich dänischen Residenz unter Dänenkönig Erik Menved zwischen 1304 und 1319.&lt;br /&gt;
[https://danmarkshistorien.lex.dk/Erik_Menved,_1274-1319 Erik Menved im Lexikon der Geschichte Dänemarks]&lt;br /&gt;
:Seit dem Erwerb Warnemündes 1323 durch die Hansestadt Rostock steht der Ort unter hansestädtischer Verwaltung und Rechtsaufsicht eines städtischen Vogtes, der die Weisungen und Verordnungen der Stadt am Ort durchzusetzen hatte.&lt;br /&gt;
:Ab 1472 ist das Gebäude als Dienstwohnsitz der Rostocker Vögte (warscheinlich 35 auf einander folgende Vögte) nachweisbar.&lt;br /&gt;
:Das zweistöckige Gebäude war über mehrere Jahrhunderte hinweg das einzige Gebäude inmitten der &amp;quot;Vörreeg&amp;quot;, das mit der Traufseite zur Straße steht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Aufgaben des Vogtes (Stand 22.4.1906):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- wichtigste Aufgabe: Ortspolizeibehörde&lt;br /&gt;
:- bevollmächtigt, Steuern und Abgaben zu erheben und ggf. einzutreiben&lt;br /&gt;
:- Vollstreckung der von ihm verhängten Strafen bei Zuwiderhandlungen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Armenkollegiums&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Gemeindewaisenrates und des Schulvorstandes&lt;br /&gt;
:- Beteiligung an der Badeverwaltung &lt;br /&gt;
:- Schätzungs- und Einzugshoheit für Grundsteuern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weitere in der Vogtei angesiedelte Aufgaben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Gästehaus für die Hansestadt Rostock, aber auch offene Herberge und Gasthaus (daher auch 1832 Anbau eines Küchenhauses)&lt;br /&gt;
:- ab 11.3.1606 Verkaufsmonopol für den Verkauf von Rheinwein, Meth, Aquavit und anderen hochprozentigen alkoholischen Getränken&lt;br /&gt;
:- ab zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Sitz der Badeverwaltung.&lt;br /&gt;
:- 1888 erfolgte die letzte Einsetzung eines Vogtes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marksteine in der Geschichte der Vogtei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675, Februar stand das Wasser im Gebäude 3 Fuß hoch, so daß man &amp;quot;die höchste Treppe vor der Stube erreichet, mit Böten durch die Zimmer fahren konnte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1665 vertrieben die Schweden die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675 Als der Kurfürst von Brandenburg in Warnemünde einzog richteten die Schweden ein Geschütz auf die Vogtei. Die Salve schlug in das Gebäude ein und tötete den Adjutanten des Kurfürsten. Unmittelbar darauf eroberten die Brandenburger die Schwedenschanze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1996 Bei Beginn der Restaurierung des Gebäudes wurden alte Malereien entdeckt, deren älteste auf ein Alter von rund 600 Jahren datiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1999, 26.März, nach fünfjährigem Leerstand und Rekonstruktion öffnet das Haus des Gastes in der Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Warnemünder Drehbrücke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bis 1903 mußte der Alte Strom noch mit Fischerbooten überquert werden.&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Hafenumbauten 1900 bis 1903 änderte sich dann einiges.&lt;br /&gt;
:Der neue Bahnhof und die 1903 eröffnete Eisenbahnfährverbindung machten den Bau einer festen Verbindung beider Ufer notwendig.&lt;br /&gt;
:In Höhe der Vogtei wurde 1903 die Drehbrücke fertggestellt, deren Brückenkonstruktion die von der Firma Ostermann aus Meppen geliefert worden war.&lt;br /&gt;
:Um den Verkehr über die Brücke zu regeln, gelangte eine Brückenordnung zur Anwendung, in der unter Anderem folgendes verankert war.&lt;br /&gt;
;1. Über die Brücke darf nur im Schritt gefahren oder geritten werden.&lt;br /&gt;
;2. Fußgänger haben sich auf der Brücke stets rechts zu halten.&lt;br /&gt;
;3. Solange die Zugänge zu der Brücke durch Ketten geschlossen sind, darf diese nicht betreten werden.&lt;br /&gt;
;Bei Zuwiderhandlung werden Geld- und Haftstafen verhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schiffsführer, die mit ihren Schiffen die Brücke passieren wollen, mußten dem Lotsenkommandeur Angaben zum Schiff machen und dieser bestimmte dann Zeit und Art des Durchfahrens.&lt;br /&gt;
:Natürlich war auch eine Gebühr für das Öffnen der Drehbrücke fällig.&lt;br /&gt;
:Während der Nachtzeit und an Sonn- und Feiertagen wurde die Brücke nicht geöffnet.&lt;br /&gt;
:Bis in die 1930er Jahre war der Drehmechanismus der Brücke noch täglich im Betrieb.&lt;br /&gt;
:Besonders in den Sommermonaten war und ist die Drehbrücke beliebter Treffpunkt der Warnemünder, die ein Zimmer vermieten wollten oder mit ihren Handwagen nach ihren anreisenden Gästen Ausschau hielten.&lt;br /&gt;
:Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sogar der Transitverkehr nach Dänemark über die Brücke geleitet.&lt;br /&gt;
:1982 erfolgte eine Reparatur und Rekonstruktion des inzwischen technischen Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur-Warnemünder sind besondere Menschen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünder Paar.jpg|thumb|350px|rechts|Warnemünder Paar]]&lt;br /&gt;
====Die Rostocker beschneiden die Rechte der Warnemünder====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Die mittelalterlichen Zünfte Rostocks rechneten zu ihren Vorrechten, daß im Bannkreis ihrer Stadt weder Handwerk noch Handel betrieben werden durfte. Sie suchten die dadurch gewonnene Monopolstellung unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Zum Bannkreis Rostocks zählte auch der Hafenort Warnemünde sowie die städtischen Dörfer in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:Als im hanseatischen Rostock die Schiffahrt blühte, fanden auch Warnemünder Einwohner darin ihren Verdienst. Sie besaßen in der Hauptsache kleine Boote, doch führten sie in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts bereits Fahrten nach Schweden durch . Das läßt schon auf größere Ausmaße der Schiffe schließen. Um die Mitte des Jahrhunderts wird von Schiffern berichtet, die in Warnemünde ansässig und aus der dortigen Bevölkerung hervorgegangen waren. Ihre Zahl vermehrte sich schnell. Damals war in den Seefahrt treibenden Kreisen des Hafenortes ein gewisser Wohlstand anzutreffen, was aus dem reichen Besitz der Warnemünder Kirche an Silbergerät und Bargeld ersichtlich ist.&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Handel war damals im Absinken begriffen. Bis dahin hatten die Rostocker Kaufleute und Schiffer wenig gegen die Entwicklung Warnemündes einzuwenden. Bei den geringeren Verdienstmöglichkeiten wurde das anders. Man sah in der Warnemünder Schiffahrt nunmehr eine Konkurrenz, die manbeseitigen wollte. Die Möglichkeit dazu war gegeben; denn der Rostocker, von den Besitzbürgern gebildete Rat herrschte auch über Warnemünde. Die Einwohner des Hafenortes konnten wohl das Rostocker Bürgerrecht erwerben, waren abere ohne Mitbestimmungsrecht.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1565&#039;&#039;&#039; vereinigten sich in Rostock die beiden Kompanien der Schonen- und Bergenfahrer, deren Bedeutung stark gefallen war, zur Schiffergesellschaft. Die neue Berufsorganisation strebte sofort danach, die Schiffahrt und den Handel der Warnemünder zu unterbinden. Ihre dahin gehenden Wünsche wurden in einem Statutenentwurf festgelggt und damit begründet, daß Warnemünde lediglich ein Fischerlager darstelle. Bald darauf reichte die Schiffergesellschaft beim Rostocker Rat eine Klage gegen die Warnemünder Einwohner ein, daß sie den Rostocker Schiffern ihre Nahrung entziehen. Obgleich die Warnemünder auf ihr Gewohnheitsrecht hinweisen konnten, daß sie schon seit langem ungehindert ausgeübt hatten, bestimmte das Urteil des Rates vom &#039;&#039;&#039;14. April 1567&#039;&#039;&#039;, daß sie für Seefahrtzwecke nur kleine Boote mit Dollbord benutzen durften. Jegliche Schiffahrt mit Schuten oder &amp;quot;verbauten&amp;quot; Booten sollte ihnen untersagt, jedoch auf den Kleinschiffen die Verfrachtung von Kaufmannsgütern gestattet sein.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1574&#039;&#039;&#039; reichten die Rostocker Schiffer zwei weitere Beschwerdeschriften gegen die Warnemünder ein. Am &#039;&#039;&#039;20. Februar 1577&#039;&#039;&#039; beschränkte der Rat die Anzahl der für Warnemünde zugelassenen Schiffer. Außer 33 namentlich genannten, die bis dahin schon als Schiffer tätig gewesen waren, sollte sich niemand &amp;quot;Schuten edder böthe mehr tholegen, kopen edder buwen, ane der ersamenweddeherrn ... vorweten und willen&amp;quot;. Den Zugelassenen wurden noch besondere Bedingungen auferlegt: sie sollten jederzeit im Hafen drei Boote segelfertig halten, &amp;quot;damit frombde lüde mögen awergeföret&amp;quot;, d.h. nach Dänemark gebracht werden könnten. Weiter sollten sie Knechte halten, die in ihrer Abwesenheit zu fischen und den Rostockern Fische auf den Markt zu liefern hatten. Eine Besetzung frei werdender Schifferstellen sollte nur mit Genehmigung der Gewettsherren erfolgen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Warnemünder durften nicht Kapitän, Reeder oder Schiffseigner sein====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;20. November 1581&#039;&#039;&#039; unternahmen die Rostocker Schiffer einen neuen Vorstoß. Sie forderten in einer Eingabe, daß in Warnemünde weder Seefahrt noch Handel getrieben werden dürfe; wer sich weiterhin samit befassen wolle, müsse nach Rostock ziehen. Das 100-Männer-Kollegium trat am &#039;&#039;&#039;6. März 1584&#039;&#039;&#039; dem Verlangen bei. Es erklärte sogar, als der Rat mit seiner Entscheidung zögerte, im &#039;&#039;&#039;Januar 1585&#039;&#039;&#039;, keine Steuern bewilligen zu wollen. Die Rostocker Schiffer wandten sich außerdem am &#039;&#039;&#039;2. März 1585&#039;&#039;&#039; an Herzog Ulrich, der sich auf ihre Seite stellte. Nun erließ der Rat am &#039;&#039;&#039;15. März&#039;&#039;&#039; ein völliges Schiffahrtsverbot für die Warnemünder Einwohner. Sie sollten bei einer Strafe von 40 Talern innerhalb von 14 Tagen ihre sämtlichen Schuten und Boote verkaufen.&lt;br /&gt;
:Zur Ausführung des Entscheids kam es vorerst noch nicht. Die Warnemünder gingen an das Land- und Hofgericht in Güstrow, jedoch ohne Erfolg. Es bestätigte das Verbot des Rates. Dann wandten sie sich am &#039;&#039;&#039;18. Oktober 1586&#039;&#039;&#039; an das Reichskammergericht in Speyer. dort blieb der Fall lange liegen. Die Zahl der konzessionierten Warnemünder Schiffer war bis &#039;&#039;&#039;1590&#039;&#039;&#039; auf 20 zurückgegangen. Da beschloß der Rat, jeden, der sich außer ihnen mit der Führung eines Schiffes befasse, mit 50 Talern Strafe zu belegen.&lt;br /&gt;
:Er mußte im Jahre &#039;&#039;&#039;1597&#039;&#039;&#039; jedoch feststellen, daß trotz seiner Einschränkungsbestimmungen die Anzahl der Schiffer in Warnemünde auf 54 gestiegen war. Darauf ordnete er am &#039;&#039;&#039;25. Februar&#039;&#039;&#039; an, daß neue Schiffe nur mit seiner Genehmigung gebaut werden dürften. Die Erlaubnis der Weddeherren genügte nicht mehr. Die ledigen Schiffer sollten nach Rostock ziehen und die verbleibenden alten sich nicht mehr mit Warenhandel abgeben. Da der Rat aber den Warnemünder Schiffern nicht traute, so ließ er jeden von ihnen in jedem Jahre erklären und mit einem Eide bekräftigen, daß er nicht den ihm verbotenen Warenhandel betrieben habe.&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;31. Dezember 1604&#039;&#039;&#039; schränkte der Rat die Schiffahrt der zugelassenen Warnemünder nochmals ein. Sie durften fortan nur ein einziges Boot besitzen, nicht mehr als 30 Last laden und nicht über den Sund hinaus fahren. Die jungen Schiffer sollten nach Rostock ziehen. Da der Prozeß vor dem Reichskammergericht nicht aus der Stelle kam und nur Kosten verursachte, auch wenig Aussicht auf einen guten Ausgang vorhanden war, so nahmen schließlich am &#039;&#039;&#039;1. Februar 1606&#039;&#039;&#039; die Warnemündere ihre Klage zurück, zwanzig Jahre nachdem sie sie eingereicht hatten. Sie erklärten, sich dem Willen des Rates zu fügen, das heißt, in die Stadt zu ziehen. Der größte Teil der Schiffer zog nun aus Warnemünde fort. Einige blieben. Im &#039;&#039;&#039;Juli 1622&#039;&#039;&#039; erhielten auf ihre Bitte endlich 5 Schiffer die jederzeit  widerrufliche Genehmigung, in Warnemünde wohnen und Schiffahrt treiben zu dürfen.&lt;br /&gt;
:Die Wirkung der einschneidenden Handels- und Schiffahrtsbeschränkung machte sich bald in Warnemünde bemerkbar. Das Steuerregister von &#039;&#039;&#039;1623&#039;&#039;&#039; berichtet in dem kleinen Ort von 12 wüsten Hausstellen. Die ehemaligen Besitzer waren fortgezogen.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder versuchten im Laufe der Zeit immer wieder, das Verbot des Rates zu umgehen. Während des Siebenjährigen Krieges beschwerten sich Rostocker Bürger, daß in Warnemünde schon wieder Warenhandel bettrieben worden sei. Daraufhin untersagte der Rat am &#039;&#039;&#039;27. April 1764&#039;&#039;&#039; den Warnemündern nochmals jegliche Schiffahrt. Der Vogt wurde angewiesen dort keinerlei Handel zuzulassen. Im Jahre &#039;&#039;&#039;1768&#039;&#039;&#039; wurde das Verbot erneuert und den Einwohnern strengstens befohlen, den Ankauf und die Verladung von Backobst, Wolle, Flachs und anderen ländlichen Erzeugnissen hionfort zu unterlassen. Aber schon &#039;&#039;&#039;1777&#039;&#039;&#039; gab es wieder ein paar Schiffer in Warnemünde. Die Schiffergesellschaft ruhte indessen nicht und erreichte, daß der Rat in seiner Verordnung vom &#039;&#039;&#039;26. Oktober 1785&#039;&#039;&#039; ihnen die Ausübung ihres Gewerbes in Warnemünde unmöglich machte. Wiederum wurde verfügt, daß die Warnemünder Bevölkerung nur fischen, auf fremden Schiffen als Matrosen fahren und Lotsendienste verrichten durfte. Auf eigenen Schiffen zu fahren blieb ihnen verboten. Im folgenden Jahre unterband der Rat den Warnemündern auch den Frachtverkehr auf der Unterwarnow zwischen Warnemünde und Rostock. Wiederum gab es Abwanderung aus dem Hafenort, zum Teil sogar nach dem Fischland, während andere Einwohner dem Rat ein Schnippchen schlugen, indem sie das Ribnitzer Bürgerrecht erwarben, aber in Warnemünde wohnen blieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Diebereien der Warnemünder====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Das Rostocker Gewett, städtische Behörde für Hafen und Schiffahrt, Handel und Gewerbe, hatte auch den Hafenort Warnemünde zu verwalten und als Niedergericht die in Warnemünde auftretenden Streitfälle zu verhandeln. Deshalb hielt es regelmäßige Gerichtstage in Warnemünde ab.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlichsten Vergehen, die zur Verhandlung standen, waren unzweifelhaft Eigentumsdelikte. Es wurden Steine und Holz von den sogenannten Stein- und Moddekisten, die zur Uferbefestigung und zum Schutz gegen Versandung des Fahrwassers aufgestellt wurden, entwendet. Holz stahl man natürlich auch in der nahen Heide. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1772&#039;&#039;&#039; ist ein Palisadenwerk von der Schanze bis zu den Steinkisten erwähnt, von dem die Warnemünder ständig Holz stahlen. &lt;br /&gt;
:Zahlreich sind auch Fälle von Diebereien am Strand. Daneben fallen noch Klagen wegen rückständiger Zahlungen auf, zum Beispiel durch den Pastor, und auch die Hebamme klagte gegen zahlungssäumige Wöchnerinnen.&lt;br /&gt;
:Diese Prozesse bestätigen aber nicht die Warnemünder als &amp;quot;Langfinger&amp;quot;. Hinter ihnen verbirgt sich die große Armut der Menschen. Was sollten sie auch machen, gab es doch so weit das Auge reichte nur Sand und Seewasser. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1847&#039;&#039;&#039; bat zum Beispiel der Warnemünder Vogt Meyer um Lieferung von verbilligtem Roggen für die in äußerste Not geratene Warnemünder Bevölkerung. In diesem Jahr hatte weder Feuer, noch Wasser, noch Militär, die Menschen heimgesucht. Es war also für die Warnemünder ein ganz normales Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Regelmäßige Böhnhasenjagden der Rostocker Zünfte in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Weiter durften in Warnemünde weder Schlachter, noch Müller oder Bäcker wohnen. &lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zwischen den Rostocker Stadtbehörden und den Warnemündern blieb gespannt. Immer wieder suchte man sich über die auferlegten Beschränkungen hinwegzusetzen.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Zünfte übernahmen mit Vorliebe in Warnemünde die Verfolgung heimlich arbeitender Handwerker. Es kam oft zu sogenannten Böhnhasenjagden (auf illegale Handwerker, die nicht Zunft-Mitglied waren). &lt;br /&gt;
:Noch als Warnemünde Badeort wurde, sträubten sich die Rostocker Zünfte, dort Handwerker zuzulassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rat bezeichnete im Jahre &#039;&#039;&#039;1854&#039;&#039;&#039; den Hafenort Warnemünde als &amp;quot;eine zum Vorteile der Stadt Rostock, weil dieser untertänige, in Unterordnung gehaltene Kommüne&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Erst &#039;&#039;&#039;1861&#039;&#039;&#039; wurde das Schiffahrtsverbot aufgehoben. &lt;br /&gt;
:Bis ein Bäcker in Warnemünde sein Handwerk ausüben durfte, wurde es &#039;&#039;&#039;1865&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Und &#039;&#039;&#039;1866&#039;&#039;&#039; ließen die Rostocker Handwerksämter endlich zu, daß dort eine Mühle erbaut werden konnte und erstmalig ein Schlachter seinen Betrieb eröffnen durfte. &lt;br /&gt;
:Durch das &#039;&#039;&#039;Notgewerbegesetz des Norddeutschen Bundes&#039;&#039;&#039;  von &#039;&#039;&#039;1867&#039;&#039;&#039; fielen dann die letzten Beschränkungen für Warnemünde. Damit war die jahrhundertelange Unterdrückung der Bevölkerung des Hafenortes beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erst mit der Reichseinigung 1871 fielen die Beschränkungen denen die Warnemünder unterlagen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie hatte dazu geführt, daß die Warnemünder auf manchen  Verdienst der möglich gewesen wäre, verzichten mußten, daß sie in manchen Dingen geradezu ausgebeutet wurden und zu Einkaufen in Rostock weite und nicht immer gefahrlose Fahrten zu unternehmen gezwungen waren. Die Kehrseite war, daß sich in den Warnemünder Familien eine vielseitige Handgeschicklichkeit entwickelte. Gerade weil manche Dinge des täglichen Gebrauchs am Orte nicht zu haben waren, fertigte man sie selbst an. Der Haß gegen die Rostocker machte sich noch lange bemerkbar. Er kam auch in der vielgebrauchten Redensart zum Ausdruck: &amp;quot;Schmiet´n Diewel in´n Strom! un lat´n driwen, is´n Rostocker!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schweden, Franzosen,Engländer und Russen - Warnemünde in Kriegszeiten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Schwedenschanze und der schwedische Zoll===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Warnemünder Zoll&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch den Vertrag vom 29.11.1632 zwischen Gustav Adolf und den mecklenburischen Herzögen Adolf Friedrich I. und Johann Albrecht II. nahm dieser Zoll seinen Anfang. Warnemünde wurde an die Schweden abgetreten und ihnen zugleich das Recht eingeräumt, hier von aus- und eingehenden Fahrzeugen eine Abgabe zu erheben, von der den Herzögen 1 Prozent als Lizentquote zugesichert wurde. Mit dem Prager Frieden, dem sich auch die mecklenburgischen Herzöge angeschlossen hatten, trat eine Wendung ein, indem die Schweden nun Mecklenburg als Feindesgebiet behandelten, und das Land für einige Jahre Tummelplatz der feindlichen Armeen wurde. Im Jahre 1638 kam es zum Kampf um die Warnemünder Schanze, und die Schweden sahen sich genötigt, diese Befestigung den Kaiserlichen zu überlassen. Bald aber wandte sich das Blatt. Die Kaiserlichen mussten Mecklenburg räumen, und der Kommandant von Warnemünde verließ heimlich auf einem dänischen Schiff die Schanze, nachdem er sie den Rostockern übergeben hatte.  Diese versuchten nun das Schanzwerk zu zerstören, wurden aber daran von den Schweden gehindert, die es von neuem eroberten und befestigten und darauf fortfuhren, den Zoll zu erheben. Dieser Zustand hat dann bis zum Westfälischen Frieden und darüber hinaus bestanden, denn alle Versuche der Herzöge und der Rostocker, während der Friedensverhandlungen eine klare Bestimmung hierüber in die Friedensartikel hineinzubringen, waren vergeblich. So ist es dahin gekommen, dass noch bis ins 18 Jahrhundert hinein dieser Zoll erhoben werden konnte zum Schaden für Rostocker Handel und Schifffahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der schwedische Zoll in Warnemünde in den Jahren 1632-1654&amp;quot; Alexander Pries 1914]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.google.de/books/edition/Motiven_warumb_die_Cron_Schweden_den_War/w79YAAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=zoll+warnem%C3%BCnde&amp;amp;printsec=frontcover Warum die Cron Schweden...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während der Franzosenzeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1809 - Schillsche Truppen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Im Stadtarchiv der Hansestadt findet sich ein umfangreiches Aktenstück aus der Franzosenzeit, also der Besetzung durch napoleonische Truppen zwischen 1806 und 1813. &lt;br /&gt;
:In diesem Dokumentenbestand ist auch der vom 29. Mai 1809 datierte ausführliche Bericht des Warnemünder Vogtes Lange enthalten. &lt;br /&gt;
:Er berichtet was sich am Rande des in der deutschen Geschichtsschreibung oft heroisch geschilderten Kriegszuge Ferdinand von Schills mit seinem Bataillon Husaren rund um den alten Strom zutrug: &lt;br /&gt;
:„Dienstag d. 23. (Mai) gegen Mittag sprengten 4 Husaren vom von Schillschen Corps hinten an die Voigtey und fragten nach dem commandirenden Officier in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Es trat der Herr Lieutenant v. Horn heraus, welcher sogleich befragt ward, ob er diesen Platz dem Schillschen Corps übergeben wolle ?“ &lt;br /&gt;
:Der antwortete: „Der Platz sey allenthalben offen, und könne er denselben mit seinen Invaliden nicht verteidigen.“ &lt;br /&gt;
:Daraufhin wies man den 4 Husaren Quartiere bei Warnemünder Bürgern an. &lt;br /&gt;
:Deren Pferde bezogen den Stall beim Bürger Grimm. Am darauf folgenden Mittag erschienen weitere 14 Mann unter dem Kommando eines Sergeanten, der erklärte, das er nun Besitz von Warnemünde nehme. &lt;br /&gt;
:Leutnant von Horn entgegnete darauf, das er Befehl habe nicht von seinem Posten zu weichen. &lt;br /&gt;
:Der Sergeant erwiderte, dass er durchaus an seiner Seite weiter auf seinem Platz bleiben könne. &lt;br /&gt;
:Vor dem Einmarsch der Husaren hatte der Leutnant Schildwachen vor allen in Warnemünde liegenden Schiffen postiert. &lt;br /&gt;
:Um einer Entwaffnung zuvor zu kommen ließ er bei ihnen nun heimlich alle Patronen einsammeln und so die Gewehre unbrauchbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Aber die Maßnahme half nichts. Die Husaren entwaffneten die Rostocker Wachen trotzdem. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tag traf Graf von Moltke, ein Schillscher Stabsoffizier mit weiteren 14 Mann, teils Kavallerie, teils Infanterie hier ein. &lt;br /&gt;
:Auch für sie musste nun ein Quartier gefunden werden. &lt;br /&gt;
:Der veranlasste nun, das drei requirierte Kutter-Boote in die See vor die Hafeneinfahrt gelegt wurden. &lt;br /&gt;
:Fortan war auch den Fischern das Auslaufen verboten. &lt;br /&gt;
:Ein Schillscher Bataillonsschreiber brachte schließlich aus Rostock an von Moltke die Order alle hier liegenden Schiffe zu begutachten und festzulegen.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Tage belief sich die Zahl der so erlangten Schiffe auf 22. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den hiesigen Lotsenkommandeur Weisung, bei Strafandrohung von 50 Hieben, dass er die Räumung der Wasserfahrzeuge zu organisieren habe. &lt;br /&gt;
:Anschließend sollen sodann auf drei der Schiffe Pferdeställe eingebaut werden. &lt;br /&gt;
:Bald darauf rückt von Rostock der Schillsche Leutnant  von Hagen mit 12 Mann an, um nun mit Verspätung den Leutnant von Horn doch noch zu arretieren. &lt;br /&gt;
:Auch müssen die Rostocker Wachsoldaten jetzt den letzten Rest an Ausrüstung und Uniform abliefern. &lt;br /&gt;
:Der Lotsenkommandeur schien außerstande, den Einbau der Pferdeställe in die Schiffe zu organisieren. &lt;br /&gt;
:So sandte man kurzerhand ein Boot in den Breitling. Hier arbeitete gerade eine Reihe von Zimmerleuten an den Steinkisten der Molenbauwerke. &lt;br /&gt;
:Unter Androhung, sie im Wiedersetzungsfalle umgehend zu erschießen zwang man sie nun auf die Schiffe zwecks Einbau der Pferdeställe. &lt;br /&gt;
:Es mangelte jedoch an Material. Polier Stark musste nun angeben was gebraucht wurde. &lt;br /&gt;
:Das erforderliche Holz brachte man in Warnemünde bald zusammen, aber es mangelte an Nägeln. &lt;br /&gt;
:Zwischenzeitlich setzte aus Rostock ein Strom an Waffen, Proviant und Husaren aus Rostock ein. &lt;br /&gt;
:Allein acht Wagen mit Gewehren, Piken und Munition waren in Rostock requiriert worden. Deren Verladungen scheiterten an dem fehlenden Umbau der Schiffe. Der Umbau wiederum an den noch nicht aus Rostock eingetroffenen Nägeln. &lt;br /&gt;
:Als schließlich Schills Adjudant von Baersch in Warnemünde eintraf um die Einschiffung von Truppen auf den requirierten Schiffen  zu kommandieren, sprach der ein Machtwort und ließ jede verfügbare Hand dazu kommandieren, aus Umzäunungen, Steganlagen und Gebäuden alle sichtbaren Nägel herauszuziehen und für die Stallanlagen auf den Schiffen zu gewinnen. &lt;br /&gt;
:Es kam auch eine ansehnliche Menge zusammen, allein die Zimmerleute erklärten sie alle für unbrauchbar. &lt;br /&gt;
:So wurde schließlich ein Kavallerist nach Groß Klein gesandt, um dort von einem Schmied  ausreichend Nägel zu holen. Zwischenzeitlich beklagten sich die Schiffseigentümer bei Baersch, wer ihnen den Verlust der Schiffe ersetze? &lt;br /&gt;
:Baersch sicherte zu, das Schill ihnen alles ersetze. &lt;br /&gt;
:Nach einem Tag trafen schließlich auch die Nägel ein und die Arbeit an den Pferdeställen begann. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den Vogt Lange die Weisung alle in den Warnemünder Häusern verfügbaren Töpfe und Pfannen zu requirieren und für die Truppen auf die Schiffe zu bringen, was bei den Bewohnern zu großem Wehklagen Anlaß bot. Man schickte auch Requirierungstrupps in die Dörfer der Umgebung um Futter und Lebensmittel zu beschlagnahmen. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann die Einschiffung der Husaren und ihrer Pferde. &lt;br /&gt;
:Gegen Abend erreichte den Kommandeur von Baersch die Meldung, das einige Husaren der Witwe Heberer ihren Wein mit Gewalt aus dem Keller geholt hatten. Der Kommandeur eilte sogleich mit einem weiteren Offizier  dorthin um die Marodeure zu verhaften. &lt;br /&gt;
:Einer von ihnen widersetzte sich und ward von von Baersch noch am Ort exekutiert und vor dem Haus verscharrt. &lt;br /&gt;
:Kurz darauf  erklärt von Baersch dem Vogt, dass er dessen Dienstmädchen Lene als Köchin mit auf sein Schiff nehmen wolle. &lt;br /&gt;
:Die entzog sich dem aber sogleich durch Flucht und versteckte sich zunächst im Pfarrhaus. &lt;br /&gt;
:Die Anzahl der höheren Offiziere, die in der Vogtei Quartier bezogen hatten und sich zwangsweise am Tisch des Vogtes Lange beköstigen ließen stieg unablässig. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann man bereits einzelne Schiffe auf die Reede auszuschiffen. &lt;br /&gt;
:Das zwei der erfahrenen heimischen Schiffer nacheinander die Segler auf eine Untiefe von Einheimischen „Lichtbogen“ genannt, auflaufen ließen, war sicher nicht deren Unerfahrenheit zuzuschreiben. Viel Zeit kostete nun deren Bergung um auch für die anderen Segler die Hafenzufahrt passierbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Am 28. Mai morgens hatten holländische Truppen Warnemünde von Westen her erreicht und versuchten nun durch Beschuß die gegnerischen Schillschen Truppen am Auslaufen zu hindern. &lt;br /&gt;
:15 Schiffe lagen bereits auf Reede. Das sechzehnte, geführt vom Schiffer Maas aus Rostock segelte eine viertel Stunde lang unter starkem Beschuß aus der Hafenausfahrt. &lt;br /&gt;
:Den Holländern gelang es nicht im weichen Dünensand die Kanonen richtig auszurichten, so dass sie immer wieder nur die Segel des Schiffes trafen. &lt;br /&gt;
:Zwei weitere Schiffe mit Husaren an Bord lagen noch in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Da ihnen die Ausfahrt offensichtlich nicht mehr gelingen würde, flüchteten die Schillschen an Land über den Strom und die Hohe Düne in die Rostocker Heide. &lt;br /&gt;
:22 Der Husaren gerieten jedoch bei der anschließenden Verfolgungsjagd noch in Gefangenschaft der Holländer. &lt;br /&gt;
:Ein Teil der holländischen Truppen quartierte sich nun in den Warnemünder Häusern ein und ließ sogleich erneut Lebensmittel requirieren. &lt;br /&gt;
:Einen Tag später ließen sie sich jedoch zur Hohen Düne übersetzen um die Schillschen Truppen weiter in Richtung Stralsund zu verfolgen. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tage war Warnemünde wieder militärfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1810 - Im Frühsommer des Jahres war die Franzosenherrschaft an der Ostseeküste so schwach, daß die Engländer kleinere Landungen wagten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 3. Juni war ein nach Russland bestimmtes, amerikanisches Schiff von einem in Warnemünde stationierten französischen Kaper aufgebracht worden. Als Reaktion landete eine englische Marine-Einheit, eroberte Kaperschiff &#039;&#039;&#039;und&#039;&#039;&#039; Beuteschiff. Sie entführten sodann beide aus dem Hafen. Die schwache mecklenburgische Wachmannschaft hatte sofort nach der Landung die Flucht ergriffen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Redoute 1912.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde Redoute (1912)]]&lt;br /&gt;
:Dieses Ereignis veranlasste den französischen Marschall Eckmühl dazu, umgehend stärkere, ausschließlich französische Truppen in Warnemünde zu stationieren. Damit einher ging sein Befehl an die Stadt Rostock, unverzüglich den Bau verschiedener Befestigungsanlagen in Warnemünde abzusichern und zu finanzieren. &lt;br /&gt;
:Um die Befestigungsanlagen mit einer Redoute als Kern in Warnemünde in kurzer Zeit herzustellen, hatte die Stadt Erdarbeiter, Zimmerleute und andere Handwerker aller Art, sowie sämtliches Bauholz aus der Rostocker Heide zu stellen. Die Bürgerschaft war zunächst unentschlossen. &lt;br /&gt;
:Am 7. September gibt das erste Quartier in der Beschluß-Findung dazu folgende Stellungnahme ab. „...ein außerordentlicher Holzhieb scheitert bereits daran, das nichts mehr zu entscheiden ist, außer, wie er praktisch ausgeübt werden kann. Besser ist, noch einmal den Forstinspektor Becker zu befragen und ihn ein Konzept fertigen zu lassen. ...“ &lt;br /&gt;
:Das zweite Quartier hat darauf nur noch zu erwidern, daß man den Holzeinschlag vorrangig in den Rövershäger Waldungen ausführen solle, da aus den damals ebenfalls im Rostocker Besitz befindlichen Willershäger Waldungen die Anfuhrkosten zu hoch seien. &lt;br /&gt;
:Die Entscheidung war somit gefallen und der Forstinspektor erhielt freie Hand. Noch in derselben Woche begannen alle seine Waldarbeiter in den Trassen der abgesteckten, zukünftigen Waldschneisen, das gesamte für den Warnemünder Redouten-Bau benötigte Holz einzuschlagen und damit es sich auch leicht transportieren ließ, gleich einen guten Untergrund für die Fuhrwege herzurichten. &lt;br /&gt;
:So entstanden nach einander die Meiershausstellenschneise von Wiethagen nach Meiershausstelle, die Trasse der heutigen Bäderstraße, als Forstweg, von Hinrichshagen nach Torfbrücke, sowie die Schneise vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise). Der unfertige Landweg von Hinrichshagen nach Markgrafenheide bekam nun als Transportweg zur Warnemünder Baustelle eine besondere Wichtigkeit und konnte 11 Jahre nach seinem Baubeginn, dem ursprünglichen Plan entsprechend, fertiggestellt werden und Beispiel gebend solide ausgeführt werden. &lt;br /&gt;
:Nach Abschluss der Bauarbeiten war selbst das bis dahin permanent opponierende zweite Quartier nunmehr von der Sinnhaftigkeit des entstandenen Wegenetzes überzeugt und machte der Forstverwaltung sogar Vorwürfe, warum man damit nicht schon eher begonnen habe. Von 1791 bis 1811 hatten sie dieses Projekt stets verhindert.&lt;br /&gt;
:Der Bau der Warnemünder Redoute zog sich bis Februar 1812 hin. Nur vierzehn Monate später, am Ende der Franzosenzeit, beschlossen die Hundertmänner am 12. April 1813 bereits den Abriss der Redoute. Da sich die Umsetzung des Abrisses aber laufend verzögerte, landeten schließlich am  26. August rund 100 Engländer, schickten die Bürgerwache der Warnemünder nachhause  und „demolierten“ die Redoute. Am folgenden Tage beendeten sie ihr Zerstörungswerk endgültig und sprengten die gesamte Anlage. &lt;br /&gt;
:Zwei Wochen darauf besichtigte die Stadtverwaltung die Trümmerstätte und befand: „..daß die Redoute sich nicht mehr ähnlich war.“ Beckers Waldschneisen dagegen haben bis in unsere Tage Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während des ersten Weltkrieges 1914-1918===&lt;br /&gt;
KFC 577&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erlebnisbericht eines damals 17jährigen Güstrower Gymnasiasten am 1.August 1914&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Am Nachmittag besichtigten wir das drei Wochen zuvor eingeweihte Brinckman-Denkmal.&lt;br /&gt;
:Bald darauf war, wie immer das Konzert der Rostocker Stadt-Theaterkapelle unter Leitung von Kapellmeister Schulz. &lt;br /&gt;
:Und weil es draußen so schön heiß war, zeigte sich der schattige Kurgarten gerammelt voll.&lt;br /&gt;
:Die Leute waren vergnügt und zufrieden.&lt;br /&gt;
:So gegen halb sechs wurden die Leute plötzlich ganz still, reckten die Köpfe und sprangen auf.&lt;br /&gt;
:Die Musik brach mitten im Stück ab.&lt;br /&gt;
:Durch die Gartenpforte kamen in Uniform ein Leutnant, ein Trommler, ein paar Mann, und bauten sich vor dem Musikpallion auf.&lt;br /&gt;
:Mucksmäuschenstill war es im Garten, als die Soldaten mit Trommelschlag abmarschierten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Als die Versammelten Minuten darauf in allgemeinen Jubel verfielen, lag es all ihrer Vorstellungskraft fern, das in dieser Stunde vier Kriegsjahre angebrochen waren, die an Grauen, Tod und Zerstörung alles Dagewesene übertreffen sollten.&lt;br /&gt;
:Wenige Stunden danach heulten die Schiffs-Sirenen über das sonst stille Warnemünde, vom Zollhafen kam in langsamer Fahrt eine U-Boot-Halbflottille den Alten Strom seewärts herauf.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auch U-9 unter dem später zum Kriegshelden glorifizierten Kapitänleutnant Weddigen war unter ihnen.&lt;br /&gt;
:Das Hurra der allgemeinen Kriegshysterie begleitete deren Ausfahrt.&lt;br /&gt;
:Am anderen Morgen war Warnemünde wie ausgestorben, die Baustelle mt den ersten Mauern des gerade begonnenen neuen Kurhauses lag nun für lange verweist, die Uhren gingen fortan in auch in Warnemünde anders.&lt;br /&gt;
:Einen jungen Fotorafn traf es dabei noch ganz persönlich.&lt;br /&gt;
:Angesichts der vielen Sommerfrischler  bereitete er die Eröffnung eines Fotoateliers vor.&lt;br /&gt;
:Auch einen kleinen Bankkredit hatte er dazu erkämpft.&lt;br /&gt;
:Aus Gram über die entschwindenden Urlauber vertrank er den Kredit.&lt;br /&gt;
:Tage später verpflichtete eine Kriegsverordnung dazu, Reisepässe mit Foto zu versehen.&lt;br /&gt;
:Für ein Atelier, um nun die riesige Nachfrage zu befriedigen, hatte er kein Geld mehr.&lt;br /&gt;
:Schon ein Jahr darauf war die Hysterie allgemeiner Ernüchterung gewichen.&lt;br /&gt;
:Selbst weit entfernt von der Front begannen Leid und Not spürbar zu werden.&lt;br /&gt;
:Warnemünde mit seiner Fährverbindung via Dänemark, dem Land wo Milch und Honig fließen, übte nun eine neue Anziehungskraft aus.&lt;br /&gt;
:Mehrmals täglich verließen Eisenbahnwaggons beladen mit Kohlen, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Obst, Fisch oder Zucker den Bauch der Fähre aus Dänemark.&lt;br /&gt;
:Im Ort kursierten geflügelte Sätze wie: &amp;quot;&amp;quot;Kohlen werden nicht geklaut sondern mitgebracht.&amp;quot;, &amp;quot;Wi hebben dragen as de Immen&amp;quot;, man war findig genug, sich auf dem Rangierbahnhof Zugang zu der nahrhaften Ladung der Waggons zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor wieren männigmal mier Addebors as Poggen.&amp;quot; Wenn eine Kartoffel-Ladung geplündert wurde.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder verstanden es, sich diese Quelle zu erschließen und ihr Los zu erleichtern.&lt;br /&gt;
:&amp;quot; Nicht selten gab es gar ein ein stilles Bündnis mit den Bahnangestellten.&lt;br /&gt;
:Im dezember 1915 stellte man so Ertappte vor Gericht.&lt;br /&gt;
:Unter den 39 Angeklagten aus Warnemünde und Umgebung waren allein 19 Bankangestellte.&lt;br /&gt;
:Die Anzahl der Diebstähle war nicht mehr feststellbar.&lt;br /&gt;
:Schuld nicht mehr persönlich zuordenbar, so dass [[das Verfahren]] schließlich im Sande verlief.&lt;br /&gt;
KFC 45 560-566 KFC 46 171-324 153S. Anklageschrift&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
====Die Bahnberaubungen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
HG&lt;br /&gt;
[[Die Bahnberaubungen in Warnemünde]] Auszug Tidingsbringer Nr.9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde in der Zeit des dritten Reiches und des zweiten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Franzosenlager auf der Hohen Düne====&lt;br /&gt;
(Quelle Dr. Reno Stutz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====* [[Das Kriegsende In Warnemünde am 1. Mai 1945]]====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Hafen mit Leuchtfeuern und Molen==&lt;br /&gt;
===Die erste Leuchte am Ost-Ende der Hohen Düne ab 1323 bis warscheinlich 1487===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Warnemünder Leuchtturm in  &amp;quot;die Wahrhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberuhmten alten See- und Hensestadt Rostock&amp;quot; von 1578 bis 1586 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1832 Bevor der Leuchtturm kam===&lt;br /&gt;
(Wilfried Steinmüller) (WG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Offensichtlich war ursprünglich ein hölzerner Bau geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Planung Leuchtturm Freim Abendbl Januar 1832.jpg|Eine Zeitungsmeldung im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; Januar 1832&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde die Leuchte um 1870.jpg|Die Leuchte, der 1836 erbaute Vorgänger unseres heutigen Leuchtturms, links daneben der Signalmast&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturm, das Wahrzeichen von Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemuende Leuchtturm im Bau.jpg|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm im Bau 1897/98]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leuchtturm Warnemuende vor 1905.JPG|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm vor 1905]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1898 wurde der Warnemünder Leuchtturm, heute wohl wichtigstes Wahrzeichen des Ostseebades seiner Bestimmung übergeben. Versucht man die Wurzeln seiner Entstehung zu ergründen,  entdeckt man in alten Quellen bald, daß die Überlegungen zur Errichtung eines solchen Bauwerkes schon viel weiter zurückliegen.&lt;br /&gt;
:Auch in den Zeitungen des 19. Jahrhunderts wiederspiegelt sich dieses Thema. &lt;br /&gt;
:So weiß das &amp;quot;Freimütige Abendblatt&amp;quot; in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts dazu folgendes zu berichten: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hinsichtlich der jüngst von hier gemeldeten Absicht, ein Feuersignal im Warnemünder Seehafen anzulegen, ist es allgemein zu bedauern, daß man weit davon entfernt scheint, die Ideen zum Grunde zu legen, die der verstorbene sehr unterrichtete und hellsehende Schiffskapitän Eichmann, ehemaliger Lehrer der Nautik hieselbst, in einer höchsten Ortes vor etwa 6 Jahren von ihm über die Frage an welchem Punkte der mecklenburgischen Seeküste es am vorteilhaftesten wäre einen ordentlichen Leuchtturm zu errichten, erforderten und eingereichten, überaus wohlgearbeiteten Denkschrift, über die, seiner Meinung nach, in Warnemünde allein am allernützlichsten und unentbehrlichsten zu verfügende Errichtung eines solchen Leuchtturms entwickelt hat. Der Referent hat dies Memoire damals gelesen, und erinnert sich noch mit Vergnügen der lichtvollen mündlichen Erläuterungen des einsichtsvollen Verfassers, so wie der Wärme, mit der er den seit einigen Jahren neugebaueten und mit englischen Leuchtinstrumenten versehenen Leuchtturm zu Cuxhafen als das vortreffliche Modell pries, dem man in Warnemünde zu folgen hätte. Aber freilich steht die hohe Nützlichkeit, ja unentbehrliche Nothwendigkeit einer solchen Anstalt, so wie ihre dem Muster nacheifernde Vortrefflichkeit, die der Referent vor fünf Jahren stundenlang zu untersuchen und zu bewundern Gelegenheit hatte, auch im Verhältnis zu den sehr erheblichen Kosten, die die Nachahmung zu Warnemünde erfordern würde; Kosten zu denen, wenn dieser Gedanke je ins Leben träte, Fürst und Land, aus den entscheidenden Gründen wahren Gemeinwohls, auf die Hälfte oder doch ein Drittel beisteuern müßten und könnten.&lt;br /&gt;
:Rostock den 30. Januar 1832&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Immer wieder bieten die so &amp;quot;hellseherischen&amp;quot; Gedanken jenes Kapitäns  Eichmann Stoff zur Diskussion über die längst fällige Errichtung eines Leuchtturmes und man kann ihn wohl getrost als geistigen Vater eines solchen Bauwerkes bezeichnen. Auch sonst bietet sein Wirken in Warnemünde noch reichliche Betätigungsfeld für die Warnemünder Geschichtsforscher.&lt;br /&gt;
:Der Anstoß war gegeben, aber bis zur Realisierung verging noch viel Zeit und das Thema bot im Freimütigen Abendblatt auch weiterhin reichlich Lesestoff, wie hier zum Beispiel drei Jahre darauf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was die schon vor mehreren Jahren beantragte Anlegung eines Leuchtturmes am Eingange des Warnemünder Hafens betrifft, so scheint diese Angelegenheit, obgleich sie, wie man erfährt, sowohl von den Seiten des Handels- als des Schifferstandes als sehr dringend empfohlen und von demselben auch bereits verschiedene annehmliche Offerten gemacht sein sollen, doch ganz in den Hintergrund gestellt zu werden, und vielleicht nur aus dem einzigen Grunde, weil die Rostocker Schiffahrt seit Jahrhunderten schon ohne Leuchtturm bestanden hat. Wohin aber sollen solche Grundsätze führen ? Man überzeuge sich doch endlich von der Nützlichkeit, ja von den Notwendigkeit dieser Einrichtung! Eben wegen des Mangels derselben scheiterte noch jüngst wiederum ein Schiff; denn das Ansegeln an die mecklenburgische Küste bei irgend trüber Witterung, besonders bei starkem Sturm und Seegange ist bekanntlich sehr gefährlich. Unsere Baubehörde wird deshalb wenn sie sich auch in dieser Hinsicht des Raths sachkundiger Männer bedient, gewiß keinen Anstand nehmen, auch diesem Gegenstande seine Erledigung zu verschaffen, zumal da bei den vorseienden Hafenbauten gewiß der Bau eines solchen Leuchtthurmes auf eine zweckmäßige und vieleicht minder kostspielige Art als sonst zur Ausführung gebracht werden kann.&lt;br /&gt;
:Rostock den 29. December 1835&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Folgejahr schließlich scheint die Sache in Gang zu kommen denn in der Augustausgabe steht zu lesen: :&amp;quot;Bei der am 16.des Monats stattgefundenen Grundsteinlegung zu dem auf der Düne Warnemünde´s zu erbauenden Leuchtthurm war leider der Mehrzahl der hier Anwesenden Fremden der zu dieser feierlichen Handlung angesetzte Zeitpunkt fremd geblieben, weshalb nur ein kleiner Teil derselben auf der bezeichneten Anhöhe sich versammelt hatte. Befremden mußte es wohl allgemein, daß von der obersten städtischen Behörde nichts geschehen war um diesem Actus auch in seiner äußerlichen Form eine festliche Bedeutung zu geben, das auch nicht eines ihrer Mitglieder gekommen war, um die Theilnahme an einem Werke an den Tag zu legen, welches dem Vaterlande zur Ehre und so vielen zur Rettung und zum Heile gegründet werden sollte. Freuen müssen wir uns aber andererseits, daß dennoch diese Handlung nicht ohne eine gewisse Solenität &#039;&#039;(Feierlichkeit)&#039;&#039; vollzogen wurde. Es hatte nämlich eine Dame aus Rostock (C.v.W.) diesen Gegenstand in einem Gedichte besungen, welches auf allgemeines Begehren ein gerade anwesender, sehr beliebter Redner, Herr Candidat Bartsch aus Rostock, nachdem er einige, dem Gegenstande angemessene Worte vorausgeschickt, auf eine dem Inhalte des Gedichtes vollkommen entsprechende Weise recitierte. Nachdem hierauf von dem Herrn Administranten des Baues ein Toast unter dem Klange der Gläser ausgebracht worden, wurde diese eben so einfache als ansprechende Feier beendigt. Wie es heißt, erreicht der Bau, unter der Leitung des Stadtbaumeisters Herrn Schwedtler, noch vor dem Winter seine Vollendung.&lt;br /&gt;
:Warnemünde d. 19. August 1836&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leider nennt uns die Zeitung jener Tage den Verfasser der Zeilen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1897/98 der Bau des Warnemünder Leuchtturms====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Nebel mussten Sondermaßnahmen durchgeführt werden (Hornsignale, Glocke, Nebelkanone). Die Entwicklung der Rostocker Segelschiffflotte zur größten im Ostseeraum mit 372 Schiffen im Jahre 1878 machte einen weiteren Ausbau der Hafeneinrichtungen zwingend notwendig. So wurde bereits im Jahre 1862 dem Rat der Stadt Rostock ein Entwurf vorgelegt zum Umbau der Hafenleuchte in Warnemünde zu einem vollständigen Leuchtturm mit prismatischem Laternenhaus. Aber erst im Jahre 1897/98 kam es dann zum Bau des Leuchtturms in seiner jetzigen Form. Davor waren durch Streitigkeiten über die Notwendigkeit und die Finanzierung des Leuchtturms mehr als 30 Jahre ins Land gegangen. Erbaut wurde der Turm unter der Leitung des Rostocker Hafenbaumeisters Karl Friedrich Kerner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Leuchtturm mit Signalmast 1904.jpg|thumb|600px|links|Der neue Leuchtturm und links daneben der Wetteranzeiger-Signalmast 1904]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde1904 Handskizze Ludwig Krause Bedeutung der Signale am Mast.jpg|thumb|450px|rechts|Handskizze des Historikers Ludwig Krause über die Bedeutung der Signale am Mast neben der Leuchte 1904]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Feuer wurde zunächst mit Petroleum betrieben, das aus dem Petroleumkeller, in dem 4 Petroleumbottiche untergebracht waren, heraufgepumpt werden musste. Im Jahre 1917 wurde das Licht auf Gas umgestellt. Um 1927 wurde der Leuchtturm auf elektrisches Licht umgestellt. Die Lampentypen wurden ständig dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Heute wird der Turm mit einer 250W/230V HQL-Lampe betrieben.&lt;br /&gt;
Das Linsensystem wurde von der Firma Picht &amp;amp; Co. Rathenow geliefert und eingebaut und tut noch heute in unveränderter Form seine Dienste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Auszug aus: &amp;quot;Verschwunden - Vergessen - Bewahrt, Denkmale der Rostocker Technikgeschichte&amp;quot; Hans-Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 1995  &lt;br /&gt;
*[[&amp;quot;Leuchtturm Warnemünde&amp;quot; Hans Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 2013&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=sYbcAokrAQw  Gerd Lau MV1 TV]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1968 Die Symbiose von Teepott und Leuchtturm als Warnemünder Wahrzeichen====&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1936.jpg |thumb|250px|rechts|Warnemünde mit Leuchtturm und Teepavillon 1936]]&lt;br /&gt;
;1926 Der runde &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht&lt;br /&gt;
:neben dem Warnemünder Leuchtturm in unmittelbarer Nachbarschaft, den der Volksmund schon bald nach seiner Eröffnung &amp;quot;Teepott&amp;quot; nannte. &lt;br /&gt;
:Er brannte 1945 ab.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Der Architekt Ulrich Müther und der Hyparschalenbau&lt;br /&gt;
;noch fortsetzen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Teepott 1979 OKR.jpg|400px|thumb|rechts|Inneres des Teepotts 1979]]&lt;br /&gt;
;1967/68 Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten.&lt;br /&gt;
: Eine Architektengruppe des Wohnungsbaukombinates Rostock um Stadtplaner Erich Kaufmann entwickelte das Gebäude des &amp;quot;Teepotts&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die statische Konstruktion eines Hyparschalenbaus erstellte dazu der Konstrukteur Ulrich Müther aus Binz. Die Dachkonstruktion besteht aus einer Membranschale, die Last der 1000 m2 umfassenden Dachfläche ruht auf nur drei Auflagenpunkten. Die Dachschale hat eine Dicke von 7cm.&lt;br /&gt;
:Die künstlerische Gestaltung führten Achim Kühn, Inge Jastram und Felix Büttner aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Teepott seit der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. &lt;br /&gt;
:Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Molen und Seezeichen===&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Becker beschreibt den Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen &lt;br /&gt;
:(Freimüthiges Abendblatt 1826):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;500px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 a wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen a&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 b wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fischerei==&lt;br /&gt;
(u.a. Warnemünder Jolle) noch einpflegen&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts===&lt;br /&gt;
:Niemand der nach Warnemünde kann sich dem besonderen Flair des Alten Stromes und des Fischereihafens an seinen beiden Ufern entziehen.&lt;br /&gt;
:Allein schon der Duft von frischem Räucherfisch zieht die Touristen magisch an.&lt;br /&gt;
:Lang ist die Tradition der Fischerei in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bereits 1494 befuhren nicht weniger als 30 Warnemünder Fischer ihre Fangplätze in der Ostsee und leisteten ihre Abgaben an den dänischen Vogt auf Schonen. Sie befuhren bzw. befischten die gesante südwestliche Ostsee.&lt;br /&gt;
:Die größte Länge der damaligen Fischerboote betrug ca. 6,30m und 2,20 Breite.&lt;br /&gt;
:Ab 1880 mußten die Fischer Registriernummern an Booten und Segeln führen, 1917 ergänzt durch &amp;quot;WA&amp;quot; vor der Registriernummer.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder selbst befaßten sich ungern mit dem Bootsbau und überließen das den Tischlern und Stellmachern aus Groß-Klein.&lt;br /&gt;
:Gefischt wure mit Stellnetzen, Waden Reusen, Angeln und Eisen.&lt;br /&gt;
:Die Netze und Angeln wurden in Warnemünde gefertigt und in der heutigen Friedrich-Franz-Straße entstand die erste 250m Reiferbahn.&lt;br /&gt;
:Aber nicht nur gefischt wurde von den Warnemündern sondern sie verkauften ihre Fänge zu großen Teilen auch selbst.&lt;br /&gt;
:In erster Linieg boten sie ihre Fänge regelmäßig auf dem Rostocker Markt an.&lt;br /&gt;
:Da der Markt bereits um 8.00 Uhr öffnete, mußte die Ausfahr zum einholen der Netze schon morgens zwischen 1 und 2 Uhr erfolgen.&lt;br /&gt;
:Leider wurden nie Aufzeichnungen über Fangmengen und erzielte Preise gemacht.&lt;br /&gt;
:Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wares den Warnemünder Fischern per Rostocker Edikt strikt untersagt auf dem Breitling zu fischen. Das war den Rostocker Fischern, die ihren Standort uweit der Petribrücke hatten, vorbehalten.&lt;br /&gt;
:Wenn aber Rostocke fischer nach Warnemünd kamen, hieß es &amp;quot;Vorsicht die Türken kommen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das hatte aber nichts mit Bewohnern die aus der Türkei kamen zu tun,sondern ein einstiger Rostocker Fischmeister hieß Thürk und wurde zum Namensgeber dieses Ökelnamens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 50iger Jahren wurde in Warnemünde eine sehr leistungsfähige FPG (Fischerei-Produktionsgenossenschaft) gegründet.&lt;br /&gt;
:Es entstand eine neue Löschhalle zur Übernahme des gerade angelandeten Fisches und eine Fischverarbeitungsstätte.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlich angelandeten Fische waren Ostsee-Hering, Dorsch, Steinbutt, Scholle und Lachs.&lt;br /&gt;
:Edelfische gingen in den Export, Hering und Dorsch kamen in die genossenschaftseigenen Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Fischverwertungsgenossenschaft Warnemuende.JPG|Fischverwertungsgenossenschaft Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:FPG Warnemuende.JPG|Fischerei-Produktionsgenossenschaft (FPG) Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:Fischverarbeitung Warnemuende.JPG|Fischverarbeitung in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem Umbruch 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1990 verzeichnete die heimische Fischerei wegen der einströmenden Fisch-Importe, besonders aus Holland, mit der Kutterfischerei in Warnemünde rapide bergab.&lt;br /&gt;
:Heute gibt es nur noch drei privae Kutterfischer, die ums Überleben kämpfen.&lt;br /&gt;
:Eine Reihe der darüber hinaus verbliebenen Kutter führen oft Angeltouren für die zahlreichen Touristen durch.&lt;br /&gt;
:Deren Tour-Angebote sind sehr beliebt und sind meist lange voraus ausgebucht.&lt;br /&gt;
:Trotz des Niederganges der Küstenfischerei ist das Flair eines Fischereihafens geblieben und dort fangfrischen Fisch geräuchert oder als Bismark-Hering angeboten haben auch eine zusätzliche Anziehungskraft Warnemünde und die Fischer zu besuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Lotsenwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Lotsenordnung von 1782]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Lotse und das Einlaufen in den Hafen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Lotsenordnung 1782 01.jpg|300px| rechts| Die Rostocker Lotsenordnung von 1782 a]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Schwierigkeit der Hafeneinfahrten erforderte, dass das Schiff von einem Spezialisten in den Hafen geführt wurde, der alle Tücken des Fahrwassers genau kannte, das ist der Lotse.&lt;br /&gt;
:Seine Verantwortung ist groß, größer als sie Brinckmans humoristische Charakteristik im „Kasper Ohm“ erkennen läßt: „Loots is´n Loots ´n Kierl, de sein Schuldigkeit doon mööt, Haaben rin un Haaben ruut, süs ward he oewer Buurd smäten, un doför kriggt he sein Betalung!“&lt;br /&gt;
:Weit draußen vor der Hafeneinfahrt warten  die Lotsenboote bei jedem Wetter auf Schiffe, die den Hafen anlaufen wollen.&lt;br /&gt;
:Über die Tätigkeit der heimischen Lotsen wird mancherlei erzählt:&lt;br /&gt;
:Fiew Lotsen wieren hier in Warnemünd in´t Boot. Dree bleben langsiet un maakten naher dat Schipp fast. Twee stegen oewer.&lt;br /&gt;
:De Warnmünner Lotsen säden, wenn se an Buurd güngen: Klaas, gah du an´t Stier, ik gah an´t Kommdier („Ich regier“, ich gebe die Kommandos).&lt;br /&gt;
:De Lotsen smus´ten solang´rüm up´t Schipp bi´n Kaptain, un güngen nich ihrer von´t  Schipp, bet se´n Foi kreegen.&lt;br /&gt;
:Näherte sich ein Schiff der Warnemünder Reede, dann fuhren in einem Eifer, Geld zu verdienen, die Lotsen oft schon aus, ehe das Schiff die Lotsenflagge zeigte, dann gab es aber gelegentlich bittere Enttäuschung.&lt;br /&gt;
:Wenn de Warnmünner Lootsen ruutführt wieren mit ehr Boot un dat Schipp denn oewer Stagg güng un na buten fohrt, denn schüllen de Lotsen „Dat is´n Heichler“ („Das ist ein Heuchler“, er tat nur so, als wollte er den Hafen anlaufen.)&lt;br /&gt;
:Wi Lotsen säden, wenn en Schipp oewerkrüzen ded`vör.nHaben: „Dat is´n Bidewinner (Das Schiff segelt bei dem Winde).&lt;br /&gt;
:Wenn es so stürmisch war, dass die Lotsen nicht hinauskamen, gab es ein Aushilfsmittel, das Schiff in den Hafen zu lotsen, denn würd de Windbaak bruukt.&lt;br /&gt;
:Dat wier up´t Warnmünner Spill ´ne Flagg mit´n langen Staken, dor winkten se mit.&lt;br /&gt;
:Wenn slicht Wäder wier, dat de Lotsen nich ruutgahn künnen, würd mit de Windbaak winkt.&lt;br /&gt;
:Wo de henwinkt, dor mööt he´t Roder henleggen.&lt;br /&gt;
:Wenn hoges Wäder wier un de Strom dull uutloopen ded, würden mit de Windbaak Tecken gäben.&lt;br /&gt;
:Wenn dat Schipp to läg´stüern ded´, würd dormit  winkt, he süll na de anner  Siet stüern.&lt;br /&gt;
:Wnn keen Wind wier un de Strom in War´münn  hart utloopen ded´, dat dat Schipp dor nich gegenankünn, denn müßten de ollen Lotsen dat Schipp rintrecken. Denn geew de Schipper´n Soopji uut.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren Lotsen, dee all up´t Ollendeel wieren. &lt;br /&gt;
:Früher wier dat jo all schier un glatt an´n Strom (es ist gemeint, dass am Strom entlang habe ein glatter Weg geführt.)&lt;br /&gt;
:De Lien würd an´n Mast bunnen.&lt;br /&gt;
:De Treckers hadden´n Trecksädel, dor wier´n höltern Knoop aan.&lt;br /&gt;
:Wenn´n Schipp fastkeem bi de Infohrt, würd dat Gangspill dreiht, dorbi würd ok sungen.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl, dorbi müßt he sik mit de Bost upleggen. Dat keem vöör, dat he dorbi ringahn ded´ in´t Water.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren vier bet söß Mann, oder twee Pier tröken.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl. &lt;br /&gt;
:(Richard Wossidlo WRQG 1940 )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende===&lt;br /&gt;
* [[Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende|Warnemünder Lotsenkapitän Stefan Jantzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Zollwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zollamt am südlichen Ende der Häuserreihe am Strom wurde 1891/92, wahrscheinlich vom Stadtbaumeister Gustav Dehn erbaut. (WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Zollwesen in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde um 1900 der Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Kaiserliche Zollamt.jpg|Der kaiserliche Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Zollamt.&lt;br /&gt;
Datei:AK Zollamt Warnemuende circa 1917.jpg|Das Zollamt auf einer Ansichtskarte 1917.&lt;br /&gt;
Datei:Zollamt Warnemuende circa 1990er.jpg|Das Gebäude des ehemaligen Zollamtes in den 1990er Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Kirchen und die drei Friedhöfe von Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Jahrhunderte sind in Warnemünde mindestens vier Kirchen nachweisbar.  Zwei frühe Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert fielen den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Rostock und den Dänen zum Opfer.&lt;br /&gt;
Die erste steinerne Kirche wurde um 1280 wahrscheinlich auf Veranlassung des Doberaner Klosters erbaut, was zur Folge hatte, das das Kloster auch über eine sehr lange Zeit deren Kirchenpatronat inne hatte. Als Rostocker die Kirche nach einem Sieg gegen die Dänen abbrannten, wurde dieser Frevel sogar dem Papst in Rom gemeldet. &lt;br /&gt;
Die Stadt wurde im Dezember 1312 mit dem Bau einer neuen hölzernen Kirche beauftragt, die aber ebenfalls durch Feuer zerstört wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die alte Kirche mit ihrem Friedhof bei der Vogtei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Vorläufer der heutigen Kirche war ein Gotteshaus, das ganz in der Nähe des Alten Stroms einige Meter nördlich von der Vogtei stand und Anfang des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut worden war.&lt;br /&gt;
:Sie hatte an der Südseite zwei Anbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der &amp;quot;Alte Kirchhof am Strande&amp;quot;===&lt;br /&gt;
:noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die neue Kirche===&lt;br /&gt;
:Da die Einwohnerzahl von Warnemünde ständig wuchs und die alte Kirche (&amp;quot;Fischerkirche&amp;quot;) zunehmend baufällig wurde, begann im September 1867 die Errichtung eines neuen Gotteshauses. &lt;br /&gt;
:Am 1.10.1871 fand in Gegenwart des Großherzogs Friedrich Franz II. die feierliche Einweihung statt. &lt;br /&gt;
:Das Gotteshaus entstand nach einem Entwurf des Rostocker Baumeisters Wilhelm Wachenhusen. &lt;br /&gt;
:Der kreuzförmige Backsteinbau birgt wichtige Bestandteile von der Innenausstattung der alten Warnemünder Kirche. &lt;br /&gt;
:Zu den bemerkenswetesten Gegenständen dürfte die überlebensgroße Schnitzfigur des heiligen Christophorus (Ende 15.Jh.) gehören. &lt;br /&gt;
:Die alte &amp;quot;Fischerkirche&amp;quot; wurde 1874 abgerissen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Geschichte am Rande:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Das zum Kirchspiel Warnemünde gehörende Dorf Diedrichshagen, das zuvor noch in Schwaan eingepfarrt war, kam nach dem Dreißigjährigen Krieg unter das Dach der Warnemünder Kirche.&lt;br /&gt;
:Dort in der alten Kirche am Ufer des &amp;quot;Alten Stroms&amp;quot;, befand sich vor der Ostwand die geschnitzte, überlebensgroße Figur des heiligen Christophorus.&lt;br /&gt;
:Als 1871 nun die neue Kirche fertiggestellt war, sollte die große Figur nicht mehr übernommen werden.&lt;br /&gt;
:Besonders die Diedrichshäger Pfarrkinder protestierten dagegen und erklärten, ohne Christophorus würden sie keine Ababen mehr leisten, sondern sich selbst eine Kirche bauen.&lt;br /&gt;
:Sie waren alter Überlieferung gemäß hier nur so lange eingepfarrt, wie die Figur im Gotteshaus stünde.&lt;br /&gt;
:Die Kirchenleitung gab klein bei, und der Schutzpatron der Reisenden blieb dem Gotteshaus und uns bis heute erhalten.&lt;br /&gt;
* [http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/fullscreen/PPN407465633d2731312e30312e30312e27_40636c6173736e756d3d273236312e27_407369673d2733352f3320303227/1/ Grundriß der neuen Kirche]&lt;br /&gt;
* [[Die neue Warnemünder Kirche im Schlie Bd.1 S.285-291]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Kirchenplatz um 1875 a.jpg|Kirchenplatz mit neuer Kirche um 1875&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünder Pfarrkirche um 1900.jpg|Die Warnemünder Pfarrkirche um 1900&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Inventarteile die aus der Vorgängerkirche übernommen wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Schnitzalter von 1475 (angeblich eine Danzige Arbeit, über See nach Warnemünde verschifft)&lt;br /&gt;
:Im Schrein befinden sich zwei Gruppen von Heiligen jeweils unter Maßwerkbaldachinen, dazu 3 Heilige in den Flügelaußenseiten.&lt;br /&gt;
:- Kanzel mit Schalldeckel von 1591&lt;br /&gt;
:- Heiliger Christophorus - monumentale Schnitfigur vom Anfang des 16. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder machten ihn zum Schutzheiligen des Ortes&lt;br /&gt;
:Einer Legende nach sollte der Christophorus Tränen vergießen können.&lt;br /&gt;
:Einer weiteren Legende nach lebte in der Frühzeit Warnemündes in der Nähe der Vogtei ein Mann, der Leute bei Bedarf gegen einen kleinen Obolus über den damals noch flachen Strom trug. Er galt als Sinnbild des Warnemünder Christophorus.&lt;br /&gt;
:- Altargemälde mit Kreuzigungszene von Gustav Stever um 1870&lt;br /&gt;
:- Zwei Pastorenporträts: J.Albinus gest. 1670 und N.Bims gest. 1724&lt;br /&gt;
:- Gestühlwangen mit Inschriften und Hausmarken 16.-18.Jh.&lt;br /&gt;
:- Truhe von 1620&lt;br /&gt;
:- Glocke von 1434&lt;br /&gt;
:- Votivschiffe von 1820 und 1885 (Dankesgabe von in Seenot geratenen und geretteten Seeleuten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei der Sturmflut vom 12.-14. November 1872 retteten sich viele Einwohner in die Kirche, als Warnemünde nach dem Durchbruch der Dünen westlich des Ortes wie auf einer Insel lag. Zuletzt mußten die Geretteten auf die Bänke steigen, während draußen Lotsenkommandeur Stephan Jantzen  mit seinen Lotsen Menschen aus unmittelbarer Gefahr rettete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der neue Friedhof===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Denkmalgeschichten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für John Brinckman im Warnemünder Kurpark===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Brinckman Stein b.JPG|thumb|450px|rechts|Warnemünde Brinckman-Stein im Kurpark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Ein Dichter und sein Gedenkstein - John Brinckman kam zur Kur ins Seebad&amp;quot;====&lt;br /&gt;
:(Autor: Ronald Piechulek in Ostsee-Zeitung 22.11.2002)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 18. September 2001 wurde der John Brinckman-Gedenkstein am Kurhausgarten gegenüber dem Institut für Ostseeforschung &#039;&#039;(nach 1914 zum zweiten Mal)&#039;&#039; eingeweiht.&lt;br /&gt;
:Zum Dichter und zur Geschichte des Steins recherchierte der Warnemünder Ortschronist Ronald Piechulek:&lt;br /&gt;
:John Frederick Brinckman wurde am 3.Juli 1814 in der Rostocker Koßfelder Straße als zweiter Sohn einer Kapitänsfamilie geboren. Er war sieben Jahre alt, als Warnemünde erstmals als Badeort erwähnt wurde. John Brinckman der sich zur Seefahrt hingezogen fühlt, erlebte, wie im Jahre 1834 der Dampfer &amp;quot;Rostock-Packet&amp;quot; seine regelmäßigen Fahrten zwischen Warnemünde und der Stadt aufnahm 1834 ließ er sich an der Rostocker Universität immatrikulieren und studierte bis 1837 Jura und Philosophie. Die akademische Laufbahn fand ein jähes Ende, als John Brinckman am 26.September 1838 wegen &amp;quot;versuchter Stiftung eines verbotenen Vereins&amp;quot; an der hiesigen Universität zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Diese Strafe brauchte er aufgrund eines Gnadenerlasses des Großherzoges jedoch nicht zu verbüßen.&lt;br /&gt;
:Diese und andere Erlebnisse bewogen Brinckman. 1839 seiner Heimatstadt den Rücken zu kehren und in den USA sein Glück zu versuchen. Das Heimweh und die Nichterfüllung seiner Wünsche und Vorstellung ließen aber John Brinckman 1842 nach Mecklenburg zurückkehren. Nach mehreren Anstellungen in verschiedenen mecklenburgischen KLeinstädten führte ihn sein Weg nach Güstrow, das nun seine Wahlheimat werden sollte. Dennoch zog es ihn immer wieder nach Rostock zurück.&lt;br /&gt;
:Brinckman weilte von 1850 bis 1870 jeweils in den Sommerferien in Warnemünde anfangs allein, später mit der gesamten Familie. &lt;br /&gt;
:Sie fand Unterkunft in dem Haus am Strom Nr. 35.&lt;br /&gt;
:Seine schwankende Gesundheit zwang den Dichter, in den letzten Lebensjahren dem eindringlichen Rat seines Arztes zu folgen und in Warnemünde , das für seine Heilkuhren berühmt war, Erholung zu suchen.&lt;br /&gt;
:Bei den Warnemündern war Brinckman ein gern gesehener Gast. Am Tage saß er stundenlang am alten Strom, snackte mit den Fischern und Lotsen Platt und ließ sich von ihnen Geschichten erzählen, die sicherlich einmal in seinen Werken Niederschlag finden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Wihred, hollen bi de Enthüllungvon den &amp;quot;John Brinckman-Steen&amp;quot;, in Warn´münn von H. Burmeister-Rostock&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
;(Weiherede gehalten bei der Enthüllung von dem &amp;quot;John Brinckman-Stein&amp;quot;, in Warnemünde von H.Burmeister_Rostock]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 38 am 16.Juni 1914 S.335/336)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;John Brinckman - Taun´n 100. Geburtstag (3.Juli 1914)&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 34, 4.Juli 1914)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Reuter-Stein und die Reuter-Eiche bei der Sedan-Wiese===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche erfolgte anlässlich des 100. Geburtstages der Schriftstellers am 6. November 1910. Stein und Eiche befanden sich an der damaligen Sedan-Wiese. Diese Wiese, die an den vorentscheidenden Sieg der deutschen Armee nahe der französischen Stadt Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870/71 erinnern sollte, befand sich westlich des damals neuen Warnemünder Friedhofs und heutigen „Stephan Jantzen-Parks“. Zur Einweihung findet sich in der Rostocker Zeitung vom 8. November 1910 eine Meldung über „Die Reuter-Jubiläumsfeier des Plattdeutschen Vereins in Warnemünde“. Darin heißt es: „In unmittelbarer Nähe der Küste, etwas unterhalb der Dünen pflanzte der Plattdeutsche Verein in Warnemünde zum Andenken an den Dichter eine Eiche und setzte dazu einen Denkstein mit einer Inschrift. Die Feier fand unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft statt. Ein stattlicher Festzug bewegte sich vom Vereinslokal zu dem in Aussicht genommenen Platz in den neuen Anlagen. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden des Plattdeutschen Landesverbandes, Herrn Burmeister aus Rostock, übernahm Vogt Rechtsanwalt Beselin im Namen des Ortes Eiche und Denkmal. (…)“&lt;br /&gt;
Der Stein mit dem Namen und den Lebensdaten des Heimatdichters sollte die Eiche markieren. Es ist derzeit unklar, ob die ursprünglich gepflanzte Eiche noch existiert. Ungeklärt ist auch, was aus dem Stein wurde. Wie bei anderen Gedenksteinen aus Warnemünde, hält sich auch hier das Gerücht er sei im Fundament des Neptunhotels verbaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.jpg|Ansichtskarte mit Gruppenfoto des Plattdeutschen Vereins zur Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche 1910.&lt;br /&gt;
Datei:Ausschnitt AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.JPG|Reuter-Stein und Reuter-Eiche in Nahaufnahme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pressemeldung zur Vorbereitung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche im Rostocker Anzeiger vom 27.10.1910]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Fritz Reuter-Stein vor der Warnemünder Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Reuter-Stein Warnemuende.jpg|Der Warnemünder Reuter-Stein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bismarck-Stein auf der Promenade===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck Spoek-Stein Warnemuende.jpg|Der Bismarck-Stein vor seiner Aufstellung&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck-Stein Warnemuende.JPG|Der Bismarck-Stein auf einer alten Postkarte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) erhielt auch in Warnemünde Ehrungen und Denkmäler. So wurden unter anderem die Promenade und die anliegende Heinrich-Heine-Straße nach ihm benannt. Eine weitere Würdigung erhielt Bismarck in Warnemünde in der Form eines Gedenksteines, der am 25. August 1907 auf der Promenade feierlich eingeweiht wurde. Verbunden mit verschiedenen Ehrerbietungen, Reden und Kranzniederlegungen, wurde der Gedenkstein festlich enthüllt. Das Denkmal fand seinen Standort mitten auf der belebten Promenade und war mit dem Schriftzug „Bismarck zum Gedächtnis“ verziert.  Durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde dem Bismarck-Gedenkstein nach Kriegsende zunächst sein Schriftzug entfernt, bevor er 1968 endgültig von der Promenade verschwand. Versuche, den schweren Koloss an einen anderen Standort zu verlegen scheiterten und hatten die Sprengung des ehemaligen Denkmals zur Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Einweihung 1927.jpg|Einweihung des Kriegerdenkmals 1927&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Namen.jpg|Kriegerdenkmal Warnemünde: Blick auf die Namensliste&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Abriss.JPG|Kriegerdenkmal Warnemünde: Abrissarbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund SVZ 23te Januar 2006 a.jpg|thumb|450px|links|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ 23. Januar 2006]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund OZ 27te Januar 2006.jpg|thumb|600px|rechts|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ  2006]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Geinitz-Stein an der Stoltera===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Geinitz-Stein Warnemuende.JPG|Der Geinitz-Stein an der Stolteraa&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eugen Geinitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Gedenktafeln===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten auf den Warnemünder Gedenktafeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Opfer von Krieg und Gewalt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kunst im öffentlichen Raum in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Denkm%C3%A4ler,_Brunnen_und_Skulpturen_in_Rostock Wikipedia-Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Rostock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Planetenweg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder Planetenwanderweg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionspflege, Kultur und Vereinsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Reichsgründung 1871 entfaltete sich auch in Warnemünde ein reges Vereinsleben: Gesangsvereine, Ortsinteressenverein, Sportvereine etc. gründeten sich. Der erste Verein in Warnemünde, der eindeutig der Traditionspflege zuzuordnen ist, war der 1902 gegründete &amp;quot;Plattdeutsche Verein für Warnemünde und Umgegend&amp;quot;. In der Zeit der DDR waren es verschiedene Zirkel der Warnowwerft und insbesondere der Kulturbund der DDR, die die Kulturarbeit im Ort maßgeblich prägten. Nach der Wiedervereinigung kam es zu zahlreichen Vereinsgründungen, z.B. der Gemeinnützige Verein für Warnemünde e.V. (kurz Warnemünde-Verein), der Warnemünder Sportverein e.V. oder auch der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. (kurz Leuchtturm-Verein). Einige Vereine sehen sich dabei in der Tradition mit ihren historischen Vorläufern, wie z.B. der Warnemünder Segel-Club e.V. und der Tennisverein Blau-Weiß Warnemünde e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Klaashahns===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1963 waren es acht junge Segler aus der Betriebssportgemeinschaft der Warnowwerft, die zusammen kamen, um die Abende gemeinsam mit dem Singen von Seemannsliedern und Shantys zu verbringen. Sie selbst fanden Gefallen daran und auch zufällige Zuhörer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Auftritt der Sänger fand am 7. Mai 1964 im Warnemünder Veteranenclub mit großem Erfolg statt. Erst danach beschloss man, eine Shantygruppe zu bilden und sich den Namen „De Klaashahns“ zu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründungsmitglieder der Shantygruppe waren: &lt;br /&gt;
Edwin Lenz, Uwe Jahnke, Kurt Jahnke, Dietrich Zager, Siegfried May, Helmut May, Christian Rösler, Lutz Buchmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Trachtengruppe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trachtengruppe wurde 1976 gegründet und setzt sich seither für die Erhaltung und Pflege der Traditionen des Ortes ein. Dazu gehören insbesondere die alten Volkstänze, aber auch die niederdeutsche Sprache. Bei ihren Auftritten tragen die Mitglieder Trachten, wie sie um 1840 in Warnemünde getragen wurden. Einmal jährlich im Juli organisiert die Trachtengruppe das &amp;quot;Warnemünder Trachtentreffen&amp;quot;. Die Mitglieder der Trachtengruppe präsentieren seit 1976 im Zuge des &amp;quot;Warnemünder Ümgangs&amp;quot; historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Ümgang===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brauch des „Ümgangs“ geht zurück ins 14. Jahrhundert. In jedem zweiten Jahr wurde der Öllermann, der Wortführer des Altermänner-Kollegiums, gewählt. Gleichzeitig wurden die Steuereinkünfte von den Bürgerältesten abgerechnet.&lt;br /&gt;
Anschließend führte ein Umzug vorbei an Pfarre und Vogtei durch den Ort – auch gedacht als Repräsentanz der Warnemünder gegenüber Rostock. Diesen Brauch pflegte man bis 1850, in vereinfachter Form sogar bis 1909.&lt;br /&gt;
Als Bestandteil des Warnemünder Sommerfestes, heute im Rahmen der Warnemünder Woche, wird seit 1976 der „Warnemünder Umgang“ (seit 2001 „Nieger Ümgang“) durchgeführt.&lt;br /&gt;
Mitglieder der 1976 gegründeten Warnemünder Trachtengruppe verkörpern seither historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen. &lt;br /&gt;
Seit 1979 werden auch die sogenannten Ümgangsstäbe mitgeführt. Sie symbolisieren die drei wichtigsten Warnemünder Berufsstände: Fischer, Schiffer und Schiffbauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 01.jpg|Ümgang 1979.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1986.jpg|Ümgang 1986.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 02.jpg|Auf der Bühne am Leuchtturm, 1979.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünde-Verein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturmverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot;. Keimzelle für die Entstehung des Fördervereins war der Wunsch den Leuchtturm nach der Wende von 1989/90 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hauptinitiator hierbei war der damalige Rostocker Denkmalpfleger Gerhard Lau. Er und andere Enthusiasten, die sich schnell für diese Idee begeistern konnten, überzeugten den Bürgermeister der Stadt Rostock und das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) von dieser Idee.&lt;br /&gt;
Da weder die Stadt noch das WSA Personal hatten, um den Turm zu betreuen, wurde am 22. April 1994 daher der &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot; gegründet.&lt;br /&gt;
Das WSA, die Hansestadt Rostock und der „Leuchtturmverein“ einigten sich zugleich auf die Schließung eines Überlassungsvertrages zur Bewirtschaftung des Leuchtturms, der am 24. April 1994 direkt vor dem Leuchtturm unterzeichnet wurde. Der Turm ist seither unter der Obhut der Warnemünder Leuchtturmmänner wieder für alle geöffnet die den Aufstieg wagen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Einst und jetzt ein Stück Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der ursprüngliche &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine kleine Warnemünder Jolle rudert von schnellen kräftigen Schlägen getrieben die Warnow herauf.&lt;br /&gt;
:In dem Boot sitzt ein Mann mit seiner Frau. Schon von weitem wird es in Rostock als das des Tidingsbringers erkannt und spannungsvoll erwartet. Jetzt schießt es an das Bollwerk heran. Ein kleiner Mann springt ans Ufer, der Schweiß perlt ihm von der Stirn.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was gibts Neues, Jungmann, wer ist heute binnengekommen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Aber vergeblich sind alle Fragen. Der Tidingsbringer weiß genau, von wem er den klingenden Lohn für seine Neuigkeiten zu erwarten hat. Keine Sekunde darf verlorengehen, an niemand die Nachricht, die er bringt, vorzeitig verraten werden.&lt;br /&gt;
:Atemlos eilt er durch das Fischertor und verschwindet in der Strandstraße. Zuerst klopft er an die Tür des Steuermanns Schütz.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gute Nachricht Frau Schütz, Kapitän Lembke ist mit der Anna Maria im Ansegeln vor Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Ihr Mann wrd heute abend noch in den Hafen kommen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Diese dankt hocherfreut und lässt ein Silberstück in die Hand des Tidingsbringers gleiten.&lt;br /&gt;
:Weiter führt ihn sein Weg jetzt zur Wohnung des Kapitäns Krahnstöver und von dort zu den anderen Schiffer- und Steuermannsfamilien, denen er gleichfalls die freudige Mitteilung  machen kann, dass günstiger Wind die Schiffe mit ihren Angehörigen auf Warnemünde zusteuern lässt.&lt;br /&gt;
:Der letzte Gang gilt den weiter im Innern der Stadt gelegenen Kontoren der Reeder. Hier nimmter sich schon etwas mehr Zeit zur ausführlichen Berichterstattung, denn er ist sicher, dass ihm nun keiner mehr mit der Meldung der neuesten Schiffsnachrichten zuvorkommen wird.&lt;br /&gt;
:Bevor nach 1850 wegen des langen und beschwerlichen Landweges die Dampfer zum Hauptverkehrsmittel wurden und 1863 der Anschluss Warnemündes an das Telegrafennetz erfolgte, gab es zwei besoldete Tidingsbringer (auch Tidungenbringer) als Nachrichtenübermittler zwischen Rostock und seinem Vorhafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Über Bewegungen im Rostocker Schiffsverkehr, über Abgangszeiten, Bestimmungsort und mutmaßliche Rückkehr wussten diese genauso Bescheid, wie über Namen, Größe, Takelung und Kapitäne der Fahrzeuge, die sie mit dem Fernrohr durch Besonderheiten an Rumpf oder Takelage erkannten.&lt;br /&gt;
:(Auszug aus: Tidingsbringer - Ein Warnemünder Bäderjournal&amp;quot; Jahrgang 01 1996/1997 S.129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Im Jahre 1995 trafen sich Mitglieder des Leuchtturmvereins Warnemünde e.V. mit den beiden Verlegern Dr. Mathias Redieck und Achim Schade um einen neuen Tidingsbringer aus der Taufe zu heben, diesmal nicht vordergründig mit dem Ziel den Seemannsfamilien und Schiffsreedern Ankünfte oder Abreisen von Schiffen und ihren Besatzungen zu vermelden, sondern um alte und neue Nachrichten aus Warnemünde weit ins Land zu übermitteln.&lt;br /&gt;
:Damals ahnten sie nicht, das dieses, jährlich zwischen zwei Buchdeckeln randvoll mit spannenden &amp;quot;Tidings&amp;quot; &#039;&#039;(Nachrichten)&#039;&#039; gefüllte Medium in den nun folgenden zweieinhalb Jahrzehnten, seine Nachrichten hinaus bis nach Japan, Australien, Afrika und Amerika tragen wird. Selbst nach 30 Jahren (Stand 2025) halten noch immer viele Autoren Geschichte und Geschichten um Warnemünde und seine Menschen fest, bis eines Tages, warscheinlich wieder abgelöst durch neue Medien, auch wieder eine neue Form der Nachrichtenübermittlung wachsen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Warnemünder Geschichte(n) in mehr als 20 Bänden]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Tidingsbringer - Register der Band-Inhalte]] von Band 1- Band 25&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Segel-Club===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 gegründet ist der WSC seit 1926 Organisator und Veranstalter der Warnemünder Woche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Sportverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Edvard Munch Haus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Museumsverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Schulwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
(in Bearbeitung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schule wird für Warnemünde schon im 16. und 17. Jahrhundert erwähnt. Friedrich Barnewitz schreibt in seiner Ortschronik (1925), dass 1578 ein Schulmeister erwähnt wird und 1619 eine neue Schule errichtet wurde. Bis 1836 handelt es sich, wie vielerorts, um eine einklassige Schule. Barnewitz schreibt, dass die Warnemünder ihre Kinder nach eigenem Gutdünken zur Schule bzw. zum Küster schickten (beim Küster waren meist die 4- bis 6-jährigen Kinder). Die älteren Kinder mussten häufig durch Arbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Um 1800 überzeugte Pastor Schmiedekampf die Warnemünder ihre Kinder wenigstens von November bis Ostern zweimal wöchentlich zur Schule zu schicken. 1899 kam es zur Einrichtung einer Knabenschule. Am 1.4.1915 wurde die neue Schule in Fritz-Reuter-Straße eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Fritz Reuter-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Heinrich Heine-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerk in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Mühle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Mühle.jpg|thumb|300px|rechts|Die Warnemünder Mühle]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vom Fähr-, Fischer-, Lotsen- und Hafenort zum Ostseebad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fähren nach Dänemark===&lt;br /&gt;
=====Die Post- und Passagier-Schiffsverbindung nach Dänemark ab 1886 bis 1903=====&lt;br /&gt;
:(NHG)&lt;br /&gt;
:Von Entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Ostseebades Warnemünde war der Bau einer Eisenbahnverbindung von Neustrelitz mitten durch Mecklenburg nach Warnemünde, wo ein Brückenschlag nach Dänemark hergestellt werden sollte.&lt;br /&gt;
:Um eine rasche und sichere Einfahrt der Postdampfer zu gewährleisten, waren umfangreiche Bauten in Warnemünde nötig.&lt;br /&gt;
:Zunächst war eine Vertiefung der Fahrrinne und eine Verlängerung der Westmole sowie der Bau eines neuen Hafenbeckens erforderlich.&lt;br /&gt;
:Das Hafen-Bassin war 450m lang, 100m breit und 4,6m tief.&lt;br /&gt;
:Außerdem wurde die Mole um 133m verlängert und erhielt an ihrem Kopf eine Leuchtbake.&lt;br /&gt;
:Die Arbeiten wurden so auf Hochdrück gefördert, daß am 26.Juni 1886 die Eröffnung der Strecke von Neustrelitz über Rostock-Warnemünde nach Gedser erfolge.&lt;br /&gt;
:Die neue Verbindung verlief über eine Distanz von 24,3 Seemeilen oder 45 km.&lt;br /&gt;
:Die zwei 12 Knoten schnellen Raddampfer &amp;quot;Kaiser Wilhelm&amp;quot; und &amp;quot;König Christian&amp;quot; übernahmen die Verkehrsverbindung.&lt;br /&gt;
:Von dänischer Seite wurden die &amp;quot;Freya&amp;quot; und Anfang der 90er Jahre die &amp;quot;Edda&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
:Ab 1.Mai 1892 wurde auch eine Nachtverbindung eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Mit der Herstellung einer schnellen Verbindung ins Binnenlande, besonders zur Reichshauptstadt Berlin nahm auch der Urlauberverkehr einen großen Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen.jpg|Warnemünde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Trajekt Prins Christian um 1910.JPG|Warnemünde Trajekt Prins Christian um 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die Trajektverbindung (Transport mit Eisenbahn) ab 1903=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verkehr auf der Postdampferroute, die im Jahre 1894 mit der Besitzübernahme in die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn unter Landeshoheit kam, nahm eine sprunghafte Entwicklung ihren Lauf.&lt;br /&gt;
:Für den Personenverkehr, wie auch den Güterverkehr war für Personen der Umstieg von der Bahn aufs Schiff bzw. die ständige Umladung des Frachtgut ein umständliches und zeitraubendes  Hindernis. Dem entsprang der Gedanke die Verkehrsbrücke zwischen Deutschland und Dänemark in eine Trajektverbindung umzuwandeln.&lt;br /&gt;
:Der Baubeginn für dieses deutsch-dänische Gemeinschaftsprojekt war im September 1900 an den beiden jeweiligen Fährhäfen.&lt;br /&gt;
:Am 30.September 1903 fand deren feierliche Eröffnung unter der persönlichen Teilnahme von Kronprinz Christian (X.) und dem mecklenburgischen Großherzog Friedrich Franz IV. statt.&lt;br /&gt;
:Der Fährbetrieb wurde zunächst mit vier Schiffen, der &amp;quot;Großherzog Friedrich-Franz&amp;quot;, der &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot;, der &amp;quot;Prinzessin Alexandrine und der &amp;quot;Prinz Christian&amp;quot; eröffnet.&lt;br /&gt;
:Das war der Beginn für eine unkomplizierte, schnelle und kostengünstige Seeverbindung zwischen Deutschland und Skandinavien.&lt;br /&gt;
:Hatten die Postdampfer in ihrem letzten Betriebsjahr rund 4000 t Güter befördert, so bewältigten die vier neuen Trajektfähren im gleichen Zeitraum das 20fache.&lt;br /&gt;
:Die Zahl der beförderten Personen schnellte von 50 000 auf 80 000.&lt;br /&gt;
:Um deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen wurden die beiden Radfähren 1906 auf eine Gesamtlände von jeweils 104m verlänger.&lt;br /&gt;
:Raddampfer waren grundsätzlich nicht für Eisfahrten tauglich, so entschloß man sich eine eistüchtige Ostseefähre, die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; zu bauen. Das Fahrzeugdeck war zweigleisig und konnte 15 Güterwagen aufnehmen. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; war bis 1945 im Einsatz.&lt;br /&gt;
:1922 nahm dänischerseits die &amp;quot;Danmark&amp;quot; ihren Betrieb auf. In der Zeit ihrer Inn-Dienst-Stellung war sie mit einer Kapazität für 15 Güterwagen und 1100 Passagiere, die größte und leistungsfähigste Dampffähre im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
:Auf deutscher Seite folgte 1926 die Inbetriebnahme der Hochssefähre &amp;quot;Schwerin&amp;quot;. Sie übertraf technisch und beim Reisekomfort alles Dagewesene im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;250px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Wmde.Dampffährverbindung.jpg|Warnemünde Dampffährverbindung 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Sommerfahrplan 1937.jpg|Sommer-Fahrplan der Bahnverbindung Berlin-Kopenhagen via Warnemünde und Gedser 1937&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Zwischen den Weltkriegen entwickelte sich der Verkehr über die Ostsee nach Skandinavien sprunghaft.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende setzte schließlich auch dem Fährverkehr auf lange Zeit ein Ende.&lt;br /&gt;
:Am 1.Mai 1945 wurde der Fährverkehr auf der Linie Warnemünde-Gedser eingestellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Warnemünde Fähre Interim Fähre nach Trelleborg 1959.jpg|thumb|400px|rechts|schwedische Fähre zu Beginn der 50er Jahre, Interimbetrieb vor Wiederinbetriebnahme des Hafens Sassnitz]]&lt;br /&gt;
:Die deutschen Fährschiffe &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; und &amp;quot;Schwerin&amp;quot; waren verloren. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; interniert und die &amp;quot;Schwerin&amp;quot; durch Bomben zerstört.&lt;br /&gt;
:Die ersten Fährschiffe die nach Kriegsende in Warnemünde anlegten kamen aus dem schwedischen Trelleborg hierher, da der Saßnitzer Fährhafen wegen des zerstörten Hafens und des gesprengten Rügendammes nicht angelaufen werden konnte.&lt;br /&gt;
:Erst am 10. Mai 1947 wurde der Fährbetrieb wieder aufgenommen. &lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; begann man zunächst nur Bedarfsfahrten auszuführen.&lt;br /&gt;
:Erst in den 60er Jahren kam mit dem Umbau des westlichen Fährbetts und dem Einsatz des DDR-Fährschiffes &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; und dem dänischen Fährschiff &amp;quot;Kong Frederik&amp;quot; der Trajektverkehr zu neuem Leben.&lt;br /&gt;
:Ab 1990 erreichte die Frequentierung der Fähren im Güterverkehr, wie auch im Personenverkehr einen nie dagewesenen Höhepunkt erlebte, was angesichts der erwachsenden und nicht mehr beherrschbaren Verkehrsprobleme auf der binnenseitigen Verkehrsanbindung nach Warnemünde zum Ende des Fährverkehrs in Warnemünde führte.&lt;br /&gt;
:Der stetig wachsende Passagier- und Güterverkehr und die unzureichende Hafenanbindung führten 1995 zur Umverlagerung der Fähranbindung in den Rostocker Überseehafen.&lt;br /&gt;
:Das Ein- und Auslaufen der Fähren zum Überrseehafen, auf der Warnemünder Mittelmole zu beobachten ist dagegen bis in unsere Tage für die Warnemünder und ihre Gäste zum wichtigen Event geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Fährverbindung Warnemünde - Gedser und die Eisenbahn (1903 - 1995)=====&lt;br /&gt;
[[Datei:1900 Bauplan Fährhafen Kerner.jpg|thumb|500px|rechts|1900 Bauplan des Trajekt-Fähranlegers von Hafenbaudirektor K. Kerner Quelle: Archiv Heimatmuseum Warnemünde]]&lt;br /&gt;
;1903 &lt;br /&gt;
* [[Einweihung der Dampffähren-Verbindung Warnemünde - Gedser]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903, 30. September&lt;br /&gt;
:Mit dem eingleisigen Radfährschiff &amp;quot;Friedrich Franz IV.&amp;quot; verlässt erstmalig eine Eisenbahnfähre den Hafen von Warnemünde via Gedser.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig wird das Schwesterschiff &amp;quot;Prinsesse Alexandrine&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926, Dezember&lt;br /&gt;
:Erste Fahrt des Passagierfährschiffes &amp;quot;Schwerin&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Als &amp;quot;Schwan der Ostsee&amp;quot; gewinnt die neue Fähre schnell Berühmtheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 17. März&lt;br /&gt;
:Die dänische Widerstandsbewegung sprengt die Fähre &amp;quot;Danmark&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sie wird zu Kriegsende wieder gehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963 &lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Eisenbahnfähre &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; im Dienst&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
;Auszug aus der damals in Bremen erscheinenden Wochenzeitschrift der mecklenb. Landsmannschaft &amp;quot;Unser Mecklenburg&amp;quot; im Stil der damaligen (west-)deutschen Zeit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963, 23. Mai&lt;br /&gt;
:Werftdirektor Kurt Dunkelmann übergibt den Fährschiff-Neubau &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; an die Deutsche Reichsbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968, 14. April&lt;br /&gt;
:In den Mittagsstunden läuft das Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; Warnemünde letztmalig an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1995, 24. September&lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; verlässt letztmalig ein Trajekt auf der Ostseelinie Warnemünde - Gedser den Fährhafen von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Eine Ära hat ihr Ende gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stromfähre über den Seekanal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Warnemündere Bahnhofes, der Fährbecken für die Trajektverbindung und dem dazu notwendigen Bahndamm über den alten Strom in Höhe des Warnemünder Zollhauses, war eine völlig neue Zufahrt für den Warnemünder Hafen ereforderlich.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig mußten die nun östlich des neuen Seekanals gelegenen Teile der Stadt Rostock (Hohe Düne, Markgrafenheide, Rostocker Heide) Verbindung zum Verkehrsnetz haben.&lt;br /&gt;
:Der Bau einer Flussfähre war unumgänglich geworden.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar nach dem umfassenden Umbau der Hafenanlagen und des Seekanals wurde mit einer improvisierten floßartigen Fähre, die per Seilverbindung die Seiten wechselte, eine auf kurze Zeit ausgelegte Interimsverbindung geschaffen.&lt;br /&gt;
:Sie wurde nach Bedarf durch die Personenfähre &amp;quot;Maischolle&amp;quot; ergänzt. Nachts wurde die Überfahrt mit einem Ruderboot bewerkstelligt, um die Betriebskosten gering zu halten. Bei allen folgenden Entwicklungen im Fährausbau wurde der nächtliche Ruderbootverkehr bis in die 50er Jahre beibehalten.&lt;br /&gt;
: Mit der Erweiterung des 1913/14 errichteten Flugplatzes auf Hohe Düne und der bald nach dem Ende des ersten Weltkrieges dort schnell wachsenden Flugzeugindustrie, reichte die nötdürftige Verkehrsverbindung nicht mehr aus und es mussten neue, bedarfsgerechte Lösungen gefunden werden&lt;br /&gt;
:Der zeitweilig ins Auge gefaßte Bau einer über den &amp;quot;Neuen Strom&amp;quot; führenden Schwebefähre, konnte wegen der für die ungehinderte Schifffahrt vorzuhaltende Höhe nicht weiter verfolgt werden.&lt;br /&gt;
:So verfiel man auf die Lösung durch eine Kettenfähre, die dann bis 1955/56 zuverlässig unseren Dienst versah.&lt;br /&gt;
:Ältere östliche Anlieger-Bewohner wissen noch zu berichten, daß sie auch wiederholt nach Kettenrissen als antriebsloses Wasserfahrzeug auf die Ostsee abgetrieben und mittels Schlepper wieder &amp;quot;eingefangen&amp;quot; werden mußte.&lt;br /&gt;
:Zum Glück kam es dabei nie zu Personenschäden und es ging glimpflich ab.&lt;br /&gt;
:Der Bau des Rostocker Überseehafens ab 26.Oktober 1957 und der fast zeitgleiche Bau der Marinebasis Hohe Düne erforderte wiederum neue Lösungen. Dazu wurden auf beiden Seiten des Seekanals kleine Fährbecken mit Anlegesteg erbaut.&lt;br /&gt;
:Bis zur Fertigstellung der neuen Flußfähre &amp;quot;Ostsee&amp;quot; wurden die 1955 im Rahmen des &amp;quot;Nationalen Aufbauwerkes&amp;quot; gebauten Gehlsdorfer Fähren &amp;quot;Willi Schröder&amp;quot; und &amp;quot;Albert Schmidt&amp;quot; eingesetzt. Alle drei Fähren blieben lange im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Strandbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Enenkel &amp;quot;Die vergessene Bahn - Die elektrische Strandbahn Warnemünde-Markgrafenheide 1910-1945&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Seenotrettungsstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Seenotrettungsstation Warnemünde&amp;quot; von Erwin Seppelt in Marinekalender 1983]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde, die Nr. 1 unter den deutschen Kreuzfahrthäfen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Badeort==&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Werbung.JPG|thumb|300px|rechts|Werbung für das Ostseebad 1936]]&lt;br /&gt;
===Über die Anfänge des Badewesens in Warnemünde===&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
Im Sommer des Jahres 1885 führt der Weg rund 5000 Erholung suchende „Berliners“, also Badegäste nach Warnemünde. Das Badewesen hatte in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Veränderung und Entwicklung des Küstenortes zur Folge gehabt. &lt;br /&gt;
;Einige Meilensteine bis dahin seien hier genannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1828  Hinter der Ostmole wird ein Damenbad mit zwei Zellen geschaffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1834 Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1835 Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1866 Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels Neptun)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1872 Zerstörung aller Bäder bei der Novemberflut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1873 Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Badetourismus ist zum bedeutenden Wirtschaftszweig Warnemündes geworden, als der hier ansässige Kaufmann A. Bruger mit seinem Pressebeitrag „Badeplauderei“ im „Anzeiger für die Ostseebäder Warnemünde, Heiligendamm, Groß-Müritz, Wustrow“ am 6.Juli 1885 für Aufregung und lebhafte Diskussion im Ort sorgt. Übrigens weisen die Diskussionsinhalte bemerkenswerte Parallelen zu unseren Tagen auf und eine unterhaltsame Beschreibung des Lokalcolorits jener Tage in Warnemünde ist es in jedem Falle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schreibt: &lt;br /&gt;
;„Das Seebad Warnemünde, dessen Besuch von Jahr zu Jahr mehr zunimmt, gehört jetzt schon, und mit Recht, zu den besuchtesten Ostseebädern. In der That findet man selbst in den viel genannten und fashionabelsten Ostseebädern Misdroy, Häringsdorf und Colberg nicht eine solche Anzahl hübsch und anmuthig gelegener und mit so vielem Comfort eingerichteter Privatwohnungen wie in Warnemünde, und gar die großen Hotels dieses Badeortes können nicht nur wegen ihrer schönen Lage in unmittelbarer Nähe der See, sondern auch wegen ihrer vortrefflichen Einrichtung und Leitung, den gelobtesten Hotels in den sogenannten großen Bädern an die Seite gestellt werden. …“ &lt;br /&gt;
:Bruger stellt Vergleiche mit den in damaliger Zeit etabliertesten Ostseebädern und ihren Angeboten an und kommt zu dem Schluß: &lt;br /&gt;
:„Nur an Einem fehlt es in Warnemünde, und dieser Mangel macht sich von Jahr zu Jahr mehr fühlbar, das ist eine Badedirection, welche die Aufgabe hat, dem Fremden in Bezug auf die Wohnungen Auskunft zu geben und für das Amusement der Badegäste zu sorgen. Seitens der Stadtverwaltung, welcher zugleich auch die Verwaltung  des Fleckens Warnemünde unterstellt ist, geschieht sehr wenig für die Hebung des Bades als solches  und gar nichts für die Annehmlichkeit und Bequemlichkeit der Gäste. Insbesondere könnte man füglich die Anforderung stellen, daß in einem so frequenten Bade die Badeeinrichtungen besser wären. …“  &lt;br /&gt;
:Seine im Beitrag folgenden Beschreibungen über den praktischen Ablauf des Badelebens und den damit verbundenen Dienstleistungen jener Zeit lassen uns heute an  freies Baden gewöhnte Strandbesucher schmunzeln: &lt;br /&gt;
:„Die Zellen im Damenbade, deren Anzahl in der Hauptsaison nicht im Entferntesten dem Bedürfniß entspricht, sind zum größten Theil völlig dunkel und besitzen mit Ausnahme der wenigen gemauerten, anstatt des Fensters nur eine etwa 1 Fuß (28 cm) große Öffnung in der Rückwand, welche, wie in den Hühnerställen (Legeställen) auf dem Lande mit einem hölzernen Schieber geschlossen wird. &lt;br /&gt;
:Will der Badegast sich nun nicht im Finstern anziehen, was immerhin seine Schwierigkeiten hat, so muß er jenen Schieber öffnen und erhält nun durch diese Öffnung und das gegenüber in gleicher Höhe befindliche Loch in der Thür, dessen einstiger Zweck nicht erfindlich ist, die intensivste Zugluft, die man sich wünschen kann. &lt;br /&gt;
:Die Kleider, welche man an der weißgetünchten Wand der Zelle aufzuhängen hat, zieht man mit Kalk beschmutzt wieder an. :Handgroße Spiegel sind allerdings in den Zellen vorhanden, sie hängen aber entweder zu hoch oder zu niedrig, wenn man von „hängen“ überhaupt  sprechen kann, da sie fest genagelt sind. &lt;br /&gt;
:Im Uebrigen  ist das Glas völlig fleckig und blind, und zeigt dem Hineinschauenden entweder nichts oder ein völlig verzerrtes Antlitz. &lt;br /&gt;
:Eine Wanne zum Abspülen der Füße ist nicht vorhanden, und doch wäre diese um so mehr am Platz, als der auf der Brücke und auf den ins Wasser führenden Treppen befindliche Leinwandläufer stets beschmutzt mit dickem grünem Schlamm. …“ &lt;br /&gt;
:Auch an dem betreuenden Personal der beiden Bäder hat der Kaufmann mancherlei zu kritisieren: &lt;br /&gt;
:„Die Bedienung der Badenden ist ebenso mangelhaft wie die Einrichtung der Zellen. &lt;br /&gt;
:Allerdings umdrängen im Herren- wie im Damenbade eine Menge Menschen den neu hinzugekommenen Badegast und bieten ihre Dienste an. &lt;br /&gt;
:Es beschränken sich aber die Dienstleistungen in der Regel ausschließlich auf das Trocknen und Aufbewahren der Badewäsche. :Das sorgfältigste der Gesundheit und dem Wohlbefinden so notwendige Frottieren der Haut unterbleibt entweder ganz oder es wird von dem Badediener (respective der Badedienerin ) gewissermaßen im Vorübergehen auf dem Badesteg vorgenommen. &lt;br /&gt;
:Die Bedienenden haben in der Regel so vielen Badegästen ihre Dienste verdingt, daß es für sie eine Unmöglichkeit ist, jeden Einzelnen in die Zelle zu begleiten und ihm  dort beim Ankleiden behilflich zu sein. &lt;br /&gt;
:Dies und noch vieles Andere, sind Übelstände, welche jeder Badegast unangenehm empfindet. …“  &lt;br /&gt;
:Alle Kritik an der Situation im „Baderegiment“ von Warnemünde führt Bremer schließlich zu der Forderung: &lt;br /&gt;
:„Von Seiten der Stadt müßte in Bezug auf die Einrichtung der Zellen, der Bedienung der Badegäste etc. , ein festes Reglement aufgestellt werden, dessen Innehaltung zu überwachen  und zu controllieren Sache des Bade-Direktors wäre, der in jedem größeren Seebade für die Sommermonate angestellt ist, und dessen Abwesenheit sich in Warnemünde, auch in Bezug auf das Miethen der Wohnungen, das Arrangement der Vergnügungen etc. von Jahr zu Jahr mehr fühlbar macht.“                                                     :Schon wenige Tage darauf reagiert der Hotelbesitzer C. Hübner, gleichzeitiger Betreiber von Damen- und Herrenbad mit unverhohlener Wut: &lt;br /&gt;
:„Wenn ich beipflichte, daß wenn in unserem Orte für die Dauer der Saison eine Badedirektion existirte, es in vielen Dingen besser stehen würde wie zur Zeit, so ist es doch sehr zu bedauern, daß eine Einrichtung, die nicht besser, einfacher und reinlicher sein kann, wie unsere Badeanstalt, einer Kritik unterworfen wird. &lt;br /&gt;
:Was den Punkt anbetrifft, daß eine Badedirektion fehle, um Fremden betreffend Auskunft zu geben, so findet auch jetzt jedes an die nicht existierende Badedirektion gerichtete Schreiben sofortige Beantwortung und wird ihm gerne Rath ertheilt.“                                                                                                                                                    :Es hatte sich in der Vergangenheit eingebürgert, daß der Postbote Briefschaften, die an die Badedirektion adressiert waren zur Auskunft und Bearbeitung an das Hotel Hübner, eben das größte Haus am Platze gab, wo sie dann bearbeitet wurden. &lt;br /&gt;
:Waren im eigenen Haus keine Unterkünfte frei hatte, leitete man sie dann an die anderen Hoteliers des Ortes weiter. &lt;br /&gt;
:Was verständlicherweise deren Unmut weckte. &lt;br /&gt;
:Hübner führt weiter aus: &lt;br /&gt;
:„…daß Amusements bis jetzt ohne eine Badedirektion stattfanden, so z.B. die Stromfahrten, welche doch nur von Privatpersonen (auf Hübners Rechnung) angeregt wurden und in jeder Weise rege Beteiligung fand.“                                                                                                                               :„Was nun die Einrichtung unserer Badeanstalten betrifft, so fehlt es in denselben durchaus nicht an Luft und Licht, denn jedem , der sich in denselben seiner Kleider entledigen respective sich ankleiden will, ist es gestattet, die Thüre der Zelle offen zu stellen, so oft er entweder des Lichtes oder der Luft entbehrt, doch thun wohl solche, die sich vor einem Luftzuge scheuen besser, wenn sie im Hause bleiben und ein warmes Bad von 30 bis 40 Grad nehmen. …“ &lt;br /&gt;
:Was die angebotenen Dienstleistungen angeht bemerkt Hübner: &lt;br /&gt;
:„…Zum Abtrocknen und Frottiren der Badenden befinden sich in der Badeanstalt 2 kräftige junge Männer, auf jeder Seite einer, die gewiß ihrer Aufgabe gewachsen sind und willig tun, was von ihnen der Badende verlangt.“ &lt;br /&gt;
:Als Resümé schließt der Hotelier an: &lt;br /&gt;
:„Fragen wir uns nun zum Schlusse, zu welchem Preise ist ein Bad in Warnemünde, und zu welchem Preise ist ein Bad in Häringsdorf oder Colberg zu haben: &lt;br /&gt;
:...ein Bad kostet in Warnemünde 20 Pf., in Colberg 40 Pf. Und in Häringsdorf sogar 75 Pf., so gelangen wir zu der Einsicht, daß Warnemünde bei solchen niedrigen Preisen stolz darauf sein kann, eine solche Badeanstalt zu besitzen, und gewiß in dieser Hinsicht den anderen Seebädern ebenbürtig dasteht.“                                 &lt;br /&gt;
:Auch Kaufmann Bruger fühlt sich nun noch zu einer Erwiderung bemüßigt: &lt;br /&gt;
:„Freilich geht es auch ohne Badedirektion, wie  Herr „C.H.“ zu beweisen sich bemüht. &lt;br /&gt;
:Es kommt hier wie überall im Leben nur auf die Ansprüche, die man erhebt, und auf den Platz den man einnehmen und behaupten will. &lt;br /&gt;
:Warnemünde gehört zu den besuchtesten Ostseebädern, es stellt sich mit Recht „Häringsdorf und Colberg“ gleich, da darf es auch bezüglich  seiner Badeeinrichtungen nicht so weit hinter den genannten Bädern zurückstehen, wie dies doch in Wahrheit der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Wem die Bade-Einrichtungen als die „besten“ erscheinen und er sogar „stolz“ darauf ist, dem zeugt dies von einer nachahmungswürdigen Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit, welche leider das die Bäder besuchende, größtentheils wohlhabende Publikum nicht zu besitzen pflegt. &lt;br /&gt;
:Wem es nichts ausmacht bei offener Zellenthür vor zahllosen Zuschauern aus- und anzukleiden, wem die fleckigen blinden Spiegel genügen, wem es nicht unangenehm ist, die mit Sand und Schlamm beschmutzten Füße ohne vorherige Reinigung in dem Badelaken abzutrocknen, wer endlich die Bedienung bei dem Verlassen des Bades nicht entbehrt, der könnte sich füglich auch ganz ohne Zelle behelfen und hätte dabei die Freude, an jedem Bade 20 Pf. Zu sparen. &lt;br /&gt;
:Die Badegäste, vorzugsweise die Damen, sind indessen leider so verwöhnt, daß sie es vorziehen sich bei geschlossener Tür und nicht im Finstern anzuziehen. …und sie haben sogar das Bedürfnis in ihrer Zelle von einer Dienerin abgerieben zu werden. … es ist mir unverständlich, weshalb man solche Mängel nicht rügen soll, weil die Badeanstalt sich in den Händen einer Privatperson befindet. &lt;br /&gt;
:Die letztere würde jedenfalls in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sie hier gründliche Abhülfe schafft. &lt;br /&gt;
:… Wenn de Besitzer der Badeanstalt, an welcher er die genannten Verbesserungen vorgenommen hat, dagegen einen etwas höheren Preis für die Bäder verlangt, so wird das Publikum dies nur billig finden. &lt;br /&gt;
:Wer sich den Luxus einer Badereise gestatten und für eine Wohnung täglich 5 – 12 Mark Miethe zahlen kann, dem wird es wahrlich auf die 20 Pf. nicht ankommen, um welche er vielleicht das tägliche Bad theurer bezahlen muß und Warnemünde wird durch Verbesserung seiner Badeeinrichtungen wesentlich gewinnen.“   &lt;br /&gt;
:Es läßt sich heute nicht mehr aufklären, ob dieser öffentlich ausgetragene Disput mit dazu beigetragen hat, daß drei Jahre darauf auf Initiative und unter Leitung des Rostocker Bürgermeisters Dr. Paschen im Jahre 1888 für Warnemünde eine amtliche Badeverwaltung eingerichtet wurde. &lt;br /&gt;
:Ein Denkanstoß dazu war es gewiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Kurhaus von Gustav Berringer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das im Dessauer Bauhausstil errichtete Kurhaus an der Strandpromenade wurde 1914 begonnen.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges waren die Grundmauern des Gebäudes ca. 2m aus dem Boden gewachsen.&lt;br /&gt;
:Durch Krieg und Inflation unterbrochen fand der Bau seine Fertigstellung erst 14 Jahre später im Jahre 1928.&lt;br /&gt;
:Um den Bau finanzierbar und umsetzbar zu machen übernahm die Hansestadt Rostock im Jahre 1913 die Bauträgerschaft und beauftragte ihren Stadtbaudirektor, den Diplomingenieur Gustav Wilhelm Berringer, mit der Projektierung.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war der Bau an der Promenade bereits 2 Meter gewachsen, bis die Baustelle kriegsbedingt stillgelegt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gustav Wilhelm Berringer&lt;br /&gt;
:Er wurde am 17.Februar 1880 in Rostock geboren und entstammte einer seit Generationen in Rostock ansässigen Bäcker- und Konditorenfamilie.&lt;br /&gt;
:Bis 1905 studierte er Hochbau in München, Dresden und Berlin-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Berringer schuf den Entwurf für die frühere Gewerbeschule in der Parkstraße und wirkte seit 1924 im Verein für Rostocks Altertümer unter anderem als Museumswart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weiterbau ab 1922&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1922/23 begann eine weitere Etappe. Der Kurhausgarten mit dem Musikpavillion, der Wandelhalle und der Lesehalle entstand.&lt;br /&gt;
:1927 standen für die Fertigstellung des Kurhauses 525.000 Mark zur Verfügung&lt;br /&gt;
:Am 24.Mai 1828 fand die festliche Eröffnung des Kurhauses begangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Laufe des zweiten Weltkrieges wurde das Kurhaus in ein Tarnnetz gehüllt.&lt;br /&gt;
:Nach den Bombadements auf Rostock im April 1942 wurden im Keller des Gebäudes Bauteile für die Ernst Heinkel Flugzeugwerke gefertigt.&lt;br /&gt;
:In den oberen Etagen befand sich deren Konstruktionsbüro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Betrieb nach dem zweiten Weltkrieg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach Ende des zweiten Weltkrieges, etwa ab 1950 begann sich im Kurhaus ein breites Veranstaltungsangebot zu entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Hotel Neptun====&lt;br /&gt;
Von 1969 bis 1971 wurde das Hotel vom städtischen Wohnungsbaukombinat und dem schwedischen Unternehmen SIAB errichtet und im Frühjahr 1971 eröffnet. Die Architekten hatten den Bau so geplant, dass alle Zimmer einen Meerblick haben. Neben einem Meerwasserschwimmbad direkt in der 2. Etage des Hotels gab es eine angeschlossene Meerwasserschwimmhalle mit Wellenanlage und die Sky-Bar in der 19. Etage, in der das Dach für den &amp;quot;Tanz unter Sternen&amp;quot; geöffnet werden konnte. Im Keller des Hotels befand sich die erste Diskothek der DDR. Bis 1990 war das &amp;quot;Neptun&amp;quot; Vertragshotel der Handelsorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026 08. Juni  Ostseezeitung von  Ben Brümmer&lt;br /&gt;
:;55 Jahre „Neptun“: Ostalgie hat ihren Preis&lt;br /&gt;
Doppelzimmer im Warnemünder Luxushotel kosten heute 180 Euro mehr als vor zehn Jahren / DDR-Flair inklusive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hotel „Neptun“ in Warnemünde ist eines der berühmtesten Devisenhotels der DDR-Geschichte. In diesem Jahr feiert die Rostocker Luxusherberge ihr 55. Jubiläum – groß, laut und mit viel Tamtam. Am Sonnabend (6. Juni) steht eine Gala mit Menü, Dessertbüfett und Livemusik auf dem Programm. Moderiert wird der Abend von DDR-Unterhaltungsikone Wolfgang „Lippi“ Lippert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zu unserer Jubiläums-Gala wollen wir uns in Schale werfen. Dann glänzen insgesamt 55 Balkone in einem goldenen Gewand“, sagte Generalmanager Guido Zöllick Ende Mai.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung im Jahr 1971 punktet das 64 Meter hohe Fünf-Sterne-Haus mit Luxus und Extravaganz im beliebten Ferienort. Im Laufe der Jahre konnte das Hotel jedoch nicht nur positiv auffallen. Im Volksmund wird das „Neptun“ nämlich auch als „Stasi-Hotel“ bezeichnet. Der Grund: Die Bleibe arbeitete eng mit dem Geheimdienst der DDR und seinen Machenschaften zusammen. In der Nobelherberge, die von 1971 bis 2007 vom Direktor Klaus Wenzel geleitet wurde, sollen vor allem West-Gäste auf ihren Zimmern ausgehorcht und spioniert worden sein. Das Haus wertet die Spitzeleien heute sachlich als Teil der historischen Entwicklung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am kontinuierlichen Erfolg des „Neptuns“ hat das jedoch nichts geändert. Der gewisse DDR-Charme von damals überzeugt die Urlauber bis heute. Die Sky-Bar im obersten Stockwerk, der Wellnessbereich mit Schwimmbad, die hoteleigene Diskothek sowie die legendäre Broiler-Bar sind nach wie vor wahre Gäste-Magneten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Spaß hat seinen Preis. Ein Doppelzimmer in der Etage fünf bis neun wird von Freitag (5. Juni) auf Samstag ab 349 Euro angeboten. Das Hotel arbeitet mit flexiblen Preisen. Die Kosten variieren dabei je nach Nachfrage, Wochenenden, Feiertagen und Ferienzeit. Unter der Woche war das gleiche Zimmer daher noch ab 284 Euro zu haben – ein Unterschied von mindestens 65 Euro. Für Zimmer auf den Etagen zehn bis 18 wäre noch mal ein Aufschlag fällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum vor fünf Jahren war das Doppelzimmer noch ab 194 Euro erhältlich. Vor zehn Jahren mussten zwei Personen mindestens 169 Euro für eine Übernachtung im „Neptun“ zahlen – ein Unterschied von 180 Euro zum heutigen Preis. Das ergibt eine Recherche mit dem Online-Archiv „Wayback Machine“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim „Rügen-Hotel“ in [[Sassnitz auf Rügen|Sassnitz]], einem weiteren beliebten Anlaufpunkt seit DDR-Zeiten, sind flexible Zimmerpreise gängig. Es gilt als Pilotprojekt vor dem Bau des berühmten „Neptuns“. Ein schwedisches Unternehmen hatte das Hotel 1969 fertiggestellt – ebenfalls mit Sky- und Broiler-Bar. Anschließend startete der Bau in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz einer umfassenden Sanierung in den vergangenen drei Jahren ist im „Rügen-Hotel“ weiter der typische DDR-Kult zu erkennen. „In den Fluren hängen überall alte Bauzeichnungen aus den 60er Jahren. Ein Teil des originalen Bartresens aus der alten Sky-Bar steht im Haus. Ein Zeitstrahl im Flur erzählt die Geschichte des Hauses“, meint ein Sprecher des Hotels. Außerdem können Gäste in Vitrinen alte Speisekarten, Stoffmuster, Postkarten und weitere Erinnerungen aus DDR-Zeiten erkunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Hotels, die schon damals beliebte Ferienunterkünfte waren und bis heute mit Ostalgie punkten, sind auch das Selliner „Cliff-Hotel“ auf [[Insel Rügen|Rügen]], das Hotel „John Brinckmann“ in [[Boltenhagen]] sowie das „Strandhotel Fischland“ im Ostseebad [[Nienhagen, Ostseebad|Nienhagen]]. Letzteres wurde 1968 als exklusives Gästehaus für Regierungsmitglieder der DDR und internationale Staatsgäste errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Menge Staats- und Stargäste durfte auch schon das „Neptun“ in Warnemünde begrüßen. Im &#039;&#039;&#039;338-Zimmer&#039;&#039;&#039;-Koloss übernachteten unter anderem schon das niederländische Königspaar Máxima und Willem-Alexander, die Ex-Bundeskanzler Angela Merkel und Helmut Schmidt sowie die Musiker Udo Lindenberg, Roland Kaiser und Fußballer Franz Beckenbauer. Insgesamt waren bislang rund 2,2 Millionen Gäste aus 122 Ländern im Warnemünder Luxushaus zu Gast. In den 55 Jahren wurden dabei fast neun Millionen Übernachtungen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Industriestandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Werften in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem heutigen Gelände der MV Werft, begann nach Kriegsende 1945 die Geschichte der Warnowwerft. Während der unmittelbaren Nachkriegszeit, wurden die vorhandenen Überreste der alten Krögerwerft zum Bau von Fischkuttern für die Besatzungsmacht aus der Sowjetunion genutzt. Die Krögerwerft in Warnemünde war in den Jahren 1939 – 1945 vor allem für den Bau von Flugsicherungsbooten zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den neuen Namen „Warnowwerft“, sowie eine damit verbundene Eigenständigkeit, erhielt die VEB Warnowwerft Warnemünde am 01. August 1948. Die Werft konzentrierte sich in der Folgezeit auf die Reparaturen von Schiffen.&lt;br /&gt;
Ein Umschwung erfuhr die Werft ab 1951, als fortan neben den Reparaturarbeiten, der Neubau von Schiffen dazukam. So wurde unter anderem der Neubau des Segelschulschiffes Wilhelm Pieck abgeschlossen und mit der Produktion von Serienschiffen begonnen. Die Warnowwerft entwickelte sich zu der größten Schiffbauproduktionsstätte der DDR. Die Schiffe wurden in erster Linie für die Handelsflotte der DDR verwendet, aber auch im Ausland erfuhr die Werft einen Aufschwung und lieferte Schiffe an die UdSSR, Jugoslawien, China, Rumänien und in die Tschechoslowakei. Eine besondere Beziehung pflegten die Werfteigner aber auch zu dem unmittelbaren Nachbarn, der Bundesrepublik Deutschland, die die regelmäßig Handelsschiffe ausgeliefert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1959 erfolgte ein Zusammenschluss der Werften der DDR, zur Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Schiffbau. Diese Vereinigung blieb bis 1979 erhalten und entwickelte sich fortan zum Kombinat Schiffbau Rostock. Zwischen 1948 bis 1989 wurden unter anderem Fischkutter, Stückgutfrachter, Schlepper, Schwimmkräne und Containerschiffe gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands, änderten sich auch die Umstände der Werft. Im Zuge der Wirtschaftsreformen während der Wendezeit, wurde am 1. Juni 1990 der VEB Warnowwerft Warnemünde in eine Kapitalgesellschaft überführt und agierte als Warnowwerft Warnemünde GmbH. Im Oktober 1992 erfolgte der Verkauf der Werft an den norwegischen Gesellschafter Kvaerner, der die Werft in den Jahren 1993 – 95 modernisierte. Die Werft operierte bis 2001 unter dem Namen Kvaerner Warnow Werft GmbH. Highlights der Kvaerner Werft stellten beispielsweise der letzte konventionelle Stapellauf am 30. Juni 1995 oder der Bau der Bohrinsel „Stena Don“ 2001 dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von wirtschaftlichen Problemen und damit verbundenen Zusammenschlüssen mehrerer Konzerne, wechselte der Name der Werft in den Folgejahren mehrfach. So entstand 2008 die Aker Yards Ostsee und 2007, nach einer erneuten Umstrukturierung, die Wadan Yards. Den dramatischen Höhepunkt dieser schwierigen Zeit, stellte am 5. Juni 2009 der Insolvenzantrag der deutschen Unternehmensteile der Wadan Yards Group AS dar. Die Werft wurde anschließend vom russischen Investor Witali Jussufow übernommen, der über die durch ihn ins Leben gerufene „Nordic Yards“, die Vermögensgegenstände der deutschen Wadan-Unternehmensteile erwarb. Seit Juli 2016 fungiert die Warnemünder Werft in der Unternehmensgruppe MV Werften und beteiligt sich unter anderem an dem Bau verschiedener Sektionen für Kreuzfahrtschiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kroegerwerft um 1938.jpg|Das Gelände der ehemaligen Krögerwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Werft Kabelkrananlage.JPG|Die Kabelkrananlage der Warnowwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kvaerner Werft.jpg|Nach der Wende: die Kvaerner-Werft&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Fliegerei und Flugzeugbau in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zivile Anfänge der Fliegerei in Warnemünde====&lt;br /&gt;
;1912&lt;br /&gt;
;Der Deutsche Luftflottenverein plant auf dem &amp;quot;Neuen Land&amp;quot; an der Grenze zur Groß-Kleiner Feldmark eine Luftschiffwerft zu errichten. Das Projekt kommt jedoch nicht über die Planungsphase hinaus. &lt;br /&gt;
:(Quelle: AHR KFC SO &amp;quot;Groß-Klein&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beginn der Luftfahrt und des Flugzeugbaus in Warnemünde/Hohe Düne====&lt;br /&gt;
;(von Dr. Dietrich Kruse)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Stadtväter erkannten frühzeitig die mit der Marinefliegerei verbundenen neuen Möglichkeiten für die Entwicklung der Wirtschaft.&lt;br /&gt;
:Sie bewilligten im Jahr 1913 die Mittel für den Bau eines Flugplatzes auf dem Gelände der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Wurde mit dem Bau des Land- und Wasserflugplatzes am Breitling auf der Hohen Düne begonnen.&lt;br /&gt;
:Die militärisch günstige Lage mit dem ruhigen Breitling und der direkten Anbindung an die Ostsee war damals entscheidend für die Auswahl des Platzes.&lt;br /&gt;
:Das Gelände wurde zunächst aufgespült und befestigt und mit einer Ablaufbahn zur Ostsee unnd einer zum Breitling ausgestattet&lt;br /&gt;
:Ab 1914 wurden dann Gebäude wie Hangare, Werkstätten u.a. gebaut, eine Marinefliegerstation eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Im Sommer 1914 wurde bereits der Flugbetrieb aufgenommen.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz erhielt drei flugzeughallen, von denen eine an die Marine, nach einer Ausschreibung je eine an die Gothaer Waggonfabrik AG und eine an die Flugzeugbau Friedrichshafen GmbH ging.&lt;br /&gt;
:Einige kleine Unternehmen siedelten sich an.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz konnte auch von zivilen Fliegern benutzt werden.&lt;br /&gt;
; [[Der Warnemünder Wasserflugplatz 1914]] (Rostocker Anzeiger Juli 1914)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Seeflieger-Versuchskommando (1914-1917)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1914.jpg|thumb |200px|rechts|Warnemünde Werbung 1914]]&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:August - Die Kaiserlich Deutsche Marine übernimmt den Warnemünder Flugplatz mit dem vorhandenen Bestand unmittelbar nach der Mobilmachung&lt;br /&gt;
:Es wird neues Fluggerät für die Marine erprobt.&lt;br /&gt;
:Deren Eröffnung erfolgte im Rahmen der Austragung des 2. Deutschen Wasserflugzeug-Wettbewerb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ort Gründung der Firma &amp;quot;Luftverkehr Sablatnig&amp;quot; mit dem Konstrukteur Dr. Hans Seehase&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1915&lt;br /&gt;
:Im Dünenwald unmittelbar östlich der Stromfähre werden zwei Unterkunftsbaracken errichtet.&lt;br /&gt;
:Im Laufe des Sommers wird der technische Bereich wesentlich ausgebaut. So entstand u.a. die 72,5m x 26m sowie 16m hohe Halle IV. Ihre Tore hatten jeweils eine Breite von 7,25m und nahmen die Hallenbreite zum Breitling hin ein.&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des Jahres folgen auf der Nehrung , Kasernen, ein Offiziershaus, ein Wirtschaftsgebäude, das Deck-Offizierhaus und die Krankenstation&lt;br /&gt;
:Zur Ostsee hin wurde neben der bereits Vorhandenen eine weitere hölzerne Ablaufbahn für das Zuwasserlassen der Seeflügzeuge angelegt&lt;br /&gt;
:Während des Kriegsverlaufes wuchs die Zahl der Hallen von drei auf zwölf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1917&lt;br /&gt;
:Auf dem aufgefüllten Gelände am Laak-Kanal wird die Firma &amp;quot;Flugzeugbau Friedrichshafen Gmbh&amp;quot; angesiedelt. Sie geht 1925 in den Besitz der Arado-Werke über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am Ende des Krieges  sind auf der Fliegerstation bis zu 1500 Mann und 60 Offiziere stationiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1920&lt;br /&gt;
:Gemäß des Versailler Vertrages erfolgte der Abriß von sechs Hallen und weiterer Gebäude. Zwei Hallen waren bereits im Kriegsverlauf abgebrannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Heinkel-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
[[Presse-Beitrag der NNN vom 1.12.2022 zum Beginn der Heinkelwerke ]] &lt;br /&gt;
;1922, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Gründung der Ernst Heinkel Flugzeugwerke&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Heinkel Werbung um 1930.jpg|thumb|400px|rechts|Warnemünde Heinkel Werbung 1930]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Arado-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[https://www.arado196.de/geschichtliches/arado-flugzeugwerke/ private Internetseite zur Arado-Geschichte  ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Arado Logo 1939.jpg|Warnemünde Arado Logo 1939&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Arado Schuldverschreibung 1942.jpg|Warnemünde Arado Schuldverschreibung 1942&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde und Hohe Düne und deren maritime Militärstandorte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marine in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote.jpg| thumb|500px|rechts|Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die militärische Nutzung der Hohen Düne nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die 4. Flottille====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die 4. Flottille]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost)====&lt;br /&gt;
* [[Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Forschungsstandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ingenieurhochschule für Seefahrt (IHS)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seehydrographischer Dienst der DDR===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Seezeichenwesen in der DDR]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seewetterdienststelle Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Seewetterdienststelle Warnemünde&amp;quot; Vilkner, Hans In: Natur und Heimat (1957), 8, S.244-246]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Institut für Meereskunde/ Institut für Ostseeforschung (IOW)===&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Meereskundlichen Berichten&amp;quot; (Nr. 111 2019) ist unter der Autorenschaft von Dr. Wolfgang Matthäus nachfolgender Aufsatz erschienen.&lt;br /&gt;
Wir danken dem Autor für seine Erlaubnis diesen Beitrag an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen.&lt;br /&gt;
Bitte beachten sie die Wahrung der zu Beginn des Beitrages angegebenen Veröffentlichungs- und Autorenrechte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Medium:Mattheus warnemünde iow.pdf |Die Anfänge der meeresgeologischen und Küstenforschung in Warnemünde (1950 - 1970)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sturmfluten und Küstenschutz in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge des Küstenschutzes in Warnemünde durch Prof. L. Karsten und Forstinspektor Becker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Karstens Schriften zu seinen Versuchen der Dünenbefestigung in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemündes Kampf gegen Flut und Sand===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschaeden Warnemuende 1913 14.jpg|thumb|300px|rechts|Am Tag danach - Begutachtung der Schäden der zum Jahreswechsel 1913/14 gewüteten Sturmflut an der Warnemünder Strandpromenade]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sturmfluten stellten für den kleinen Küstenort Warnemünde in den vergangen Jahrzehnten mehrfach große Gefahren dar. Besonders schwer traf es den Ort in den Jahren 1825, 1872, 1903 und 1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zu Beginn des Jahres 1825 wurde Warnemünde von einer Sturmflut erfasst. die sich über den Bereich der Dünen und der Moorwiesen ihren Weg bahnte. Insgesamt wurden 18 der 150 Häuser komplett zerstört und immerhin 74 zum Teil schwer beschädigt. Das Wasser stieg zu seinem Höhepunkt auf 2,52 Meter über die Normalhöhe und trug gut 80 Prozent der Dünenanlagen ab.&lt;br /&gt;
Am schlimmsten in der jüngeren Geschichte wurde Warnemünde 1872 getroffen, als das Wasser 2,80 Meter über Normal stieg und in Warnemünde sowie Diedrichshagen große Schäden verursachte. Verheerende Folgen hatte die Sturmflut von 1872 auch für die ortsansässige Schifffahrt, die sich im Winterstand befand und durch das Hochwasser auf den Feldern trieb.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1625 - Warnemünde und die Sturmflut am 10. Februar (Auszug aus H.F.Beckers &amp;quot;Chronik der Rostocker Heide&amp;quot; 1839)====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Den 10. Febr. 1625  stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen die bis an die Wolken reichten. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Febr. bei gemäßigterem Sturm fast bis zur derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten; das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung; zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die große Novemberflut 1872 in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflut 1872 Gedenktafel Warnemuende.jpg|thumb|350px|rechts|Gedenktafel für die Sturmflut 1872 in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
:Über die Sturmflut von 1872 erfährt man oft den Nimbus, daß sie die größte Hochwasserkatastrophe gewesen sei, die unsere Ostseeküste hier je gesehen hat. &lt;br /&gt;
:Das ist zwar nicht richtig, führt aber dazu, das dieses Natur-Ereignis bei bodenständigen Küstenbewohnern in den Familien-Erinnerungen bis in unsere Tage fest verankert ist.&lt;br /&gt;
:Die Allerheiligenflut (1. November 1304), mehr als fünfhundert zuvor, und noch weitere, waren den Quellen zufolge  höher und verheerender. &lt;br /&gt;
:Sie liegt für das Erinnerungsvermögen der Menschen zu weit zurück und ist für die Statistiken der Wissenschaft nicht mehr detailliert fassbar.&lt;br /&gt;
:Was nun die Flut vom 12. bis 14. November 1872 so finden sich in den Archiven kaum bildliche Darstellungen der Hochwasserereignisse und ihrer Folgen, dafür aber eine große Vielzahl an Zeitzeugenberichten und die sind oft besonders bildlich in ihrer zeitnahen Beschreibung.&lt;br /&gt;
:Gustav Quade, berühmt geworden durch seine dreibändige „Mecklenburgische Vaterlandskunde“, hat in den Monaten unmittelbar nach der Katastrophe in der Region Rostock und Warnemünde solche Zeitzeugenberichte gesammelt, wo immer er ihrer habhaft werden konnte. &lt;br /&gt;
:Davon möchte ich hier einiges in Auszügen wiedergeben, das uns bis heute berührt:&lt;br /&gt;
:„Am Nachmittag des 12. November stand schon die See auf dem Fahrdamm der Vorderreihe. &lt;br /&gt;
:Einige vorsichtige Warnemünder zogen daher ihre Jollen näher aufs trockene Land und befestigten die Boote an den Bäumen. &lt;br /&gt;
:Allgemein ging man zu Bett, da mit einem Fallen des Wassers auf das bestimmteste gerechnet wurde. &lt;br /&gt;
:In der Nacht wuchs der Sturm zum Orkan. &lt;br /&gt;
:Lotsenkommandeur Jantzen, der die Gefahr von seinem Hause am Strom, hart an der See, aus erkannte, schickte noch in der Nacht die Nachtwächter im Ort herum, um die Einwohner zu wecken.&lt;br /&gt;
:Um 3 Uhr morgens war alles auf den Beinen. Der Sturm raste mit unverminderter Stärke weiter. &lt;br /&gt;
:Die Ziegel fielen haufenweis von den Dachstühlen, ganze Dächer wurden zuweilen abgehoben. &lt;br /&gt;
:Unzählige Veranden und Fensterscheiben gingen in Stücke. &lt;br /&gt;
:Einige Einwohner versuchten noch die Boote in Sicherheit zu bringen. Alles vergeblich. &lt;br /&gt;
:Als es gegen ½ 8 Uhr morgens Tag wurde, waren beide Baken auf den Molenköpfen verschwunden, die Molen standen ganz unter Wasser, die Bismarkpromenade mit der Grotte und die Badeanstalten waren beinahe zerstört.&lt;br /&gt;
:Gegen 8 Uhr morgens durchbrach das Wasser die Dünen westlich vom Ort und vereinigte sich über das Diedrichshäger-Moor und die Laak mit dem Breitling. :Warnemünde lag auf einer Insel, deren Umfang mit dem Steigen des Wassers immer kleiner wurde. &lt;br /&gt;
:Am Rostocker Ende drang bald darauf das Wasser in die Häuser, die Bewohner flüchteten in die neuerbaute Kirche. &lt;br /&gt;
:Unterdessen hatten die Wogen die Gebäude des Bauhofes erreicht, nachdem sie die dahinter liegenden Dünen durchbrochen hatten. &lt;br /&gt;
:Die Familie des dort wohnenden Zimmermeisters schwebte in höchster Lebensgefahr. &lt;br /&gt;
:Der Aufenthalt in den Häusern war unmöglich, die 6 Personen flüchteten auf einen Hausboden. &lt;br /&gt;
:Die Überfahrt in einem Rettungsboot zu wagen, war unmöglich. &lt;br /&gt;
:Der rasend einlaufende Strom hätte das Boot sofort zerschlagen und seine Insassen in höchste Lebensgefahr versetzt. &lt;br /&gt;
:Man brachte daher den Raketenapparat an das Zollamt und der Lotsenkommandeur schoß eine Leine zum Bauhof hinüber. &lt;br /&gt;
:6 kühne Männer mit Namen Baade, Borgwardt, Jungmann, Jürß, Radloff und Schmidt, sprangen in das Boot und ruderten es durch den mit Balken und Schiffstrümmern bedeckten Strom hinüber zum Bauhof und retteten die ganze Familie des Bauhofsaufsehers.&lt;br /&gt;
:Das Wasser stieg immer weiter, von Süden und Westen drang es in den Ort ein.&lt;br /&gt;
:Die Mühlenstraße mit der Mühle, die südliche Hälfte der Anlagen, die Kirche, wo die Flüchtlinge schließlich auf die Bänke steigen mußten und die 4. und 3. Reihe (Anastasia- und Friedrich-Franz-Straße) standen bis in die späten Nachmittagsstunden ganz unter Wasser.&lt;br /&gt;
:… Im Orte selbst blieb nur die Schanze, der Georginenplatz und der nördliche Teil der Anlagen trocken. &lt;br /&gt;
:Auf diesen kleinen Raum drängten sich bis zur einbrechenden Dunkelheit etwa 1600 Menschen zusammen, mit Todesangst im Herzen.&lt;br /&gt;
:Gegen 3 Uhr nachmittags ging der Wind nach Osten und wurde schwächer, das Wasser steigt nicht weiter. Niemand war verunglückt.&lt;br /&gt;
:… Am 14. November konnte man die Verwüstungen erkennen. Die Uferstraße am Strom war mit Holz, Booten, Seesand, Möbeln und Trümmern jeglicher Art bedeckt.&lt;br /&gt;
:Auf der Reede trieben 5 Schiffe mit schweren Havarien, 3 andere hatten die Masten gekappt. &lt;br /&gt;
:Sie wurden von dem alten Dampfer „Stadt Rostock“ in den Hafen geschleppt. &lt;br /&gt;
:… Die Molenspitzen waren spurlos verschwunden. &lt;br /&gt;
:...Das Erdreich an der Schanze war fortgespült und der Strudel hatte eine tiefe Bucht im Durchgang von Hotel Rohn gemacht. &lt;br /&gt;
:... Die Veranden schienen in der Luft zu hängen, und nur den festen Grundmauern des Hauses des Lotsenkommandeurs Jantzen neben dem Greifenbad war es zu danken, daß diese Häuser nicht völlig eingestürzt waren. &lt;br /&gt;
:Die Bismark-Promenade war verschwunden.“&lt;br /&gt;
:Die Küstenschützer bezeichnen diese Sturmflut heute ganz profan als „Bemessungshochwasser“, was bedeutet, das die in den einzelnen Küstenorten unterschiedlichen Wasserstände, wie auch die Spezifik des Vordringens des Meerwassers jenen Jahres als Messlatte für Küstenschutz-bauten und -maßnahmen herangezogen werden. &lt;br /&gt;
:Diese Naturkatastrophe steht aber auch für die seit nun eineinhalb Jahrhunderten anhaltende Messung und statistische Erfassung der Wasserstände und Wetterereignisse der Ostsee an der deutschen Küste als der „Nullpunkt“ und Beginn.&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschutzwand Warnemuende 2020.jpg|thumb|350px|rechts|Die neue Warnemünder Sturmflutschutzwand am Alten Strom südlich der Bahnhofsbrücke im Frühjahr 2020]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903 blieb Warnemünde von der Sturmflut nahezu unberührt, wohingegen es die Rostocker Altstadt und den gesamten Bereich des Stadthafens besonders schlimm traf, was an der Fahrrinne lag. &lt;br /&gt;
:Das Wasser suchte sich seinen Weg entlang des Breitlings und der Warnow und bedrohte fortan insbesondere die Altstadt. &lt;br /&gt;
:Bei der Rostocker Bevölkerung sorgte dies für einige Empörung und stellte die Politik vor Schwierigkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Warnemünde wurde 1913/14 wieder hart von Überflutungen getroffen. &lt;br /&gt;
:So wurde die Promenade über eine Distanz von 300 Metern komplett zerstört und weggespült. &lt;br /&gt;
:Neben der Promenade erfasste das Hochwasser im Januar 1914 einen Großteil der Strandvillen hinter der Promenade und erstreckte sich bis zum Neuen Friedhof.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sturmfluten und Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warnemünde und der Sand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Becker-Spruch, Wind und Sand, Dünenbefestigung , Molensand, Sand tragen, Sand als Exportgut, Ballastsand&lt;br /&gt;
;(TID 2026 ?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Straßen, Wege und Umwege - Von Milchsteg und Kuhbrücke zur Stadtautobahn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Postwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen|Im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten aus Warnemünde|Bedeutende Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgenommen wurden Personen, die in Warnemünde geboren oder verstorben sind, beziehungsweise in einem persönlichen Lebensabschnitt zeitweise in besonderer Beziehung zum Ort standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Der Warnemünder Sven Lorenzen hat die ersten 12 Tafeln auf einer Internetseite dokumentiert: [http://sven-lorenzen.de/tafeln.html Warnemünder Gedenktafeln]. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde|Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Volkskunde==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünder Volkskunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in Warnemünde, Unterwarnow- und Breitling-Gebiet==&lt;br /&gt;
* [[Flurnamen in Warnemünde und Umgebung|Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[ + Arbeitsordner Warnemünde]]  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronistenkontakt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph Wegner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mailto:kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156206</id>
		<title>Chronologie und fortlaufende Ortschronik von Warnemünde</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156206"/>
		<updated>2026-09-15T13:19:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Beginn der Luftfahrt und des Flugzeugbaus in Warnemünde/Hohe Düne */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Warnemünde&lt;br /&gt;
 | zeit = ab 1160 fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Autoren Christoph Wegner, Wilfried Steinmüller, Ronald Piechulek, Achim Schade&lt;br /&gt;
 | erstellung = seit 2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie und Geschichte von Warnemünde&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}==Der Küstenort Warnemünde chronologisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwendete Quellen-Kürzel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MUB   = Mecklenburgisches Urkundenbuch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LHA  = Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BGR R = Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock; Register zu Band 1 - 20 mit einer &#039;&#039;&#039;Zeittafel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(Das aufgeführte Ereignis findet sich jeweils unter dem angegebenen Datum in der &#039;&#039;&#039;Zeittafel des Registers&#039;&#039;&#039;, dem Kürzel ist die Jahrgangsnummer der oben genannten Beiträge mit Seiten-Angaben hinzugefügt )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC  = Krausesche Fundchronik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HA  = Heidearchiv Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RA  = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und Frühgeschichte===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten (KFC Wmde Mp45 397-381)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mittelalter bis zur Christianisierung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160&lt;br /&gt;
:Der dänische Chronist Saxo Grammaticus beschreibt die Seeschlacht auf dem Gudacra (Breitling) zwischen den Wenden und der dänischen Flotte unter König Waldemar und Bischof Absalon von Roskilde. (BGR R; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2 ; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,17)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===spätes Mittelalter 1200 bis zur Reformation 1517===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] &lt;br /&gt;
:betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige, verzichtet auf seine Rechte an den im Hafen der Rostocker gestrandeten Schiffen, verheißt den freien Verkehr vorbehaltlich des fürstlichen Zolles nicht zu stören, verleiht die Fischereigerechtigkeit für die Unterwarnow und das Stadtrecht für die Markscheide der Rostocker. &lt;br /&gt;
:In dieser Kaufurkunde erfolgt auch &#039;&#039;&#039;Warnemündes Ersterwähnung&#039;&#039;&#039;. Die Stadt Rostock erhält das Strandrecht in &#039;&#039;&#039;ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; am &#039;&#039;&#039;rechten&#039;&#039;&#039; Warnow-Ufer.  &#039;&#039;(also östlich Taterhörn)&#039;&#039; (BGR R &#039;&#039;&#039;3b&#039;&#039;&#039;,6.24 Nr.32; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,1f,6; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,35; &#039;&#039;&#039;14&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
;Das Kürzel (Mgh) am jeweiligen Ereignis, weist darauf hin, das es am zwischen 1252 und 1478 existierenden &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot;&#039;&#039;&#039; an der alten Warnowmündung zwei Kilometer östlich der heutigen Ortslage Warnemünde stattgefunden hat. &lt;br /&gt;
:Das parallel am heutigen Standort Warnemündes gelegene Fischerdorf dagegen wird erstmalig im Jahr 1262 erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1257/58&lt;br /&gt;
:Ältester Beweis für das Vorhandensein Warnemündes durch Erwähnung eines Hauses daselbst. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1262, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte am Hafen Warnemünde. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;17. Dez.&lt;br /&gt;
:die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig Urkunden in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich Borwin III. verleiht den Rostockern das städtische Recht in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; (!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.6) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;) 2 Mark Silber (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278, 21. Dez.&lt;br /&gt;
:Fürst Woldemar verspricht daß bis nach Warnemünde und bis ans Meer hinunter überall in einer Meile Entfernung vom Fluss keine Festung errichtet werden soll. (HA) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Steinen für den &#039;&#039;&#039;Hafenbau&#039;&#039;&#039; in Warnemünde in einer Kämmereirechnung. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1286, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock erwirbt aus fürstlichem Besitz den Pagenwerder. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,21.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch Rötger Horn den &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; (&amp;quot;von der Tonne bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 Ellen &#039;&#039;(12 Fuß, etwa 4 Meter)&#039;&#039; bringen. (MUB Nr.1977 BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XV; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300 April&lt;br /&gt;
:Die mecklenburgischen Fürsten Heinrich I. der Pilger und Heinrich II. der Löwe halten sich im &#039;&#039;&#039;fürstlichen Warnemünde&#039;&#039;&#039; auf. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark belehnt Fürst Nikolaus von Rostock als Schutz gegen die Feinde des Fürsten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1301, 28. Juli&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300-1314&lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Rostocker Warnemünde&#039;&#039;&#039; ist Hauptschauplatz der Kämpfe König Erichs von Dänemark, Markgraf Albrechts von Brandenburg, Fürst Heinrichs von Mecklenburg u.A., gegen die Stadt Rostock. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 2. Mai&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark wiederum in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1307, 1. November&lt;br /&gt;
:(nach anderen Quellen auch &#039;&#039;&#039;1304&#039;&#039;&#039;) Die Allerheiligen-Flut überflutet die gesamte Dünen-Nehrung von Diedrichshagen bis zur Rostocker Heide. Ihr Scheitelwert soll 14 Fuß (ca. 4,6 m) über dem normalen Wasserstand betragen haben.  (BGR R)&lt;br /&gt;
:Als Folge der Flut wird die Warnow-Mündung auf eine Länge von ca. 500 Meter gänzlich verschüttet. Nach der Flut wird der Warnow an anderer Stelle durch den ersten künstlichen Nehrungsdurchstich eine neue Mündung und ein erneuter Hafenzugang geschaffen &#039;&#039;&#039;(das erste Tief)&#039;&#039;&#039;. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1309, 14. Aug.&lt;br /&gt;
:Heinrich der Löwe in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,16; &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,8.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311, nach dem 16. Sept.&lt;br /&gt;
:Der von König Erich zum Hauptmann (capitaneus) des Landes Rostock ernannte Fürst Heinrich der Löwe sperrt den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039;, indem er auf jeder Seite des Stromes einen hölzernen Turm errichtet und zwischen den Türmen eine Brücke erbaut. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311/12&lt;br /&gt;
:Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Rostocker brennen das &#039;&#039;&#039;fürstliche Dorf&#039;&#039;&#039; Warnemünde nieder. &lt;br /&gt;
:bis Mai Die Rostocker bauen einen neuen Turm auf der Ostseite &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; (!!) Stromes aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche und des im Bau befindlichen Petriturmes in Rostock. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,15f. &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XI.XII &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,14f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7ff.11f.56.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 23. Juni&lt;br /&gt;
:König Erik klagt darüber das nicht nur die Kirche, sondern auch der Ort und besonders das Haus, das er für sich und die Markgrafen &#039;&#039;(von Brandenburg)&#039;&#039; gebaut habe, zerstört sei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;30. Juli &lt;br /&gt;
:Belagerung Rostocks und des Turmes in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039;(!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde durch Dänenkönig Erik Menved. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Juli&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Heinrich von Mecklenburg sperrt das Tief unterhalb des Turmes. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;9. September&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Übergabe nach der Belagerung. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;September/Oktober&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Verbündeten bauen den eroberten Turm durch Hinzufügung von 4 kleinen Türmen einer Mauer und eines Grabens zu einer Festung aus und halten sie gemeinsam besetzt (später Dänscheburg/ dän. Danskeborg) (BGR R; KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:In den Beschwerden des dänischen Königs heißt es das diese (Die Rostocker) vor der Übergabe von Warnemünde den Ort und die Kirche verbrannt und das Haus, das der König für sich und den Markgrafen Waldemar von Brandenburg erbaut, niedergebrochen hätten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erich verabredet mit dem Markgrafen Waldemar von Brandenburg, daß die Summe, die sie dafür durch Verhandlung von den Rostockern bekommen würden, daß der vor Warnemünde erbaute Turm wieder abgebrochen und nie wieder aufgebaut werden dürfe, gleichmäßig zwischen ihnen geteilt werden solle. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 15. Dez.&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock unterwirft sich dem König Erich und dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und verspricht u.A. in Warnemünde eine schöne hölzerne Kirche zu bauen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Der Markgraf Waldemar von Brandenburg verkauft seine Hälfte des Warnemünder Turms an den König von Dänemark, der damit in den Besitz des ganzen Turms gelangt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1314, 25. Nov.&lt;br /&gt;
:Tod des Fürsten Nikolaus von Rostock, des letzten Fürsten aus der Rostocker Linie. Das Lehen fällt an den dänischen König zurück (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317 7. Januar&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit Ausnahme des &#039;&#039;&#039;Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R &#039;&#039;&#039;1d&#039;&#039;&#039;,3. &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;25. November&lt;br /&gt;
:Friede von Templin mit dem brandenburgischen Markgrafen Waldemar. Laut Friedensvertrag belehnt Erik von Dänemark Heinrich (II.) von Mecklenburg mit der Herrschaft Rostock, außer Warnemünde und der Dänscheburg. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark stirbt und Fürst Heinrich (II.) besetzt die Dänenburg. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322, 24. September&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich II. von Mecklenburg verkauft das  &amp;quot;Haus und den Turm&amp;quot; an die Stadt zum Abbruch, die eigentlich dem dänischen Vogt Niels Olufsen gehören und durch Heinrich wiederrechtlich besetzt worden war. (MUB 4377, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70.f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Stadt erwirbt von Heinrich II. von Mecklenburg das &#039;&#039;&#039;fürstliche&#039;&#039;&#039; Dorf (villa) Warnemünde mit dem ganzen &#039;&#039;&#039;westlichen&#039;&#039;&#039; Warnowufer (das damals am Taterhörn auf der hohen Düne lag, bis an die Grenze von Diedrichshagen, mit Eigentumsrecht, voller Gerichtsbarkeit, mit Gestattung der Anwendung des Lübischen Rechts, Fischereigerechtigkeit bis in die See hinaus, behält sich aber das Patronatsrecht vor. (KFC) Das heutige, ehemals fürstliche Warnemünde wird &#039;&#039;&#039;damit Rostocker Stadtbesitz&#039;&#039;&#039;. (MUB 4423, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.14)&lt;br /&gt;
:21. Mai - Heinrich II. erkennt zu Nyköbing auf Falster vvon König Christoph an, das &#039;&#039;&#039;erbliche&#039;&#039;&#039; Lehen (vorher nur Pfandlehen) am Land Rostock von der Krone Dänemarks erhalten zu haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7. April&lt;br /&gt;
:In einem Rostocker Stadtbuch findet sich die Notiz, daß Warnemünde freies Eigentum der Stadt sei, die daselbst die volle Gerichtsbarkeit ausübe und ihr die Abgaben und Einnahmen zukämen. Die Warnemünder Renterverhältnisse (?) würde der Rat in Ordnung bringen. Obwohl somit Warnemünde ganz zu Rostock gehörte, finden wir auch in der Folgezeit die Mecklenburgischen Fürsten häufig dort. Auch bleibt es noch längere Zeit der Versammlungsort für die Truppen, die dem Dänenkönig zu Hilfe gesandt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1337&lt;br /&gt;
:Verfestung des Knappen Vicke Valkenhagen, weil er Strandgut bei Warnemünde geraubt, also in das Strandrecht Rostocks eingegriffen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1339, 5. Nov.&lt;br /&gt;
:Anlegung eines eigenen Stadtbuchs für Warnemünde, Kassebohm und Barnstorf.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348, 19. Sept.&lt;br /&gt;
:Erwähnung eines (verstorbenen) Dieners des Warnemünder Vogts und einer von ihm benutzten Wiese. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lucerna&amp;quot; (Laterne) von Warnemünde erwähnt. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1349, 22. Febr. - 1350, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Kämmereirechnung erwähnt den Bau von Befestigungswerken in Warnemünde, die, wie aus der Kämmereirechnung von 1363/64 hervorgeht, zum Schutz der Leuchte dienten. Auch wird der Baum in Warnemünde genannt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1350, 24. Aug. &lt;br /&gt;
:Bruchstück einer Rechnung in dem als Einnahme u.A. 7 Mark de collecta in Warnemünde vorkommen. Daß die Gesamtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes jährlich 7 Mark betrug. (zeigt der Vertrag von 1359, 18.Dec. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1359, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Vertrag des Rostocker Rats mit den Warnemündern (&amp;quot;burgenses in Warnemunde&amp;quot;) über Dienste und Schoß. Die Warnemünder sollen jederzeit unentgeltlich zu den städtischen Bauten in Warnemünde helfen und andere notwendige Dienste leisten. Der Rat sagt ihnen dafür zu, daß die von altersher auf 7 Mark festgesetzte Gesammtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes nicht erhöht werden soll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1381, 22. Febr. bis 1882, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Erste erhaltene Gewettsrechnung, in der die bisher in den Kämmereirechnungen vorkommenden Ausgaben für Warnemünde erscheinen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Blockhaus und &#039;&#039;&#039;Burg&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475, 23. April&lt;br /&gt;
:Kaiser Friedrich III. bewilligt den Meckl. Herzögen einen Zoll zwischen Rostock und Warnemünde, doch verzichtet Herzog Heinrich mit seinen Söhnen &#039;&#039;&#039;1476, am 23. April&#039;&#039;&#039; auf die Erhebung, weil sie den Rechten und Freiheiten der Stadt zuwiderläuft. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen auf eine Tiefe von 6 Ellen bringen und verbreitern. (BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XVf.67f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Während der Domfehde nehmen die Meckl. Herzöge am 24. Juli 1487 den Ort. Am 1. August der &#039;&#039;&#039;befestigte Leuchtturm&#039;&#039;&#039; vom Herzog genommen, Warnemünde und die dortigen Befestigungen zerstört, die Dachziegel als Beute hinweggeführt. (KFC)und(BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,16. &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,36f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1494&lt;br /&gt;
:Erwähnung der Warnemünder Vitte (Fischerlager) in Falsterbo, neben der Rostocker Vitte. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1495, 17. März&lt;br /&gt;
:Die Herzöge nehmen Warnemünde ein, arretieren die Rostocker Schiffe und verbieten Ein- und Ausfuhr. Bau von Befestigungswerken zur Sperrung des Hafens. (KFC und BGR R ) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:10. April&lt;br /&gt;
:Waffenstillstand; die Herzöge verpflichten sich Warnemünde nicht wieder zu befestigen. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:7. Dezember&lt;br /&gt;
:Vergleich zwischen den Herzögen und der Stadt. Die Herzöge behalten sich vor, &#039;&#039;&#039;die Befestigung um den Leuchtturm zu zerstören.&#039;&#039;&#039; Sie betrachten es seitdem als ihr Recht, daß ohne ihre Genehmigung keine Befestigung in Warnemünde angelegt werden darf, geben aber Warnemünde an Rostock zurück. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71f) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1496, 28. Februar&lt;br /&gt;
:Die Herzöge geben der Stadt die Erlaubnis zur Erhebung einer Bieraccise. Als Grund wird u.A. aufgeführt, daß Mittel zur Instandsetzung des Hafens und des Neuen Tiefs gebraucht würden. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1510, 27. Juli/2. August&lt;br /&gt;
:Die Herzöge protestieren gegen den Bau eines Blockhauses, der durch den Krieg mit Dänemark veranlaßt ist. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,72)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:9. August&lt;br /&gt;
:Der Krieg der Städte gegen König Johann von Dänemark hat die Herzöge von Mecklenburg veranlaßt, den Rostockern die Errichtung eines Block- und Korbhauses (Feuerkorb als Leuchtsignal) zu Warnemünde zu gestatten, unter der Bedingung, daß diese Befestigungen nach Beendigung der Fehde wieder abgebrochen werde.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519, &lt;br /&gt;
:Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1522, 27. August&lt;br /&gt;
:Auch als Rostock gemeinsam mit Lübeck Gustav Wasa eine Flotte zu Hülfe sandte wird in Warnemünde ein Korbhaus (Feuerkorb als Leuchtsignal) eingerichtet.  (in 14 Tagen vollendet). (BGR R) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535&lt;br /&gt;
:Neue Verhandlungen mit den Herzögen wegen Errichtung einer Schanze oder eines Korbhauses zum Schutz des Warnemünder Hafens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535, 10. Juni&lt;br /&gt;
:Die Stadt soll sich dem Herzog verpflichten, das Korbhaus, das sie bauen will, nach Beendigung des Krieges der wendischen Städte gegen den Herzog von Holstein wieder zu zerstören. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1560&lt;br /&gt;
:Vogtseid für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Die Dänen unter König Friedrich von Dänemark sperren den Hafen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 21. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus beschweret sich bei den Beamten zu Dobberan, daß die Doberanschen Bäcker ihr Brodt nach Warnemünde brächten und daselbst zum praejudice der hiesigen Bäcker, denen Warnemündern in ihren Häusern feil böte; bitten, solches abzustellen.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 8. August&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus an den auf der Rhede von Warnemünde mit vier Schiffen liegenden dänischen Admiral Jürgen Appelgarde, darin sich Senatus beschweret, daß das dänische Schiffsvolk die Schwäne auf der Warnow schösse.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:gegen Ende des Jahres zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde liegenden Dänischen Blockade-Schiffe. (Becker Kirchspielchronik Röv.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe und trieb sie ans Gestade des Meers. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung, wonach hinfürder kein Warnemünder Schiffahrt treiben soll, ohne besondee Erlaubnis des Gewetts. Diejenigen Warnemünder, die zur Zeit die Schiffahrt betrieben, durften dabei bleiben, mußten aber einen Knecht halten, der während ihrer Abwesenheit die Fischerei und die Wache zu besorgen hatte. (KFC)&lt;br /&gt;
:- ebenso Gewettsordnung, wonach in Warnemünde außer dem Vogt und dem Barbier nicht mehr als 8 Krüge sein sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579&lt;br /&gt;
:Warnemünde brennt bis auf wenige Häuser ab. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1580&lt;br /&gt;
:Festsetzung des Bürgereides für Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erst jetzt beginnt die Zusammenlegung des Fischerortes durch die Ansiedlung des Hafens am heutigen Alten Strom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1582 4. Juli&lt;br /&gt;
:Herstellung des neuen Tiefs (= alter Strom ?) beendet. Der dabei gemachte Versuch das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Steinriff&amp;quot; im Strom&#039;&#039;&#039; zu durchbrechen wurde nur in geringem Maße erreicht. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1583&lt;br /&gt;
:Erneute Sperrung des Warnemünder Hafens durch dänische Kriegsschiffe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586, Juni-Juli&lt;br /&gt;
:Verhandlungen mit Herzog Ulrich, aus denen ersichtlich ist, daß die Landesherrn in Warnemünde ein Absteigequartier besaßen. Es wird die Einrichtung eines Kellers und die vom Herzog gewünschte Verlegung der Küche erwähnt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:&amp;quot;XXV Octobris hatt ein Erbar Rhat nebenst den verordneten Bürgern bey der Accise Kasten beschlossen das sie auf kunftigen dri Jahr zu Warnemünde eine weitere Luchte bauwen lassen wollten&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Ratsprotokoll Bernhard Scharffenbergs 1586-1598 Seite 131“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1593, 7. März&lt;br /&gt;
:Wiederholung der Verordnung wegen der Schiffahrt vom 20. Februar 1577. Wer sich nicht fügen will, soll bis zum nächsten Ostern mit allem seinem Gut nach Rostock ziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603, 29. Sept.&lt;br /&gt;
:Bestallung des Vogtes Peter Lange. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Den Warnemündern wird durch Ratsbeschluß den Warnemündern der Schiffbau verboten (1610 wird Bootsbau gestattet). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 18. Mai&lt;br /&gt;
:Anordnung einer Schonzeit für Vögel und Wild. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1609, 16. Jan.&lt;br /&gt;
:Ratsbeschluß, wonach zu Warnemünde der Wadenzug einem jeden freistehen soll und &amp;quot;niemandt einigen Ordt der fischerey in der Sehe für sein eigenthumb zu vortheidigen gestattet sein soll.&amp;quot; die Weddeherren sollen die Anlegung neuer Wadenzüge begünstigen, da im Vorjahre nur 3 Heringswaden auf 2 Zügen in Betrieb gewesen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1613, 6. Febr.&lt;br /&gt;
:Jochhim Evers in Warnemünde wird der Bootsbau in seinem Hause gestattet. Auch soll er in Notfällen Schiffsreparaturen vornehmen dürfen, wenn keine Rostocker Schiffszimmerleute anwesend sind. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1619, 11./12. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Verlöbnis-, Hochzeits- Kindtaufs- und Feuerordnung für Warnemünde vom 13. Januar wird in Warnemünde in der Vogtei den sämtlichen Warnemündern vorgelesen, resp. von der Kanzel publiciert. Nach der Feuerordnnung sollen die Feuerstallen jährlich besichtigt werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1621, 10. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Bestrafung Fite Kempes zeigt, daß den Warnemündern das Fischen im Strom verboten war. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Febr.&lt;br /&gt;
:war die bekannte schreckliche Überschwemmung zu Rostock und in der Umgegend, davon in dem *[[&amp;quot;Etwas von gelehrten Rostockschen Nachrichten&amp;quot;  4.Jahrg. Nr.898 i.J. 1740]] eine ausführliche Nachricht abgedruckt sich findet.&lt;br /&gt;
:In Warnemünde wurden 74 der 150 Häuser des Ortes zerstört.&lt;br /&gt;
:In hiesiger Gegend soll ein großer Theil der Waldung unter Wasser gestanden haben, ja es soll das Wasser in Niederungen bis Blankenhagen  vorgedrungen seyn. Die Wasserhöhe des Maaßes war 14 Fuß &#039;&#039;(rund 4,60 m)&#039;&#039; über den mittlern Stand gestiegen. Die Meierey auf dem Moorhof (vorh. Moor genannt) stand völlig im Wasser, Pferde und Ochsen ertranken, die Bewohner saßen 3 Tage im Dach auf dem Heu. Zu Warnemünde wurden von 150 dortigen Häusern 18 an der Düne gänzlich weggerissen und 74 stark beschädiget ; viele Schiffe zertrümmert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 15. Februar&lt;br /&gt;
:Warnemünde durch den wallensteinschen Oberst St. Julian besetzt. Bau einer Schanze. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 9. März&lt;br /&gt;
:Warnemünde wird durch dänische Kriegsschiffe blockiert und bombardiert. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1631, Juli/August&#039;&lt;br /&gt;
:Angriff der kaiserlichen und der herzoglichen Truppen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 27. August Eroberung der Schanze durch Herzog Johann Albrecht und Oberst Lohausen. Abzug der Kaiserlichen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 28. August Die Schweden besetzen die Schanze allein. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 30. August Der schwedische Generalkommissar Erik Anderssen richtet im Einverständnis mit den aus der Verbannung zurückgekehrten Herzögen eine Zollstelle in Warnemünde ein. Sie bestand mit Unterbrechungen bis ins 18. Jahrhundert. (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632, 29. Februar&lt;br /&gt;
:Durch Vertrag zwischen Gustav Adolf und den mecklenburgischen Herzögen bleibt der schwedische Zoll in Warnemünde bestehen. Schweden halten die Schanze besetzt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1634, 3. Nov.&lt;br /&gt;
:Die Vernehmung einiger Warnemünder Fischer durch die Gewettsherren beweist, daß man noch damals nach Falsterbo zum Heringsfang zog und daß die Warnemünder verpflichtet waren, ihn mitzumachen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1637, 29. April&lt;br /&gt;
:Ausbesserung der Schwedenschanze (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1638, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Kaiserlichen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1639, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Rostockern demoliert, aber gleich darauf von den Schweden zurückerobert und wieder hergestellt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1646, 1. und 7. März, sowie 1647, 7. Jan.&lt;br /&gt;
:Mandate gegen das Karpfen und Hecht angeln. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1648&lt;br /&gt;
:Westphälischer Friede. Vergebliches Bemühen der Stadt Rostock, den Warnemünder Schwedenzoll zu beseitigen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1660 8. März&lt;br /&gt;
:Im schwedisch-polnischen Krieg Besatzung der Schwedenschanze von kaiserlichen Truppen zur Übergabe gezwungen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 23./24. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze von den Kaiserlichen unter Montecuculi zerstört. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 19. April &lt;br /&gt;
:Die kaiserlichen Truppen ziehen aus Warnemünde ab. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1661 Juni&lt;br /&gt;
:Die Schweden bauen eine neue Schanze auf der Ostseite von Warnemünde beim Zimmerhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1664, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot, daß aus der See kommende Schiffe in Warnemünde liegen bleiben, dort löschen und laden und Zimmern laßen, ohne mit ihren Waaren an die Stadt zu kommen.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665 25. März&lt;br /&gt;
:Die Schweden vertreiben die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665, 23. Sept.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot der Leinenweberei in Warnemünde&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1666, 31. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wiederholung des Mandats vom 12. Febr. 1664 mit Zusatz über die dem Vogt von den Schiffen zu zahlenden Gebühren.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 20. Aug.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder werden an die alte Observanz (1359, 18. Dez.) erinnert, wonach sie jederzeit Fuhren und Hülfe bei den notwendigen Bauten zu leisten haben. Wenn sie sich darin willig zeigen, wird ihnen das Aalstechen auf dem Breitling bis nach Großen Klein (mit gewissen Einschränkungen) sowie das Obstverfahren mit kleinen Böten gestattet, falls sie das Obst in Rostock einkaufen. Auch soll ihnen erlaubt sein, Rostocker Bier und Gartengewächse über die See in einige Klipphäfen zu bringen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 19. Dezember&lt;br /&gt;
:Feststellung, wieviel Bootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 13. April&lt;br /&gt;
:Wiederholung des Verbots der Leinenweberei in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 14. April&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Mandat betreff die Schonzeit für Wild und Vögel&amp;quot; (vgl. 1606, 18. Mai); &amp;quot;Verbot des Brachens (Kalfaterns), Bauens und Klopfens an den Schiffen während Barsche, Brachsen und andere Fische einziehen.&amp;quot;; &amp;quot;Verbot Schweine frei umherlaufen zu lassen&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. Nov.&lt;br /&gt;
:Erneutes Verbot des Fischharkens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. und 20. Nov.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot die Krüge bis in die Nacht offen zu halten.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1672, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot für die Warnemünder, Mehl von fremden Müllern zu kaufen. Das Mehl soll in der Stadt gemahlen und in der Stadt die Accise davon entrichtet sein.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 11. Febr.&lt;br /&gt;
:Auf E.E. Rats Dekret ermahnen die Gewettsherrn den Vogt, auf das Brotbacken beßer Obacht zu geben. Er erklärt, sein Bestes zu tun aber nicht verhindern zu können, wenn die Leute in der Stadt backten. Es soll offenbar in Warnemünde in den dortigen Backstuben gebacken werden. (Vgl. 1679, 29.März) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 29. März&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Fuhren nach Dänemark und andern Orten von den Warnemündern der Reihe nach besorgt werden sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675 16./17. Juli&lt;br /&gt;
:Die neue Schwedenschanze von den Brandenburgern besetzt. Die Gewettsherren ergreifen vom Vogtei-Gebäude wieder Besitz. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676 Januar&lt;br /&gt;
:Warnemünde geht durch Vertrag an die Dänen über; die Schanze im Osten wird geschleift. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676,19. Dec.&lt;br /&gt;
:Feststellung, wievielBoootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1677, 26. Januar&lt;br /&gt;
:E.E.Ratsordnung für Warnemünde; sie enthält mehrere Paragraphen über anständiges Benehmen auf der Vogtei, Bestimmungen über die Nachtwache, das Verbot, Vieh auf die Hegewiesen zu treiben, die Mahnung zur Ordnung beim Lotsen- und Bergungsdienst sowie beim übersetzten von Reisenden nach Dänemark u. A. . (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 7. Januar&lt;br /&gt;
:Festsetzung über Fracht- und Fuhrlohn für Überfahrten nach Dänemark (Gjedser). (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 29. Mai&lt;br /&gt;
:Gewettsdekret, das u.A. einschärft, &amp;quot;das Brod nach altem Herkommen in Warnemünde im Vogteibackhause und nicht in Rostock backen zu laßen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 25. Juni&lt;br /&gt;
:Revision der Gewichte der Warnemünder Händler durch den Gewettsdiener. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1680, 5. Febr.&lt;br /&gt;
:Regelung der Warnemünder Bootfahrt mit Passagieren nach Dänemark und Schonen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:Besichtigung von Warnemünde durch den schwedischen Generalfeldmarschall Graf Königsmarck wegen Wiedereinrichtung des Zolls. Protest der Stadt Rostock. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 5. März&lt;br /&gt;
:Ein schwedisches Kriegsschiff erscheint in Warnemünde, um den Zoll wieder zu erheben. Die Stadt Rostock verweigert die Öffnung des Hafenbaumes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. April&lt;br /&gt;
:Verhandlungen des Gewetts mit dem schwedischen Kapitän und dem Licentmeister. Der Kapitän erklärt, er bleibe solange vor Warnemünde liegen um den Zoll zu erheben, bis dafür andere Vorkehr getroffen sei. Der Licentmeister erklärt, er habe den Zoll in derselben Weise zu erheben wie bis 1671 geschehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 3. Mai&lt;br /&gt;
:Auf die Klagen der Rostocker Fischer, daß der Brachsenfang von Warnemünde sehr gestört würde, weist das Gewett den Vogt an, den Warnemündern das Fischen &amp;quot;Vor der See&amp;quot; und im Strom und die Zimmerei an Schiffen zu untersagen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 12. Januar&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 21. Febr.&lt;br /&gt;
:Verordnung des Gewetts wonach, wer in Warnemünde Bier &amp;quot;einlegen&amp;quot; will, es beim Vogt anmelden und der Stadt die Accise entrichten muß. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;dto.&lt;br /&gt;
:Jürgen Knutsen wird in Warnemünde als Frei-Leinenweber zugelassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 4. Mai&lt;br /&gt;
:Befehl an den Vogt, seiner Instruktion gemäß darauf zu achten, daß die Schiffe den Ballast ein Stück Weges von den Dünen und dem Bollwerk entfernt auswerfen lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Schiffer in Warnemünde, deren Böte mehr als 2 Last Güter fahren können, solche sofort &amp;quot;hinweg thun&amp;quot; oder aber nach Rostock ziehen sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Unter dem Vorsitz des Gewetts vergleichen sich die Warnemünder Fischer und Schiffer mit den Deputierten des Schonenfahrergelags und sämtliche Rostocker Kaufleuten und Seefahrern wegen der beim Aus- und Einbringen von Schiffen und Leichtern durch die Warnemünder zu erhebenden Gebühren. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, Oktober&lt;br /&gt;
:Wird in Warnemünde ein Bürger und Krämer erwähnt, woraus hervorgeht, das damals in unserem Hafenorte nicht bloß Haken (von Höker = Händler, der auf der Straße oder in einer Bude Waren mit geringem Umsatz verkauft, Kleinhändler) sondern mindestens auch ein Krämer geduldet wurde. Die &amp;quot;Freyhakerey&amp;quot;, d.h. der Handel mit allerhand &amp;quot;Hakenwaaren&amp;quot; wie Hering, Butter, Käse, Fischwerk, Talglichten und dergleichen wurde vom Gewett häufig in Warnemünde vergeben und zwar meist auf Lebenszeit nicht nur für de Antragsteller, sondern auch für dessen Frau. Grade über die vielen Höker klagt obiger Krämer, daß sie ihm das Geschäft verderben. Er hat deshalb den Thranverkauf mit aufgenommen. Dies aber wollen die Rostocker Schuster wieder nicht leiden, und so bekommt die Sache zur Entscheidung vor das Gewett. Letzteres entscheidet für den Krämer (Johann Jörcke) und verleiht ihm &amp;quot;die freyheit mit thran zu handelen&amp;quot; da Jörcke einmal &amp;quot;ein fast abgelebter alter Mann&amp;quot;, ferner der Thranhandel in Warnemünde nicht der Schusterrrolle wiederspreche und endlich Warnemünde zwei Meilen von der Stadt entfernt sei, so daß Jörckes Handel mit &amp;quot;Thran wahren&amp;quot; dem Schusteramte nicht schaden könne. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 16. Nov.&lt;br /&gt;
:wird der Wismarsche Barbiergeselle Hinrich Roth &amp;quot;in betracht desselben wohl erlernten und geübten Chirurgiekunst auf Fürbitte seines Stiefvaters,&amp;quot; eines Warnemünder Bürgers, vom Gewett als &amp;quot;Frey Barbier&amp;quot; in Warnemünde zugelassen. (Ein Barbier kommt in Warnemünde schon 1577 vor. 1819 wird später darüber geklagt, daß in Warnemünde kein Chirurg sei.) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1700, vor dem 20. Sept.&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde bei dessen Bekämpfung Rostocker Stadtsoldaten mitgeholfen haben, weshalb ihnen durch Ratsdekret vom 20. September eine Belohnung zugesprochen wird. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1716&lt;br /&gt;
:Peter der Große mit einer Flotte vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1718, 26. Februar&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde durch den 20 Häuser zerstört werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1721&lt;br /&gt;
:4. Juli - Verordnung daß zu Warnemünde, wie auch auf der Stadt und Hospital-Dörfer kein ander als Rostocker Bier verschenkt werden soll. (UA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1729, 21. April&lt;br /&gt;
:E.E. Raths-Verordnung  &amp;quot;Wie es zu Warnemünde mit Ein- und Ausbringung frembder Schiffe und Fahr-Zeuge, im gleichen mit Lösch- und Beladung  der auff der Rhede liegenden, und dann auch mit gestrandeten Schiffen, deren Waaren und Gütern gehalten werden soll.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1735, Mai&lt;br /&gt;
:Während der Wirren unter Karl Leopold und Christian Ludwig ließ letzterer als Kaiserlicher Kommissar Warnemünde von Schwarzburger Kommissionstruppen besetzen, mußte dieselben aber auf Beschwerde der Stadt wegen Verletzung ihres Garnisonsrechtes wieder zurückziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1740&lt;br /&gt;
:ging der Schwedenzoll zu Warnemünde in den Pfandbesitz des Herzogs Carl Leopold über.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1755&lt;br /&gt;
:Vermessung Warnemündes und Aufstellung eines Feldregisters durch den &#039;&#039;&#039;Stadtkassen Sekretär Tarnow&#039;&#039;&#039;. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1756, 27. Januar&lt;br /&gt;
:Gewettsverordnung : Fremde Schiffe müssen während der Winterlage in Warnemünde vom Bollwerk abbleiben. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767&lt;br /&gt;
:Durchbruch der See auf der Ostseite.&#039;&#039;(Hohe Düne)&#039;&#039; (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1769, 27. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Bürgerschaft erhält vom Rat die Erlaubnis, eine neue Schule einzurichten, da der Küster im Rechnen und Schreiben nicht gehörig unterrichten kann.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1779, 18. Febr.&lt;br /&gt;
:Gesuch der Warnemünder, die neu zu erbauenden Häuser nicht zwischen Vorder- und Hinterreihe setzen zulassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1781, 25. Mai&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E.Raths der Stadt Rostock Lotsen-Ordnung für den Hafen Warnemünde.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1782, 17. Juli&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung wegen des von den kleinen Schiffen zu erlegenden Lotsengeldes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784&lt;br /&gt;
:Vorschlag des Warnemünders Joh.Lange zwischen der Vorderreihe und dem Bollwerk eine Reihe von Querhäusern errichten zu lassen, da sich sonst keine geeigneten Bauplätze fänden. - Abschlägiger Bescheid trotz mehrfacher Wiederholung. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, seit 19. Januar&lt;br /&gt;
:Verbote, die neu zu erbauenden Häuser in Warnemünde mit Stroh zu decken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, 6. Okt.&lt;br /&gt;
:Verordnung, daß die fremden Schiffe nur in Rostock Winterlager halten dürfen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1785, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Verordnung daß die Warnemünder nicht mit eigenen Schiffen Schiffahrt treiben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796, 15.Jan.&lt;br /&gt;
:E.E.Rat schlägt der Bürgerschaft die Anstellung eines Dünenwächters zur Bewachung der Warnemünder Dünen vor. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1797, seit&lt;br /&gt;
:wurden besonders auf den Rat des Prof. Dr. Franz Christian Lorenz Karsten, Anpflanzungsversuche auf den Dünen zwischen Warnemünde und Diedrichshagen gemacht. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, Ende April, Anfang Mai&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker schickt seine Waldarbeiter aus der Rostocker Heide nach Warnemünde um 4000 Akazien (&amp;quot;Scheinakazien&amp;quot;= Robinien) sowie eine ungezählte Anzahl an Weiden und Pappeln zu pflanzen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 24. Juli&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Instruktion für den Dünenwärter&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1800&lt;br /&gt;
: Johann Christian Friedrich Wundemann erwähnt Warnemünde in dem 1800 erschienenen 1.Teil seines Buches &amp;quot;Mecklenburg in Hinsicht auf Kultur, Kunst und Geschmack&amp;quot; nur als Ausflugsort der Rostocker, ohne des Seebades zu gedenken. Warnemünde wurde demnach damals noch nicht als Badeort benutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Auszug daraus]]  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801&lt;br /&gt;
:lag die englische Flotte unter Admiral Nelson während des dänischen Feldzuges und dem Kopenhagen-Bombardement zur Verproviantierung vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802&lt;br /&gt;
:Verhandlungen über die Bebauung des Ostufers, weil es auf dem Westufer an Bauplätzen mangele. - Der Rat beschließt laut Decret vom 3. November 1802, die Sache vorläufig auf sich beruhen zu lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802, 30. Nov.&lt;br /&gt;
:Der Rat erläßt eine revidierte Lotsenordnung für den Hafen Warnemünde nebst Erläuterungen dazu. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1803, 26. Juni&lt;br /&gt;
:Schweden verzichtet endgültig auf den Warnemünder Zoll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804, 28. März&lt;br /&gt;
:Verordnung wegen des von den Schiffern zu entrichtenden Ballast- und Baggergeldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 2. Januar&lt;br /&gt;
:Ratsordnung betr. des Ballastgeldes für Warnemünde und die Rhede.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 21. November/19. Dezember&lt;br /&gt;
:Einführung der Kontinentalsperre, Sperrung der mecklenburgischen Häfen. (Warnemünde ist dann abwechselnd bis 1812 von französischen und mecklenburgischen Truppen besetzt, um die Sperre durchzuführen.) (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1809, 25. Mai&lt;br /&gt;
:Alle in Warnemünde befindlichen Schiffe werden durch das Schillsche Corps beschlagnahmt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;26. Mai&lt;br /&gt;
:Holländische Truppen als Verfolger der Schillschen Truppen in Warnemünde. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1810, 4. Juni&lt;br /&gt;
:schoß die auf der Rhede liegende engl. Fregatte Fishguard einen 16Pfünder auf Warnemünde ab, da der franz. Kaper Turet dort ein beschlagnahmtes Schiff mit engl. Waren eingeschleppt hatte. Die Kugel durchdrang das Kirchendach und fiel im Garten eines Hauses am südl. Ende der Hinterreihe zu Boden. &lt;br /&gt;
:Sie hat ein Kaliber von ca. 10cm und wiegt 17kg. Sie befindet sich im Warnemünder  Museum. (KFC Wmde I p26)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1811, 5. April&lt;br /&gt;
:ordnet der Marschall Eckmühl den Bau von zwei Batterien bei Wismar und in Warnemünde an, die nach Art von Redouten in der Mitte ein Blockhaus, ringsherum Gräben erhalten sollten.(BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1812, 2. März&lt;br /&gt;
:Die Batterien in Warnemünde von den französischen Truppen den mecklenburgischen Truppen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- Juli&lt;br /&gt;
:Für das französische Militär muß eine Warmbadeanstalt errichtet werden. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813, 23. März&lt;br /&gt;
:Aufhebung der Kontinentalsperre; Öffnung der Häfen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- August&lt;br /&gt;
:Die englische Flotte auf der Warnemünder Reede. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 26. August&lt;br /&gt;
:die Engländer zerstören und sprengen Blockhaus und Redoute. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
;1817&lt;br /&gt;
:Das Warnemünde von den Einheimischen bereits als Seebad benutzt ward, ergiebt sich aus den Erinnerungen des Forstinspectors Becker. Dieser schreibt 1817: &amp;quot;Im Junius hielten wir uns vier Wochen zu Warnemünde auf und badeten.&amp;quot; (das Baden in der Ostsee betrieb Becker bereits nachweislich spätestens ab 1798, als er dazu Baderegeln veröffentlichte. Ob er da bereits in Warnemünde weilt ist bislang offen.)(BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:War Warnemünde nach einem Aufsatze des Prof. G.H. Masius ohne alle ärztliche und wundärztliche Hilfe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 24. Mai&lt;br /&gt;
:Verordnung Betreffs die Anmeldung der Fremden, auch diejenigen, die als Badegäste kommen. - Es waren in Warnemünde in diesem Jahre schon über 100 Badegäste (Formey, &amp;quot;Die Seebäder und Heilquellen zu Doberan und Warnemünde im Sommer 1822&amp;quot; in Hufelands &amp;quot;Journal der praktischen Arzneykunde&amp;quot; Bd.55, Stück 4.) Über die Badeeinrichtung heißt es ebenda: &amp;quot;Weder Badewagen, noch irgend eine zur Bequemlichkeit der Badenden  gereichende Vorkehrung ist vorhanden. Jeder Badelustige eilt in den Fluten des offenen Meeres um Erquickung oder Heilung zu finden. Der Ort ist ein Eigenthum der Stadt Rostock, dessen Magistrat, um alle Rivalität mit dem fürstlichen Doberan zu vermeiden, jede dahin lockende Einrichtung absichtlich unterläßt. Dessen ohngeachtet nimmt die Frequenz der Badegäste mit einem jeden Jahre zu.&amp;quot; &amp;quot;Dieser Badeort ziehet durch seine Lieblichkeit und die Ruhe, die dort herrscht, alle diejenigen hin, welche entfernt vom prachtvollen Geräusche Doberans die Seebäder im Genusse der schönen Natur gebrauchen wollen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:Erscheint zu Ehren von Prof. F.C.L. Karsten ein Kupferstich mit Rostocker Landschaftsbildern, auf dem auch der Entwicklungsstand der 1799 in Warnemünde gepflanzten Robinien-Bestände dargestellt ist. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825&lt;br /&gt;
:Stiftung des Gewettssekretärs Karsten für Wittwen und Waisen verunglückter Warnemünder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1827, 14. Juni&lt;br /&gt;
:Besuch des Großherzogs Friedrich-Franz I. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1828&lt;br /&gt;
:Errichtung eines Damenbades &amp;quot;aus zwei geräumigen Badehäuschen bestehend&amp;quot; auf den sogenannten Kisten an der Ostseite edes Hafens, und zwar als Privatunternehmen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1830-1850&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1830 bis Anfang 1850 wurden die Dünen in Warnemünde geebnet, die Täler ausgefüllt, wuchsen ganz neue Häuserreihen zweistöckig, &amp;quot;modern&amp;quot;, empor, und wurden die neuen Gasthäuser, der Pavillion, das Gesellschaftshaus und Hübners-Hotel, angelegt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 23. Febr.&lt;br /&gt;
:weist das Gewett in einem Bericht noch auf das Fehlen ärztlicher Hilfe hin. - Seit ca. 1831 war dann Friedrich Wilhelm Schütz praktischer Wundarzt und Geburtshelfer daselbst. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833&lt;br /&gt;
:wird die Dünen-Pflege durch das Bauamt übernommen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1834, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Dampfschiffahrt zwischen Rostock und Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten. &lt;br /&gt;
:Die Zahl der Badegäste steigt infolgedessen in diesem Jahre schon auf über 1000 Personen.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835, 22. April&lt;br /&gt;
:Der Rat publiziert eine neue Lotsenordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835&lt;br /&gt;
:Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837, 8. Oktober&lt;br /&gt;
:Durchstich des Pagenwerders vom Breitling zum Warnemünder Strom vollendet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1843&lt;br /&gt;
:In den letzten Jahren waren durchschnittlich 1400 Badegäste in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1853, 14. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E. Raths der Stadt Rostock Hafen-Ordnung&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1857, 15. April&lt;br /&gt;
:[https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Datei:Wmde_Schiffsungl%C3%BCck_Laager_Anzeiger_April_1857.jpg Schiffsunglück auf der Warnow]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1859, seit&lt;br /&gt;
:besteht die Chaussee-Verbindung Rostocks mit Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1860&lt;br /&gt;
:Der Jurist Moritz Wiggers veröffentlicht seine Verteidigungsschrift [https://books.google.de/books?id=XyFWAAAAcAAJ&amp;amp;dq=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;f=false|&#039;&#039;&amp;quot;Nothwendigkeit einer gründlichen Reform der wirtschaftlichen Zustände in dem Hafenorte Warnemünde - Eine Verteidigung der Rechte der Warnemünder Bürgerschaft vom geschichtlichen, staatsrechtlichen und volkswirtschaftlichen Standpunkte&amp;quot;&#039;&#039;] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863&lt;br /&gt;
:Warnemünde erhält eine Telegraphenstation. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1865&lt;br /&gt;
:Einführung der Straßenbeleuchtung in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866&lt;br /&gt;
:Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels &amp;quot;Neptun&amp;quot;). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866-1871&lt;br /&gt;
:Bau der neuen Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stationiert in Warnemünde 2 Rettungsboote nebst Raketenapparat. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867, seit&lt;br /&gt;
:Wird wegen der Erbauung eines neuen Leuchtturmes verhandelt und die Platzfrage erwogen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1870/71&lt;br /&gt;
:Während des Deutsch-Französischen Krieges wird der Warnemünder Hafen zeitweilig von einer französischen Panzerschiffs-Flotte blockiert.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, 12./13. November&lt;br /&gt;
:Große Sturmflut, die viel Schaden anrichtet, u.a. Zerstörung aller Bäder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1873&lt;br /&gt;
:Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1874&lt;br /&gt;
:Abbruch der alten Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1875&lt;br /&gt;
:Beim Kaisermanöver war Flottenparade vor Kaiser Wilhelm I. auf der Warnemünder Reede. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1876&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte Kirchhof am Strande&amp;quot; wird geschlossen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1886&lt;br /&gt;
:[[Warnemünde erhält Straßennamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:Eröffnung des neuen Hafenbassins beim Bahnhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903&lt;br /&gt;
:Das alte Tief (ostwärts bei der Hohen-Düne) wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907&lt;br /&gt;
:Der alte Friedhof wird eingeebnet und in eine Parkanlage verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910, Januar&lt;br /&gt;
:Baubeginn der Strandbahn auf der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1918, 5. November&lt;br /&gt;
:Torpedoboote der aufständischen Kieler Schul-Halbflottille laufen unter roter Flagge in den Warnemünder Hafen ein. Deren Obermaate berufen in den Warnemünder Marineeinrichtungen Versammlungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6. November&lt;br /&gt;
:Auf die Kieler Initiative hin gründet sich ein Soldatenrat, die Matrosen der Flugzeugstation, der Vorpostenhalbflottille &amp;quot;West&amp;quot; und der 7. Halbflottille weigern sich in See zu gehen und noch länger Dienst zu tun. (RA 8.11.1918)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht neben dem Warnemünder Leuchtturm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erster alliierter Bombenangriff auf Warnemünde. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, April&lt;br /&gt;
:Bombardement auf Rostock und Warnemünde. Brände, Zerstörung und Verwüstung am Güterbahnhof, Hotel Reichshof und den Arado- sowie Heinkel-Flugzeugwerken. Eine Brandbombe trifft die Kirche und es kommt zu Brandschäden am Kircheninventar. Im Ergebnis werden der Christophorus und der Danziger Flügelaltar nach Hanstorf ausgelagert. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 8./9. Mai&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 7./8. September&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 23. Juli&lt;br /&gt;
:Die US-Airforce bombardiert Warnemünde zum wiederholten Male (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 29. Juli&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1944, 9. April&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 22. April&lt;br /&gt;
:Die beiden letzten Maschinen der Lufthansa, zwei JU-52 starteten aus dem eingekesselten Berlin schon unter Beschuss durch sowjetische Truppen. Dort unmittelbar vor der Eroberung des Rollfeldes gestartet erreichen sie Warnemünde. Sie konnten noch sicher und heil auf dem Fliegerhorst landen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Ein Feuer zerstört den (alten) &amp;quot;Teepott&amp;quot; (Teepavillon)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heinkel Betriebsgelände auf der Hohen Düne um 1927.jpg|Das Heinkel-Betriebsgelände um 1927 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde US Airforce 23.7.1943.jpg|US-Airforce Aufklärung des Bombardements vom 23.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:US Luftbild 27 B17 Warnemünde Angriff 29 7 1943 95th 100th BG a.JPG|US-Airforce 27 amerikanische B-17 Bomber im Anflug auf Warnemünde beim Bombardement vom 29.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1947, 13. Mai&lt;br /&gt;
:Der ausgelagerte Altar und die Christophorus-Plastik werden vom Auslagerungsort Hanstorf geholt und wieder in die Kirche gebracht. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968&lt;br /&gt;
:Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten. Maßgeblich unter der Leitung von Architekt Ulrich Müther und Stadtplaner Erich Kaufmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde seit der Wiedervereinigung===&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018, 22. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Umbau des Warnemünder Bahnhofs wird begonnen (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2019, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Die RoRo-Fähre der Reederei Transfennica gerät beim Einlaufen in der Hafeneinfahrt auf Grund und legt sich quer zwischen Ost- und Westmole, so das der gesammte Schiffsverkehr unterbrochen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2023/2024===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 1.September&lt;br /&gt;
:Im Rahmen des planmäßigen Aufbaus des Marine-Arsenals am ehemaligen MV-Werften-Standort wird die ehemalige Fregatte &amp;quot;Köln&amp;quot; im Trockendock saniert, zudem das Taucherschulboot &amp;quot;Baltrum&amp;quot;, das Wohnboot &amp;quot;Knurrhahn&amp;quot; und das Ex-Minenjagdboot &amp;quot;Auerbach&amp;quot;. Etwa 450 Mitarbeiter sind derzeit beschäftigt.&lt;br /&gt;
:Zudem laufen Verhandlungen, dass das belgische Unternehmen &amp;quot;Smulders&amp;quot; auf einem Teil des Werftgeländes, dass das Bundesverteidigungsministerium für das Marinearsenal gekauft hatte, Plattformen für die Offshore-Windbranche gebaut werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 4. September&lt;br /&gt;
:Der traditionsreiche Warnemünder Fischkutter &amp;quot;Chemnitz&amp;quot; wird wegen mangelnder Seetüchtigkeit von einem Schlepper in die Werft Rammin nach Barth begleitet. Zeitpunkt für Rückkehr nach Sanierung ungewiss. In den letzten Jahren wurden bereits die Kutter &amp;quot;Ueckermünde&amp;quot;, &amp;quot;Hanno Günther&amp;quot;, Zufriedenheit&amp;quot;, &amp;quot;Barth&amp;quot; und &amp;quot;Doberan&amp;quot; verschrottet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. September&lt;br /&gt;
:Mit einem Fest wird das 120-jährige Brückenjubiläum gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 16. September&lt;br /&gt;
:Am Riesenrad auf der Warnemünder Mittelmole wird das Oktoberfest mit dem traditionellen Fassanstich eingeläutet. Die Bayrischen Wochen dauern hier noch bis zum 8. Oktober.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 22. September&lt;br /&gt;
:Bei einem Besuch im Marinearsenal Warnemünde gab Verteidigungsminister Bois Pistorius &amp;quot;grünes Licht&amp;quot; für die Ansiedlung des belgischen Stahlbauunternehmens Smulders für den Bau von Konverterplattformen in direkter Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 26. September&lt;br /&gt;
:Der Stelzenbagger &amp;quot;Nicolaj SAJ&amp;quot; beendet die mehrwöchigen Ausbaggerungsarbeiten im Bereich der Warnemünder Westmole. Aus der sog. &amp;quot;Sandfalle&amp;quot; wurden ca. 45.000 m³ Sand ausgehoben. Diese hält die durch die Küstenströmung mitgeführten Sedimente zurück um eine Versandung des Fahrwassers zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Vom 29.09. bis 3.10. finden bereits zum elften Mal die &amp;quot;Stephan-Jantzen-Tage&amp;quot; in Warnemünde statt. Organisatoren der Veranstaltungen zu Ehren des legendären Warnemünder Seenotretters sind Andreas (Doc) Buhse und Knut Linke von der Agentur Kulturmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Auf der Hohen Düne übergibt Fregattenkapitänin Bianca Seifert am 29.09.23 nach gut 22 Monaten das Kommando über die Besatzung der Korvette &amp;quot;Bravo&amp;quot; an den 34-jährigen Korvettenkapitän Benjamin Bachmann ab. Bianca Seifert war die erste Kommandantin einer Korvette der Deutschen Marine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 30. September&lt;br /&gt;
:8. Ehrenamtsball der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und des Landkreises Rostock für Ehrenamtliche im Bereich der Behindertenhilfe, chronischen Erkrankungen und Selbsthilfe im Kurhaus Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Saisonende für die Rettungsschwimmer*innen und ihre wichtige eherenamtliche Arbeit an den Rostocker Stränden. In diesem Jahr gab es 328 Einsätze, davon 52 im Rettungsdienst. 21 Mal mussten Menschen aus der Ostsee gerettet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn der Sanierungsarbeiten des Liegeplatzes (LP 23) des Seenotrettungskreuzers der DGzRS am Westufer des Alten Stromes. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2024 geplant und soll ca. 1,1 Mio € betragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 3. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Verein &amp;quot;Tiere in Not Warnemünde&amp;quot; begeht sein 30. Jubiläum, den Barbara Linkis (84) seinerzeit gründete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Oktober&lt;br /&gt;
:1. Rostocker Blaulichttag am 7. Oktober in Warnemünde&lt;br /&gt;
:Um über die Tätigkeiten der Blaulichtorganisationen in Rostock zu informieren, findet erstmals diese Veranstaltung auf der Promenade, dem Leuchtturmvorplatz in Warnemünde sowie am Hauptturm der Wasserwacht, Höhe Hotel Neptun, statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 70.000. Besucher auf dem Warnemünder Leuchtturm wird der 14-jährige Dresdner Robert Klaus durch die Schatzmeisterin Ingelore Morenz und Andreas Herpoldt vom Leuchtturmverein begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 13. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 10.000. Gast des Jahres wird der Magdeburger Karl Geßler (80) willkommen geheißen. Er weilte mit seiner Frau Doris und Freunden zu einem Urlaub in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 14. Oktober&lt;br /&gt;
:In Warnemünde findet das 25. Kutterpullen statt. Bereits zum 2. Mal findet es am südlichen Ende des Alten Stromes statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein feiert im Kurhaus gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt den 125. Geburtstag des Warnemünder Leuchtturmes.&lt;br /&gt;
:Die Verleger Matthias Redieck und Achim Schade editieren dazu eine Sonderausgabe des Tidingsbringers &amp;quot;30 aus 125&amp;quot;  30 Geschichten aus 125 Jahren.&lt;br /&gt;
:Bis zum Jubiläum hatte der Leuchtturm über das Jahr 70 000 Besucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 20. und 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Eine schwere Strumflut wütet an der westlichen Ostseeküste. Auch Rostock trifft Starkregen. Der Wasserstand der Warnow am Mühlendamm zeigt beispielsweise ein Plus von 1,52 Metern über Null. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Pflanzaktion in der Rostocker Heide: Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück nimmt als Schirmherrin daran teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:Baustart für die langerwartete Umgestaltung des Warnemünder Georginenplatzes. Das Grünamt will im Zuge dieser Maßnahme die Versiegelung des Platzes mit Betonplatten und -mauern aufheben. Stattdessen soll ein geschwungener, naturverträglicher, wassergebundener Weg entstehen, sowie Schmuckbeete mit Dahlien (früher Georginen) angelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:Wegen dringender Wartungs- und Reparaturarbeiten muss die 120 Jahre alte historische Drehbrücke über den Alten Strom eine knappe Stunde gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. Oktober&lt;br /&gt;
:Vom 27.10. bis 04.12.2023 ist der Zugverkehr zwischen Rostock und Warnemünde unterbrochen und wird durch Schienenersatzverkehr (SEV) sichergestellt. Grund sind Gleisarbeiten zur Modernisierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur. Die Fahrzeit des SEV beträgt 50 statt 21 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Mit dem Anlegen der AidaMar geht die Kreuzfahrtsaison 2023 in Warnemünde zu Ende. In dieser Saison gingen lauf Rostock-Port 411.000 Kreuzfahrtgäste bei 133 Schiffsanläufen mit 30 Kreuzfahrtschiffen an und von Bord. Dies waren 6 Anläufe weniger als 2022 aber 40% mehr Kreuzfahrtgäste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Oktober&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Rostocker Eisbademeisters&amp;quot; starten am Warnemünder Strand in ihre neue Badesaison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn des Abrisses des ehemaligen Ärztehauses Wachtlerstraße 11. Durch die Wiro soll auf diesem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit 9 Mietwohnungen zwischen 80-125 m² errichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Heinz Plautz, Gründungsmitglied des Leuchtturmvereins tritt nach 30 Jahren aktiver Vereinsarbeit und einem Alter von 87 Jahren vom aktiven Dienst am Leuchtturm zurück, bleibt aber dem Verein weiter erhalten. Mit seinem zeichnerischen Talent hat er von allen seinen Kollegen eine Portraitzeichnung angefertigt, wie auch von dem verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Klaus Möller und dem amtierenden Vorsitzenden Mathias Stagat. Mehr als 100 großformatige Banner hat er für die beliebten Leuchtturm-Hochzeiten gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. November&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park Warnemünde findet eine Gedenkstunde für die auf See Gebliebenen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. November&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder und ehem. Fischer Karl-Heinz Ruschau (90) und seine Frau Erna (91) begehen nach einem ereignisreichen Leben ihre Gnaden- bzw. Platinhochzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 28.November&lt;br /&gt;
:Der 28.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 2. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 2. Dezember&lt;br /&gt;
:Am 2. Dezember um 12 Uhr öffnet der bisher größte Weihnachtsmarkt auf dem Warnemünder Kirchenplatz vor der Kirche. Der mittlerweile 14. Weihnachtsmarkt, organisiert durch den Handels- und Gewerbeverein Warnemünde, wird statt 11 nun 16 Stände haben. Außer montags und dienstags wird er bis zum 01. Januar 2024 geöffnet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 5. Dezember&lt;br /&gt;
:Nach 37 Jahren, 490 Ausstellungen mit 750 Künstlern schließt die Galerie Möller am Strom 68 für immer. Galeristin Ulrike Sabine Möller und ihr Mann Peter gehen in den wohlverdienten Ruhestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Dezember&lt;br /&gt;
:Zwischen dem 7. und 21. Dezember findet der traditionelle Weihnachtsbaumverkauf in der Rostocker Heide, an der Alten Forstbaumschule in Rostock-Hinrichshagen, statt. Jedes Jahr werden bis zu 1800 Bäume verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 8. Dezember&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Traditionsfirma &amp;quot;Meißner Elektronic&amp;quot; in der Mühlenstraße 12 feiert 75. Geschäftsjubiläum. Axel Meißner eröffnete die Firma für den Verkauf und Reparatur von Radiogeräten in der Poststraße 17. &lt;br /&gt;
:1954 hielten Fernsehgeräte Einzug ins Sortiment. Sohn Wilhelm Meißner führte das Geschäft bis 2022. Enkel Sven machte 1993 seine Prüfung zum Funkmechanikermeister. Seit Anfang der 1990er Jahre befindet sich das Geschäft an der heutigen Adresse. Seit 2022 ist Peter Jakel Geschäftsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 12. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein spendet aus den Einnahmen der bisherigen Turmbesuche insgesamt 9 000 Euro an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.&lt;br /&gt;
:Das Geld fließt in den Neubau eines Schuppens, der vor dem Seenotkreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; liegen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Bahnhof ist Spitzenreiter im Fahrgäste-Ranking der besten Bahnhöfe Deutschlands.&lt;br /&gt;
:Laut einer Analyse gehört der Warnemünder Bahnhof zu den beliebtesten in ganz Deutschland, zusammen mit den Stationen Brandenburger Tor und Mexikoplatz Berlin, Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und Landungsbrücken in Hamburg erhielt der Bahnhof 144 561 Bewertungen und damit 4,6 von 5 möglichen Sternen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Dezember&lt;br /&gt;
:Die älteste Warnemünderin und Rostockerin Gertrud Blohm ist friedlich in ihrem Warnemünder Zuhause eingeschlafen. Am 7.September feierte sie in ihrer Warnemünder Wohnung, in der sie bis zu ihrem Lebensende wohnte, ihren 111. Geburtstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. als Betreiberverein hat sein gestecktes Ziel von jährlich 10.000 Besuchern wieder erreicht und konnte im Heimatmuseum bis Jahresende 12.193 Besucher begrüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Jahresende&lt;br /&gt;
:Die 1910 eröffnete traditionsreiche Gaststätte &amp;quot;Forsthaus Markgrafenheide&amp;quot; beendet nach 113 Jahren ihren Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Neujahr&lt;br /&gt;
:Für das Jahr 2023 werden 2.156.422 Übernachtungen verbucht, das zweithöchste Ergebnis seit der Wendezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Januar&lt;br /&gt;
:Zum 24. Turmleuchten strömten erneut rund 45.000 Zuschauer. Veranstaltet von der Hanseatischen Eventagentur und dem Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. und unterstützt von zahlreichen Sponsoren und Partnern, ist das diesjährige Turmleuchten wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Jahresanfang schließt der 1995 eröffnete REWE-Markt an der Stadtautobahn für eine umfassende Sanierung. Nach dem geplanten Abschluss der Sanierung im 2. Quartal soll es wieder eine Fleischtheke geben und sog. Self-Checkout-Kassen neu eingeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3. Januar&lt;br /&gt;
:Laut Rudolf Kemnitz vom Deutschen Wetterdienst war das Jahr 2023 mit einer Durchschnittstemperatur in Warnemünde von 10,85°C das zweitwärmste Jahr seit 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. Januar&lt;br /&gt;
:Die Bäckereikette &amp;quot;Lila Bäcker&amp;quot; geht ins Insolvenzverfahren. Von den 232 Filialen sollen 160 erhalten bleiben. Darunter sind auch die beiden gut frequentierten Filialen in Warnemünde, Mühlenstr. 44 und Am Bahnhof 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 10. Januar&lt;br /&gt;
:Durch einen Warnstreik der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) kommt es auch vom 10.-12.1.24 zum Ausfall des gesamten Bahnverkehrs zwischen Warnemünde und Rostock Hbf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Januar&lt;br /&gt;
:Nach einem UN-Unifil-Einsatz vor der libanesischen Küste ist die Korvette &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; wieder zurück in ihrem Marinestützpunkt Warnemünde-Hohe Düne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Jetzt ist endgültig Schluss! Lila Bäcker schließt zum 1. Februar alle seine Filialen. Darunter auch die beiden Filialen in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12.Februar&lt;br /&gt;
:Mit dem 174 Meter langen Versorgungsschiff &amp;quot;Bonn&amp;quot; liegt in dieser Woche das größte Schiff der Bundesmarine im Trockendock der Bundesmarine.&lt;br /&gt;
:Das Trockendock ist insgesamt 320 Meter lang und 54 Meter breit. Damit können dort sämtliche Einheiten der Deutschen Marine gedockt werden. Im laufenden Jahr sollen noch die Korvetten &amp;quot;Erfurt&amp;quot; und &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; sowie der Tender &amp;quot;Rhein&amp;quot; instandgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Februar/März&lt;br /&gt;
:Der portugiesische Bagger &amp;quot;Fernao de Magalhaes&amp;quot;, 139 Meter lang, 29 Meter breit, kann mit der Kraft von 10 000 PS selbst festes Gestein bis zu einer Tiefe von 35 Metern entfernen. Er baggert den Seekanal auf eine Tiefe von 16,5 Metern aus.&lt;br /&gt;
:Damit sollen zukünftig &#039;&#039;&#039;Tanker&#039;&#039;&#039; von bis zu 15 Metern Tiefgang in den Rostocker Hafen einfahren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. März&lt;br /&gt;
:Zu einem Osterspaziergang im Revier Schnatermann lädt das Stadtforstamt Interessierte ein. Dabei können die Teilnehmer bei einer geführten Wanderung die Vielfalt und Besonderheiten dieses Teiles der Heide erleben, der sich gerade im zeitigen Frühjahr von einer seiner schönsten Seiten zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 25. April&lt;br /&gt;
:Auf der Neptun-Werft erfolgt die Kiellegung für ein weiteres Versorgungsschiff für die Deutsche Marine.&lt;br /&gt;
:Es ist bereits das zweite Kriegsschiff der neuen Klasse 707 binnen eines Jahres dessen Bau begonnen worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. April&lt;br /&gt;
:Mit dem &amp;quot;Warnemünder Frühlingslandgang&amp;quot; (fast 30 Jahre als &amp;quot;Stromerwachen&amp;quot; bekannt) wird traditionell die Warnemünder Sommersaison eröffnet. Auf der Warnemünder Promenade befindet sich eine maritime Bummelmeile mit Kunsthandwerk und Gastronomie. Die Warnemünder Bademeisters beenden an diesem Tag ihre Badesaison.&lt;br /&gt;
:Führung über den Neuen Friedhof Warnemünde: Das Begräbnisareal ist in den 1920er-Jahren angelegt worden. Es umfasst heute eine Fläche von knapp fünf Hektar. Zahlreiche Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Einige von ihnen, darunter Handwerker, Wissenschaftler, Händler, Ärzte, Abenteurer, werden beim Rundgang mit der Historikerin Dr. Antje Krause näher vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. bis 12. Mai&lt;br /&gt;
:Das diesjährige Kleinkunstfest findet auf dem Leuchtturmvorplatz und entlang der Seepromenade statt. Kleinkunst unterschiedlicher Art, Spaß, Unterhaltung, Mitmachaktionen, Überraschungen, kleine Köstlichkeiten und auch ein Händlermarkt gehören dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Mai&lt;br /&gt;
:In der Yachthafenresidenz Hohe Düne findet die 29. Landesmeisterschaft der Auszubildenden des Gastgewerbes statt. Die hier als Beste gekürten Teilnehmer und angehenden Köche treten danach als &amp;quot;Mannschaft Mecklenburg-Vorpommern&amp;quot; bei der angehenden Jugendmeisterschaft im Herbstin Bonn an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 15. Mai&lt;br /&gt;
:Nach über 5 Monaten Umbauzeit wird der Warnemünder REWE-Markt an der Stadtautobahn mit einer großen Feier wiedereröffnet. Mehr als vier Millionen Euro hat die Rewe Group in den Standort investiert und dabei auf neue Konzepte gesetzt, sagt Norbert Richartz, Vertriebsleiter Region Ost bei Rewe. Bis zur Insolvenz hatte der Lila Bäcker den Bäckereistand samt Café im Warnemünder Markt betrieben. Diesen hat nun die Bäckerei von Allwörden übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Mai&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Reparaturarbeiten durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. Mai&lt;br /&gt;
:Distinguished Gentleman&#039;s Ride in Warnemünde: Am Pfingstsonntag ist Warnemünde wieder Teil eines Spektakels, bei dem sich stilbewusste Motorradfahrerinnen und -fahrer zusammenfinden. Die Teilnehmer der weltweiten Bewegung sammeln Spenden für die Erforschung und Behandlung von Männerkrankheiten und tragen so dazu bei, Leben zu retten. Die Fahrt geht vom Neuen Markt in Rostock über mehrere Stadtteile bis nach Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Mai&lt;br /&gt;
:Warnemünder Schiffe auf Pazifik-Mission&lt;br /&gt;
:Die in Hohe Düne stationierten Schiffe, Versorgungsschiff &amp;quot;Frankfurt am Main&amp;quot; und Fregatte &amp;quot;Baden-Württemberg&amp;quot; sind auf der Reise rund um die Welt um in der Nato-Pazifik-Mission die brisante Straße von Taiwan zu durchqueren. &amp;quot;Deutschland will mit der Mission vor allem sein Interesse an den Entwicklungen in der indo-pazifischen Region unterstreichen und seine Solidarität mit den Wertepartnern wie Japan oder Singapur zeigen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Der frisch sanierte Warnemünder Georginenplatz wird am 18. Juni 2024 von Rostocks Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde eingeweiht. Die Neugestaltung des denkmalgeschützten Areals hatte sich an dessen ursprünglicher Optik aus den 1920er-Jahren orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Juni&lt;br /&gt;
:Beim dritten Summer Open auf dem Golfplatz in Warnemünde kamen 1170 Euro an Spenden zusammen mit denen das Rostocker Frauenhaus unterstützt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. Juli&lt;br /&gt;
:Mit dem traditionellen Festumzug, dem 21. &amp;quot;Niegen Warnemünder Ümgang&amp;quot; mit ca. 2500 aktiven Mitwirkenden, vom Leuchtturm beginnend, durch die Alexandrinenstraße, Kirchenplatz, wird die 86. Warnemünder Woche, eines der größten Segelereignisse an der deutschen Ostseeküste, von der Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger im Warnemünder Kurhausgarten mit einem Fassbieranstich eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Juli&lt;br /&gt;
:Das Marinearsenal in Warnemünde soll binnen drei bis fünf Jahren &amp;quot;kriegstüchtig&amp;quot; werden erklärt der Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) am Rande eines Besuches in Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. Juli&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park wird anlässlich des 150. Todestages von Fritz Reuter (1810-1874) wieder eine Warnemünder Fritz-Reuter-Eiche eingeweiht. &lt;br /&gt;
:Das von Museumsverein, Leuchtturmverein, Warnemünde-Verein und Trachtengruppe initiierte &amp;quot;Erinnerungsensemble&amp;quot; besteht neben der über 100 Jahre alten Eiche aus einem Markierungsstein, einer zweisprachigen Infotafel sowie einer Bank. Die Einweihung fand unter reger Teilnahme der Warnemünder Vereine und Bevölkerung statt.&lt;br /&gt;
:Der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. lädt Freunde und Partner und Wegbegleiter anlässlich des 30-jährigen Bestehens zu einer Ausfahrt mit einem historischen Segelschiff, der Kogge „Wissemara“ ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. Juli&lt;br /&gt;
:Bilanz am Ende der 86. Warnemünder Woche&lt;br /&gt;
:Sportlich waren die Segelwettbewerbe die Glanzlichter, 15 Regatten verschiedener Schiffsklassen,&lt;br /&gt;
:Events der 1. und 2. Segelbundesliga, sowie die Sailing Champions League standen an.&lt;br /&gt;
:Mehr als 800 Sportler in rund 400 Booten hatten sich angemeldet.&lt;br /&gt;
:Den Ausgang bildete ein Drachenbootfestival mit rund 1200 Sportlern&lt;br /&gt;
:Eine Flaute und eine Unwetterwarnung störten kurzzeitig deren Abläufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 27. Juli&lt;br /&gt;
:Im Kurhausgarten findet das erste &amp;quot;Buntes Meer Festival&amp;quot;, eine Mischung aus Kunstmarkt, Konzert und Unterhaltung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Juli&lt;br /&gt;
:Bundesratspräsidentin Manuela Schwesig (SPD) reist zu den Olympischen Spielen nach Paris.&lt;br /&gt;
:Dort wirbt sie für das Segelrevier Rostock-Warnemünde im Falle einer deutschen Bewerbung für Olympia. Dafür gibt es einen Beschluss des Landtages.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 31. Juli&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Fischereikutterverein „Jugend zur See“ verabschiedet sich von seinem Fischkutter „Pasewalk“, einem der letzten bislang fahrtüchtigen Warnemünder 17-m-Kutter. Der vor allem bei Kindern und Jugendlichen für seine Freizeit-Piratenfahrten beliebte Kutter liegt derzeit auf dem Trockenen im Fischereihafen Bramow und soll für den symbolischen Preis von einem Euro verkauft werden, so der Vereinsvorsitzende Norbert Ripka. Als Grund nannte er zu hohe Kosten für die notwendige wiederkehrende Klassifizierung des über 70 Jahren alten Traditionsschiffes. Der 17 Meter lange und 5,60 Meter breite Kutter wurde 1950 auf der VEB Boddenwerft Damgarten gebaut. Der Fischkutterverein ist ein anerkannter Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 2. August&lt;br /&gt;
:Am Strand von Warnemünde startet das 2. High-Seaciety-Festival mit drei Tagen Livemusik und Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7.bis 11. August &lt;br /&gt;
:Die 33. Hanse Sail begeistert rund 500.000 Besucher, 138 Traditionssegler waren dabei.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Gorch Fock II&amp;quot;, das Segelschulschiff  der Marine läuft um 10.00 Uhr in Warnemünde ein und ist am Passagierkai 1 bis zum 11. August eines der Glanzlichter der diesjährigen Hansesail.&lt;br /&gt;
:Am ersten Tag der Hanse Sail startet vom süddänischen Nysted die große Haikutter-Regatta. Die alten Fischerboote segeln auf dem schnellsten Wege nach Warnemünde und laufen am Abend am Ziel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. August&lt;br /&gt;
:Auf einer Marinebarkasse der Bundesmarine, im  Stützpunkt Hohe Düne stationiert, bricht ein Brand aus. Der Brand brach aus ungeklärter Ursache im Führerhaus, die dicken Rauchschwaden waren von hoher See aus über 3 km weit zu sehen. Die zwei an Bord befindlichen Mannschaftsmitglieder wurden von der Wasserschutzpolizei unverletzt gerettet und der Brand konnte gelöscht werden. Auch der Seenotrettungskreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; war an dem Rettungseinsatz beteiligt. Der Havarist wurde in den Marine-Stützpunkt geschleppt.&lt;br /&gt;
:Die Polizei hatte eine Gruppe Ladendiebe auf frischer Tat ertappt, die zuvor beobachtet wurden, wie sie Textilien von Ständern verschiedener Geschäfte am Alten Strom stahlen. Mit Unterstützung der Bundespolizei konnten Beamte die Diebe am Warnemünder Bahnhof stellen. Sie trugen die gestohlenen Kleidungsstücke zum Teil bereits am Leib und hatten vor der Tat bereits einen Platzverweis wegen Randalierens erhalten. Die Diebe waren der Polizei nicht unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Hochsee-Racer macht in Warnemünde Station.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Offshore-Racer&amp;quot;des Teams &amp;quot;Next Generation Sailing&amp;quot; machte in der Marina Hohe Düne fest und übernahm dort den Namen des neuen Sponsors &amp;quot;Task Engineering&amp;quot; eines deutsch-dänischen Unternehmens. Das Boot ist ein reines Rennboot und bis zu 30 Knoten schnell. Es ist einzig dazu gebaut Hochseerennen zu bestreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Auf dem Leuchtturm wurde der 50.000. Jubiläumsgast begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. bis 25. August&lt;br /&gt;
:Europas Top-Athleten messen sich bei &amp;quot;Battle The Beach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Strand ist drei Tage lang Schauplatz eines sportlichen Großereignisses in der sechsten Runde. 560 Athleten aus ganz Europa messen sich in verschiedenen Disziplinen wie Gewichtheben, Triatlon, Wassersport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,26. August&lt;br /&gt;
:Nach der im September 2023 beschlossenen Erhöhung und Ausweitung der Kurabgabe auf das gesamte Stadtgebiet klingelt es ordentlich in der Stadtkasse.&lt;br /&gt;
:Zwischen September2023 und Juli 2024 flossen insgesamt 4,5 Millionen Euro in die Stadtkasse. Davon entfallen 2,014 Millionen Euro auf Warnemünde, 817.000 Euro auf Markrafenheide und 332.000 Euro auf Diedrichshagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2024/2025===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 8. September&lt;br /&gt;
:Das Heimatmuseum Warnemünde nimmt auch in diesem Jahr am deutschlandweit organisierten &amp;quot;Tag des offenen Denkmals&amp;quot; teil und präsentiert im Heimatmuseum zusammen mit der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. sowie dem Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum M-V e.V. den „Thementag Archäologie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. bis 13. September&lt;br /&gt;
:8. Rostocker Großmotorentagung in der Yachthafenresidenz Hohe Düne. Sie steht unter dem Motto: „Die Zukunft der Großmotoren – Neue Technologien und Kraftstoffoptionen: Die Wege zur sauberen Schifffahrt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. September&lt;br /&gt;
:wurde der Dreh-Test der 120 Jahre alten Warnemünder Bahnhofsbrücke, unter Anwesenheit mehrerer tausend Besucher, als Herzstück des jährlichen Büchenfestes zu einem erlebenswerten Spektakel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 20. September&lt;br /&gt;
:Auftakt im Rahmen der MeerBeats-Tour 2024 von Warnemünde nach Hamburg mit Mein Schiff 7. &lt;br /&gt;
Auf dem Schiff findet an diesem Tag die MV Cruise Conference statt. Außerdem treten Die Fantastischen Vier am 20. September 2024 auf. Sie sind dann auch bei der nachfolgenden Reise nach Hamburg dabei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. September&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. September&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. September&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. September&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. September&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.-6. Oktober&lt;br /&gt;
:Für die Stephan-Jantzen Tage – Namensgeber ist der legendäre Warnemünder Lotsenkapitän – wird der Platz vor dem Warnemünder Leuchtturm zum Hauptveranstaltungsort. Zu den Höhepunkten gehört die Aufführung der Stephan-Jantzen-Suite. Für die Besucher ist viel Musik, Kultur und maritimes Flair zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Am 9. Oktober 2024 besteht der Museumsverein Warnemünde e.V. seit 20 Jahren. Mit großem Engagement haben sich die Vereinsmitglieder um Vorsitzenden Uwe Heimhardt für dieses Kleinod in Warnemünde eingesetzt. Im Mai 2017 hat Christoph Wegner die Leitung des Museums übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Nachmittag prallt eine Fähre wegen eines Maschinenausfalls auf den Fähranleger in Hohe Düne. Drei Menschen wurden dabei verletzt. Bereits am Abend kann der Fährbetrieb nach Reparatur wieder aufgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:14. Pflanzaktion „Bürger für Bäume“: In gemeinsamer Aktion initiieren der Zoo und das Stadtforstamt eine Aufforstungskampagne in der Rostocker Heide. Insgesamt werden 5.000 Traubeneichen-, Esskastanien-, Roterlen-, Ebereschen- und Buchensetzlinge in die Erde gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
:Die Initiative DigitalTeilhabe in Warnemünde lädt Senior*innen und Interessierte zum Digital-Thementagen „iPhone&amp;amp;Smartphone“ in den Gemeindesaal der Evangelischen Kirche ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Oktober&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Dafür ist dieser Überweg wegen der Drehung der Brücke für eine halbe Stunde gesperrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. November&lt;br /&gt;
:Nach zwei Jahren umfassenden Arbeitens ist die Vertiefung des Seekanals Warnemünde auf 16 km Länge abgeschlossen. Um die durchgehende Tiefe der Baltic-Max-Norm (17 m Tiefgang) zu erreichen, investierte der Bund ca. 100 Mio. Euro in das Projekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 5. bis 7. November&lt;br /&gt;
:5. Rostock Ocean Convention meets Hydro 2024: Vom 5. bis 7. November 2024 findet die internationale hydrographische Konferenz und Ausstellung HYDRO 2024 statt. Es werden aktuelle Trends, neueste Entwicklungen und Projekte der Unterwassertechnologie gezeigt. Die Veranstaltung bietet mehr als 190 Teilnehmern, Referenten und Partnern eine Kommunikationsplattform. Im Yachthafen Hohe Düne sind dabei beispielsweise spannende Bootsvorführungen unterschiedlicher Anbieter zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. November&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. feiert in der Cafeteria und Eventlocation &amp;quot;Laak 5&amp;quot; mit einer Vielzahl seiner Mitglieder sein 20-jähriges Bestehen. Der Verein hat zum 1.1.2005 die Betriebsführung des Heimatmuseums übernommen und kann seither auf eine überaus erfolgreiche Entwicklung des Heimatmuseums zurückblicken. Neben Grußworten anderer Warnemünder Vereine äußerten sich auch Sigrid Hecht (Chefin des städtischen Eigenbetriebs KOE) und die neue Kulturamtsleiterin Anne-Katrin Bicher positiv über die Entwicklung des Museums und versprachen auch in Zukunft die Geschicke des Museumsvereins tatkräftig zu unterstützen&lt;br /&gt;
. &lt;br /&gt;
;2024, 8. November&lt;br /&gt;
:Inklusives Unternehmerfrühstück im DOCK INN. Es geht darum wie man Menschen mit Behinderung besser im Berufsalltag integrieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 17. November&lt;br /&gt;
:Kranzniederlegung an der Gedenkstätte „Für alle auf See Gebliebenen“, organisiert von der Nautischen Kameradschaft Poseidon e.V., im Stephan-Jantzen-Park.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. und 20. November&lt;br /&gt;
:3. Lotsenkonferenz der Bundeslotsenkammer im Technologiepark Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Es geht dabei u.a. um 70 Jahre Seelotsgesetz &amp;amp; 70 Jahre Bundeslotsenkammer und um einen Kerninhalt des Seelotsgesetzes, nämlich die neu strukturierte :Seelotsenausbildung 2024. In Kooperation mit den Hochschulen Wismar/Warnemünde und Flensburg wird erstmalig eine hochqualifizierte Seelotsenausbildung in Form eines Masterstudienganges angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Obdachlosengala in Warnemünde: Bereits zum siebenten Mal lädt das Hostel „Dock in“ 160 Bedürftige zum Weihnachtsschmaus. Unter den 50 Helferinnen und Helfern war diesmal als Überraschungsgast Monchi, der Frontman der bekannten Rockband Feine Sahne Fischfilet.&lt;br /&gt;
:Zu einem stimmungsvollen Start in die Vorweihnachtszeit lädt das 22. Adventssingen am Warnemünder Leuchtturm ein. Erneut sorgt der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. mit einem Programm voller Musik für unvergessliche Momente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.Dezember&lt;br /&gt;
:Der 29.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 7. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. bis 21.. Dezember&lt;br /&gt;
:Traditioneller Weihnachtsbaumverkauf in Hinrichshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,23.Dezember&lt;br /&gt;
:In der abgelaufenen Saison wurden in Warnemünde 148 Schiffsanläufe von 38 Kreuzfahrschiffen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025,1.Januar&lt;br /&gt;
:Das zum 25. Mal statt zu findende Neujahrsfest des Turmleuchtens wurde wegen Sturm nur wenige Stunden vor Beginn abgesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.-3. Februar&lt;br /&gt;
:Die Fregatte &amp;quot;Nordrhein-Westfalen&amp;quot; der Bundesmarine liegt für drei Tage an der Passagierkai-Promenade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Februar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde, die Initiative DigitalTeilhabe lädt Seniorinnen, Senioren und Interessierte zu Digital-Thementagen „iPhone, Smartphone &amp;amp; Co&amp;quot; ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Beginn der Bauarbeiten: Neue Mittelinsel soll Querung der Richard-Wagner-Straße erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.März&lt;br /&gt;
:65.000 Menschen besuchen das nachgeholte 25. Turmleuchten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 25. März&lt;br /&gt;
:Es wird natürlich bunter - Saisonbepflanzung startet in Warnemünde, 10.365 Pflanzen kommen kurz nach Sonnenaufgang in den Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. April&lt;br /&gt;
:Beidseitig der Rostocker Straße werden Radverkehrsanlagen ausgebaut bzw. neu markiert, die gesamte Baumaßnahme erfolgt in vier Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt beginnt am Knoten Richard-Wagner-Straße und führt zur Johann-Sebastian-Bach-Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 12. April&lt;br /&gt;
:Von April bis Oktober 2025 dreht sich das XXL-Riesenrad in Warnemünde. Mit dem „Eye 55“ (was für eine Höhe von 55 m steht) auf der Mittelmole hat man eine tolle Aussicht über das Seebad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. April&lt;br /&gt;
:Beginn der diesjährigen Warnemünder Kreuzfahrtsaison mit dem Anlauf der „AIDAmar“. Bislang sind für 2025 von 23 Kreuzfahrtreedereien 167 Anläufe von 36 Kreuzfahrtschiffen angemeldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 16. April&lt;br /&gt;
:Mit einem abwechslungsreichen Programm, einer Mischung aus Geschichte und Kultur starten die beliebten Warnemünder Museumsabende im Heimatmuseum Warnemünde in die nächste Saison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. April&lt;br /&gt;
:Vom 17. April bis zum 2. November zeigen Künstler aus aller Welt Sandskulpturen zu den „Geheimnissen der sieben Weltmeere“ im Rahmen der 15. Sandwelt in Warnemünde am Pier 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 19. April&lt;br /&gt;
:Die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde entzündet das traditionelle Osterfeuer am Strand unterhalb des Leuchtturms. Die anschließende Fackelwanderung entlang des Alten Stroms wird von der „Sax’n Anhalt VIP Band“ begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 28. April&lt;br /&gt;
:Die neue automatische Versenkpolleranlage in der Warnemünder Kirchenstraße geht in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einem Konzert des Landespolizeiorchesters startet die Meeresbrise-Konzertreihe in die fünfte Saison. Bis Ende September sollen noch 22 Konzerte im Kurhausgarten OpenAir folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 14. Mai&lt;br /&gt;
:Eine neue öffentliche WC-Anlage wird am Strandaufgang 18, auf Höhe des Strandwegs 14 installiert. Zwei große Kräne müssen zum Einsatz kommen, um das Modul mit einem Gewicht von rund 35 Tonnen hinter der Düne zu platzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einer feierlichen Zeremonie wird die neue Sportschule Warnemünde auf der Mittelmole offiziell eröffnet. Der Neubau hat rund 31,8 Millionen Euro gekostet. Der Gebäudekomplex bietet Sportlern aller Disziplinen ideale Bedingungen. Außerdem soll die Sportschule künftig eine zentrale Rolle bei der Durchführung von Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Warnemünder Woche oder Segelregatten auf Bundesebene spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Mai&lt;br /&gt;
:Der sanierte und modernisierte Liegeplatz 23 im Alten Strom sowie das neue Betriebsgebäude für den Seenotrettungskreuzer ARKONA der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden offiziell durch den Hafensenator Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Hafenkapitän Falk Zachau sowie DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler und Mario Lange, Vormann der ARKONA, in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für den neuen Anleger belaufen sich auf 1,1 Mio. Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 30.Mai&lt;br /&gt;
:Am Liegplatz 23, des Seenotkreuzers &amp;quot;Arkona&amp;quot;, am alten Strom, wird ein neues Betriebsgebäude der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 31. Mai&lt;br /&gt;
:Einweihung des multifunktionalen Beachsportfeldes für die Sportarten Beachsoccer, Beachvolleyball und Beachhandball im Sportpark Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juni&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der „SeaDream 2“. Das Luxusschiff mit 108 Metern Länge und 14 Metern Breite (Baujahr 1985) ähnelt eher einer Yacht und bietet Platz für maximal 112 Gäste in 56 Kabinen bei einer Besatzungsstärke von etwa 100 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juni&lt;br /&gt;
:Die „Sky Princess“ der Reederei Princess Cruises ist mit einer Länge von etwa 330 Metern und einer Bruttoraumzahl von 145.281 das längste und größte der 2025 in Warnemünde anlandenden Kreuzfahrtschiffe. Der Ozeanriese bietet Platz für 3660 Passagiere. Auf 19 Decks gibt es 1830 Kabinen, acht Restaurants, zehn Bars, mehrere Lounges, ein Theater, einen Spa-Bereich sowie vier Pools und acht Whirlpools. Am 22.7. erfolgt ein zweiter Anlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.Juni&lt;br /&gt;
:Mehr als 30 Schiffe verschiedener NATO-Mitgliedsländer haben in Warnemünde und Hohe Düne festgemacht um von hier aus zur zweiwöchigen Großübung Manöver Baltops (Baltic Operation) zu starten.&lt;br /&gt;
:Größtes teilnehmendes Kriegsschiff ist der US-Zerstörer &amp;quot;USS Mount Whitney&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das Auslaufen der Schiffe wird auch von Protesten begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 18. bis 20. Juni&lt;br /&gt;
:33. Nordische Baumtage. Eines der Themen ist „Stadtgrün im Klimawandel“. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock im Warnemünder Technologiepark durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt mit dem Diplomatischen Korps nach Mecklenburg-Vorpommern und empfängt dafür am 24. Juni in Warnemünde an Bord der Gorch Fock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VISTA / Reederei Oceana Cruises Länge: 241,10 m Breite: 32,31 m&lt;br /&gt;
Gewicht: 67.817 BRZ Baujahr: 2023 Passagiere: 1.218 (max. 1.469)&lt;br /&gt;
:Neue Runde für die „Warnemünder Abende“. Mit der Vortragsreihe des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung werden spannende Einblicke in die Geheimnisse eines einzigartigen Lebensraums gewährt. Einmal monatlich, immer donnerstags. finden ab 4. September im großen Vortragssaal des IOW in der Seestraße 15 weitere Veranstaltungen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juli&lt;br /&gt;
:Im Heimatmuseum Warnemünde wird die Sonderausstellung &amp;quot;Ob die Möwen manchmal an mich denken? Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee&amp;quot; eröffnet. Kuratorin der Ausstellung ist die Journalistin sowie Autorin des gleichnamigen Buches Dr. Kristine von Soden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.-13. Juli&lt;br /&gt;
:87. Warnemünder Woche mit dem &amp;quot;Niegen Ümgang&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. Juli&lt;br /&gt;
:Doppelanlauf der Kreuzfahrtschiffe MSC Poesia und der Nordstjernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Juli&lt;br /&gt;
:Das schon legendäre Open Air am Meer „Rauch auf dem Wasser“ lädt zum 21. Mal in den Warnemünder Kurhausgarten ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 8. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VIKING SATURN / Reederei Viking Ocean Cruises. Sie befindet sich auf einer zweiwöchigen Reise von Bergen in Norwegen nach Stockholm in Schweden. Das Schiff ist 227 Meter lang und für 930 Passagiere ausgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der ILMA / Reederei Ritz-Carlton Yacht Collection. Die Luxus-Kreuzfahrtyacht ist ein 241 Meter langes Schiff, das 456 Passagiere beherbergen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 6. August&lt;br /&gt;
:Erstmals in MV werden von Menschen aufgezogene Sandregenpfeifer ausgewildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. -10. August&lt;br /&gt;
:An der 34. Hansesail nehmen über 120 Schiffe teil. Die Sail hat rund eine halbe Million Besucher und ist damit das weltweit größte Treffen historischer Segelschiffe. Anführendes Flaggschiff ist in diesem Jahr die Dreimastbark &amp;quot;Belem&amp;quot; aus Frankreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. August&lt;br /&gt;
:Zum 13. Mal ist die Strand Arena Schauplatz der Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft. Im Finale holen sich die Beach Royals Düsseldorf den Titel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 20. August&lt;br /&gt;
:Die am Vortag havarierte „Nordstjernen“ kann am Nachmittag Warnemünde wieder verlassen. Das historische Hurtigruten-Schiff hatte am Abend beim Ablegen am Cruise Center eine Böschung gerammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 21. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf „Le Lape’rouse“, Reederei Compagnie Du Ponant. Auf diesem kleineren Kreuzfahrtschiff finden 184 Passagiere Platz, es ist 131 Meter lang und 2018 gebaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2025/2026===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. September&lt;br /&gt;
:Unter dem Motto „Gesund älter werden in Rostock“ startet der 5. Senioreninformationstag anlässlich der Tage der Regeneration in Warnemünde am Leuchtturm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. September&lt;br /&gt;
:Bundeskanzler Merz besucht erstmals die Marine in Hohe Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. September&lt;br /&gt;
:40 Schiffe aus 14 Nationen mit 2700 Soldatinnen und Soldaten nehmen am Marinemanöver Northern Coasts teil. Vom 29. August bis 12. September 2025 üben multinationale Seestreitkräfte unter deutscher Leitung in der Ostsee. In Warnemünde hat das Versorgungsschiff VIRSAITIS (A 53), ein Marineschiff Lettische Marine festgemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 15. September&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Brauerei &amp;quot;Hoppen un Molt&amp;quot; feiert ihr 10-jähriges Bestehen.&lt;br /&gt;
;29.Oktober&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, seit Oktober 2004 Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V., erhält im Zuge einer kleinen Feierstunde im Heimatmuseum für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement den Stiftungspreis der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Oktober&lt;br /&gt;
:Stephan Frey wird neuer Pastor in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Oktober&lt;br /&gt;
:Feierliche Grundsteinlegung für ein Parkhaus in Hohe Düne. - Wegen des Wegfalls des bisherigen Mieter-Parkplatzes im Bereich Hohe Dünne 22-27, hier sollen zusätzliche Wohnungen entstehen, errichtet die Goldbeck Nordost GmbH auf rund 4.000 Quadratmetern Fläche insgesamt 220 Anwohnerparkplätze. &lt;br /&gt;
:Die Fertigstellung des Parkhauses ist für Mitte 2026 geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5. November &lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrschiff &amp;quot;Aidadiva&amp;quot; legt am Liegeplatz 7 an und beschließt mit ihrem Anlauf die diesjährige Kreuzfahrtsaison.&lt;br /&gt;
:Insgesamt sind über das Jahr 592.000 Seereisende  (2024: 532.000) von 35 Kreuzfahrtschiffen (2024: 37) in Warnemünde an und von Bord gegangen.&lt;br /&gt;
:Das größte Schiff in dieser Saison war die &amp;quot;Sky Princess&amp;quot; mit einer Länge von 330 Metern und einer Kapazität von rund 3700 Passagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. November&lt;br /&gt;
:Die Bürgerinitiative &amp;quot;Rettet den Küstenwald&amp;quot; verhindert die Fällung der 100-jährigen Kastanie in der Rostocker Straße und setzt deren Aufnahme in die Liste der geschützten Bäume durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. November&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V. erhält den Ehrenpreis um besondere Verdienste um die Bewahrung  und Vermittlung mecklenburgischen Kulturerbes der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:Auf die Warnemünder Kinder wartet am Martinstag ein schöner Brauch. In bewährter Kooperation laden die Ev.-Luth. Kirchgemeinde und die Tourismuszentrale an diesem Tag zum Sankt-Martins-Umzug ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. November&lt;br /&gt;
:Das Riesenrad auf der Mittelmole wird abgebaut und stellt seinen Betrieb endgültig ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1025, 27. November&lt;br /&gt;
:Der dreißigste Band des &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird vom Verlag Redieck und Schade, gemeinsam mit dem Leuchtturmverein Warnemünde präsentiert. Somit erscheint erscheint dieser beliebteste Warnemünde-Almanach nunmehr ununterbrochen seit drei Jahrzehnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Dezember&lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrtschiff „Amadea“ der Reederei Phönix Reisen beendet die Kreuzfahrtsaison in Warnmünde. Das durch die ZDF-Sendung «Das Traumschiff» bekannte 193 Meter lange Schiff bietet Platz für 570 Passagiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. November&lt;br /&gt;
:Im Hotel Neptun in Warnemünde lädt der NDR Jazztime Bigband Ball Mecklenburg-Vorpommern zu einem stilvollen Abend voller Musik und Unterhaltung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 29. November&lt;br /&gt;
:Eröffnungstag des traditionellen Weihnachts- und Neujahrsmarktes Warnemünde auf dem Warnemünder Kirchenplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 5. Januar&lt;br /&gt;
:Brand im Erdgeschoss eines Hauses &amp;quot;Am Strom&amp;quot;. An dem knapp 2 Stunden dauernden Einsatz waren insgesamt 34 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde und des Rettungsdienstes beteiligt. Verletzte waren nicht zu beklagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 30. Januar&lt;br /&gt;
:In Berlin hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner die Kampagne mit dem Titel „Berlin gewinnt mit Olympia“ vorgestellt. Die Bundeshauptstadt setzt mit ihrer Bewerbung um die Austragung Olympischer Sommerspiele für 2036, 2040 oder 2044 auf Rostock-Warnemünde als Standort für die olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe.&lt;br /&gt;
;Rostock verbietet per Ratsbeschluß privates Feuerwerk am Warnemünder Ostseestrand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. März&lt;br /&gt;
:Erstmals seit Bestehen des Marinearsenals Warnemünde wird mit U34 , eines der 6 U-Boote vom Typ U212a hier überholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 14.März&lt;br /&gt;
:Die Tourismuszentrale veröffentlicht die Besucherzahl des Jahres 2025. mit 2.317.693 Übernachtungen wird hier der 2019 aufgestellte Rekord übertroffen, womit Rostock an erster Stelle für das Land Mecklenburf-Vorpommern liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.März&lt;br /&gt;
:Das Ausfugsschiff MS Baltica wird nach dreißig Dienstjahren in Warnemünde außer Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 26. März&lt;br /&gt;
:Lotsenältermann Andreas Krüger wird nach 25 Jahren Arbeit als Seelotse in den Ruhestand verabschiedet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 28. März&lt;br /&gt;
:Die AIDAdiva eröffnet die Kreuzfahrsaison&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 1. April&lt;br /&gt;
:Steffen Herz (58) übernimmt die Leitung der Verkehrszentrale Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12.April&lt;br /&gt;
:Warnemünde hat wieder ein neues Riesenrad. die Schaustellerfamilie Geisler hat auf der Mittelmole mit dem 55 Meter hohen Riesenrad, in dem sich 42 klimatisierte, geschlossene Riesengondeln befinden, damit neben Teepott und Leuchtturm ein weiteres Wahrzeichen hinzugefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 9.Juni&lt;br /&gt;
:-Zu seinem 55ten Geburtstag präsentiert sich das Hotel Neptun mit 55 von dem Künstler Joerg Waerner vergoldeten Balkonen.&lt;br /&gt;
:-Wiederum weht die verliehene Blaue Flagge als Zeichen für geprüfte Wasserqualität sowie für Infrastruktur und Sicherheitsstandards an Warnemündes Stränden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. Juni&lt;br /&gt;
:-Beim ehemaligen Zollhafen wird mit dem ersten Rammschlag das Startzeichen für einen zukünftigen, rund zehn Hektar großen maritimen Gewerbepark gegeben.&lt;br /&gt;
:-Die Neptun-Werft erhält einen Milliardenauftrag über zwei schwimmende Umspannwerke für Offshore-Windparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.-18.Juli&lt;br /&gt;
:Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft richtet erstmals die Internationalen Deutschen Ocean Meisterschaften aus. 270 TRettungssprortlerinnen und Rettungssportler aus 39 Vereinen kämpfen am Hauptstrand von Warnemünde um die ersten deutschen Meistertitel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 18. Juli&lt;br /&gt;
:Nur drei Monate nach der Eröffnung im April muß das &amp;quot;Französische Dorf&amp;quot;, eine Gastro-Einheit im französischen Stil wieder schließen und Abgebaut werden. :Lediglich das Riesenrad &amp;quot;Wheel of Excenllence&amp;quot; bleibt weiterhin im Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 21. Juli&lt;br /&gt;
:Bei einem Badeunfall in der Ostsee ist ein 33-Jähriger ums Leben gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, ab 27.Juli&lt;br /&gt;
:heißt es wieder &amp;quot;Leinen los&amp;quot; und die Reederei Adler-Schiffe startet regelmäßig Fahrten zwischen Kühlungsborn und Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026,2.August&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der vierzigtausendste Besucher zur Tumbesteigung begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 6.-9. August&lt;br /&gt;
:Vier Tage lang stand Warnemünde ganz im Zeichen der Seefahrt. Rund 500.000 Menschen besuchten die 35. Hansesail und erlebten rund 120 historische Schiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Marksteine==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ersterwähnung des Namens in der Kaufurkunde der Rostocker Heide am 25. März 1252===&lt;br /&gt;
In den Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts vorkommende Namensbezeichnungen:&lt;br /&gt;
Warnemunde, Warnemonde, Wernemunde, Wernowemunde, Werneminde, Wernemynne, Warneminne, Varneminde, Verneminde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warnemündes Bedeutung für die Stadt Rostock tritt bereits mit der ersten Urkunde hervor, in der der Ort genannt wird. Am 25. März 1252 verkauft Fürst Borwin III. der Stadt Rostock die heutige Rostocker Heide und verleiht ihr außer anderen Freiheiten auch die Fischereigerechtigkeit auf der gesamten Unterwarnow, von der Petri-Brücke bis &#039;&#039;(zum Hafen!)&#039;&#039; Warnemünde und über den Hafen hinaus bis ins Meer.&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre später, am 12. Oktober 1264 überträgt Fürst Borwin alle seine Rechte &#039;&#039;&#039;über den Hafen zu Warnemünde &#039;&#039;&#039; (!) auf die Stadt. &lt;br /&gt;
*[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit dieser ersten Nennung des Namens Warnemünde am Rande der Rostocker Heide ist &lt;br /&gt;
eindeutig der &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; gemeint.&lt;br /&gt;
:Das erste sicher auf den Fischerort Warnemünde und die dortige fürstliche Vogtei&lt;br /&gt;
:bezogene Datum liegt 16 Jahre später:&lt;br /&gt;
;1268, 17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
:Das bezieht sich dann auf die bereits existierende, bis 1323 noch fürstliche Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
In verschiedenen historischen Quellenwerken wird eine erste Erwähnung Warnemündes im Jahre 1195 in dänischen Dokumenten angeführt.&lt;br /&gt;
Intensive Suchen nach diesen Dokumenten in der jüngeren Vergangenheit blieben aber bislang ergebnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1323 - Die Stadt Rostock kauft das Fischerdorf Warnemünde vom mecklenburgischen Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Urkunde mit Siegel für Warnemünde (Quelle- Barnewitz).jpg |450px|rechts|thumb| Warnemünde Kaufvertrag vom 11. März 1323 (Quelle: Barnewitz)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vor 1314 kaufte die Stadt Rostock das Dorf Barnstorf als ersten größeren Landerwerb, &lt;br /&gt;
:1323 kam als nächstes das Fischerdorf Warnemünde hinzu, das die Stadt vom Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen käuflich erwarb.&lt;br /&gt;
:Der Landesfürst hatte durch vorangegangene Kriege einen hohen Schuldenberg angehäuft und brauchte dringend Geld.&lt;br /&gt;
:So bescheinigte er den Rostockern am 11. März des genannten Jahres:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wir haben jenseits des Warnowflusses den ... Ratsherren und Gemeinde das Dorf Warnemünde mit Grund und Boden, jedem hohen und niederen Gericht - ausgenommen das Patronatsrecht für uns und unsere Erben - bis an die Grenzen des Dorfes Diedrichshagen, so weit es in der Länge und der Breite nach erstreckt, übertragen und überlassen es den Gegenwärtigen zu dauerndem Besitz, dergestalt, das sie in den oben bezeichneten Grenzen sich des vollen lübischen Rechtes erfreuen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wieviel die Rostocker für Warnemünde zahlten wissen wir nicht.&lt;br /&gt;
:Der Stadt aber mußte daran gelegen sein, den Ort in ihre Hände zu bekommen.&lt;br /&gt;
: (Hans Bernitt 1956)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urkunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warnowmündung, &amp;quot;Alter Strom&amp;quot;, &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot;, neuer &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot; - Wasserverbindungen über die Jahrhunderte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Karte zu 1323 (bearbeitet).jpg|Karte der östlichen Grenzziehung zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide nach den Verträgen von 1252 und 1323&lt;br /&gt;
Datei:RH Markgrafenheide Taterhörn Schmettau ost west.jpg|RH östlichster Punkt von Warnemünde und westlichster Punkt der Rostocker Heide bis 1922 Grafik: Willi Kolp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Alte Strom 1902===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In seinem Ursprung ist der Alte Strom einer von mehreren Warnow-Ausflüssen, ursprünglich als seichtes Rinnsal, das sich durch den Boden einer harten, Stein durchsetzten [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide#+_Die_Eisrandlage_Nr.8 Mergelbank] seinen Weg zur Ostsee bahnte. In der Anfangszeit Warnemündes nur für kleine Boote passierbar.&lt;br /&gt;
:Eine alte Überlieferung berichtet:&lt;br /&gt;
:Nahe der heutigen Vogtei wohnte ein Mensch, der Leute gegen Bezahlung auf seinem Rücken über den Strom trug. Eine Darstellung dieses Mannes ist in der Warnemünder Kirche zu besichtigen.&lt;br /&gt;
:Die Durchfahrt für größere Schiffe erfolgte etwa zwei Kilometer östlich vom Alten Strom, durch das Alte Tief.&lt;br /&gt;
:Bis 1487 genügte das Alte Tief den Ansprüchen der damaligen Seefahrt.&lt;br /&gt;
:Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts, unter großem baulichem Aufwand der Vertiefung des Wasserlaufes, um den Alten Strom schiffbar zu machen. &lt;br /&gt;
:In der Folge dieser Maßnahme begann der Prozess, den Fischerort Warnemünde und den Warnemünder Hafen der Stadt Rostock an einem Ort zu vereinen.&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Seekanals zu Beginn des 20.Jahrhunderts verlor schließlich der Alte Strom seine Bedeutung als Hafenzufahrt für den Rostocker Hafen.&lt;br /&gt;
:Fischerboote, Warnemünder Jollen, Fahrgastschiffe und Sportboote prägen seither das Bild des Stroms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hohe Düne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Hohe Düne&amp;quot; trennt den Breitling von der Ostsee.&lt;br /&gt;
:Sie ist eine ca. 400 m breite und etwa 3000 m lange Nehrung.&lt;br /&gt;
:Der Breitling ist eine Flußerweiterung der Warnow in ihrem Mündungsgebiet geändert, so daß dieses Gebiet ein flacher und sumpfiger Landstrich war.&lt;br /&gt;
:In Strandnähe gab es aber hohe Sanddünen.&lt;br /&gt;
:Die Entwicklung der Hohen Düne ist eng verbunden mit dem Seekanal, einem 1903 fertiggestellten Durchstich durch den Westteil der Hohen Düne, dem der 1304 &lt;br /&gt;
:bei einer Sturmflut verschüttete Hauptmündungsarm  und zwei weiter östlich gelegene, nicht mehr vorhandene, Durchstichtiefs voran gingen.&lt;br /&gt;
:Der Seekanal ermöglichte großen Seeschiffen die Zufahrt großer Seeschiffe in den Hafen Rostock und den Hafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Der etwa 60m breite Seekanal wurde durch Ausbaggern  eines Teils der Hohen Düne geschaffen. Er wurde durch den Bau einer neuen Ostmole begrenzt.&lt;br /&gt;
:Die Uferzone  östlich der neuen Mole und Hohe Düne  wurde zum Teil aufgespült, ebenso wie auch das Gelände des späteren Arado-Flugzeugwerkes.&lt;br /&gt;
:Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet noch als Warnemünde-Ost bzw. als Warnemünder Wiesen bezeichnet.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vörreeg und Achterreeg - Das alte Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Isenbart Karte 1719.jpg|thumb|600px|rechts|Die &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; und &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; in der  Warnemünde Isenbarth-Karte 1719]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch vor zwei Jahrhunderten bestand das Fischerdorf Warnemünde nur aus zwei unregelmäßig angelegten, der Windung des seichten Stromes folgenden Häuserreihen. &lt;br /&gt;
:Im Volksmund wird von Alters her die unmittelbar am alten Strom gelegene Reihe als &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; (&amp;quot;Vorderreihe&amp;quot;) und die parallel dahinter gelegene &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; (Hinterreihe&amp;quot;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Das alte Warnemünder Haus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Kulturgeschichtliches aus Warnemünde - Zum Warnemünder Hausbau&amp;quot; BRG 1915]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder und sein Haus]] Karl Baumgarten In: Natur und Heimat, Bd. 1 (1952), 1, S.19-20&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Lau &amp;quot;Das Warnemünder Haus - eine Volksbauweise in Mecklenburg&amp;quot; Auszug aus &amp;quot;Denkmale der Technikgeschichte in Mecklenburg und Vorpommern, Verlag Redieck und Schade 1997]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Heimatmuseum Warnemünde====&lt;br /&gt;
[[Datei:Heimatmuseum 1933.jpg|thumb|300px|rechts|Eröffnung des Heimatmuseums am 1. Juli 1933]]&lt;br /&gt;
:Um 1900 wurde eine zusammen getragene Sammlung provisorisch in einem kleinen Raum am Georginenplatz gezeigt.&lt;br /&gt;
:Danach befand sich die Ausstellung im Schulhais in der FritzReuter-Strasse.&lt;br /&gt;
:In der Alexandrinenstraße 31 befindet sich seit 1933 das Heimatmuseum Warnemünde. Das Museum ist in einem typischen Warnemünder Haus untergebracht. &lt;br /&gt;
:Man geht davon aus, dass es sich bei der Urform des Warnemünder Fischerhauses um ein abseitenloses Niedersachsenhaus handelt. &lt;br /&gt;
:Da Baugrund im Ort rar war, bekamen Haus und Grundstück ein selbständiges Gepräge. Die Grundstücke waren in der Regel 26 bis 28 Fuß breit (ca. 7,50 m). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Warnemünder Haus bestand ursprünglich aus einem Raum mit offener Herdstelle, in dem später eine &amp;quot;Vörstuw&amp;quot;, eine &amp;quot;Koek&amp;quot; und eine &amp;quot;Achterstuw&amp;quot; neben einer seitlichen Diele eingefügt wurden. &lt;br /&gt;
:Zur Erweiterung des Hauses entstanden hinten schmale Anbauten als Unterkunft für die Eltern (Altenteil) sowie einiges Vieh (häufig eine Kuh).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzte Besitzerin des Hauses in der Alexandrinenstraße 31 war Fräulein Christine Jungmann. Da sie unverheiratet und ohne Erben war, verkaufte sie das Haus an die Stadt Rostock zum Zweck der Einrichtung des Heimatmuseums. Den Anstoß zur Einrichtung eines Museums hatte es bereits 1914 gegeben. Auf einer Sitzung des Plattdeutschen Vereins für Warnemünde und Umgebung am 12. Februar wurde beschlossen: &amp;quot;Der Verein möge die Sammlung aller geschichtlich und kulturgeschichtlich wichtigen Sachen betreiben. Es ist hohe Zeit, daß man jetzt damit anfängt. Von Händlern wird ungemein viel weggeschleppt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem Sammlungsaufruf folgten zahlreiche Warnemünder. Innerhalb kürzester Zeit kamen hunderte von Objekten zusammen. Erster Bewahrer der Sammlung wurde Adolph Ahrens, Lehrer und Direktor an der Fritz-Reuter-Schule. Ihm war es auch zu verdanken, dass die Sammlung von Anfang an der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Auf dem Boden der Fritz-Reuter-Schule dienten ab 1915 ein Zimmer und ein kleiner Vorraum als Museum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den aktivsten Förderern des Museums zählten außerdem Friedrich Barnewitz, Ernst Strübing, Johannes Gosselck und der Fischer Heinrich Holtfreter. Wissenschaftliche Unterstützung erhielten die Warnemünder Museumsgründer auch vom mecklenburgischen Volkskundler Richard Wossidlo.&lt;br /&gt;
* [[Zur Gründung des Heimatmuseums Warnemünde (Ausschnitt aus Mecklenburg - Zeitschrift des HeimatbundesJ.28 Heft 1 1933]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Vogtei====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:Vogtei Warnemuende Gemaelde Johannes Werner.JPG|thumb|450px|rechts|Die Vogtei auf einem Gemälde von Johannes Werner (1914)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Das Gebäude der Vogtei]]&lt;br /&gt;
:Die Vogtei markiert den historischen Ortsmittelpunkt von Warnemünde, am alten Strom.&lt;br /&gt;
:Sie ist das älteste erhaltene Gebäude von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Das Haus wurde 1605 auf den Grundmauern eines Vorgängergebäudes erbaut, dessen Funktion bis heute nicht endgültig geklärt ist. &lt;br /&gt;
:So gibt es Thesen von einer mittelalterlichen fürstlichen Vogtei (Erstnachweis 1268), sowie folgend auch einer königlich dänischen Residenz unter Dänenkönig Erik Menved zwischen 1304 und 1319.&lt;br /&gt;
[https://danmarkshistorien.lex.dk/Erik_Menved,_1274-1319 Erik Menved im Lexikon der Geschichte Dänemarks]&lt;br /&gt;
:Seit dem Erwerb Warnemündes 1323 durch die Hansestadt Rostock steht der Ort unter hansestädtischer Verwaltung und Rechtsaufsicht eines städtischen Vogtes, der die Weisungen und Verordnungen der Stadt am Ort durchzusetzen hatte.&lt;br /&gt;
:Ab 1472 ist das Gebäude als Dienstwohnsitz der Rostocker Vögte (warscheinlich 35 auf einander folgende Vögte) nachweisbar.&lt;br /&gt;
:Das zweistöckige Gebäude war über mehrere Jahrhunderte hinweg das einzige Gebäude inmitten der &amp;quot;Vörreeg&amp;quot;, das mit der Traufseite zur Straße steht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Aufgaben des Vogtes (Stand 22.4.1906):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- wichtigste Aufgabe: Ortspolizeibehörde&lt;br /&gt;
:- bevollmächtigt, Steuern und Abgaben zu erheben und ggf. einzutreiben&lt;br /&gt;
:- Vollstreckung der von ihm verhängten Strafen bei Zuwiderhandlungen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Armenkollegiums&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Gemeindewaisenrates und des Schulvorstandes&lt;br /&gt;
:- Beteiligung an der Badeverwaltung &lt;br /&gt;
:- Schätzungs- und Einzugshoheit für Grundsteuern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weitere in der Vogtei angesiedelte Aufgaben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Gästehaus für die Hansestadt Rostock, aber auch offene Herberge und Gasthaus (daher auch 1832 Anbau eines Küchenhauses)&lt;br /&gt;
:- ab 11.3.1606 Verkaufsmonopol für den Verkauf von Rheinwein, Meth, Aquavit und anderen hochprozentigen alkoholischen Getränken&lt;br /&gt;
:- ab zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Sitz der Badeverwaltung.&lt;br /&gt;
:- 1888 erfolgte die letzte Einsetzung eines Vogtes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marksteine in der Geschichte der Vogtei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675, Februar stand das Wasser im Gebäude 3 Fuß hoch, so daß man &amp;quot;die höchste Treppe vor der Stube erreichet, mit Böten durch die Zimmer fahren konnte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1665 vertrieben die Schweden die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675 Als der Kurfürst von Brandenburg in Warnemünde einzog richteten die Schweden ein Geschütz auf die Vogtei. Die Salve schlug in das Gebäude ein und tötete den Adjutanten des Kurfürsten. Unmittelbar darauf eroberten die Brandenburger die Schwedenschanze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1996 Bei Beginn der Restaurierung des Gebäudes wurden alte Malereien entdeckt, deren älteste auf ein Alter von rund 600 Jahren datiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1999, 26.März, nach fünfjährigem Leerstand und Rekonstruktion öffnet das Haus des Gastes in der Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Warnemünder Drehbrücke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bis 1903 mußte der Alte Strom noch mit Fischerbooten überquert werden.&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Hafenumbauten 1900 bis 1903 änderte sich dann einiges.&lt;br /&gt;
:Der neue Bahnhof und die 1903 eröffnete Eisenbahnfährverbindung machten den Bau einer festen Verbindung beider Ufer notwendig.&lt;br /&gt;
:In Höhe der Vogtei wurde 1903 die Drehbrücke fertggestellt, deren Brückenkonstruktion die von der Firma Ostermann aus Meppen geliefert worden war.&lt;br /&gt;
:Um den Verkehr über die Brücke zu regeln, gelangte eine Brückenordnung zur Anwendung, in der unter Anderem folgendes verankert war.&lt;br /&gt;
;1. Über die Brücke darf nur im Schritt gefahren oder geritten werden.&lt;br /&gt;
;2. Fußgänger haben sich auf der Brücke stets rechts zu halten.&lt;br /&gt;
;3. Solange die Zugänge zu der Brücke durch Ketten geschlossen sind, darf diese nicht betreten werden.&lt;br /&gt;
;Bei Zuwiderhandlung werden Geld- und Haftstafen verhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schiffsführer, die mit ihren Schiffen die Brücke passieren wollen, mußten dem Lotsenkommandeur Angaben zum Schiff machen und dieser bestimmte dann Zeit und Art des Durchfahrens.&lt;br /&gt;
:Natürlich war auch eine Gebühr für das Öffnen der Drehbrücke fällig.&lt;br /&gt;
:Während der Nachtzeit und an Sonn- und Feiertagen wurde die Brücke nicht geöffnet.&lt;br /&gt;
:Bis in die 1930er Jahre war der Drehmechanismus der Brücke noch täglich im Betrieb.&lt;br /&gt;
:Besonders in den Sommermonaten war und ist die Drehbrücke beliebter Treffpunkt der Warnemünder, die ein Zimmer vermieten wollten oder mit ihren Handwagen nach ihren anreisenden Gästen Ausschau hielten.&lt;br /&gt;
:Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sogar der Transitverkehr nach Dänemark über die Brücke geleitet.&lt;br /&gt;
:1982 erfolgte eine Reparatur und Rekonstruktion des inzwischen technischen Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur-Warnemünder sind besondere Menschen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünder Paar.jpg|thumb|350px|rechts|Warnemünder Paar]]&lt;br /&gt;
====Die Rostocker beschneiden die Rechte der Warnemünder====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Die mittelalterlichen Zünfte Rostocks rechneten zu ihren Vorrechten, daß im Bannkreis ihrer Stadt weder Handwerk noch Handel betrieben werden durfte. Sie suchten die dadurch gewonnene Monopolstellung unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Zum Bannkreis Rostocks zählte auch der Hafenort Warnemünde sowie die städtischen Dörfer in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:Als im hanseatischen Rostock die Schiffahrt blühte, fanden auch Warnemünder Einwohner darin ihren Verdienst. Sie besaßen in der Hauptsache kleine Boote, doch führten sie in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts bereits Fahrten nach Schweden durch . Das läßt schon auf größere Ausmaße der Schiffe schließen. Um die Mitte des Jahrhunderts wird von Schiffern berichtet, die in Warnemünde ansässig und aus der dortigen Bevölkerung hervorgegangen waren. Ihre Zahl vermehrte sich schnell. Damals war in den Seefahrt treibenden Kreisen des Hafenortes ein gewisser Wohlstand anzutreffen, was aus dem reichen Besitz der Warnemünder Kirche an Silbergerät und Bargeld ersichtlich ist.&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Handel war damals im Absinken begriffen. Bis dahin hatten die Rostocker Kaufleute und Schiffer wenig gegen die Entwicklung Warnemündes einzuwenden. Bei den geringeren Verdienstmöglichkeiten wurde das anders. Man sah in der Warnemünder Schiffahrt nunmehr eine Konkurrenz, die manbeseitigen wollte. Die Möglichkeit dazu war gegeben; denn der Rostocker, von den Besitzbürgern gebildete Rat herrschte auch über Warnemünde. Die Einwohner des Hafenortes konnten wohl das Rostocker Bürgerrecht erwerben, waren abere ohne Mitbestimmungsrecht.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1565&#039;&#039;&#039; vereinigten sich in Rostock die beiden Kompanien der Schonen- und Bergenfahrer, deren Bedeutung stark gefallen war, zur Schiffergesellschaft. Die neue Berufsorganisation strebte sofort danach, die Schiffahrt und den Handel der Warnemünder zu unterbinden. Ihre dahin gehenden Wünsche wurden in einem Statutenentwurf festgelggt und damit begründet, daß Warnemünde lediglich ein Fischerlager darstelle. Bald darauf reichte die Schiffergesellschaft beim Rostocker Rat eine Klage gegen die Warnemünder Einwohner ein, daß sie den Rostocker Schiffern ihre Nahrung entziehen. Obgleich die Warnemünder auf ihr Gewohnheitsrecht hinweisen konnten, daß sie schon seit langem ungehindert ausgeübt hatten, bestimmte das Urteil des Rates vom &#039;&#039;&#039;14. April 1567&#039;&#039;&#039;, daß sie für Seefahrtzwecke nur kleine Boote mit Dollbord benutzen durften. Jegliche Schiffahrt mit Schuten oder &amp;quot;verbauten&amp;quot; Booten sollte ihnen untersagt, jedoch auf den Kleinschiffen die Verfrachtung von Kaufmannsgütern gestattet sein.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1574&#039;&#039;&#039; reichten die Rostocker Schiffer zwei weitere Beschwerdeschriften gegen die Warnemünder ein. Am &#039;&#039;&#039;20. Februar 1577&#039;&#039;&#039; beschränkte der Rat die Anzahl der für Warnemünde zugelassenen Schiffer. Außer 33 namentlich genannten, die bis dahin schon als Schiffer tätig gewesen waren, sollte sich niemand &amp;quot;Schuten edder böthe mehr tholegen, kopen edder buwen, ane der ersamenweddeherrn ... vorweten und willen&amp;quot;. Den Zugelassenen wurden noch besondere Bedingungen auferlegt: sie sollten jederzeit im Hafen drei Boote segelfertig halten, &amp;quot;damit frombde lüde mögen awergeföret&amp;quot;, d.h. nach Dänemark gebracht werden könnten. Weiter sollten sie Knechte halten, die in ihrer Abwesenheit zu fischen und den Rostockern Fische auf den Markt zu liefern hatten. Eine Besetzung frei werdender Schifferstellen sollte nur mit Genehmigung der Gewettsherren erfolgen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Warnemünder durften nicht Kapitän, Reeder oder Schiffseigner sein====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;20. November 1581&#039;&#039;&#039; unternahmen die Rostocker Schiffer einen neuen Vorstoß. Sie forderten in einer Eingabe, daß in Warnemünde weder Seefahrt noch Handel getrieben werden dürfe; wer sich weiterhin samit befassen wolle, müsse nach Rostock ziehen. Das 100-Männer-Kollegium trat am &#039;&#039;&#039;6. März 1584&#039;&#039;&#039; dem Verlangen bei. Es erklärte sogar, als der Rat mit seiner Entscheidung zögerte, im &#039;&#039;&#039;Januar 1585&#039;&#039;&#039;, keine Steuern bewilligen zu wollen. Die Rostocker Schiffer wandten sich außerdem am &#039;&#039;&#039;2. März 1585&#039;&#039;&#039; an Herzog Ulrich, der sich auf ihre Seite stellte. Nun erließ der Rat am &#039;&#039;&#039;15. März&#039;&#039;&#039; ein völliges Schiffahrtsverbot für die Warnemünder Einwohner. Sie sollten bei einer Strafe von 40 Talern innerhalb von 14 Tagen ihre sämtlichen Schuten und Boote verkaufen.&lt;br /&gt;
:Zur Ausführung des Entscheids kam es vorerst noch nicht. Die Warnemünder gingen an das Land- und Hofgericht in Güstrow, jedoch ohne Erfolg. Es bestätigte das Verbot des Rates. Dann wandten sie sich am &#039;&#039;&#039;18. Oktober 1586&#039;&#039;&#039; an das Reichskammergericht in Speyer. dort blieb der Fall lange liegen. Die Zahl der konzessionierten Warnemünder Schiffer war bis &#039;&#039;&#039;1590&#039;&#039;&#039; auf 20 zurückgegangen. Da beschloß der Rat, jeden, der sich außer ihnen mit der Führung eines Schiffes befasse, mit 50 Talern Strafe zu belegen.&lt;br /&gt;
:Er mußte im Jahre &#039;&#039;&#039;1597&#039;&#039;&#039; jedoch feststellen, daß trotz seiner Einschränkungsbestimmungen die Anzahl der Schiffer in Warnemünde auf 54 gestiegen war. Darauf ordnete er am &#039;&#039;&#039;25. Februar&#039;&#039;&#039; an, daß neue Schiffe nur mit seiner Genehmigung gebaut werden dürften. Die Erlaubnis der Weddeherren genügte nicht mehr. Die ledigen Schiffer sollten nach Rostock ziehen und die verbleibenden alten sich nicht mehr mit Warenhandel abgeben. Da der Rat aber den Warnemünder Schiffern nicht traute, so ließ er jeden von ihnen in jedem Jahre erklären und mit einem Eide bekräftigen, daß er nicht den ihm verbotenen Warenhandel betrieben habe.&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;31. Dezember 1604&#039;&#039;&#039; schränkte der Rat die Schiffahrt der zugelassenen Warnemünder nochmals ein. Sie durften fortan nur ein einziges Boot besitzen, nicht mehr als 30 Last laden und nicht über den Sund hinaus fahren. Die jungen Schiffer sollten nach Rostock ziehen. Da der Prozeß vor dem Reichskammergericht nicht aus der Stelle kam und nur Kosten verursachte, auch wenig Aussicht auf einen guten Ausgang vorhanden war, so nahmen schließlich am &#039;&#039;&#039;1. Februar 1606&#039;&#039;&#039; die Warnemündere ihre Klage zurück, zwanzig Jahre nachdem sie sie eingereicht hatten. Sie erklärten, sich dem Willen des Rates zu fügen, das heißt, in die Stadt zu ziehen. Der größte Teil der Schiffer zog nun aus Warnemünde fort. Einige blieben. Im &#039;&#039;&#039;Juli 1622&#039;&#039;&#039; erhielten auf ihre Bitte endlich 5 Schiffer die jederzeit  widerrufliche Genehmigung, in Warnemünde wohnen und Schiffahrt treiben zu dürfen.&lt;br /&gt;
:Die Wirkung der einschneidenden Handels- und Schiffahrtsbeschränkung machte sich bald in Warnemünde bemerkbar. Das Steuerregister von &#039;&#039;&#039;1623&#039;&#039;&#039; berichtet in dem kleinen Ort von 12 wüsten Hausstellen. Die ehemaligen Besitzer waren fortgezogen.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder versuchten im Laufe der Zeit immer wieder, das Verbot des Rates zu umgehen. Während des Siebenjährigen Krieges beschwerten sich Rostocker Bürger, daß in Warnemünde schon wieder Warenhandel bettrieben worden sei. Daraufhin untersagte der Rat am &#039;&#039;&#039;27. April 1764&#039;&#039;&#039; den Warnemündern nochmals jegliche Schiffahrt. Der Vogt wurde angewiesen dort keinerlei Handel zuzulassen. Im Jahre &#039;&#039;&#039;1768&#039;&#039;&#039; wurde das Verbot erneuert und den Einwohnern strengstens befohlen, den Ankauf und die Verladung von Backobst, Wolle, Flachs und anderen ländlichen Erzeugnissen hionfort zu unterlassen. Aber schon &#039;&#039;&#039;1777&#039;&#039;&#039; gab es wieder ein paar Schiffer in Warnemünde. Die Schiffergesellschaft ruhte indessen nicht und erreichte, daß der Rat in seiner Verordnung vom &#039;&#039;&#039;26. Oktober 1785&#039;&#039;&#039; ihnen die Ausübung ihres Gewerbes in Warnemünde unmöglich machte. Wiederum wurde verfügt, daß die Warnemünder Bevölkerung nur fischen, auf fremden Schiffen als Matrosen fahren und Lotsendienste verrichten durfte. Auf eigenen Schiffen zu fahren blieb ihnen verboten. Im folgenden Jahre unterband der Rat den Warnemündern auch den Frachtverkehr auf der Unterwarnow zwischen Warnemünde und Rostock. Wiederum gab es Abwanderung aus dem Hafenort, zum Teil sogar nach dem Fischland, während andere Einwohner dem Rat ein Schnippchen schlugen, indem sie das Ribnitzer Bürgerrecht erwarben, aber in Warnemünde wohnen blieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Diebereien der Warnemünder====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Das Rostocker Gewett, städtische Behörde für Hafen und Schiffahrt, Handel und Gewerbe, hatte auch den Hafenort Warnemünde zu verwalten und als Niedergericht die in Warnemünde auftretenden Streitfälle zu verhandeln. Deshalb hielt es regelmäßige Gerichtstage in Warnemünde ab.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlichsten Vergehen, die zur Verhandlung standen, waren unzweifelhaft Eigentumsdelikte. Es wurden Steine und Holz von den sogenannten Stein- und Moddekisten, die zur Uferbefestigung und zum Schutz gegen Versandung des Fahrwassers aufgestellt wurden, entwendet. Holz stahl man natürlich auch in der nahen Heide. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1772&#039;&#039;&#039; ist ein Palisadenwerk von der Schanze bis zu den Steinkisten erwähnt, von dem die Warnemünder ständig Holz stahlen. &lt;br /&gt;
:Zahlreich sind auch Fälle von Diebereien am Strand. Daneben fallen noch Klagen wegen rückständiger Zahlungen auf, zum Beispiel durch den Pastor, und auch die Hebamme klagte gegen zahlungssäumige Wöchnerinnen.&lt;br /&gt;
:Diese Prozesse bestätigen aber nicht die Warnemünder als &amp;quot;Langfinger&amp;quot;. Hinter ihnen verbirgt sich die große Armut der Menschen. Was sollten sie auch machen, gab es doch so weit das Auge reichte nur Sand und Seewasser. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1847&#039;&#039;&#039; bat zum Beispiel der Warnemünder Vogt Meyer um Lieferung von verbilligtem Roggen für die in äußerste Not geratene Warnemünder Bevölkerung. In diesem Jahr hatte weder Feuer, noch Wasser, noch Militär, die Menschen heimgesucht. Es war also für die Warnemünder ein ganz normales Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Regelmäßige Böhnhasenjagden der Rostocker Zünfte in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Weiter durften in Warnemünde weder Schlachter, noch Müller oder Bäcker wohnen. &lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zwischen den Rostocker Stadtbehörden und den Warnemündern blieb gespannt. Immer wieder suchte man sich über die auferlegten Beschränkungen hinwegzusetzen.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Zünfte übernahmen mit Vorliebe in Warnemünde die Verfolgung heimlich arbeitender Handwerker. Es kam oft zu sogenannten Böhnhasenjagden (auf illegale Handwerker, die nicht Zunft-Mitglied waren). &lt;br /&gt;
:Noch als Warnemünde Badeort wurde, sträubten sich die Rostocker Zünfte, dort Handwerker zuzulassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rat bezeichnete im Jahre &#039;&#039;&#039;1854&#039;&#039;&#039; den Hafenort Warnemünde als &amp;quot;eine zum Vorteile der Stadt Rostock, weil dieser untertänige, in Unterordnung gehaltene Kommüne&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Erst &#039;&#039;&#039;1861&#039;&#039;&#039; wurde das Schiffahrtsverbot aufgehoben. &lt;br /&gt;
:Bis ein Bäcker in Warnemünde sein Handwerk ausüben durfte, wurde es &#039;&#039;&#039;1865&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Und &#039;&#039;&#039;1866&#039;&#039;&#039; ließen die Rostocker Handwerksämter endlich zu, daß dort eine Mühle erbaut werden konnte und erstmalig ein Schlachter seinen Betrieb eröffnen durfte. &lt;br /&gt;
:Durch das &#039;&#039;&#039;Notgewerbegesetz des Norddeutschen Bundes&#039;&#039;&#039;  von &#039;&#039;&#039;1867&#039;&#039;&#039; fielen dann die letzten Beschränkungen für Warnemünde. Damit war die jahrhundertelange Unterdrückung der Bevölkerung des Hafenortes beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erst mit der Reichseinigung 1871 fielen die Beschränkungen denen die Warnemünder unterlagen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie hatte dazu geführt, daß die Warnemünder auf manchen  Verdienst der möglich gewesen wäre, verzichten mußten, daß sie in manchen Dingen geradezu ausgebeutet wurden und zu Einkaufen in Rostock weite und nicht immer gefahrlose Fahrten zu unternehmen gezwungen waren. Die Kehrseite war, daß sich in den Warnemünder Familien eine vielseitige Handgeschicklichkeit entwickelte. Gerade weil manche Dinge des täglichen Gebrauchs am Orte nicht zu haben waren, fertigte man sie selbst an. Der Haß gegen die Rostocker machte sich noch lange bemerkbar. Er kam auch in der vielgebrauchten Redensart zum Ausdruck: &amp;quot;Schmiet´n Diewel in´n Strom! un lat´n driwen, is´n Rostocker!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schweden, Franzosen,Engländer und Russen - Warnemünde in Kriegszeiten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Schwedenschanze und der schwedische Zoll===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Warnemünder Zoll&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch den Vertrag vom 29.11.1632 zwischen Gustav Adolf und den mecklenburischen Herzögen Adolf Friedrich I. und Johann Albrecht II. nahm dieser Zoll seinen Anfang. Warnemünde wurde an die Schweden abgetreten und ihnen zugleich das Recht eingeräumt, hier von aus- und eingehenden Fahrzeugen eine Abgabe zu erheben, von der den Herzögen 1 Prozent als Lizentquote zugesichert wurde. Mit dem Prager Frieden, dem sich auch die mecklenburgischen Herzöge angeschlossen hatten, trat eine Wendung ein, indem die Schweden nun Mecklenburg als Feindesgebiet behandelten, und das Land für einige Jahre Tummelplatz der feindlichen Armeen wurde. Im Jahre 1638 kam es zum Kampf um die Warnemünder Schanze, und die Schweden sahen sich genötigt, diese Befestigung den Kaiserlichen zu überlassen. Bald aber wandte sich das Blatt. Die Kaiserlichen mussten Mecklenburg räumen, und der Kommandant von Warnemünde verließ heimlich auf einem dänischen Schiff die Schanze, nachdem er sie den Rostockern übergeben hatte.  Diese versuchten nun das Schanzwerk zu zerstören, wurden aber daran von den Schweden gehindert, die es von neuem eroberten und befestigten und darauf fortfuhren, den Zoll zu erheben. Dieser Zustand hat dann bis zum Westfälischen Frieden und darüber hinaus bestanden, denn alle Versuche der Herzöge und der Rostocker, während der Friedensverhandlungen eine klare Bestimmung hierüber in die Friedensartikel hineinzubringen, waren vergeblich. So ist es dahin gekommen, dass noch bis ins 18 Jahrhundert hinein dieser Zoll erhoben werden konnte zum Schaden für Rostocker Handel und Schifffahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der schwedische Zoll in Warnemünde in den Jahren 1632-1654&amp;quot; Alexander Pries 1914]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.google.de/books/edition/Motiven_warumb_die_Cron_Schweden_den_War/w79YAAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=zoll+warnem%C3%BCnde&amp;amp;printsec=frontcover Warum die Cron Schweden...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während der Franzosenzeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1809 - Schillsche Truppen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Im Stadtarchiv der Hansestadt findet sich ein umfangreiches Aktenstück aus der Franzosenzeit, also der Besetzung durch napoleonische Truppen zwischen 1806 und 1813. &lt;br /&gt;
:In diesem Dokumentenbestand ist auch der vom 29. Mai 1809 datierte ausführliche Bericht des Warnemünder Vogtes Lange enthalten. &lt;br /&gt;
:Er berichtet was sich am Rande des in der deutschen Geschichtsschreibung oft heroisch geschilderten Kriegszuge Ferdinand von Schills mit seinem Bataillon Husaren rund um den alten Strom zutrug: &lt;br /&gt;
:„Dienstag d. 23. (Mai) gegen Mittag sprengten 4 Husaren vom von Schillschen Corps hinten an die Voigtey und fragten nach dem commandirenden Officier in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Es trat der Herr Lieutenant v. Horn heraus, welcher sogleich befragt ward, ob er diesen Platz dem Schillschen Corps übergeben wolle ?“ &lt;br /&gt;
:Der antwortete: „Der Platz sey allenthalben offen, und könne er denselben mit seinen Invaliden nicht verteidigen.“ &lt;br /&gt;
:Daraufhin wies man den 4 Husaren Quartiere bei Warnemünder Bürgern an. &lt;br /&gt;
:Deren Pferde bezogen den Stall beim Bürger Grimm. Am darauf folgenden Mittag erschienen weitere 14 Mann unter dem Kommando eines Sergeanten, der erklärte, das er nun Besitz von Warnemünde nehme. &lt;br /&gt;
:Leutnant von Horn entgegnete darauf, das er Befehl habe nicht von seinem Posten zu weichen. &lt;br /&gt;
:Der Sergeant erwiderte, dass er durchaus an seiner Seite weiter auf seinem Platz bleiben könne. &lt;br /&gt;
:Vor dem Einmarsch der Husaren hatte der Leutnant Schildwachen vor allen in Warnemünde liegenden Schiffen postiert. &lt;br /&gt;
:Um einer Entwaffnung zuvor zu kommen ließ er bei ihnen nun heimlich alle Patronen einsammeln und so die Gewehre unbrauchbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Aber die Maßnahme half nichts. Die Husaren entwaffneten die Rostocker Wachen trotzdem. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tag traf Graf von Moltke, ein Schillscher Stabsoffizier mit weiteren 14 Mann, teils Kavallerie, teils Infanterie hier ein. &lt;br /&gt;
:Auch für sie musste nun ein Quartier gefunden werden. &lt;br /&gt;
:Der veranlasste nun, das drei requirierte Kutter-Boote in die See vor die Hafeneinfahrt gelegt wurden. &lt;br /&gt;
:Fortan war auch den Fischern das Auslaufen verboten. &lt;br /&gt;
:Ein Schillscher Bataillonsschreiber brachte schließlich aus Rostock an von Moltke die Order alle hier liegenden Schiffe zu begutachten und festzulegen.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Tage belief sich die Zahl der so erlangten Schiffe auf 22. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den hiesigen Lotsenkommandeur Weisung, bei Strafandrohung von 50 Hieben, dass er die Räumung der Wasserfahrzeuge zu organisieren habe. &lt;br /&gt;
:Anschließend sollen sodann auf drei der Schiffe Pferdeställe eingebaut werden. &lt;br /&gt;
:Bald darauf rückt von Rostock der Schillsche Leutnant  von Hagen mit 12 Mann an, um nun mit Verspätung den Leutnant von Horn doch noch zu arretieren. &lt;br /&gt;
:Auch müssen die Rostocker Wachsoldaten jetzt den letzten Rest an Ausrüstung und Uniform abliefern. &lt;br /&gt;
:Der Lotsenkommandeur schien außerstande, den Einbau der Pferdeställe in die Schiffe zu organisieren. &lt;br /&gt;
:So sandte man kurzerhand ein Boot in den Breitling. Hier arbeitete gerade eine Reihe von Zimmerleuten an den Steinkisten der Molenbauwerke. &lt;br /&gt;
:Unter Androhung, sie im Wiedersetzungsfalle umgehend zu erschießen zwang man sie nun auf die Schiffe zwecks Einbau der Pferdeställe. &lt;br /&gt;
:Es mangelte jedoch an Material. Polier Stark musste nun angeben was gebraucht wurde. &lt;br /&gt;
:Das erforderliche Holz brachte man in Warnemünde bald zusammen, aber es mangelte an Nägeln. &lt;br /&gt;
:Zwischenzeitlich setzte aus Rostock ein Strom an Waffen, Proviant und Husaren aus Rostock ein. &lt;br /&gt;
:Allein acht Wagen mit Gewehren, Piken und Munition waren in Rostock requiriert worden. Deren Verladungen scheiterten an dem fehlenden Umbau der Schiffe. Der Umbau wiederum an den noch nicht aus Rostock eingetroffenen Nägeln. &lt;br /&gt;
:Als schließlich Schills Adjudant von Baersch in Warnemünde eintraf um die Einschiffung von Truppen auf den requirierten Schiffen  zu kommandieren, sprach der ein Machtwort und ließ jede verfügbare Hand dazu kommandieren, aus Umzäunungen, Steganlagen und Gebäuden alle sichtbaren Nägel herauszuziehen und für die Stallanlagen auf den Schiffen zu gewinnen. &lt;br /&gt;
:Es kam auch eine ansehnliche Menge zusammen, allein die Zimmerleute erklärten sie alle für unbrauchbar. &lt;br /&gt;
:So wurde schließlich ein Kavallerist nach Groß Klein gesandt, um dort von einem Schmied  ausreichend Nägel zu holen. Zwischenzeitlich beklagten sich die Schiffseigentümer bei Baersch, wer ihnen den Verlust der Schiffe ersetze? &lt;br /&gt;
:Baersch sicherte zu, das Schill ihnen alles ersetze. &lt;br /&gt;
:Nach einem Tag trafen schließlich auch die Nägel ein und die Arbeit an den Pferdeställen begann. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den Vogt Lange die Weisung alle in den Warnemünder Häusern verfügbaren Töpfe und Pfannen zu requirieren und für die Truppen auf die Schiffe zu bringen, was bei den Bewohnern zu großem Wehklagen Anlaß bot. Man schickte auch Requirierungstrupps in die Dörfer der Umgebung um Futter und Lebensmittel zu beschlagnahmen. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann die Einschiffung der Husaren und ihrer Pferde. &lt;br /&gt;
:Gegen Abend erreichte den Kommandeur von Baersch die Meldung, das einige Husaren der Witwe Heberer ihren Wein mit Gewalt aus dem Keller geholt hatten. Der Kommandeur eilte sogleich mit einem weiteren Offizier  dorthin um die Marodeure zu verhaften. &lt;br /&gt;
:Einer von ihnen widersetzte sich und ward von von Baersch noch am Ort exekutiert und vor dem Haus verscharrt. &lt;br /&gt;
:Kurz darauf  erklärt von Baersch dem Vogt, dass er dessen Dienstmädchen Lene als Köchin mit auf sein Schiff nehmen wolle. &lt;br /&gt;
:Die entzog sich dem aber sogleich durch Flucht und versteckte sich zunächst im Pfarrhaus. &lt;br /&gt;
:Die Anzahl der höheren Offiziere, die in der Vogtei Quartier bezogen hatten und sich zwangsweise am Tisch des Vogtes Lange beköstigen ließen stieg unablässig. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann man bereits einzelne Schiffe auf die Reede auszuschiffen. &lt;br /&gt;
:Das zwei der erfahrenen heimischen Schiffer nacheinander die Segler auf eine Untiefe von Einheimischen „Lichtbogen“ genannt, auflaufen ließen, war sicher nicht deren Unerfahrenheit zuzuschreiben. Viel Zeit kostete nun deren Bergung um auch für die anderen Segler die Hafenzufahrt passierbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Am 28. Mai morgens hatten holländische Truppen Warnemünde von Westen her erreicht und versuchten nun durch Beschuß die gegnerischen Schillschen Truppen am Auslaufen zu hindern. &lt;br /&gt;
:15 Schiffe lagen bereits auf Reede. Das sechzehnte, geführt vom Schiffer Maas aus Rostock segelte eine viertel Stunde lang unter starkem Beschuß aus der Hafenausfahrt. &lt;br /&gt;
:Den Holländern gelang es nicht im weichen Dünensand die Kanonen richtig auszurichten, so dass sie immer wieder nur die Segel des Schiffes trafen. &lt;br /&gt;
:Zwei weitere Schiffe mit Husaren an Bord lagen noch in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Da ihnen die Ausfahrt offensichtlich nicht mehr gelingen würde, flüchteten die Schillschen an Land über den Strom und die Hohe Düne in die Rostocker Heide. &lt;br /&gt;
:22 Der Husaren gerieten jedoch bei der anschließenden Verfolgungsjagd noch in Gefangenschaft der Holländer. &lt;br /&gt;
:Ein Teil der holländischen Truppen quartierte sich nun in den Warnemünder Häusern ein und ließ sogleich erneut Lebensmittel requirieren. &lt;br /&gt;
:Einen Tag später ließen sie sich jedoch zur Hohen Düne übersetzen um die Schillschen Truppen weiter in Richtung Stralsund zu verfolgen. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tage war Warnemünde wieder militärfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1810 - Im Frühsommer des Jahres war die Franzosenherrschaft an der Ostseeküste so schwach, daß die Engländer kleinere Landungen wagten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 3. Juni war ein nach Russland bestimmtes, amerikanisches Schiff von einem in Warnemünde stationierten französischen Kaper aufgebracht worden. Als Reaktion landete eine englische Marine-Einheit, eroberte Kaperschiff &#039;&#039;&#039;und&#039;&#039;&#039; Beuteschiff. Sie entführten sodann beide aus dem Hafen. Die schwache mecklenburgische Wachmannschaft hatte sofort nach der Landung die Flucht ergriffen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Redoute 1912.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde Redoute (1912)]]&lt;br /&gt;
:Dieses Ereignis veranlasste den französischen Marschall Eckmühl dazu, umgehend stärkere, ausschließlich französische Truppen in Warnemünde zu stationieren. Damit einher ging sein Befehl an die Stadt Rostock, unverzüglich den Bau verschiedener Befestigungsanlagen in Warnemünde abzusichern und zu finanzieren. &lt;br /&gt;
:Um die Befestigungsanlagen mit einer Redoute als Kern in Warnemünde in kurzer Zeit herzustellen, hatte die Stadt Erdarbeiter, Zimmerleute und andere Handwerker aller Art, sowie sämtliches Bauholz aus der Rostocker Heide zu stellen. Die Bürgerschaft war zunächst unentschlossen. &lt;br /&gt;
:Am 7. September gibt das erste Quartier in der Beschluß-Findung dazu folgende Stellungnahme ab. „...ein außerordentlicher Holzhieb scheitert bereits daran, das nichts mehr zu entscheiden ist, außer, wie er praktisch ausgeübt werden kann. Besser ist, noch einmal den Forstinspektor Becker zu befragen und ihn ein Konzept fertigen zu lassen. ...“ &lt;br /&gt;
:Das zweite Quartier hat darauf nur noch zu erwidern, daß man den Holzeinschlag vorrangig in den Rövershäger Waldungen ausführen solle, da aus den damals ebenfalls im Rostocker Besitz befindlichen Willershäger Waldungen die Anfuhrkosten zu hoch seien. &lt;br /&gt;
:Die Entscheidung war somit gefallen und der Forstinspektor erhielt freie Hand. Noch in derselben Woche begannen alle seine Waldarbeiter in den Trassen der abgesteckten, zukünftigen Waldschneisen, das gesamte für den Warnemünder Redouten-Bau benötigte Holz einzuschlagen und damit es sich auch leicht transportieren ließ, gleich einen guten Untergrund für die Fuhrwege herzurichten. &lt;br /&gt;
:So entstanden nach einander die Meiershausstellenschneise von Wiethagen nach Meiershausstelle, die Trasse der heutigen Bäderstraße, als Forstweg, von Hinrichshagen nach Torfbrücke, sowie die Schneise vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise). Der unfertige Landweg von Hinrichshagen nach Markgrafenheide bekam nun als Transportweg zur Warnemünder Baustelle eine besondere Wichtigkeit und konnte 11 Jahre nach seinem Baubeginn, dem ursprünglichen Plan entsprechend, fertiggestellt werden und Beispiel gebend solide ausgeführt werden. &lt;br /&gt;
:Nach Abschluss der Bauarbeiten war selbst das bis dahin permanent opponierende zweite Quartier nunmehr von der Sinnhaftigkeit des entstandenen Wegenetzes überzeugt und machte der Forstverwaltung sogar Vorwürfe, warum man damit nicht schon eher begonnen habe. Von 1791 bis 1811 hatten sie dieses Projekt stets verhindert.&lt;br /&gt;
:Der Bau der Warnemünder Redoute zog sich bis Februar 1812 hin. Nur vierzehn Monate später, am Ende der Franzosenzeit, beschlossen die Hundertmänner am 12. April 1813 bereits den Abriss der Redoute. Da sich die Umsetzung des Abrisses aber laufend verzögerte, landeten schließlich am  26. August rund 100 Engländer, schickten die Bürgerwache der Warnemünder nachhause  und „demolierten“ die Redoute. Am folgenden Tage beendeten sie ihr Zerstörungswerk endgültig und sprengten die gesamte Anlage. &lt;br /&gt;
:Zwei Wochen darauf besichtigte die Stadtverwaltung die Trümmerstätte und befand: „..daß die Redoute sich nicht mehr ähnlich war.“ Beckers Waldschneisen dagegen haben bis in unsere Tage Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während des ersten Weltkrieges 1914-1918===&lt;br /&gt;
KFC 577&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erlebnisbericht eines damals 17jährigen Güstrower Gymnasiasten am 1.August 1914&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Am Nachmittag besichtigten wir das drei Wochen zuvor eingeweihte Brinckman-Denkmal.&lt;br /&gt;
:Bald darauf war, wie immer das Konzert der Rostocker Stadt-Theaterkapelle unter Leitung von Kapellmeister Schulz. &lt;br /&gt;
:Und weil es draußen so schön heiß war, zeigte sich der schattige Kurgarten gerammelt voll.&lt;br /&gt;
:Die Leute waren vergnügt und zufrieden.&lt;br /&gt;
:So gegen halb sechs wurden die Leute plötzlich ganz still, reckten die Köpfe und sprangen auf.&lt;br /&gt;
:Die Musik brach mitten im Stück ab.&lt;br /&gt;
:Durch die Gartenpforte kamen in Uniform ein Leutnant, ein Trommler, ein paar Mann, und bauten sich vor dem Musikpallion auf.&lt;br /&gt;
:Mucksmäuschenstill war es im Garten, als die Soldaten mit Trommelschlag abmarschierten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Als die Versammelten Minuten darauf in allgemeinen Jubel verfielen, lag es all ihrer Vorstellungskraft fern, das in dieser Stunde vier Kriegsjahre angebrochen waren, die an Grauen, Tod und Zerstörung alles Dagewesene übertreffen sollten.&lt;br /&gt;
:Wenige Stunden danach heulten die Schiffs-Sirenen über das sonst stille Warnemünde, vom Zollhafen kam in langsamer Fahrt eine U-Boot-Halbflottille den Alten Strom seewärts herauf.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auch U-9 unter dem später zum Kriegshelden glorifizierten Kapitänleutnant Weddigen war unter ihnen.&lt;br /&gt;
:Das Hurra der allgemeinen Kriegshysterie begleitete deren Ausfahrt.&lt;br /&gt;
:Am anderen Morgen war Warnemünde wie ausgestorben, die Baustelle mt den ersten Mauern des gerade begonnenen neuen Kurhauses lag nun für lange verweist, die Uhren gingen fortan in auch in Warnemünde anders.&lt;br /&gt;
:Einen jungen Fotorafn traf es dabei noch ganz persönlich.&lt;br /&gt;
:Angesichts der vielen Sommerfrischler  bereitete er die Eröffnung eines Fotoateliers vor.&lt;br /&gt;
:Auch einen kleinen Bankkredit hatte er dazu erkämpft.&lt;br /&gt;
:Aus Gram über die entschwindenden Urlauber vertrank er den Kredit.&lt;br /&gt;
:Tage später verpflichtete eine Kriegsverordnung dazu, Reisepässe mit Foto zu versehen.&lt;br /&gt;
:Für ein Atelier, um nun die riesige Nachfrage zu befriedigen, hatte er kein Geld mehr.&lt;br /&gt;
:Schon ein Jahr darauf war die Hysterie allgemeiner Ernüchterung gewichen.&lt;br /&gt;
:Selbst weit entfernt von der Front begannen Leid und Not spürbar zu werden.&lt;br /&gt;
:Warnemünde mit seiner Fährverbindung via Dänemark, dem Land wo Milch und Honig fließen, übte nun eine neue Anziehungskraft aus.&lt;br /&gt;
:Mehrmals täglich verließen Eisenbahnwaggons beladen mit Kohlen, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Obst, Fisch oder Zucker den Bauch der Fähre aus Dänemark.&lt;br /&gt;
:Im Ort kursierten geflügelte Sätze wie: &amp;quot;&amp;quot;Kohlen werden nicht geklaut sondern mitgebracht.&amp;quot;, &amp;quot;Wi hebben dragen as de Immen&amp;quot;, man war findig genug, sich auf dem Rangierbahnhof Zugang zu der nahrhaften Ladung der Waggons zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor wieren männigmal mier Addebors as Poggen.&amp;quot; Wenn eine Kartoffel-Ladung geplündert wurde.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder verstanden es, sich diese Quelle zu erschließen und ihr Los zu erleichtern.&lt;br /&gt;
:&amp;quot; Nicht selten gab es gar ein ein stilles Bündnis mit den Bahnangestellten.&lt;br /&gt;
:Im dezember 1915 stellte man so Ertappte vor Gericht.&lt;br /&gt;
:Unter den 39 Angeklagten aus Warnemünde und Umgebung waren allein 19 Bankangestellte.&lt;br /&gt;
:Die Anzahl der Diebstähle war nicht mehr feststellbar.&lt;br /&gt;
:Schuld nicht mehr persönlich zuordenbar, so dass [[das Verfahren]] schließlich im Sande verlief.&lt;br /&gt;
KFC 45 560-566 KFC 46 171-324 153S. Anklageschrift&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
====Die Bahnberaubungen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
HG&lt;br /&gt;
[[Die Bahnberaubungen in Warnemünde]] Auszug Tidingsbringer Nr.9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde in der Zeit des dritten Reiches und des zweiten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Franzosenlager auf der Hohen Düne====&lt;br /&gt;
(Quelle Dr. Reno Stutz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====* [[Das Kriegsende In Warnemünde am 1. Mai 1945]]====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Hafen mit Leuchtfeuern und Molen==&lt;br /&gt;
===Die erste Leuchte am Ost-Ende der Hohen Düne ab 1323 bis warscheinlich 1487===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Warnemünder Leuchtturm in  &amp;quot;die Wahrhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberuhmten alten See- und Hensestadt Rostock&amp;quot; von 1578 bis 1586 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1832 Bevor der Leuchtturm kam===&lt;br /&gt;
(Wilfried Steinmüller) (WG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Offensichtlich war ursprünglich ein hölzerner Bau geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Planung Leuchtturm Freim Abendbl Januar 1832.jpg|Eine Zeitungsmeldung im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; Januar 1832&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde die Leuchte um 1870.jpg|Die Leuchte, der 1836 erbaute Vorgänger unseres heutigen Leuchtturms, links daneben der Signalmast&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturm, das Wahrzeichen von Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemuende Leuchtturm im Bau.jpg|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm im Bau 1897/98]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leuchtturm Warnemuende vor 1905.JPG|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm vor 1905]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1898 wurde der Warnemünder Leuchtturm, heute wohl wichtigstes Wahrzeichen des Ostseebades seiner Bestimmung übergeben. Versucht man die Wurzeln seiner Entstehung zu ergründen,  entdeckt man in alten Quellen bald, daß die Überlegungen zur Errichtung eines solchen Bauwerkes schon viel weiter zurückliegen.&lt;br /&gt;
:Auch in den Zeitungen des 19. Jahrhunderts wiederspiegelt sich dieses Thema. &lt;br /&gt;
:So weiß das &amp;quot;Freimütige Abendblatt&amp;quot; in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts dazu folgendes zu berichten: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hinsichtlich der jüngst von hier gemeldeten Absicht, ein Feuersignal im Warnemünder Seehafen anzulegen, ist es allgemein zu bedauern, daß man weit davon entfernt scheint, die Ideen zum Grunde zu legen, die der verstorbene sehr unterrichtete und hellsehende Schiffskapitän Eichmann, ehemaliger Lehrer der Nautik hieselbst, in einer höchsten Ortes vor etwa 6 Jahren von ihm über die Frage an welchem Punkte der mecklenburgischen Seeküste es am vorteilhaftesten wäre einen ordentlichen Leuchtturm zu errichten, erforderten und eingereichten, überaus wohlgearbeiteten Denkschrift, über die, seiner Meinung nach, in Warnemünde allein am allernützlichsten und unentbehrlichsten zu verfügende Errichtung eines solchen Leuchtturms entwickelt hat. Der Referent hat dies Memoire damals gelesen, und erinnert sich noch mit Vergnügen der lichtvollen mündlichen Erläuterungen des einsichtsvollen Verfassers, so wie der Wärme, mit der er den seit einigen Jahren neugebaueten und mit englischen Leuchtinstrumenten versehenen Leuchtturm zu Cuxhafen als das vortreffliche Modell pries, dem man in Warnemünde zu folgen hätte. Aber freilich steht die hohe Nützlichkeit, ja unentbehrliche Nothwendigkeit einer solchen Anstalt, so wie ihre dem Muster nacheifernde Vortrefflichkeit, die der Referent vor fünf Jahren stundenlang zu untersuchen und zu bewundern Gelegenheit hatte, auch im Verhältnis zu den sehr erheblichen Kosten, die die Nachahmung zu Warnemünde erfordern würde; Kosten zu denen, wenn dieser Gedanke je ins Leben träte, Fürst und Land, aus den entscheidenden Gründen wahren Gemeinwohls, auf die Hälfte oder doch ein Drittel beisteuern müßten und könnten.&lt;br /&gt;
:Rostock den 30. Januar 1832&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Immer wieder bieten die so &amp;quot;hellseherischen&amp;quot; Gedanken jenes Kapitäns  Eichmann Stoff zur Diskussion über die längst fällige Errichtung eines Leuchtturmes und man kann ihn wohl getrost als geistigen Vater eines solchen Bauwerkes bezeichnen. Auch sonst bietet sein Wirken in Warnemünde noch reichliche Betätigungsfeld für die Warnemünder Geschichtsforscher.&lt;br /&gt;
:Der Anstoß war gegeben, aber bis zur Realisierung verging noch viel Zeit und das Thema bot im Freimütigen Abendblatt auch weiterhin reichlich Lesestoff, wie hier zum Beispiel drei Jahre darauf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was die schon vor mehreren Jahren beantragte Anlegung eines Leuchtturmes am Eingange des Warnemünder Hafens betrifft, so scheint diese Angelegenheit, obgleich sie, wie man erfährt, sowohl von den Seiten des Handels- als des Schifferstandes als sehr dringend empfohlen und von demselben auch bereits verschiedene annehmliche Offerten gemacht sein sollen, doch ganz in den Hintergrund gestellt zu werden, und vielleicht nur aus dem einzigen Grunde, weil die Rostocker Schiffahrt seit Jahrhunderten schon ohne Leuchtturm bestanden hat. Wohin aber sollen solche Grundsätze führen ? Man überzeuge sich doch endlich von der Nützlichkeit, ja von den Notwendigkeit dieser Einrichtung! Eben wegen des Mangels derselben scheiterte noch jüngst wiederum ein Schiff; denn das Ansegeln an die mecklenburgische Küste bei irgend trüber Witterung, besonders bei starkem Sturm und Seegange ist bekanntlich sehr gefährlich. Unsere Baubehörde wird deshalb wenn sie sich auch in dieser Hinsicht des Raths sachkundiger Männer bedient, gewiß keinen Anstand nehmen, auch diesem Gegenstande seine Erledigung zu verschaffen, zumal da bei den vorseienden Hafenbauten gewiß der Bau eines solchen Leuchtthurmes auf eine zweckmäßige und vieleicht minder kostspielige Art als sonst zur Ausführung gebracht werden kann.&lt;br /&gt;
:Rostock den 29. December 1835&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Folgejahr schließlich scheint die Sache in Gang zu kommen denn in der Augustausgabe steht zu lesen: :&amp;quot;Bei der am 16.des Monats stattgefundenen Grundsteinlegung zu dem auf der Düne Warnemünde´s zu erbauenden Leuchtthurm war leider der Mehrzahl der hier Anwesenden Fremden der zu dieser feierlichen Handlung angesetzte Zeitpunkt fremd geblieben, weshalb nur ein kleiner Teil derselben auf der bezeichneten Anhöhe sich versammelt hatte. Befremden mußte es wohl allgemein, daß von der obersten städtischen Behörde nichts geschehen war um diesem Actus auch in seiner äußerlichen Form eine festliche Bedeutung zu geben, das auch nicht eines ihrer Mitglieder gekommen war, um die Theilnahme an einem Werke an den Tag zu legen, welches dem Vaterlande zur Ehre und so vielen zur Rettung und zum Heile gegründet werden sollte. Freuen müssen wir uns aber andererseits, daß dennoch diese Handlung nicht ohne eine gewisse Solenität &#039;&#039;(Feierlichkeit)&#039;&#039; vollzogen wurde. Es hatte nämlich eine Dame aus Rostock (C.v.W.) diesen Gegenstand in einem Gedichte besungen, welches auf allgemeines Begehren ein gerade anwesender, sehr beliebter Redner, Herr Candidat Bartsch aus Rostock, nachdem er einige, dem Gegenstande angemessene Worte vorausgeschickt, auf eine dem Inhalte des Gedichtes vollkommen entsprechende Weise recitierte. Nachdem hierauf von dem Herrn Administranten des Baues ein Toast unter dem Klange der Gläser ausgebracht worden, wurde diese eben so einfache als ansprechende Feier beendigt. Wie es heißt, erreicht der Bau, unter der Leitung des Stadtbaumeisters Herrn Schwedtler, noch vor dem Winter seine Vollendung.&lt;br /&gt;
:Warnemünde d. 19. August 1836&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leider nennt uns die Zeitung jener Tage den Verfasser der Zeilen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1897/98 der Bau des Warnemünder Leuchtturms====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Nebel mussten Sondermaßnahmen durchgeführt werden (Hornsignale, Glocke, Nebelkanone). Die Entwicklung der Rostocker Segelschiffflotte zur größten im Ostseeraum mit 372 Schiffen im Jahre 1878 machte einen weiteren Ausbau der Hafeneinrichtungen zwingend notwendig. So wurde bereits im Jahre 1862 dem Rat der Stadt Rostock ein Entwurf vorgelegt zum Umbau der Hafenleuchte in Warnemünde zu einem vollständigen Leuchtturm mit prismatischem Laternenhaus. Aber erst im Jahre 1897/98 kam es dann zum Bau des Leuchtturms in seiner jetzigen Form. Davor waren durch Streitigkeiten über die Notwendigkeit und die Finanzierung des Leuchtturms mehr als 30 Jahre ins Land gegangen. Erbaut wurde der Turm unter der Leitung des Rostocker Hafenbaumeisters Karl Friedrich Kerner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Leuchtturm mit Signalmast 1904.jpg|thumb|600px|links|Der neue Leuchtturm und links daneben der Wetteranzeiger-Signalmast 1904]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde1904 Handskizze Ludwig Krause Bedeutung der Signale am Mast.jpg|thumb|450px|rechts|Handskizze des Historikers Ludwig Krause über die Bedeutung der Signale am Mast neben der Leuchte 1904]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Feuer wurde zunächst mit Petroleum betrieben, das aus dem Petroleumkeller, in dem 4 Petroleumbottiche untergebracht waren, heraufgepumpt werden musste. Im Jahre 1917 wurde das Licht auf Gas umgestellt. Um 1927 wurde der Leuchtturm auf elektrisches Licht umgestellt. Die Lampentypen wurden ständig dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Heute wird der Turm mit einer 250W/230V HQL-Lampe betrieben.&lt;br /&gt;
Das Linsensystem wurde von der Firma Picht &amp;amp; Co. Rathenow geliefert und eingebaut und tut noch heute in unveränderter Form seine Dienste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Auszug aus: &amp;quot;Verschwunden - Vergessen - Bewahrt, Denkmale der Rostocker Technikgeschichte&amp;quot; Hans-Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 1995  &lt;br /&gt;
*[[&amp;quot;Leuchtturm Warnemünde&amp;quot; Hans Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 2013&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=sYbcAokrAQw  Gerd Lau MV1 TV]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1968 Die Symbiose von Teepott und Leuchtturm als Warnemünder Wahrzeichen====&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1936.jpg |thumb|250px|rechts|Warnemünde mit Leuchtturm und Teepavillon 1936]]&lt;br /&gt;
;1926 Der runde &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht&lt;br /&gt;
:neben dem Warnemünder Leuchtturm in unmittelbarer Nachbarschaft, den der Volksmund schon bald nach seiner Eröffnung &amp;quot;Teepott&amp;quot; nannte. &lt;br /&gt;
:Er brannte 1945 ab.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Der Architekt Ulrich Müther und der Hyparschalenbau&lt;br /&gt;
;noch fortsetzen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Teepott 1979 OKR.jpg|400px|thumb|rechts|Inneres des Teepotts 1979]]&lt;br /&gt;
;1967/68 Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten.&lt;br /&gt;
: Eine Architektengruppe des Wohnungsbaukombinates Rostock um Stadtplaner Erich Kaufmann entwickelte das Gebäude des &amp;quot;Teepotts&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die statische Konstruktion eines Hyparschalenbaus erstellte dazu der Konstrukteur Ulrich Müther aus Binz. Die Dachkonstruktion besteht aus einer Membranschale, die Last der 1000 m2 umfassenden Dachfläche ruht auf nur drei Auflagenpunkten. Die Dachschale hat eine Dicke von 7cm.&lt;br /&gt;
:Die künstlerische Gestaltung führten Achim Kühn, Inge Jastram und Felix Büttner aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Teepott seit der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. &lt;br /&gt;
:Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Molen und Seezeichen===&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Becker beschreibt den Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen &lt;br /&gt;
:(Freimüthiges Abendblatt 1826):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;500px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 a wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen a&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 b wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fischerei==&lt;br /&gt;
(u.a. Warnemünder Jolle) noch einpflegen&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts===&lt;br /&gt;
:Niemand der nach Warnemünde kann sich dem besonderen Flair des Alten Stromes und des Fischereihafens an seinen beiden Ufern entziehen.&lt;br /&gt;
:Allein schon der Duft von frischem Räucherfisch zieht die Touristen magisch an.&lt;br /&gt;
:Lang ist die Tradition der Fischerei in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bereits 1494 befuhren nicht weniger als 30 Warnemünder Fischer ihre Fangplätze in der Ostsee und leisteten ihre Abgaben an den dänischen Vogt auf Schonen. Sie befuhren bzw. befischten die gesante südwestliche Ostsee.&lt;br /&gt;
:Die größte Länge der damaligen Fischerboote betrug ca. 6,30m und 2,20 Breite.&lt;br /&gt;
:Ab 1880 mußten die Fischer Registriernummern an Booten und Segeln führen, 1917 ergänzt durch &amp;quot;WA&amp;quot; vor der Registriernummer.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder selbst befaßten sich ungern mit dem Bootsbau und überließen das den Tischlern und Stellmachern aus Groß-Klein.&lt;br /&gt;
:Gefischt wure mit Stellnetzen, Waden Reusen, Angeln und Eisen.&lt;br /&gt;
:Die Netze und Angeln wurden in Warnemünde gefertigt und in der heutigen Friedrich-Franz-Straße entstand die erste 250m Reiferbahn.&lt;br /&gt;
:Aber nicht nur gefischt wurde von den Warnemündern sondern sie verkauften ihre Fänge zu großen Teilen auch selbst.&lt;br /&gt;
:In erster Linieg boten sie ihre Fänge regelmäßig auf dem Rostocker Markt an.&lt;br /&gt;
:Da der Markt bereits um 8.00 Uhr öffnete, mußte die Ausfahr zum einholen der Netze schon morgens zwischen 1 und 2 Uhr erfolgen.&lt;br /&gt;
:Leider wurden nie Aufzeichnungen über Fangmengen und erzielte Preise gemacht.&lt;br /&gt;
:Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wares den Warnemünder Fischern per Rostocker Edikt strikt untersagt auf dem Breitling zu fischen. Das war den Rostocker Fischern, die ihren Standort uweit der Petribrücke hatten, vorbehalten.&lt;br /&gt;
:Wenn aber Rostocke fischer nach Warnemünd kamen, hieß es &amp;quot;Vorsicht die Türken kommen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das hatte aber nichts mit Bewohnern die aus der Türkei kamen zu tun,sondern ein einstiger Rostocker Fischmeister hieß Thürk und wurde zum Namensgeber dieses Ökelnamens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 50iger Jahren wurde in Warnemünde eine sehr leistungsfähige FPG (Fischerei-Produktionsgenossenschaft) gegründet.&lt;br /&gt;
:Es entstand eine neue Löschhalle zur Übernahme des gerade angelandeten Fisches und eine Fischverarbeitungsstätte.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlich angelandeten Fische waren Ostsee-Hering, Dorsch, Steinbutt, Scholle und Lachs.&lt;br /&gt;
:Edelfische gingen in den Export, Hering und Dorsch kamen in die genossenschaftseigenen Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Fischverwertungsgenossenschaft Warnemuende.JPG|Fischverwertungsgenossenschaft Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:FPG Warnemuende.JPG|Fischerei-Produktionsgenossenschaft (FPG) Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:Fischverarbeitung Warnemuende.JPG|Fischverarbeitung in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem Umbruch 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1990 verzeichnete die heimische Fischerei wegen der einströmenden Fisch-Importe, besonders aus Holland, mit der Kutterfischerei in Warnemünde rapide bergab.&lt;br /&gt;
:Heute gibt es nur noch drei privae Kutterfischer, die ums Überleben kämpfen.&lt;br /&gt;
:Eine Reihe der darüber hinaus verbliebenen Kutter führen oft Angeltouren für die zahlreichen Touristen durch.&lt;br /&gt;
:Deren Tour-Angebote sind sehr beliebt und sind meist lange voraus ausgebucht.&lt;br /&gt;
:Trotz des Niederganges der Küstenfischerei ist das Flair eines Fischereihafens geblieben und dort fangfrischen Fisch geräuchert oder als Bismark-Hering angeboten haben auch eine zusätzliche Anziehungskraft Warnemünde und die Fischer zu besuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Lotsenwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Lotsenordnung von 1782]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Lotse und das Einlaufen in den Hafen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Lotsenordnung 1782 01.jpg|300px| rechts| Die Rostocker Lotsenordnung von 1782 a]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Schwierigkeit der Hafeneinfahrten erforderte, dass das Schiff von einem Spezialisten in den Hafen geführt wurde, der alle Tücken des Fahrwassers genau kannte, das ist der Lotse.&lt;br /&gt;
:Seine Verantwortung ist groß, größer als sie Brinckmans humoristische Charakteristik im „Kasper Ohm“ erkennen läßt: „Loots is´n Loots ´n Kierl, de sein Schuldigkeit doon mööt, Haaben rin un Haaben ruut, süs ward he oewer Buurd smäten, un doför kriggt he sein Betalung!“&lt;br /&gt;
:Weit draußen vor der Hafeneinfahrt warten  die Lotsenboote bei jedem Wetter auf Schiffe, die den Hafen anlaufen wollen.&lt;br /&gt;
:Über die Tätigkeit der heimischen Lotsen wird mancherlei erzählt:&lt;br /&gt;
:Fiew Lotsen wieren hier in Warnemünd in´t Boot. Dree bleben langsiet un maakten naher dat Schipp fast. Twee stegen oewer.&lt;br /&gt;
:De Warnmünner Lotsen säden, wenn se an Buurd güngen: Klaas, gah du an´t Stier, ik gah an´t Kommdier („Ich regier“, ich gebe die Kommandos).&lt;br /&gt;
:De Lotsen smus´ten solang´rüm up´t Schipp bi´n Kaptain, un güngen nich ihrer von´t  Schipp, bet se´n Foi kreegen.&lt;br /&gt;
:Näherte sich ein Schiff der Warnemünder Reede, dann fuhren in einem Eifer, Geld zu verdienen, die Lotsen oft schon aus, ehe das Schiff die Lotsenflagge zeigte, dann gab es aber gelegentlich bittere Enttäuschung.&lt;br /&gt;
:Wenn de Warnmünner Lootsen ruutführt wieren mit ehr Boot un dat Schipp denn oewer Stagg güng un na buten fohrt, denn schüllen de Lotsen „Dat is´n Heichler“ („Das ist ein Heuchler“, er tat nur so, als wollte er den Hafen anlaufen.)&lt;br /&gt;
:Wi Lotsen säden, wenn en Schipp oewerkrüzen ded`vör.nHaben: „Dat is´n Bidewinner (Das Schiff segelt bei dem Winde).&lt;br /&gt;
:Wenn es so stürmisch war, dass die Lotsen nicht hinauskamen, gab es ein Aushilfsmittel, das Schiff in den Hafen zu lotsen, denn würd de Windbaak bruukt.&lt;br /&gt;
:Dat wier up´t Warnmünner Spill ´ne Flagg mit´n langen Staken, dor winkten se mit.&lt;br /&gt;
:Wenn slicht Wäder wier, dat de Lotsen nich ruutgahn künnen, würd mit de Windbaak winkt.&lt;br /&gt;
:Wo de henwinkt, dor mööt he´t Roder henleggen.&lt;br /&gt;
:Wenn hoges Wäder wier un de Strom dull uutloopen ded, würden mit de Windbaak Tecken gäben.&lt;br /&gt;
:Wenn dat Schipp to läg´stüern ded´, würd dormit  winkt, he süll na de anner  Siet stüern.&lt;br /&gt;
:Wnn keen Wind wier un de Strom in War´münn  hart utloopen ded´, dat dat Schipp dor nich gegenankünn, denn müßten de ollen Lotsen dat Schipp rintrecken. Denn geew de Schipper´n Soopji uut.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren Lotsen, dee all up´t Ollendeel wieren. &lt;br /&gt;
:Früher wier dat jo all schier un glatt an´n Strom (es ist gemeint, dass am Strom entlang habe ein glatter Weg geführt.)&lt;br /&gt;
:De Lien würd an´n Mast bunnen.&lt;br /&gt;
:De Treckers hadden´n Trecksädel, dor wier´n höltern Knoop aan.&lt;br /&gt;
:Wenn´n Schipp fastkeem bi de Infohrt, würd dat Gangspill dreiht, dorbi würd ok sungen.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl, dorbi müßt he sik mit de Bost upleggen. Dat keem vöör, dat he dorbi ringahn ded´ in´t Water.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren vier bet söß Mann, oder twee Pier tröken.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl. &lt;br /&gt;
:(Richard Wossidlo WRQG 1940 )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende===&lt;br /&gt;
* [[Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende|Warnemünder Lotsenkapitän Stefan Jantzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Zollwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zollamt am südlichen Ende der Häuserreihe am Strom wurde 1891/92, wahrscheinlich vom Stadtbaumeister Gustav Dehn erbaut. (WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Zollwesen in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde um 1900 der Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Kaiserliche Zollamt.jpg|Der kaiserliche Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Zollamt.&lt;br /&gt;
Datei:AK Zollamt Warnemuende circa 1917.jpg|Das Zollamt auf einer Ansichtskarte 1917.&lt;br /&gt;
Datei:Zollamt Warnemuende circa 1990er.jpg|Das Gebäude des ehemaligen Zollamtes in den 1990er Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Kirchen und die drei Friedhöfe von Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Jahrhunderte sind in Warnemünde mindestens vier Kirchen nachweisbar.  Zwei frühe Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert fielen den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Rostock und den Dänen zum Opfer.&lt;br /&gt;
Die erste steinerne Kirche wurde um 1280 wahrscheinlich auf Veranlassung des Doberaner Klosters erbaut, was zur Folge hatte, das das Kloster auch über eine sehr lange Zeit deren Kirchenpatronat inne hatte. Als Rostocker die Kirche nach einem Sieg gegen die Dänen abbrannten, wurde dieser Frevel sogar dem Papst in Rom gemeldet. &lt;br /&gt;
Die Stadt wurde im Dezember 1312 mit dem Bau einer neuen hölzernen Kirche beauftragt, die aber ebenfalls durch Feuer zerstört wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die alte Kirche mit ihrem Friedhof bei der Vogtei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Vorläufer der heutigen Kirche war ein Gotteshaus, das ganz in der Nähe des Alten Stroms einige Meter nördlich von der Vogtei stand und Anfang des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut worden war.&lt;br /&gt;
:Sie hatte an der Südseite zwei Anbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der &amp;quot;Alte Kirchhof am Strande&amp;quot;===&lt;br /&gt;
:noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die neue Kirche===&lt;br /&gt;
:Da die Einwohnerzahl von Warnemünde ständig wuchs und die alte Kirche (&amp;quot;Fischerkirche&amp;quot;) zunehmend baufällig wurde, begann im September 1867 die Errichtung eines neuen Gotteshauses. &lt;br /&gt;
:Am 1.10.1871 fand in Gegenwart des Großherzogs Friedrich Franz II. die feierliche Einweihung statt. &lt;br /&gt;
:Das Gotteshaus entstand nach einem Entwurf des Rostocker Baumeisters Wilhelm Wachenhusen. &lt;br /&gt;
:Der kreuzförmige Backsteinbau birgt wichtige Bestandteile von der Innenausstattung der alten Warnemünder Kirche. &lt;br /&gt;
:Zu den bemerkenswetesten Gegenständen dürfte die überlebensgroße Schnitzfigur des heiligen Christophorus (Ende 15.Jh.) gehören. &lt;br /&gt;
:Die alte &amp;quot;Fischerkirche&amp;quot; wurde 1874 abgerissen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Geschichte am Rande:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Das zum Kirchspiel Warnemünde gehörende Dorf Diedrichshagen, das zuvor noch in Schwaan eingepfarrt war, kam nach dem Dreißigjährigen Krieg unter das Dach der Warnemünder Kirche.&lt;br /&gt;
:Dort in der alten Kirche am Ufer des &amp;quot;Alten Stroms&amp;quot;, befand sich vor der Ostwand die geschnitzte, überlebensgroße Figur des heiligen Christophorus.&lt;br /&gt;
:Als 1871 nun die neue Kirche fertiggestellt war, sollte die große Figur nicht mehr übernommen werden.&lt;br /&gt;
:Besonders die Diedrichshäger Pfarrkinder protestierten dagegen und erklärten, ohne Christophorus würden sie keine Ababen mehr leisten, sondern sich selbst eine Kirche bauen.&lt;br /&gt;
:Sie waren alter Überlieferung gemäß hier nur so lange eingepfarrt, wie die Figur im Gotteshaus stünde.&lt;br /&gt;
:Die Kirchenleitung gab klein bei, und der Schutzpatron der Reisenden blieb dem Gotteshaus und uns bis heute erhalten.&lt;br /&gt;
* [http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/fullscreen/PPN407465633d2731312e30312e30312e27_40636c6173736e756d3d273236312e27_407369673d2733352f3320303227/1/ Grundriß der neuen Kirche]&lt;br /&gt;
* [[Die neue Warnemünder Kirche im Schlie Bd.1 S.285-291]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Kirchenplatz um 1875 a.jpg|Kirchenplatz mit neuer Kirche um 1875&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünder Pfarrkirche um 1900.jpg|Die Warnemünder Pfarrkirche um 1900&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Inventarteile die aus der Vorgängerkirche übernommen wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Schnitzalter von 1475 (angeblich eine Danzige Arbeit, über See nach Warnemünde verschifft)&lt;br /&gt;
:Im Schrein befinden sich zwei Gruppen von Heiligen jeweils unter Maßwerkbaldachinen, dazu 3 Heilige in den Flügelaußenseiten.&lt;br /&gt;
:- Kanzel mit Schalldeckel von 1591&lt;br /&gt;
:- Heiliger Christophorus - monumentale Schnitfigur vom Anfang des 16. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder machten ihn zum Schutzheiligen des Ortes&lt;br /&gt;
:Einer Legende nach sollte der Christophorus Tränen vergießen können.&lt;br /&gt;
:Einer weiteren Legende nach lebte in der Frühzeit Warnemündes in der Nähe der Vogtei ein Mann, der Leute bei Bedarf gegen einen kleinen Obolus über den damals noch flachen Strom trug. Er galt als Sinnbild des Warnemünder Christophorus.&lt;br /&gt;
:- Altargemälde mit Kreuzigungszene von Gustav Stever um 1870&lt;br /&gt;
:- Zwei Pastorenporträts: J.Albinus gest. 1670 und N.Bims gest. 1724&lt;br /&gt;
:- Gestühlwangen mit Inschriften und Hausmarken 16.-18.Jh.&lt;br /&gt;
:- Truhe von 1620&lt;br /&gt;
:- Glocke von 1434&lt;br /&gt;
:- Votivschiffe von 1820 und 1885 (Dankesgabe von in Seenot geratenen und geretteten Seeleuten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei der Sturmflut vom 12.-14. November 1872 retteten sich viele Einwohner in die Kirche, als Warnemünde nach dem Durchbruch der Dünen westlich des Ortes wie auf einer Insel lag. Zuletzt mußten die Geretteten auf die Bänke steigen, während draußen Lotsenkommandeur Stephan Jantzen  mit seinen Lotsen Menschen aus unmittelbarer Gefahr rettete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der neue Friedhof===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Denkmalgeschichten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für John Brinckman im Warnemünder Kurpark===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Brinckman Stein b.JPG|thumb|450px|rechts|Warnemünde Brinckman-Stein im Kurpark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Ein Dichter und sein Gedenkstein - John Brinckman kam zur Kur ins Seebad&amp;quot;====&lt;br /&gt;
:(Autor: Ronald Piechulek in Ostsee-Zeitung 22.11.2002)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 18. September 2001 wurde der John Brinckman-Gedenkstein am Kurhausgarten gegenüber dem Institut für Ostseeforschung &#039;&#039;(nach 1914 zum zweiten Mal)&#039;&#039; eingeweiht.&lt;br /&gt;
:Zum Dichter und zur Geschichte des Steins recherchierte der Warnemünder Ortschronist Ronald Piechulek:&lt;br /&gt;
:John Frederick Brinckman wurde am 3.Juli 1814 in der Rostocker Koßfelder Straße als zweiter Sohn einer Kapitänsfamilie geboren. Er war sieben Jahre alt, als Warnemünde erstmals als Badeort erwähnt wurde. John Brinckman der sich zur Seefahrt hingezogen fühlt, erlebte, wie im Jahre 1834 der Dampfer &amp;quot;Rostock-Packet&amp;quot; seine regelmäßigen Fahrten zwischen Warnemünde und der Stadt aufnahm 1834 ließ er sich an der Rostocker Universität immatrikulieren und studierte bis 1837 Jura und Philosophie. Die akademische Laufbahn fand ein jähes Ende, als John Brinckman am 26.September 1838 wegen &amp;quot;versuchter Stiftung eines verbotenen Vereins&amp;quot; an der hiesigen Universität zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Diese Strafe brauchte er aufgrund eines Gnadenerlasses des Großherzoges jedoch nicht zu verbüßen.&lt;br /&gt;
:Diese und andere Erlebnisse bewogen Brinckman. 1839 seiner Heimatstadt den Rücken zu kehren und in den USA sein Glück zu versuchen. Das Heimweh und die Nichterfüllung seiner Wünsche und Vorstellung ließen aber John Brinckman 1842 nach Mecklenburg zurückkehren. Nach mehreren Anstellungen in verschiedenen mecklenburgischen KLeinstädten führte ihn sein Weg nach Güstrow, das nun seine Wahlheimat werden sollte. Dennoch zog es ihn immer wieder nach Rostock zurück.&lt;br /&gt;
:Brinckman weilte von 1850 bis 1870 jeweils in den Sommerferien in Warnemünde anfangs allein, später mit der gesamten Familie. &lt;br /&gt;
:Sie fand Unterkunft in dem Haus am Strom Nr. 35.&lt;br /&gt;
:Seine schwankende Gesundheit zwang den Dichter, in den letzten Lebensjahren dem eindringlichen Rat seines Arztes zu folgen und in Warnemünde , das für seine Heilkuhren berühmt war, Erholung zu suchen.&lt;br /&gt;
:Bei den Warnemündern war Brinckman ein gern gesehener Gast. Am Tage saß er stundenlang am alten Strom, snackte mit den Fischern und Lotsen Platt und ließ sich von ihnen Geschichten erzählen, die sicherlich einmal in seinen Werken Niederschlag finden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Wihred, hollen bi de Enthüllungvon den &amp;quot;John Brinckman-Steen&amp;quot;, in Warn´münn von H. Burmeister-Rostock&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
;(Weiherede gehalten bei der Enthüllung von dem &amp;quot;John Brinckman-Stein&amp;quot;, in Warnemünde von H.Burmeister_Rostock]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 38 am 16.Juni 1914 S.335/336)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;John Brinckman - Taun´n 100. Geburtstag (3.Juli 1914)&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 34, 4.Juli 1914)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Reuter-Stein und die Reuter-Eiche bei der Sedan-Wiese===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche erfolgte anlässlich des 100. Geburtstages der Schriftstellers am 6. November 1910. Stein und Eiche befanden sich an der damaligen Sedan-Wiese. Diese Wiese, die an den vorentscheidenden Sieg der deutschen Armee nahe der französischen Stadt Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870/71 erinnern sollte, befand sich westlich des damals neuen Warnemünder Friedhofs und heutigen „Stephan Jantzen-Parks“. Zur Einweihung findet sich in der Rostocker Zeitung vom 8. November 1910 eine Meldung über „Die Reuter-Jubiläumsfeier des Plattdeutschen Vereins in Warnemünde“. Darin heißt es: „In unmittelbarer Nähe der Küste, etwas unterhalb der Dünen pflanzte der Plattdeutsche Verein in Warnemünde zum Andenken an den Dichter eine Eiche und setzte dazu einen Denkstein mit einer Inschrift. Die Feier fand unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft statt. Ein stattlicher Festzug bewegte sich vom Vereinslokal zu dem in Aussicht genommenen Platz in den neuen Anlagen. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden des Plattdeutschen Landesverbandes, Herrn Burmeister aus Rostock, übernahm Vogt Rechtsanwalt Beselin im Namen des Ortes Eiche und Denkmal. (…)“&lt;br /&gt;
Der Stein mit dem Namen und den Lebensdaten des Heimatdichters sollte die Eiche markieren. Es ist derzeit unklar, ob die ursprünglich gepflanzte Eiche noch existiert. Ungeklärt ist auch, was aus dem Stein wurde. Wie bei anderen Gedenksteinen aus Warnemünde, hält sich auch hier das Gerücht er sei im Fundament des Neptunhotels verbaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.jpg|Ansichtskarte mit Gruppenfoto des Plattdeutschen Vereins zur Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche 1910.&lt;br /&gt;
Datei:Ausschnitt AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.JPG|Reuter-Stein und Reuter-Eiche in Nahaufnahme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pressemeldung zur Vorbereitung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche im Rostocker Anzeiger vom 27.10.1910]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Fritz Reuter-Stein vor der Warnemünder Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Reuter-Stein Warnemuende.jpg|Der Warnemünder Reuter-Stein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bismarck-Stein auf der Promenade===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck Spoek-Stein Warnemuende.jpg|Der Bismarck-Stein vor seiner Aufstellung&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck-Stein Warnemuende.JPG|Der Bismarck-Stein auf einer alten Postkarte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) erhielt auch in Warnemünde Ehrungen und Denkmäler. So wurden unter anderem die Promenade und die anliegende Heinrich-Heine-Straße nach ihm benannt. Eine weitere Würdigung erhielt Bismarck in Warnemünde in der Form eines Gedenksteines, der am 25. August 1907 auf der Promenade feierlich eingeweiht wurde. Verbunden mit verschiedenen Ehrerbietungen, Reden und Kranzniederlegungen, wurde der Gedenkstein festlich enthüllt. Das Denkmal fand seinen Standort mitten auf der belebten Promenade und war mit dem Schriftzug „Bismarck zum Gedächtnis“ verziert.  Durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde dem Bismarck-Gedenkstein nach Kriegsende zunächst sein Schriftzug entfernt, bevor er 1968 endgültig von der Promenade verschwand. Versuche, den schweren Koloss an einen anderen Standort zu verlegen scheiterten und hatten die Sprengung des ehemaligen Denkmals zur Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Einweihung 1927.jpg|Einweihung des Kriegerdenkmals 1927&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Namen.jpg|Kriegerdenkmal Warnemünde: Blick auf die Namensliste&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Abriss.JPG|Kriegerdenkmal Warnemünde: Abrissarbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund SVZ 23te Januar 2006 a.jpg|thumb|450px|links|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ 23. Januar 2006]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund OZ 27te Januar 2006.jpg|thumb|600px|rechts|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ  2006]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Geinitz-Stein an der Stoltera===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Geinitz-Stein Warnemuende.JPG|Der Geinitz-Stein an der Stolteraa&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eugen Geinitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Gedenktafeln===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten auf den Warnemünder Gedenktafeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Opfer von Krieg und Gewalt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kunst im öffentlichen Raum in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Denkm%C3%A4ler,_Brunnen_und_Skulpturen_in_Rostock Wikipedia-Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Rostock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Planetenweg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder Planetenwanderweg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionspflege, Kultur und Vereinsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Reichsgründung 1871 entfaltete sich auch in Warnemünde ein reges Vereinsleben: Gesangsvereine, Ortsinteressenverein, Sportvereine etc. gründeten sich. Der erste Verein in Warnemünde, der eindeutig der Traditionspflege zuzuordnen ist, war der 1902 gegründete &amp;quot;Plattdeutsche Verein für Warnemünde und Umgegend&amp;quot;. In der Zeit der DDR waren es verschiedene Zirkel der Warnowwerft und insbesondere der Kulturbund der DDR, die die Kulturarbeit im Ort maßgeblich prägten. Nach der Wiedervereinigung kam es zu zahlreichen Vereinsgründungen, z.B. der Gemeinnützige Verein für Warnemünde e.V. (kurz Warnemünde-Verein), der Warnemünder Sportverein e.V. oder auch der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. (kurz Leuchtturm-Verein). Einige Vereine sehen sich dabei in der Tradition mit ihren historischen Vorläufern, wie z.B. der Warnemünder Segel-Club e.V. und der Tennisverein Blau-Weiß Warnemünde e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Klaashahns===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1963 waren es acht junge Segler aus der Betriebssportgemeinschaft der Warnowwerft, die zusammen kamen, um die Abende gemeinsam mit dem Singen von Seemannsliedern und Shantys zu verbringen. Sie selbst fanden Gefallen daran und auch zufällige Zuhörer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Auftritt der Sänger fand am 7. Mai 1964 im Warnemünder Veteranenclub mit großem Erfolg statt. Erst danach beschloss man, eine Shantygruppe zu bilden und sich den Namen „De Klaashahns“ zu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründungsmitglieder der Shantygruppe waren: &lt;br /&gt;
Edwin Lenz, Uwe Jahnke, Kurt Jahnke, Dietrich Zager, Siegfried May, Helmut May, Christian Rösler, Lutz Buchmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Trachtengruppe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trachtengruppe wurde 1976 gegründet und setzt sich seither für die Erhaltung und Pflege der Traditionen des Ortes ein. Dazu gehören insbesondere die alten Volkstänze, aber auch die niederdeutsche Sprache. Bei ihren Auftritten tragen die Mitglieder Trachten, wie sie um 1840 in Warnemünde getragen wurden. Einmal jährlich im Juli organisiert die Trachtengruppe das &amp;quot;Warnemünder Trachtentreffen&amp;quot;. Die Mitglieder der Trachtengruppe präsentieren seit 1976 im Zuge des &amp;quot;Warnemünder Ümgangs&amp;quot; historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Ümgang===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brauch des „Ümgangs“ geht zurück ins 14. Jahrhundert. In jedem zweiten Jahr wurde der Öllermann, der Wortführer des Altermänner-Kollegiums, gewählt. Gleichzeitig wurden die Steuereinkünfte von den Bürgerältesten abgerechnet.&lt;br /&gt;
Anschließend führte ein Umzug vorbei an Pfarre und Vogtei durch den Ort – auch gedacht als Repräsentanz der Warnemünder gegenüber Rostock. Diesen Brauch pflegte man bis 1850, in vereinfachter Form sogar bis 1909.&lt;br /&gt;
Als Bestandteil des Warnemünder Sommerfestes, heute im Rahmen der Warnemünder Woche, wird seit 1976 der „Warnemünder Umgang“ (seit 2001 „Nieger Ümgang“) durchgeführt.&lt;br /&gt;
Mitglieder der 1976 gegründeten Warnemünder Trachtengruppe verkörpern seither historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen. &lt;br /&gt;
Seit 1979 werden auch die sogenannten Ümgangsstäbe mitgeführt. Sie symbolisieren die drei wichtigsten Warnemünder Berufsstände: Fischer, Schiffer und Schiffbauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 01.jpg|Ümgang 1979.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1986.jpg|Ümgang 1986.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 02.jpg|Auf der Bühne am Leuchtturm, 1979.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünde-Verein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturmverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot;. Keimzelle für die Entstehung des Fördervereins war der Wunsch den Leuchtturm nach der Wende von 1989/90 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hauptinitiator hierbei war der damalige Rostocker Denkmalpfleger Gerhard Lau. Er und andere Enthusiasten, die sich schnell für diese Idee begeistern konnten, überzeugten den Bürgermeister der Stadt Rostock und das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) von dieser Idee.&lt;br /&gt;
Da weder die Stadt noch das WSA Personal hatten, um den Turm zu betreuen, wurde am 22. April 1994 daher der &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot; gegründet.&lt;br /&gt;
Das WSA, die Hansestadt Rostock und der „Leuchtturmverein“ einigten sich zugleich auf die Schließung eines Überlassungsvertrages zur Bewirtschaftung des Leuchtturms, der am 24. April 1994 direkt vor dem Leuchtturm unterzeichnet wurde. Der Turm ist seither unter der Obhut der Warnemünder Leuchtturmmänner wieder für alle geöffnet die den Aufstieg wagen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Einst und jetzt ein Stück Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der ursprüngliche &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine kleine Warnemünder Jolle rudert von schnellen kräftigen Schlägen getrieben die Warnow herauf.&lt;br /&gt;
:In dem Boot sitzt ein Mann mit seiner Frau. Schon von weitem wird es in Rostock als das des Tidingsbringers erkannt und spannungsvoll erwartet. Jetzt schießt es an das Bollwerk heran. Ein kleiner Mann springt ans Ufer, der Schweiß perlt ihm von der Stirn.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was gibts Neues, Jungmann, wer ist heute binnengekommen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Aber vergeblich sind alle Fragen. Der Tidingsbringer weiß genau, von wem er den klingenden Lohn für seine Neuigkeiten zu erwarten hat. Keine Sekunde darf verlorengehen, an niemand die Nachricht, die er bringt, vorzeitig verraten werden.&lt;br /&gt;
:Atemlos eilt er durch das Fischertor und verschwindet in der Strandstraße. Zuerst klopft er an die Tür des Steuermanns Schütz.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gute Nachricht Frau Schütz, Kapitän Lembke ist mit der Anna Maria im Ansegeln vor Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Ihr Mann wrd heute abend noch in den Hafen kommen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Diese dankt hocherfreut und lässt ein Silberstück in die Hand des Tidingsbringers gleiten.&lt;br /&gt;
:Weiter führt ihn sein Weg jetzt zur Wohnung des Kapitäns Krahnstöver und von dort zu den anderen Schiffer- und Steuermannsfamilien, denen er gleichfalls die freudige Mitteilung  machen kann, dass günstiger Wind die Schiffe mit ihren Angehörigen auf Warnemünde zusteuern lässt.&lt;br /&gt;
:Der letzte Gang gilt den weiter im Innern der Stadt gelegenen Kontoren der Reeder. Hier nimmter sich schon etwas mehr Zeit zur ausführlichen Berichterstattung, denn er ist sicher, dass ihm nun keiner mehr mit der Meldung der neuesten Schiffsnachrichten zuvorkommen wird.&lt;br /&gt;
:Bevor nach 1850 wegen des langen und beschwerlichen Landweges die Dampfer zum Hauptverkehrsmittel wurden und 1863 der Anschluss Warnemündes an das Telegrafennetz erfolgte, gab es zwei besoldete Tidingsbringer (auch Tidungenbringer) als Nachrichtenübermittler zwischen Rostock und seinem Vorhafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Über Bewegungen im Rostocker Schiffsverkehr, über Abgangszeiten, Bestimmungsort und mutmaßliche Rückkehr wussten diese genauso Bescheid, wie über Namen, Größe, Takelung und Kapitäne der Fahrzeuge, die sie mit dem Fernrohr durch Besonderheiten an Rumpf oder Takelage erkannten.&lt;br /&gt;
:(Auszug aus: Tidingsbringer - Ein Warnemünder Bäderjournal&amp;quot; Jahrgang 01 1996/1997 S.129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Im Jahre 1995 trafen sich Mitglieder des Leuchtturmvereins Warnemünde e.V. mit den beiden Verlegern Dr. Mathias Redieck und Achim Schade um einen neuen Tidingsbringer aus der Taufe zu heben, diesmal nicht vordergründig mit dem Ziel den Seemannsfamilien und Schiffsreedern Ankünfte oder Abreisen von Schiffen und ihren Besatzungen zu vermelden, sondern um alte und neue Nachrichten aus Warnemünde weit ins Land zu übermitteln.&lt;br /&gt;
:Damals ahnten sie nicht, das dieses, jährlich zwischen zwei Buchdeckeln randvoll mit spannenden &amp;quot;Tidings&amp;quot; &#039;&#039;(Nachrichten)&#039;&#039; gefüllte Medium in den nun folgenden zweieinhalb Jahrzehnten, seine Nachrichten hinaus bis nach Japan, Australien, Afrika und Amerika tragen wird. Selbst nach 30 Jahren (Stand 2025) halten noch immer viele Autoren Geschichte und Geschichten um Warnemünde und seine Menschen fest, bis eines Tages, warscheinlich wieder abgelöst durch neue Medien, auch wieder eine neue Form der Nachrichtenübermittlung wachsen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Warnemünder Geschichte(n) in mehr als 20 Bänden]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Tidingsbringer - Register der Band-Inhalte]] von Band 1- Band 25&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Segel-Club===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 gegründet ist der WSC seit 1926 Organisator und Veranstalter der Warnemünder Woche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Sportverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Edvard Munch Haus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Museumsverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Schulwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
(in Bearbeitung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schule wird für Warnemünde schon im 16. und 17. Jahrhundert erwähnt. Friedrich Barnewitz schreibt in seiner Ortschronik (1925), dass 1578 ein Schulmeister erwähnt wird und 1619 eine neue Schule errichtet wurde. Bis 1836 handelt es sich, wie vielerorts, um eine einklassige Schule. Barnewitz schreibt, dass die Warnemünder ihre Kinder nach eigenem Gutdünken zur Schule bzw. zum Küster schickten (beim Küster waren meist die 4- bis 6-jährigen Kinder). Die älteren Kinder mussten häufig durch Arbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Um 1800 überzeugte Pastor Schmiedekampf die Warnemünder ihre Kinder wenigstens von November bis Ostern zweimal wöchentlich zur Schule zu schicken. 1899 kam es zur Einrichtung einer Knabenschule. Am 1.4.1915 wurde die neue Schule in Fritz-Reuter-Straße eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Fritz Reuter-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Heinrich Heine-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerk in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Mühle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Mühle.jpg|thumb|300px|rechts|Die Warnemünder Mühle]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vom Fähr-, Fischer-, Lotsen- und Hafenort zum Ostseebad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fähren nach Dänemark===&lt;br /&gt;
=====Die Post- und Passagier-Schiffsverbindung nach Dänemark ab 1886 bis 1903=====&lt;br /&gt;
:(NHG)&lt;br /&gt;
:Von Entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Ostseebades Warnemünde war der Bau einer Eisenbahnverbindung von Neustrelitz mitten durch Mecklenburg nach Warnemünde, wo ein Brückenschlag nach Dänemark hergestellt werden sollte.&lt;br /&gt;
:Um eine rasche und sichere Einfahrt der Postdampfer zu gewährleisten, waren umfangreiche Bauten in Warnemünde nötig.&lt;br /&gt;
:Zunächst war eine Vertiefung der Fahrrinne und eine Verlängerung der Westmole sowie der Bau eines neuen Hafenbeckens erforderlich.&lt;br /&gt;
:Das Hafen-Bassin war 450m lang, 100m breit und 4,6m tief.&lt;br /&gt;
:Außerdem wurde die Mole um 133m verlängert und erhielt an ihrem Kopf eine Leuchtbake.&lt;br /&gt;
:Die Arbeiten wurden so auf Hochdrück gefördert, daß am 26.Juni 1886 die Eröffnung der Strecke von Neustrelitz über Rostock-Warnemünde nach Gedser erfolge.&lt;br /&gt;
:Die neue Verbindung verlief über eine Distanz von 24,3 Seemeilen oder 45 km.&lt;br /&gt;
:Die zwei 12 Knoten schnellen Raddampfer &amp;quot;Kaiser Wilhelm&amp;quot; und &amp;quot;König Christian&amp;quot; übernahmen die Verkehrsverbindung.&lt;br /&gt;
:Von dänischer Seite wurden die &amp;quot;Freya&amp;quot; und Anfang der 90er Jahre die &amp;quot;Edda&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
:Ab 1.Mai 1892 wurde auch eine Nachtverbindung eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Mit der Herstellung einer schnellen Verbindung ins Binnenlande, besonders zur Reichshauptstadt Berlin nahm auch der Urlauberverkehr einen großen Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen.jpg|Warnemünde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Trajekt Prins Christian um 1910.JPG|Warnemünde Trajekt Prins Christian um 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die Trajektverbindung (Transport mit Eisenbahn) ab 1903=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verkehr auf der Postdampferroute, die im Jahre 1894 mit der Besitzübernahme in die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn unter Landeshoheit kam, nahm eine sprunghafte Entwicklung ihren Lauf.&lt;br /&gt;
:Für den Personenverkehr, wie auch den Güterverkehr war für Personen der Umstieg von der Bahn aufs Schiff bzw. die ständige Umladung des Frachtgut ein umständliches und zeitraubendes  Hindernis. Dem entsprang der Gedanke die Verkehrsbrücke zwischen Deutschland und Dänemark in eine Trajektverbindung umzuwandeln.&lt;br /&gt;
:Der Baubeginn für dieses deutsch-dänische Gemeinschaftsprojekt war im September 1900 an den beiden jeweiligen Fährhäfen.&lt;br /&gt;
:Am 30.September 1903 fand deren feierliche Eröffnung unter der persönlichen Teilnahme von Kronprinz Christian (X.) und dem mecklenburgischen Großherzog Friedrich Franz IV. statt.&lt;br /&gt;
:Der Fährbetrieb wurde zunächst mit vier Schiffen, der &amp;quot;Großherzog Friedrich-Franz&amp;quot;, der &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot;, der &amp;quot;Prinzessin Alexandrine und der &amp;quot;Prinz Christian&amp;quot; eröffnet.&lt;br /&gt;
:Das war der Beginn für eine unkomplizierte, schnelle und kostengünstige Seeverbindung zwischen Deutschland und Skandinavien.&lt;br /&gt;
:Hatten die Postdampfer in ihrem letzten Betriebsjahr rund 4000 t Güter befördert, so bewältigten die vier neuen Trajektfähren im gleichen Zeitraum das 20fache.&lt;br /&gt;
:Die Zahl der beförderten Personen schnellte von 50 000 auf 80 000.&lt;br /&gt;
:Um deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen wurden die beiden Radfähren 1906 auf eine Gesamtlände von jeweils 104m verlänger.&lt;br /&gt;
:Raddampfer waren grundsätzlich nicht für Eisfahrten tauglich, so entschloß man sich eine eistüchtige Ostseefähre, die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; zu bauen. Das Fahrzeugdeck war zweigleisig und konnte 15 Güterwagen aufnehmen. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; war bis 1945 im Einsatz.&lt;br /&gt;
:1922 nahm dänischerseits die &amp;quot;Danmark&amp;quot; ihren Betrieb auf. In der Zeit ihrer Inn-Dienst-Stellung war sie mit einer Kapazität für 15 Güterwagen und 1100 Passagiere, die größte und leistungsfähigste Dampffähre im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
:Auf deutscher Seite folgte 1926 die Inbetriebnahme der Hochssefähre &amp;quot;Schwerin&amp;quot;. Sie übertraf technisch und beim Reisekomfort alles Dagewesene im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;250px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Wmde.Dampffährverbindung.jpg|Warnemünde Dampffährverbindung 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Sommerfahrplan 1937.jpg|Sommer-Fahrplan der Bahnverbindung Berlin-Kopenhagen via Warnemünde und Gedser 1937&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Zwischen den Weltkriegen entwickelte sich der Verkehr über die Ostsee nach Skandinavien sprunghaft.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende setzte schließlich auch dem Fährverkehr auf lange Zeit ein Ende.&lt;br /&gt;
:Am 1.Mai 1945 wurde der Fährverkehr auf der Linie Warnemünde-Gedser eingestellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Warnemünde Fähre Interim Fähre nach Trelleborg 1959.jpg|thumb|400px|rechts|schwedische Fähre zu Beginn der 50er Jahre, Interimbetrieb vor Wiederinbetriebnahme des Hafens Sassnitz]]&lt;br /&gt;
:Die deutschen Fährschiffe &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; und &amp;quot;Schwerin&amp;quot; waren verloren. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; interniert und die &amp;quot;Schwerin&amp;quot; durch Bomben zerstört.&lt;br /&gt;
:Die ersten Fährschiffe die nach Kriegsende in Warnemünde anlegten kamen aus dem schwedischen Trelleborg hierher, da der Saßnitzer Fährhafen wegen des zerstörten Hafens und des gesprengten Rügendammes nicht angelaufen werden konnte.&lt;br /&gt;
:Erst am 10. Mai 1947 wurde der Fährbetrieb wieder aufgenommen. &lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; begann man zunächst nur Bedarfsfahrten auszuführen.&lt;br /&gt;
:Erst in den 60er Jahren kam mit dem Umbau des westlichen Fährbetts und dem Einsatz des DDR-Fährschiffes &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; und dem dänischen Fährschiff &amp;quot;Kong Frederik&amp;quot; der Trajektverkehr zu neuem Leben.&lt;br /&gt;
:Ab 1990 erreichte die Frequentierung der Fähren im Güterverkehr, wie auch im Personenverkehr einen nie dagewesenen Höhepunkt erlebte, was angesichts der erwachsenden und nicht mehr beherrschbaren Verkehrsprobleme auf der binnenseitigen Verkehrsanbindung nach Warnemünde zum Ende des Fährverkehrs in Warnemünde führte.&lt;br /&gt;
:Der stetig wachsende Passagier- und Güterverkehr und die unzureichende Hafenanbindung führten 1995 zur Umverlagerung der Fähranbindung in den Rostocker Überseehafen.&lt;br /&gt;
:Das Ein- und Auslaufen der Fähren zum Überrseehafen, auf der Warnemünder Mittelmole zu beobachten ist dagegen bis in unsere Tage für die Warnemünder und ihre Gäste zum wichtigen Event geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Fährverbindung Warnemünde - Gedser und die Eisenbahn (1903 - 1995)=====&lt;br /&gt;
[[Datei:1900 Bauplan Fährhafen Kerner.jpg|thumb|500px|rechts|1900 Bauplan des Trajekt-Fähranlegers von Hafenbaudirektor K. Kerner Quelle: Archiv Heimatmuseum Warnemünde]]&lt;br /&gt;
;1903 &lt;br /&gt;
* [[Einweihung der Dampffähren-Verbindung Warnemünde - Gedser]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903, 30. September&lt;br /&gt;
:Mit dem eingleisigen Radfährschiff &amp;quot;Friedrich Franz IV.&amp;quot; verlässt erstmalig eine Eisenbahnfähre den Hafen von Warnemünde via Gedser.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig wird das Schwesterschiff &amp;quot;Prinsesse Alexandrine&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926, Dezember&lt;br /&gt;
:Erste Fahrt des Passagierfährschiffes &amp;quot;Schwerin&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Als &amp;quot;Schwan der Ostsee&amp;quot; gewinnt die neue Fähre schnell Berühmtheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 17. März&lt;br /&gt;
:Die dänische Widerstandsbewegung sprengt die Fähre &amp;quot;Danmark&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sie wird zu Kriegsende wieder gehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963 &lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Eisenbahnfähre &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; im Dienst&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
;Auszug aus der damals in Bremen erscheinenden Wochenzeitschrift der mecklenb. Landsmannschaft &amp;quot;Unser Mecklenburg&amp;quot; im Stil der damaligen (west-)deutschen Zeit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963, 23. Mai&lt;br /&gt;
:Werftdirektor Kurt Dunkelmann übergibt den Fährschiff-Neubau &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; an die Deutsche Reichsbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968, 14. April&lt;br /&gt;
:In den Mittagsstunden läuft das Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; Warnemünde letztmalig an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1995, 24. September&lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; verlässt letztmalig ein Trajekt auf der Ostseelinie Warnemünde - Gedser den Fährhafen von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Eine Ära hat ihr Ende gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stromfähre über den Seekanal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Warnemündere Bahnhofes, der Fährbecken für die Trajektverbindung und dem dazu notwendigen Bahndamm über den alten Strom in Höhe des Warnemünder Zollhauses, war eine völlig neue Zufahrt für den Warnemünder Hafen ereforderlich.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig mußten die nun östlich des neuen Seekanals gelegenen Teile der Stadt Rostock (Hohe Düne, Markgrafenheide, Rostocker Heide) Verbindung zum Verkehrsnetz haben.&lt;br /&gt;
:Der Bau einer Flussfähre war unumgänglich geworden.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar nach dem umfassenden Umbau der Hafenanlagen und des Seekanals wurde mit einer improvisierten floßartigen Fähre, die per Seilverbindung die Seiten wechselte, eine auf kurze Zeit ausgelegte Interimsverbindung geschaffen.&lt;br /&gt;
:Sie wurde nach Bedarf durch die Personenfähre &amp;quot;Maischolle&amp;quot; ergänzt. Nachts wurde die Überfahrt mit einem Ruderboot bewerkstelligt, um die Betriebskosten gering zu halten. Bei allen folgenden Entwicklungen im Fährausbau wurde der nächtliche Ruderbootverkehr bis in die 50er Jahre beibehalten.&lt;br /&gt;
: Mit der Erweiterung des 1913/14 errichteten Flugplatzes auf Hohe Düne und der bald nach dem Ende des ersten Weltkrieges dort schnell wachsenden Flugzeugindustrie, reichte die nötdürftige Verkehrsverbindung nicht mehr aus und es mussten neue, bedarfsgerechte Lösungen gefunden werden&lt;br /&gt;
:Der zeitweilig ins Auge gefaßte Bau einer über den &amp;quot;Neuen Strom&amp;quot; führenden Schwebefähre, konnte wegen der für die ungehinderte Schifffahrt vorzuhaltende Höhe nicht weiter verfolgt werden.&lt;br /&gt;
:So verfiel man auf die Lösung durch eine Kettenfähre, die dann bis 1955/56 zuverlässig unseren Dienst versah.&lt;br /&gt;
:Ältere östliche Anlieger-Bewohner wissen noch zu berichten, daß sie auch wiederholt nach Kettenrissen als antriebsloses Wasserfahrzeug auf die Ostsee abgetrieben und mittels Schlepper wieder &amp;quot;eingefangen&amp;quot; werden mußte.&lt;br /&gt;
:Zum Glück kam es dabei nie zu Personenschäden und es ging glimpflich ab.&lt;br /&gt;
:Der Bau des Rostocker Überseehafens ab 26.Oktober 1957 und der fast zeitgleiche Bau der Marinebasis Hohe Düne erforderte wiederum neue Lösungen. Dazu wurden auf beiden Seiten des Seekanals kleine Fährbecken mit Anlegesteg erbaut.&lt;br /&gt;
:Bis zur Fertigstellung der neuen Flußfähre &amp;quot;Ostsee&amp;quot; wurden die 1955 im Rahmen des &amp;quot;Nationalen Aufbauwerkes&amp;quot; gebauten Gehlsdorfer Fähren &amp;quot;Willi Schröder&amp;quot; und &amp;quot;Albert Schmidt&amp;quot; eingesetzt. Alle drei Fähren blieben lange im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Strandbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Enenkel &amp;quot;Die vergessene Bahn - Die elektrische Strandbahn Warnemünde-Markgrafenheide 1910-1945&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Seenotrettungsstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Seenotrettungsstation Warnemünde&amp;quot; von Erwin Seppelt in Marinekalender 1983]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde, die Nr. 1 unter den deutschen Kreuzfahrthäfen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Badeort==&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Werbung.JPG|thumb|300px|rechts|Werbung für das Ostseebad 1936]]&lt;br /&gt;
===Über die Anfänge des Badewesens in Warnemünde===&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
Im Sommer des Jahres 1885 führt der Weg rund 5000 Erholung suchende „Berliners“, also Badegäste nach Warnemünde. Das Badewesen hatte in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Veränderung und Entwicklung des Küstenortes zur Folge gehabt. &lt;br /&gt;
;Einige Meilensteine bis dahin seien hier genannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1828  Hinter der Ostmole wird ein Damenbad mit zwei Zellen geschaffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1834 Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1835 Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1866 Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels Neptun)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1872 Zerstörung aller Bäder bei der Novemberflut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1873 Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Badetourismus ist zum bedeutenden Wirtschaftszweig Warnemündes geworden, als der hier ansässige Kaufmann A. Bruger mit seinem Pressebeitrag „Badeplauderei“ im „Anzeiger für die Ostseebäder Warnemünde, Heiligendamm, Groß-Müritz, Wustrow“ am 6.Juli 1885 für Aufregung und lebhafte Diskussion im Ort sorgt. Übrigens weisen die Diskussionsinhalte bemerkenswerte Parallelen zu unseren Tagen auf und eine unterhaltsame Beschreibung des Lokalcolorits jener Tage in Warnemünde ist es in jedem Falle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schreibt: &lt;br /&gt;
;„Das Seebad Warnemünde, dessen Besuch von Jahr zu Jahr mehr zunimmt, gehört jetzt schon, und mit Recht, zu den besuchtesten Ostseebädern. In der That findet man selbst in den viel genannten und fashionabelsten Ostseebädern Misdroy, Häringsdorf und Colberg nicht eine solche Anzahl hübsch und anmuthig gelegener und mit so vielem Comfort eingerichteter Privatwohnungen wie in Warnemünde, und gar die großen Hotels dieses Badeortes können nicht nur wegen ihrer schönen Lage in unmittelbarer Nähe der See, sondern auch wegen ihrer vortrefflichen Einrichtung und Leitung, den gelobtesten Hotels in den sogenannten großen Bädern an die Seite gestellt werden. …“ &lt;br /&gt;
:Bruger stellt Vergleiche mit den in damaliger Zeit etabliertesten Ostseebädern und ihren Angeboten an und kommt zu dem Schluß: &lt;br /&gt;
:„Nur an Einem fehlt es in Warnemünde, und dieser Mangel macht sich von Jahr zu Jahr mehr fühlbar, das ist eine Badedirection, welche die Aufgabe hat, dem Fremden in Bezug auf die Wohnungen Auskunft zu geben und für das Amusement der Badegäste zu sorgen. Seitens der Stadtverwaltung, welcher zugleich auch die Verwaltung  des Fleckens Warnemünde unterstellt ist, geschieht sehr wenig für die Hebung des Bades als solches  und gar nichts für die Annehmlichkeit und Bequemlichkeit der Gäste. Insbesondere könnte man füglich die Anforderung stellen, daß in einem so frequenten Bade die Badeeinrichtungen besser wären. …“  &lt;br /&gt;
:Seine im Beitrag folgenden Beschreibungen über den praktischen Ablauf des Badelebens und den damit verbundenen Dienstleistungen jener Zeit lassen uns heute an  freies Baden gewöhnte Strandbesucher schmunzeln: &lt;br /&gt;
:„Die Zellen im Damenbade, deren Anzahl in der Hauptsaison nicht im Entferntesten dem Bedürfniß entspricht, sind zum größten Theil völlig dunkel und besitzen mit Ausnahme der wenigen gemauerten, anstatt des Fensters nur eine etwa 1 Fuß (28 cm) große Öffnung in der Rückwand, welche, wie in den Hühnerställen (Legeställen) auf dem Lande mit einem hölzernen Schieber geschlossen wird. &lt;br /&gt;
:Will der Badegast sich nun nicht im Finstern anziehen, was immerhin seine Schwierigkeiten hat, so muß er jenen Schieber öffnen und erhält nun durch diese Öffnung und das gegenüber in gleicher Höhe befindliche Loch in der Thür, dessen einstiger Zweck nicht erfindlich ist, die intensivste Zugluft, die man sich wünschen kann. &lt;br /&gt;
:Die Kleider, welche man an der weißgetünchten Wand der Zelle aufzuhängen hat, zieht man mit Kalk beschmutzt wieder an. :Handgroße Spiegel sind allerdings in den Zellen vorhanden, sie hängen aber entweder zu hoch oder zu niedrig, wenn man von „hängen“ überhaupt  sprechen kann, da sie fest genagelt sind. &lt;br /&gt;
:Im Uebrigen  ist das Glas völlig fleckig und blind, und zeigt dem Hineinschauenden entweder nichts oder ein völlig verzerrtes Antlitz. &lt;br /&gt;
:Eine Wanne zum Abspülen der Füße ist nicht vorhanden, und doch wäre diese um so mehr am Platz, als der auf der Brücke und auf den ins Wasser führenden Treppen befindliche Leinwandläufer stets beschmutzt mit dickem grünem Schlamm. …“ &lt;br /&gt;
:Auch an dem betreuenden Personal der beiden Bäder hat der Kaufmann mancherlei zu kritisieren: &lt;br /&gt;
:„Die Bedienung der Badenden ist ebenso mangelhaft wie die Einrichtung der Zellen. &lt;br /&gt;
:Allerdings umdrängen im Herren- wie im Damenbade eine Menge Menschen den neu hinzugekommenen Badegast und bieten ihre Dienste an. &lt;br /&gt;
:Es beschränken sich aber die Dienstleistungen in der Regel ausschließlich auf das Trocknen und Aufbewahren der Badewäsche. :Das sorgfältigste der Gesundheit und dem Wohlbefinden so notwendige Frottieren der Haut unterbleibt entweder ganz oder es wird von dem Badediener (respective der Badedienerin ) gewissermaßen im Vorübergehen auf dem Badesteg vorgenommen. &lt;br /&gt;
:Die Bedienenden haben in der Regel so vielen Badegästen ihre Dienste verdingt, daß es für sie eine Unmöglichkeit ist, jeden Einzelnen in die Zelle zu begleiten und ihm  dort beim Ankleiden behilflich zu sein. &lt;br /&gt;
:Dies und noch vieles Andere, sind Übelstände, welche jeder Badegast unangenehm empfindet. …“  &lt;br /&gt;
:Alle Kritik an der Situation im „Baderegiment“ von Warnemünde führt Bremer schließlich zu der Forderung: &lt;br /&gt;
:„Von Seiten der Stadt müßte in Bezug auf die Einrichtung der Zellen, der Bedienung der Badegäste etc. , ein festes Reglement aufgestellt werden, dessen Innehaltung zu überwachen  und zu controllieren Sache des Bade-Direktors wäre, der in jedem größeren Seebade für die Sommermonate angestellt ist, und dessen Abwesenheit sich in Warnemünde, auch in Bezug auf das Miethen der Wohnungen, das Arrangement der Vergnügungen etc. von Jahr zu Jahr mehr fühlbar macht.“                                                     :Schon wenige Tage darauf reagiert der Hotelbesitzer C. Hübner, gleichzeitiger Betreiber von Damen- und Herrenbad mit unverhohlener Wut: &lt;br /&gt;
:„Wenn ich beipflichte, daß wenn in unserem Orte für die Dauer der Saison eine Badedirektion existirte, es in vielen Dingen besser stehen würde wie zur Zeit, so ist es doch sehr zu bedauern, daß eine Einrichtung, die nicht besser, einfacher und reinlicher sein kann, wie unsere Badeanstalt, einer Kritik unterworfen wird. &lt;br /&gt;
:Was den Punkt anbetrifft, daß eine Badedirektion fehle, um Fremden betreffend Auskunft zu geben, so findet auch jetzt jedes an die nicht existierende Badedirektion gerichtete Schreiben sofortige Beantwortung und wird ihm gerne Rath ertheilt.“                                                                                                                                                    :Es hatte sich in der Vergangenheit eingebürgert, daß der Postbote Briefschaften, die an die Badedirektion adressiert waren zur Auskunft und Bearbeitung an das Hotel Hübner, eben das größte Haus am Platze gab, wo sie dann bearbeitet wurden. &lt;br /&gt;
:Waren im eigenen Haus keine Unterkünfte frei hatte, leitete man sie dann an die anderen Hoteliers des Ortes weiter. &lt;br /&gt;
:Was verständlicherweise deren Unmut weckte. &lt;br /&gt;
:Hübner führt weiter aus: &lt;br /&gt;
:„…daß Amusements bis jetzt ohne eine Badedirektion stattfanden, so z.B. die Stromfahrten, welche doch nur von Privatpersonen (auf Hübners Rechnung) angeregt wurden und in jeder Weise rege Beteiligung fand.“                                                                                                                               :„Was nun die Einrichtung unserer Badeanstalten betrifft, so fehlt es in denselben durchaus nicht an Luft und Licht, denn jedem , der sich in denselben seiner Kleider entledigen respective sich ankleiden will, ist es gestattet, die Thüre der Zelle offen zu stellen, so oft er entweder des Lichtes oder der Luft entbehrt, doch thun wohl solche, die sich vor einem Luftzuge scheuen besser, wenn sie im Hause bleiben und ein warmes Bad von 30 bis 40 Grad nehmen. …“ &lt;br /&gt;
:Was die angebotenen Dienstleistungen angeht bemerkt Hübner: &lt;br /&gt;
:„…Zum Abtrocknen und Frottiren der Badenden befinden sich in der Badeanstalt 2 kräftige junge Männer, auf jeder Seite einer, die gewiß ihrer Aufgabe gewachsen sind und willig tun, was von ihnen der Badende verlangt.“ &lt;br /&gt;
:Als Resümé schließt der Hotelier an: &lt;br /&gt;
:„Fragen wir uns nun zum Schlusse, zu welchem Preise ist ein Bad in Warnemünde, und zu welchem Preise ist ein Bad in Häringsdorf oder Colberg zu haben: &lt;br /&gt;
:...ein Bad kostet in Warnemünde 20 Pf., in Colberg 40 Pf. Und in Häringsdorf sogar 75 Pf., so gelangen wir zu der Einsicht, daß Warnemünde bei solchen niedrigen Preisen stolz darauf sein kann, eine solche Badeanstalt zu besitzen, und gewiß in dieser Hinsicht den anderen Seebädern ebenbürtig dasteht.“                                 &lt;br /&gt;
:Auch Kaufmann Bruger fühlt sich nun noch zu einer Erwiderung bemüßigt: &lt;br /&gt;
:„Freilich geht es auch ohne Badedirektion, wie  Herr „C.H.“ zu beweisen sich bemüht. &lt;br /&gt;
:Es kommt hier wie überall im Leben nur auf die Ansprüche, die man erhebt, und auf den Platz den man einnehmen und behaupten will. &lt;br /&gt;
:Warnemünde gehört zu den besuchtesten Ostseebädern, es stellt sich mit Recht „Häringsdorf und Colberg“ gleich, da darf es auch bezüglich  seiner Badeeinrichtungen nicht so weit hinter den genannten Bädern zurückstehen, wie dies doch in Wahrheit der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Wem die Bade-Einrichtungen als die „besten“ erscheinen und er sogar „stolz“ darauf ist, dem zeugt dies von einer nachahmungswürdigen Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit, welche leider das die Bäder besuchende, größtentheils wohlhabende Publikum nicht zu besitzen pflegt. &lt;br /&gt;
:Wem es nichts ausmacht bei offener Zellenthür vor zahllosen Zuschauern aus- und anzukleiden, wem die fleckigen blinden Spiegel genügen, wem es nicht unangenehm ist, die mit Sand und Schlamm beschmutzten Füße ohne vorherige Reinigung in dem Badelaken abzutrocknen, wer endlich die Bedienung bei dem Verlassen des Bades nicht entbehrt, der könnte sich füglich auch ganz ohne Zelle behelfen und hätte dabei die Freude, an jedem Bade 20 Pf. Zu sparen. &lt;br /&gt;
:Die Badegäste, vorzugsweise die Damen, sind indessen leider so verwöhnt, daß sie es vorziehen sich bei geschlossener Tür und nicht im Finstern anzuziehen. …und sie haben sogar das Bedürfnis in ihrer Zelle von einer Dienerin abgerieben zu werden. … es ist mir unverständlich, weshalb man solche Mängel nicht rügen soll, weil die Badeanstalt sich in den Händen einer Privatperson befindet. &lt;br /&gt;
:Die letztere würde jedenfalls in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sie hier gründliche Abhülfe schafft. &lt;br /&gt;
:… Wenn de Besitzer der Badeanstalt, an welcher er die genannten Verbesserungen vorgenommen hat, dagegen einen etwas höheren Preis für die Bäder verlangt, so wird das Publikum dies nur billig finden. &lt;br /&gt;
:Wer sich den Luxus einer Badereise gestatten und für eine Wohnung täglich 5 – 12 Mark Miethe zahlen kann, dem wird es wahrlich auf die 20 Pf. nicht ankommen, um welche er vielleicht das tägliche Bad theurer bezahlen muß und Warnemünde wird durch Verbesserung seiner Badeeinrichtungen wesentlich gewinnen.“   &lt;br /&gt;
:Es läßt sich heute nicht mehr aufklären, ob dieser öffentlich ausgetragene Disput mit dazu beigetragen hat, daß drei Jahre darauf auf Initiative und unter Leitung des Rostocker Bürgermeisters Dr. Paschen im Jahre 1888 für Warnemünde eine amtliche Badeverwaltung eingerichtet wurde. &lt;br /&gt;
:Ein Denkanstoß dazu war es gewiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Kurhaus von Gustav Berringer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das im Dessauer Bauhausstil errichtete Kurhaus an der Strandpromenade wurde 1914 begonnen.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges waren die Grundmauern des Gebäudes ca. 2m aus dem Boden gewachsen.&lt;br /&gt;
:Durch Krieg und Inflation unterbrochen fand der Bau seine Fertigstellung erst 14 Jahre später im Jahre 1928.&lt;br /&gt;
:Um den Bau finanzierbar und umsetzbar zu machen übernahm die Hansestadt Rostock im Jahre 1913 die Bauträgerschaft und beauftragte ihren Stadtbaudirektor, den Diplomingenieur Gustav Wilhelm Berringer, mit der Projektierung.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war der Bau an der Promenade bereits 2 Meter gewachsen, bis die Baustelle kriegsbedingt stillgelegt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gustav Wilhelm Berringer&lt;br /&gt;
:Er wurde am 17.Februar 1880 in Rostock geboren und entstammte einer seit Generationen in Rostock ansässigen Bäcker- und Konditorenfamilie.&lt;br /&gt;
:Bis 1905 studierte er Hochbau in München, Dresden und Berlin-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Berringer schuf den Entwurf für die frühere Gewerbeschule in der Parkstraße und wirkte seit 1924 im Verein für Rostocks Altertümer unter anderem als Museumswart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weiterbau ab 1922&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1922/23 begann eine weitere Etappe. Der Kurhausgarten mit dem Musikpavillion, der Wandelhalle und der Lesehalle entstand.&lt;br /&gt;
:1927 standen für die Fertigstellung des Kurhauses 525.000 Mark zur Verfügung&lt;br /&gt;
:Am 24.Mai 1828 fand die festliche Eröffnung des Kurhauses begangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Laufe des zweiten Weltkrieges wurde das Kurhaus in ein Tarnnetz gehüllt.&lt;br /&gt;
:Nach den Bombadements auf Rostock im April 1942 wurden im Keller des Gebäudes Bauteile für die Ernst Heinkel Flugzeugwerke gefertigt.&lt;br /&gt;
:In den oberen Etagen befand sich deren Konstruktionsbüro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Betrieb nach dem zweiten Weltkrieg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach Ende des zweiten Weltkrieges, etwa ab 1950 begann sich im Kurhaus ein breites Veranstaltungsangebot zu entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Hotel Neptun====&lt;br /&gt;
Von 1969 bis 1971 wurde das Hotel vom städtischen Wohnungsbaukombinat und dem schwedischen Unternehmen SIAB errichtet und im Frühjahr 1971 eröffnet. Die Architekten hatten den Bau so geplant, dass alle Zimmer einen Meerblick haben. Neben einem Meerwasserschwimmbad direkt in der 2. Etage des Hotels gab es eine angeschlossene Meerwasserschwimmhalle mit Wellenanlage und die Sky-Bar in der 19. Etage, in der das Dach für den &amp;quot;Tanz unter Sternen&amp;quot; geöffnet werden konnte. Im Keller des Hotels befand sich die erste Diskothek der DDR. Bis 1990 war das &amp;quot;Neptun&amp;quot; Vertragshotel der Handelsorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026 08. Juni  Ostseezeitung von  Ben Brümmer&lt;br /&gt;
:;55 Jahre „Neptun“: Ostalgie hat ihren Preis&lt;br /&gt;
Doppelzimmer im Warnemünder Luxushotel kosten heute 180 Euro mehr als vor zehn Jahren / DDR-Flair inklusive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hotel „Neptun“ in Warnemünde ist eines der berühmtesten Devisenhotels der DDR-Geschichte. In diesem Jahr feiert die Rostocker Luxusherberge ihr 55. Jubiläum – groß, laut und mit viel Tamtam. Am Sonnabend (6. Juni) steht eine Gala mit Menü, Dessertbüfett und Livemusik auf dem Programm. Moderiert wird der Abend von DDR-Unterhaltungsikone Wolfgang „Lippi“ Lippert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zu unserer Jubiläums-Gala wollen wir uns in Schale werfen. Dann glänzen insgesamt 55 Balkone in einem goldenen Gewand“, sagte Generalmanager Guido Zöllick Ende Mai.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung im Jahr 1971 punktet das 64 Meter hohe Fünf-Sterne-Haus mit Luxus und Extravaganz im beliebten Ferienort. Im Laufe der Jahre konnte das Hotel jedoch nicht nur positiv auffallen. Im Volksmund wird das „Neptun“ nämlich auch als „Stasi-Hotel“ bezeichnet. Der Grund: Die Bleibe arbeitete eng mit dem Geheimdienst der DDR und seinen Machenschaften zusammen. In der Nobelherberge, die von 1971 bis 2007 vom Direktor Klaus Wenzel geleitet wurde, sollen vor allem West-Gäste auf ihren Zimmern ausgehorcht und spioniert worden sein. Das Haus wertet die Spitzeleien heute sachlich als Teil der historischen Entwicklung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am kontinuierlichen Erfolg des „Neptuns“ hat das jedoch nichts geändert. Der gewisse DDR-Charme von damals überzeugt die Urlauber bis heute. Die Sky-Bar im obersten Stockwerk, der Wellnessbereich mit Schwimmbad, die hoteleigene Diskothek sowie die legendäre Broiler-Bar sind nach wie vor wahre Gäste-Magneten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Spaß hat seinen Preis. Ein Doppelzimmer in der Etage fünf bis neun wird von Freitag (5. Juni) auf Samstag ab 349 Euro angeboten. Das Hotel arbeitet mit flexiblen Preisen. Die Kosten variieren dabei je nach Nachfrage, Wochenenden, Feiertagen und Ferienzeit. Unter der Woche war das gleiche Zimmer daher noch ab 284 Euro zu haben – ein Unterschied von mindestens 65 Euro. Für Zimmer auf den Etagen zehn bis 18 wäre noch mal ein Aufschlag fällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum vor fünf Jahren war das Doppelzimmer noch ab 194 Euro erhältlich. Vor zehn Jahren mussten zwei Personen mindestens 169 Euro für eine Übernachtung im „Neptun“ zahlen – ein Unterschied von 180 Euro zum heutigen Preis. Das ergibt eine Recherche mit dem Online-Archiv „Wayback Machine“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim „Rügen-Hotel“ in [[Sassnitz auf Rügen|Sassnitz]], einem weiteren beliebten Anlaufpunkt seit DDR-Zeiten, sind flexible Zimmerpreise gängig. Es gilt als Pilotprojekt vor dem Bau des berühmten „Neptuns“. Ein schwedisches Unternehmen hatte das Hotel 1969 fertiggestellt – ebenfalls mit Sky- und Broiler-Bar. Anschließend startete der Bau in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz einer umfassenden Sanierung in den vergangenen drei Jahren ist im „Rügen-Hotel“ weiter der typische DDR-Kult zu erkennen. „In den Fluren hängen überall alte Bauzeichnungen aus den 60er Jahren. Ein Teil des originalen Bartresens aus der alten Sky-Bar steht im Haus. Ein Zeitstrahl im Flur erzählt die Geschichte des Hauses“, meint ein Sprecher des Hotels. Außerdem können Gäste in Vitrinen alte Speisekarten, Stoffmuster, Postkarten und weitere Erinnerungen aus DDR-Zeiten erkunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Hotels, die schon damals beliebte Ferienunterkünfte waren und bis heute mit Ostalgie punkten, sind auch das Selliner „Cliff-Hotel“ auf [[Insel Rügen|Rügen]], das Hotel „John Brinckmann“ in [[Boltenhagen]] sowie das „Strandhotel Fischland“ im Ostseebad [[Nienhagen, Ostseebad|Nienhagen]]. Letzteres wurde 1968 als exklusives Gästehaus für Regierungsmitglieder der DDR und internationale Staatsgäste errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Menge Staats- und Stargäste durfte auch schon das „Neptun“ in Warnemünde begrüßen. Im &#039;&#039;&#039;338-Zimmer&#039;&#039;&#039;-Koloss übernachteten unter anderem schon das niederländische Königspaar Máxima und Willem-Alexander, die Ex-Bundeskanzler Angela Merkel und Helmut Schmidt sowie die Musiker Udo Lindenberg, Roland Kaiser und Fußballer Franz Beckenbauer. Insgesamt waren bislang rund 2,2 Millionen Gäste aus 122 Ländern im Warnemünder Luxushaus zu Gast. In den 55 Jahren wurden dabei fast neun Millionen Übernachtungen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Industriestandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Werften in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem heutigen Gelände der MV Werft, begann nach Kriegsende 1945 die Geschichte der Warnowwerft. Während der unmittelbaren Nachkriegszeit, wurden die vorhandenen Überreste der alten Krögerwerft zum Bau von Fischkuttern für die Besatzungsmacht aus der Sowjetunion genutzt. Die Krögerwerft in Warnemünde war in den Jahren 1939 – 1945 vor allem für den Bau von Flugsicherungsbooten zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den neuen Namen „Warnowwerft“, sowie eine damit verbundene Eigenständigkeit, erhielt die VEB Warnowwerft Warnemünde am 01. August 1948. Die Werft konzentrierte sich in der Folgezeit auf die Reparaturen von Schiffen.&lt;br /&gt;
Ein Umschwung erfuhr die Werft ab 1951, als fortan neben den Reparaturarbeiten, der Neubau von Schiffen dazukam. So wurde unter anderem der Neubau des Segelschulschiffes Wilhelm Pieck abgeschlossen und mit der Produktion von Serienschiffen begonnen. Die Warnowwerft entwickelte sich zu der größten Schiffbauproduktionsstätte der DDR. Die Schiffe wurden in erster Linie für die Handelsflotte der DDR verwendet, aber auch im Ausland erfuhr die Werft einen Aufschwung und lieferte Schiffe an die UdSSR, Jugoslawien, China, Rumänien und in die Tschechoslowakei. Eine besondere Beziehung pflegten die Werfteigner aber auch zu dem unmittelbaren Nachbarn, der Bundesrepublik Deutschland, die die regelmäßig Handelsschiffe ausgeliefert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1959 erfolgte ein Zusammenschluss der Werften der DDR, zur Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Schiffbau. Diese Vereinigung blieb bis 1979 erhalten und entwickelte sich fortan zum Kombinat Schiffbau Rostock. Zwischen 1948 bis 1989 wurden unter anderem Fischkutter, Stückgutfrachter, Schlepper, Schwimmkräne und Containerschiffe gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands, änderten sich auch die Umstände der Werft. Im Zuge der Wirtschaftsreformen während der Wendezeit, wurde am 1. Juni 1990 der VEB Warnowwerft Warnemünde in eine Kapitalgesellschaft überführt und agierte als Warnowwerft Warnemünde GmbH. Im Oktober 1992 erfolgte der Verkauf der Werft an den norwegischen Gesellschafter Kvaerner, der die Werft in den Jahren 1993 – 95 modernisierte. Die Werft operierte bis 2001 unter dem Namen Kvaerner Warnow Werft GmbH. Highlights der Kvaerner Werft stellten beispielsweise der letzte konventionelle Stapellauf am 30. Juni 1995 oder der Bau der Bohrinsel „Stena Don“ 2001 dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von wirtschaftlichen Problemen und damit verbundenen Zusammenschlüssen mehrerer Konzerne, wechselte der Name der Werft in den Folgejahren mehrfach. So entstand 2008 die Aker Yards Ostsee und 2007, nach einer erneuten Umstrukturierung, die Wadan Yards. Den dramatischen Höhepunkt dieser schwierigen Zeit, stellte am 5. Juni 2009 der Insolvenzantrag der deutschen Unternehmensteile der Wadan Yards Group AS dar. Die Werft wurde anschließend vom russischen Investor Witali Jussufow übernommen, der über die durch ihn ins Leben gerufene „Nordic Yards“, die Vermögensgegenstände der deutschen Wadan-Unternehmensteile erwarb. Seit Juli 2016 fungiert die Warnemünder Werft in der Unternehmensgruppe MV Werften und beteiligt sich unter anderem an dem Bau verschiedener Sektionen für Kreuzfahrtschiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kroegerwerft um 1938.jpg|Das Gelände der ehemaligen Krögerwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Werft Kabelkrananlage.JPG|Die Kabelkrananlage der Warnowwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kvaerner Werft.jpg|Nach der Wende: die Kvaerner-Werft&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Fliegerei und Flugzeugbau in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zivile Anfänge der Fliegerei in Warnemünde====&lt;br /&gt;
;1912&lt;br /&gt;
;Der Deutsche Luftflottenverein plant auf dem &amp;quot;Neuen Land&amp;quot; an der Grenze zur Groß-Kleiner Feldmark eine Luftschiffwerft zu errichten. Das Projekt kommt jedoch nicht über die Planungsphase hinaus. &lt;br /&gt;
:(Quelle: AHR KFC SO &amp;quot;Groß-Klein&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beginn der Luftfahrt und des Flugzeugbaus in Warnemünde/Hohe Düne====&lt;br /&gt;
;(von Dr. Dietrich Kruse)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Stadtväter erkannten frühzeitig die mit der Marinefliegerei verbundenen neuen Möglichkeiten für die Entwicklung der Wirtschaft.&lt;br /&gt;
:Sie bewilligten im Jahr 1913 die Mittel für den Bau eines Flugplatzes auf dem Gelände der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Wurde mit dem Bau des Land- und Wasserflugplatzes am Breitling auf der Hohen Düne begonnen.&lt;br /&gt;
:Die militärisch günstige Lage mit dem ruhigen Breitling und der direkten Anbindung an die Ostsee war damals entscheidend für die Auswahl des Platzes.&lt;br /&gt;
Das Gelände wurde zunächst aufgespült und befestigt und mit einer Ablaufbahn zur Ostsee unnd einer zum Breitling ausgestattet&lt;br /&gt;
:Ab 1914 wurden dann Gebäude wie Hangare, Werkstätten u.a. gebaut, eine Marinefliegerstation eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Im Sommer 1914 wurde bereits der Flugbetrieb aufgenommen.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz erhielt drei flugzeughallen, von denen eine an die Marine, nach einer Ausschreibung je eine an die Gothaer Waggonfabrik AG und eine an die Flugzeugbau Friedrichshafen GmbH ging.&lt;br /&gt;
:Einige kleine Unternehmen siedelten sich an.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz konnte auch von zivilen Fliegern benutzt werden.&lt;br /&gt;
; [[Der Warnemünder Wasserflugplatz 1914]] (Rostocker Anzeiger Juli 1914)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Seeflieger-Versuchskommando (1914-1917)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1914.jpg|thumb |200px|rechts|Warnemünde Werbung 1914]]&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:August - Die Kaiserlich Deutsche Marine übernimmt den Warnemünder Flugplatz mit dem vorhandenen Bestand unmittelbar nach der Mobilmachung&lt;br /&gt;
:Es wird neues Fluggerät für die Marine erprobt.&lt;br /&gt;
:Deren Eröffnung erfolgte im Rahmen der Austragung des 2. Deutschen Wasserflugzeug-Wettbewerb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ort Gründung der Firma &amp;quot;Luftverkehr Sablatnig&amp;quot; mit dem Konstrukteur Dr. Hans Seehase&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1915&lt;br /&gt;
:Im Dünenwald unmittelbar östlich der Stromfähre werden zwei Unterkunftsbaracken errichtet.&lt;br /&gt;
:Im Laufe des Sommers wird der technische Bereich wesentlich ausgebaut. So entstand u.a. die 72,5m x 26m sowie 16m hohe Halle IV. Ihre Tore hatten jeweils eine Breite von 7,25m und nahmen die Hallenbreite zum Breitling hin ein.&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des Jahres folgen auf der Nehrung , Kasernen, ein Offiziershaus, ein Wirtschaftsgebäude, das Deck-Offizierhaus und die Krankenstation&lt;br /&gt;
:Zur Ostsee hin wurde neben der bereits Vorhandenen eine weitere hölzerne Ablaufbahn für das Zuwasserlassen der Seeflügzeuge angelegt&lt;br /&gt;
:Während des Kriegsverlaufes wuchs die Zahl der Hallen von drei auf zwölf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1917&lt;br /&gt;
:Auf dem aufgefüllten Gelände am Laak-Kanal wird die Firma &amp;quot;Flugzeugbau Friedrichshafen Gmbh&amp;quot; angesiedelt. Sie geht 1925 in den Besitz der Arado-Werke über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am Ende des Krieges  sind auf der Fliegerstation bis zu 1500 Mann und 60 Offiziere stationiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1920&lt;br /&gt;
:Gemäß des Versailler Vertrages erfolgte der Abriß von sechs Hallen und weiterer Gebäude. Zwei Hallen waren bereits im Kriegsverlauf abgebrannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Heinkel-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
[[Presse-Beitrag der NNN vom 1.12.2022 zum Beginn der Heinkelwerke ]] &lt;br /&gt;
;1922, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Gründung der Ernst Heinkel Flugzeugwerke&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Heinkel Werbung um 1930.jpg|thumb|400px|rechts|Warnemünde Heinkel Werbung 1930]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Arado-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[https://www.arado196.de/geschichtliches/arado-flugzeugwerke/ private Internetseite zur Arado-Geschichte  ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Arado Logo 1939.jpg|Warnemünde Arado Logo 1939&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Arado Schuldverschreibung 1942.jpg|Warnemünde Arado Schuldverschreibung 1942&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde und Hohe Düne und deren maritime Militärstandorte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marine in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote.jpg| thumb|500px|rechts|Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die militärische Nutzung der Hohen Düne nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die 4. Flottille====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die 4. Flottille]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost)====&lt;br /&gt;
* [[Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Forschungsstandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ingenieurhochschule für Seefahrt (IHS)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seehydrographischer Dienst der DDR===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Seezeichenwesen in der DDR]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seewetterdienststelle Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Seewetterdienststelle Warnemünde&amp;quot; Vilkner, Hans In: Natur und Heimat (1957), 8, S.244-246]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Institut für Meereskunde/ Institut für Ostseeforschung (IOW)===&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Meereskundlichen Berichten&amp;quot; (Nr. 111 2019) ist unter der Autorenschaft von Dr. Wolfgang Matthäus nachfolgender Aufsatz erschienen.&lt;br /&gt;
Wir danken dem Autor für seine Erlaubnis diesen Beitrag an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen.&lt;br /&gt;
Bitte beachten sie die Wahrung der zu Beginn des Beitrages angegebenen Veröffentlichungs- und Autorenrechte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Medium:Mattheus warnemünde iow.pdf |Die Anfänge der meeresgeologischen und Küstenforschung in Warnemünde (1950 - 1970)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sturmfluten und Küstenschutz in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge des Küstenschutzes in Warnemünde durch Prof. L. Karsten und Forstinspektor Becker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Karstens Schriften zu seinen Versuchen der Dünenbefestigung in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemündes Kampf gegen Flut und Sand===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschaeden Warnemuende 1913 14.jpg|thumb|300px|rechts|Am Tag danach - Begutachtung der Schäden der zum Jahreswechsel 1913/14 gewüteten Sturmflut an der Warnemünder Strandpromenade]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sturmfluten stellten für den kleinen Küstenort Warnemünde in den vergangen Jahrzehnten mehrfach große Gefahren dar. Besonders schwer traf es den Ort in den Jahren 1825, 1872, 1903 und 1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zu Beginn des Jahres 1825 wurde Warnemünde von einer Sturmflut erfasst. die sich über den Bereich der Dünen und der Moorwiesen ihren Weg bahnte. Insgesamt wurden 18 der 150 Häuser komplett zerstört und immerhin 74 zum Teil schwer beschädigt. Das Wasser stieg zu seinem Höhepunkt auf 2,52 Meter über die Normalhöhe und trug gut 80 Prozent der Dünenanlagen ab.&lt;br /&gt;
Am schlimmsten in der jüngeren Geschichte wurde Warnemünde 1872 getroffen, als das Wasser 2,80 Meter über Normal stieg und in Warnemünde sowie Diedrichshagen große Schäden verursachte. Verheerende Folgen hatte die Sturmflut von 1872 auch für die ortsansässige Schifffahrt, die sich im Winterstand befand und durch das Hochwasser auf den Feldern trieb.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1625 - Warnemünde und die Sturmflut am 10. Februar (Auszug aus H.F.Beckers &amp;quot;Chronik der Rostocker Heide&amp;quot; 1839)====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Den 10. Febr. 1625  stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen die bis an die Wolken reichten. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Febr. bei gemäßigterem Sturm fast bis zur derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten; das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung; zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die große Novemberflut 1872 in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflut 1872 Gedenktafel Warnemuende.jpg|thumb|350px|rechts|Gedenktafel für die Sturmflut 1872 in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
:Über die Sturmflut von 1872 erfährt man oft den Nimbus, daß sie die größte Hochwasserkatastrophe gewesen sei, die unsere Ostseeküste hier je gesehen hat. &lt;br /&gt;
:Das ist zwar nicht richtig, führt aber dazu, das dieses Natur-Ereignis bei bodenständigen Küstenbewohnern in den Familien-Erinnerungen bis in unsere Tage fest verankert ist.&lt;br /&gt;
:Die Allerheiligenflut (1. November 1304), mehr als fünfhundert zuvor, und noch weitere, waren den Quellen zufolge  höher und verheerender. &lt;br /&gt;
:Sie liegt für das Erinnerungsvermögen der Menschen zu weit zurück und ist für die Statistiken der Wissenschaft nicht mehr detailliert fassbar.&lt;br /&gt;
:Was nun die Flut vom 12. bis 14. November 1872 so finden sich in den Archiven kaum bildliche Darstellungen der Hochwasserereignisse und ihrer Folgen, dafür aber eine große Vielzahl an Zeitzeugenberichten und die sind oft besonders bildlich in ihrer zeitnahen Beschreibung.&lt;br /&gt;
:Gustav Quade, berühmt geworden durch seine dreibändige „Mecklenburgische Vaterlandskunde“, hat in den Monaten unmittelbar nach der Katastrophe in der Region Rostock und Warnemünde solche Zeitzeugenberichte gesammelt, wo immer er ihrer habhaft werden konnte. &lt;br /&gt;
:Davon möchte ich hier einiges in Auszügen wiedergeben, das uns bis heute berührt:&lt;br /&gt;
:„Am Nachmittag des 12. November stand schon die See auf dem Fahrdamm der Vorderreihe. &lt;br /&gt;
:Einige vorsichtige Warnemünder zogen daher ihre Jollen näher aufs trockene Land und befestigten die Boote an den Bäumen. &lt;br /&gt;
:Allgemein ging man zu Bett, da mit einem Fallen des Wassers auf das bestimmteste gerechnet wurde. &lt;br /&gt;
:In der Nacht wuchs der Sturm zum Orkan. &lt;br /&gt;
:Lotsenkommandeur Jantzen, der die Gefahr von seinem Hause am Strom, hart an der See, aus erkannte, schickte noch in der Nacht die Nachtwächter im Ort herum, um die Einwohner zu wecken.&lt;br /&gt;
:Um 3 Uhr morgens war alles auf den Beinen. Der Sturm raste mit unverminderter Stärke weiter. &lt;br /&gt;
:Die Ziegel fielen haufenweis von den Dachstühlen, ganze Dächer wurden zuweilen abgehoben. &lt;br /&gt;
:Unzählige Veranden und Fensterscheiben gingen in Stücke. &lt;br /&gt;
:Einige Einwohner versuchten noch die Boote in Sicherheit zu bringen. Alles vergeblich. &lt;br /&gt;
:Als es gegen ½ 8 Uhr morgens Tag wurde, waren beide Baken auf den Molenköpfen verschwunden, die Molen standen ganz unter Wasser, die Bismarkpromenade mit der Grotte und die Badeanstalten waren beinahe zerstört.&lt;br /&gt;
:Gegen 8 Uhr morgens durchbrach das Wasser die Dünen westlich vom Ort und vereinigte sich über das Diedrichshäger-Moor und die Laak mit dem Breitling. :Warnemünde lag auf einer Insel, deren Umfang mit dem Steigen des Wassers immer kleiner wurde. &lt;br /&gt;
:Am Rostocker Ende drang bald darauf das Wasser in die Häuser, die Bewohner flüchteten in die neuerbaute Kirche. &lt;br /&gt;
:Unterdessen hatten die Wogen die Gebäude des Bauhofes erreicht, nachdem sie die dahinter liegenden Dünen durchbrochen hatten. &lt;br /&gt;
:Die Familie des dort wohnenden Zimmermeisters schwebte in höchster Lebensgefahr. &lt;br /&gt;
:Der Aufenthalt in den Häusern war unmöglich, die 6 Personen flüchteten auf einen Hausboden. &lt;br /&gt;
:Die Überfahrt in einem Rettungsboot zu wagen, war unmöglich. &lt;br /&gt;
:Der rasend einlaufende Strom hätte das Boot sofort zerschlagen und seine Insassen in höchste Lebensgefahr versetzt. &lt;br /&gt;
:Man brachte daher den Raketenapparat an das Zollamt und der Lotsenkommandeur schoß eine Leine zum Bauhof hinüber. &lt;br /&gt;
:6 kühne Männer mit Namen Baade, Borgwardt, Jungmann, Jürß, Radloff und Schmidt, sprangen in das Boot und ruderten es durch den mit Balken und Schiffstrümmern bedeckten Strom hinüber zum Bauhof und retteten die ganze Familie des Bauhofsaufsehers.&lt;br /&gt;
:Das Wasser stieg immer weiter, von Süden und Westen drang es in den Ort ein.&lt;br /&gt;
:Die Mühlenstraße mit der Mühle, die südliche Hälfte der Anlagen, die Kirche, wo die Flüchtlinge schließlich auf die Bänke steigen mußten und die 4. und 3. Reihe (Anastasia- und Friedrich-Franz-Straße) standen bis in die späten Nachmittagsstunden ganz unter Wasser.&lt;br /&gt;
:… Im Orte selbst blieb nur die Schanze, der Georginenplatz und der nördliche Teil der Anlagen trocken. &lt;br /&gt;
:Auf diesen kleinen Raum drängten sich bis zur einbrechenden Dunkelheit etwa 1600 Menschen zusammen, mit Todesangst im Herzen.&lt;br /&gt;
:Gegen 3 Uhr nachmittags ging der Wind nach Osten und wurde schwächer, das Wasser steigt nicht weiter. Niemand war verunglückt.&lt;br /&gt;
:… Am 14. November konnte man die Verwüstungen erkennen. Die Uferstraße am Strom war mit Holz, Booten, Seesand, Möbeln und Trümmern jeglicher Art bedeckt.&lt;br /&gt;
:Auf der Reede trieben 5 Schiffe mit schweren Havarien, 3 andere hatten die Masten gekappt. &lt;br /&gt;
:Sie wurden von dem alten Dampfer „Stadt Rostock“ in den Hafen geschleppt. &lt;br /&gt;
:… Die Molenspitzen waren spurlos verschwunden. &lt;br /&gt;
:...Das Erdreich an der Schanze war fortgespült und der Strudel hatte eine tiefe Bucht im Durchgang von Hotel Rohn gemacht. &lt;br /&gt;
:... Die Veranden schienen in der Luft zu hängen, und nur den festen Grundmauern des Hauses des Lotsenkommandeurs Jantzen neben dem Greifenbad war es zu danken, daß diese Häuser nicht völlig eingestürzt waren. &lt;br /&gt;
:Die Bismark-Promenade war verschwunden.“&lt;br /&gt;
:Die Küstenschützer bezeichnen diese Sturmflut heute ganz profan als „Bemessungshochwasser“, was bedeutet, das die in den einzelnen Küstenorten unterschiedlichen Wasserstände, wie auch die Spezifik des Vordringens des Meerwassers jenen Jahres als Messlatte für Küstenschutz-bauten und -maßnahmen herangezogen werden. &lt;br /&gt;
:Diese Naturkatastrophe steht aber auch für die seit nun eineinhalb Jahrhunderten anhaltende Messung und statistische Erfassung der Wasserstände und Wetterereignisse der Ostsee an der deutschen Küste als der „Nullpunkt“ und Beginn.&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschutzwand Warnemuende 2020.jpg|thumb|350px|rechts|Die neue Warnemünder Sturmflutschutzwand am Alten Strom südlich der Bahnhofsbrücke im Frühjahr 2020]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903 blieb Warnemünde von der Sturmflut nahezu unberührt, wohingegen es die Rostocker Altstadt und den gesamten Bereich des Stadthafens besonders schlimm traf, was an der Fahrrinne lag. &lt;br /&gt;
:Das Wasser suchte sich seinen Weg entlang des Breitlings und der Warnow und bedrohte fortan insbesondere die Altstadt. &lt;br /&gt;
:Bei der Rostocker Bevölkerung sorgte dies für einige Empörung und stellte die Politik vor Schwierigkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Warnemünde wurde 1913/14 wieder hart von Überflutungen getroffen. &lt;br /&gt;
:So wurde die Promenade über eine Distanz von 300 Metern komplett zerstört und weggespült. &lt;br /&gt;
:Neben der Promenade erfasste das Hochwasser im Januar 1914 einen Großteil der Strandvillen hinter der Promenade und erstreckte sich bis zum Neuen Friedhof.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sturmfluten und Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warnemünde und der Sand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Becker-Spruch, Wind und Sand, Dünenbefestigung , Molensand, Sand tragen, Sand als Exportgut, Ballastsand&lt;br /&gt;
;(TID 2026 ?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Straßen, Wege und Umwege - Von Milchsteg und Kuhbrücke zur Stadtautobahn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Postwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen|Im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten aus Warnemünde|Bedeutende Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgenommen wurden Personen, die in Warnemünde geboren oder verstorben sind, beziehungsweise in einem persönlichen Lebensabschnitt zeitweise in besonderer Beziehung zum Ort standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Der Warnemünder Sven Lorenzen hat die ersten 12 Tafeln auf einer Internetseite dokumentiert: [http://sven-lorenzen.de/tafeln.html Warnemünder Gedenktafeln]. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde|Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Volkskunde==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünder Volkskunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in Warnemünde, Unterwarnow- und Breitling-Gebiet==&lt;br /&gt;
* [[Flurnamen in Warnemünde und Umgebung|Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[ + Arbeitsordner Warnemünde]]  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronistenkontakt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph Wegner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mailto:kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=%22Die_gro%C3%9Fe_Flut%22&amp;diff=156205</id>
		<title>&quot;Die große Flut&quot;</title>
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		<updated>2026-09-15T13:07:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Revier Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am 10/11.Februar 1625 suchte eine der größten Flutkatastrophen  auch Warnemünde heim.&lt;br /&gt;
:(Autor: Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im November des Jahres 1872 erlebte die südliche Ostseeküste eines der größten Hochwasser-Ereignisse in der jüngeren Vergangenheit. &lt;br /&gt;
:Von vielen, wie zum Beispiel in den Büchern von Käthe Miethe und Friedrich Spielhagen, auch als die „Große Flut“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
:Genau genommen gehört sie sicher zu den ganz Großen und sie ist eben die erste Flutkatastrophe die auf wissenschaftlicher Grundlage aufgezeichnet worden ist.&lt;br /&gt;
:Nachrichten vorangegangener Flutkatastrophen an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns finden wir besonders in Klosterchroniken (Grobe/Pudagla auf Usedom, Eldena/Mönchgut, Kloster/Hiddensee) aber auch bei den Chronisten der großen Küstenstädte.&lt;br /&gt;
:Es ist mühsam hier diese Mosaiksteinchen in den alten Dokumenten zu finden und so wird ihnen oft keine angemessene Beachtung geschenkt.&lt;br /&gt;
:1304 soll eine Sturmflut das Neue Tief südlich der Halbinsel Mönchgut geschaffen haben.&lt;br /&gt;
:Der Stralsunder Chronist Johann Berckmann schreibt dazu: „Item anno 1300 und 4 iß dat Nyedep vor dem Sunde uth middel eines stormes gekamenn.“ &lt;br /&gt;
:Aufgezeichnete Spuren dieser „Allerheiligenflut“ finden sich auch in der Doberaner Klostergeschichte sowie in den Aufzeichnungen des Klosters Maria Himmelszinnen in Marienehe. Hier wird über die Überflutung der Hundsburg-Insel im Unterlauf der Warnow berichtet.&lt;br /&gt;
:Einige Quellen verlegen die Allerheilgenflut auch in das Jahr 1307, so daß nicht auszuschließen ist, daß es zwei Jahrhundert-Hochwasser kurz auf einander folgend gegeben hat oder bei einigen Chronisten versehentlich eine Differenz von drei Jahren entstanden ist.&lt;br /&gt;
:Die Sturmflut vom 10./11. Februar 1625 ist die erste, in der Überlieferung häufig als die „Große Wustrower Wasserflut“ bezeichnet, von der sehr umfangreiche schriftliche Nachrichten vorliegen. &lt;br /&gt;
:In der Chronik der Rostocker Heide steht zu lesen: &lt;br /&gt;
:„Den 10. Febr. 1625 stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen, die bis an die Wolken reichten, daß es anzusehen gewesen, als wenn die See die ganze Erde verschlingen wollen. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß (rund 4,60m) überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Februar bei gemäßigterem Sturm fast bis zu derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten, das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und Großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. &lt;br /&gt;
:Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Bei dieser Überschwemmung ist eine wohlbetagte Witwe, die ihr Häuslein nicht verlassen wollen im Wasser erfrohren. &lt;br /&gt;
:Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung, zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.“&lt;br /&gt;
:So weit die Aufzeichnungen aus alten zeitgenössischen Dokumenten, von denen es ganz sicher noch viele Weitere wiederzuentdecken gibt. &lt;br /&gt;
:Unsere Altforderen haben sie einst sicher auch schriftlich festgehalten, damit wir noch Generationen später unsere Lehren daraus ziehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meteorologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=%22Die_gro%C3%9Fe_Flut%22&amp;diff=156204</id>
		<title>&quot;Die große Flut&quot;</title>
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		<updated>2026-09-15T13:07:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am 10/11.Februar 1625 suchte eine der größten Flutkatastrophen  auch Warnemünde heim.&lt;br /&gt;
:(Autor: Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im November des Jahres 1872 erlebte die südliche Ostseeküste eines der größten Hochwasser-Ereignisse in der jüngeren Vergangenheit. &lt;br /&gt;
:Von vielen, wie zum Beispiel in den Büchern von Käthe Miethe und Friedrich Spielhagen, auch als die „Große Flut“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
:Genau genommen gehört sie sicher zu den ganz Großen und sie ist eben die erste Flutkatastrophe die auf wissenschaftlicher Grundlage aufgezeichnet worden ist.&lt;br /&gt;
:Nachrichten vorangegangener Flutkatastrophen an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns finden wir besonders in Klosterchroniken (Grobe/Pudagla auf Usedom, Eldena/Mönchgut, Kloster/Hiddensee) aber auch bei den Chronisten der großen Küstenstädte.&lt;br /&gt;
:Es ist mühsam hier diese Mosaiksteinchen in den alten Dokumenten zu finden und so wird ihnen oft keine angemessene Beachtung geschenkt.&lt;br /&gt;
;1304 soll eine Sturmflut das Neue Tief südlich der Halbinsel Mönchgut geschaffen haben.&lt;br /&gt;
:Der Stralsunder Chronist Johann Berckmann schreibt dazu: „Item anno 1300 und 4 iß dat Nyedep vor dem Sunde uth middel eines stormes gekamenn.“ &lt;br /&gt;
:Aufgezeichnete Spuren dieser „Allerheiligenflut“ finden sich auch in der Doberaner Klostergeschichte sowie in den Aufzeichnungen des Klosters Maria Himmelszinnen in Marienehe. Hier wird über die Überflutung der Hundsburg-Insel im Unterlauf der Warnow berichtet.&lt;br /&gt;
:Einige Quellen verlegen die Allerheilgenflut auch in das Jahr 1307, so daß nicht auszuschließen ist, daß es zwei Jahrhundert-Hochwasser kurz auf einander folgend gegeben hat oder bei einigen Chronisten &amp;quot;versehentlich&amp;quot; eine Differenz von drei Jahren entstanden ist.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Mancher vermutet gar, das die Legende vom &amp;quot;Heiligen Damm&amp;quot; in dieser Flut ihren Ursprung hat.&lt;br /&gt;
;Die Sturmflut vom 10./11. Februar 1625 ist die erste, in der Überlieferung häufig als die „Große Wustrower Wasserflut“ bezeichnet, von der sehr umfangreiche schriftliche Nachrichten vorliegen. &lt;br /&gt;
:In der Chronik der Rostocker Heide steht zu lesen: &lt;br /&gt;
:„Den 10. Febr. 1625 stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen, die bis an die Wolken reichten, daß es anzusehen gewesen, als wenn die See die ganze Erde verschlingen wollen. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß (rund 4,60m) überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Februar bei gemäßigterem Sturm fast bis zu derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten, das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und Großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. &lt;br /&gt;
:Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Bei dieser Überschwemmung ist eine wohlbetagte Witwe, die ihr Häuslein nicht verlassen wollen im Wasser erfrohren. &lt;br /&gt;
:Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung, zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.“&lt;br /&gt;
:So weit die Aufzeichnungen aus alten zeitgenössischen Dokumenten, von denen es ganz sicher noch viele Weitere wiederzuentdecken gibt. &lt;br /&gt;
:Unsere Altforderen haben sie einst sicher auch schriftlich festgehalten, damit wir noch Generationen später unsere Lehren daraus ziehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meteorologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=%22Die_gro%C3%9Fe_Flut%22&amp;diff=156203</id>
		<title>&quot;Die große Flut&quot;</title>
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		<updated>2026-09-15T13:04:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am 10/11.Februar 1625 suchte eine der größten Flutkatastrophen  auch Warnemünde heim.&lt;br /&gt;
:(Autor: Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im November des Jahres 1872 erlebte die südliche Ostseeküste eines der größten Hochwasser-Ereignisse in der jüngeren Vergangenheit. &lt;br /&gt;
:Von vielen, wie zum Beispiel in den Büchern von Käthe Miethe und Friedrich Spielhagen, auch als die „Große Flut“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
:Genau genommen gehört sie sicher zu den ganz Großen und sie ist eben die erste Flutkatastrophe die auf wissenschaftlicher Grundlage aufgezeichnet worden ist.&lt;br /&gt;
:Nachrichten vorangegangener Flutkatastrophen an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns finden wir besonders in Klosterchroniken (Grobe/Pudagla auf Usedom, Eldena/Mönchgut, Kloster/Hiddensee) aber auch bei den Chronisten der großen Küstenstädte.&lt;br /&gt;
:Es ist mühsam hier diese Mosaiksteinchen in den alten Dokumenten zu finden und so wird ihnen oft keine angemessene Beachtung geschenkt.&lt;br /&gt;
;1304 soll eine Sturmflut das Neue Tief südlich der Halbinsel Mönchgut geschaffen haben.&lt;br /&gt;
:Der Stralsunder Chronist Johann Berckmann schreibt dazu: „Item anno 1300 und 4 iß dat Nyedep vor dem Sunde uth middel eines stormes gekamenn.“ &lt;br /&gt;
:Aufgezeichnete Spuren dieser „Allerheiligenflut“ finden sich auch in der Doberaner Klostergeschichte sowie in den Aufzeichnungen des Klosters Maria Himmelszinnen in Marienehe. Hier wird über die Überflutung der Hundsburg-Insel im Unterlauf der Warnow berichtet.&lt;br /&gt;
:Einige Quellen verlegen die Allerheilgenflut auch in das Jahr 1307, so daß nicht auszuschließen ist, daß es zwei Jahrhundert-Hochwasser kurz auf einander folgend gegeben hat oder bei einigen Chronisten &amp;quot;versehentlich&amp;quot; eine Differenz von drei Jahren entstanden ist.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
;Die Sturmflut vom 10./11. Februar 1625 ist die erste, in der Überlieferung häufig als die „Große Wustrower Wasserflut“ bezeichnet, von der sehr umfangreiche schriftliche Nachrichten vorliegen. &lt;br /&gt;
:In der Chronik der Rostocker Heide steht zu lesen: &lt;br /&gt;
:„Den 10. Febr. 1625 stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen, die bis an die Wolken reichten, daß es anzusehen gewesen, als wenn die See die ganze Erde verschlingen wollen. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß (rund 4,60m) überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Februar bei gemäßigterem Sturm fast bis zu derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten, das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und Großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. &lt;br /&gt;
:Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Bei dieser Überschwemmung ist eine wohlbetagte Witwe, die ihr Häuslein nicht verlassen wollen im Wasser erfrohren. &lt;br /&gt;
:Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung, zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.“&lt;br /&gt;
:So weit die Aufzeichnungen aus alten zeitgenössischen Dokumenten, von denen es ganz sicher noch viele Weitere wiederzuentdecken gibt. &lt;br /&gt;
:Unsere Altforderen haben sie einst sicher auch schriftlich festgehalten, damit wir noch Generationen später unsere Lehren daraus ziehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meteorologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=%22Die_gro%C3%9Fe_Flut%22&amp;diff=156202</id>
		<title>&quot;Die große Flut&quot;</title>
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		<updated>2026-09-15T13:02:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am 10/11.Februar 1625 suchte eine der größten Flutkatastrophen  auch Warnemünde heim.&lt;br /&gt;
:(Autor: Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im November des Jahres 1872 erlebte die südliche Ostseeküste eines der größten Hochwasser-Ereignisse in der jüngeren Vergangenheit. &lt;br /&gt;
:Von vielen, wie zum Beispiel in den Büchern von Käthe Miethe und Friedrich Spielhagen, auch als die „Große Flut“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
:Genau genommen gehört sie sicher zu den ganz Großen und sie ist eben die erste Flutkatastrophe die auf wissenschaftlicher Grundlage aufgezeichnet worden ist.&lt;br /&gt;
:Nachrichten vorangegangener Flutkatastrophen an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns finden wir besonders in Klosterchroniken (Grobe/Pudagla auf Usedom, Eldena/Mönchgut, Kloster/Hiddensee) aber auch bei den Chronisten der großen Küstenstädte.&lt;br /&gt;
:Es ist mühsam hier diese Mosaiksteinchen in den alten Dokumenten zu finden und so wird ihnen oft keine angemessene Beachtung geschenkt.&lt;br /&gt;
;1304 soll eine Sturmflut das Neue Tief südlich der Halbinsel Mönchgut geschaffen haben.&lt;br /&gt;
:Der Stralsunder Chronist Johann Berckmann schreibt dazu: „Item anno 1300 und 4 iß dat Nyedep vor dem Sunde uth middel eines stormes gekamenn.“ &lt;br /&gt;
:Aufgezeichnete Spuren dieser „Allerheiligenflut“ finden sich auch in der Doberaner Klostergeschichte sowie in den Aufzeichnungen des Klosters Maria Himmelszinnen in Marienehe. Hier wird über die Überflutung der Hundsburg-Insel im Unterlauf der Warnow berichtet.&lt;br /&gt;
:Einige Quellen verlegen die Allerheilgenflut auch in das Jahr 1307, so daß nicht auszuschließen ist, daß es zwei Jahrhundert-Hochwasser kurz auf einander folgend gegeben hat oder bei einigen Chronisten versehentlich eine Differenz von drei Jahren entstanden ist.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
;Die Sturmflut vom 10./11. Februar 1625 ist die erste, in der Überlieferung häufig als die „Große Wustrower Wasserflut“ bezeichnet, von der sehr umfangreiche schriftliche Nachrichten vorliegen. &lt;br /&gt;
:In der Chronik der Rostocker Heide steht zu lesen: &lt;br /&gt;
:„Den 10. Febr. 1625 stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen, die bis an die Wolken reichten, daß es anzusehen gewesen, als wenn die See die ganze Erde verschlingen wollen. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß (rund 4,60m) überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Februar bei gemäßigterem Sturm fast bis zu derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten, das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und Großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. &lt;br /&gt;
:Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Bei dieser Überschwemmung ist eine wohlbetagte Witwe, die ihr Häuslein nicht verlassen wollen im Wasser erfrohren. &lt;br /&gt;
:Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung, zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.“&lt;br /&gt;
:So weit die Aufzeichnungen aus alten zeitgenössischen Dokumenten, von denen es ganz sicher noch viele Weitere wiederzuentdecken gibt. &lt;br /&gt;
:Unsere Altforderen haben sie einst sicher auch schriftlich festgehalten, damit wir noch Generationen später unsere Lehren daraus ziehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meteorologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
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		<title>&quot;Die große Flut&quot;</title>
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		<updated>2026-09-15T13:01:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am 10/11.Februar 1625 suchte eine der größten Flutkatastrophen  auch Warnemünde heim.&lt;br /&gt;
:(Autor: Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im November des Jahres 1872 erlebte die südliche Ostseeküste eines der größten Hochwasser-Ereignisse in der jüngeren Vergangenheit. &lt;br /&gt;
:Von vielen, wie zum Beispiel in den Büchern von Käthe Miethe und Friedrich Spielhagen, auch als die „Große Flut“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
:Genau genommen gehört sie sicher zu den ganz Großen und sie ist eben die erste Flutkatastrophe die auf wissenschaftlicher Grundlage aufgezeichnet worden ist.&lt;br /&gt;
:Nachrichten vorangegangener Flutkatastrophen an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns finden wir besonders in Klosterchroniken (Grobe/Pudagla auf Usedom, Eldena/Mönchgut, Kloster/Hiddensee) aber auch bei den Chronisten der großen Küstenstädte.&lt;br /&gt;
:Es ist mühsam hier diese Mosaiksteinchen in den alten Dokumenten zu finden und so wird ihnen oft keine angemessene Beachtung geschenkt.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;:1304 soll eine Sturmflut das Neue Tief südlich der Halbinsel Mönchgut geschaffen haben.&lt;br /&gt;
:Der Stralsunder Chronist Johann Berckmann schreibt dazu: „Item anno 1300 und 4 iß dat Nyedep vor dem Sunde uth middel eines stormes gekamenn.“ &lt;br /&gt;
:Aufgezeichnete Spuren dieser „Allerheiligenflut“ finden sich auch in der Doberaner Klostergeschichte sowie in den Aufzeichnungen des Klosters Maria Himmelszinnen in Marienehe. Hier wird über die Überflutung der Hundsburg-Insel im Unterlauf der Warnow berichtet.&lt;br /&gt;
:Einige Quellen verlegen die Allerheilgenflut auch in das Jahr 1307, so daß nicht auszuschließen ist, daß es zwei Jahrhundert-Hochwasser kurz auf einander folgend gegeben hat oder bei einigen Chronisten versehentlich eine Differenz von drei Jahren entstanden ist.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Sturmflut vom 10./11. Februar 1625 ist die erste, in der Überlieferung häufig als die „Große Wustrower Wasserflut“ bezeichnet, von der sehr umfangreiche schriftliche Nachrichten vorliegen. &lt;br /&gt;
:In der Chronik der Rostocker Heide steht zu lesen: &lt;br /&gt;
:„Den 10. Febr. 1625 stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen, die bis an die Wolken reichten, daß es anzusehen gewesen, als wenn die See die ganze Erde verschlingen wollen. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß (rund 4,60m) überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Februar bei gemäßigterem Sturm fast bis zu derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten, das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und Großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. &lt;br /&gt;
:Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Bei dieser Überschwemmung ist eine wohlbetagte Witwe, die ihr Häuslein nicht verlassen wollen im Wasser erfrohren. &lt;br /&gt;
:Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung, zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.“&lt;br /&gt;
:So weit die Aufzeichnungen aus alten zeitgenössischen Dokumenten, von denen es ganz sicher noch viele Weitere wiederzuentdecken gibt. &lt;br /&gt;
:Unsere Altforderen haben sie einst sicher auch schriftlich festgehalten, damit wir noch Generationen später unsere Lehren daraus ziehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meteorologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
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&lt;div&gt;[[Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am 10/11.Februar 1625 suchte eine der größten Flutkatastrophen  auch Warnemünde heim.&lt;br /&gt;
:(Autor: Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im November des Jahres 1872 erlebte die südliche Ostseeküste eines der größten Hochwasser-Ereignisse in der jüngeren Vergangenheit. &lt;br /&gt;
:Von vielen, wie zum Beispiel in den Büchern von Käthe Miethe und Friedrich Spielhagen, auch als die „Große Flut“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
:Genau genommen gehört sie sicher zu den ganz Großen und sie ist eben die erste Flutkatastrophe die auf wissenschaftlicher Grundlage aufgezeichnet worden ist.&lt;br /&gt;
:Nachrichten vorangegangener Flutkatastrophen an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns finden wir besonders in Klosterchroniken (Grobe/Pudagla auf Usedom, Eldena/Mönchgut, Kloster/Hiddensee) aber auch bei den Chronisten der großen Küstenstädte.&lt;br /&gt;
:Es ist mühsam hier diese Mosaiksteinchen in den alten Dokumenten zu finden und so wird ihnen oft keine angemessene Beachtung geschenkt.&lt;br /&gt;
:1304 soll eine Sturmflut das Neue Tief südlich der Halbinsel Mönchgut geschaffen haben.&lt;br /&gt;
:Der Stralsunder Chronist Johann Berckmann schreibt dazu: „Item anno 1300 und 4 iß dat Nyedep vor dem Sunde uth middel eines stormes gekamenn.“ &lt;br /&gt;
:Aufgezeichnete Spuren dieser „Allerheiligenflut“ finden sich auch in der Doberaner Klostergeschichte sowie in den Aufzeichnungen des Klosters Maria Himmelszinnen in Marienehe. Hier wird über die Überflutung der Hundsburg-Insel im Unterlauf der Warnow berichtet.&lt;br /&gt;
:Einige Quellen verlegen die Allerheilgenflut auch in das Jahr 1307, so daß nicht auszuschließen ist, daß es zwei Jahrhundert-Hochwasser kurz auf einander folgend gegeben hat oder bei einigen Chronisten versehentlich eine Differenz von drei Jahren entstanden ist.&lt;br /&gt;
:Die Sturmflut vom 10./11. Februar 1625 ist die erste, in der Überlieferung häufig als die „Große Wustrower Wasserflut“ bezeichnet, von der sehr umfangreiche schriftliche Nachrichten vorliegen. &lt;br /&gt;
:In der Chronik der Rostocker Heide steht zu lesen: &lt;br /&gt;
:„Den 10. Febr. 1625 stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen, die bis an die Wolken reichten, daß es anzusehen gewesen, als wenn die See die ganze Erde verschlingen wollen. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß (rund 4,60m) überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Februar bei gemäßigterem Sturm fast bis zu derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten, das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und Großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. &lt;br /&gt;
:Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Bei dieser Überschwemmung ist eine wohlbetagte Witwe, die ihr Häuslein nicht verlassen wollen im Wasser erfrohren. &lt;br /&gt;
:Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung, zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.“&lt;br /&gt;
:So weit die Aufzeichnungen aus alten zeitgenössischen Dokumenten, von denen es ganz sicher noch viele Weitere wiederzuentdecken gibt. &lt;br /&gt;
:Unsere Altforderen haben sie einst sicher auch schriftlich festgehalten, damit wir noch Generationen später unsere Lehren daraus ziehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meteorologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Markgrafenheider_Chronologie&amp;diff=156199</id>
		<title>Markgrafenheider Chronologie</title>
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		<updated>2026-09-15T12:59:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Markgrafenheide im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Markgrafenheider Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide]&lt;br /&gt;
;Überregionale Ereignisse wurden nur dann in die Chronologie aufgenommen, wenn deren Folgen wesentlichen Einfluß auf das Markgrafenheider Gebiet und seine Entwicklung hatten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Benutzte Quellenkürzel:&lt;br /&gt;
:AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock mit beigefügter Signatur&lt;br /&gt;
:MUB  = Meckl. Urkundenbuch mit dazu gehöriger Urkundennummer&lt;br /&gt;
:BHC  = H.F.Beckers Heidechronik&lt;br /&gt;
:BKC  = H.F.Beckers Kirchenchronik&lt;br /&gt;
:BFC  = H.F.Beckers Familienchronik&lt;br /&gt;
:BGH  = Beiträge zur Geschichte Rostocks&lt;br /&gt;
:BGHR = Registerband der Beiträge zur Geschichte Rostocks&lt;br /&gt;
:BW2  = Friedrich Barnewitz &amp;quot;Geschichte des Hafenortes Warnemünde&amp;quot;  2.Auflage 1927&lt;br /&gt;
:LHA  = Landeshauptarchiv&lt;br /&gt;
:RA   = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
:G.R. = Gewettsrechnungen im Archiv der Hansestadt Rostock &lt;br /&gt;
:KFC  = Krausesche Fundchronik im Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
:L.Köster = &amp;quot;Die Jagd in der Rostocker Heide&amp;quot; 1929&lt;br /&gt;
:LDb  = Ludwig Dolberg  &lt;br /&gt;
:OK   = Otto Kolp&lt;br /&gt;
:HA   = Heidearchiv Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Markgrafenheider Gebiet vor 1200 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160 August&lt;br /&gt;
; * [[Die Schlacht auf dem Breitling]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1252, &lt;br /&gt;
:- Großer Brand der Rostocker Mittelstadt. (BGHR 13,39. 15,14.)&lt;br /&gt;
:— Die Neustadt mit Jakobi-Pfarre, Rathaus, Neustädter-Markt (&amp;quot;Hopfenmarkt&amp;quot;) bis auf Einsetzung eines eigenen Stadtregiments fertig. &lt;br /&gt;
:(BGHR 13,33.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:— Die &#039;&#039;&#039;Stadt kauft die Rostocker Heide&#039;&#039;&#039; und die Warnow-Fischerei von Fürst Borwin III. und erhält das &#039;&#039;&#039;Strandrecht in ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:(BGHR 3b,6. 24 (Rr. 32). 12,1 f. 6. 13,35. 14,7. 15.5.)&lt;br /&gt;
: *[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige bis rechtes Warnow-Ufer, erste Hafenbollwerke auf der &#039;&#039;&#039;rechten &#039;&#039;(Rostocker)&#039;&#039; Flußuferseite&#039;&#039;&#039; im Mündungsgebiet der Warnow &#039;&#039;&#039;östlich Taterhörn&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:(Karte2 siehe am Anfang oben rechts, Auszug Neuendorff-Karte 1823)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1260. &lt;br /&gt;
:Heilig-Geist-Hospital in der Altstadt, St.Georg-Hospital vor dem Steintor &#039;&#039;(für Aussätzige)&#039;&#039;, bei einem Vermächtnis zum ersten Mal erwähnt. (BGHR 13,52. 17,111.)&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;(Beide Hospitäler werden im folgenden halben Jahrhundert durch Erlangung von&#039;&#039; [[Pfründen]] &#039;&#039;auch größere Grundbesitzer rund um das Radelsee-Gebiet &#039;&#039;&#039;am Rande der Rostocker Heide&#039;&#039;&#039;)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, &lt;br /&gt;
:12.Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte an &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; Hafen Warnemünde auf dem städtischen Gebiet der Rostocker Heide. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. (MUB 1021, KFC Wmde 45 p.5, BGHR 12,2.6.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;)&#039;&#039;&#039; 2 Mark Silber (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1270 &lt;br /&gt;
:Vogt Tunneko - läßt Warnow-Mündung durch einen Prahm sperren. (Tunneko, Volceko, fürstl. Vogt auf der Hundsburg. 1268—70. (13,46.)&lt;br /&gt;
:Wegen Gewalttätigkeiten und Verletzung der Rostocker Ratsbefugnisse entzog sich der fürstliche Vogt Tunneko der ihm drohenden Strafe durch die Flucht, fügte jedoch der Stadt durch &#039;&#039;&#039;Blockierung des Hafens und andere dortige Schädigungen&#039;&#039;&#039; bedeutenden Nachteil zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278&lt;br /&gt;
:Die unmittelbar an der Warnow gelegene Hundsburg mußte den nach Selbstregierung und militärischer Autonomie strebenden Bürgern ein Dorn im Auge sein, da die Burg im Kriegsfalle die gesamte Schiffahrt Rostocks lahmlegen konnten. Wie es zehn Jahre zuvor der Hundsburg-Vogt Tunneko durch Sperrung des Warnow-Laufes mittels eines großen Prahms getan hatte.Nicht eher ruhte das Ratskollegium, als bis die Hundsburg, das Symbol fürstlicher Gewalt, geschleift wurde. B ereits 1278 erwarb die kapitalkräftige Stadtgemeinde die feste Zwingburg durch Kauf und erreichte gleichzeitig in dieser Urkunde ein weiteres wichtiges Zugeständnis des Landesherrn: Fürst Waldemar mußte für sich und seine Nachkommen die Verpflichtung eingehen, nie wieder eine Sperrburg &amp;quot;längs der Warnow bis ans Meer&amp;quot; zu errichten, ohne mindestens eine Meile vom Flusse entfernt zu bleiben (MUB 1474)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:werden erstmals Arbeiten am &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen-Warnemünde&#039;&#039;&#039; dokumentiert. Es wurden Steine herausgefischt, gleichzeitig kamen aus Gotland Schiffsladungen mit Steinen an, ebenso eine Anzahl Baumeister beschäftigt, die Steine zu behauen und die lockeren &lt;br /&gt;
:Ufermassen zurückzudämmen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch [[Rötger Horn &#039;&#039;&#039;den Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039;]] ( &amp;quot;quod tunna dignitur&amp;quot; - von der &#039;&#039;&#039;Tonne an der St.Georg-Insel&#039;&#039;&#039; bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 [[Ellen]] (12 Fuß = 3,44 Meter) bringen. (MUB Nr.1977 BGHR R 3a,XV; 12,7)&lt;br /&gt;
:Bei der &amp;quot;Tonne&amp;quot; handelt es sich um den 1882 in der Nähe der Ostspitze der früheren St.Georg-Insel gehobenen  sogenannten &amp;quot;Spökstein&amp;quot;. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300&lt;br /&gt;
:Dez., 22. Nikolaus (d. Kind), Herr zu Rostock, nimmt Stadt u. Land Rostock von König Erik Menved von Dänemark zu Lehen. (BGHR 3s,X f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 1.November&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Die große Flut&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH UGR Sandscholle Taterhörn.jpg|thumb|300px|rechts| Karte5 RH UGR Die durch die Flut-Verschüttung des Warnow-Mündungsarmes entstandene Sandscholle Taterhörn. Das östlich benachbarte eingezeichnete Kisten-Sperrwerk markiert den Verschluß an der Stelle des ersten &amp;quot;Neuen&amp;quot; Strom-Durchstiches (1305),später &amp;quot;Alte Depe&amp;quot;, am &amp;quot;Hals&amp;quot;, &amp;quot;Fangung&amp;quot;/Verfüllung im Jahr 1487. Die rechte der beiden Inseln ist die St.Georg-Insel.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Verschüttung der Warnow-Mündung auf ca. 500m Länge durch die „Allerheiligenflut“ am 1. November des Jahres. &lt;br /&gt;
:Die Fläche des verschütteten Teils des natürlichen Warnowlaufes wird fortan als &amp;quot;Taterhörn&amp;quot;, &amp;quot;Sand-Land&amp;quot;, &amp;quot;Sandscholle&amp;quot; oder auch &amp;quot;Sandwiese&amp;quot; bezeichnet auf der nun die Grenze zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide durch eine Grenzstangen-Reihe gekennzeichnet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1305&lt;br /&gt;
:-In der Folge der Warnowlauf-Verschüttung erfolgt bald darauf der &#039;&#039;&#039;Durchstich der Nehrung (&amp;quot;Alte Depe&amp;quot;) an der schmalsten Stelle der ehemaligen Halbinsel, dem &amp;quot;Hals&amp;quot;, östlich der Hohen Düne (Ein Rest davon ist der heutige &amp;quot;Stankgraben&amp;quot; &#039;&#039;, ursprünglich &amp;quot;Stackgraben&amp;quot; = &amp;quot;Treidelgraben&amp;quot;, ca. 50m westlich des heutigen Ortseingangsschildes von Markgrafenheide)&#039;&#039; vom Spökstein bis zur See &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:-Unmittelbar nach dessen Zerstörung durch die vorangegangene Flut erfolgt der Wiederaufbau des neuen &amp;quot;Hafens Rostocker Warnemünde&amp;quot; zwischen dem Süd-Ende dieses Durchstichs und dem Radelsee. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:— Fürst Heinrich (&amp;quot;der Löwe&amp;quot;) von Mecklenburg erbaut am Hafen Warnemünde zwei hölzerne, durch eine Brücke und einen Steindamm verbundene Befestigungen, zu beiden Seiten des Stromes. (BGHR 13,15. 3c,70. 4d,14 f. 12,7.)&lt;br /&gt;
:— Wegen der Sperrung &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(!)&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Hafens Warnemünde erheben sich die Rostocker Bürger und zwingen ihren zögernden Rat, den Dänen die Treue aufzukündigen und den Krieg aufzunehmen. &lt;br /&gt;
:Niederdeutsche Darstellung nach Kirchbergs Reimchronik.la,l (Nr. 1). Darstellung in der Chronica der Stadt Rostock. ls,6 (Nr. 20). &lt;br /&gt;
:(BGHR 13,15 f. 12,7 fs.)&lt;br /&gt;
:— Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen in ihrem Hafen Rostocker-Warnemünde.  &lt;br /&gt;
:(BGHR 13,16. 3c,70. 4,d,15. 12,8.56.)&lt;br /&gt;
:— Die Rostocker überziehen den Hägerort und die ganze Gegend von Doberan bis Kröpelin, um sich für die bevorstehende Belagerung der Stadt und des Turms am Hafen Warnemünde zu verproviantieren.  &lt;br /&gt;
:BGHR 12,8.&lt;br /&gt;
:— Die Rostocker brennen das fürstliche Dorf Warnemünde nieder. (BGHR 12,8.)&lt;br /&gt;
:—/12. (Bis Mai) Die Rostocker bauen in Rostocker-Warnemünde einen neuen &#039;&#039;&#039;Turm auf der Ostseite ihres Stromes&#039;&#039;&#039; aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche in Warnemünde und des Petriturmes in Rostock, der gerade im Bau war. 1435. Febr., &lt;br /&gt;
:— Der Bischof von Schwerin droht, über die Stadt u. a. auch wegen Abbruch der beiden Kirchtürme den Bann zu verhängen (vgl. 1322). &lt;br /&gt;
:(BGHR 12,9.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312. Febr., 19. &lt;br /&gt;
:König Erik Menved verbündet sich mit Markgraf Waldemar v. Brandenburg zur Unterwerfung der Stadt.  BGHR 3s,XII.&lt;br /&gt;
:— Jun., 30. König Erik Menved vor dem Hafen-Warnemünde. elfwöchige Belagerung des Rostocker Turms im Rostocker  Warnemünde.  (BGHR 13,15. 3a,XII. 3a,70. 4d,14 f. 12,11 f.)&lt;br /&gt;
:— Jul., 22. Die Rostocker bitten Lübeck, ihren belagerten Warnemünder Turm zu See für 1000 Mark mit Mehl, Bier, Fleisch. Butter, Stockfisch u. Pfeilen zu versorgen.  (BGHR 12,11.)&lt;br /&gt;
:— Um die Verproviantierung des Turmes von See zu verhindern, läßt Heinrich von Mecklenburg, dem die Belagerung von König Erik Menved übertragen war. das Tief unterhalb des Turmes durch eingerammte Pfähle und eine Brücke sperren. (BGHR 12,11.)&lt;br /&gt;
:— 25. Ein Geleitsbrief während der Belagerung des Turmes am Hafen- Warnemünde.  (BGHR 4d,14-16.)&lt;br /&gt;
:— Sept., 9. Da der von Lübeck und Stralsund erwartete Entsatz ausblieb, muß die ausgehungerte Besatzung den Turm in Warnemünde gegen ehrenvollen freien Abzug übergeben.  (BGHR la,19. 3a,XII. 3c,70.)&lt;br /&gt;
:— 17. Unter anderem auch wegen des Verlustes des Hafens Rostocker-Warnemünde entsteht der Aufruhr des Heinrich Runge: Einsetzung eines neuen Rates. (Wiedereinsetzung des alten Rates dann am 1314, 19.Jan.) (BGHR la,19. ld,31. 3a,XII f. 12.11 f.)&lt;br /&gt;
:— bis Dez., 7. Belagerung und Übergabe der Stadt an König Erik Menved von Dänemark und seine Verbündeten.  (BGHR 1,6,3. 12,12.)&lt;br /&gt;
:- unter den fürstlichen Belagerern des Turmes grassiert eine Seuche die viele Opfer fordert &#039;&#039;(Cholera oder Pest)&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:— Okt., 9. König Erik Menved und Markgraf Waldemar vereinbaren, aus den Rostockern eine möglichst hohe Abfindungssumme für Überlassung und Abbruch der Danskeborg-Befestigung herauszuschlagen und gleichmäßig unter sich zu teilen. (Dgl. jedoch 1313. Febr., 20.) &lt;br /&gt;
:Der Rostocker Rat verpflichtes sich als Sühne im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Städtchen&amp;quot; Warnemünde (&amp;quot;in opido Warnemünde&amp;quot; MUB 3577) eine neue schöne Kirche aus Holz für die während des Krieges Abgerissene zu errichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313. Febr., 20. &lt;br /&gt;
:Markgraf Waldemar verkauft seinen Anteil an der Warnemünder Befestigung an den Dänenkönig für 5000 Mark Silber. &lt;br /&gt;
:Damit wird der König Erik Menved alleiniger Besitzer der Danskeborg. &#039;&#039;&#039;Der alte Steinturm wurde mit einem hohen Wall und breitem Graben versehen, an seinen vier Ecken stand je ein Turm, es wurde ein Werk, &amp;quot;so herrlich, daß es im Lande nichts dergleichen mehr gab&amp;quot;, wie es bei dem lübischen Chronisten Detmar mehrere Male erwähnt wird.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:(Detmar-Chronik, ed. Koppmann, in -&amp;quot;Chroniken deutscher Städte&amp;quot; Bd.19. Leipzig 1884, Kap. 468 u. 527) (BGHR 3c,70. 12,12 f.)&lt;br /&gt;
:— König Erik Menved verpfändet in der Folge wegen seiner Schulden die Burg im Rostocker Hafen Warnemünde an seinen Hauptmann Niels Olafsun.  (BGHR 12,13.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317. Jan., 7. &lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit &#039;&#039;&#039;Ausnahme des Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R 1d,3. 3c,70) (Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319. 13.November&lt;br /&gt;
:[[König Erik IV. (Menved) von Dänemark]] stirbt.&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich von Mecklenburg läßt sich als rechtmäßigem Nachfolger der ausgestorbenen Herren zu Rostock von Stadt und Land Rostock huldigen.  (BGHR 12,14.)&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich v. Mecklenburg (&amp;quot;der Löwe&amp;quot;) übernimmt die Befestigung von Warnemünde (Danskeborg).  (BGHR 3c,70. 12,14.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322 Sept., 24. &lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich von Mecklenburg verkauft &amp;quot;dat hus unde den thorn to Warnemünde&amp;quot; (Danskeborg) an die Stadt zum Abbruch. &lt;br /&gt;
:(BGHR 3c,70 f. 12,14.)&lt;br /&gt;
:Deren Abbruch erfolgt jedoch nicht. Die Burg wird auf die Bedürfnisse der Hansestadt hin umgestaltet.  (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11.März&lt;br /&gt;
:Kauf des fürstlichen Warnemünde, inclusive des westlichen Radelsee Gebietes = &amp;quot;Warnemünder Wiesen&amp;quot;,darin auch ein großer Teil der Sandscholle, womit Rostock Eigentümer des vollständigen Küstengebietes zwischen der Stromgrabenmündung am Nordende der Rostocker Heide und Diedrichshagen im Westen wird. (MUB 4424, BGHR 3c,71. 4b,l. 12,2.14.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7.April&lt;br /&gt;
:Übereignung der, fortan so genannten, St. Georg-Insel am Radelsee, an das St. Georg Hospital, das daraufhin auf der Insel eine isolierte Eigenbewirtschaftung durch Lepra-Kranke betreiben. &lt;br /&gt;
:Gleichzeitig Übereignung zweier Wiesen an der Radel &amp;quot;..Porswisz et magnum pratum..&amp;quot; (Porstwiese und Große Wiese) sowie dreier Präbende-Wiesen &amp;quot;...pratum Hovevischers dictum, item pratum Vokercini, item pratum Alberti Cusvelt..&amp;quot; (die heutigen Purkshöfer-Wiesen) über die das Heilig-Geist Hospital verfügt, sowie die der Insel St.Georg  gegenüber liegende Wiese &amp;quot;Swineswoert&amp;quot; &#039;&#039;&#039;und hier benachbart die Mandel-Wiese auf der die Reste des Turmes stehen (&amp;quot;item pratum dictum Mandel apud aream, ubi turris quondem steterat.)&amp;quot;&#039;&#039;&#039; Diese beiden Wiesen machen die heutige Prediger-Wiese aus und liegen unmittelbar westlich neben der Großen Wiese. &lt;br /&gt;
:(Quelle: erstes Rostocker Kämmerei-Register Fol.13 MUB 4608)&lt;br /&gt;
;Verortung der genannten Grundstücke siehe Karte Karte14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 27.Juli&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich der Löwe bestätigt in 7 Urkunden zu Warnemünde alle Freiheiten und Privilegien der Stadt.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Am &amp;quot;Alten Tief&amp;quot; wird eine Befestigung angelegt, von der Danskeborg werden Anlagen (alle ?) rund um den Mittelturm abgebrochen.&#039;&#039;&#039; Am Ufer der Hafenausfahrt wird in einem Holzgerüst (auf dem alten Burgturm?) &#039;&#039;&#039;eine kupferne Leuchte an drei Ketten aufgehängt&#039;&#039;&#039;. Eine Abbildung der Leuchte  zeigt ein neuneckiges, käfigförmiges Gitterwerk mit Kuppeldach und einer Metallplatte, die das Licht des Feuers zurückwarf.&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wurde von Männern bewacht, die auch gleichzeitig Lotsendienste leisteten. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wird verbessert. (KFC Mgh )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1373&lt;br /&gt;
:März 23. In den Gewettsakten sind Einkünfte aus der &#039;&#039;&#039;Mandelwiese&#039;&#039;&#039; festgehalten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1380&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wird erneut verbessert. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1435. Febr., 1. &lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen in Warnemünde auf eine Tiefe von 6 [[Ellen]] (3,44 m) bringen u. verbreitern. (BGHR 3a,XV f. 67 f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1437. Aug., 1. &lt;br /&gt;
:Der befestigte &#039;&#039;&#039;Leuchtturm im Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; wird nach zehntägigem Widerstand der Rostocker Besatzung vom Herzog genommen. (BGHR 3c,71.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1439&lt;br /&gt;
:Bei einem Grundstücksverkauf wird ein &amp;quot;Castrum&amp;quot; erwähnt. (BA 86)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1459&lt;br /&gt;
:In der Gewetts-Rechnung von 1459 lesen wir, daß am Donnerstag vor Weihnachten eine Sturmflut die vor Rostock gelegene Haffdüne durchriß, so daß hier ein &amp;quot;neues&amp;quot; Tief ausbrach. Die Wetteherren fuhren zum Hafen Warnemünde, um zusammen mit dem Hafenzimmermeister &amp;quot;to besende dat nye (!!!) dep, wat guden raden dar to vyndende, dat me id mochte wedder fangen&amp;quot; (G.E. Gewetts-Rechnungen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:wird ein Blockhaus und eine Burg erwähnt. (BA 86) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485&lt;br /&gt;
:verpflichtet sich Aalhardt Johanssen vor dem Rat, das alte Tief bei Warnemünde , auf 6 [[Ellen]] (3,44 Meter) tief, also nicht mehr als Rotger Horn 200 Jahre zuvor, und 50 Ellen (28,5m) breit zu machen. (KFC, Voß p111) * [[&amp;quot;Kontract des Raths mit Aalhard Johannsen über die Vertiefung des Hafens am 1. Februar 1485]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Bei der Domfehde, auch sogenannten &amp;quot;Rostocker Fehde&amp;quot; erobern die fürstlichen Truppen das Alte Tief &#039;&#039;&#039;östlich&#039;&#039;&#039; Taterhörn und den dahinter liegenden Rostocker Hafen,&lt;br /&gt;
:Alle Gebäude und Bollwerke werden in Brand gesteckt und bis zur Wasserfläche niedergebrannt. &#039;&#039;&#039;...de mure vör &#039;&#039;(!)&#039;&#039; der Luchten wart geworfen in dat Depe..&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit in Markgrafenheide (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519. &lt;br /&gt;
:-Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
:— Mai, 23. Ausbesserung des „Tiefs&amp;quot; bei Warnemünde &#039;&#039;&#039;(Heutiger Alter Strom der zwischen 1487 u. 1519, durch das Steinriff hindurch, schiffbar gemacht worden ist.)&#039;&#039;&#039;. (BGHR 12,16.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1566&lt;br /&gt;
:Warscheinliche Gründung des Forstdepartementes (erstmalige Nennung). (BHC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde und der Heideküste liegenden dänischen Blockadeschiffe. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe ( [[sic.]] ) an der mecklenburgischen Küste &amp;quot;und trieb sie ans Gestade des Meeres&amp;quot;. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579, 14.März&lt;br /&gt;
:Gelegentlich einer Ratsverhandlung mit den &amp;quot;verordneten Bürgern&amp;quot; über den Zustand der von ihnen verwalteten Landgüter tritt Jochim Barchmann, der Verordnete der Müggenburg, auf und sagt unter anderem, er wolle einen &amp;quot;Graffen&amp;quot; der Stadt zum Besten in die Heide &amp;quot;ziehen&amp;quot; und &amp;quot;das Depf zugleich buwen&amp;quot;. (Voß p129)&lt;br /&gt;
:Bei diesem Graffen und dem Tief handelt es sich um den Stinkengraben vom Heiligen See bis zur &amp;quot;Alten Mündung&amp;quot;, einem Durchstich am Standort der hier viel später gelegenen Schofer-Bude. Die &amp;quot;alte Mündung&amp;quot; wurde bald nach der Anlage des Moorkanals zwischen Hütelmoor und Radelsee nach 1760 wieder geschlossen.&lt;br /&gt;
;Es ist warscheinlich, aber nicht gesichert, daß bei dieser Gelegenheit der Ortsname Markgrafenheide durch eine Verballhornung aus der Zusammenlegung der Worte &amp;quot;Moor&amp;quot;-&amp;quot;Graffen&amp;quot;-&amp;quot;Heide&amp;quot; entstanden ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
: [[Datei:KFC Warnemünde 45 381 1582 .jpg|450px|rechts|RH KFC Warnemünde 45 381 1582]]&lt;br /&gt;
;1582, &lt;br /&gt;
:11.Mai&lt;br /&gt;
:Fasste der Rat den Beschluß, mit den Steinen der Hundsburg &#039;&#039;&#039;das 1487 beim Taterhörn geschaffene &amp;quot;Neue Tief&amp;quot; zu fangen&#039;&#039;&#039; :&#039;(also zu schließen)&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:4.Juli&lt;br /&gt;
:Mitteilung daß die Schließung des Tiefs abgeschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586&lt;br /&gt;
:Der Hof des Wasenmeisters Johann Thor Balck wird angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, ab 8. August&lt;br /&gt;
:Der Hof des privaten Ratsjägermeisters Jürgen Brandt, ( &amp;quot;Jaegermeister und Wildschutzen&amp;quot;) erstmals genannt.&lt;br /&gt;
:(Köster S.15-18)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;1592,4.Juni&lt;br /&gt;
:Beschwerde Johann Thor Balcks beim Rostocker Rat wegen Besitz-Zerstörung und Mißhandlung durch Jochim Berckman (KFC Mgh p10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1617, 23.Dezember&lt;br /&gt;
:Steht im Ratsbuch zu lesen &amp;quot;dass Holz, Torf und anderes Baumaterial für den Rostocker Hafen in Markgrafenheide in Boote geladen und so nach Warnemünde gebracht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1624, 1. Juni bis 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Eine Pestwelle überzieht das Rostocker Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Februar &lt;br /&gt;
: [[&amp;quot;Die große Flut&amp;quot; ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 11. April&lt;br /&gt;
:Albrecht Dobbin notiert in seiner Gewettsrechnung:&lt;br /&gt;
: &amp;quot;Den 4. November mit meinen Herren Collegen H.Jakob Crullen und Herrn Gryphio nach der Marggrauenheyde gewesen &#039;&#039;&#039;das hauß abnehmen, und das holz nach der Muggenborch fuhren laßen&#039;&#039;&#039; und das große hol &#039;&#039;(Loch)&#039;&#039; , so aus dem heiligen Sehe in die große Sehe gebrochen besichtigt und wieder zu verfertigen angeordnet, und was dabey vertzehret, haben die burger bey der Heyde richtig gemachet. Zur Müggenborgch benachrichtiget. 6 Schilling Drinkgeld gegeben ...&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Quelle:KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;(Darunter ist warscheinlich der endgültige Abriß des vormals von Thor Balk begründeten Anwesens zu verstehen.)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1626, ab&lt;br /&gt;
:Die Kriegsfurie des Dreißigjährigen Krieges breitet sich bis in die Region Rostock aus, die Schäfereien Born und Fulleri gehen unter, die von Markgrafenheide und Moorhof liegen über viele Jahre wüst.&lt;br /&gt;
:Während der Besetzung Warnemündes durch die kaiserlichen Truppen schmuggelten die Warnemünder über das weit östlich gelegene &amp;quot;Alte Tief&amp;quot;, doch gestattete die geringe Breite und Tiefe des Fahrwassers nur die Durchfahrt von kleinen Fahrzeugen. (BW2 p97)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zu Markgrafenheide und Moorhof liegen im Archiv der Hansestadt Rostock oder anderen Archiven für die Zeit von 1626 bis 1660 keinerlei Dokumente vor.&lt;br /&gt;
:Warscheinlich ist das eine Folge des Dreißigjährigen Krieges.&lt;br /&gt;
:Forstinspektor H.F.becker schreibt in seiner Chronik der Rostocker Waldungen:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 dürfte man auch nichts für die Cultur der Waldungen erwarten als Ruhe vor Menschenhänden; sie wuchsen auf, verbreiteten sich und nahmen die Plätze zum Theil wieder ein, welche die Ackercultur ihnen geraubt hatte&amp;quot;. (H.F.Becker. Die Chronik von den Waldungen der Stadt Rostock,1839)&lt;br /&gt;
:Erst ab 1691 gibt es Nachrichten über den erneuten &#039;&#039;&#039;Aufbau von Gebäuden&#039;&#039;&#039; in Markgrafenheide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide bis zur napoleonischen Zeit (1649 bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1663&lt;br /&gt;
:Wurde das Moor und zum Teil auch der Wald überflutet: (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675&lt;br /&gt;
Verhandelt die Stadt Rostock mit Johann Eggers und Johann Röder über Pachtland zur &#039;&#039;&#039;Wiederbesiedlung&#039;&#039;&#039; auf der Markgrafenheide. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1691/92&lt;br /&gt;
:In einer Abrechnung von Johann Schimmelmann´s über Ausgaben von Bauten in Markgrafenheide werden erwähnt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Anno 1691 habe ich zu Marggraven Heyde den Stall baven lashen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Anno 1692 ist dort ein neues Haush, groß von 4 Gebint neugebaut.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1696. &lt;br /&gt;
:Der Rost. Artilleriemeister Gottfr. Lust entwirft seine Karte von der Rostocker Heide. In ihr wird Markgrafenheide kartographisch erstmalig dargestellt. (BGHR 2s,25 ff. 5,127. 6,127. 14,5 ff.)&lt;br /&gt;
: [[&amp;quot;Grundlicher / Abriß der Stadt /Rostock Heyde / Anno 1696 / Den&amp;quot;. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1703, 8.Dez.&lt;br /&gt;
:Wütete hier ein Orkan. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1710&lt;br /&gt;
:Strandfischerei in Markgrafenheide nachweisbar. (AFN)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;1715. Febr., 13. bis. Aug., 31. &lt;br /&gt;
:Streit mit Herzog Carl Leopold betr. Accise, Mit Besatzungsrecht u. Jagd in der Rost. Heide. Protocollum... (BGHR la.7 Nr. 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1737&lt;br /&gt;
:wird das Kossatenhaus (heute Forstfuhrmannshof) angelegt. Die Inschrift an einem Balken des Hauses verweist auf dieses Baujahr. Es wäre somit das älteste erhaltene Haus in Markgrafenheide. (KFC MgH)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rothermann Niederhagen 1765 Auszug MGH.jpeg|thumb|300px|rechts|Karte6 Rothermann-Karte von 1765 mit dem gerade neu angelegten Moorgraben ]]&lt;br /&gt;
;1760&lt;br /&gt;
:Die Kaufleute Paul Grube und Johann Georg Stypmann lassen den Moorkanal zwischen Radelsee und Hütelmoor als &#039;&#039;&#039;neue Durchstich-Trasse quer durch die feste Mergel-Barriere der Eisrandlage&#039;&#039;&#039; anlegen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
:Sie durchschneiden dabei die &amp;quot;Große Wiese&amp;quot; und verbinden den Stinkengraben bei der alten Mündung &#039;&#039;&#039;erstmals&#039;&#039;&#039; mit dem Radelsee&lt;br /&gt;
:(Quelle: BHC/ Dolberg p15)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1765&lt;br /&gt;
:Inventarisierung nach der Directorialvermessung Markgrafenheide durch F.C.Rothermann (KFC Mgh p15)&lt;br /&gt;
:In dieser Karte wird erstmals der Bestand eines Hauses am den Kossatenhäusern gegenüber liegenden Ufer des Moorkanals nachgewiesen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767, 30.11./1.12.&lt;br /&gt;
;-&#039;&#039;&#039;Großer Durchbruch bei einer Sturmflut zwischen Taterhörn und Stubbenwiese nördlich des Radelsees&#039;&#039;&#039;, beim früheren &amp;quot;Alten Tief&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(schriftliche Quelle: AHR 3.9. RO Wmde45 Nr.258)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1777&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der Torfstecher-Katen zu Marggrafenheide &#039;&#039;(beim Milchsteg !, siehe auch 1765)&#039;&#039; wird zur Holzwärter-Wohnung eingerichtet&amp;quot; (§6 des &amp;quot;Landesherrlichen Regulativs der Verwaltung der sogenannten Rostocker Heyde&amp;quot; KFC Mgh p4) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Im &amp;quot;Magazin für die neue Historie und Geographie&amp;quot; Bd.11 wird die &amp;quot;Meyerey Marggrafenheide&amp;quot; als zu den &amp;quot;Rostocker Gütern&amp;quot; gehörig genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1778, 8.Nov.&lt;br /&gt;
:wehete zum Schaden der Forst ein starker Sturm. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1783, Januar&lt;br /&gt;
:Kommt der Holländer Carl Gustav Lorentz &amp;quot;zu Markgrafenheide&amp;quot; in den Rostocker Gewettsakten als Vormund der Kinder seines Bruders, des Toitenwinkler Holländers Jochim Christian Lorentz vor. (KFC Mgh p13, BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1792, 11./12,Dez.&lt;br /&gt;
:herrschte ein starker Sturm  (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1793&lt;br /&gt;
:warf ein heftiger Orkan ziemlich viel Holz in der Waldung um. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796&lt;br /&gt;
:läßt die Stadt den Moorgraben vertiefen, sowie mit Bohlen und Flechtwerk ausbauen, zur Verwirklichung des Vorhabens, den Torfabbau zu forcieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:AHR 3.01. 1416 Tarnow Karte hochaufgelöst.jpg|thumb|500px|rechts|Karte7  Die Karte des Hospitalmeisters Tarnow 1796/1809 ergänzt A1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 8.August kam über den Schnatermann und den grössten Teil Markgrafenheides ein Gewitter mit großem Hagel, der die Feldfrüchte und Fensterscheiben zerschlug und großen Schaden anrichtete. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801, 3.Nov.&lt;br /&gt;
:war ein heftiger Sturm, der die Torfscheune umwarf. (BKC)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;1804&lt;br /&gt;
:15.Sept. Überstieg das Meer die Dühne und planierte sie. (BHC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806-1813&lt;br /&gt;
:waren französische Soldaten auch in Markgrafenheide stationiert&lt;br /&gt;
:Sie waren Teil einer Signal-Staffette und teilweise auch in den Fischerbuden untergebracht.&lt;br /&gt;
:Am 28. November leuchteten bei einer Probezündung die Alarmstangen vom Fischland bis Markgrafenheide durch die Nacht. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1807, 30.Okt.&lt;br /&gt;
:überstieg das Meer die Dühne und planierte sie. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:wird &amp;quot;Markggrafenheide Vorwerk&amp;quot; in &amp;quot;Marggrafenheide Dorf&amp;quot; umgewandelt. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide bis zur Reichseinigung (1814 bis 1871)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostocker Heide Grälert FA1823 Becker.jpg |thumb|450px|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1815&lt;br /&gt;
:-25.März starb der Holzwärter Carl Friedrich Wramp zu Markgrafenheide 68 Jahre alt. (BKC)&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der Holzwärter Wramp wurde ohnfern des Markgrafenheider Weges todt gefunden.&lt;br /&gt;
:Er liebte starkes Getränk und glaubte an Spuk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:H.F.B.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 29.Dez &lt;br /&gt;
:erschoß sich der Holzwärter Johann Christian Nicolaus Grälert zu Markgrafenheide 43 Jahre alt als er mit einer geladenen vor sich gehaltenen Büchse die mit einander kämpfenden Hunde trennen wollte. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825, 4.Februar&lt;br /&gt;
:Hatten wir öfteren hohen Stand und Übertritt des Meeres über die Dühne, entstand beim Sturm aus Nordosten eine wahre Sturmflut, welche 300 000 Quadratruthen  (650ha) der Wiesen und des Waldes überschwemmte. Die Wasserhöhe war 6 Fuß 8 Zoll (1,95m) über dem mittleren Stand des Meeres gestiegen, die Düne von der Fischerbude zu Markgrafenheide bis zum Rosenort 450 Ruthen (2100m) lang stand ganz unter Wasser, davon wurden 370 Ruthen ganz und 80 Ruthen halb planiert. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1821/1833&lt;br /&gt;
:Mit der Abschaffung der Waldweide muß die &#039;&#039;&#039;Beweidung der verbleibenden Gemeindewiesen&#039;&#039;&#039; ersatzweise in hohem Maße &#039;&#039;&#039;intensiviert&#039;&#039;&#039; werden&lt;br /&gt;
:(Quelle: BHC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1826, 17.Mai&lt;br /&gt;
:geriet ein aus Finnland kommendes Schiff bei starkem WestNordWest-Wind vor Warnemünde in Seenot.&lt;br /&gt;
:Alle Besatzungsmitglieder wurden von den Warnemündern gerettet.&lt;br /&gt;
:Das Schiff dagegen trieb steuerlos auf den Strand bei den Markgrafenheider Fischerbuden und dessen Ladung ging über Bord.    (KFC Mgh)                                                                                                                                                                                                                              &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 12.Juni bis 15. Dezember&lt;br /&gt;
:In der Fischerbude sowie dem Haus des Holzwärters Russow wird eine Quarantäne-Wache zur Abwehr der Cholera-Epedemie eingerichtet   (KFC Mgh 119/122)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833 - 1839&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Beckerschen Forsteinrichtung umfassender Ausbau der Wasserwege für den Holztransport, incl. Moorkanal. (BKC)&lt;br /&gt;
:Der Kanal endete am Nordostrand des Moores mit einem Wende-Becken (das &amp;quot;Y&amp;quot;) an dem ein Gebäude errichtet wurde und ließ dort den Holzlagerplatz I &amp;quot;Moorhof&amp;quot; neu anlegen.&lt;br /&gt;
:Fortan konnte mit Hilfe des Wende-Beckens das geschlagene Holz im ganzen Stamm geflößt werden und den kleinen Holzprahmen waren Wendemanöver möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837&lt;br /&gt;
:-den 7.und 8. April viel so viel Schnee, das einige Gebäude bis zum Dach zugeschüttet waren.  (BKC)&lt;br /&gt;
:den 29. November wütete ein Orkan. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863 &lt;br /&gt;
:In der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember war ein solcher Sturm, daß in der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
:ungefähr 26 000 bis 30 000 Bäume umgestürzt sind  (BKC-Fortsetzung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide im Kaiserreich (1871-1918)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Malchin Markgrafenheide Kartoffelsammlerinnen a oJ.jpg|thumb|500px|rechts|Malchin Markgrafenheide Kartoffelsammlerinnen Foto: W.Steinmüller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, November &lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Große Sturmflut&amp;quot; planiert auch die Dünen zwischen Taterhörn und Markgrafenheide und durchbricht die Küste hier auf großer Breite. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1879, bis 1902 &lt;br /&gt;
:verhandelt W. Dettmann ergebnislos mit der Stadtverwaltung und der Forstinspection über den Bau von Hotel, Sanatorium und Seebrücke. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:erste Planungen zum Bau einer Straßenbahn scheitern an Geldmangel. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903. &lt;br /&gt;
:- die Wartehalle der Strandbahn, das heutige Restaurant &amp;quot;Utspann&amp;quot; wird gebaut. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
:— Die Alte Deepe ostwärts von Warnemünde bei der Hohen Düne wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. BHGR 12,4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907/08&lt;br /&gt;
:Bau der Chaussee Warnemünde Hinrichshagen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1908&lt;br /&gt;
:ein neues Forsthaus wird errichtet. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Februar - die ersten Bauarbeiten für die Strandbahn beginnen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
:1. Juli feierliche Einweihung der Strandbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;31.12.1913/ 1.1.1914&lt;br /&gt;
:Durchbruch auch am Radelsee-Gebiet, bei der sogenannten Silvesterflut (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
;1914 &lt;br /&gt;
:In Auswertung der Silvesterflut Umsetzung eines umfassenden Eindeichungs- und Sperrwerksprojektes im Gebiet zwischen Breitling und Rosenort, so auch komplex im Radelsee-Gebiet. (UGR)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide während der Weimarer Republik (1918-1933)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1924, 9.Dezember&lt;br /&gt;
:offizielle Eingemeindung von Markgrafenheide nach Rostock. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926,17.Juni&lt;br /&gt;
:Der plattdeutsche Verein &amp;quot;Unkel Broesig&amp;quot; weiht sein neues Domizil in Markgrafenheide ein.  (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1928, 4.Juni&lt;br /&gt;
:wird die Genehmigung zur Errichtung einer Siedlung in den &amp;quot;Budentannen&amp;quot; westlich der Schneise erteilt. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 10. Juli&lt;br /&gt;
:brennt das zweite, um 1835 erbaute Forsthaus nieder.&lt;br /&gt;
:Um 12.30 Uhr ging bei der Rostocker Feuerwehr folgende Meldung ein: &amp;quot;Großfeuer im Kruggehöft von Markgrafenheide&amp;quot; (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide im dritten Reich (1933-1945)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1934, 4.Mai&lt;br /&gt;
:wird der Kaufvertrag zwischen der Stadt Rostock und der DVS &amp;quot;Deutsche Verkehrsfliegerschule&amp;quot; geschlossen.&lt;br /&gt;
:Im gleichen Jahr entsteht die Kasernenanlage im Ort, zunächst als Unterkunft für die in Hohe Düne angesiedelte Fliegerschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1937 &lt;br /&gt;
:Die Kasernenanlagen gehen in den Besitz des Reichsfiskus für Luftfahrt über.&lt;br /&gt;
:Von da an wird begonnen die Doppelhaussiedlung (heute Waldsiedlung) zu bauen.&lt;br /&gt;
:Nach einem Besuch des Rostocker Oberbürgermeisters in Markgrafenheide erfolgt der Ratsbeschluß &amp;quot;Das die Budentannenschneise vom Krug Markgrafenheide (Forsthaus) bis zur See als fester Weg ausgebaut wird.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940&lt;br /&gt;
:Auf der Großen Moorwiese wird für die Luftwaffe (&amp;quot;für die Dauer des Krieges&amp;quot;) ein Behelfsschießplatz eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1941&lt;br /&gt;
:Wird der Bau einer Trafostation am Ortseingang umgesetzt.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar daneben &amp;quot;werden 2 neue Baracken an der Warnemünder Chaussee gebaut.&amp;quot; Bestehen noch im ehemaligen Hotel Heidehof, am östlichen Ortseingang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1.Mai&lt;br /&gt;
:-um 5.10 Uhr fährt die Strandbahn zum letzten Mal.&lt;br /&gt;
:-Der Todesmarsch der Häftlingsfrauen aus dem Lager Oberhagen endet am Budentannenweg, wo die Wachmannschaften schließlich flüchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide während der SBZ und DDR (1945-1990)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1946&lt;br /&gt;
:Die Fahrzeuge der Strandbahn werden in Rostock eingesetzt, die Gleise werden abgebaut und beim Bau der Linie 4 in Rostock verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1949&lt;br /&gt;
:eröffnet eine Konsumverkaufstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Januar 1958&lt;br /&gt;
:In Markgrafenheide wird das Munitionslager der 4.Flottille eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Ebenfalls in Markgrafenheide wird mit dem Bau einer Wohnsiedlung für die Angehörigen der 4. Flottille begonnen. (Max-Reichpietsch-Str.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1958-1960&lt;br /&gt;
:Gescheitertes Bauprojekt des Küstenkanals Rostock - Ribnitz (Karl-Mevis-Gedächtniskanal)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Markgrafenheide in der heutigen Zeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1999&lt;br /&gt;
:Die heutige Moorgrabenbrücke erbaut&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2004&lt;br /&gt;
:Die 20 Jahre zuvor errichtete Plattenbau-Schule wird abgerissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2006&lt;br /&gt;
:Der Kletterwald wird eröffnet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2010,29.Juli&lt;br /&gt;
:Netto-Markt eröffnet in Markgrafenheide auf dem einstigen Schulgelände eine Filiale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2010&lt;br /&gt;
:Die frühere alte Schule wird unter dem Namen &amp;quot;Heidehaus&amp;quot; als Bürgerzentrum übergeben&lt;br /&gt;
:Das Haus ist als &amp;quot;NAW&amp;quot; Aktion (&amp;quot;Nationales Aufbauwerk&amp;quot;) errichtet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2012, 4.Mai&lt;br /&gt;
:Bei der Moorgrabenbrücke wird der vom Holzbildhauer Harald Wroost geschaffene &amp;quot;Fürst Borwin&amp;quot; eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2014, 17.Mai&lt;br /&gt;
:eröffnet auf dem Gelände des ehemaligen Pionierlagers das Strandresort Markgrafenheide eröffnet.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=%22Die_gro%C3%9Fe_Flut%22&amp;diff=156198</id>
		<title>&quot;Die große Flut&quot;</title>
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		<updated>2026-09-15T12:51:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Revier Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am 10/11.Februar 1625 suchte eine der größten Flutkatastrophen  auch Warnemünde heim.&lt;br /&gt;
:(Autor: Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im November des Jahres 1872 erlebte die südliche Ostseeküste eines der größten Hochwasser-Ereignisse in der jüngeren Vergangenheit. &lt;br /&gt;
:Von vielen, wie zum Beispiel in den Büchern von Käthe Miethe und Friedrich Spielhagen, auch als die „Große Flut“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
:Genau genommen gehört sie sicher zu den ganz Großen und sie ist eben die erste Flutkatastrophe die auf wissenschaftlicher Grundlage aufgezeichnet worden ist.&lt;br /&gt;
:Nachrichten vorangegangener Flutkatastrophen an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns finden wir besonders in Klosterchroniken (Grobe/Pudagla auf Usedom, Eldena/Mönchgut, Kloster/Hiddensee) aber auch bei den Chronisten der großen Küstenstädte.&lt;br /&gt;
:Es ist mühsam hier diese Mosaiksteinchen in den alten Dokumenten zu finden und so wird ihnen oft keine angemessene Beachtung geschenkt.&lt;br /&gt;
:1304 soll eine Sturmflut das Neue Tief südlich der Halbinsel Mönchgut geschaffen haben.&lt;br /&gt;
:Der Stralsunder Chronist Johann Berckmann schreibt dazu: „Item anno 1300 und 4 iß dat Nyedep vor dem Sunde uth middel eines stormes gekamenn.“ &lt;br /&gt;
:Aufgezeichnete Spuren dieser „Allerheiligenflut“ finden sich auch in der Doberaner Klostergeschichte sowie in den Aufzeichnungen des Klosters Maria Himmelszinnen in Marienehe. Hier wird über die Überflutung der Hundsburg-Insel im Unterlauf der Warnow berichtet.&lt;br /&gt;
:Einige Quellen verlegen die Allerheilgenflut auch in das Jahr 1307, so daß nicht auszuschließen ist, daß es zwei Jahrhundert-Hochwasser kurz auf einander folgend gegeben hat oder bei einigen Chronisten versehentlich eine Differenz von drei Jahren entstanden ist.&lt;br /&gt;
:Die Sturmflut vom 10./11. Februar 1625 ist die erste, in der Überlieferung häufig als die „Große Wustrower Wasserflut“ bezeichnet, von der sehr umfangreiche schriftliche Nachrichten vorliegen. &lt;br /&gt;
:In der Chronik der Rostocker Heide steht zu lesen: &lt;br /&gt;
:„Den 10. Febr. 1625 stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen, die bis an die Wolken reichten, daß es anzusehen gewesen, als wenn die See die ganze Erde verschlingen wollen. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß (rund 4,60m) überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Februar bei gemäßigterem Sturm fast bis zu derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten, das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und Großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. &lt;br /&gt;
:Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Bei dieser Überschwemmung ist eine wohlbetagte Witwe, die ihr Häuslein nicht verlassen wollen im Wasser erfrohren. &lt;br /&gt;
:Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung, zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.“&lt;br /&gt;
:So weit die Aufzeichnungen aus alten zeitgenössischen Dokumenten, von denen es ganz sicher noch viele Weitere wiederzuentdecken gibt. &lt;br /&gt;
:Unsere Altforderen haben sie einst sicher auch schriftlich festgehalten, damit wir noch Generationen später unsere Lehren daraus ziehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meteorologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Markgrafenheider_Chronologie&amp;diff=156197</id>
		<title>Markgrafenheider Chronologie</title>
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		<updated>2026-09-15T11:35:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Reformation und Nachreformationszeit in Markgrafenheide (1517 bis 1648) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Markgrafenheider Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide]&lt;br /&gt;
;Überregionale Ereignisse wurden nur dann in die Chronologie aufgenommen, wenn deren Folgen wesentlichen Einfluß auf das Markgrafenheider Gebiet und seine Entwicklung hatten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Benutzte Quellenkürzel:&lt;br /&gt;
:AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock mit beigefügter Signatur&lt;br /&gt;
:MUB  = Meckl. Urkundenbuch mit dazu gehöriger Urkundennummer&lt;br /&gt;
:BHC  = H.F.Beckers Heidechronik&lt;br /&gt;
:BKC  = H.F.Beckers Kirchenchronik&lt;br /&gt;
:BFC  = H.F.Beckers Familienchronik&lt;br /&gt;
:BGH  = Beiträge zur Geschichte Rostocks&lt;br /&gt;
:BGHR = Registerband der Beiträge zur Geschichte Rostocks&lt;br /&gt;
:BW2  = Friedrich Barnewitz &amp;quot;Geschichte des Hafenortes Warnemünde&amp;quot;  2.Auflage 1927&lt;br /&gt;
:LHA  = Landeshauptarchiv&lt;br /&gt;
:RA   = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
:G.R. = Gewettsrechnungen im Archiv der Hansestadt Rostock &lt;br /&gt;
:KFC  = Krausesche Fundchronik im Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
:L.Köster = &amp;quot;Die Jagd in der Rostocker Heide&amp;quot; 1929&lt;br /&gt;
:LDb  = Ludwig Dolberg  &lt;br /&gt;
:OK   = Otto Kolp&lt;br /&gt;
:HA   = Heidearchiv Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Markgrafenheider Gebiet vor 1200 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160 August&lt;br /&gt;
; * [[Die Schlacht auf dem Breitling]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1252, &lt;br /&gt;
:- Großer Brand der Rostocker Mittelstadt. (BGHR 13,39. 15,14.)&lt;br /&gt;
:— Die Neustadt mit Jakobi-Pfarre, Rathaus, Neustädter-Markt (&amp;quot;Hopfenmarkt&amp;quot;) bis auf Einsetzung eines eigenen Stadtregiments fertig. &lt;br /&gt;
:(BGHR 13,33.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:— Die &#039;&#039;&#039;Stadt kauft die Rostocker Heide&#039;&#039;&#039; und die Warnow-Fischerei von Fürst Borwin III. und erhält das &#039;&#039;&#039;Strandrecht in ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:(BGHR 3b,6. 24 (Rr. 32). 12,1 f. 6. 13,35. 14,7. 15.5.)&lt;br /&gt;
: *[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige bis rechtes Warnow-Ufer, erste Hafenbollwerke auf der &#039;&#039;&#039;rechten &#039;&#039;(Rostocker)&#039;&#039; Flußuferseite&#039;&#039;&#039; im Mündungsgebiet der Warnow &#039;&#039;&#039;östlich Taterhörn&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:(Karte2 siehe am Anfang oben rechts, Auszug Neuendorff-Karte 1823)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1260. &lt;br /&gt;
:Heilig-Geist-Hospital in der Altstadt, St.Georg-Hospital vor dem Steintor &#039;&#039;(für Aussätzige)&#039;&#039;, bei einem Vermächtnis zum ersten Mal erwähnt. (BGHR 13,52. 17,111.)&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;(Beide Hospitäler werden im folgenden halben Jahrhundert durch Erlangung von&#039;&#039; [[Pfründen]] &#039;&#039;auch größere Grundbesitzer rund um das Radelsee-Gebiet &#039;&#039;&#039;am Rande der Rostocker Heide&#039;&#039;&#039;)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, &lt;br /&gt;
:12.Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte an &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; Hafen Warnemünde auf dem städtischen Gebiet der Rostocker Heide. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. (MUB 1021, KFC Wmde 45 p.5, BGHR 12,2.6.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;)&#039;&#039;&#039; 2 Mark Silber (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1270 &lt;br /&gt;
:Vogt Tunneko - läßt Warnow-Mündung durch einen Prahm sperren. (Tunneko, Volceko, fürstl. Vogt auf der Hundsburg. 1268—70. (13,46.)&lt;br /&gt;
:Wegen Gewalttätigkeiten und Verletzung der Rostocker Ratsbefugnisse entzog sich der fürstliche Vogt Tunneko der ihm drohenden Strafe durch die Flucht, fügte jedoch der Stadt durch &#039;&#039;&#039;Blockierung des Hafens und andere dortige Schädigungen&#039;&#039;&#039; bedeutenden Nachteil zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278&lt;br /&gt;
:Die unmittelbar an der Warnow gelegene Hundsburg mußte den nach Selbstregierung und militärischer Autonomie strebenden Bürgern ein Dorn im Auge sein, da die Burg im Kriegsfalle die gesamte Schiffahrt Rostocks lahmlegen konnten. Wie es zehn Jahre zuvor der Hundsburg-Vogt Tunneko durch Sperrung des Warnow-Laufes mittels eines großen Prahms getan hatte.Nicht eher ruhte das Ratskollegium, als bis die Hundsburg, das Symbol fürstlicher Gewalt, geschleift wurde. B ereits 1278 erwarb die kapitalkräftige Stadtgemeinde die feste Zwingburg durch Kauf und erreichte gleichzeitig in dieser Urkunde ein weiteres wichtiges Zugeständnis des Landesherrn: Fürst Waldemar mußte für sich und seine Nachkommen die Verpflichtung eingehen, nie wieder eine Sperrburg &amp;quot;längs der Warnow bis ans Meer&amp;quot; zu errichten, ohne mindestens eine Meile vom Flusse entfernt zu bleiben (MUB 1474)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:werden erstmals Arbeiten am &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen-Warnemünde&#039;&#039;&#039; dokumentiert. Es wurden Steine herausgefischt, gleichzeitig kamen aus Gotland Schiffsladungen mit Steinen an, ebenso eine Anzahl Baumeister beschäftigt, die Steine zu behauen und die lockeren &lt;br /&gt;
:Ufermassen zurückzudämmen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch [[Rötger Horn &#039;&#039;&#039;den Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039;]] ( &amp;quot;quod tunna dignitur&amp;quot; - von der &#039;&#039;&#039;Tonne an der St.Georg-Insel&#039;&#039;&#039; bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 [[Ellen]] (12 Fuß = 3,44 Meter) bringen. (MUB Nr.1977 BGHR R 3a,XV; 12,7)&lt;br /&gt;
:Bei der &amp;quot;Tonne&amp;quot; handelt es sich um den 1882 in der Nähe der Ostspitze der früheren St.Georg-Insel gehobenen  sogenannten &amp;quot;Spökstein&amp;quot;. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300&lt;br /&gt;
:Dez., 22. Nikolaus (d. Kind), Herr zu Rostock, nimmt Stadt u. Land Rostock von König Erik Menved von Dänemark zu Lehen. (BGHR 3s,X f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 1.November&lt;br /&gt;
[[Datei:RH UGR Sandscholle Taterhörn.jpg|thumb|300px|rechts| Karte5 RH UGR Die durch die Flut-Verschüttung des Warnow-Mündungsarmes entstandene Sandscholle Taterhörn. Das östlich benachbarte eingezeichnete Kisten-Sperrwerk markiert den Verschluß an der Stelle des ersten &amp;quot;Neuen&amp;quot; Strom-Durchstiches (1305),später &amp;quot;Alte Depe&amp;quot;, am &amp;quot;Hals&amp;quot;, &amp;quot;Fangung&amp;quot;/Verfüllung im Jahr 1487. Die rechte der beiden Inseln ist die St.Georg-Insel.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Verschüttung der Warnow-Mündung auf ca. 500m Länge durch die „Allerheiligenflut“ am 1. November des Jahres. &lt;br /&gt;
:Die Fläche des verschütteten Teils des natürlichen Warnowlaufes wird fortan als &amp;quot;Taterhörn&amp;quot;, &amp;quot;Sand-Land&amp;quot;, &amp;quot;Sandscholle&amp;quot; oder auch &amp;quot;Sandwiese&amp;quot; bezeichnet auf der nun die Grenze zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide durch eine Grenzstangen-Reihe gekennzeichnet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1305&lt;br /&gt;
:-In der Folge der Warnowlauf-Verschüttung erfolgt bald darauf der &#039;&#039;&#039;Durchstich der Nehrung (&amp;quot;Alte Depe&amp;quot;) an der schmalsten Stelle der ehemaligen Halbinsel, dem &amp;quot;Hals&amp;quot;, östlich der Hohen Düne (Ein Rest davon ist der heutige &amp;quot;Stankgraben&amp;quot; &#039;&#039;, ursprünglich &amp;quot;Stackgraben&amp;quot; = &amp;quot;Treidelgraben&amp;quot;, ca. 50m westlich des heutigen Ortseingangsschildes von Markgrafenheide)&#039;&#039; vom Spökstein bis zur See &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:-Unmittelbar nach dessen Zerstörung durch die vorangegangene Flut erfolgt der Wiederaufbau des neuen &amp;quot;Hafens Rostocker Warnemünde&amp;quot; zwischen dem Süd-Ende dieses Durchstichs und dem Radelsee. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:— Fürst Heinrich (&amp;quot;der Löwe&amp;quot;) von Mecklenburg erbaut am Hafen Warnemünde zwei hölzerne, durch eine Brücke und einen Steindamm verbundene Befestigungen, zu beiden Seiten des Stromes. (BGHR 13,15. 3c,70. 4d,14 f. 12,7.)&lt;br /&gt;
:— Wegen der Sperrung &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(!)&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Hafens Warnemünde erheben sich die Rostocker Bürger und zwingen ihren zögernden Rat, den Dänen die Treue aufzukündigen und den Krieg aufzunehmen. &lt;br /&gt;
:Niederdeutsche Darstellung nach Kirchbergs Reimchronik.la,l (Nr. 1). Darstellung in der Chronica der Stadt Rostock. ls,6 (Nr. 20). &lt;br /&gt;
:(BGHR 13,15 f. 12,7 fs.)&lt;br /&gt;
:— Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen in ihrem Hafen Rostocker-Warnemünde.  &lt;br /&gt;
:(BGHR 13,16. 3c,70. 4,d,15. 12,8.56.)&lt;br /&gt;
:— Die Rostocker überziehen den Hägerort und die ganze Gegend von Doberan bis Kröpelin, um sich für die bevorstehende Belagerung der Stadt und des Turms am Hafen Warnemünde zu verproviantieren.  &lt;br /&gt;
:BGHR 12,8.&lt;br /&gt;
:— Die Rostocker brennen das fürstliche Dorf Warnemünde nieder. (BGHR 12,8.)&lt;br /&gt;
:—/12. (Bis Mai) Die Rostocker bauen in Rostocker-Warnemünde einen neuen &#039;&#039;&#039;Turm auf der Ostseite ihres Stromes&#039;&#039;&#039; aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche in Warnemünde und des Petriturmes in Rostock, der gerade im Bau war. 1435. Febr., &lt;br /&gt;
:— Der Bischof von Schwerin droht, über die Stadt u. a. auch wegen Abbruch der beiden Kirchtürme den Bann zu verhängen (vgl. 1322). &lt;br /&gt;
:(BGHR 12,9.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312. Febr., 19. &lt;br /&gt;
:König Erik Menved verbündet sich mit Markgraf Waldemar v. Brandenburg zur Unterwerfung der Stadt.  BGHR 3s,XII.&lt;br /&gt;
:— Jun., 30. König Erik Menved vor dem Hafen-Warnemünde. elfwöchige Belagerung des Rostocker Turms im Rostocker  Warnemünde.  (BGHR 13,15. 3a,XII. 3a,70. 4d,14 f. 12,11 f.)&lt;br /&gt;
:— Jul., 22. Die Rostocker bitten Lübeck, ihren belagerten Warnemünder Turm zu See für 1000 Mark mit Mehl, Bier, Fleisch. Butter, Stockfisch u. Pfeilen zu versorgen.  (BGHR 12,11.)&lt;br /&gt;
:— Um die Verproviantierung des Turmes von See zu verhindern, läßt Heinrich von Mecklenburg, dem die Belagerung von König Erik Menved übertragen war. das Tief unterhalb des Turmes durch eingerammte Pfähle und eine Brücke sperren. (BGHR 12,11.)&lt;br /&gt;
:— 25. Ein Geleitsbrief während der Belagerung des Turmes am Hafen- Warnemünde.  (BGHR 4d,14-16.)&lt;br /&gt;
:— Sept., 9. Da der von Lübeck und Stralsund erwartete Entsatz ausblieb, muß die ausgehungerte Besatzung den Turm in Warnemünde gegen ehrenvollen freien Abzug übergeben.  (BGHR la,19. 3a,XII. 3c,70.)&lt;br /&gt;
:— 17. Unter anderem auch wegen des Verlustes des Hafens Rostocker-Warnemünde entsteht der Aufruhr des Heinrich Runge: Einsetzung eines neuen Rates. (Wiedereinsetzung des alten Rates dann am 1314, 19.Jan.) (BGHR la,19. ld,31. 3a,XII f. 12.11 f.)&lt;br /&gt;
:— bis Dez., 7. Belagerung und Übergabe der Stadt an König Erik Menved von Dänemark und seine Verbündeten.  (BGHR 1,6,3. 12,12.)&lt;br /&gt;
:- unter den fürstlichen Belagerern des Turmes grassiert eine Seuche die viele Opfer fordert &#039;&#039;(Cholera oder Pest)&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:— Okt., 9. König Erik Menved und Markgraf Waldemar vereinbaren, aus den Rostockern eine möglichst hohe Abfindungssumme für Überlassung und Abbruch der Danskeborg-Befestigung herauszuschlagen und gleichmäßig unter sich zu teilen. (Dgl. jedoch 1313. Febr., 20.) &lt;br /&gt;
:Der Rostocker Rat verpflichtes sich als Sühne im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Städtchen&amp;quot; Warnemünde (&amp;quot;in opido Warnemünde&amp;quot; MUB 3577) eine neue schöne Kirche aus Holz für die während des Krieges Abgerissene zu errichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313. Febr., 20. &lt;br /&gt;
:Markgraf Waldemar verkauft seinen Anteil an der Warnemünder Befestigung an den Dänenkönig für 5000 Mark Silber. &lt;br /&gt;
:Damit wird der König Erik Menved alleiniger Besitzer der Danskeborg. &#039;&#039;&#039;Der alte Steinturm wurde mit einem hohen Wall und breitem Graben versehen, an seinen vier Ecken stand je ein Turm, es wurde ein Werk, &amp;quot;so herrlich, daß es im Lande nichts dergleichen mehr gab&amp;quot;, wie es bei dem lübischen Chronisten Detmar mehrere Male erwähnt wird.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:(Detmar-Chronik, ed. Koppmann, in -&amp;quot;Chroniken deutscher Städte&amp;quot; Bd.19. Leipzig 1884, Kap. 468 u. 527) (BGHR 3c,70. 12,12 f.)&lt;br /&gt;
:— König Erik Menved verpfändet in der Folge wegen seiner Schulden die Burg im Rostocker Hafen Warnemünde an seinen Hauptmann Niels Olafsun.  (BGHR 12,13.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317. Jan., 7. &lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit &#039;&#039;&#039;Ausnahme des Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R 1d,3. 3c,70) (Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319. 13.November&lt;br /&gt;
:[[König Erik IV. (Menved) von Dänemark]] stirbt.&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich von Mecklenburg läßt sich als rechtmäßigem Nachfolger der ausgestorbenen Herren zu Rostock von Stadt und Land Rostock huldigen.  (BGHR 12,14.)&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich v. Mecklenburg (&amp;quot;der Löwe&amp;quot;) übernimmt die Befestigung von Warnemünde (Danskeborg).  (BGHR 3c,70. 12,14.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322 Sept., 24. &lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich von Mecklenburg verkauft &amp;quot;dat hus unde den thorn to Warnemünde&amp;quot; (Danskeborg) an die Stadt zum Abbruch. &lt;br /&gt;
:(BGHR 3c,70 f. 12,14.)&lt;br /&gt;
:Deren Abbruch erfolgt jedoch nicht. Die Burg wird auf die Bedürfnisse der Hansestadt hin umgestaltet.  (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11.März&lt;br /&gt;
:Kauf des fürstlichen Warnemünde, inclusive des westlichen Radelsee Gebietes = &amp;quot;Warnemünder Wiesen&amp;quot;,darin auch ein großer Teil der Sandscholle, womit Rostock Eigentümer des vollständigen Küstengebietes zwischen der Stromgrabenmündung am Nordende der Rostocker Heide und Diedrichshagen im Westen wird. (MUB 4424, BGHR 3c,71. 4b,l. 12,2.14.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7.April&lt;br /&gt;
:Übereignung der, fortan so genannten, St. Georg-Insel am Radelsee, an das St. Georg Hospital, das daraufhin auf der Insel eine isolierte Eigenbewirtschaftung durch Lepra-Kranke betreiben. &lt;br /&gt;
:Gleichzeitig Übereignung zweier Wiesen an der Radel &amp;quot;..Porswisz et magnum pratum..&amp;quot; (Porstwiese und Große Wiese) sowie dreier Präbende-Wiesen &amp;quot;...pratum Hovevischers dictum, item pratum Vokercini, item pratum Alberti Cusvelt..&amp;quot; (die heutigen Purkshöfer-Wiesen) über die das Heilig-Geist Hospital verfügt, sowie die der Insel St.Georg  gegenüber liegende Wiese &amp;quot;Swineswoert&amp;quot; &#039;&#039;&#039;und hier benachbart die Mandel-Wiese auf der die Reste des Turmes stehen (&amp;quot;item pratum dictum Mandel apud aream, ubi turris quondem steterat.)&amp;quot;&#039;&#039;&#039; Diese beiden Wiesen machen die heutige Prediger-Wiese aus und liegen unmittelbar westlich neben der Großen Wiese. &lt;br /&gt;
:(Quelle: erstes Rostocker Kämmerei-Register Fol.13 MUB 4608)&lt;br /&gt;
;Verortung der genannten Grundstücke siehe Karte Karte14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 27.Juli&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich der Löwe bestätigt in 7 Urkunden zu Warnemünde alle Freiheiten und Privilegien der Stadt.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Am &amp;quot;Alten Tief&amp;quot; wird eine Befestigung angelegt, von der Danskeborg werden Anlagen (alle ?) rund um den Mittelturm abgebrochen.&#039;&#039;&#039; Am Ufer der Hafenausfahrt wird in einem Holzgerüst (auf dem alten Burgturm?) &#039;&#039;&#039;eine kupferne Leuchte an drei Ketten aufgehängt&#039;&#039;&#039;. Eine Abbildung der Leuchte  zeigt ein neuneckiges, käfigförmiges Gitterwerk mit Kuppeldach und einer Metallplatte, die das Licht des Feuers zurückwarf.&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wurde von Männern bewacht, die auch gleichzeitig Lotsendienste leisteten. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wird verbessert. (KFC Mgh )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1373&lt;br /&gt;
:März 23. In den Gewettsakten sind Einkünfte aus der &#039;&#039;&#039;Mandelwiese&#039;&#039;&#039; festgehalten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1380&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wird erneut verbessert. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1435. Febr., 1. &lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen in Warnemünde auf eine Tiefe von 6 [[Ellen]] (3,44 m) bringen u. verbreitern. (BGHR 3a,XV f. 67 f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1437. Aug., 1. &lt;br /&gt;
:Der befestigte &#039;&#039;&#039;Leuchtturm im Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; wird nach zehntägigem Widerstand der Rostocker Besatzung vom Herzog genommen. (BGHR 3c,71.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1439&lt;br /&gt;
:Bei einem Grundstücksverkauf wird ein &amp;quot;Castrum&amp;quot; erwähnt. (BA 86)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1459&lt;br /&gt;
:In der Gewetts-Rechnung von 1459 lesen wir, daß am Donnerstag vor Weihnachten eine Sturmflut die vor Rostock gelegene Haffdüne durchriß, so daß hier ein &amp;quot;neues&amp;quot; Tief ausbrach. Die Wetteherren fuhren zum Hafen Warnemünde, um zusammen mit dem Hafenzimmermeister &amp;quot;to besende dat nye (!!!) dep, wat guden raden dar to vyndende, dat me id mochte wedder fangen&amp;quot; (G.E. Gewetts-Rechnungen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:wird ein Blockhaus und eine Burg erwähnt. (BA 86) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485&lt;br /&gt;
:verpflichtet sich Aalhardt Johanssen vor dem Rat, das alte Tief bei Warnemünde , auf 6 [[Ellen]] (3,44 Meter) tief, also nicht mehr als Rotger Horn 200 Jahre zuvor, und 50 Ellen (28,5m) breit zu machen. (KFC, Voß p111) * [[&amp;quot;Kontract des Raths mit Aalhard Johannsen über die Vertiefung des Hafens am 1. Februar 1485]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Bei der Domfehde, auch sogenannten &amp;quot;Rostocker Fehde&amp;quot; erobern die fürstlichen Truppen das Alte Tief &#039;&#039;&#039;östlich&#039;&#039;&#039; Taterhörn und den dahinter liegenden Rostocker Hafen,&lt;br /&gt;
:Alle Gebäude und Bollwerke werden in Brand gesteckt und bis zur Wasserfläche niedergebrannt. &#039;&#039;&#039;...de mure vör &#039;&#039;(!)&#039;&#039; der Luchten wart geworfen in dat Depe..&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit in Markgrafenheide (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519. &lt;br /&gt;
:-Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
:— Mai, 23. Ausbesserung des „Tiefs&amp;quot; bei Warnemünde &#039;&#039;&#039;(Heutiger Alter Strom der zwischen 1487 u. 1519, durch das Steinriff hindurch, schiffbar gemacht worden ist.)&#039;&#039;&#039;. (BGHR 12,16.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1566&lt;br /&gt;
:Warscheinliche Gründung des Forstdepartementes (erstmalige Nennung). (BHC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde und der Heideküste liegenden dänischen Blockadeschiffe. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe ( [[sic.]] ) an der mecklenburgischen Küste &amp;quot;und trieb sie ans Gestade des Meeres&amp;quot;. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579, 14.März&lt;br /&gt;
:Gelegentlich einer Ratsverhandlung mit den &amp;quot;verordneten Bürgern&amp;quot; über den Zustand der von ihnen verwalteten Landgüter tritt Jochim Barchmann, der Verordnete der Müggenburg, auf und sagt unter anderem, er wolle einen &amp;quot;Graffen&amp;quot; der Stadt zum Besten in die Heide &amp;quot;ziehen&amp;quot; und &amp;quot;das Depf zugleich buwen&amp;quot;. (Voß p129)&lt;br /&gt;
:Bei diesem Graffen und dem Tief handelt es sich um den Stinkengraben vom Heiligen See bis zur &amp;quot;Alten Mündung&amp;quot;, einem Durchstich am Standort der hier viel später gelegenen Schofer-Bude. Die &amp;quot;alte Mündung&amp;quot; wurde bald nach der Anlage des Moorkanals zwischen Hütelmoor und Radelsee nach 1760 wieder geschlossen.&lt;br /&gt;
;Es ist warscheinlich, aber nicht gesichert, daß bei dieser Gelegenheit der Ortsname Markgrafenheide durch eine Verballhornung aus der Zusammenlegung der Worte &amp;quot;Moor&amp;quot;-&amp;quot;Graffen&amp;quot;-&amp;quot;Heide&amp;quot; entstanden ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
: [[Datei:KFC Warnemünde 45 381 1582 .jpg|450px|rechts|RH KFC Warnemünde 45 381 1582]]&lt;br /&gt;
;1582, &lt;br /&gt;
:11.Mai&lt;br /&gt;
:Fasste der Rat den Beschluß, mit den Steinen der Hundsburg &#039;&#039;&#039;das 1487 beim Taterhörn geschaffene &amp;quot;Neue Tief&amp;quot; zu fangen&#039;&#039;&#039; :&#039;(also zu schließen)&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:4.Juli&lt;br /&gt;
:Mitteilung daß die Schließung des Tiefs abgeschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586&lt;br /&gt;
:Der Hof des Wasenmeisters Johann Thor Balck wird angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, ab 8. August&lt;br /&gt;
:Der Hof des privaten Ratsjägermeisters Jürgen Brandt, ( &amp;quot;Jaegermeister und Wildschutzen&amp;quot;) erstmals genannt.&lt;br /&gt;
:(Köster S.15-18)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;1592,4.Juni&lt;br /&gt;
:Beschwerde Johann Thor Balcks beim Rostocker Rat wegen Besitz-Zerstörung und Mißhandlung durch Jochim Berckman (KFC Mgh p10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1617, 23.Dezember&lt;br /&gt;
:Steht im Ratsbuch zu lesen &amp;quot;dass Holz, Torf und anderes Baumaterial für den Rostocker Hafen in Markgrafenheide in Boote geladen und so nach Warnemünde gebracht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1624, 1. Juni bis 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Eine Pestwelle überzieht das Rostocker Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Februar &lt;br /&gt;
: [[&amp;quot;Die große Flut&amp;quot; ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 11. April&lt;br /&gt;
:Albrecht Dobbin notiert in seiner Gewettsrechnung:&lt;br /&gt;
: &amp;quot;Den 4. November mit meinen Herren Collegen H.Jakob Crullen und Herrn Gryphio nach der Marggrauenheyde gewesen &#039;&#039;&#039;das hauß abnehmen, und das holz nach der Muggenborch fuhren laßen&#039;&#039;&#039; und das große hol &#039;&#039;(Loch)&#039;&#039; , so aus dem heiligen Sehe in die große Sehe gebrochen besichtigt und wieder zu verfertigen angeordnet, und was dabey vertzehret, haben die burger bey der Heyde richtig gemachet. Zur Müggenborgch benachrichtiget. 6 Schilling Drinkgeld gegeben ...&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Quelle:KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;(Darunter ist warscheinlich der endgültige Abriß des vormals von Thor Balk begründeten Anwesens zu verstehen.)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1626, ab&lt;br /&gt;
:Die Kriegsfurie des Dreißigjährigen Krieges breitet sich bis in die Region Rostock aus, die Schäfereien Born und Fulleri gehen unter, die von Markgrafenheide und Moorhof liegen über viele Jahre wüst.&lt;br /&gt;
:Während der Besetzung Warnemündes durch die kaiserlichen Truppen schmuggelten die Warnemünder über das weit östlich gelegene &amp;quot;Alte Tief&amp;quot;, doch gestattete die geringe Breite und Tiefe des Fahrwassers nur die Durchfahrt von kleinen Fahrzeugen. (BW2 p97)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zu Markgrafenheide und Moorhof liegen im Archiv der Hansestadt Rostock oder anderen Archiven für die Zeit von 1626 bis 1660 keinerlei Dokumente vor.&lt;br /&gt;
:Warscheinlich ist das eine Folge des Dreißigjährigen Krieges.&lt;br /&gt;
:Forstinspektor H.F.becker schreibt in seiner Chronik der Rostocker Waldungen:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 dürfte man auch nichts für die Cultur der Waldungen erwarten als Ruhe vor Menschenhänden; sie wuchsen auf, verbreiteten sich und nahmen die Plätze zum Theil wieder ein, welche die Ackercultur ihnen geraubt hatte&amp;quot;. (H.F.Becker. Die Chronik von den Waldungen der Stadt Rostock,1839)&lt;br /&gt;
:Erst ab 1691 gibt es Nachrichten über den erneuten &#039;&#039;&#039;Aufbau von Gebäuden&#039;&#039;&#039; in Markgrafenheide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide bis zur napoleonischen Zeit (1649 bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1663&lt;br /&gt;
:Wurde das Moor und zum Teil auch der Wald überflutet: (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675&lt;br /&gt;
Verhandelt die Stadt Rostock mit Johann Eggers und Johann Röder über Pachtland zur &#039;&#039;&#039;Wiederbesiedlung&#039;&#039;&#039; auf der Markgrafenheide. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1691/92&lt;br /&gt;
:In einer Abrechnung von Johann Schimmelmann´s über Ausgaben von Bauten in Markgrafenheide werden erwähnt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Anno 1691 habe ich zu Marggraven Heyde den Stall baven lashen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Anno 1692 ist dort ein neues Haush, groß von 4 Gebint neugebaut.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1696. &lt;br /&gt;
:Der Rost. Artilleriemeister Gottfr. Lust entwirft seine Karte von der Rostocker Heide. In ihr wird Markgrafenheide kartographisch erstmalig dargestellt. (BGHR 2s,25 ff. 5,127. 6,127. 14,5 ff.)&lt;br /&gt;
: [[&amp;quot;Grundlicher / Abriß der Stadt /Rostock Heyde / Anno 1696 / Den&amp;quot;. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1703, 8.Dez.&lt;br /&gt;
:Wütete hier ein Orkan. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1710&lt;br /&gt;
:Strandfischerei in Markgrafenheide nachweisbar. (AFN)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;1715. Febr., 13. bis. Aug., 31. &lt;br /&gt;
:Streit mit Herzog Carl Leopold betr. Accise, Mit Besatzungsrecht u. Jagd in der Rost. Heide. Protocollum... (BGHR la.7 Nr. 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1737&lt;br /&gt;
:wird das Kossatenhaus (heute Forstfuhrmannshof) angelegt. Die Inschrift an einem Balken des Hauses verweist auf dieses Baujahr. Es wäre somit das älteste erhaltene Haus in Markgrafenheide. (KFC MgH)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rothermann Niederhagen 1765 Auszug MGH.jpeg|thumb|300px|rechts|Karte6 Rothermann-Karte von 1765 mit dem gerade neu angelegten Moorgraben ]]&lt;br /&gt;
;1760&lt;br /&gt;
:Die Kaufleute Paul Grube und Johann Georg Stypmann lassen den Moorkanal zwischen Radelsee und Hütelmoor als &#039;&#039;&#039;neue Durchstich-Trasse quer durch die feste Mergel-Barriere der Eisrandlage&#039;&#039;&#039; anlegen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
:Sie durchschneiden dabei die &amp;quot;Große Wiese&amp;quot; und verbinden den Stinkengraben bei der alten Mündung &#039;&#039;&#039;erstmals&#039;&#039;&#039; mit dem Radelsee&lt;br /&gt;
:(Quelle: BHC/ Dolberg p15)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1765&lt;br /&gt;
:Inventarisierung nach der Directorialvermessung Markgrafenheide durch F.C.Rothermann (KFC Mgh p15)&lt;br /&gt;
:In dieser Karte wird erstmals der Bestand eines Hauses am den Kossatenhäusern gegenüber liegenden Ufer des Moorkanals nachgewiesen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767, 30.11./1.12.&lt;br /&gt;
;-&#039;&#039;&#039;Großer Durchbruch bei einer Sturmflut zwischen Taterhörn und Stubbenwiese nördlich des Radelsees&#039;&#039;&#039;, beim früheren &amp;quot;Alten Tief&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(schriftliche Quelle: AHR 3.9. RO Wmde45 Nr.258)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1777&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der Torfstecher-Katen zu Marggrafenheide &#039;&#039;(beim Milchsteg !, siehe auch 1765)&#039;&#039; wird zur Holzwärter-Wohnung eingerichtet&amp;quot; (§6 des &amp;quot;Landesherrlichen Regulativs der Verwaltung der sogenannten Rostocker Heyde&amp;quot; KFC Mgh p4) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Im &amp;quot;Magazin für die neue Historie und Geographie&amp;quot; Bd.11 wird die &amp;quot;Meyerey Marggrafenheide&amp;quot; als zu den &amp;quot;Rostocker Gütern&amp;quot; gehörig genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1778, 8.Nov.&lt;br /&gt;
:wehete zum Schaden der Forst ein starker Sturm. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1783, Januar&lt;br /&gt;
:Kommt der Holländer Carl Gustav Lorentz &amp;quot;zu Markgrafenheide&amp;quot; in den Rostocker Gewettsakten als Vormund der Kinder seines Bruders, des Toitenwinkler Holländers Jochim Christian Lorentz vor. (KFC Mgh p13, BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1792, 11./12,Dez.&lt;br /&gt;
:herrschte ein starker Sturm  (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1793&lt;br /&gt;
:warf ein heftiger Orkan ziemlich viel Holz in der Waldung um. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796&lt;br /&gt;
:läßt die Stadt den Moorgraben vertiefen, sowie mit Bohlen und Flechtwerk ausbauen, zur Verwirklichung des Vorhabens, den Torfabbau zu forcieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:AHR 3.01. 1416 Tarnow Karte hochaufgelöst.jpg|thumb|500px|rechts|Karte7  Die Karte des Hospitalmeisters Tarnow 1796/1809 ergänzt A1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 8.August kam über den Schnatermann und den grössten Teil Markgrafenheides ein Gewitter mit großem Hagel, der die Feldfrüchte und Fensterscheiben zerschlug und großen Schaden anrichtete. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801, 3.Nov.&lt;br /&gt;
:war ein heftiger Sturm, der die Torfscheune umwarf. (BKC)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;1804&lt;br /&gt;
:15.Sept. Überstieg das Meer die Dühne und planierte sie. (BHC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806-1813&lt;br /&gt;
:waren französische Soldaten auch in Markgrafenheide stationiert&lt;br /&gt;
:Sie waren Teil einer Signal-Staffette und teilweise auch in den Fischerbuden untergebracht.&lt;br /&gt;
:Am 28. November leuchteten bei einer Probezündung die Alarmstangen vom Fischland bis Markgrafenheide durch die Nacht. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1807, 30.Okt.&lt;br /&gt;
:überstieg das Meer die Dühne und planierte sie. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:wird &amp;quot;Markggrafenheide Vorwerk&amp;quot; in &amp;quot;Marggrafenheide Dorf&amp;quot; umgewandelt. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide bis zur Reichseinigung (1814 bis 1871)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostocker Heide Grälert FA1823 Becker.jpg |thumb|450px|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1815&lt;br /&gt;
:-25.März starb der Holzwärter Carl Friedrich Wramp zu Markgrafenheide 68 Jahre alt. (BKC)&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der Holzwärter Wramp wurde ohnfern des Markgrafenheider Weges todt gefunden.&lt;br /&gt;
:Er liebte starkes Getränk und glaubte an Spuk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:H.F.B.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 29.Dez &lt;br /&gt;
:erschoß sich der Holzwärter Johann Christian Nicolaus Grälert zu Markgrafenheide 43 Jahre alt als er mit einer geladenen vor sich gehaltenen Büchse die mit einander kämpfenden Hunde trennen wollte. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825, 4.Februar&lt;br /&gt;
:Hatten wir öfteren hohen Stand und Übertritt des Meeres über die Dühne, entstand beim Sturm aus Nordosten eine wahre Sturmflut, welche 300 000 Quadratruthen  (650ha) der Wiesen und des Waldes überschwemmte. Die Wasserhöhe war 6 Fuß 8 Zoll (1,95m) über dem mittleren Stand des Meeres gestiegen, die Düne von der Fischerbude zu Markgrafenheide bis zum Rosenort 450 Ruthen (2100m) lang stand ganz unter Wasser, davon wurden 370 Ruthen ganz und 80 Ruthen halb planiert. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1821/1833&lt;br /&gt;
:Mit der Abschaffung der Waldweide muß die &#039;&#039;&#039;Beweidung der verbleibenden Gemeindewiesen&#039;&#039;&#039; ersatzweise in hohem Maße &#039;&#039;&#039;intensiviert&#039;&#039;&#039; werden&lt;br /&gt;
:(Quelle: BHC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1826, 17.Mai&lt;br /&gt;
:geriet ein aus Finnland kommendes Schiff bei starkem WestNordWest-Wind vor Warnemünde in Seenot.&lt;br /&gt;
:Alle Besatzungsmitglieder wurden von den Warnemündern gerettet.&lt;br /&gt;
:Das Schiff dagegen trieb steuerlos auf den Strand bei den Markgrafenheider Fischerbuden und dessen Ladung ging über Bord.    (KFC Mgh)                                                                                                                                                                                                                              &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 12.Juni bis 15. Dezember&lt;br /&gt;
:In der Fischerbude sowie dem Haus des Holzwärters Russow wird eine Quarantäne-Wache zur Abwehr der Cholera-Epedemie eingerichtet   (KFC Mgh 119/122)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833 - 1839&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Beckerschen Forsteinrichtung umfassender Ausbau der Wasserwege für den Holztransport, incl. Moorkanal. (BKC)&lt;br /&gt;
:Der Kanal endete am Nordostrand des Moores mit einem Wende-Becken (das &amp;quot;Y&amp;quot;) an dem ein Gebäude errichtet wurde und ließ dort den Holzlagerplatz I &amp;quot;Moorhof&amp;quot; neu anlegen.&lt;br /&gt;
:Fortan konnte mit Hilfe des Wende-Beckens das geschlagene Holz im ganzen Stamm geflößt werden und den kleinen Holzprahmen waren Wendemanöver möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837&lt;br /&gt;
:-den 7.und 8. April viel so viel Schnee, das einige Gebäude bis zum Dach zugeschüttet waren.  (BKC)&lt;br /&gt;
:den 29. November wütete ein Orkan. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863 &lt;br /&gt;
:In der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember war ein solcher Sturm, daß in der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
:ungefähr 26 000 bis 30 000 Bäume umgestürzt sind  (BKC-Fortsetzung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide im Kaiserreich (1871-1918)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Malchin Markgrafenheide Kartoffelsammlerinnen a oJ.jpg|thumb|500px|rechts|Malchin Markgrafenheide Kartoffelsammlerinnen Foto: W.Steinmüller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, November &lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Große Sturmflut&amp;quot; planiert auch die Dünen zwischen Taterhörn und Markgrafenheide und durchbricht die Küste hier auf großer Breite. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1879, bis 1902 &lt;br /&gt;
:verhandelt W. Dettmann ergebnislos mit der Stadtverwaltung und der Forstinspection über den Bau von Hotel, Sanatorium und Seebrücke. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:erste Planungen zum Bau einer Straßenbahn scheitern an Geldmangel. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903. &lt;br /&gt;
:- die Wartehalle der Strandbahn, das heutige Restaurant &amp;quot;Utspann&amp;quot; wird gebaut. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
:— Die Alte Deepe ostwärts von Warnemünde bei der Hohen Düne wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. BHGR 12,4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907/08&lt;br /&gt;
:Bau der Chaussee Warnemünde Hinrichshagen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1908&lt;br /&gt;
:ein neues Forsthaus wird errichtet. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Februar - die ersten Bauarbeiten für die Strandbahn beginnen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
:1. Juli feierliche Einweihung der Strandbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;31.12.1913/ 1.1.1914&lt;br /&gt;
:Durchbruch auch am Radelsee-Gebiet, bei der sogenannten Silvesterflut (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
;1914 &lt;br /&gt;
:In Auswertung der Silvesterflut Umsetzung eines umfassenden Eindeichungs- und Sperrwerksprojektes im Gebiet zwischen Breitling und Rosenort, so auch komplex im Radelsee-Gebiet. (UGR)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide während der Weimarer Republik (1918-1933)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1924, 9.Dezember&lt;br /&gt;
:offizielle Eingemeindung von Markgrafenheide nach Rostock. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926,17.Juni&lt;br /&gt;
:Der plattdeutsche Verein &amp;quot;Unkel Broesig&amp;quot; weiht sein neues Domizil in Markgrafenheide ein.  (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1928, 4.Juni&lt;br /&gt;
:wird die Genehmigung zur Errichtung einer Siedlung in den &amp;quot;Budentannen&amp;quot; westlich der Schneise erteilt. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 10. Juli&lt;br /&gt;
:brennt das zweite, um 1835 erbaute Forsthaus nieder.&lt;br /&gt;
:Um 12.30 Uhr ging bei der Rostocker Feuerwehr folgende Meldung ein: &amp;quot;Großfeuer im Kruggehöft von Markgrafenheide&amp;quot; (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide im dritten Reich (1933-1945)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1934, 4.Mai&lt;br /&gt;
:wird der Kaufvertrag zwischen der Stadt Rostock und der DVS &amp;quot;Deutsche Verkehrsfliegerschule&amp;quot; geschlossen.&lt;br /&gt;
:Im gleichen Jahr entsteht die Kasernenanlage im Ort, zunächst als Unterkunft für die in Hohe Düne angesiedelte Fliegerschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1937 &lt;br /&gt;
:Die Kasernenanlagen gehen in den Besitz des Reichsfiskus für Luftfahrt über.&lt;br /&gt;
:Von da an wird begonnen die Doppelhaussiedlung (heute Waldsiedlung) zu bauen.&lt;br /&gt;
:Nach einem Besuch des Rostocker Oberbürgermeisters in Markgrafenheide erfolgt der Ratsbeschluß &amp;quot;Das die Budentannenschneise vom Krug Markgrafenheide (Forsthaus) bis zur See als fester Weg ausgebaut wird.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940&lt;br /&gt;
:Auf der Großen Moorwiese wird für die Luftwaffe (&amp;quot;für die Dauer des Krieges&amp;quot;) ein Behelfsschießplatz eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1941&lt;br /&gt;
:Wird der Bau einer Trafostation am Ortseingang umgesetzt.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar daneben &amp;quot;werden 2 neue Baracken an der Warnemünder Chaussee gebaut.&amp;quot; Bestehen noch im ehemaligen Hotel Heidehof, am östlichen Ortseingang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1.Mai&lt;br /&gt;
:-um 5.10 Uhr fährt die Strandbahn zum letzten Mal.&lt;br /&gt;
:-Der Todesmarsch der Häftlingsfrauen aus dem Lager Oberhagen endet am Budentannenweg, wo die Wachmannschaften schließlich flüchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide während der SBZ und DDR (1945-1990)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1946&lt;br /&gt;
:Die Fahrzeuge der Strandbahn werden in Rostock eingesetzt, die Gleise werden abgebaut und beim Bau der Linie 4 in Rostock verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1949&lt;br /&gt;
:eröffnet eine Konsumverkaufstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Januar 1958&lt;br /&gt;
:In Markgrafenheide wird das Munitionslager der 4.Flottille eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Ebenfalls in Markgrafenheide wird mit dem Bau einer Wohnsiedlung für die Angehörigen der 4. Flottille begonnen. (Max-Reichpietsch-Str.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1958-1960&lt;br /&gt;
:Gescheitertes Bauprojekt des Küstenkanals Rostock - Ribnitz (Karl-Mevis-Gedächtniskanal)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Markgrafenheide in der heutigen Zeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1999&lt;br /&gt;
:Die heutige Moorgrabenbrücke erbaut&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2004&lt;br /&gt;
:Die 20 Jahre zuvor errichtete Plattenbau-Schule wird abgerissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2006&lt;br /&gt;
:Der Kletterwald wird eröffnet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2010,29.Juli&lt;br /&gt;
:Netto-Markt eröffnet in Markgrafenheide auf dem einstigen Schulgelände eine Filiale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2010&lt;br /&gt;
:Die frühere alte Schule wird unter dem Namen &amp;quot;Heidehaus&amp;quot; als Bürgerzentrum übergeben&lt;br /&gt;
:Das Haus ist als &amp;quot;NAW&amp;quot; Aktion (&amp;quot;Nationales Aufbauwerk&amp;quot;) errichtet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2012, 4.Mai&lt;br /&gt;
:Bei der Moorgrabenbrücke wird der vom Holzbildhauer Harald Wroost geschaffene &amp;quot;Fürst Borwin&amp;quot; eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2014, 17.Mai&lt;br /&gt;
:eröffnet auf dem Gelände des ehemaligen Pionierlagers das Strandresort Markgrafenheide eröffnet.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Markgrafenheider_Chronologie&amp;diff=156196</id>
		<title>Markgrafenheider Chronologie</title>
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		<updated>2026-09-15T11:34:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Reformation und Nachreformationszeit in Markgrafenheide (1517 bis 1648) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Markgrafenheider Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide]&lt;br /&gt;
;Überregionale Ereignisse wurden nur dann in die Chronologie aufgenommen, wenn deren Folgen wesentlichen Einfluß auf das Markgrafenheider Gebiet und seine Entwicklung hatten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Benutzte Quellenkürzel:&lt;br /&gt;
:AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock mit beigefügter Signatur&lt;br /&gt;
:MUB  = Meckl. Urkundenbuch mit dazu gehöriger Urkundennummer&lt;br /&gt;
:BHC  = H.F.Beckers Heidechronik&lt;br /&gt;
:BKC  = H.F.Beckers Kirchenchronik&lt;br /&gt;
:BFC  = H.F.Beckers Familienchronik&lt;br /&gt;
:BGH  = Beiträge zur Geschichte Rostocks&lt;br /&gt;
:BGHR = Registerband der Beiträge zur Geschichte Rostocks&lt;br /&gt;
:BW2  = Friedrich Barnewitz &amp;quot;Geschichte des Hafenortes Warnemünde&amp;quot;  2.Auflage 1927&lt;br /&gt;
:LHA  = Landeshauptarchiv&lt;br /&gt;
:RA   = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
:G.R. = Gewettsrechnungen im Archiv der Hansestadt Rostock &lt;br /&gt;
:KFC  = Krausesche Fundchronik im Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
:L.Köster = &amp;quot;Die Jagd in der Rostocker Heide&amp;quot; 1929&lt;br /&gt;
:LDb  = Ludwig Dolberg  &lt;br /&gt;
:OK   = Otto Kolp&lt;br /&gt;
:HA   = Heidearchiv Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Markgrafenheider Gebiet vor 1200 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160 August&lt;br /&gt;
; * [[Die Schlacht auf dem Breitling]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1252, &lt;br /&gt;
:- Großer Brand der Rostocker Mittelstadt. (BGHR 13,39. 15,14.)&lt;br /&gt;
:— Die Neustadt mit Jakobi-Pfarre, Rathaus, Neustädter-Markt (&amp;quot;Hopfenmarkt&amp;quot;) bis auf Einsetzung eines eigenen Stadtregiments fertig. &lt;br /&gt;
:(BGHR 13,33.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:— Die &#039;&#039;&#039;Stadt kauft die Rostocker Heide&#039;&#039;&#039; und die Warnow-Fischerei von Fürst Borwin III. und erhält das &#039;&#039;&#039;Strandrecht in ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:(BGHR 3b,6. 24 (Rr. 32). 12,1 f. 6. 13,35. 14,7. 15.5.)&lt;br /&gt;
: *[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige bis rechtes Warnow-Ufer, erste Hafenbollwerke auf der &#039;&#039;&#039;rechten &#039;&#039;(Rostocker)&#039;&#039; Flußuferseite&#039;&#039;&#039; im Mündungsgebiet der Warnow &#039;&#039;&#039;östlich Taterhörn&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:(Karte2 siehe am Anfang oben rechts, Auszug Neuendorff-Karte 1823)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1260. &lt;br /&gt;
:Heilig-Geist-Hospital in der Altstadt, St.Georg-Hospital vor dem Steintor &#039;&#039;(für Aussätzige)&#039;&#039;, bei einem Vermächtnis zum ersten Mal erwähnt. (BGHR 13,52. 17,111.)&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;(Beide Hospitäler werden im folgenden halben Jahrhundert durch Erlangung von&#039;&#039; [[Pfründen]] &#039;&#039;auch größere Grundbesitzer rund um das Radelsee-Gebiet &#039;&#039;&#039;am Rande der Rostocker Heide&#039;&#039;&#039;)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, &lt;br /&gt;
:12.Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte an &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; Hafen Warnemünde auf dem städtischen Gebiet der Rostocker Heide. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. (MUB 1021, KFC Wmde 45 p.5, BGHR 12,2.6.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;)&#039;&#039;&#039; 2 Mark Silber (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1270 &lt;br /&gt;
:Vogt Tunneko - läßt Warnow-Mündung durch einen Prahm sperren. (Tunneko, Volceko, fürstl. Vogt auf der Hundsburg. 1268—70. (13,46.)&lt;br /&gt;
:Wegen Gewalttätigkeiten und Verletzung der Rostocker Ratsbefugnisse entzog sich der fürstliche Vogt Tunneko der ihm drohenden Strafe durch die Flucht, fügte jedoch der Stadt durch &#039;&#039;&#039;Blockierung des Hafens und andere dortige Schädigungen&#039;&#039;&#039; bedeutenden Nachteil zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278&lt;br /&gt;
:Die unmittelbar an der Warnow gelegene Hundsburg mußte den nach Selbstregierung und militärischer Autonomie strebenden Bürgern ein Dorn im Auge sein, da die Burg im Kriegsfalle die gesamte Schiffahrt Rostocks lahmlegen konnten. Wie es zehn Jahre zuvor der Hundsburg-Vogt Tunneko durch Sperrung des Warnow-Laufes mittels eines großen Prahms getan hatte.Nicht eher ruhte das Ratskollegium, als bis die Hundsburg, das Symbol fürstlicher Gewalt, geschleift wurde. B ereits 1278 erwarb die kapitalkräftige Stadtgemeinde die feste Zwingburg durch Kauf und erreichte gleichzeitig in dieser Urkunde ein weiteres wichtiges Zugeständnis des Landesherrn: Fürst Waldemar mußte für sich und seine Nachkommen die Verpflichtung eingehen, nie wieder eine Sperrburg &amp;quot;längs der Warnow bis ans Meer&amp;quot; zu errichten, ohne mindestens eine Meile vom Flusse entfernt zu bleiben (MUB 1474)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:werden erstmals Arbeiten am &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen-Warnemünde&#039;&#039;&#039; dokumentiert. Es wurden Steine herausgefischt, gleichzeitig kamen aus Gotland Schiffsladungen mit Steinen an, ebenso eine Anzahl Baumeister beschäftigt, die Steine zu behauen und die lockeren &lt;br /&gt;
:Ufermassen zurückzudämmen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch [[Rötger Horn &#039;&#039;&#039;den Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039;]] ( &amp;quot;quod tunna dignitur&amp;quot; - von der &#039;&#039;&#039;Tonne an der St.Georg-Insel&#039;&#039;&#039; bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 [[Ellen]] (12 Fuß = 3,44 Meter) bringen. (MUB Nr.1977 BGHR R 3a,XV; 12,7)&lt;br /&gt;
:Bei der &amp;quot;Tonne&amp;quot; handelt es sich um den 1882 in der Nähe der Ostspitze der früheren St.Georg-Insel gehobenen  sogenannten &amp;quot;Spökstein&amp;quot;. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300&lt;br /&gt;
:Dez., 22. Nikolaus (d. Kind), Herr zu Rostock, nimmt Stadt u. Land Rostock von König Erik Menved von Dänemark zu Lehen. (BGHR 3s,X f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 1.November&lt;br /&gt;
[[Datei:RH UGR Sandscholle Taterhörn.jpg|thumb|300px|rechts| Karte5 RH UGR Die durch die Flut-Verschüttung des Warnow-Mündungsarmes entstandene Sandscholle Taterhörn. Das östlich benachbarte eingezeichnete Kisten-Sperrwerk markiert den Verschluß an der Stelle des ersten &amp;quot;Neuen&amp;quot; Strom-Durchstiches (1305),später &amp;quot;Alte Depe&amp;quot;, am &amp;quot;Hals&amp;quot;, &amp;quot;Fangung&amp;quot;/Verfüllung im Jahr 1487. Die rechte der beiden Inseln ist die St.Georg-Insel.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Verschüttung der Warnow-Mündung auf ca. 500m Länge durch die „Allerheiligenflut“ am 1. November des Jahres. &lt;br /&gt;
:Die Fläche des verschütteten Teils des natürlichen Warnowlaufes wird fortan als &amp;quot;Taterhörn&amp;quot;, &amp;quot;Sand-Land&amp;quot;, &amp;quot;Sandscholle&amp;quot; oder auch &amp;quot;Sandwiese&amp;quot; bezeichnet auf der nun die Grenze zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide durch eine Grenzstangen-Reihe gekennzeichnet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1305&lt;br /&gt;
:-In der Folge der Warnowlauf-Verschüttung erfolgt bald darauf der &#039;&#039;&#039;Durchstich der Nehrung (&amp;quot;Alte Depe&amp;quot;) an der schmalsten Stelle der ehemaligen Halbinsel, dem &amp;quot;Hals&amp;quot;, östlich der Hohen Düne (Ein Rest davon ist der heutige &amp;quot;Stankgraben&amp;quot; &#039;&#039;, ursprünglich &amp;quot;Stackgraben&amp;quot; = &amp;quot;Treidelgraben&amp;quot;, ca. 50m westlich des heutigen Ortseingangsschildes von Markgrafenheide)&#039;&#039; vom Spökstein bis zur See &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:-Unmittelbar nach dessen Zerstörung durch die vorangegangene Flut erfolgt der Wiederaufbau des neuen &amp;quot;Hafens Rostocker Warnemünde&amp;quot; zwischen dem Süd-Ende dieses Durchstichs und dem Radelsee. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:— Fürst Heinrich (&amp;quot;der Löwe&amp;quot;) von Mecklenburg erbaut am Hafen Warnemünde zwei hölzerne, durch eine Brücke und einen Steindamm verbundene Befestigungen, zu beiden Seiten des Stromes. (BGHR 13,15. 3c,70. 4d,14 f. 12,7.)&lt;br /&gt;
:— Wegen der Sperrung &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(!)&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Hafens Warnemünde erheben sich die Rostocker Bürger und zwingen ihren zögernden Rat, den Dänen die Treue aufzukündigen und den Krieg aufzunehmen. &lt;br /&gt;
:Niederdeutsche Darstellung nach Kirchbergs Reimchronik.la,l (Nr. 1). Darstellung in der Chronica der Stadt Rostock. ls,6 (Nr. 20). &lt;br /&gt;
:(BGHR 13,15 f. 12,7 fs.)&lt;br /&gt;
:— Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen in ihrem Hafen Rostocker-Warnemünde.  &lt;br /&gt;
:(BGHR 13,16. 3c,70. 4,d,15. 12,8.56.)&lt;br /&gt;
:— Die Rostocker überziehen den Hägerort und die ganze Gegend von Doberan bis Kröpelin, um sich für die bevorstehende Belagerung der Stadt und des Turms am Hafen Warnemünde zu verproviantieren.  &lt;br /&gt;
:BGHR 12,8.&lt;br /&gt;
:— Die Rostocker brennen das fürstliche Dorf Warnemünde nieder. (BGHR 12,8.)&lt;br /&gt;
:—/12. (Bis Mai) Die Rostocker bauen in Rostocker-Warnemünde einen neuen &#039;&#039;&#039;Turm auf der Ostseite ihres Stromes&#039;&#039;&#039; aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche in Warnemünde und des Petriturmes in Rostock, der gerade im Bau war. 1435. Febr., &lt;br /&gt;
:— Der Bischof von Schwerin droht, über die Stadt u. a. auch wegen Abbruch der beiden Kirchtürme den Bann zu verhängen (vgl. 1322). &lt;br /&gt;
:(BGHR 12,9.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312. Febr., 19. &lt;br /&gt;
:König Erik Menved verbündet sich mit Markgraf Waldemar v. Brandenburg zur Unterwerfung der Stadt.  BGHR 3s,XII.&lt;br /&gt;
:— Jun., 30. König Erik Menved vor dem Hafen-Warnemünde. elfwöchige Belagerung des Rostocker Turms im Rostocker  Warnemünde.  (BGHR 13,15. 3a,XII. 3a,70. 4d,14 f. 12,11 f.)&lt;br /&gt;
:— Jul., 22. Die Rostocker bitten Lübeck, ihren belagerten Warnemünder Turm zu See für 1000 Mark mit Mehl, Bier, Fleisch. Butter, Stockfisch u. Pfeilen zu versorgen.  (BGHR 12,11.)&lt;br /&gt;
:— Um die Verproviantierung des Turmes von See zu verhindern, läßt Heinrich von Mecklenburg, dem die Belagerung von König Erik Menved übertragen war. das Tief unterhalb des Turmes durch eingerammte Pfähle und eine Brücke sperren. (BGHR 12,11.)&lt;br /&gt;
:— 25. Ein Geleitsbrief während der Belagerung des Turmes am Hafen- Warnemünde.  (BGHR 4d,14-16.)&lt;br /&gt;
:— Sept., 9. Da der von Lübeck und Stralsund erwartete Entsatz ausblieb, muß die ausgehungerte Besatzung den Turm in Warnemünde gegen ehrenvollen freien Abzug übergeben.  (BGHR la,19. 3a,XII. 3c,70.)&lt;br /&gt;
:— 17. Unter anderem auch wegen des Verlustes des Hafens Rostocker-Warnemünde entsteht der Aufruhr des Heinrich Runge: Einsetzung eines neuen Rates. (Wiedereinsetzung des alten Rates dann am 1314, 19.Jan.) (BGHR la,19. ld,31. 3a,XII f. 12.11 f.)&lt;br /&gt;
:— bis Dez., 7. Belagerung und Übergabe der Stadt an König Erik Menved von Dänemark und seine Verbündeten.  (BGHR 1,6,3. 12,12.)&lt;br /&gt;
:- unter den fürstlichen Belagerern des Turmes grassiert eine Seuche die viele Opfer fordert &#039;&#039;(Cholera oder Pest)&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:— Okt., 9. König Erik Menved und Markgraf Waldemar vereinbaren, aus den Rostockern eine möglichst hohe Abfindungssumme für Überlassung und Abbruch der Danskeborg-Befestigung herauszuschlagen und gleichmäßig unter sich zu teilen. (Dgl. jedoch 1313. Febr., 20.) &lt;br /&gt;
:Der Rostocker Rat verpflichtes sich als Sühne im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Städtchen&amp;quot; Warnemünde (&amp;quot;in opido Warnemünde&amp;quot; MUB 3577) eine neue schöne Kirche aus Holz für die während des Krieges Abgerissene zu errichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313. Febr., 20. &lt;br /&gt;
:Markgraf Waldemar verkauft seinen Anteil an der Warnemünder Befestigung an den Dänenkönig für 5000 Mark Silber. &lt;br /&gt;
:Damit wird der König Erik Menved alleiniger Besitzer der Danskeborg. &#039;&#039;&#039;Der alte Steinturm wurde mit einem hohen Wall und breitem Graben versehen, an seinen vier Ecken stand je ein Turm, es wurde ein Werk, &amp;quot;so herrlich, daß es im Lande nichts dergleichen mehr gab&amp;quot;, wie es bei dem lübischen Chronisten Detmar mehrere Male erwähnt wird.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:(Detmar-Chronik, ed. Koppmann, in -&amp;quot;Chroniken deutscher Städte&amp;quot; Bd.19. Leipzig 1884, Kap. 468 u. 527) (BGHR 3c,70. 12,12 f.)&lt;br /&gt;
:— König Erik Menved verpfändet in der Folge wegen seiner Schulden die Burg im Rostocker Hafen Warnemünde an seinen Hauptmann Niels Olafsun.  (BGHR 12,13.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317. Jan., 7. &lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit &#039;&#039;&#039;Ausnahme des Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R 1d,3. 3c,70) (Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319. 13.November&lt;br /&gt;
:[[König Erik IV. (Menved) von Dänemark]] stirbt.&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich von Mecklenburg läßt sich als rechtmäßigem Nachfolger der ausgestorbenen Herren zu Rostock von Stadt und Land Rostock huldigen.  (BGHR 12,14.)&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich v. Mecklenburg (&amp;quot;der Löwe&amp;quot;) übernimmt die Befestigung von Warnemünde (Danskeborg).  (BGHR 3c,70. 12,14.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322 Sept., 24. &lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich von Mecklenburg verkauft &amp;quot;dat hus unde den thorn to Warnemünde&amp;quot; (Danskeborg) an die Stadt zum Abbruch. &lt;br /&gt;
:(BGHR 3c,70 f. 12,14.)&lt;br /&gt;
:Deren Abbruch erfolgt jedoch nicht. Die Burg wird auf die Bedürfnisse der Hansestadt hin umgestaltet.  (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11.März&lt;br /&gt;
:Kauf des fürstlichen Warnemünde, inclusive des westlichen Radelsee Gebietes = &amp;quot;Warnemünder Wiesen&amp;quot;,darin auch ein großer Teil der Sandscholle, womit Rostock Eigentümer des vollständigen Küstengebietes zwischen der Stromgrabenmündung am Nordende der Rostocker Heide und Diedrichshagen im Westen wird. (MUB 4424, BGHR 3c,71. 4b,l. 12,2.14.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7.April&lt;br /&gt;
:Übereignung der, fortan so genannten, St. Georg-Insel am Radelsee, an das St. Georg Hospital, das daraufhin auf der Insel eine isolierte Eigenbewirtschaftung durch Lepra-Kranke betreiben. &lt;br /&gt;
:Gleichzeitig Übereignung zweier Wiesen an der Radel &amp;quot;..Porswisz et magnum pratum..&amp;quot; (Porstwiese und Große Wiese) sowie dreier Präbende-Wiesen &amp;quot;...pratum Hovevischers dictum, item pratum Vokercini, item pratum Alberti Cusvelt..&amp;quot; (die heutigen Purkshöfer-Wiesen) über die das Heilig-Geist Hospital verfügt, sowie die der Insel St.Georg  gegenüber liegende Wiese &amp;quot;Swineswoert&amp;quot; &#039;&#039;&#039;und hier benachbart die Mandel-Wiese auf der die Reste des Turmes stehen (&amp;quot;item pratum dictum Mandel apud aream, ubi turris quondem steterat.)&amp;quot;&#039;&#039;&#039; Diese beiden Wiesen machen die heutige Prediger-Wiese aus und liegen unmittelbar westlich neben der Großen Wiese. &lt;br /&gt;
:(Quelle: erstes Rostocker Kämmerei-Register Fol.13 MUB 4608)&lt;br /&gt;
;Verortung der genannten Grundstücke siehe Karte Karte14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 27.Juli&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich der Löwe bestätigt in 7 Urkunden zu Warnemünde alle Freiheiten und Privilegien der Stadt.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Am &amp;quot;Alten Tief&amp;quot; wird eine Befestigung angelegt, von der Danskeborg werden Anlagen (alle ?) rund um den Mittelturm abgebrochen.&#039;&#039;&#039; Am Ufer der Hafenausfahrt wird in einem Holzgerüst (auf dem alten Burgturm?) &#039;&#039;&#039;eine kupferne Leuchte an drei Ketten aufgehängt&#039;&#039;&#039;. Eine Abbildung der Leuchte  zeigt ein neuneckiges, käfigförmiges Gitterwerk mit Kuppeldach und einer Metallplatte, die das Licht des Feuers zurückwarf.&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wurde von Männern bewacht, die auch gleichzeitig Lotsendienste leisteten. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wird verbessert. (KFC Mgh )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1373&lt;br /&gt;
:März 23. In den Gewettsakten sind Einkünfte aus der &#039;&#039;&#039;Mandelwiese&#039;&#039;&#039; festgehalten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1380&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wird erneut verbessert. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1435. Febr., 1. &lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen in Warnemünde auf eine Tiefe von 6 [[Ellen]] (3,44 m) bringen u. verbreitern. (BGHR 3a,XV f. 67 f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1437. Aug., 1. &lt;br /&gt;
:Der befestigte &#039;&#039;&#039;Leuchtturm im Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; wird nach zehntägigem Widerstand der Rostocker Besatzung vom Herzog genommen. (BGHR 3c,71.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1439&lt;br /&gt;
:Bei einem Grundstücksverkauf wird ein &amp;quot;Castrum&amp;quot; erwähnt. (BA 86)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1459&lt;br /&gt;
:In der Gewetts-Rechnung von 1459 lesen wir, daß am Donnerstag vor Weihnachten eine Sturmflut die vor Rostock gelegene Haffdüne durchriß, so daß hier ein &amp;quot;neues&amp;quot; Tief ausbrach. Die Wetteherren fuhren zum Hafen Warnemünde, um zusammen mit dem Hafenzimmermeister &amp;quot;to besende dat nye (!!!) dep, wat guden raden dar to vyndende, dat me id mochte wedder fangen&amp;quot; (G.E. Gewetts-Rechnungen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:wird ein Blockhaus und eine Burg erwähnt. (BA 86) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485&lt;br /&gt;
:verpflichtet sich Aalhardt Johanssen vor dem Rat, das alte Tief bei Warnemünde , auf 6 [[Ellen]] (3,44 Meter) tief, also nicht mehr als Rotger Horn 200 Jahre zuvor, und 50 Ellen (28,5m) breit zu machen. (KFC, Voß p111) * [[&amp;quot;Kontract des Raths mit Aalhard Johannsen über die Vertiefung des Hafens am 1. Februar 1485]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Bei der Domfehde, auch sogenannten &amp;quot;Rostocker Fehde&amp;quot; erobern die fürstlichen Truppen das Alte Tief &#039;&#039;&#039;östlich&#039;&#039;&#039; Taterhörn und den dahinter liegenden Rostocker Hafen,&lt;br /&gt;
:Alle Gebäude und Bollwerke werden in Brand gesteckt und bis zur Wasserfläche niedergebrannt. &#039;&#039;&#039;...de mure vör &#039;&#039;(!)&#039;&#039; der Luchten wart geworfen in dat Depe..&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit in Markgrafenheide (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519. &lt;br /&gt;
:-Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
:— Mai, 23. Ausbesserung des „Tiefs&amp;quot; bei Warnemünde &#039;&#039;&#039;(Heutiger Alter Strom der zwischen 1487 u. 1519, durch das Steinriff hindurch, schiffbar gemacht worden ist.)&#039;&#039;&#039;. (BGHR 12,16.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1566&lt;br /&gt;
:Warscheinliche Gründung des Forstdepartementes (erstmalige Nennung). (BHC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde und der Heideküste liegenden dänischen Blockadeschiffe. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe ( [[sic.]] ) an der mecklenburgischen Küste &amp;quot;und trieb sie ans Gestade des Meeres&amp;quot;. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579, 14.März&lt;br /&gt;
:Gelegentlich einer Ratsverhandlung mit den &amp;quot;verordneten Bürgern&amp;quot; über den Zustand der von ihnen verwalteten Landgüter tritt Jochim Barchmann, der Verordnete der Müggenburg, auf und sagt unter anderem, er wolle einen &amp;quot;Graffen&amp;quot; der Stadt zum Besten in die Heide &amp;quot;ziehen&amp;quot; und &amp;quot;das Depf zugleich buwen&amp;quot;. (Voß p129)&lt;br /&gt;
:Bei diesem Graffen und dem Tief handelt es sich um den Stinkengraben vom Heiligen See bis zur &amp;quot;Alten Mündung&amp;quot;, einem Durchstich am Standort der hier viel später gelegenen Schofer-Bude. Die &amp;quot;alte Mündung&amp;quot; wurde bald nach der Anlage des Moorkanals zwischen Hütelmoor und Radelsee nach 1760 wieder geschlossen.&lt;br /&gt;
;Es ist warscheinlich, aber nicht gesichert, daß bei dieser Gelegenheit der Ortsname Markgrafenheide durch eine Verballhornung aus der Zusammenlegung der Worte &amp;quot;Moor&amp;quot;-&amp;quot;Graffen&amp;quot;-&amp;quot;Heide&amp;quot; entstanden ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
: [[Datei:KFC Warnemünde 45 381 1582 .jpg|450px|rechts|RH KFC Warnemünde 45 381 1582]]&lt;br /&gt;
;1582, &lt;br /&gt;
:11.Mai&lt;br /&gt;
:Fasste der Rat den Beschluß, mit den Steinen der Hundsburg &#039;&#039;&#039;das 1487 beim Taterhörn geschaffene &amp;quot;Neue Tief&amp;quot; zu fangen&#039;&#039;&#039; &#039;:&#039;(also zu schließen)&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586&lt;br /&gt;
:Der Hof des Wasenmeisters Johann Thor Balck wird angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, ab 8. August&lt;br /&gt;
:Der Hof des privaten Ratsjägermeisters Jürgen Brandt, ( &amp;quot;Jaegermeister und Wildschutzen&amp;quot;) erstmals genannt.&lt;br /&gt;
:(Köster S.15-18)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;1592,4.Juni&lt;br /&gt;
:Beschwerde Johann Thor Balcks beim Rostocker Rat wegen Besitz-Zerstörung und Mißhandlung durch Jochim Berckman (KFC Mgh p10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1617, 23.Dezember&lt;br /&gt;
:Steht im Ratsbuch zu lesen &amp;quot;dass Holz, Torf und anderes Baumaterial für den Rostocker Hafen in Markgrafenheide in Boote geladen und so nach Warnemünde gebracht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1624, 1. Juni bis 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Eine Pestwelle überzieht das Rostocker Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Februar &lt;br /&gt;
: [[&amp;quot;Die große Flut&amp;quot; ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 11. April&lt;br /&gt;
:Albrecht Dobbin notiert in seiner Gewettsrechnung:&lt;br /&gt;
: &amp;quot;Den 4. November mit meinen Herren Collegen H.Jakob Crullen und Herrn Gryphio nach der Marggrauenheyde gewesen &#039;&#039;&#039;das hauß abnehmen, und das holz nach der Muggenborch fuhren laßen&#039;&#039;&#039; und das große hol &#039;&#039;(Loch)&#039;&#039; , so aus dem heiligen Sehe in die große Sehe gebrochen besichtigt und wieder zu verfertigen angeordnet, und was dabey vertzehret, haben die burger bey der Heyde richtig gemachet. Zur Müggenborgch benachrichtiget. 6 Schilling Drinkgeld gegeben ...&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Quelle:KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;(Darunter ist warscheinlich der endgültige Abriß des vormals von Thor Balk begründeten Anwesens zu verstehen.)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1626, ab&lt;br /&gt;
:Die Kriegsfurie des Dreißigjährigen Krieges breitet sich bis in die Region Rostock aus, die Schäfereien Born und Fulleri gehen unter, die von Markgrafenheide und Moorhof liegen über viele Jahre wüst.&lt;br /&gt;
:Während der Besetzung Warnemündes durch die kaiserlichen Truppen schmuggelten die Warnemünder über das weit östlich gelegene &amp;quot;Alte Tief&amp;quot;, doch gestattete die geringe Breite und Tiefe des Fahrwassers nur die Durchfahrt von kleinen Fahrzeugen. (BW2 p97)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zu Markgrafenheide und Moorhof liegen im Archiv der Hansestadt Rostock oder anderen Archiven für die Zeit von 1626 bis 1660 keinerlei Dokumente vor.&lt;br /&gt;
:Warscheinlich ist das eine Folge des Dreißigjährigen Krieges.&lt;br /&gt;
:Forstinspektor H.F.becker schreibt in seiner Chronik der Rostocker Waldungen:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 dürfte man auch nichts für die Cultur der Waldungen erwarten als Ruhe vor Menschenhänden; sie wuchsen auf, verbreiteten sich und nahmen die Plätze zum Theil wieder ein, welche die Ackercultur ihnen geraubt hatte&amp;quot;. (H.F.Becker. Die Chronik von den Waldungen der Stadt Rostock,1839)&lt;br /&gt;
:Erst ab 1691 gibt es Nachrichten über den erneuten &#039;&#039;&#039;Aufbau von Gebäuden&#039;&#039;&#039; in Markgrafenheide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide bis zur napoleonischen Zeit (1649 bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1663&lt;br /&gt;
:Wurde das Moor und zum Teil auch der Wald überflutet: (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675&lt;br /&gt;
Verhandelt die Stadt Rostock mit Johann Eggers und Johann Röder über Pachtland zur &#039;&#039;&#039;Wiederbesiedlung&#039;&#039;&#039; auf der Markgrafenheide. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1691/92&lt;br /&gt;
:In einer Abrechnung von Johann Schimmelmann´s über Ausgaben von Bauten in Markgrafenheide werden erwähnt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Anno 1691 habe ich zu Marggraven Heyde den Stall baven lashen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Anno 1692 ist dort ein neues Haush, groß von 4 Gebint neugebaut.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1696. &lt;br /&gt;
:Der Rost. Artilleriemeister Gottfr. Lust entwirft seine Karte von der Rostocker Heide. In ihr wird Markgrafenheide kartographisch erstmalig dargestellt. (BGHR 2s,25 ff. 5,127. 6,127. 14,5 ff.)&lt;br /&gt;
: [[&amp;quot;Grundlicher / Abriß der Stadt /Rostock Heyde / Anno 1696 / Den&amp;quot;. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1703, 8.Dez.&lt;br /&gt;
:Wütete hier ein Orkan. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1710&lt;br /&gt;
:Strandfischerei in Markgrafenheide nachweisbar. (AFN)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;1715. Febr., 13. bis. Aug., 31. &lt;br /&gt;
:Streit mit Herzog Carl Leopold betr. Accise, Mit Besatzungsrecht u. Jagd in der Rost. Heide. Protocollum... (BGHR la.7 Nr. 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1737&lt;br /&gt;
:wird das Kossatenhaus (heute Forstfuhrmannshof) angelegt. Die Inschrift an einem Balken des Hauses verweist auf dieses Baujahr. Es wäre somit das älteste erhaltene Haus in Markgrafenheide. (KFC MgH)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rothermann Niederhagen 1765 Auszug MGH.jpeg|thumb|300px|rechts|Karte6 Rothermann-Karte von 1765 mit dem gerade neu angelegten Moorgraben ]]&lt;br /&gt;
;1760&lt;br /&gt;
:Die Kaufleute Paul Grube und Johann Georg Stypmann lassen den Moorkanal zwischen Radelsee und Hütelmoor als &#039;&#039;&#039;neue Durchstich-Trasse quer durch die feste Mergel-Barriere der Eisrandlage&#039;&#039;&#039; anlegen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
:Sie durchschneiden dabei die &amp;quot;Große Wiese&amp;quot; und verbinden den Stinkengraben bei der alten Mündung &#039;&#039;&#039;erstmals&#039;&#039;&#039; mit dem Radelsee&lt;br /&gt;
:(Quelle: BHC/ Dolberg p15)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1765&lt;br /&gt;
:Inventarisierung nach der Directorialvermessung Markgrafenheide durch F.C.Rothermann (KFC Mgh p15)&lt;br /&gt;
:In dieser Karte wird erstmals der Bestand eines Hauses am den Kossatenhäusern gegenüber liegenden Ufer des Moorkanals nachgewiesen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767, 30.11./1.12.&lt;br /&gt;
;-&#039;&#039;&#039;Großer Durchbruch bei einer Sturmflut zwischen Taterhörn und Stubbenwiese nördlich des Radelsees&#039;&#039;&#039;, beim früheren &amp;quot;Alten Tief&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(schriftliche Quelle: AHR 3.9. RO Wmde45 Nr.258)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1777&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der Torfstecher-Katen zu Marggrafenheide &#039;&#039;(beim Milchsteg !, siehe auch 1765)&#039;&#039; wird zur Holzwärter-Wohnung eingerichtet&amp;quot; (§6 des &amp;quot;Landesherrlichen Regulativs der Verwaltung der sogenannten Rostocker Heyde&amp;quot; KFC Mgh p4) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Im &amp;quot;Magazin für die neue Historie und Geographie&amp;quot; Bd.11 wird die &amp;quot;Meyerey Marggrafenheide&amp;quot; als zu den &amp;quot;Rostocker Gütern&amp;quot; gehörig genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1778, 8.Nov.&lt;br /&gt;
:wehete zum Schaden der Forst ein starker Sturm. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1783, Januar&lt;br /&gt;
:Kommt der Holländer Carl Gustav Lorentz &amp;quot;zu Markgrafenheide&amp;quot; in den Rostocker Gewettsakten als Vormund der Kinder seines Bruders, des Toitenwinkler Holländers Jochim Christian Lorentz vor. (KFC Mgh p13, BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1792, 11./12,Dez.&lt;br /&gt;
:herrschte ein starker Sturm  (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1793&lt;br /&gt;
:warf ein heftiger Orkan ziemlich viel Holz in der Waldung um. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796&lt;br /&gt;
:läßt die Stadt den Moorgraben vertiefen, sowie mit Bohlen und Flechtwerk ausbauen, zur Verwirklichung des Vorhabens, den Torfabbau zu forcieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:AHR 3.01. 1416 Tarnow Karte hochaufgelöst.jpg|thumb|500px|rechts|Karte7  Die Karte des Hospitalmeisters Tarnow 1796/1809 ergänzt A1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 8.August kam über den Schnatermann und den grössten Teil Markgrafenheides ein Gewitter mit großem Hagel, der die Feldfrüchte und Fensterscheiben zerschlug und großen Schaden anrichtete. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801, 3.Nov.&lt;br /&gt;
:war ein heftiger Sturm, der die Torfscheune umwarf. (BKC)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;1804&lt;br /&gt;
:15.Sept. Überstieg das Meer die Dühne und planierte sie. (BHC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806-1813&lt;br /&gt;
:waren französische Soldaten auch in Markgrafenheide stationiert&lt;br /&gt;
:Sie waren Teil einer Signal-Staffette und teilweise auch in den Fischerbuden untergebracht.&lt;br /&gt;
:Am 28. November leuchteten bei einer Probezündung die Alarmstangen vom Fischland bis Markgrafenheide durch die Nacht. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1807, 30.Okt.&lt;br /&gt;
:überstieg das Meer die Dühne und planierte sie. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:wird &amp;quot;Markggrafenheide Vorwerk&amp;quot; in &amp;quot;Marggrafenheide Dorf&amp;quot; umgewandelt. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide bis zur Reichseinigung (1814 bis 1871)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostocker Heide Grälert FA1823 Becker.jpg |thumb|450px|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1815&lt;br /&gt;
:-25.März starb der Holzwärter Carl Friedrich Wramp zu Markgrafenheide 68 Jahre alt. (BKC)&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der Holzwärter Wramp wurde ohnfern des Markgrafenheider Weges todt gefunden.&lt;br /&gt;
:Er liebte starkes Getränk und glaubte an Spuk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:H.F.B.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 29.Dez &lt;br /&gt;
:erschoß sich der Holzwärter Johann Christian Nicolaus Grälert zu Markgrafenheide 43 Jahre alt als er mit einer geladenen vor sich gehaltenen Büchse die mit einander kämpfenden Hunde trennen wollte. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825, 4.Februar&lt;br /&gt;
:Hatten wir öfteren hohen Stand und Übertritt des Meeres über die Dühne, entstand beim Sturm aus Nordosten eine wahre Sturmflut, welche 300 000 Quadratruthen  (650ha) der Wiesen und des Waldes überschwemmte. Die Wasserhöhe war 6 Fuß 8 Zoll (1,95m) über dem mittleren Stand des Meeres gestiegen, die Düne von der Fischerbude zu Markgrafenheide bis zum Rosenort 450 Ruthen (2100m) lang stand ganz unter Wasser, davon wurden 370 Ruthen ganz und 80 Ruthen halb planiert. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1821/1833&lt;br /&gt;
:Mit der Abschaffung der Waldweide muß die &#039;&#039;&#039;Beweidung der verbleibenden Gemeindewiesen&#039;&#039;&#039; ersatzweise in hohem Maße &#039;&#039;&#039;intensiviert&#039;&#039;&#039; werden&lt;br /&gt;
:(Quelle: BHC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1826, 17.Mai&lt;br /&gt;
:geriet ein aus Finnland kommendes Schiff bei starkem WestNordWest-Wind vor Warnemünde in Seenot.&lt;br /&gt;
:Alle Besatzungsmitglieder wurden von den Warnemündern gerettet.&lt;br /&gt;
:Das Schiff dagegen trieb steuerlos auf den Strand bei den Markgrafenheider Fischerbuden und dessen Ladung ging über Bord.    (KFC Mgh)                                                                                                                                                                                                                              &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 12.Juni bis 15. Dezember&lt;br /&gt;
:In der Fischerbude sowie dem Haus des Holzwärters Russow wird eine Quarantäne-Wache zur Abwehr der Cholera-Epedemie eingerichtet   (KFC Mgh 119/122)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833 - 1839&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Beckerschen Forsteinrichtung umfassender Ausbau der Wasserwege für den Holztransport, incl. Moorkanal. (BKC)&lt;br /&gt;
:Der Kanal endete am Nordostrand des Moores mit einem Wende-Becken (das &amp;quot;Y&amp;quot;) an dem ein Gebäude errichtet wurde und ließ dort den Holzlagerplatz I &amp;quot;Moorhof&amp;quot; neu anlegen.&lt;br /&gt;
:Fortan konnte mit Hilfe des Wende-Beckens das geschlagene Holz im ganzen Stamm geflößt werden und den kleinen Holzprahmen waren Wendemanöver möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837&lt;br /&gt;
:-den 7.und 8. April viel so viel Schnee, das einige Gebäude bis zum Dach zugeschüttet waren.  (BKC)&lt;br /&gt;
:den 29. November wütete ein Orkan. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863 &lt;br /&gt;
:In der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember war ein solcher Sturm, daß in der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
:ungefähr 26 000 bis 30 000 Bäume umgestürzt sind  (BKC-Fortsetzung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide im Kaiserreich (1871-1918)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Malchin Markgrafenheide Kartoffelsammlerinnen a oJ.jpg|thumb|500px|rechts|Malchin Markgrafenheide Kartoffelsammlerinnen Foto: W.Steinmüller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, November &lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Große Sturmflut&amp;quot; planiert auch die Dünen zwischen Taterhörn und Markgrafenheide und durchbricht die Küste hier auf großer Breite. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1879, bis 1902 &lt;br /&gt;
:verhandelt W. Dettmann ergebnislos mit der Stadtverwaltung und der Forstinspection über den Bau von Hotel, Sanatorium und Seebrücke. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:erste Planungen zum Bau einer Straßenbahn scheitern an Geldmangel. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903. &lt;br /&gt;
:- die Wartehalle der Strandbahn, das heutige Restaurant &amp;quot;Utspann&amp;quot; wird gebaut. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
:— Die Alte Deepe ostwärts von Warnemünde bei der Hohen Düne wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. BHGR 12,4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907/08&lt;br /&gt;
:Bau der Chaussee Warnemünde Hinrichshagen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1908&lt;br /&gt;
:ein neues Forsthaus wird errichtet. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Februar - die ersten Bauarbeiten für die Strandbahn beginnen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
:1. Juli feierliche Einweihung der Strandbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;31.12.1913/ 1.1.1914&lt;br /&gt;
:Durchbruch auch am Radelsee-Gebiet, bei der sogenannten Silvesterflut (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
;1914 &lt;br /&gt;
:In Auswertung der Silvesterflut Umsetzung eines umfassenden Eindeichungs- und Sperrwerksprojektes im Gebiet zwischen Breitling und Rosenort, so auch komplex im Radelsee-Gebiet. (UGR)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide während der Weimarer Republik (1918-1933)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1924, 9.Dezember&lt;br /&gt;
:offizielle Eingemeindung von Markgrafenheide nach Rostock. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926,17.Juni&lt;br /&gt;
:Der plattdeutsche Verein &amp;quot;Unkel Broesig&amp;quot; weiht sein neues Domizil in Markgrafenheide ein.  (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1928, 4.Juni&lt;br /&gt;
:wird die Genehmigung zur Errichtung einer Siedlung in den &amp;quot;Budentannen&amp;quot; westlich der Schneise erteilt. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 10. Juli&lt;br /&gt;
:brennt das zweite, um 1835 erbaute Forsthaus nieder.&lt;br /&gt;
:Um 12.30 Uhr ging bei der Rostocker Feuerwehr folgende Meldung ein: &amp;quot;Großfeuer im Kruggehöft von Markgrafenheide&amp;quot; (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide im dritten Reich (1933-1945)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1934, 4.Mai&lt;br /&gt;
:wird der Kaufvertrag zwischen der Stadt Rostock und der DVS &amp;quot;Deutsche Verkehrsfliegerschule&amp;quot; geschlossen.&lt;br /&gt;
:Im gleichen Jahr entsteht die Kasernenanlage im Ort, zunächst als Unterkunft für die in Hohe Düne angesiedelte Fliegerschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1937 &lt;br /&gt;
:Die Kasernenanlagen gehen in den Besitz des Reichsfiskus für Luftfahrt über.&lt;br /&gt;
:Von da an wird begonnen die Doppelhaussiedlung (heute Waldsiedlung) zu bauen.&lt;br /&gt;
:Nach einem Besuch des Rostocker Oberbürgermeisters in Markgrafenheide erfolgt der Ratsbeschluß &amp;quot;Das die Budentannenschneise vom Krug Markgrafenheide (Forsthaus) bis zur See als fester Weg ausgebaut wird.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940&lt;br /&gt;
:Auf der Großen Moorwiese wird für die Luftwaffe (&amp;quot;für die Dauer des Krieges&amp;quot;) ein Behelfsschießplatz eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1941&lt;br /&gt;
:Wird der Bau einer Trafostation am Ortseingang umgesetzt.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar daneben &amp;quot;werden 2 neue Baracken an der Warnemünder Chaussee gebaut.&amp;quot; Bestehen noch im ehemaligen Hotel Heidehof, am östlichen Ortseingang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1.Mai&lt;br /&gt;
:-um 5.10 Uhr fährt die Strandbahn zum letzten Mal.&lt;br /&gt;
:-Der Todesmarsch der Häftlingsfrauen aus dem Lager Oberhagen endet am Budentannenweg, wo die Wachmannschaften schließlich flüchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide während der SBZ und DDR (1945-1990)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1946&lt;br /&gt;
:Die Fahrzeuge der Strandbahn werden in Rostock eingesetzt, die Gleise werden abgebaut und beim Bau der Linie 4 in Rostock verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1949&lt;br /&gt;
:eröffnet eine Konsumverkaufstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Januar 1958&lt;br /&gt;
:In Markgrafenheide wird das Munitionslager der 4.Flottille eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Ebenfalls in Markgrafenheide wird mit dem Bau einer Wohnsiedlung für die Angehörigen der 4. Flottille begonnen. (Max-Reichpietsch-Str.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1958-1960&lt;br /&gt;
:Gescheitertes Bauprojekt des Küstenkanals Rostock - Ribnitz (Karl-Mevis-Gedächtniskanal)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Markgrafenheide in der heutigen Zeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1999&lt;br /&gt;
:Die heutige Moorgrabenbrücke erbaut&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2004&lt;br /&gt;
:Die 20 Jahre zuvor errichtete Plattenbau-Schule wird abgerissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2006&lt;br /&gt;
:Der Kletterwald wird eröffnet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2010,29.Juli&lt;br /&gt;
:Netto-Markt eröffnet in Markgrafenheide auf dem einstigen Schulgelände eine Filiale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2010&lt;br /&gt;
:Die frühere alte Schule wird unter dem Namen &amp;quot;Heidehaus&amp;quot; als Bürgerzentrum übergeben&lt;br /&gt;
:Das Haus ist als &amp;quot;NAW&amp;quot; Aktion (&amp;quot;Nationales Aufbauwerk&amp;quot;) errichtet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2012, 4.Mai&lt;br /&gt;
:Bei der Moorgrabenbrücke wird der vom Holzbildhauer Harald Wroost geschaffene &amp;quot;Fürst Borwin&amp;quot; eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2014, 17.Mai&lt;br /&gt;
:eröffnet auf dem Gelände des ehemaligen Pionierlagers das Strandresort Markgrafenheide eröffnet.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Markgrafenheider_Chronologie&amp;diff=156195</id>
		<title>Markgrafenheider Chronologie</title>
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		<updated>2026-09-15T11:31:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Reformation und Nachreformationszeit in Markgrafenheide (1517 bis 1648) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Markgrafenheider Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide]&lt;br /&gt;
;Überregionale Ereignisse wurden nur dann in die Chronologie aufgenommen, wenn deren Folgen wesentlichen Einfluß auf das Markgrafenheider Gebiet und seine Entwicklung hatten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Benutzte Quellenkürzel:&lt;br /&gt;
:AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock mit beigefügter Signatur&lt;br /&gt;
:MUB  = Meckl. Urkundenbuch mit dazu gehöriger Urkundennummer&lt;br /&gt;
:BHC  = H.F.Beckers Heidechronik&lt;br /&gt;
:BKC  = H.F.Beckers Kirchenchronik&lt;br /&gt;
:BFC  = H.F.Beckers Familienchronik&lt;br /&gt;
:BGH  = Beiträge zur Geschichte Rostocks&lt;br /&gt;
:BGHR = Registerband der Beiträge zur Geschichte Rostocks&lt;br /&gt;
:BW2  = Friedrich Barnewitz &amp;quot;Geschichte des Hafenortes Warnemünde&amp;quot;  2.Auflage 1927&lt;br /&gt;
:LHA  = Landeshauptarchiv&lt;br /&gt;
:RA   = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
:G.R. = Gewettsrechnungen im Archiv der Hansestadt Rostock &lt;br /&gt;
:KFC  = Krausesche Fundchronik im Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
:L.Köster = &amp;quot;Die Jagd in der Rostocker Heide&amp;quot; 1929&lt;br /&gt;
:LDb  = Ludwig Dolberg  &lt;br /&gt;
:OK   = Otto Kolp&lt;br /&gt;
:HA   = Heidearchiv Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Markgrafenheider Gebiet vor 1200 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160 August&lt;br /&gt;
; * [[Die Schlacht auf dem Breitling]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1252, &lt;br /&gt;
:- Großer Brand der Rostocker Mittelstadt. (BGHR 13,39. 15,14.)&lt;br /&gt;
:— Die Neustadt mit Jakobi-Pfarre, Rathaus, Neustädter-Markt (&amp;quot;Hopfenmarkt&amp;quot;) bis auf Einsetzung eines eigenen Stadtregiments fertig. &lt;br /&gt;
:(BGHR 13,33.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:— Die &#039;&#039;&#039;Stadt kauft die Rostocker Heide&#039;&#039;&#039; und die Warnow-Fischerei von Fürst Borwin III. und erhält das &#039;&#039;&#039;Strandrecht in ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:(BGHR 3b,6. 24 (Rr. 32). 12,1 f. 6. 13,35. 14,7. 15.5.)&lt;br /&gt;
: *[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige bis rechtes Warnow-Ufer, erste Hafenbollwerke auf der &#039;&#039;&#039;rechten &#039;&#039;(Rostocker)&#039;&#039; Flußuferseite&#039;&#039;&#039; im Mündungsgebiet der Warnow &#039;&#039;&#039;östlich Taterhörn&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:(Karte2 siehe am Anfang oben rechts, Auszug Neuendorff-Karte 1823)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1260. &lt;br /&gt;
:Heilig-Geist-Hospital in der Altstadt, St.Georg-Hospital vor dem Steintor &#039;&#039;(für Aussätzige)&#039;&#039;, bei einem Vermächtnis zum ersten Mal erwähnt. (BGHR 13,52. 17,111.)&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;(Beide Hospitäler werden im folgenden halben Jahrhundert durch Erlangung von&#039;&#039; [[Pfründen]] &#039;&#039;auch größere Grundbesitzer rund um das Radelsee-Gebiet &#039;&#039;&#039;am Rande der Rostocker Heide&#039;&#039;&#039;)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, &lt;br /&gt;
:12.Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte an &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; Hafen Warnemünde auf dem städtischen Gebiet der Rostocker Heide. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. (MUB 1021, KFC Wmde 45 p.5, BGHR 12,2.6.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;)&#039;&#039;&#039; 2 Mark Silber (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1270 &lt;br /&gt;
:Vogt Tunneko - läßt Warnow-Mündung durch einen Prahm sperren. (Tunneko, Volceko, fürstl. Vogt auf der Hundsburg. 1268—70. (13,46.)&lt;br /&gt;
:Wegen Gewalttätigkeiten und Verletzung der Rostocker Ratsbefugnisse entzog sich der fürstliche Vogt Tunneko der ihm drohenden Strafe durch die Flucht, fügte jedoch der Stadt durch &#039;&#039;&#039;Blockierung des Hafens und andere dortige Schädigungen&#039;&#039;&#039; bedeutenden Nachteil zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278&lt;br /&gt;
:Die unmittelbar an der Warnow gelegene Hundsburg mußte den nach Selbstregierung und militärischer Autonomie strebenden Bürgern ein Dorn im Auge sein, da die Burg im Kriegsfalle die gesamte Schiffahrt Rostocks lahmlegen konnten. Wie es zehn Jahre zuvor der Hundsburg-Vogt Tunneko durch Sperrung des Warnow-Laufes mittels eines großen Prahms getan hatte.Nicht eher ruhte das Ratskollegium, als bis die Hundsburg, das Symbol fürstlicher Gewalt, geschleift wurde. B ereits 1278 erwarb die kapitalkräftige Stadtgemeinde die feste Zwingburg durch Kauf und erreichte gleichzeitig in dieser Urkunde ein weiteres wichtiges Zugeständnis des Landesherrn: Fürst Waldemar mußte für sich und seine Nachkommen die Verpflichtung eingehen, nie wieder eine Sperrburg &amp;quot;längs der Warnow bis ans Meer&amp;quot; zu errichten, ohne mindestens eine Meile vom Flusse entfernt zu bleiben (MUB 1474)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:werden erstmals Arbeiten am &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen-Warnemünde&#039;&#039;&#039; dokumentiert. Es wurden Steine herausgefischt, gleichzeitig kamen aus Gotland Schiffsladungen mit Steinen an, ebenso eine Anzahl Baumeister beschäftigt, die Steine zu behauen und die lockeren &lt;br /&gt;
:Ufermassen zurückzudämmen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch [[Rötger Horn &#039;&#039;&#039;den Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039;]] ( &amp;quot;quod tunna dignitur&amp;quot; - von der &#039;&#039;&#039;Tonne an der St.Georg-Insel&#039;&#039;&#039; bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 [[Ellen]] (12 Fuß = 3,44 Meter) bringen. (MUB Nr.1977 BGHR R 3a,XV; 12,7)&lt;br /&gt;
:Bei der &amp;quot;Tonne&amp;quot; handelt es sich um den 1882 in der Nähe der Ostspitze der früheren St.Georg-Insel gehobenen  sogenannten &amp;quot;Spökstein&amp;quot;. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300&lt;br /&gt;
:Dez., 22. Nikolaus (d. Kind), Herr zu Rostock, nimmt Stadt u. Land Rostock von König Erik Menved von Dänemark zu Lehen. (BGHR 3s,X f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 1.November&lt;br /&gt;
[[Datei:RH UGR Sandscholle Taterhörn.jpg|thumb|300px|rechts| Karte5 RH UGR Die durch die Flut-Verschüttung des Warnow-Mündungsarmes entstandene Sandscholle Taterhörn. Das östlich benachbarte eingezeichnete Kisten-Sperrwerk markiert den Verschluß an der Stelle des ersten &amp;quot;Neuen&amp;quot; Strom-Durchstiches (1305),später &amp;quot;Alte Depe&amp;quot;, am &amp;quot;Hals&amp;quot;, &amp;quot;Fangung&amp;quot;/Verfüllung im Jahr 1487. Die rechte der beiden Inseln ist die St.Georg-Insel.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Verschüttung der Warnow-Mündung auf ca. 500m Länge durch die „Allerheiligenflut“ am 1. November des Jahres. &lt;br /&gt;
:Die Fläche des verschütteten Teils des natürlichen Warnowlaufes wird fortan als &amp;quot;Taterhörn&amp;quot;, &amp;quot;Sand-Land&amp;quot;, &amp;quot;Sandscholle&amp;quot; oder auch &amp;quot;Sandwiese&amp;quot; bezeichnet auf der nun die Grenze zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide durch eine Grenzstangen-Reihe gekennzeichnet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1305&lt;br /&gt;
:-In der Folge der Warnowlauf-Verschüttung erfolgt bald darauf der &#039;&#039;&#039;Durchstich der Nehrung (&amp;quot;Alte Depe&amp;quot;) an der schmalsten Stelle der ehemaligen Halbinsel, dem &amp;quot;Hals&amp;quot;, östlich der Hohen Düne (Ein Rest davon ist der heutige &amp;quot;Stankgraben&amp;quot; &#039;&#039;, ursprünglich &amp;quot;Stackgraben&amp;quot; = &amp;quot;Treidelgraben&amp;quot;, ca. 50m westlich des heutigen Ortseingangsschildes von Markgrafenheide)&#039;&#039; vom Spökstein bis zur See &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:-Unmittelbar nach dessen Zerstörung durch die vorangegangene Flut erfolgt der Wiederaufbau des neuen &amp;quot;Hafens Rostocker Warnemünde&amp;quot; zwischen dem Süd-Ende dieses Durchstichs und dem Radelsee. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:— Fürst Heinrich (&amp;quot;der Löwe&amp;quot;) von Mecklenburg erbaut am Hafen Warnemünde zwei hölzerne, durch eine Brücke und einen Steindamm verbundene Befestigungen, zu beiden Seiten des Stromes. (BGHR 13,15. 3c,70. 4d,14 f. 12,7.)&lt;br /&gt;
:— Wegen der Sperrung &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(!)&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Hafens Warnemünde erheben sich die Rostocker Bürger und zwingen ihren zögernden Rat, den Dänen die Treue aufzukündigen und den Krieg aufzunehmen. &lt;br /&gt;
:Niederdeutsche Darstellung nach Kirchbergs Reimchronik.la,l (Nr. 1). Darstellung in der Chronica der Stadt Rostock. ls,6 (Nr. 20). &lt;br /&gt;
:(BGHR 13,15 f. 12,7 fs.)&lt;br /&gt;
:— Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen in ihrem Hafen Rostocker-Warnemünde.  &lt;br /&gt;
:(BGHR 13,16. 3c,70. 4,d,15. 12,8.56.)&lt;br /&gt;
:— Die Rostocker überziehen den Hägerort und die ganze Gegend von Doberan bis Kröpelin, um sich für die bevorstehende Belagerung der Stadt und des Turms am Hafen Warnemünde zu verproviantieren.  &lt;br /&gt;
:BGHR 12,8.&lt;br /&gt;
:— Die Rostocker brennen das fürstliche Dorf Warnemünde nieder. (BGHR 12,8.)&lt;br /&gt;
:—/12. (Bis Mai) Die Rostocker bauen in Rostocker-Warnemünde einen neuen &#039;&#039;&#039;Turm auf der Ostseite ihres Stromes&#039;&#039;&#039; aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche in Warnemünde und des Petriturmes in Rostock, der gerade im Bau war. 1435. Febr., &lt;br /&gt;
:— Der Bischof von Schwerin droht, über die Stadt u. a. auch wegen Abbruch der beiden Kirchtürme den Bann zu verhängen (vgl. 1322). &lt;br /&gt;
:(BGHR 12,9.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312. Febr., 19. &lt;br /&gt;
:König Erik Menved verbündet sich mit Markgraf Waldemar v. Brandenburg zur Unterwerfung der Stadt.  BGHR 3s,XII.&lt;br /&gt;
:— Jun., 30. König Erik Menved vor dem Hafen-Warnemünde. elfwöchige Belagerung des Rostocker Turms im Rostocker  Warnemünde.  (BGHR 13,15. 3a,XII. 3a,70. 4d,14 f. 12,11 f.)&lt;br /&gt;
:— Jul., 22. Die Rostocker bitten Lübeck, ihren belagerten Warnemünder Turm zu See für 1000 Mark mit Mehl, Bier, Fleisch. Butter, Stockfisch u. Pfeilen zu versorgen.  (BGHR 12,11.)&lt;br /&gt;
:— Um die Verproviantierung des Turmes von See zu verhindern, läßt Heinrich von Mecklenburg, dem die Belagerung von König Erik Menved übertragen war. das Tief unterhalb des Turmes durch eingerammte Pfähle und eine Brücke sperren. (BGHR 12,11.)&lt;br /&gt;
:— 25. Ein Geleitsbrief während der Belagerung des Turmes am Hafen- Warnemünde.  (BGHR 4d,14-16.)&lt;br /&gt;
:— Sept., 9. Da der von Lübeck und Stralsund erwartete Entsatz ausblieb, muß die ausgehungerte Besatzung den Turm in Warnemünde gegen ehrenvollen freien Abzug übergeben.  (BGHR la,19. 3a,XII. 3c,70.)&lt;br /&gt;
:— 17. Unter anderem auch wegen des Verlustes des Hafens Rostocker-Warnemünde entsteht der Aufruhr des Heinrich Runge: Einsetzung eines neuen Rates. (Wiedereinsetzung des alten Rates dann am 1314, 19.Jan.) (BGHR la,19. ld,31. 3a,XII f. 12.11 f.)&lt;br /&gt;
:— bis Dez., 7. Belagerung und Übergabe der Stadt an König Erik Menved von Dänemark und seine Verbündeten.  (BGHR 1,6,3. 12,12.)&lt;br /&gt;
:- unter den fürstlichen Belagerern des Turmes grassiert eine Seuche die viele Opfer fordert &#039;&#039;(Cholera oder Pest)&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:— Okt., 9. König Erik Menved und Markgraf Waldemar vereinbaren, aus den Rostockern eine möglichst hohe Abfindungssumme für Überlassung und Abbruch der Danskeborg-Befestigung herauszuschlagen und gleichmäßig unter sich zu teilen. (Dgl. jedoch 1313. Febr., 20.) &lt;br /&gt;
:Der Rostocker Rat verpflichtes sich als Sühne im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Städtchen&amp;quot; Warnemünde (&amp;quot;in opido Warnemünde&amp;quot; MUB 3577) eine neue schöne Kirche aus Holz für die während des Krieges Abgerissene zu errichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313. Febr., 20. &lt;br /&gt;
:Markgraf Waldemar verkauft seinen Anteil an der Warnemünder Befestigung an den Dänenkönig für 5000 Mark Silber. &lt;br /&gt;
:Damit wird der König Erik Menved alleiniger Besitzer der Danskeborg. &#039;&#039;&#039;Der alte Steinturm wurde mit einem hohen Wall und breitem Graben versehen, an seinen vier Ecken stand je ein Turm, es wurde ein Werk, &amp;quot;so herrlich, daß es im Lande nichts dergleichen mehr gab&amp;quot;, wie es bei dem lübischen Chronisten Detmar mehrere Male erwähnt wird.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:(Detmar-Chronik, ed. Koppmann, in -&amp;quot;Chroniken deutscher Städte&amp;quot; Bd.19. Leipzig 1884, Kap. 468 u. 527) (BGHR 3c,70. 12,12 f.)&lt;br /&gt;
:— König Erik Menved verpfändet in der Folge wegen seiner Schulden die Burg im Rostocker Hafen Warnemünde an seinen Hauptmann Niels Olafsun.  (BGHR 12,13.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317. Jan., 7. &lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit &#039;&#039;&#039;Ausnahme des Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R 1d,3. 3c,70) (Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319. 13.November&lt;br /&gt;
:[[König Erik IV. (Menved) von Dänemark]] stirbt.&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich von Mecklenburg läßt sich als rechtmäßigem Nachfolger der ausgestorbenen Herren zu Rostock von Stadt und Land Rostock huldigen.  (BGHR 12,14.)&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich v. Mecklenburg (&amp;quot;der Löwe&amp;quot;) übernimmt die Befestigung von Warnemünde (Danskeborg).  (BGHR 3c,70. 12,14.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322 Sept., 24. &lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich von Mecklenburg verkauft &amp;quot;dat hus unde den thorn to Warnemünde&amp;quot; (Danskeborg) an die Stadt zum Abbruch. &lt;br /&gt;
:(BGHR 3c,70 f. 12,14.)&lt;br /&gt;
:Deren Abbruch erfolgt jedoch nicht. Die Burg wird auf die Bedürfnisse der Hansestadt hin umgestaltet.  (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11.März&lt;br /&gt;
:Kauf des fürstlichen Warnemünde, inclusive des westlichen Radelsee Gebietes = &amp;quot;Warnemünder Wiesen&amp;quot;,darin auch ein großer Teil der Sandscholle, womit Rostock Eigentümer des vollständigen Küstengebietes zwischen der Stromgrabenmündung am Nordende der Rostocker Heide und Diedrichshagen im Westen wird. (MUB 4424, BGHR 3c,71. 4b,l. 12,2.14.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7.April&lt;br /&gt;
:Übereignung der, fortan so genannten, St. Georg-Insel am Radelsee, an das St. Georg Hospital, das daraufhin auf der Insel eine isolierte Eigenbewirtschaftung durch Lepra-Kranke betreiben. &lt;br /&gt;
:Gleichzeitig Übereignung zweier Wiesen an der Radel &amp;quot;..Porswisz et magnum pratum..&amp;quot; (Porstwiese und Große Wiese) sowie dreier Präbende-Wiesen &amp;quot;...pratum Hovevischers dictum, item pratum Vokercini, item pratum Alberti Cusvelt..&amp;quot; (die heutigen Purkshöfer-Wiesen) über die das Heilig-Geist Hospital verfügt, sowie die der Insel St.Georg  gegenüber liegende Wiese &amp;quot;Swineswoert&amp;quot; &#039;&#039;&#039;und hier benachbart die Mandel-Wiese auf der die Reste des Turmes stehen (&amp;quot;item pratum dictum Mandel apud aream, ubi turris quondem steterat.)&amp;quot;&#039;&#039;&#039; Diese beiden Wiesen machen die heutige Prediger-Wiese aus und liegen unmittelbar westlich neben der Großen Wiese. &lt;br /&gt;
:(Quelle: erstes Rostocker Kämmerei-Register Fol.13 MUB 4608)&lt;br /&gt;
;Verortung der genannten Grundstücke siehe Karte Karte14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 27.Juli&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich der Löwe bestätigt in 7 Urkunden zu Warnemünde alle Freiheiten und Privilegien der Stadt.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Am &amp;quot;Alten Tief&amp;quot; wird eine Befestigung angelegt, von der Danskeborg werden Anlagen (alle ?) rund um den Mittelturm abgebrochen.&#039;&#039;&#039; Am Ufer der Hafenausfahrt wird in einem Holzgerüst (auf dem alten Burgturm?) &#039;&#039;&#039;eine kupferne Leuchte an drei Ketten aufgehängt&#039;&#039;&#039;. Eine Abbildung der Leuchte  zeigt ein neuneckiges, käfigförmiges Gitterwerk mit Kuppeldach und einer Metallplatte, die das Licht des Feuers zurückwarf.&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wurde von Männern bewacht, die auch gleichzeitig Lotsendienste leisteten. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wird verbessert. (KFC Mgh )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1373&lt;br /&gt;
:März 23. In den Gewettsakten sind Einkünfte aus der &#039;&#039;&#039;Mandelwiese&#039;&#039;&#039; festgehalten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1380&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wird erneut verbessert. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1435. Febr., 1. &lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen in Warnemünde auf eine Tiefe von 6 [[Ellen]] (3,44 m) bringen u. verbreitern. (BGHR 3a,XV f. 67 f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1437. Aug., 1. &lt;br /&gt;
:Der befestigte &#039;&#039;&#039;Leuchtturm im Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; wird nach zehntägigem Widerstand der Rostocker Besatzung vom Herzog genommen. (BGHR 3c,71.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1439&lt;br /&gt;
:Bei einem Grundstücksverkauf wird ein &amp;quot;Castrum&amp;quot; erwähnt. (BA 86)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1459&lt;br /&gt;
:In der Gewetts-Rechnung von 1459 lesen wir, daß am Donnerstag vor Weihnachten eine Sturmflut die vor Rostock gelegene Haffdüne durchriß, so daß hier ein &amp;quot;neues&amp;quot; Tief ausbrach. Die Wetteherren fuhren zum Hafen Warnemünde, um zusammen mit dem Hafenzimmermeister &amp;quot;to besende dat nye (!!!) dep, wat guden raden dar to vyndende, dat me id mochte wedder fangen&amp;quot; (G.E. Gewetts-Rechnungen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:wird ein Blockhaus und eine Burg erwähnt. (BA 86) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485&lt;br /&gt;
:verpflichtet sich Aalhardt Johanssen vor dem Rat, das alte Tief bei Warnemünde , auf 6 [[Ellen]] (3,44 Meter) tief, also nicht mehr als Rotger Horn 200 Jahre zuvor, und 50 Ellen (28,5m) breit zu machen. (KFC, Voß p111) * [[&amp;quot;Kontract des Raths mit Aalhard Johannsen über die Vertiefung des Hafens am 1. Februar 1485]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Bei der Domfehde, auch sogenannten &amp;quot;Rostocker Fehde&amp;quot; erobern die fürstlichen Truppen das Alte Tief &#039;&#039;&#039;östlich&#039;&#039;&#039; Taterhörn und den dahinter liegenden Rostocker Hafen,&lt;br /&gt;
:Alle Gebäude und Bollwerke werden in Brand gesteckt und bis zur Wasserfläche niedergebrannt. &#039;&#039;&#039;...de mure vör &#039;&#039;(!)&#039;&#039; der Luchten wart geworfen in dat Depe..&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit in Markgrafenheide (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519. &lt;br /&gt;
:-Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
:— Mai, 23. Ausbesserung des „Tiefs&amp;quot; bei Warnemünde &#039;&#039;&#039;(Heutiger Alter Strom der zwischen 1487 u. 1519, durch das Steinriff hindurch, schiffbar gemacht worden ist.)&#039;&#039;&#039;. (BGHR 12,16.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1566&lt;br /&gt;
:Warscheinliche Gründung des Forstdepartementes (erstmalige Nennung). (BHC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde und der Heideküste liegenden dänischen Blockadeschiffe. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe ( [[sic.]] ) an der mecklenburgischen Küste &amp;quot;und trieb sie ans Gestade des Meeres&amp;quot;. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579, 14.März&lt;br /&gt;
:Gelegentlich einer Ratsverhandlung mit den &amp;quot;verordneten Bürgern&amp;quot; über den Zustand der von ihnen verwalteten Landgüter tritt Jochim Barchmann, der Verordnete der Müggenburg, auf und sagt unter anderem, er wolle einen &amp;quot;Graffen&amp;quot; der Stadt zum Besten in die Heide &amp;quot;ziehen&amp;quot; und &amp;quot;das Depf zugleich buwen&amp;quot;. (Voß p129)&lt;br /&gt;
:Bei diesem Graffen und dem Tief handelt es sich um den Stinkengraben vom Heiligen See bis zur &amp;quot;Alten Mündung&amp;quot;, einem Durchstich am Standort der hier viel später gelegenen Schofer-Bude. Die &amp;quot;alte Mündung&amp;quot; wurde bald nach der Anlage des Moorkanals zwischen Hütelmoor und Radelsee nach 1760 wieder geschlossen.&lt;br /&gt;
;Es ist warscheinlich, aber nicht gesichert, daß bei dieser Gelegenheit der Ortsname Markgrafenheide durch eine Verballhornung aus der Zusammenlegung der Worte &amp;quot;Moor&amp;quot;-&amp;quot;Graffen&amp;quot;-&amp;quot;Heide&amp;quot; entstanden ist.&lt;br /&gt;
: [[Datei:KFC Warnemünde 45 381 1582 .jpg|900px|links|RH KFC Warnemünde 45 381 1582]]&lt;br /&gt;
;1582, &lt;br /&gt;
:11.Mai&lt;br /&gt;
:Fasste der Rat den Beschluß, mit den Steinen der Hundsburg &#039;&#039;&#039;das 1487 beim Taterhörn geschaffene &amp;quot;Neue Tief&amp;quot; zu fangen&#039;&#039;&#039; &#039;:&#039;(also zu schließen)&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586&lt;br /&gt;
:Der Hof des Wasenmeisters Johann Thor Balck wird angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, ab 8. August&lt;br /&gt;
:Der Hof des privaten Ratsjägermeisters Jürgen Brandt, ( &amp;quot;Jaegermeister und Wildschutzen&amp;quot;) erstmals genannt.&lt;br /&gt;
:(Köster S.15-18)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1592,4.Juni&lt;br /&gt;
:Beschwerde Johann Thor Balcks beim Rostocker Rat wegen Besitz-Zerstörung und Mißhandlung durch Jochim Berckman (KFC Mgh p10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1617, 23.Dezember&lt;br /&gt;
:Steht im Ratsbuch zu lesen &amp;quot;dass Holz, Torf und anderes Baumaterial für den Rostocker Hafen in Markgrafenheide in Boote geladen und so nach Warnemünde gebracht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1624, 1. Juni bis 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Eine Pestwelle überzieht das Rostocker Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Februar &lt;br /&gt;
: [[&amp;quot;Die große Flut&amp;quot; ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 11. April&lt;br /&gt;
:Albrecht Dobbin notiert in seiner Gewettsrechnung:&lt;br /&gt;
: &amp;quot;Den 4. November mit meinen Herren Collegen H.Jakob Crullen und Herrn Gryphio nach der Marggrauenheyde gewesen &#039;&#039;&#039;das hauß abnehmen, und das holz nach der Muggenborch fuhren laßen&#039;&#039;&#039; und das große hol &#039;&#039;(Loch)&#039;&#039; , so aus dem heiligen Sehe in die große Sehe gebrochen besichtigt und wieder zu verfertigen angeordnet, und was dabey vertzehret, haben die burger bey der Heyde richtig gemachet. Zur Müggenborgch benachrichtiget. 6 Schilling Drinkgeld gegeben ...&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Quelle:KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;(Darunter ist warscheinlich der endgültige Abriß des vormals von Thor Balk begründeten Anwesens zu verstehen.)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1626, ab&lt;br /&gt;
:Die Kriegsfurie des Dreißigjährigen Krieges breitet sich bis in die Region Rostock aus, die Schäfereien Born und Fulleri gehen unter, die von Markgrafenheide und Moorhof liegen über viele Jahre wüst.&lt;br /&gt;
:Während der Besetzung Warnemündes durch die kaiserlichen Truppen schmuggelten die Warnemünder über das weit östlich gelegene &amp;quot;Alte Tief&amp;quot;, doch gestattete die geringe Breite und Tiefe des Fahrwassers nur die Durchfahrt von kleinen Fahrzeugen. (BW2 p97)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zu Markgrafenheide und Moorhof liegen im Archiv der Hansestadt Rostock oder anderen Archiven für die Zeit von 1626 bis 1660 keinerlei Dokumente vor.&lt;br /&gt;
:Warscheinlich ist das eine Folge des Dreißigjährigen Krieges.&lt;br /&gt;
:Forstinspektor H.F.becker schreibt in seiner Chronik der Rostocker Waldungen:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 dürfte man auch nichts für die Cultur der Waldungen erwarten als Ruhe vor Menschenhänden; sie wuchsen auf, verbreiteten sich und nahmen die Plätze zum Theil wieder ein, welche die Ackercultur ihnen geraubt hatte&amp;quot;. (H.F.Becker. Die Chronik von den Waldungen der Stadt Rostock,1839)&lt;br /&gt;
:Erst ab 1691 gibt es Nachrichten über den erneuten &#039;&#039;&#039;Aufbau von Gebäuden&#039;&#039;&#039; in Markgrafenheide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide bis zur napoleonischen Zeit (1649 bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1663&lt;br /&gt;
:Wurde das Moor und zum Teil auch der Wald überflutet: (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675&lt;br /&gt;
Verhandelt die Stadt Rostock mit Johann Eggers und Johann Röder über Pachtland zur &#039;&#039;&#039;Wiederbesiedlung&#039;&#039;&#039; auf der Markgrafenheide. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1691/92&lt;br /&gt;
:In einer Abrechnung von Johann Schimmelmann´s über Ausgaben von Bauten in Markgrafenheide werden erwähnt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Anno 1691 habe ich zu Marggraven Heyde den Stall baven lashen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Anno 1692 ist dort ein neues Haush, groß von 4 Gebint neugebaut.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(KFC Mgh p13)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1696. &lt;br /&gt;
:Der Rost. Artilleriemeister Gottfr. Lust entwirft seine Karte von der Rostocker Heide. In ihr wird Markgrafenheide kartographisch erstmalig dargestellt. (BGHR 2s,25 ff. 5,127. 6,127. 14,5 ff.)&lt;br /&gt;
: [[&amp;quot;Grundlicher / Abriß der Stadt /Rostock Heyde / Anno 1696 / Den&amp;quot;. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1703, 8.Dez.&lt;br /&gt;
:Wütete hier ein Orkan. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1710&lt;br /&gt;
:Strandfischerei in Markgrafenheide nachweisbar. (AFN)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;1715. Febr., 13. bis. Aug., 31. &lt;br /&gt;
:Streit mit Herzog Carl Leopold betr. Accise, Mit Besatzungsrecht u. Jagd in der Rost. Heide. Protocollum... (BGHR la.7 Nr. 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1737&lt;br /&gt;
:wird das Kossatenhaus (heute Forstfuhrmannshof) angelegt. Die Inschrift an einem Balken des Hauses verweist auf dieses Baujahr. Es wäre somit das älteste erhaltene Haus in Markgrafenheide. (KFC MgH)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rothermann Niederhagen 1765 Auszug MGH.jpeg|thumb|300px|rechts|Karte6 Rothermann-Karte von 1765 mit dem gerade neu angelegten Moorgraben ]]&lt;br /&gt;
;1760&lt;br /&gt;
:Die Kaufleute Paul Grube und Johann Georg Stypmann lassen den Moorkanal zwischen Radelsee und Hütelmoor als &#039;&#039;&#039;neue Durchstich-Trasse quer durch die feste Mergel-Barriere der Eisrandlage&#039;&#039;&#039; anlegen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
:Sie durchschneiden dabei die &amp;quot;Große Wiese&amp;quot; und verbinden den Stinkengraben bei der alten Mündung &#039;&#039;&#039;erstmals&#039;&#039;&#039; mit dem Radelsee&lt;br /&gt;
:(Quelle: BHC/ Dolberg p15)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1765&lt;br /&gt;
:Inventarisierung nach der Directorialvermessung Markgrafenheide durch F.C.Rothermann (KFC Mgh p15)&lt;br /&gt;
:In dieser Karte wird erstmals der Bestand eines Hauses am den Kossatenhäusern gegenüber liegenden Ufer des Moorkanals nachgewiesen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767, 30.11./1.12.&lt;br /&gt;
;-&#039;&#039;&#039;Großer Durchbruch bei einer Sturmflut zwischen Taterhörn und Stubbenwiese nördlich des Radelsees&#039;&#039;&#039;, beim früheren &amp;quot;Alten Tief&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(schriftliche Quelle: AHR 3.9. RO Wmde45 Nr.258)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1777&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der Torfstecher-Katen zu Marggrafenheide &#039;&#039;(beim Milchsteg !, siehe auch 1765)&#039;&#039; wird zur Holzwärter-Wohnung eingerichtet&amp;quot; (§6 des &amp;quot;Landesherrlichen Regulativs der Verwaltung der sogenannten Rostocker Heyde&amp;quot; KFC Mgh p4) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-Im &amp;quot;Magazin für die neue Historie und Geographie&amp;quot; Bd.11 wird die &amp;quot;Meyerey Marggrafenheide&amp;quot; als zu den &amp;quot;Rostocker Gütern&amp;quot; gehörig genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1778, 8.Nov.&lt;br /&gt;
:wehete zum Schaden der Forst ein starker Sturm. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1783, Januar&lt;br /&gt;
:Kommt der Holländer Carl Gustav Lorentz &amp;quot;zu Markgrafenheide&amp;quot; in den Rostocker Gewettsakten als Vormund der Kinder seines Bruders, des Toitenwinkler Holländers Jochim Christian Lorentz vor. (KFC Mgh p13, BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1792, 11./12,Dez.&lt;br /&gt;
:herrschte ein starker Sturm  (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1793&lt;br /&gt;
:warf ein heftiger Orkan ziemlich viel Holz in der Waldung um. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796&lt;br /&gt;
:läßt die Stadt den Moorgraben vertiefen, sowie mit Bohlen und Flechtwerk ausbauen, zur Verwirklichung des Vorhabens, den Torfabbau zu forcieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:AHR 3.01. 1416 Tarnow Karte hochaufgelöst.jpg|thumb|500px|rechts|Karte7  Die Karte des Hospitalmeisters Tarnow 1796/1809 ergänzt A1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 8.August kam über den Schnatermann und den grössten Teil Markgrafenheides ein Gewitter mit großem Hagel, der die Feldfrüchte und Fensterscheiben zerschlug und großen Schaden anrichtete. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801, 3.Nov.&lt;br /&gt;
:war ein heftiger Sturm, der die Torfscheune umwarf. (BKC)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;1804&lt;br /&gt;
:15.Sept. Überstieg das Meer die Dühne und planierte sie. (BHC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806-1813&lt;br /&gt;
:waren französische Soldaten auch in Markgrafenheide stationiert&lt;br /&gt;
:Sie waren Teil einer Signal-Staffette und teilweise auch in den Fischerbuden untergebracht.&lt;br /&gt;
:Am 28. November leuchteten bei einer Probezündung die Alarmstangen vom Fischland bis Markgrafenheide durch die Nacht. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1807, 30.Okt.&lt;br /&gt;
:überstieg das Meer die Dühne und planierte sie. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:wird &amp;quot;Markggrafenheide Vorwerk&amp;quot; in &amp;quot;Marggrafenheide Dorf&amp;quot; umgewandelt. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide bis zur Reichseinigung (1814 bis 1871)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rostocker Heide Grälert FA1823 Becker.jpg |thumb|450px|rechts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1815&lt;br /&gt;
:-25.März starb der Holzwärter Carl Friedrich Wramp zu Markgrafenheide 68 Jahre alt. (BKC)&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der Holzwärter Wramp wurde ohnfern des Markgrafenheider Weges todt gefunden.&lt;br /&gt;
:Er liebte starkes Getränk und glaubte an Spuk.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:H.F.B.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 29.Dez &lt;br /&gt;
:erschoß sich der Holzwärter Johann Christian Nicolaus Grälert zu Markgrafenheide 43 Jahre alt als er mit einer geladenen vor sich gehaltenen Büchse die mit einander kämpfenden Hunde trennen wollte. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825, 4.Februar&lt;br /&gt;
:Hatten wir öfteren hohen Stand und Übertritt des Meeres über die Dühne, entstand beim Sturm aus Nordosten eine wahre Sturmflut, welche 300 000 Quadratruthen  (650ha) der Wiesen und des Waldes überschwemmte. Die Wasserhöhe war 6 Fuß 8 Zoll (1,95m) über dem mittleren Stand des Meeres gestiegen, die Düne von der Fischerbude zu Markgrafenheide bis zum Rosenort 450 Ruthen (2100m) lang stand ganz unter Wasser, davon wurden 370 Ruthen ganz und 80 Ruthen halb planiert. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1821/1833&lt;br /&gt;
:Mit der Abschaffung der Waldweide muß die &#039;&#039;&#039;Beweidung der verbleibenden Gemeindewiesen&#039;&#039;&#039; ersatzweise in hohem Maße &#039;&#039;&#039;intensiviert&#039;&#039;&#039; werden&lt;br /&gt;
:(Quelle: BHC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1826, 17.Mai&lt;br /&gt;
:geriet ein aus Finnland kommendes Schiff bei starkem WestNordWest-Wind vor Warnemünde in Seenot.&lt;br /&gt;
:Alle Besatzungsmitglieder wurden von den Warnemündern gerettet.&lt;br /&gt;
:Das Schiff dagegen trieb steuerlos auf den Strand bei den Markgrafenheider Fischerbuden und dessen Ladung ging über Bord.    (KFC Mgh)                                                                                                                                                                                                                              &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 12.Juni bis 15. Dezember&lt;br /&gt;
:In der Fischerbude sowie dem Haus des Holzwärters Russow wird eine Quarantäne-Wache zur Abwehr der Cholera-Epedemie eingerichtet   (KFC Mgh 119/122)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833 - 1839&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Beckerschen Forsteinrichtung umfassender Ausbau der Wasserwege für den Holztransport, incl. Moorkanal. (BKC)&lt;br /&gt;
:Der Kanal endete am Nordostrand des Moores mit einem Wende-Becken (das &amp;quot;Y&amp;quot;) an dem ein Gebäude errichtet wurde und ließ dort den Holzlagerplatz I &amp;quot;Moorhof&amp;quot; neu anlegen.&lt;br /&gt;
:Fortan konnte mit Hilfe des Wende-Beckens das geschlagene Holz im ganzen Stamm geflößt werden und den kleinen Holzprahmen waren Wendemanöver möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837&lt;br /&gt;
:-den 7.und 8. April viel so viel Schnee, das einige Gebäude bis zum Dach zugeschüttet waren.  (BKC)&lt;br /&gt;
:den 29. November wütete ein Orkan. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863 &lt;br /&gt;
:In der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember war ein solcher Sturm, daß in der Rostocker Heide&lt;br /&gt;
:ungefähr 26 000 bis 30 000 Bäume umgestürzt sind  (BKC-Fortsetzung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide im Kaiserreich (1871-1918)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Malchin Markgrafenheide Kartoffelsammlerinnen a oJ.jpg|thumb|500px|rechts|Malchin Markgrafenheide Kartoffelsammlerinnen Foto: W.Steinmüller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, November &lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Große Sturmflut&amp;quot; planiert auch die Dünen zwischen Taterhörn und Markgrafenheide und durchbricht die Küste hier auf großer Breite. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1879, bis 1902 &lt;br /&gt;
:verhandelt W. Dettmann ergebnislos mit der Stadtverwaltung und der Forstinspection über den Bau von Hotel, Sanatorium und Seebrücke. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:erste Planungen zum Bau einer Straßenbahn scheitern an Geldmangel. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903. &lt;br /&gt;
:- die Wartehalle der Strandbahn, das heutige Restaurant &amp;quot;Utspann&amp;quot; wird gebaut. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
:— Die Alte Deepe ostwärts von Warnemünde bei der Hohen Düne wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. BHGR 12,4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907/08&lt;br /&gt;
:Bau der Chaussee Warnemünde Hinrichshagen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1908&lt;br /&gt;
:ein neues Forsthaus wird errichtet. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Februar - die ersten Bauarbeiten für die Strandbahn beginnen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
:1. Juli feierliche Einweihung der Strandbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;31.12.1913/ 1.1.1914&lt;br /&gt;
:Durchbruch auch am Radelsee-Gebiet, bei der sogenannten Silvesterflut (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
;1914 &lt;br /&gt;
:In Auswertung der Silvesterflut Umsetzung eines umfassenden Eindeichungs- und Sperrwerksprojektes im Gebiet zwischen Breitling und Rosenort, so auch komplex im Radelsee-Gebiet. (UGR)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide während der Weimarer Republik (1918-1933)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1924, 9.Dezember&lt;br /&gt;
:offizielle Eingemeindung von Markgrafenheide nach Rostock. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926,17.Juni&lt;br /&gt;
:Der plattdeutsche Verein &amp;quot;Unkel Broesig&amp;quot; weiht sein neues Domizil in Markgrafenheide ein.  (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1928, 4.Juni&lt;br /&gt;
:wird die Genehmigung zur Errichtung einer Siedlung in den &amp;quot;Budentannen&amp;quot; westlich der Schneise erteilt. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 10. Juli&lt;br /&gt;
:brennt das zweite, um 1835 erbaute Forsthaus nieder.&lt;br /&gt;
:Um 12.30 Uhr ging bei der Rostocker Feuerwehr folgende Meldung ein: &amp;quot;Großfeuer im Kruggehöft von Markgrafenheide&amp;quot; (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide im dritten Reich (1933-1945)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1934, 4.Mai&lt;br /&gt;
:wird der Kaufvertrag zwischen der Stadt Rostock und der DVS &amp;quot;Deutsche Verkehrsfliegerschule&amp;quot; geschlossen.&lt;br /&gt;
:Im gleichen Jahr entsteht die Kasernenanlage im Ort, zunächst als Unterkunft für die in Hohe Düne angesiedelte Fliegerschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1937 &lt;br /&gt;
:Die Kasernenanlagen gehen in den Besitz des Reichsfiskus für Luftfahrt über.&lt;br /&gt;
:Von da an wird begonnen die Doppelhaussiedlung (heute Waldsiedlung) zu bauen.&lt;br /&gt;
:Nach einem Besuch des Rostocker Oberbürgermeisters in Markgrafenheide erfolgt der Ratsbeschluß &amp;quot;Das die Budentannenschneise vom Krug Markgrafenheide (Forsthaus) bis zur See als fester Weg ausgebaut wird.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940&lt;br /&gt;
:Auf der Großen Moorwiese wird für die Luftwaffe (&amp;quot;für die Dauer des Krieges&amp;quot;) ein Behelfsschießplatz eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1941&lt;br /&gt;
:Wird der Bau einer Trafostation am Ortseingang umgesetzt.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar daneben &amp;quot;werden 2 neue Baracken an der Warnemünder Chaussee gebaut.&amp;quot; Bestehen noch im ehemaligen Hotel Heidehof, am östlichen Ortseingang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1.Mai&lt;br /&gt;
:-um 5.10 Uhr fährt die Strandbahn zum letzten Mal.&lt;br /&gt;
:-Der Todesmarsch der Häftlingsfrauen aus dem Lager Oberhagen endet am Budentannenweg, wo die Wachmannschaften schließlich flüchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide während der SBZ und DDR (1945-1990)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1946&lt;br /&gt;
:Die Fahrzeuge der Strandbahn werden in Rostock eingesetzt, die Gleise werden abgebaut und beim Bau der Linie 4 in Rostock verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1949&lt;br /&gt;
:eröffnet eine Konsumverkaufstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Januar 1958&lt;br /&gt;
:In Markgrafenheide wird das Munitionslager der 4.Flottille eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Ebenfalls in Markgrafenheide wird mit dem Bau einer Wohnsiedlung für die Angehörigen der 4. Flottille begonnen. (Max-Reichpietsch-Str.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1958-1960&lt;br /&gt;
:Gescheitertes Bauprojekt des Küstenkanals Rostock - Ribnitz (Karl-Mevis-Gedächtniskanal)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Markgrafenheide in der heutigen Zeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1999&lt;br /&gt;
:Die heutige Moorgrabenbrücke erbaut&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2004&lt;br /&gt;
:Die 20 Jahre zuvor errichtete Plattenbau-Schule wird abgerissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2006&lt;br /&gt;
:Der Kletterwald wird eröffnet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2010,29.Juli&lt;br /&gt;
:Netto-Markt eröffnet in Markgrafenheide auf dem einstigen Schulgelände eine Filiale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2010&lt;br /&gt;
:Die frühere alte Schule wird unter dem Namen &amp;quot;Heidehaus&amp;quot; als Bürgerzentrum übergeben&lt;br /&gt;
:Das Haus ist als &amp;quot;NAW&amp;quot; Aktion (&amp;quot;Nationales Aufbauwerk&amp;quot;) errichtet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2012, 4.Mai&lt;br /&gt;
:Bei der Moorgrabenbrücke wird der vom Holzbildhauer Harald Wroost geschaffene &amp;quot;Fürst Borwin&amp;quot; eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2014, 17.Mai&lt;br /&gt;
:eröffnet auf dem Gelände des ehemaligen Pionierlagers das Strandresort Markgrafenheide eröffnet.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
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		<updated>2026-09-15T11:28:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: KFC_Warnemünde_45_381_1582&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
KFC_Warnemünde_45_381_1582&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
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	<entry>
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		<title>Chronologie und fortlaufende Ortschronik von Warnemünde</title>
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		<updated>2026-09-14T18:26:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Zivile Anfänge der Fliegerei in Warnemünde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Warnemünde&lt;br /&gt;
 | zeit = ab 1160 fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Autoren Christoph Wegner, Wilfried Steinmüller, Ronald Piechulek, Achim Schade&lt;br /&gt;
 | erstellung = seit 2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie und Geschichte von Warnemünde&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}==Der Küstenort Warnemünde chronologisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwendete Quellen-Kürzel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MUB   = Mecklenburgisches Urkundenbuch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LHA  = Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BGR R = Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock; Register zu Band 1 - 20 mit einer &#039;&#039;&#039;Zeittafel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(Das aufgeführte Ereignis findet sich jeweils unter dem angegebenen Datum in der &#039;&#039;&#039;Zeittafel des Registers&#039;&#039;&#039;, dem Kürzel ist die Jahrgangsnummer der oben genannten Beiträge mit Seiten-Angaben hinzugefügt )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC  = Krausesche Fundchronik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HA  = Heidearchiv Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RA  = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und Frühgeschichte===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten (KFC Wmde Mp45 397-381)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mittelalter bis zur Christianisierung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160&lt;br /&gt;
:Der dänische Chronist Saxo Grammaticus beschreibt die Seeschlacht auf dem Gudacra (Breitling) zwischen den Wenden und der dänischen Flotte unter König Waldemar und Bischof Absalon von Roskilde. (BGR R; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2 ; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,17)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===spätes Mittelalter 1200 bis zur Reformation 1517===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] &lt;br /&gt;
:betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige, verzichtet auf seine Rechte an den im Hafen der Rostocker gestrandeten Schiffen, verheißt den freien Verkehr vorbehaltlich des fürstlichen Zolles nicht zu stören, verleiht die Fischereigerechtigkeit für die Unterwarnow und das Stadtrecht für die Markscheide der Rostocker. &lt;br /&gt;
:In dieser Kaufurkunde erfolgt auch &#039;&#039;&#039;Warnemündes Ersterwähnung&#039;&#039;&#039;. Die Stadt Rostock erhält das Strandrecht in &#039;&#039;&#039;ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; am &#039;&#039;&#039;rechten&#039;&#039;&#039; Warnow-Ufer.  &#039;&#039;(also östlich Taterhörn)&#039;&#039; (BGR R &#039;&#039;&#039;3b&#039;&#039;&#039;,6.24 Nr.32; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,1f,6; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,35; &#039;&#039;&#039;14&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
;Das Kürzel (Mgh) am jeweiligen Ereignis, weist darauf hin, das es am zwischen 1252 und 1478 existierenden &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot;&#039;&#039;&#039; an der alten Warnowmündung zwei Kilometer östlich der heutigen Ortslage Warnemünde stattgefunden hat. &lt;br /&gt;
:Das parallel am heutigen Standort Warnemündes gelegene Fischerdorf dagegen wird erstmalig im Jahr 1262 erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1257/58&lt;br /&gt;
:Ältester Beweis für das Vorhandensein Warnemündes durch Erwähnung eines Hauses daselbst. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1262, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte am Hafen Warnemünde. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;17. Dez.&lt;br /&gt;
:die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig Urkunden in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich Borwin III. verleiht den Rostockern das städtische Recht in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; (!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.6) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;) 2 Mark Silber (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278, 21. Dez.&lt;br /&gt;
:Fürst Woldemar verspricht daß bis nach Warnemünde und bis ans Meer hinunter überall in einer Meile Entfernung vom Fluss keine Festung errichtet werden soll. (HA) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Steinen für den &#039;&#039;&#039;Hafenbau&#039;&#039;&#039; in Warnemünde in einer Kämmereirechnung. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1286, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock erwirbt aus fürstlichem Besitz den Pagenwerder. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,21.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch Rötger Horn den &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; (&amp;quot;von der Tonne bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 Ellen &#039;&#039;(12 Fuß, etwa 4 Meter)&#039;&#039; bringen. (MUB Nr.1977 BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XV; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300 April&lt;br /&gt;
:Die mecklenburgischen Fürsten Heinrich I. der Pilger und Heinrich II. der Löwe halten sich im &#039;&#039;&#039;fürstlichen Warnemünde&#039;&#039;&#039; auf. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark belehnt Fürst Nikolaus von Rostock als Schutz gegen die Feinde des Fürsten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1301, 28. Juli&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300-1314&lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Rostocker Warnemünde&#039;&#039;&#039; ist Hauptschauplatz der Kämpfe König Erichs von Dänemark, Markgraf Albrechts von Brandenburg, Fürst Heinrichs von Mecklenburg u.A., gegen die Stadt Rostock. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 2. Mai&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark wiederum in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1307, 1. November&lt;br /&gt;
:(nach anderen Quellen auch &#039;&#039;&#039;1304&#039;&#039;&#039;) Die Allerheiligen-Flut überflutet die gesamte Dünen-Nehrung von Diedrichshagen bis zur Rostocker Heide. Ihr Scheitelwert soll 14 Fuß (ca. 4,6 m) über dem normalen Wasserstand betragen haben.  (BGR R)&lt;br /&gt;
:Als Folge der Flut wird die Warnow-Mündung auf eine Länge von ca. 500 Meter gänzlich verschüttet. Nach der Flut wird der Warnow an anderer Stelle durch den ersten künstlichen Nehrungsdurchstich eine neue Mündung und ein erneuter Hafenzugang geschaffen &#039;&#039;&#039;(das erste Tief)&#039;&#039;&#039;. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1309, 14. Aug.&lt;br /&gt;
:Heinrich der Löwe in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,16; &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,8.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311, nach dem 16. Sept.&lt;br /&gt;
:Der von König Erich zum Hauptmann (capitaneus) des Landes Rostock ernannte Fürst Heinrich der Löwe sperrt den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039;, indem er auf jeder Seite des Stromes einen hölzernen Turm errichtet und zwischen den Türmen eine Brücke erbaut. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311/12&lt;br /&gt;
:Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Rostocker brennen das &#039;&#039;&#039;fürstliche Dorf&#039;&#039;&#039; Warnemünde nieder. &lt;br /&gt;
:bis Mai Die Rostocker bauen einen neuen Turm auf der Ostseite &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; (!!) Stromes aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche und des im Bau befindlichen Petriturmes in Rostock. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,15f. &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XI.XII &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,14f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7ff.11f.56.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 23. Juni&lt;br /&gt;
:König Erik klagt darüber das nicht nur die Kirche, sondern auch der Ort und besonders das Haus, das er für sich und die Markgrafen &#039;&#039;(von Brandenburg)&#039;&#039; gebaut habe, zerstört sei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;30. Juli &lt;br /&gt;
:Belagerung Rostocks und des Turmes in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039;(!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde durch Dänenkönig Erik Menved. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Juli&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Heinrich von Mecklenburg sperrt das Tief unterhalb des Turmes. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;9. September&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Übergabe nach der Belagerung. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;September/Oktober&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Verbündeten bauen den eroberten Turm durch Hinzufügung von 4 kleinen Türmen einer Mauer und eines Grabens zu einer Festung aus und halten sie gemeinsam besetzt (später Dänscheburg/ dän. Danskeborg) (BGR R; KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:In den Beschwerden des dänischen Königs heißt es das diese (Die Rostocker) vor der Übergabe von Warnemünde den Ort und die Kirche verbrannt und das Haus, das der König für sich und den Markgrafen Waldemar von Brandenburg erbaut, niedergebrochen hätten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erich verabredet mit dem Markgrafen Waldemar von Brandenburg, daß die Summe, die sie dafür durch Verhandlung von den Rostockern bekommen würden, daß der vor Warnemünde erbaute Turm wieder abgebrochen und nie wieder aufgebaut werden dürfe, gleichmäßig zwischen ihnen geteilt werden solle. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 15. Dez.&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock unterwirft sich dem König Erich und dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und verspricht u.A. in Warnemünde eine schöne hölzerne Kirche zu bauen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Der Markgraf Waldemar von Brandenburg verkauft seine Hälfte des Warnemünder Turms an den König von Dänemark, der damit in den Besitz des ganzen Turms gelangt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1314, 25. Nov.&lt;br /&gt;
:Tod des Fürsten Nikolaus von Rostock, des letzten Fürsten aus der Rostocker Linie. Das Lehen fällt an den dänischen König zurück (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317 7. Januar&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit Ausnahme des &#039;&#039;&#039;Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R &#039;&#039;&#039;1d&#039;&#039;&#039;,3. &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;25. November&lt;br /&gt;
:Friede von Templin mit dem brandenburgischen Markgrafen Waldemar. Laut Friedensvertrag belehnt Erik von Dänemark Heinrich (II.) von Mecklenburg mit der Herrschaft Rostock, außer Warnemünde und der Dänscheburg. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark stirbt und Fürst Heinrich (II.) besetzt die Dänenburg. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322, 24. September&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich II. von Mecklenburg verkauft das  &amp;quot;Haus und den Turm&amp;quot; an die Stadt zum Abbruch, die eigentlich dem dänischen Vogt Niels Olufsen gehören und durch Heinrich wiederrechtlich besetzt worden war. (MUB 4377, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70.f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Stadt erwirbt von Heinrich II. von Mecklenburg das &#039;&#039;&#039;fürstliche&#039;&#039;&#039; Dorf (villa) Warnemünde mit dem ganzen &#039;&#039;&#039;westlichen&#039;&#039;&#039; Warnowufer (das damals am Taterhörn auf der hohen Düne lag, bis an die Grenze von Diedrichshagen, mit Eigentumsrecht, voller Gerichtsbarkeit, mit Gestattung der Anwendung des Lübischen Rechts, Fischereigerechtigkeit bis in die See hinaus, behält sich aber das Patronatsrecht vor. (KFC) Das heutige, ehemals fürstliche Warnemünde wird &#039;&#039;&#039;damit Rostocker Stadtbesitz&#039;&#039;&#039;. (MUB 4423, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.14)&lt;br /&gt;
:21. Mai - Heinrich II. erkennt zu Nyköbing auf Falster vvon König Christoph an, das &#039;&#039;&#039;erbliche&#039;&#039;&#039; Lehen (vorher nur Pfandlehen) am Land Rostock von der Krone Dänemarks erhalten zu haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7. April&lt;br /&gt;
:In einem Rostocker Stadtbuch findet sich die Notiz, daß Warnemünde freies Eigentum der Stadt sei, die daselbst die volle Gerichtsbarkeit ausübe und ihr die Abgaben und Einnahmen zukämen. Die Warnemünder Renterverhältnisse (?) würde der Rat in Ordnung bringen. Obwohl somit Warnemünde ganz zu Rostock gehörte, finden wir auch in der Folgezeit die Mecklenburgischen Fürsten häufig dort. Auch bleibt es noch längere Zeit der Versammlungsort für die Truppen, die dem Dänenkönig zu Hilfe gesandt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1337&lt;br /&gt;
:Verfestung des Knappen Vicke Valkenhagen, weil er Strandgut bei Warnemünde geraubt, also in das Strandrecht Rostocks eingegriffen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1339, 5. Nov.&lt;br /&gt;
:Anlegung eines eigenen Stadtbuchs für Warnemünde, Kassebohm und Barnstorf.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348, 19. Sept.&lt;br /&gt;
:Erwähnung eines (verstorbenen) Dieners des Warnemünder Vogts und einer von ihm benutzten Wiese. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lucerna&amp;quot; (Laterne) von Warnemünde erwähnt. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1349, 22. Febr. - 1350, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Kämmereirechnung erwähnt den Bau von Befestigungswerken in Warnemünde, die, wie aus der Kämmereirechnung von 1363/64 hervorgeht, zum Schutz der Leuchte dienten. Auch wird der Baum in Warnemünde genannt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1350, 24. Aug. &lt;br /&gt;
:Bruchstück einer Rechnung in dem als Einnahme u.A. 7 Mark de collecta in Warnemünde vorkommen. Daß die Gesamtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes jährlich 7 Mark betrug. (zeigt der Vertrag von 1359, 18.Dec. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1359, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Vertrag des Rostocker Rats mit den Warnemündern (&amp;quot;burgenses in Warnemunde&amp;quot;) über Dienste und Schoß. Die Warnemünder sollen jederzeit unentgeltlich zu den städtischen Bauten in Warnemünde helfen und andere notwendige Dienste leisten. Der Rat sagt ihnen dafür zu, daß die von altersher auf 7 Mark festgesetzte Gesammtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes nicht erhöht werden soll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1381, 22. Febr. bis 1882, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Erste erhaltene Gewettsrechnung, in der die bisher in den Kämmereirechnungen vorkommenden Ausgaben für Warnemünde erscheinen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Blockhaus und &#039;&#039;&#039;Burg&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475, 23. April&lt;br /&gt;
:Kaiser Friedrich III. bewilligt den Meckl. Herzögen einen Zoll zwischen Rostock und Warnemünde, doch verzichtet Herzog Heinrich mit seinen Söhnen &#039;&#039;&#039;1476, am 23. April&#039;&#039;&#039; auf die Erhebung, weil sie den Rechten und Freiheiten der Stadt zuwiderläuft. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen auf eine Tiefe von 6 Ellen bringen und verbreitern. (BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XVf.67f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Während der Domfehde nehmen die Meckl. Herzöge am 24. Juli 1487 den Ort. Am 1. August der &#039;&#039;&#039;befestigte Leuchtturm&#039;&#039;&#039; vom Herzog genommen, Warnemünde und die dortigen Befestigungen zerstört, die Dachziegel als Beute hinweggeführt. (KFC)und(BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,16. &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,36f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1494&lt;br /&gt;
:Erwähnung der Warnemünder Vitte (Fischerlager) in Falsterbo, neben der Rostocker Vitte. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1495, 17. März&lt;br /&gt;
:Die Herzöge nehmen Warnemünde ein, arretieren die Rostocker Schiffe und verbieten Ein- und Ausfuhr. Bau von Befestigungswerken zur Sperrung des Hafens. (KFC und BGR R ) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:10. April&lt;br /&gt;
:Waffenstillstand; die Herzöge verpflichten sich Warnemünde nicht wieder zu befestigen. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:7. Dezember&lt;br /&gt;
:Vergleich zwischen den Herzögen und der Stadt. Die Herzöge behalten sich vor, &#039;&#039;&#039;die Befestigung um den Leuchtturm zu zerstören.&#039;&#039;&#039; Sie betrachten es seitdem als ihr Recht, daß ohne ihre Genehmigung keine Befestigung in Warnemünde angelegt werden darf, geben aber Warnemünde an Rostock zurück. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71f) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1496, 28. Februar&lt;br /&gt;
:Die Herzöge geben der Stadt die Erlaubnis zur Erhebung einer Bieraccise. Als Grund wird u.A. aufgeführt, daß Mittel zur Instandsetzung des Hafens und des Neuen Tiefs gebraucht würden. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1510, 27. Juli/2. August&lt;br /&gt;
:Die Herzöge protestieren gegen den Bau eines Blockhauses, der durch den Krieg mit Dänemark veranlaßt ist. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,72)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:9. August&lt;br /&gt;
:Der Krieg der Städte gegen König Johann von Dänemark hat die Herzöge von Mecklenburg veranlaßt, den Rostockern die Errichtung eines Block- und Korbhauses (Feuerkorb als Leuchtsignal) zu Warnemünde zu gestatten, unter der Bedingung, daß diese Befestigungen nach Beendigung der Fehde wieder abgebrochen werde.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519, &lt;br /&gt;
:Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1522, 27. August&lt;br /&gt;
:Auch als Rostock gemeinsam mit Lübeck Gustav Wasa eine Flotte zu Hülfe sandte wird in Warnemünde ein Korbhaus (Feuerkorb als Leuchtsignal) eingerichtet.  (in 14 Tagen vollendet). (BGR R) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535&lt;br /&gt;
:Neue Verhandlungen mit den Herzögen wegen Errichtung einer Schanze oder eines Korbhauses zum Schutz des Warnemünder Hafens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535, 10. Juni&lt;br /&gt;
:Die Stadt soll sich dem Herzog verpflichten, das Korbhaus, das sie bauen will, nach Beendigung des Krieges der wendischen Städte gegen den Herzog von Holstein wieder zu zerstören. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1560&lt;br /&gt;
:Vogtseid für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Die Dänen unter König Friedrich von Dänemark sperren den Hafen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 21. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus beschweret sich bei den Beamten zu Dobberan, daß die Doberanschen Bäcker ihr Brodt nach Warnemünde brächten und daselbst zum praejudice der hiesigen Bäcker, denen Warnemündern in ihren Häusern feil böte; bitten, solches abzustellen.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 8. August&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus an den auf der Rhede von Warnemünde mit vier Schiffen liegenden dänischen Admiral Jürgen Appelgarde, darin sich Senatus beschweret, daß das dänische Schiffsvolk die Schwäne auf der Warnow schösse.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:gegen Ende des Jahres zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde liegenden Dänischen Blockade-Schiffe. (Becker Kirchspielchronik Röv.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe und trieb sie ans Gestade des Meers. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung, wonach hinfürder kein Warnemünder Schiffahrt treiben soll, ohne besondee Erlaubnis des Gewetts. Diejenigen Warnemünder, die zur Zeit die Schiffahrt betrieben, durften dabei bleiben, mußten aber einen Knecht halten, der während ihrer Abwesenheit die Fischerei und die Wache zu besorgen hatte. (KFC)&lt;br /&gt;
:- ebenso Gewettsordnung, wonach in Warnemünde außer dem Vogt und dem Barbier nicht mehr als 8 Krüge sein sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579&lt;br /&gt;
:Warnemünde brennt bis auf wenige Häuser ab. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1580&lt;br /&gt;
:Festsetzung des Bürgereides für Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erst jetzt beginnt die Zusammenlegung des Fischerortes durch die Ansiedlung des Hafens am heutigen Alten Strom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1582 4. Juli&lt;br /&gt;
:Herstellung des neuen Tiefs (= alter Strom ?) beendet. Der dabei gemachte Versuch das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Steinriff&amp;quot; im Strom&#039;&#039;&#039; zu durchbrechen wurde nur in geringem Maße erreicht. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1583&lt;br /&gt;
:Erneute Sperrung des Warnemünder Hafens durch dänische Kriegsschiffe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586, Juni-Juli&lt;br /&gt;
:Verhandlungen mit Herzog Ulrich, aus denen ersichtlich ist, daß die Landesherrn in Warnemünde ein Absteigequartier besaßen. Es wird die Einrichtung eines Kellers und die vom Herzog gewünschte Verlegung der Küche erwähnt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:&amp;quot;XXV Octobris hatt ein Erbar Rhat nebenst den verordneten Bürgern bey der Accise Kasten beschlossen das sie auf kunftigen dri Jahr zu Warnemünde eine weitere Luchte bauwen lassen wollten&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Ratsprotokoll Bernhard Scharffenbergs 1586-1598 Seite 131“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1593, 7. März&lt;br /&gt;
:Wiederholung der Verordnung wegen der Schiffahrt vom 20. Februar 1577. Wer sich nicht fügen will, soll bis zum nächsten Ostern mit allem seinem Gut nach Rostock ziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603, 29. Sept.&lt;br /&gt;
:Bestallung des Vogtes Peter Lange. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Den Warnemündern wird durch Ratsbeschluß den Warnemündern der Schiffbau verboten (1610 wird Bootsbau gestattet). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 18. Mai&lt;br /&gt;
:Anordnung einer Schonzeit für Vögel und Wild. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1609, 16. Jan.&lt;br /&gt;
:Ratsbeschluß, wonach zu Warnemünde der Wadenzug einem jeden freistehen soll und &amp;quot;niemandt einigen Ordt der fischerey in der Sehe für sein eigenthumb zu vortheidigen gestattet sein soll.&amp;quot; die Weddeherren sollen die Anlegung neuer Wadenzüge begünstigen, da im Vorjahre nur 3 Heringswaden auf 2 Zügen in Betrieb gewesen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1613, 6. Febr.&lt;br /&gt;
:Jochhim Evers in Warnemünde wird der Bootsbau in seinem Hause gestattet. Auch soll er in Notfällen Schiffsreparaturen vornehmen dürfen, wenn keine Rostocker Schiffszimmerleute anwesend sind. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1619, 11./12. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Verlöbnis-, Hochzeits- Kindtaufs- und Feuerordnung für Warnemünde vom 13. Januar wird in Warnemünde in der Vogtei den sämtlichen Warnemündern vorgelesen, resp. von der Kanzel publiciert. Nach der Feuerordnnung sollen die Feuerstallen jährlich besichtigt werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1621, 10. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Bestrafung Fite Kempes zeigt, daß den Warnemündern das Fischen im Strom verboten war. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Febr.&lt;br /&gt;
:war die bekannte schreckliche Überschwemmung zu Rostock und in der Umgegend, davon in dem *[[&amp;quot;Etwas von gelehrten Rostockschen Nachrichten&amp;quot;  4.Jahrg. Nr.898 i.J. 1740]] eine ausführliche Nachricht abgedruckt sich findet.&lt;br /&gt;
:In Warnemünde wurden 74 der 150 Häuser des Ortes zerstört.&lt;br /&gt;
:In hiesiger Gegend soll ein großer Theil der Waldung unter Wasser gestanden haben, ja es soll das Wasser in Niederungen bis Blankenhagen  vorgedrungen seyn. Die Wasserhöhe des Maaßes war 14 Fuß &#039;&#039;(rund 4,60 m)&#039;&#039; über den mittlern Stand gestiegen. Die Meierey auf dem Moorhof (vorh. Moor genannt) stand völlig im Wasser, Pferde und Ochsen ertranken, die Bewohner saßen 3 Tage im Dach auf dem Heu. Zu Warnemünde wurden von 150 dortigen Häusern 18 an der Düne gänzlich weggerissen und 74 stark beschädiget ; viele Schiffe zertrümmert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 15. Februar&lt;br /&gt;
:Warnemünde durch den wallensteinschen Oberst St. Julian besetzt. Bau einer Schanze. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 9. März&lt;br /&gt;
:Warnemünde wird durch dänische Kriegsschiffe blockiert und bombardiert. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1631, Juli/August&#039;&lt;br /&gt;
:Angriff der kaiserlichen und der herzoglichen Truppen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 27. August Eroberung der Schanze durch Herzog Johann Albrecht und Oberst Lohausen. Abzug der Kaiserlichen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 28. August Die Schweden besetzen die Schanze allein. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 30. August Der schwedische Generalkommissar Erik Anderssen richtet im Einverständnis mit den aus der Verbannung zurückgekehrten Herzögen eine Zollstelle in Warnemünde ein. Sie bestand mit Unterbrechungen bis ins 18. Jahrhundert. (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632, 29. Februar&lt;br /&gt;
:Durch Vertrag zwischen Gustav Adolf und den mecklenburgischen Herzögen bleibt der schwedische Zoll in Warnemünde bestehen. Schweden halten die Schanze besetzt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1634, 3. Nov.&lt;br /&gt;
:Die Vernehmung einiger Warnemünder Fischer durch die Gewettsherren beweist, daß man noch damals nach Falsterbo zum Heringsfang zog und daß die Warnemünder verpflichtet waren, ihn mitzumachen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1637, 29. April&lt;br /&gt;
:Ausbesserung der Schwedenschanze (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1638, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Kaiserlichen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1639, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Rostockern demoliert, aber gleich darauf von den Schweden zurückerobert und wieder hergestellt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1646, 1. und 7. März, sowie 1647, 7. Jan.&lt;br /&gt;
:Mandate gegen das Karpfen und Hecht angeln. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1648&lt;br /&gt;
:Westphälischer Friede. Vergebliches Bemühen der Stadt Rostock, den Warnemünder Schwedenzoll zu beseitigen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1660 8. März&lt;br /&gt;
:Im schwedisch-polnischen Krieg Besatzung der Schwedenschanze von kaiserlichen Truppen zur Übergabe gezwungen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 23./24. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze von den Kaiserlichen unter Montecuculi zerstört. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 19. April &lt;br /&gt;
:Die kaiserlichen Truppen ziehen aus Warnemünde ab. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1661 Juni&lt;br /&gt;
:Die Schweden bauen eine neue Schanze auf der Ostseite von Warnemünde beim Zimmerhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1664, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot, daß aus der See kommende Schiffe in Warnemünde liegen bleiben, dort löschen und laden und Zimmern laßen, ohne mit ihren Waaren an die Stadt zu kommen.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665 25. März&lt;br /&gt;
:Die Schweden vertreiben die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665, 23. Sept.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot der Leinenweberei in Warnemünde&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1666, 31. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wiederholung des Mandats vom 12. Febr. 1664 mit Zusatz über die dem Vogt von den Schiffen zu zahlenden Gebühren.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 20. Aug.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder werden an die alte Observanz (1359, 18. Dez.) erinnert, wonach sie jederzeit Fuhren und Hülfe bei den notwendigen Bauten zu leisten haben. Wenn sie sich darin willig zeigen, wird ihnen das Aalstechen auf dem Breitling bis nach Großen Klein (mit gewissen Einschränkungen) sowie das Obstverfahren mit kleinen Böten gestattet, falls sie das Obst in Rostock einkaufen. Auch soll ihnen erlaubt sein, Rostocker Bier und Gartengewächse über die See in einige Klipphäfen zu bringen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 19. Dezember&lt;br /&gt;
:Feststellung, wieviel Bootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 13. April&lt;br /&gt;
:Wiederholung des Verbots der Leinenweberei in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 14. April&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Mandat betreff die Schonzeit für Wild und Vögel&amp;quot; (vgl. 1606, 18. Mai); &amp;quot;Verbot des Brachens (Kalfaterns), Bauens und Klopfens an den Schiffen während Barsche, Brachsen und andere Fische einziehen.&amp;quot;; &amp;quot;Verbot Schweine frei umherlaufen zu lassen&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. Nov.&lt;br /&gt;
:Erneutes Verbot des Fischharkens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. und 20. Nov.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot die Krüge bis in die Nacht offen zu halten.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1672, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot für die Warnemünder, Mehl von fremden Müllern zu kaufen. Das Mehl soll in der Stadt gemahlen und in der Stadt die Accise davon entrichtet sein.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 11. Febr.&lt;br /&gt;
:Auf E.E. Rats Dekret ermahnen die Gewettsherrn den Vogt, auf das Brotbacken beßer Obacht zu geben. Er erklärt, sein Bestes zu tun aber nicht verhindern zu können, wenn die Leute in der Stadt backten. Es soll offenbar in Warnemünde in den dortigen Backstuben gebacken werden. (Vgl. 1679, 29.März) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 29. März&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Fuhren nach Dänemark und andern Orten von den Warnemündern der Reihe nach besorgt werden sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675 16./17. Juli&lt;br /&gt;
:Die neue Schwedenschanze von den Brandenburgern besetzt. Die Gewettsherren ergreifen vom Vogtei-Gebäude wieder Besitz. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676 Januar&lt;br /&gt;
:Warnemünde geht durch Vertrag an die Dänen über; die Schanze im Osten wird geschleift. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676,19. Dec.&lt;br /&gt;
:Feststellung, wievielBoootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1677, 26. Januar&lt;br /&gt;
:E.E.Ratsordnung für Warnemünde; sie enthält mehrere Paragraphen über anständiges Benehmen auf der Vogtei, Bestimmungen über die Nachtwache, das Verbot, Vieh auf die Hegewiesen zu treiben, die Mahnung zur Ordnung beim Lotsen- und Bergungsdienst sowie beim übersetzten von Reisenden nach Dänemark u. A. . (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 7. Januar&lt;br /&gt;
:Festsetzung über Fracht- und Fuhrlohn für Überfahrten nach Dänemark (Gjedser). (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 29. Mai&lt;br /&gt;
:Gewettsdekret, das u.A. einschärft, &amp;quot;das Brod nach altem Herkommen in Warnemünde im Vogteibackhause und nicht in Rostock backen zu laßen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 25. Juni&lt;br /&gt;
:Revision der Gewichte der Warnemünder Händler durch den Gewettsdiener. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1680, 5. Febr.&lt;br /&gt;
:Regelung der Warnemünder Bootfahrt mit Passagieren nach Dänemark und Schonen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:Besichtigung von Warnemünde durch den schwedischen Generalfeldmarschall Graf Königsmarck wegen Wiedereinrichtung des Zolls. Protest der Stadt Rostock. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 5. März&lt;br /&gt;
:Ein schwedisches Kriegsschiff erscheint in Warnemünde, um den Zoll wieder zu erheben. Die Stadt Rostock verweigert die Öffnung des Hafenbaumes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. April&lt;br /&gt;
:Verhandlungen des Gewetts mit dem schwedischen Kapitän und dem Licentmeister. Der Kapitän erklärt, er bleibe solange vor Warnemünde liegen um den Zoll zu erheben, bis dafür andere Vorkehr getroffen sei. Der Licentmeister erklärt, er habe den Zoll in derselben Weise zu erheben wie bis 1671 geschehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 3. Mai&lt;br /&gt;
:Auf die Klagen der Rostocker Fischer, daß der Brachsenfang von Warnemünde sehr gestört würde, weist das Gewett den Vogt an, den Warnemündern das Fischen &amp;quot;Vor der See&amp;quot; und im Strom und die Zimmerei an Schiffen zu untersagen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 12. Januar&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 21. Febr.&lt;br /&gt;
:Verordnung des Gewetts wonach, wer in Warnemünde Bier &amp;quot;einlegen&amp;quot; will, es beim Vogt anmelden und der Stadt die Accise entrichten muß. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;dto.&lt;br /&gt;
:Jürgen Knutsen wird in Warnemünde als Frei-Leinenweber zugelassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 4. Mai&lt;br /&gt;
:Befehl an den Vogt, seiner Instruktion gemäß darauf zu achten, daß die Schiffe den Ballast ein Stück Weges von den Dünen und dem Bollwerk entfernt auswerfen lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Schiffer in Warnemünde, deren Böte mehr als 2 Last Güter fahren können, solche sofort &amp;quot;hinweg thun&amp;quot; oder aber nach Rostock ziehen sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Unter dem Vorsitz des Gewetts vergleichen sich die Warnemünder Fischer und Schiffer mit den Deputierten des Schonenfahrergelags und sämtliche Rostocker Kaufleuten und Seefahrern wegen der beim Aus- und Einbringen von Schiffen und Leichtern durch die Warnemünder zu erhebenden Gebühren. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, Oktober&lt;br /&gt;
:Wird in Warnemünde ein Bürger und Krämer erwähnt, woraus hervorgeht, das damals in unserem Hafenorte nicht bloß Haken (von Höker = Händler, der auf der Straße oder in einer Bude Waren mit geringem Umsatz verkauft, Kleinhändler) sondern mindestens auch ein Krämer geduldet wurde. Die &amp;quot;Freyhakerey&amp;quot;, d.h. der Handel mit allerhand &amp;quot;Hakenwaaren&amp;quot; wie Hering, Butter, Käse, Fischwerk, Talglichten und dergleichen wurde vom Gewett häufig in Warnemünde vergeben und zwar meist auf Lebenszeit nicht nur für de Antragsteller, sondern auch für dessen Frau. Grade über die vielen Höker klagt obiger Krämer, daß sie ihm das Geschäft verderben. Er hat deshalb den Thranverkauf mit aufgenommen. Dies aber wollen die Rostocker Schuster wieder nicht leiden, und so bekommt die Sache zur Entscheidung vor das Gewett. Letzteres entscheidet für den Krämer (Johann Jörcke) und verleiht ihm &amp;quot;die freyheit mit thran zu handelen&amp;quot; da Jörcke einmal &amp;quot;ein fast abgelebter alter Mann&amp;quot;, ferner der Thranhandel in Warnemünde nicht der Schusterrrolle wiederspreche und endlich Warnemünde zwei Meilen von der Stadt entfernt sei, so daß Jörckes Handel mit &amp;quot;Thran wahren&amp;quot; dem Schusteramte nicht schaden könne. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 16. Nov.&lt;br /&gt;
:wird der Wismarsche Barbiergeselle Hinrich Roth &amp;quot;in betracht desselben wohl erlernten und geübten Chirurgiekunst auf Fürbitte seines Stiefvaters,&amp;quot; eines Warnemünder Bürgers, vom Gewett als &amp;quot;Frey Barbier&amp;quot; in Warnemünde zugelassen. (Ein Barbier kommt in Warnemünde schon 1577 vor. 1819 wird später darüber geklagt, daß in Warnemünde kein Chirurg sei.) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1700, vor dem 20. Sept.&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde bei dessen Bekämpfung Rostocker Stadtsoldaten mitgeholfen haben, weshalb ihnen durch Ratsdekret vom 20. September eine Belohnung zugesprochen wird. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1716&lt;br /&gt;
:Peter der Große mit einer Flotte vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1718, 26. Februar&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde durch den 20 Häuser zerstört werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1721&lt;br /&gt;
:4. Juli - Verordnung daß zu Warnemünde, wie auch auf der Stadt und Hospital-Dörfer kein ander als Rostocker Bier verschenkt werden soll. (UA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1729, 21. April&lt;br /&gt;
:E.E. Raths-Verordnung  &amp;quot;Wie es zu Warnemünde mit Ein- und Ausbringung frembder Schiffe und Fahr-Zeuge, im gleichen mit Lösch- und Beladung  der auff der Rhede liegenden, und dann auch mit gestrandeten Schiffen, deren Waaren und Gütern gehalten werden soll.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1735, Mai&lt;br /&gt;
:Während der Wirren unter Karl Leopold und Christian Ludwig ließ letzterer als Kaiserlicher Kommissar Warnemünde von Schwarzburger Kommissionstruppen besetzen, mußte dieselben aber auf Beschwerde der Stadt wegen Verletzung ihres Garnisonsrechtes wieder zurückziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1740&lt;br /&gt;
:ging der Schwedenzoll zu Warnemünde in den Pfandbesitz des Herzogs Carl Leopold über.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1755&lt;br /&gt;
:Vermessung Warnemündes und Aufstellung eines Feldregisters durch den &#039;&#039;&#039;Stadtkassen Sekretär Tarnow&#039;&#039;&#039;. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1756, 27. Januar&lt;br /&gt;
:Gewettsverordnung : Fremde Schiffe müssen während der Winterlage in Warnemünde vom Bollwerk abbleiben. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767&lt;br /&gt;
:Durchbruch der See auf der Ostseite.&#039;&#039;(Hohe Düne)&#039;&#039; (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1769, 27. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Bürgerschaft erhält vom Rat die Erlaubnis, eine neue Schule einzurichten, da der Küster im Rechnen und Schreiben nicht gehörig unterrichten kann.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1779, 18. Febr.&lt;br /&gt;
:Gesuch der Warnemünder, die neu zu erbauenden Häuser nicht zwischen Vorder- und Hinterreihe setzen zulassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1781, 25. Mai&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E.Raths der Stadt Rostock Lotsen-Ordnung für den Hafen Warnemünde.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1782, 17. Juli&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung wegen des von den kleinen Schiffen zu erlegenden Lotsengeldes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784&lt;br /&gt;
:Vorschlag des Warnemünders Joh.Lange zwischen der Vorderreihe und dem Bollwerk eine Reihe von Querhäusern errichten zu lassen, da sich sonst keine geeigneten Bauplätze fänden. - Abschlägiger Bescheid trotz mehrfacher Wiederholung. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, seit 19. Januar&lt;br /&gt;
:Verbote, die neu zu erbauenden Häuser in Warnemünde mit Stroh zu decken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, 6. Okt.&lt;br /&gt;
:Verordnung, daß die fremden Schiffe nur in Rostock Winterlager halten dürfen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1785, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Verordnung daß die Warnemünder nicht mit eigenen Schiffen Schiffahrt treiben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796, 15.Jan.&lt;br /&gt;
:E.E.Rat schlägt der Bürgerschaft die Anstellung eines Dünenwächters zur Bewachung der Warnemünder Dünen vor. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1797, seit&lt;br /&gt;
:wurden besonders auf den Rat des Prof. Dr. Franz Christian Lorenz Karsten, Anpflanzungsversuche auf den Dünen zwischen Warnemünde und Diedrichshagen gemacht. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, Ende April, Anfang Mai&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker schickt seine Waldarbeiter aus der Rostocker Heide nach Warnemünde um 4000 Akazien (&amp;quot;Scheinakazien&amp;quot;= Robinien) sowie eine ungezählte Anzahl an Weiden und Pappeln zu pflanzen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 24. Juli&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Instruktion für den Dünenwärter&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1800&lt;br /&gt;
: Johann Christian Friedrich Wundemann erwähnt Warnemünde in dem 1800 erschienenen 1.Teil seines Buches &amp;quot;Mecklenburg in Hinsicht auf Kultur, Kunst und Geschmack&amp;quot; nur als Ausflugsort der Rostocker, ohne des Seebades zu gedenken. Warnemünde wurde demnach damals noch nicht als Badeort benutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Auszug daraus]]  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801&lt;br /&gt;
:lag die englische Flotte unter Admiral Nelson während des dänischen Feldzuges und dem Kopenhagen-Bombardement zur Verproviantierung vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802&lt;br /&gt;
:Verhandlungen über die Bebauung des Ostufers, weil es auf dem Westufer an Bauplätzen mangele. - Der Rat beschließt laut Decret vom 3. November 1802, die Sache vorläufig auf sich beruhen zu lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802, 30. Nov.&lt;br /&gt;
:Der Rat erläßt eine revidierte Lotsenordnung für den Hafen Warnemünde nebst Erläuterungen dazu. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1803, 26. Juni&lt;br /&gt;
:Schweden verzichtet endgültig auf den Warnemünder Zoll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804, 28. März&lt;br /&gt;
:Verordnung wegen des von den Schiffern zu entrichtenden Ballast- und Baggergeldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 2. Januar&lt;br /&gt;
:Ratsordnung betr. des Ballastgeldes für Warnemünde und die Rhede.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 21. November/19. Dezember&lt;br /&gt;
:Einführung der Kontinentalsperre, Sperrung der mecklenburgischen Häfen. (Warnemünde ist dann abwechselnd bis 1812 von französischen und mecklenburgischen Truppen besetzt, um die Sperre durchzuführen.) (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1809, 25. Mai&lt;br /&gt;
:Alle in Warnemünde befindlichen Schiffe werden durch das Schillsche Corps beschlagnahmt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;26. Mai&lt;br /&gt;
:Holländische Truppen als Verfolger der Schillschen Truppen in Warnemünde. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1810, 4. Juni&lt;br /&gt;
:schoß die auf der Rhede liegende engl. Fregatte Fishguard einen 16Pfünder auf Warnemünde ab, da der franz. Kaper Turet dort ein beschlagnahmtes Schiff mit engl. Waren eingeschleppt hatte. Die Kugel durchdrang das Kirchendach und fiel im Garten eines Hauses am südl. Ende der Hinterreihe zu Boden. &lt;br /&gt;
:Sie hat ein Kaliber von ca. 10cm und wiegt 17kg. Sie befindet sich im Warnemünder  Museum. (KFC Wmde I p26)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1811, 5. April&lt;br /&gt;
:ordnet der Marschall Eckmühl den Bau von zwei Batterien bei Wismar und in Warnemünde an, die nach Art von Redouten in der Mitte ein Blockhaus, ringsherum Gräben erhalten sollten.(BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1812, 2. März&lt;br /&gt;
:Die Batterien in Warnemünde von den französischen Truppen den mecklenburgischen Truppen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- Juli&lt;br /&gt;
:Für das französische Militär muß eine Warmbadeanstalt errichtet werden. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813, 23. März&lt;br /&gt;
:Aufhebung der Kontinentalsperre; Öffnung der Häfen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- August&lt;br /&gt;
:Die englische Flotte auf der Warnemünder Reede. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 26. August&lt;br /&gt;
:die Engländer zerstören und sprengen Blockhaus und Redoute. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
;1817&lt;br /&gt;
:Das Warnemünde von den Einheimischen bereits als Seebad benutzt ward, ergiebt sich aus den Erinnerungen des Forstinspectors Becker. Dieser schreibt 1817: &amp;quot;Im Junius hielten wir uns vier Wochen zu Warnemünde auf und badeten.&amp;quot; (das Baden in der Ostsee betrieb Becker bereits nachweislich spätestens ab 1798, als er dazu Baderegeln veröffentlichte. Ob er da bereits in Warnemünde weilt ist bislang offen.)(BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:War Warnemünde nach einem Aufsatze des Prof. G.H. Masius ohne alle ärztliche und wundärztliche Hilfe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 24. Mai&lt;br /&gt;
:Verordnung Betreffs die Anmeldung der Fremden, auch diejenigen, die als Badegäste kommen. - Es waren in Warnemünde in diesem Jahre schon über 100 Badegäste (Formey, &amp;quot;Die Seebäder und Heilquellen zu Doberan und Warnemünde im Sommer 1822&amp;quot; in Hufelands &amp;quot;Journal der praktischen Arzneykunde&amp;quot; Bd.55, Stück 4.) Über die Badeeinrichtung heißt es ebenda: &amp;quot;Weder Badewagen, noch irgend eine zur Bequemlichkeit der Badenden  gereichende Vorkehrung ist vorhanden. Jeder Badelustige eilt in den Fluten des offenen Meeres um Erquickung oder Heilung zu finden. Der Ort ist ein Eigenthum der Stadt Rostock, dessen Magistrat, um alle Rivalität mit dem fürstlichen Doberan zu vermeiden, jede dahin lockende Einrichtung absichtlich unterläßt. Dessen ohngeachtet nimmt die Frequenz der Badegäste mit einem jeden Jahre zu.&amp;quot; &amp;quot;Dieser Badeort ziehet durch seine Lieblichkeit und die Ruhe, die dort herrscht, alle diejenigen hin, welche entfernt vom prachtvollen Geräusche Doberans die Seebäder im Genusse der schönen Natur gebrauchen wollen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:Erscheint zu Ehren von Prof. F.C.L. Karsten ein Kupferstich mit Rostocker Landschaftsbildern, auf dem auch der Entwicklungsstand der 1799 in Warnemünde gepflanzten Robinien-Bestände dargestellt ist. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825&lt;br /&gt;
:Stiftung des Gewettssekretärs Karsten für Wittwen und Waisen verunglückter Warnemünder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1827, 14. Juni&lt;br /&gt;
:Besuch des Großherzogs Friedrich-Franz I. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1828&lt;br /&gt;
:Errichtung eines Damenbades &amp;quot;aus zwei geräumigen Badehäuschen bestehend&amp;quot; auf den sogenannten Kisten an der Ostseite edes Hafens, und zwar als Privatunternehmen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1830-1850&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1830 bis Anfang 1850 wurden die Dünen in Warnemünde geebnet, die Täler ausgefüllt, wuchsen ganz neue Häuserreihen zweistöckig, &amp;quot;modern&amp;quot;, empor, und wurden die neuen Gasthäuser, der Pavillion, das Gesellschaftshaus und Hübners-Hotel, angelegt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 23. Febr.&lt;br /&gt;
:weist das Gewett in einem Bericht noch auf das Fehlen ärztlicher Hilfe hin. - Seit ca. 1831 war dann Friedrich Wilhelm Schütz praktischer Wundarzt und Geburtshelfer daselbst. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833&lt;br /&gt;
:wird die Dünen-Pflege durch das Bauamt übernommen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1834, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Dampfschiffahrt zwischen Rostock und Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten. &lt;br /&gt;
:Die Zahl der Badegäste steigt infolgedessen in diesem Jahre schon auf über 1000 Personen.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835, 22. April&lt;br /&gt;
:Der Rat publiziert eine neue Lotsenordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835&lt;br /&gt;
:Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837, 8. Oktober&lt;br /&gt;
:Durchstich des Pagenwerders vom Breitling zum Warnemünder Strom vollendet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1843&lt;br /&gt;
:In den letzten Jahren waren durchschnittlich 1400 Badegäste in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1853, 14. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E. Raths der Stadt Rostock Hafen-Ordnung&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1857, 15. April&lt;br /&gt;
:[https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Datei:Wmde_Schiffsungl%C3%BCck_Laager_Anzeiger_April_1857.jpg Schiffsunglück auf der Warnow]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1859, seit&lt;br /&gt;
:besteht die Chaussee-Verbindung Rostocks mit Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1860&lt;br /&gt;
:Der Jurist Moritz Wiggers veröffentlicht seine Verteidigungsschrift [https://books.google.de/books?id=XyFWAAAAcAAJ&amp;amp;dq=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;f=false|&#039;&#039;&amp;quot;Nothwendigkeit einer gründlichen Reform der wirtschaftlichen Zustände in dem Hafenorte Warnemünde - Eine Verteidigung der Rechte der Warnemünder Bürgerschaft vom geschichtlichen, staatsrechtlichen und volkswirtschaftlichen Standpunkte&amp;quot;&#039;&#039;] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863&lt;br /&gt;
:Warnemünde erhält eine Telegraphenstation. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1865&lt;br /&gt;
:Einführung der Straßenbeleuchtung in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866&lt;br /&gt;
:Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels &amp;quot;Neptun&amp;quot;). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866-1871&lt;br /&gt;
:Bau der neuen Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stationiert in Warnemünde 2 Rettungsboote nebst Raketenapparat. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867, seit&lt;br /&gt;
:Wird wegen der Erbauung eines neuen Leuchtturmes verhandelt und die Platzfrage erwogen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1870/71&lt;br /&gt;
:Während des Deutsch-Französischen Krieges wird der Warnemünder Hafen zeitweilig von einer französischen Panzerschiffs-Flotte blockiert.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, 12./13. November&lt;br /&gt;
:Große Sturmflut, die viel Schaden anrichtet, u.a. Zerstörung aller Bäder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1873&lt;br /&gt;
:Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1874&lt;br /&gt;
:Abbruch der alten Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1875&lt;br /&gt;
:Beim Kaisermanöver war Flottenparade vor Kaiser Wilhelm I. auf der Warnemünder Reede. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1876&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte Kirchhof am Strande&amp;quot; wird geschlossen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1886&lt;br /&gt;
:[[Warnemünde erhält Straßennamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:Eröffnung des neuen Hafenbassins beim Bahnhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903&lt;br /&gt;
:Das alte Tief (ostwärts bei der Hohen-Düne) wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907&lt;br /&gt;
:Der alte Friedhof wird eingeebnet und in eine Parkanlage verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910, Januar&lt;br /&gt;
:Baubeginn der Strandbahn auf der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1918, 5. November&lt;br /&gt;
:Torpedoboote der aufständischen Kieler Schul-Halbflottille laufen unter roter Flagge in den Warnemünder Hafen ein. Deren Obermaate berufen in den Warnemünder Marineeinrichtungen Versammlungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6. November&lt;br /&gt;
:Auf die Kieler Initiative hin gründet sich ein Soldatenrat, die Matrosen der Flugzeugstation, der Vorpostenhalbflottille &amp;quot;West&amp;quot; und der 7. Halbflottille weigern sich in See zu gehen und noch länger Dienst zu tun. (RA 8.11.1918)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht neben dem Warnemünder Leuchtturm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erster alliierter Bombenangriff auf Warnemünde. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, April&lt;br /&gt;
:Bombardement auf Rostock und Warnemünde. Brände, Zerstörung und Verwüstung am Güterbahnhof, Hotel Reichshof und den Arado- sowie Heinkel-Flugzeugwerken. Eine Brandbombe trifft die Kirche und es kommt zu Brandschäden am Kircheninventar. Im Ergebnis werden der Christophorus und der Danziger Flügelaltar nach Hanstorf ausgelagert. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 8./9. Mai&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 7./8. September&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 23. Juli&lt;br /&gt;
:Die US-Airforce bombardiert Warnemünde zum wiederholten Male (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 29. Juli&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1944, 9. April&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 22. April&lt;br /&gt;
:Die beiden letzten Maschinen der Lufthansa, zwei JU-52 starteten aus dem eingekesselten Berlin schon unter Beschuss durch sowjetische Truppen. Dort unmittelbar vor der Eroberung des Rollfeldes gestartet erreichen sie Warnemünde. Sie konnten noch sicher und heil auf dem Fliegerhorst landen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Ein Feuer zerstört den (alten) &amp;quot;Teepott&amp;quot; (Teepavillon)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heinkel Betriebsgelände auf der Hohen Düne um 1927.jpg|Das Heinkel-Betriebsgelände um 1927 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde US Airforce 23.7.1943.jpg|US-Airforce Aufklärung des Bombardements vom 23.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:US Luftbild 27 B17 Warnemünde Angriff 29 7 1943 95th 100th BG a.JPG|US-Airforce 27 amerikanische B-17 Bomber im Anflug auf Warnemünde beim Bombardement vom 29.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1947, 13. Mai&lt;br /&gt;
:Der ausgelagerte Altar und die Christophorus-Plastik werden vom Auslagerungsort Hanstorf geholt und wieder in die Kirche gebracht. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968&lt;br /&gt;
:Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten. Maßgeblich unter der Leitung von Architekt Ulrich Müther und Stadtplaner Erich Kaufmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde seit der Wiedervereinigung===&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018, 22. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Umbau des Warnemünder Bahnhofs wird begonnen (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2019, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Die RoRo-Fähre der Reederei Transfennica gerät beim Einlaufen in der Hafeneinfahrt auf Grund und legt sich quer zwischen Ost- und Westmole, so das der gesammte Schiffsverkehr unterbrochen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2023/2024===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 1.September&lt;br /&gt;
:Im Rahmen des planmäßigen Aufbaus des Marine-Arsenals am ehemaligen MV-Werften-Standort wird die ehemalige Fregatte &amp;quot;Köln&amp;quot; im Trockendock saniert, zudem das Taucherschulboot &amp;quot;Baltrum&amp;quot;, das Wohnboot &amp;quot;Knurrhahn&amp;quot; und das Ex-Minenjagdboot &amp;quot;Auerbach&amp;quot;. Etwa 450 Mitarbeiter sind derzeit beschäftigt.&lt;br /&gt;
:Zudem laufen Verhandlungen, dass das belgische Unternehmen &amp;quot;Smulders&amp;quot; auf einem Teil des Werftgeländes, dass das Bundesverteidigungsministerium für das Marinearsenal gekauft hatte, Plattformen für die Offshore-Windbranche gebaut werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 4. September&lt;br /&gt;
:Der traditionsreiche Warnemünder Fischkutter &amp;quot;Chemnitz&amp;quot; wird wegen mangelnder Seetüchtigkeit von einem Schlepper in die Werft Rammin nach Barth begleitet. Zeitpunkt für Rückkehr nach Sanierung ungewiss. In den letzten Jahren wurden bereits die Kutter &amp;quot;Ueckermünde&amp;quot;, &amp;quot;Hanno Günther&amp;quot;, Zufriedenheit&amp;quot;, &amp;quot;Barth&amp;quot; und &amp;quot;Doberan&amp;quot; verschrottet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. September&lt;br /&gt;
:Mit einem Fest wird das 120-jährige Brückenjubiläum gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 16. September&lt;br /&gt;
:Am Riesenrad auf der Warnemünder Mittelmole wird das Oktoberfest mit dem traditionellen Fassanstich eingeläutet. Die Bayrischen Wochen dauern hier noch bis zum 8. Oktober.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 22. September&lt;br /&gt;
:Bei einem Besuch im Marinearsenal Warnemünde gab Verteidigungsminister Bois Pistorius &amp;quot;grünes Licht&amp;quot; für die Ansiedlung des belgischen Stahlbauunternehmens Smulders für den Bau von Konverterplattformen in direkter Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 26. September&lt;br /&gt;
:Der Stelzenbagger &amp;quot;Nicolaj SAJ&amp;quot; beendet die mehrwöchigen Ausbaggerungsarbeiten im Bereich der Warnemünder Westmole. Aus der sog. &amp;quot;Sandfalle&amp;quot; wurden ca. 45.000 m³ Sand ausgehoben. Diese hält die durch die Küstenströmung mitgeführten Sedimente zurück um eine Versandung des Fahrwassers zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Vom 29.09. bis 3.10. finden bereits zum elften Mal die &amp;quot;Stephan-Jantzen-Tage&amp;quot; in Warnemünde statt. Organisatoren der Veranstaltungen zu Ehren des legendären Warnemünder Seenotretters sind Andreas (Doc) Buhse und Knut Linke von der Agentur Kulturmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Auf der Hohen Düne übergibt Fregattenkapitänin Bianca Seifert am 29.09.23 nach gut 22 Monaten das Kommando über die Besatzung der Korvette &amp;quot;Bravo&amp;quot; an den 34-jährigen Korvettenkapitän Benjamin Bachmann ab. Bianca Seifert war die erste Kommandantin einer Korvette der Deutschen Marine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 30. September&lt;br /&gt;
:8. Ehrenamtsball der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und des Landkreises Rostock für Ehrenamtliche im Bereich der Behindertenhilfe, chronischen Erkrankungen und Selbsthilfe im Kurhaus Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Saisonende für die Rettungsschwimmer*innen und ihre wichtige eherenamtliche Arbeit an den Rostocker Stränden. In diesem Jahr gab es 328 Einsätze, davon 52 im Rettungsdienst. 21 Mal mussten Menschen aus der Ostsee gerettet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn der Sanierungsarbeiten des Liegeplatzes (LP 23) des Seenotrettungskreuzers der DGzRS am Westufer des Alten Stromes. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2024 geplant und soll ca. 1,1 Mio € betragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 3. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Verein &amp;quot;Tiere in Not Warnemünde&amp;quot; begeht sein 30. Jubiläum, den Barbara Linkis (84) seinerzeit gründete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Oktober&lt;br /&gt;
:1. Rostocker Blaulichttag am 7. Oktober in Warnemünde&lt;br /&gt;
:Um über die Tätigkeiten der Blaulichtorganisationen in Rostock zu informieren, findet erstmals diese Veranstaltung auf der Promenade, dem Leuchtturmvorplatz in Warnemünde sowie am Hauptturm der Wasserwacht, Höhe Hotel Neptun, statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 70.000. Besucher auf dem Warnemünder Leuchtturm wird der 14-jährige Dresdner Robert Klaus durch die Schatzmeisterin Ingelore Morenz und Andreas Herpoldt vom Leuchtturmverein begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 13. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 10.000. Gast des Jahres wird der Magdeburger Karl Geßler (80) willkommen geheißen. Er weilte mit seiner Frau Doris und Freunden zu einem Urlaub in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 14. Oktober&lt;br /&gt;
:In Warnemünde findet das 25. Kutterpullen statt. Bereits zum 2. Mal findet es am südlichen Ende des Alten Stromes statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein feiert im Kurhaus gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt den 125. Geburtstag des Warnemünder Leuchtturmes.&lt;br /&gt;
:Die Verleger Matthias Redieck und Achim Schade editieren dazu eine Sonderausgabe des Tidingsbringers &amp;quot;30 aus 125&amp;quot;  30 Geschichten aus 125 Jahren.&lt;br /&gt;
:Bis zum Jubiläum hatte der Leuchtturm über das Jahr 70 000 Besucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 20. und 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Eine schwere Strumflut wütet an der westlichen Ostseeküste. Auch Rostock trifft Starkregen. Der Wasserstand der Warnow am Mühlendamm zeigt beispielsweise ein Plus von 1,52 Metern über Null. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Pflanzaktion in der Rostocker Heide: Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück nimmt als Schirmherrin daran teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:Baustart für die langerwartete Umgestaltung des Warnemünder Georginenplatzes. Das Grünamt will im Zuge dieser Maßnahme die Versiegelung des Platzes mit Betonplatten und -mauern aufheben. Stattdessen soll ein geschwungener, naturverträglicher, wassergebundener Weg entstehen, sowie Schmuckbeete mit Dahlien (früher Georginen) angelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:Wegen dringender Wartungs- und Reparaturarbeiten muss die 120 Jahre alte historische Drehbrücke über den Alten Strom eine knappe Stunde gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. Oktober&lt;br /&gt;
:Vom 27.10. bis 04.12.2023 ist der Zugverkehr zwischen Rostock und Warnemünde unterbrochen und wird durch Schienenersatzverkehr (SEV) sichergestellt. Grund sind Gleisarbeiten zur Modernisierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur. Die Fahrzeit des SEV beträgt 50 statt 21 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Mit dem Anlegen der AidaMar geht die Kreuzfahrtsaison 2023 in Warnemünde zu Ende. In dieser Saison gingen lauf Rostock-Port 411.000 Kreuzfahrtgäste bei 133 Schiffsanläufen mit 30 Kreuzfahrtschiffen an und von Bord. Dies waren 6 Anläufe weniger als 2022 aber 40% mehr Kreuzfahrtgäste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Oktober&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Rostocker Eisbademeisters&amp;quot; starten am Warnemünder Strand in ihre neue Badesaison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn des Abrisses des ehemaligen Ärztehauses Wachtlerstraße 11. Durch die Wiro soll auf diesem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit 9 Mietwohnungen zwischen 80-125 m² errichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Heinz Plautz, Gründungsmitglied des Leuchtturmvereins tritt nach 30 Jahren aktiver Vereinsarbeit und einem Alter von 87 Jahren vom aktiven Dienst am Leuchtturm zurück, bleibt aber dem Verein weiter erhalten. Mit seinem zeichnerischen Talent hat er von allen seinen Kollegen eine Portraitzeichnung angefertigt, wie auch von dem verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Klaus Möller und dem amtierenden Vorsitzenden Mathias Stagat. Mehr als 100 großformatige Banner hat er für die beliebten Leuchtturm-Hochzeiten gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. November&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park Warnemünde findet eine Gedenkstunde für die auf See Gebliebenen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. November&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder und ehem. Fischer Karl-Heinz Ruschau (90) und seine Frau Erna (91) begehen nach einem ereignisreichen Leben ihre Gnaden- bzw. Platinhochzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 28.November&lt;br /&gt;
:Der 28.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 2. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 2. Dezember&lt;br /&gt;
:Am 2. Dezember um 12 Uhr öffnet der bisher größte Weihnachtsmarkt auf dem Warnemünder Kirchenplatz vor der Kirche. Der mittlerweile 14. Weihnachtsmarkt, organisiert durch den Handels- und Gewerbeverein Warnemünde, wird statt 11 nun 16 Stände haben. Außer montags und dienstags wird er bis zum 01. Januar 2024 geöffnet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 5. Dezember&lt;br /&gt;
:Nach 37 Jahren, 490 Ausstellungen mit 750 Künstlern schließt die Galerie Möller am Strom 68 für immer. Galeristin Ulrike Sabine Möller und ihr Mann Peter gehen in den wohlverdienten Ruhestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Dezember&lt;br /&gt;
:Zwischen dem 7. und 21. Dezember findet der traditionelle Weihnachtsbaumverkauf in der Rostocker Heide, an der Alten Forstbaumschule in Rostock-Hinrichshagen, statt. Jedes Jahr werden bis zu 1800 Bäume verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 8. Dezember&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Traditionsfirma &amp;quot;Meißner Elektronic&amp;quot; in der Mühlenstraße 12 feiert 75. Geschäftsjubiläum. Axel Meißner eröffnete die Firma für den Verkauf und Reparatur von Radiogeräten in der Poststraße 17. &lt;br /&gt;
:1954 hielten Fernsehgeräte Einzug ins Sortiment. Sohn Wilhelm Meißner führte das Geschäft bis 2022. Enkel Sven machte 1993 seine Prüfung zum Funkmechanikermeister. Seit Anfang der 1990er Jahre befindet sich das Geschäft an der heutigen Adresse. Seit 2022 ist Peter Jakel Geschäftsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 12. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein spendet aus den Einnahmen der bisherigen Turmbesuche insgesamt 9 000 Euro an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.&lt;br /&gt;
:Das Geld fließt in den Neubau eines Schuppens, der vor dem Seenotkreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; liegen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Bahnhof ist Spitzenreiter im Fahrgäste-Ranking der besten Bahnhöfe Deutschlands.&lt;br /&gt;
:Laut einer Analyse gehört der Warnemünder Bahnhof zu den beliebtesten in ganz Deutschland, zusammen mit den Stationen Brandenburger Tor und Mexikoplatz Berlin, Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und Landungsbrücken in Hamburg erhielt der Bahnhof 144 561 Bewertungen und damit 4,6 von 5 möglichen Sternen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Dezember&lt;br /&gt;
:Die älteste Warnemünderin und Rostockerin Gertrud Blohm ist friedlich in ihrem Warnemünder Zuhause eingeschlafen. Am 7.September feierte sie in ihrer Warnemünder Wohnung, in der sie bis zu ihrem Lebensende wohnte, ihren 111. Geburtstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. als Betreiberverein hat sein gestecktes Ziel von jährlich 10.000 Besuchern wieder erreicht und konnte im Heimatmuseum bis Jahresende 12.193 Besucher begrüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Jahresende&lt;br /&gt;
:Die 1910 eröffnete traditionsreiche Gaststätte &amp;quot;Forsthaus Markgrafenheide&amp;quot; beendet nach 113 Jahren ihren Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Neujahr&lt;br /&gt;
:Für das Jahr 2023 werden 2.156.422 Übernachtungen verbucht, das zweithöchste Ergebnis seit der Wendezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Januar&lt;br /&gt;
:Zum 24. Turmleuchten strömten erneut rund 45.000 Zuschauer. Veranstaltet von der Hanseatischen Eventagentur und dem Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. und unterstützt von zahlreichen Sponsoren und Partnern, ist das diesjährige Turmleuchten wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Jahresanfang schließt der 1995 eröffnete REWE-Markt an der Stadtautobahn für eine umfassende Sanierung. Nach dem geplanten Abschluss der Sanierung im 2. Quartal soll es wieder eine Fleischtheke geben und sog. Self-Checkout-Kassen neu eingeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3. Januar&lt;br /&gt;
:Laut Rudolf Kemnitz vom Deutschen Wetterdienst war das Jahr 2023 mit einer Durchschnittstemperatur in Warnemünde von 10,85°C das zweitwärmste Jahr seit 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. Januar&lt;br /&gt;
:Die Bäckereikette &amp;quot;Lila Bäcker&amp;quot; geht ins Insolvenzverfahren. Von den 232 Filialen sollen 160 erhalten bleiben. Darunter sind auch die beiden gut frequentierten Filialen in Warnemünde, Mühlenstr. 44 und Am Bahnhof 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 10. Januar&lt;br /&gt;
:Durch einen Warnstreik der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) kommt es auch vom 10.-12.1.24 zum Ausfall des gesamten Bahnverkehrs zwischen Warnemünde und Rostock Hbf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Januar&lt;br /&gt;
:Nach einem UN-Unifil-Einsatz vor der libanesischen Küste ist die Korvette &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; wieder zurück in ihrem Marinestützpunkt Warnemünde-Hohe Düne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Jetzt ist endgültig Schluss! Lila Bäcker schließt zum 1. Februar alle seine Filialen. Darunter auch die beiden Filialen in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12.Februar&lt;br /&gt;
:Mit dem 174 Meter langen Versorgungsschiff &amp;quot;Bonn&amp;quot; liegt in dieser Woche das größte Schiff der Bundesmarine im Trockendock der Bundesmarine.&lt;br /&gt;
:Das Trockendock ist insgesamt 320 Meter lang und 54 Meter breit. Damit können dort sämtliche Einheiten der Deutschen Marine gedockt werden. Im laufenden Jahr sollen noch die Korvetten &amp;quot;Erfurt&amp;quot; und &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; sowie der Tender &amp;quot;Rhein&amp;quot; instandgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Februar/März&lt;br /&gt;
:Der portugiesische Bagger &amp;quot;Fernao de Magalhaes&amp;quot;, 139 Meter lang, 29 Meter breit, kann mit der Kraft von 10 000 PS selbst festes Gestein bis zu einer Tiefe von 35 Metern entfernen. Er baggert den Seekanal auf eine Tiefe von 16,5 Metern aus.&lt;br /&gt;
:Damit sollen zukünftig &#039;&#039;&#039;Tanker&#039;&#039;&#039; von bis zu 15 Metern Tiefgang in den Rostocker Hafen einfahren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. März&lt;br /&gt;
:Zu einem Osterspaziergang im Revier Schnatermann lädt das Stadtforstamt Interessierte ein. Dabei können die Teilnehmer bei einer geführten Wanderung die Vielfalt und Besonderheiten dieses Teiles der Heide erleben, der sich gerade im zeitigen Frühjahr von einer seiner schönsten Seiten zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 25. April&lt;br /&gt;
:Auf der Neptun-Werft erfolgt die Kiellegung für ein weiteres Versorgungsschiff für die Deutsche Marine.&lt;br /&gt;
:Es ist bereits das zweite Kriegsschiff der neuen Klasse 707 binnen eines Jahres dessen Bau begonnen worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. April&lt;br /&gt;
:Mit dem &amp;quot;Warnemünder Frühlingslandgang&amp;quot; (fast 30 Jahre als &amp;quot;Stromerwachen&amp;quot; bekannt) wird traditionell die Warnemünder Sommersaison eröffnet. Auf der Warnemünder Promenade befindet sich eine maritime Bummelmeile mit Kunsthandwerk und Gastronomie. Die Warnemünder Bademeisters beenden an diesem Tag ihre Badesaison.&lt;br /&gt;
:Führung über den Neuen Friedhof Warnemünde: Das Begräbnisareal ist in den 1920er-Jahren angelegt worden. Es umfasst heute eine Fläche von knapp fünf Hektar. Zahlreiche Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Einige von ihnen, darunter Handwerker, Wissenschaftler, Händler, Ärzte, Abenteurer, werden beim Rundgang mit der Historikerin Dr. Antje Krause näher vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. bis 12. Mai&lt;br /&gt;
:Das diesjährige Kleinkunstfest findet auf dem Leuchtturmvorplatz und entlang der Seepromenade statt. Kleinkunst unterschiedlicher Art, Spaß, Unterhaltung, Mitmachaktionen, Überraschungen, kleine Köstlichkeiten und auch ein Händlermarkt gehören dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Mai&lt;br /&gt;
:In der Yachthafenresidenz Hohe Düne findet die 29. Landesmeisterschaft der Auszubildenden des Gastgewerbes statt. Die hier als Beste gekürten Teilnehmer und angehenden Köche treten danach als &amp;quot;Mannschaft Mecklenburg-Vorpommern&amp;quot; bei der angehenden Jugendmeisterschaft im Herbstin Bonn an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 15. Mai&lt;br /&gt;
:Nach über 5 Monaten Umbauzeit wird der Warnemünder REWE-Markt an der Stadtautobahn mit einer großen Feier wiedereröffnet. Mehr als vier Millionen Euro hat die Rewe Group in den Standort investiert und dabei auf neue Konzepte gesetzt, sagt Norbert Richartz, Vertriebsleiter Region Ost bei Rewe. Bis zur Insolvenz hatte der Lila Bäcker den Bäckereistand samt Café im Warnemünder Markt betrieben. Diesen hat nun die Bäckerei von Allwörden übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Mai&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Reparaturarbeiten durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. Mai&lt;br /&gt;
:Distinguished Gentleman&#039;s Ride in Warnemünde: Am Pfingstsonntag ist Warnemünde wieder Teil eines Spektakels, bei dem sich stilbewusste Motorradfahrerinnen und -fahrer zusammenfinden. Die Teilnehmer der weltweiten Bewegung sammeln Spenden für die Erforschung und Behandlung von Männerkrankheiten und tragen so dazu bei, Leben zu retten. Die Fahrt geht vom Neuen Markt in Rostock über mehrere Stadtteile bis nach Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Mai&lt;br /&gt;
:Warnemünder Schiffe auf Pazifik-Mission&lt;br /&gt;
:Die in Hohe Düne stationierten Schiffe, Versorgungsschiff &amp;quot;Frankfurt am Main&amp;quot; und Fregatte &amp;quot;Baden-Württemberg&amp;quot; sind auf der Reise rund um die Welt um in der Nato-Pazifik-Mission die brisante Straße von Taiwan zu durchqueren. &amp;quot;Deutschland will mit der Mission vor allem sein Interesse an den Entwicklungen in der indo-pazifischen Region unterstreichen und seine Solidarität mit den Wertepartnern wie Japan oder Singapur zeigen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Der frisch sanierte Warnemünder Georginenplatz wird am 18. Juni 2024 von Rostocks Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde eingeweiht. Die Neugestaltung des denkmalgeschützten Areals hatte sich an dessen ursprünglicher Optik aus den 1920er-Jahren orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Juni&lt;br /&gt;
:Beim dritten Summer Open auf dem Golfplatz in Warnemünde kamen 1170 Euro an Spenden zusammen mit denen das Rostocker Frauenhaus unterstützt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. Juli&lt;br /&gt;
:Mit dem traditionellen Festumzug, dem 21. &amp;quot;Niegen Warnemünder Ümgang&amp;quot; mit ca. 2500 aktiven Mitwirkenden, vom Leuchtturm beginnend, durch die Alexandrinenstraße, Kirchenplatz, wird die 86. Warnemünder Woche, eines der größten Segelereignisse an der deutschen Ostseeküste, von der Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger im Warnemünder Kurhausgarten mit einem Fassbieranstich eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Juli&lt;br /&gt;
:Das Marinearsenal in Warnemünde soll binnen drei bis fünf Jahren &amp;quot;kriegstüchtig&amp;quot; werden erklärt der Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) am Rande eines Besuches in Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. Juli&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park wird anlässlich des 150. Todestages von Fritz Reuter (1810-1874) wieder eine Warnemünder Fritz-Reuter-Eiche eingeweiht. &lt;br /&gt;
:Das von Museumsverein, Leuchtturmverein, Warnemünde-Verein und Trachtengruppe initiierte &amp;quot;Erinnerungsensemble&amp;quot; besteht neben der über 100 Jahre alten Eiche aus einem Markierungsstein, einer zweisprachigen Infotafel sowie einer Bank. Die Einweihung fand unter reger Teilnahme der Warnemünder Vereine und Bevölkerung statt.&lt;br /&gt;
:Der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. lädt Freunde und Partner und Wegbegleiter anlässlich des 30-jährigen Bestehens zu einer Ausfahrt mit einem historischen Segelschiff, der Kogge „Wissemara“ ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. Juli&lt;br /&gt;
:Bilanz am Ende der 86. Warnemünder Woche&lt;br /&gt;
:Sportlich waren die Segelwettbewerbe die Glanzlichter, 15 Regatten verschiedener Schiffsklassen,&lt;br /&gt;
:Events der 1. und 2. Segelbundesliga, sowie die Sailing Champions League standen an.&lt;br /&gt;
:Mehr als 800 Sportler in rund 400 Booten hatten sich angemeldet.&lt;br /&gt;
:Den Ausgang bildete ein Drachenbootfestival mit rund 1200 Sportlern&lt;br /&gt;
:Eine Flaute und eine Unwetterwarnung störten kurzzeitig deren Abläufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 27. Juli&lt;br /&gt;
:Im Kurhausgarten findet das erste &amp;quot;Buntes Meer Festival&amp;quot;, eine Mischung aus Kunstmarkt, Konzert und Unterhaltung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Juli&lt;br /&gt;
:Bundesratspräsidentin Manuela Schwesig (SPD) reist zu den Olympischen Spielen nach Paris.&lt;br /&gt;
:Dort wirbt sie für das Segelrevier Rostock-Warnemünde im Falle einer deutschen Bewerbung für Olympia. Dafür gibt es einen Beschluss des Landtages.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 31. Juli&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Fischereikutterverein „Jugend zur See“ verabschiedet sich von seinem Fischkutter „Pasewalk“, einem der letzten bislang fahrtüchtigen Warnemünder 17-m-Kutter. Der vor allem bei Kindern und Jugendlichen für seine Freizeit-Piratenfahrten beliebte Kutter liegt derzeit auf dem Trockenen im Fischereihafen Bramow und soll für den symbolischen Preis von einem Euro verkauft werden, so der Vereinsvorsitzende Norbert Ripka. Als Grund nannte er zu hohe Kosten für die notwendige wiederkehrende Klassifizierung des über 70 Jahren alten Traditionsschiffes. Der 17 Meter lange und 5,60 Meter breite Kutter wurde 1950 auf der VEB Boddenwerft Damgarten gebaut. Der Fischkutterverein ist ein anerkannter Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 2. August&lt;br /&gt;
:Am Strand von Warnemünde startet das 2. High-Seaciety-Festival mit drei Tagen Livemusik und Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7.bis 11. August &lt;br /&gt;
:Die 33. Hanse Sail begeistert rund 500.000 Besucher, 138 Traditionssegler waren dabei.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Gorch Fock II&amp;quot;, das Segelschulschiff  der Marine läuft um 10.00 Uhr in Warnemünde ein und ist am Passagierkai 1 bis zum 11. August eines der Glanzlichter der diesjährigen Hansesail.&lt;br /&gt;
:Am ersten Tag der Hanse Sail startet vom süddänischen Nysted die große Haikutter-Regatta. Die alten Fischerboote segeln auf dem schnellsten Wege nach Warnemünde und laufen am Abend am Ziel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. August&lt;br /&gt;
:Auf einer Marinebarkasse der Bundesmarine, im  Stützpunkt Hohe Düne stationiert, bricht ein Brand aus. Der Brand brach aus ungeklärter Ursache im Führerhaus, die dicken Rauchschwaden waren von hoher See aus über 3 km weit zu sehen. Die zwei an Bord befindlichen Mannschaftsmitglieder wurden von der Wasserschutzpolizei unverletzt gerettet und der Brand konnte gelöscht werden. Auch der Seenotrettungskreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; war an dem Rettungseinsatz beteiligt. Der Havarist wurde in den Marine-Stützpunkt geschleppt.&lt;br /&gt;
:Die Polizei hatte eine Gruppe Ladendiebe auf frischer Tat ertappt, die zuvor beobachtet wurden, wie sie Textilien von Ständern verschiedener Geschäfte am Alten Strom stahlen. Mit Unterstützung der Bundespolizei konnten Beamte die Diebe am Warnemünder Bahnhof stellen. Sie trugen die gestohlenen Kleidungsstücke zum Teil bereits am Leib und hatten vor der Tat bereits einen Platzverweis wegen Randalierens erhalten. Die Diebe waren der Polizei nicht unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Hochsee-Racer macht in Warnemünde Station.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Offshore-Racer&amp;quot;des Teams &amp;quot;Next Generation Sailing&amp;quot; machte in der Marina Hohe Düne fest und übernahm dort den Namen des neuen Sponsors &amp;quot;Task Engineering&amp;quot; eines deutsch-dänischen Unternehmens. Das Boot ist ein reines Rennboot und bis zu 30 Knoten schnell. Es ist einzig dazu gebaut Hochseerennen zu bestreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Auf dem Leuchtturm wurde der 50.000. Jubiläumsgast begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. bis 25. August&lt;br /&gt;
:Europas Top-Athleten messen sich bei &amp;quot;Battle The Beach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Strand ist drei Tage lang Schauplatz eines sportlichen Großereignisses in der sechsten Runde. 560 Athleten aus ganz Europa messen sich in verschiedenen Disziplinen wie Gewichtheben, Triatlon, Wassersport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,26. August&lt;br /&gt;
:Nach der im September 2023 beschlossenen Erhöhung und Ausweitung der Kurabgabe auf das gesamte Stadtgebiet klingelt es ordentlich in der Stadtkasse.&lt;br /&gt;
:Zwischen September2023 und Juli 2024 flossen insgesamt 4,5 Millionen Euro in die Stadtkasse. Davon entfallen 2,014 Millionen Euro auf Warnemünde, 817.000 Euro auf Markrafenheide und 332.000 Euro auf Diedrichshagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2024/2025===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 8. September&lt;br /&gt;
:Das Heimatmuseum Warnemünde nimmt auch in diesem Jahr am deutschlandweit organisierten &amp;quot;Tag des offenen Denkmals&amp;quot; teil und präsentiert im Heimatmuseum zusammen mit der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. sowie dem Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum M-V e.V. den „Thementag Archäologie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. bis 13. September&lt;br /&gt;
:8. Rostocker Großmotorentagung in der Yachthafenresidenz Hohe Düne. Sie steht unter dem Motto: „Die Zukunft der Großmotoren – Neue Technologien und Kraftstoffoptionen: Die Wege zur sauberen Schifffahrt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. September&lt;br /&gt;
:wurde der Dreh-Test der 120 Jahre alten Warnemünder Bahnhofsbrücke, unter Anwesenheit mehrerer tausend Besucher, als Herzstück des jährlichen Büchenfestes zu einem erlebenswerten Spektakel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 20. September&lt;br /&gt;
:Auftakt im Rahmen der MeerBeats-Tour 2024 von Warnemünde nach Hamburg mit Mein Schiff 7. &lt;br /&gt;
Auf dem Schiff findet an diesem Tag die MV Cruise Conference statt. Außerdem treten Die Fantastischen Vier am 20. September 2024 auf. Sie sind dann auch bei der nachfolgenden Reise nach Hamburg dabei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. September&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. September&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. September&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. September&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. September&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.-6. Oktober&lt;br /&gt;
:Für die Stephan-Jantzen Tage – Namensgeber ist der legendäre Warnemünder Lotsenkapitän – wird der Platz vor dem Warnemünder Leuchtturm zum Hauptveranstaltungsort. Zu den Höhepunkten gehört die Aufführung der Stephan-Jantzen-Suite. Für die Besucher ist viel Musik, Kultur und maritimes Flair zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Am 9. Oktober 2024 besteht der Museumsverein Warnemünde e.V. seit 20 Jahren. Mit großem Engagement haben sich die Vereinsmitglieder um Vorsitzenden Uwe Heimhardt für dieses Kleinod in Warnemünde eingesetzt. Im Mai 2017 hat Christoph Wegner die Leitung des Museums übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Nachmittag prallt eine Fähre wegen eines Maschinenausfalls auf den Fähranleger in Hohe Düne. Drei Menschen wurden dabei verletzt. Bereits am Abend kann der Fährbetrieb nach Reparatur wieder aufgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:14. Pflanzaktion „Bürger für Bäume“: In gemeinsamer Aktion initiieren der Zoo und das Stadtforstamt eine Aufforstungskampagne in der Rostocker Heide. Insgesamt werden 5.000 Traubeneichen-, Esskastanien-, Roterlen-, Ebereschen- und Buchensetzlinge in die Erde gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
:Die Initiative DigitalTeilhabe in Warnemünde lädt Senior*innen und Interessierte zum Digital-Thementagen „iPhone&amp;amp;Smartphone“ in den Gemeindesaal der Evangelischen Kirche ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Oktober&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Dafür ist dieser Überweg wegen der Drehung der Brücke für eine halbe Stunde gesperrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. November&lt;br /&gt;
:Nach zwei Jahren umfassenden Arbeitens ist die Vertiefung des Seekanals Warnemünde auf 16 km Länge abgeschlossen. Um die durchgehende Tiefe der Baltic-Max-Norm (17 m Tiefgang) zu erreichen, investierte der Bund ca. 100 Mio. Euro in das Projekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 5. bis 7. November&lt;br /&gt;
:5. Rostock Ocean Convention meets Hydro 2024: Vom 5. bis 7. November 2024 findet die internationale hydrographische Konferenz und Ausstellung HYDRO 2024 statt. Es werden aktuelle Trends, neueste Entwicklungen und Projekte der Unterwassertechnologie gezeigt. Die Veranstaltung bietet mehr als 190 Teilnehmern, Referenten und Partnern eine Kommunikationsplattform. Im Yachthafen Hohe Düne sind dabei beispielsweise spannende Bootsvorführungen unterschiedlicher Anbieter zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. November&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. feiert in der Cafeteria und Eventlocation &amp;quot;Laak 5&amp;quot; mit einer Vielzahl seiner Mitglieder sein 20-jähriges Bestehen. Der Verein hat zum 1.1.2005 die Betriebsführung des Heimatmuseums übernommen und kann seither auf eine überaus erfolgreiche Entwicklung des Heimatmuseums zurückblicken. Neben Grußworten anderer Warnemünder Vereine äußerten sich auch Sigrid Hecht (Chefin des städtischen Eigenbetriebs KOE) und die neue Kulturamtsleiterin Anne-Katrin Bicher positiv über die Entwicklung des Museums und versprachen auch in Zukunft die Geschicke des Museumsvereins tatkräftig zu unterstützen&lt;br /&gt;
. &lt;br /&gt;
;2024, 8. November&lt;br /&gt;
:Inklusives Unternehmerfrühstück im DOCK INN. Es geht darum wie man Menschen mit Behinderung besser im Berufsalltag integrieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 17. November&lt;br /&gt;
:Kranzniederlegung an der Gedenkstätte „Für alle auf See Gebliebenen“, organisiert von der Nautischen Kameradschaft Poseidon e.V., im Stephan-Jantzen-Park.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. und 20. November&lt;br /&gt;
:3. Lotsenkonferenz der Bundeslotsenkammer im Technologiepark Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Es geht dabei u.a. um 70 Jahre Seelotsgesetz &amp;amp; 70 Jahre Bundeslotsenkammer und um einen Kerninhalt des Seelotsgesetzes, nämlich die neu strukturierte :Seelotsenausbildung 2024. In Kooperation mit den Hochschulen Wismar/Warnemünde und Flensburg wird erstmalig eine hochqualifizierte Seelotsenausbildung in Form eines Masterstudienganges angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Obdachlosengala in Warnemünde: Bereits zum siebenten Mal lädt das Hostel „Dock in“ 160 Bedürftige zum Weihnachtsschmaus. Unter den 50 Helferinnen und Helfern war diesmal als Überraschungsgast Monchi, der Frontman der bekannten Rockband Feine Sahne Fischfilet.&lt;br /&gt;
:Zu einem stimmungsvollen Start in die Vorweihnachtszeit lädt das 22. Adventssingen am Warnemünder Leuchtturm ein. Erneut sorgt der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. mit einem Programm voller Musik für unvergessliche Momente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.Dezember&lt;br /&gt;
:Der 29.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 7. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. bis 21.. Dezember&lt;br /&gt;
:Traditioneller Weihnachtsbaumverkauf in Hinrichshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,23.Dezember&lt;br /&gt;
:In der abgelaufenen Saison wurden in Warnemünde 148 Schiffsanläufe von 38 Kreuzfahrschiffen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025,1.Januar&lt;br /&gt;
:Das zum 25. Mal statt zu findende Neujahrsfest des Turmleuchtens wurde wegen Sturm nur wenige Stunden vor Beginn abgesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.-3. Februar&lt;br /&gt;
:Die Fregatte &amp;quot;Nordrhein-Westfalen&amp;quot; der Bundesmarine liegt für drei Tage an der Passagierkai-Promenade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Februar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde, die Initiative DigitalTeilhabe lädt Seniorinnen, Senioren und Interessierte zu Digital-Thementagen „iPhone, Smartphone &amp;amp; Co&amp;quot; ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Beginn der Bauarbeiten: Neue Mittelinsel soll Querung der Richard-Wagner-Straße erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.März&lt;br /&gt;
:65.000 Menschen besuchen das nachgeholte 25. Turmleuchten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 25. März&lt;br /&gt;
:Es wird natürlich bunter - Saisonbepflanzung startet in Warnemünde, 10.365 Pflanzen kommen kurz nach Sonnenaufgang in den Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. April&lt;br /&gt;
:Beidseitig der Rostocker Straße werden Radverkehrsanlagen ausgebaut bzw. neu markiert, die gesamte Baumaßnahme erfolgt in vier Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt beginnt am Knoten Richard-Wagner-Straße und führt zur Johann-Sebastian-Bach-Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 12. April&lt;br /&gt;
:Von April bis Oktober 2025 dreht sich das XXL-Riesenrad in Warnemünde. Mit dem „Eye 55“ (was für eine Höhe von 55 m steht) auf der Mittelmole hat man eine tolle Aussicht über das Seebad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. April&lt;br /&gt;
:Beginn der diesjährigen Warnemünder Kreuzfahrtsaison mit dem Anlauf der „AIDAmar“. Bislang sind für 2025 von 23 Kreuzfahrtreedereien 167 Anläufe von 36 Kreuzfahrtschiffen angemeldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 16. April&lt;br /&gt;
:Mit einem abwechslungsreichen Programm, einer Mischung aus Geschichte und Kultur starten die beliebten Warnemünder Museumsabende im Heimatmuseum Warnemünde in die nächste Saison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. April&lt;br /&gt;
:Vom 17. April bis zum 2. November zeigen Künstler aus aller Welt Sandskulpturen zu den „Geheimnissen der sieben Weltmeere“ im Rahmen der 15. Sandwelt in Warnemünde am Pier 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 19. April&lt;br /&gt;
:Die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde entzündet das traditionelle Osterfeuer am Strand unterhalb des Leuchtturms. Die anschließende Fackelwanderung entlang des Alten Stroms wird von der „Sax’n Anhalt VIP Band“ begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 28. April&lt;br /&gt;
:Die neue automatische Versenkpolleranlage in der Warnemünder Kirchenstraße geht in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einem Konzert des Landespolizeiorchesters startet die Meeresbrise-Konzertreihe in die fünfte Saison. Bis Ende September sollen noch 22 Konzerte im Kurhausgarten OpenAir folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 14. Mai&lt;br /&gt;
:Eine neue öffentliche WC-Anlage wird am Strandaufgang 18, auf Höhe des Strandwegs 14 installiert. Zwei große Kräne müssen zum Einsatz kommen, um das Modul mit einem Gewicht von rund 35 Tonnen hinter der Düne zu platzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einer feierlichen Zeremonie wird die neue Sportschule Warnemünde auf der Mittelmole offiziell eröffnet. Der Neubau hat rund 31,8 Millionen Euro gekostet. Der Gebäudekomplex bietet Sportlern aller Disziplinen ideale Bedingungen. Außerdem soll die Sportschule künftig eine zentrale Rolle bei der Durchführung von Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Warnemünder Woche oder Segelregatten auf Bundesebene spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Mai&lt;br /&gt;
:Der sanierte und modernisierte Liegeplatz 23 im Alten Strom sowie das neue Betriebsgebäude für den Seenotrettungskreuzer ARKONA der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden offiziell durch den Hafensenator Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Hafenkapitän Falk Zachau sowie DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler und Mario Lange, Vormann der ARKONA, in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für den neuen Anleger belaufen sich auf 1,1 Mio. Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 30.Mai&lt;br /&gt;
:Am Liegplatz 23, des Seenotkreuzers &amp;quot;Arkona&amp;quot;, am alten Strom, wird ein neues Betriebsgebäude der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 31. Mai&lt;br /&gt;
:Einweihung des multifunktionalen Beachsportfeldes für die Sportarten Beachsoccer, Beachvolleyball und Beachhandball im Sportpark Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juni&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der „SeaDream 2“. Das Luxusschiff mit 108 Metern Länge und 14 Metern Breite (Baujahr 1985) ähnelt eher einer Yacht und bietet Platz für maximal 112 Gäste in 56 Kabinen bei einer Besatzungsstärke von etwa 100 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juni&lt;br /&gt;
:Die „Sky Princess“ der Reederei Princess Cruises ist mit einer Länge von etwa 330 Metern und einer Bruttoraumzahl von 145.281 das längste und größte der 2025 in Warnemünde anlandenden Kreuzfahrtschiffe. Der Ozeanriese bietet Platz für 3660 Passagiere. Auf 19 Decks gibt es 1830 Kabinen, acht Restaurants, zehn Bars, mehrere Lounges, ein Theater, einen Spa-Bereich sowie vier Pools und acht Whirlpools. Am 22.7. erfolgt ein zweiter Anlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.Juni&lt;br /&gt;
:Mehr als 30 Schiffe verschiedener NATO-Mitgliedsländer haben in Warnemünde und Hohe Düne festgemacht um von hier aus zur zweiwöchigen Großübung Manöver Baltops (Baltic Operation) zu starten.&lt;br /&gt;
:Größtes teilnehmendes Kriegsschiff ist der US-Zerstörer &amp;quot;USS Mount Whitney&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das Auslaufen der Schiffe wird auch von Protesten begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 18. bis 20. Juni&lt;br /&gt;
:33. Nordische Baumtage. Eines der Themen ist „Stadtgrün im Klimawandel“. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock im Warnemünder Technologiepark durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt mit dem Diplomatischen Korps nach Mecklenburg-Vorpommern und empfängt dafür am 24. Juni in Warnemünde an Bord der Gorch Fock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VISTA / Reederei Oceana Cruises Länge: 241,10 m Breite: 32,31 m&lt;br /&gt;
Gewicht: 67.817 BRZ Baujahr: 2023 Passagiere: 1.218 (max. 1.469)&lt;br /&gt;
:Neue Runde für die „Warnemünder Abende“. Mit der Vortragsreihe des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung werden spannende Einblicke in die Geheimnisse eines einzigartigen Lebensraums gewährt. Einmal monatlich, immer donnerstags. finden ab 4. September im großen Vortragssaal des IOW in der Seestraße 15 weitere Veranstaltungen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juli&lt;br /&gt;
:Im Heimatmuseum Warnemünde wird die Sonderausstellung &amp;quot;Ob die Möwen manchmal an mich denken? Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee&amp;quot; eröffnet. Kuratorin der Ausstellung ist die Journalistin sowie Autorin des gleichnamigen Buches Dr. Kristine von Soden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.-13. Juli&lt;br /&gt;
:87. Warnemünder Woche mit dem &amp;quot;Niegen Ümgang&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. Juli&lt;br /&gt;
:Doppelanlauf der Kreuzfahrtschiffe MSC Poesia und der Nordstjernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Juli&lt;br /&gt;
:Das schon legendäre Open Air am Meer „Rauch auf dem Wasser“ lädt zum 21. Mal in den Warnemünder Kurhausgarten ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 8. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VIKING SATURN / Reederei Viking Ocean Cruises. Sie befindet sich auf einer zweiwöchigen Reise von Bergen in Norwegen nach Stockholm in Schweden. Das Schiff ist 227 Meter lang und für 930 Passagiere ausgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der ILMA / Reederei Ritz-Carlton Yacht Collection. Die Luxus-Kreuzfahrtyacht ist ein 241 Meter langes Schiff, das 456 Passagiere beherbergen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 6. August&lt;br /&gt;
:Erstmals in MV werden von Menschen aufgezogene Sandregenpfeifer ausgewildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. -10. August&lt;br /&gt;
:An der 34. Hansesail nehmen über 120 Schiffe teil. Die Sail hat rund eine halbe Million Besucher und ist damit das weltweit größte Treffen historischer Segelschiffe. Anführendes Flaggschiff ist in diesem Jahr die Dreimastbark &amp;quot;Belem&amp;quot; aus Frankreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. August&lt;br /&gt;
:Zum 13. Mal ist die Strand Arena Schauplatz der Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft. Im Finale holen sich die Beach Royals Düsseldorf den Titel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 20. August&lt;br /&gt;
:Die am Vortag havarierte „Nordstjernen“ kann am Nachmittag Warnemünde wieder verlassen. Das historische Hurtigruten-Schiff hatte am Abend beim Ablegen am Cruise Center eine Böschung gerammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 21. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf „Le Lape’rouse“, Reederei Compagnie Du Ponant. Auf diesem kleineren Kreuzfahrtschiff finden 184 Passagiere Platz, es ist 131 Meter lang und 2018 gebaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2025/2026===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. September&lt;br /&gt;
:Unter dem Motto „Gesund älter werden in Rostock“ startet der 5. Senioreninformationstag anlässlich der Tage der Regeneration in Warnemünde am Leuchtturm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. September&lt;br /&gt;
:Bundeskanzler Merz besucht erstmals die Marine in Hohe Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. September&lt;br /&gt;
:40 Schiffe aus 14 Nationen mit 2700 Soldatinnen und Soldaten nehmen am Marinemanöver Northern Coasts teil. Vom 29. August bis 12. September 2025 üben multinationale Seestreitkräfte unter deutscher Leitung in der Ostsee. In Warnemünde hat das Versorgungsschiff VIRSAITIS (A 53), ein Marineschiff Lettische Marine festgemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 15. September&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Brauerei &amp;quot;Hoppen un Molt&amp;quot; feiert ihr 10-jähriges Bestehen.&lt;br /&gt;
;29.Oktober&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, seit Oktober 2004 Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V., erhält im Zuge einer kleinen Feierstunde im Heimatmuseum für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement den Stiftungspreis der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Oktober&lt;br /&gt;
:Stephan Frey wird neuer Pastor in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Oktober&lt;br /&gt;
:Feierliche Grundsteinlegung für ein Parkhaus in Hohe Düne. - Wegen des Wegfalls des bisherigen Mieter-Parkplatzes im Bereich Hohe Dünne 22-27, hier sollen zusätzliche Wohnungen entstehen, errichtet die Goldbeck Nordost GmbH auf rund 4.000 Quadratmetern Fläche insgesamt 220 Anwohnerparkplätze. &lt;br /&gt;
:Die Fertigstellung des Parkhauses ist für Mitte 2026 geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5. November &lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrschiff &amp;quot;Aidadiva&amp;quot; legt am Liegeplatz 7 an und beschließt mit ihrem Anlauf die diesjährige Kreuzfahrtsaison.&lt;br /&gt;
:Insgesamt sind über das Jahr 592.000 Seereisende  (2024: 532.000) von 35 Kreuzfahrtschiffen (2024: 37) in Warnemünde an und von Bord gegangen.&lt;br /&gt;
:Das größte Schiff in dieser Saison war die &amp;quot;Sky Princess&amp;quot; mit einer Länge von 330 Metern und einer Kapazität von rund 3700 Passagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. November&lt;br /&gt;
:Die Bürgerinitiative &amp;quot;Rettet den Küstenwald&amp;quot; verhindert die Fällung der 100-jährigen Kastanie in der Rostocker Straße und setzt deren Aufnahme in die Liste der geschützten Bäume durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. November&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V. erhält den Ehrenpreis um besondere Verdienste um die Bewahrung  und Vermittlung mecklenburgischen Kulturerbes der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:Auf die Warnemünder Kinder wartet am Martinstag ein schöner Brauch. In bewährter Kooperation laden die Ev.-Luth. Kirchgemeinde und die Tourismuszentrale an diesem Tag zum Sankt-Martins-Umzug ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. November&lt;br /&gt;
:Das Riesenrad auf der Mittelmole wird abgebaut und stellt seinen Betrieb endgültig ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1025, 27. November&lt;br /&gt;
:Der dreißigste Band des &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird vom Verlag Redieck und Schade, gemeinsam mit dem Leuchtturmverein Warnemünde präsentiert. Somit erscheint erscheint dieser beliebteste Warnemünde-Almanach nunmehr ununterbrochen seit drei Jahrzehnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Dezember&lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrtschiff „Amadea“ der Reederei Phönix Reisen beendet die Kreuzfahrtsaison in Warnmünde. Das durch die ZDF-Sendung «Das Traumschiff» bekannte 193 Meter lange Schiff bietet Platz für 570 Passagiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. November&lt;br /&gt;
:Im Hotel Neptun in Warnemünde lädt der NDR Jazztime Bigband Ball Mecklenburg-Vorpommern zu einem stilvollen Abend voller Musik und Unterhaltung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 29. November&lt;br /&gt;
:Eröffnungstag des traditionellen Weihnachts- und Neujahrsmarktes Warnemünde auf dem Warnemünder Kirchenplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 5. Januar&lt;br /&gt;
:Brand im Erdgeschoss eines Hauses &amp;quot;Am Strom&amp;quot;. An dem knapp 2 Stunden dauernden Einsatz waren insgesamt 34 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde und des Rettungsdienstes beteiligt. Verletzte waren nicht zu beklagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 30. Januar&lt;br /&gt;
:In Berlin hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner die Kampagne mit dem Titel „Berlin gewinnt mit Olympia“ vorgestellt. Die Bundeshauptstadt setzt mit ihrer Bewerbung um die Austragung Olympischer Sommerspiele für 2036, 2040 oder 2044 auf Rostock-Warnemünde als Standort für die olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe.&lt;br /&gt;
;Rostock verbietet per Ratsbeschluß privates Feuerwerk am Warnemünder Ostseestrand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. März&lt;br /&gt;
:Erstmals seit Bestehen des Marinearsenals Warnemünde wird mit U34 , eines der 6 U-Boote vom Typ U212a hier überholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 14.März&lt;br /&gt;
:Die Tourismuszentrale veröffentlicht die Besucherzahl des Jahres 2025. mit 2.317.693 Übernachtungen wird hier der 2019 aufgestellte Rekord übertroffen, womit Rostock an erster Stelle für das Land Mecklenburf-Vorpommern liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.März&lt;br /&gt;
:Das Ausfugsschiff MS Baltica wird nach dreißig Dienstjahren in Warnemünde außer Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 26. März&lt;br /&gt;
:Lotsenältermann Andreas Krüger wird nach 25 Jahren Arbeit als Seelotse in den Ruhestand verabschiedet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 28. März&lt;br /&gt;
:Die AIDAdiva eröffnet die Kreuzfahrsaison&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 1. April&lt;br /&gt;
:Steffen Herz (58) übernimmt die Leitung der Verkehrszentrale Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12.April&lt;br /&gt;
:Warnemünde hat wieder ein neues Riesenrad. die Schaustellerfamilie Geisler hat auf der Mittelmole mit dem 55 Meter hohen Riesenrad, in dem sich 42 klimatisierte, geschlossene Riesengondeln befinden, damit neben Teepott und Leuchtturm ein weiteres Wahrzeichen hinzugefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 9.Juni&lt;br /&gt;
:-Zu seinem 55ten Geburtstag präsentiert sich das Hotel Neptun mit 55 von dem Künstler Joerg Waerner vergoldeten Balkonen.&lt;br /&gt;
:-Wiederum weht die verliehene Blaue Flagge als Zeichen für geprüfte Wasserqualität sowie für Infrastruktur und Sicherheitsstandards an Warnemündes Stränden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. Juni&lt;br /&gt;
:-Beim ehemaligen Zollhafen wird mit dem ersten Rammschlag das Startzeichen für einen zukünftigen, rund zehn Hektar großen maritimen Gewerbepark gegeben.&lt;br /&gt;
:-Die Neptun-Werft erhält einen Milliardenauftrag über zwei schwimmende Umspannwerke für Offshore-Windparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.-18.Juli&lt;br /&gt;
:Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft richtet erstmals die Internationalen Deutschen Ocean Meisterschaften aus. 270 TRettungssprortlerinnen und Rettungssportler aus 39 Vereinen kämpfen am Hauptstrand von Warnemünde um die ersten deutschen Meistertitel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 18. Juli&lt;br /&gt;
:Nur drei Monate nach der Eröffnung im April muß das &amp;quot;Französische Dorf&amp;quot;, eine Gastro-Einheit im französischen Stil wieder schließen und Abgebaut werden. :Lediglich das Riesenrad &amp;quot;Wheel of Excenllence&amp;quot; bleibt weiterhin im Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 21. Juli&lt;br /&gt;
:Bei einem Badeunfall in der Ostsee ist ein 33-Jähriger ums Leben gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, ab 27.Juli&lt;br /&gt;
:heißt es wieder &amp;quot;Leinen los&amp;quot; und die Reederei Adler-Schiffe startet regelmäßig Fahrten zwischen Kühlungsborn und Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026,2.August&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der vierzigtausendste Besucher zur Tumbesteigung begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 6.-9. August&lt;br /&gt;
:Vier Tage lang stand Warnemünde ganz im Zeichen der Seefahrt. Rund 500.000 Menschen besuchten die 35. Hansesail und erlebten rund 120 historische Schiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Marksteine==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ersterwähnung des Namens in der Kaufurkunde der Rostocker Heide am 25. März 1252===&lt;br /&gt;
In den Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts vorkommende Namensbezeichnungen:&lt;br /&gt;
Warnemunde, Warnemonde, Wernemunde, Wernowemunde, Werneminde, Wernemynne, Warneminne, Varneminde, Verneminde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warnemündes Bedeutung für die Stadt Rostock tritt bereits mit der ersten Urkunde hervor, in der der Ort genannt wird. Am 25. März 1252 verkauft Fürst Borwin III. der Stadt Rostock die heutige Rostocker Heide und verleiht ihr außer anderen Freiheiten auch die Fischereigerechtigkeit auf der gesamten Unterwarnow, von der Petri-Brücke bis &#039;&#039;(zum Hafen!)&#039;&#039; Warnemünde und über den Hafen hinaus bis ins Meer.&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre später, am 12. Oktober 1264 überträgt Fürst Borwin alle seine Rechte &#039;&#039;&#039;über den Hafen zu Warnemünde &#039;&#039;&#039; (!) auf die Stadt. &lt;br /&gt;
*[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit dieser ersten Nennung des Namens Warnemünde am Rande der Rostocker Heide ist &lt;br /&gt;
eindeutig der &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; gemeint.&lt;br /&gt;
:Das erste sicher auf den Fischerort Warnemünde und die dortige fürstliche Vogtei&lt;br /&gt;
:bezogene Datum liegt 16 Jahre später:&lt;br /&gt;
;1268, 17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
:Das bezieht sich dann auf die bereits existierende, bis 1323 noch fürstliche Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
In verschiedenen historischen Quellenwerken wird eine erste Erwähnung Warnemündes im Jahre 1195 in dänischen Dokumenten angeführt.&lt;br /&gt;
Intensive Suchen nach diesen Dokumenten in der jüngeren Vergangenheit blieben aber bislang ergebnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1323 - Die Stadt Rostock kauft das Fischerdorf Warnemünde vom mecklenburgischen Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Urkunde mit Siegel für Warnemünde (Quelle- Barnewitz).jpg |450px|rechts|thumb| Warnemünde Kaufvertrag vom 11. März 1323 (Quelle: Barnewitz)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vor 1314 kaufte die Stadt Rostock das Dorf Barnstorf als ersten größeren Landerwerb, &lt;br /&gt;
:1323 kam als nächstes das Fischerdorf Warnemünde hinzu, das die Stadt vom Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen käuflich erwarb.&lt;br /&gt;
:Der Landesfürst hatte durch vorangegangene Kriege einen hohen Schuldenberg angehäuft und brauchte dringend Geld.&lt;br /&gt;
:So bescheinigte er den Rostockern am 11. März des genannten Jahres:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wir haben jenseits des Warnowflusses den ... Ratsherren und Gemeinde das Dorf Warnemünde mit Grund und Boden, jedem hohen und niederen Gericht - ausgenommen das Patronatsrecht für uns und unsere Erben - bis an die Grenzen des Dorfes Diedrichshagen, so weit es in der Länge und der Breite nach erstreckt, übertragen und überlassen es den Gegenwärtigen zu dauerndem Besitz, dergestalt, das sie in den oben bezeichneten Grenzen sich des vollen lübischen Rechtes erfreuen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wieviel die Rostocker für Warnemünde zahlten wissen wir nicht.&lt;br /&gt;
:Der Stadt aber mußte daran gelegen sein, den Ort in ihre Hände zu bekommen.&lt;br /&gt;
: (Hans Bernitt 1956)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urkunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warnowmündung, &amp;quot;Alter Strom&amp;quot;, &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot;, neuer &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot; - Wasserverbindungen über die Jahrhunderte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Karte zu 1323 (bearbeitet).jpg|Karte der östlichen Grenzziehung zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide nach den Verträgen von 1252 und 1323&lt;br /&gt;
Datei:RH Markgrafenheide Taterhörn Schmettau ost west.jpg|RH östlichster Punkt von Warnemünde und westlichster Punkt der Rostocker Heide bis 1922 Grafik: Willi Kolp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Alte Strom 1902===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In seinem Ursprung ist der Alte Strom einer von mehreren Warnow-Ausflüssen, ursprünglich als seichtes Rinnsal, das sich durch den Boden einer harten, Stein durchsetzten [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide#+_Die_Eisrandlage_Nr.8 Mergelbank] seinen Weg zur Ostsee bahnte. In der Anfangszeit Warnemündes nur für kleine Boote passierbar.&lt;br /&gt;
:Eine alte Überlieferung berichtet:&lt;br /&gt;
:Nahe der heutigen Vogtei wohnte ein Mensch, der Leute gegen Bezahlung auf seinem Rücken über den Strom trug. Eine Darstellung dieses Mannes ist in der Warnemünder Kirche zu besichtigen.&lt;br /&gt;
:Die Durchfahrt für größere Schiffe erfolgte etwa zwei Kilometer östlich vom Alten Strom, durch das Alte Tief.&lt;br /&gt;
:Bis 1487 genügte das Alte Tief den Ansprüchen der damaligen Seefahrt.&lt;br /&gt;
:Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts, unter großem baulichem Aufwand der Vertiefung des Wasserlaufes, um den Alten Strom schiffbar zu machen. &lt;br /&gt;
:In der Folge dieser Maßnahme begann der Prozess, den Fischerort Warnemünde und den Warnemünder Hafen der Stadt Rostock an einem Ort zu vereinen.&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Seekanals zu Beginn des 20.Jahrhunderts verlor schließlich der Alte Strom seine Bedeutung als Hafenzufahrt für den Rostocker Hafen.&lt;br /&gt;
:Fischerboote, Warnemünder Jollen, Fahrgastschiffe und Sportboote prägen seither das Bild des Stroms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hohe Düne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Hohe Düne&amp;quot; trennt den Breitling von der Ostsee.&lt;br /&gt;
:Sie ist eine ca. 400 m breite und etwa 3000 m lange Nehrung.&lt;br /&gt;
:Der Breitling ist eine Flußerweiterung der Warnow in ihrem Mündungsgebiet geändert, so daß dieses Gebiet ein flacher und sumpfiger Landstrich war.&lt;br /&gt;
:In Strandnähe gab es aber hohe Sanddünen.&lt;br /&gt;
:Die Entwicklung der Hohen Düne ist eng verbunden mit dem Seekanal, einem 1903 fertiggestellten Durchstich durch den Westteil der Hohen Düne, dem der 1304 &lt;br /&gt;
:bei einer Sturmflut verschüttete Hauptmündungsarm  und zwei weiter östlich gelegene, nicht mehr vorhandene, Durchstichtiefs voran gingen.&lt;br /&gt;
:Der Seekanal ermöglichte großen Seeschiffen die Zufahrt großer Seeschiffe in den Hafen Rostock und den Hafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Der etwa 60m breite Seekanal wurde durch Ausbaggern  eines Teils der Hohen Düne geschaffen. Er wurde durch den Bau einer neuen Ostmole begrenzt.&lt;br /&gt;
:Die Uferzone  östlich der neuen Mole und Hohe Düne  wurde zum Teil aufgespült, ebenso wie auch das Gelände des späteren Arado-Flugzeugwerkes.&lt;br /&gt;
:Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet noch als Warnemünde-Ost bzw. als Warnemünder Wiesen bezeichnet.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vörreeg und Achterreeg - Das alte Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Isenbart Karte 1719.jpg|thumb|600px|rechts|Die &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; und &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; in der  Warnemünde Isenbarth-Karte 1719]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch vor zwei Jahrhunderten bestand das Fischerdorf Warnemünde nur aus zwei unregelmäßig angelegten, der Windung des seichten Stromes folgenden Häuserreihen. &lt;br /&gt;
:Im Volksmund wird von Alters her die unmittelbar am alten Strom gelegene Reihe als &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; (&amp;quot;Vorderreihe&amp;quot;) und die parallel dahinter gelegene &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; (Hinterreihe&amp;quot;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Das alte Warnemünder Haus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Kulturgeschichtliches aus Warnemünde - Zum Warnemünder Hausbau&amp;quot; BRG 1915]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder und sein Haus]] Karl Baumgarten In: Natur und Heimat, Bd. 1 (1952), 1, S.19-20&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Lau &amp;quot;Das Warnemünder Haus - eine Volksbauweise in Mecklenburg&amp;quot; Auszug aus &amp;quot;Denkmale der Technikgeschichte in Mecklenburg und Vorpommern, Verlag Redieck und Schade 1997]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Heimatmuseum Warnemünde====&lt;br /&gt;
[[Datei:Heimatmuseum 1933.jpg|thumb|300px|rechts|Eröffnung des Heimatmuseums am 1. Juli 1933]]&lt;br /&gt;
:Um 1900 wurde eine zusammen getragene Sammlung provisorisch in einem kleinen Raum am Georginenplatz gezeigt.&lt;br /&gt;
:Danach befand sich die Ausstellung im Schulhais in der FritzReuter-Strasse.&lt;br /&gt;
:In der Alexandrinenstraße 31 befindet sich seit 1933 das Heimatmuseum Warnemünde. Das Museum ist in einem typischen Warnemünder Haus untergebracht. &lt;br /&gt;
:Man geht davon aus, dass es sich bei der Urform des Warnemünder Fischerhauses um ein abseitenloses Niedersachsenhaus handelt. &lt;br /&gt;
:Da Baugrund im Ort rar war, bekamen Haus und Grundstück ein selbständiges Gepräge. Die Grundstücke waren in der Regel 26 bis 28 Fuß breit (ca. 7,50 m). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Warnemünder Haus bestand ursprünglich aus einem Raum mit offener Herdstelle, in dem später eine &amp;quot;Vörstuw&amp;quot;, eine &amp;quot;Koek&amp;quot; und eine &amp;quot;Achterstuw&amp;quot; neben einer seitlichen Diele eingefügt wurden. &lt;br /&gt;
:Zur Erweiterung des Hauses entstanden hinten schmale Anbauten als Unterkunft für die Eltern (Altenteil) sowie einiges Vieh (häufig eine Kuh).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzte Besitzerin des Hauses in der Alexandrinenstraße 31 war Fräulein Christine Jungmann. Da sie unverheiratet und ohne Erben war, verkaufte sie das Haus an die Stadt Rostock zum Zweck der Einrichtung des Heimatmuseums. Den Anstoß zur Einrichtung eines Museums hatte es bereits 1914 gegeben. Auf einer Sitzung des Plattdeutschen Vereins für Warnemünde und Umgebung am 12. Februar wurde beschlossen: &amp;quot;Der Verein möge die Sammlung aller geschichtlich und kulturgeschichtlich wichtigen Sachen betreiben. Es ist hohe Zeit, daß man jetzt damit anfängt. Von Händlern wird ungemein viel weggeschleppt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem Sammlungsaufruf folgten zahlreiche Warnemünder. Innerhalb kürzester Zeit kamen hunderte von Objekten zusammen. Erster Bewahrer der Sammlung wurde Adolph Ahrens, Lehrer und Direktor an der Fritz-Reuter-Schule. Ihm war es auch zu verdanken, dass die Sammlung von Anfang an der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Auf dem Boden der Fritz-Reuter-Schule dienten ab 1915 ein Zimmer und ein kleiner Vorraum als Museum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den aktivsten Förderern des Museums zählten außerdem Friedrich Barnewitz, Ernst Strübing, Johannes Gosselck und der Fischer Heinrich Holtfreter. Wissenschaftliche Unterstützung erhielten die Warnemünder Museumsgründer auch vom mecklenburgischen Volkskundler Richard Wossidlo.&lt;br /&gt;
* [[Zur Gründung des Heimatmuseums Warnemünde (Ausschnitt aus Mecklenburg - Zeitschrift des HeimatbundesJ.28 Heft 1 1933]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Vogtei====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:Vogtei Warnemuende Gemaelde Johannes Werner.JPG|thumb|450px|rechts|Die Vogtei auf einem Gemälde von Johannes Werner (1914)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Das Gebäude der Vogtei]]&lt;br /&gt;
:Die Vogtei markiert den historischen Ortsmittelpunkt von Warnemünde, am alten Strom.&lt;br /&gt;
:Sie ist das älteste erhaltene Gebäude von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Das Haus wurde 1605 auf den Grundmauern eines Vorgängergebäudes erbaut, dessen Funktion bis heute nicht endgültig geklärt ist. &lt;br /&gt;
:So gibt es Thesen von einer mittelalterlichen fürstlichen Vogtei (Erstnachweis 1268), sowie folgend auch einer königlich dänischen Residenz unter Dänenkönig Erik Menved zwischen 1304 und 1319.&lt;br /&gt;
[https://danmarkshistorien.lex.dk/Erik_Menved,_1274-1319 Erik Menved im Lexikon der Geschichte Dänemarks]&lt;br /&gt;
:Seit dem Erwerb Warnemündes 1323 durch die Hansestadt Rostock steht der Ort unter hansestädtischer Verwaltung und Rechtsaufsicht eines städtischen Vogtes, der die Weisungen und Verordnungen der Stadt am Ort durchzusetzen hatte.&lt;br /&gt;
:Ab 1472 ist das Gebäude als Dienstwohnsitz der Rostocker Vögte (warscheinlich 35 auf einander folgende Vögte) nachweisbar.&lt;br /&gt;
:Das zweistöckige Gebäude war über mehrere Jahrhunderte hinweg das einzige Gebäude inmitten der &amp;quot;Vörreeg&amp;quot;, das mit der Traufseite zur Straße steht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Aufgaben des Vogtes (Stand 22.4.1906):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- wichtigste Aufgabe: Ortspolizeibehörde&lt;br /&gt;
:- bevollmächtigt, Steuern und Abgaben zu erheben und ggf. einzutreiben&lt;br /&gt;
:- Vollstreckung der von ihm verhängten Strafen bei Zuwiderhandlungen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Armenkollegiums&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Gemeindewaisenrates und des Schulvorstandes&lt;br /&gt;
:- Beteiligung an der Badeverwaltung &lt;br /&gt;
:- Schätzungs- und Einzugshoheit für Grundsteuern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weitere in der Vogtei angesiedelte Aufgaben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Gästehaus für die Hansestadt Rostock, aber auch offene Herberge und Gasthaus (daher auch 1832 Anbau eines Küchenhauses)&lt;br /&gt;
:- ab 11.3.1606 Verkaufsmonopol für den Verkauf von Rheinwein, Meth, Aquavit und anderen hochprozentigen alkoholischen Getränken&lt;br /&gt;
:- ab zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Sitz der Badeverwaltung.&lt;br /&gt;
:- 1888 erfolgte die letzte Einsetzung eines Vogtes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marksteine in der Geschichte der Vogtei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675, Februar stand das Wasser im Gebäude 3 Fuß hoch, so daß man &amp;quot;die höchste Treppe vor der Stube erreichet, mit Böten durch die Zimmer fahren konnte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1665 vertrieben die Schweden die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675 Als der Kurfürst von Brandenburg in Warnemünde einzog richteten die Schweden ein Geschütz auf die Vogtei. Die Salve schlug in das Gebäude ein und tötete den Adjutanten des Kurfürsten. Unmittelbar darauf eroberten die Brandenburger die Schwedenschanze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1996 Bei Beginn der Restaurierung des Gebäudes wurden alte Malereien entdeckt, deren älteste auf ein Alter von rund 600 Jahren datiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1999, 26.März, nach fünfjährigem Leerstand und Rekonstruktion öffnet das Haus des Gastes in der Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Warnemünder Drehbrücke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bis 1903 mußte der Alte Strom noch mit Fischerbooten überquert werden.&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Hafenumbauten 1900 bis 1903 änderte sich dann einiges.&lt;br /&gt;
:Der neue Bahnhof und die 1903 eröffnete Eisenbahnfährverbindung machten den Bau einer festen Verbindung beider Ufer notwendig.&lt;br /&gt;
:In Höhe der Vogtei wurde 1903 die Drehbrücke fertggestellt, deren Brückenkonstruktion die von der Firma Ostermann aus Meppen geliefert worden war.&lt;br /&gt;
:Um den Verkehr über die Brücke zu regeln, gelangte eine Brückenordnung zur Anwendung, in der unter Anderem folgendes verankert war.&lt;br /&gt;
;1. Über die Brücke darf nur im Schritt gefahren oder geritten werden.&lt;br /&gt;
;2. Fußgänger haben sich auf der Brücke stets rechts zu halten.&lt;br /&gt;
;3. Solange die Zugänge zu der Brücke durch Ketten geschlossen sind, darf diese nicht betreten werden.&lt;br /&gt;
;Bei Zuwiderhandlung werden Geld- und Haftstafen verhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schiffsführer, die mit ihren Schiffen die Brücke passieren wollen, mußten dem Lotsenkommandeur Angaben zum Schiff machen und dieser bestimmte dann Zeit und Art des Durchfahrens.&lt;br /&gt;
:Natürlich war auch eine Gebühr für das Öffnen der Drehbrücke fällig.&lt;br /&gt;
:Während der Nachtzeit und an Sonn- und Feiertagen wurde die Brücke nicht geöffnet.&lt;br /&gt;
:Bis in die 1930er Jahre war der Drehmechanismus der Brücke noch täglich im Betrieb.&lt;br /&gt;
:Besonders in den Sommermonaten war und ist die Drehbrücke beliebter Treffpunkt der Warnemünder, die ein Zimmer vermieten wollten oder mit ihren Handwagen nach ihren anreisenden Gästen Ausschau hielten.&lt;br /&gt;
:Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sogar der Transitverkehr nach Dänemark über die Brücke geleitet.&lt;br /&gt;
:1982 erfolgte eine Reparatur und Rekonstruktion des inzwischen technischen Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur-Warnemünder sind besondere Menschen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünder Paar.jpg|thumb|350px|rechts|Warnemünder Paar]]&lt;br /&gt;
====Die Rostocker beschneiden die Rechte der Warnemünder====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Die mittelalterlichen Zünfte Rostocks rechneten zu ihren Vorrechten, daß im Bannkreis ihrer Stadt weder Handwerk noch Handel betrieben werden durfte. Sie suchten die dadurch gewonnene Monopolstellung unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Zum Bannkreis Rostocks zählte auch der Hafenort Warnemünde sowie die städtischen Dörfer in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:Als im hanseatischen Rostock die Schiffahrt blühte, fanden auch Warnemünder Einwohner darin ihren Verdienst. Sie besaßen in der Hauptsache kleine Boote, doch führten sie in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts bereits Fahrten nach Schweden durch . Das läßt schon auf größere Ausmaße der Schiffe schließen. Um die Mitte des Jahrhunderts wird von Schiffern berichtet, die in Warnemünde ansässig und aus der dortigen Bevölkerung hervorgegangen waren. Ihre Zahl vermehrte sich schnell. Damals war in den Seefahrt treibenden Kreisen des Hafenortes ein gewisser Wohlstand anzutreffen, was aus dem reichen Besitz der Warnemünder Kirche an Silbergerät und Bargeld ersichtlich ist.&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Handel war damals im Absinken begriffen. Bis dahin hatten die Rostocker Kaufleute und Schiffer wenig gegen die Entwicklung Warnemündes einzuwenden. Bei den geringeren Verdienstmöglichkeiten wurde das anders. Man sah in der Warnemünder Schiffahrt nunmehr eine Konkurrenz, die manbeseitigen wollte. Die Möglichkeit dazu war gegeben; denn der Rostocker, von den Besitzbürgern gebildete Rat herrschte auch über Warnemünde. Die Einwohner des Hafenortes konnten wohl das Rostocker Bürgerrecht erwerben, waren abere ohne Mitbestimmungsrecht.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1565&#039;&#039;&#039; vereinigten sich in Rostock die beiden Kompanien der Schonen- und Bergenfahrer, deren Bedeutung stark gefallen war, zur Schiffergesellschaft. Die neue Berufsorganisation strebte sofort danach, die Schiffahrt und den Handel der Warnemünder zu unterbinden. Ihre dahin gehenden Wünsche wurden in einem Statutenentwurf festgelggt und damit begründet, daß Warnemünde lediglich ein Fischerlager darstelle. Bald darauf reichte die Schiffergesellschaft beim Rostocker Rat eine Klage gegen die Warnemünder Einwohner ein, daß sie den Rostocker Schiffern ihre Nahrung entziehen. Obgleich die Warnemünder auf ihr Gewohnheitsrecht hinweisen konnten, daß sie schon seit langem ungehindert ausgeübt hatten, bestimmte das Urteil des Rates vom &#039;&#039;&#039;14. April 1567&#039;&#039;&#039;, daß sie für Seefahrtzwecke nur kleine Boote mit Dollbord benutzen durften. Jegliche Schiffahrt mit Schuten oder &amp;quot;verbauten&amp;quot; Booten sollte ihnen untersagt, jedoch auf den Kleinschiffen die Verfrachtung von Kaufmannsgütern gestattet sein.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1574&#039;&#039;&#039; reichten die Rostocker Schiffer zwei weitere Beschwerdeschriften gegen die Warnemünder ein. Am &#039;&#039;&#039;20. Februar 1577&#039;&#039;&#039; beschränkte der Rat die Anzahl der für Warnemünde zugelassenen Schiffer. Außer 33 namentlich genannten, die bis dahin schon als Schiffer tätig gewesen waren, sollte sich niemand &amp;quot;Schuten edder böthe mehr tholegen, kopen edder buwen, ane der ersamenweddeherrn ... vorweten und willen&amp;quot;. Den Zugelassenen wurden noch besondere Bedingungen auferlegt: sie sollten jederzeit im Hafen drei Boote segelfertig halten, &amp;quot;damit frombde lüde mögen awergeföret&amp;quot;, d.h. nach Dänemark gebracht werden könnten. Weiter sollten sie Knechte halten, die in ihrer Abwesenheit zu fischen und den Rostockern Fische auf den Markt zu liefern hatten. Eine Besetzung frei werdender Schifferstellen sollte nur mit Genehmigung der Gewettsherren erfolgen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Warnemünder durften nicht Kapitän, Reeder oder Schiffseigner sein====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;20. November 1581&#039;&#039;&#039; unternahmen die Rostocker Schiffer einen neuen Vorstoß. Sie forderten in einer Eingabe, daß in Warnemünde weder Seefahrt noch Handel getrieben werden dürfe; wer sich weiterhin samit befassen wolle, müsse nach Rostock ziehen. Das 100-Männer-Kollegium trat am &#039;&#039;&#039;6. März 1584&#039;&#039;&#039; dem Verlangen bei. Es erklärte sogar, als der Rat mit seiner Entscheidung zögerte, im &#039;&#039;&#039;Januar 1585&#039;&#039;&#039;, keine Steuern bewilligen zu wollen. Die Rostocker Schiffer wandten sich außerdem am &#039;&#039;&#039;2. März 1585&#039;&#039;&#039; an Herzog Ulrich, der sich auf ihre Seite stellte. Nun erließ der Rat am &#039;&#039;&#039;15. März&#039;&#039;&#039; ein völliges Schiffahrtsverbot für die Warnemünder Einwohner. Sie sollten bei einer Strafe von 40 Talern innerhalb von 14 Tagen ihre sämtlichen Schuten und Boote verkaufen.&lt;br /&gt;
:Zur Ausführung des Entscheids kam es vorerst noch nicht. Die Warnemünder gingen an das Land- und Hofgericht in Güstrow, jedoch ohne Erfolg. Es bestätigte das Verbot des Rates. Dann wandten sie sich am &#039;&#039;&#039;18. Oktober 1586&#039;&#039;&#039; an das Reichskammergericht in Speyer. dort blieb der Fall lange liegen. Die Zahl der konzessionierten Warnemünder Schiffer war bis &#039;&#039;&#039;1590&#039;&#039;&#039; auf 20 zurückgegangen. Da beschloß der Rat, jeden, der sich außer ihnen mit der Führung eines Schiffes befasse, mit 50 Talern Strafe zu belegen.&lt;br /&gt;
:Er mußte im Jahre &#039;&#039;&#039;1597&#039;&#039;&#039; jedoch feststellen, daß trotz seiner Einschränkungsbestimmungen die Anzahl der Schiffer in Warnemünde auf 54 gestiegen war. Darauf ordnete er am &#039;&#039;&#039;25. Februar&#039;&#039;&#039; an, daß neue Schiffe nur mit seiner Genehmigung gebaut werden dürften. Die Erlaubnis der Weddeherren genügte nicht mehr. Die ledigen Schiffer sollten nach Rostock ziehen und die verbleibenden alten sich nicht mehr mit Warenhandel abgeben. Da der Rat aber den Warnemünder Schiffern nicht traute, so ließ er jeden von ihnen in jedem Jahre erklären und mit einem Eide bekräftigen, daß er nicht den ihm verbotenen Warenhandel betrieben habe.&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;31. Dezember 1604&#039;&#039;&#039; schränkte der Rat die Schiffahrt der zugelassenen Warnemünder nochmals ein. Sie durften fortan nur ein einziges Boot besitzen, nicht mehr als 30 Last laden und nicht über den Sund hinaus fahren. Die jungen Schiffer sollten nach Rostock ziehen. Da der Prozeß vor dem Reichskammergericht nicht aus der Stelle kam und nur Kosten verursachte, auch wenig Aussicht auf einen guten Ausgang vorhanden war, so nahmen schließlich am &#039;&#039;&#039;1. Februar 1606&#039;&#039;&#039; die Warnemündere ihre Klage zurück, zwanzig Jahre nachdem sie sie eingereicht hatten. Sie erklärten, sich dem Willen des Rates zu fügen, das heißt, in die Stadt zu ziehen. Der größte Teil der Schiffer zog nun aus Warnemünde fort. Einige blieben. Im &#039;&#039;&#039;Juli 1622&#039;&#039;&#039; erhielten auf ihre Bitte endlich 5 Schiffer die jederzeit  widerrufliche Genehmigung, in Warnemünde wohnen und Schiffahrt treiben zu dürfen.&lt;br /&gt;
:Die Wirkung der einschneidenden Handels- und Schiffahrtsbeschränkung machte sich bald in Warnemünde bemerkbar. Das Steuerregister von &#039;&#039;&#039;1623&#039;&#039;&#039; berichtet in dem kleinen Ort von 12 wüsten Hausstellen. Die ehemaligen Besitzer waren fortgezogen.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder versuchten im Laufe der Zeit immer wieder, das Verbot des Rates zu umgehen. Während des Siebenjährigen Krieges beschwerten sich Rostocker Bürger, daß in Warnemünde schon wieder Warenhandel bettrieben worden sei. Daraufhin untersagte der Rat am &#039;&#039;&#039;27. April 1764&#039;&#039;&#039; den Warnemündern nochmals jegliche Schiffahrt. Der Vogt wurde angewiesen dort keinerlei Handel zuzulassen. Im Jahre &#039;&#039;&#039;1768&#039;&#039;&#039; wurde das Verbot erneuert und den Einwohnern strengstens befohlen, den Ankauf und die Verladung von Backobst, Wolle, Flachs und anderen ländlichen Erzeugnissen hionfort zu unterlassen. Aber schon &#039;&#039;&#039;1777&#039;&#039;&#039; gab es wieder ein paar Schiffer in Warnemünde. Die Schiffergesellschaft ruhte indessen nicht und erreichte, daß der Rat in seiner Verordnung vom &#039;&#039;&#039;26. Oktober 1785&#039;&#039;&#039; ihnen die Ausübung ihres Gewerbes in Warnemünde unmöglich machte. Wiederum wurde verfügt, daß die Warnemünder Bevölkerung nur fischen, auf fremden Schiffen als Matrosen fahren und Lotsendienste verrichten durfte. Auf eigenen Schiffen zu fahren blieb ihnen verboten. Im folgenden Jahre unterband der Rat den Warnemündern auch den Frachtverkehr auf der Unterwarnow zwischen Warnemünde und Rostock. Wiederum gab es Abwanderung aus dem Hafenort, zum Teil sogar nach dem Fischland, während andere Einwohner dem Rat ein Schnippchen schlugen, indem sie das Ribnitzer Bürgerrecht erwarben, aber in Warnemünde wohnen blieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Diebereien der Warnemünder====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Das Rostocker Gewett, städtische Behörde für Hafen und Schiffahrt, Handel und Gewerbe, hatte auch den Hafenort Warnemünde zu verwalten und als Niedergericht die in Warnemünde auftretenden Streitfälle zu verhandeln. Deshalb hielt es regelmäßige Gerichtstage in Warnemünde ab.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlichsten Vergehen, die zur Verhandlung standen, waren unzweifelhaft Eigentumsdelikte. Es wurden Steine und Holz von den sogenannten Stein- und Moddekisten, die zur Uferbefestigung und zum Schutz gegen Versandung des Fahrwassers aufgestellt wurden, entwendet. Holz stahl man natürlich auch in der nahen Heide. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1772&#039;&#039;&#039; ist ein Palisadenwerk von der Schanze bis zu den Steinkisten erwähnt, von dem die Warnemünder ständig Holz stahlen. &lt;br /&gt;
:Zahlreich sind auch Fälle von Diebereien am Strand. Daneben fallen noch Klagen wegen rückständiger Zahlungen auf, zum Beispiel durch den Pastor, und auch die Hebamme klagte gegen zahlungssäumige Wöchnerinnen.&lt;br /&gt;
:Diese Prozesse bestätigen aber nicht die Warnemünder als &amp;quot;Langfinger&amp;quot;. Hinter ihnen verbirgt sich die große Armut der Menschen. Was sollten sie auch machen, gab es doch so weit das Auge reichte nur Sand und Seewasser. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1847&#039;&#039;&#039; bat zum Beispiel der Warnemünder Vogt Meyer um Lieferung von verbilligtem Roggen für die in äußerste Not geratene Warnemünder Bevölkerung. In diesem Jahr hatte weder Feuer, noch Wasser, noch Militär, die Menschen heimgesucht. Es war also für die Warnemünder ein ganz normales Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Regelmäßige Böhnhasenjagden der Rostocker Zünfte in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Weiter durften in Warnemünde weder Schlachter, noch Müller oder Bäcker wohnen. &lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zwischen den Rostocker Stadtbehörden und den Warnemündern blieb gespannt. Immer wieder suchte man sich über die auferlegten Beschränkungen hinwegzusetzen.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Zünfte übernahmen mit Vorliebe in Warnemünde die Verfolgung heimlich arbeitender Handwerker. Es kam oft zu sogenannten Böhnhasenjagden (auf illegale Handwerker, die nicht Zunft-Mitglied waren). &lt;br /&gt;
:Noch als Warnemünde Badeort wurde, sträubten sich die Rostocker Zünfte, dort Handwerker zuzulassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rat bezeichnete im Jahre &#039;&#039;&#039;1854&#039;&#039;&#039; den Hafenort Warnemünde als &amp;quot;eine zum Vorteile der Stadt Rostock, weil dieser untertänige, in Unterordnung gehaltene Kommüne&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Erst &#039;&#039;&#039;1861&#039;&#039;&#039; wurde das Schiffahrtsverbot aufgehoben. &lt;br /&gt;
:Bis ein Bäcker in Warnemünde sein Handwerk ausüben durfte, wurde es &#039;&#039;&#039;1865&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Und &#039;&#039;&#039;1866&#039;&#039;&#039; ließen die Rostocker Handwerksämter endlich zu, daß dort eine Mühle erbaut werden konnte und erstmalig ein Schlachter seinen Betrieb eröffnen durfte. &lt;br /&gt;
:Durch das &#039;&#039;&#039;Notgewerbegesetz des Norddeutschen Bundes&#039;&#039;&#039;  von &#039;&#039;&#039;1867&#039;&#039;&#039; fielen dann die letzten Beschränkungen für Warnemünde. Damit war die jahrhundertelange Unterdrückung der Bevölkerung des Hafenortes beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erst mit der Reichseinigung 1871 fielen die Beschränkungen denen die Warnemünder unterlagen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie hatte dazu geführt, daß die Warnemünder auf manchen  Verdienst der möglich gewesen wäre, verzichten mußten, daß sie in manchen Dingen geradezu ausgebeutet wurden und zu Einkaufen in Rostock weite und nicht immer gefahrlose Fahrten zu unternehmen gezwungen waren. Die Kehrseite war, daß sich in den Warnemünder Familien eine vielseitige Handgeschicklichkeit entwickelte. Gerade weil manche Dinge des täglichen Gebrauchs am Orte nicht zu haben waren, fertigte man sie selbst an. Der Haß gegen die Rostocker machte sich noch lange bemerkbar. Er kam auch in der vielgebrauchten Redensart zum Ausdruck: &amp;quot;Schmiet´n Diewel in´n Strom! un lat´n driwen, is´n Rostocker!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schweden, Franzosen,Engländer und Russen - Warnemünde in Kriegszeiten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Schwedenschanze und der schwedische Zoll===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Warnemünder Zoll&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch den Vertrag vom 29.11.1632 zwischen Gustav Adolf und den mecklenburischen Herzögen Adolf Friedrich I. und Johann Albrecht II. nahm dieser Zoll seinen Anfang. Warnemünde wurde an die Schweden abgetreten und ihnen zugleich das Recht eingeräumt, hier von aus- und eingehenden Fahrzeugen eine Abgabe zu erheben, von der den Herzögen 1 Prozent als Lizentquote zugesichert wurde. Mit dem Prager Frieden, dem sich auch die mecklenburgischen Herzöge angeschlossen hatten, trat eine Wendung ein, indem die Schweden nun Mecklenburg als Feindesgebiet behandelten, und das Land für einige Jahre Tummelplatz der feindlichen Armeen wurde. Im Jahre 1638 kam es zum Kampf um die Warnemünder Schanze, und die Schweden sahen sich genötigt, diese Befestigung den Kaiserlichen zu überlassen. Bald aber wandte sich das Blatt. Die Kaiserlichen mussten Mecklenburg räumen, und der Kommandant von Warnemünde verließ heimlich auf einem dänischen Schiff die Schanze, nachdem er sie den Rostockern übergeben hatte.  Diese versuchten nun das Schanzwerk zu zerstören, wurden aber daran von den Schweden gehindert, die es von neuem eroberten und befestigten und darauf fortfuhren, den Zoll zu erheben. Dieser Zustand hat dann bis zum Westfälischen Frieden und darüber hinaus bestanden, denn alle Versuche der Herzöge und der Rostocker, während der Friedensverhandlungen eine klare Bestimmung hierüber in die Friedensartikel hineinzubringen, waren vergeblich. So ist es dahin gekommen, dass noch bis ins 18 Jahrhundert hinein dieser Zoll erhoben werden konnte zum Schaden für Rostocker Handel und Schifffahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der schwedische Zoll in Warnemünde in den Jahren 1632-1654&amp;quot; Alexander Pries 1914]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.google.de/books/edition/Motiven_warumb_die_Cron_Schweden_den_War/w79YAAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=zoll+warnem%C3%BCnde&amp;amp;printsec=frontcover Warum die Cron Schweden...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während der Franzosenzeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1809 - Schillsche Truppen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Im Stadtarchiv der Hansestadt findet sich ein umfangreiches Aktenstück aus der Franzosenzeit, also der Besetzung durch napoleonische Truppen zwischen 1806 und 1813. &lt;br /&gt;
:In diesem Dokumentenbestand ist auch der vom 29. Mai 1809 datierte ausführliche Bericht des Warnemünder Vogtes Lange enthalten. &lt;br /&gt;
:Er berichtet was sich am Rande des in der deutschen Geschichtsschreibung oft heroisch geschilderten Kriegszuge Ferdinand von Schills mit seinem Bataillon Husaren rund um den alten Strom zutrug: &lt;br /&gt;
:„Dienstag d. 23. (Mai) gegen Mittag sprengten 4 Husaren vom von Schillschen Corps hinten an die Voigtey und fragten nach dem commandirenden Officier in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Es trat der Herr Lieutenant v. Horn heraus, welcher sogleich befragt ward, ob er diesen Platz dem Schillschen Corps übergeben wolle ?“ &lt;br /&gt;
:Der antwortete: „Der Platz sey allenthalben offen, und könne er denselben mit seinen Invaliden nicht verteidigen.“ &lt;br /&gt;
:Daraufhin wies man den 4 Husaren Quartiere bei Warnemünder Bürgern an. &lt;br /&gt;
:Deren Pferde bezogen den Stall beim Bürger Grimm. Am darauf folgenden Mittag erschienen weitere 14 Mann unter dem Kommando eines Sergeanten, der erklärte, das er nun Besitz von Warnemünde nehme. &lt;br /&gt;
:Leutnant von Horn entgegnete darauf, das er Befehl habe nicht von seinem Posten zu weichen. &lt;br /&gt;
:Der Sergeant erwiderte, dass er durchaus an seiner Seite weiter auf seinem Platz bleiben könne. &lt;br /&gt;
:Vor dem Einmarsch der Husaren hatte der Leutnant Schildwachen vor allen in Warnemünde liegenden Schiffen postiert. &lt;br /&gt;
:Um einer Entwaffnung zuvor zu kommen ließ er bei ihnen nun heimlich alle Patronen einsammeln und so die Gewehre unbrauchbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Aber die Maßnahme half nichts. Die Husaren entwaffneten die Rostocker Wachen trotzdem. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tag traf Graf von Moltke, ein Schillscher Stabsoffizier mit weiteren 14 Mann, teils Kavallerie, teils Infanterie hier ein. &lt;br /&gt;
:Auch für sie musste nun ein Quartier gefunden werden. &lt;br /&gt;
:Der veranlasste nun, das drei requirierte Kutter-Boote in die See vor die Hafeneinfahrt gelegt wurden. &lt;br /&gt;
:Fortan war auch den Fischern das Auslaufen verboten. &lt;br /&gt;
:Ein Schillscher Bataillonsschreiber brachte schließlich aus Rostock an von Moltke die Order alle hier liegenden Schiffe zu begutachten und festzulegen.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Tage belief sich die Zahl der so erlangten Schiffe auf 22. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den hiesigen Lotsenkommandeur Weisung, bei Strafandrohung von 50 Hieben, dass er die Räumung der Wasserfahrzeuge zu organisieren habe. &lt;br /&gt;
:Anschließend sollen sodann auf drei der Schiffe Pferdeställe eingebaut werden. &lt;br /&gt;
:Bald darauf rückt von Rostock der Schillsche Leutnant  von Hagen mit 12 Mann an, um nun mit Verspätung den Leutnant von Horn doch noch zu arretieren. &lt;br /&gt;
:Auch müssen die Rostocker Wachsoldaten jetzt den letzten Rest an Ausrüstung und Uniform abliefern. &lt;br /&gt;
:Der Lotsenkommandeur schien außerstande, den Einbau der Pferdeställe in die Schiffe zu organisieren. &lt;br /&gt;
:So sandte man kurzerhand ein Boot in den Breitling. Hier arbeitete gerade eine Reihe von Zimmerleuten an den Steinkisten der Molenbauwerke. &lt;br /&gt;
:Unter Androhung, sie im Wiedersetzungsfalle umgehend zu erschießen zwang man sie nun auf die Schiffe zwecks Einbau der Pferdeställe. &lt;br /&gt;
:Es mangelte jedoch an Material. Polier Stark musste nun angeben was gebraucht wurde. &lt;br /&gt;
:Das erforderliche Holz brachte man in Warnemünde bald zusammen, aber es mangelte an Nägeln. &lt;br /&gt;
:Zwischenzeitlich setzte aus Rostock ein Strom an Waffen, Proviant und Husaren aus Rostock ein. &lt;br /&gt;
:Allein acht Wagen mit Gewehren, Piken und Munition waren in Rostock requiriert worden. Deren Verladungen scheiterten an dem fehlenden Umbau der Schiffe. Der Umbau wiederum an den noch nicht aus Rostock eingetroffenen Nägeln. &lt;br /&gt;
:Als schließlich Schills Adjudant von Baersch in Warnemünde eintraf um die Einschiffung von Truppen auf den requirierten Schiffen  zu kommandieren, sprach der ein Machtwort und ließ jede verfügbare Hand dazu kommandieren, aus Umzäunungen, Steganlagen und Gebäuden alle sichtbaren Nägel herauszuziehen und für die Stallanlagen auf den Schiffen zu gewinnen. &lt;br /&gt;
:Es kam auch eine ansehnliche Menge zusammen, allein die Zimmerleute erklärten sie alle für unbrauchbar. &lt;br /&gt;
:So wurde schließlich ein Kavallerist nach Groß Klein gesandt, um dort von einem Schmied  ausreichend Nägel zu holen. Zwischenzeitlich beklagten sich die Schiffseigentümer bei Baersch, wer ihnen den Verlust der Schiffe ersetze? &lt;br /&gt;
:Baersch sicherte zu, das Schill ihnen alles ersetze. &lt;br /&gt;
:Nach einem Tag trafen schließlich auch die Nägel ein und die Arbeit an den Pferdeställen begann. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den Vogt Lange die Weisung alle in den Warnemünder Häusern verfügbaren Töpfe und Pfannen zu requirieren und für die Truppen auf die Schiffe zu bringen, was bei den Bewohnern zu großem Wehklagen Anlaß bot. Man schickte auch Requirierungstrupps in die Dörfer der Umgebung um Futter und Lebensmittel zu beschlagnahmen. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann die Einschiffung der Husaren und ihrer Pferde. &lt;br /&gt;
:Gegen Abend erreichte den Kommandeur von Baersch die Meldung, das einige Husaren der Witwe Heberer ihren Wein mit Gewalt aus dem Keller geholt hatten. Der Kommandeur eilte sogleich mit einem weiteren Offizier  dorthin um die Marodeure zu verhaften. &lt;br /&gt;
:Einer von ihnen widersetzte sich und ward von von Baersch noch am Ort exekutiert und vor dem Haus verscharrt. &lt;br /&gt;
:Kurz darauf  erklärt von Baersch dem Vogt, dass er dessen Dienstmädchen Lene als Köchin mit auf sein Schiff nehmen wolle. &lt;br /&gt;
:Die entzog sich dem aber sogleich durch Flucht und versteckte sich zunächst im Pfarrhaus. &lt;br /&gt;
:Die Anzahl der höheren Offiziere, die in der Vogtei Quartier bezogen hatten und sich zwangsweise am Tisch des Vogtes Lange beköstigen ließen stieg unablässig. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann man bereits einzelne Schiffe auf die Reede auszuschiffen. &lt;br /&gt;
:Das zwei der erfahrenen heimischen Schiffer nacheinander die Segler auf eine Untiefe von Einheimischen „Lichtbogen“ genannt, auflaufen ließen, war sicher nicht deren Unerfahrenheit zuzuschreiben. Viel Zeit kostete nun deren Bergung um auch für die anderen Segler die Hafenzufahrt passierbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Am 28. Mai morgens hatten holländische Truppen Warnemünde von Westen her erreicht und versuchten nun durch Beschuß die gegnerischen Schillschen Truppen am Auslaufen zu hindern. &lt;br /&gt;
:15 Schiffe lagen bereits auf Reede. Das sechzehnte, geführt vom Schiffer Maas aus Rostock segelte eine viertel Stunde lang unter starkem Beschuß aus der Hafenausfahrt. &lt;br /&gt;
:Den Holländern gelang es nicht im weichen Dünensand die Kanonen richtig auszurichten, so dass sie immer wieder nur die Segel des Schiffes trafen. &lt;br /&gt;
:Zwei weitere Schiffe mit Husaren an Bord lagen noch in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Da ihnen die Ausfahrt offensichtlich nicht mehr gelingen würde, flüchteten die Schillschen an Land über den Strom und die Hohe Düne in die Rostocker Heide. &lt;br /&gt;
:22 Der Husaren gerieten jedoch bei der anschließenden Verfolgungsjagd noch in Gefangenschaft der Holländer. &lt;br /&gt;
:Ein Teil der holländischen Truppen quartierte sich nun in den Warnemünder Häusern ein und ließ sogleich erneut Lebensmittel requirieren. &lt;br /&gt;
:Einen Tag später ließen sie sich jedoch zur Hohen Düne übersetzen um die Schillschen Truppen weiter in Richtung Stralsund zu verfolgen. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tage war Warnemünde wieder militärfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1810 - Im Frühsommer des Jahres war die Franzosenherrschaft an der Ostseeküste so schwach, daß die Engländer kleinere Landungen wagten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 3. Juni war ein nach Russland bestimmtes, amerikanisches Schiff von einem in Warnemünde stationierten französischen Kaper aufgebracht worden. Als Reaktion landete eine englische Marine-Einheit, eroberte Kaperschiff &#039;&#039;&#039;und&#039;&#039;&#039; Beuteschiff. Sie entführten sodann beide aus dem Hafen. Die schwache mecklenburgische Wachmannschaft hatte sofort nach der Landung die Flucht ergriffen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Redoute 1912.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde Redoute (1912)]]&lt;br /&gt;
:Dieses Ereignis veranlasste den französischen Marschall Eckmühl dazu, umgehend stärkere, ausschließlich französische Truppen in Warnemünde zu stationieren. Damit einher ging sein Befehl an die Stadt Rostock, unverzüglich den Bau verschiedener Befestigungsanlagen in Warnemünde abzusichern und zu finanzieren. &lt;br /&gt;
:Um die Befestigungsanlagen mit einer Redoute als Kern in Warnemünde in kurzer Zeit herzustellen, hatte die Stadt Erdarbeiter, Zimmerleute und andere Handwerker aller Art, sowie sämtliches Bauholz aus der Rostocker Heide zu stellen. Die Bürgerschaft war zunächst unentschlossen. &lt;br /&gt;
:Am 7. September gibt das erste Quartier in der Beschluß-Findung dazu folgende Stellungnahme ab. „...ein außerordentlicher Holzhieb scheitert bereits daran, das nichts mehr zu entscheiden ist, außer, wie er praktisch ausgeübt werden kann. Besser ist, noch einmal den Forstinspektor Becker zu befragen und ihn ein Konzept fertigen zu lassen. ...“ &lt;br /&gt;
:Das zweite Quartier hat darauf nur noch zu erwidern, daß man den Holzeinschlag vorrangig in den Rövershäger Waldungen ausführen solle, da aus den damals ebenfalls im Rostocker Besitz befindlichen Willershäger Waldungen die Anfuhrkosten zu hoch seien. &lt;br /&gt;
:Die Entscheidung war somit gefallen und der Forstinspektor erhielt freie Hand. Noch in derselben Woche begannen alle seine Waldarbeiter in den Trassen der abgesteckten, zukünftigen Waldschneisen, das gesamte für den Warnemünder Redouten-Bau benötigte Holz einzuschlagen und damit es sich auch leicht transportieren ließ, gleich einen guten Untergrund für die Fuhrwege herzurichten. &lt;br /&gt;
:So entstanden nach einander die Meiershausstellenschneise von Wiethagen nach Meiershausstelle, die Trasse der heutigen Bäderstraße, als Forstweg, von Hinrichshagen nach Torfbrücke, sowie die Schneise vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise). Der unfertige Landweg von Hinrichshagen nach Markgrafenheide bekam nun als Transportweg zur Warnemünder Baustelle eine besondere Wichtigkeit und konnte 11 Jahre nach seinem Baubeginn, dem ursprünglichen Plan entsprechend, fertiggestellt werden und Beispiel gebend solide ausgeführt werden. &lt;br /&gt;
:Nach Abschluss der Bauarbeiten war selbst das bis dahin permanent opponierende zweite Quartier nunmehr von der Sinnhaftigkeit des entstandenen Wegenetzes überzeugt und machte der Forstverwaltung sogar Vorwürfe, warum man damit nicht schon eher begonnen habe. Von 1791 bis 1811 hatten sie dieses Projekt stets verhindert.&lt;br /&gt;
:Der Bau der Warnemünder Redoute zog sich bis Februar 1812 hin. Nur vierzehn Monate später, am Ende der Franzosenzeit, beschlossen die Hundertmänner am 12. April 1813 bereits den Abriss der Redoute. Da sich die Umsetzung des Abrisses aber laufend verzögerte, landeten schließlich am  26. August rund 100 Engländer, schickten die Bürgerwache der Warnemünder nachhause  und „demolierten“ die Redoute. Am folgenden Tage beendeten sie ihr Zerstörungswerk endgültig und sprengten die gesamte Anlage. &lt;br /&gt;
:Zwei Wochen darauf besichtigte die Stadtverwaltung die Trümmerstätte und befand: „..daß die Redoute sich nicht mehr ähnlich war.“ Beckers Waldschneisen dagegen haben bis in unsere Tage Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während des ersten Weltkrieges 1914-1918===&lt;br /&gt;
KFC 577&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erlebnisbericht eines damals 17jährigen Güstrower Gymnasiasten am 1.August 1914&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Am Nachmittag besichtigten wir das drei Wochen zuvor eingeweihte Brinckman-Denkmal.&lt;br /&gt;
:Bald darauf war, wie immer das Konzert der Rostocker Stadt-Theaterkapelle unter Leitung von Kapellmeister Schulz. &lt;br /&gt;
:Und weil es draußen so schön heiß war, zeigte sich der schattige Kurgarten gerammelt voll.&lt;br /&gt;
:Die Leute waren vergnügt und zufrieden.&lt;br /&gt;
:So gegen halb sechs wurden die Leute plötzlich ganz still, reckten die Köpfe und sprangen auf.&lt;br /&gt;
:Die Musik brach mitten im Stück ab.&lt;br /&gt;
:Durch die Gartenpforte kamen in Uniform ein Leutnant, ein Trommler, ein paar Mann, und bauten sich vor dem Musikpallion auf.&lt;br /&gt;
:Mucksmäuschenstill war es im Garten, als die Soldaten mit Trommelschlag abmarschierten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Als die Versammelten Minuten darauf in allgemeinen Jubel verfielen, lag es all ihrer Vorstellungskraft fern, das in dieser Stunde vier Kriegsjahre angebrochen waren, die an Grauen, Tod und Zerstörung alles Dagewesene übertreffen sollten.&lt;br /&gt;
:Wenige Stunden danach heulten die Schiffs-Sirenen über das sonst stille Warnemünde, vom Zollhafen kam in langsamer Fahrt eine U-Boot-Halbflottille den Alten Strom seewärts herauf.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auch U-9 unter dem später zum Kriegshelden glorifizierten Kapitänleutnant Weddigen war unter ihnen.&lt;br /&gt;
:Das Hurra der allgemeinen Kriegshysterie begleitete deren Ausfahrt.&lt;br /&gt;
:Am anderen Morgen war Warnemünde wie ausgestorben, die Baustelle mt den ersten Mauern des gerade begonnenen neuen Kurhauses lag nun für lange verweist, die Uhren gingen fortan in auch in Warnemünde anders.&lt;br /&gt;
:Einen jungen Fotorafn traf es dabei noch ganz persönlich.&lt;br /&gt;
:Angesichts der vielen Sommerfrischler  bereitete er die Eröffnung eines Fotoateliers vor.&lt;br /&gt;
:Auch einen kleinen Bankkredit hatte er dazu erkämpft.&lt;br /&gt;
:Aus Gram über die entschwindenden Urlauber vertrank er den Kredit.&lt;br /&gt;
:Tage später verpflichtete eine Kriegsverordnung dazu, Reisepässe mit Foto zu versehen.&lt;br /&gt;
:Für ein Atelier, um nun die riesige Nachfrage zu befriedigen, hatte er kein Geld mehr.&lt;br /&gt;
:Schon ein Jahr darauf war die Hysterie allgemeiner Ernüchterung gewichen.&lt;br /&gt;
:Selbst weit entfernt von der Front begannen Leid und Not spürbar zu werden.&lt;br /&gt;
:Warnemünde mit seiner Fährverbindung via Dänemark, dem Land wo Milch und Honig fließen, übte nun eine neue Anziehungskraft aus.&lt;br /&gt;
:Mehrmals täglich verließen Eisenbahnwaggons beladen mit Kohlen, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Obst, Fisch oder Zucker den Bauch der Fähre aus Dänemark.&lt;br /&gt;
:Im Ort kursierten geflügelte Sätze wie: &amp;quot;&amp;quot;Kohlen werden nicht geklaut sondern mitgebracht.&amp;quot;, &amp;quot;Wi hebben dragen as de Immen&amp;quot;, man war findig genug, sich auf dem Rangierbahnhof Zugang zu der nahrhaften Ladung der Waggons zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor wieren männigmal mier Addebors as Poggen.&amp;quot; Wenn eine Kartoffel-Ladung geplündert wurde.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder verstanden es, sich diese Quelle zu erschließen und ihr Los zu erleichtern.&lt;br /&gt;
:&amp;quot; Nicht selten gab es gar ein ein stilles Bündnis mit den Bahnangestellten.&lt;br /&gt;
:Im dezember 1915 stellte man so Ertappte vor Gericht.&lt;br /&gt;
:Unter den 39 Angeklagten aus Warnemünde und Umgebung waren allein 19 Bankangestellte.&lt;br /&gt;
:Die Anzahl der Diebstähle war nicht mehr feststellbar.&lt;br /&gt;
:Schuld nicht mehr persönlich zuordenbar, so dass [[das Verfahren]] schließlich im Sande verlief.&lt;br /&gt;
KFC 45 560-566 KFC 46 171-324 153S. Anklageschrift&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
====Die Bahnberaubungen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
HG&lt;br /&gt;
[[Die Bahnberaubungen in Warnemünde]] Auszug Tidingsbringer Nr.9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde in der Zeit des dritten Reiches und des zweiten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Franzosenlager auf der Hohen Düne====&lt;br /&gt;
(Quelle Dr. Reno Stutz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====* [[Das Kriegsende In Warnemünde am 1. Mai 1945]]====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Hafen mit Leuchtfeuern und Molen==&lt;br /&gt;
===Die erste Leuchte am Ost-Ende der Hohen Düne ab 1323 bis warscheinlich 1487===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Warnemünder Leuchtturm in  &amp;quot;die Wahrhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberuhmten alten See- und Hensestadt Rostock&amp;quot; von 1578 bis 1586 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1832 Bevor der Leuchtturm kam===&lt;br /&gt;
(Wilfried Steinmüller) (WG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Offensichtlich war ursprünglich ein hölzerner Bau geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Planung Leuchtturm Freim Abendbl Januar 1832.jpg|Eine Zeitungsmeldung im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; Januar 1832&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde die Leuchte um 1870.jpg|Die Leuchte, der 1836 erbaute Vorgänger unseres heutigen Leuchtturms, links daneben der Signalmast&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturm, das Wahrzeichen von Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemuende Leuchtturm im Bau.jpg|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm im Bau 1897/98]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leuchtturm Warnemuende vor 1905.JPG|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm vor 1905]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1898 wurde der Warnemünder Leuchtturm, heute wohl wichtigstes Wahrzeichen des Ostseebades seiner Bestimmung übergeben. Versucht man die Wurzeln seiner Entstehung zu ergründen,  entdeckt man in alten Quellen bald, daß die Überlegungen zur Errichtung eines solchen Bauwerkes schon viel weiter zurückliegen.&lt;br /&gt;
:Auch in den Zeitungen des 19. Jahrhunderts wiederspiegelt sich dieses Thema. &lt;br /&gt;
:So weiß das &amp;quot;Freimütige Abendblatt&amp;quot; in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts dazu folgendes zu berichten: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hinsichtlich der jüngst von hier gemeldeten Absicht, ein Feuersignal im Warnemünder Seehafen anzulegen, ist es allgemein zu bedauern, daß man weit davon entfernt scheint, die Ideen zum Grunde zu legen, die der verstorbene sehr unterrichtete und hellsehende Schiffskapitän Eichmann, ehemaliger Lehrer der Nautik hieselbst, in einer höchsten Ortes vor etwa 6 Jahren von ihm über die Frage an welchem Punkte der mecklenburgischen Seeküste es am vorteilhaftesten wäre einen ordentlichen Leuchtturm zu errichten, erforderten und eingereichten, überaus wohlgearbeiteten Denkschrift, über die, seiner Meinung nach, in Warnemünde allein am allernützlichsten und unentbehrlichsten zu verfügende Errichtung eines solchen Leuchtturms entwickelt hat. Der Referent hat dies Memoire damals gelesen, und erinnert sich noch mit Vergnügen der lichtvollen mündlichen Erläuterungen des einsichtsvollen Verfassers, so wie der Wärme, mit der er den seit einigen Jahren neugebaueten und mit englischen Leuchtinstrumenten versehenen Leuchtturm zu Cuxhafen als das vortreffliche Modell pries, dem man in Warnemünde zu folgen hätte. Aber freilich steht die hohe Nützlichkeit, ja unentbehrliche Nothwendigkeit einer solchen Anstalt, so wie ihre dem Muster nacheifernde Vortrefflichkeit, die der Referent vor fünf Jahren stundenlang zu untersuchen und zu bewundern Gelegenheit hatte, auch im Verhältnis zu den sehr erheblichen Kosten, die die Nachahmung zu Warnemünde erfordern würde; Kosten zu denen, wenn dieser Gedanke je ins Leben träte, Fürst und Land, aus den entscheidenden Gründen wahren Gemeinwohls, auf die Hälfte oder doch ein Drittel beisteuern müßten und könnten.&lt;br /&gt;
:Rostock den 30. Januar 1832&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Immer wieder bieten die so &amp;quot;hellseherischen&amp;quot; Gedanken jenes Kapitäns  Eichmann Stoff zur Diskussion über die längst fällige Errichtung eines Leuchtturmes und man kann ihn wohl getrost als geistigen Vater eines solchen Bauwerkes bezeichnen. Auch sonst bietet sein Wirken in Warnemünde noch reichliche Betätigungsfeld für die Warnemünder Geschichtsforscher.&lt;br /&gt;
:Der Anstoß war gegeben, aber bis zur Realisierung verging noch viel Zeit und das Thema bot im Freimütigen Abendblatt auch weiterhin reichlich Lesestoff, wie hier zum Beispiel drei Jahre darauf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was die schon vor mehreren Jahren beantragte Anlegung eines Leuchtturmes am Eingange des Warnemünder Hafens betrifft, so scheint diese Angelegenheit, obgleich sie, wie man erfährt, sowohl von den Seiten des Handels- als des Schifferstandes als sehr dringend empfohlen und von demselben auch bereits verschiedene annehmliche Offerten gemacht sein sollen, doch ganz in den Hintergrund gestellt zu werden, und vielleicht nur aus dem einzigen Grunde, weil die Rostocker Schiffahrt seit Jahrhunderten schon ohne Leuchtturm bestanden hat. Wohin aber sollen solche Grundsätze führen ? Man überzeuge sich doch endlich von der Nützlichkeit, ja von den Notwendigkeit dieser Einrichtung! Eben wegen des Mangels derselben scheiterte noch jüngst wiederum ein Schiff; denn das Ansegeln an die mecklenburgische Küste bei irgend trüber Witterung, besonders bei starkem Sturm und Seegange ist bekanntlich sehr gefährlich. Unsere Baubehörde wird deshalb wenn sie sich auch in dieser Hinsicht des Raths sachkundiger Männer bedient, gewiß keinen Anstand nehmen, auch diesem Gegenstande seine Erledigung zu verschaffen, zumal da bei den vorseienden Hafenbauten gewiß der Bau eines solchen Leuchtthurmes auf eine zweckmäßige und vieleicht minder kostspielige Art als sonst zur Ausführung gebracht werden kann.&lt;br /&gt;
:Rostock den 29. December 1835&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Folgejahr schließlich scheint die Sache in Gang zu kommen denn in der Augustausgabe steht zu lesen: :&amp;quot;Bei der am 16.des Monats stattgefundenen Grundsteinlegung zu dem auf der Düne Warnemünde´s zu erbauenden Leuchtthurm war leider der Mehrzahl der hier Anwesenden Fremden der zu dieser feierlichen Handlung angesetzte Zeitpunkt fremd geblieben, weshalb nur ein kleiner Teil derselben auf der bezeichneten Anhöhe sich versammelt hatte. Befremden mußte es wohl allgemein, daß von der obersten städtischen Behörde nichts geschehen war um diesem Actus auch in seiner äußerlichen Form eine festliche Bedeutung zu geben, das auch nicht eines ihrer Mitglieder gekommen war, um die Theilnahme an einem Werke an den Tag zu legen, welches dem Vaterlande zur Ehre und so vielen zur Rettung und zum Heile gegründet werden sollte. Freuen müssen wir uns aber andererseits, daß dennoch diese Handlung nicht ohne eine gewisse Solenität &#039;&#039;(Feierlichkeit)&#039;&#039; vollzogen wurde. Es hatte nämlich eine Dame aus Rostock (C.v.W.) diesen Gegenstand in einem Gedichte besungen, welches auf allgemeines Begehren ein gerade anwesender, sehr beliebter Redner, Herr Candidat Bartsch aus Rostock, nachdem er einige, dem Gegenstande angemessene Worte vorausgeschickt, auf eine dem Inhalte des Gedichtes vollkommen entsprechende Weise recitierte. Nachdem hierauf von dem Herrn Administranten des Baues ein Toast unter dem Klange der Gläser ausgebracht worden, wurde diese eben so einfache als ansprechende Feier beendigt. Wie es heißt, erreicht der Bau, unter der Leitung des Stadtbaumeisters Herrn Schwedtler, noch vor dem Winter seine Vollendung.&lt;br /&gt;
:Warnemünde d. 19. August 1836&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leider nennt uns die Zeitung jener Tage den Verfasser der Zeilen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1897/98 der Bau des Warnemünder Leuchtturms====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Nebel mussten Sondermaßnahmen durchgeführt werden (Hornsignale, Glocke, Nebelkanone). Die Entwicklung der Rostocker Segelschiffflotte zur größten im Ostseeraum mit 372 Schiffen im Jahre 1878 machte einen weiteren Ausbau der Hafeneinrichtungen zwingend notwendig. So wurde bereits im Jahre 1862 dem Rat der Stadt Rostock ein Entwurf vorgelegt zum Umbau der Hafenleuchte in Warnemünde zu einem vollständigen Leuchtturm mit prismatischem Laternenhaus. Aber erst im Jahre 1897/98 kam es dann zum Bau des Leuchtturms in seiner jetzigen Form. Davor waren durch Streitigkeiten über die Notwendigkeit und die Finanzierung des Leuchtturms mehr als 30 Jahre ins Land gegangen. Erbaut wurde der Turm unter der Leitung des Rostocker Hafenbaumeisters Karl Friedrich Kerner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Leuchtturm mit Signalmast 1904.jpg|thumb|600px|links|Der neue Leuchtturm und links daneben der Wetteranzeiger-Signalmast 1904]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde1904 Handskizze Ludwig Krause Bedeutung der Signale am Mast.jpg|thumb|450px|rechts|Handskizze des Historikers Ludwig Krause über die Bedeutung der Signale am Mast neben der Leuchte 1904]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Feuer wurde zunächst mit Petroleum betrieben, das aus dem Petroleumkeller, in dem 4 Petroleumbottiche untergebracht waren, heraufgepumpt werden musste. Im Jahre 1917 wurde das Licht auf Gas umgestellt. Um 1927 wurde der Leuchtturm auf elektrisches Licht umgestellt. Die Lampentypen wurden ständig dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Heute wird der Turm mit einer 250W/230V HQL-Lampe betrieben.&lt;br /&gt;
Das Linsensystem wurde von der Firma Picht &amp;amp; Co. Rathenow geliefert und eingebaut und tut noch heute in unveränderter Form seine Dienste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Auszug aus: &amp;quot;Verschwunden - Vergessen - Bewahrt, Denkmale der Rostocker Technikgeschichte&amp;quot; Hans-Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 1995  &lt;br /&gt;
*[[&amp;quot;Leuchtturm Warnemünde&amp;quot; Hans Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 2013&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=sYbcAokrAQw  Gerd Lau MV1 TV]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1968 Die Symbiose von Teepott und Leuchtturm als Warnemünder Wahrzeichen====&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1936.jpg |thumb|250px|rechts|Warnemünde mit Leuchtturm und Teepavillon 1936]]&lt;br /&gt;
;1926 Der runde &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht&lt;br /&gt;
:neben dem Warnemünder Leuchtturm in unmittelbarer Nachbarschaft, den der Volksmund schon bald nach seiner Eröffnung &amp;quot;Teepott&amp;quot; nannte. &lt;br /&gt;
:Er brannte 1945 ab.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Der Architekt Ulrich Müther und der Hyparschalenbau&lt;br /&gt;
;noch fortsetzen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Teepott 1979 OKR.jpg|400px|thumb|rechts|Inneres des Teepotts 1979]]&lt;br /&gt;
;1967/68 Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten.&lt;br /&gt;
: Eine Architektengruppe des Wohnungsbaukombinates Rostock um Stadtplaner Erich Kaufmann entwickelte das Gebäude des &amp;quot;Teepotts&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die statische Konstruktion eines Hyparschalenbaus erstellte dazu der Konstrukteur Ulrich Müther aus Binz. Die Dachkonstruktion besteht aus einer Membranschale, die Last der 1000 m2 umfassenden Dachfläche ruht auf nur drei Auflagenpunkten. Die Dachschale hat eine Dicke von 7cm.&lt;br /&gt;
:Die künstlerische Gestaltung führten Achim Kühn, Inge Jastram und Felix Büttner aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Teepott seit der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. &lt;br /&gt;
:Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Molen und Seezeichen===&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Becker beschreibt den Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen &lt;br /&gt;
:(Freimüthiges Abendblatt 1826):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;500px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 a wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen a&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 b wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fischerei==&lt;br /&gt;
(u.a. Warnemünder Jolle) noch einpflegen&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts===&lt;br /&gt;
:Niemand der nach Warnemünde kann sich dem besonderen Flair des Alten Stromes und des Fischereihafens an seinen beiden Ufern entziehen.&lt;br /&gt;
:Allein schon der Duft von frischem Räucherfisch zieht die Touristen magisch an.&lt;br /&gt;
:Lang ist die Tradition der Fischerei in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bereits 1494 befuhren nicht weniger als 30 Warnemünder Fischer ihre Fangplätze in der Ostsee und leisteten ihre Abgaben an den dänischen Vogt auf Schonen. Sie befuhren bzw. befischten die gesante südwestliche Ostsee.&lt;br /&gt;
:Die größte Länge der damaligen Fischerboote betrug ca. 6,30m und 2,20 Breite.&lt;br /&gt;
:Ab 1880 mußten die Fischer Registriernummern an Booten und Segeln führen, 1917 ergänzt durch &amp;quot;WA&amp;quot; vor der Registriernummer.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder selbst befaßten sich ungern mit dem Bootsbau und überließen das den Tischlern und Stellmachern aus Groß-Klein.&lt;br /&gt;
:Gefischt wure mit Stellnetzen, Waden Reusen, Angeln und Eisen.&lt;br /&gt;
:Die Netze und Angeln wurden in Warnemünde gefertigt und in der heutigen Friedrich-Franz-Straße entstand die erste 250m Reiferbahn.&lt;br /&gt;
:Aber nicht nur gefischt wurde von den Warnemündern sondern sie verkauften ihre Fänge zu großen Teilen auch selbst.&lt;br /&gt;
:In erster Linieg boten sie ihre Fänge regelmäßig auf dem Rostocker Markt an.&lt;br /&gt;
:Da der Markt bereits um 8.00 Uhr öffnete, mußte die Ausfahr zum einholen der Netze schon morgens zwischen 1 und 2 Uhr erfolgen.&lt;br /&gt;
:Leider wurden nie Aufzeichnungen über Fangmengen und erzielte Preise gemacht.&lt;br /&gt;
:Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wares den Warnemünder Fischern per Rostocker Edikt strikt untersagt auf dem Breitling zu fischen. Das war den Rostocker Fischern, die ihren Standort uweit der Petribrücke hatten, vorbehalten.&lt;br /&gt;
:Wenn aber Rostocke fischer nach Warnemünd kamen, hieß es &amp;quot;Vorsicht die Türken kommen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das hatte aber nichts mit Bewohnern die aus der Türkei kamen zu tun,sondern ein einstiger Rostocker Fischmeister hieß Thürk und wurde zum Namensgeber dieses Ökelnamens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 50iger Jahren wurde in Warnemünde eine sehr leistungsfähige FPG (Fischerei-Produktionsgenossenschaft) gegründet.&lt;br /&gt;
:Es entstand eine neue Löschhalle zur Übernahme des gerade angelandeten Fisches und eine Fischverarbeitungsstätte.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlich angelandeten Fische waren Ostsee-Hering, Dorsch, Steinbutt, Scholle und Lachs.&lt;br /&gt;
:Edelfische gingen in den Export, Hering und Dorsch kamen in die genossenschaftseigenen Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Fischverwertungsgenossenschaft Warnemuende.JPG|Fischverwertungsgenossenschaft Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:FPG Warnemuende.JPG|Fischerei-Produktionsgenossenschaft (FPG) Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:Fischverarbeitung Warnemuende.JPG|Fischverarbeitung in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem Umbruch 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1990 verzeichnete die heimische Fischerei wegen der einströmenden Fisch-Importe, besonders aus Holland, mit der Kutterfischerei in Warnemünde rapide bergab.&lt;br /&gt;
:Heute gibt es nur noch drei privae Kutterfischer, die ums Überleben kämpfen.&lt;br /&gt;
:Eine Reihe der darüber hinaus verbliebenen Kutter führen oft Angeltouren für die zahlreichen Touristen durch.&lt;br /&gt;
:Deren Tour-Angebote sind sehr beliebt und sind meist lange voraus ausgebucht.&lt;br /&gt;
:Trotz des Niederganges der Küstenfischerei ist das Flair eines Fischereihafens geblieben und dort fangfrischen Fisch geräuchert oder als Bismark-Hering angeboten haben auch eine zusätzliche Anziehungskraft Warnemünde und die Fischer zu besuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Lotsenwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Lotsenordnung von 1782]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Lotse und das Einlaufen in den Hafen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Lotsenordnung 1782 01.jpg|300px| rechts| Die Rostocker Lotsenordnung von 1782 a]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Schwierigkeit der Hafeneinfahrten erforderte, dass das Schiff von einem Spezialisten in den Hafen geführt wurde, der alle Tücken des Fahrwassers genau kannte, das ist der Lotse.&lt;br /&gt;
:Seine Verantwortung ist groß, größer als sie Brinckmans humoristische Charakteristik im „Kasper Ohm“ erkennen läßt: „Loots is´n Loots ´n Kierl, de sein Schuldigkeit doon mööt, Haaben rin un Haaben ruut, süs ward he oewer Buurd smäten, un doför kriggt he sein Betalung!“&lt;br /&gt;
:Weit draußen vor der Hafeneinfahrt warten  die Lotsenboote bei jedem Wetter auf Schiffe, die den Hafen anlaufen wollen.&lt;br /&gt;
:Über die Tätigkeit der heimischen Lotsen wird mancherlei erzählt:&lt;br /&gt;
:Fiew Lotsen wieren hier in Warnemünd in´t Boot. Dree bleben langsiet un maakten naher dat Schipp fast. Twee stegen oewer.&lt;br /&gt;
:De Warnmünner Lotsen säden, wenn se an Buurd güngen: Klaas, gah du an´t Stier, ik gah an´t Kommdier („Ich regier“, ich gebe die Kommandos).&lt;br /&gt;
:De Lotsen smus´ten solang´rüm up´t Schipp bi´n Kaptain, un güngen nich ihrer von´t  Schipp, bet se´n Foi kreegen.&lt;br /&gt;
:Näherte sich ein Schiff der Warnemünder Reede, dann fuhren in einem Eifer, Geld zu verdienen, die Lotsen oft schon aus, ehe das Schiff die Lotsenflagge zeigte, dann gab es aber gelegentlich bittere Enttäuschung.&lt;br /&gt;
:Wenn de Warnmünner Lootsen ruutführt wieren mit ehr Boot un dat Schipp denn oewer Stagg güng un na buten fohrt, denn schüllen de Lotsen „Dat is´n Heichler“ („Das ist ein Heuchler“, er tat nur so, als wollte er den Hafen anlaufen.)&lt;br /&gt;
:Wi Lotsen säden, wenn en Schipp oewerkrüzen ded`vör.nHaben: „Dat is´n Bidewinner (Das Schiff segelt bei dem Winde).&lt;br /&gt;
:Wenn es so stürmisch war, dass die Lotsen nicht hinauskamen, gab es ein Aushilfsmittel, das Schiff in den Hafen zu lotsen, denn würd de Windbaak bruukt.&lt;br /&gt;
:Dat wier up´t Warnmünner Spill ´ne Flagg mit´n langen Staken, dor winkten se mit.&lt;br /&gt;
:Wenn slicht Wäder wier, dat de Lotsen nich ruutgahn künnen, würd mit de Windbaak winkt.&lt;br /&gt;
:Wo de henwinkt, dor mööt he´t Roder henleggen.&lt;br /&gt;
:Wenn hoges Wäder wier un de Strom dull uutloopen ded, würden mit de Windbaak Tecken gäben.&lt;br /&gt;
:Wenn dat Schipp to läg´stüern ded´, würd dormit  winkt, he süll na de anner  Siet stüern.&lt;br /&gt;
:Wnn keen Wind wier un de Strom in War´münn  hart utloopen ded´, dat dat Schipp dor nich gegenankünn, denn müßten de ollen Lotsen dat Schipp rintrecken. Denn geew de Schipper´n Soopji uut.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren Lotsen, dee all up´t Ollendeel wieren. &lt;br /&gt;
:Früher wier dat jo all schier un glatt an´n Strom (es ist gemeint, dass am Strom entlang habe ein glatter Weg geführt.)&lt;br /&gt;
:De Lien würd an´n Mast bunnen.&lt;br /&gt;
:De Treckers hadden´n Trecksädel, dor wier´n höltern Knoop aan.&lt;br /&gt;
:Wenn´n Schipp fastkeem bi de Infohrt, würd dat Gangspill dreiht, dorbi würd ok sungen.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl, dorbi müßt he sik mit de Bost upleggen. Dat keem vöör, dat he dorbi ringahn ded´ in´t Water.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren vier bet söß Mann, oder twee Pier tröken.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl. &lt;br /&gt;
:(Richard Wossidlo WRQG 1940 )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende===&lt;br /&gt;
* [[Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende|Warnemünder Lotsenkapitän Stefan Jantzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Zollwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zollamt am südlichen Ende der Häuserreihe am Strom wurde 1891/92, wahrscheinlich vom Stadtbaumeister Gustav Dehn erbaut. (WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Zollwesen in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde um 1900 der Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Kaiserliche Zollamt.jpg|Der kaiserliche Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Zollamt.&lt;br /&gt;
Datei:AK Zollamt Warnemuende circa 1917.jpg|Das Zollamt auf einer Ansichtskarte 1917.&lt;br /&gt;
Datei:Zollamt Warnemuende circa 1990er.jpg|Das Gebäude des ehemaligen Zollamtes in den 1990er Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Kirchen und die drei Friedhöfe von Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Jahrhunderte sind in Warnemünde mindestens vier Kirchen nachweisbar.  Zwei frühe Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert fielen den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Rostock und den Dänen zum Opfer.&lt;br /&gt;
Die erste steinerne Kirche wurde um 1280 wahrscheinlich auf Veranlassung des Doberaner Klosters erbaut, was zur Folge hatte, das das Kloster auch über eine sehr lange Zeit deren Kirchenpatronat inne hatte. Als Rostocker die Kirche nach einem Sieg gegen die Dänen abbrannten, wurde dieser Frevel sogar dem Papst in Rom gemeldet. &lt;br /&gt;
Die Stadt wurde im Dezember 1312 mit dem Bau einer neuen hölzernen Kirche beauftragt, die aber ebenfalls durch Feuer zerstört wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die alte Kirche mit ihrem Friedhof bei der Vogtei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Vorläufer der heutigen Kirche war ein Gotteshaus, das ganz in der Nähe des Alten Stroms einige Meter nördlich von der Vogtei stand und Anfang des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut worden war.&lt;br /&gt;
:Sie hatte an der Südseite zwei Anbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der &amp;quot;Alte Kirchhof am Strande&amp;quot;===&lt;br /&gt;
:noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die neue Kirche===&lt;br /&gt;
:Da die Einwohnerzahl von Warnemünde ständig wuchs und die alte Kirche (&amp;quot;Fischerkirche&amp;quot;) zunehmend baufällig wurde, begann im September 1867 die Errichtung eines neuen Gotteshauses. &lt;br /&gt;
:Am 1.10.1871 fand in Gegenwart des Großherzogs Friedrich Franz II. die feierliche Einweihung statt. &lt;br /&gt;
:Das Gotteshaus entstand nach einem Entwurf des Rostocker Baumeisters Wilhelm Wachenhusen. &lt;br /&gt;
:Der kreuzförmige Backsteinbau birgt wichtige Bestandteile von der Innenausstattung der alten Warnemünder Kirche. &lt;br /&gt;
:Zu den bemerkenswetesten Gegenständen dürfte die überlebensgroße Schnitzfigur des heiligen Christophorus (Ende 15.Jh.) gehören. &lt;br /&gt;
:Die alte &amp;quot;Fischerkirche&amp;quot; wurde 1874 abgerissen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Geschichte am Rande:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Das zum Kirchspiel Warnemünde gehörende Dorf Diedrichshagen, das zuvor noch in Schwaan eingepfarrt war, kam nach dem Dreißigjährigen Krieg unter das Dach der Warnemünder Kirche.&lt;br /&gt;
:Dort in der alten Kirche am Ufer des &amp;quot;Alten Stroms&amp;quot;, befand sich vor der Ostwand die geschnitzte, überlebensgroße Figur des heiligen Christophorus.&lt;br /&gt;
:Als 1871 nun die neue Kirche fertiggestellt war, sollte die große Figur nicht mehr übernommen werden.&lt;br /&gt;
:Besonders die Diedrichshäger Pfarrkinder protestierten dagegen und erklärten, ohne Christophorus würden sie keine Ababen mehr leisten, sondern sich selbst eine Kirche bauen.&lt;br /&gt;
:Sie waren alter Überlieferung gemäß hier nur so lange eingepfarrt, wie die Figur im Gotteshaus stünde.&lt;br /&gt;
:Die Kirchenleitung gab klein bei, und der Schutzpatron der Reisenden blieb dem Gotteshaus und uns bis heute erhalten.&lt;br /&gt;
* [http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/fullscreen/PPN407465633d2731312e30312e30312e27_40636c6173736e756d3d273236312e27_407369673d2733352f3320303227/1/ Grundriß der neuen Kirche]&lt;br /&gt;
* [[Die neue Warnemünder Kirche im Schlie Bd.1 S.285-291]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Kirchenplatz um 1875 a.jpg|Kirchenplatz mit neuer Kirche um 1875&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünder Pfarrkirche um 1900.jpg|Die Warnemünder Pfarrkirche um 1900&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Inventarteile die aus der Vorgängerkirche übernommen wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Schnitzalter von 1475 (angeblich eine Danzige Arbeit, über See nach Warnemünde verschifft)&lt;br /&gt;
:Im Schrein befinden sich zwei Gruppen von Heiligen jeweils unter Maßwerkbaldachinen, dazu 3 Heilige in den Flügelaußenseiten.&lt;br /&gt;
:- Kanzel mit Schalldeckel von 1591&lt;br /&gt;
:- Heiliger Christophorus - monumentale Schnitfigur vom Anfang des 16. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder machten ihn zum Schutzheiligen des Ortes&lt;br /&gt;
:Einer Legende nach sollte der Christophorus Tränen vergießen können.&lt;br /&gt;
:Einer weiteren Legende nach lebte in der Frühzeit Warnemündes in der Nähe der Vogtei ein Mann, der Leute bei Bedarf gegen einen kleinen Obolus über den damals noch flachen Strom trug. Er galt als Sinnbild des Warnemünder Christophorus.&lt;br /&gt;
:- Altargemälde mit Kreuzigungszene von Gustav Stever um 1870&lt;br /&gt;
:- Zwei Pastorenporträts: J.Albinus gest. 1670 und N.Bims gest. 1724&lt;br /&gt;
:- Gestühlwangen mit Inschriften und Hausmarken 16.-18.Jh.&lt;br /&gt;
:- Truhe von 1620&lt;br /&gt;
:- Glocke von 1434&lt;br /&gt;
:- Votivschiffe von 1820 und 1885 (Dankesgabe von in Seenot geratenen und geretteten Seeleuten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei der Sturmflut vom 12.-14. November 1872 retteten sich viele Einwohner in die Kirche, als Warnemünde nach dem Durchbruch der Dünen westlich des Ortes wie auf einer Insel lag. Zuletzt mußten die Geretteten auf die Bänke steigen, während draußen Lotsenkommandeur Stephan Jantzen  mit seinen Lotsen Menschen aus unmittelbarer Gefahr rettete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der neue Friedhof===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Denkmalgeschichten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für John Brinckman im Warnemünder Kurpark===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Brinckman Stein b.JPG|thumb|450px|rechts|Warnemünde Brinckman-Stein im Kurpark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Ein Dichter und sein Gedenkstein - John Brinckman kam zur Kur ins Seebad&amp;quot;====&lt;br /&gt;
:(Autor: Ronald Piechulek in Ostsee-Zeitung 22.11.2002)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 18. September 2001 wurde der John Brinckman-Gedenkstein am Kurhausgarten gegenüber dem Institut für Ostseeforschung &#039;&#039;(nach 1914 zum zweiten Mal)&#039;&#039; eingeweiht.&lt;br /&gt;
:Zum Dichter und zur Geschichte des Steins recherchierte der Warnemünder Ortschronist Ronald Piechulek:&lt;br /&gt;
:John Frederick Brinckman wurde am 3.Juli 1814 in der Rostocker Koßfelder Straße als zweiter Sohn einer Kapitänsfamilie geboren. Er war sieben Jahre alt, als Warnemünde erstmals als Badeort erwähnt wurde. John Brinckman der sich zur Seefahrt hingezogen fühlt, erlebte, wie im Jahre 1834 der Dampfer &amp;quot;Rostock-Packet&amp;quot; seine regelmäßigen Fahrten zwischen Warnemünde und der Stadt aufnahm 1834 ließ er sich an der Rostocker Universität immatrikulieren und studierte bis 1837 Jura und Philosophie. Die akademische Laufbahn fand ein jähes Ende, als John Brinckman am 26.September 1838 wegen &amp;quot;versuchter Stiftung eines verbotenen Vereins&amp;quot; an der hiesigen Universität zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Diese Strafe brauchte er aufgrund eines Gnadenerlasses des Großherzoges jedoch nicht zu verbüßen.&lt;br /&gt;
:Diese und andere Erlebnisse bewogen Brinckman. 1839 seiner Heimatstadt den Rücken zu kehren und in den USA sein Glück zu versuchen. Das Heimweh und die Nichterfüllung seiner Wünsche und Vorstellung ließen aber John Brinckman 1842 nach Mecklenburg zurückkehren. Nach mehreren Anstellungen in verschiedenen mecklenburgischen KLeinstädten führte ihn sein Weg nach Güstrow, das nun seine Wahlheimat werden sollte. Dennoch zog es ihn immer wieder nach Rostock zurück.&lt;br /&gt;
:Brinckman weilte von 1850 bis 1870 jeweils in den Sommerferien in Warnemünde anfangs allein, später mit der gesamten Familie. &lt;br /&gt;
:Sie fand Unterkunft in dem Haus am Strom Nr. 35.&lt;br /&gt;
:Seine schwankende Gesundheit zwang den Dichter, in den letzten Lebensjahren dem eindringlichen Rat seines Arztes zu folgen und in Warnemünde , das für seine Heilkuhren berühmt war, Erholung zu suchen.&lt;br /&gt;
:Bei den Warnemündern war Brinckman ein gern gesehener Gast. Am Tage saß er stundenlang am alten Strom, snackte mit den Fischern und Lotsen Platt und ließ sich von ihnen Geschichten erzählen, die sicherlich einmal in seinen Werken Niederschlag finden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Wihred, hollen bi de Enthüllungvon den &amp;quot;John Brinckman-Steen&amp;quot;, in Warn´münn von H. Burmeister-Rostock&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
;(Weiherede gehalten bei der Enthüllung von dem &amp;quot;John Brinckman-Stein&amp;quot;, in Warnemünde von H.Burmeister_Rostock]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 38 am 16.Juni 1914 S.335/336)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;John Brinckman - Taun´n 100. Geburtstag (3.Juli 1914)&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 34, 4.Juli 1914)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Reuter-Stein und die Reuter-Eiche bei der Sedan-Wiese===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche erfolgte anlässlich des 100. Geburtstages der Schriftstellers am 6. November 1910. Stein und Eiche befanden sich an der damaligen Sedan-Wiese. Diese Wiese, die an den vorentscheidenden Sieg der deutschen Armee nahe der französischen Stadt Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870/71 erinnern sollte, befand sich westlich des damals neuen Warnemünder Friedhofs und heutigen „Stephan Jantzen-Parks“. Zur Einweihung findet sich in der Rostocker Zeitung vom 8. November 1910 eine Meldung über „Die Reuter-Jubiläumsfeier des Plattdeutschen Vereins in Warnemünde“. Darin heißt es: „In unmittelbarer Nähe der Küste, etwas unterhalb der Dünen pflanzte der Plattdeutsche Verein in Warnemünde zum Andenken an den Dichter eine Eiche und setzte dazu einen Denkstein mit einer Inschrift. Die Feier fand unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft statt. Ein stattlicher Festzug bewegte sich vom Vereinslokal zu dem in Aussicht genommenen Platz in den neuen Anlagen. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden des Plattdeutschen Landesverbandes, Herrn Burmeister aus Rostock, übernahm Vogt Rechtsanwalt Beselin im Namen des Ortes Eiche und Denkmal. (…)“&lt;br /&gt;
Der Stein mit dem Namen und den Lebensdaten des Heimatdichters sollte die Eiche markieren. Es ist derzeit unklar, ob die ursprünglich gepflanzte Eiche noch existiert. Ungeklärt ist auch, was aus dem Stein wurde. Wie bei anderen Gedenksteinen aus Warnemünde, hält sich auch hier das Gerücht er sei im Fundament des Neptunhotels verbaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.jpg|Ansichtskarte mit Gruppenfoto des Plattdeutschen Vereins zur Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche 1910.&lt;br /&gt;
Datei:Ausschnitt AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.JPG|Reuter-Stein und Reuter-Eiche in Nahaufnahme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pressemeldung zur Vorbereitung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche im Rostocker Anzeiger vom 27.10.1910]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Fritz Reuter-Stein vor der Warnemünder Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Reuter-Stein Warnemuende.jpg|Der Warnemünder Reuter-Stein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bismarck-Stein auf der Promenade===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck Spoek-Stein Warnemuende.jpg|Der Bismarck-Stein vor seiner Aufstellung&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck-Stein Warnemuende.JPG|Der Bismarck-Stein auf einer alten Postkarte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) erhielt auch in Warnemünde Ehrungen und Denkmäler. So wurden unter anderem die Promenade und die anliegende Heinrich-Heine-Straße nach ihm benannt. Eine weitere Würdigung erhielt Bismarck in Warnemünde in der Form eines Gedenksteines, der am 25. August 1907 auf der Promenade feierlich eingeweiht wurde. Verbunden mit verschiedenen Ehrerbietungen, Reden und Kranzniederlegungen, wurde der Gedenkstein festlich enthüllt. Das Denkmal fand seinen Standort mitten auf der belebten Promenade und war mit dem Schriftzug „Bismarck zum Gedächtnis“ verziert.  Durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde dem Bismarck-Gedenkstein nach Kriegsende zunächst sein Schriftzug entfernt, bevor er 1968 endgültig von der Promenade verschwand. Versuche, den schweren Koloss an einen anderen Standort zu verlegen scheiterten und hatten die Sprengung des ehemaligen Denkmals zur Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Einweihung 1927.jpg|Einweihung des Kriegerdenkmals 1927&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Namen.jpg|Kriegerdenkmal Warnemünde: Blick auf die Namensliste&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Abriss.JPG|Kriegerdenkmal Warnemünde: Abrissarbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund SVZ 23te Januar 2006 a.jpg|thumb|450px|links|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ 23. Januar 2006]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund OZ 27te Januar 2006.jpg|thumb|600px|rechts|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ  2006]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Geinitz-Stein an der Stoltera===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Geinitz-Stein Warnemuende.JPG|Der Geinitz-Stein an der Stolteraa&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eugen Geinitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Gedenktafeln===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten auf den Warnemünder Gedenktafeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Opfer von Krieg und Gewalt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kunst im öffentlichen Raum in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Denkm%C3%A4ler,_Brunnen_und_Skulpturen_in_Rostock Wikipedia-Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Rostock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Planetenweg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder Planetenwanderweg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionspflege, Kultur und Vereinsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Reichsgründung 1871 entfaltete sich auch in Warnemünde ein reges Vereinsleben: Gesangsvereine, Ortsinteressenverein, Sportvereine etc. gründeten sich. Der erste Verein in Warnemünde, der eindeutig der Traditionspflege zuzuordnen ist, war der 1902 gegründete &amp;quot;Plattdeutsche Verein für Warnemünde und Umgegend&amp;quot;. In der Zeit der DDR waren es verschiedene Zirkel der Warnowwerft und insbesondere der Kulturbund der DDR, die die Kulturarbeit im Ort maßgeblich prägten. Nach der Wiedervereinigung kam es zu zahlreichen Vereinsgründungen, z.B. der Gemeinnützige Verein für Warnemünde e.V. (kurz Warnemünde-Verein), der Warnemünder Sportverein e.V. oder auch der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. (kurz Leuchtturm-Verein). Einige Vereine sehen sich dabei in der Tradition mit ihren historischen Vorläufern, wie z.B. der Warnemünder Segel-Club e.V. und der Tennisverein Blau-Weiß Warnemünde e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Klaashahns===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1963 waren es acht junge Segler aus der Betriebssportgemeinschaft der Warnowwerft, die zusammen kamen, um die Abende gemeinsam mit dem Singen von Seemannsliedern und Shantys zu verbringen. Sie selbst fanden Gefallen daran und auch zufällige Zuhörer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Auftritt der Sänger fand am 7. Mai 1964 im Warnemünder Veteranenclub mit großem Erfolg statt. Erst danach beschloss man, eine Shantygruppe zu bilden und sich den Namen „De Klaashahns“ zu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründungsmitglieder der Shantygruppe waren: &lt;br /&gt;
Edwin Lenz, Uwe Jahnke, Kurt Jahnke, Dietrich Zager, Siegfried May, Helmut May, Christian Rösler, Lutz Buchmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Trachtengruppe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trachtengruppe wurde 1976 gegründet und setzt sich seither für die Erhaltung und Pflege der Traditionen des Ortes ein. Dazu gehören insbesondere die alten Volkstänze, aber auch die niederdeutsche Sprache. Bei ihren Auftritten tragen die Mitglieder Trachten, wie sie um 1840 in Warnemünde getragen wurden. Einmal jährlich im Juli organisiert die Trachtengruppe das &amp;quot;Warnemünder Trachtentreffen&amp;quot;. Die Mitglieder der Trachtengruppe präsentieren seit 1976 im Zuge des &amp;quot;Warnemünder Ümgangs&amp;quot; historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Ümgang===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brauch des „Ümgangs“ geht zurück ins 14. Jahrhundert. In jedem zweiten Jahr wurde der Öllermann, der Wortführer des Altermänner-Kollegiums, gewählt. Gleichzeitig wurden die Steuereinkünfte von den Bürgerältesten abgerechnet.&lt;br /&gt;
Anschließend führte ein Umzug vorbei an Pfarre und Vogtei durch den Ort – auch gedacht als Repräsentanz der Warnemünder gegenüber Rostock. Diesen Brauch pflegte man bis 1850, in vereinfachter Form sogar bis 1909.&lt;br /&gt;
Als Bestandteil des Warnemünder Sommerfestes, heute im Rahmen der Warnemünder Woche, wird seit 1976 der „Warnemünder Umgang“ (seit 2001 „Nieger Ümgang“) durchgeführt.&lt;br /&gt;
Mitglieder der 1976 gegründeten Warnemünder Trachtengruppe verkörpern seither historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen. &lt;br /&gt;
Seit 1979 werden auch die sogenannten Ümgangsstäbe mitgeführt. Sie symbolisieren die drei wichtigsten Warnemünder Berufsstände: Fischer, Schiffer und Schiffbauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 01.jpg|Ümgang 1979.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1986.jpg|Ümgang 1986.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 02.jpg|Auf der Bühne am Leuchtturm, 1979.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünde-Verein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturmverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot;. Keimzelle für die Entstehung des Fördervereins war der Wunsch den Leuchtturm nach der Wende von 1989/90 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hauptinitiator hierbei war der damalige Rostocker Denkmalpfleger Gerhard Lau. Er und andere Enthusiasten, die sich schnell für diese Idee begeistern konnten, überzeugten den Bürgermeister der Stadt Rostock und das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) von dieser Idee.&lt;br /&gt;
Da weder die Stadt noch das WSA Personal hatten, um den Turm zu betreuen, wurde am 22. April 1994 daher der &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot; gegründet.&lt;br /&gt;
Das WSA, die Hansestadt Rostock und der „Leuchtturmverein“ einigten sich zugleich auf die Schließung eines Überlassungsvertrages zur Bewirtschaftung des Leuchtturms, der am 24. April 1994 direkt vor dem Leuchtturm unterzeichnet wurde. Der Turm ist seither unter der Obhut der Warnemünder Leuchtturmmänner wieder für alle geöffnet die den Aufstieg wagen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Einst und jetzt ein Stück Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der ursprüngliche &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine kleine Warnemünder Jolle rudert von schnellen kräftigen Schlägen getrieben die Warnow herauf.&lt;br /&gt;
:In dem Boot sitzt ein Mann mit seiner Frau. Schon von weitem wird es in Rostock als das des Tidingsbringers erkannt und spannungsvoll erwartet. Jetzt schießt es an das Bollwerk heran. Ein kleiner Mann springt ans Ufer, der Schweiß perlt ihm von der Stirn.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was gibts Neues, Jungmann, wer ist heute binnengekommen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Aber vergeblich sind alle Fragen. Der Tidingsbringer weiß genau, von wem er den klingenden Lohn für seine Neuigkeiten zu erwarten hat. Keine Sekunde darf verlorengehen, an niemand die Nachricht, die er bringt, vorzeitig verraten werden.&lt;br /&gt;
:Atemlos eilt er durch das Fischertor und verschwindet in der Strandstraße. Zuerst klopft er an die Tür des Steuermanns Schütz.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gute Nachricht Frau Schütz, Kapitän Lembke ist mit der Anna Maria im Ansegeln vor Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Ihr Mann wrd heute abend noch in den Hafen kommen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Diese dankt hocherfreut und lässt ein Silberstück in die Hand des Tidingsbringers gleiten.&lt;br /&gt;
:Weiter führt ihn sein Weg jetzt zur Wohnung des Kapitäns Krahnstöver und von dort zu den anderen Schiffer- und Steuermannsfamilien, denen er gleichfalls die freudige Mitteilung  machen kann, dass günstiger Wind die Schiffe mit ihren Angehörigen auf Warnemünde zusteuern lässt.&lt;br /&gt;
:Der letzte Gang gilt den weiter im Innern der Stadt gelegenen Kontoren der Reeder. Hier nimmter sich schon etwas mehr Zeit zur ausführlichen Berichterstattung, denn er ist sicher, dass ihm nun keiner mehr mit der Meldung der neuesten Schiffsnachrichten zuvorkommen wird.&lt;br /&gt;
:Bevor nach 1850 wegen des langen und beschwerlichen Landweges die Dampfer zum Hauptverkehrsmittel wurden und 1863 der Anschluss Warnemündes an das Telegrafennetz erfolgte, gab es zwei besoldete Tidingsbringer (auch Tidungenbringer) als Nachrichtenübermittler zwischen Rostock und seinem Vorhafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Über Bewegungen im Rostocker Schiffsverkehr, über Abgangszeiten, Bestimmungsort und mutmaßliche Rückkehr wussten diese genauso Bescheid, wie über Namen, Größe, Takelung und Kapitäne der Fahrzeuge, die sie mit dem Fernrohr durch Besonderheiten an Rumpf oder Takelage erkannten.&lt;br /&gt;
:(Auszug aus: Tidingsbringer - Ein Warnemünder Bäderjournal&amp;quot; Jahrgang 01 1996/1997 S.129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Im Jahre 1995 trafen sich Mitglieder des Leuchtturmvereins Warnemünde e.V. mit den beiden Verlegern Dr. Mathias Redieck und Achim Schade um einen neuen Tidingsbringer aus der Taufe zu heben, diesmal nicht vordergründig mit dem Ziel den Seemannsfamilien und Schiffsreedern Ankünfte oder Abreisen von Schiffen und ihren Besatzungen zu vermelden, sondern um alte und neue Nachrichten aus Warnemünde weit ins Land zu übermitteln.&lt;br /&gt;
:Damals ahnten sie nicht, das dieses, jährlich zwischen zwei Buchdeckeln randvoll mit spannenden &amp;quot;Tidings&amp;quot; &#039;&#039;(Nachrichten)&#039;&#039; gefüllte Medium in den nun folgenden zweieinhalb Jahrzehnten, seine Nachrichten hinaus bis nach Japan, Australien, Afrika und Amerika tragen wird. Selbst nach 30 Jahren (Stand 2025) halten noch immer viele Autoren Geschichte und Geschichten um Warnemünde und seine Menschen fest, bis eines Tages, warscheinlich wieder abgelöst durch neue Medien, auch wieder eine neue Form der Nachrichtenübermittlung wachsen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Warnemünder Geschichte(n) in mehr als 20 Bänden]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Tidingsbringer - Register der Band-Inhalte]] von Band 1- Band 25&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Segel-Club===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 gegründet ist der WSC seit 1926 Organisator und Veranstalter der Warnemünder Woche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Sportverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Edvard Munch Haus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Museumsverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Schulwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
(in Bearbeitung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schule wird für Warnemünde schon im 16. und 17. Jahrhundert erwähnt. Friedrich Barnewitz schreibt in seiner Ortschronik (1925), dass 1578 ein Schulmeister erwähnt wird und 1619 eine neue Schule errichtet wurde. Bis 1836 handelt es sich, wie vielerorts, um eine einklassige Schule. Barnewitz schreibt, dass die Warnemünder ihre Kinder nach eigenem Gutdünken zur Schule bzw. zum Küster schickten (beim Küster waren meist die 4- bis 6-jährigen Kinder). Die älteren Kinder mussten häufig durch Arbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Um 1800 überzeugte Pastor Schmiedekampf die Warnemünder ihre Kinder wenigstens von November bis Ostern zweimal wöchentlich zur Schule zu schicken. 1899 kam es zur Einrichtung einer Knabenschule. Am 1.4.1915 wurde die neue Schule in Fritz-Reuter-Straße eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Fritz Reuter-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Heinrich Heine-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerk in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Mühle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Mühle.jpg|thumb|300px|rechts|Die Warnemünder Mühle]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vom Fähr-, Fischer-, Lotsen- und Hafenort zum Ostseebad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fähren nach Dänemark===&lt;br /&gt;
=====Die Post- und Passagier-Schiffsverbindung nach Dänemark ab 1886 bis 1903=====&lt;br /&gt;
:(NHG)&lt;br /&gt;
:Von Entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Ostseebades Warnemünde war der Bau einer Eisenbahnverbindung von Neustrelitz mitten durch Mecklenburg nach Warnemünde, wo ein Brückenschlag nach Dänemark hergestellt werden sollte.&lt;br /&gt;
:Um eine rasche und sichere Einfahrt der Postdampfer zu gewährleisten, waren umfangreiche Bauten in Warnemünde nötig.&lt;br /&gt;
:Zunächst war eine Vertiefung der Fahrrinne und eine Verlängerung der Westmole sowie der Bau eines neuen Hafenbeckens erforderlich.&lt;br /&gt;
:Das Hafen-Bassin war 450m lang, 100m breit und 4,6m tief.&lt;br /&gt;
:Außerdem wurde die Mole um 133m verlängert und erhielt an ihrem Kopf eine Leuchtbake.&lt;br /&gt;
:Die Arbeiten wurden so auf Hochdrück gefördert, daß am 26.Juni 1886 die Eröffnung der Strecke von Neustrelitz über Rostock-Warnemünde nach Gedser erfolge.&lt;br /&gt;
:Die neue Verbindung verlief über eine Distanz von 24,3 Seemeilen oder 45 km.&lt;br /&gt;
:Die zwei 12 Knoten schnellen Raddampfer &amp;quot;Kaiser Wilhelm&amp;quot; und &amp;quot;König Christian&amp;quot; übernahmen die Verkehrsverbindung.&lt;br /&gt;
:Von dänischer Seite wurden die &amp;quot;Freya&amp;quot; und Anfang der 90er Jahre die &amp;quot;Edda&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
:Ab 1.Mai 1892 wurde auch eine Nachtverbindung eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Mit der Herstellung einer schnellen Verbindung ins Binnenlande, besonders zur Reichshauptstadt Berlin nahm auch der Urlauberverkehr einen großen Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen.jpg|Warnemünde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Trajekt Prins Christian um 1910.JPG|Warnemünde Trajekt Prins Christian um 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die Trajektverbindung (Transport mit Eisenbahn) ab 1903=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verkehr auf der Postdampferroute, die im Jahre 1894 mit der Besitzübernahme in die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn unter Landeshoheit kam, nahm eine sprunghafte Entwicklung ihren Lauf.&lt;br /&gt;
:Für den Personenverkehr, wie auch den Güterverkehr war für Personen der Umstieg von der Bahn aufs Schiff bzw. die ständige Umladung des Frachtgut ein umständliches und zeitraubendes  Hindernis. Dem entsprang der Gedanke die Verkehrsbrücke zwischen Deutschland und Dänemark in eine Trajektverbindung umzuwandeln.&lt;br /&gt;
:Der Baubeginn für dieses deutsch-dänische Gemeinschaftsprojekt war im September 1900 an den beiden jeweiligen Fährhäfen.&lt;br /&gt;
:Am 30.September 1903 fand deren feierliche Eröffnung unter der persönlichen Teilnahme von Kronprinz Christian (X.) und dem mecklenburgischen Großherzog Friedrich Franz IV. statt.&lt;br /&gt;
:Der Fährbetrieb wurde zunächst mit vier Schiffen, der &amp;quot;Großherzog Friedrich-Franz&amp;quot;, der &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot;, der &amp;quot;Prinzessin Alexandrine und der &amp;quot;Prinz Christian&amp;quot; eröffnet.&lt;br /&gt;
:Das war der Beginn für eine unkomplizierte, schnelle und kostengünstige Seeverbindung zwischen Deutschland und Skandinavien.&lt;br /&gt;
:Hatten die Postdampfer in ihrem letzten Betriebsjahr rund 4000 t Güter befördert, so bewältigten die vier neuen Trajektfähren im gleichen Zeitraum das 20fache.&lt;br /&gt;
:Die Zahl der beförderten Personen schnellte von 50 000 auf 80 000.&lt;br /&gt;
:Um deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen wurden die beiden Radfähren 1906 auf eine Gesamtlände von jeweils 104m verlänger.&lt;br /&gt;
:Raddampfer waren grundsätzlich nicht für Eisfahrten tauglich, so entschloß man sich eine eistüchtige Ostseefähre, die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; zu bauen. Das Fahrzeugdeck war zweigleisig und konnte 15 Güterwagen aufnehmen. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; war bis 1945 im Einsatz.&lt;br /&gt;
:1922 nahm dänischerseits die &amp;quot;Danmark&amp;quot; ihren Betrieb auf. In der Zeit ihrer Inn-Dienst-Stellung war sie mit einer Kapazität für 15 Güterwagen und 1100 Passagiere, die größte und leistungsfähigste Dampffähre im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
:Auf deutscher Seite folgte 1926 die Inbetriebnahme der Hochssefähre &amp;quot;Schwerin&amp;quot;. Sie übertraf technisch und beim Reisekomfort alles Dagewesene im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;250px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Wmde.Dampffährverbindung.jpg|Warnemünde Dampffährverbindung 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Sommerfahrplan 1937.jpg|Sommer-Fahrplan der Bahnverbindung Berlin-Kopenhagen via Warnemünde und Gedser 1937&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Zwischen den Weltkriegen entwickelte sich der Verkehr über die Ostsee nach Skandinavien sprunghaft.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende setzte schließlich auch dem Fährverkehr auf lange Zeit ein Ende.&lt;br /&gt;
:Am 1.Mai 1945 wurde der Fährverkehr auf der Linie Warnemünde-Gedser eingestellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Warnemünde Fähre Interim Fähre nach Trelleborg 1959.jpg|thumb|400px|rechts|schwedische Fähre zu Beginn der 50er Jahre, Interimbetrieb vor Wiederinbetriebnahme des Hafens Sassnitz]]&lt;br /&gt;
:Die deutschen Fährschiffe &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; und &amp;quot;Schwerin&amp;quot; waren verloren. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; interniert und die &amp;quot;Schwerin&amp;quot; durch Bomben zerstört.&lt;br /&gt;
:Die ersten Fährschiffe die nach Kriegsende in Warnemünde anlegten kamen aus dem schwedischen Trelleborg hierher, da der Saßnitzer Fährhafen wegen des zerstörten Hafens und des gesprengten Rügendammes nicht angelaufen werden konnte.&lt;br /&gt;
:Erst am 10. Mai 1947 wurde der Fährbetrieb wieder aufgenommen. &lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; begann man zunächst nur Bedarfsfahrten auszuführen.&lt;br /&gt;
:Erst in den 60er Jahren kam mit dem Umbau des westlichen Fährbetts und dem Einsatz des DDR-Fährschiffes &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; und dem dänischen Fährschiff &amp;quot;Kong Frederik&amp;quot; der Trajektverkehr zu neuem Leben.&lt;br /&gt;
:Ab 1990 erreichte die Frequentierung der Fähren im Güterverkehr, wie auch im Personenverkehr einen nie dagewesenen Höhepunkt erlebte, was angesichts der erwachsenden und nicht mehr beherrschbaren Verkehrsprobleme auf der binnenseitigen Verkehrsanbindung nach Warnemünde zum Ende des Fährverkehrs in Warnemünde führte.&lt;br /&gt;
:Der stetig wachsende Passagier- und Güterverkehr und die unzureichende Hafenanbindung führten 1995 zur Umverlagerung der Fähranbindung in den Rostocker Überseehafen.&lt;br /&gt;
:Das Ein- und Auslaufen der Fähren zum Überrseehafen, auf der Warnemünder Mittelmole zu beobachten ist dagegen bis in unsere Tage für die Warnemünder und ihre Gäste zum wichtigen Event geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Fährverbindung Warnemünde - Gedser und die Eisenbahn (1903 - 1995)=====&lt;br /&gt;
[[Datei:1900 Bauplan Fährhafen Kerner.jpg|thumb|500px|rechts|1900 Bauplan des Trajekt-Fähranlegers von Hafenbaudirektor K. Kerner Quelle: Archiv Heimatmuseum Warnemünde]]&lt;br /&gt;
;1903 &lt;br /&gt;
* [[Einweihung der Dampffähren-Verbindung Warnemünde - Gedser]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903, 30. September&lt;br /&gt;
:Mit dem eingleisigen Radfährschiff &amp;quot;Friedrich Franz IV.&amp;quot; verlässt erstmalig eine Eisenbahnfähre den Hafen von Warnemünde via Gedser.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig wird das Schwesterschiff &amp;quot;Prinsesse Alexandrine&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926, Dezember&lt;br /&gt;
:Erste Fahrt des Passagierfährschiffes &amp;quot;Schwerin&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Als &amp;quot;Schwan der Ostsee&amp;quot; gewinnt die neue Fähre schnell Berühmtheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 17. März&lt;br /&gt;
:Die dänische Widerstandsbewegung sprengt die Fähre &amp;quot;Danmark&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sie wird zu Kriegsende wieder gehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963 &lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Eisenbahnfähre &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; im Dienst&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
;Auszug aus der damals in Bremen erscheinenden Wochenzeitschrift der mecklenb. Landsmannschaft &amp;quot;Unser Mecklenburg&amp;quot; im Stil der damaligen (west-)deutschen Zeit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963, 23. Mai&lt;br /&gt;
:Werftdirektor Kurt Dunkelmann übergibt den Fährschiff-Neubau &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; an die Deutsche Reichsbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968, 14. April&lt;br /&gt;
:In den Mittagsstunden läuft das Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; Warnemünde letztmalig an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1995, 24. September&lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; verlässt letztmalig ein Trajekt auf der Ostseelinie Warnemünde - Gedser den Fährhafen von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Eine Ära hat ihr Ende gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stromfähre über den Seekanal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Warnemündere Bahnhofes, der Fährbecken für die Trajektverbindung und dem dazu notwendigen Bahndamm über den alten Strom in Höhe des Warnemünder Zollhauses, war eine völlig neue Zufahrt für den Warnemünder Hafen ereforderlich.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig mußten die nun östlich des neuen Seekanals gelegenen Teile der Stadt Rostock (Hohe Düne, Markgrafenheide, Rostocker Heide) Verbindung zum Verkehrsnetz haben.&lt;br /&gt;
:Der Bau einer Flussfähre war unumgänglich geworden.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar nach dem umfassenden Umbau der Hafenanlagen und des Seekanals wurde mit einer improvisierten floßartigen Fähre, die per Seilverbindung die Seiten wechselte, eine auf kurze Zeit ausgelegte Interimsverbindung geschaffen.&lt;br /&gt;
:Sie wurde nach Bedarf durch die Personenfähre &amp;quot;Maischolle&amp;quot; ergänzt. Nachts wurde die Überfahrt mit einem Ruderboot bewerkstelligt, um die Betriebskosten gering zu halten. Bei allen folgenden Entwicklungen im Fährausbau wurde der nächtliche Ruderbootverkehr bis in die 50er Jahre beibehalten.&lt;br /&gt;
: Mit der Erweiterung des 1913/14 errichteten Flugplatzes auf Hohe Düne und der bald nach dem Ende des ersten Weltkrieges dort schnell wachsenden Flugzeugindustrie, reichte die nötdürftige Verkehrsverbindung nicht mehr aus und es mussten neue, bedarfsgerechte Lösungen gefunden werden&lt;br /&gt;
:Der zeitweilig ins Auge gefaßte Bau einer über den &amp;quot;Neuen Strom&amp;quot; führenden Schwebefähre, konnte wegen der für die ungehinderte Schifffahrt vorzuhaltende Höhe nicht weiter verfolgt werden.&lt;br /&gt;
:So verfiel man auf die Lösung durch eine Kettenfähre, die dann bis 1955/56 zuverlässig unseren Dienst versah.&lt;br /&gt;
:Ältere östliche Anlieger-Bewohner wissen noch zu berichten, daß sie auch wiederholt nach Kettenrissen als antriebsloses Wasserfahrzeug auf die Ostsee abgetrieben und mittels Schlepper wieder &amp;quot;eingefangen&amp;quot; werden mußte.&lt;br /&gt;
:Zum Glück kam es dabei nie zu Personenschäden und es ging glimpflich ab.&lt;br /&gt;
:Der Bau des Rostocker Überseehafens ab 26.Oktober 1957 und der fast zeitgleiche Bau der Marinebasis Hohe Düne erforderte wiederum neue Lösungen. Dazu wurden auf beiden Seiten des Seekanals kleine Fährbecken mit Anlegesteg erbaut.&lt;br /&gt;
:Bis zur Fertigstellung der neuen Flußfähre &amp;quot;Ostsee&amp;quot; wurden die 1955 im Rahmen des &amp;quot;Nationalen Aufbauwerkes&amp;quot; gebauten Gehlsdorfer Fähren &amp;quot;Willi Schröder&amp;quot; und &amp;quot;Albert Schmidt&amp;quot; eingesetzt. Alle drei Fähren blieben lange im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Strandbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Enenkel &amp;quot;Die vergessene Bahn - Die elektrische Strandbahn Warnemünde-Markgrafenheide 1910-1945&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Seenotrettungsstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Seenotrettungsstation Warnemünde&amp;quot; von Erwin Seppelt in Marinekalender 1983]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde, die Nr. 1 unter den deutschen Kreuzfahrthäfen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Badeort==&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Werbung.JPG|thumb|300px|rechts|Werbung für das Ostseebad 1936]]&lt;br /&gt;
===Über die Anfänge des Badewesens in Warnemünde===&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
Im Sommer des Jahres 1885 führt der Weg rund 5000 Erholung suchende „Berliners“, also Badegäste nach Warnemünde. Das Badewesen hatte in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Veränderung und Entwicklung des Küstenortes zur Folge gehabt. &lt;br /&gt;
;Einige Meilensteine bis dahin seien hier genannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1828  Hinter der Ostmole wird ein Damenbad mit zwei Zellen geschaffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1834 Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1835 Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1866 Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels Neptun)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1872 Zerstörung aller Bäder bei der Novemberflut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1873 Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Badetourismus ist zum bedeutenden Wirtschaftszweig Warnemündes geworden, als der hier ansässige Kaufmann A. Bruger mit seinem Pressebeitrag „Badeplauderei“ im „Anzeiger für die Ostseebäder Warnemünde, Heiligendamm, Groß-Müritz, Wustrow“ am 6.Juli 1885 für Aufregung und lebhafte Diskussion im Ort sorgt. Übrigens weisen die Diskussionsinhalte bemerkenswerte Parallelen zu unseren Tagen auf und eine unterhaltsame Beschreibung des Lokalcolorits jener Tage in Warnemünde ist es in jedem Falle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schreibt: &lt;br /&gt;
;„Das Seebad Warnemünde, dessen Besuch von Jahr zu Jahr mehr zunimmt, gehört jetzt schon, und mit Recht, zu den besuchtesten Ostseebädern. In der That findet man selbst in den viel genannten und fashionabelsten Ostseebädern Misdroy, Häringsdorf und Colberg nicht eine solche Anzahl hübsch und anmuthig gelegener und mit so vielem Comfort eingerichteter Privatwohnungen wie in Warnemünde, und gar die großen Hotels dieses Badeortes können nicht nur wegen ihrer schönen Lage in unmittelbarer Nähe der See, sondern auch wegen ihrer vortrefflichen Einrichtung und Leitung, den gelobtesten Hotels in den sogenannten großen Bädern an die Seite gestellt werden. …“ &lt;br /&gt;
:Bruger stellt Vergleiche mit den in damaliger Zeit etabliertesten Ostseebädern und ihren Angeboten an und kommt zu dem Schluß: &lt;br /&gt;
:„Nur an Einem fehlt es in Warnemünde, und dieser Mangel macht sich von Jahr zu Jahr mehr fühlbar, das ist eine Badedirection, welche die Aufgabe hat, dem Fremden in Bezug auf die Wohnungen Auskunft zu geben und für das Amusement der Badegäste zu sorgen. Seitens der Stadtverwaltung, welcher zugleich auch die Verwaltung  des Fleckens Warnemünde unterstellt ist, geschieht sehr wenig für die Hebung des Bades als solches  und gar nichts für die Annehmlichkeit und Bequemlichkeit der Gäste. Insbesondere könnte man füglich die Anforderung stellen, daß in einem so frequenten Bade die Badeeinrichtungen besser wären. …“  &lt;br /&gt;
:Seine im Beitrag folgenden Beschreibungen über den praktischen Ablauf des Badelebens und den damit verbundenen Dienstleistungen jener Zeit lassen uns heute an  freies Baden gewöhnte Strandbesucher schmunzeln: &lt;br /&gt;
:„Die Zellen im Damenbade, deren Anzahl in der Hauptsaison nicht im Entferntesten dem Bedürfniß entspricht, sind zum größten Theil völlig dunkel und besitzen mit Ausnahme der wenigen gemauerten, anstatt des Fensters nur eine etwa 1 Fuß (28 cm) große Öffnung in der Rückwand, welche, wie in den Hühnerställen (Legeställen) auf dem Lande mit einem hölzernen Schieber geschlossen wird. &lt;br /&gt;
:Will der Badegast sich nun nicht im Finstern anziehen, was immerhin seine Schwierigkeiten hat, so muß er jenen Schieber öffnen und erhält nun durch diese Öffnung und das gegenüber in gleicher Höhe befindliche Loch in der Thür, dessen einstiger Zweck nicht erfindlich ist, die intensivste Zugluft, die man sich wünschen kann. &lt;br /&gt;
:Die Kleider, welche man an der weißgetünchten Wand der Zelle aufzuhängen hat, zieht man mit Kalk beschmutzt wieder an. :Handgroße Spiegel sind allerdings in den Zellen vorhanden, sie hängen aber entweder zu hoch oder zu niedrig, wenn man von „hängen“ überhaupt  sprechen kann, da sie fest genagelt sind. &lt;br /&gt;
:Im Uebrigen  ist das Glas völlig fleckig und blind, und zeigt dem Hineinschauenden entweder nichts oder ein völlig verzerrtes Antlitz. &lt;br /&gt;
:Eine Wanne zum Abspülen der Füße ist nicht vorhanden, und doch wäre diese um so mehr am Platz, als der auf der Brücke und auf den ins Wasser führenden Treppen befindliche Leinwandläufer stets beschmutzt mit dickem grünem Schlamm. …“ &lt;br /&gt;
:Auch an dem betreuenden Personal der beiden Bäder hat der Kaufmann mancherlei zu kritisieren: &lt;br /&gt;
:„Die Bedienung der Badenden ist ebenso mangelhaft wie die Einrichtung der Zellen. &lt;br /&gt;
:Allerdings umdrängen im Herren- wie im Damenbade eine Menge Menschen den neu hinzugekommenen Badegast und bieten ihre Dienste an. &lt;br /&gt;
:Es beschränken sich aber die Dienstleistungen in der Regel ausschließlich auf das Trocknen und Aufbewahren der Badewäsche. :Das sorgfältigste der Gesundheit und dem Wohlbefinden so notwendige Frottieren der Haut unterbleibt entweder ganz oder es wird von dem Badediener (respective der Badedienerin ) gewissermaßen im Vorübergehen auf dem Badesteg vorgenommen. &lt;br /&gt;
:Die Bedienenden haben in der Regel so vielen Badegästen ihre Dienste verdingt, daß es für sie eine Unmöglichkeit ist, jeden Einzelnen in die Zelle zu begleiten und ihm  dort beim Ankleiden behilflich zu sein. &lt;br /&gt;
:Dies und noch vieles Andere, sind Übelstände, welche jeder Badegast unangenehm empfindet. …“  &lt;br /&gt;
:Alle Kritik an der Situation im „Baderegiment“ von Warnemünde führt Bremer schließlich zu der Forderung: &lt;br /&gt;
:„Von Seiten der Stadt müßte in Bezug auf die Einrichtung der Zellen, der Bedienung der Badegäste etc. , ein festes Reglement aufgestellt werden, dessen Innehaltung zu überwachen  und zu controllieren Sache des Bade-Direktors wäre, der in jedem größeren Seebade für die Sommermonate angestellt ist, und dessen Abwesenheit sich in Warnemünde, auch in Bezug auf das Miethen der Wohnungen, das Arrangement der Vergnügungen etc. von Jahr zu Jahr mehr fühlbar macht.“                                                     :Schon wenige Tage darauf reagiert der Hotelbesitzer C. Hübner, gleichzeitiger Betreiber von Damen- und Herrenbad mit unverhohlener Wut: &lt;br /&gt;
:„Wenn ich beipflichte, daß wenn in unserem Orte für die Dauer der Saison eine Badedirektion existirte, es in vielen Dingen besser stehen würde wie zur Zeit, so ist es doch sehr zu bedauern, daß eine Einrichtung, die nicht besser, einfacher und reinlicher sein kann, wie unsere Badeanstalt, einer Kritik unterworfen wird. &lt;br /&gt;
:Was den Punkt anbetrifft, daß eine Badedirektion fehle, um Fremden betreffend Auskunft zu geben, so findet auch jetzt jedes an die nicht existierende Badedirektion gerichtete Schreiben sofortige Beantwortung und wird ihm gerne Rath ertheilt.“                                                                                                                                                    :Es hatte sich in der Vergangenheit eingebürgert, daß der Postbote Briefschaften, die an die Badedirektion adressiert waren zur Auskunft und Bearbeitung an das Hotel Hübner, eben das größte Haus am Platze gab, wo sie dann bearbeitet wurden. &lt;br /&gt;
:Waren im eigenen Haus keine Unterkünfte frei hatte, leitete man sie dann an die anderen Hoteliers des Ortes weiter. &lt;br /&gt;
:Was verständlicherweise deren Unmut weckte. &lt;br /&gt;
:Hübner führt weiter aus: &lt;br /&gt;
:„…daß Amusements bis jetzt ohne eine Badedirektion stattfanden, so z.B. die Stromfahrten, welche doch nur von Privatpersonen (auf Hübners Rechnung) angeregt wurden und in jeder Weise rege Beteiligung fand.“                                                                                                                               :„Was nun die Einrichtung unserer Badeanstalten betrifft, so fehlt es in denselben durchaus nicht an Luft und Licht, denn jedem , der sich in denselben seiner Kleider entledigen respective sich ankleiden will, ist es gestattet, die Thüre der Zelle offen zu stellen, so oft er entweder des Lichtes oder der Luft entbehrt, doch thun wohl solche, die sich vor einem Luftzuge scheuen besser, wenn sie im Hause bleiben und ein warmes Bad von 30 bis 40 Grad nehmen. …“ &lt;br /&gt;
:Was die angebotenen Dienstleistungen angeht bemerkt Hübner: &lt;br /&gt;
:„…Zum Abtrocknen und Frottiren der Badenden befinden sich in der Badeanstalt 2 kräftige junge Männer, auf jeder Seite einer, die gewiß ihrer Aufgabe gewachsen sind und willig tun, was von ihnen der Badende verlangt.“ &lt;br /&gt;
:Als Resümé schließt der Hotelier an: &lt;br /&gt;
:„Fragen wir uns nun zum Schlusse, zu welchem Preise ist ein Bad in Warnemünde, und zu welchem Preise ist ein Bad in Häringsdorf oder Colberg zu haben: &lt;br /&gt;
:...ein Bad kostet in Warnemünde 20 Pf., in Colberg 40 Pf. Und in Häringsdorf sogar 75 Pf., so gelangen wir zu der Einsicht, daß Warnemünde bei solchen niedrigen Preisen stolz darauf sein kann, eine solche Badeanstalt zu besitzen, und gewiß in dieser Hinsicht den anderen Seebädern ebenbürtig dasteht.“                                 &lt;br /&gt;
:Auch Kaufmann Bruger fühlt sich nun noch zu einer Erwiderung bemüßigt: &lt;br /&gt;
:„Freilich geht es auch ohne Badedirektion, wie  Herr „C.H.“ zu beweisen sich bemüht. &lt;br /&gt;
:Es kommt hier wie überall im Leben nur auf die Ansprüche, die man erhebt, und auf den Platz den man einnehmen und behaupten will. &lt;br /&gt;
:Warnemünde gehört zu den besuchtesten Ostseebädern, es stellt sich mit Recht „Häringsdorf und Colberg“ gleich, da darf es auch bezüglich  seiner Badeeinrichtungen nicht so weit hinter den genannten Bädern zurückstehen, wie dies doch in Wahrheit der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Wem die Bade-Einrichtungen als die „besten“ erscheinen und er sogar „stolz“ darauf ist, dem zeugt dies von einer nachahmungswürdigen Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit, welche leider das die Bäder besuchende, größtentheils wohlhabende Publikum nicht zu besitzen pflegt. &lt;br /&gt;
:Wem es nichts ausmacht bei offener Zellenthür vor zahllosen Zuschauern aus- und anzukleiden, wem die fleckigen blinden Spiegel genügen, wem es nicht unangenehm ist, die mit Sand und Schlamm beschmutzten Füße ohne vorherige Reinigung in dem Badelaken abzutrocknen, wer endlich die Bedienung bei dem Verlassen des Bades nicht entbehrt, der könnte sich füglich auch ganz ohne Zelle behelfen und hätte dabei die Freude, an jedem Bade 20 Pf. Zu sparen. &lt;br /&gt;
:Die Badegäste, vorzugsweise die Damen, sind indessen leider so verwöhnt, daß sie es vorziehen sich bei geschlossener Tür und nicht im Finstern anzuziehen. …und sie haben sogar das Bedürfnis in ihrer Zelle von einer Dienerin abgerieben zu werden. … es ist mir unverständlich, weshalb man solche Mängel nicht rügen soll, weil die Badeanstalt sich in den Händen einer Privatperson befindet. &lt;br /&gt;
:Die letztere würde jedenfalls in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sie hier gründliche Abhülfe schafft. &lt;br /&gt;
:… Wenn de Besitzer der Badeanstalt, an welcher er die genannten Verbesserungen vorgenommen hat, dagegen einen etwas höheren Preis für die Bäder verlangt, so wird das Publikum dies nur billig finden. &lt;br /&gt;
:Wer sich den Luxus einer Badereise gestatten und für eine Wohnung täglich 5 – 12 Mark Miethe zahlen kann, dem wird es wahrlich auf die 20 Pf. nicht ankommen, um welche er vielleicht das tägliche Bad theurer bezahlen muß und Warnemünde wird durch Verbesserung seiner Badeeinrichtungen wesentlich gewinnen.“   &lt;br /&gt;
:Es läßt sich heute nicht mehr aufklären, ob dieser öffentlich ausgetragene Disput mit dazu beigetragen hat, daß drei Jahre darauf auf Initiative und unter Leitung des Rostocker Bürgermeisters Dr. Paschen im Jahre 1888 für Warnemünde eine amtliche Badeverwaltung eingerichtet wurde. &lt;br /&gt;
:Ein Denkanstoß dazu war es gewiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Kurhaus von Gustav Berringer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das im Dessauer Bauhausstil errichtete Kurhaus an der Strandpromenade wurde 1914 begonnen.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges waren die Grundmauern des Gebäudes ca. 2m aus dem Boden gewachsen.&lt;br /&gt;
:Durch Krieg und Inflation unterbrochen fand der Bau seine Fertigstellung erst 14 Jahre später im Jahre 1928.&lt;br /&gt;
:Um den Bau finanzierbar und umsetzbar zu machen übernahm die Hansestadt Rostock im Jahre 1913 die Bauträgerschaft und beauftragte ihren Stadtbaudirektor, den Diplomingenieur Gustav Wilhelm Berringer, mit der Projektierung.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war der Bau an der Promenade bereits 2 Meter gewachsen, bis die Baustelle kriegsbedingt stillgelegt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gustav Wilhelm Berringer&lt;br /&gt;
:Er wurde am 17.Februar 1880 in Rostock geboren und entstammte einer seit Generationen in Rostock ansässigen Bäcker- und Konditorenfamilie.&lt;br /&gt;
:Bis 1905 studierte er Hochbau in München, Dresden und Berlin-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Berringer schuf den Entwurf für die frühere Gewerbeschule in der Parkstraße und wirkte seit 1924 im Verein für Rostocks Altertümer unter anderem als Museumswart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weiterbau ab 1922&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1922/23 begann eine weitere Etappe. Der Kurhausgarten mit dem Musikpavillion, der Wandelhalle und der Lesehalle entstand.&lt;br /&gt;
:1927 standen für die Fertigstellung des Kurhauses 525.000 Mark zur Verfügung&lt;br /&gt;
:Am 24.Mai 1828 fand die festliche Eröffnung des Kurhauses begangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Laufe des zweiten Weltkrieges wurde das Kurhaus in ein Tarnnetz gehüllt.&lt;br /&gt;
:Nach den Bombadements auf Rostock im April 1942 wurden im Keller des Gebäudes Bauteile für die Ernst Heinkel Flugzeugwerke gefertigt.&lt;br /&gt;
:In den oberen Etagen befand sich deren Konstruktionsbüro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Betrieb nach dem zweiten Weltkrieg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach Ende des zweiten Weltkrieges, etwa ab 1950 begann sich im Kurhaus ein breites Veranstaltungsangebot zu entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Hotel Neptun====&lt;br /&gt;
Von 1969 bis 1971 wurde das Hotel vom städtischen Wohnungsbaukombinat und dem schwedischen Unternehmen SIAB errichtet und im Frühjahr 1971 eröffnet. Die Architekten hatten den Bau so geplant, dass alle Zimmer einen Meerblick haben. Neben einem Meerwasserschwimmbad direkt in der 2. Etage des Hotels gab es eine angeschlossene Meerwasserschwimmhalle mit Wellenanlage und die Sky-Bar in der 19. Etage, in der das Dach für den &amp;quot;Tanz unter Sternen&amp;quot; geöffnet werden konnte. Im Keller des Hotels befand sich die erste Diskothek der DDR. Bis 1990 war das &amp;quot;Neptun&amp;quot; Vertragshotel der Handelsorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026 08. Juni  Ostseezeitung von  Ben Brümmer&lt;br /&gt;
:;55 Jahre „Neptun“: Ostalgie hat ihren Preis&lt;br /&gt;
Doppelzimmer im Warnemünder Luxushotel kosten heute 180 Euro mehr als vor zehn Jahren / DDR-Flair inklusive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hotel „Neptun“ in Warnemünde ist eines der berühmtesten Devisenhotels der DDR-Geschichte. In diesem Jahr feiert die Rostocker Luxusherberge ihr 55. Jubiläum – groß, laut und mit viel Tamtam. Am Sonnabend (6. Juni) steht eine Gala mit Menü, Dessertbüfett und Livemusik auf dem Programm. Moderiert wird der Abend von DDR-Unterhaltungsikone Wolfgang „Lippi“ Lippert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zu unserer Jubiläums-Gala wollen wir uns in Schale werfen. Dann glänzen insgesamt 55 Balkone in einem goldenen Gewand“, sagte Generalmanager Guido Zöllick Ende Mai.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung im Jahr 1971 punktet das 64 Meter hohe Fünf-Sterne-Haus mit Luxus und Extravaganz im beliebten Ferienort. Im Laufe der Jahre konnte das Hotel jedoch nicht nur positiv auffallen. Im Volksmund wird das „Neptun“ nämlich auch als „Stasi-Hotel“ bezeichnet. Der Grund: Die Bleibe arbeitete eng mit dem Geheimdienst der DDR und seinen Machenschaften zusammen. In der Nobelherberge, die von 1971 bis 2007 vom Direktor Klaus Wenzel geleitet wurde, sollen vor allem West-Gäste auf ihren Zimmern ausgehorcht und spioniert worden sein. Das Haus wertet die Spitzeleien heute sachlich als Teil der historischen Entwicklung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am kontinuierlichen Erfolg des „Neptuns“ hat das jedoch nichts geändert. Der gewisse DDR-Charme von damals überzeugt die Urlauber bis heute. Die Sky-Bar im obersten Stockwerk, der Wellnessbereich mit Schwimmbad, die hoteleigene Diskothek sowie die legendäre Broiler-Bar sind nach wie vor wahre Gäste-Magneten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Spaß hat seinen Preis. Ein Doppelzimmer in der Etage fünf bis neun wird von Freitag (5. Juni) auf Samstag ab 349 Euro angeboten. Das Hotel arbeitet mit flexiblen Preisen. Die Kosten variieren dabei je nach Nachfrage, Wochenenden, Feiertagen und Ferienzeit. Unter der Woche war das gleiche Zimmer daher noch ab 284 Euro zu haben – ein Unterschied von mindestens 65 Euro. Für Zimmer auf den Etagen zehn bis 18 wäre noch mal ein Aufschlag fällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum vor fünf Jahren war das Doppelzimmer noch ab 194 Euro erhältlich. Vor zehn Jahren mussten zwei Personen mindestens 169 Euro für eine Übernachtung im „Neptun“ zahlen – ein Unterschied von 180 Euro zum heutigen Preis. Das ergibt eine Recherche mit dem Online-Archiv „Wayback Machine“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim „Rügen-Hotel“ in [[Sassnitz auf Rügen|Sassnitz]], einem weiteren beliebten Anlaufpunkt seit DDR-Zeiten, sind flexible Zimmerpreise gängig. Es gilt als Pilotprojekt vor dem Bau des berühmten „Neptuns“. Ein schwedisches Unternehmen hatte das Hotel 1969 fertiggestellt – ebenfalls mit Sky- und Broiler-Bar. Anschließend startete der Bau in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz einer umfassenden Sanierung in den vergangenen drei Jahren ist im „Rügen-Hotel“ weiter der typische DDR-Kult zu erkennen. „In den Fluren hängen überall alte Bauzeichnungen aus den 60er Jahren. Ein Teil des originalen Bartresens aus der alten Sky-Bar steht im Haus. Ein Zeitstrahl im Flur erzählt die Geschichte des Hauses“, meint ein Sprecher des Hotels. Außerdem können Gäste in Vitrinen alte Speisekarten, Stoffmuster, Postkarten und weitere Erinnerungen aus DDR-Zeiten erkunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Hotels, die schon damals beliebte Ferienunterkünfte waren und bis heute mit Ostalgie punkten, sind auch das Selliner „Cliff-Hotel“ auf [[Insel Rügen|Rügen]], das Hotel „John Brinckmann“ in [[Boltenhagen]] sowie das „Strandhotel Fischland“ im Ostseebad [[Nienhagen, Ostseebad|Nienhagen]]. Letzteres wurde 1968 als exklusives Gästehaus für Regierungsmitglieder der DDR und internationale Staatsgäste errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Menge Staats- und Stargäste durfte auch schon das „Neptun“ in Warnemünde begrüßen. Im &#039;&#039;&#039;338-Zimmer&#039;&#039;&#039;-Koloss übernachteten unter anderem schon das niederländische Königspaar Máxima und Willem-Alexander, die Ex-Bundeskanzler Angela Merkel und Helmut Schmidt sowie die Musiker Udo Lindenberg, Roland Kaiser und Fußballer Franz Beckenbauer. Insgesamt waren bislang rund 2,2 Millionen Gäste aus 122 Ländern im Warnemünder Luxushaus zu Gast. In den 55 Jahren wurden dabei fast neun Millionen Übernachtungen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Industriestandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Werften in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem heutigen Gelände der MV Werft, begann nach Kriegsende 1945 die Geschichte der Warnowwerft. Während der unmittelbaren Nachkriegszeit, wurden die vorhandenen Überreste der alten Krögerwerft zum Bau von Fischkuttern für die Besatzungsmacht aus der Sowjetunion genutzt. Die Krögerwerft in Warnemünde war in den Jahren 1939 – 1945 vor allem für den Bau von Flugsicherungsbooten zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den neuen Namen „Warnowwerft“, sowie eine damit verbundene Eigenständigkeit, erhielt die VEB Warnowwerft Warnemünde am 01. August 1948. Die Werft konzentrierte sich in der Folgezeit auf die Reparaturen von Schiffen.&lt;br /&gt;
Ein Umschwung erfuhr die Werft ab 1951, als fortan neben den Reparaturarbeiten, der Neubau von Schiffen dazukam. So wurde unter anderem der Neubau des Segelschulschiffes Wilhelm Pieck abgeschlossen und mit der Produktion von Serienschiffen begonnen. Die Warnowwerft entwickelte sich zu der größten Schiffbauproduktionsstätte der DDR. Die Schiffe wurden in erster Linie für die Handelsflotte der DDR verwendet, aber auch im Ausland erfuhr die Werft einen Aufschwung und lieferte Schiffe an die UdSSR, Jugoslawien, China, Rumänien und in die Tschechoslowakei. Eine besondere Beziehung pflegten die Werfteigner aber auch zu dem unmittelbaren Nachbarn, der Bundesrepublik Deutschland, die die regelmäßig Handelsschiffe ausgeliefert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1959 erfolgte ein Zusammenschluss der Werften der DDR, zur Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Schiffbau. Diese Vereinigung blieb bis 1979 erhalten und entwickelte sich fortan zum Kombinat Schiffbau Rostock. Zwischen 1948 bis 1989 wurden unter anderem Fischkutter, Stückgutfrachter, Schlepper, Schwimmkräne und Containerschiffe gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands, änderten sich auch die Umstände der Werft. Im Zuge der Wirtschaftsreformen während der Wendezeit, wurde am 1. Juni 1990 der VEB Warnowwerft Warnemünde in eine Kapitalgesellschaft überführt und agierte als Warnowwerft Warnemünde GmbH. Im Oktober 1992 erfolgte der Verkauf der Werft an den norwegischen Gesellschafter Kvaerner, der die Werft in den Jahren 1993 – 95 modernisierte. Die Werft operierte bis 2001 unter dem Namen Kvaerner Warnow Werft GmbH. Highlights der Kvaerner Werft stellten beispielsweise der letzte konventionelle Stapellauf am 30. Juni 1995 oder der Bau der Bohrinsel „Stena Don“ 2001 dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von wirtschaftlichen Problemen und damit verbundenen Zusammenschlüssen mehrerer Konzerne, wechselte der Name der Werft in den Folgejahren mehrfach. So entstand 2008 die Aker Yards Ostsee und 2007, nach einer erneuten Umstrukturierung, die Wadan Yards. Den dramatischen Höhepunkt dieser schwierigen Zeit, stellte am 5. Juni 2009 der Insolvenzantrag der deutschen Unternehmensteile der Wadan Yards Group AS dar. Die Werft wurde anschließend vom russischen Investor Witali Jussufow übernommen, der über die durch ihn ins Leben gerufene „Nordic Yards“, die Vermögensgegenstände der deutschen Wadan-Unternehmensteile erwarb. Seit Juli 2016 fungiert die Warnemünder Werft in der Unternehmensgruppe MV Werften und beteiligt sich unter anderem an dem Bau verschiedener Sektionen für Kreuzfahrtschiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kroegerwerft um 1938.jpg|Das Gelände der ehemaligen Krögerwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Werft Kabelkrananlage.JPG|Die Kabelkrananlage der Warnowwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kvaerner Werft.jpg|Nach der Wende: die Kvaerner-Werft&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Fliegerei und Flugzeugbau in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zivile Anfänge der Fliegerei in Warnemünde====&lt;br /&gt;
;1912&lt;br /&gt;
;Der Deutsche Luftflottenverein plant auf dem &amp;quot;Neuen Land&amp;quot; an der Grenze zur Groß-Kleiner Feldmark eine Luftschiffwerft zu errichten. Das Projekt kommt jedoch nicht über die Planungsphase hinaus. &lt;br /&gt;
:(Quelle: AHR KFC SO &amp;quot;Groß-Klein&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beginn der Luftfahrt und des Flugzeugbaus in Warnemünde/Hohe Düne====&lt;br /&gt;
;(von Dr. Dietrich Kruse)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Stadtväter erkannten frühzeitig die mit der Marinefliegerei verbundenen neuen Möglichkeiten für die Entwicklung der Wirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Wurde mit dem Bau des Land- und Wasserflugplatzes am Breitling auf der Hohen Düne begonnen.&lt;br /&gt;
:Die militärisch günstige Lage mit dem ruhigen Breitling und der direkten Anbindung an die Ostsee war damals entscheidend für die Auswahl des Platzes.&lt;br /&gt;
Das Gelände wurde zunächst aufgespült und befestigt.&lt;br /&gt;
:Ab 1914 wurden dann Gebäude wie Hangare, Werkstätten u.a. gebaut, eine Marinefliegerstation eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Einige kleine Unternehmen siedelten sich an.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz konnte auch von zivilen Fliegern benutzt werden.&lt;br /&gt;
; [[Der Warnemünder Wasserflugplatz 1914]] (Rostocker Anzeiger Juli 1914)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Seeflieger-Versuchskommando (1914-1917)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1914.jpg|thumb |200px|rechts|Warnemünde Werbung 1914]]&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:August - Die Kaiserlich Deutsche Marine übernimmt den Warnemünder Flugplatz mit dem vorhandenen Bestand unmittelbar nach der Mobilmachung&lt;br /&gt;
:Es wird neues Fluggerät für die Marine erprobt.&lt;br /&gt;
:Deren Eröffnung erfolgte im Rahmen der Austragung des 2. Deutschen Wasserflugzeug-Wettbewerb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ort Gründung der Firma &amp;quot;Luftverkehr Sablatnig&amp;quot; mit dem Konstrukteur Dr. Hans Seehase&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1915&lt;br /&gt;
:Im Dünenwald unmittelbar östlich der Stromfähre werden zwei Unterkunftsbaracken errichtet.&lt;br /&gt;
:Im Laufe des Sommers wird der technische Bereich wesentlich ausgebaut. So entstand u.a. die 72,5m x 26m sowie 16m hohe Halle IV. Ihre Tore hatten jeweils eine Breite von 7,25m und nahmen die Hallenbreite zum Breitling hin ein.&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des Jahres folgen auf der Nehrung , Kasernen, ein Offiziershaus, ein Wirtschaftsgebäude, das Deck-Offizierhaus und die Krankenstation&lt;br /&gt;
:Zur Ostsee hin wurde neben der bereits Vorhandenen eine weitere hölzerne Ablaufbahn für das Zuwasserlassen der Seeflügzeuge angelegt&lt;br /&gt;
:Während des Kriegsverlaufes wuchs die Zahl der Hallen von drei auf zwölf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1917&lt;br /&gt;
:Auf dem aufgefüllten Gelände am Laak-Kanal wird die Firma &amp;quot;Flugzeugbau Friedrichshafen Gmbh&amp;quot; angesiedelt. Sie geht 1925 in den Besitz der Arado-Werke über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am Ende des Krieges  sind auf der Fliegerstation bis zu 1500 Mann und 60 Offiziere stationiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1920&lt;br /&gt;
:Gemäß des Versailler Vertrages erfolgte der Abriß von sechs Hallen und weiterer Gebäude. Zwei Hallen waren bereits im Kriegsverlauf abgebrannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Heinkel-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
[[Presse-Beitrag der NNN vom 1.12.2022 zum Beginn der Heinkelwerke ]] &lt;br /&gt;
;1922, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Gründung der Ernst Heinkel Flugzeugwerke&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Heinkel Werbung um 1930.jpg|thumb|400px|rechts|Warnemünde Heinkel Werbung 1930]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Arado-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[https://www.arado196.de/geschichtliches/arado-flugzeugwerke/ private Internetseite zur Arado-Geschichte  ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Arado Logo 1939.jpg|Warnemünde Arado Logo 1939&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Arado Schuldverschreibung 1942.jpg|Warnemünde Arado Schuldverschreibung 1942&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde und Hohe Düne und deren maritime Militärstandorte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marine in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote.jpg| thumb|500px|rechts|Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die militärische Nutzung der Hohen Düne nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die 4. Flottille====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die 4. Flottille]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost)====&lt;br /&gt;
* [[Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Forschungsstandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ingenieurhochschule für Seefahrt (IHS)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seehydrographischer Dienst der DDR===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Seezeichenwesen in der DDR]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seewetterdienststelle Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Seewetterdienststelle Warnemünde&amp;quot; Vilkner, Hans In: Natur und Heimat (1957), 8, S.244-246]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Institut für Meereskunde/ Institut für Ostseeforschung (IOW)===&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Meereskundlichen Berichten&amp;quot; (Nr. 111 2019) ist unter der Autorenschaft von Dr. Wolfgang Matthäus nachfolgender Aufsatz erschienen.&lt;br /&gt;
Wir danken dem Autor für seine Erlaubnis diesen Beitrag an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen.&lt;br /&gt;
Bitte beachten sie die Wahrung der zu Beginn des Beitrages angegebenen Veröffentlichungs- und Autorenrechte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Medium:Mattheus warnemünde iow.pdf |Die Anfänge der meeresgeologischen und Küstenforschung in Warnemünde (1950 - 1970)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sturmfluten und Küstenschutz in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge des Küstenschutzes in Warnemünde durch Prof. L. Karsten und Forstinspektor Becker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Karstens Schriften zu seinen Versuchen der Dünenbefestigung in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemündes Kampf gegen Flut und Sand===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschaeden Warnemuende 1913 14.jpg|thumb|300px|rechts|Am Tag danach - Begutachtung der Schäden der zum Jahreswechsel 1913/14 gewüteten Sturmflut an der Warnemünder Strandpromenade]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sturmfluten stellten für den kleinen Küstenort Warnemünde in den vergangen Jahrzehnten mehrfach große Gefahren dar. Besonders schwer traf es den Ort in den Jahren 1825, 1872, 1903 und 1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zu Beginn des Jahres 1825 wurde Warnemünde von einer Sturmflut erfasst. die sich über den Bereich der Dünen und der Moorwiesen ihren Weg bahnte. Insgesamt wurden 18 der 150 Häuser komplett zerstört und immerhin 74 zum Teil schwer beschädigt. Das Wasser stieg zu seinem Höhepunkt auf 2,52 Meter über die Normalhöhe und trug gut 80 Prozent der Dünenanlagen ab.&lt;br /&gt;
Am schlimmsten in der jüngeren Geschichte wurde Warnemünde 1872 getroffen, als das Wasser 2,80 Meter über Normal stieg und in Warnemünde sowie Diedrichshagen große Schäden verursachte. Verheerende Folgen hatte die Sturmflut von 1872 auch für die ortsansässige Schifffahrt, die sich im Winterstand befand und durch das Hochwasser auf den Feldern trieb.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1625 - Warnemünde und die Sturmflut am 10. Februar (Auszug aus H.F.Beckers &amp;quot;Chronik der Rostocker Heide&amp;quot; 1839)====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Den 10. Febr. 1625  stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen die bis an die Wolken reichten. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Febr. bei gemäßigterem Sturm fast bis zur derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten; das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung; zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die große Novemberflut 1872 in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflut 1872 Gedenktafel Warnemuende.jpg|thumb|350px|rechts|Gedenktafel für die Sturmflut 1872 in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
:Über die Sturmflut von 1872 erfährt man oft den Nimbus, daß sie die größte Hochwasserkatastrophe gewesen sei, die unsere Ostseeküste hier je gesehen hat. &lt;br /&gt;
:Das ist zwar nicht richtig, führt aber dazu, das dieses Natur-Ereignis bei bodenständigen Küstenbewohnern in den Familien-Erinnerungen bis in unsere Tage fest verankert ist.&lt;br /&gt;
:Die Allerheiligenflut (1. November 1304), mehr als fünfhundert zuvor, und noch weitere, waren den Quellen zufolge  höher und verheerender. &lt;br /&gt;
:Sie liegt für das Erinnerungsvermögen der Menschen zu weit zurück und ist für die Statistiken der Wissenschaft nicht mehr detailliert fassbar.&lt;br /&gt;
:Was nun die Flut vom 12. bis 14. November 1872 so finden sich in den Archiven kaum bildliche Darstellungen der Hochwasserereignisse und ihrer Folgen, dafür aber eine große Vielzahl an Zeitzeugenberichten und die sind oft besonders bildlich in ihrer zeitnahen Beschreibung.&lt;br /&gt;
:Gustav Quade, berühmt geworden durch seine dreibändige „Mecklenburgische Vaterlandskunde“, hat in den Monaten unmittelbar nach der Katastrophe in der Region Rostock und Warnemünde solche Zeitzeugenberichte gesammelt, wo immer er ihrer habhaft werden konnte. &lt;br /&gt;
:Davon möchte ich hier einiges in Auszügen wiedergeben, das uns bis heute berührt:&lt;br /&gt;
:„Am Nachmittag des 12. November stand schon die See auf dem Fahrdamm der Vorderreihe. &lt;br /&gt;
:Einige vorsichtige Warnemünder zogen daher ihre Jollen näher aufs trockene Land und befestigten die Boote an den Bäumen. &lt;br /&gt;
:Allgemein ging man zu Bett, da mit einem Fallen des Wassers auf das bestimmteste gerechnet wurde. &lt;br /&gt;
:In der Nacht wuchs der Sturm zum Orkan. &lt;br /&gt;
:Lotsenkommandeur Jantzen, der die Gefahr von seinem Hause am Strom, hart an der See, aus erkannte, schickte noch in der Nacht die Nachtwächter im Ort herum, um die Einwohner zu wecken.&lt;br /&gt;
:Um 3 Uhr morgens war alles auf den Beinen. Der Sturm raste mit unverminderter Stärke weiter. &lt;br /&gt;
:Die Ziegel fielen haufenweis von den Dachstühlen, ganze Dächer wurden zuweilen abgehoben. &lt;br /&gt;
:Unzählige Veranden und Fensterscheiben gingen in Stücke. &lt;br /&gt;
:Einige Einwohner versuchten noch die Boote in Sicherheit zu bringen. Alles vergeblich. &lt;br /&gt;
:Als es gegen ½ 8 Uhr morgens Tag wurde, waren beide Baken auf den Molenköpfen verschwunden, die Molen standen ganz unter Wasser, die Bismarkpromenade mit der Grotte und die Badeanstalten waren beinahe zerstört.&lt;br /&gt;
:Gegen 8 Uhr morgens durchbrach das Wasser die Dünen westlich vom Ort und vereinigte sich über das Diedrichshäger-Moor und die Laak mit dem Breitling. :Warnemünde lag auf einer Insel, deren Umfang mit dem Steigen des Wassers immer kleiner wurde. &lt;br /&gt;
:Am Rostocker Ende drang bald darauf das Wasser in die Häuser, die Bewohner flüchteten in die neuerbaute Kirche. &lt;br /&gt;
:Unterdessen hatten die Wogen die Gebäude des Bauhofes erreicht, nachdem sie die dahinter liegenden Dünen durchbrochen hatten. &lt;br /&gt;
:Die Familie des dort wohnenden Zimmermeisters schwebte in höchster Lebensgefahr. &lt;br /&gt;
:Der Aufenthalt in den Häusern war unmöglich, die 6 Personen flüchteten auf einen Hausboden. &lt;br /&gt;
:Die Überfahrt in einem Rettungsboot zu wagen, war unmöglich. &lt;br /&gt;
:Der rasend einlaufende Strom hätte das Boot sofort zerschlagen und seine Insassen in höchste Lebensgefahr versetzt. &lt;br /&gt;
:Man brachte daher den Raketenapparat an das Zollamt und der Lotsenkommandeur schoß eine Leine zum Bauhof hinüber. &lt;br /&gt;
:6 kühne Männer mit Namen Baade, Borgwardt, Jungmann, Jürß, Radloff und Schmidt, sprangen in das Boot und ruderten es durch den mit Balken und Schiffstrümmern bedeckten Strom hinüber zum Bauhof und retteten die ganze Familie des Bauhofsaufsehers.&lt;br /&gt;
:Das Wasser stieg immer weiter, von Süden und Westen drang es in den Ort ein.&lt;br /&gt;
:Die Mühlenstraße mit der Mühle, die südliche Hälfte der Anlagen, die Kirche, wo die Flüchtlinge schließlich auf die Bänke steigen mußten und die 4. und 3. Reihe (Anastasia- und Friedrich-Franz-Straße) standen bis in die späten Nachmittagsstunden ganz unter Wasser.&lt;br /&gt;
:… Im Orte selbst blieb nur die Schanze, der Georginenplatz und der nördliche Teil der Anlagen trocken. &lt;br /&gt;
:Auf diesen kleinen Raum drängten sich bis zur einbrechenden Dunkelheit etwa 1600 Menschen zusammen, mit Todesangst im Herzen.&lt;br /&gt;
:Gegen 3 Uhr nachmittags ging der Wind nach Osten und wurde schwächer, das Wasser steigt nicht weiter. Niemand war verunglückt.&lt;br /&gt;
:… Am 14. November konnte man die Verwüstungen erkennen. Die Uferstraße am Strom war mit Holz, Booten, Seesand, Möbeln und Trümmern jeglicher Art bedeckt.&lt;br /&gt;
:Auf der Reede trieben 5 Schiffe mit schweren Havarien, 3 andere hatten die Masten gekappt. &lt;br /&gt;
:Sie wurden von dem alten Dampfer „Stadt Rostock“ in den Hafen geschleppt. &lt;br /&gt;
:… Die Molenspitzen waren spurlos verschwunden. &lt;br /&gt;
:...Das Erdreich an der Schanze war fortgespült und der Strudel hatte eine tiefe Bucht im Durchgang von Hotel Rohn gemacht. &lt;br /&gt;
:... Die Veranden schienen in der Luft zu hängen, und nur den festen Grundmauern des Hauses des Lotsenkommandeurs Jantzen neben dem Greifenbad war es zu danken, daß diese Häuser nicht völlig eingestürzt waren. &lt;br /&gt;
:Die Bismark-Promenade war verschwunden.“&lt;br /&gt;
:Die Küstenschützer bezeichnen diese Sturmflut heute ganz profan als „Bemessungshochwasser“, was bedeutet, das die in den einzelnen Küstenorten unterschiedlichen Wasserstände, wie auch die Spezifik des Vordringens des Meerwassers jenen Jahres als Messlatte für Küstenschutz-bauten und -maßnahmen herangezogen werden. &lt;br /&gt;
:Diese Naturkatastrophe steht aber auch für die seit nun eineinhalb Jahrhunderten anhaltende Messung und statistische Erfassung der Wasserstände und Wetterereignisse der Ostsee an der deutschen Küste als der „Nullpunkt“ und Beginn.&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschutzwand Warnemuende 2020.jpg|thumb|350px|rechts|Die neue Warnemünder Sturmflutschutzwand am Alten Strom südlich der Bahnhofsbrücke im Frühjahr 2020]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903 blieb Warnemünde von der Sturmflut nahezu unberührt, wohingegen es die Rostocker Altstadt und den gesamten Bereich des Stadthafens besonders schlimm traf, was an der Fahrrinne lag. &lt;br /&gt;
:Das Wasser suchte sich seinen Weg entlang des Breitlings und der Warnow und bedrohte fortan insbesondere die Altstadt. &lt;br /&gt;
:Bei der Rostocker Bevölkerung sorgte dies für einige Empörung und stellte die Politik vor Schwierigkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Warnemünde wurde 1913/14 wieder hart von Überflutungen getroffen. &lt;br /&gt;
:So wurde die Promenade über eine Distanz von 300 Metern komplett zerstört und weggespült. &lt;br /&gt;
:Neben der Promenade erfasste das Hochwasser im Januar 1914 einen Großteil der Strandvillen hinter der Promenade und erstreckte sich bis zum Neuen Friedhof.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sturmfluten und Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warnemünde und der Sand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Becker-Spruch, Wind und Sand, Dünenbefestigung , Molensand, Sand tragen, Sand als Exportgut, Ballastsand&lt;br /&gt;
;(TID 2026 ?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Straßen, Wege und Umwege - Von Milchsteg und Kuhbrücke zur Stadtautobahn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Postwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen|Im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten aus Warnemünde|Bedeutende Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgenommen wurden Personen, die in Warnemünde geboren oder verstorben sind, beziehungsweise in einem persönlichen Lebensabschnitt zeitweise in besonderer Beziehung zum Ort standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Der Warnemünder Sven Lorenzen hat die ersten 12 Tafeln auf einer Internetseite dokumentiert: [http://sven-lorenzen.de/tafeln.html Warnemünder Gedenktafeln]. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde|Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Volkskunde==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünder Volkskunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in Warnemünde, Unterwarnow- und Breitling-Gebiet==&lt;br /&gt;
* [[Flurnamen in Warnemünde und Umgebung|Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[ + Arbeitsordner Warnemünde]]  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronistenkontakt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph Wegner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mailto:kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
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		<title>Die Bahnberaubungen in Warnemünde</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Wmde Tid9 Bahnberaubungen 01.jpg|900px|links|Wmde Tid9 Bahnberaubungen 01]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Tid9 Bahnberaubungen 02.jpg|900px|links|Wmde Tid9 Bahnberaubungen 02]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Tid9 Bahnberaubungen 03.jpg|900px|links|Wmde Tid9 Bahnberaubungen 03]]&lt;br /&gt;
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Wmde_Tid9_Bahnberaubungen_02&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: Wmde_Tid9_Bahnberaubungen_01&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Wmde_Tid9_Bahnberaubungen_01&lt;br /&gt;
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		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
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		<title>Chronologie und fortlaufende Ortschronik von Warnemünde</title>
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		<updated>2026-09-14T18:06:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Die Bahnberaubungen in Warnemünde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Warnemünde&lt;br /&gt;
 | zeit = ab 1160 fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Autoren Christoph Wegner, Wilfried Steinmüller, Ronald Piechulek, Achim Schade&lt;br /&gt;
 | erstellung = seit 2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie und Geschichte von Warnemünde&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}==Der Küstenort Warnemünde chronologisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwendete Quellen-Kürzel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MUB   = Mecklenburgisches Urkundenbuch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LHA  = Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BGR R = Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock; Register zu Band 1 - 20 mit einer &#039;&#039;&#039;Zeittafel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(Das aufgeführte Ereignis findet sich jeweils unter dem angegebenen Datum in der &#039;&#039;&#039;Zeittafel des Registers&#039;&#039;&#039;, dem Kürzel ist die Jahrgangsnummer der oben genannten Beiträge mit Seiten-Angaben hinzugefügt )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC  = Krausesche Fundchronik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HA  = Heidearchiv Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RA  = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und Frühgeschichte===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten (KFC Wmde Mp45 397-381)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mittelalter bis zur Christianisierung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160&lt;br /&gt;
:Der dänische Chronist Saxo Grammaticus beschreibt die Seeschlacht auf dem Gudacra (Breitling) zwischen den Wenden und der dänischen Flotte unter König Waldemar und Bischof Absalon von Roskilde. (BGR R; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2 ; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,17)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===spätes Mittelalter 1200 bis zur Reformation 1517===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] &lt;br /&gt;
:betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige, verzichtet auf seine Rechte an den im Hafen der Rostocker gestrandeten Schiffen, verheißt den freien Verkehr vorbehaltlich des fürstlichen Zolles nicht zu stören, verleiht die Fischereigerechtigkeit für die Unterwarnow und das Stadtrecht für die Markscheide der Rostocker. &lt;br /&gt;
:In dieser Kaufurkunde erfolgt auch &#039;&#039;&#039;Warnemündes Ersterwähnung&#039;&#039;&#039;. Die Stadt Rostock erhält das Strandrecht in &#039;&#039;&#039;ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; am &#039;&#039;&#039;rechten&#039;&#039;&#039; Warnow-Ufer.  &#039;&#039;(also östlich Taterhörn)&#039;&#039; (BGR R &#039;&#039;&#039;3b&#039;&#039;&#039;,6.24 Nr.32; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,1f,6; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,35; &#039;&#039;&#039;14&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
;Das Kürzel (Mgh) am jeweiligen Ereignis, weist darauf hin, das es am zwischen 1252 und 1478 existierenden &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot;&#039;&#039;&#039; an der alten Warnowmündung zwei Kilometer östlich der heutigen Ortslage Warnemünde stattgefunden hat. &lt;br /&gt;
:Das parallel am heutigen Standort Warnemündes gelegene Fischerdorf dagegen wird erstmalig im Jahr 1262 erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1257/58&lt;br /&gt;
:Ältester Beweis für das Vorhandensein Warnemündes durch Erwähnung eines Hauses daselbst. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1262, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte am Hafen Warnemünde. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;17. Dez.&lt;br /&gt;
:die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig Urkunden in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich Borwin III. verleiht den Rostockern das städtische Recht in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; (!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.6) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;) 2 Mark Silber (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278, 21. Dez.&lt;br /&gt;
:Fürst Woldemar verspricht daß bis nach Warnemünde und bis ans Meer hinunter überall in einer Meile Entfernung vom Fluss keine Festung errichtet werden soll. (HA) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Steinen für den &#039;&#039;&#039;Hafenbau&#039;&#039;&#039; in Warnemünde in einer Kämmereirechnung. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1286, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock erwirbt aus fürstlichem Besitz den Pagenwerder. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,21.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch Rötger Horn den &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; (&amp;quot;von der Tonne bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 Ellen &#039;&#039;(12 Fuß, etwa 4 Meter)&#039;&#039; bringen. (MUB Nr.1977 BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XV; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300 April&lt;br /&gt;
:Die mecklenburgischen Fürsten Heinrich I. der Pilger und Heinrich II. der Löwe halten sich im &#039;&#039;&#039;fürstlichen Warnemünde&#039;&#039;&#039; auf. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark belehnt Fürst Nikolaus von Rostock als Schutz gegen die Feinde des Fürsten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1301, 28. Juli&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300-1314&lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Rostocker Warnemünde&#039;&#039;&#039; ist Hauptschauplatz der Kämpfe König Erichs von Dänemark, Markgraf Albrechts von Brandenburg, Fürst Heinrichs von Mecklenburg u.A., gegen die Stadt Rostock. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 2. Mai&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark wiederum in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1307, 1. November&lt;br /&gt;
:(nach anderen Quellen auch &#039;&#039;&#039;1304&#039;&#039;&#039;) Die Allerheiligen-Flut überflutet die gesamte Dünen-Nehrung von Diedrichshagen bis zur Rostocker Heide. Ihr Scheitelwert soll 14 Fuß (ca. 4,6 m) über dem normalen Wasserstand betragen haben.  (BGR R)&lt;br /&gt;
:Als Folge der Flut wird die Warnow-Mündung auf eine Länge von ca. 500 Meter gänzlich verschüttet. Nach der Flut wird der Warnow an anderer Stelle durch den ersten künstlichen Nehrungsdurchstich eine neue Mündung und ein erneuter Hafenzugang geschaffen &#039;&#039;&#039;(das erste Tief)&#039;&#039;&#039;. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1309, 14. Aug.&lt;br /&gt;
:Heinrich der Löwe in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,16; &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,8.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311, nach dem 16. Sept.&lt;br /&gt;
:Der von König Erich zum Hauptmann (capitaneus) des Landes Rostock ernannte Fürst Heinrich der Löwe sperrt den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039;, indem er auf jeder Seite des Stromes einen hölzernen Turm errichtet und zwischen den Türmen eine Brücke erbaut. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311/12&lt;br /&gt;
:Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Rostocker brennen das &#039;&#039;&#039;fürstliche Dorf&#039;&#039;&#039; Warnemünde nieder. &lt;br /&gt;
:bis Mai Die Rostocker bauen einen neuen Turm auf der Ostseite &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; (!!) Stromes aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche und des im Bau befindlichen Petriturmes in Rostock. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,15f. &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XI.XII &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,14f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7ff.11f.56.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 23. Juni&lt;br /&gt;
:König Erik klagt darüber das nicht nur die Kirche, sondern auch der Ort und besonders das Haus, das er für sich und die Markgrafen &#039;&#039;(von Brandenburg)&#039;&#039; gebaut habe, zerstört sei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;30. Juli &lt;br /&gt;
:Belagerung Rostocks und des Turmes in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039;(!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde durch Dänenkönig Erik Menved. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Juli&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Heinrich von Mecklenburg sperrt das Tief unterhalb des Turmes. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;9. September&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Übergabe nach der Belagerung. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;September/Oktober&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Verbündeten bauen den eroberten Turm durch Hinzufügung von 4 kleinen Türmen einer Mauer und eines Grabens zu einer Festung aus und halten sie gemeinsam besetzt (später Dänscheburg/ dän. Danskeborg) (BGR R; KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:In den Beschwerden des dänischen Königs heißt es das diese (Die Rostocker) vor der Übergabe von Warnemünde den Ort und die Kirche verbrannt und das Haus, das der König für sich und den Markgrafen Waldemar von Brandenburg erbaut, niedergebrochen hätten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erich verabredet mit dem Markgrafen Waldemar von Brandenburg, daß die Summe, die sie dafür durch Verhandlung von den Rostockern bekommen würden, daß der vor Warnemünde erbaute Turm wieder abgebrochen und nie wieder aufgebaut werden dürfe, gleichmäßig zwischen ihnen geteilt werden solle. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 15. Dez.&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock unterwirft sich dem König Erich und dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und verspricht u.A. in Warnemünde eine schöne hölzerne Kirche zu bauen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Der Markgraf Waldemar von Brandenburg verkauft seine Hälfte des Warnemünder Turms an den König von Dänemark, der damit in den Besitz des ganzen Turms gelangt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1314, 25. Nov.&lt;br /&gt;
:Tod des Fürsten Nikolaus von Rostock, des letzten Fürsten aus der Rostocker Linie. Das Lehen fällt an den dänischen König zurück (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317 7. Januar&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit Ausnahme des &#039;&#039;&#039;Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R &#039;&#039;&#039;1d&#039;&#039;&#039;,3. &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;25. November&lt;br /&gt;
:Friede von Templin mit dem brandenburgischen Markgrafen Waldemar. Laut Friedensvertrag belehnt Erik von Dänemark Heinrich (II.) von Mecklenburg mit der Herrschaft Rostock, außer Warnemünde und der Dänscheburg. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark stirbt und Fürst Heinrich (II.) besetzt die Dänenburg. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322, 24. September&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich II. von Mecklenburg verkauft das  &amp;quot;Haus und den Turm&amp;quot; an die Stadt zum Abbruch, die eigentlich dem dänischen Vogt Niels Olufsen gehören und durch Heinrich wiederrechtlich besetzt worden war. (MUB 4377, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70.f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Stadt erwirbt von Heinrich II. von Mecklenburg das &#039;&#039;&#039;fürstliche&#039;&#039;&#039; Dorf (villa) Warnemünde mit dem ganzen &#039;&#039;&#039;westlichen&#039;&#039;&#039; Warnowufer (das damals am Taterhörn auf der hohen Düne lag, bis an die Grenze von Diedrichshagen, mit Eigentumsrecht, voller Gerichtsbarkeit, mit Gestattung der Anwendung des Lübischen Rechts, Fischereigerechtigkeit bis in die See hinaus, behält sich aber das Patronatsrecht vor. (KFC) Das heutige, ehemals fürstliche Warnemünde wird &#039;&#039;&#039;damit Rostocker Stadtbesitz&#039;&#039;&#039;. (MUB 4423, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.14)&lt;br /&gt;
:21. Mai - Heinrich II. erkennt zu Nyköbing auf Falster vvon König Christoph an, das &#039;&#039;&#039;erbliche&#039;&#039;&#039; Lehen (vorher nur Pfandlehen) am Land Rostock von der Krone Dänemarks erhalten zu haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7. April&lt;br /&gt;
:In einem Rostocker Stadtbuch findet sich die Notiz, daß Warnemünde freies Eigentum der Stadt sei, die daselbst die volle Gerichtsbarkeit ausübe und ihr die Abgaben und Einnahmen zukämen. Die Warnemünder Renterverhältnisse (?) würde der Rat in Ordnung bringen. Obwohl somit Warnemünde ganz zu Rostock gehörte, finden wir auch in der Folgezeit die Mecklenburgischen Fürsten häufig dort. Auch bleibt es noch längere Zeit der Versammlungsort für die Truppen, die dem Dänenkönig zu Hilfe gesandt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1337&lt;br /&gt;
:Verfestung des Knappen Vicke Valkenhagen, weil er Strandgut bei Warnemünde geraubt, also in das Strandrecht Rostocks eingegriffen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1339, 5. Nov.&lt;br /&gt;
:Anlegung eines eigenen Stadtbuchs für Warnemünde, Kassebohm und Barnstorf.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348, 19. Sept.&lt;br /&gt;
:Erwähnung eines (verstorbenen) Dieners des Warnemünder Vogts und einer von ihm benutzten Wiese. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lucerna&amp;quot; (Laterne) von Warnemünde erwähnt. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1349, 22. Febr. - 1350, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Kämmereirechnung erwähnt den Bau von Befestigungswerken in Warnemünde, die, wie aus der Kämmereirechnung von 1363/64 hervorgeht, zum Schutz der Leuchte dienten. Auch wird der Baum in Warnemünde genannt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1350, 24. Aug. &lt;br /&gt;
:Bruchstück einer Rechnung in dem als Einnahme u.A. 7 Mark de collecta in Warnemünde vorkommen. Daß die Gesamtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes jährlich 7 Mark betrug. (zeigt der Vertrag von 1359, 18.Dec. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1359, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Vertrag des Rostocker Rats mit den Warnemündern (&amp;quot;burgenses in Warnemunde&amp;quot;) über Dienste und Schoß. Die Warnemünder sollen jederzeit unentgeltlich zu den städtischen Bauten in Warnemünde helfen und andere notwendige Dienste leisten. Der Rat sagt ihnen dafür zu, daß die von altersher auf 7 Mark festgesetzte Gesammtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes nicht erhöht werden soll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1381, 22. Febr. bis 1882, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Erste erhaltene Gewettsrechnung, in der die bisher in den Kämmereirechnungen vorkommenden Ausgaben für Warnemünde erscheinen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Blockhaus und &#039;&#039;&#039;Burg&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475, 23. April&lt;br /&gt;
:Kaiser Friedrich III. bewilligt den Meckl. Herzögen einen Zoll zwischen Rostock und Warnemünde, doch verzichtet Herzog Heinrich mit seinen Söhnen &#039;&#039;&#039;1476, am 23. April&#039;&#039;&#039; auf die Erhebung, weil sie den Rechten und Freiheiten der Stadt zuwiderläuft. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen auf eine Tiefe von 6 Ellen bringen und verbreitern. (BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XVf.67f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Während der Domfehde nehmen die Meckl. Herzöge am 24. Juli 1487 den Ort. Am 1. August der &#039;&#039;&#039;befestigte Leuchtturm&#039;&#039;&#039; vom Herzog genommen, Warnemünde und die dortigen Befestigungen zerstört, die Dachziegel als Beute hinweggeführt. (KFC)und(BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,16. &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,36f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1494&lt;br /&gt;
:Erwähnung der Warnemünder Vitte (Fischerlager) in Falsterbo, neben der Rostocker Vitte. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1495, 17. März&lt;br /&gt;
:Die Herzöge nehmen Warnemünde ein, arretieren die Rostocker Schiffe und verbieten Ein- und Ausfuhr. Bau von Befestigungswerken zur Sperrung des Hafens. (KFC und BGR R ) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:10. April&lt;br /&gt;
:Waffenstillstand; die Herzöge verpflichten sich Warnemünde nicht wieder zu befestigen. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:7. Dezember&lt;br /&gt;
:Vergleich zwischen den Herzögen und der Stadt. Die Herzöge behalten sich vor, &#039;&#039;&#039;die Befestigung um den Leuchtturm zu zerstören.&#039;&#039;&#039; Sie betrachten es seitdem als ihr Recht, daß ohne ihre Genehmigung keine Befestigung in Warnemünde angelegt werden darf, geben aber Warnemünde an Rostock zurück. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71f) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1496, 28. Februar&lt;br /&gt;
:Die Herzöge geben der Stadt die Erlaubnis zur Erhebung einer Bieraccise. Als Grund wird u.A. aufgeführt, daß Mittel zur Instandsetzung des Hafens und des Neuen Tiefs gebraucht würden. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1510, 27. Juli/2. August&lt;br /&gt;
:Die Herzöge protestieren gegen den Bau eines Blockhauses, der durch den Krieg mit Dänemark veranlaßt ist. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,72)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:9. August&lt;br /&gt;
:Der Krieg der Städte gegen König Johann von Dänemark hat die Herzöge von Mecklenburg veranlaßt, den Rostockern die Errichtung eines Block- und Korbhauses (Feuerkorb als Leuchtsignal) zu Warnemünde zu gestatten, unter der Bedingung, daß diese Befestigungen nach Beendigung der Fehde wieder abgebrochen werde.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519, &lt;br /&gt;
:Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1522, 27. August&lt;br /&gt;
:Auch als Rostock gemeinsam mit Lübeck Gustav Wasa eine Flotte zu Hülfe sandte wird in Warnemünde ein Korbhaus (Feuerkorb als Leuchtsignal) eingerichtet.  (in 14 Tagen vollendet). (BGR R) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535&lt;br /&gt;
:Neue Verhandlungen mit den Herzögen wegen Errichtung einer Schanze oder eines Korbhauses zum Schutz des Warnemünder Hafens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535, 10. Juni&lt;br /&gt;
:Die Stadt soll sich dem Herzog verpflichten, das Korbhaus, das sie bauen will, nach Beendigung des Krieges der wendischen Städte gegen den Herzog von Holstein wieder zu zerstören. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1560&lt;br /&gt;
:Vogtseid für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Die Dänen unter König Friedrich von Dänemark sperren den Hafen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 21. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus beschweret sich bei den Beamten zu Dobberan, daß die Doberanschen Bäcker ihr Brodt nach Warnemünde brächten und daselbst zum praejudice der hiesigen Bäcker, denen Warnemündern in ihren Häusern feil böte; bitten, solches abzustellen.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 8. August&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus an den auf der Rhede von Warnemünde mit vier Schiffen liegenden dänischen Admiral Jürgen Appelgarde, darin sich Senatus beschweret, daß das dänische Schiffsvolk die Schwäne auf der Warnow schösse.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:gegen Ende des Jahres zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde liegenden Dänischen Blockade-Schiffe. (Becker Kirchspielchronik Röv.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe und trieb sie ans Gestade des Meers. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung, wonach hinfürder kein Warnemünder Schiffahrt treiben soll, ohne besondee Erlaubnis des Gewetts. Diejenigen Warnemünder, die zur Zeit die Schiffahrt betrieben, durften dabei bleiben, mußten aber einen Knecht halten, der während ihrer Abwesenheit die Fischerei und die Wache zu besorgen hatte. (KFC)&lt;br /&gt;
:- ebenso Gewettsordnung, wonach in Warnemünde außer dem Vogt und dem Barbier nicht mehr als 8 Krüge sein sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579&lt;br /&gt;
:Warnemünde brennt bis auf wenige Häuser ab. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1580&lt;br /&gt;
:Festsetzung des Bürgereides für Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erst jetzt beginnt die Zusammenlegung des Fischerortes durch die Ansiedlung des Hafens am heutigen Alten Strom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1582 4. Juli&lt;br /&gt;
:Herstellung des neuen Tiefs (= alter Strom ?) beendet. Der dabei gemachte Versuch das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Steinriff&amp;quot; im Strom&#039;&#039;&#039; zu durchbrechen wurde nur in geringem Maße erreicht. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1583&lt;br /&gt;
:Erneute Sperrung des Warnemünder Hafens durch dänische Kriegsschiffe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586, Juni-Juli&lt;br /&gt;
:Verhandlungen mit Herzog Ulrich, aus denen ersichtlich ist, daß die Landesherrn in Warnemünde ein Absteigequartier besaßen. Es wird die Einrichtung eines Kellers und die vom Herzog gewünschte Verlegung der Küche erwähnt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:&amp;quot;XXV Octobris hatt ein Erbar Rhat nebenst den verordneten Bürgern bey der Accise Kasten beschlossen das sie auf kunftigen dri Jahr zu Warnemünde eine weitere Luchte bauwen lassen wollten&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Ratsprotokoll Bernhard Scharffenbergs 1586-1598 Seite 131“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1593, 7. März&lt;br /&gt;
:Wiederholung der Verordnung wegen der Schiffahrt vom 20. Februar 1577. Wer sich nicht fügen will, soll bis zum nächsten Ostern mit allem seinem Gut nach Rostock ziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603, 29. Sept.&lt;br /&gt;
:Bestallung des Vogtes Peter Lange. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Den Warnemündern wird durch Ratsbeschluß den Warnemündern der Schiffbau verboten (1610 wird Bootsbau gestattet). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 18. Mai&lt;br /&gt;
:Anordnung einer Schonzeit für Vögel und Wild. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1609, 16. Jan.&lt;br /&gt;
:Ratsbeschluß, wonach zu Warnemünde der Wadenzug einem jeden freistehen soll und &amp;quot;niemandt einigen Ordt der fischerey in der Sehe für sein eigenthumb zu vortheidigen gestattet sein soll.&amp;quot; die Weddeherren sollen die Anlegung neuer Wadenzüge begünstigen, da im Vorjahre nur 3 Heringswaden auf 2 Zügen in Betrieb gewesen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1613, 6. Febr.&lt;br /&gt;
:Jochhim Evers in Warnemünde wird der Bootsbau in seinem Hause gestattet. Auch soll er in Notfällen Schiffsreparaturen vornehmen dürfen, wenn keine Rostocker Schiffszimmerleute anwesend sind. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1619, 11./12. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Verlöbnis-, Hochzeits- Kindtaufs- und Feuerordnung für Warnemünde vom 13. Januar wird in Warnemünde in der Vogtei den sämtlichen Warnemündern vorgelesen, resp. von der Kanzel publiciert. Nach der Feuerordnnung sollen die Feuerstallen jährlich besichtigt werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1621, 10. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Bestrafung Fite Kempes zeigt, daß den Warnemündern das Fischen im Strom verboten war. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Febr.&lt;br /&gt;
:war die bekannte schreckliche Überschwemmung zu Rostock und in der Umgegend, davon in dem *[[&amp;quot;Etwas von gelehrten Rostockschen Nachrichten&amp;quot;  4.Jahrg. Nr.898 i.J. 1740]] eine ausführliche Nachricht abgedruckt sich findet.&lt;br /&gt;
:In Warnemünde wurden 74 der 150 Häuser des Ortes zerstört.&lt;br /&gt;
:In hiesiger Gegend soll ein großer Theil der Waldung unter Wasser gestanden haben, ja es soll das Wasser in Niederungen bis Blankenhagen  vorgedrungen seyn. Die Wasserhöhe des Maaßes war 14 Fuß &#039;&#039;(rund 4,60 m)&#039;&#039; über den mittlern Stand gestiegen. Die Meierey auf dem Moorhof (vorh. Moor genannt) stand völlig im Wasser, Pferde und Ochsen ertranken, die Bewohner saßen 3 Tage im Dach auf dem Heu. Zu Warnemünde wurden von 150 dortigen Häusern 18 an der Düne gänzlich weggerissen und 74 stark beschädiget ; viele Schiffe zertrümmert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 15. Februar&lt;br /&gt;
:Warnemünde durch den wallensteinschen Oberst St. Julian besetzt. Bau einer Schanze. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 9. März&lt;br /&gt;
:Warnemünde wird durch dänische Kriegsschiffe blockiert und bombardiert. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1631, Juli/August&#039;&lt;br /&gt;
:Angriff der kaiserlichen und der herzoglichen Truppen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 27. August Eroberung der Schanze durch Herzog Johann Albrecht und Oberst Lohausen. Abzug der Kaiserlichen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 28. August Die Schweden besetzen die Schanze allein. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 30. August Der schwedische Generalkommissar Erik Anderssen richtet im Einverständnis mit den aus der Verbannung zurückgekehrten Herzögen eine Zollstelle in Warnemünde ein. Sie bestand mit Unterbrechungen bis ins 18. Jahrhundert. (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632, 29. Februar&lt;br /&gt;
:Durch Vertrag zwischen Gustav Adolf und den mecklenburgischen Herzögen bleibt der schwedische Zoll in Warnemünde bestehen. Schweden halten die Schanze besetzt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1634, 3. Nov.&lt;br /&gt;
:Die Vernehmung einiger Warnemünder Fischer durch die Gewettsherren beweist, daß man noch damals nach Falsterbo zum Heringsfang zog und daß die Warnemünder verpflichtet waren, ihn mitzumachen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1637, 29. April&lt;br /&gt;
:Ausbesserung der Schwedenschanze (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1638, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Kaiserlichen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1639, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Rostockern demoliert, aber gleich darauf von den Schweden zurückerobert und wieder hergestellt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1646, 1. und 7. März, sowie 1647, 7. Jan.&lt;br /&gt;
:Mandate gegen das Karpfen und Hecht angeln. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1648&lt;br /&gt;
:Westphälischer Friede. Vergebliches Bemühen der Stadt Rostock, den Warnemünder Schwedenzoll zu beseitigen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1660 8. März&lt;br /&gt;
:Im schwedisch-polnischen Krieg Besatzung der Schwedenschanze von kaiserlichen Truppen zur Übergabe gezwungen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 23./24. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze von den Kaiserlichen unter Montecuculi zerstört. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 19. April &lt;br /&gt;
:Die kaiserlichen Truppen ziehen aus Warnemünde ab. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1661 Juni&lt;br /&gt;
:Die Schweden bauen eine neue Schanze auf der Ostseite von Warnemünde beim Zimmerhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1664, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot, daß aus der See kommende Schiffe in Warnemünde liegen bleiben, dort löschen und laden und Zimmern laßen, ohne mit ihren Waaren an die Stadt zu kommen.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665 25. März&lt;br /&gt;
:Die Schweden vertreiben die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665, 23. Sept.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot der Leinenweberei in Warnemünde&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1666, 31. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wiederholung des Mandats vom 12. Febr. 1664 mit Zusatz über die dem Vogt von den Schiffen zu zahlenden Gebühren.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 20. Aug.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder werden an die alte Observanz (1359, 18. Dez.) erinnert, wonach sie jederzeit Fuhren und Hülfe bei den notwendigen Bauten zu leisten haben. Wenn sie sich darin willig zeigen, wird ihnen das Aalstechen auf dem Breitling bis nach Großen Klein (mit gewissen Einschränkungen) sowie das Obstverfahren mit kleinen Böten gestattet, falls sie das Obst in Rostock einkaufen. Auch soll ihnen erlaubt sein, Rostocker Bier und Gartengewächse über die See in einige Klipphäfen zu bringen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 19. Dezember&lt;br /&gt;
:Feststellung, wieviel Bootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 13. April&lt;br /&gt;
:Wiederholung des Verbots der Leinenweberei in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 14. April&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Mandat betreff die Schonzeit für Wild und Vögel&amp;quot; (vgl. 1606, 18. Mai); &amp;quot;Verbot des Brachens (Kalfaterns), Bauens und Klopfens an den Schiffen während Barsche, Brachsen und andere Fische einziehen.&amp;quot;; &amp;quot;Verbot Schweine frei umherlaufen zu lassen&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. Nov.&lt;br /&gt;
:Erneutes Verbot des Fischharkens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. und 20. Nov.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot die Krüge bis in die Nacht offen zu halten.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1672, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot für die Warnemünder, Mehl von fremden Müllern zu kaufen. Das Mehl soll in der Stadt gemahlen und in der Stadt die Accise davon entrichtet sein.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 11. Febr.&lt;br /&gt;
:Auf E.E. Rats Dekret ermahnen die Gewettsherrn den Vogt, auf das Brotbacken beßer Obacht zu geben. Er erklärt, sein Bestes zu tun aber nicht verhindern zu können, wenn die Leute in der Stadt backten. Es soll offenbar in Warnemünde in den dortigen Backstuben gebacken werden. (Vgl. 1679, 29.März) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 29. März&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Fuhren nach Dänemark und andern Orten von den Warnemündern der Reihe nach besorgt werden sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675 16./17. Juli&lt;br /&gt;
:Die neue Schwedenschanze von den Brandenburgern besetzt. Die Gewettsherren ergreifen vom Vogtei-Gebäude wieder Besitz. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676 Januar&lt;br /&gt;
:Warnemünde geht durch Vertrag an die Dänen über; die Schanze im Osten wird geschleift. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676,19. Dec.&lt;br /&gt;
:Feststellung, wievielBoootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1677, 26. Januar&lt;br /&gt;
:E.E.Ratsordnung für Warnemünde; sie enthält mehrere Paragraphen über anständiges Benehmen auf der Vogtei, Bestimmungen über die Nachtwache, das Verbot, Vieh auf die Hegewiesen zu treiben, die Mahnung zur Ordnung beim Lotsen- und Bergungsdienst sowie beim übersetzten von Reisenden nach Dänemark u. A. . (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 7. Januar&lt;br /&gt;
:Festsetzung über Fracht- und Fuhrlohn für Überfahrten nach Dänemark (Gjedser). (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 29. Mai&lt;br /&gt;
:Gewettsdekret, das u.A. einschärft, &amp;quot;das Brod nach altem Herkommen in Warnemünde im Vogteibackhause und nicht in Rostock backen zu laßen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 25. Juni&lt;br /&gt;
:Revision der Gewichte der Warnemünder Händler durch den Gewettsdiener. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1680, 5. Febr.&lt;br /&gt;
:Regelung der Warnemünder Bootfahrt mit Passagieren nach Dänemark und Schonen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:Besichtigung von Warnemünde durch den schwedischen Generalfeldmarschall Graf Königsmarck wegen Wiedereinrichtung des Zolls. Protest der Stadt Rostock. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 5. März&lt;br /&gt;
:Ein schwedisches Kriegsschiff erscheint in Warnemünde, um den Zoll wieder zu erheben. Die Stadt Rostock verweigert die Öffnung des Hafenbaumes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. April&lt;br /&gt;
:Verhandlungen des Gewetts mit dem schwedischen Kapitän und dem Licentmeister. Der Kapitän erklärt, er bleibe solange vor Warnemünde liegen um den Zoll zu erheben, bis dafür andere Vorkehr getroffen sei. Der Licentmeister erklärt, er habe den Zoll in derselben Weise zu erheben wie bis 1671 geschehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 3. Mai&lt;br /&gt;
:Auf die Klagen der Rostocker Fischer, daß der Brachsenfang von Warnemünde sehr gestört würde, weist das Gewett den Vogt an, den Warnemündern das Fischen &amp;quot;Vor der See&amp;quot; und im Strom und die Zimmerei an Schiffen zu untersagen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 12. Januar&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 21. Febr.&lt;br /&gt;
:Verordnung des Gewetts wonach, wer in Warnemünde Bier &amp;quot;einlegen&amp;quot; will, es beim Vogt anmelden und der Stadt die Accise entrichten muß. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;dto.&lt;br /&gt;
:Jürgen Knutsen wird in Warnemünde als Frei-Leinenweber zugelassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 4. Mai&lt;br /&gt;
:Befehl an den Vogt, seiner Instruktion gemäß darauf zu achten, daß die Schiffe den Ballast ein Stück Weges von den Dünen und dem Bollwerk entfernt auswerfen lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Schiffer in Warnemünde, deren Böte mehr als 2 Last Güter fahren können, solche sofort &amp;quot;hinweg thun&amp;quot; oder aber nach Rostock ziehen sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Unter dem Vorsitz des Gewetts vergleichen sich die Warnemünder Fischer und Schiffer mit den Deputierten des Schonenfahrergelags und sämtliche Rostocker Kaufleuten und Seefahrern wegen der beim Aus- und Einbringen von Schiffen und Leichtern durch die Warnemünder zu erhebenden Gebühren. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, Oktober&lt;br /&gt;
:Wird in Warnemünde ein Bürger und Krämer erwähnt, woraus hervorgeht, das damals in unserem Hafenorte nicht bloß Haken (von Höker = Händler, der auf der Straße oder in einer Bude Waren mit geringem Umsatz verkauft, Kleinhändler) sondern mindestens auch ein Krämer geduldet wurde. Die &amp;quot;Freyhakerey&amp;quot;, d.h. der Handel mit allerhand &amp;quot;Hakenwaaren&amp;quot; wie Hering, Butter, Käse, Fischwerk, Talglichten und dergleichen wurde vom Gewett häufig in Warnemünde vergeben und zwar meist auf Lebenszeit nicht nur für de Antragsteller, sondern auch für dessen Frau. Grade über die vielen Höker klagt obiger Krämer, daß sie ihm das Geschäft verderben. Er hat deshalb den Thranverkauf mit aufgenommen. Dies aber wollen die Rostocker Schuster wieder nicht leiden, und so bekommt die Sache zur Entscheidung vor das Gewett. Letzteres entscheidet für den Krämer (Johann Jörcke) und verleiht ihm &amp;quot;die freyheit mit thran zu handelen&amp;quot; da Jörcke einmal &amp;quot;ein fast abgelebter alter Mann&amp;quot;, ferner der Thranhandel in Warnemünde nicht der Schusterrrolle wiederspreche und endlich Warnemünde zwei Meilen von der Stadt entfernt sei, so daß Jörckes Handel mit &amp;quot;Thran wahren&amp;quot; dem Schusteramte nicht schaden könne. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 16. Nov.&lt;br /&gt;
:wird der Wismarsche Barbiergeselle Hinrich Roth &amp;quot;in betracht desselben wohl erlernten und geübten Chirurgiekunst auf Fürbitte seines Stiefvaters,&amp;quot; eines Warnemünder Bürgers, vom Gewett als &amp;quot;Frey Barbier&amp;quot; in Warnemünde zugelassen. (Ein Barbier kommt in Warnemünde schon 1577 vor. 1819 wird später darüber geklagt, daß in Warnemünde kein Chirurg sei.) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1700, vor dem 20. Sept.&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde bei dessen Bekämpfung Rostocker Stadtsoldaten mitgeholfen haben, weshalb ihnen durch Ratsdekret vom 20. September eine Belohnung zugesprochen wird. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1716&lt;br /&gt;
:Peter der Große mit einer Flotte vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1718, 26. Februar&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde durch den 20 Häuser zerstört werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1721&lt;br /&gt;
:4. Juli - Verordnung daß zu Warnemünde, wie auch auf der Stadt und Hospital-Dörfer kein ander als Rostocker Bier verschenkt werden soll. (UA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1729, 21. April&lt;br /&gt;
:E.E. Raths-Verordnung  &amp;quot;Wie es zu Warnemünde mit Ein- und Ausbringung frembder Schiffe und Fahr-Zeuge, im gleichen mit Lösch- und Beladung  der auff der Rhede liegenden, und dann auch mit gestrandeten Schiffen, deren Waaren und Gütern gehalten werden soll.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1735, Mai&lt;br /&gt;
:Während der Wirren unter Karl Leopold und Christian Ludwig ließ letzterer als Kaiserlicher Kommissar Warnemünde von Schwarzburger Kommissionstruppen besetzen, mußte dieselben aber auf Beschwerde der Stadt wegen Verletzung ihres Garnisonsrechtes wieder zurückziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1740&lt;br /&gt;
:ging der Schwedenzoll zu Warnemünde in den Pfandbesitz des Herzogs Carl Leopold über.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1755&lt;br /&gt;
:Vermessung Warnemündes und Aufstellung eines Feldregisters durch den &#039;&#039;&#039;Stadtkassen Sekretär Tarnow&#039;&#039;&#039;. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1756, 27. Januar&lt;br /&gt;
:Gewettsverordnung : Fremde Schiffe müssen während der Winterlage in Warnemünde vom Bollwerk abbleiben. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767&lt;br /&gt;
:Durchbruch der See auf der Ostseite.&#039;&#039;(Hohe Düne)&#039;&#039; (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1769, 27. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Bürgerschaft erhält vom Rat die Erlaubnis, eine neue Schule einzurichten, da der Küster im Rechnen und Schreiben nicht gehörig unterrichten kann.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1779, 18. Febr.&lt;br /&gt;
:Gesuch der Warnemünder, die neu zu erbauenden Häuser nicht zwischen Vorder- und Hinterreihe setzen zulassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1781, 25. Mai&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E.Raths der Stadt Rostock Lotsen-Ordnung für den Hafen Warnemünde.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1782, 17. Juli&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung wegen des von den kleinen Schiffen zu erlegenden Lotsengeldes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784&lt;br /&gt;
:Vorschlag des Warnemünders Joh.Lange zwischen der Vorderreihe und dem Bollwerk eine Reihe von Querhäusern errichten zu lassen, da sich sonst keine geeigneten Bauplätze fänden. - Abschlägiger Bescheid trotz mehrfacher Wiederholung. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, seit 19. Januar&lt;br /&gt;
:Verbote, die neu zu erbauenden Häuser in Warnemünde mit Stroh zu decken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, 6. Okt.&lt;br /&gt;
:Verordnung, daß die fremden Schiffe nur in Rostock Winterlager halten dürfen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1785, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Verordnung daß die Warnemünder nicht mit eigenen Schiffen Schiffahrt treiben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796, 15.Jan.&lt;br /&gt;
:E.E.Rat schlägt der Bürgerschaft die Anstellung eines Dünenwächters zur Bewachung der Warnemünder Dünen vor. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1797, seit&lt;br /&gt;
:wurden besonders auf den Rat des Prof. Dr. Franz Christian Lorenz Karsten, Anpflanzungsversuche auf den Dünen zwischen Warnemünde und Diedrichshagen gemacht. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, Ende April, Anfang Mai&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker schickt seine Waldarbeiter aus der Rostocker Heide nach Warnemünde um 4000 Akazien (&amp;quot;Scheinakazien&amp;quot;= Robinien) sowie eine ungezählte Anzahl an Weiden und Pappeln zu pflanzen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 24. Juli&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Instruktion für den Dünenwärter&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1800&lt;br /&gt;
: Johann Christian Friedrich Wundemann erwähnt Warnemünde in dem 1800 erschienenen 1.Teil seines Buches &amp;quot;Mecklenburg in Hinsicht auf Kultur, Kunst und Geschmack&amp;quot; nur als Ausflugsort der Rostocker, ohne des Seebades zu gedenken. Warnemünde wurde demnach damals noch nicht als Badeort benutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Auszug daraus]]  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801&lt;br /&gt;
:lag die englische Flotte unter Admiral Nelson während des dänischen Feldzuges und dem Kopenhagen-Bombardement zur Verproviantierung vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802&lt;br /&gt;
:Verhandlungen über die Bebauung des Ostufers, weil es auf dem Westufer an Bauplätzen mangele. - Der Rat beschließt laut Decret vom 3. November 1802, die Sache vorläufig auf sich beruhen zu lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802, 30. Nov.&lt;br /&gt;
:Der Rat erläßt eine revidierte Lotsenordnung für den Hafen Warnemünde nebst Erläuterungen dazu. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1803, 26. Juni&lt;br /&gt;
:Schweden verzichtet endgültig auf den Warnemünder Zoll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804, 28. März&lt;br /&gt;
:Verordnung wegen des von den Schiffern zu entrichtenden Ballast- und Baggergeldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 2. Januar&lt;br /&gt;
:Ratsordnung betr. des Ballastgeldes für Warnemünde und die Rhede.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 21. November/19. Dezember&lt;br /&gt;
:Einführung der Kontinentalsperre, Sperrung der mecklenburgischen Häfen. (Warnemünde ist dann abwechselnd bis 1812 von französischen und mecklenburgischen Truppen besetzt, um die Sperre durchzuführen.) (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1809, 25. Mai&lt;br /&gt;
:Alle in Warnemünde befindlichen Schiffe werden durch das Schillsche Corps beschlagnahmt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;26. Mai&lt;br /&gt;
:Holländische Truppen als Verfolger der Schillschen Truppen in Warnemünde. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1810, 4. Juni&lt;br /&gt;
:schoß die auf der Rhede liegende engl. Fregatte Fishguard einen 16Pfünder auf Warnemünde ab, da der franz. Kaper Turet dort ein beschlagnahmtes Schiff mit engl. Waren eingeschleppt hatte. Die Kugel durchdrang das Kirchendach und fiel im Garten eines Hauses am südl. Ende der Hinterreihe zu Boden. &lt;br /&gt;
:Sie hat ein Kaliber von ca. 10cm und wiegt 17kg. Sie befindet sich im Warnemünder  Museum. (KFC Wmde I p26)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1811, 5. April&lt;br /&gt;
:ordnet der Marschall Eckmühl den Bau von zwei Batterien bei Wismar und in Warnemünde an, die nach Art von Redouten in der Mitte ein Blockhaus, ringsherum Gräben erhalten sollten.(BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1812, 2. März&lt;br /&gt;
:Die Batterien in Warnemünde von den französischen Truppen den mecklenburgischen Truppen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- Juli&lt;br /&gt;
:Für das französische Militär muß eine Warmbadeanstalt errichtet werden. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813, 23. März&lt;br /&gt;
:Aufhebung der Kontinentalsperre; Öffnung der Häfen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- August&lt;br /&gt;
:Die englische Flotte auf der Warnemünder Reede. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 26. August&lt;br /&gt;
:die Engländer zerstören und sprengen Blockhaus und Redoute. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
;1817&lt;br /&gt;
:Das Warnemünde von den Einheimischen bereits als Seebad benutzt ward, ergiebt sich aus den Erinnerungen des Forstinspectors Becker. Dieser schreibt 1817: &amp;quot;Im Junius hielten wir uns vier Wochen zu Warnemünde auf und badeten.&amp;quot; (das Baden in der Ostsee betrieb Becker bereits nachweislich spätestens ab 1798, als er dazu Baderegeln veröffentlichte. Ob er da bereits in Warnemünde weilt ist bislang offen.)(BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:War Warnemünde nach einem Aufsatze des Prof. G.H. Masius ohne alle ärztliche und wundärztliche Hilfe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 24. Mai&lt;br /&gt;
:Verordnung Betreffs die Anmeldung der Fremden, auch diejenigen, die als Badegäste kommen. - Es waren in Warnemünde in diesem Jahre schon über 100 Badegäste (Formey, &amp;quot;Die Seebäder und Heilquellen zu Doberan und Warnemünde im Sommer 1822&amp;quot; in Hufelands &amp;quot;Journal der praktischen Arzneykunde&amp;quot; Bd.55, Stück 4.) Über die Badeeinrichtung heißt es ebenda: &amp;quot;Weder Badewagen, noch irgend eine zur Bequemlichkeit der Badenden  gereichende Vorkehrung ist vorhanden. Jeder Badelustige eilt in den Fluten des offenen Meeres um Erquickung oder Heilung zu finden. Der Ort ist ein Eigenthum der Stadt Rostock, dessen Magistrat, um alle Rivalität mit dem fürstlichen Doberan zu vermeiden, jede dahin lockende Einrichtung absichtlich unterläßt. Dessen ohngeachtet nimmt die Frequenz der Badegäste mit einem jeden Jahre zu.&amp;quot; &amp;quot;Dieser Badeort ziehet durch seine Lieblichkeit und die Ruhe, die dort herrscht, alle diejenigen hin, welche entfernt vom prachtvollen Geräusche Doberans die Seebäder im Genusse der schönen Natur gebrauchen wollen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:Erscheint zu Ehren von Prof. F.C.L. Karsten ein Kupferstich mit Rostocker Landschaftsbildern, auf dem auch der Entwicklungsstand der 1799 in Warnemünde gepflanzten Robinien-Bestände dargestellt ist. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825&lt;br /&gt;
:Stiftung des Gewettssekretärs Karsten für Wittwen und Waisen verunglückter Warnemünder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1827, 14. Juni&lt;br /&gt;
:Besuch des Großherzogs Friedrich-Franz I. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1828&lt;br /&gt;
:Errichtung eines Damenbades &amp;quot;aus zwei geräumigen Badehäuschen bestehend&amp;quot; auf den sogenannten Kisten an der Ostseite edes Hafens, und zwar als Privatunternehmen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1830-1850&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1830 bis Anfang 1850 wurden die Dünen in Warnemünde geebnet, die Täler ausgefüllt, wuchsen ganz neue Häuserreihen zweistöckig, &amp;quot;modern&amp;quot;, empor, und wurden die neuen Gasthäuser, der Pavillion, das Gesellschaftshaus und Hübners-Hotel, angelegt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 23. Febr.&lt;br /&gt;
:weist das Gewett in einem Bericht noch auf das Fehlen ärztlicher Hilfe hin. - Seit ca. 1831 war dann Friedrich Wilhelm Schütz praktischer Wundarzt und Geburtshelfer daselbst. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833&lt;br /&gt;
:wird die Dünen-Pflege durch das Bauamt übernommen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1834, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Dampfschiffahrt zwischen Rostock und Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten. &lt;br /&gt;
:Die Zahl der Badegäste steigt infolgedessen in diesem Jahre schon auf über 1000 Personen.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835, 22. April&lt;br /&gt;
:Der Rat publiziert eine neue Lotsenordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835&lt;br /&gt;
:Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837, 8. Oktober&lt;br /&gt;
:Durchstich des Pagenwerders vom Breitling zum Warnemünder Strom vollendet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1843&lt;br /&gt;
:In den letzten Jahren waren durchschnittlich 1400 Badegäste in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1853, 14. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E. Raths der Stadt Rostock Hafen-Ordnung&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1857, 15. April&lt;br /&gt;
:[https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Datei:Wmde_Schiffsungl%C3%BCck_Laager_Anzeiger_April_1857.jpg Schiffsunglück auf der Warnow]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1859, seit&lt;br /&gt;
:besteht die Chaussee-Verbindung Rostocks mit Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1860&lt;br /&gt;
:Der Jurist Moritz Wiggers veröffentlicht seine Verteidigungsschrift [https://books.google.de/books?id=XyFWAAAAcAAJ&amp;amp;dq=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;f=false|&#039;&#039;&amp;quot;Nothwendigkeit einer gründlichen Reform der wirtschaftlichen Zustände in dem Hafenorte Warnemünde - Eine Verteidigung der Rechte der Warnemünder Bürgerschaft vom geschichtlichen, staatsrechtlichen und volkswirtschaftlichen Standpunkte&amp;quot;&#039;&#039;] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863&lt;br /&gt;
:Warnemünde erhält eine Telegraphenstation. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1865&lt;br /&gt;
:Einführung der Straßenbeleuchtung in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866&lt;br /&gt;
:Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels &amp;quot;Neptun&amp;quot;). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866-1871&lt;br /&gt;
:Bau der neuen Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stationiert in Warnemünde 2 Rettungsboote nebst Raketenapparat. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867, seit&lt;br /&gt;
:Wird wegen der Erbauung eines neuen Leuchtturmes verhandelt und die Platzfrage erwogen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1870/71&lt;br /&gt;
:Während des Deutsch-Französischen Krieges wird der Warnemünder Hafen zeitweilig von einer französischen Panzerschiffs-Flotte blockiert.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, 12./13. November&lt;br /&gt;
:Große Sturmflut, die viel Schaden anrichtet, u.a. Zerstörung aller Bäder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1873&lt;br /&gt;
:Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1874&lt;br /&gt;
:Abbruch der alten Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1875&lt;br /&gt;
:Beim Kaisermanöver war Flottenparade vor Kaiser Wilhelm I. auf der Warnemünder Reede. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1876&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte Kirchhof am Strande&amp;quot; wird geschlossen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1886&lt;br /&gt;
:[[Warnemünde erhält Straßennamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:Eröffnung des neuen Hafenbassins beim Bahnhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903&lt;br /&gt;
:Das alte Tief (ostwärts bei der Hohen-Düne) wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907&lt;br /&gt;
:Der alte Friedhof wird eingeebnet und in eine Parkanlage verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910, Januar&lt;br /&gt;
:Baubeginn der Strandbahn auf der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1918, 5. November&lt;br /&gt;
:Torpedoboote der aufständischen Kieler Schul-Halbflottille laufen unter roter Flagge in den Warnemünder Hafen ein. Deren Obermaate berufen in den Warnemünder Marineeinrichtungen Versammlungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6. November&lt;br /&gt;
:Auf die Kieler Initiative hin gründet sich ein Soldatenrat, die Matrosen der Flugzeugstation, der Vorpostenhalbflottille &amp;quot;West&amp;quot; und der 7. Halbflottille weigern sich in See zu gehen und noch länger Dienst zu tun. (RA 8.11.1918)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht neben dem Warnemünder Leuchtturm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erster alliierter Bombenangriff auf Warnemünde. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, April&lt;br /&gt;
:Bombardement auf Rostock und Warnemünde. Brände, Zerstörung und Verwüstung am Güterbahnhof, Hotel Reichshof und den Arado- sowie Heinkel-Flugzeugwerken. Eine Brandbombe trifft die Kirche und es kommt zu Brandschäden am Kircheninventar. Im Ergebnis werden der Christophorus und der Danziger Flügelaltar nach Hanstorf ausgelagert. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 8./9. Mai&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 7./8. September&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 23. Juli&lt;br /&gt;
:Die US-Airforce bombardiert Warnemünde zum wiederholten Male (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 29. Juli&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1944, 9. April&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 22. April&lt;br /&gt;
:Die beiden letzten Maschinen der Lufthansa, zwei JU-52 starteten aus dem eingekesselten Berlin schon unter Beschuss durch sowjetische Truppen. Dort unmittelbar vor der Eroberung des Rollfeldes gestartet erreichen sie Warnemünde. Sie konnten noch sicher und heil auf dem Fliegerhorst landen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Ein Feuer zerstört den (alten) &amp;quot;Teepott&amp;quot; (Teepavillon)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heinkel Betriebsgelände auf der Hohen Düne um 1927.jpg|Das Heinkel-Betriebsgelände um 1927 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde US Airforce 23.7.1943.jpg|US-Airforce Aufklärung des Bombardements vom 23.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:US Luftbild 27 B17 Warnemünde Angriff 29 7 1943 95th 100th BG a.JPG|US-Airforce 27 amerikanische B-17 Bomber im Anflug auf Warnemünde beim Bombardement vom 29.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1947, 13. Mai&lt;br /&gt;
:Der ausgelagerte Altar und die Christophorus-Plastik werden vom Auslagerungsort Hanstorf geholt und wieder in die Kirche gebracht. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968&lt;br /&gt;
:Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten. Maßgeblich unter der Leitung von Architekt Ulrich Müther und Stadtplaner Erich Kaufmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde seit der Wiedervereinigung===&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018, 22. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Umbau des Warnemünder Bahnhofs wird begonnen (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2019, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Die RoRo-Fähre der Reederei Transfennica gerät beim Einlaufen in der Hafeneinfahrt auf Grund und legt sich quer zwischen Ost- und Westmole, so das der gesammte Schiffsverkehr unterbrochen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2023/2024===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 1.September&lt;br /&gt;
:Im Rahmen des planmäßigen Aufbaus des Marine-Arsenals am ehemaligen MV-Werften-Standort wird die ehemalige Fregatte &amp;quot;Köln&amp;quot; im Trockendock saniert, zudem das Taucherschulboot &amp;quot;Baltrum&amp;quot;, das Wohnboot &amp;quot;Knurrhahn&amp;quot; und das Ex-Minenjagdboot &amp;quot;Auerbach&amp;quot;. Etwa 450 Mitarbeiter sind derzeit beschäftigt.&lt;br /&gt;
:Zudem laufen Verhandlungen, dass das belgische Unternehmen &amp;quot;Smulders&amp;quot; auf einem Teil des Werftgeländes, dass das Bundesverteidigungsministerium für das Marinearsenal gekauft hatte, Plattformen für die Offshore-Windbranche gebaut werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 4. September&lt;br /&gt;
:Der traditionsreiche Warnemünder Fischkutter &amp;quot;Chemnitz&amp;quot; wird wegen mangelnder Seetüchtigkeit von einem Schlepper in die Werft Rammin nach Barth begleitet. Zeitpunkt für Rückkehr nach Sanierung ungewiss. In den letzten Jahren wurden bereits die Kutter &amp;quot;Ueckermünde&amp;quot;, &amp;quot;Hanno Günther&amp;quot;, Zufriedenheit&amp;quot;, &amp;quot;Barth&amp;quot; und &amp;quot;Doberan&amp;quot; verschrottet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. September&lt;br /&gt;
:Mit einem Fest wird das 120-jährige Brückenjubiläum gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 16. September&lt;br /&gt;
:Am Riesenrad auf der Warnemünder Mittelmole wird das Oktoberfest mit dem traditionellen Fassanstich eingeläutet. Die Bayrischen Wochen dauern hier noch bis zum 8. Oktober.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 22. September&lt;br /&gt;
:Bei einem Besuch im Marinearsenal Warnemünde gab Verteidigungsminister Bois Pistorius &amp;quot;grünes Licht&amp;quot; für die Ansiedlung des belgischen Stahlbauunternehmens Smulders für den Bau von Konverterplattformen in direkter Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 26. September&lt;br /&gt;
:Der Stelzenbagger &amp;quot;Nicolaj SAJ&amp;quot; beendet die mehrwöchigen Ausbaggerungsarbeiten im Bereich der Warnemünder Westmole. Aus der sog. &amp;quot;Sandfalle&amp;quot; wurden ca. 45.000 m³ Sand ausgehoben. Diese hält die durch die Küstenströmung mitgeführten Sedimente zurück um eine Versandung des Fahrwassers zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Vom 29.09. bis 3.10. finden bereits zum elften Mal die &amp;quot;Stephan-Jantzen-Tage&amp;quot; in Warnemünde statt. Organisatoren der Veranstaltungen zu Ehren des legendären Warnemünder Seenotretters sind Andreas (Doc) Buhse und Knut Linke von der Agentur Kulturmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Auf der Hohen Düne übergibt Fregattenkapitänin Bianca Seifert am 29.09.23 nach gut 22 Monaten das Kommando über die Besatzung der Korvette &amp;quot;Bravo&amp;quot; an den 34-jährigen Korvettenkapitän Benjamin Bachmann ab. Bianca Seifert war die erste Kommandantin einer Korvette der Deutschen Marine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 30. September&lt;br /&gt;
:8. Ehrenamtsball der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und des Landkreises Rostock für Ehrenamtliche im Bereich der Behindertenhilfe, chronischen Erkrankungen und Selbsthilfe im Kurhaus Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Saisonende für die Rettungsschwimmer*innen und ihre wichtige eherenamtliche Arbeit an den Rostocker Stränden. In diesem Jahr gab es 328 Einsätze, davon 52 im Rettungsdienst. 21 Mal mussten Menschen aus der Ostsee gerettet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn der Sanierungsarbeiten des Liegeplatzes (LP 23) des Seenotrettungskreuzers der DGzRS am Westufer des Alten Stromes. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2024 geplant und soll ca. 1,1 Mio € betragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 3. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Verein &amp;quot;Tiere in Not Warnemünde&amp;quot; begeht sein 30. Jubiläum, den Barbara Linkis (84) seinerzeit gründete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Oktober&lt;br /&gt;
:1. Rostocker Blaulichttag am 7. Oktober in Warnemünde&lt;br /&gt;
:Um über die Tätigkeiten der Blaulichtorganisationen in Rostock zu informieren, findet erstmals diese Veranstaltung auf der Promenade, dem Leuchtturmvorplatz in Warnemünde sowie am Hauptturm der Wasserwacht, Höhe Hotel Neptun, statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 70.000. Besucher auf dem Warnemünder Leuchtturm wird der 14-jährige Dresdner Robert Klaus durch die Schatzmeisterin Ingelore Morenz und Andreas Herpoldt vom Leuchtturmverein begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 13. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 10.000. Gast des Jahres wird der Magdeburger Karl Geßler (80) willkommen geheißen. Er weilte mit seiner Frau Doris und Freunden zu einem Urlaub in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 14. Oktober&lt;br /&gt;
:In Warnemünde findet das 25. Kutterpullen statt. Bereits zum 2. Mal findet es am südlichen Ende des Alten Stromes statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein feiert im Kurhaus gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt den 125. Geburtstag des Warnemünder Leuchtturmes.&lt;br /&gt;
:Die Verleger Matthias Redieck und Achim Schade editieren dazu eine Sonderausgabe des Tidingsbringers &amp;quot;30 aus 125&amp;quot;  30 Geschichten aus 125 Jahren.&lt;br /&gt;
:Bis zum Jubiläum hatte der Leuchtturm über das Jahr 70 000 Besucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 20. und 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Eine schwere Strumflut wütet an der westlichen Ostseeküste. Auch Rostock trifft Starkregen. Der Wasserstand der Warnow am Mühlendamm zeigt beispielsweise ein Plus von 1,52 Metern über Null. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Pflanzaktion in der Rostocker Heide: Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück nimmt als Schirmherrin daran teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:Baustart für die langerwartete Umgestaltung des Warnemünder Georginenplatzes. Das Grünamt will im Zuge dieser Maßnahme die Versiegelung des Platzes mit Betonplatten und -mauern aufheben. Stattdessen soll ein geschwungener, naturverträglicher, wassergebundener Weg entstehen, sowie Schmuckbeete mit Dahlien (früher Georginen) angelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:Wegen dringender Wartungs- und Reparaturarbeiten muss die 120 Jahre alte historische Drehbrücke über den Alten Strom eine knappe Stunde gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. Oktober&lt;br /&gt;
:Vom 27.10. bis 04.12.2023 ist der Zugverkehr zwischen Rostock und Warnemünde unterbrochen und wird durch Schienenersatzverkehr (SEV) sichergestellt. Grund sind Gleisarbeiten zur Modernisierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur. Die Fahrzeit des SEV beträgt 50 statt 21 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Mit dem Anlegen der AidaMar geht die Kreuzfahrtsaison 2023 in Warnemünde zu Ende. In dieser Saison gingen lauf Rostock-Port 411.000 Kreuzfahrtgäste bei 133 Schiffsanläufen mit 30 Kreuzfahrtschiffen an und von Bord. Dies waren 6 Anläufe weniger als 2022 aber 40% mehr Kreuzfahrtgäste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Oktober&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Rostocker Eisbademeisters&amp;quot; starten am Warnemünder Strand in ihre neue Badesaison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn des Abrisses des ehemaligen Ärztehauses Wachtlerstraße 11. Durch die Wiro soll auf diesem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit 9 Mietwohnungen zwischen 80-125 m² errichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Heinz Plautz, Gründungsmitglied des Leuchtturmvereins tritt nach 30 Jahren aktiver Vereinsarbeit und einem Alter von 87 Jahren vom aktiven Dienst am Leuchtturm zurück, bleibt aber dem Verein weiter erhalten. Mit seinem zeichnerischen Talent hat er von allen seinen Kollegen eine Portraitzeichnung angefertigt, wie auch von dem verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Klaus Möller und dem amtierenden Vorsitzenden Mathias Stagat. Mehr als 100 großformatige Banner hat er für die beliebten Leuchtturm-Hochzeiten gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. November&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park Warnemünde findet eine Gedenkstunde für die auf See Gebliebenen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. November&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder und ehem. Fischer Karl-Heinz Ruschau (90) und seine Frau Erna (91) begehen nach einem ereignisreichen Leben ihre Gnaden- bzw. Platinhochzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 28.November&lt;br /&gt;
:Der 28.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 2. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 2. Dezember&lt;br /&gt;
:Am 2. Dezember um 12 Uhr öffnet der bisher größte Weihnachtsmarkt auf dem Warnemünder Kirchenplatz vor der Kirche. Der mittlerweile 14. Weihnachtsmarkt, organisiert durch den Handels- und Gewerbeverein Warnemünde, wird statt 11 nun 16 Stände haben. Außer montags und dienstags wird er bis zum 01. Januar 2024 geöffnet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 5. Dezember&lt;br /&gt;
:Nach 37 Jahren, 490 Ausstellungen mit 750 Künstlern schließt die Galerie Möller am Strom 68 für immer. Galeristin Ulrike Sabine Möller und ihr Mann Peter gehen in den wohlverdienten Ruhestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Dezember&lt;br /&gt;
:Zwischen dem 7. und 21. Dezember findet der traditionelle Weihnachtsbaumverkauf in der Rostocker Heide, an der Alten Forstbaumschule in Rostock-Hinrichshagen, statt. Jedes Jahr werden bis zu 1800 Bäume verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 8. Dezember&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Traditionsfirma &amp;quot;Meißner Elektronic&amp;quot; in der Mühlenstraße 12 feiert 75. Geschäftsjubiläum. Axel Meißner eröffnete die Firma für den Verkauf und Reparatur von Radiogeräten in der Poststraße 17. &lt;br /&gt;
:1954 hielten Fernsehgeräte Einzug ins Sortiment. Sohn Wilhelm Meißner führte das Geschäft bis 2022. Enkel Sven machte 1993 seine Prüfung zum Funkmechanikermeister. Seit Anfang der 1990er Jahre befindet sich das Geschäft an der heutigen Adresse. Seit 2022 ist Peter Jakel Geschäftsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 12. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein spendet aus den Einnahmen der bisherigen Turmbesuche insgesamt 9 000 Euro an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.&lt;br /&gt;
:Das Geld fließt in den Neubau eines Schuppens, der vor dem Seenotkreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; liegen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Bahnhof ist Spitzenreiter im Fahrgäste-Ranking der besten Bahnhöfe Deutschlands.&lt;br /&gt;
:Laut einer Analyse gehört der Warnemünder Bahnhof zu den beliebtesten in ganz Deutschland, zusammen mit den Stationen Brandenburger Tor und Mexikoplatz Berlin, Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und Landungsbrücken in Hamburg erhielt der Bahnhof 144 561 Bewertungen und damit 4,6 von 5 möglichen Sternen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Dezember&lt;br /&gt;
:Die älteste Warnemünderin und Rostockerin Gertrud Blohm ist friedlich in ihrem Warnemünder Zuhause eingeschlafen. Am 7.September feierte sie in ihrer Warnemünder Wohnung, in der sie bis zu ihrem Lebensende wohnte, ihren 111. Geburtstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. als Betreiberverein hat sein gestecktes Ziel von jährlich 10.000 Besuchern wieder erreicht und konnte im Heimatmuseum bis Jahresende 12.193 Besucher begrüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Jahresende&lt;br /&gt;
:Die 1910 eröffnete traditionsreiche Gaststätte &amp;quot;Forsthaus Markgrafenheide&amp;quot; beendet nach 113 Jahren ihren Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Neujahr&lt;br /&gt;
:Für das Jahr 2023 werden 2.156.422 Übernachtungen verbucht, das zweithöchste Ergebnis seit der Wendezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Januar&lt;br /&gt;
:Zum 24. Turmleuchten strömten erneut rund 45.000 Zuschauer. Veranstaltet von der Hanseatischen Eventagentur und dem Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. und unterstützt von zahlreichen Sponsoren und Partnern, ist das diesjährige Turmleuchten wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Jahresanfang schließt der 1995 eröffnete REWE-Markt an der Stadtautobahn für eine umfassende Sanierung. Nach dem geplanten Abschluss der Sanierung im 2. Quartal soll es wieder eine Fleischtheke geben und sog. Self-Checkout-Kassen neu eingeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3. Januar&lt;br /&gt;
:Laut Rudolf Kemnitz vom Deutschen Wetterdienst war das Jahr 2023 mit einer Durchschnittstemperatur in Warnemünde von 10,85°C das zweitwärmste Jahr seit 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. Januar&lt;br /&gt;
:Die Bäckereikette &amp;quot;Lila Bäcker&amp;quot; geht ins Insolvenzverfahren. Von den 232 Filialen sollen 160 erhalten bleiben. Darunter sind auch die beiden gut frequentierten Filialen in Warnemünde, Mühlenstr. 44 und Am Bahnhof 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 10. Januar&lt;br /&gt;
:Durch einen Warnstreik der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) kommt es auch vom 10.-12.1.24 zum Ausfall des gesamten Bahnverkehrs zwischen Warnemünde und Rostock Hbf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Januar&lt;br /&gt;
:Nach einem UN-Unifil-Einsatz vor der libanesischen Küste ist die Korvette &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; wieder zurück in ihrem Marinestützpunkt Warnemünde-Hohe Düne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Jetzt ist endgültig Schluss! Lila Bäcker schließt zum 1. Februar alle seine Filialen. Darunter auch die beiden Filialen in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12.Februar&lt;br /&gt;
:Mit dem 174 Meter langen Versorgungsschiff &amp;quot;Bonn&amp;quot; liegt in dieser Woche das größte Schiff der Bundesmarine im Trockendock der Bundesmarine.&lt;br /&gt;
:Das Trockendock ist insgesamt 320 Meter lang und 54 Meter breit. Damit können dort sämtliche Einheiten der Deutschen Marine gedockt werden. Im laufenden Jahr sollen noch die Korvetten &amp;quot;Erfurt&amp;quot; und &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; sowie der Tender &amp;quot;Rhein&amp;quot; instandgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Februar/März&lt;br /&gt;
:Der portugiesische Bagger &amp;quot;Fernao de Magalhaes&amp;quot;, 139 Meter lang, 29 Meter breit, kann mit der Kraft von 10 000 PS selbst festes Gestein bis zu einer Tiefe von 35 Metern entfernen. Er baggert den Seekanal auf eine Tiefe von 16,5 Metern aus.&lt;br /&gt;
:Damit sollen zukünftig &#039;&#039;&#039;Tanker&#039;&#039;&#039; von bis zu 15 Metern Tiefgang in den Rostocker Hafen einfahren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. März&lt;br /&gt;
:Zu einem Osterspaziergang im Revier Schnatermann lädt das Stadtforstamt Interessierte ein. Dabei können die Teilnehmer bei einer geführten Wanderung die Vielfalt und Besonderheiten dieses Teiles der Heide erleben, der sich gerade im zeitigen Frühjahr von einer seiner schönsten Seiten zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 25. April&lt;br /&gt;
:Auf der Neptun-Werft erfolgt die Kiellegung für ein weiteres Versorgungsschiff für die Deutsche Marine.&lt;br /&gt;
:Es ist bereits das zweite Kriegsschiff der neuen Klasse 707 binnen eines Jahres dessen Bau begonnen worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. April&lt;br /&gt;
:Mit dem &amp;quot;Warnemünder Frühlingslandgang&amp;quot; (fast 30 Jahre als &amp;quot;Stromerwachen&amp;quot; bekannt) wird traditionell die Warnemünder Sommersaison eröffnet. Auf der Warnemünder Promenade befindet sich eine maritime Bummelmeile mit Kunsthandwerk und Gastronomie. Die Warnemünder Bademeisters beenden an diesem Tag ihre Badesaison.&lt;br /&gt;
:Führung über den Neuen Friedhof Warnemünde: Das Begräbnisareal ist in den 1920er-Jahren angelegt worden. Es umfasst heute eine Fläche von knapp fünf Hektar. Zahlreiche Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Einige von ihnen, darunter Handwerker, Wissenschaftler, Händler, Ärzte, Abenteurer, werden beim Rundgang mit der Historikerin Dr. Antje Krause näher vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. bis 12. Mai&lt;br /&gt;
:Das diesjährige Kleinkunstfest findet auf dem Leuchtturmvorplatz und entlang der Seepromenade statt. Kleinkunst unterschiedlicher Art, Spaß, Unterhaltung, Mitmachaktionen, Überraschungen, kleine Köstlichkeiten und auch ein Händlermarkt gehören dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Mai&lt;br /&gt;
:In der Yachthafenresidenz Hohe Düne findet die 29. Landesmeisterschaft der Auszubildenden des Gastgewerbes statt. Die hier als Beste gekürten Teilnehmer und angehenden Köche treten danach als &amp;quot;Mannschaft Mecklenburg-Vorpommern&amp;quot; bei der angehenden Jugendmeisterschaft im Herbstin Bonn an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 15. Mai&lt;br /&gt;
:Nach über 5 Monaten Umbauzeit wird der Warnemünder REWE-Markt an der Stadtautobahn mit einer großen Feier wiedereröffnet. Mehr als vier Millionen Euro hat die Rewe Group in den Standort investiert und dabei auf neue Konzepte gesetzt, sagt Norbert Richartz, Vertriebsleiter Region Ost bei Rewe. Bis zur Insolvenz hatte der Lila Bäcker den Bäckereistand samt Café im Warnemünder Markt betrieben. Diesen hat nun die Bäckerei von Allwörden übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Mai&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Reparaturarbeiten durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. Mai&lt;br /&gt;
:Distinguished Gentleman&#039;s Ride in Warnemünde: Am Pfingstsonntag ist Warnemünde wieder Teil eines Spektakels, bei dem sich stilbewusste Motorradfahrerinnen und -fahrer zusammenfinden. Die Teilnehmer der weltweiten Bewegung sammeln Spenden für die Erforschung und Behandlung von Männerkrankheiten und tragen so dazu bei, Leben zu retten. Die Fahrt geht vom Neuen Markt in Rostock über mehrere Stadtteile bis nach Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Mai&lt;br /&gt;
:Warnemünder Schiffe auf Pazifik-Mission&lt;br /&gt;
:Die in Hohe Düne stationierten Schiffe, Versorgungsschiff &amp;quot;Frankfurt am Main&amp;quot; und Fregatte &amp;quot;Baden-Württemberg&amp;quot; sind auf der Reise rund um die Welt um in der Nato-Pazifik-Mission die brisante Straße von Taiwan zu durchqueren. &amp;quot;Deutschland will mit der Mission vor allem sein Interesse an den Entwicklungen in der indo-pazifischen Region unterstreichen und seine Solidarität mit den Wertepartnern wie Japan oder Singapur zeigen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Der frisch sanierte Warnemünder Georginenplatz wird am 18. Juni 2024 von Rostocks Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde eingeweiht. Die Neugestaltung des denkmalgeschützten Areals hatte sich an dessen ursprünglicher Optik aus den 1920er-Jahren orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Juni&lt;br /&gt;
:Beim dritten Summer Open auf dem Golfplatz in Warnemünde kamen 1170 Euro an Spenden zusammen mit denen das Rostocker Frauenhaus unterstützt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. Juli&lt;br /&gt;
:Mit dem traditionellen Festumzug, dem 21. &amp;quot;Niegen Warnemünder Ümgang&amp;quot; mit ca. 2500 aktiven Mitwirkenden, vom Leuchtturm beginnend, durch die Alexandrinenstraße, Kirchenplatz, wird die 86. Warnemünder Woche, eines der größten Segelereignisse an der deutschen Ostseeküste, von der Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger im Warnemünder Kurhausgarten mit einem Fassbieranstich eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Juli&lt;br /&gt;
:Das Marinearsenal in Warnemünde soll binnen drei bis fünf Jahren &amp;quot;kriegstüchtig&amp;quot; werden erklärt der Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) am Rande eines Besuches in Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. Juli&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park wird anlässlich des 150. Todestages von Fritz Reuter (1810-1874) wieder eine Warnemünder Fritz-Reuter-Eiche eingeweiht. &lt;br /&gt;
:Das von Museumsverein, Leuchtturmverein, Warnemünde-Verein und Trachtengruppe initiierte &amp;quot;Erinnerungsensemble&amp;quot; besteht neben der über 100 Jahre alten Eiche aus einem Markierungsstein, einer zweisprachigen Infotafel sowie einer Bank. Die Einweihung fand unter reger Teilnahme der Warnemünder Vereine und Bevölkerung statt.&lt;br /&gt;
:Der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. lädt Freunde und Partner und Wegbegleiter anlässlich des 30-jährigen Bestehens zu einer Ausfahrt mit einem historischen Segelschiff, der Kogge „Wissemara“ ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. Juli&lt;br /&gt;
:Bilanz am Ende der 86. Warnemünder Woche&lt;br /&gt;
:Sportlich waren die Segelwettbewerbe die Glanzlichter, 15 Regatten verschiedener Schiffsklassen,&lt;br /&gt;
:Events der 1. und 2. Segelbundesliga, sowie die Sailing Champions League standen an.&lt;br /&gt;
:Mehr als 800 Sportler in rund 400 Booten hatten sich angemeldet.&lt;br /&gt;
:Den Ausgang bildete ein Drachenbootfestival mit rund 1200 Sportlern&lt;br /&gt;
:Eine Flaute und eine Unwetterwarnung störten kurzzeitig deren Abläufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 27. Juli&lt;br /&gt;
:Im Kurhausgarten findet das erste &amp;quot;Buntes Meer Festival&amp;quot;, eine Mischung aus Kunstmarkt, Konzert und Unterhaltung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Juli&lt;br /&gt;
:Bundesratspräsidentin Manuela Schwesig (SPD) reist zu den Olympischen Spielen nach Paris.&lt;br /&gt;
:Dort wirbt sie für das Segelrevier Rostock-Warnemünde im Falle einer deutschen Bewerbung für Olympia. Dafür gibt es einen Beschluss des Landtages.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 31. Juli&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Fischereikutterverein „Jugend zur See“ verabschiedet sich von seinem Fischkutter „Pasewalk“, einem der letzten bislang fahrtüchtigen Warnemünder 17-m-Kutter. Der vor allem bei Kindern und Jugendlichen für seine Freizeit-Piratenfahrten beliebte Kutter liegt derzeit auf dem Trockenen im Fischereihafen Bramow und soll für den symbolischen Preis von einem Euro verkauft werden, so der Vereinsvorsitzende Norbert Ripka. Als Grund nannte er zu hohe Kosten für die notwendige wiederkehrende Klassifizierung des über 70 Jahren alten Traditionsschiffes. Der 17 Meter lange und 5,60 Meter breite Kutter wurde 1950 auf der VEB Boddenwerft Damgarten gebaut. Der Fischkutterverein ist ein anerkannter Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 2. August&lt;br /&gt;
:Am Strand von Warnemünde startet das 2. High-Seaciety-Festival mit drei Tagen Livemusik und Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7.bis 11. August &lt;br /&gt;
:Die 33. Hanse Sail begeistert rund 500.000 Besucher, 138 Traditionssegler waren dabei.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Gorch Fock II&amp;quot;, das Segelschulschiff  der Marine läuft um 10.00 Uhr in Warnemünde ein und ist am Passagierkai 1 bis zum 11. August eines der Glanzlichter der diesjährigen Hansesail.&lt;br /&gt;
:Am ersten Tag der Hanse Sail startet vom süddänischen Nysted die große Haikutter-Regatta. Die alten Fischerboote segeln auf dem schnellsten Wege nach Warnemünde und laufen am Abend am Ziel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. August&lt;br /&gt;
:Auf einer Marinebarkasse der Bundesmarine, im  Stützpunkt Hohe Düne stationiert, bricht ein Brand aus. Der Brand brach aus ungeklärter Ursache im Führerhaus, die dicken Rauchschwaden waren von hoher See aus über 3 km weit zu sehen. Die zwei an Bord befindlichen Mannschaftsmitglieder wurden von der Wasserschutzpolizei unverletzt gerettet und der Brand konnte gelöscht werden. Auch der Seenotrettungskreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; war an dem Rettungseinsatz beteiligt. Der Havarist wurde in den Marine-Stützpunkt geschleppt.&lt;br /&gt;
:Die Polizei hatte eine Gruppe Ladendiebe auf frischer Tat ertappt, die zuvor beobachtet wurden, wie sie Textilien von Ständern verschiedener Geschäfte am Alten Strom stahlen. Mit Unterstützung der Bundespolizei konnten Beamte die Diebe am Warnemünder Bahnhof stellen. Sie trugen die gestohlenen Kleidungsstücke zum Teil bereits am Leib und hatten vor der Tat bereits einen Platzverweis wegen Randalierens erhalten. Die Diebe waren der Polizei nicht unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Hochsee-Racer macht in Warnemünde Station.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Offshore-Racer&amp;quot;des Teams &amp;quot;Next Generation Sailing&amp;quot; machte in der Marina Hohe Düne fest und übernahm dort den Namen des neuen Sponsors &amp;quot;Task Engineering&amp;quot; eines deutsch-dänischen Unternehmens. Das Boot ist ein reines Rennboot und bis zu 30 Knoten schnell. Es ist einzig dazu gebaut Hochseerennen zu bestreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Auf dem Leuchtturm wurde der 50.000. Jubiläumsgast begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. bis 25. August&lt;br /&gt;
:Europas Top-Athleten messen sich bei &amp;quot;Battle The Beach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Strand ist drei Tage lang Schauplatz eines sportlichen Großereignisses in der sechsten Runde. 560 Athleten aus ganz Europa messen sich in verschiedenen Disziplinen wie Gewichtheben, Triatlon, Wassersport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,26. August&lt;br /&gt;
:Nach der im September 2023 beschlossenen Erhöhung und Ausweitung der Kurabgabe auf das gesamte Stadtgebiet klingelt es ordentlich in der Stadtkasse.&lt;br /&gt;
:Zwischen September2023 und Juli 2024 flossen insgesamt 4,5 Millionen Euro in die Stadtkasse. Davon entfallen 2,014 Millionen Euro auf Warnemünde, 817.000 Euro auf Markrafenheide und 332.000 Euro auf Diedrichshagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2024/2025===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 8. September&lt;br /&gt;
:Das Heimatmuseum Warnemünde nimmt auch in diesem Jahr am deutschlandweit organisierten &amp;quot;Tag des offenen Denkmals&amp;quot; teil und präsentiert im Heimatmuseum zusammen mit der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. sowie dem Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum M-V e.V. den „Thementag Archäologie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. bis 13. September&lt;br /&gt;
:8. Rostocker Großmotorentagung in der Yachthafenresidenz Hohe Düne. Sie steht unter dem Motto: „Die Zukunft der Großmotoren – Neue Technologien und Kraftstoffoptionen: Die Wege zur sauberen Schifffahrt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. September&lt;br /&gt;
:wurde der Dreh-Test der 120 Jahre alten Warnemünder Bahnhofsbrücke, unter Anwesenheit mehrerer tausend Besucher, als Herzstück des jährlichen Büchenfestes zu einem erlebenswerten Spektakel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 20. September&lt;br /&gt;
:Auftakt im Rahmen der MeerBeats-Tour 2024 von Warnemünde nach Hamburg mit Mein Schiff 7. &lt;br /&gt;
Auf dem Schiff findet an diesem Tag die MV Cruise Conference statt. Außerdem treten Die Fantastischen Vier am 20. September 2024 auf. Sie sind dann auch bei der nachfolgenden Reise nach Hamburg dabei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. September&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. September&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. September&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. September&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. September&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.-6. Oktober&lt;br /&gt;
:Für die Stephan-Jantzen Tage – Namensgeber ist der legendäre Warnemünder Lotsenkapitän – wird der Platz vor dem Warnemünder Leuchtturm zum Hauptveranstaltungsort. Zu den Höhepunkten gehört die Aufführung der Stephan-Jantzen-Suite. Für die Besucher ist viel Musik, Kultur und maritimes Flair zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Am 9. Oktober 2024 besteht der Museumsverein Warnemünde e.V. seit 20 Jahren. Mit großem Engagement haben sich die Vereinsmitglieder um Vorsitzenden Uwe Heimhardt für dieses Kleinod in Warnemünde eingesetzt. Im Mai 2017 hat Christoph Wegner die Leitung des Museums übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Nachmittag prallt eine Fähre wegen eines Maschinenausfalls auf den Fähranleger in Hohe Düne. Drei Menschen wurden dabei verletzt. Bereits am Abend kann der Fährbetrieb nach Reparatur wieder aufgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:14. Pflanzaktion „Bürger für Bäume“: In gemeinsamer Aktion initiieren der Zoo und das Stadtforstamt eine Aufforstungskampagne in der Rostocker Heide. Insgesamt werden 5.000 Traubeneichen-, Esskastanien-, Roterlen-, Ebereschen- und Buchensetzlinge in die Erde gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
:Die Initiative DigitalTeilhabe in Warnemünde lädt Senior*innen und Interessierte zum Digital-Thementagen „iPhone&amp;amp;Smartphone“ in den Gemeindesaal der Evangelischen Kirche ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Oktober&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Dafür ist dieser Überweg wegen der Drehung der Brücke für eine halbe Stunde gesperrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. November&lt;br /&gt;
:Nach zwei Jahren umfassenden Arbeitens ist die Vertiefung des Seekanals Warnemünde auf 16 km Länge abgeschlossen. Um die durchgehende Tiefe der Baltic-Max-Norm (17 m Tiefgang) zu erreichen, investierte der Bund ca. 100 Mio. Euro in das Projekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 5. bis 7. November&lt;br /&gt;
:5. Rostock Ocean Convention meets Hydro 2024: Vom 5. bis 7. November 2024 findet die internationale hydrographische Konferenz und Ausstellung HYDRO 2024 statt. Es werden aktuelle Trends, neueste Entwicklungen und Projekte der Unterwassertechnologie gezeigt. Die Veranstaltung bietet mehr als 190 Teilnehmern, Referenten und Partnern eine Kommunikationsplattform. Im Yachthafen Hohe Düne sind dabei beispielsweise spannende Bootsvorführungen unterschiedlicher Anbieter zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. November&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. feiert in der Cafeteria und Eventlocation &amp;quot;Laak 5&amp;quot; mit einer Vielzahl seiner Mitglieder sein 20-jähriges Bestehen. Der Verein hat zum 1.1.2005 die Betriebsführung des Heimatmuseums übernommen und kann seither auf eine überaus erfolgreiche Entwicklung des Heimatmuseums zurückblicken. Neben Grußworten anderer Warnemünder Vereine äußerten sich auch Sigrid Hecht (Chefin des städtischen Eigenbetriebs KOE) und die neue Kulturamtsleiterin Anne-Katrin Bicher positiv über die Entwicklung des Museums und versprachen auch in Zukunft die Geschicke des Museumsvereins tatkräftig zu unterstützen&lt;br /&gt;
. &lt;br /&gt;
;2024, 8. November&lt;br /&gt;
:Inklusives Unternehmerfrühstück im DOCK INN. Es geht darum wie man Menschen mit Behinderung besser im Berufsalltag integrieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 17. November&lt;br /&gt;
:Kranzniederlegung an der Gedenkstätte „Für alle auf See Gebliebenen“, organisiert von der Nautischen Kameradschaft Poseidon e.V., im Stephan-Jantzen-Park.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. und 20. November&lt;br /&gt;
:3. Lotsenkonferenz der Bundeslotsenkammer im Technologiepark Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Es geht dabei u.a. um 70 Jahre Seelotsgesetz &amp;amp; 70 Jahre Bundeslotsenkammer und um einen Kerninhalt des Seelotsgesetzes, nämlich die neu strukturierte :Seelotsenausbildung 2024. In Kooperation mit den Hochschulen Wismar/Warnemünde und Flensburg wird erstmalig eine hochqualifizierte Seelotsenausbildung in Form eines Masterstudienganges angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Obdachlosengala in Warnemünde: Bereits zum siebenten Mal lädt das Hostel „Dock in“ 160 Bedürftige zum Weihnachtsschmaus. Unter den 50 Helferinnen und Helfern war diesmal als Überraschungsgast Monchi, der Frontman der bekannten Rockband Feine Sahne Fischfilet.&lt;br /&gt;
:Zu einem stimmungsvollen Start in die Vorweihnachtszeit lädt das 22. Adventssingen am Warnemünder Leuchtturm ein. Erneut sorgt der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. mit einem Programm voller Musik für unvergessliche Momente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.Dezember&lt;br /&gt;
:Der 29.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 7. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. bis 21.. Dezember&lt;br /&gt;
:Traditioneller Weihnachtsbaumverkauf in Hinrichshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,23.Dezember&lt;br /&gt;
:In der abgelaufenen Saison wurden in Warnemünde 148 Schiffsanläufe von 38 Kreuzfahrschiffen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025,1.Januar&lt;br /&gt;
:Das zum 25. Mal statt zu findende Neujahrsfest des Turmleuchtens wurde wegen Sturm nur wenige Stunden vor Beginn abgesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.-3. Februar&lt;br /&gt;
:Die Fregatte &amp;quot;Nordrhein-Westfalen&amp;quot; der Bundesmarine liegt für drei Tage an der Passagierkai-Promenade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Februar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde, die Initiative DigitalTeilhabe lädt Seniorinnen, Senioren und Interessierte zu Digital-Thementagen „iPhone, Smartphone &amp;amp; Co&amp;quot; ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Beginn der Bauarbeiten: Neue Mittelinsel soll Querung der Richard-Wagner-Straße erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.März&lt;br /&gt;
:65.000 Menschen besuchen das nachgeholte 25. Turmleuchten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 25. März&lt;br /&gt;
:Es wird natürlich bunter - Saisonbepflanzung startet in Warnemünde, 10.365 Pflanzen kommen kurz nach Sonnenaufgang in den Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. April&lt;br /&gt;
:Beidseitig der Rostocker Straße werden Radverkehrsanlagen ausgebaut bzw. neu markiert, die gesamte Baumaßnahme erfolgt in vier Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt beginnt am Knoten Richard-Wagner-Straße und führt zur Johann-Sebastian-Bach-Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 12. April&lt;br /&gt;
:Von April bis Oktober 2025 dreht sich das XXL-Riesenrad in Warnemünde. Mit dem „Eye 55“ (was für eine Höhe von 55 m steht) auf der Mittelmole hat man eine tolle Aussicht über das Seebad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. April&lt;br /&gt;
:Beginn der diesjährigen Warnemünder Kreuzfahrtsaison mit dem Anlauf der „AIDAmar“. Bislang sind für 2025 von 23 Kreuzfahrtreedereien 167 Anläufe von 36 Kreuzfahrtschiffen angemeldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 16. April&lt;br /&gt;
:Mit einem abwechslungsreichen Programm, einer Mischung aus Geschichte und Kultur starten die beliebten Warnemünder Museumsabende im Heimatmuseum Warnemünde in die nächste Saison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. April&lt;br /&gt;
:Vom 17. April bis zum 2. November zeigen Künstler aus aller Welt Sandskulpturen zu den „Geheimnissen der sieben Weltmeere“ im Rahmen der 15. Sandwelt in Warnemünde am Pier 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 19. April&lt;br /&gt;
:Die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde entzündet das traditionelle Osterfeuer am Strand unterhalb des Leuchtturms. Die anschließende Fackelwanderung entlang des Alten Stroms wird von der „Sax’n Anhalt VIP Band“ begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 28. April&lt;br /&gt;
:Die neue automatische Versenkpolleranlage in der Warnemünder Kirchenstraße geht in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einem Konzert des Landespolizeiorchesters startet die Meeresbrise-Konzertreihe in die fünfte Saison. Bis Ende September sollen noch 22 Konzerte im Kurhausgarten OpenAir folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 14. Mai&lt;br /&gt;
:Eine neue öffentliche WC-Anlage wird am Strandaufgang 18, auf Höhe des Strandwegs 14 installiert. Zwei große Kräne müssen zum Einsatz kommen, um das Modul mit einem Gewicht von rund 35 Tonnen hinter der Düne zu platzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einer feierlichen Zeremonie wird die neue Sportschule Warnemünde auf der Mittelmole offiziell eröffnet. Der Neubau hat rund 31,8 Millionen Euro gekostet. Der Gebäudekomplex bietet Sportlern aller Disziplinen ideale Bedingungen. Außerdem soll die Sportschule künftig eine zentrale Rolle bei der Durchführung von Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Warnemünder Woche oder Segelregatten auf Bundesebene spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Mai&lt;br /&gt;
:Der sanierte und modernisierte Liegeplatz 23 im Alten Strom sowie das neue Betriebsgebäude für den Seenotrettungskreuzer ARKONA der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden offiziell durch den Hafensenator Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Hafenkapitän Falk Zachau sowie DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler und Mario Lange, Vormann der ARKONA, in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für den neuen Anleger belaufen sich auf 1,1 Mio. Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 30.Mai&lt;br /&gt;
:Am Liegplatz 23, des Seenotkreuzers &amp;quot;Arkona&amp;quot;, am alten Strom, wird ein neues Betriebsgebäude der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 31. Mai&lt;br /&gt;
:Einweihung des multifunktionalen Beachsportfeldes für die Sportarten Beachsoccer, Beachvolleyball und Beachhandball im Sportpark Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juni&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der „SeaDream 2“. Das Luxusschiff mit 108 Metern Länge und 14 Metern Breite (Baujahr 1985) ähnelt eher einer Yacht und bietet Platz für maximal 112 Gäste in 56 Kabinen bei einer Besatzungsstärke von etwa 100 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juni&lt;br /&gt;
:Die „Sky Princess“ der Reederei Princess Cruises ist mit einer Länge von etwa 330 Metern und einer Bruttoraumzahl von 145.281 das längste und größte der 2025 in Warnemünde anlandenden Kreuzfahrtschiffe. Der Ozeanriese bietet Platz für 3660 Passagiere. Auf 19 Decks gibt es 1830 Kabinen, acht Restaurants, zehn Bars, mehrere Lounges, ein Theater, einen Spa-Bereich sowie vier Pools und acht Whirlpools. Am 22.7. erfolgt ein zweiter Anlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.Juni&lt;br /&gt;
:Mehr als 30 Schiffe verschiedener NATO-Mitgliedsländer haben in Warnemünde und Hohe Düne festgemacht um von hier aus zur zweiwöchigen Großübung Manöver Baltops (Baltic Operation) zu starten.&lt;br /&gt;
:Größtes teilnehmendes Kriegsschiff ist der US-Zerstörer &amp;quot;USS Mount Whitney&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das Auslaufen der Schiffe wird auch von Protesten begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 18. bis 20. Juni&lt;br /&gt;
:33. Nordische Baumtage. Eines der Themen ist „Stadtgrün im Klimawandel“. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock im Warnemünder Technologiepark durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt mit dem Diplomatischen Korps nach Mecklenburg-Vorpommern und empfängt dafür am 24. Juni in Warnemünde an Bord der Gorch Fock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VISTA / Reederei Oceana Cruises Länge: 241,10 m Breite: 32,31 m&lt;br /&gt;
Gewicht: 67.817 BRZ Baujahr: 2023 Passagiere: 1.218 (max. 1.469)&lt;br /&gt;
:Neue Runde für die „Warnemünder Abende“. Mit der Vortragsreihe des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung werden spannende Einblicke in die Geheimnisse eines einzigartigen Lebensraums gewährt. Einmal monatlich, immer donnerstags. finden ab 4. September im großen Vortragssaal des IOW in der Seestraße 15 weitere Veranstaltungen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juli&lt;br /&gt;
:Im Heimatmuseum Warnemünde wird die Sonderausstellung &amp;quot;Ob die Möwen manchmal an mich denken? Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee&amp;quot; eröffnet. Kuratorin der Ausstellung ist die Journalistin sowie Autorin des gleichnamigen Buches Dr. Kristine von Soden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.-13. Juli&lt;br /&gt;
:87. Warnemünder Woche mit dem &amp;quot;Niegen Ümgang&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. Juli&lt;br /&gt;
:Doppelanlauf der Kreuzfahrtschiffe MSC Poesia und der Nordstjernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Juli&lt;br /&gt;
:Das schon legendäre Open Air am Meer „Rauch auf dem Wasser“ lädt zum 21. Mal in den Warnemünder Kurhausgarten ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 8. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VIKING SATURN / Reederei Viking Ocean Cruises. Sie befindet sich auf einer zweiwöchigen Reise von Bergen in Norwegen nach Stockholm in Schweden. Das Schiff ist 227 Meter lang und für 930 Passagiere ausgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der ILMA / Reederei Ritz-Carlton Yacht Collection. Die Luxus-Kreuzfahrtyacht ist ein 241 Meter langes Schiff, das 456 Passagiere beherbergen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 6. August&lt;br /&gt;
:Erstmals in MV werden von Menschen aufgezogene Sandregenpfeifer ausgewildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. -10. August&lt;br /&gt;
:An der 34. Hansesail nehmen über 120 Schiffe teil. Die Sail hat rund eine halbe Million Besucher und ist damit das weltweit größte Treffen historischer Segelschiffe. Anführendes Flaggschiff ist in diesem Jahr die Dreimastbark &amp;quot;Belem&amp;quot; aus Frankreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. August&lt;br /&gt;
:Zum 13. Mal ist die Strand Arena Schauplatz der Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft. Im Finale holen sich die Beach Royals Düsseldorf den Titel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 20. August&lt;br /&gt;
:Die am Vortag havarierte „Nordstjernen“ kann am Nachmittag Warnemünde wieder verlassen. Das historische Hurtigruten-Schiff hatte am Abend beim Ablegen am Cruise Center eine Böschung gerammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 21. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf „Le Lape’rouse“, Reederei Compagnie Du Ponant. Auf diesem kleineren Kreuzfahrtschiff finden 184 Passagiere Platz, es ist 131 Meter lang und 2018 gebaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2025/2026===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. September&lt;br /&gt;
:Unter dem Motto „Gesund älter werden in Rostock“ startet der 5. Senioreninformationstag anlässlich der Tage der Regeneration in Warnemünde am Leuchtturm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. September&lt;br /&gt;
:Bundeskanzler Merz besucht erstmals die Marine in Hohe Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. September&lt;br /&gt;
:40 Schiffe aus 14 Nationen mit 2700 Soldatinnen und Soldaten nehmen am Marinemanöver Northern Coasts teil. Vom 29. August bis 12. September 2025 üben multinationale Seestreitkräfte unter deutscher Leitung in der Ostsee. In Warnemünde hat das Versorgungsschiff VIRSAITIS (A 53), ein Marineschiff Lettische Marine festgemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 15. September&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Brauerei &amp;quot;Hoppen un Molt&amp;quot; feiert ihr 10-jähriges Bestehen.&lt;br /&gt;
;29.Oktober&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, seit Oktober 2004 Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V., erhält im Zuge einer kleinen Feierstunde im Heimatmuseum für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement den Stiftungspreis der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Oktober&lt;br /&gt;
:Stephan Frey wird neuer Pastor in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Oktober&lt;br /&gt;
:Feierliche Grundsteinlegung für ein Parkhaus in Hohe Düne. - Wegen des Wegfalls des bisherigen Mieter-Parkplatzes im Bereich Hohe Dünne 22-27, hier sollen zusätzliche Wohnungen entstehen, errichtet die Goldbeck Nordost GmbH auf rund 4.000 Quadratmetern Fläche insgesamt 220 Anwohnerparkplätze. &lt;br /&gt;
:Die Fertigstellung des Parkhauses ist für Mitte 2026 geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5. November &lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrschiff &amp;quot;Aidadiva&amp;quot; legt am Liegeplatz 7 an und beschließt mit ihrem Anlauf die diesjährige Kreuzfahrtsaison.&lt;br /&gt;
:Insgesamt sind über das Jahr 592.000 Seereisende  (2024: 532.000) von 35 Kreuzfahrtschiffen (2024: 37) in Warnemünde an und von Bord gegangen.&lt;br /&gt;
:Das größte Schiff in dieser Saison war die &amp;quot;Sky Princess&amp;quot; mit einer Länge von 330 Metern und einer Kapazität von rund 3700 Passagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. November&lt;br /&gt;
:Die Bürgerinitiative &amp;quot;Rettet den Küstenwald&amp;quot; verhindert die Fällung der 100-jährigen Kastanie in der Rostocker Straße und setzt deren Aufnahme in die Liste der geschützten Bäume durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. November&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V. erhält den Ehrenpreis um besondere Verdienste um die Bewahrung  und Vermittlung mecklenburgischen Kulturerbes der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:Auf die Warnemünder Kinder wartet am Martinstag ein schöner Brauch. In bewährter Kooperation laden die Ev.-Luth. Kirchgemeinde und die Tourismuszentrale an diesem Tag zum Sankt-Martins-Umzug ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. November&lt;br /&gt;
:Das Riesenrad auf der Mittelmole wird abgebaut und stellt seinen Betrieb endgültig ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1025, 27. November&lt;br /&gt;
:Der dreißigste Band des &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird vom Verlag Redieck und Schade, gemeinsam mit dem Leuchtturmverein Warnemünde präsentiert. Somit erscheint erscheint dieser beliebteste Warnemünde-Almanach nunmehr ununterbrochen seit drei Jahrzehnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Dezember&lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrtschiff „Amadea“ der Reederei Phönix Reisen beendet die Kreuzfahrtsaison in Warnmünde. Das durch die ZDF-Sendung «Das Traumschiff» bekannte 193 Meter lange Schiff bietet Platz für 570 Passagiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. November&lt;br /&gt;
:Im Hotel Neptun in Warnemünde lädt der NDR Jazztime Bigband Ball Mecklenburg-Vorpommern zu einem stilvollen Abend voller Musik und Unterhaltung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 29. November&lt;br /&gt;
:Eröffnungstag des traditionellen Weihnachts- und Neujahrsmarktes Warnemünde auf dem Warnemünder Kirchenplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 5. Januar&lt;br /&gt;
:Brand im Erdgeschoss eines Hauses &amp;quot;Am Strom&amp;quot;. An dem knapp 2 Stunden dauernden Einsatz waren insgesamt 34 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde und des Rettungsdienstes beteiligt. Verletzte waren nicht zu beklagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 30. Januar&lt;br /&gt;
:In Berlin hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner die Kampagne mit dem Titel „Berlin gewinnt mit Olympia“ vorgestellt. Die Bundeshauptstadt setzt mit ihrer Bewerbung um die Austragung Olympischer Sommerspiele für 2036, 2040 oder 2044 auf Rostock-Warnemünde als Standort für die olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe.&lt;br /&gt;
;Rostock verbietet per Ratsbeschluß privates Feuerwerk am Warnemünder Ostseestrand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. März&lt;br /&gt;
:Erstmals seit Bestehen des Marinearsenals Warnemünde wird mit U34 , eines der 6 U-Boote vom Typ U212a hier überholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 14.März&lt;br /&gt;
:Die Tourismuszentrale veröffentlicht die Besucherzahl des Jahres 2025. mit 2.317.693 Übernachtungen wird hier der 2019 aufgestellte Rekord übertroffen, womit Rostock an erster Stelle für das Land Mecklenburf-Vorpommern liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.März&lt;br /&gt;
:Das Ausfugsschiff MS Baltica wird nach dreißig Dienstjahren in Warnemünde außer Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 26. März&lt;br /&gt;
:Lotsenältermann Andreas Krüger wird nach 25 Jahren Arbeit als Seelotse in den Ruhestand verabschiedet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 28. März&lt;br /&gt;
:Die AIDAdiva eröffnet die Kreuzfahrsaison&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 1. April&lt;br /&gt;
:Steffen Herz (58) übernimmt die Leitung der Verkehrszentrale Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12.April&lt;br /&gt;
:Warnemünde hat wieder ein neues Riesenrad. die Schaustellerfamilie Geisler hat auf der Mittelmole mit dem 55 Meter hohen Riesenrad, in dem sich 42 klimatisierte, geschlossene Riesengondeln befinden, damit neben Teepott und Leuchtturm ein weiteres Wahrzeichen hinzugefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 9.Juni&lt;br /&gt;
:-Zu seinem 55ten Geburtstag präsentiert sich das Hotel Neptun mit 55 von dem Künstler Joerg Waerner vergoldeten Balkonen.&lt;br /&gt;
:-Wiederum weht die verliehene Blaue Flagge als Zeichen für geprüfte Wasserqualität sowie für Infrastruktur und Sicherheitsstandards an Warnemündes Stränden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. Juni&lt;br /&gt;
:-Beim ehemaligen Zollhafen wird mit dem ersten Rammschlag das Startzeichen für einen zukünftigen, rund zehn Hektar großen maritimen Gewerbepark gegeben.&lt;br /&gt;
:-Die Neptun-Werft erhält einen Milliardenauftrag über zwei schwimmende Umspannwerke für Offshore-Windparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.-18.Juli&lt;br /&gt;
:Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft richtet erstmals die Internationalen Deutschen Ocean Meisterschaften aus. 270 TRettungssprortlerinnen und Rettungssportler aus 39 Vereinen kämpfen am Hauptstrand von Warnemünde um die ersten deutschen Meistertitel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 18. Juli&lt;br /&gt;
:Nur drei Monate nach der Eröffnung im April muß das &amp;quot;Französische Dorf&amp;quot;, eine Gastro-Einheit im französischen Stil wieder schließen und Abgebaut werden. :Lediglich das Riesenrad &amp;quot;Wheel of Excenllence&amp;quot; bleibt weiterhin im Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 21. Juli&lt;br /&gt;
:Bei einem Badeunfall in der Ostsee ist ein 33-Jähriger ums Leben gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, ab 27.Juli&lt;br /&gt;
:heißt es wieder &amp;quot;Leinen los&amp;quot; und die Reederei Adler-Schiffe startet regelmäßig Fahrten zwischen Kühlungsborn und Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026,2.August&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der vierzigtausendste Besucher zur Tumbesteigung begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 6.-9. August&lt;br /&gt;
:Vier Tage lang stand Warnemünde ganz im Zeichen der Seefahrt. Rund 500.000 Menschen besuchten die 35. Hansesail und erlebten rund 120 historische Schiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Marksteine==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ersterwähnung des Namens in der Kaufurkunde der Rostocker Heide am 25. März 1252===&lt;br /&gt;
In den Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts vorkommende Namensbezeichnungen:&lt;br /&gt;
Warnemunde, Warnemonde, Wernemunde, Wernowemunde, Werneminde, Wernemynne, Warneminne, Varneminde, Verneminde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warnemündes Bedeutung für die Stadt Rostock tritt bereits mit der ersten Urkunde hervor, in der der Ort genannt wird. Am 25. März 1252 verkauft Fürst Borwin III. der Stadt Rostock die heutige Rostocker Heide und verleiht ihr außer anderen Freiheiten auch die Fischereigerechtigkeit auf der gesamten Unterwarnow, von der Petri-Brücke bis &#039;&#039;(zum Hafen!)&#039;&#039; Warnemünde und über den Hafen hinaus bis ins Meer.&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre später, am 12. Oktober 1264 überträgt Fürst Borwin alle seine Rechte &#039;&#039;&#039;über den Hafen zu Warnemünde &#039;&#039;&#039; (!) auf die Stadt. &lt;br /&gt;
*[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit dieser ersten Nennung des Namens Warnemünde am Rande der Rostocker Heide ist &lt;br /&gt;
eindeutig der &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; gemeint.&lt;br /&gt;
:Das erste sicher auf den Fischerort Warnemünde und die dortige fürstliche Vogtei&lt;br /&gt;
:bezogene Datum liegt 16 Jahre später:&lt;br /&gt;
;1268, 17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
:Das bezieht sich dann auf die bereits existierende, bis 1323 noch fürstliche Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
In verschiedenen historischen Quellenwerken wird eine erste Erwähnung Warnemündes im Jahre 1195 in dänischen Dokumenten angeführt.&lt;br /&gt;
Intensive Suchen nach diesen Dokumenten in der jüngeren Vergangenheit blieben aber bislang ergebnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1323 - Die Stadt Rostock kauft das Fischerdorf Warnemünde vom mecklenburgischen Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Urkunde mit Siegel für Warnemünde (Quelle- Barnewitz).jpg |450px|rechts|thumb| Warnemünde Kaufvertrag vom 11. März 1323 (Quelle: Barnewitz)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vor 1314 kaufte die Stadt Rostock das Dorf Barnstorf als ersten größeren Landerwerb, &lt;br /&gt;
:1323 kam als nächstes das Fischerdorf Warnemünde hinzu, das die Stadt vom Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen käuflich erwarb.&lt;br /&gt;
:Der Landesfürst hatte durch vorangegangene Kriege einen hohen Schuldenberg angehäuft und brauchte dringend Geld.&lt;br /&gt;
:So bescheinigte er den Rostockern am 11. März des genannten Jahres:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wir haben jenseits des Warnowflusses den ... Ratsherren und Gemeinde das Dorf Warnemünde mit Grund und Boden, jedem hohen und niederen Gericht - ausgenommen das Patronatsrecht für uns und unsere Erben - bis an die Grenzen des Dorfes Diedrichshagen, so weit es in der Länge und der Breite nach erstreckt, übertragen und überlassen es den Gegenwärtigen zu dauerndem Besitz, dergestalt, das sie in den oben bezeichneten Grenzen sich des vollen lübischen Rechtes erfreuen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wieviel die Rostocker für Warnemünde zahlten wissen wir nicht.&lt;br /&gt;
:Der Stadt aber mußte daran gelegen sein, den Ort in ihre Hände zu bekommen.&lt;br /&gt;
: (Hans Bernitt 1956)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urkunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warnowmündung, &amp;quot;Alter Strom&amp;quot;, &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot;, neuer &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot; - Wasserverbindungen über die Jahrhunderte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Karte zu 1323 (bearbeitet).jpg|Karte der östlichen Grenzziehung zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide nach den Verträgen von 1252 und 1323&lt;br /&gt;
Datei:RH Markgrafenheide Taterhörn Schmettau ost west.jpg|RH östlichster Punkt von Warnemünde und westlichster Punkt der Rostocker Heide bis 1922 Grafik: Willi Kolp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Alte Strom 1902===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In seinem Ursprung ist der Alte Strom einer von mehreren Warnow-Ausflüssen, ursprünglich als seichtes Rinnsal, das sich durch den Boden einer harten, Stein durchsetzten [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide#+_Die_Eisrandlage_Nr.8 Mergelbank] seinen Weg zur Ostsee bahnte. In der Anfangszeit Warnemündes nur für kleine Boote passierbar.&lt;br /&gt;
:Eine alte Überlieferung berichtet:&lt;br /&gt;
:Nahe der heutigen Vogtei wohnte ein Mensch, der Leute gegen Bezahlung auf seinem Rücken über den Strom trug. Eine Darstellung dieses Mannes ist in der Warnemünder Kirche zu besichtigen.&lt;br /&gt;
:Die Durchfahrt für größere Schiffe erfolgte etwa zwei Kilometer östlich vom Alten Strom, durch das Alte Tief.&lt;br /&gt;
:Bis 1487 genügte das Alte Tief den Ansprüchen der damaligen Seefahrt.&lt;br /&gt;
:Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts, unter großem baulichem Aufwand der Vertiefung des Wasserlaufes, um den Alten Strom schiffbar zu machen. &lt;br /&gt;
:In der Folge dieser Maßnahme begann der Prozess, den Fischerort Warnemünde und den Warnemünder Hafen der Stadt Rostock an einem Ort zu vereinen.&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Seekanals zu Beginn des 20.Jahrhunderts verlor schließlich der Alte Strom seine Bedeutung als Hafenzufahrt für den Rostocker Hafen.&lt;br /&gt;
:Fischerboote, Warnemünder Jollen, Fahrgastschiffe und Sportboote prägen seither das Bild des Stroms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hohe Düne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Hohe Düne&amp;quot; trennt den Breitling von der Ostsee.&lt;br /&gt;
:Sie ist eine ca. 400 m breite und etwa 3000 m lange Nehrung.&lt;br /&gt;
:Der Breitling ist eine Flußerweiterung der Warnow in ihrem Mündungsgebiet geändert, so daß dieses Gebiet ein flacher und sumpfiger Landstrich war.&lt;br /&gt;
:In Strandnähe gab es aber hohe Sanddünen.&lt;br /&gt;
:Die Entwicklung der Hohen Düne ist eng verbunden mit dem Seekanal, einem 1903 fertiggestellten Durchstich durch den Westteil der Hohen Düne, dem der 1304 &lt;br /&gt;
:bei einer Sturmflut verschüttete Hauptmündungsarm  und zwei weiter östlich gelegene, nicht mehr vorhandene, Durchstichtiefs voran gingen.&lt;br /&gt;
:Der Seekanal ermöglichte großen Seeschiffen die Zufahrt großer Seeschiffe in den Hafen Rostock und den Hafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Der etwa 60m breite Seekanal wurde durch Ausbaggern  eines Teils der Hohen Düne geschaffen. Er wurde durch den Bau einer neuen Ostmole begrenzt.&lt;br /&gt;
:Die Uferzone  östlich der neuen Mole und Hohe Düne  wurde zum Teil aufgespült, ebenso wie auch das Gelände des späteren Arado-Flugzeugwerkes.&lt;br /&gt;
:Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet noch als Warnemünde-Ost bzw. als Warnemünder Wiesen bezeichnet.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vörreeg und Achterreeg - Das alte Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Isenbart Karte 1719.jpg|thumb|600px|rechts|Die &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; und &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; in der  Warnemünde Isenbarth-Karte 1719]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch vor zwei Jahrhunderten bestand das Fischerdorf Warnemünde nur aus zwei unregelmäßig angelegten, der Windung des seichten Stromes folgenden Häuserreihen. &lt;br /&gt;
:Im Volksmund wird von Alters her die unmittelbar am alten Strom gelegene Reihe als &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; (&amp;quot;Vorderreihe&amp;quot;) und die parallel dahinter gelegene &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; (Hinterreihe&amp;quot;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Das alte Warnemünder Haus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Kulturgeschichtliches aus Warnemünde - Zum Warnemünder Hausbau&amp;quot; BRG 1915]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder und sein Haus]] Karl Baumgarten In: Natur und Heimat, Bd. 1 (1952), 1, S.19-20&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Lau &amp;quot;Das Warnemünder Haus - eine Volksbauweise in Mecklenburg&amp;quot; Auszug aus &amp;quot;Denkmale der Technikgeschichte in Mecklenburg und Vorpommern, Verlag Redieck und Schade 1997]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Heimatmuseum Warnemünde====&lt;br /&gt;
[[Datei:Heimatmuseum 1933.jpg|thumb|300px|rechts|Eröffnung des Heimatmuseums am 1. Juli 1933]]&lt;br /&gt;
:Um 1900 wurde eine zusammen getragene Sammlung provisorisch in einem kleinen Raum am Georginenplatz gezeigt.&lt;br /&gt;
:Danach befand sich die Ausstellung im Schulhais in der FritzReuter-Strasse.&lt;br /&gt;
:In der Alexandrinenstraße 31 befindet sich seit 1933 das Heimatmuseum Warnemünde. Das Museum ist in einem typischen Warnemünder Haus untergebracht. &lt;br /&gt;
:Man geht davon aus, dass es sich bei der Urform des Warnemünder Fischerhauses um ein abseitenloses Niedersachsenhaus handelt. &lt;br /&gt;
:Da Baugrund im Ort rar war, bekamen Haus und Grundstück ein selbständiges Gepräge. Die Grundstücke waren in der Regel 26 bis 28 Fuß breit (ca. 7,50 m). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Warnemünder Haus bestand ursprünglich aus einem Raum mit offener Herdstelle, in dem später eine &amp;quot;Vörstuw&amp;quot;, eine &amp;quot;Koek&amp;quot; und eine &amp;quot;Achterstuw&amp;quot; neben einer seitlichen Diele eingefügt wurden. &lt;br /&gt;
:Zur Erweiterung des Hauses entstanden hinten schmale Anbauten als Unterkunft für die Eltern (Altenteil) sowie einiges Vieh (häufig eine Kuh).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzte Besitzerin des Hauses in der Alexandrinenstraße 31 war Fräulein Christine Jungmann. Da sie unverheiratet und ohne Erben war, verkaufte sie das Haus an die Stadt Rostock zum Zweck der Einrichtung des Heimatmuseums. Den Anstoß zur Einrichtung eines Museums hatte es bereits 1914 gegeben. Auf einer Sitzung des Plattdeutschen Vereins für Warnemünde und Umgebung am 12. Februar wurde beschlossen: &amp;quot;Der Verein möge die Sammlung aller geschichtlich und kulturgeschichtlich wichtigen Sachen betreiben. Es ist hohe Zeit, daß man jetzt damit anfängt. Von Händlern wird ungemein viel weggeschleppt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem Sammlungsaufruf folgten zahlreiche Warnemünder. Innerhalb kürzester Zeit kamen hunderte von Objekten zusammen. Erster Bewahrer der Sammlung wurde Adolph Ahrens, Lehrer und Direktor an der Fritz-Reuter-Schule. Ihm war es auch zu verdanken, dass die Sammlung von Anfang an der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Auf dem Boden der Fritz-Reuter-Schule dienten ab 1915 ein Zimmer und ein kleiner Vorraum als Museum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den aktivsten Förderern des Museums zählten außerdem Friedrich Barnewitz, Ernst Strübing, Johannes Gosselck und der Fischer Heinrich Holtfreter. Wissenschaftliche Unterstützung erhielten die Warnemünder Museumsgründer auch vom mecklenburgischen Volkskundler Richard Wossidlo.&lt;br /&gt;
* [[Zur Gründung des Heimatmuseums Warnemünde (Ausschnitt aus Mecklenburg - Zeitschrift des HeimatbundesJ.28 Heft 1 1933]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Vogtei====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:Vogtei Warnemuende Gemaelde Johannes Werner.JPG|thumb|450px|rechts|Die Vogtei auf einem Gemälde von Johannes Werner (1914)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Das Gebäude der Vogtei]]&lt;br /&gt;
:Die Vogtei markiert den historischen Ortsmittelpunkt von Warnemünde, am alten Strom.&lt;br /&gt;
:Sie ist das älteste erhaltene Gebäude von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Das Haus wurde 1605 auf den Grundmauern eines Vorgängergebäudes erbaut, dessen Funktion bis heute nicht endgültig geklärt ist. &lt;br /&gt;
:So gibt es Thesen von einer mittelalterlichen fürstlichen Vogtei (Erstnachweis 1268), sowie folgend auch einer königlich dänischen Residenz unter Dänenkönig Erik Menved zwischen 1304 und 1319.&lt;br /&gt;
[https://danmarkshistorien.lex.dk/Erik_Menved,_1274-1319 Erik Menved im Lexikon der Geschichte Dänemarks]&lt;br /&gt;
:Seit dem Erwerb Warnemündes 1323 durch die Hansestadt Rostock steht der Ort unter hansestädtischer Verwaltung und Rechtsaufsicht eines städtischen Vogtes, der die Weisungen und Verordnungen der Stadt am Ort durchzusetzen hatte.&lt;br /&gt;
:Ab 1472 ist das Gebäude als Dienstwohnsitz der Rostocker Vögte (warscheinlich 35 auf einander folgende Vögte) nachweisbar.&lt;br /&gt;
:Das zweistöckige Gebäude war über mehrere Jahrhunderte hinweg das einzige Gebäude inmitten der &amp;quot;Vörreeg&amp;quot;, das mit der Traufseite zur Straße steht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Aufgaben des Vogtes (Stand 22.4.1906):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- wichtigste Aufgabe: Ortspolizeibehörde&lt;br /&gt;
:- bevollmächtigt, Steuern und Abgaben zu erheben und ggf. einzutreiben&lt;br /&gt;
:- Vollstreckung der von ihm verhängten Strafen bei Zuwiderhandlungen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Armenkollegiums&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Gemeindewaisenrates und des Schulvorstandes&lt;br /&gt;
:- Beteiligung an der Badeverwaltung &lt;br /&gt;
:- Schätzungs- und Einzugshoheit für Grundsteuern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weitere in der Vogtei angesiedelte Aufgaben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Gästehaus für die Hansestadt Rostock, aber auch offene Herberge und Gasthaus (daher auch 1832 Anbau eines Küchenhauses)&lt;br /&gt;
:- ab 11.3.1606 Verkaufsmonopol für den Verkauf von Rheinwein, Meth, Aquavit und anderen hochprozentigen alkoholischen Getränken&lt;br /&gt;
:- ab zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Sitz der Badeverwaltung.&lt;br /&gt;
:- 1888 erfolgte die letzte Einsetzung eines Vogtes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marksteine in der Geschichte der Vogtei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675, Februar stand das Wasser im Gebäude 3 Fuß hoch, so daß man &amp;quot;die höchste Treppe vor der Stube erreichet, mit Böten durch die Zimmer fahren konnte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1665 vertrieben die Schweden die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675 Als der Kurfürst von Brandenburg in Warnemünde einzog richteten die Schweden ein Geschütz auf die Vogtei. Die Salve schlug in das Gebäude ein und tötete den Adjutanten des Kurfürsten. Unmittelbar darauf eroberten die Brandenburger die Schwedenschanze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1996 Bei Beginn der Restaurierung des Gebäudes wurden alte Malereien entdeckt, deren älteste auf ein Alter von rund 600 Jahren datiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1999, 26.März, nach fünfjährigem Leerstand und Rekonstruktion öffnet das Haus des Gastes in der Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Warnemünder Drehbrücke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bis 1903 mußte der Alte Strom noch mit Fischerbooten überquert werden.&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Hafenumbauten 1900 bis 1903 änderte sich dann einiges.&lt;br /&gt;
:Der neue Bahnhof und die 1903 eröffnete Eisenbahnfährverbindung machten den Bau einer festen Verbindung beider Ufer notwendig.&lt;br /&gt;
:In Höhe der Vogtei wurde 1903 die Drehbrücke fertggestellt, deren Brückenkonstruktion die von der Firma Ostermann aus Meppen geliefert worden war.&lt;br /&gt;
:Um den Verkehr über die Brücke zu regeln, gelangte eine Brückenordnung zur Anwendung, in der unter Anderem folgendes verankert war.&lt;br /&gt;
;1. Über die Brücke darf nur im Schritt gefahren oder geritten werden.&lt;br /&gt;
;2. Fußgänger haben sich auf der Brücke stets rechts zu halten.&lt;br /&gt;
;3. Solange die Zugänge zu der Brücke durch Ketten geschlossen sind, darf diese nicht betreten werden.&lt;br /&gt;
;Bei Zuwiderhandlung werden Geld- und Haftstafen verhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schiffsführer, die mit ihren Schiffen die Brücke passieren wollen, mußten dem Lotsenkommandeur Angaben zum Schiff machen und dieser bestimmte dann Zeit und Art des Durchfahrens.&lt;br /&gt;
:Natürlich war auch eine Gebühr für das Öffnen der Drehbrücke fällig.&lt;br /&gt;
:Während der Nachtzeit und an Sonn- und Feiertagen wurde die Brücke nicht geöffnet.&lt;br /&gt;
:Bis in die 1930er Jahre war der Drehmechanismus der Brücke noch täglich im Betrieb.&lt;br /&gt;
:Besonders in den Sommermonaten war und ist die Drehbrücke beliebter Treffpunkt der Warnemünder, die ein Zimmer vermieten wollten oder mit ihren Handwagen nach ihren anreisenden Gästen Ausschau hielten.&lt;br /&gt;
:Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sogar der Transitverkehr nach Dänemark über die Brücke geleitet.&lt;br /&gt;
:1982 erfolgte eine Reparatur und Rekonstruktion des inzwischen technischen Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur-Warnemünder sind besondere Menschen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünder Paar.jpg|thumb|350px|rechts|Warnemünder Paar]]&lt;br /&gt;
====Die Rostocker beschneiden die Rechte der Warnemünder====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Die mittelalterlichen Zünfte Rostocks rechneten zu ihren Vorrechten, daß im Bannkreis ihrer Stadt weder Handwerk noch Handel betrieben werden durfte. Sie suchten die dadurch gewonnene Monopolstellung unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Zum Bannkreis Rostocks zählte auch der Hafenort Warnemünde sowie die städtischen Dörfer in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:Als im hanseatischen Rostock die Schiffahrt blühte, fanden auch Warnemünder Einwohner darin ihren Verdienst. Sie besaßen in der Hauptsache kleine Boote, doch führten sie in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts bereits Fahrten nach Schweden durch . Das läßt schon auf größere Ausmaße der Schiffe schließen. Um die Mitte des Jahrhunderts wird von Schiffern berichtet, die in Warnemünde ansässig und aus der dortigen Bevölkerung hervorgegangen waren. Ihre Zahl vermehrte sich schnell. Damals war in den Seefahrt treibenden Kreisen des Hafenortes ein gewisser Wohlstand anzutreffen, was aus dem reichen Besitz der Warnemünder Kirche an Silbergerät und Bargeld ersichtlich ist.&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Handel war damals im Absinken begriffen. Bis dahin hatten die Rostocker Kaufleute und Schiffer wenig gegen die Entwicklung Warnemündes einzuwenden. Bei den geringeren Verdienstmöglichkeiten wurde das anders. Man sah in der Warnemünder Schiffahrt nunmehr eine Konkurrenz, die manbeseitigen wollte. Die Möglichkeit dazu war gegeben; denn der Rostocker, von den Besitzbürgern gebildete Rat herrschte auch über Warnemünde. Die Einwohner des Hafenortes konnten wohl das Rostocker Bürgerrecht erwerben, waren abere ohne Mitbestimmungsrecht.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1565&#039;&#039;&#039; vereinigten sich in Rostock die beiden Kompanien der Schonen- und Bergenfahrer, deren Bedeutung stark gefallen war, zur Schiffergesellschaft. Die neue Berufsorganisation strebte sofort danach, die Schiffahrt und den Handel der Warnemünder zu unterbinden. Ihre dahin gehenden Wünsche wurden in einem Statutenentwurf festgelggt und damit begründet, daß Warnemünde lediglich ein Fischerlager darstelle. Bald darauf reichte die Schiffergesellschaft beim Rostocker Rat eine Klage gegen die Warnemünder Einwohner ein, daß sie den Rostocker Schiffern ihre Nahrung entziehen. Obgleich die Warnemünder auf ihr Gewohnheitsrecht hinweisen konnten, daß sie schon seit langem ungehindert ausgeübt hatten, bestimmte das Urteil des Rates vom &#039;&#039;&#039;14. April 1567&#039;&#039;&#039;, daß sie für Seefahrtzwecke nur kleine Boote mit Dollbord benutzen durften. Jegliche Schiffahrt mit Schuten oder &amp;quot;verbauten&amp;quot; Booten sollte ihnen untersagt, jedoch auf den Kleinschiffen die Verfrachtung von Kaufmannsgütern gestattet sein.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1574&#039;&#039;&#039; reichten die Rostocker Schiffer zwei weitere Beschwerdeschriften gegen die Warnemünder ein. Am &#039;&#039;&#039;20. Februar 1577&#039;&#039;&#039; beschränkte der Rat die Anzahl der für Warnemünde zugelassenen Schiffer. Außer 33 namentlich genannten, die bis dahin schon als Schiffer tätig gewesen waren, sollte sich niemand &amp;quot;Schuten edder böthe mehr tholegen, kopen edder buwen, ane der ersamenweddeherrn ... vorweten und willen&amp;quot;. Den Zugelassenen wurden noch besondere Bedingungen auferlegt: sie sollten jederzeit im Hafen drei Boote segelfertig halten, &amp;quot;damit frombde lüde mögen awergeföret&amp;quot;, d.h. nach Dänemark gebracht werden könnten. Weiter sollten sie Knechte halten, die in ihrer Abwesenheit zu fischen und den Rostockern Fische auf den Markt zu liefern hatten. Eine Besetzung frei werdender Schifferstellen sollte nur mit Genehmigung der Gewettsherren erfolgen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Warnemünder durften nicht Kapitän, Reeder oder Schiffseigner sein====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;20. November 1581&#039;&#039;&#039; unternahmen die Rostocker Schiffer einen neuen Vorstoß. Sie forderten in einer Eingabe, daß in Warnemünde weder Seefahrt noch Handel getrieben werden dürfe; wer sich weiterhin samit befassen wolle, müsse nach Rostock ziehen. Das 100-Männer-Kollegium trat am &#039;&#039;&#039;6. März 1584&#039;&#039;&#039; dem Verlangen bei. Es erklärte sogar, als der Rat mit seiner Entscheidung zögerte, im &#039;&#039;&#039;Januar 1585&#039;&#039;&#039;, keine Steuern bewilligen zu wollen. Die Rostocker Schiffer wandten sich außerdem am &#039;&#039;&#039;2. März 1585&#039;&#039;&#039; an Herzog Ulrich, der sich auf ihre Seite stellte. Nun erließ der Rat am &#039;&#039;&#039;15. März&#039;&#039;&#039; ein völliges Schiffahrtsverbot für die Warnemünder Einwohner. Sie sollten bei einer Strafe von 40 Talern innerhalb von 14 Tagen ihre sämtlichen Schuten und Boote verkaufen.&lt;br /&gt;
:Zur Ausführung des Entscheids kam es vorerst noch nicht. Die Warnemünder gingen an das Land- und Hofgericht in Güstrow, jedoch ohne Erfolg. Es bestätigte das Verbot des Rates. Dann wandten sie sich am &#039;&#039;&#039;18. Oktober 1586&#039;&#039;&#039; an das Reichskammergericht in Speyer. dort blieb der Fall lange liegen. Die Zahl der konzessionierten Warnemünder Schiffer war bis &#039;&#039;&#039;1590&#039;&#039;&#039; auf 20 zurückgegangen. Da beschloß der Rat, jeden, der sich außer ihnen mit der Führung eines Schiffes befasse, mit 50 Talern Strafe zu belegen.&lt;br /&gt;
:Er mußte im Jahre &#039;&#039;&#039;1597&#039;&#039;&#039; jedoch feststellen, daß trotz seiner Einschränkungsbestimmungen die Anzahl der Schiffer in Warnemünde auf 54 gestiegen war. Darauf ordnete er am &#039;&#039;&#039;25. Februar&#039;&#039;&#039; an, daß neue Schiffe nur mit seiner Genehmigung gebaut werden dürften. Die Erlaubnis der Weddeherren genügte nicht mehr. Die ledigen Schiffer sollten nach Rostock ziehen und die verbleibenden alten sich nicht mehr mit Warenhandel abgeben. Da der Rat aber den Warnemünder Schiffern nicht traute, so ließ er jeden von ihnen in jedem Jahre erklären und mit einem Eide bekräftigen, daß er nicht den ihm verbotenen Warenhandel betrieben habe.&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;31. Dezember 1604&#039;&#039;&#039; schränkte der Rat die Schiffahrt der zugelassenen Warnemünder nochmals ein. Sie durften fortan nur ein einziges Boot besitzen, nicht mehr als 30 Last laden und nicht über den Sund hinaus fahren. Die jungen Schiffer sollten nach Rostock ziehen. Da der Prozeß vor dem Reichskammergericht nicht aus der Stelle kam und nur Kosten verursachte, auch wenig Aussicht auf einen guten Ausgang vorhanden war, so nahmen schließlich am &#039;&#039;&#039;1. Februar 1606&#039;&#039;&#039; die Warnemündere ihre Klage zurück, zwanzig Jahre nachdem sie sie eingereicht hatten. Sie erklärten, sich dem Willen des Rates zu fügen, das heißt, in die Stadt zu ziehen. Der größte Teil der Schiffer zog nun aus Warnemünde fort. Einige blieben. Im &#039;&#039;&#039;Juli 1622&#039;&#039;&#039; erhielten auf ihre Bitte endlich 5 Schiffer die jederzeit  widerrufliche Genehmigung, in Warnemünde wohnen und Schiffahrt treiben zu dürfen.&lt;br /&gt;
:Die Wirkung der einschneidenden Handels- und Schiffahrtsbeschränkung machte sich bald in Warnemünde bemerkbar. Das Steuerregister von &#039;&#039;&#039;1623&#039;&#039;&#039; berichtet in dem kleinen Ort von 12 wüsten Hausstellen. Die ehemaligen Besitzer waren fortgezogen.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder versuchten im Laufe der Zeit immer wieder, das Verbot des Rates zu umgehen. Während des Siebenjährigen Krieges beschwerten sich Rostocker Bürger, daß in Warnemünde schon wieder Warenhandel bettrieben worden sei. Daraufhin untersagte der Rat am &#039;&#039;&#039;27. April 1764&#039;&#039;&#039; den Warnemündern nochmals jegliche Schiffahrt. Der Vogt wurde angewiesen dort keinerlei Handel zuzulassen. Im Jahre &#039;&#039;&#039;1768&#039;&#039;&#039; wurde das Verbot erneuert und den Einwohnern strengstens befohlen, den Ankauf und die Verladung von Backobst, Wolle, Flachs und anderen ländlichen Erzeugnissen hionfort zu unterlassen. Aber schon &#039;&#039;&#039;1777&#039;&#039;&#039; gab es wieder ein paar Schiffer in Warnemünde. Die Schiffergesellschaft ruhte indessen nicht und erreichte, daß der Rat in seiner Verordnung vom &#039;&#039;&#039;26. Oktober 1785&#039;&#039;&#039; ihnen die Ausübung ihres Gewerbes in Warnemünde unmöglich machte. Wiederum wurde verfügt, daß die Warnemünder Bevölkerung nur fischen, auf fremden Schiffen als Matrosen fahren und Lotsendienste verrichten durfte. Auf eigenen Schiffen zu fahren blieb ihnen verboten. Im folgenden Jahre unterband der Rat den Warnemündern auch den Frachtverkehr auf der Unterwarnow zwischen Warnemünde und Rostock. Wiederum gab es Abwanderung aus dem Hafenort, zum Teil sogar nach dem Fischland, während andere Einwohner dem Rat ein Schnippchen schlugen, indem sie das Ribnitzer Bürgerrecht erwarben, aber in Warnemünde wohnen blieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Diebereien der Warnemünder====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Das Rostocker Gewett, städtische Behörde für Hafen und Schiffahrt, Handel und Gewerbe, hatte auch den Hafenort Warnemünde zu verwalten und als Niedergericht die in Warnemünde auftretenden Streitfälle zu verhandeln. Deshalb hielt es regelmäßige Gerichtstage in Warnemünde ab.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlichsten Vergehen, die zur Verhandlung standen, waren unzweifelhaft Eigentumsdelikte. Es wurden Steine und Holz von den sogenannten Stein- und Moddekisten, die zur Uferbefestigung und zum Schutz gegen Versandung des Fahrwassers aufgestellt wurden, entwendet. Holz stahl man natürlich auch in der nahen Heide. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1772&#039;&#039;&#039; ist ein Palisadenwerk von der Schanze bis zu den Steinkisten erwähnt, von dem die Warnemünder ständig Holz stahlen. &lt;br /&gt;
:Zahlreich sind auch Fälle von Diebereien am Strand. Daneben fallen noch Klagen wegen rückständiger Zahlungen auf, zum Beispiel durch den Pastor, und auch die Hebamme klagte gegen zahlungssäumige Wöchnerinnen.&lt;br /&gt;
:Diese Prozesse bestätigen aber nicht die Warnemünder als &amp;quot;Langfinger&amp;quot;. Hinter ihnen verbirgt sich die große Armut der Menschen. Was sollten sie auch machen, gab es doch so weit das Auge reichte nur Sand und Seewasser. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1847&#039;&#039;&#039; bat zum Beispiel der Warnemünder Vogt Meyer um Lieferung von verbilligtem Roggen für die in äußerste Not geratene Warnemünder Bevölkerung. In diesem Jahr hatte weder Feuer, noch Wasser, noch Militär, die Menschen heimgesucht. Es war also für die Warnemünder ein ganz normales Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Regelmäßige Böhnhasenjagden der Rostocker Zünfte in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Weiter durften in Warnemünde weder Schlachter, noch Müller oder Bäcker wohnen. &lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zwischen den Rostocker Stadtbehörden und den Warnemündern blieb gespannt. Immer wieder suchte man sich über die auferlegten Beschränkungen hinwegzusetzen.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Zünfte übernahmen mit Vorliebe in Warnemünde die Verfolgung heimlich arbeitender Handwerker. Es kam oft zu sogenannten Böhnhasenjagden (auf illegale Handwerker, die nicht Zunft-Mitglied waren). &lt;br /&gt;
:Noch als Warnemünde Badeort wurde, sträubten sich die Rostocker Zünfte, dort Handwerker zuzulassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rat bezeichnete im Jahre &#039;&#039;&#039;1854&#039;&#039;&#039; den Hafenort Warnemünde als &amp;quot;eine zum Vorteile der Stadt Rostock, weil dieser untertänige, in Unterordnung gehaltene Kommüne&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Erst &#039;&#039;&#039;1861&#039;&#039;&#039; wurde das Schiffahrtsverbot aufgehoben. &lt;br /&gt;
:Bis ein Bäcker in Warnemünde sein Handwerk ausüben durfte, wurde es &#039;&#039;&#039;1865&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Und &#039;&#039;&#039;1866&#039;&#039;&#039; ließen die Rostocker Handwerksämter endlich zu, daß dort eine Mühle erbaut werden konnte und erstmalig ein Schlachter seinen Betrieb eröffnen durfte. &lt;br /&gt;
:Durch das &#039;&#039;&#039;Notgewerbegesetz des Norddeutschen Bundes&#039;&#039;&#039;  von &#039;&#039;&#039;1867&#039;&#039;&#039; fielen dann die letzten Beschränkungen für Warnemünde. Damit war die jahrhundertelange Unterdrückung der Bevölkerung des Hafenortes beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erst mit der Reichseinigung 1871 fielen die Beschränkungen denen die Warnemünder unterlagen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie hatte dazu geführt, daß die Warnemünder auf manchen  Verdienst der möglich gewesen wäre, verzichten mußten, daß sie in manchen Dingen geradezu ausgebeutet wurden und zu Einkaufen in Rostock weite und nicht immer gefahrlose Fahrten zu unternehmen gezwungen waren. Die Kehrseite war, daß sich in den Warnemünder Familien eine vielseitige Handgeschicklichkeit entwickelte. Gerade weil manche Dinge des täglichen Gebrauchs am Orte nicht zu haben waren, fertigte man sie selbst an. Der Haß gegen die Rostocker machte sich noch lange bemerkbar. Er kam auch in der vielgebrauchten Redensart zum Ausdruck: &amp;quot;Schmiet´n Diewel in´n Strom! un lat´n driwen, is´n Rostocker!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schweden, Franzosen,Engländer und Russen - Warnemünde in Kriegszeiten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Schwedenschanze und der schwedische Zoll===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Warnemünder Zoll&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch den Vertrag vom 29.11.1632 zwischen Gustav Adolf und den mecklenburischen Herzögen Adolf Friedrich I. und Johann Albrecht II. nahm dieser Zoll seinen Anfang. Warnemünde wurde an die Schweden abgetreten und ihnen zugleich das Recht eingeräumt, hier von aus- und eingehenden Fahrzeugen eine Abgabe zu erheben, von der den Herzögen 1 Prozent als Lizentquote zugesichert wurde. Mit dem Prager Frieden, dem sich auch die mecklenburgischen Herzöge angeschlossen hatten, trat eine Wendung ein, indem die Schweden nun Mecklenburg als Feindesgebiet behandelten, und das Land für einige Jahre Tummelplatz der feindlichen Armeen wurde. Im Jahre 1638 kam es zum Kampf um die Warnemünder Schanze, und die Schweden sahen sich genötigt, diese Befestigung den Kaiserlichen zu überlassen. Bald aber wandte sich das Blatt. Die Kaiserlichen mussten Mecklenburg räumen, und der Kommandant von Warnemünde verließ heimlich auf einem dänischen Schiff die Schanze, nachdem er sie den Rostockern übergeben hatte.  Diese versuchten nun das Schanzwerk zu zerstören, wurden aber daran von den Schweden gehindert, die es von neuem eroberten und befestigten und darauf fortfuhren, den Zoll zu erheben. Dieser Zustand hat dann bis zum Westfälischen Frieden und darüber hinaus bestanden, denn alle Versuche der Herzöge und der Rostocker, während der Friedensverhandlungen eine klare Bestimmung hierüber in die Friedensartikel hineinzubringen, waren vergeblich. So ist es dahin gekommen, dass noch bis ins 18 Jahrhundert hinein dieser Zoll erhoben werden konnte zum Schaden für Rostocker Handel und Schifffahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der schwedische Zoll in Warnemünde in den Jahren 1632-1654&amp;quot; Alexander Pries 1914]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.google.de/books/edition/Motiven_warumb_die_Cron_Schweden_den_War/w79YAAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=zoll+warnem%C3%BCnde&amp;amp;printsec=frontcover Warum die Cron Schweden...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während der Franzosenzeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1809 - Schillsche Truppen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Im Stadtarchiv der Hansestadt findet sich ein umfangreiches Aktenstück aus der Franzosenzeit, also der Besetzung durch napoleonische Truppen zwischen 1806 und 1813. &lt;br /&gt;
:In diesem Dokumentenbestand ist auch der vom 29. Mai 1809 datierte ausführliche Bericht des Warnemünder Vogtes Lange enthalten. &lt;br /&gt;
:Er berichtet was sich am Rande des in der deutschen Geschichtsschreibung oft heroisch geschilderten Kriegszuge Ferdinand von Schills mit seinem Bataillon Husaren rund um den alten Strom zutrug: &lt;br /&gt;
:„Dienstag d. 23. (Mai) gegen Mittag sprengten 4 Husaren vom von Schillschen Corps hinten an die Voigtey und fragten nach dem commandirenden Officier in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Es trat der Herr Lieutenant v. Horn heraus, welcher sogleich befragt ward, ob er diesen Platz dem Schillschen Corps übergeben wolle ?“ &lt;br /&gt;
:Der antwortete: „Der Platz sey allenthalben offen, und könne er denselben mit seinen Invaliden nicht verteidigen.“ &lt;br /&gt;
:Daraufhin wies man den 4 Husaren Quartiere bei Warnemünder Bürgern an. &lt;br /&gt;
:Deren Pferde bezogen den Stall beim Bürger Grimm. Am darauf folgenden Mittag erschienen weitere 14 Mann unter dem Kommando eines Sergeanten, der erklärte, das er nun Besitz von Warnemünde nehme. &lt;br /&gt;
:Leutnant von Horn entgegnete darauf, das er Befehl habe nicht von seinem Posten zu weichen. &lt;br /&gt;
:Der Sergeant erwiderte, dass er durchaus an seiner Seite weiter auf seinem Platz bleiben könne. &lt;br /&gt;
:Vor dem Einmarsch der Husaren hatte der Leutnant Schildwachen vor allen in Warnemünde liegenden Schiffen postiert. &lt;br /&gt;
:Um einer Entwaffnung zuvor zu kommen ließ er bei ihnen nun heimlich alle Patronen einsammeln und so die Gewehre unbrauchbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Aber die Maßnahme half nichts. Die Husaren entwaffneten die Rostocker Wachen trotzdem. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tag traf Graf von Moltke, ein Schillscher Stabsoffizier mit weiteren 14 Mann, teils Kavallerie, teils Infanterie hier ein. &lt;br /&gt;
:Auch für sie musste nun ein Quartier gefunden werden. &lt;br /&gt;
:Der veranlasste nun, das drei requirierte Kutter-Boote in die See vor die Hafeneinfahrt gelegt wurden. &lt;br /&gt;
:Fortan war auch den Fischern das Auslaufen verboten. &lt;br /&gt;
:Ein Schillscher Bataillonsschreiber brachte schließlich aus Rostock an von Moltke die Order alle hier liegenden Schiffe zu begutachten und festzulegen.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Tage belief sich die Zahl der so erlangten Schiffe auf 22. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den hiesigen Lotsenkommandeur Weisung, bei Strafandrohung von 50 Hieben, dass er die Räumung der Wasserfahrzeuge zu organisieren habe. &lt;br /&gt;
:Anschließend sollen sodann auf drei der Schiffe Pferdeställe eingebaut werden. &lt;br /&gt;
:Bald darauf rückt von Rostock der Schillsche Leutnant  von Hagen mit 12 Mann an, um nun mit Verspätung den Leutnant von Horn doch noch zu arretieren. &lt;br /&gt;
:Auch müssen die Rostocker Wachsoldaten jetzt den letzten Rest an Ausrüstung und Uniform abliefern. &lt;br /&gt;
:Der Lotsenkommandeur schien außerstande, den Einbau der Pferdeställe in die Schiffe zu organisieren. &lt;br /&gt;
:So sandte man kurzerhand ein Boot in den Breitling. Hier arbeitete gerade eine Reihe von Zimmerleuten an den Steinkisten der Molenbauwerke. &lt;br /&gt;
:Unter Androhung, sie im Wiedersetzungsfalle umgehend zu erschießen zwang man sie nun auf die Schiffe zwecks Einbau der Pferdeställe. &lt;br /&gt;
:Es mangelte jedoch an Material. Polier Stark musste nun angeben was gebraucht wurde. &lt;br /&gt;
:Das erforderliche Holz brachte man in Warnemünde bald zusammen, aber es mangelte an Nägeln. &lt;br /&gt;
:Zwischenzeitlich setzte aus Rostock ein Strom an Waffen, Proviant und Husaren aus Rostock ein. &lt;br /&gt;
:Allein acht Wagen mit Gewehren, Piken und Munition waren in Rostock requiriert worden. Deren Verladungen scheiterten an dem fehlenden Umbau der Schiffe. Der Umbau wiederum an den noch nicht aus Rostock eingetroffenen Nägeln. &lt;br /&gt;
:Als schließlich Schills Adjudant von Baersch in Warnemünde eintraf um die Einschiffung von Truppen auf den requirierten Schiffen  zu kommandieren, sprach der ein Machtwort und ließ jede verfügbare Hand dazu kommandieren, aus Umzäunungen, Steganlagen und Gebäuden alle sichtbaren Nägel herauszuziehen und für die Stallanlagen auf den Schiffen zu gewinnen. &lt;br /&gt;
:Es kam auch eine ansehnliche Menge zusammen, allein die Zimmerleute erklärten sie alle für unbrauchbar. &lt;br /&gt;
:So wurde schließlich ein Kavallerist nach Groß Klein gesandt, um dort von einem Schmied  ausreichend Nägel zu holen. Zwischenzeitlich beklagten sich die Schiffseigentümer bei Baersch, wer ihnen den Verlust der Schiffe ersetze? &lt;br /&gt;
:Baersch sicherte zu, das Schill ihnen alles ersetze. &lt;br /&gt;
:Nach einem Tag trafen schließlich auch die Nägel ein und die Arbeit an den Pferdeställen begann. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den Vogt Lange die Weisung alle in den Warnemünder Häusern verfügbaren Töpfe und Pfannen zu requirieren und für die Truppen auf die Schiffe zu bringen, was bei den Bewohnern zu großem Wehklagen Anlaß bot. Man schickte auch Requirierungstrupps in die Dörfer der Umgebung um Futter und Lebensmittel zu beschlagnahmen. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann die Einschiffung der Husaren und ihrer Pferde. &lt;br /&gt;
:Gegen Abend erreichte den Kommandeur von Baersch die Meldung, das einige Husaren der Witwe Heberer ihren Wein mit Gewalt aus dem Keller geholt hatten. Der Kommandeur eilte sogleich mit einem weiteren Offizier  dorthin um die Marodeure zu verhaften. &lt;br /&gt;
:Einer von ihnen widersetzte sich und ward von von Baersch noch am Ort exekutiert und vor dem Haus verscharrt. &lt;br /&gt;
:Kurz darauf  erklärt von Baersch dem Vogt, dass er dessen Dienstmädchen Lene als Köchin mit auf sein Schiff nehmen wolle. &lt;br /&gt;
:Die entzog sich dem aber sogleich durch Flucht und versteckte sich zunächst im Pfarrhaus. &lt;br /&gt;
:Die Anzahl der höheren Offiziere, die in der Vogtei Quartier bezogen hatten und sich zwangsweise am Tisch des Vogtes Lange beköstigen ließen stieg unablässig. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann man bereits einzelne Schiffe auf die Reede auszuschiffen. &lt;br /&gt;
:Das zwei der erfahrenen heimischen Schiffer nacheinander die Segler auf eine Untiefe von Einheimischen „Lichtbogen“ genannt, auflaufen ließen, war sicher nicht deren Unerfahrenheit zuzuschreiben. Viel Zeit kostete nun deren Bergung um auch für die anderen Segler die Hafenzufahrt passierbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Am 28. Mai morgens hatten holländische Truppen Warnemünde von Westen her erreicht und versuchten nun durch Beschuß die gegnerischen Schillschen Truppen am Auslaufen zu hindern. &lt;br /&gt;
:15 Schiffe lagen bereits auf Reede. Das sechzehnte, geführt vom Schiffer Maas aus Rostock segelte eine viertel Stunde lang unter starkem Beschuß aus der Hafenausfahrt. &lt;br /&gt;
:Den Holländern gelang es nicht im weichen Dünensand die Kanonen richtig auszurichten, so dass sie immer wieder nur die Segel des Schiffes trafen. &lt;br /&gt;
:Zwei weitere Schiffe mit Husaren an Bord lagen noch in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Da ihnen die Ausfahrt offensichtlich nicht mehr gelingen würde, flüchteten die Schillschen an Land über den Strom und die Hohe Düne in die Rostocker Heide. &lt;br /&gt;
:22 Der Husaren gerieten jedoch bei der anschließenden Verfolgungsjagd noch in Gefangenschaft der Holländer. &lt;br /&gt;
:Ein Teil der holländischen Truppen quartierte sich nun in den Warnemünder Häusern ein und ließ sogleich erneut Lebensmittel requirieren. &lt;br /&gt;
:Einen Tag später ließen sie sich jedoch zur Hohen Düne übersetzen um die Schillschen Truppen weiter in Richtung Stralsund zu verfolgen. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tage war Warnemünde wieder militärfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1810 - Im Frühsommer des Jahres war die Franzosenherrschaft an der Ostseeküste so schwach, daß die Engländer kleinere Landungen wagten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 3. Juni war ein nach Russland bestimmtes, amerikanisches Schiff von einem in Warnemünde stationierten französischen Kaper aufgebracht worden. Als Reaktion landete eine englische Marine-Einheit, eroberte Kaperschiff &#039;&#039;&#039;und&#039;&#039;&#039; Beuteschiff. Sie entführten sodann beide aus dem Hafen. Die schwache mecklenburgische Wachmannschaft hatte sofort nach der Landung die Flucht ergriffen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Redoute 1912.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde Redoute (1912)]]&lt;br /&gt;
:Dieses Ereignis veranlasste den französischen Marschall Eckmühl dazu, umgehend stärkere, ausschließlich französische Truppen in Warnemünde zu stationieren. Damit einher ging sein Befehl an die Stadt Rostock, unverzüglich den Bau verschiedener Befestigungsanlagen in Warnemünde abzusichern und zu finanzieren. &lt;br /&gt;
:Um die Befestigungsanlagen mit einer Redoute als Kern in Warnemünde in kurzer Zeit herzustellen, hatte die Stadt Erdarbeiter, Zimmerleute und andere Handwerker aller Art, sowie sämtliches Bauholz aus der Rostocker Heide zu stellen. Die Bürgerschaft war zunächst unentschlossen. &lt;br /&gt;
:Am 7. September gibt das erste Quartier in der Beschluß-Findung dazu folgende Stellungnahme ab. „...ein außerordentlicher Holzhieb scheitert bereits daran, das nichts mehr zu entscheiden ist, außer, wie er praktisch ausgeübt werden kann. Besser ist, noch einmal den Forstinspektor Becker zu befragen und ihn ein Konzept fertigen zu lassen. ...“ &lt;br /&gt;
:Das zweite Quartier hat darauf nur noch zu erwidern, daß man den Holzeinschlag vorrangig in den Rövershäger Waldungen ausführen solle, da aus den damals ebenfalls im Rostocker Besitz befindlichen Willershäger Waldungen die Anfuhrkosten zu hoch seien. &lt;br /&gt;
:Die Entscheidung war somit gefallen und der Forstinspektor erhielt freie Hand. Noch in derselben Woche begannen alle seine Waldarbeiter in den Trassen der abgesteckten, zukünftigen Waldschneisen, das gesamte für den Warnemünder Redouten-Bau benötigte Holz einzuschlagen und damit es sich auch leicht transportieren ließ, gleich einen guten Untergrund für die Fuhrwege herzurichten. &lt;br /&gt;
:So entstanden nach einander die Meiershausstellenschneise von Wiethagen nach Meiershausstelle, die Trasse der heutigen Bäderstraße, als Forstweg, von Hinrichshagen nach Torfbrücke, sowie die Schneise vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise). Der unfertige Landweg von Hinrichshagen nach Markgrafenheide bekam nun als Transportweg zur Warnemünder Baustelle eine besondere Wichtigkeit und konnte 11 Jahre nach seinem Baubeginn, dem ursprünglichen Plan entsprechend, fertiggestellt werden und Beispiel gebend solide ausgeführt werden. &lt;br /&gt;
:Nach Abschluss der Bauarbeiten war selbst das bis dahin permanent opponierende zweite Quartier nunmehr von der Sinnhaftigkeit des entstandenen Wegenetzes überzeugt und machte der Forstverwaltung sogar Vorwürfe, warum man damit nicht schon eher begonnen habe. Von 1791 bis 1811 hatten sie dieses Projekt stets verhindert.&lt;br /&gt;
:Der Bau der Warnemünder Redoute zog sich bis Februar 1812 hin. Nur vierzehn Monate später, am Ende der Franzosenzeit, beschlossen die Hundertmänner am 12. April 1813 bereits den Abriss der Redoute. Da sich die Umsetzung des Abrisses aber laufend verzögerte, landeten schließlich am  26. August rund 100 Engländer, schickten die Bürgerwache der Warnemünder nachhause  und „demolierten“ die Redoute. Am folgenden Tage beendeten sie ihr Zerstörungswerk endgültig und sprengten die gesamte Anlage. &lt;br /&gt;
:Zwei Wochen darauf besichtigte die Stadtverwaltung die Trümmerstätte und befand: „..daß die Redoute sich nicht mehr ähnlich war.“ Beckers Waldschneisen dagegen haben bis in unsere Tage Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während des ersten Weltkrieges 1914-1918===&lt;br /&gt;
KFC 577&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erlebnisbericht eines damals 17jährigen Güstrower Gymnasiasten am 1.August 1914&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Am Nachmittag besichtigten wir das drei Wochen zuvor eingeweihte Brinckman-Denkmal.&lt;br /&gt;
:Bald darauf war, wie immer das Konzert der Rostocker Stadt-Theaterkapelle unter Leitung von Kapellmeister Schulz. &lt;br /&gt;
:Und weil es draußen so schön heiß war, zeigte sich der schattige Kurgarten gerammelt voll.&lt;br /&gt;
:Die Leute waren vergnügt und zufrieden.&lt;br /&gt;
:So gegen halb sechs wurden die Leute plötzlich ganz still, reckten die Köpfe und sprangen auf.&lt;br /&gt;
:Die Musik brach mitten im Stück ab.&lt;br /&gt;
:Durch die Gartenpforte kamen in Uniform ein Leutnant, ein Trommler, ein paar Mann, und bauten sich vor dem Musikpallion auf.&lt;br /&gt;
:Mucksmäuschenstill war es im Garten, als die Soldaten mit Trommelschlag abmarschierten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Als die Versammelten Minuten darauf in allgemeinen Jubel verfielen, lag es all ihrer Vorstellungskraft fern, das in dieser Stunde vier Kriegsjahre angebrochen waren, die an Grauen, Tod und Zerstörung alles Dagewesene übertreffen sollten.&lt;br /&gt;
:Wenige Stunden danach heulten die Schiffs-Sirenen über das sonst stille Warnemünde, vom Zollhafen kam in langsamer Fahrt eine U-Boot-Halbflottille den Alten Strom seewärts herauf.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auch U-9 unter dem später zum Kriegshelden glorifizierten Kapitänleutnant Weddigen war unter ihnen.&lt;br /&gt;
:Das Hurra der allgemeinen Kriegshysterie begleitete deren Ausfahrt.&lt;br /&gt;
:Am anderen Morgen war Warnemünde wie ausgestorben, die Baustelle mt den ersten Mauern des gerade begonnenen neuen Kurhauses lag nun für lange verweist, die Uhren gingen fortan in auch in Warnemünde anders.&lt;br /&gt;
:Einen jungen Fotorafn traf es dabei noch ganz persönlich.&lt;br /&gt;
:Angesichts der vielen Sommerfrischler  bereitete er die Eröffnung eines Fotoateliers vor.&lt;br /&gt;
:Auch einen kleinen Bankkredit hatte er dazu erkämpft.&lt;br /&gt;
:Aus Gram über die entschwindenden Urlauber vertrank er den Kredit.&lt;br /&gt;
:Tage später verpflichtete eine Kriegsverordnung dazu, Reisepässe mit Foto zu versehen.&lt;br /&gt;
:Für ein Atelier, um nun die riesige Nachfrage zu befriedigen, hatte er kein Geld mehr.&lt;br /&gt;
:Schon ein Jahr darauf war die Hysterie allgemeiner Ernüchterung gewichen.&lt;br /&gt;
:Selbst weit entfernt von der Front begannen Leid und Not spürbar zu werden.&lt;br /&gt;
:Warnemünde mit seiner Fährverbindung via Dänemark, dem Land wo Milch und Honig fließen, übte nun eine neue Anziehungskraft aus.&lt;br /&gt;
:Mehrmals täglich verließen Eisenbahnwaggons beladen mit Kohlen, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Obst, Fisch oder Zucker den Bauch der Fähre aus Dänemark.&lt;br /&gt;
:Im Ort kursierten geflügelte Sätze wie: &amp;quot;&amp;quot;Kohlen werden nicht geklaut sondern mitgebracht.&amp;quot;, &amp;quot;Wi hebben dragen as de Immen&amp;quot;, man war findig genug, sich auf dem Rangierbahnhof Zugang zu der nahrhaften Ladung der Waggons zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor wieren männigmal mier Addebors as Poggen.&amp;quot; Wenn eine Kartoffel-Ladung geplündert wurde.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder verstanden es, sich diese Quelle zu erschließen und ihr Los zu erleichtern.&lt;br /&gt;
:&amp;quot; Nicht selten gab es gar ein ein stilles Bündnis mit den Bahnangestellten.&lt;br /&gt;
:Im dezember 1915 stellte man so Ertappte vor Gericht.&lt;br /&gt;
:Unter den 39 Angeklagten aus Warnemünde und Umgebung waren allein 19 Bankangestellte.&lt;br /&gt;
:Die Anzahl der Diebstähle war nicht mehr feststellbar.&lt;br /&gt;
:Schuld nicht mehr persönlich zuordenbar, so dass [[das Verfahren]] schließlich im Sande verlief.&lt;br /&gt;
KFC 45 560-566 KFC 46 171-324 153S. Anklageschrift&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
====Die Bahnberaubungen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
HG&lt;br /&gt;
[[Die Bahnberaubungen in Warnemünde]] Auszug Tidingsbringer Nr.9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde in der Zeit des dritten Reiches und des zweiten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Franzosenlager auf der Hohen Düne====&lt;br /&gt;
(Quelle Dr. Reno Stutz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====* [[Das Kriegsende In Warnemünde am 1. Mai 1945]]====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Hafen mit Leuchtfeuern und Molen==&lt;br /&gt;
===Die erste Leuchte am Ost-Ende der Hohen Düne ab 1323 bis warscheinlich 1487===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Warnemünder Leuchtturm in  &amp;quot;die Wahrhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberuhmten alten See- und Hensestadt Rostock&amp;quot; von 1578 bis 1586 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1832 Bevor der Leuchtturm kam===&lt;br /&gt;
(Wilfried Steinmüller) (WG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Offensichtlich war ursprünglich ein hölzerner Bau geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Planung Leuchtturm Freim Abendbl Januar 1832.jpg|Eine Zeitungsmeldung im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; Januar 1832&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde die Leuchte um 1870.jpg|Die Leuchte, der 1836 erbaute Vorgänger unseres heutigen Leuchtturms, links daneben der Signalmast&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturm, das Wahrzeichen von Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemuende Leuchtturm im Bau.jpg|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm im Bau 1897/98]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leuchtturm Warnemuende vor 1905.JPG|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm vor 1905]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1898 wurde der Warnemünder Leuchtturm, heute wohl wichtigstes Wahrzeichen des Ostseebades seiner Bestimmung übergeben. Versucht man die Wurzeln seiner Entstehung zu ergründen,  entdeckt man in alten Quellen bald, daß die Überlegungen zur Errichtung eines solchen Bauwerkes schon viel weiter zurückliegen.&lt;br /&gt;
:Auch in den Zeitungen des 19. Jahrhunderts wiederspiegelt sich dieses Thema. &lt;br /&gt;
:So weiß das &amp;quot;Freimütige Abendblatt&amp;quot; in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts dazu folgendes zu berichten: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hinsichtlich der jüngst von hier gemeldeten Absicht, ein Feuersignal im Warnemünder Seehafen anzulegen, ist es allgemein zu bedauern, daß man weit davon entfernt scheint, die Ideen zum Grunde zu legen, die der verstorbene sehr unterrichtete und hellsehende Schiffskapitän Eichmann, ehemaliger Lehrer der Nautik hieselbst, in einer höchsten Ortes vor etwa 6 Jahren von ihm über die Frage an welchem Punkte der mecklenburgischen Seeküste es am vorteilhaftesten wäre einen ordentlichen Leuchtturm zu errichten, erforderten und eingereichten, überaus wohlgearbeiteten Denkschrift, über die, seiner Meinung nach, in Warnemünde allein am allernützlichsten und unentbehrlichsten zu verfügende Errichtung eines solchen Leuchtturms entwickelt hat. Der Referent hat dies Memoire damals gelesen, und erinnert sich noch mit Vergnügen der lichtvollen mündlichen Erläuterungen des einsichtsvollen Verfassers, so wie der Wärme, mit der er den seit einigen Jahren neugebaueten und mit englischen Leuchtinstrumenten versehenen Leuchtturm zu Cuxhafen als das vortreffliche Modell pries, dem man in Warnemünde zu folgen hätte. Aber freilich steht die hohe Nützlichkeit, ja unentbehrliche Nothwendigkeit einer solchen Anstalt, so wie ihre dem Muster nacheifernde Vortrefflichkeit, die der Referent vor fünf Jahren stundenlang zu untersuchen und zu bewundern Gelegenheit hatte, auch im Verhältnis zu den sehr erheblichen Kosten, die die Nachahmung zu Warnemünde erfordern würde; Kosten zu denen, wenn dieser Gedanke je ins Leben träte, Fürst und Land, aus den entscheidenden Gründen wahren Gemeinwohls, auf die Hälfte oder doch ein Drittel beisteuern müßten und könnten.&lt;br /&gt;
:Rostock den 30. Januar 1832&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Immer wieder bieten die so &amp;quot;hellseherischen&amp;quot; Gedanken jenes Kapitäns  Eichmann Stoff zur Diskussion über die längst fällige Errichtung eines Leuchtturmes und man kann ihn wohl getrost als geistigen Vater eines solchen Bauwerkes bezeichnen. Auch sonst bietet sein Wirken in Warnemünde noch reichliche Betätigungsfeld für die Warnemünder Geschichtsforscher.&lt;br /&gt;
:Der Anstoß war gegeben, aber bis zur Realisierung verging noch viel Zeit und das Thema bot im Freimütigen Abendblatt auch weiterhin reichlich Lesestoff, wie hier zum Beispiel drei Jahre darauf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was die schon vor mehreren Jahren beantragte Anlegung eines Leuchtturmes am Eingange des Warnemünder Hafens betrifft, so scheint diese Angelegenheit, obgleich sie, wie man erfährt, sowohl von den Seiten des Handels- als des Schifferstandes als sehr dringend empfohlen und von demselben auch bereits verschiedene annehmliche Offerten gemacht sein sollen, doch ganz in den Hintergrund gestellt zu werden, und vielleicht nur aus dem einzigen Grunde, weil die Rostocker Schiffahrt seit Jahrhunderten schon ohne Leuchtturm bestanden hat. Wohin aber sollen solche Grundsätze führen ? Man überzeuge sich doch endlich von der Nützlichkeit, ja von den Notwendigkeit dieser Einrichtung! Eben wegen des Mangels derselben scheiterte noch jüngst wiederum ein Schiff; denn das Ansegeln an die mecklenburgische Küste bei irgend trüber Witterung, besonders bei starkem Sturm und Seegange ist bekanntlich sehr gefährlich. Unsere Baubehörde wird deshalb wenn sie sich auch in dieser Hinsicht des Raths sachkundiger Männer bedient, gewiß keinen Anstand nehmen, auch diesem Gegenstande seine Erledigung zu verschaffen, zumal da bei den vorseienden Hafenbauten gewiß der Bau eines solchen Leuchtthurmes auf eine zweckmäßige und vieleicht minder kostspielige Art als sonst zur Ausführung gebracht werden kann.&lt;br /&gt;
:Rostock den 29. December 1835&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Folgejahr schließlich scheint die Sache in Gang zu kommen denn in der Augustausgabe steht zu lesen: :&amp;quot;Bei der am 16.des Monats stattgefundenen Grundsteinlegung zu dem auf der Düne Warnemünde´s zu erbauenden Leuchtthurm war leider der Mehrzahl der hier Anwesenden Fremden der zu dieser feierlichen Handlung angesetzte Zeitpunkt fremd geblieben, weshalb nur ein kleiner Teil derselben auf der bezeichneten Anhöhe sich versammelt hatte. Befremden mußte es wohl allgemein, daß von der obersten städtischen Behörde nichts geschehen war um diesem Actus auch in seiner äußerlichen Form eine festliche Bedeutung zu geben, das auch nicht eines ihrer Mitglieder gekommen war, um die Theilnahme an einem Werke an den Tag zu legen, welches dem Vaterlande zur Ehre und so vielen zur Rettung und zum Heile gegründet werden sollte. Freuen müssen wir uns aber andererseits, daß dennoch diese Handlung nicht ohne eine gewisse Solenität &#039;&#039;(Feierlichkeit)&#039;&#039; vollzogen wurde. Es hatte nämlich eine Dame aus Rostock (C.v.W.) diesen Gegenstand in einem Gedichte besungen, welches auf allgemeines Begehren ein gerade anwesender, sehr beliebter Redner, Herr Candidat Bartsch aus Rostock, nachdem er einige, dem Gegenstande angemessene Worte vorausgeschickt, auf eine dem Inhalte des Gedichtes vollkommen entsprechende Weise recitierte. Nachdem hierauf von dem Herrn Administranten des Baues ein Toast unter dem Klange der Gläser ausgebracht worden, wurde diese eben so einfache als ansprechende Feier beendigt. Wie es heißt, erreicht der Bau, unter der Leitung des Stadtbaumeisters Herrn Schwedtler, noch vor dem Winter seine Vollendung.&lt;br /&gt;
:Warnemünde d. 19. August 1836&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leider nennt uns die Zeitung jener Tage den Verfasser der Zeilen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1897/98 der Bau des Warnemünder Leuchtturms====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Nebel mussten Sondermaßnahmen durchgeführt werden (Hornsignale, Glocke, Nebelkanone). Die Entwicklung der Rostocker Segelschiffflotte zur größten im Ostseeraum mit 372 Schiffen im Jahre 1878 machte einen weiteren Ausbau der Hafeneinrichtungen zwingend notwendig. So wurde bereits im Jahre 1862 dem Rat der Stadt Rostock ein Entwurf vorgelegt zum Umbau der Hafenleuchte in Warnemünde zu einem vollständigen Leuchtturm mit prismatischem Laternenhaus. Aber erst im Jahre 1897/98 kam es dann zum Bau des Leuchtturms in seiner jetzigen Form. Davor waren durch Streitigkeiten über die Notwendigkeit und die Finanzierung des Leuchtturms mehr als 30 Jahre ins Land gegangen. Erbaut wurde der Turm unter der Leitung des Rostocker Hafenbaumeisters Karl Friedrich Kerner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Leuchtturm mit Signalmast 1904.jpg|thumb|600px|links|Der neue Leuchtturm und links daneben der Wetteranzeiger-Signalmast 1904]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde1904 Handskizze Ludwig Krause Bedeutung der Signale am Mast.jpg|thumb|450px|rechts|Handskizze des Historikers Ludwig Krause über die Bedeutung der Signale am Mast neben der Leuchte 1904]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Feuer wurde zunächst mit Petroleum betrieben, das aus dem Petroleumkeller, in dem 4 Petroleumbottiche untergebracht waren, heraufgepumpt werden musste. Im Jahre 1917 wurde das Licht auf Gas umgestellt. Um 1927 wurde der Leuchtturm auf elektrisches Licht umgestellt. Die Lampentypen wurden ständig dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Heute wird der Turm mit einer 250W/230V HQL-Lampe betrieben.&lt;br /&gt;
Das Linsensystem wurde von der Firma Picht &amp;amp; Co. Rathenow geliefert und eingebaut und tut noch heute in unveränderter Form seine Dienste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Auszug aus: &amp;quot;Verschwunden - Vergessen - Bewahrt, Denkmale der Rostocker Technikgeschichte&amp;quot; Hans-Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 1995  &lt;br /&gt;
*[[&amp;quot;Leuchtturm Warnemünde&amp;quot; Hans Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 2013&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=sYbcAokrAQw  Gerd Lau MV1 TV]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1968 Die Symbiose von Teepott und Leuchtturm als Warnemünder Wahrzeichen====&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1936.jpg |thumb|250px|rechts|Warnemünde mit Leuchtturm und Teepavillon 1936]]&lt;br /&gt;
;1926 Der runde &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht&lt;br /&gt;
:neben dem Warnemünder Leuchtturm in unmittelbarer Nachbarschaft, den der Volksmund schon bald nach seiner Eröffnung &amp;quot;Teepott&amp;quot; nannte. &lt;br /&gt;
:Er brannte 1945 ab.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Der Architekt Ulrich Müther und der Hyparschalenbau&lt;br /&gt;
;noch fortsetzen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Teepott 1979 OKR.jpg|400px|thumb|rechts|Inneres des Teepotts 1979]]&lt;br /&gt;
;1967/68 Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten.&lt;br /&gt;
: Eine Architektengruppe des Wohnungsbaukombinates Rostock um Stadtplaner Erich Kaufmann entwickelte das Gebäude des &amp;quot;Teepotts&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die statische Konstruktion eines Hyparschalenbaus erstellte dazu der Konstrukteur Ulrich Müther aus Binz. Die Dachkonstruktion besteht aus einer Membranschale, die Last der 1000 m2 umfassenden Dachfläche ruht auf nur drei Auflagenpunkten. Die Dachschale hat eine Dicke von 7cm.&lt;br /&gt;
:Die künstlerische Gestaltung führten Achim Kühn, Inge Jastram und Felix Büttner aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Teepott seit der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. &lt;br /&gt;
:Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Molen und Seezeichen===&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Becker beschreibt den Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen &lt;br /&gt;
:(Freimüthiges Abendblatt 1826):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;500px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 a wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen a&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 b wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fischerei==&lt;br /&gt;
(u.a. Warnemünder Jolle) noch einpflegen&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts===&lt;br /&gt;
:Niemand der nach Warnemünde kann sich dem besonderen Flair des Alten Stromes und des Fischereihafens an seinen beiden Ufern entziehen.&lt;br /&gt;
:Allein schon der Duft von frischem Räucherfisch zieht die Touristen magisch an.&lt;br /&gt;
:Lang ist die Tradition der Fischerei in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bereits 1494 befuhren nicht weniger als 30 Warnemünder Fischer ihre Fangplätze in der Ostsee und leisteten ihre Abgaben an den dänischen Vogt auf Schonen. Sie befuhren bzw. befischten die gesante südwestliche Ostsee.&lt;br /&gt;
:Die größte Länge der damaligen Fischerboote betrug ca. 6,30m und 2,20 Breite.&lt;br /&gt;
:Ab 1880 mußten die Fischer Registriernummern an Booten und Segeln führen, 1917 ergänzt durch &amp;quot;WA&amp;quot; vor der Registriernummer.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder selbst befaßten sich ungern mit dem Bootsbau und überließen das den Tischlern und Stellmachern aus Groß-Klein.&lt;br /&gt;
:Gefischt wure mit Stellnetzen, Waden Reusen, Angeln und Eisen.&lt;br /&gt;
:Die Netze und Angeln wurden in Warnemünde gefertigt und in der heutigen Friedrich-Franz-Straße entstand die erste 250m Reiferbahn.&lt;br /&gt;
:Aber nicht nur gefischt wurde von den Warnemündern sondern sie verkauften ihre Fänge zu großen Teilen auch selbst.&lt;br /&gt;
:In erster Linieg boten sie ihre Fänge regelmäßig auf dem Rostocker Markt an.&lt;br /&gt;
:Da der Markt bereits um 8.00 Uhr öffnete, mußte die Ausfahr zum einholen der Netze schon morgens zwischen 1 und 2 Uhr erfolgen.&lt;br /&gt;
:Leider wurden nie Aufzeichnungen über Fangmengen und erzielte Preise gemacht.&lt;br /&gt;
:Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wares den Warnemünder Fischern per Rostocker Edikt strikt untersagt auf dem Breitling zu fischen. Das war den Rostocker Fischern, die ihren Standort uweit der Petribrücke hatten, vorbehalten.&lt;br /&gt;
:Wenn aber Rostocke fischer nach Warnemünd kamen, hieß es &amp;quot;Vorsicht die Türken kommen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das hatte aber nichts mit Bewohnern die aus der Türkei kamen zu tun,sondern ein einstiger Rostocker Fischmeister hieß Thürk und wurde zum Namensgeber dieses Ökelnamens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 50iger Jahren wurde in Warnemünde eine sehr leistungsfähige FPG (Fischerei-Produktionsgenossenschaft) gegründet.&lt;br /&gt;
:Es entstand eine neue Löschhalle zur Übernahme des gerade angelandeten Fisches und eine Fischverarbeitungsstätte.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlich angelandeten Fische waren Ostsee-Hering, Dorsch, Steinbutt, Scholle und Lachs.&lt;br /&gt;
:Edelfische gingen in den Export, Hering und Dorsch kamen in die genossenschaftseigenen Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Fischverwertungsgenossenschaft Warnemuende.JPG|Fischverwertungsgenossenschaft Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:FPG Warnemuende.JPG|Fischerei-Produktionsgenossenschaft (FPG) Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:Fischverarbeitung Warnemuende.JPG|Fischverarbeitung in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem Umbruch 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1990 verzeichnete die heimische Fischerei wegen der einströmenden Fisch-Importe, besonders aus Holland, mit der Kutterfischerei in Warnemünde rapide bergab.&lt;br /&gt;
:Heute gibt es nur noch drei privae Kutterfischer, die ums Überleben kämpfen.&lt;br /&gt;
:Eine Reihe der darüber hinaus verbliebenen Kutter führen oft Angeltouren für die zahlreichen Touristen durch.&lt;br /&gt;
:Deren Tour-Angebote sind sehr beliebt und sind meist lange voraus ausgebucht.&lt;br /&gt;
:Trotz des Niederganges der Küstenfischerei ist das Flair eines Fischereihafens geblieben und dort fangfrischen Fisch geräuchert oder als Bismark-Hering angeboten haben auch eine zusätzliche Anziehungskraft Warnemünde und die Fischer zu besuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Lotsenwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Lotsenordnung von 1782]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Lotse und das Einlaufen in den Hafen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Lotsenordnung 1782 01.jpg|300px| rechts| Die Rostocker Lotsenordnung von 1782 a]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Schwierigkeit der Hafeneinfahrten erforderte, dass das Schiff von einem Spezialisten in den Hafen geführt wurde, der alle Tücken des Fahrwassers genau kannte, das ist der Lotse.&lt;br /&gt;
:Seine Verantwortung ist groß, größer als sie Brinckmans humoristische Charakteristik im „Kasper Ohm“ erkennen läßt: „Loots is´n Loots ´n Kierl, de sein Schuldigkeit doon mööt, Haaben rin un Haaben ruut, süs ward he oewer Buurd smäten, un doför kriggt he sein Betalung!“&lt;br /&gt;
:Weit draußen vor der Hafeneinfahrt warten  die Lotsenboote bei jedem Wetter auf Schiffe, die den Hafen anlaufen wollen.&lt;br /&gt;
:Über die Tätigkeit der heimischen Lotsen wird mancherlei erzählt:&lt;br /&gt;
:Fiew Lotsen wieren hier in Warnemünd in´t Boot. Dree bleben langsiet un maakten naher dat Schipp fast. Twee stegen oewer.&lt;br /&gt;
:De Warnmünner Lotsen säden, wenn se an Buurd güngen: Klaas, gah du an´t Stier, ik gah an´t Kommdier („Ich regier“, ich gebe die Kommandos).&lt;br /&gt;
:De Lotsen smus´ten solang´rüm up´t Schipp bi´n Kaptain, un güngen nich ihrer von´t  Schipp, bet se´n Foi kreegen.&lt;br /&gt;
:Näherte sich ein Schiff der Warnemünder Reede, dann fuhren in einem Eifer, Geld zu verdienen, die Lotsen oft schon aus, ehe das Schiff die Lotsenflagge zeigte, dann gab es aber gelegentlich bittere Enttäuschung.&lt;br /&gt;
:Wenn de Warnmünner Lootsen ruutführt wieren mit ehr Boot un dat Schipp denn oewer Stagg güng un na buten fohrt, denn schüllen de Lotsen „Dat is´n Heichler“ („Das ist ein Heuchler“, er tat nur so, als wollte er den Hafen anlaufen.)&lt;br /&gt;
:Wi Lotsen säden, wenn en Schipp oewerkrüzen ded`vör.nHaben: „Dat is´n Bidewinner (Das Schiff segelt bei dem Winde).&lt;br /&gt;
:Wenn es so stürmisch war, dass die Lotsen nicht hinauskamen, gab es ein Aushilfsmittel, das Schiff in den Hafen zu lotsen, denn würd de Windbaak bruukt.&lt;br /&gt;
:Dat wier up´t Warnmünner Spill ´ne Flagg mit´n langen Staken, dor winkten se mit.&lt;br /&gt;
:Wenn slicht Wäder wier, dat de Lotsen nich ruutgahn künnen, würd mit de Windbaak winkt.&lt;br /&gt;
:Wo de henwinkt, dor mööt he´t Roder henleggen.&lt;br /&gt;
:Wenn hoges Wäder wier un de Strom dull uutloopen ded, würden mit de Windbaak Tecken gäben.&lt;br /&gt;
:Wenn dat Schipp to läg´stüern ded´, würd dormit  winkt, he süll na de anner  Siet stüern.&lt;br /&gt;
:Wnn keen Wind wier un de Strom in War´münn  hart utloopen ded´, dat dat Schipp dor nich gegenankünn, denn müßten de ollen Lotsen dat Schipp rintrecken. Denn geew de Schipper´n Soopji uut.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren Lotsen, dee all up´t Ollendeel wieren. &lt;br /&gt;
:Früher wier dat jo all schier un glatt an´n Strom (es ist gemeint, dass am Strom entlang habe ein glatter Weg geführt.)&lt;br /&gt;
:De Lien würd an´n Mast bunnen.&lt;br /&gt;
:De Treckers hadden´n Trecksädel, dor wier´n höltern Knoop aan.&lt;br /&gt;
:Wenn´n Schipp fastkeem bi de Infohrt, würd dat Gangspill dreiht, dorbi würd ok sungen.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl, dorbi müßt he sik mit de Bost upleggen. Dat keem vöör, dat he dorbi ringahn ded´ in´t Water.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren vier bet söß Mann, oder twee Pier tröken.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl. &lt;br /&gt;
:(Richard Wossidlo WRQG 1940 )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende===&lt;br /&gt;
* [[Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende|Warnemünder Lotsenkapitän Stefan Jantzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Zollwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zollamt am südlichen Ende der Häuserreihe am Strom wurde 1891/92, wahrscheinlich vom Stadtbaumeister Gustav Dehn erbaut. (WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Zollwesen in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde um 1900 der Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Kaiserliche Zollamt.jpg|Der kaiserliche Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Zollamt.&lt;br /&gt;
Datei:AK Zollamt Warnemuende circa 1917.jpg|Das Zollamt auf einer Ansichtskarte 1917.&lt;br /&gt;
Datei:Zollamt Warnemuende circa 1990er.jpg|Das Gebäude des ehemaligen Zollamtes in den 1990er Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Kirchen und die drei Friedhöfe von Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Jahrhunderte sind in Warnemünde mindestens vier Kirchen nachweisbar.  Zwei frühe Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert fielen den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Rostock und den Dänen zum Opfer.&lt;br /&gt;
Die erste steinerne Kirche wurde um 1280 wahrscheinlich auf Veranlassung des Doberaner Klosters erbaut, was zur Folge hatte, das das Kloster auch über eine sehr lange Zeit deren Kirchenpatronat inne hatte. Als Rostocker die Kirche nach einem Sieg gegen die Dänen abbrannten, wurde dieser Frevel sogar dem Papst in Rom gemeldet. &lt;br /&gt;
Die Stadt wurde im Dezember 1312 mit dem Bau einer neuen hölzernen Kirche beauftragt, die aber ebenfalls durch Feuer zerstört wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die alte Kirche mit ihrem Friedhof bei der Vogtei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Vorläufer der heutigen Kirche war ein Gotteshaus, das ganz in der Nähe des Alten Stroms einige Meter nördlich von der Vogtei stand und Anfang des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut worden war.&lt;br /&gt;
:Sie hatte an der Südseite zwei Anbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der &amp;quot;Alte Kirchhof am Strande&amp;quot;===&lt;br /&gt;
:noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die neue Kirche===&lt;br /&gt;
:Da die Einwohnerzahl von Warnemünde ständig wuchs und die alte Kirche (&amp;quot;Fischerkirche&amp;quot;) zunehmend baufällig wurde, begann im September 1867 die Errichtung eines neuen Gotteshauses. &lt;br /&gt;
:Am 1.10.1871 fand in Gegenwart des Großherzogs Friedrich Franz II. die feierliche Einweihung statt. &lt;br /&gt;
:Das Gotteshaus entstand nach einem Entwurf des Rostocker Baumeisters Wilhelm Wachenhusen. &lt;br /&gt;
:Der kreuzförmige Backsteinbau birgt wichtige Bestandteile von der Innenausstattung der alten Warnemünder Kirche. &lt;br /&gt;
:Zu den bemerkenswetesten Gegenständen dürfte die überlebensgroße Schnitzfigur des heiligen Christophorus (Ende 15.Jh.) gehören. &lt;br /&gt;
:Die alte &amp;quot;Fischerkirche&amp;quot; wurde 1874 abgerissen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Geschichte am Rande:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Das zum Kirchspiel Warnemünde gehörende Dorf Diedrichshagen, das zuvor noch in Schwaan eingepfarrt war, kam nach dem Dreißigjährigen Krieg unter das Dach der Warnemünder Kirche.&lt;br /&gt;
:Dort in der alten Kirche am Ufer des &amp;quot;Alten Stroms&amp;quot;, befand sich vor der Ostwand die geschnitzte, überlebensgroße Figur des heiligen Christophorus.&lt;br /&gt;
:Als 1871 nun die neue Kirche fertiggestellt war, sollte die große Figur nicht mehr übernommen werden.&lt;br /&gt;
:Besonders die Diedrichshäger Pfarrkinder protestierten dagegen und erklärten, ohne Christophorus würden sie keine Ababen mehr leisten, sondern sich selbst eine Kirche bauen.&lt;br /&gt;
:Sie waren alter Überlieferung gemäß hier nur so lange eingepfarrt, wie die Figur im Gotteshaus stünde.&lt;br /&gt;
:Die Kirchenleitung gab klein bei, und der Schutzpatron der Reisenden blieb dem Gotteshaus und uns bis heute erhalten.&lt;br /&gt;
* [http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/fullscreen/PPN407465633d2731312e30312e30312e27_40636c6173736e756d3d273236312e27_407369673d2733352f3320303227/1/ Grundriß der neuen Kirche]&lt;br /&gt;
* [[Die neue Warnemünder Kirche im Schlie Bd.1 S.285-291]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Kirchenplatz um 1875 a.jpg|Kirchenplatz mit neuer Kirche um 1875&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünder Pfarrkirche um 1900.jpg|Die Warnemünder Pfarrkirche um 1900&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Inventarteile die aus der Vorgängerkirche übernommen wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Schnitzalter von 1475 (angeblich eine Danzige Arbeit, über See nach Warnemünde verschifft)&lt;br /&gt;
:Im Schrein befinden sich zwei Gruppen von Heiligen jeweils unter Maßwerkbaldachinen, dazu 3 Heilige in den Flügelaußenseiten.&lt;br /&gt;
:- Kanzel mit Schalldeckel von 1591&lt;br /&gt;
:- Heiliger Christophorus - monumentale Schnitfigur vom Anfang des 16. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder machten ihn zum Schutzheiligen des Ortes&lt;br /&gt;
:Einer Legende nach sollte der Christophorus Tränen vergießen können.&lt;br /&gt;
:Einer weiteren Legende nach lebte in der Frühzeit Warnemündes in der Nähe der Vogtei ein Mann, der Leute bei Bedarf gegen einen kleinen Obolus über den damals noch flachen Strom trug. Er galt als Sinnbild des Warnemünder Christophorus.&lt;br /&gt;
:- Altargemälde mit Kreuzigungszene von Gustav Stever um 1870&lt;br /&gt;
:- Zwei Pastorenporträts: J.Albinus gest. 1670 und N.Bims gest. 1724&lt;br /&gt;
:- Gestühlwangen mit Inschriften und Hausmarken 16.-18.Jh.&lt;br /&gt;
:- Truhe von 1620&lt;br /&gt;
:- Glocke von 1434&lt;br /&gt;
:- Votivschiffe von 1820 und 1885 (Dankesgabe von in Seenot geratenen und geretteten Seeleuten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei der Sturmflut vom 12.-14. November 1872 retteten sich viele Einwohner in die Kirche, als Warnemünde nach dem Durchbruch der Dünen westlich des Ortes wie auf einer Insel lag. Zuletzt mußten die Geretteten auf die Bänke steigen, während draußen Lotsenkommandeur Stephan Jantzen  mit seinen Lotsen Menschen aus unmittelbarer Gefahr rettete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der neue Friedhof===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Denkmalgeschichten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für John Brinckman im Warnemünder Kurpark===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Brinckman Stein b.JPG|thumb|450px|rechts|Warnemünde Brinckman-Stein im Kurpark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Ein Dichter und sein Gedenkstein - John Brinckman kam zur Kur ins Seebad&amp;quot;====&lt;br /&gt;
:(Autor: Ronald Piechulek in Ostsee-Zeitung 22.11.2002)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 18. September 2001 wurde der John Brinckman-Gedenkstein am Kurhausgarten gegenüber dem Institut für Ostseeforschung &#039;&#039;(nach 1914 zum zweiten Mal)&#039;&#039; eingeweiht.&lt;br /&gt;
:Zum Dichter und zur Geschichte des Steins recherchierte der Warnemünder Ortschronist Ronald Piechulek:&lt;br /&gt;
:John Frederick Brinckman wurde am 3.Juli 1814 in der Rostocker Koßfelder Straße als zweiter Sohn einer Kapitänsfamilie geboren. Er war sieben Jahre alt, als Warnemünde erstmals als Badeort erwähnt wurde. John Brinckman der sich zur Seefahrt hingezogen fühlt, erlebte, wie im Jahre 1834 der Dampfer &amp;quot;Rostock-Packet&amp;quot; seine regelmäßigen Fahrten zwischen Warnemünde und der Stadt aufnahm 1834 ließ er sich an der Rostocker Universität immatrikulieren und studierte bis 1837 Jura und Philosophie. Die akademische Laufbahn fand ein jähes Ende, als John Brinckman am 26.September 1838 wegen &amp;quot;versuchter Stiftung eines verbotenen Vereins&amp;quot; an der hiesigen Universität zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Diese Strafe brauchte er aufgrund eines Gnadenerlasses des Großherzoges jedoch nicht zu verbüßen.&lt;br /&gt;
:Diese und andere Erlebnisse bewogen Brinckman. 1839 seiner Heimatstadt den Rücken zu kehren und in den USA sein Glück zu versuchen. Das Heimweh und die Nichterfüllung seiner Wünsche und Vorstellung ließen aber John Brinckman 1842 nach Mecklenburg zurückkehren. Nach mehreren Anstellungen in verschiedenen mecklenburgischen KLeinstädten führte ihn sein Weg nach Güstrow, das nun seine Wahlheimat werden sollte. Dennoch zog es ihn immer wieder nach Rostock zurück.&lt;br /&gt;
:Brinckman weilte von 1850 bis 1870 jeweils in den Sommerferien in Warnemünde anfangs allein, später mit der gesamten Familie. &lt;br /&gt;
:Sie fand Unterkunft in dem Haus am Strom Nr. 35.&lt;br /&gt;
:Seine schwankende Gesundheit zwang den Dichter, in den letzten Lebensjahren dem eindringlichen Rat seines Arztes zu folgen und in Warnemünde , das für seine Heilkuhren berühmt war, Erholung zu suchen.&lt;br /&gt;
:Bei den Warnemündern war Brinckman ein gern gesehener Gast. Am Tage saß er stundenlang am alten Strom, snackte mit den Fischern und Lotsen Platt und ließ sich von ihnen Geschichten erzählen, die sicherlich einmal in seinen Werken Niederschlag finden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Wihred, hollen bi de Enthüllungvon den &amp;quot;John Brinckman-Steen&amp;quot;, in Warn´münn von H. Burmeister-Rostock&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
;(Weiherede gehalten bei der Enthüllung von dem &amp;quot;John Brinckman-Stein&amp;quot;, in Warnemünde von H.Burmeister_Rostock]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 38 am 16.Juni 1914 S.335/336)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;John Brinckman - Taun´n 100. Geburtstag (3.Juli 1914)&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 34, 4.Juli 1914)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Reuter-Stein und die Reuter-Eiche bei der Sedan-Wiese===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche erfolgte anlässlich des 100. Geburtstages der Schriftstellers am 6. November 1910. Stein und Eiche befanden sich an der damaligen Sedan-Wiese. Diese Wiese, die an den vorentscheidenden Sieg der deutschen Armee nahe der französischen Stadt Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870/71 erinnern sollte, befand sich westlich des damals neuen Warnemünder Friedhofs und heutigen „Stephan Jantzen-Parks“. Zur Einweihung findet sich in der Rostocker Zeitung vom 8. November 1910 eine Meldung über „Die Reuter-Jubiläumsfeier des Plattdeutschen Vereins in Warnemünde“. Darin heißt es: „In unmittelbarer Nähe der Küste, etwas unterhalb der Dünen pflanzte der Plattdeutsche Verein in Warnemünde zum Andenken an den Dichter eine Eiche und setzte dazu einen Denkstein mit einer Inschrift. Die Feier fand unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft statt. Ein stattlicher Festzug bewegte sich vom Vereinslokal zu dem in Aussicht genommenen Platz in den neuen Anlagen. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden des Plattdeutschen Landesverbandes, Herrn Burmeister aus Rostock, übernahm Vogt Rechtsanwalt Beselin im Namen des Ortes Eiche und Denkmal. (…)“&lt;br /&gt;
Der Stein mit dem Namen und den Lebensdaten des Heimatdichters sollte die Eiche markieren. Es ist derzeit unklar, ob die ursprünglich gepflanzte Eiche noch existiert. Ungeklärt ist auch, was aus dem Stein wurde. Wie bei anderen Gedenksteinen aus Warnemünde, hält sich auch hier das Gerücht er sei im Fundament des Neptunhotels verbaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.jpg|Ansichtskarte mit Gruppenfoto des Plattdeutschen Vereins zur Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche 1910.&lt;br /&gt;
Datei:Ausschnitt AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.JPG|Reuter-Stein und Reuter-Eiche in Nahaufnahme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pressemeldung zur Vorbereitung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche im Rostocker Anzeiger vom 27.10.1910]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Fritz Reuter-Stein vor der Warnemünder Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Reuter-Stein Warnemuende.jpg|Der Warnemünder Reuter-Stein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bismarck-Stein auf der Promenade===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck Spoek-Stein Warnemuende.jpg|Der Bismarck-Stein vor seiner Aufstellung&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck-Stein Warnemuende.JPG|Der Bismarck-Stein auf einer alten Postkarte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) erhielt auch in Warnemünde Ehrungen und Denkmäler. So wurden unter anderem die Promenade und die anliegende Heinrich-Heine-Straße nach ihm benannt. Eine weitere Würdigung erhielt Bismarck in Warnemünde in der Form eines Gedenksteines, der am 25. August 1907 auf der Promenade feierlich eingeweiht wurde. Verbunden mit verschiedenen Ehrerbietungen, Reden und Kranzniederlegungen, wurde der Gedenkstein festlich enthüllt. Das Denkmal fand seinen Standort mitten auf der belebten Promenade und war mit dem Schriftzug „Bismarck zum Gedächtnis“ verziert.  Durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde dem Bismarck-Gedenkstein nach Kriegsende zunächst sein Schriftzug entfernt, bevor er 1968 endgültig von der Promenade verschwand. Versuche, den schweren Koloss an einen anderen Standort zu verlegen scheiterten und hatten die Sprengung des ehemaligen Denkmals zur Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Einweihung 1927.jpg|Einweihung des Kriegerdenkmals 1927&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Namen.jpg|Kriegerdenkmal Warnemünde: Blick auf die Namensliste&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Abriss.JPG|Kriegerdenkmal Warnemünde: Abrissarbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund SVZ 23te Januar 2006 a.jpg|thumb|450px|links|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ 23. Januar 2006]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund OZ 27te Januar 2006.jpg|thumb|600px|rechts|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ  2006]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Geinitz-Stein an der Stoltera===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Geinitz-Stein Warnemuende.JPG|Der Geinitz-Stein an der Stolteraa&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eugen Geinitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Gedenktafeln===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten auf den Warnemünder Gedenktafeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Opfer von Krieg und Gewalt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kunst im öffentlichen Raum in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Denkm%C3%A4ler,_Brunnen_und_Skulpturen_in_Rostock Wikipedia-Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Rostock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Planetenweg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder Planetenwanderweg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionspflege, Kultur und Vereinsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Reichsgründung 1871 entfaltete sich auch in Warnemünde ein reges Vereinsleben: Gesangsvereine, Ortsinteressenverein, Sportvereine etc. gründeten sich. Der erste Verein in Warnemünde, der eindeutig der Traditionspflege zuzuordnen ist, war der 1902 gegründete &amp;quot;Plattdeutsche Verein für Warnemünde und Umgegend&amp;quot;. In der Zeit der DDR waren es verschiedene Zirkel der Warnowwerft und insbesondere der Kulturbund der DDR, die die Kulturarbeit im Ort maßgeblich prägten. Nach der Wiedervereinigung kam es zu zahlreichen Vereinsgründungen, z.B. der Gemeinnützige Verein für Warnemünde e.V. (kurz Warnemünde-Verein), der Warnemünder Sportverein e.V. oder auch der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. (kurz Leuchtturm-Verein). Einige Vereine sehen sich dabei in der Tradition mit ihren historischen Vorläufern, wie z.B. der Warnemünder Segel-Club e.V. und der Tennisverein Blau-Weiß Warnemünde e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Klaashahns===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1963 waren es acht junge Segler aus der Betriebssportgemeinschaft der Warnowwerft, die zusammen kamen, um die Abende gemeinsam mit dem Singen von Seemannsliedern und Shantys zu verbringen. Sie selbst fanden Gefallen daran und auch zufällige Zuhörer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Auftritt der Sänger fand am 7. Mai 1964 im Warnemünder Veteranenclub mit großem Erfolg statt. Erst danach beschloss man, eine Shantygruppe zu bilden und sich den Namen „De Klaashahns“ zu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründungsmitglieder der Shantygruppe waren: &lt;br /&gt;
Edwin Lenz, Uwe Jahnke, Kurt Jahnke, Dietrich Zager, Siegfried May, Helmut May, Christian Rösler, Lutz Buchmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Trachtengruppe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trachtengruppe wurde 1976 gegründet und setzt sich seither für die Erhaltung und Pflege der Traditionen des Ortes ein. Dazu gehören insbesondere die alten Volkstänze, aber auch die niederdeutsche Sprache. Bei ihren Auftritten tragen die Mitglieder Trachten, wie sie um 1840 in Warnemünde getragen wurden. Einmal jährlich im Juli organisiert die Trachtengruppe das &amp;quot;Warnemünder Trachtentreffen&amp;quot;. Die Mitglieder der Trachtengruppe präsentieren seit 1976 im Zuge des &amp;quot;Warnemünder Ümgangs&amp;quot; historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Ümgang===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brauch des „Ümgangs“ geht zurück ins 14. Jahrhundert. In jedem zweiten Jahr wurde der Öllermann, der Wortführer des Altermänner-Kollegiums, gewählt. Gleichzeitig wurden die Steuereinkünfte von den Bürgerältesten abgerechnet.&lt;br /&gt;
Anschließend führte ein Umzug vorbei an Pfarre und Vogtei durch den Ort – auch gedacht als Repräsentanz der Warnemünder gegenüber Rostock. Diesen Brauch pflegte man bis 1850, in vereinfachter Form sogar bis 1909.&lt;br /&gt;
Als Bestandteil des Warnemünder Sommerfestes, heute im Rahmen der Warnemünder Woche, wird seit 1976 der „Warnemünder Umgang“ (seit 2001 „Nieger Ümgang“) durchgeführt.&lt;br /&gt;
Mitglieder der 1976 gegründeten Warnemünder Trachtengruppe verkörpern seither historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen. &lt;br /&gt;
Seit 1979 werden auch die sogenannten Ümgangsstäbe mitgeführt. Sie symbolisieren die drei wichtigsten Warnemünder Berufsstände: Fischer, Schiffer und Schiffbauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 01.jpg|Ümgang 1979.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1986.jpg|Ümgang 1986.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 02.jpg|Auf der Bühne am Leuchtturm, 1979.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünde-Verein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturmverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot;. Keimzelle für die Entstehung des Fördervereins war der Wunsch den Leuchtturm nach der Wende von 1989/90 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hauptinitiator hierbei war der damalige Rostocker Denkmalpfleger Gerhard Lau. Er und andere Enthusiasten, die sich schnell für diese Idee begeistern konnten, überzeugten den Bürgermeister der Stadt Rostock und das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) von dieser Idee.&lt;br /&gt;
Da weder die Stadt noch das WSA Personal hatten, um den Turm zu betreuen, wurde am 22. April 1994 daher der &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot; gegründet.&lt;br /&gt;
Das WSA, die Hansestadt Rostock und der „Leuchtturmverein“ einigten sich zugleich auf die Schließung eines Überlassungsvertrages zur Bewirtschaftung des Leuchtturms, der am 24. April 1994 direkt vor dem Leuchtturm unterzeichnet wurde. Der Turm ist seither unter der Obhut der Warnemünder Leuchtturmmänner wieder für alle geöffnet die den Aufstieg wagen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Einst und jetzt ein Stück Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der ursprüngliche &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine kleine Warnemünder Jolle rudert von schnellen kräftigen Schlägen getrieben die Warnow herauf.&lt;br /&gt;
:In dem Boot sitzt ein Mann mit seiner Frau. Schon von weitem wird es in Rostock als das des Tidingsbringers erkannt und spannungsvoll erwartet. Jetzt schießt es an das Bollwerk heran. Ein kleiner Mann springt ans Ufer, der Schweiß perlt ihm von der Stirn.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was gibts Neues, Jungmann, wer ist heute binnengekommen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Aber vergeblich sind alle Fragen. Der Tidingsbringer weiß genau, von wem er den klingenden Lohn für seine Neuigkeiten zu erwarten hat. Keine Sekunde darf verlorengehen, an niemand die Nachricht, die er bringt, vorzeitig verraten werden.&lt;br /&gt;
:Atemlos eilt er durch das Fischertor und verschwindet in der Strandstraße. Zuerst klopft er an die Tür des Steuermanns Schütz.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gute Nachricht Frau Schütz, Kapitän Lembke ist mit der Anna Maria im Ansegeln vor Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Ihr Mann wrd heute abend noch in den Hafen kommen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Diese dankt hocherfreut und lässt ein Silberstück in die Hand des Tidingsbringers gleiten.&lt;br /&gt;
:Weiter führt ihn sein Weg jetzt zur Wohnung des Kapitäns Krahnstöver und von dort zu den anderen Schiffer- und Steuermannsfamilien, denen er gleichfalls die freudige Mitteilung  machen kann, dass günstiger Wind die Schiffe mit ihren Angehörigen auf Warnemünde zusteuern lässt.&lt;br /&gt;
:Der letzte Gang gilt den weiter im Innern der Stadt gelegenen Kontoren der Reeder. Hier nimmter sich schon etwas mehr Zeit zur ausführlichen Berichterstattung, denn er ist sicher, dass ihm nun keiner mehr mit der Meldung der neuesten Schiffsnachrichten zuvorkommen wird.&lt;br /&gt;
:Bevor nach 1850 wegen des langen und beschwerlichen Landweges die Dampfer zum Hauptverkehrsmittel wurden und 1863 der Anschluss Warnemündes an das Telegrafennetz erfolgte, gab es zwei besoldete Tidingsbringer (auch Tidungenbringer) als Nachrichtenübermittler zwischen Rostock und seinem Vorhafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Über Bewegungen im Rostocker Schiffsverkehr, über Abgangszeiten, Bestimmungsort und mutmaßliche Rückkehr wussten diese genauso Bescheid, wie über Namen, Größe, Takelung und Kapitäne der Fahrzeuge, die sie mit dem Fernrohr durch Besonderheiten an Rumpf oder Takelage erkannten.&lt;br /&gt;
:(Auszug aus: Tidingsbringer - Ein Warnemünder Bäderjournal&amp;quot; Jahrgang 01 1996/1997 S.129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Im Jahre 1995 trafen sich Mitglieder des Leuchtturmvereins Warnemünde e.V. mit den beiden Verlegern Dr. Mathias Redieck und Achim Schade um einen neuen Tidingsbringer aus der Taufe zu heben, diesmal nicht vordergründig mit dem Ziel den Seemannsfamilien und Schiffsreedern Ankünfte oder Abreisen von Schiffen und ihren Besatzungen zu vermelden, sondern um alte und neue Nachrichten aus Warnemünde weit ins Land zu übermitteln.&lt;br /&gt;
:Damals ahnten sie nicht, das dieses, jährlich zwischen zwei Buchdeckeln randvoll mit spannenden &amp;quot;Tidings&amp;quot; &#039;&#039;(Nachrichten)&#039;&#039; gefüllte Medium in den nun folgenden zweieinhalb Jahrzehnten, seine Nachrichten hinaus bis nach Japan, Australien, Afrika und Amerika tragen wird. Selbst nach 30 Jahren (Stand 2025) halten noch immer viele Autoren Geschichte und Geschichten um Warnemünde und seine Menschen fest, bis eines Tages, warscheinlich wieder abgelöst durch neue Medien, auch wieder eine neue Form der Nachrichtenübermittlung wachsen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Warnemünder Geschichte(n) in mehr als 20 Bänden]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Tidingsbringer - Register der Band-Inhalte]] von Band 1- Band 25&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Segel-Club===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 gegründet ist der WSC seit 1926 Organisator und Veranstalter der Warnemünder Woche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Sportverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Edvard Munch Haus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Museumsverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Schulwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
(in Bearbeitung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schule wird für Warnemünde schon im 16. und 17. Jahrhundert erwähnt. Friedrich Barnewitz schreibt in seiner Ortschronik (1925), dass 1578 ein Schulmeister erwähnt wird und 1619 eine neue Schule errichtet wurde. Bis 1836 handelt es sich, wie vielerorts, um eine einklassige Schule. Barnewitz schreibt, dass die Warnemünder ihre Kinder nach eigenem Gutdünken zur Schule bzw. zum Küster schickten (beim Küster waren meist die 4- bis 6-jährigen Kinder). Die älteren Kinder mussten häufig durch Arbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Um 1800 überzeugte Pastor Schmiedekampf die Warnemünder ihre Kinder wenigstens von November bis Ostern zweimal wöchentlich zur Schule zu schicken. 1899 kam es zur Einrichtung einer Knabenschule. Am 1.4.1915 wurde die neue Schule in Fritz-Reuter-Straße eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Fritz Reuter-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Heinrich Heine-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerk in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Mühle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Mühle.jpg|thumb|300px|rechts|Die Warnemünder Mühle]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vom Fähr-, Fischer-, Lotsen- und Hafenort zum Ostseebad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fähren nach Dänemark===&lt;br /&gt;
=====Die Post- und Passagier-Schiffsverbindung nach Dänemark ab 1886 bis 1903=====&lt;br /&gt;
:(NHG)&lt;br /&gt;
:Von Entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Ostseebades Warnemünde war der Bau einer Eisenbahnverbindung von Neustrelitz mitten durch Mecklenburg nach Warnemünde, wo ein Brückenschlag nach Dänemark hergestellt werden sollte.&lt;br /&gt;
:Um eine rasche und sichere Einfahrt der Postdampfer zu gewährleisten, waren umfangreiche Bauten in Warnemünde nötig.&lt;br /&gt;
:Zunächst war eine Vertiefung der Fahrrinne und eine Verlängerung der Westmole sowie der Bau eines neuen Hafenbeckens erforderlich.&lt;br /&gt;
:Das Hafen-Bassin war 450m lang, 100m breit und 4,6m tief.&lt;br /&gt;
:Außerdem wurde die Mole um 133m verlängert und erhielt an ihrem Kopf eine Leuchtbake.&lt;br /&gt;
:Die Arbeiten wurden so auf Hochdrück gefördert, daß am 26.Juni 1886 die Eröffnung der Strecke von Neustrelitz über Rostock-Warnemünde nach Gedser erfolge.&lt;br /&gt;
:Die neue Verbindung verlief über eine Distanz von 24,3 Seemeilen oder 45 km.&lt;br /&gt;
:Die zwei 12 Knoten schnellen Raddampfer &amp;quot;Kaiser Wilhelm&amp;quot; und &amp;quot;König Christian&amp;quot; übernahmen die Verkehrsverbindung.&lt;br /&gt;
:Von dänischer Seite wurden die &amp;quot;Freya&amp;quot; und Anfang der 90er Jahre die &amp;quot;Edda&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
:Ab 1.Mai 1892 wurde auch eine Nachtverbindung eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Mit der Herstellung einer schnellen Verbindung ins Binnenlande, besonders zur Reichshauptstadt Berlin nahm auch der Urlauberverkehr einen großen Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen.jpg|Warnemünde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Trajekt Prins Christian um 1910.JPG|Warnemünde Trajekt Prins Christian um 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die Trajektverbindung (Transport mit Eisenbahn) ab 1903=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verkehr auf der Postdampferroute, die im Jahre 1894 mit der Besitzübernahme in die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn unter Landeshoheit kam, nahm eine sprunghafte Entwicklung ihren Lauf.&lt;br /&gt;
:Für den Personenverkehr, wie auch den Güterverkehr war für Personen der Umstieg von der Bahn aufs Schiff bzw. die ständige Umladung des Frachtgut ein umständliches und zeitraubendes  Hindernis. Dem entsprang der Gedanke die Verkehrsbrücke zwischen Deutschland und Dänemark in eine Trajektverbindung umzuwandeln.&lt;br /&gt;
:Der Baubeginn für dieses deutsch-dänische Gemeinschaftsprojekt war im September 1900 an den beiden jeweiligen Fährhäfen.&lt;br /&gt;
:Am 30.September 1903 fand deren feierliche Eröffnung unter der persönlichen Teilnahme von Kronprinz Christian (X.) und dem mecklenburgischen Großherzog Friedrich Franz IV. statt.&lt;br /&gt;
:Der Fährbetrieb wurde zunächst mit vier Schiffen, der &amp;quot;Großherzog Friedrich-Franz&amp;quot;, der &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot;, der &amp;quot;Prinzessin Alexandrine und der &amp;quot;Prinz Christian&amp;quot; eröffnet.&lt;br /&gt;
:Das war der Beginn für eine unkomplizierte, schnelle und kostengünstige Seeverbindung zwischen Deutschland und Skandinavien.&lt;br /&gt;
:Hatten die Postdampfer in ihrem letzten Betriebsjahr rund 4000 t Güter befördert, so bewältigten die vier neuen Trajektfähren im gleichen Zeitraum das 20fache.&lt;br /&gt;
:Die Zahl der beförderten Personen schnellte von 50 000 auf 80 000.&lt;br /&gt;
:Um deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen wurden die beiden Radfähren 1906 auf eine Gesamtlände von jeweils 104m verlänger.&lt;br /&gt;
:Raddampfer waren grundsätzlich nicht für Eisfahrten tauglich, so entschloß man sich eine eistüchtige Ostseefähre, die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; zu bauen. Das Fahrzeugdeck war zweigleisig und konnte 15 Güterwagen aufnehmen. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; war bis 1945 im Einsatz.&lt;br /&gt;
:1922 nahm dänischerseits die &amp;quot;Danmark&amp;quot; ihren Betrieb auf. In der Zeit ihrer Inn-Dienst-Stellung war sie mit einer Kapazität für 15 Güterwagen und 1100 Passagiere, die größte und leistungsfähigste Dampffähre im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
:Auf deutscher Seite folgte 1926 die Inbetriebnahme der Hochssefähre &amp;quot;Schwerin&amp;quot;. Sie übertraf technisch und beim Reisekomfort alles Dagewesene im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;250px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Wmde.Dampffährverbindung.jpg|Warnemünde Dampffährverbindung 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Sommerfahrplan 1937.jpg|Sommer-Fahrplan der Bahnverbindung Berlin-Kopenhagen via Warnemünde und Gedser 1937&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Zwischen den Weltkriegen entwickelte sich der Verkehr über die Ostsee nach Skandinavien sprunghaft.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende setzte schließlich auch dem Fährverkehr auf lange Zeit ein Ende.&lt;br /&gt;
:Am 1.Mai 1945 wurde der Fährverkehr auf der Linie Warnemünde-Gedser eingestellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Warnemünde Fähre Interim Fähre nach Trelleborg 1959.jpg|thumb|400px|rechts|schwedische Fähre zu Beginn der 50er Jahre, Interimbetrieb vor Wiederinbetriebnahme des Hafens Sassnitz]]&lt;br /&gt;
:Die deutschen Fährschiffe &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; und &amp;quot;Schwerin&amp;quot; waren verloren. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; interniert und die &amp;quot;Schwerin&amp;quot; durch Bomben zerstört.&lt;br /&gt;
:Die ersten Fährschiffe die nach Kriegsende in Warnemünde anlegten kamen aus dem schwedischen Trelleborg hierher, da der Saßnitzer Fährhafen wegen des zerstörten Hafens und des gesprengten Rügendammes nicht angelaufen werden konnte.&lt;br /&gt;
:Erst am 10. Mai 1947 wurde der Fährbetrieb wieder aufgenommen. &lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; begann man zunächst nur Bedarfsfahrten auszuführen.&lt;br /&gt;
:Erst in den 60er Jahren kam mit dem Umbau des westlichen Fährbetts und dem Einsatz des DDR-Fährschiffes &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; und dem dänischen Fährschiff &amp;quot;Kong Frederik&amp;quot; der Trajektverkehr zu neuem Leben.&lt;br /&gt;
:Ab 1990 erreichte die Frequentierung der Fähren im Güterverkehr, wie auch im Personenverkehr einen nie dagewesenen Höhepunkt erlebte, was angesichts der erwachsenden und nicht mehr beherrschbaren Verkehrsprobleme auf der binnenseitigen Verkehrsanbindung nach Warnemünde zum Ende des Fährverkehrs in Warnemünde führte.&lt;br /&gt;
:Der stetig wachsende Passagier- und Güterverkehr und die unzureichende Hafenanbindung führten 1995 zur Umverlagerung der Fähranbindung in den Rostocker Überseehafen.&lt;br /&gt;
:Das Ein- und Auslaufen der Fähren zum Überrseehafen, auf der Warnemünder Mittelmole zu beobachten ist dagegen bis in unsere Tage für die Warnemünder und ihre Gäste zum wichtigen Event geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Fährverbindung Warnemünde - Gedser und die Eisenbahn (1903 - 1995)=====&lt;br /&gt;
[[Datei:1900 Bauplan Fährhafen Kerner.jpg|thumb|500px|rechts|1900 Bauplan des Trajekt-Fähranlegers von Hafenbaudirektor K. Kerner Quelle: Archiv Heimatmuseum Warnemünde]]&lt;br /&gt;
;1903 &lt;br /&gt;
* [[Einweihung der Dampffähren-Verbindung Warnemünde - Gedser]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903, 30. September&lt;br /&gt;
:Mit dem eingleisigen Radfährschiff &amp;quot;Friedrich Franz IV.&amp;quot; verlässt erstmalig eine Eisenbahnfähre den Hafen von Warnemünde via Gedser.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig wird das Schwesterschiff &amp;quot;Prinsesse Alexandrine&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926, Dezember&lt;br /&gt;
:Erste Fahrt des Passagierfährschiffes &amp;quot;Schwerin&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Als &amp;quot;Schwan der Ostsee&amp;quot; gewinnt die neue Fähre schnell Berühmtheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 17. März&lt;br /&gt;
:Die dänische Widerstandsbewegung sprengt die Fähre &amp;quot;Danmark&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sie wird zu Kriegsende wieder gehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963 &lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Eisenbahnfähre &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; im Dienst&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
;Auszug aus der damals in Bremen erscheinenden Wochenzeitschrift der mecklenb. Landsmannschaft &amp;quot;Unser Mecklenburg&amp;quot; im Stil der damaligen (west-)deutschen Zeit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963, 23. Mai&lt;br /&gt;
:Werftdirektor Kurt Dunkelmann übergibt den Fährschiff-Neubau &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; an die Deutsche Reichsbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968, 14. April&lt;br /&gt;
:In den Mittagsstunden läuft das Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; Warnemünde letztmalig an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1995, 24. September&lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; verlässt letztmalig ein Trajekt auf der Ostseelinie Warnemünde - Gedser den Fährhafen von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Eine Ära hat ihr Ende gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stromfähre über den Seekanal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Warnemündere Bahnhofes, der Fährbecken für die Trajektverbindung und dem dazu notwendigen Bahndamm über den alten Strom in Höhe des Warnemünder Zollhauses, war eine völlig neue Zufahrt für den Warnemünder Hafen ereforderlich.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig mußten die nun östlich des neuen Seekanals gelegenen Teile der Stadt Rostock (Hohe Düne, Markgrafenheide, Rostocker Heide) Verbindung zum Verkehrsnetz haben.&lt;br /&gt;
:Der Bau einer Flussfähre war unumgänglich geworden.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar nach dem umfassenden Umbau der Hafenanlagen und des Seekanals wurde mit einer improvisierten floßartigen Fähre, die per Seilverbindung die Seiten wechselte, eine auf kurze Zeit ausgelegte Interimsverbindung geschaffen.&lt;br /&gt;
:Sie wurde nach Bedarf durch die Personenfähre &amp;quot;Maischolle&amp;quot; ergänzt. Nachts wurde die Überfahrt mit einem Ruderboot bewerkstelligt, um die Betriebskosten gering zu halten. Bei allen folgenden Entwicklungen im Fährausbau wurde der nächtliche Ruderbootverkehr bis in die 50er Jahre beibehalten.&lt;br /&gt;
: Mit der Erweiterung des 1913/14 errichteten Flugplatzes auf Hohe Düne und der bald nach dem Ende des ersten Weltkrieges dort schnell wachsenden Flugzeugindustrie, reichte die nötdürftige Verkehrsverbindung nicht mehr aus und es mussten neue, bedarfsgerechte Lösungen gefunden werden&lt;br /&gt;
:Der zeitweilig ins Auge gefaßte Bau einer über den &amp;quot;Neuen Strom&amp;quot; führenden Schwebefähre, konnte wegen der für die ungehinderte Schifffahrt vorzuhaltende Höhe nicht weiter verfolgt werden.&lt;br /&gt;
:So verfiel man auf die Lösung durch eine Kettenfähre, die dann bis 1955/56 zuverlässig unseren Dienst versah.&lt;br /&gt;
:Ältere östliche Anlieger-Bewohner wissen noch zu berichten, daß sie auch wiederholt nach Kettenrissen als antriebsloses Wasserfahrzeug auf die Ostsee abgetrieben und mittels Schlepper wieder &amp;quot;eingefangen&amp;quot; werden mußte.&lt;br /&gt;
:Zum Glück kam es dabei nie zu Personenschäden und es ging glimpflich ab.&lt;br /&gt;
:Der Bau des Rostocker Überseehafens ab 26.Oktober 1957 und der fast zeitgleiche Bau der Marinebasis Hohe Düne erforderte wiederum neue Lösungen. Dazu wurden auf beiden Seiten des Seekanals kleine Fährbecken mit Anlegesteg erbaut.&lt;br /&gt;
:Bis zur Fertigstellung der neuen Flußfähre &amp;quot;Ostsee&amp;quot; wurden die 1955 im Rahmen des &amp;quot;Nationalen Aufbauwerkes&amp;quot; gebauten Gehlsdorfer Fähren &amp;quot;Willi Schröder&amp;quot; und &amp;quot;Albert Schmidt&amp;quot; eingesetzt. Alle drei Fähren blieben lange im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Strandbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Enenkel &amp;quot;Die vergessene Bahn - Die elektrische Strandbahn Warnemünde-Markgrafenheide 1910-1945&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Seenotrettungsstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Seenotrettungsstation Warnemünde&amp;quot; von Erwin Seppelt in Marinekalender 1983]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde, die Nr. 1 unter den deutschen Kreuzfahrthäfen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Badeort==&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Werbung.JPG|thumb|300px|rechts|Werbung für das Ostseebad 1936]]&lt;br /&gt;
===Über die Anfänge des Badewesens in Warnemünde===&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
Im Sommer des Jahres 1885 führt der Weg rund 5000 Erholung suchende „Berliners“, also Badegäste nach Warnemünde. Das Badewesen hatte in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Veränderung und Entwicklung des Küstenortes zur Folge gehabt. &lt;br /&gt;
;Einige Meilensteine bis dahin seien hier genannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1828  Hinter der Ostmole wird ein Damenbad mit zwei Zellen geschaffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1834 Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1835 Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1866 Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels Neptun)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1872 Zerstörung aller Bäder bei der Novemberflut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1873 Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Badetourismus ist zum bedeutenden Wirtschaftszweig Warnemündes geworden, als der hier ansässige Kaufmann A. Bruger mit seinem Pressebeitrag „Badeplauderei“ im „Anzeiger für die Ostseebäder Warnemünde, Heiligendamm, Groß-Müritz, Wustrow“ am 6.Juli 1885 für Aufregung und lebhafte Diskussion im Ort sorgt. Übrigens weisen die Diskussionsinhalte bemerkenswerte Parallelen zu unseren Tagen auf und eine unterhaltsame Beschreibung des Lokalcolorits jener Tage in Warnemünde ist es in jedem Falle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schreibt: &lt;br /&gt;
;„Das Seebad Warnemünde, dessen Besuch von Jahr zu Jahr mehr zunimmt, gehört jetzt schon, und mit Recht, zu den besuchtesten Ostseebädern. In der That findet man selbst in den viel genannten und fashionabelsten Ostseebädern Misdroy, Häringsdorf und Colberg nicht eine solche Anzahl hübsch und anmuthig gelegener und mit so vielem Comfort eingerichteter Privatwohnungen wie in Warnemünde, und gar die großen Hotels dieses Badeortes können nicht nur wegen ihrer schönen Lage in unmittelbarer Nähe der See, sondern auch wegen ihrer vortrefflichen Einrichtung und Leitung, den gelobtesten Hotels in den sogenannten großen Bädern an die Seite gestellt werden. …“ &lt;br /&gt;
:Bruger stellt Vergleiche mit den in damaliger Zeit etabliertesten Ostseebädern und ihren Angeboten an und kommt zu dem Schluß: &lt;br /&gt;
:„Nur an Einem fehlt es in Warnemünde, und dieser Mangel macht sich von Jahr zu Jahr mehr fühlbar, das ist eine Badedirection, welche die Aufgabe hat, dem Fremden in Bezug auf die Wohnungen Auskunft zu geben und für das Amusement der Badegäste zu sorgen. Seitens der Stadtverwaltung, welcher zugleich auch die Verwaltung  des Fleckens Warnemünde unterstellt ist, geschieht sehr wenig für die Hebung des Bades als solches  und gar nichts für die Annehmlichkeit und Bequemlichkeit der Gäste. Insbesondere könnte man füglich die Anforderung stellen, daß in einem so frequenten Bade die Badeeinrichtungen besser wären. …“  &lt;br /&gt;
:Seine im Beitrag folgenden Beschreibungen über den praktischen Ablauf des Badelebens und den damit verbundenen Dienstleistungen jener Zeit lassen uns heute an  freies Baden gewöhnte Strandbesucher schmunzeln: &lt;br /&gt;
:„Die Zellen im Damenbade, deren Anzahl in der Hauptsaison nicht im Entferntesten dem Bedürfniß entspricht, sind zum größten Theil völlig dunkel und besitzen mit Ausnahme der wenigen gemauerten, anstatt des Fensters nur eine etwa 1 Fuß (28 cm) große Öffnung in der Rückwand, welche, wie in den Hühnerställen (Legeställen) auf dem Lande mit einem hölzernen Schieber geschlossen wird. &lt;br /&gt;
:Will der Badegast sich nun nicht im Finstern anziehen, was immerhin seine Schwierigkeiten hat, so muß er jenen Schieber öffnen und erhält nun durch diese Öffnung und das gegenüber in gleicher Höhe befindliche Loch in der Thür, dessen einstiger Zweck nicht erfindlich ist, die intensivste Zugluft, die man sich wünschen kann. &lt;br /&gt;
:Die Kleider, welche man an der weißgetünchten Wand der Zelle aufzuhängen hat, zieht man mit Kalk beschmutzt wieder an. :Handgroße Spiegel sind allerdings in den Zellen vorhanden, sie hängen aber entweder zu hoch oder zu niedrig, wenn man von „hängen“ überhaupt  sprechen kann, da sie fest genagelt sind. &lt;br /&gt;
:Im Uebrigen  ist das Glas völlig fleckig und blind, und zeigt dem Hineinschauenden entweder nichts oder ein völlig verzerrtes Antlitz. &lt;br /&gt;
:Eine Wanne zum Abspülen der Füße ist nicht vorhanden, und doch wäre diese um so mehr am Platz, als der auf der Brücke und auf den ins Wasser führenden Treppen befindliche Leinwandläufer stets beschmutzt mit dickem grünem Schlamm. …“ &lt;br /&gt;
:Auch an dem betreuenden Personal der beiden Bäder hat der Kaufmann mancherlei zu kritisieren: &lt;br /&gt;
:„Die Bedienung der Badenden ist ebenso mangelhaft wie die Einrichtung der Zellen. &lt;br /&gt;
:Allerdings umdrängen im Herren- wie im Damenbade eine Menge Menschen den neu hinzugekommenen Badegast und bieten ihre Dienste an. &lt;br /&gt;
:Es beschränken sich aber die Dienstleistungen in der Regel ausschließlich auf das Trocknen und Aufbewahren der Badewäsche. :Das sorgfältigste der Gesundheit und dem Wohlbefinden so notwendige Frottieren der Haut unterbleibt entweder ganz oder es wird von dem Badediener (respective der Badedienerin ) gewissermaßen im Vorübergehen auf dem Badesteg vorgenommen. &lt;br /&gt;
:Die Bedienenden haben in der Regel so vielen Badegästen ihre Dienste verdingt, daß es für sie eine Unmöglichkeit ist, jeden Einzelnen in die Zelle zu begleiten und ihm  dort beim Ankleiden behilflich zu sein. &lt;br /&gt;
:Dies und noch vieles Andere, sind Übelstände, welche jeder Badegast unangenehm empfindet. …“  &lt;br /&gt;
:Alle Kritik an der Situation im „Baderegiment“ von Warnemünde führt Bremer schließlich zu der Forderung: &lt;br /&gt;
:„Von Seiten der Stadt müßte in Bezug auf die Einrichtung der Zellen, der Bedienung der Badegäste etc. , ein festes Reglement aufgestellt werden, dessen Innehaltung zu überwachen  und zu controllieren Sache des Bade-Direktors wäre, der in jedem größeren Seebade für die Sommermonate angestellt ist, und dessen Abwesenheit sich in Warnemünde, auch in Bezug auf das Miethen der Wohnungen, das Arrangement der Vergnügungen etc. von Jahr zu Jahr mehr fühlbar macht.“                                                     :Schon wenige Tage darauf reagiert der Hotelbesitzer C. Hübner, gleichzeitiger Betreiber von Damen- und Herrenbad mit unverhohlener Wut: &lt;br /&gt;
:„Wenn ich beipflichte, daß wenn in unserem Orte für die Dauer der Saison eine Badedirektion existirte, es in vielen Dingen besser stehen würde wie zur Zeit, so ist es doch sehr zu bedauern, daß eine Einrichtung, die nicht besser, einfacher und reinlicher sein kann, wie unsere Badeanstalt, einer Kritik unterworfen wird. &lt;br /&gt;
:Was den Punkt anbetrifft, daß eine Badedirektion fehle, um Fremden betreffend Auskunft zu geben, so findet auch jetzt jedes an die nicht existierende Badedirektion gerichtete Schreiben sofortige Beantwortung und wird ihm gerne Rath ertheilt.“                                                                                                                                                    :Es hatte sich in der Vergangenheit eingebürgert, daß der Postbote Briefschaften, die an die Badedirektion adressiert waren zur Auskunft und Bearbeitung an das Hotel Hübner, eben das größte Haus am Platze gab, wo sie dann bearbeitet wurden. &lt;br /&gt;
:Waren im eigenen Haus keine Unterkünfte frei hatte, leitete man sie dann an die anderen Hoteliers des Ortes weiter. &lt;br /&gt;
:Was verständlicherweise deren Unmut weckte. &lt;br /&gt;
:Hübner führt weiter aus: &lt;br /&gt;
:„…daß Amusements bis jetzt ohne eine Badedirektion stattfanden, so z.B. die Stromfahrten, welche doch nur von Privatpersonen (auf Hübners Rechnung) angeregt wurden und in jeder Weise rege Beteiligung fand.“                                                                                                                               :„Was nun die Einrichtung unserer Badeanstalten betrifft, so fehlt es in denselben durchaus nicht an Luft und Licht, denn jedem , der sich in denselben seiner Kleider entledigen respective sich ankleiden will, ist es gestattet, die Thüre der Zelle offen zu stellen, so oft er entweder des Lichtes oder der Luft entbehrt, doch thun wohl solche, die sich vor einem Luftzuge scheuen besser, wenn sie im Hause bleiben und ein warmes Bad von 30 bis 40 Grad nehmen. …“ &lt;br /&gt;
:Was die angebotenen Dienstleistungen angeht bemerkt Hübner: &lt;br /&gt;
:„…Zum Abtrocknen und Frottiren der Badenden befinden sich in der Badeanstalt 2 kräftige junge Männer, auf jeder Seite einer, die gewiß ihrer Aufgabe gewachsen sind und willig tun, was von ihnen der Badende verlangt.“ &lt;br /&gt;
:Als Resümé schließt der Hotelier an: &lt;br /&gt;
:„Fragen wir uns nun zum Schlusse, zu welchem Preise ist ein Bad in Warnemünde, und zu welchem Preise ist ein Bad in Häringsdorf oder Colberg zu haben: &lt;br /&gt;
:...ein Bad kostet in Warnemünde 20 Pf., in Colberg 40 Pf. Und in Häringsdorf sogar 75 Pf., so gelangen wir zu der Einsicht, daß Warnemünde bei solchen niedrigen Preisen stolz darauf sein kann, eine solche Badeanstalt zu besitzen, und gewiß in dieser Hinsicht den anderen Seebädern ebenbürtig dasteht.“                                 &lt;br /&gt;
:Auch Kaufmann Bruger fühlt sich nun noch zu einer Erwiderung bemüßigt: &lt;br /&gt;
:„Freilich geht es auch ohne Badedirektion, wie  Herr „C.H.“ zu beweisen sich bemüht. &lt;br /&gt;
:Es kommt hier wie überall im Leben nur auf die Ansprüche, die man erhebt, und auf den Platz den man einnehmen und behaupten will. &lt;br /&gt;
:Warnemünde gehört zu den besuchtesten Ostseebädern, es stellt sich mit Recht „Häringsdorf und Colberg“ gleich, da darf es auch bezüglich  seiner Badeeinrichtungen nicht so weit hinter den genannten Bädern zurückstehen, wie dies doch in Wahrheit der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Wem die Bade-Einrichtungen als die „besten“ erscheinen und er sogar „stolz“ darauf ist, dem zeugt dies von einer nachahmungswürdigen Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit, welche leider das die Bäder besuchende, größtentheils wohlhabende Publikum nicht zu besitzen pflegt. &lt;br /&gt;
:Wem es nichts ausmacht bei offener Zellenthür vor zahllosen Zuschauern aus- und anzukleiden, wem die fleckigen blinden Spiegel genügen, wem es nicht unangenehm ist, die mit Sand und Schlamm beschmutzten Füße ohne vorherige Reinigung in dem Badelaken abzutrocknen, wer endlich die Bedienung bei dem Verlassen des Bades nicht entbehrt, der könnte sich füglich auch ganz ohne Zelle behelfen und hätte dabei die Freude, an jedem Bade 20 Pf. Zu sparen. &lt;br /&gt;
:Die Badegäste, vorzugsweise die Damen, sind indessen leider so verwöhnt, daß sie es vorziehen sich bei geschlossener Tür und nicht im Finstern anzuziehen. …und sie haben sogar das Bedürfnis in ihrer Zelle von einer Dienerin abgerieben zu werden. … es ist mir unverständlich, weshalb man solche Mängel nicht rügen soll, weil die Badeanstalt sich in den Händen einer Privatperson befindet. &lt;br /&gt;
:Die letztere würde jedenfalls in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sie hier gründliche Abhülfe schafft. &lt;br /&gt;
:… Wenn de Besitzer der Badeanstalt, an welcher er die genannten Verbesserungen vorgenommen hat, dagegen einen etwas höheren Preis für die Bäder verlangt, so wird das Publikum dies nur billig finden. &lt;br /&gt;
:Wer sich den Luxus einer Badereise gestatten und für eine Wohnung täglich 5 – 12 Mark Miethe zahlen kann, dem wird es wahrlich auf die 20 Pf. nicht ankommen, um welche er vielleicht das tägliche Bad theurer bezahlen muß und Warnemünde wird durch Verbesserung seiner Badeeinrichtungen wesentlich gewinnen.“   &lt;br /&gt;
:Es läßt sich heute nicht mehr aufklären, ob dieser öffentlich ausgetragene Disput mit dazu beigetragen hat, daß drei Jahre darauf auf Initiative und unter Leitung des Rostocker Bürgermeisters Dr. Paschen im Jahre 1888 für Warnemünde eine amtliche Badeverwaltung eingerichtet wurde. &lt;br /&gt;
:Ein Denkanstoß dazu war es gewiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Kurhaus von Gustav Berringer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das im Dessauer Bauhausstil errichtete Kurhaus an der Strandpromenade wurde 1914 begonnen.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges waren die Grundmauern des Gebäudes ca. 2m aus dem Boden gewachsen.&lt;br /&gt;
:Durch Krieg und Inflation unterbrochen fand der Bau seine Fertigstellung erst 14 Jahre später im Jahre 1928.&lt;br /&gt;
:Um den Bau finanzierbar und umsetzbar zu machen übernahm die Hansestadt Rostock im Jahre 1913 die Bauträgerschaft und beauftragte ihren Stadtbaudirektor, den Diplomingenieur Gustav Wilhelm Berringer, mit der Projektierung.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war der Bau an der Promenade bereits 2 Meter gewachsen, bis die Baustelle kriegsbedingt stillgelegt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gustav Wilhelm Berringer&lt;br /&gt;
:Er wurde am 17.Februar 1880 in Rostock geboren und entstammte einer seit Generationen in Rostock ansässigen Bäcker- und Konditorenfamilie.&lt;br /&gt;
:Bis 1905 studierte er Hochbau in München, Dresden und Berlin-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Berringer schuf den Entwurf für die frühere Gewerbeschule in der Parkstraße und wirkte seit 1924 im Verein für Rostocks Altertümer unter anderem als Museumswart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weiterbau ab 1922&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1922/23 begann eine weitere Etappe. Der Kurhausgarten mit dem Musikpavillion, der Wandelhalle und der Lesehalle entstand.&lt;br /&gt;
:1927 standen für die Fertigstellung des Kurhauses 525.000 Mark zur Verfügung&lt;br /&gt;
:Am 24.Mai 1828 fand die festliche Eröffnung des Kurhauses begangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Laufe des zweiten Weltkrieges wurde das Kurhaus in ein Tarnnetz gehüllt.&lt;br /&gt;
:Nach den Bombadements auf Rostock im April 1942 wurden im Keller des Gebäudes Bauteile für die Ernst Heinkel Flugzeugwerke gefertigt.&lt;br /&gt;
:In den oberen Etagen befand sich deren Konstruktionsbüro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Betrieb nach dem zweiten Weltkrieg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach Ende des zweiten Weltkrieges, etwa ab 1950 begann sich im Kurhaus ein breites Veranstaltungsangebot zu entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Hotel Neptun====&lt;br /&gt;
Von 1969 bis 1971 wurde das Hotel vom städtischen Wohnungsbaukombinat und dem schwedischen Unternehmen SIAB errichtet und im Frühjahr 1971 eröffnet. Die Architekten hatten den Bau so geplant, dass alle Zimmer einen Meerblick haben. Neben einem Meerwasserschwimmbad direkt in der 2. Etage des Hotels gab es eine angeschlossene Meerwasserschwimmhalle mit Wellenanlage und die Sky-Bar in der 19. Etage, in der das Dach für den &amp;quot;Tanz unter Sternen&amp;quot; geöffnet werden konnte. Im Keller des Hotels befand sich die erste Diskothek der DDR. Bis 1990 war das &amp;quot;Neptun&amp;quot; Vertragshotel der Handelsorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026 08. Juni  Ostseezeitung von  Ben Brümmer&lt;br /&gt;
:;55 Jahre „Neptun“: Ostalgie hat ihren Preis&lt;br /&gt;
Doppelzimmer im Warnemünder Luxushotel kosten heute 180 Euro mehr als vor zehn Jahren / DDR-Flair inklusive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hotel „Neptun“ in Warnemünde ist eines der berühmtesten Devisenhotels der DDR-Geschichte. In diesem Jahr feiert die Rostocker Luxusherberge ihr 55. Jubiläum – groß, laut und mit viel Tamtam. Am Sonnabend (6. Juni) steht eine Gala mit Menü, Dessertbüfett und Livemusik auf dem Programm. Moderiert wird der Abend von DDR-Unterhaltungsikone Wolfgang „Lippi“ Lippert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zu unserer Jubiläums-Gala wollen wir uns in Schale werfen. Dann glänzen insgesamt 55 Balkone in einem goldenen Gewand“, sagte Generalmanager Guido Zöllick Ende Mai.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung im Jahr 1971 punktet das 64 Meter hohe Fünf-Sterne-Haus mit Luxus und Extravaganz im beliebten Ferienort. Im Laufe der Jahre konnte das Hotel jedoch nicht nur positiv auffallen. Im Volksmund wird das „Neptun“ nämlich auch als „Stasi-Hotel“ bezeichnet. Der Grund: Die Bleibe arbeitete eng mit dem Geheimdienst der DDR und seinen Machenschaften zusammen. In der Nobelherberge, die von 1971 bis 2007 vom Direktor Klaus Wenzel geleitet wurde, sollen vor allem West-Gäste auf ihren Zimmern ausgehorcht und spioniert worden sein. Das Haus wertet die Spitzeleien heute sachlich als Teil der historischen Entwicklung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am kontinuierlichen Erfolg des „Neptuns“ hat das jedoch nichts geändert. Der gewisse DDR-Charme von damals überzeugt die Urlauber bis heute. Die Sky-Bar im obersten Stockwerk, der Wellnessbereich mit Schwimmbad, die hoteleigene Diskothek sowie die legendäre Broiler-Bar sind nach wie vor wahre Gäste-Magneten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Spaß hat seinen Preis. Ein Doppelzimmer in der Etage fünf bis neun wird von Freitag (5. Juni) auf Samstag ab 349 Euro angeboten. Das Hotel arbeitet mit flexiblen Preisen. Die Kosten variieren dabei je nach Nachfrage, Wochenenden, Feiertagen und Ferienzeit. Unter der Woche war das gleiche Zimmer daher noch ab 284 Euro zu haben – ein Unterschied von mindestens 65 Euro. Für Zimmer auf den Etagen zehn bis 18 wäre noch mal ein Aufschlag fällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum vor fünf Jahren war das Doppelzimmer noch ab 194 Euro erhältlich. Vor zehn Jahren mussten zwei Personen mindestens 169 Euro für eine Übernachtung im „Neptun“ zahlen – ein Unterschied von 180 Euro zum heutigen Preis. Das ergibt eine Recherche mit dem Online-Archiv „Wayback Machine“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim „Rügen-Hotel“ in [[Sassnitz auf Rügen|Sassnitz]], einem weiteren beliebten Anlaufpunkt seit DDR-Zeiten, sind flexible Zimmerpreise gängig. Es gilt als Pilotprojekt vor dem Bau des berühmten „Neptuns“. Ein schwedisches Unternehmen hatte das Hotel 1969 fertiggestellt – ebenfalls mit Sky- und Broiler-Bar. Anschließend startete der Bau in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz einer umfassenden Sanierung in den vergangenen drei Jahren ist im „Rügen-Hotel“ weiter der typische DDR-Kult zu erkennen. „In den Fluren hängen überall alte Bauzeichnungen aus den 60er Jahren. Ein Teil des originalen Bartresens aus der alten Sky-Bar steht im Haus. Ein Zeitstrahl im Flur erzählt die Geschichte des Hauses“, meint ein Sprecher des Hotels. Außerdem können Gäste in Vitrinen alte Speisekarten, Stoffmuster, Postkarten und weitere Erinnerungen aus DDR-Zeiten erkunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Hotels, die schon damals beliebte Ferienunterkünfte waren und bis heute mit Ostalgie punkten, sind auch das Selliner „Cliff-Hotel“ auf [[Insel Rügen|Rügen]], das Hotel „John Brinckmann“ in [[Boltenhagen]] sowie das „Strandhotel Fischland“ im Ostseebad [[Nienhagen, Ostseebad|Nienhagen]]. Letzteres wurde 1968 als exklusives Gästehaus für Regierungsmitglieder der DDR und internationale Staatsgäste errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Menge Staats- und Stargäste durfte auch schon das „Neptun“ in Warnemünde begrüßen. Im &#039;&#039;&#039;338-Zimmer&#039;&#039;&#039;-Koloss übernachteten unter anderem schon das niederländische Königspaar Máxima und Willem-Alexander, die Ex-Bundeskanzler Angela Merkel und Helmut Schmidt sowie die Musiker Udo Lindenberg, Roland Kaiser und Fußballer Franz Beckenbauer. Insgesamt waren bislang rund 2,2 Millionen Gäste aus 122 Ländern im Warnemünder Luxushaus zu Gast. In den 55 Jahren wurden dabei fast neun Millionen Übernachtungen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Industriestandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Werften in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem heutigen Gelände der MV Werft, begann nach Kriegsende 1945 die Geschichte der Warnowwerft. Während der unmittelbaren Nachkriegszeit, wurden die vorhandenen Überreste der alten Krögerwerft zum Bau von Fischkuttern für die Besatzungsmacht aus der Sowjetunion genutzt. Die Krögerwerft in Warnemünde war in den Jahren 1939 – 1945 vor allem für den Bau von Flugsicherungsbooten zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den neuen Namen „Warnowwerft“, sowie eine damit verbundene Eigenständigkeit, erhielt die VEB Warnowwerft Warnemünde am 01. August 1948. Die Werft konzentrierte sich in der Folgezeit auf die Reparaturen von Schiffen.&lt;br /&gt;
Ein Umschwung erfuhr die Werft ab 1951, als fortan neben den Reparaturarbeiten, der Neubau von Schiffen dazukam. So wurde unter anderem der Neubau des Segelschulschiffes Wilhelm Pieck abgeschlossen und mit der Produktion von Serienschiffen begonnen. Die Warnowwerft entwickelte sich zu der größten Schiffbauproduktionsstätte der DDR. Die Schiffe wurden in erster Linie für die Handelsflotte der DDR verwendet, aber auch im Ausland erfuhr die Werft einen Aufschwung und lieferte Schiffe an die UdSSR, Jugoslawien, China, Rumänien und in die Tschechoslowakei. Eine besondere Beziehung pflegten die Werfteigner aber auch zu dem unmittelbaren Nachbarn, der Bundesrepublik Deutschland, die die regelmäßig Handelsschiffe ausgeliefert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1959 erfolgte ein Zusammenschluss der Werften der DDR, zur Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Schiffbau. Diese Vereinigung blieb bis 1979 erhalten und entwickelte sich fortan zum Kombinat Schiffbau Rostock. Zwischen 1948 bis 1989 wurden unter anderem Fischkutter, Stückgutfrachter, Schlepper, Schwimmkräne und Containerschiffe gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands, änderten sich auch die Umstände der Werft. Im Zuge der Wirtschaftsreformen während der Wendezeit, wurde am 1. Juni 1990 der VEB Warnowwerft Warnemünde in eine Kapitalgesellschaft überführt und agierte als Warnowwerft Warnemünde GmbH. Im Oktober 1992 erfolgte der Verkauf der Werft an den norwegischen Gesellschafter Kvaerner, der die Werft in den Jahren 1993 – 95 modernisierte. Die Werft operierte bis 2001 unter dem Namen Kvaerner Warnow Werft GmbH. Highlights der Kvaerner Werft stellten beispielsweise der letzte konventionelle Stapellauf am 30. Juni 1995 oder der Bau der Bohrinsel „Stena Don“ 2001 dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von wirtschaftlichen Problemen und damit verbundenen Zusammenschlüssen mehrerer Konzerne, wechselte der Name der Werft in den Folgejahren mehrfach. So entstand 2008 die Aker Yards Ostsee und 2007, nach einer erneuten Umstrukturierung, die Wadan Yards. Den dramatischen Höhepunkt dieser schwierigen Zeit, stellte am 5. Juni 2009 der Insolvenzantrag der deutschen Unternehmensteile der Wadan Yards Group AS dar. Die Werft wurde anschließend vom russischen Investor Witali Jussufow übernommen, der über die durch ihn ins Leben gerufene „Nordic Yards“, die Vermögensgegenstände der deutschen Wadan-Unternehmensteile erwarb. Seit Juli 2016 fungiert die Warnemünder Werft in der Unternehmensgruppe MV Werften und beteiligt sich unter anderem an dem Bau verschiedener Sektionen für Kreuzfahrtschiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kroegerwerft um 1938.jpg|Das Gelände der ehemaligen Krögerwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Werft Kabelkrananlage.JPG|Die Kabelkrananlage der Warnowwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kvaerner Werft.jpg|Nach der Wende: die Kvaerner-Werft&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Fliegerei und Flugzeugbau in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zivile Anfänge der Fliegerei in Warnemünde====&lt;br /&gt;
;1912&lt;br /&gt;
;Der Deutsche Luftflottenverein plant auf dem &amp;quot;Neuen Land&amp;quot; an der Grenze zur Groß-Kleiner Feldmark eine Luftschiffwerft zu errichten. Das Projekt kommt jedoch nicht über die Planungsphase hinaus. &lt;br /&gt;
:(Quelle: AHR KFC SO &amp;quot;Groß-Klein&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Wurde mit dem Bau des Land- und Wasserflugplatzes am Breitling auf der Hohen Düne begonnen.&lt;br /&gt;
:Die militärisch günstige Lage mit dem ruhigen Breitling und der direkten Anbindung an die Ostsee war damals entscheidend für die Auswahl des Platzes.&lt;br /&gt;
Das Gelände wurde zunächst aufgespült und befestigt.&lt;br /&gt;
:Ab 1914 wurden dann Gebäude wie Hangare, Werkstätten u.a. gebaut, eine Marinefliegerstation eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Einige kleine Unternehmen siedelten sich an.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz konnte auch von zivilen Fliegern benutzt werden.&lt;br /&gt;
; [[Der Warnemünder Wasserflugplatz 1914]] (Rostocker Anzeiger Juli 1914)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Seeflieger-Versuchskommando (1914-1917)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1914.jpg|thumb |200px|rechts|Warnemünde Werbung 1914]]&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:August - Die Kaiserlich Deutsche Marine übernimmt den Warnemünder Flugplatz mit dem vorhandenen Bestand unmittelbar nach der Mobilmachung&lt;br /&gt;
:Es wird neues Fluggerät für die Marine erprobt.&lt;br /&gt;
:Deren Eröffnung erfolgte im Rahmen der Austragung des 2. Deutschen Wasserflugzeug-Wettbewerb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ort Gründung der Firma &amp;quot;Luftverkehr Sablatnig&amp;quot; mit dem Konstrukteur Dr. Hans Seehase&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1915&lt;br /&gt;
:Im Dünenwald unmittelbar östlich der Stromfähre werden zwei Unterkunftsbaracken errichtet.&lt;br /&gt;
:Im Laufe des Sommers wird der technische Bereich wesentlich ausgebaut. So entstand u.a. die 72,5m x 26m sowie 16m hohe Halle IV. Ihre Tore hatten jeweils eine Breite von 7,25m und nahmen die Hallenbreite zum Breitling hin ein.&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des Jahres folgen auf der Nehrung , Kasernen, ein Offiziershaus, ein Wirtschaftsgebäude, das Deck-Offizierhaus und die Krankenstation&lt;br /&gt;
:Zur Ostsee hin wurde neben der bereits Vorhandenen eine weitere hölzerne Ablaufbahn für das Zuwasserlassen der Seeflügzeuge angelegt&lt;br /&gt;
:Während des Kriegsverlaufes wuchs die Zahl der Hallen von drei auf zwölf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1917&lt;br /&gt;
:Auf dem aufgefüllten Gelände am Laak-Kanal wird die Firma &amp;quot;Flugzeugbau Friedrichshafen Gmbh&amp;quot; angesiedelt. Sie geht 1925 in den Besitz der Arado-Werke über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am Ende des Krieges  sind auf der Fliegerstation bis zu 1500 Mann und 60 Offiziere stationiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1920&lt;br /&gt;
:Gemäß des Versailler Vertrages erfolgte der Abriß von sechs Hallen und weiterer Gebäude. Zwei Hallen waren bereits im Kriegsverlauf abgebrannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Heinkel-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
[[Presse-Beitrag der NNN vom 1.12.2022 zum Beginn der Heinkelwerke ]] &lt;br /&gt;
;1922, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Gründung der Ernst Heinkel Flugzeugwerke&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Heinkel Werbung um 1930.jpg|thumb|400px|rechts|Warnemünde Heinkel Werbung 1930]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Arado-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[https://www.arado196.de/geschichtliches/arado-flugzeugwerke/ private Internetseite zur Arado-Geschichte  ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Arado Logo 1939.jpg|Warnemünde Arado Logo 1939&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Arado Schuldverschreibung 1942.jpg|Warnemünde Arado Schuldverschreibung 1942&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde und Hohe Düne und deren maritime Militärstandorte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marine in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote.jpg| thumb|500px|rechts|Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die militärische Nutzung der Hohen Düne nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die 4. Flottille====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die 4. Flottille]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost)====&lt;br /&gt;
* [[Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Forschungsstandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ingenieurhochschule für Seefahrt (IHS)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seehydrographischer Dienst der DDR===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Seezeichenwesen in der DDR]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seewetterdienststelle Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Seewetterdienststelle Warnemünde&amp;quot; Vilkner, Hans In: Natur und Heimat (1957), 8, S.244-246]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Institut für Meereskunde/ Institut für Ostseeforschung (IOW)===&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Meereskundlichen Berichten&amp;quot; (Nr. 111 2019) ist unter der Autorenschaft von Dr. Wolfgang Matthäus nachfolgender Aufsatz erschienen.&lt;br /&gt;
Wir danken dem Autor für seine Erlaubnis diesen Beitrag an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen.&lt;br /&gt;
Bitte beachten sie die Wahrung der zu Beginn des Beitrages angegebenen Veröffentlichungs- und Autorenrechte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Medium:Mattheus warnemünde iow.pdf |Die Anfänge der meeresgeologischen und Küstenforschung in Warnemünde (1950 - 1970)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sturmfluten und Küstenschutz in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge des Küstenschutzes in Warnemünde durch Prof. L. Karsten und Forstinspektor Becker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Karstens Schriften zu seinen Versuchen der Dünenbefestigung in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemündes Kampf gegen Flut und Sand===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschaeden Warnemuende 1913 14.jpg|thumb|300px|rechts|Am Tag danach - Begutachtung der Schäden der zum Jahreswechsel 1913/14 gewüteten Sturmflut an der Warnemünder Strandpromenade]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sturmfluten stellten für den kleinen Küstenort Warnemünde in den vergangen Jahrzehnten mehrfach große Gefahren dar. Besonders schwer traf es den Ort in den Jahren 1825, 1872, 1903 und 1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zu Beginn des Jahres 1825 wurde Warnemünde von einer Sturmflut erfasst. die sich über den Bereich der Dünen und der Moorwiesen ihren Weg bahnte. Insgesamt wurden 18 der 150 Häuser komplett zerstört und immerhin 74 zum Teil schwer beschädigt. Das Wasser stieg zu seinem Höhepunkt auf 2,52 Meter über die Normalhöhe und trug gut 80 Prozent der Dünenanlagen ab.&lt;br /&gt;
Am schlimmsten in der jüngeren Geschichte wurde Warnemünde 1872 getroffen, als das Wasser 2,80 Meter über Normal stieg und in Warnemünde sowie Diedrichshagen große Schäden verursachte. Verheerende Folgen hatte die Sturmflut von 1872 auch für die ortsansässige Schifffahrt, die sich im Winterstand befand und durch das Hochwasser auf den Feldern trieb.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1625 - Warnemünde und die Sturmflut am 10. Februar (Auszug aus H.F.Beckers &amp;quot;Chronik der Rostocker Heide&amp;quot; 1839)====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Den 10. Febr. 1625  stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen die bis an die Wolken reichten. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Febr. bei gemäßigterem Sturm fast bis zur derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten; das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung; zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die große Novemberflut 1872 in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflut 1872 Gedenktafel Warnemuende.jpg|thumb|350px|rechts|Gedenktafel für die Sturmflut 1872 in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
:Über die Sturmflut von 1872 erfährt man oft den Nimbus, daß sie die größte Hochwasserkatastrophe gewesen sei, die unsere Ostseeküste hier je gesehen hat. &lt;br /&gt;
:Das ist zwar nicht richtig, führt aber dazu, das dieses Natur-Ereignis bei bodenständigen Küstenbewohnern in den Familien-Erinnerungen bis in unsere Tage fest verankert ist.&lt;br /&gt;
:Die Allerheiligenflut (1. November 1304), mehr als fünfhundert zuvor, und noch weitere, waren den Quellen zufolge  höher und verheerender. &lt;br /&gt;
:Sie liegt für das Erinnerungsvermögen der Menschen zu weit zurück und ist für die Statistiken der Wissenschaft nicht mehr detailliert fassbar.&lt;br /&gt;
:Was nun die Flut vom 12. bis 14. November 1872 so finden sich in den Archiven kaum bildliche Darstellungen der Hochwasserereignisse und ihrer Folgen, dafür aber eine große Vielzahl an Zeitzeugenberichten und die sind oft besonders bildlich in ihrer zeitnahen Beschreibung.&lt;br /&gt;
:Gustav Quade, berühmt geworden durch seine dreibändige „Mecklenburgische Vaterlandskunde“, hat in den Monaten unmittelbar nach der Katastrophe in der Region Rostock und Warnemünde solche Zeitzeugenberichte gesammelt, wo immer er ihrer habhaft werden konnte. &lt;br /&gt;
:Davon möchte ich hier einiges in Auszügen wiedergeben, das uns bis heute berührt:&lt;br /&gt;
:„Am Nachmittag des 12. November stand schon die See auf dem Fahrdamm der Vorderreihe. &lt;br /&gt;
:Einige vorsichtige Warnemünder zogen daher ihre Jollen näher aufs trockene Land und befestigten die Boote an den Bäumen. &lt;br /&gt;
:Allgemein ging man zu Bett, da mit einem Fallen des Wassers auf das bestimmteste gerechnet wurde. &lt;br /&gt;
:In der Nacht wuchs der Sturm zum Orkan. &lt;br /&gt;
:Lotsenkommandeur Jantzen, der die Gefahr von seinem Hause am Strom, hart an der See, aus erkannte, schickte noch in der Nacht die Nachtwächter im Ort herum, um die Einwohner zu wecken.&lt;br /&gt;
:Um 3 Uhr morgens war alles auf den Beinen. Der Sturm raste mit unverminderter Stärke weiter. &lt;br /&gt;
:Die Ziegel fielen haufenweis von den Dachstühlen, ganze Dächer wurden zuweilen abgehoben. &lt;br /&gt;
:Unzählige Veranden und Fensterscheiben gingen in Stücke. &lt;br /&gt;
:Einige Einwohner versuchten noch die Boote in Sicherheit zu bringen. Alles vergeblich. &lt;br /&gt;
:Als es gegen ½ 8 Uhr morgens Tag wurde, waren beide Baken auf den Molenköpfen verschwunden, die Molen standen ganz unter Wasser, die Bismarkpromenade mit der Grotte und die Badeanstalten waren beinahe zerstört.&lt;br /&gt;
:Gegen 8 Uhr morgens durchbrach das Wasser die Dünen westlich vom Ort und vereinigte sich über das Diedrichshäger-Moor und die Laak mit dem Breitling. :Warnemünde lag auf einer Insel, deren Umfang mit dem Steigen des Wassers immer kleiner wurde. &lt;br /&gt;
:Am Rostocker Ende drang bald darauf das Wasser in die Häuser, die Bewohner flüchteten in die neuerbaute Kirche. &lt;br /&gt;
:Unterdessen hatten die Wogen die Gebäude des Bauhofes erreicht, nachdem sie die dahinter liegenden Dünen durchbrochen hatten. &lt;br /&gt;
:Die Familie des dort wohnenden Zimmermeisters schwebte in höchster Lebensgefahr. &lt;br /&gt;
:Der Aufenthalt in den Häusern war unmöglich, die 6 Personen flüchteten auf einen Hausboden. &lt;br /&gt;
:Die Überfahrt in einem Rettungsboot zu wagen, war unmöglich. &lt;br /&gt;
:Der rasend einlaufende Strom hätte das Boot sofort zerschlagen und seine Insassen in höchste Lebensgefahr versetzt. &lt;br /&gt;
:Man brachte daher den Raketenapparat an das Zollamt und der Lotsenkommandeur schoß eine Leine zum Bauhof hinüber. &lt;br /&gt;
:6 kühne Männer mit Namen Baade, Borgwardt, Jungmann, Jürß, Radloff und Schmidt, sprangen in das Boot und ruderten es durch den mit Balken und Schiffstrümmern bedeckten Strom hinüber zum Bauhof und retteten die ganze Familie des Bauhofsaufsehers.&lt;br /&gt;
:Das Wasser stieg immer weiter, von Süden und Westen drang es in den Ort ein.&lt;br /&gt;
:Die Mühlenstraße mit der Mühle, die südliche Hälfte der Anlagen, die Kirche, wo die Flüchtlinge schließlich auf die Bänke steigen mußten und die 4. und 3. Reihe (Anastasia- und Friedrich-Franz-Straße) standen bis in die späten Nachmittagsstunden ganz unter Wasser.&lt;br /&gt;
:… Im Orte selbst blieb nur die Schanze, der Georginenplatz und der nördliche Teil der Anlagen trocken. &lt;br /&gt;
:Auf diesen kleinen Raum drängten sich bis zur einbrechenden Dunkelheit etwa 1600 Menschen zusammen, mit Todesangst im Herzen.&lt;br /&gt;
:Gegen 3 Uhr nachmittags ging der Wind nach Osten und wurde schwächer, das Wasser steigt nicht weiter. Niemand war verunglückt.&lt;br /&gt;
:… Am 14. November konnte man die Verwüstungen erkennen. Die Uferstraße am Strom war mit Holz, Booten, Seesand, Möbeln und Trümmern jeglicher Art bedeckt.&lt;br /&gt;
:Auf der Reede trieben 5 Schiffe mit schweren Havarien, 3 andere hatten die Masten gekappt. &lt;br /&gt;
:Sie wurden von dem alten Dampfer „Stadt Rostock“ in den Hafen geschleppt. &lt;br /&gt;
:… Die Molenspitzen waren spurlos verschwunden. &lt;br /&gt;
:...Das Erdreich an der Schanze war fortgespült und der Strudel hatte eine tiefe Bucht im Durchgang von Hotel Rohn gemacht. &lt;br /&gt;
:... Die Veranden schienen in der Luft zu hängen, und nur den festen Grundmauern des Hauses des Lotsenkommandeurs Jantzen neben dem Greifenbad war es zu danken, daß diese Häuser nicht völlig eingestürzt waren. &lt;br /&gt;
:Die Bismark-Promenade war verschwunden.“&lt;br /&gt;
:Die Küstenschützer bezeichnen diese Sturmflut heute ganz profan als „Bemessungshochwasser“, was bedeutet, das die in den einzelnen Küstenorten unterschiedlichen Wasserstände, wie auch die Spezifik des Vordringens des Meerwassers jenen Jahres als Messlatte für Küstenschutz-bauten und -maßnahmen herangezogen werden. &lt;br /&gt;
:Diese Naturkatastrophe steht aber auch für die seit nun eineinhalb Jahrhunderten anhaltende Messung und statistische Erfassung der Wasserstände und Wetterereignisse der Ostsee an der deutschen Küste als der „Nullpunkt“ und Beginn.&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschutzwand Warnemuende 2020.jpg|thumb|350px|rechts|Die neue Warnemünder Sturmflutschutzwand am Alten Strom südlich der Bahnhofsbrücke im Frühjahr 2020]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903 blieb Warnemünde von der Sturmflut nahezu unberührt, wohingegen es die Rostocker Altstadt und den gesamten Bereich des Stadthafens besonders schlimm traf, was an der Fahrrinne lag. &lt;br /&gt;
:Das Wasser suchte sich seinen Weg entlang des Breitlings und der Warnow und bedrohte fortan insbesondere die Altstadt. &lt;br /&gt;
:Bei der Rostocker Bevölkerung sorgte dies für einige Empörung und stellte die Politik vor Schwierigkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Warnemünde wurde 1913/14 wieder hart von Überflutungen getroffen. &lt;br /&gt;
:So wurde die Promenade über eine Distanz von 300 Metern komplett zerstört und weggespült. &lt;br /&gt;
:Neben der Promenade erfasste das Hochwasser im Januar 1914 einen Großteil der Strandvillen hinter der Promenade und erstreckte sich bis zum Neuen Friedhof.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sturmfluten und Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warnemünde und der Sand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Becker-Spruch, Wind und Sand, Dünenbefestigung , Molensand, Sand tragen, Sand als Exportgut, Ballastsand&lt;br /&gt;
;(TID 2026 ?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Straßen, Wege und Umwege - Von Milchsteg und Kuhbrücke zur Stadtautobahn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Postwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen|Im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten aus Warnemünde|Bedeutende Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgenommen wurden Personen, die in Warnemünde geboren oder verstorben sind, beziehungsweise in einem persönlichen Lebensabschnitt zeitweise in besonderer Beziehung zum Ort standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Der Warnemünder Sven Lorenzen hat die ersten 12 Tafeln auf einer Internetseite dokumentiert: [http://sven-lorenzen.de/tafeln.html Warnemünder Gedenktafeln]. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde|Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Volkskunde==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünder Volkskunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in Warnemünde, Unterwarnow- und Breitling-Gebiet==&lt;br /&gt;
* [[Flurnamen in Warnemünde und Umgebung|Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[ + Arbeitsordner Warnemünde]]  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronistenkontakt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph Wegner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mailto:kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156164</id>
		<title>Carwitz-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156164"/>
		<updated>2026-09-14T17:41:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* 20. Verkehr */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 01.jpg|600px|center|thumb| Carwitz 2007 bei Flug über Mecklenburger Seen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 02b.jpg|600px|center|Carwitz Dörffel 02]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[[Carwitz]]-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner  &lt;br /&gt;
;Autor Ernst F. Doerffel&lt;br /&gt;
;Redaktion Carola Hasan &lt;br /&gt;
;2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorwort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wie kam es zur Idee „Puzzleteile der Geschichte von Carwitz“?&lt;br /&gt;
:Anfang 2000 las ich die gerade veröffentlichte Dorfgeschichte von Mechow, südlich von Carwitz im selben Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gelegen. Da kam mir der Gedanke eine Dorfgeschichte von Carwitz zu schreiben. &lt;br /&gt;
:Ich fing an zu sammeln und kam aus dem Staunen nicht heraus. &lt;br /&gt;
:Mit dem Verfasser der Dorfgeschichte von Mechow, Erich Goetsch, kam ich freundschaftlich ins Gespräch. :Erich Goetsch hatte damals als 80-jähriger sehr intensiv in den Archiven, insbesondere im Landesarchiv Schwerin, geforscht und gesammelt. Er selbst wohnte seit Mitte der Fünfziger Jahre bei Bremen, seine Tochter seit den 90er Jahre in Mechow. &lt;br /&gt;
:In den Jahren 2005-2008 interviewte ich mehrere Carwitzer Bürgerinnen und Bürger. Sie erzählten sehr interessant, insbesondere über die Zeit zwischen den Kriegen im 20. Jahrhundert und über die DDR. Auch zeigten sie mir z.T. uralte Dokumente aus dem 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Während der folgenden Jahre hatte ich versucht, für meine Sammlung von Fragmenten einen Archivar in Feldberg zu interessieren. Er hat angeblich damit gearbeitet. Mir ist aber nicht bekannt, ob davon auch etwas veröffentlicht worden ist. &lt;br /&gt;
:Ich ließ mir meine per USB-Stick überlassenen Dateien 2023 zurückgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Meine Sammlung aus den verschiedensten Quellen und Dokumenten sind von mir nicht verbindlich überprüft worden. Ihre Veröffentlichung ohne Überprüfung der Dokumente im Landesarchiv Schwerin ist mir nicht möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Interviews mit Carwitzern wurden chronologisch eingearbeitet. Es sind bis 2025 immer wieder viele Ergänzungen mit gelesenen und gehörten Informationen hinzugefügt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zufällig entdeckte ich Ende Februar 2026 im Internet eine Interessentengruppe für Ortschroniken in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Bildungsministerium unterstützt. Da existiert auch eine kurze Chronik von Carwitz. Kontakte wurden aufgenommen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese „Carwitzgeschichte“ wurde über zwei Jahrzehnte mit Unterbrechungen erarbeitet. &lt;br /&gt;
:Jetzt möchte ich gedruckte Exemplare an die Familie, an Freunde und Interessierte weitergeben. &lt;br /&gt;
:Die Unterlagen, Interviews und familiäre Bezüge bleiben auf Festplatten gespeichert. &lt;br /&gt;
:Ich bitte alle Interessierten mir persönlich Korrekturen, Änderungen, Streichungen und insbesondere Ergänzungen mitzuteilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Einzelheiten sind dort zu finden, so in „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer, Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5.&lt;br /&gt;
:Die Fotos stammen aus sehr verschiedenen Quellen, so von Ernst Rittwagen (Feldberg), aus alten Büchern u.v.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ernst F. Dörffel  &lt;br /&gt;
:Carola Hasan (Redaktion)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1. Eiszeitliche Gestaltung der Feldberger Seenplatte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Carwitz liegt mit Hügeln und Tälern am südlichen Ende des Feldberger Endmoränen-Bogens, der jahrhundertelang Teil des Gletscherrandes war. Dieser zog sich von Güstrow über Neustrelitz bis in die Uckermark. Südlich von Carwitz beginnt das Sandergebiet. &lt;br /&gt;
:Unsere Vorstellungskraft ist wohl meistens überfordert, wenn wir uns ein realistisches Bild der geologischen und klimatischen Situation vor 12.000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit machen wollen. Der zerklüftete Rand des Gletschers von 300 Meter Höhe stand Jahrhunderte still, bis er endgültig nach Norden zurückwich. Am Gletscherrand sammelten sich die von ihm mitgeführten Findlinge und das Geschiebe beim Abtauen an. So entstand auch der Hünenwall, eine Satzendmoräne zwischen Luzinstein, oberhalb der Luzinhalle, und dem Kesselmoor im Hullerbusch. Aus Tunneln unter dem Eis floss ein riesiger Strom von Schmelzwasser mit Geröll und Sand hervor. Auf Grund der Thermik wehte ständig ein stürmischer Wind und transportierte Staub und feinen Sand nach Süden. Es bildete sich der mehrere Kilometer breite „Sander“. Riesige Eisblöcke der vorangegangenen Eiszeit waren als Toteis im Untergrund liegen geblieben und vom Gletscher praktisch „überfahren“ worden. Sie schmolzen erst mit dem Ende der letzten Eiszeit völlig weg. Dank dieser Toteisblöcke entstanden die vielen Sölle und größeren Seen. Die Grund- und Endmoräne haben fruchtbaren Boden.  Die Sanderböden dagegen sind unfruchtbar. Deshalb fand dort später weniger Besiedlung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==2. Landschaft zu Beginn der menschlichen Besiedlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine sehr ausführliche und interessante Darstellung der kulturhistorischen Entwicklung der gesamten Region, einschließlich Carwitz, findet sich in der Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5, S. 7 „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer. Das Heft steht in Carwitzer Kate 1 zwischen den Büchern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ende der letzten Eiszeit, Weichsel-Eiszeit, vor 12.000 Jahren folgten steinzeitliche Jäger den großen Tierherden nach Norden. Aber erst ab ca. 4.000 v. Chr. sind Menschen in unserem Raum archäologisch nachweisbar. Bronzezeitliche Funde werden um 1.250 v. Chr. datiert (23). Zeugnisse sind die Großsteingräber auf dem Hauptmannsberg und am Breiten Luzin sowie das älteste bekannte Schlachtfeld Europas im Tollense-Tal. &lt;br /&gt;
:Die germanische Besiedlung bis zur großen Völkerwanderung, 375 – 568 n. Chr., wird in groben Zügen bei römischen und griechischen antiken Autoren erwähnt. Im Großraum der unteren Elbe bis zur Weichsel, also Norddeutschland/Polen, sind das die Vandalen, die Semnonen, die Sueben, die Goten und die Burgunder. Exakte Gebiete können den einzelnen Stämmen nicht zugeordnet werden. In den zwei Jahrhunderten der Völkerwanderung werden die Volksstämme durcheinander gewirbelt. Unser Gebiet wird besonders entlang der großen Flüsse von den genannten Stämmen nur durchzogen. Im wahrsten Sinne des Wortes tritt eine Entvölkerung ein. Ursache der großen Völkerwanderung sollen klimatische, wirtschaftliche oder demographische Faktoren gewesen sein. Auslöser der Völkerwanderung war aber dann der Vorstoß der Hunnen aus Asien über Russland nach Europa. Dadurch wurden die germanischen Stämme, die Goten und Vandalen, aus dem Raum des westlichen Russlands vertrieben, sie flüchteten vor der drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
:Es erfolgte in den nächsten Jahrhunderten durch slawische Stämme von Osten eine friedliche Landnahme des menschenleeren Raums, in dem nur noch eine germanische Restbevölkerung lebte. So bildete sich kampflos ein geschlossenes slawisches Siedlungsgebiet, unterteilt in verschiedene Stämme, bis zur Elbe-Saale. Sie drangen sogar weiter westlich bis zum Main und der Regnitz vor. Noch heute bezeugen das slawische Orts- und Flurnamen eindeutig.&lt;br /&gt;
:Für unser Gebiet der oberen Havel und östlich der Tollense werden die Redarier mit ihrer Tempelburg Rethra genannt. Sie waren wohl der bedeutendste Stamm der Kernstämme der Lutizen, die Kessiner, Zirzipanen und die Tollenser.&lt;br /&gt;
:Eine gute Darstellung findet sich bei [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Chronik_von_Mechow_(Autor_Erich_Goetsch) Goetsch “Dorfchronik Mechow“ Seite 6 bis 14 ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit.jpg|500px|zentriert|thumb|CD06 Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Bronzene Schmuckscheibe&#039;&#039;&#039; von 4,8 cm Durchmesser im degenerierten Jellingstil aus der jungslawischen Inselsiedlung Carwitz. Wurde 1837 auf dem Kohlwerder im Carwitzer See oder dort „beim Fischen“ gefunden. In der nordischen Mythologie ist der dargestellte „Fenriswolf“ der dämonische Sumpfwolf, der das Bösartige, Zerstörische symbolisiert. Text Wikipedia (Corpus Archäologischer Quellen zur Frühgeschichte, Textband, Akademie-Verlag, Berlin 1979)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Die in der Zwischenzeit christianisierten und wirtschaftlich erstarkten deutschen Volksstämme, Franken und Sachsen, begannen seit Karl dem Großen ab 800, insbesondere dann unter Kaiser Otto I., in grausamen und rücksichtslosen wechselvollen Kriegen nach Osten vorzudringen. Diese Expansion erreichte nach der Herausbildung des deutschen Staates mit der sogenannten Deutschen Ostkolonisation im 11. bis 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt. 1147 lehnten die sächsischen Fürsten es ab, sich an einem zweiten Orientkreuzzug, leidenschaftlich dazu vom französischen Abt Bernhard von Clairvaux aufgerufen, zu beteiligen. Da sie „Völker zu Nachbarn haben, die noch dem schändlichen Götzendienst huldigten, nahmen (sie) zwar ebenfalls das Kreuz, aber um gegen jene Völker Krieg zu führen“. Im Wendenkreuzzug 1147 zogen sie unter der Bernhardschen Parole „Bekehrung oder Vernichtung“ gegen die heidnischen slawischen Völkerschaften zwischen Elbe und Oder. (7)&lt;br /&gt;
:Das Hauptheiligtum Rethra, Riedegost, mit dem Gott Svarožić wird zerstört und verschwindet völlig aus dem Gedächtnis. Später wurden mindestens 20 verschiedene Lokalisationen als Standort für Rethra diskutiert. Die wahrscheinlichste Lage ist die Fischerinsel am Südwestufer des Tollensesees bei Wustrow.  Die herrschenden slawischen Familien wurden unter der Bedingung anerkannt und „belehnt“, wenn sie selbst das Christentum annehmen und sich um seine weitere Verbreitung aktiv bemühen. (6) Damit beginnen auch die schriftlichen Dokumentationen in Lehnzeugnissen und Kirchenarchiven.  Als Zeichen der erfolgreichen Christianisierung findet man in ganz Mecklenburg die Feldsteinkirchen des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 07.jpg|650px|rechts|thumb|CD07 Besiedlung von Carwitz. Aus „Ausgrabungen und Funde 13“ S. 203 – Abb.3 der Akad. D. Wissenschaften Berlin, 1968, ergänzt nach Corpus Bd.2 aus (6)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Die Großsiedlung Burgwall Feldberg&#039;&#039;&#039; ist auf dem Schlossberg am Breiten Luzin gelegen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Carwitz&#039;&#039;&#039; wurde durch Ausgrabungen auf der Halbinsel Hauswerder, heute Bohnenwerder, die früheste Besiedlung für das 7. - 8. Jahrhundert an der Bucht gegenüber dem Stein- und dem Bollenwerder nachgewiesen. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der Feldmark Hanow, (Wüstung im Dreißigjährigen Krieg) auf der Hochfläche westlich vom Hauptmannsberg, geschah im 8. bis 12. Jahrhundert und für alle Inseln im Carwitzer See im 11. – 12. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
:Vom „Festland“, beim heutigen Fischer in Carwitz, gingen Brücken über den Jäger-, Gänse- und Steinwerder zum Bollenwerder und bis zu den Ziegenbergen des gegenüberliegenden Ufers.&lt;br /&gt;
:Die Inseln boten Schutz vor plötzlichen Überfällen. Spätestens im 10. Jahrhundert wurden die slawischen Dörfer gegründet, meist als Runddörfer um kleine Teiche. &lt;br /&gt;
:Die deutschen Einwanderer gründeten später Straßendörfer. Die typischen Endungen -itz oder -ow sind Merkmale slawischer Ortsnamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;+2&#039;&#039;&#039; 3. Carwitz wird erstmalig &#039;&#039;&#039;(+?)&#039;&#039;&#039; 1216 genannt (oder auch erst 1393?) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Ortsname stammt von dem altpolabischen Wort „karva“ für Kuh ab. Im Gegensatz dazu ist „Conow“, auf der anderen Seite des Carwitzer Sees, mit „Pferdedorf“ zu übersetzen. („con“ = Pferd). &lt;br /&gt;
:Erwin Schulz schreibt: „1393 Carwytze, 1459 Karviz, 1518 Carvitze, 1708 Karwitz, 1796 Carwitz.“ &lt;br /&gt;
:Carwitz gehörte zur „Herrschaft Stargard“ und diese gehörte seit 1130 zum Herrschaftsbereich der Herzöge von Pommern. Ab 1292 war die Herrschaft Stargard ein Wittum (Mitgift oder Brautpreis) der Markgrafentochter Beatrix von Brandenburg. Da sie die Frau des mecklenburgischen Fürsten Heinrichs II., genannt „der Löwe“, war, kam die Herrschaft Stargard ab 1299 faktisch an die Fürsten (später Herzöge) zu Mecklenburg. Am Ende des 14. Jahrhunderts – so eine weitere Notiz – wiesen die Herzöge von Mecklenburg - Stargard einem Henning Parsenow Pachtgeld aus Carwytze an.&lt;br /&gt;
:Bei &#039;&#039;&#039;(22)&#039;&#039;&#039; heißt es aber auch S. 37: „Mechow ist das erste Dorf im früheren Amt Feldberg, das urkundlich erwähnt wird (1271) und einer der drei Orte in diesem Amt, die noch im 13. Jahrhundert ins Licht der Geschichte treten (Flatow und Warbende 1299).“&lt;br /&gt;
:Feldberg wird 1256 und die Krüseliner Mühle 1275 als „Feldberger Mühle“ erwähnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Gebiet endgültiger Besitz der mecklenburgischen Herzöge. Das Dorf wurde dem Amt Feldberg (Domänenamt) zugeordnet.&lt;br /&gt;
:Kirchlich war das Angerdorf  Carwitz bis zum Dreißigjährigen Krieg und dann wieder ab 1740 eine selbstständige Pfarrei. &lt;br /&gt;
:Dazu gehörten die umgebenden Dörfer einschließlich Feldberg. Daraus kann man schließen, dass es in damaliger Zeit ein früher Ort der ursprünglichen Besiedlung gewesen sein könnte.  &lt;br /&gt;
:Seitdem lebt es, mit Ausnahme von Kriegs- und Pestzeiten, beschaulich dahin. Obwohl in den vergangenen Jahrhunderten echte Friedenszeiten die Ausnahme waren, berührten die kriegerischen Auseinandersetzungen nur selten diese Gegend. Wenn es dazu kam, dann waren die Folgen meist verheerend. So wurden durch die Streitigkeiten zwischen Brandenburg und Mecklenburg 1440 viele Dörfer „wüst“. Hanau (Hanow westlich vom Hauptmannsberg) wurde nie wieder aufgebaut. &lt;br /&gt;
:In Carwitz vergrößerte sich der Dorfkern, das „boomdörp“, nur langsam um die Kirche mit Friedhof und Bäumen. Das „unnerdörp“ an „de bäk“ ist aber mit einigen Erdhütten wohl eher der ursprüngliche Siedlungsort gewesen. &lt;br /&gt;
:Zur Besiedlung, zu den Streitigkeiten um Grenzen, der Lage von Mühlen und dem Zugang bzw. dem Besitz der Seen und Bäche siehe im Anhang Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==4. 30-jähriger Krieg und Folgezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahrzehnten vor dem dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) bestand ein relativer Wohlstand. 1637 plünderten, raubten, mordeten die Horden des Grafen Gallas.&lt;br /&gt;
:1639 gab es in Feldberg nur noch 3 Kossaten mit ihren Frauen. Um 1600 waren es um die 60 Personen gewesen. Georg Krüger schreibt: „1639 lebten im ganzen Amt (Feldberg) 47 Personen: 5 Bauleute (Bauern), 8 Kossäten, 13 Witwen, 9 Kinder, 10 Knechte und 2 Mägde. Und ist im selbigen Amt kein Vieh, an Klein oder Groß vorhanden, wie auch daselbst anitzo kein Sommer- oder Winterkorn geseyet ist.“&lt;br /&gt;
:Nach dem 30-jährigen Krieg kam die Pest. Auf dem Feldberger Pestfriedhof, der in den 1960er Jahren auf dem Amtswerder entdeckt wurde, fanden sich etwa 80 Tote. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die dem westfälischen Frieden von 1648 nachfolgenden Kriegszüge der feudalen Herren und Fürsten mit ihren marodierenden Truppen brachten immer wieder Not und Elend mit sich. &lt;br /&gt;
:1658 - 1660 durchzogen im Krieg gegen Schweden 30.000 kaiserliche, brandenburgische und polnische Soldaten Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:1674/75 waren es wiederum die Truppen des Großen Kurfürsten, die Dänen und die Kaiserlichen, die durch Mecklenburg zogen.&lt;br /&gt;
:1683 lebten in Carwitz mehrere Vollbauern, dazu der Freischulze sowie Kossaten und landlose Einlieger (Mietsleute), die als Landarbeiter tätig waren. Der westlich des Dorfes gelegene Freischulzenhof wurde 1858 aus Carwitz herausgelöst, ab 1874 Rosenhof benannt. Auch das alte Dorf Krüselin, mit der dortigen Meierei, seit 1945 eine Wüstung, sowie die Krüseliner Mühle gehörten zum Umfeld von Carwitz mit wechselnder Unterstellung.&lt;br /&gt;
:Durch den Hamburger Erbvergleich von 1701 kam das Amt Feldberg und damit Carwitz zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz.&lt;br /&gt;
:1756 – 1763 Siebenjährige Krieg mit „Besetzungen, Truppendurchmärschen, Plünderungen und Pressungen der männlichen Bevölkerung zum Kriegsdienst“ (5)&lt;br /&gt;
:„Von den zum Krieg gegen Russland 1812 gepressten 400 Strelitzern, die bis Moskau kamen, haben kaum 100 überlebt.“ (5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Krüselin: &lt;br /&gt;
:zu unterscheiden sind die heutige wüste Dorfstelle von der Wassermühle am See.&lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt dazu (13): &lt;br /&gt;
:„1393 Cruzelin, 1422 Krüselin, nach Kühnel = Sandort. 1393 wurde Henning Parsenow Krüselin angewiesen. &lt;br /&gt;
:1422 verkaufte Henning Parsenow die wüste Feldmark und das Dorf Krüselin an das Kloster Wanzka für 300 Mark. &lt;br /&gt;
:1539 verkaufte das Kloster die Feldmark an Herzog Heinrich für 200 fl (Historische Gulden florenus). &lt;br /&gt;
:Schon vor 1600 war in Krüselin eine Feldberger Amtsmühle, die im dreißigjährigen Krieg zerstört, aber wieder aufgebaut wurde. &lt;br /&gt;
:In Krüselin wird früher eine Kirche gestanden haben, denn Henning Parsenow versetzte 1401 zwei Glocken, die früher in Krüselin gehangen hatten, an das Kloster Wanzka, die eine für 34, die andere für 10 Mark. &lt;br /&gt;
:Später haben in Krüselin 2 Bauern und 1 Kossate gesessen. 1724 wurde durch den Feldberger Amtmann Borchmann eine Meierei aufgebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Laeven: &lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt (9) S. 119: „1393 wurde Bede in Läven an Henning Parsenow gegeben. &lt;br /&gt;
:1590 werden dort genannt: „12 dort wohnende Familienamen. &lt;br /&gt;
:1639 waren 5 Bauernhöfe nebst der Kirche niedergebrannt, und wo früher ein Freischulze und acht Bauleute mit ihren Familien gewohnt hatten, lebten noch ein Bauer, eine Frau und ein Knecht. Im &lt;br /&gt;
:Juni 1640 war alles wüste und niedergebrannt. 1683 war dort eine Schäferei, die zur Meierei Neuhof gehörte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hauptmannsberg: &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld erfuhr im Heimatkundeunterricht:  Im 30jährigem Krieg hatte bei einer Besetzung ein Hauptmann auf dem bis dahin Wartsberg genannten Berg seinen Beobachtungsposten. &lt;br /&gt;
:Die Landschaft war zur damaligen Zeit praktisch entwaldet, sodass von dort oben ein weiter Blick bis Feldberg, Laeven, Conow, Thomsdorf und Mechow möglich war. &lt;br /&gt;
:Andere erzählten mir, dass ein Hauptmann dort seinen Lieblingsplatz gehabt habe. Otto Schultz bestätigt das und fügt hinzu, dass im 30jährigen Krieg „der König“ auf dem „Königsberg“ seinen Standort hatte und der Hauptmann vom Hauptmannsberg her ihm entsprechende Zeichen seiner Beobachtungen gegeben habe. :Der „Königsberg“ sei an der Mühle, neben dem jetzigen Friedhof gewesen. &lt;br /&gt;
:Auf der Handzeichnung des Feldberger Gebietes von 1578 von Tilemann Stella (21) steht am Hauptmannsberg „Der Wartsberg“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Inseln: &lt;br /&gt;
:wurden zur Slawenzeit und landwirtschaftlich bis in die Mitte der siebziger Jahre privat genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie waren mit den umliegenden Ufern durch Holzbrücken verbunden. &lt;br /&gt;
:So hat man Reste von Holzpfählen vom Carwitzer Ufer beim Fischer zu den Inseln und bis zu den Ziegenbergen am jenseitigen Ufer gefunden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 08.jpg|600px|zentriert|thumb| CD08 Blick vom Bohnenwerder auf den Carwitz-See nach Thomsdorf]]&lt;br /&gt;
;Bohnenwerder: &lt;br /&gt;
:frühere Bezeichnung „Boomwerder“ = „Baumwerder“, so auch noch von Fallada und seiner Frau Suse bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld vermutet, dass „Bohnenwerder“ nach 1945 eine Verballhornung des plattdeutschen „Boomwerder“ ist. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Boamwierl“ = Baumwerder. &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg war auf ihm ein großes Spargelfeld. An der Terrassierung erkennt man noch heute, dass er bis ca. 1953 landwirtschaftlich genutzt wurde. &lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren weideten in den Sommermonaten noch regelmäßig Ponys zwischen den sich sonnenden Nacktbadern. &lt;br /&gt;
:Damals wurden auch die Ziegenberge am gegenüberliegenden Ufer mit Kühen beweidet.&lt;br /&gt;
:Auf alten Karten wurde der Bohnenwerder mit „Hauswerder“ bezeichnet. Wahrscheinlich weil auf dieser Halbinsel die ersten Häuser gestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Bollenwerder: &lt;br /&gt;
:ursprünglich „Bullwerder“ oder „Bullenwerder“ genannt, gehörte Helene Kratochwill und jetzt noch den Erben. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld: „In meiner Kindheit in den 20er Jahren wurden im Frühjahr die Kühe an Stricken im Schlepptau von Booten hinübergezogen und im Herbst zurück. &lt;br /&gt;
:Im Sommer fuhr jeden Tag zweimal die Magd oder der Knecht hinüber, um die Kühe zu melken. &lt;br /&gt;
:Später in den 30er Jahren waren nur noch Färsen darauf.“ Die Mauerreste eines kleinen Stalles sind jetzt noch am südlichen Ende zu finden. Noch in den 60er- und 70er- Jahren weideten im Sommer Ponnys auf dem Bollenwerder.&lt;br /&gt;
;Steinwerder: &lt;br /&gt;
:Im 30jährigen Krieg wurde dort ein Schatz vergraben und die Sage ging, dass dort zu Johannis im Mondlicht das Gold glänzt. &lt;br /&gt;
:Ob es einer mal versucht hat, den Schatz auszugraben? Heute im Besitz der Erben vom „Kröger“ Paul Utnehmer. &lt;br /&gt;
:Der Steinwerder wurde in den Sommerferien bis 1990 jedes Jahr als Campingplatz der Erfurter Reichsbahn genutzt. Mit der aufkommenden Umweltproblematik gab es hier zunehmend Probleme und Auflagen der Hygiene-Kontrollen.  &lt;br /&gt;
:Die Sammelbehälter der Toiletten mussten dann per Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Jägerwerder, Gänsewerder, Kohlwerder &lt;br /&gt;
:wurden ebenfalls landwirtschaftlich genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie gehörten Rudi Dreiseidel, der ca 1960 die Mosterei gründete. &lt;br /&gt;
:In diesem Zusammenhang wurden auf diesen Inseln, wie auch hinter der ehemaligen Mosterei, Obstbäume gepflanzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Elswerder, Eiswerder: &lt;br /&gt;
:auf den Karten fälschlicherweise heute als Eiswerder bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Elswierl“. Mit Erlen hätte das nichts zu tun¸ denn diese heißen im Plattdeutschen „Ellern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 09.jpg|800px|rechtsr|thumb| CD09 Kartenauszug Feldmarck Thomsdorff 1783]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese Karte hing im Goethe-Museum Weimar Anfang der 90er Jahre. 2025 war sie im Museum verschollen. &lt;br /&gt;
:Im Landesarchiv Brandenburg wurde eine Reproduktion erworben.&lt;br /&gt;
:Interessant ist die damalige Dreifelderwirtschaft mit den rhythmisch wechselnden Saatzeiten und die Ausdehnung der landwirtschaftlich genutzten Flächen. :Bis 1961 waren noch die Getreidefelder auf der Fläche des heutigen Campingplatzes am Dreetz zu sehen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Braun&#039;&#039;&#039; = Brachfeld&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Grün&#039;&#039;&#039; = Herbst-Winterbestellung &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Gelb&#039;&#039;&#039; = Frühjahr-Sommerbestellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==5. 19. Jahrhundert bis Ende des Kaiserreichs 1918==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Orte der Umgebung z. T. bis heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für diese Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gibt es über Carwitz wenig zu berichten. &lt;br /&gt;
:Carwitz war „noch nicht entdeckt“!&lt;br /&gt;
:Nach der gescheiterten Revolution von 1848 verlief die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und besonders in Mecklenburg-Strelitz ganz im Sinne des politisch äußerst konservativen Großherzogs Georg und seiner Nachfolger. &lt;br /&gt;
:Georg hatte die demokratische Bewegung als eine „Bande terrorisierender Radikaler“ diffamiert. (1 S. 20) &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter schreibt ironisch: § 1 der Mecklenburger Verfassung „Allens bliewt bin ollen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz war das kleinste aber auch reichste Fürstentum des Deutschen Kaiserreiches. &lt;br /&gt;
:So hatten Grundadel und Fürstenhaus bis 1919 das Recht auf fremden Grund und Boden zu jagen. &lt;br /&gt;
:Dabei betrifft „Reichstes Fürstentum“ das persönliche Eigentum des Großherzogs Friedrich Wilhelm II. (1860-1904). &lt;br /&gt;
:Seine Regierungszeit war geprägt durch eine an Geiz grenzende Sparsamkeit bei allen öffentlichen Ausgaben. Notwendige Investitionen in Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung unterblieben weitgehend. &lt;br /&gt;
:Deshalb stagnierten moderne Entwicklungen oder hielten nur zögerlich Einzug. Durch diese Politik konnten über Generationen angehäufte Schuldenberge des Fürstenhauses abgetragen werden. &lt;br /&gt;
:Das Land entwickelte sich jedoch zu einem der rückständigsten deutschen Territorien. Einem Ausspruch zufolge wollte Reichskanzler Otto von Bismarck im Falle des Weltuntergangs nach Mecklenburg fliehen, da hier die Welt 50 Jahre später untergehen würde. &lt;br /&gt;
:Als größter Grundbesitzer des Herrschaftsgebietes Mecklenburg Strelitz war der Großherzog im System der feudalen landständischen Verfassung Mecklenburgs eingebunden und hatte nur begrenzte Handlungsspielräume. &lt;br /&gt;
:Sein persönliches Vermögen wuchs dadurch während seiner Regierungszeit zu einem der reichsten deutschen Fürsten an. &lt;br /&gt;
:Er spekulierte und handelte sogar an der Börse.&lt;br /&gt;
:Am Spring, einer südlich von Laeven mitten im Walde gelegenen wunderschönen Quelle, steht ein Denkmal für den letzten Hirsch, der vom Großherzog geschossen wurde, d. h. eigentlich ein Denkmal für den Großherzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von Christa Schönfeld liegen handschriftliche Unterlagen des Amtes Feldberg vor. &lt;br /&gt;
:Die rechtlichen Festlegungen zu Haus und Hof sind unglaublich. &lt;br /&gt;
:Dazu auch der Fischereirechtsstreit vom 29.12.1801:&lt;br /&gt;
:-1 „verhandelt im Amte Feldberg den 29. Dezember 1801 in Gegenwart des Herrn Amtsrats &lt;br /&gt;
:auf heute ist der Freischulze Mollenhauer zu Carwitz, und der hiesige Fischer Sewkow vorgefordert, und da sie erschienenen, so hat man ihnen das von Herzoglicher Hochpreislicher Kammer unterm 20.vorigen Monats erlassenes gnädigstes Reskript in Betreff der von dem Freischulzen Mollenhauer auf dem Carwitzer See verlangten Fischerei hinlänglich bekannt gemacht, und die Erklärung des Freischulzen Mollenhauer darüber erfordert. &lt;br /&gt;
:Selbige gehet dahin: er hätte noch niemals die Fischerei auf dem ganzen Carwitzer See verlangt, sondern nur bloß, so wie sie seine Vorfahren gehabt. &lt;br /&gt;
:Er hätte niemals weiter als auf dem Vorlande gefischt, außer, dass er sein Netz doch außer dem Vorlande ausstellen müssen, weil er sonst gar keine Fische fangen können. &lt;br /&gt;
:Er wäre sehr bereit, sich der Fischerei wegen in der Güte auf einen gewissen Fuß zu setzen, wenn er nur überzeugt sein könnte, solche in der Zukunft ohne Streit und Zank auszuüben. &lt;br /&gt;
:Er erkläre sich völlig zufrieden mit dem ihn zugestandenen Revier zur Fischerei, nämlich von der Hälsung auf dem Dreetz in den Carwitzer See an bis an das Thomsdorfer Feld, und um diesen herum, bis an den Vor-Pool bei Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:Er wäre auch damit zufrieden, dass der Fischer in Feldberg, oder wer sonst den Carwitzer See gepachtet hätte, dieses Revier mit ihm gemeinschaftlich befischte, jedoch müsste er hoffen und sich ausbedingen, dass alle chikaneuse und ihm nachteilige Verfügungen in der Fischerei nachblieben, damit er mit dem Fischer diese Fischerei zusammen auf einen freundschaftlichen Fuß ausüben könnte. &lt;br /&gt;
:Der Fischer Sewkow bezeuget seine Bestimmung, so wie schon vormals zu den, dem Freischulzen Mollenhauer zur Fischerei zugestandenen Revier, und versichert, dass er von seiner Seite keine Gelegenheit dazu anderweitigen Streitigkeiten mit dem Freischulzen geben, sondern mit dem derselben auf dem bestimmten Revier, wenn das Wasser offen wäre, die Fischerei auf eine gemeinschaftliche und freundschaftliche Art ausüben wollen, jedoch müsse er sich ausbedingen, dass die Reusen nicht aus dem Vorlande, da wo er fischte gelegt würden, und dass der Freischulze, wenn er die Fischerei durch einen Arbeitsmann exercierte, entweder selbst dabei wäre, oder auch seinen Sohn oder einen von seinen Leuten dabei hielte, damit er, der Fischer, überzeugt würde, dass die Fischerei wirklich von dem Freischulze betrieben würde. &lt;br /&gt;
:Der Freischulze Mollenhauer agnosciret auch diese beiden von dem Fischer Sewkow vorgetragenen Punkte, genehmiget nochmal seine vorstehende Erklärung, und entsaget sich allen weitern Forderungen an der Fischerei auf dem Carwitzer See, außer dem bestimmten Ort.&lt;br /&gt;
:Da der Fischer Sewkow auch nichts weiter zu erinnern weiß, so ist diese Verhandlung geschlossen, und soll solche zur Herzoglichen Hochpreisl. Kammer eingesandt werden. Geschehen wie oben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hausbrief über das Freischulzenhaus an Friedrich Schulz&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Urkundlich ist dieser Hausbrief unter dem Siegel und der gewöhnlichen Unterschrift des Großherzoglichen Kollegiums und Forstkollegiums erteilt worden. Geschehen Neustrelitz 2. April 1859&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Von dem Großherzoglichen Mecklenburger Kammer- und Forst-Kollegio hieselbst ist dem Eigentümer Friedrich Schulz über das von dem Particulier Moldenhauer zu Neustrelitz laut Contrakts vom 1. März 1859 für 2500 Courant gekaufte, in Carwitz belegene vormalige Freischulzenhaus c.p. nachstehender Hausbrief erteilt worden: der Eigentümer Friedrich Schulz soll berechtigt sein, das vorgedachte Haus nebst Ställen und den unzertrennlichen Pertinenzen als: &lt;br /&gt;
:1. der Haus- und Hofstelle von 76 Quadrat-Ruten2&lt;br /&gt;
:2. den beiden Gärten und der Wörde hinter dem Hause zusammen von 1393 qr&lt;br /&gt;
:3. der an die Wörde stoßenden Wiese von 443 qr&lt;br /&gt;
:4. den beiden im Zansen See befindlichen Inseln a) dem Bullenwerder von 585 qr b) dem Steinwerder von 484 qr zusammen 2981 qr&lt;br /&gt;
:5. der Rohrwerbung hinter der Wörde&lt;br /&gt;
:6. die Fischerei auf demjenigen Teile des Carwitzer Sees und unter denjenigen Bestimmungen, welche vor dem Amte Feldberg ad  protocollum vom 29. Dezember 1801 festgesetzt worden, mit der Befugnis, den Graben aus dem Santzow ((? = Zantzen )) in den Dreetzer See allein zuzustellen, ohne jedoch Wehren in demselben anlegen zu dürfen, in Grundlage des Bestätigungsbriefes von 19. Februar 1853 eigentümlich zu besitzen und zu nutzen, wobei aber die Jagd auf den bis Ländereien vorbehalten und bedungen ist, dass der Eigentümer dieses Haus keine neuen Wohnungen in demselben anlegen darf.&lt;br /&gt;
:Dagegen muss von diesem Hause nebst Zubehör ein jährliches Grundgeld von zwei Thalern Courant...&lt;br /&gt;
:Mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservaten-Kasse, oder wohin es sonst angewiesen wird, prompt bezahlt werden. Außerdem müssen von diesem Hause resp. von den Besitzern desselben alle öffentlichen kommunal- und sonstigen Abgaben und Lasten, nicht minder die Kirchen-Pfarr- und Küster-Abgaben und Dienste, wie sie durch Edikte, Verordnungen oder Herkommen bereits bestehende, und resp. entweder verkündiget oder nötigen Falls durch das Amt werden repartieret und führen dies Grundstück bestimmt werden, unweigerlich bezahlt getragen und geleistet werden...“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Haus Nr. 18 in Carwitz - Zusatz zum Bestätigungsbrief vom 27. Oktober 1872&lt;br /&gt;
:Auf Grund der deutschen Maß- und Gewichtsordnung und des Reichsmünzgesetzes, sowie in Folge desfallsiger Vereinbarung mit dem Besitzer des Hauses Nr. 18 in Carwitz, dem Holzwächter Behrends kommen sind der Flächeninhalt der Pertinentien des Grundstücks und die dasselbe belastenden Abgaben in nachstehende Art umgewandelt und festgestellt. &amp;quot; ((Es folgen die in Quadratmetern umgerechneten Flächen des Freischulzenhofes von 1859.))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; 2. davon ist ein jährliches Grundgeld von sechs - 6 - Mark mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservatenkasse des Großherzoglichen Amts Feldberg oder wohin es sonst angewiesen wird, zu bezahlen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Es folgen Bestimmungen zu einer aus einem Teile des früheren Pfarrgehöftes in Carwitz gebildeten Erbpachtstelle I.B. &lt;br /&gt;
:§ 1 legt die Vermessung des Grundstückes fest)&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 2 der g. Behrends hat das Recht der Mitbenutzung der Trift zum Lucin-See zum Tränken seines Viehes. Sonstige Gerechtigkeiten an den Seen von Carwitz stehen ihm nicht zu.&lt;br /&gt;
:Er hat ferner mit den Besitzer  der Erbpachtstelle I.A gemeinschaftlich einen Ackerbestellungsweg so lang wie die Stellen sind, in einer Breite von - zwei und einhalb - 2 1/2 Meter und zwar jeder zur Hälfte von seinem Acker herzugeben und zu unterhalten.&lt;br /&gt;
:Die Jagd auf der Erbpachtstelle wird reserviert ((bedeutet was?)), und hat g. Behrends für Wildschaden keine Ansprüche zu erheben. (s. dazu (1 S.21- 23)..&lt;br /&gt;
:§ 3 betrifft Gebäude, Wohnungen und deren Verfügung))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 4 der Besitzer hat gegen die Kommüne, die Kirche, sowie die Küsterei zu Carwitz und gegen die Pfarre zu Feldberg den vierten Teil aller derjenigen Verpflichtungen zu übernehmen und zu leisten, wie sie ein Bauer in Carwitz hat oder nach ergehenden Bestimmungen und Verordnungen künftig haben wird; namentlich hat er das Messkorn an den Pastor in Feldberg und den Küster in Carwitz wie ein Carwitzer Bauer zum vierten Teile zu leisten und abzutragen.&lt;br /&gt;
:Auch hat er den vierten Teil der Hand - und Spanndienste bei den Bauten und Reparaturen der Kirche, des Kirchhofes, des Witwen-, Küster- und Schulenhauses zu Carwitz, sowie bei dem bestehenden Pfarrgehöft in Feldberg wie ein Carwitzer Bauer zu leisten und unterwirft sich hinsichtlich dieser Leistungen der Repartition des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ebenso hat er zur Besserung der über das Carwitzer Feld führenden Wege und der Dorfstraße, sowie event. zum Dämmen der letzteren, sowie zur Herstellung und Erhaltung der nöthigen Brücken nach demselben Verhältnisse beizutragen. Er hat auch auf Verlangen den Schulzen- und andre Gemeindedienste zu übernehmen, ersteren gegen die von dem Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegio zu bestimmende Renumeration.&lt;br /&gt;
:Dem Abdeckereizwange für Carwitz ist er unterworfen. Er hat auch dem bei einer eventuellen Versetzung des Küsters in Carwitz verbleibenden Schulmeister den vierten Teil desjenigen zu prästiren, was ein Carwitzer Bauern leistet oder leisten wird. Seinen Grenznachbaren hat er stets die nach Vorschrift des Amtes nöthige Vorfluth zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:§ 5 der g. Behrends erhält weder Brennholz für sich, oder seine etwaigen Einlieger, noch Bauholz oder sonstige Materialien.&lt;br /&gt;
:§ 6 der Besitzer unterwirft sich allen polizeilichen und administrativen Ordnungen und Anordnungen, welche über die Kommüne, die Schule und die Armenpflege von Carwitz bestehen oder noch erlassen werden sollten.&lt;br /&gt;
:§ 7 von diesem Grundstück ist von Johannis 1877 ab alljährlich ein Grundgeld von zwölf - 12 - Mark zu entrichten. Dasselbe wird in halbjährlichen Raten zu Michaelis und Ostern mit dem üblichen Quittungsgebühren an die Reservatenkasse des Amtes Feldberg oder wohin es sonst verlangt wird, frei bezahlt&lt;br /&gt;
:§ 8 das Grundgeld und alle sonstigen Abgaben, welche der Besitzer erbbrieflich zu entrichten hat, unterliegen dem Exekutionszwange des Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegii resp. des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Neustrelitz, den 21. August 1877 „&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Testament des Gastwirtes „Zum Krug“ August Utnehmer 1916 („de Kröger“)&lt;br /&gt;
:„Großherzogliches Amtsgericht Feldberg                                     Carwitz, 21. Juni 1916     &lt;br /&gt;
:gegenwärtig: Amtsrichter Dr. Weber als Richter, Gerichtsaktuar Renter als Gerichtsschreiber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf den Antrag des Krügers August Utnehmer in Carwitz sein Testament in seiner Wohnung aufzunehmen, begaben die Unterzeichneten sich heute in die in Carwitz gelegene Krugwirtschaft des Antragstellers. &lt;br /&gt;
:Sie trafen dort in einem zu ebener Erde nach dem Hofe hinaus belegenen Schlafraum einen älteren Mann im Bette liegend an, der auf Befragen des Richters erklärte, dass er der Krüger August Utnehmer sei und ein Testament errichten wolle. &lt;br /&gt;
:Die Persönlichkeit des Erblassers ist dem Gerichtsschreiber persönlich bekannt und wurde durch diesen auch dem Richter vorgestellt.&lt;br /&gt;
:Der Krüger August Utnehmer war offensichtlich krank, die Unterredung mit ihm ergab aber seine zweifellose Geschäftsfähigkeit.&lt;br /&gt;
:Er erklärte seinen letzten Willen mündlich wie folgt:&lt;br /&gt;
:§ 1 als Erben setze ich&lt;br /&gt;
:-meine Ehefrau Ida Utnehmer geb.Brüggemann zu 1/4 und&lt;br /&gt;
:-meine beiden Kinder Paul und Elisabeth Utnehmer zu je 3/8 ein.&lt;br /&gt;
:2 der Nachlass besteht im Wesentlichen aus dem Kruggehöft eingetragen im Grundbuch von Carwitz Blatt 26.&lt;br /&gt;
:Ich bestimme über die Auseinandersetzung, dass mein Sohn Paul dieses Kruggehöft mit allen darauf ruhenden Rechten und Lasten übernehmen soll, insbesondere also auch die darauf ruhenden Eigentümergrundschulden Fol. 1 bis 3 im Gesamtbetrage von 2700 Mark.&lt;br /&gt;
:Dafür hat er meine Frau und meine Tochter Elisabeth in der in den folgenden Paragrafen bestimmten Art abzufinden. &lt;br /&gt;
:Außerdem hat er als Alleinschuldner eine Schuld aus Darlehn von 2700 Mark, die für die Wirtschaft bei dem Vorschussverein im Feldberg aufgenommen worden sind, zu übernehmen.&lt;br /&gt;
:§ 3 meine Ehefrau Ida geb. Brüggemann soll zur Abfindung von meinem Sohn ein in das Grundbuch eingetragenes Altenteil aus der Wirtschaft erhalten und zwar:&lt;br /&gt;
:-400 Mark jährlich bar,&lt;br /&gt;
:-die für ihren persönlichen Bedarf erforderlichen Kartoffeln,&lt;br /&gt;
:-wöchentlich ein Pfund Butter,&lt;br /&gt;
:-täglich einen Liter Milch und ein Pfund Brot,&lt;br /&gt;
:-jährlich ein Schwein von 2 1/2 Zentnern Lebendgewicht,&lt;br /&gt;
:-und endlich freie Wohnung in den beiden Zimmern hinter der Krugstube.&lt;br /&gt;
:Sollte meine Frau aus irgendwelchen Gründen nicht die Altenteilwohnung und die ihr ausgesetzten Naturalien in Anspruch nehmen wollen, so soll es ihr freistehen, statt dieser Leistungen weitere 400 Mark jährlich von meinem Sohn zu verlangen. Auch dies soll in das Grundbuch eingetragen werden.&lt;br /&gt;
:§ 4 an meine Tochter Elisabeth soll mein Sohn 5000 Mark zur Abfindung aus dem Nachlass zahlen. Diese Erbschaftsforderung soll in das Grundbuch eingetragen werden und bis zu ihrer Heirat oder bis zum Tode der Mutter unverzinslich, dagegen von den bezeichneten Zeitpunkten an mit 4 v. H. in den landesüblichen Terminen verzinslich sein. Die Kündigung der Forderung ist bis zu ihrer Heirat oder dem Tode ihrer Mutter unzulässig, dagegen könnte sie von da an zu den landesüblichen Terminen erfolgen, frühestens aber zum zweiten Termin nach der Heirat bzw. dem Tode der Mutter.&lt;br /&gt;
:Außerdem soll mein Sohn persönlich verpflichtet sein, seiner Schwester Elisabeth im Falle ihrer Verheiratung eine Aussteuer im Werte von mindestens 2000 Mark aus dem Nachlass zu geben.&lt;br /&gt;
:Dies Protokoll wurde vorgelesen, von dem Erblasser genehmigt und von ihm eigenhändig unterschrieben.&lt;br /&gt;
:gez. A. Utnehmer &lt;br /&gt;
:geschlossen   &lt;br /&gt;
:gez. Weber Amtsrichter     gez. Renter Aktuar“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hullerbusch = Holunderbusch. &lt;br /&gt;
:Der Holunder wurde in der nordischen Mythologie als Baum des Lebens betrachtet. Er wurde von der Göttin Freyja verehrt und brachte Wohlstand und Glück. :Er wurde im Mittelalter auch als Tor zur Unterwelt gesehen.&lt;br /&gt;
:Hullerbusch-Bauernhof: Dr. med. Horst Rügler (Amtsarzt, Spechtstr. 5 in 1000 Berlin 33 Dahlem) übergab Frau Christa Schönfeld am 21.8.1992 die von ihm niedergeschriebene Geschichte des Hofes. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+2a&#039;&#039;&#039; Er schrieb sie als Schüler 1937 auf. Die Geschichte und Karte des Vermessungsamtes liegen als Kopien in den Unterlagen von Christa Schönfeld. &#039;&#039;&#039;(s. 12 u. 19)&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„Der Hof&lt;br /&gt;
:dem Bauern Christian Schulz gehörte nach seinem Grundbrief vom 30. 6.1832 ein Hof &amp;quot;auf der Bleiche&amp;quot; in Carwitz. Als dieser durch einen Brand vernichtet und die Flur neue reguliert wurde, bat er das großherzogliche Kollegium durch das Amt Feldberg am 11.4.1845 um die Erlaubnis, sein Gehöft auf seiner demnächstiegen Hufe am Hullerbusch neu aufzubauen, was ihm vier Tage darauf zugebilligt wurde. &lt;br /&gt;
:Dem Förster wurde aufgegeben, diesen Teil des Hullerbusches sofort vom Holze räumen zulassen, und der Bau des Gehöftes konnte beginnen.&lt;br /&gt;
:Er starb jedoch schon kurz darauf, und seine Witwe, eine geborene Hartwig, übergab am 27.2.1847 dem ältesten Sohn Johann Schulz, der am 21.3.1818 in Carwitz geboren war, den Hof. &lt;br /&gt;
:Mit seiner Ehefrau, Dorothea, geborene Köller, hatte er acht Kinder. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1887 übergab er dem ältesten Sohn Wilhelm Schulz die Wirtschaft, die dieser am 4.8.1913 an Wilhelm Strasen verkaufte, der am 8.2.1856 in Mechow geboren und bis dahin Meister am Dolgener Teerofen war. &lt;br /&gt;
:Von diesem erwarb der Landwirt Arno Troche den Hof, der nach dessen Tode, am 25.4.1931, in Konkurs ging, sodass ihn Wilhelm Strasen zurücknahm, um ihn am 14. 07. 1932 an meinen Großvater, Wilhelm Hasse, zu verkaufen. &lt;br /&gt;
:Nachdem dieser am 30.5.1935 gestorben war, wurde am 6.3.1937 meine Mutter, Martha Rügler, Erbin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Hof vom ehemaligen Pächter oder Besitzer des über 20 ha großen Hofes Wiesenthal bei Zierke / Neustrelitz übernommen. :Dieser Bauer Schäfer betrieb dort Gemüseanbau - vielen Flüchtlingsfrauen wurde dadurch in der schweren Zeit nach dem Kriege geholfen. &lt;br /&gt;
:Bald ging aber auch er in den Westen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 10.jpg|600px|zentriert|thumb| CD10 Villa Hullerbusch vor dem Bau des Hotels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Hullerbusch wurde 1904 das Jagdschlösschen des bankrotten Gutsherrn von Wittenhagen abgerissen. &lt;br /&gt;
:Der neue Eigentümer, der ehemalige Schutztruppenoffizier Meike, baute es – nach Osten versetzt – wieder auf. &lt;br /&gt;
:Interessant ist, dass dabei die wertvollen ausländischen Hölzer mit Wurzelballen herausgenommen wurden. &lt;br /&gt;
:Meike fiel übrigens im hohen Alter noch im ersten Weltkrieg.“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 11.jpg|600px|zentriert|thumb| CD11 die &amp;quot;uralte&amp;quot; Luzinhalle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Großvater von Christa Schönfeld, Wilhelm Strasen, kaufte 1913 das Bauerngehöft Hullerbusch, ca. 200 Morgen Land. &lt;br /&gt;
:Das ist die jetzige Schäferei. (s. Interview Schönfeld)&lt;br /&gt;
:Die Kahnfähre über den Schmalen Luzin an der ehemaligen Gaststätte „Luzinhalle“ soll seit 1907 existieren. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12.jpg|1500px|zentriert|thumb| CD12 Hullerbusch Bauernhof 1925 Meckl. Strel. Vermessungsamt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12a.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD12a Hullerbusch-Weg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 13.jpg|800px|zentriert|thumb|Datei: CD13 Blick auf Carwitz um 1900]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 14.jpg|800px|zentriert|thumb| CD14 Blick über die Luzinhalle auf das Schmal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 16.jpg|800px|zentriert|thumb| CD16 Der Erinnerungssein an den Förstersohn Hans Knebusch (Hartmannsweilerkopf liegt im Elsass)]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Krüselin:&#039;&#039;&#039; die alte Dorfstelle der deutschen Ostkolonisation, heute Wüstung Krüselin – wurde 1945 endgültig zerstört, da sich Letten-SS oder Hitlerjugend dort verschanzt hatten; die Grundmauern wurden nach 1990 aufgefrischt. &lt;br /&gt;
:Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war dort eine Revierförsterei und beherbergte auch drei Waldarbeitergehöfte. &lt;br /&gt;
;Unter der zum Gedenken an den Sohn des Försters gepflanzten Silberlinde steht der Stein: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine uralte &#039;&#039;&#039;Wassermühle&#039;&#039;&#039; steht am Ausfluss des Sees Krüselin. &lt;br /&gt;
:Jenseits des Baches liegt Brandenburg. &lt;br /&gt;
:Die Geschichte dieser Wassermühle mit dem Streit um ihren Besitz und die damit verbundenen Einnahmen ist interessant und erheiternd. (Siehe Abschnitte Tilemannus Stella von Siegen 1575-78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“ im Anhang) &lt;br /&gt;
:Die Wassermühle ist heute eine Ferienpension. Es gibt noch mehrere Ferienhäuser. &lt;br /&gt;
:Die Gaststätte liegt sehr schön am See.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==6. Weimarer Republik und Nationalsozialismus / 1919 - 1945:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die vier Interviews mit Christa Schönfeld, Ehepaar Hildegard und Otto Schulz, Ehepaar Ursula und Kurt Güldner, sowie Erna Morach, geb. Güldner, in den :Jahren 2005-2008 spiegeln die Verhältnisse in der Landwirtschaft, den Handwerken und insbesondere auch die Schulbildung, in dieser Zeit wider.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld (1921-2009), Carwitz, Dorfstr.78 erzählte 2005 bei mehreren Zusammenkünften: &lt;br /&gt;
:Ihr Urgroßvater Brüggemann hatte den Krug (die jetzt geschlossene Gastwirtschaft) 1826 gekauft. Seitdem war er im Besitz der Familie. Der Großvater August Utnehmer heiratete Ida Brüggemann und übernahm „de Krog“, seitdem war er „de Kröger“. &lt;br /&gt;
:Er starb 1916 und ihr Vater Paul Utnehmer übernahm den Krug.4 &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkriege hatte Carwitz ca. 280 – 300 Einwohner.   &lt;br /&gt;
:Man unterschied das untere vom oberen Dorf. So gab es „de unnerdörpchen un de boomdörpchen“ - die Unter- und die Oberdörfler.    &lt;br /&gt;
:Boomdörp = Dorf mit großen alten Bäumen um die Kirche herum&lt;br /&gt;
:Der älteste Hof (früher Familie Benzin), der seit dem 30-jährigen Krieg bestehen soll, gehört der jetzigen Familie Juhl, Dorfstr. 66. Es ist das :Restaurant mit dem Eisstand und dem Straßenkiosk.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD17x.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD17 Der Krog vor 1906]]&lt;br /&gt;
                                                                                                                                                                           &lt;br /&gt;
:Während die Wohnhäuser im 19. Jahrhundert meist schon mit Ziegeln gedeckt waren, waren die Scheunen noch mit Rohr gedeckt. &lt;br /&gt;
:1926 brannte die Scheune von Schönfelds ab (Dorfstr.78, später Kratochwil). &lt;br /&gt;
:Durch den Funkenflug über die Straße hinweg wurden auch die Scheunen vom Pfarrhof und vom Hof Dreiseidel angezündet und brannten ab.  &lt;br /&gt;
:Da drei Scheunen abgebrannt waren, wurde auf dem Bollenwerder ein kleiner Stall für die dort weidenden Kühe gebaut.                                                                                     &lt;br /&gt;
:Das wirtschaftlich genutzte Land, die Äcker gehörten alle dem Großherzog. &lt;br /&gt;
:Die Bauern hatten es gepachtet, als Erbpacht. Nur der Freischulze besaß eigenes Land. &lt;br /&gt;
:Die Höfe und der Hausgarten, „de Woerde“, gehörten aber schon länger dem Hofbesitzer. &lt;br /&gt;
:Erst nach der Enteignung der Fürsten 1919 konnten die Bauern in den 20er und 30er Jahren das Land ziemlich günstig nach und nach vom Staat kaufen. &lt;br /&gt;
:So hat „de Kröger“ Paul Utnehmer sein Land damals im Tausch gegen eine für die Gastwirtschaft bestehende „Gerechtsamkeit“, die in Holzlieferungen der Forst bestand, ablösen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 18.jpg|600px|zentriert|thumb| CD18 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 19.jpg|600px|zentriert|thumb| CD19 Paul Utnehmer mit Sohn Joachim bringen Feriengast zum Bahnhof ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben, und trugen sie nach Hause. Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.&lt;br /&gt;
:In Carwitz gab es in den 20er und 30er Jahren 3 Vereine: &lt;br /&gt;
:Der Schützenverein, der Geselligkeitsverein und der Gesangsverein. &lt;br /&gt;
:Die Krogwirtschaft hat die Vereinsfeste betreut. Das waren reine Männervereine, Frauen waren nur bei den Festen dabei. &lt;br /&gt;
:In den Hullerbusch-Wald, hinter dem jetzigen Ferienhotel, wurden Bänke, Tischplatten auf Böcken und Zelte gebracht. &lt;br /&gt;
:Der Krog wurde mit Mecklenburger Fahnen und Girlanden geschmückt. Wenn sich alle versammelt hatten, zog der Schützenverein hinaus zum Hullerbusch. &lt;br /&gt;
:„De Kröger“ Paul Utnehmer half Muttern mit einem kleinen Schubs auf den Pferdewagen und fuhr hinterher. &lt;br /&gt;
:Angekommen zapfte er ein großes Fass Bier an und schenkte aus. Die Frau des Krögers kochte auf einem eisernen Dreifuß über Holzfeuer in einem Kessel den Kaffee. &lt;br /&gt;
:Bäcker Schulz hatte Pfannkuchen gebacken. Die Männer tranken mehr Bier und Cognac. &lt;br /&gt;
:Auf Schießscheiben wurde dann auch noch geschossen. Am Abend, nachdem das Vieh versorgt war, gab es dann großen Tanz im Krog bis frühmorgens um 6 Uhr. :Wenn es zu laut wurde oder Raufereien begannen, wurden die Unruhstifter vom kraftvollen Kröger sehr schnell an die frische Luft gesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 20.jpg|600px|zentriert|thumb|CD20 Foto von Christa Schönfeld hinterm Krog mit Keglern: re. außen mit Kegelkugel = Paul Utnehmer, der mit weißem Schnauzbart und Hut ist sein Vater August Utnehmer, li. mit dem Arm auf der halben Wand = Ida Utnehmer seine Frau. ]]&lt;br /&gt;
:Manchmal gab es auch Lehrer oder andere Interessierte, die vor allem zu Weihnachten Theaterspiele organisierten. &lt;br /&gt;
:Es waren Märchen oder die Texte wurden selbst verfasst. &lt;br /&gt;
:Auch die Kostüme wurden selbst genäht oder geklebt. Alle Darsteller waren aus Carwitz. &lt;br /&gt;
:Feldberger oder andere Auswärtige kamen dafür nicht infrage&lt;br /&gt;
:Ich war mal die Großmutter im Märchen „Rotkäppchen“. &lt;br /&gt;
:Da ich das Taschentuch verloren hatte, trocknete ich mir die Tränen demonstrativ mit meiner Trägerschürze ab. Dafür bekam ich stürmischen Applaus. Malermeister Schmidt, der Vater von Ursula Barthels, hat aus 32 Volksliedern ein Theaterstück zusammengestellt. &lt;br /&gt;
:Er konnte nicht singen, sie auch nicht. Aber das hat er wunderbar gemacht. &lt;br /&gt;
:Er wandert in die Ferne und kommt erst nach Jahren zurück. Da ist seine ehemalige Geliebte entgegen dem Schwur beim Abschied, unglücklich mit einem Gärtner verheiratet. &lt;br /&gt;
:Ich spielte ihr kleines Mädchen.  Sie schaut am Gartentor mit tränenumflortem Blick in die Ferne und denkt dabei an ihren früheren Schatz. Wo ist er wohl jetzt? &lt;br /&gt;
:Der tritt unerkannt auf sie zu mit den Worten: „Warum weinst du holde Gärtnersfrau, weinst du um das Veilchen Dunkelblau?“ So setzte er die Liedtexte dann aneinander.&lt;br /&gt;
:Mit der Machtübernahme durch die Nazis wurden die Vereine alle aufgelöst oder gleichgeschaltet und die Feste fanden nicht mehr statt. Sie entsprachen nicht mehr den Vorstellungen vom „völkischen Brauchtum“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Aufgewachsen bin ich im Krog. Ostern 1928 kam ich mit 8 weiteren Kindern in die einklassige Schule in Carwitz. (heute wohnt dort Fr. Deuß, Dorfstraße 74) &lt;br /&gt;
:Sie hatte 8 Klassenstufen, insgesamt hatte die Schule 54 Kinder in dem einen Raum. &lt;br /&gt;
:Ich hab’ geheult, ich wollte nicht in die Schule gehen. Die ABC-Schützen saßen vorn in der ersten Reihe. &lt;br /&gt;
:Einziger Lehrer war „Köster“ Heiy, der später nach Weisdin versetzt wurde. Der Lehrer wurde „de Köster“ genannt, obwohl er das zu dieser Zeit schon nicht mehr war. &lt;br /&gt;
:Trotzdem spielte er am Sonntag zum Gottesdienst die Orgel. &lt;br /&gt;
:„De Glöckner“ Schmidt läutete dreimal am Tage die „Bädglock“ - 7.00, 12.00 und 18.00 -. &lt;br /&gt;
:Auch den Sonntag hat er eingeläutet und danach die Orgel getreten.  Nebenbei hat „de Glöckner“ noch die beiden Friedhöfe gepflegt.&lt;br /&gt;
:„Erzogen“ wurde mit dem Rohrstock. „Wenn ich beim 2. Male beim Schwatzen ertappt wurde, musste ich nach vorn kommen, die flachen Hände vorstrecken und bekam dann mit dem Rohrstock paar übergebrettert, das hat gezogen! &lt;br /&gt;
:Na, den Jungs wurde mit dem Rohrstock regelrecht der Hintern verprügelt. Bestimmt über ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ich mich an die Schule gewöhnt hatte. &lt;br /&gt;
:Ich fragte mich immer, warum fragt „de Köster“ nicht die älteren Kinder, wenn er was wissen will?  &lt;br /&gt;
:Weil ich nicht lesen und schreiben wollte, gab mir Mutter so nach einem halben Jahr im November paar ordentliche Ohrfeigen. &lt;br /&gt;
:Von diesem Abend an konnte ich plötzlich lesen und schreiben. Ich hatte ja eine gute Auffassungsgabe, obwohl ich eigentlich ein Phlegmatiker war. &lt;br /&gt;
:Was ich nicht mochte, mochte ich nicht. Der Nachfolger, Herr Neckritz, kam aus Brohm einem Gutsarbeiterdorf. &lt;br /&gt;
:Er trug braune SA-Uniform. Frühmorgens mussten wir ihn alle mit ausgestrecktem rechtem Arm und „Heil Hitler“ begrüßen. &lt;br /&gt;
:Da ich gut in Orthographie war, musste ich die Diktate der jüngeren Schüler mit Bleistift korrigieren und er schrieb das dann mit roter Tinte nach und setzte sein „N„ darunter. &lt;br /&gt;
:Er war sehr nervös und den Anforderungen einer großen Dorfschule nicht gewachsen. Oft reagierte er unüberlegt und ungehalten. &lt;br /&gt;
:So ging ihm mal das ständige „Heil Hitler“ - „Heil Hitler“ so auf die Nerven, dass er missmutig sagte „Ihr wisst ja gar nicht, was ihr sagt, da könnt ihr auch „Heil Moskau“ sagen. &lt;br /&gt;
:Der „Dorfrat“, den es zwar nicht gab, den aber die interessierten Männer des Dorfes am Stammtisch des Krogs bildeten, veranlasste darauf, dass er auf eine andere Schule versetzt wurde. &lt;br /&gt;
:Der Nachfolger war Lehrer Schwoch. Das war ein noch größerer Nazi. Der bespitzelte alle und wurde später „Blockleiter“ des Dorfes. &lt;br /&gt;
:Er hat meinen Vater angezeigt, weil er die Urlauber noch nach der Sperrstunde - 23 Uhr - bei sich im Krog sitzen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 21.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD21 1928 Carwitzer Schulklasse mit Lehrer (vor der Schule Dorfstr. 74. Das einzige „Umgebindehaus“ in Carwitz)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1936 wurde ich an Palmsonntag konfirmiert und aus der Schule entlassen. &lt;br /&gt;
:Der Lehrer empfahl meinem Vater, mich aufs Lyzeum in Neustrelitz zu schicken. &lt;br /&gt;
:Aber das konnte sich mein Vater finanziell nicht leisten. Ich blieb dann zu Hause, erlernte keinen Beruf, half im Hause und in der Gastwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Mein späterer Mann, Siegfried Schönfeld, kam aufs Carolinum in Neustrelitz. Er war auch hier in Carwitz geboren und ging die ersten Jahre hier zur Schule. &lt;br /&gt;
:Seine Tante, eine vermögende Oberin in Eutin, hat ihm das Gymnasium bezahlt. Sie hat ihn dann noch auf die NAPOLA (Nationalpolitische Anstalt) in Plön geholt. Da hatte er eine furchtbar harte Ausbildung.   &lt;br /&gt;
:Im Kriege waren die jungen Männer alle in der Wehrmacht. &lt;br /&gt;
:Fremdarbeiter und Kriegsgefangene - Polen, Franzosen, Russen - waren den Bauernwirtschaften zugeteilt worden. &lt;br /&gt;
:Da kam es dann öfter mit den Mädchen oder jungen Frauen zu Liebesbeziehungen, die dramatische Folgen haben konnten. &lt;br /&gt;
:So beantragte 1943 der „Blockleiter“ und Lehrer Schwoch, dass ein Pole gehängt werden solle, weil er ein Verhältnis mit einem Dienstmädchen (von Köllers) hatte. &lt;br /&gt;
:Das konnten der besagte „Dorfrat“ der engagierten älteren Bauern, beim Dorfvorsteher Schmidt (Bürgermeister gab es damals nicht) aber verhindern, indem er das Gerücht als nicht wahrheitsgemäß bezeichnete und den Polen versetzen ließ.“5&lt;br /&gt;
       &lt;br /&gt;
:„Ende April 1945 kamen zu uns nach Carwitz Lettische SS, Freiwilligen-SS. &lt;br /&gt;
:Wir waren schon vorher mit Pferden und Wagen in den Wald, hinter der damaligen Dorfstelle Krüselin, geflüchtet. &lt;br /&gt;
:Das Vieh hatten wir aber in den Ställen lassen müssen. Da bin ich mit dem Fahrrad noch mal hingefahren und habe die Kühe gemolken. Ich hörte schon die Geschütze am Erddamm in Feldberg / Wittenhagen donnern. &lt;br /&gt;
:Der eine Lette hat mich händeringend angefleht, weit wegzufahren mit dem Fahrrad. Ich solle keine Rücksicht auf meine Eltern nehmen. &lt;br /&gt;
:Seiner jungen Frau sei es ganz furchtbar durch die Russen ergangen. &lt;br /&gt;
:Ich bin aber bei meinen Eltern in einer Fichtenschonung im Walde geblieben.           &lt;br /&gt;
:Am 28. April kamen dann die Russen. &lt;br /&gt;
:Erst pfiffen die Kugeln über uns hinweg, da die Dorfstelle Krüselin beschossen wurde. Dort lag Lettische SS. Dann war es ½ Stunde ruhig. &lt;br /&gt;
:Auf einmal stürmten die Russen zu uns in den Wald. Ein junger Offizier sagte zu mir: „Frau komm mit“ Ich: „nein, nein, nein!“ Da kamen alle Russen auf uns zu, haben die Maschinenpistolen auf uns gehalten. Ein bei uns arbeitender polnischer Junge, der die russische Sprache verstand, sagte zu mir, dass ich mitgehen müsste, sonst würden „der Chef und die Frau“ - meine Eltern - erschossen. &lt;br /&gt;
:Ich wurde losgezerrt und war in den ersten 5 Minuten schon vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Danach mussten wir aus dem Wald wieder zurück nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Auf dem Weg nach Laeven wälzte sich eine unvorstellbare Menge von Panzern, LKW’s, Pferdewagen, Fußsoldaten auf dem Vormarsch nach Berlin entlang. &lt;br /&gt;
:Damals gab es noch keine befestigten Chausseen. Vielen von uns wurden die Koffer oder sonstige Gepäckstücke, die wir retten wollten, weggenommen und auf die Lastwagen geworfen. &lt;br /&gt;
:Später haben wir noch gelacht, weil einige Frauen ihren Mann beschimpften: „Fritz was bist du dämlich, dass du dir den Koffer hast wegnehmen lassen.“ &lt;br /&gt;
:Was sollte er denn anders tun? Es hat lange gedauert, bis wir wieder zu Hause waren. &lt;br /&gt;
:Der Hof war voller Russen, die dauernd wechselten. Sie konnten sich nur kurz bei uns ausruhen. &lt;br /&gt;
:Ich habe mich tagelang auf dem Stallboden hinter Strohballen versteckt, bin dort auch nicht gefunden worden. &lt;br /&gt;
:Meine Mutter wurde noch mehrfach vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Eine Familie Dr. Horn, eine Frau und ihre beiden Söhne, kam aus Feldberg und wollte sich unten am Ufer des Schmalen Luzins vergiften. Bei der Frau und einem Sohn hat es geklappt. &lt;br /&gt;
:Das Schlimmste aber war, dass die Frau in ihrem Todeskampf noch vergewaltigt worden ist. So lag sie da, so hat man sie gefunden. &lt;br /&gt;
:Den Ehemann, er war Rechtsanwalt, hat man durch Feldberg geschleift. Er ist nach Russland deportiert worden, aber später wieder zurückgekommen. &lt;br /&gt;
:Er stammte aus dem Westen Deutschlands. Der andere Sohn Peter Horn (12) ist bei Frau Kratochwil untergekommen und dann im Herbst schon nach Westdeutschland gegangen. &lt;br /&gt;
:Die Leichen wurden zunächst am Luzin begraben und Anfang der 50-er Jahre auf den neuen Friedhof umgebettet. &lt;br /&gt;
:Mitte Mai 1945, wir wussten nicht, dass der Krieg schon zu Ende war, haben meine jüngere Nachbarin, Christa Völkner, und ich uns wieder verstecken müssen. &lt;br /&gt;
:Da sind wir auf Brettern über „de Hals“6 auf das sumpfige Ufer geflüchtet und haben uns bei sehr schönem Wetter dort versteckt. &lt;br /&gt;
:Mein Vater hatte mir unter einer Dachgaube ein Versteck gebaut. &lt;br /&gt;
:Die Christa Völkner wurde aber in ihrem Haus unter dem Bett hervorgezerrt und 7 oder 8 Mann haben sich dann über sie hergemacht. Mutter und Oma waren mit dabei. &lt;br /&gt;
:Ein 2. Strohsack wurde in mein Versteck noch hineingezwängt. &lt;br /&gt;
:Fast täglich wurde das ganze Haus vom Keller bis zum Boden durchsucht. Es war furchtbar. &lt;br /&gt;
:Ich habe eine Eisenstange neben mich gelegt und hätte den, der mich entdeckt, erschlagen. Das konnte ich nicht noch einmal ertragen. &lt;br /&gt;
:Dann hätten sie mich eben lieber erschießen sollen. &lt;br /&gt;
:13 Wochen haben wir nachts in dem Versteck gelegen. Obwohl ein Nachbar, der alte K., uns verraten und den Russen gesagt hatte, dass dort 2 Mädel sind, wurden wir nicht gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, (1923-2008) in Carwitz und Hildegard, geb. Rakow, (1923- ?) in Thomsdorf, erzählten 2006: &lt;br /&gt;
:Otto Schulz: „Mein Vater wurde in Hasselförde 1883 geboren. Er heiratete 1909 in den Bauernhof Benzin ein. &lt;br /&gt;
:Unser jetziges Haus, Dorfstr. 90, rechts vor der Bäk, wurde von ihm gleich danach gebaut. &lt;br /&gt;
:Nach dem 1. Weltkrieg 1923 kaufte mein Vater das bis dahin gepachtete Land vom Staat, denn das Land der Fürsten war 1919 enteignet worden. &lt;br /&gt;
:Mein Großvater mütterlicherseits war auch Ortsvorsteher. &lt;br /&gt;
:Nachdem er starb übernahm meine Großmutter dieses Amt. Ja, die hatte Haare auf den Zähnen, meine Großmutter“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld meinte zu dieser Großmutter: „Das Sagen auf den Bauernhöfen hatten die Besitzer, d.h. auch in Familienangelegenheiten sagten die Alten, wie es lang ging. &lt;br /&gt;
:So hatte die junge Familie Schulz schon 5 Söhne. Das waren nach Ansicht der alten Bäuerin, schon zu viele. &lt;br /&gt;
:So bestimmte sie als Schwiegermutter, dass das junge Paar in Zukunft getrennt zu schlafen habe“. &lt;br /&gt;
:„Otto Schulz, der jüngste Sohn, damals 5 Jahre alt, war en Dollbrägen, ne war das en Dollbrägen“.  &lt;br /&gt;
:Im harten Winter 1929 starb die Großmutter.  Als sie aus dem Dachgeschoss über die steile Treppe nach unten gebracht wurde, meinte Otto: „Un ehre Knochen, de habn geklöttert!“ – „und ihre Knochen, die haben geklappert“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto: „Eingeschult wurde ich 1930 bei Lehrer Hey, später waren meine Lehrer Wils, Richter, Neckritz. &lt;br /&gt;
:Neckritz war ein SA-Mann, wir mussten frühmorgens mit „Heil Hitler grüßen. &lt;br /&gt;
:1937 wurde ich in Carwitz bei Pfarrer Schwuch konfirmiert. &lt;br /&gt;
:Nach Schulabschluss der 8. Klasse lernte ich bei der Fa. Licht in Feldberg den Beruf „Maschinenschlosser“. &lt;br /&gt;
:1941 zur Wehrmacht eingezogen kam ich ins Afrikacorps. &lt;br /&gt;
:Im Februar 1948 wurde ich aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, aber aus Schottland entlassen. &lt;br /&gt;
:Am 3.2.1948 war ich wieder zu Hause in Carwitz. &lt;br /&gt;
:1949 heirateten wir. Meine Braut wohnte vorher in Thomsdorf. Um zu ihr zu kommen, musste ich über den „Hals“.&lt;br /&gt;
:Dort lag damals ein Brett über dem Bach; manchmal lag auch ein Kahn am Ufer. Erst Anfang der 50er Jahre wurde die Fußgängerbrücke gebaut. &lt;br /&gt;
:Zuerst haben meine Frau und ich nur für Kost und Logis bei meinem Vater auf dem Hof gearbeitet. Wir waren sehr gut eingerichtet in der Wirtschaft.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Erna Morach, geb. Güldner (1921-2012) in Carwitz. wohnte 2008 in der Carwitzerstr. 617: &lt;br /&gt;
:„Die einklassige Schule besuchte ich von 1927-1935. Die älteren Schüler mussten sich um die jüngeren kümmern und deren Hefte auf Fehler kontrollieren. :Ich selbst war gut im Rechnen, weshalb ich nur für die Kontrolle der Rechenaufgaben eingesetzt wurde. Lehrer waren Herr Hey und Herr Richter.  &lt;br /&gt;
:Meine Schwester Susanne war mit Lore Ditzen, der „Mücke“, von Familie Hans Fallada befreundet. &lt;br /&gt;
:Wenn die Familie Fallada spazieren ging, dann kamen sie oft auf dem Wege zum Hauptmannsberg bei uns vorbei und holten Susi ab. &lt;br /&gt;
:Sie klopften an das Hoftor und riefen: “Susi komm aus deinem Husi“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 22.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD22 Foto von Erna Morach]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit 14 Jahren wurde ich in Carwitz konfirmiert. Danach ging ich jeweils für 1 Jahr als Dienstmädchen nach Rosenhof und nach Tornowhof. &lt;br /&gt;
:Danach hatte ich eine 2-jährige Wirtschaftslehre auf dem Gut Walkendorf bei Rostock. &lt;br /&gt;
:1940 wurde ich von meinem ersten Kind, einem Jungen, entbunden. Ich lebte dann bis zu unserer Hochzeit 1947 im Elternhaus. &lt;br /&gt;
:Die Eltern hatten 1933 das Haus – rechte Ecke nach Hullerbusch, heute Dorfstr. 83 – gekauft. &lt;br /&gt;
:Dort betrieben sie eine kleine Landwirtschaft von 7 Morgen, mit 1 Kuh, paar Schweinen und Kleinvieh. Dazu hatten sie auch ständig noch Sommergäste. &lt;br /&gt;
:Da sie keine Pferde hatten, mussten sie sich von den Bauern die Äcker auf dem Bohnenwerder – „7 Stücke vor und hinter der Brücke“ – bearbeiten lassen (Pflügen, Eggen, Mähen etc.). &lt;br /&gt;
:Diese Dienstleistungen wurden dann von den Familien wieder abgearbeitet. Für meine Eltern musste ich beim Müller Schmidt die Rechnung „abarbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1945: Die Rote Armee kam in der 2. Aprilhälfte von Wittenhagen und von Thomsdorf. Ich flüchtete mit der Letten-SS, die sich in Carwitz befand, in den Wald hinter Rosenhof. &lt;br /&gt;
:Aber nach 1 Tag ging ich bereits wieder zurück in unser Haus. Drangsalierungen o. ä. erlebte ich selbst direkt nicht. &lt;br /&gt;
:Wenn die Russen vorn hereinkamen, flüchtete ich in die Scheune hinter das Heu und Stroh. &lt;br /&gt;
:Die Russen lebten nicht im Dorf, sondern bauten sich am Weg nach Laeven Erdbunker. Die Löcher, Senken von ca. 8x4 m sieht man heute noch.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus dem Interview 2008 mit Ehepaar Ursula (geb. Koch) (1931-2016) in Neuhof bei Feldberg, und Kurt Güldner, Kurt (1925-2015) in Carwitz:&lt;br /&gt;
:Kurt wurde geboren gegenüber dem Backhaus im Oberdorf. &lt;br /&gt;
:Nach 7 Jahren zogen die Eltern ins Unterdorf Nr.83, rechtes Eckhaus am Abzweig nach Hullerbusch, heutiges Restaurant „Carwitz Eck“.  &lt;br /&gt;
:„Kurt besuchte von 1932-1940 die einklassige Volksschule für die 1.-8. Klasse in Carwitz (Dorfstr. 74). &lt;br /&gt;
:Lehrer war zunächst Herr Wilz für 41 Schüler. Von den Jungen lebt außer Kurt Güldner heute (10.4.08) keiner mehr, von den Mädchen noch einige. &lt;br /&gt;
:Schulzeit im Sommer für die 3.-8. Klasse 7.00 – 12.00; für die 1. und 2. Klasse 10.00 – 12.00. &lt;br /&gt;
:Im Winter begann der Unterricht erst 8.00. &lt;br /&gt;
:Ab 1934 kam als Nachfolger Lehrer Schwoch. Dieser kam aus Mirow, war überzeugter Nationalsozialist und war als Lehrer völlig ungeeignet. Die Versetzung nach Carwitz war wohl schon eine disziplinarische Maßnahme gewesen. Er unterrichtete als überzeugter Nazi mit militärischer Dressur und Prügel. Morgengruß „Heil Hitler“. &lt;br /&gt;
:Wenn man 3 Fehler im Diktat hatte, bekam man mit dem frisch vom Kirchhof geschnittenen Zweig eines Fliederbusches Prügel, die Jungen auf den Po, die Madel auf den Buckel“. &lt;br /&gt;
:Schwoch hatte auch Fischereirecht für den Hals, den Kanal zwischen Carwitzer See und Dreetz. &lt;br /&gt;
:Dort musste Kurt Güldner immer die Fische aus dem Kasten für das Mittagessen des Lehrers holen. &lt;br /&gt;
:Die größeren Schüler wurden von 10.00 bis 12.00 mit Aufsätzen, Rechenaufgaben, Lesen etc. beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Uli Ditzen, der ältere Sohn von Suse und Hans Fallada, war von der 1.- 4. Klasse auch Mitschüler und Spielkamerad in dieser Dorfschule. &lt;br /&gt;
:Danach ging er nach Templin aufs Joachimsthaler Gymnasium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 23.png|1200px|zentriert|thumb| CD23 1933, Frühjahr: Lehrer Wils und Klasse 1.- 8. vor der Linde am Denkmal des 1. Weltkrieges 1. Reihe, 2. links Kurt Güldner, Gottlieb Rohde, Adolf Vogler, Otto Schulz, Jochen Utnehmer, Hans Rode?, Arnold Hofer&lt;br /&gt;
2. Reihe: 3. von links Henny Wiese, geb. Güldner, 4. Erna Morach, geb. Güldner ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die einklassige Schule für die 1. – 4. Klasse mit 2 Lehrern wurde 1960 aufgelöst. Die Carwitzer Schüler mussten dann zuerst jeden Tag zu Fuß nach Feldberg gehen oder mit dem Rad fahren. Kurze Zeit später wurde ein Schulbus eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit 17 Jahren wurde Kurt 1942 Flakhelfer und 1943 zur Wehrmacht eingezogen. 1945 kam er in russische Gefangenschaft und wurde mit 25 Jahren, Dezember 1950 aus der Gefangenschaft (Donezbecken) entlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ursula (damals 14) floh mit ihrer Mutter nicht mit der Letten-SS, die in Carwitz und Neuhof einquartiert war. &lt;br /&gt;
:Sie blieben auf dem Hof bei den Großeltern. „Als die Kampftruppe der Russen kam, versteckten wir uns mit dem Vieh in selbstgebauten Erdbunkern am Küstersteig zum Schmalen Luzin. Die Russen entdeckten uns hier nicht, bis wieder „normale“ Zeiten eintraten. Dadurch kam es auch in unserer Familie zu keinen Übergriffen.“ &lt;br /&gt;
:Ursula hat von diesen Tagen und wenigen Wochen bis zum Abzug der russischen Kampftruppen im Juni 1945 nur lustige, heitere Erinnerungen: &lt;br /&gt;
:So hatten wir am Küstersteig aktuell kein Wasser und wuschen uns mit Kuhmilch. &lt;br /&gt;
:Die Kühe mussten ja gemolken werden, die Milch konnte aber nicht abtransportiert werden. &lt;br /&gt;
:Die Russen erschossen alle Hühner unseres Hofes. Daraus mussten wir Suppe kochen, aber auch mitessen, damit keine heimlichen Vergiftungen erfolgen konnten. &lt;br /&gt;
:Die Frisierkommode wurde als Futterkrippe für die Pferde genommen. Ihre eigenen 2 Pferde wurden gegen alte abgearbeitete der Russen ausgetauscht. &lt;br /&gt;
:Während des Schlafes hat eine Maus ein großes Loch in meine Jacke gefressen. &lt;br /&gt;
:Die russischen Soldaten aus den unendlichen Weiten Russlands, wo es noch keine Technik gab, staunten dann auf unserem Hof, dass Wasser aus der Wand und Licht aus der Decke kamen. &lt;br /&gt;
:Ein Soldat hatte 7 Armbanduhren am Unterarm. Keine ging mehr, da er sie nicht aufgezogen hatte. &lt;br /&gt;
:Alle 7 hat er gegen eine noch laufende Uhr meiner Mutter eingetauscht.  &lt;br /&gt;
:Später verlor meine Mutter, eine sonst sehr energische Frau, 3x ihre Stiefel an die Russen. Sie musste sie ausziehen und übergeben. Danach lief sie nur noch mit drei Paar übereinander gezogenen Wollsocken herum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auch alle Bewohner des Gutsdorfes Laeven mussten ihre Häuser verlassen, weil sich dort die Kampftruppen einquartierten. &lt;br /&gt;
:Sie zogen in verlassene Stellungen der deutschen Soldaten an der Mooskoppel.&lt;br /&gt;
:Die Frauen und die Kinder bestellten im Frühsommer bald wieder die Felder und ernteten später im Herbst auch. Männer gab es noch nicht wieder. Sie selbst konnte keinen Beruf erlernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 24.jpg|800px|zentriert|thumb| CD24 Dorfstraße 1932 Grafik W. Gotsmann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 25.jpg|800px|zentriert|thumb| CD25 Carwitz Blick auf Bohnenwerder 1936, die Veranda bei Fallada schon angebaut]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 26.jpg|800px|zentriert|thumb| CD26 Carwitz Blick aufs Boomdörp und aufs Unnerdörp mit Luzin, Hauptmannsberg, Ziegenbergen und Bohnenwerder ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 27.jpg|800px|zentriert|thumb| CD27 Feldberg 1940]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==7. Fortsetzung der Interviews mit Carwitzern zum Nachkrieg und zur DDR==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 1. Januar 1969 wurde Carwitz in die Stadt Feldberg eingemeindet. &lt;br /&gt;
:1975 hatte Carwitz 216 Einwohner. &lt;br /&gt;
:Am 13. Juni 1999 ging Carwitz in der neu gegründeten Gemeinde Feldberger Seenlandschaft auf, nachdem die Stadt Feldberg ihre Kommunalautonomie aufgegeben hatte. &lt;br /&gt;
:2007 hatte Carwitz 325 Einwohner.&lt;br /&gt;
:Das Dorf und das Hans-Fallada-Museum wurden im Rahmen der Städtebauförderung von 1992 bis 2007 gründlich saniert.&lt;br /&gt;
:In der Liste der Baudenkmale in Feldberger Seenlandschaft sind für Carwitz sieben Baudenkmale aufgeführt.&lt;br /&gt;
:Das Fallada-Haus mit dem Museum und dem Archiv &lt;br /&gt;
:Die Holländermühle mit Sockelgeschoss und Galerie von 1896–1937 am Südwestrand von Carwitz&lt;br /&gt;
:Die bescheidene Dorfkirche am Anger (gemeinnütziger Dorfplatz)&lt;br /&gt;
:Der Carwitzer See ist 3,95 km² groß. Am Hals befindet sich ein Wanderrastplatz und ein Campingplatz „klein und fein“&lt;br /&gt;
:Der 5 km lange Schmale Luzin (Fläche: 1,45 km²)&lt;br /&gt;
:Der 2 km lange Dreetz (Fläche: 0,63 km²)&lt;br /&gt;
:Das Haus Dreiseidel am Kirchenanger mit seinem Krüppelwalmdach, gedeckt mit Biberschwanz-Tondachziegeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, geb. Utnehmer, erzählte 2005: &lt;br /&gt;
:„1945 – 1949 Nach dem Kriege waren alle Häuser und Höfe mit Flüchtlingen, Umsiedlern und Evakuierten voll belegt. &lt;br /&gt;
:Meist bewohnte eine Familie nur 1 Zimmer. Die gemeinsame Toilette war am Misthaufen auf dem Hofe. &lt;br /&gt;
:Gewaschen wurde sich nach vorangehender Absprache in der Küche.  &lt;br /&gt;
:Fallada war für wenige Wochen Bürgermeister in Feldberg. &lt;br /&gt;
:Unser Bürgermeister hieß Schäfer. Er war vorher „Schweitzer“ (Melker) in Laeven gewesen. Er hat uns alle unvorstellbar traktiert und gequält.&lt;br /&gt;
:Es gab ja keine funktionierenden Gerichte. So war seiner und anderer Willkür Tür und Tor geöffnet. Besonders bestand für die Bauern das Problem der Erfüllung  ihres Solls an landwirtschaftlichen Abgaben. &lt;br /&gt;
:Da kamen die Russen und sperrten für 8 oder 12 Tage meinen Vater oder andere Bauern einfach mit der Begründung ein, er habe sein Soll nicht erfüllt. &lt;br /&gt;
:Das Vieh war uns weggenommen worden, wir hatten keine Pferde mehr, der schlechte Acker mit Kies und Steinen sollte aber den gleichen Ertrag bringen wie guter Boden. &lt;br /&gt;
:Uns gehörten damals 17 Hektar am Zansen, dort wo jetzt der Wanderweg nach Hullerbusch ist. &lt;br /&gt;
:Der Steilhang galt auch als Acker und war sollpflichtig. &lt;br /&gt;
;1951, zur Zeit der DDR, wurde mein Vater, Paul Utnehmer, der damalige „Kröger“, wegen sogenannten „Wirtschaftsvergehen“ mehrfach verhaftet und angeklagt. :Er starb 1980 in Carwitz, nachdem er wegen dieser anhaltenden Repressalien 1952 nach Westberlin geflohen war. &lt;br /&gt;
:Sein Besitz wurde enteignet. Der „Krog“ wurde vom Konsum übernommen. &lt;br /&gt;
:Nach der Wende übernahm ihn ein Pächter für 1 ½ Jahre. &lt;br /&gt;
:Nach der Rückübertragung an die „Erbengemeinschaft Paul Utnehmer“ wurde das Krog-Gehöft an den jetzigen Besitzer verkauft.&lt;br /&gt;
:Am 6. April 1945 habe ich und Siegfried Schönfeld geheiratet, eine Kriegstrauung. &lt;br /&gt;
:Siegfried war während der Ardennenoffensive am Kopf verwundet worden und hatte für einige Tage Genesungsurlaub erhalten. Das nutzten wir zur Heirat.  :Gleich nach der Hochzeit, am 13. April 1945, musste er wieder weg. Er kam dann in amerikanische Gefangenschaft. Später wurde er in französische Gefangenschaft übergeben und arbeitete in Südfrankreich in der Landwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Dort habe ich ihn dann 1947 / 1948 besucht. &lt;br /&gt;
:Ich suchte mir dort auch Arbeit als Haushaltshilfe in einem Nachbardorf. Aus einem völlig verwilderten Haushalt habe ich in einem halben Jahr einen ordentlichen „deutschen“ Haushalt gestaltet.  &lt;br /&gt;
:Ende 1948 sind wir gemeinsam auf getrennten Wegen nach Carwitz zurückgekehrt. &lt;br /&gt;
:LPG: Durch „das Soll“, d. h. die Zwangsabgabe für die Bauernwirtschaften, wurden viele mittlere und größere Höfe „devastiert“ – heruntergewirtschaftet. :Diese sogenannten „devastierten“ Betriebe wurden dann von oben, von der Kreisverwaltung zwangsbewirtschaftet, d.h. der Bauer hatte überhaupt keine Verfügungsberechtigung mehr über seinen Hof, das zugehörige Land und Vieh. &lt;br /&gt;
:Kleinere Höfe verschonte man. 1959/1960 begann dann die Zwangs-Kollektivierung. &lt;br /&gt;
:Der psychologische Druck, in die LPG einzutreten, wurde immer stärker und dann zum indirekten Zwang.&lt;br /&gt;
:Die Vorteile der Kollektivierung wurden in leuchtenden Farben geschildert: Arbeitserleichterungen durch Bewirtschaftung der großen Felder mit großen Maschinen, feste Entlohnungen, Ferien. &lt;br /&gt;
:Geregelte Arbeitszeit von 8 Stunden und Ferien kannte ein Bauer ja bisher überhaupt nicht. &lt;br /&gt;
:Mit Lautsprecherwagen wurden diese Parolen in den Dörfern verkündet. &lt;br /&gt;
:In Neuhof ging eine Bäuerin nach draußen zum Lautsprecher, drehte sich rum, zog ihre Schlüpfer runter und zeigte, sich bückend, den blanken Hintern.         &lt;br /&gt;
:1960 wurde dann die LPG Typ I in Carwitz gegründet. Typ I bedeutete nur gemeinsame Feldwirtschaft. Die Viehhaltung blieb individuell.                    &lt;br /&gt;
:1965 wurden dann alle Dörfer in der Nähe von Feldberg, so Neuhof, Laeven, Carwitz, Triepkendorf und Schlicht zu einer LPG Typ III zusammengefasst. &lt;br /&gt;
:Die Feld- und Viehwirtschaft wurde gemeinschaftlich betrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erzählte 2008: &lt;br /&gt;
:1947 heiratete sie Waldemar Morach, geb. 20.04.1919, der mit seiner Mutter aus Ostpreußen gekommen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten auf Rosenhof, der benachbarten Dorfstelle, eine Neubauernsiedlung von 9 ha erhalten.                                                                                                     &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1945 war der damalige Pächter des Rosenhofs, Panzegrau, auf Veranlassung der deutschen Behörden von den Russen verhaftet und nach Fünfeichen bei Neubrandenburg gebracht worden. &lt;br /&gt;
:Dort ist er verhungert.&lt;br /&gt;
:Besitzer des Rosenhofs war damals Hahn, ein Seifenfabrikant aus Berlin, der aber kaum hier war. &lt;br /&gt;
:1946 war der Rosenhof mit Neubauern aufgesiedelt worden.&lt;br /&gt;
:1949 wurde ihr 2. Kind, ihre Tochter (später Lehrerin) geboren. &lt;br /&gt;
:1958 musste ihr Mann in die LPG II eintreten. 1 Pferd verkauften sie, das andere musste in die LPG mit eingebracht werden. &lt;br /&gt;
:Anfänglich konnten sie sich vom „Deputat“ noch eine Kuh halten, später reichte es nur für Schweine und Kleinvieh. &lt;br /&gt;
:1961 begann sie selbst in der LPG zu arbeiten, um später eine Altersrente zu erhalten.&lt;br /&gt;
:Sie bekamen damals und auch später nach der Wende keinerlei Entschädigung für den in die LPG eingebrachten Besitz.&lt;br /&gt;
:Ihre 9 ha Land hat sie den Enkeln übertragen. &lt;br /&gt;
:1965 kauften sie das jetzige Haus. Sie selbst hat dann bei Ladwig im Unterdorf und in der Mosterei Dreiseidel gearbeitet. &lt;br /&gt;
:1974-1984 haben sie das Ferienheim des Ingenieurbüros der GIESAG/Leipzig mit 28 Betten geleitet. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Zeit und auch später hatten sie zusätzlich Sommergäste (maximal 11) in ihrem Haus und hatten dadurch ein einigermaßen stabiles Einkommen. &lt;br /&gt;
:1984 gingen sie und ihr Mann in Rente. 1997 starb ihr Ehemann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, im Haus an der Bäk erzählte 2006: &lt;br /&gt;
:Die Wirtschaft seines Vaters war mit 54 ha recht groß. Das Land, der Acker ging vom Ufer des Schmalen Luzins rechts parallel zur Straße hinüber nach Laeven. &lt;br /&gt;
:Er hatte 5 Pferde. Aber bei Kriegsende wurde ihm alles Vieh von den durchziehenden russischen Truppen weggenommen. &lt;br /&gt;
:„Wegen Nichterfüllung des Solls seiner Wirtschaft wurde mein Vater etwa 1950, wie fast alle anderen Bauern, auch eingesperrt. &lt;br /&gt;
:In Neustrelitz wurde er mit den Worten entlassen: „Faule und träge Altbauern schert euch an die Arbeit“.  &lt;br /&gt;
:Die Landwirtschaft meines Vaters wurde in dieser Zeit von den Behörden „devastiert“. Ihm wurde jegliche Verfügungsgewalt genommen. &lt;br /&gt;
:In seinem Stall standen dann 20 Kühe der LPG. Die Gülle lief direkt in den See. &lt;br /&gt;
:Später, 1955 nach der Gründung der LPG arbeitete ich in der MTS in Feldberg. Als Brigadeschlosser wurde ich in Carwitz in der Schmiede bei Friedrich Rechlin eingesetzt. &lt;br /&gt;
:Als Rudi Dreiseidel in den 60er Jahren privat die Mosterei aufbaute, betreute ich seit 1971 die Maschinentechnik.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Ehepaar Ursula (geb.Koch) (1931-2016) und Kurt Güldner (1925-2015) erzählten 2008:&lt;br /&gt;
:Kurt konnte bedingt durch die Kriegsereignisse keinen Beruf erlernen. &lt;br /&gt;
:Er kam 1950 aus russischer Gefangenschaft und arbeitete dann ab 1950 als Forstarbeiter.  Von 1958 – 1964 im Straßenbau. &lt;br /&gt;
:Als der Kinderbuchverlag das Grundstück von Suse Ditzen gekauft hatte, zogen sie 1962 ins Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Dort wohnten sie in der Scheune, bis Suse Ditzen in ihr neu gebautes Holzhaus in Feldberg umzog. &lt;br /&gt;
:Dann bewohnten sie das Untergeschoss des Haupthauses. Dieses Holzhaus von Suse Ditzen in Feldberg hat Kurt Güldner als „Leiter einer Feierabendbrigade“ gebaut. &lt;br /&gt;
:In den Jahren der DDR waren die sogenannten „Feierabendbrigaden“ außerhalb der regulären Arbeitszeit auf rein privater Basis tätig. &lt;br /&gt;
:Das bedeutet, es war Schwarzarbeit, da der Lohn, das Entgelt, praktisch auf die Hand gegeben wurde. Es wurde also nicht versteuert. &lt;br /&gt;
:Teilweise wurde auch in Naturalien oder mit Mangelwaren bezahlt. &lt;br /&gt;
:„Als der Kinderbuchverlag ins Fallada-Haus zog, sollten alle Möbel vernichtet werden“. Güldners sorgten dafür, dass die Möbel in der Scheune unterm Dach abgestellt wurden So retteten sie die Sachen vor dem Feuer. &lt;br /&gt;
:1962 – 1978 waren sie als Ehepaar Hausmeister im Betriebs-Ferienheim (Fallada-Haus) des Kinderbuchverlages.  &lt;br /&gt;
:Die Ferienhütte der Familie Dörffel bauten wir in den Jahren 1974-1977 “eigenhändig“ auf.“ &lt;br /&gt;
:Kurt Güldner war Chef einer Feierabendbrigade geblieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 28.jpg|800px|zentriert|thumb| CD28 Vor Zeiten – Blick vom Hauptmannsberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 29.jpg|800px|zentriert|thumb| CD29 Schmaler Luzin ca 1970, rechts Mühle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 30.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD30 Blick vom Südufer auf Spitze des Bohnenwerder 1978, Hintergrund Mühlberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 31.jpg|800px|zentriert|thumb| CD31 ;Blick vom Südufer des Carwitzsees auf Fallada-Bucht vor 1934, Vorn links Hang „Hügel 16“ mit heute noch stehendem Baum, im Hintergrund Hauptmannsberg, rechts Fallada-Haus]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 32.jpg|800px|zentriert|thumb| CD32 Uralter Blick vom Fallada-Garten auf heutigen Hügel 16, mit Kirchturm, Windmühle und Stall von Otto Schulz. Der große Baum steht noch.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 33.jpg|800px|zentriert|thumb| CD33 Gleicher Blick heute]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 34.png|570px|links|thumb| CD34 Kate 1  1979]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 35.jpg|490px|rechts|thumb| CD35 Fallada Haus an der Bucht 1979]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 36.jpg|550px|links|thumb| CD36 Fallada-Garten an der Bucht a]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 37.jpg|500px|rechts|thumb| CD37 Fallada-Garten an der Bucht b]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 38.jpg|570px|links|thumb| CD38 Ca 1900 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 39.jpg|1000px|rechts|thumb| CD39 1979 Haus der Familie Morach noch mit Linden Dorfstr.15 (heute 61)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==8. Früher „Fremdenverkehr“ in der Feldberger Seenlandschaft und in Carwitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1830 wird „Feldberg“ als Wanderziel im Mecklenburgischen Staatskalender genannt. (18)&lt;br /&gt;
:1850 Gründung des „Gemeinnützigen Verein für Fremdenverkehr“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Feldberg:                                                                                                                              &lt;br /&gt;
:1935   16 000 Übernachtungen                                                                                   &lt;br /&gt;
:1937   3 832 Feriengäste                                                                                                    &lt;br /&gt;
:1938   32 000 Übernachtungen &lt;br /&gt;
:2025   ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld erinnert sich: &lt;br /&gt;
:„Feriengäste kamen nach Carwitz schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Pensionen oder Hotels gab es nicht. &lt;br /&gt;
:Neben Privatzimmern logierten sie vor allem auch im Krog. In ihm gab es 2 Gastzimmer. &lt;br /&gt;
:Werbung wurde nicht gemacht. Carwitz war schon damals ein „Geheimtipp“. &lt;br /&gt;
:In den 30er Jahren wohnten im Sommer vor allem Maler und Ingenieure aus Berlin in Privatzimmern, bei Tock, Barthels, Dreiseidel, Ladwig. &lt;br /&gt;
:Die Zimmer waren einfach eingerichtet: Bett, Stuhl, Tisch, Kleiderschrank. Waschmöglichkeit, Toilette auf dem Hof oder später auf dem Flur. &lt;br /&gt;
:Für 3 Reichsmark/Person/Tag bekam man in den 20er Jahren neben dem Bett noch ein Frühstück mit Brot, Butter, 1 Ei und Honig.   &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkrieg wurden es dann 4 Reichsmark/Person/Tag.      &lt;br /&gt;
:Feriengäste, die bei Kratochwill wohnten – ein Deutsch-Amerikaner mit einer Gräfin Arko – hatten Anfang der 30er Jahre den Stall auf dem Bollenwerder etwas „möbliert“ und feierten dort mit ihren Gästen „italienische Nächte“.  &lt;br /&gt;
:Der dortige Stall, heute sind die Grundmauern noch vorhanden, war der aufwendig zubereitete Treffpunkt.&lt;br /&gt;
:Im Saal vom „Krog“ stellten die Maler immer ihre Gemälde zum Trocknen und evtl. Verkauf aus. &lt;br /&gt;
:Das waren damals vor allem 4 Landschaftsmaler. &lt;br /&gt;
:So hat Prof. Achtenhagen das alte Pfarrhaus mit dem großen Nussbaum daneben wunderschön gemalt. &lt;br /&gt;
:Kaiser-Eichberg aus Potsdam wohnte schon 1902 bei meiner Großmutter im „Krog“. Der war der große „Kiefernmaler“. &lt;br /&gt;
:Ein anderer Professor hat vor allem viele Wolken gemalt, das war der „Wolkenmaler“. Jeder hatte eben seinen eigenen Stil. &lt;br /&gt;
:Meier-Pyritz malte uns aber auch beim Halmaspiel. Über unsere schwarzen, mit weißer Wolle gestopften Strümpfe, die er getreulich malte, haben wir 15-jährigen Mädchen uns köstlich amüsiert. &lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurden Anfang der 50er Jahre in Carwitz zunächst Privatzimmern vermietet, so u. a. bei Familie Dreiseidel, bei Anna Ditzen, Ursula Barthels und Familie Ladwig.&lt;br /&gt;
:Seit der Mitte der 60er Jahren kamen einzelne auf Privatgrund gebaute und ab der 70er Jahre siedlungsartig angelegte sogenannte Datschen, bzw. Bungalows sowie Betriebsferienheime hinzu. &lt;br /&gt;
:So wurden am Hügel 16 auf dem Privatbesitz von Otto Schulz von Rapoport, Meyer-Foreyt, Blume und Stratonowitsch die ersten Bungalows gebaut, in den 70er Jahren auf sogenannten Treuhand-Grundstücken entstanden unsere Katen. &lt;br /&gt;
:Nachdem die LPG die sandigen Böden ab 1961 nicht mehr bewirtschaftete, entstanden am Südufer des Dreetz und an der Schappwasch zunächst wilde Zeltplätze. &lt;br /&gt;
:Sogar auf dem Steinwerder im Carwitzer See war jahrelang ein sehr romantisches Ferienlager. &lt;br /&gt;
:Die Abfälle, der Müll und die Toilettenkübel, sollen regelmäßig mit dem Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht worden sein. &lt;br /&gt;
:Der Bau einer Bungalowsiedlung auf dem Bohnenwerder konnte durch massive Proteste u. a. durch Ruth Werner verhindert werden.  Auch Bebauungspläne am Fischersteig und am Hauptmannsberg wurden nicht realisiert.&lt;br /&gt;
:Bewirtschaftete Zeltplätze entstanden an der Mühle runter zum Dreetz und „Klein aber Fein“ am Carwitzsee auf dem Privatgelände von Familie Schönfeld. :Anfang der 90er Jahre wurden die heute noch bestehenden Zeltplätze legalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ruth Werner und andere Mitarbeiter des Kinderbuchverlages lernten Carwitz durch ihre Kinder kennen, die 1951 mit ihrer Schulklasse nach Carwitz gefahren waren. &lt;br /&gt;
:Der „Geheimtipp“ sprach sich rum und so wohnten Mitarbeiter des Aufbauverlages, des Kinderbuchverlages in den 50er Jahren bei Anna Ditzen im Fallada-Haus. Sie genossen dort Annas Gastfreundschaft und ihren vorzüglichen Mittagstisch.&lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren trafen sich mehrfach Autoren mit ihren Lektoren des Kinderbuchverlages zu „Carwitzer Gesprächen“ (nach Günther Ebert: „Vom Genius loci“ in Carwitzer Notizen, Kinderbuchverlag Berlin 1985). &lt;br /&gt;
;Weitere mir namentlich bekannte „berühmte“ Bewohner und Feriengäste. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da es noch viel mehr geben wird:&lt;br /&gt;
                                         &lt;br /&gt;
:Hans Fallada, (1893-1947) Schriftsteller Rudolf Ditzen, lebte 1933–1944 in Carwitz. S. Extra-Kapitel&lt;br /&gt;
:Anna Ditzen, (1901-1990) Ehefrau von Hans Fallada, lebte 1933 bis 1965 in Carwitz, danach in Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ruth Werner (1907-2000) Schriftstellerin Ursula Beurton, geborene Ursula Maria Kuczynski lebte seit 1952 im Sommer in verschiedenen Hütten in Carwitz. S. Extra-Kapitel.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt (1916-1981), Maler und Grafiker, Mitbegründer der „Leipziger Schule“, der bedeutenden Strömung der modernen Malerei der DDR in den 70er und 80er Jahren. Lebte in den Sommermonaten in Carwitz.&lt;br /&gt;
:Harry Blume (1924-1992), Maler der Leipziger Schule lebte zeitweise in seinem Sommerhäuschen am Zugang zu unseren Katen rechts.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt und Harry Blume fuhren Anfang der 60er Jahre mit ihren Studenten in die Feldberger Landschaft. Während die Studenten sich der Pleinairmalerei widmeten, saßen sie im Krog oder streiften durch die Gegend und entdeckten so den Hügel 16, auf dem sie ihre Bungalows errichteten&lt;br /&gt;
:Gabriele Meyer-Dennewitz, Grafikerin und Malerin, lebte und arbeitete von 1964, seit 1991 ganzjährig, bis zu ihrem Tode 2011 in Carwitz im Unterdorf. &lt;br /&gt;
:Frank Merker, Maler und Grafiker, lebte und arbeitete bis zu seinem Tod 2008 in Carwitz&lt;br /&gt;
:Jürgen Wittdorf, Maler und Graphiker, kaufte 1964 ein über hundert Jahre altes Fachwerkhaus in Carwitz, das er selbst sanierte und seitdem in den Sommermonaten bewohnte.&lt;br /&gt;
:Prof. Samuel Mitja Rapoport (1912-2004) österreichischer Arzt, Direktor des Instituts für Physiologische Chemie an der Charité. &lt;br /&gt;
:Prof. Inge Rapoport (1912-2017) Charité, erster europäischer Lehrstuhl für Neonatologie. Mit 102 Jahren verteidigte sie ihre Doktor-Dissertation, die ihr 1937 aufgrund der Rassegesetze verwehrt geblieben war. Ihr erster Bungalow am Zugang zu unseren Katen links, später bauten sie noch einen am Fischersteig. :Ihr damaliger Badesteg ist unser jetziger von Kate 3.&lt;br /&gt;
:Charly Hübner, (*1972) Schauspieler, ist in Carwitz Feldberg als Hoteliersohn aufgewachsen. &lt;br /&gt;
:Till Lindemann, (Band Rammstein) hat ca 2020 das Grundstück des alten in den 70er Jahren abgerissenen Pfarrhauses gekauft. Dazu gehören ausgebaute Nebengebäude.&lt;br /&gt;
:Max Kaus (1891-1977), Maler, dessen Bilder von den Nazis 1937 als „entartete Kunst“ diffamiert und aus den Museen entfernt wurden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 40.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD40 „Carwitz II“ 1921, Max Kaus, Blick vom Hauptmannsberg zum Bohnenwerder vor 100 Jahren.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==9. Hans Fallada - Schriftstellername von Rudolf Ditzen==  &lt;br /&gt;
:(* 21.7.1893 Greifswald † 5. 2. 1947 in Berlin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hans Fallada machte das Dorf Carwitz über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Die nachfolgenden kursorischen Bemerkungen können nicht seine Biografie ersetzen. &lt;br /&gt;
:Geboren als Sohn des späteren Reichsgerichtsrates Wilhelm Ditzen und seiner Frau Elisabeth. &lt;br /&gt;
:Er hatte eine „schwierige“ Jugend mit Besuch mehrerer Gymnasien, in einem als Duell getarnten Doppelselbstmordversuch erschießt er seinen Mitschüler Hanns Dietrich von Necker in Rudolstadt, &lt;br /&gt;
:Tätigkeiten in der Landwirtschaft in Sachsen, Pommern, Mecklenburg, Alkohol- und Drogenabhängigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 41.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD41 Fallada-Porträtkarikatur von e.o.plauen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seit 1920 mehrere Romane ohne Erfolg. Mehrfache Unterschlagungen, wiederholte Verurteilungen zu Gefängnisstrafen bis 2 ½ Jahren.&lt;br /&gt;
:1929 Heirat mit Anna Margarete Issel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Geburt der Kinder: Ulrich Ditzen *1930, von Zwillingstöchtern bleibt Lore (Mücke) am Leben *1933, sie stirbt 1951 an Sepsis in Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Achim Ditzen *1940. &lt;br /&gt;
:Ernst Rowohlt, damals Annoncenwerber und Journalist, wird auf ihn schon in den zwanziger Jahren aufmerksam und unterstützt ihn finanziell.&lt;br /&gt;
:1932 Welterfolg von „Kleiner Mann - was nun?“ mit 45 Auflagen und 20 Auslandsauflagen. In diesem Roman erzählt Hans Fallada, dass die Herzenswärme von Lämmchen und Pinneberg mit ihrem Sohn Murkel stärker ist als ihre Not und der Abstieg von Pinneberg zum hoffnungslosen Arbeitslosen. &lt;br /&gt;
:Von diesen Einnahmen kauft er sich für den damals unerhörten Preis von 11.700 Reichsmark im Juli 1933 in Carwitz die Büdnerei Nr.17, das Haus Wehrle, am Wege zum Bohnenwerder.&lt;br /&gt;
: Es war 1849 gebaut worden. „Der Verkäufer des Hauses Wehrle kam mit der Landwirtschaft und dem Versuch eines Cafes nicht zurecht. (18 S. 265)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 42.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD42 So soll Fallada das Haus 1933 übernommen haben. Die Partie zum See ist unrealistisch.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 43.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD43 So sah vor 1930 die „Fallada-Bucht“ mit Wehrle vom heutigen Hügel 16 aus]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hier lebte und arbeitete er zwischen 1933 und 1944. Nach der Trennung von Mummi, seiner ersten Frau, lebte er mit seiner zweiten Frau, Ursula Losch, in Feldberg bis Anfang 1946.&lt;br /&gt;
:In Carwitz zog er sich nach Drangsalierungen durch das nationalsozialistische Regime in die „innere Emigration“ zurück. Er konnte sich nicht entschließen Nazideutschland zu verlassen. &lt;br /&gt;
:Trotzdem hatte er eine glückliche, produktive Zeit. &lt;br /&gt;
:In diesen Jahren entstanden 17 Romane, u.a. „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ (1934), „Wir hatten mal ein Kind“ (1934), „Wolf unter Wölfen“ (1937), „Der eiserne Gustav“ (1938), „Damals bei uns daheim“ (1941), „Heute bei uns zu Haus“ (1943). Letzteres beschreibt mit erzählerischer Freiheit sehr amüsant die Jahre mit seiner Familie in Carwitz. Neben Unterhaltungsromanen schreibt er mit großer Fabulierkunst auch heute noch lesenswerte Kinderbücher, „Geschichten aus der Murkelei“ (1938), „Fridolin der freche Dachs“ (1944).&lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zu den Dorfbewohnern ist meist getrübt: „... was man aus Neid, Hass und Übelwollen heute auszuhalten hat, wenn man wie ich auf dem Präsentierteller sitzt und weit und breit kein Mensch ähnlicher Denkungs- und Arbeitsart ...“ (15)&lt;br /&gt;
:Alkoholismus, Drogenabhängigkeit führen zum Zerwürfnis mit Mummi und es kommt zum Gebrauch einer Schusswaffe. Daraufhin erfolgt die Zwangseinweisung in die Landesnervenheilanstalt Alt-Strelitz. Hier schreibt er „Der Trinker“ auf bereits bedrucktem Papier zwischen den Zeilen auf. &lt;br /&gt;
:Die Erzählung seiner eigenen Problematik wird erst posthum 1950 veröffentlicht. &lt;br /&gt;
:Danach fortbestehende Dogenabhängigkeit gemeinsam mit seiner 2. Frau Ursula Losch in Feldberg, wo er auch das Ende des 2. Weltkrieges erlebt. &lt;br /&gt;
:Kurzzeitig wird er von den Sowjets als Bürgermeister von Feldberg eingesetzt.&lt;br /&gt;
:Mit Unterstützung von Johannes R. Becher siedelt er nach Berlin-Niederschönhausen über. &lt;br /&gt;
:Von ihm bekommt er Unterlagen zum Ehepaar Elise und Otto Hampel. Ende 1946 schreibt er über den isolierten Widerstand dieses Ehepaars zur Diktatur des Nationalsozialismus seinen letzten Roman in knapp 4 Wochen: „Jeder stirbt für sich allein“. &lt;br /&gt;
:Fallada stirbt am 5. Februar 1947. 1981 wird die Urne Hans Falladas vom Park-Friedhof Berlin-Pankow zur Grab- und Gedenkstätte auf dem alten Dorffriedhof in Carwitz überführt. Auch seine Suse, seine Tochter Mücke und seine Mutter sind hier begraben.&lt;br /&gt;
:Der DEFA-Spielfilm „Fallada – Letztes Kapitel“ (Regie: Roland Gräf, 1988) wurde zu großen Teilen in Carwitz gedreht.&lt;br /&gt;
:1965 kaufte der Berliner Kinderbuchverlag, damaliger Leiter Günther Schmidt, von Anna Ditzen das Grundstück. Sie konnte das große Gehöft allein nicht mehr bewirtschaften. &lt;br /&gt;
:Damit war Anna Ditzen die Sorge genommen, dass ein völlig „Fremder“ das Haus übernehmen und das „Früher“ auslöschen könne. Vermittler waren Ruth Werner und Fred Rodrian, (15, S.65)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch wollte die Treuhand 1992 das Grundstück an Privatleute verkaufen. Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass das verhindert werden konnte. &lt;br /&gt;
:Die Hans-Fallada-Gesellschaft betreibt im Haus und auf dem gesamten Anwesen ein lebendiges Museum, das von der Bundesregierung als „Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung“ zertifiziert ist.&lt;br /&gt;
:Das Arbeitszimmer von Hans Fallada ist mit originalem Mobiliar wiederhergestellt worden. Auch in der Veranda, dem Esszimmer – beides in originaler Ausstattung – und im Raum “Hans Fallada. Leben und Werk“ kann man hautnah sein facettenreiches und umfangreiches Leben bestaunen, wie verschlungen und ambivalent seine Biografie ist. &lt;br /&gt;
:Das 15.000 m² große Anwesen am Carwitz See ist wunderbar angelegt, das Dreieckbeet ist original bepflanzt, das Bienenhaus denkmalgerecht saniert, das Bootshaus originalgetreu nachgebaut, seine Streuobstwiese und die „Sitzecke am Seeufer“ können gefühlsmäßig nachempfunden werden. &lt;br /&gt;
:Fallada war auch ein versierter Landwirt.&lt;br /&gt;
:2000 wurden die Räumlichkeiten der „Scheune“ auf dem Fallada-Hof übergeben. Die Sanierung lief seit 1996.   &lt;br /&gt;
:Allein für die Scheune wurden 1 Mill. DM investiert. Der große Raum wird ganzjährig für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. &lt;br /&gt;
:Hier kann man auch fundierte Sonderausstellungen im Scheunensaal erleben.&lt;br /&gt;
:Jährlich finden die Hans Fallada Tage jeweils am Wochenende vor oder nach seinem Geburtstag am 21. Juli statt. &lt;br /&gt;
:Dazu gehört auch die sommerliche Veranstaltungsreihe an jeden zweiten Freitag um 20:00 Uhr “freitags bei Fallada“ mit Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen oder Filmvorführungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Fallada Heute&lt;br /&gt;
:1. Hans-Fallada-Museum in Carwitz 17258 Feldberger Seenlandschaft Ortsteil Carwitz Zum Bohnenwerder 2, Tel.: 039832 20359 – museum@fallada.de&lt;br /&gt;
:2. Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. - hfg@fallada.de, gegründet 1991 &lt;br /&gt;
:3. Literaturzentrum Neubrandenburg mit dem Fallada-Archiv.&lt;br /&gt;
:4.  Hans-Fallada-Klub in Neustrelitz, gegründet 1973 als „Club der Intelligenz“ im Kulturbund der DDR. Heute: info@hans-fallada-klub.de Website: www.hans-fallada-klub.de &lt;br /&gt;
:5.  Verein Pommersche Literatur-Gesellschaft e. V. ist 2000 hervorgegangen aus dem 1991 gegründeten Hans-Fallada-Verein Greifswald. Er hat seinen Sitz im Geburtshaus von Hans Fallada.&lt;br /&gt;
:6. Hans-Fallada-Schule Feldberg erhielt ihren Namen 1976. Beachtet werden sowohl seine  erzählerischen Leistungen als auch sein psychopathisches Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In einem Artikel “Zwei Gesellschaften und viele Wahrheiten“ (7.12.2005) schreibt Frank Pergande: “Es vergingen 30 Jahre bis die DDR den Versuch unternahm, Fallada postum zu vereinnahmen.“ &lt;br /&gt;
:Der damals in Neubrandenburg lebende Literaturwissenschaftler Tom Crepon war bei Recherchen für eine Fallada-Biografie auf Falladas Nachlass gestoßen – im Keller einer Braunschweiger Fleischerei. &lt;br /&gt;
:1978 wurde der Nachlass von der Akademie der Künste der DDR gekauft und zwei Jahre später nach Feldberg gebracht. &lt;br /&gt;
:Im selben Jahr erschien Crepons Biografie “Leben und Tode des Hans Fallada“. &lt;br /&gt;
:1983 erschien eine weitere Biografie, von Werner Liersch unter dem Titel “Fallada. Sein großes kleines Leben“. &lt;br /&gt;
:Weitere Informationen gibt es in den Artikeln der genannten Autoren, von der damaligen Archivarin des Fallada-Archivs Sabine Lange und auch von Heide Hampel mit Streitereien zur Stasi und zum Fallada-Nachlass in Feldberg, in Carwitz und dem Literaturzentrum Neubrandenburg. &lt;br /&gt;
:Heide Hampel baute das Hans-Fallada-Archiv in Feldberg/Meckl. auf und trug u. a. Sammlung und Nachlass der Schriftstellerin Brigitte Reimann zusammen.&lt;br /&gt;
:Klaus-Jürgen Neumärker schrieb u. a. anhand der Krankengeschichte: „Der andere Fallada“. Darin schildert er die „Psychopathie“ von Fallada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==10.Ruth Werner (* 15. Mai 1907 in Friedenau † 7. Juli 2000 in Berlin)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ist seit 1958 der Schriftstellername von Ursula Beurton, zuvor Ursula Hamburger, geboren als Ursula Maria Kuczynski. Sie war eine deutsche Schriftstellerin und Agentin des  russischen Militärnachrichtendienstes GRU der Roten Armee (Deckname „Sonja“), der späteren Sowjetarmee. Ihr älterer Bruder war Wirtschaftswissenschaftler, Prof. Jürgen Kuczynski. Andere Schwestern lebten nach 1933 großbürgerlich in England.&lt;br /&gt;
:1953 war Ruth Werner mit Len Beurton, ihrem Mann, das erste Mal nach Carwitz gekommen.&lt;br /&gt;
:Bereits in jungen Jahren wurde sie Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland. Sie blieb der Vision einer sozialistisch-kommunistischen klassenlosen menschlichen Gesellschaft treu bis zu ihrem Tode. &lt;br /&gt;
:Wie weit sie die Verbrechen der stalinistischen und anderer sozialistischer Staaten kannte und beurteilte bzw. verurteilte ist mir nicht bekannt. &lt;br /&gt;
:Ihre Autobiografie unter dem Titel „Sonjas Rapport“ erschien erstmalig 1977. Darin schildert sie grundsätzlich, aber unvollständig, ihre Agententätigkeit.&lt;br /&gt;
:Ben Macintyre schrieb eine erschütternde Biografie (2022 Insel Verlag Berlin) &lt;br /&gt;
:„Agent Sonja - Kommunistin, Mutter, Topspionin | Vom unglaublichen, aber wahren Leben der Spionin Ursula Kuczynski (alias Ruth Werner), die den Lauf der Weltgeschichte veränderte“&lt;br /&gt;
:Er schildert aufgrund neuer Informationen den dramatischen und fast selbstmörderischen Lebenslauf. Insbesondere wird diese Spannung zwischen Spionin und Ehefrau mit wechselnden Männern sowie ihren Kindern sehr ausführlich dargestellt, teilweise kann es einem schaudern. &lt;br /&gt;
:Man muss für die in dieser Zeit lebenden, denkenden und handelnden Menschen immer wieder „die Vision“ des Kommunismus bedenken. Mit ihr erklärt sich nicht nur die spätere Machtpolitik des sogenannten sozialistischen Weltsystems, sondern auch von Anfang an die unmenschlichen verbrecherischen Handlungen. :Diese Vision wird heute als Illusion beurteilt, sowohl politisch gesellschaftlich als auch wissenschaftlich philosophisch. &lt;br /&gt;
:Die neue Biografie soll mit ihrem heute in Carwitz lebenden Sohn, Peter Beurton, abgesprochen worden sein. (Beide Biografien stehen in Carwitz-Bibliothek, Kate 1.)&lt;br /&gt;
:Hierzu einige Daten, die das Interesse am Leben von Ruth Werner bis zu ihrer Übersiedlung in die DDR wecken können.&lt;br /&gt;
:Mit ihrem ersten Ehemann, dem deutschen Architekten Rudolf Hamburger, ging sie als 23-Jährige nach Schanghai. &lt;br /&gt;
:Dort wurde, trotz der Weltwirtschaftskrise, zu dieser Zeit stark gebaut. Sie lernte den im deutschen Botschaftsdienst tätigen Richard Sorge kennen und lieben. &lt;br /&gt;
:Er nutzt sie als Informantin und empfiehlt sie der militärischen Aufklärung der Roten Armee. &lt;br /&gt;
:Ursula Hamburger wird von 1933 bis 1934 in Moskau ausgebildet. &lt;br /&gt;
:Für ihre Tätigkeit in China erhielt sie &#039;&#039;&#039;1937 (!)&#039;&#039;&#039; den Rotbannerorden in Moskau. &lt;br /&gt;
:1938 flüchtete Ruth Werner mit ihrem Ehemann in die Schweiz. Dort lernte sie den englischen Spanienkämpfer Len Beurton kennen. &lt;br /&gt;
:Für ihn war es nach seinen Schilderungen Liebe auf den ersten Blick. Sie schilderte es als Pflicht zur Tarnung. &lt;br /&gt;
:Beide wurden dann nach England beordert. In der Schweiz und in England baute sie ein Informationsnetz für Moskau auf. &lt;br /&gt;
:1943 landet sie ihren größten Coup: Sie übermittelt während des Krieges Unterlagen des deutsch-britischen Kernphysiker und sowjetischen Atom-Spions Klaus Fuchs (1911-1988), also das britisch-amerikanische Atomgeheimnis, an die Sowjets. &lt;br /&gt;
:Daher war Stalin nicht überrascht, als er 1945 in Potsdam über die Explosion der ersten Atombombe in Japan informiert wurde.&lt;br /&gt;
:1949 flüchtete das Ehepaar Beurton nach der Enttarnung von Klaus Fuchs in die DDR. &lt;br /&gt;
:Nach zwanzig Jahren unentdeckter Geheimdienstarbeit scheidet sie 1950 auf eigenen Wunsch als Oberst der Roten Armee aus. &lt;br /&gt;
:Sie gilt als eine der erfolgreichsten sowjetischen Kundschafterinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie war dann sechs Jahre im Staatsdienst der DDR beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Als Autorin, Ruth Werner, trat sie zunächst mit der Publikation von Kinderbüchern auf. &lt;br /&gt;
:Ihre bekanntesten Bücher sind &amp;quot;Muhme Mele&amp;quot;, &amp;quot;Olga Benario&amp;quot; und &amp;quot;Sonjas Rapport&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Ihr Sohn soll erst 1977 durch ihre Autobiografie „Sonjas Rapport“ von ihrem Doppelleben erfahren haben. &lt;br /&gt;
:Immerhin hatte das GRU die Veröffentlichung genehmigt.&lt;br /&gt;
:Werner Liersch schreibt (15/S.65): „Ruth Werner war eine der spektakulären Personen des 20. Jahrhunderts und sie war von äußerster Bescheidenheit, Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe. Sie war eine kommunistische Idealistin. Die Frauen (Anna Ditzen) verstanden sich.“  &lt;br /&gt;
:In den Wintermonaten wohnt sie anfangs manchmal in einer der beheizbaren Dachmansarden bei Anna im Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Im Sommer hat sie Adressen von Hütten im Dorf.17 In den 70er Jahren bekommt sie von der Stasi vermittelt eine kleine Hütte auf der zum See abfallenden :Wiese hinter dem Fallada-Haus unter den alten Obstbäumen. Sie schreibt in Falladas Garten: „An die hundert Seiten, Sonjas Rapport’ gehören zu seiner Wiese, mit dem Blick auf den Carwitzer See, hundert Seiten auf dem winzigen Rasenfleck vor dem Gemüse- und Blumengarten der Ursula Barthels mit Blick über den Dreetz, der wie ein Bergsee ins Tal gebettet liegt.“ &lt;br /&gt;
:Sie müht sich, dass das Dorf, die Landschaft und der alte Friedhof ihr Gesicht erhalten können.  &lt;br /&gt;
:Die Atheistin Ruth Werner gibt Geld für die Kirche. &lt;br /&gt;
:„Sie (Karl Gossow und Wolfgang Steinitz) retteten gemeinsam mit dem kunst- und naturverständigen Weimarer Architekten Professor Engelberger die liebliche Halbinsel Bohnenwerder vor einer geplanten Bungalowsiedlung.“ &lt;br /&gt;
:Sie erinnert sich an Kurt und Jeane Stern, die nach Carwitz kommen. Sie sind Spanienkämpfer wie Len, und Autoren berühmter Filme wie „Das geteilte Dorf“ und „Stärker als die Nacht“. Sie sind treue und nahe Freunde von Anna Seghers über 50 Jahre. &lt;br /&gt;
:Ruth Werner hinterlässt den bis heute nicht eingelösten Satz: „Sollten nicht auch diese Jahre, diese Namen in die Annalen des Fallada-Hauses mit eingehen?“. &lt;br /&gt;
:Bei der Beisetzung ihrer Urne im Juli 2000 auf dem Friedhof Berlin Baumschulenweg sprach ein Gesandter der Russischen Föderation als Trauerredner. &lt;br /&gt;
:Sie war Oberst der Roten Armee.&lt;br /&gt;
:In Carwitz, wurde seit 2010 die Erinnerung an sie mit einer Ausstellung von einem Verein unter Ingrid Becker wachgehalten. Er löste sich 2023 auf. &lt;br /&gt;
:Die in Neustrelitz ansässige Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt unterstützt die Digitalisierung der vorhandenen Materialien. Darin geht es um das Weltbild Ruth Werners, ihre Tätigkeit im Nachrichtendienst, ihr Leben in der BRD, DDR und im vereinten Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==12.    Bankräuberpaar lebte unauffällig==&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Berliner Zeitung 2. März 2013 &amp;quot;Das Doppelleben der Postbank-Räuber M. Wittge O. Kröning&amp;quot;:  &lt;br /&gt;
:Die Brüder Frank und Ralf L. überfielen insgesamt 18 Postbanken. Ihr Motiv: Spiel- und Drogensucht.&lt;br /&gt;
:Im Sommer, wenn die Urlauber kamen, florierte ihr Landgasthof in Mecklenburg. Dann führten Frank (52) und Ralf L. (49) ein braves Wirts-Leben. &lt;br /&gt;
:Im Winter zog es die Brüder oft in ihre alte Heimat, nach Berlin. Dann überfielen sie Banken, verspielten das Geld, nahmen Drogen. &lt;br /&gt;
:Beim 19. Überfall war das SEK schneller am Bankschalter als die Postbank-Räuber!&lt;br /&gt;
:Der Pastor-Niemöller-Platz in Niederschönhausen, gegen 18.40 Uhr: Die Postbankfiliale hat bereits seit 40 Minuten geschlossen. Die Angestellten und der Filialleiter sind noch in der Bank, erledigen vor dem Feierabend noch letzte Büroarbeiten, bevor sie durch den Hintereingang nach Hause verschwinden wollen. Dort lauern die beiden Bankräuber, bewaffnet mit Messer und Pistole. Mit Fahrrädern waren die Brüder zu der Pankower Bank geradelt. &lt;br /&gt;
:Was Frank und Ralf L. nicht ahnen. Auch sie werden beobachtet, von Zivilpolizisten, und das schon seit zwei Monaten. &lt;br /&gt;
:Fünf Minuten später folgt der Zugriff: SEK-Beamte stürmen aus ihren Verstecken, überwältigen die völlig überraschten Täter und bringen sie zum Landeskriminalamt. &lt;br /&gt;
:„Bei der Vernehmung gestanden die Brüder, insgesamt 15 Banküberfälle in Berlin und drei im Land Brandenburg verübt zu haben“. Von dem Geld soll nach ihren Aussagen nichts mehr übrig sein. Sie sollen es bei Sportwetten verspielt und in Kokain investiert haben. &lt;br /&gt;
:Teilweise zeigten Frank und Ralf L. bei den Überfällen außergewöhnlichen Erfindungsreichtum: So verkleideten sich die Brüder bei einem Bankraub im Januar 2010 in Neukölln zur Tarnung als Reinigungskräfte, die von der Rückseite des Gebäudes rote Farbschmierereien entfernen wollten. &lt;br /&gt;
:Sie hatten das Gebäude selbst mit Farbe beschmiert. Bei einem Überfall im Dezember an der Oranienburger Straße verkleidete sich das Räuber-Duo als Handwerker, klingelte an der Postbank. &lt;br /&gt;
:Die Eltern von Frank und Ralf L., die den Söhnen bei der Bewirtschaftung des Gasthofes in der Feldberger Seenlandschaft halfen, können noch gar nicht glauben, dass ihre Söhne gefährliche Serienbankräuber sein sollen. „Ich habe davon nichts geahnt“, sagt die Mutter. „Es ist so furchtbar, sie sind Freitag nach Berlin gefahren.“ Ralf L. hatte am Abend angerufen. „Er sagte uns, dass sie bei der Polizei sind und wir uns keine Sorgen machen müssten“, erzählt der Vater. „Er meinte noch, dass alles gut werden würde.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seitdem ist „Der Krog“ als Gaststätte geschlossen. Gelegentlich gibt es Ausstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==13. Infrastruktur, Elektrizität, Wasser, Abwasser==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Elektrifiziert wurde Carwitz ca. 1902/03 nach der Erzählung von Paul Utnehmer (Frau Christa Schönfeld). Einige Straßenlampen gab es auch schon vor dem zweiten Weltkrieg. Sie wurden per Handschalter an einem Lampenmast gegenüber dem Friedhof bei Einbruch der Dunkelheit eingeschaltet und 23 Uhr ausgeschaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Stadtvertretung der Stadt Feldberg beschloss in ihrer Sitzung am 22.4.1999 eine Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“&lt;br /&gt;
:Darin heißt es u. a. (auszugsweise): &lt;br /&gt;
:„Im nachfolgend näher bezeichneten Gebiet liegen städtebauliche Missstände vor. Das insgesamt ca. 20 ha umfassende Gebiet (...) erhält die Bezeichnung Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 44.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD44 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Sanierungsgebiet umfasst alle Grundstücke (...) innerhalb der im Lageplan (...) durch eine schwarz gestrichelte Linie gekennzeichneten (...) abgegrenzten Fläche.&lt;br /&gt;
:Es können sowohl städtische Maßnahmen im Bereich Hoch- und Tiefbau, als auch private Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden durch Ausreichung eines Zuschusses oder Darlehns gefördert werden.“&lt;br /&gt;
:Die intensive Sanierung von Carwitz erfolgte einschließlich der vorausgehenden Maßnahmen von 1992-2007. Aber ab Anfang der 80er Jahre versorgte bereits eine zentrale Wasserleitung von einem Wasserwerk oberhalb des „Schappwaschs“ (Schafwäsche) am Dreetz alle Gehöfte und Ferienhäuser. Die Einzelbrunnen wurden verfüllt oder nicht mehr gepflegt.&lt;br /&gt;
:Eine allgemeine Abwasseranlage mit Anschlusspflicht für alle Bewohner wurde 1997/99 gebaut. Bis dahin wurden die Klärkammern jedes Gehöftes und der Ferienhäuser für Schmutzwasser regelmäßig von Spezialautos abgepumpt und zentral entsorgt. Dazu gibt es die Berichte, dass aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit die Entsorgungsfahrzeuge ihren Abwasserschlamm in Seen oder im Wald abkippten.&lt;br /&gt;
:Damals war Lutz Teichfischer Bürgermeister von Feldberg. Für Interessenten liegt in Kate 1 ein Heft von 60 Seiten: “CARWITZ Abschlussdokumentation der Sanierung“. Die Gesamtkosten betrugen 2.894.920 €, davon entfielen 1.340.880 € auf die Dorfstraße, die Wege und Plätze, sowie 210.980 € auf die Modernisierung und Instandsetzung von privaten Gebäuden. &lt;br /&gt;
:Ich erinnere mich, dass aus historischen Gründen die Dorfstraße mit Kopfsteinpflastern von Spezialkräften aus Portugal durchgeführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 45.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD45 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 47a.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD46 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 48.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD47 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+5&#039;&#039;&#039; Blicke auf Carwitz beim Rundflug 2008 (Wer hat die Bildrechte?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==14. Dorfkirche, Pfarrhof, Friedhöfe==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Mittelalter war Carwitz selbstständige Pfarre des Bistums Brandenburg. &lt;br /&gt;
:1534 gehörten dazu die Kapellen in Feldberg, Laeven und Hinrichshagen (Lüttenhagen). &lt;br /&gt;
:Im 30-jährigen Krieg ging die Pfarre ein und die Parochie wurde von Triepkendorf aus verwaltet. &lt;br /&gt;
:1706 entstand am Anger die Dorfkirche als rechteckiger Fachwerkbau mit einem freistehenden Glockenturm vor dem Westgiebel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1740 wurde Carwitz wieder Pfarrsitz. Eingepfarrt wurden dorthin Feldberg, Conow, Weitendorf, Wittenhagen, Försterei Laeven und Neuhof. &lt;br /&gt;
:Der „Küstersteig“ zweigt von der Bahnhofstrasse in Feldberg ab und führt entlang der Wiesen zum Schmalen Luzin, er war also der Weg, auf dem Pfarrer und Küster aus Carwitz nach Feldberg zum Gottesdienst gingen und zurück. &lt;br /&gt;
:Seit 1815 war Feldberg „Flecken“ und erhielt erst 1919 das Stadtrecht. &lt;br /&gt;
:1857 wurde die Pfarre trotz stärkster Proteste der Carwitzer nach Feldberg gelegt, dafür durften im Gegensatz zu den anderen Dörfern die Carwitzer weiterhin ihre Kinder in ihrer eigenen Kirche konfirmieren. &lt;br /&gt;
:Auf dem uralten Kirchhof befindet sich ein offener Glockenstuhl mit zwei Gussstahlglocken. Diese wurden in Bochum gegossen und kamen um 1920 nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Die vorherigen beiden Bronzeglocken mussten während des ersten Weltkrieges für die Verarbeitung zu Munition abgeliefert werden. &lt;br /&gt;
:Bei diesen Bronzeglocken handelte es sich um eine kleinere mittelalterliche Glocke und eine große Glocke von 1859, welche ein Geschenk des Großherzogs Georg war.&lt;br /&gt;
:Dem ursprünglichen Friedhof an der Kirche folgte im 19. Jahrhundert der heute aufgelassene Friedhof mit dem Fallada-Gedenk-Grab. &lt;br /&gt;
:Im 2. Weltkrieg wurde dort noch beerdigt, siehe Grab eines russischen Hilfsarbeiters in der rechten Ecke zum Luzin. &lt;br /&gt;
:Der heutige Friedhof am Kreisel wurde nach dem 2. Weltkrieg eingerichtet. &lt;br /&gt;
:Er ist aus Gründen mangelnden Unterhalts heute nicht mehr allgemein belegbar, außer vorgemerkt mit jährlichen Gebühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 49.jpg|800px|zentriert|thumb| CD49]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 50.jpg|800px|zentriert|thumb| CD50 vor 1906]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 51.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD51 Die jetzige Kirche ist ein rechteckiger Fachwerkbau, eingeweiht 1706. Der hölzerne Westturm mit Spitzhelm wurde 1912 wegen Baufälligkeit abgerissen.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD52 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52a.jpg|800px|zentriert|thumb| CD53 Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut.  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Innern der rechteckigen Saalkirche befinden sich an drei Seiten Emporen. Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut. &lt;br /&gt;
:Die beiden Altarflügel (um 1500) zeigen rechts oben Maria und Sankt Elisabeth, unten Sankt Matthias und Sankt Bartholomäus. &lt;br /&gt;
:Auf dem linken Flügel sind oben Sankt Jakobus und Sankt Andreas, unten Sankt Agnes und Sankt Petrus dargestellt. &lt;br /&gt;
:Die beiden auf den Flügeln stehenden Schnitzfiguren zeigen Maria mit dem Christuskind (links) und Sankt Johannes (rechts) sowie auf den Rückseiten eine Verkündigungsszene. &lt;br /&gt;
:Die dritte Schnitzfigur im Altarraum an der Wand links stellt Sankt Valentin dar und stammt ebenso wie das Kruzifix aus der Zeit um 1500.&lt;br /&gt;
;Erna Morach, Christa Schönfeld  und Otto Schulz erzählten: &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg bekam der Pfarrer jedes Jahr den „Obsterwangs“ (von ihr so ausgesprochen). Das war der große  Kirchenzehnte, ein Rest der Feudalsteuer. &lt;br /&gt;
:Die Bauern gaben ihm 10 Zentner Roggen oder mehr, die sie gleich in die Mühle nach Feldberg bringen mussten. &lt;br /&gt;
:Der Pastor bekam dann nur das Geld für den an den Müller verkauften Roggen. Wurst, Eier kamen noch hinzu. &lt;br /&gt;
:Die Namen der Pastoren sind ihnen nicht mehr erinnerlich. &lt;br /&gt;
:Noch in den 20er und 30er Jahren sammelte „de Glöckner“ Wilhelm Schmidt den Kirchenzehnten in Naturalien zu Ostern ein.&lt;br /&gt;
:In ihrer Kindheit läutete der Glöckner, Herr Schmidt, die kleine Kirchenglocke 3x täglich: bim-bim-bim Sommer 7:00 (Winter 8:00), 12:00, Sommer 18:00 (Winter 16:00).  &lt;br /&gt;
:Am Sonntag wurde von ihm die große Glocke 10:00 geläutet und wenn der Pfarrer kam, wurde auch die 2. große Glocke geläutet. &lt;br /&gt;
:Der Glöckner „trampelte“ dann auf den Blasebälgen der Orgel die Luft in die Pfeifen, die vom Lehrer gespielt wurden. &lt;br /&gt;
:„Wir Kinder sangen dazu“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Reste des alten Pfarrhofs an der Bushaltestelle wurden erst 1974 im Auftrag der Kirche vom Bauunternehmer Börner aus Feldberg abgerissen und in den Modder-Mücken-Teich am Hügel 16 vor unseren Katen 2/3 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Beim Umbau 1978 / 2000 wurde im Zuge der Dorfsanierung auch die Kirchhofsmauer aufwendig umgebaut. Das geschah in der jahrhundertealten Fertigungstechnik als sogenannte Trockenfeldsteinmauer. &lt;br /&gt;
:Trockenmauern bieten in ihren vielen Ritzen und Hohlräumen ein spezielles Kleinklima und wertvolle Ersatzlebensräume für Reptilien und Insekten. &lt;br /&gt;
:Durch Samenflug siedeln sich außerdem auf den Steinen und zwischen den Fugen vielfältige Arten von Moosen, Flechten und Pflanzen an, die zur Stabilität dieses Naturdenkmals entscheidend beitragen. &lt;br /&gt;
:Wegen der besonderen Sensibilität ihre Beschaffenheit ist eine derartige Mauer nicht geeignet, zu erklettern, zu begehen oder zu “besetzen“. Diese Mauer des Kirchenhofs sollte geschützt und damit erhalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+6&#039;&#039;&#039; sanierte Kirche Carwitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 54.jpg|630px|links|thumb| CD54 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 55.jpg|420px|rechts|thumb| CD55 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 56.jpg|550px|links|thumb| CD56 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 57.jpg|500px|rechts|thumb| CD57 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 58.jpg|800px|zentriert|thumb| CD58  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 59.jpg|800px|zentriert|thumb| CD59 2004/2005 wurden die Grundmauern und der Keller des Pfarrhofs wieder freigelegt. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==15. Mühle: „flügellos“==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 60.jpg|800px|zentriert|thumb| CD60 Die Holländer Mühle brannte am 07.03.1892 ab. Sie wurde danach wieder aufgebaut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 61.jpg|800px|zentriert|thumb| CD61 Carwitzer Windmühle ca. 1900 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+7&#039;&#039;&#039; Vor 1906 ??&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto Schulz erzählte sinngemäß: &lt;br /&gt;
:Letzter Mühlenbesitzer war Otto Schmidt. Nach der Kollektivierung wurde die Mühle der LPG unterstellt. Zum Schluss wurde mit elektrisch betriebenem Mahlwerk nur noch Futter für Schweine und Rinder der LPG (Tierproduktion) Dolgen geschrotet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 62.jpg|800px|zentriert|thumb| CD62 2009]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
      &lt;br /&gt;
:Seit 1998 bemüht sich der örtliche Mühlenverein um die Sanierung. Die Plattform war zeitweise wieder begehbar. So wurde sie vom Kunstladen Thomsdorf zeitweise auch als Verkaufsstelle genutzt. Die Mühlenflügel ohne Funktion würden Zehntausende € kosten. So oder so ist sie ein weithin sichtbarer Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 63.jpg|800px|zentriert|thumb| CD63 ca. 1970  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==16.    Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Nach dem Kriege wurde die aus Ostpreußen geflüchtete Schwester Selma Wehrmeister als 1. Gemeindeschwester in Carwitz sesshaft. &lt;br /&gt;
:Sie war sehr beliebt, da sie fachlich sehr gut war, energisch und vor allem immer sofort da war, wenn sie gerufen wurde. &lt;br /&gt;
:Sie war auch oft als Hebamme tätig, denn damals gab es bis Mitte der 50er Jahre nur Hausentbindungen. &lt;br /&gt;
:Sie wohnte bei Dreiseidel im jetzigen Haus von Familie Teifel und hatte ihre Gemeindeschwesternstube in der damaligen Schule (Fr. Deuß, Dorfstraße 74). :Dort wurde auch bis 1990 ein- bis zweimal die Woche Sprechstunde eines Feldberger Arztes abgehalten. &lt;br /&gt;
:Schwester Selma war nicht nur Gemeindeschwester für Carwitz, sondern auch für Laeven und für Wittenhagen bis 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==17.Bäckerei und Kaufmannsladen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, Erna Morach und Güldners erinnern sich: Bäckermeister Hermann Schulz gab altersbedingt Anfang der 60er Jahre die Bäckerei in Carwitz auf. &lt;br /&gt;
:Er war selbständiger Bäcker und Konditor. Das ehemalige Backhaus mit dem erhaltenen großen Backofen ist jetzt ein Ferienhaus auf dem Grundstück Dorfstr. ?19 Bäcker Schulz buk frühmorgens das Brot, die Brötchen und die Kuchen. &lt;br /&gt;
:Dann zog er ein- bis zweimal in der Woche mit dem Pferdewagen über die Nachbardörfer zum Verkauf.  &lt;br /&gt;
:Viele Dörfler buken damals ihr Brot noch selbst.&lt;br /&gt;
:So ist der Erdhügel gegenüber unserem Eingangstor in Carwitz der Rest des ehemaligen Backofens der Familie Schönfeld. &lt;br /&gt;
:Es wurde auch noch selbst gebuttert. Die Maibutter war die beste, da die Kühe jetzt wieder das frische Gras fressen konnten20. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben und trugen sie nach Hause. &lt;br /&gt;
:Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.  &lt;br /&gt;
:Ein Lebensmittelladen des Konsums wurde 1952, nach dem Weggang des Krögers Paul Utnehmer, in der Gaststätte links hinter dem Eingang eingerichtet. Später wurde für den Laden eine Baracke anstelle der abgerissenen Scheune links neben dem Krog gebaut. &lt;br /&gt;
:Und noch später wurde ein eigener Laden daneben gebaut, in dem es alles „für den täglichen Bedarf“ gab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur paradoxen völlig verfahrenen, weil ideologisch dogmatisch bestimmten Preispolitik der DDR einige Beispiele: &lt;br /&gt;
:Ich erlebte, wie eine Carwitzer Einwohnerin „das Übliche“ - zehn große Brote kaufte, die sie in einen dreckigen Sack warf. &lt;br /&gt;
:Die Verkäuferin klärt mich dann auf: Diese Brote sind nicht für die Gäste, sondern für die Hühner und Schweine bestimmt. &lt;br /&gt;
:Brot wird subventioniert, reines Korn, also das Futter für die Schweine ist viel teurer im Einkauf. &lt;br /&gt;
:LPG-Bäuerinnen hatten kein eigenes Korn mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Frische Lebensmittel wurden zur DDR-Zeit staatlich zu überhöhten Preisen aufgekauft, um sie in Westberlin frisch verkaufen zu können. Dazu gehörten zum Beispiel Spargel, Erdbeeren und auch Eier. Ein Teil dieser Waren kam aber auch in unseren Konsum zum Verkauf zurück und konnte nun für den persönlichen Bedarf in kleiner Menge zurückgekauft werden. Der Rückkauf war zum Teil nur die Hälfte vom vorher erfolgten Verkaufspreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Konsum wurde 1990 bald nach dem Umbruch und nach Klärung der Eigentumsverhältnisse abgerissen. Ein Doppelhaus steht jetzt dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==18. Fischerei==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erinnert sich: Herr Hagen holte sich nach dem Kriege die Fische vom Fischer Haase. &lt;br /&gt;
:Er (Herr Hagen) wohnte im letzten Haus links am Weg nach Hullerbusch, Dorfstr. 67. &lt;br /&gt;
:Der Fischer wohnte im ersten Haus an der breiten Bucht. Hagen fuhr die Fische, anfangs mit dem Fahrrad, später mit seinem Pferdewagen zum Verkauf über die benachbarten Dörfer. Später übernahm sein Sohn Ernst Hagen dieselbe Tätigkeit von seinem Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„In Carwitz produzierte die Binnenfischerei 60 t Forellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Seenlandschaft wurde durch die wirtschaftliche Entwicklung massiv belastet: Abwasser der Molkerei in Feldberg, ungenügende Abwasserklärung der Stadt Feldberg und der umliegenden Dörfer, Mosterei in Carwitz, chem. Pflanzenschutzmittel und Düngung insbesondere mit Flugzeugen. &lt;br /&gt;
:Die Problematik wurde in den 70er und 80er Jahren wohl erkannt, aber die entgegenwirkenden Maßnahmen konnten aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten und ideologischer Schranken nur halbherzig sein.&lt;br /&gt;
:Erfreulich, dass sich nach der Wende in den 90er Jahren vieles veränderte. Die sich von Jahr zu Jahr verbessernden Seen haben fast alte Klarheit zurückgewonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gleiche Autoren berichten: „Es wäre schon vorgekommen, dass die Fischer Bleie (Brachsen, Brassen) von 60 bis 80 cm mit 6-7 kg gefangen hätten“. (18 / S.29 u. 266)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fischermeister Bruno Haase erzählte, dass zu dieser Zeit von ihm im Carwitzer See, im Zansen und im Dreetz immerhin pro Jahr noch eine Tonne amerikanischer Flusskrebse gefangen wurde. &lt;br /&gt;
:1959 erreichte der Bisam die Feldberger Gewässer, jedenfalls gibt es aus dieser Zeit erste verlässliche Berichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==19. Schmiede==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Es gab bis in die Nachkriegsjahre 2 Schmieden. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+9&#039;&#039;&#039;  1. vom Kreisel kommend das erste Haus links, Dorftsr. 5, daneben das kleinere Haus war die ehemalige Schmiede gewesen. &lt;br /&gt;
:2. gegenüber dem alten Friedhof, Dorfstr. 40, die Schmiede von Friedrich Rechlin, die später von Kavemann übernommen wurde.&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+10&#039;&#039;&#039;  Standort Schmiede am Friedhof ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==20. Verkehr==&lt;br /&gt;
:1789, so wird berichtet, erreichte die Post zweimal in der Woche Feldberg. &lt;br /&gt;
:Die „Fahrpost“ von Neustrelitz (durch den Serrahner Forst) über Goldenbaum, Grünow, Dolgen, Weitendorf (alte Poststraße) nach Feldberg existierte von 1821 bis zum 21. 12. 1910. An diesem Tag erreichte die Eisenbahn, die „Friedrich-Wilhelm-Bahn“, das erste Mal öffentlich Feldberg. &lt;br /&gt;
:„Erst 1875 konnte der wichtige Straßenanschluss Feldbergs an die Chaussee Neustrelitz-Woldegk bei Möllenbeck fertiggestellt werden.“ (18)&lt;br /&gt;
:Die letzte Sonderfahrt der Bahn war am 21.Dezember 2000 zum 90-jährigen Streckenjubiläum. &lt;br /&gt;
:Der Personennahverkehr war bereits zum 27. Mai 2000 abgestellt worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu Fuß oder mit der Pferde-Kutsche ging es von Carwitz nach Feldberg zum Amt oder zum Bahnhof. &lt;br /&gt;
:Die Feldberger Seenkette bildete eine Barriere von Lichtenberg bis Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:So soll Blücher mit seiner Armee entlang dem Nordufer des Breiten Luzin 1806 vor den Franzosen geflohen sein. Der Erddamm durch den Schmalen Luzin wurde erst 1847 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 64 c.jpg|800px|zentriert|thumb| CD64 An der Bäk-Brücke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Brücke über „de Bäk“ in Carwitz hatte nur Bedeutung für die Verbindung zwischen Wittenhagen und Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Schulbus fuhr bald nach Schließung der Dorfschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 65.jpg|530px|links|thumb| CD65 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 66.jpg|500px|rechts|thumb| CD66 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Die ersten Autobesitzer vor dem 2. Weltkrieg waren Hans Fallada, Kratochwil und der Müller Schmidt. &lt;br /&gt;
:Fallada hatte vorher eine Pferdekutsche. Mit ihr hatte er seine Probleme, wie er in „Heute bei uns zu Haus“ lebhaft schildert. &lt;br /&gt;
:Der Teil der Dorfstraße vom Krog bis zum Kirchhof wurde ca. 1928/29 gepflastert. &lt;br /&gt;
:Die Straße von Feldberg und die gesamte Dorfstraße wurde erst Anfang der 70er Jahre befestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 67a.jpg|thumb|600px|center|DC67 Dorfstraße vor der Sanierung, rechts das Haus von Otto Schulz vor der Bäk. Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 68.jpg|thumb|600px|center|DC68 Dorfstraße nach der Sanierung - Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 69.jpg|thumb|600px|center|DC69 Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
:Eine alte unbefestigte Fahrstraße führte durch den Wald von Wokuhl über Hasselförde, Triepkendorf, Laeven. &lt;br /&gt;
:Sie ist auch heute noch befahrbar und war nach dem katastrophalen Wintereinbruch 1978/79 für einige Tage die einzig befahrbare Straße von Neustrelitz nach Carwitz und Feldberg. &lt;br /&gt;
:Möllenbeck - Feldberg war wegen Schneeverwehungen unpassierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==21. Wald und Naturschutz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+13&#039;&#039;&#039; Von 1972 bis 2001 war Klaus Borrmann Leiter des Forstamt Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Er hat mehr als 200 kleinere und größere Abhandlungen, Aufsätze in Fachzeitschriften und Heimatbroschüren zur Natur und Geschichte der Feldberger Region veröffentlicht. In der zweibändigen Darstellung Mecklenburg-Strelitz – Geschichte einer Region (2000 und 2002) hat er die rund 300-jährige Forst- und Jagdgeschichte des Großherzogtums dargestellt.  Und in „Lüttenhäger Oberförster“ 2001 würdigt er seine Amtsvorgänger und verbeugt sich vor ihren Leistungen für die Wälder der Feldberger Seenlandschaft. Borrmann ist auch Vater des 1999 eröffneten Lüttenhagener Waldmuseums „Lütt Holthus“, das vor allem jungen Besuchern „Natur zum Anfassen“ bietet.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Der ursprüngliche Wald war vor 1000 Jahren ein Buchen-Eichen-Mischwald. &lt;br /&gt;
:Darin eingestreut lagen die, durch friedliche Einwanderung in den Jahrhunderten nach der Völkerwanderung entstandenen, slawischen Rund-Dörfer. &lt;br /&gt;
:Mit der Osterweiterung des Deutschen Kaiserreiches kamen später deutsche Siedler dazu. Es wurden Reihen-Dörfer gegründet. &lt;br /&gt;
:Jede Familie hatte im Mittelalter eine Hufe Land von ca. 7-8 ha mit Nutzung der Allmende, des Allgemein-Eigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der 30-jährige Krieg ließ auch in der Feldberger Seenlandschaft ein fast menschenleeres Land zurück. Viele Dörfer waren wüst, so Hanau am Schmalen Luzin vor dem Hullerbusch und Krüselin. Viele Dörfer wurden im wahrsten Sinne dezimiert. &lt;br /&gt;
:Der Wald drang in wenigen Jahrzehnten auf diesen Flächen vor. Das Land erholte sich nur sehr langsam. &lt;br /&gt;
:Nach 1700 beschleunigte sich die wirtschaftliche Entwicklung. &lt;br /&gt;
:Der enorme Holzbedarf der Glashütten, Köhlereien, Teeröfen, -schwelereien und die Bautätigkeit entwaldete erneut die Region. &lt;br /&gt;
:Gegenmaßnahme waren seit Ende des 18. und im 19. Jahrhundert gezielte, organisierte Aufforstungen insbesondere mit Kiefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Anweisung des Herzogs Adolf Friedrich im Jahre 1783 an den Förster Schwarz  in Carwitz zur sparsamen Holzverwendung (1/S.35 ): &lt;br /&gt;
:„Wann wir gnädigst resolviret, dass von nun an alles Klafter-Holz ohne Ausnahme in jeder unserer Forsten, es sey zum Behuf der Glashütten, zur Köhlerei, Ziegeleien, Kalköfen, zur häuslichen Feuerung oder Deputat-Brennholze, wie auch alles Pfahlholz ohne alle Einwendung und Wiederrede, nicht wie bisher geschehen mit der Axt, sondern mit der Säge gekürzt werden soll, außer das sogenannte Wadelholz, auch Zweig- oder Zopfholz, welches noch keinen Fuß im Durchschnitt hat, als welches mit der Axt klein zu machen frei bleibt.“ Damit sollte der Holzverlust verringert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der ranghöchste Forstmann aller Zeiten zwischen Neustrelitz und Feldberg hatte seinen Sitz zwischen 1786 und 1816 auf dem Forsthof in Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Oberforstmeister Christoph Ernst von Kamptz“ s. (1/S.171ff) &lt;br /&gt;
:Nach seinem Tod kam der Wald zwischen Carwitz und Triepkendorf zur Försterei Mechow. &lt;br /&gt;
:Auch die Stelle des Oberforstmeisters wurde dann 1932 aufgelöst. &lt;br /&gt;
:Der letzte Förster, Walter Kruse, wurde nach Strasen versetzt. Das Haus übernahm Malermeister Tock und nach seinem Tod in den 70er Jahren Fischer Götz. :Für Carwitz verblieb nur der Hullerbusch und der Conower Werder, was für einen Holzwärter reichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Neben der geschichtlichen Entwicklung des Feudalismus ist sicher auch die Randlage von Carwitz entscheidend für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Naturschutzgebiet Hauptmannsberg umfasst 43 Hektar  des markanten Ausschnitts einer Endmoräne der letzten Eiszeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Hauptmannsberg, 120 Meter hoch, ist eine Satzendmoräne. &lt;br /&gt;
:Nach Abtauen des Eises blieben die noch heute sichtbaren Findlinge zurück. Bronzezeitliche Hügelgräber belegen auch hier eine frühe menschliche Besiedlung. Das im 13. Jahrhundert gegründete Hanow, später Hanau, wurde im 15. Jahrhundert aufgegeben und die Flächen anschließend von Carwitzer Bauern genutzt. &lt;br /&gt;
:Auf einer Karte von Tilemann Stella aus dem Jahr 1578 sind die Flächen waldfrei verzeichnet. &lt;br /&gt;
:Bereits im 18. Jahrhundert wurden steile und unwegsame Flächen aufgegeben und bewaldet. &lt;br /&gt;
:Die anderen Flächen wurden abwechselnd als Wiese und Acker genutzt. &lt;br /&gt;
:Die landwirtschaftliche Nutzung wurde im Jahr 1971 vollständig aufgegeben. Erst seit 1992 erfolgt wieder eine regelmäßige Beweidung. &lt;br /&gt;
:In den steilen Hangbereichen am Ufer des Zansen wachsen jetzt Wälder mit Hainbuche, Rotbuche und Eiche, eingestreut findet sich Haselnuss. &lt;br /&gt;
:Nach der Nutzungsaufgabe Mitte des 20. Jahrhunderts konnten sich Besenginster, Brombeere und Schlehe ausbreiten. &lt;br /&gt;
:Die offen gehaltenen Bereiche bedecken artenarme Rotstraußgrasfluren und Grasnelken-Schwingelrasen. &lt;br /&gt;
:Nur noch in kleinen Flächen sind die an basenreiche Standorte gebundenen Pflanzengesellschaften mit Steppenlieschgras und Glatthafer zu finden. &lt;br /&gt;
:Zahlreiche wärmeliebende Zikaden- und Heuschreckenarten besiedeln das Gebiet, darunter der Kleine Heidegrashüpfer und die Zweifarbige Beißschrecke. &lt;br /&gt;
:Die Brutvogelwelt hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Veränderung der Flächen gewandelt. &lt;br /&gt;
:Es sind heute vorrangig hecken- und waldbewohnende Arten anzutreffen, wie Sperbergrasmücke, Neuntöter, Sprosser und Wendehals. &lt;br /&gt;
:Rechtlich besteht das Schutzgebiet seit dem 20. März 1957. Es grenzt an das nördlich und westlich liegende Naturschutzgebiet Hullerbusch und Schmaler Luzin. Es ist nach EU-Recht als FFH-Gebiet23 und Vogelschutzgebiet eingestuft. &lt;br /&gt;
:Der ursprünglich beabsichtigte Schutz des Offenlandes mit beweideten Trockenrasen hat sich durch Wiederansiedlung von Gehölzen geändert. &lt;br /&gt;
:Auch der später wieder geförderte Verbiss durch die Schafbeweidung und maschinelle Pflegemaßnahmen können dies nicht ändern. &lt;br /&gt;
:Der durchziehende Wanderweg entlang am Zansen ist mit seinen Aussichten auf die Seen ein touristisches Hauptziel. &lt;br /&gt;
:Aber die „Aussichtsmöglichkeiten“ haben sich durch den kompromisslosen Naturschutz massiv vermindert. &lt;br /&gt;
:So verhindert der Baumbewuchs des Hauptmannsberg die Rundumsicht auf die  Seen: Schmaler Luzin, Dreetz, Falladabucht, Carwitzer See, Zansen. &lt;br /&gt;
:Es ist nur noch ein eingeschränkter Blick auf den Carwitzer See übriggeblieben. &lt;br /&gt;
:Diese Entwicklung wirft immer wieder die Frage nach der Zielstellung des Naturschutzes auf. &lt;br /&gt;
:Soll es so bleiben, wie es im Moment ist, oder soll es wieder werden wie vor 50 Jahren, wie vor 200, 1.000 oder 10.000 Jahren? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+14&#039;&#039;&#039; In den „Heiligen Hallen“ sind nach einem Sturm die gestürzten Buchen nicht von den Wegen geräumt worden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 70.jpg|thumb|600px|center|DC70 So sieht es heute mit dem „Naturschutz“ aus. Vor ihm gab es dort keinen Wald Foto B. Krause 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die mit dem Naturschutz, der modernen Landwirtschaft und den veränderten Besitzverhältnissen verursachten Veränderungen in der Tierwelt bedürften einer besonderen Darstellung.  &lt;br /&gt;
:Es geht dabei nicht um die Neuansiedlung von Wölfen, sondern um die grundsätzlich veränderten Lebensbedingungen für die Kleintierwelt. &lt;br /&gt;
:Der Waschbär hat enormen Schaden verursacht, insbesondere in der Vogelwelt. &lt;br /&gt;
:In den siebziger Jahren gab es noch Fasane, Haubentaucher, Schellenten, Pirole in der unmittelbaren Umgebung von Carwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==22. Kiesabbau Carwitz - Thomsdorf verhindert – Findlingsgarten gegründet==&lt;br /&gt;
:(zusammengefasst nach informativen Gesprächen mit Gudrun Kunze, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch versuchte in den neunziger Jahren ein Bauunternehmen das Recht auf Kiesabbau im Bereich Carwitz/Thomsdorf westlich und südlich zwischen Schmalen Luzin, Dreetz und Krüselinsee zu erwerben. Es betraf 127 Hektar in Mecklenburg-Strelitz und 87 Hektar in der Brandenburgischen Uckermark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 71.jpg|thumb|600px|center|DC71 Das Kiesabbaugebiet ist schwarz markiert]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Als das bekannt wurde, kam es im März 1996 zur Bildung eines länderübergreifenden Vereins “Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau“. &lt;br /&gt;
:Die 60 Gründungsmitglieder regten die Diskussion in den zuständigen Gemeinden und Kreistagen zur Verhinderung dieses massiven Eingriffes in das Landschafts- und Naturschutzgebiet der Feldberger Seenlandschaft an. Es kam zu 15.000 Unterschriften. &lt;br /&gt;
:Die Vereinsmitglieder steckten den Kopf nicht in den Sand des geplanten Kiesabbaus. &lt;br /&gt;
:Im Rahmen dieser Bürgerinitiative wurde zunächst der Weg von Carwitz nach Mechow wiederbelebt und mit Birken bepflanzt. Mit Spenden und Fördermitteln erwarb der Verein 2002 ein Grundstück auf dem Kiesfeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 72.jpg|thumb|600px|center|DC72 Der Findlingsgarten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der NABU des Kreises Mecklenburg-Strelitz mit seinem damaligen Vorsitzenden Erwin Hemke hatte dann die Idee zu einem Findlingsgarten mit Heidelandschaft. &lt;br /&gt;
:Im September 2002 wurde zu dessen Einweihung ein fast 20 t wiegender Granitstein, ein Findling aus der Eiszeit, in Anwesenheit des damaligen Umweltministers Dr. Wolfgang Methling (PDS) von Mecklenburg-Vorpommern an den Ortsrand von Carwitz neben den genannten Weg gebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 73.jpg|thumb|600px|links|DC73 Der Hüter  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 74.jpg|thumb|800px|rechts|DC74  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Er wurde auf den Namen „Der Hüter“ getauft, denn er soll und wird das Landschaftsschutzgebiet bewachen. Weitere Findlingssteine formen den Umriss eines Mammuts nach. &lt;br /&gt;
:Texte informieren über die skandinavischen Herkunftsorte der 168 Findlinge aus einem Umkreis von ca 30 km.&lt;br /&gt;
:2005 konnte dann eine unabhängige Gruppe privater Personen das Bergrecht für den Kiesabbau kaufen. &lt;br /&gt;
:Damit war der Abbau von Kies auf Dauer verhindert. 2017 kam es zur Verschmelzung der Vereine: „Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen Kiesabbau und Deponien“ und „Eiszeit- und Naturerlebnis Wittenhagen e.V.“ zum „Feldberger Eiszeit- und Naturerlebnis e.V.“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==23. Gedanken zum Schluss==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Man kann erfahren, wie bekannt Carwitz ist, wenn man irgendwo in Deutschland auf dieses Dörfchen zu sprechen kommt. Die wirtschaftliche und kulturelle Zukunft von Carwitz liegt heute einzig und allein im Tourismus und für Feldberg auch im Kurbetrieb. &lt;br /&gt;
:Einzigartig ist aber nicht nur Carwitz, sondern auch die nähere und weitere Umgebung der Feldberger Seenlandschaft. Einige unserer Familie und Freunde hatten deshalb schon den Gedanken, eine kleine Broschüre zu gestalten. &lt;br /&gt;
;“111 Orte um Carwitz, die man gesehen haben sollte“. Orte aus der Vergangenheit, im aktuellen Urlaub gesehen oder aber auch vorgenommen, in der nahen Zukunft zu besuchen. Diese Idee wurde schon vor langer Zeit ausgesprochen.24 Eine Auflistung führte zu vielen weiteren Orten, zu mehr als 111 Diamanten in der Umgebung. Sie reicht von Alt Placht, dem Kirchlein im Grünen, bis weit hinaus übers Restaurant Zollhaus am Erddamm in Feldberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Auch die hier genannten Orte und Geschichten können vielleicht anregen, über Carwitz und die umliegenden Seen hinaus etwas zu erleben und zu genießen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Also „Auf Schusters Rappen“, auf die Fahrräder oder auch ins Auto:&lt;br /&gt;
:Hans –Fallada-Museum: Zum Bohnenwerder 2 in Carwitz &lt;br /&gt;
:Lütt Holthus: Waldmuseum in Lüttenhagen &lt;br /&gt;
:Neustrelitz: ehemalige Residenzstadt der Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz mit einmaliger spätbarocker sternförmiger Stadtanlage und Schloßgarten&lt;br /&gt;
:Schloss Hohen Zieritz: Sterbeort der Königin Luise von Preußen, Nationalparkamt, Anfang oder Ende der Königin-Luise-Route Hohenzieritz-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Frauenkonzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg, Gedenkstätte&lt;br /&gt;
:Dorfkirchen in Carwitz, Conow, Fürstenhagen, Mechow, Wittenhagen&lt;br /&gt;
:Spring: Quelle und Picknick-Platz ca 10-15 Min. vom Friedhof Laeven entfernt&lt;br /&gt;
:Dorfwüstung Krüselin und Picknick-Platz: 30 Min. von Carwitz entfernt&lt;br /&gt;
:Hullerbusch mit Hünenwall und Teufelstein: eiszeitlich geformter Buchenwald, Hochuferweg am Zansen&lt;br /&gt;
:Hauptmannsberg mit Wanderweg entlang des Hochufers am Zansen: schönster Blick Mecklenburgs&lt;br /&gt;
:Bohnenwerder: eindrucksvoller 360°-Rundblick über den Carwitzer See&lt;br /&gt;
:Heilige Hallen: ältester 300-400-jähriger Buchenwald Deutschlands&lt;br /&gt;
;3 Friedhöfe in Carwitz: &lt;br /&gt;
:1. an der Kirche, &lt;br /&gt;
:2. „in de Mitte von Dorp“, &lt;br /&gt;
:3. bei der Mühle&lt;br /&gt;
:Kahnfähre über den Schmalen Luzin: Verbindung vom Hotel Hullerbusch zur Luzinhalle &lt;br /&gt;
:Schmaler Luzin: Uferweg von Carwitz nach Feldberg (Luzinhalle)&lt;br /&gt;
:Feldberg: Amtswerder, Klinik, Blick vom Reiherberg&lt;br /&gt;
:Wittenhagen: Luzintheater, Kirche, Eiszeit-Route&lt;br /&gt;
:Scharteisen – glazialer Toteissee; von Wittenhagen aus zu erreichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==24.    Glossar==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Adjungiert		&lt;br /&gt;
:zugeordnet, beigefügt&lt;br /&gt;
;boom                          &lt;br /&gt;
:Baum  (plattdeutsch) irgendwo als „oben“ genannt ist falsch&lt;br /&gt;
;Cammer-Collegium	&lt;br /&gt;
:s. Kammerkollegium&lt;br /&gt;
;Devastiert		&lt;br /&gt;
:zerstört, verwüstet, heruntergewirtschaftet&lt;br /&gt;
;Domäne		&lt;br /&gt;
:Landesherrschaftliches Staatsgut, das auch verpachtet werden konnte&lt;br /&gt;
;Domanium	&lt;br /&gt;
:verpachteter landesherrschaftlicher Besitz ( Dörfer, Höfe ) mit direkter Steuerpflicht gegenüber dem Landesherren. Bestand bis 1919&lt;br /&gt;
;Emolumente		&lt;br /&gt;
:Nebeneinnahmen, Nutzen&lt;br /&gt;
;Erbvergleich	(auch Landesgrundgesetzlicher)  &lt;br /&gt;
:Mecklenburger Gesetzessammlung von 1755 zur Regelung der Beziehungen zwischen dem Landesherren und der :Ritterschaft, Städten. Praktisch die Landesverfassung des Mecklenburger Ständestaates bis 1919.&lt;br /&gt;
:Etablissement		&lt;br /&gt;
:hier dienstliche oder betriebliche Niederlassung der Forstwirtschaft&lt;br /&gt;
;Gerechtsame, die	&lt;br /&gt;
:veraltet für (Vor)recht&lt;br /&gt;
;Glashütte	&lt;br /&gt;
:Manufaktur zur Herstellung von Glas aus Quarzsand und Pottasche in einem Schmelzofen. Hatte sehr großen Holzverbrauch in ihrer unmittelbaren Umgebung.&lt;br /&gt;
;Hutewald	&lt;br /&gt;
:die Dorfbewohner durften nach uraltem Recht in diesem Wald ihr Vieh – meist ihre Schweine – hüten, weiden lassen&lt;br /&gt;
:Kammerkollegium	&lt;br /&gt;
:herzogliche Finanzverwaltung, auch als Cammer-Collegium bezeichnet&lt;br /&gt;
;KWA			&lt;br /&gt;
:Karbe-Wagner-Archiv in Neustrelitz&lt;br /&gt;
;LHA			&lt;br /&gt;
:Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
;Meierei		&lt;br /&gt;
:größeres landwirtschaftliches Gut meist außerhalb der Dorfgemarkung&lt;br /&gt;
;Meierei Wirtschaft	auch Meierei Hof &lt;br /&gt;
:Wirtschaft zur Herstellung von Milch, Butter, Käse&lt;br /&gt;
;Moräne		&lt;br /&gt;
:von Gletschereis abgelagerte Erde und Gesteine, fruchtbarer Boden&lt;br /&gt;
;Pertinens, das (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehöriges, Zubehör&lt;br /&gt;
;Pertinenz, die (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehörigkeit&lt;br /&gt;
:Resolviren                  &lt;br /&gt;
:entscheiden, einen Beschluss öffentlich machen&lt;br /&gt;
;Rute	&lt;br /&gt;
:deutsches Längenmaß und als Quadratrute Flächenmaß vor der Reichsgründung 1871, in jedem deutschen Land anders: Mecklenburg-Strelitz = 5,02 m, 1 :QR = 25,2 m²,  Mecklenburg-Schwerin = 4,65 m, 1QR = 21,6 m²&lt;br /&gt;
;Sander	&lt;br /&gt;
:durch Schmelzwasser vor dem Gletscher ausgeschwemmte oft auch verwehte Sandflächen mit Dünen, gering fruchtbar&lt;br /&gt;
;Teerofen	Holzschwelerei,  &lt;br /&gt;
:zur Herstellung von Teer, der vor allem als Schmierstoff für Wagenräder benutzt wurde. Sehr großer Holzverbrauch in unmittelbarer Umgebung&lt;br /&gt;
;Werder		&lt;br /&gt;
:aus dem Althochdeutschen für &amp;quot;erhöhtes vom Wasser geschütztes Land&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Wie(r)l			&lt;br /&gt;
:Insel (Plattd.)&lt;br /&gt;
;Wörde	&lt;br /&gt;
:Hausacker, Hausgarten unmittelbar hinter oder neben dem Haus, in Carwitz zum See hinabreichend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==25.Literatur (Auswahl)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1. Borrmann, Klaus u. Tempel, Holger - Die Wildparks Serrahn &amp;amp; Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:Verlag: Erich Hoyer Galenbeck 2005, u a.  &lt;br /&gt;
;2. Brandenburgisches Landeshauptarchiv files - Flurkarte „Plan von der Feldmark Thomsdorf&amp;quot; &lt;br /&gt;
:– Signatur 37 Boitzenburg K 65 B / Potsdam, Tel. 0331-5674-213 &lt;br /&gt;
;3. Carpin, Gasthof Schleser See&lt;br /&gt;
: histor. Landkarte an der Wand: &lt;br /&gt;
:„herzogl. Directoerialkommission Generalplan 1750 aufgenommen von Hallas“ als Hinweis für &lt;br /&gt;
;4. Carwitz - Abschlussdokumentation der Sanierung1992-2007&lt;br /&gt;
:                                                                                                 &lt;br /&gt;
;5. Goetsch, Erich - Mechow. - Zur Geschichte einer kleinen bäuerlichen Siedlung in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. &lt;br /&gt;
:Cappenberg 2004 s. a. sein Literaturverzeichnis &lt;br /&gt;
;6. Herrmann, Joachim - &amp;quot;Die Slawen in Deutschland&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1985 &lt;br /&gt;
;7. Herrmann, Joachim - „Die Ergebnisse der Ausgrabungen in Feldberg“ &lt;br /&gt;
:in Ausgrabungen und Funde Bd. 13, Akademie-Verlag, Berlin 1968, S. 198 – 204&lt;br /&gt;
;8. Kinderbuchverlag Berlin - Carwitzer Notizen, 1985&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;9. Karbe-Wagner-Archiv  17235 Neustrelitz, Schloßstr.12-13, im Kulturquartier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;10. Kaus, Sigrid Ehefrau des Malers Max Kaus, der in 20er Jahren in Carwitz malte. &lt;br /&gt;
:Potsdamerstr.44 in 12205 Berlin Lichterfelde Tel.: 030- 833 60 25&lt;br /&gt;
;11. Krappe, Martin u. Arno Waterstraat - „Fischfauna der oberen Feldberger Seen und des Carwitzer Sees“ &lt;br /&gt;
:in Labus Heft 24/2006 S. 44-58 Phönix Multimedia Service GbR Elisabethstr. 28, 17235 Neustrelitz hier der Hinweis auf Sonderheft 5/2003 S.24 ff über die Ostgroppe und die Tiefenmaräne&lt;br /&gt;
;12. Krausch, Hans-Dieter und Werner Schmidt - „Das Feldberger Seengebiet“, &lt;br /&gt;
:Verlag Hermann Böhlhaus Nachfolger Weimar 1997, Bd.57 in der Reihe „Werte der Deutschen Heimat“&lt;br /&gt;
;13. Krüger, Georg -  Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. &lt;br /&gt;
:(3 Bd.) I. Band Das Land Stargard II. Abteilung: - Amtsgericht Feldberg S. 102 - 108  Neubrandenburg 1925 Brünslowsche Verlagsbuchhandlung &lt;br /&gt;
;14. Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;15. Liersch, Werner - Dichters Ort, &lt;br /&gt;
:S. 159 wahrscheinlich auch in Fallada Biografie Individuell Verlag 2005&lt;br /&gt;
;16. Mecklenburgica – Archiv- und Recherchedienst Schwerin (Herr Steinbruch) &lt;br /&gt;
:entziffert alte Dokumente&lt;br /&gt;
;17. Mecklenburg-Strelitz . Beiträge zur Geschichte einer Region, Hrsgb. Landkreis Mecklenburg-Strelitz&lt;br /&gt;
:mit div. Autoren. Verlag Druckerei Steffen 2001                             &lt;br /&gt;
;18. Richter, Dipl. Biolog. Wolfgang M. ( ca 1928 geb.) und Fr. Ingeborg &lt;br /&gt;
:Verfasser von „Feldberg“ Verlag Michael Gust 1999 und aktiver Mitarbeiter bei BONITO Drosselgang 2  /  21709 Himmelpforten, Niederelbe Tel.: 04144 – 4925&lt;br /&gt;
;19. Interview Carwitz - Schönfeld, Christa, geb. Utnehmer - Schulz, Otto und Hildegard, geb. Rakow - Güldner, Ursula, geb. Koch und Kurt - Morach, Erna geb. Güldner &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;20. Stange, Hartmuth - Die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung Ostmecklenburgs in 2)&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;21. Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“. &lt;br /&gt;
:In Auszügen siehe Anhang. Karten und Akte liegen im Landeshauptarchiv Schwerin - LHAS Landesgrenzakten Sign. 370 Bestand 2.11-2) und wurden mir bereitgestellt in der Übertragung  und Bearbeitung  von Ulrich Voigtländer / Waren u. W.M. Richter / Himmelpforten LUZIN-REPORT 10. Lieferung 1989/90&lt;br /&gt;
;22. Schulz, Erwin - „Ortsnamen in Mecklenburg- Strelitz von 1170 bis 1572“ &lt;br /&gt;
:des Institut für Slawistik der E.-M.-A.-Universitä Greifswald&lt;br /&gt;
;23. Voigtländer, Ulrich - „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ &lt;br /&gt;
:in Karbe-Wagner-Archiv, neue Schriftenreihe Nr. 5 / 2007 Thomas Helms Verlag, Schwerin&lt;br /&gt;
;24. Lemke, Hans-Jürgen - &amp;quot;Die Krüseliner Mühle - Historie - Schicksale - Anekdoten&amp;quot; Erinnerungen, &lt;br /&gt;
:2018 Selbstverlag, 135 S., 2. wesentlich erweiterte und überarbeitete Auflage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ende==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==für Druckversion - Rücktitel ISBN https://www.epubli.com/ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 03.jpg|600px|center|thumb|  CD3 Rücktitel Bild 1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 04.jpg|600px|center|thumb|CD4 Rücktitel Bild 2]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156163</id>
		<title>Carwitz-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156163"/>
		<updated>2026-09-14T17:39:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* 18. Fischerei */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 01.jpg|600px|center|thumb| Carwitz 2007 bei Flug über Mecklenburger Seen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 02b.jpg|600px|center|Carwitz Dörffel 02]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[[Carwitz]]-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner  &lt;br /&gt;
;Autor Ernst F. Doerffel&lt;br /&gt;
;Redaktion Carola Hasan &lt;br /&gt;
;2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorwort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wie kam es zur Idee „Puzzleteile der Geschichte von Carwitz“?&lt;br /&gt;
:Anfang 2000 las ich die gerade veröffentlichte Dorfgeschichte von Mechow, südlich von Carwitz im selben Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gelegen. Da kam mir der Gedanke eine Dorfgeschichte von Carwitz zu schreiben. &lt;br /&gt;
:Ich fing an zu sammeln und kam aus dem Staunen nicht heraus. &lt;br /&gt;
:Mit dem Verfasser der Dorfgeschichte von Mechow, Erich Goetsch, kam ich freundschaftlich ins Gespräch. :Erich Goetsch hatte damals als 80-jähriger sehr intensiv in den Archiven, insbesondere im Landesarchiv Schwerin, geforscht und gesammelt. Er selbst wohnte seit Mitte der Fünfziger Jahre bei Bremen, seine Tochter seit den 90er Jahre in Mechow. &lt;br /&gt;
:In den Jahren 2005-2008 interviewte ich mehrere Carwitzer Bürgerinnen und Bürger. Sie erzählten sehr interessant, insbesondere über die Zeit zwischen den Kriegen im 20. Jahrhundert und über die DDR. Auch zeigten sie mir z.T. uralte Dokumente aus dem 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Während der folgenden Jahre hatte ich versucht, für meine Sammlung von Fragmenten einen Archivar in Feldberg zu interessieren. Er hat angeblich damit gearbeitet. Mir ist aber nicht bekannt, ob davon auch etwas veröffentlicht worden ist. &lt;br /&gt;
:Ich ließ mir meine per USB-Stick überlassenen Dateien 2023 zurückgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Meine Sammlung aus den verschiedensten Quellen und Dokumenten sind von mir nicht verbindlich überprüft worden. Ihre Veröffentlichung ohne Überprüfung der Dokumente im Landesarchiv Schwerin ist mir nicht möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Interviews mit Carwitzern wurden chronologisch eingearbeitet. Es sind bis 2025 immer wieder viele Ergänzungen mit gelesenen und gehörten Informationen hinzugefügt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zufällig entdeckte ich Ende Februar 2026 im Internet eine Interessentengruppe für Ortschroniken in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Bildungsministerium unterstützt. Da existiert auch eine kurze Chronik von Carwitz. Kontakte wurden aufgenommen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese „Carwitzgeschichte“ wurde über zwei Jahrzehnte mit Unterbrechungen erarbeitet. &lt;br /&gt;
:Jetzt möchte ich gedruckte Exemplare an die Familie, an Freunde und Interessierte weitergeben. &lt;br /&gt;
:Die Unterlagen, Interviews und familiäre Bezüge bleiben auf Festplatten gespeichert. &lt;br /&gt;
:Ich bitte alle Interessierten mir persönlich Korrekturen, Änderungen, Streichungen und insbesondere Ergänzungen mitzuteilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Einzelheiten sind dort zu finden, so in „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer, Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5.&lt;br /&gt;
:Die Fotos stammen aus sehr verschiedenen Quellen, so von Ernst Rittwagen (Feldberg), aus alten Büchern u.v.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ernst F. Dörffel  &lt;br /&gt;
:Carola Hasan (Redaktion)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1. Eiszeitliche Gestaltung der Feldberger Seenplatte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Carwitz liegt mit Hügeln und Tälern am südlichen Ende des Feldberger Endmoränen-Bogens, der jahrhundertelang Teil des Gletscherrandes war. Dieser zog sich von Güstrow über Neustrelitz bis in die Uckermark. Südlich von Carwitz beginnt das Sandergebiet. &lt;br /&gt;
:Unsere Vorstellungskraft ist wohl meistens überfordert, wenn wir uns ein realistisches Bild der geologischen und klimatischen Situation vor 12.000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit machen wollen. Der zerklüftete Rand des Gletschers von 300 Meter Höhe stand Jahrhunderte still, bis er endgültig nach Norden zurückwich. Am Gletscherrand sammelten sich die von ihm mitgeführten Findlinge und das Geschiebe beim Abtauen an. So entstand auch der Hünenwall, eine Satzendmoräne zwischen Luzinstein, oberhalb der Luzinhalle, und dem Kesselmoor im Hullerbusch. Aus Tunneln unter dem Eis floss ein riesiger Strom von Schmelzwasser mit Geröll und Sand hervor. Auf Grund der Thermik wehte ständig ein stürmischer Wind und transportierte Staub und feinen Sand nach Süden. Es bildete sich der mehrere Kilometer breite „Sander“. Riesige Eisblöcke der vorangegangenen Eiszeit waren als Toteis im Untergrund liegen geblieben und vom Gletscher praktisch „überfahren“ worden. Sie schmolzen erst mit dem Ende der letzten Eiszeit völlig weg. Dank dieser Toteisblöcke entstanden die vielen Sölle und größeren Seen. Die Grund- und Endmoräne haben fruchtbaren Boden.  Die Sanderböden dagegen sind unfruchtbar. Deshalb fand dort später weniger Besiedlung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==2. Landschaft zu Beginn der menschlichen Besiedlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine sehr ausführliche und interessante Darstellung der kulturhistorischen Entwicklung der gesamten Region, einschließlich Carwitz, findet sich in der Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5, S. 7 „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer. Das Heft steht in Carwitzer Kate 1 zwischen den Büchern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ende der letzten Eiszeit, Weichsel-Eiszeit, vor 12.000 Jahren folgten steinzeitliche Jäger den großen Tierherden nach Norden. Aber erst ab ca. 4.000 v. Chr. sind Menschen in unserem Raum archäologisch nachweisbar. Bronzezeitliche Funde werden um 1.250 v. Chr. datiert (23). Zeugnisse sind die Großsteingräber auf dem Hauptmannsberg und am Breiten Luzin sowie das älteste bekannte Schlachtfeld Europas im Tollense-Tal. &lt;br /&gt;
:Die germanische Besiedlung bis zur großen Völkerwanderung, 375 – 568 n. Chr., wird in groben Zügen bei römischen und griechischen antiken Autoren erwähnt. Im Großraum der unteren Elbe bis zur Weichsel, also Norddeutschland/Polen, sind das die Vandalen, die Semnonen, die Sueben, die Goten und die Burgunder. Exakte Gebiete können den einzelnen Stämmen nicht zugeordnet werden. In den zwei Jahrhunderten der Völkerwanderung werden die Volksstämme durcheinander gewirbelt. Unser Gebiet wird besonders entlang der großen Flüsse von den genannten Stämmen nur durchzogen. Im wahrsten Sinne des Wortes tritt eine Entvölkerung ein. Ursache der großen Völkerwanderung sollen klimatische, wirtschaftliche oder demographische Faktoren gewesen sein. Auslöser der Völkerwanderung war aber dann der Vorstoß der Hunnen aus Asien über Russland nach Europa. Dadurch wurden die germanischen Stämme, die Goten und Vandalen, aus dem Raum des westlichen Russlands vertrieben, sie flüchteten vor der drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
:Es erfolgte in den nächsten Jahrhunderten durch slawische Stämme von Osten eine friedliche Landnahme des menschenleeren Raums, in dem nur noch eine germanische Restbevölkerung lebte. So bildete sich kampflos ein geschlossenes slawisches Siedlungsgebiet, unterteilt in verschiedene Stämme, bis zur Elbe-Saale. Sie drangen sogar weiter westlich bis zum Main und der Regnitz vor. Noch heute bezeugen das slawische Orts- und Flurnamen eindeutig.&lt;br /&gt;
:Für unser Gebiet der oberen Havel und östlich der Tollense werden die Redarier mit ihrer Tempelburg Rethra genannt. Sie waren wohl der bedeutendste Stamm der Kernstämme der Lutizen, die Kessiner, Zirzipanen und die Tollenser.&lt;br /&gt;
:Eine gute Darstellung findet sich bei [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Chronik_von_Mechow_(Autor_Erich_Goetsch) Goetsch “Dorfchronik Mechow“ Seite 6 bis 14 ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit.jpg|500px|zentriert|thumb|CD06 Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Bronzene Schmuckscheibe&#039;&#039;&#039; von 4,8 cm Durchmesser im degenerierten Jellingstil aus der jungslawischen Inselsiedlung Carwitz. Wurde 1837 auf dem Kohlwerder im Carwitzer See oder dort „beim Fischen“ gefunden. In der nordischen Mythologie ist der dargestellte „Fenriswolf“ der dämonische Sumpfwolf, der das Bösartige, Zerstörische symbolisiert. Text Wikipedia (Corpus Archäologischer Quellen zur Frühgeschichte, Textband, Akademie-Verlag, Berlin 1979)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Die in der Zwischenzeit christianisierten und wirtschaftlich erstarkten deutschen Volksstämme, Franken und Sachsen, begannen seit Karl dem Großen ab 800, insbesondere dann unter Kaiser Otto I., in grausamen und rücksichtslosen wechselvollen Kriegen nach Osten vorzudringen. Diese Expansion erreichte nach der Herausbildung des deutschen Staates mit der sogenannten Deutschen Ostkolonisation im 11. bis 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt. 1147 lehnten die sächsischen Fürsten es ab, sich an einem zweiten Orientkreuzzug, leidenschaftlich dazu vom französischen Abt Bernhard von Clairvaux aufgerufen, zu beteiligen. Da sie „Völker zu Nachbarn haben, die noch dem schändlichen Götzendienst huldigten, nahmen (sie) zwar ebenfalls das Kreuz, aber um gegen jene Völker Krieg zu führen“. Im Wendenkreuzzug 1147 zogen sie unter der Bernhardschen Parole „Bekehrung oder Vernichtung“ gegen die heidnischen slawischen Völkerschaften zwischen Elbe und Oder. (7)&lt;br /&gt;
:Das Hauptheiligtum Rethra, Riedegost, mit dem Gott Svarožić wird zerstört und verschwindet völlig aus dem Gedächtnis. Später wurden mindestens 20 verschiedene Lokalisationen als Standort für Rethra diskutiert. Die wahrscheinlichste Lage ist die Fischerinsel am Südwestufer des Tollensesees bei Wustrow.  Die herrschenden slawischen Familien wurden unter der Bedingung anerkannt und „belehnt“, wenn sie selbst das Christentum annehmen und sich um seine weitere Verbreitung aktiv bemühen. (6) Damit beginnen auch die schriftlichen Dokumentationen in Lehnzeugnissen und Kirchenarchiven.  Als Zeichen der erfolgreichen Christianisierung findet man in ganz Mecklenburg die Feldsteinkirchen des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 07.jpg|650px|rechts|thumb|CD07 Besiedlung von Carwitz. Aus „Ausgrabungen und Funde 13“ S. 203 – Abb.3 der Akad. D. Wissenschaften Berlin, 1968, ergänzt nach Corpus Bd.2 aus (6)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Die Großsiedlung Burgwall Feldberg&#039;&#039;&#039; ist auf dem Schlossberg am Breiten Luzin gelegen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Carwitz&#039;&#039;&#039; wurde durch Ausgrabungen auf der Halbinsel Hauswerder, heute Bohnenwerder, die früheste Besiedlung für das 7. - 8. Jahrhundert an der Bucht gegenüber dem Stein- und dem Bollenwerder nachgewiesen. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der Feldmark Hanow, (Wüstung im Dreißigjährigen Krieg) auf der Hochfläche westlich vom Hauptmannsberg, geschah im 8. bis 12. Jahrhundert und für alle Inseln im Carwitzer See im 11. – 12. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
:Vom „Festland“, beim heutigen Fischer in Carwitz, gingen Brücken über den Jäger-, Gänse- und Steinwerder zum Bollenwerder und bis zu den Ziegenbergen des gegenüberliegenden Ufers.&lt;br /&gt;
:Die Inseln boten Schutz vor plötzlichen Überfällen. Spätestens im 10. Jahrhundert wurden die slawischen Dörfer gegründet, meist als Runddörfer um kleine Teiche. &lt;br /&gt;
:Die deutschen Einwanderer gründeten später Straßendörfer. Die typischen Endungen -itz oder -ow sind Merkmale slawischer Ortsnamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;+2&#039;&#039;&#039; 3. Carwitz wird erstmalig &#039;&#039;&#039;(+?)&#039;&#039;&#039; 1216 genannt (oder auch erst 1393?) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Ortsname stammt von dem altpolabischen Wort „karva“ für Kuh ab. Im Gegensatz dazu ist „Conow“, auf der anderen Seite des Carwitzer Sees, mit „Pferdedorf“ zu übersetzen. („con“ = Pferd). &lt;br /&gt;
:Erwin Schulz schreibt: „1393 Carwytze, 1459 Karviz, 1518 Carvitze, 1708 Karwitz, 1796 Carwitz.“ &lt;br /&gt;
:Carwitz gehörte zur „Herrschaft Stargard“ und diese gehörte seit 1130 zum Herrschaftsbereich der Herzöge von Pommern. Ab 1292 war die Herrschaft Stargard ein Wittum (Mitgift oder Brautpreis) der Markgrafentochter Beatrix von Brandenburg. Da sie die Frau des mecklenburgischen Fürsten Heinrichs II., genannt „der Löwe“, war, kam die Herrschaft Stargard ab 1299 faktisch an die Fürsten (später Herzöge) zu Mecklenburg. Am Ende des 14. Jahrhunderts – so eine weitere Notiz – wiesen die Herzöge von Mecklenburg - Stargard einem Henning Parsenow Pachtgeld aus Carwytze an.&lt;br /&gt;
:Bei &#039;&#039;&#039;(22)&#039;&#039;&#039; heißt es aber auch S. 37: „Mechow ist das erste Dorf im früheren Amt Feldberg, das urkundlich erwähnt wird (1271) und einer der drei Orte in diesem Amt, die noch im 13. Jahrhundert ins Licht der Geschichte treten (Flatow und Warbende 1299).“&lt;br /&gt;
:Feldberg wird 1256 und die Krüseliner Mühle 1275 als „Feldberger Mühle“ erwähnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Gebiet endgültiger Besitz der mecklenburgischen Herzöge. Das Dorf wurde dem Amt Feldberg (Domänenamt) zugeordnet.&lt;br /&gt;
:Kirchlich war das Angerdorf  Carwitz bis zum Dreißigjährigen Krieg und dann wieder ab 1740 eine selbstständige Pfarrei. &lt;br /&gt;
:Dazu gehörten die umgebenden Dörfer einschließlich Feldberg. Daraus kann man schließen, dass es in damaliger Zeit ein früher Ort der ursprünglichen Besiedlung gewesen sein könnte.  &lt;br /&gt;
:Seitdem lebt es, mit Ausnahme von Kriegs- und Pestzeiten, beschaulich dahin. Obwohl in den vergangenen Jahrhunderten echte Friedenszeiten die Ausnahme waren, berührten die kriegerischen Auseinandersetzungen nur selten diese Gegend. Wenn es dazu kam, dann waren die Folgen meist verheerend. So wurden durch die Streitigkeiten zwischen Brandenburg und Mecklenburg 1440 viele Dörfer „wüst“. Hanau (Hanow westlich vom Hauptmannsberg) wurde nie wieder aufgebaut. &lt;br /&gt;
:In Carwitz vergrößerte sich der Dorfkern, das „boomdörp“, nur langsam um die Kirche mit Friedhof und Bäumen. Das „unnerdörp“ an „de bäk“ ist aber mit einigen Erdhütten wohl eher der ursprüngliche Siedlungsort gewesen. &lt;br /&gt;
:Zur Besiedlung, zu den Streitigkeiten um Grenzen, der Lage von Mühlen und dem Zugang bzw. dem Besitz der Seen und Bäche siehe im Anhang Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==4. 30-jähriger Krieg und Folgezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahrzehnten vor dem dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) bestand ein relativer Wohlstand. 1637 plünderten, raubten, mordeten die Horden des Grafen Gallas.&lt;br /&gt;
:1639 gab es in Feldberg nur noch 3 Kossaten mit ihren Frauen. Um 1600 waren es um die 60 Personen gewesen. Georg Krüger schreibt: „1639 lebten im ganzen Amt (Feldberg) 47 Personen: 5 Bauleute (Bauern), 8 Kossäten, 13 Witwen, 9 Kinder, 10 Knechte und 2 Mägde. Und ist im selbigen Amt kein Vieh, an Klein oder Groß vorhanden, wie auch daselbst anitzo kein Sommer- oder Winterkorn geseyet ist.“&lt;br /&gt;
:Nach dem 30-jährigen Krieg kam die Pest. Auf dem Feldberger Pestfriedhof, der in den 1960er Jahren auf dem Amtswerder entdeckt wurde, fanden sich etwa 80 Tote. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die dem westfälischen Frieden von 1648 nachfolgenden Kriegszüge der feudalen Herren und Fürsten mit ihren marodierenden Truppen brachten immer wieder Not und Elend mit sich. &lt;br /&gt;
:1658 - 1660 durchzogen im Krieg gegen Schweden 30.000 kaiserliche, brandenburgische und polnische Soldaten Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:1674/75 waren es wiederum die Truppen des Großen Kurfürsten, die Dänen und die Kaiserlichen, die durch Mecklenburg zogen.&lt;br /&gt;
:1683 lebten in Carwitz mehrere Vollbauern, dazu der Freischulze sowie Kossaten und landlose Einlieger (Mietsleute), die als Landarbeiter tätig waren. Der westlich des Dorfes gelegene Freischulzenhof wurde 1858 aus Carwitz herausgelöst, ab 1874 Rosenhof benannt. Auch das alte Dorf Krüselin, mit der dortigen Meierei, seit 1945 eine Wüstung, sowie die Krüseliner Mühle gehörten zum Umfeld von Carwitz mit wechselnder Unterstellung.&lt;br /&gt;
:Durch den Hamburger Erbvergleich von 1701 kam das Amt Feldberg und damit Carwitz zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz.&lt;br /&gt;
:1756 – 1763 Siebenjährige Krieg mit „Besetzungen, Truppendurchmärschen, Plünderungen und Pressungen der männlichen Bevölkerung zum Kriegsdienst“ (5)&lt;br /&gt;
:„Von den zum Krieg gegen Russland 1812 gepressten 400 Strelitzern, die bis Moskau kamen, haben kaum 100 überlebt.“ (5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Krüselin: &lt;br /&gt;
:zu unterscheiden sind die heutige wüste Dorfstelle von der Wassermühle am See.&lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt dazu (13): &lt;br /&gt;
:„1393 Cruzelin, 1422 Krüselin, nach Kühnel = Sandort. 1393 wurde Henning Parsenow Krüselin angewiesen. &lt;br /&gt;
:1422 verkaufte Henning Parsenow die wüste Feldmark und das Dorf Krüselin an das Kloster Wanzka für 300 Mark. &lt;br /&gt;
:1539 verkaufte das Kloster die Feldmark an Herzog Heinrich für 200 fl (Historische Gulden florenus). &lt;br /&gt;
:Schon vor 1600 war in Krüselin eine Feldberger Amtsmühle, die im dreißigjährigen Krieg zerstört, aber wieder aufgebaut wurde. &lt;br /&gt;
:In Krüselin wird früher eine Kirche gestanden haben, denn Henning Parsenow versetzte 1401 zwei Glocken, die früher in Krüselin gehangen hatten, an das Kloster Wanzka, die eine für 34, die andere für 10 Mark. &lt;br /&gt;
:Später haben in Krüselin 2 Bauern und 1 Kossate gesessen. 1724 wurde durch den Feldberger Amtmann Borchmann eine Meierei aufgebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Laeven: &lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt (9) S. 119: „1393 wurde Bede in Läven an Henning Parsenow gegeben. &lt;br /&gt;
:1590 werden dort genannt: „12 dort wohnende Familienamen. &lt;br /&gt;
:1639 waren 5 Bauernhöfe nebst der Kirche niedergebrannt, und wo früher ein Freischulze und acht Bauleute mit ihren Familien gewohnt hatten, lebten noch ein Bauer, eine Frau und ein Knecht. Im &lt;br /&gt;
:Juni 1640 war alles wüste und niedergebrannt. 1683 war dort eine Schäferei, die zur Meierei Neuhof gehörte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hauptmannsberg: &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld erfuhr im Heimatkundeunterricht:  Im 30jährigem Krieg hatte bei einer Besetzung ein Hauptmann auf dem bis dahin Wartsberg genannten Berg seinen Beobachtungsposten. &lt;br /&gt;
:Die Landschaft war zur damaligen Zeit praktisch entwaldet, sodass von dort oben ein weiter Blick bis Feldberg, Laeven, Conow, Thomsdorf und Mechow möglich war. &lt;br /&gt;
:Andere erzählten mir, dass ein Hauptmann dort seinen Lieblingsplatz gehabt habe. Otto Schultz bestätigt das und fügt hinzu, dass im 30jährigen Krieg „der König“ auf dem „Königsberg“ seinen Standort hatte und der Hauptmann vom Hauptmannsberg her ihm entsprechende Zeichen seiner Beobachtungen gegeben habe. :Der „Königsberg“ sei an der Mühle, neben dem jetzigen Friedhof gewesen. &lt;br /&gt;
:Auf der Handzeichnung des Feldberger Gebietes von 1578 von Tilemann Stella (21) steht am Hauptmannsberg „Der Wartsberg“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Inseln: &lt;br /&gt;
:wurden zur Slawenzeit und landwirtschaftlich bis in die Mitte der siebziger Jahre privat genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie waren mit den umliegenden Ufern durch Holzbrücken verbunden. &lt;br /&gt;
:So hat man Reste von Holzpfählen vom Carwitzer Ufer beim Fischer zu den Inseln und bis zu den Ziegenbergen am jenseitigen Ufer gefunden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 08.jpg|600px|zentriert|thumb| CD08 Blick vom Bohnenwerder auf den Carwitz-See nach Thomsdorf]]&lt;br /&gt;
;Bohnenwerder: &lt;br /&gt;
:frühere Bezeichnung „Boomwerder“ = „Baumwerder“, so auch noch von Fallada und seiner Frau Suse bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld vermutet, dass „Bohnenwerder“ nach 1945 eine Verballhornung des plattdeutschen „Boomwerder“ ist. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Boamwierl“ = Baumwerder. &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg war auf ihm ein großes Spargelfeld. An der Terrassierung erkennt man noch heute, dass er bis ca. 1953 landwirtschaftlich genutzt wurde. &lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren weideten in den Sommermonaten noch regelmäßig Ponys zwischen den sich sonnenden Nacktbadern. &lt;br /&gt;
:Damals wurden auch die Ziegenberge am gegenüberliegenden Ufer mit Kühen beweidet.&lt;br /&gt;
:Auf alten Karten wurde der Bohnenwerder mit „Hauswerder“ bezeichnet. Wahrscheinlich weil auf dieser Halbinsel die ersten Häuser gestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Bollenwerder: &lt;br /&gt;
:ursprünglich „Bullwerder“ oder „Bullenwerder“ genannt, gehörte Helene Kratochwill und jetzt noch den Erben. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld: „In meiner Kindheit in den 20er Jahren wurden im Frühjahr die Kühe an Stricken im Schlepptau von Booten hinübergezogen und im Herbst zurück. &lt;br /&gt;
:Im Sommer fuhr jeden Tag zweimal die Magd oder der Knecht hinüber, um die Kühe zu melken. &lt;br /&gt;
:Später in den 30er Jahren waren nur noch Färsen darauf.“ Die Mauerreste eines kleinen Stalles sind jetzt noch am südlichen Ende zu finden. Noch in den 60er- und 70er- Jahren weideten im Sommer Ponnys auf dem Bollenwerder.&lt;br /&gt;
;Steinwerder: &lt;br /&gt;
:Im 30jährigen Krieg wurde dort ein Schatz vergraben und die Sage ging, dass dort zu Johannis im Mondlicht das Gold glänzt. &lt;br /&gt;
:Ob es einer mal versucht hat, den Schatz auszugraben? Heute im Besitz der Erben vom „Kröger“ Paul Utnehmer. &lt;br /&gt;
:Der Steinwerder wurde in den Sommerferien bis 1990 jedes Jahr als Campingplatz der Erfurter Reichsbahn genutzt. Mit der aufkommenden Umweltproblematik gab es hier zunehmend Probleme und Auflagen der Hygiene-Kontrollen.  &lt;br /&gt;
:Die Sammelbehälter der Toiletten mussten dann per Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Jägerwerder, Gänsewerder, Kohlwerder &lt;br /&gt;
:wurden ebenfalls landwirtschaftlich genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie gehörten Rudi Dreiseidel, der ca 1960 die Mosterei gründete. &lt;br /&gt;
:In diesem Zusammenhang wurden auf diesen Inseln, wie auch hinter der ehemaligen Mosterei, Obstbäume gepflanzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Elswerder, Eiswerder: &lt;br /&gt;
:auf den Karten fälschlicherweise heute als Eiswerder bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Elswierl“. Mit Erlen hätte das nichts zu tun¸ denn diese heißen im Plattdeutschen „Ellern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 09.jpg|800px|rechtsr|thumb| CD09 Kartenauszug Feldmarck Thomsdorff 1783]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese Karte hing im Goethe-Museum Weimar Anfang der 90er Jahre. 2025 war sie im Museum verschollen. &lt;br /&gt;
:Im Landesarchiv Brandenburg wurde eine Reproduktion erworben.&lt;br /&gt;
:Interessant ist die damalige Dreifelderwirtschaft mit den rhythmisch wechselnden Saatzeiten und die Ausdehnung der landwirtschaftlich genutzten Flächen. :Bis 1961 waren noch die Getreidefelder auf der Fläche des heutigen Campingplatzes am Dreetz zu sehen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Braun&#039;&#039;&#039; = Brachfeld&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Grün&#039;&#039;&#039; = Herbst-Winterbestellung &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Gelb&#039;&#039;&#039; = Frühjahr-Sommerbestellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==5. 19. Jahrhundert bis Ende des Kaiserreichs 1918==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Orte der Umgebung z. T. bis heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für diese Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gibt es über Carwitz wenig zu berichten. &lt;br /&gt;
:Carwitz war „noch nicht entdeckt“!&lt;br /&gt;
:Nach der gescheiterten Revolution von 1848 verlief die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und besonders in Mecklenburg-Strelitz ganz im Sinne des politisch äußerst konservativen Großherzogs Georg und seiner Nachfolger. &lt;br /&gt;
:Georg hatte die demokratische Bewegung als eine „Bande terrorisierender Radikaler“ diffamiert. (1 S. 20) &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter schreibt ironisch: § 1 der Mecklenburger Verfassung „Allens bliewt bin ollen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz war das kleinste aber auch reichste Fürstentum des Deutschen Kaiserreiches. &lt;br /&gt;
:So hatten Grundadel und Fürstenhaus bis 1919 das Recht auf fremden Grund und Boden zu jagen. &lt;br /&gt;
:Dabei betrifft „Reichstes Fürstentum“ das persönliche Eigentum des Großherzogs Friedrich Wilhelm II. (1860-1904). &lt;br /&gt;
:Seine Regierungszeit war geprägt durch eine an Geiz grenzende Sparsamkeit bei allen öffentlichen Ausgaben. Notwendige Investitionen in Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung unterblieben weitgehend. &lt;br /&gt;
:Deshalb stagnierten moderne Entwicklungen oder hielten nur zögerlich Einzug. Durch diese Politik konnten über Generationen angehäufte Schuldenberge des Fürstenhauses abgetragen werden. &lt;br /&gt;
:Das Land entwickelte sich jedoch zu einem der rückständigsten deutschen Territorien. Einem Ausspruch zufolge wollte Reichskanzler Otto von Bismarck im Falle des Weltuntergangs nach Mecklenburg fliehen, da hier die Welt 50 Jahre später untergehen würde. &lt;br /&gt;
:Als größter Grundbesitzer des Herrschaftsgebietes Mecklenburg Strelitz war der Großherzog im System der feudalen landständischen Verfassung Mecklenburgs eingebunden und hatte nur begrenzte Handlungsspielräume. &lt;br /&gt;
:Sein persönliches Vermögen wuchs dadurch während seiner Regierungszeit zu einem der reichsten deutschen Fürsten an. &lt;br /&gt;
:Er spekulierte und handelte sogar an der Börse.&lt;br /&gt;
:Am Spring, einer südlich von Laeven mitten im Walde gelegenen wunderschönen Quelle, steht ein Denkmal für den letzten Hirsch, der vom Großherzog geschossen wurde, d. h. eigentlich ein Denkmal für den Großherzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von Christa Schönfeld liegen handschriftliche Unterlagen des Amtes Feldberg vor. &lt;br /&gt;
:Die rechtlichen Festlegungen zu Haus und Hof sind unglaublich. &lt;br /&gt;
:Dazu auch der Fischereirechtsstreit vom 29.12.1801:&lt;br /&gt;
:-1 „verhandelt im Amte Feldberg den 29. Dezember 1801 in Gegenwart des Herrn Amtsrats &lt;br /&gt;
:auf heute ist der Freischulze Mollenhauer zu Carwitz, und der hiesige Fischer Sewkow vorgefordert, und da sie erschienenen, so hat man ihnen das von Herzoglicher Hochpreislicher Kammer unterm 20.vorigen Monats erlassenes gnädigstes Reskript in Betreff der von dem Freischulzen Mollenhauer auf dem Carwitzer See verlangten Fischerei hinlänglich bekannt gemacht, und die Erklärung des Freischulzen Mollenhauer darüber erfordert. &lt;br /&gt;
:Selbige gehet dahin: er hätte noch niemals die Fischerei auf dem ganzen Carwitzer See verlangt, sondern nur bloß, so wie sie seine Vorfahren gehabt. &lt;br /&gt;
:Er hätte niemals weiter als auf dem Vorlande gefischt, außer, dass er sein Netz doch außer dem Vorlande ausstellen müssen, weil er sonst gar keine Fische fangen können. &lt;br /&gt;
:Er wäre sehr bereit, sich der Fischerei wegen in der Güte auf einen gewissen Fuß zu setzen, wenn er nur überzeugt sein könnte, solche in der Zukunft ohne Streit und Zank auszuüben. &lt;br /&gt;
:Er erkläre sich völlig zufrieden mit dem ihn zugestandenen Revier zur Fischerei, nämlich von der Hälsung auf dem Dreetz in den Carwitzer See an bis an das Thomsdorfer Feld, und um diesen herum, bis an den Vor-Pool bei Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:Er wäre auch damit zufrieden, dass der Fischer in Feldberg, oder wer sonst den Carwitzer See gepachtet hätte, dieses Revier mit ihm gemeinschaftlich befischte, jedoch müsste er hoffen und sich ausbedingen, dass alle chikaneuse und ihm nachteilige Verfügungen in der Fischerei nachblieben, damit er mit dem Fischer diese Fischerei zusammen auf einen freundschaftlichen Fuß ausüben könnte. &lt;br /&gt;
:Der Fischer Sewkow bezeuget seine Bestimmung, so wie schon vormals zu den, dem Freischulzen Mollenhauer zur Fischerei zugestandenen Revier, und versichert, dass er von seiner Seite keine Gelegenheit dazu anderweitigen Streitigkeiten mit dem Freischulzen geben, sondern mit dem derselben auf dem bestimmten Revier, wenn das Wasser offen wäre, die Fischerei auf eine gemeinschaftliche und freundschaftliche Art ausüben wollen, jedoch müsse er sich ausbedingen, dass die Reusen nicht aus dem Vorlande, da wo er fischte gelegt würden, und dass der Freischulze, wenn er die Fischerei durch einen Arbeitsmann exercierte, entweder selbst dabei wäre, oder auch seinen Sohn oder einen von seinen Leuten dabei hielte, damit er, der Fischer, überzeugt würde, dass die Fischerei wirklich von dem Freischulze betrieben würde. &lt;br /&gt;
:Der Freischulze Mollenhauer agnosciret auch diese beiden von dem Fischer Sewkow vorgetragenen Punkte, genehmiget nochmal seine vorstehende Erklärung, und entsaget sich allen weitern Forderungen an der Fischerei auf dem Carwitzer See, außer dem bestimmten Ort.&lt;br /&gt;
:Da der Fischer Sewkow auch nichts weiter zu erinnern weiß, so ist diese Verhandlung geschlossen, und soll solche zur Herzoglichen Hochpreisl. Kammer eingesandt werden. Geschehen wie oben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hausbrief über das Freischulzenhaus an Friedrich Schulz&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Urkundlich ist dieser Hausbrief unter dem Siegel und der gewöhnlichen Unterschrift des Großherzoglichen Kollegiums und Forstkollegiums erteilt worden. Geschehen Neustrelitz 2. April 1859&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Von dem Großherzoglichen Mecklenburger Kammer- und Forst-Kollegio hieselbst ist dem Eigentümer Friedrich Schulz über das von dem Particulier Moldenhauer zu Neustrelitz laut Contrakts vom 1. März 1859 für 2500 Courant gekaufte, in Carwitz belegene vormalige Freischulzenhaus c.p. nachstehender Hausbrief erteilt worden: der Eigentümer Friedrich Schulz soll berechtigt sein, das vorgedachte Haus nebst Ställen und den unzertrennlichen Pertinenzen als: &lt;br /&gt;
:1. der Haus- und Hofstelle von 76 Quadrat-Ruten2&lt;br /&gt;
:2. den beiden Gärten und der Wörde hinter dem Hause zusammen von 1393 qr&lt;br /&gt;
:3. der an die Wörde stoßenden Wiese von 443 qr&lt;br /&gt;
:4. den beiden im Zansen See befindlichen Inseln a) dem Bullenwerder von 585 qr b) dem Steinwerder von 484 qr zusammen 2981 qr&lt;br /&gt;
:5. der Rohrwerbung hinter der Wörde&lt;br /&gt;
:6. die Fischerei auf demjenigen Teile des Carwitzer Sees und unter denjenigen Bestimmungen, welche vor dem Amte Feldberg ad  protocollum vom 29. Dezember 1801 festgesetzt worden, mit der Befugnis, den Graben aus dem Santzow ((? = Zantzen )) in den Dreetzer See allein zuzustellen, ohne jedoch Wehren in demselben anlegen zu dürfen, in Grundlage des Bestätigungsbriefes von 19. Februar 1853 eigentümlich zu besitzen und zu nutzen, wobei aber die Jagd auf den bis Ländereien vorbehalten und bedungen ist, dass der Eigentümer dieses Haus keine neuen Wohnungen in demselben anlegen darf.&lt;br /&gt;
:Dagegen muss von diesem Hause nebst Zubehör ein jährliches Grundgeld von zwei Thalern Courant...&lt;br /&gt;
:Mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservaten-Kasse, oder wohin es sonst angewiesen wird, prompt bezahlt werden. Außerdem müssen von diesem Hause resp. von den Besitzern desselben alle öffentlichen kommunal- und sonstigen Abgaben und Lasten, nicht minder die Kirchen-Pfarr- und Küster-Abgaben und Dienste, wie sie durch Edikte, Verordnungen oder Herkommen bereits bestehende, und resp. entweder verkündiget oder nötigen Falls durch das Amt werden repartieret und führen dies Grundstück bestimmt werden, unweigerlich bezahlt getragen und geleistet werden...“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Haus Nr. 18 in Carwitz - Zusatz zum Bestätigungsbrief vom 27. Oktober 1872&lt;br /&gt;
:Auf Grund der deutschen Maß- und Gewichtsordnung und des Reichsmünzgesetzes, sowie in Folge desfallsiger Vereinbarung mit dem Besitzer des Hauses Nr. 18 in Carwitz, dem Holzwächter Behrends kommen sind der Flächeninhalt der Pertinentien des Grundstücks und die dasselbe belastenden Abgaben in nachstehende Art umgewandelt und festgestellt. &amp;quot; ((Es folgen die in Quadratmetern umgerechneten Flächen des Freischulzenhofes von 1859.))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; 2. davon ist ein jährliches Grundgeld von sechs - 6 - Mark mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservatenkasse des Großherzoglichen Amts Feldberg oder wohin es sonst angewiesen wird, zu bezahlen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Es folgen Bestimmungen zu einer aus einem Teile des früheren Pfarrgehöftes in Carwitz gebildeten Erbpachtstelle I.B. &lt;br /&gt;
:§ 1 legt die Vermessung des Grundstückes fest)&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 2 der g. Behrends hat das Recht der Mitbenutzung der Trift zum Lucin-See zum Tränken seines Viehes. Sonstige Gerechtigkeiten an den Seen von Carwitz stehen ihm nicht zu.&lt;br /&gt;
:Er hat ferner mit den Besitzer  der Erbpachtstelle I.A gemeinschaftlich einen Ackerbestellungsweg so lang wie die Stellen sind, in einer Breite von - zwei und einhalb - 2 1/2 Meter und zwar jeder zur Hälfte von seinem Acker herzugeben und zu unterhalten.&lt;br /&gt;
:Die Jagd auf der Erbpachtstelle wird reserviert ((bedeutet was?)), und hat g. Behrends für Wildschaden keine Ansprüche zu erheben. (s. dazu (1 S.21- 23)..&lt;br /&gt;
:§ 3 betrifft Gebäude, Wohnungen und deren Verfügung))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 4 der Besitzer hat gegen die Kommüne, die Kirche, sowie die Küsterei zu Carwitz und gegen die Pfarre zu Feldberg den vierten Teil aller derjenigen Verpflichtungen zu übernehmen und zu leisten, wie sie ein Bauer in Carwitz hat oder nach ergehenden Bestimmungen und Verordnungen künftig haben wird; namentlich hat er das Messkorn an den Pastor in Feldberg und den Küster in Carwitz wie ein Carwitzer Bauer zum vierten Teile zu leisten und abzutragen.&lt;br /&gt;
:Auch hat er den vierten Teil der Hand - und Spanndienste bei den Bauten und Reparaturen der Kirche, des Kirchhofes, des Witwen-, Küster- und Schulenhauses zu Carwitz, sowie bei dem bestehenden Pfarrgehöft in Feldberg wie ein Carwitzer Bauer zu leisten und unterwirft sich hinsichtlich dieser Leistungen der Repartition des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ebenso hat er zur Besserung der über das Carwitzer Feld führenden Wege und der Dorfstraße, sowie event. zum Dämmen der letzteren, sowie zur Herstellung und Erhaltung der nöthigen Brücken nach demselben Verhältnisse beizutragen. Er hat auch auf Verlangen den Schulzen- und andre Gemeindedienste zu übernehmen, ersteren gegen die von dem Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegio zu bestimmende Renumeration.&lt;br /&gt;
:Dem Abdeckereizwange für Carwitz ist er unterworfen. Er hat auch dem bei einer eventuellen Versetzung des Küsters in Carwitz verbleibenden Schulmeister den vierten Teil desjenigen zu prästiren, was ein Carwitzer Bauern leistet oder leisten wird. Seinen Grenznachbaren hat er stets die nach Vorschrift des Amtes nöthige Vorfluth zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:§ 5 der g. Behrends erhält weder Brennholz für sich, oder seine etwaigen Einlieger, noch Bauholz oder sonstige Materialien.&lt;br /&gt;
:§ 6 der Besitzer unterwirft sich allen polizeilichen und administrativen Ordnungen und Anordnungen, welche über die Kommüne, die Schule und die Armenpflege von Carwitz bestehen oder noch erlassen werden sollten.&lt;br /&gt;
:§ 7 von diesem Grundstück ist von Johannis 1877 ab alljährlich ein Grundgeld von zwölf - 12 - Mark zu entrichten. Dasselbe wird in halbjährlichen Raten zu Michaelis und Ostern mit dem üblichen Quittungsgebühren an die Reservatenkasse des Amtes Feldberg oder wohin es sonst verlangt wird, frei bezahlt&lt;br /&gt;
:§ 8 das Grundgeld und alle sonstigen Abgaben, welche der Besitzer erbbrieflich zu entrichten hat, unterliegen dem Exekutionszwange des Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegii resp. des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Neustrelitz, den 21. August 1877 „&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Testament des Gastwirtes „Zum Krug“ August Utnehmer 1916 („de Kröger“)&lt;br /&gt;
:„Großherzogliches Amtsgericht Feldberg                                     Carwitz, 21. Juni 1916     &lt;br /&gt;
:gegenwärtig: Amtsrichter Dr. Weber als Richter, Gerichtsaktuar Renter als Gerichtsschreiber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf den Antrag des Krügers August Utnehmer in Carwitz sein Testament in seiner Wohnung aufzunehmen, begaben die Unterzeichneten sich heute in die in Carwitz gelegene Krugwirtschaft des Antragstellers. &lt;br /&gt;
:Sie trafen dort in einem zu ebener Erde nach dem Hofe hinaus belegenen Schlafraum einen älteren Mann im Bette liegend an, der auf Befragen des Richters erklärte, dass er der Krüger August Utnehmer sei und ein Testament errichten wolle. &lt;br /&gt;
:Die Persönlichkeit des Erblassers ist dem Gerichtsschreiber persönlich bekannt und wurde durch diesen auch dem Richter vorgestellt.&lt;br /&gt;
:Der Krüger August Utnehmer war offensichtlich krank, die Unterredung mit ihm ergab aber seine zweifellose Geschäftsfähigkeit.&lt;br /&gt;
:Er erklärte seinen letzten Willen mündlich wie folgt:&lt;br /&gt;
:§ 1 als Erben setze ich&lt;br /&gt;
:-meine Ehefrau Ida Utnehmer geb.Brüggemann zu 1/4 und&lt;br /&gt;
:-meine beiden Kinder Paul und Elisabeth Utnehmer zu je 3/8 ein.&lt;br /&gt;
:2 der Nachlass besteht im Wesentlichen aus dem Kruggehöft eingetragen im Grundbuch von Carwitz Blatt 26.&lt;br /&gt;
:Ich bestimme über die Auseinandersetzung, dass mein Sohn Paul dieses Kruggehöft mit allen darauf ruhenden Rechten und Lasten übernehmen soll, insbesondere also auch die darauf ruhenden Eigentümergrundschulden Fol. 1 bis 3 im Gesamtbetrage von 2700 Mark.&lt;br /&gt;
:Dafür hat er meine Frau und meine Tochter Elisabeth in der in den folgenden Paragrafen bestimmten Art abzufinden. &lt;br /&gt;
:Außerdem hat er als Alleinschuldner eine Schuld aus Darlehn von 2700 Mark, die für die Wirtschaft bei dem Vorschussverein im Feldberg aufgenommen worden sind, zu übernehmen.&lt;br /&gt;
:§ 3 meine Ehefrau Ida geb. Brüggemann soll zur Abfindung von meinem Sohn ein in das Grundbuch eingetragenes Altenteil aus der Wirtschaft erhalten und zwar:&lt;br /&gt;
:-400 Mark jährlich bar,&lt;br /&gt;
:-die für ihren persönlichen Bedarf erforderlichen Kartoffeln,&lt;br /&gt;
:-wöchentlich ein Pfund Butter,&lt;br /&gt;
:-täglich einen Liter Milch und ein Pfund Brot,&lt;br /&gt;
:-jährlich ein Schwein von 2 1/2 Zentnern Lebendgewicht,&lt;br /&gt;
:-und endlich freie Wohnung in den beiden Zimmern hinter der Krugstube.&lt;br /&gt;
:Sollte meine Frau aus irgendwelchen Gründen nicht die Altenteilwohnung und die ihr ausgesetzten Naturalien in Anspruch nehmen wollen, so soll es ihr freistehen, statt dieser Leistungen weitere 400 Mark jährlich von meinem Sohn zu verlangen. Auch dies soll in das Grundbuch eingetragen werden.&lt;br /&gt;
:§ 4 an meine Tochter Elisabeth soll mein Sohn 5000 Mark zur Abfindung aus dem Nachlass zahlen. Diese Erbschaftsforderung soll in das Grundbuch eingetragen werden und bis zu ihrer Heirat oder bis zum Tode der Mutter unverzinslich, dagegen von den bezeichneten Zeitpunkten an mit 4 v. H. in den landesüblichen Terminen verzinslich sein. Die Kündigung der Forderung ist bis zu ihrer Heirat oder dem Tode ihrer Mutter unzulässig, dagegen könnte sie von da an zu den landesüblichen Terminen erfolgen, frühestens aber zum zweiten Termin nach der Heirat bzw. dem Tode der Mutter.&lt;br /&gt;
:Außerdem soll mein Sohn persönlich verpflichtet sein, seiner Schwester Elisabeth im Falle ihrer Verheiratung eine Aussteuer im Werte von mindestens 2000 Mark aus dem Nachlass zu geben.&lt;br /&gt;
:Dies Protokoll wurde vorgelesen, von dem Erblasser genehmigt und von ihm eigenhändig unterschrieben.&lt;br /&gt;
:gez. A. Utnehmer &lt;br /&gt;
:geschlossen   &lt;br /&gt;
:gez. Weber Amtsrichter     gez. Renter Aktuar“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hullerbusch = Holunderbusch. &lt;br /&gt;
:Der Holunder wurde in der nordischen Mythologie als Baum des Lebens betrachtet. Er wurde von der Göttin Freyja verehrt und brachte Wohlstand und Glück. :Er wurde im Mittelalter auch als Tor zur Unterwelt gesehen.&lt;br /&gt;
:Hullerbusch-Bauernhof: Dr. med. Horst Rügler (Amtsarzt, Spechtstr. 5 in 1000 Berlin 33 Dahlem) übergab Frau Christa Schönfeld am 21.8.1992 die von ihm niedergeschriebene Geschichte des Hofes. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+2a&#039;&#039;&#039; Er schrieb sie als Schüler 1937 auf. Die Geschichte und Karte des Vermessungsamtes liegen als Kopien in den Unterlagen von Christa Schönfeld. &#039;&#039;&#039;(s. 12 u. 19)&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„Der Hof&lt;br /&gt;
:dem Bauern Christian Schulz gehörte nach seinem Grundbrief vom 30. 6.1832 ein Hof &amp;quot;auf der Bleiche&amp;quot; in Carwitz. Als dieser durch einen Brand vernichtet und die Flur neue reguliert wurde, bat er das großherzogliche Kollegium durch das Amt Feldberg am 11.4.1845 um die Erlaubnis, sein Gehöft auf seiner demnächstiegen Hufe am Hullerbusch neu aufzubauen, was ihm vier Tage darauf zugebilligt wurde. &lt;br /&gt;
:Dem Förster wurde aufgegeben, diesen Teil des Hullerbusches sofort vom Holze räumen zulassen, und der Bau des Gehöftes konnte beginnen.&lt;br /&gt;
:Er starb jedoch schon kurz darauf, und seine Witwe, eine geborene Hartwig, übergab am 27.2.1847 dem ältesten Sohn Johann Schulz, der am 21.3.1818 in Carwitz geboren war, den Hof. &lt;br /&gt;
:Mit seiner Ehefrau, Dorothea, geborene Köller, hatte er acht Kinder. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1887 übergab er dem ältesten Sohn Wilhelm Schulz die Wirtschaft, die dieser am 4.8.1913 an Wilhelm Strasen verkaufte, der am 8.2.1856 in Mechow geboren und bis dahin Meister am Dolgener Teerofen war. &lt;br /&gt;
:Von diesem erwarb der Landwirt Arno Troche den Hof, der nach dessen Tode, am 25.4.1931, in Konkurs ging, sodass ihn Wilhelm Strasen zurücknahm, um ihn am 14. 07. 1932 an meinen Großvater, Wilhelm Hasse, zu verkaufen. &lt;br /&gt;
:Nachdem dieser am 30.5.1935 gestorben war, wurde am 6.3.1937 meine Mutter, Martha Rügler, Erbin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Hof vom ehemaligen Pächter oder Besitzer des über 20 ha großen Hofes Wiesenthal bei Zierke / Neustrelitz übernommen. :Dieser Bauer Schäfer betrieb dort Gemüseanbau - vielen Flüchtlingsfrauen wurde dadurch in der schweren Zeit nach dem Kriege geholfen. &lt;br /&gt;
:Bald ging aber auch er in den Westen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 10.jpg|600px|zentriert|thumb| CD10 Villa Hullerbusch vor dem Bau des Hotels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Hullerbusch wurde 1904 das Jagdschlösschen des bankrotten Gutsherrn von Wittenhagen abgerissen. &lt;br /&gt;
:Der neue Eigentümer, der ehemalige Schutztruppenoffizier Meike, baute es – nach Osten versetzt – wieder auf. &lt;br /&gt;
:Interessant ist, dass dabei die wertvollen ausländischen Hölzer mit Wurzelballen herausgenommen wurden. &lt;br /&gt;
:Meike fiel übrigens im hohen Alter noch im ersten Weltkrieg.“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 11.jpg|600px|zentriert|thumb| CD11 die &amp;quot;uralte&amp;quot; Luzinhalle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Großvater von Christa Schönfeld, Wilhelm Strasen, kaufte 1913 das Bauerngehöft Hullerbusch, ca. 200 Morgen Land. &lt;br /&gt;
:Das ist die jetzige Schäferei. (s. Interview Schönfeld)&lt;br /&gt;
:Die Kahnfähre über den Schmalen Luzin an der ehemaligen Gaststätte „Luzinhalle“ soll seit 1907 existieren. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12.jpg|1500px|zentriert|thumb| CD12 Hullerbusch Bauernhof 1925 Meckl. Strel. Vermessungsamt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12a.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD12a Hullerbusch-Weg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 13.jpg|800px|zentriert|thumb|Datei: CD13 Blick auf Carwitz um 1900]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 14.jpg|800px|zentriert|thumb| CD14 Blick über die Luzinhalle auf das Schmal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 16.jpg|800px|zentriert|thumb| CD16 Der Erinnerungssein an den Förstersohn Hans Knebusch (Hartmannsweilerkopf liegt im Elsass)]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Krüselin:&#039;&#039;&#039; die alte Dorfstelle der deutschen Ostkolonisation, heute Wüstung Krüselin – wurde 1945 endgültig zerstört, da sich Letten-SS oder Hitlerjugend dort verschanzt hatten; die Grundmauern wurden nach 1990 aufgefrischt. &lt;br /&gt;
:Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war dort eine Revierförsterei und beherbergte auch drei Waldarbeitergehöfte. &lt;br /&gt;
;Unter der zum Gedenken an den Sohn des Försters gepflanzten Silberlinde steht der Stein: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine uralte &#039;&#039;&#039;Wassermühle&#039;&#039;&#039; steht am Ausfluss des Sees Krüselin. &lt;br /&gt;
:Jenseits des Baches liegt Brandenburg. &lt;br /&gt;
:Die Geschichte dieser Wassermühle mit dem Streit um ihren Besitz und die damit verbundenen Einnahmen ist interessant und erheiternd. (Siehe Abschnitte Tilemannus Stella von Siegen 1575-78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“ im Anhang) &lt;br /&gt;
:Die Wassermühle ist heute eine Ferienpension. Es gibt noch mehrere Ferienhäuser. &lt;br /&gt;
:Die Gaststätte liegt sehr schön am See.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==6. Weimarer Republik und Nationalsozialismus / 1919 - 1945:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die vier Interviews mit Christa Schönfeld, Ehepaar Hildegard und Otto Schulz, Ehepaar Ursula und Kurt Güldner, sowie Erna Morach, geb. Güldner, in den :Jahren 2005-2008 spiegeln die Verhältnisse in der Landwirtschaft, den Handwerken und insbesondere auch die Schulbildung, in dieser Zeit wider.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld (1921-2009), Carwitz, Dorfstr.78 erzählte 2005 bei mehreren Zusammenkünften: &lt;br /&gt;
:Ihr Urgroßvater Brüggemann hatte den Krug (die jetzt geschlossene Gastwirtschaft) 1826 gekauft. Seitdem war er im Besitz der Familie. Der Großvater August Utnehmer heiratete Ida Brüggemann und übernahm „de Krog“, seitdem war er „de Kröger“. &lt;br /&gt;
:Er starb 1916 und ihr Vater Paul Utnehmer übernahm den Krug.4 &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkriege hatte Carwitz ca. 280 – 300 Einwohner.   &lt;br /&gt;
:Man unterschied das untere vom oberen Dorf. So gab es „de unnerdörpchen un de boomdörpchen“ - die Unter- und die Oberdörfler.    &lt;br /&gt;
:Boomdörp = Dorf mit großen alten Bäumen um die Kirche herum&lt;br /&gt;
:Der älteste Hof (früher Familie Benzin), der seit dem 30-jährigen Krieg bestehen soll, gehört der jetzigen Familie Juhl, Dorfstr. 66. Es ist das :Restaurant mit dem Eisstand und dem Straßenkiosk.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD17x.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD17 Der Krog vor 1906]]&lt;br /&gt;
                                                                                                                                                                           &lt;br /&gt;
:Während die Wohnhäuser im 19. Jahrhundert meist schon mit Ziegeln gedeckt waren, waren die Scheunen noch mit Rohr gedeckt. &lt;br /&gt;
:1926 brannte die Scheune von Schönfelds ab (Dorfstr.78, später Kratochwil). &lt;br /&gt;
:Durch den Funkenflug über die Straße hinweg wurden auch die Scheunen vom Pfarrhof und vom Hof Dreiseidel angezündet und brannten ab.  &lt;br /&gt;
:Da drei Scheunen abgebrannt waren, wurde auf dem Bollenwerder ein kleiner Stall für die dort weidenden Kühe gebaut.                                                                                     &lt;br /&gt;
:Das wirtschaftlich genutzte Land, die Äcker gehörten alle dem Großherzog. &lt;br /&gt;
:Die Bauern hatten es gepachtet, als Erbpacht. Nur der Freischulze besaß eigenes Land. &lt;br /&gt;
:Die Höfe und der Hausgarten, „de Woerde“, gehörten aber schon länger dem Hofbesitzer. &lt;br /&gt;
:Erst nach der Enteignung der Fürsten 1919 konnten die Bauern in den 20er und 30er Jahren das Land ziemlich günstig nach und nach vom Staat kaufen. &lt;br /&gt;
:So hat „de Kröger“ Paul Utnehmer sein Land damals im Tausch gegen eine für die Gastwirtschaft bestehende „Gerechtsamkeit“, die in Holzlieferungen der Forst bestand, ablösen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 18.jpg|600px|zentriert|thumb| CD18 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 19.jpg|600px|zentriert|thumb| CD19 Paul Utnehmer mit Sohn Joachim bringen Feriengast zum Bahnhof ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben, und trugen sie nach Hause. Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.&lt;br /&gt;
:In Carwitz gab es in den 20er und 30er Jahren 3 Vereine: &lt;br /&gt;
:Der Schützenverein, der Geselligkeitsverein und der Gesangsverein. &lt;br /&gt;
:Die Krogwirtschaft hat die Vereinsfeste betreut. Das waren reine Männervereine, Frauen waren nur bei den Festen dabei. &lt;br /&gt;
:In den Hullerbusch-Wald, hinter dem jetzigen Ferienhotel, wurden Bänke, Tischplatten auf Böcken und Zelte gebracht. &lt;br /&gt;
:Der Krog wurde mit Mecklenburger Fahnen und Girlanden geschmückt. Wenn sich alle versammelt hatten, zog der Schützenverein hinaus zum Hullerbusch. &lt;br /&gt;
:„De Kröger“ Paul Utnehmer half Muttern mit einem kleinen Schubs auf den Pferdewagen und fuhr hinterher. &lt;br /&gt;
:Angekommen zapfte er ein großes Fass Bier an und schenkte aus. Die Frau des Krögers kochte auf einem eisernen Dreifuß über Holzfeuer in einem Kessel den Kaffee. &lt;br /&gt;
:Bäcker Schulz hatte Pfannkuchen gebacken. Die Männer tranken mehr Bier und Cognac. &lt;br /&gt;
:Auf Schießscheiben wurde dann auch noch geschossen. Am Abend, nachdem das Vieh versorgt war, gab es dann großen Tanz im Krog bis frühmorgens um 6 Uhr. :Wenn es zu laut wurde oder Raufereien begannen, wurden die Unruhstifter vom kraftvollen Kröger sehr schnell an die frische Luft gesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 20.jpg|600px|zentriert|thumb|CD20 Foto von Christa Schönfeld hinterm Krog mit Keglern: re. außen mit Kegelkugel = Paul Utnehmer, der mit weißem Schnauzbart und Hut ist sein Vater August Utnehmer, li. mit dem Arm auf der halben Wand = Ida Utnehmer seine Frau. ]]&lt;br /&gt;
:Manchmal gab es auch Lehrer oder andere Interessierte, die vor allem zu Weihnachten Theaterspiele organisierten. &lt;br /&gt;
:Es waren Märchen oder die Texte wurden selbst verfasst. &lt;br /&gt;
:Auch die Kostüme wurden selbst genäht oder geklebt. Alle Darsteller waren aus Carwitz. &lt;br /&gt;
:Feldberger oder andere Auswärtige kamen dafür nicht infrage&lt;br /&gt;
:Ich war mal die Großmutter im Märchen „Rotkäppchen“. &lt;br /&gt;
:Da ich das Taschentuch verloren hatte, trocknete ich mir die Tränen demonstrativ mit meiner Trägerschürze ab. Dafür bekam ich stürmischen Applaus. Malermeister Schmidt, der Vater von Ursula Barthels, hat aus 32 Volksliedern ein Theaterstück zusammengestellt. &lt;br /&gt;
:Er konnte nicht singen, sie auch nicht. Aber das hat er wunderbar gemacht. &lt;br /&gt;
:Er wandert in die Ferne und kommt erst nach Jahren zurück. Da ist seine ehemalige Geliebte entgegen dem Schwur beim Abschied, unglücklich mit einem Gärtner verheiratet. &lt;br /&gt;
:Ich spielte ihr kleines Mädchen.  Sie schaut am Gartentor mit tränenumflortem Blick in die Ferne und denkt dabei an ihren früheren Schatz. Wo ist er wohl jetzt? &lt;br /&gt;
:Der tritt unerkannt auf sie zu mit den Worten: „Warum weinst du holde Gärtnersfrau, weinst du um das Veilchen Dunkelblau?“ So setzte er die Liedtexte dann aneinander.&lt;br /&gt;
:Mit der Machtübernahme durch die Nazis wurden die Vereine alle aufgelöst oder gleichgeschaltet und die Feste fanden nicht mehr statt. Sie entsprachen nicht mehr den Vorstellungen vom „völkischen Brauchtum“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Aufgewachsen bin ich im Krog. Ostern 1928 kam ich mit 8 weiteren Kindern in die einklassige Schule in Carwitz. (heute wohnt dort Fr. Deuß, Dorfstraße 74) &lt;br /&gt;
:Sie hatte 8 Klassenstufen, insgesamt hatte die Schule 54 Kinder in dem einen Raum. &lt;br /&gt;
:Ich hab’ geheult, ich wollte nicht in die Schule gehen. Die ABC-Schützen saßen vorn in der ersten Reihe. &lt;br /&gt;
:Einziger Lehrer war „Köster“ Heiy, der später nach Weisdin versetzt wurde. Der Lehrer wurde „de Köster“ genannt, obwohl er das zu dieser Zeit schon nicht mehr war. &lt;br /&gt;
:Trotzdem spielte er am Sonntag zum Gottesdienst die Orgel. &lt;br /&gt;
:„De Glöckner“ Schmidt läutete dreimal am Tage die „Bädglock“ - 7.00, 12.00 und 18.00 -. &lt;br /&gt;
:Auch den Sonntag hat er eingeläutet und danach die Orgel getreten.  Nebenbei hat „de Glöckner“ noch die beiden Friedhöfe gepflegt.&lt;br /&gt;
:„Erzogen“ wurde mit dem Rohrstock. „Wenn ich beim 2. Male beim Schwatzen ertappt wurde, musste ich nach vorn kommen, die flachen Hände vorstrecken und bekam dann mit dem Rohrstock paar übergebrettert, das hat gezogen! &lt;br /&gt;
:Na, den Jungs wurde mit dem Rohrstock regelrecht der Hintern verprügelt. Bestimmt über ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ich mich an die Schule gewöhnt hatte. &lt;br /&gt;
:Ich fragte mich immer, warum fragt „de Köster“ nicht die älteren Kinder, wenn er was wissen will?  &lt;br /&gt;
:Weil ich nicht lesen und schreiben wollte, gab mir Mutter so nach einem halben Jahr im November paar ordentliche Ohrfeigen. &lt;br /&gt;
:Von diesem Abend an konnte ich plötzlich lesen und schreiben. Ich hatte ja eine gute Auffassungsgabe, obwohl ich eigentlich ein Phlegmatiker war. &lt;br /&gt;
:Was ich nicht mochte, mochte ich nicht. Der Nachfolger, Herr Neckritz, kam aus Brohm einem Gutsarbeiterdorf. &lt;br /&gt;
:Er trug braune SA-Uniform. Frühmorgens mussten wir ihn alle mit ausgestrecktem rechtem Arm und „Heil Hitler“ begrüßen. &lt;br /&gt;
:Da ich gut in Orthographie war, musste ich die Diktate der jüngeren Schüler mit Bleistift korrigieren und er schrieb das dann mit roter Tinte nach und setzte sein „N„ darunter. &lt;br /&gt;
:Er war sehr nervös und den Anforderungen einer großen Dorfschule nicht gewachsen. Oft reagierte er unüberlegt und ungehalten. &lt;br /&gt;
:So ging ihm mal das ständige „Heil Hitler“ - „Heil Hitler“ so auf die Nerven, dass er missmutig sagte „Ihr wisst ja gar nicht, was ihr sagt, da könnt ihr auch „Heil Moskau“ sagen. &lt;br /&gt;
:Der „Dorfrat“, den es zwar nicht gab, den aber die interessierten Männer des Dorfes am Stammtisch des Krogs bildeten, veranlasste darauf, dass er auf eine andere Schule versetzt wurde. &lt;br /&gt;
:Der Nachfolger war Lehrer Schwoch. Das war ein noch größerer Nazi. Der bespitzelte alle und wurde später „Blockleiter“ des Dorfes. &lt;br /&gt;
:Er hat meinen Vater angezeigt, weil er die Urlauber noch nach der Sperrstunde - 23 Uhr - bei sich im Krog sitzen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 21.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD21 1928 Carwitzer Schulklasse mit Lehrer (vor der Schule Dorfstr. 74. Das einzige „Umgebindehaus“ in Carwitz)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1936 wurde ich an Palmsonntag konfirmiert und aus der Schule entlassen. &lt;br /&gt;
:Der Lehrer empfahl meinem Vater, mich aufs Lyzeum in Neustrelitz zu schicken. &lt;br /&gt;
:Aber das konnte sich mein Vater finanziell nicht leisten. Ich blieb dann zu Hause, erlernte keinen Beruf, half im Hause und in der Gastwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Mein späterer Mann, Siegfried Schönfeld, kam aufs Carolinum in Neustrelitz. Er war auch hier in Carwitz geboren und ging die ersten Jahre hier zur Schule. &lt;br /&gt;
:Seine Tante, eine vermögende Oberin in Eutin, hat ihm das Gymnasium bezahlt. Sie hat ihn dann noch auf die NAPOLA (Nationalpolitische Anstalt) in Plön geholt. Da hatte er eine furchtbar harte Ausbildung.   &lt;br /&gt;
:Im Kriege waren die jungen Männer alle in der Wehrmacht. &lt;br /&gt;
:Fremdarbeiter und Kriegsgefangene - Polen, Franzosen, Russen - waren den Bauernwirtschaften zugeteilt worden. &lt;br /&gt;
:Da kam es dann öfter mit den Mädchen oder jungen Frauen zu Liebesbeziehungen, die dramatische Folgen haben konnten. &lt;br /&gt;
:So beantragte 1943 der „Blockleiter“ und Lehrer Schwoch, dass ein Pole gehängt werden solle, weil er ein Verhältnis mit einem Dienstmädchen (von Köllers) hatte. &lt;br /&gt;
:Das konnten der besagte „Dorfrat“ der engagierten älteren Bauern, beim Dorfvorsteher Schmidt (Bürgermeister gab es damals nicht) aber verhindern, indem er das Gerücht als nicht wahrheitsgemäß bezeichnete und den Polen versetzen ließ.“5&lt;br /&gt;
       &lt;br /&gt;
:„Ende April 1945 kamen zu uns nach Carwitz Lettische SS, Freiwilligen-SS. &lt;br /&gt;
:Wir waren schon vorher mit Pferden und Wagen in den Wald, hinter der damaligen Dorfstelle Krüselin, geflüchtet. &lt;br /&gt;
:Das Vieh hatten wir aber in den Ställen lassen müssen. Da bin ich mit dem Fahrrad noch mal hingefahren und habe die Kühe gemolken. Ich hörte schon die Geschütze am Erddamm in Feldberg / Wittenhagen donnern. &lt;br /&gt;
:Der eine Lette hat mich händeringend angefleht, weit wegzufahren mit dem Fahrrad. Ich solle keine Rücksicht auf meine Eltern nehmen. &lt;br /&gt;
:Seiner jungen Frau sei es ganz furchtbar durch die Russen ergangen. &lt;br /&gt;
:Ich bin aber bei meinen Eltern in einer Fichtenschonung im Walde geblieben.           &lt;br /&gt;
:Am 28. April kamen dann die Russen. &lt;br /&gt;
:Erst pfiffen die Kugeln über uns hinweg, da die Dorfstelle Krüselin beschossen wurde. Dort lag Lettische SS. Dann war es ½ Stunde ruhig. &lt;br /&gt;
:Auf einmal stürmten die Russen zu uns in den Wald. Ein junger Offizier sagte zu mir: „Frau komm mit“ Ich: „nein, nein, nein!“ Da kamen alle Russen auf uns zu, haben die Maschinenpistolen auf uns gehalten. Ein bei uns arbeitender polnischer Junge, der die russische Sprache verstand, sagte zu mir, dass ich mitgehen müsste, sonst würden „der Chef und die Frau“ - meine Eltern - erschossen. &lt;br /&gt;
:Ich wurde losgezerrt und war in den ersten 5 Minuten schon vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Danach mussten wir aus dem Wald wieder zurück nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Auf dem Weg nach Laeven wälzte sich eine unvorstellbare Menge von Panzern, LKW’s, Pferdewagen, Fußsoldaten auf dem Vormarsch nach Berlin entlang. &lt;br /&gt;
:Damals gab es noch keine befestigten Chausseen. Vielen von uns wurden die Koffer oder sonstige Gepäckstücke, die wir retten wollten, weggenommen und auf die Lastwagen geworfen. &lt;br /&gt;
:Später haben wir noch gelacht, weil einige Frauen ihren Mann beschimpften: „Fritz was bist du dämlich, dass du dir den Koffer hast wegnehmen lassen.“ &lt;br /&gt;
:Was sollte er denn anders tun? Es hat lange gedauert, bis wir wieder zu Hause waren. &lt;br /&gt;
:Der Hof war voller Russen, die dauernd wechselten. Sie konnten sich nur kurz bei uns ausruhen. &lt;br /&gt;
:Ich habe mich tagelang auf dem Stallboden hinter Strohballen versteckt, bin dort auch nicht gefunden worden. &lt;br /&gt;
:Meine Mutter wurde noch mehrfach vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Eine Familie Dr. Horn, eine Frau und ihre beiden Söhne, kam aus Feldberg und wollte sich unten am Ufer des Schmalen Luzins vergiften. Bei der Frau und einem Sohn hat es geklappt. &lt;br /&gt;
:Das Schlimmste aber war, dass die Frau in ihrem Todeskampf noch vergewaltigt worden ist. So lag sie da, so hat man sie gefunden. &lt;br /&gt;
:Den Ehemann, er war Rechtsanwalt, hat man durch Feldberg geschleift. Er ist nach Russland deportiert worden, aber später wieder zurückgekommen. &lt;br /&gt;
:Er stammte aus dem Westen Deutschlands. Der andere Sohn Peter Horn (12) ist bei Frau Kratochwil untergekommen und dann im Herbst schon nach Westdeutschland gegangen. &lt;br /&gt;
:Die Leichen wurden zunächst am Luzin begraben und Anfang der 50-er Jahre auf den neuen Friedhof umgebettet. &lt;br /&gt;
:Mitte Mai 1945, wir wussten nicht, dass der Krieg schon zu Ende war, haben meine jüngere Nachbarin, Christa Völkner, und ich uns wieder verstecken müssen. &lt;br /&gt;
:Da sind wir auf Brettern über „de Hals“6 auf das sumpfige Ufer geflüchtet und haben uns bei sehr schönem Wetter dort versteckt. &lt;br /&gt;
:Mein Vater hatte mir unter einer Dachgaube ein Versteck gebaut. &lt;br /&gt;
:Die Christa Völkner wurde aber in ihrem Haus unter dem Bett hervorgezerrt und 7 oder 8 Mann haben sich dann über sie hergemacht. Mutter und Oma waren mit dabei. &lt;br /&gt;
:Ein 2. Strohsack wurde in mein Versteck noch hineingezwängt. &lt;br /&gt;
:Fast täglich wurde das ganze Haus vom Keller bis zum Boden durchsucht. Es war furchtbar. &lt;br /&gt;
:Ich habe eine Eisenstange neben mich gelegt und hätte den, der mich entdeckt, erschlagen. Das konnte ich nicht noch einmal ertragen. &lt;br /&gt;
:Dann hätten sie mich eben lieber erschießen sollen. &lt;br /&gt;
:13 Wochen haben wir nachts in dem Versteck gelegen. Obwohl ein Nachbar, der alte K., uns verraten und den Russen gesagt hatte, dass dort 2 Mädel sind, wurden wir nicht gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, (1923-2008) in Carwitz und Hildegard, geb. Rakow, (1923- ?) in Thomsdorf, erzählten 2006: &lt;br /&gt;
:Otto Schulz: „Mein Vater wurde in Hasselförde 1883 geboren. Er heiratete 1909 in den Bauernhof Benzin ein. &lt;br /&gt;
:Unser jetziges Haus, Dorfstr. 90, rechts vor der Bäk, wurde von ihm gleich danach gebaut. &lt;br /&gt;
:Nach dem 1. Weltkrieg 1923 kaufte mein Vater das bis dahin gepachtete Land vom Staat, denn das Land der Fürsten war 1919 enteignet worden. &lt;br /&gt;
:Mein Großvater mütterlicherseits war auch Ortsvorsteher. &lt;br /&gt;
:Nachdem er starb übernahm meine Großmutter dieses Amt. Ja, die hatte Haare auf den Zähnen, meine Großmutter“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld meinte zu dieser Großmutter: „Das Sagen auf den Bauernhöfen hatten die Besitzer, d.h. auch in Familienangelegenheiten sagten die Alten, wie es lang ging. &lt;br /&gt;
:So hatte die junge Familie Schulz schon 5 Söhne. Das waren nach Ansicht der alten Bäuerin, schon zu viele. &lt;br /&gt;
:So bestimmte sie als Schwiegermutter, dass das junge Paar in Zukunft getrennt zu schlafen habe“. &lt;br /&gt;
:„Otto Schulz, der jüngste Sohn, damals 5 Jahre alt, war en Dollbrägen, ne war das en Dollbrägen“.  &lt;br /&gt;
:Im harten Winter 1929 starb die Großmutter.  Als sie aus dem Dachgeschoss über die steile Treppe nach unten gebracht wurde, meinte Otto: „Un ehre Knochen, de habn geklöttert!“ – „und ihre Knochen, die haben geklappert“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto: „Eingeschult wurde ich 1930 bei Lehrer Hey, später waren meine Lehrer Wils, Richter, Neckritz. &lt;br /&gt;
:Neckritz war ein SA-Mann, wir mussten frühmorgens mit „Heil Hitler grüßen. &lt;br /&gt;
:1937 wurde ich in Carwitz bei Pfarrer Schwuch konfirmiert. &lt;br /&gt;
:Nach Schulabschluss der 8. Klasse lernte ich bei der Fa. Licht in Feldberg den Beruf „Maschinenschlosser“. &lt;br /&gt;
:1941 zur Wehrmacht eingezogen kam ich ins Afrikacorps. &lt;br /&gt;
:Im Februar 1948 wurde ich aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, aber aus Schottland entlassen. &lt;br /&gt;
:Am 3.2.1948 war ich wieder zu Hause in Carwitz. &lt;br /&gt;
:1949 heirateten wir. Meine Braut wohnte vorher in Thomsdorf. Um zu ihr zu kommen, musste ich über den „Hals“.&lt;br /&gt;
:Dort lag damals ein Brett über dem Bach; manchmal lag auch ein Kahn am Ufer. Erst Anfang der 50er Jahre wurde die Fußgängerbrücke gebaut. &lt;br /&gt;
:Zuerst haben meine Frau und ich nur für Kost und Logis bei meinem Vater auf dem Hof gearbeitet. Wir waren sehr gut eingerichtet in der Wirtschaft.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Erna Morach, geb. Güldner (1921-2012) in Carwitz. wohnte 2008 in der Carwitzerstr. 617: &lt;br /&gt;
:„Die einklassige Schule besuchte ich von 1927-1935. Die älteren Schüler mussten sich um die jüngeren kümmern und deren Hefte auf Fehler kontrollieren. :Ich selbst war gut im Rechnen, weshalb ich nur für die Kontrolle der Rechenaufgaben eingesetzt wurde. Lehrer waren Herr Hey und Herr Richter.  &lt;br /&gt;
:Meine Schwester Susanne war mit Lore Ditzen, der „Mücke“, von Familie Hans Fallada befreundet. &lt;br /&gt;
:Wenn die Familie Fallada spazieren ging, dann kamen sie oft auf dem Wege zum Hauptmannsberg bei uns vorbei und holten Susi ab. &lt;br /&gt;
:Sie klopften an das Hoftor und riefen: “Susi komm aus deinem Husi“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 22.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD22 Foto von Erna Morach]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit 14 Jahren wurde ich in Carwitz konfirmiert. Danach ging ich jeweils für 1 Jahr als Dienstmädchen nach Rosenhof und nach Tornowhof. &lt;br /&gt;
:Danach hatte ich eine 2-jährige Wirtschaftslehre auf dem Gut Walkendorf bei Rostock. &lt;br /&gt;
:1940 wurde ich von meinem ersten Kind, einem Jungen, entbunden. Ich lebte dann bis zu unserer Hochzeit 1947 im Elternhaus. &lt;br /&gt;
:Die Eltern hatten 1933 das Haus – rechte Ecke nach Hullerbusch, heute Dorfstr. 83 – gekauft. &lt;br /&gt;
:Dort betrieben sie eine kleine Landwirtschaft von 7 Morgen, mit 1 Kuh, paar Schweinen und Kleinvieh. Dazu hatten sie auch ständig noch Sommergäste. &lt;br /&gt;
:Da sie keine Pferde hatten, mussten sie sich von den Bauern die Äcker auf dem Bohnenwerder – „7 Stücke vor und hinter der Brücke“ – bearbeiten lassen (Pflügen, Eggen, Mähen etc.). &lt;br /&gt;
:Diese Dienstleistungen wurden dann von den Familien wieder abgearbeitet. Für meine Eltern musste ich beim Müller Schmidt die Rechnung „abarbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1945: Die Rote Armee kam in der 2. Aprilhälfte von Wittenhagen und von Thomsdorf. Ich flüchtete mit der Letten-SS, die sich in Carwitz befand, in den Wald hinter Rosenhof. &lt;br /&gt;
:Aber nach 1 Tag ging ich bereits wieder zurück in unser Haus. Drangsalierungen o. ä. erlebte ich selbst direkt nicht. &lt;br /&gt;
:Wenn die Russen vorn hereinkamen, flüchtete ich in die Scheune hinter das Heu und Stroh. &lt;br /&gt;
:Die Russen lebten nicht im Dorf, sondern bauten sich am Weg nach Laeven Erdbunker. Die Löcher, Senken von ca. 8x4 m sieht man heute noch.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus dem Interview 2008 mit Ehepaar Ursula (geb. Koch) (1931-2016) in Neuhof bei Feldberg, und Kurt Güldner, Kurt (1925-2015) in Carwitz:&lt;br /&gt;
:Kurt wurde geboren gegenüber dem Backhaus im Oberdorf. &lt;br /&gt;
:Nach 7 Jahren zogen die Eltern ins Unterdorf Nr.83, rechtes Eckhaus am Abzweig nach Hullerbusch, heutiges Restaurant „Carwitz Eck“.  &lt;br /&gt;
:„Kurt besuchte von 1932-1940 die einklassige Volksschule für die 1.-8. Klasse in Carwitz (Dorfstr. 74). &lt;br /&gt;
:Lehrer war zunächst Herr Wilz für 41 Schüler. Von den Jungen lebt außer Kurt Güldner heute (10.4.08) keiner mehr, von den Mädchen noch einige. &lt;br /&gt;
:Schulzeit im Sommer für die 3.-8. Klasse 7.00 – 12.00; für die 1. und 2. Klasse 10.00 – 12.00. &lt;br /&gt;
:Im Winter begann der Unterricht erst 8.00. &lt;br /&gt;
:Ab 1934 kam als Nachfolger Lehrer Schwoch. Dieser kam aus Mirow, war überzeugter Nationalsozialist und war als Lehrer völlig ungeeignet. Die Versetzung nach Carwitz war wohl schon eine disziplinarische Maßnahme gewesen. Er unterrichtete als überzeugter Nazi mit militärischer Dressur und Prügel. Morgengruß „Heil Hitler“. &lt;br /&gt;
:Wenn man 3 Fehler im Diktat hatte, bekam man mit dem frisch vom Kirchhof geschnittenen Zweig eines Fliederbusches Prügel, die Jungen auf den Po, die Madel auf den Buckel“. &lt;br /&gt;
:Schwoch hatte auch Fischereirecht für den Hals, den Kanal zwischen Carwitzer See und Dreetz. &lt;br /&gt;
:Dort musste Kurt Güldner immer die Fische aus dem Kasten für das Mittagessen des Lehrers holen. &lt;br /&gt;
:Die größeren Schüler wurden von 10.00 bis 12.00 mit Aufsätzen, Rechenaufgaben, Lesen etc. beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Uli Ditzen, der ältere Sohn von Suse und Hans Fallada, war von der 1.- 4. Klasse auch Mitschüler und Spielkamerad in dieser Dorfschule. &lt;br /&gt;
:Danach ging er nach Templin aufs Joachimsthaler Gymnasium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 23.png|1200px|zentriert|thumb| CD23 1933, Frühjahr: Lehrer Wils und Klasse 1.- 8. vor der Linde am Denkmal des 1. Weltkrieges 1. Reihe, 2. links Kurt Güldner, Gottlieb Rohde, Adolf Vogler, Otto Schulz, Jochen Utnehmer, Hans Rode?, Arnold Hofer&lt;br /&gt;
2. Reihe: 3. von links Henny Wiese, geb. Güldner, 4. Erna Morach, geb. Güldner ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die einklassige Schule für die 1. – 4. Klasse mit 2 Lehrern wurde 1960 aufgelöst. Die Carwitzer Schüler mussten dann zuerst jeden Tag zu Fuß nach Feldberg gehen oder mit dem Rad fahren. Kurze Zeit später wurde ein Schulbus eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit 17 Jahren wurde Kurt 1942 Flakhelfer und 1943 zur Wehrmacht eingezogen. 1945 kam er in russische Gefangenschaft und wurde mit 25 Jahren, Dezember 1950 aus der Gefangenschaft (Donezbecken) entlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ursula (damals 14) floh mit ihrer Mutter nicht mit der Letten-SS, die in Carwitz und Neuhof einquartiert war. &lt;br /&gt;
:Sie blieben auf dem Hof bei den Großeltern. „Als die Kampftruppe der Russen kam, versteckten wir uns mit dem Vieh in selbstgebauten Erdbunkern am Küstersteig zum Schmalen Luzin. Die Russen entdeckten uns hier nicht, bis wieder „normale“ Zeiten eintraten. Dadurch kam es auch in unserer Familie zu keinen Übergriffen.“ &lt;br /&gt;
:Ursula hat von diesen Tagen und wenigen Wochen bis zum Abzug der russischen Kampftruppen im Juni 1945 nur lustige, heitere Erinnerungen: &lt;br /&gt;
:So hatten wir am Küstersteig aktuell kein Wasser und wuschen uns mit Kuhmilch. &lt;br /&gt;
:Die Kühe mussten ja gemolken werden, die Milch konnte aber nicht abtransportiert werden. &lt;br /&gt;
:Die Russen erschossen alle Hühner unseres Hofes. Daraus mussten wir Suppe kochen, aber auch mitessen, damit keine heimlichen Vergiftungen erfolgen konnten. &lt;br /&gt;
:Die Frisierkommode wurde als Futterkrippe für die Pferde genommen. Ihre eigenen 2 Pferde wurden gegen alte abgearbeitete der Russen ausgetauscht. &lt;br /&gt;
:Während des Schlafes hat eine Maus ein großes Loch in meine Jacke gefressen. &lt;br /&gt;
:Die russischen Soldaten aus den unendlichen Weiten Russlands, wo es noch keine Technik gab, staunten dann auf unserem Hof, dass Wasser aus der Wand und Licht aus der Decke kamen. &lt;br /&gt;
:Ein Soldat hatte 7 Armbanduhren am Unterarm. Keine ging mehr, da er sie nicht aufgezogen hatte. &lt;br /&gt;
:Alle 7 hat er gegen eine noch laufende Uhr meiner Mutter eingetauscht.  &lt;br /&gt;
:Später verlor meine Mutter, eine sonst sehr energische Frau, 3x ihre Stiefel an die Russen. Sie musste sie ausziehen und übergeben. Danach lief sie nur noch mit drei Paar übereinander gezogenen Wollsocken herum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auch alle Bewohner des Gutsdorfes Laeven mussten ihre Häuser verlassen, weil sich dort die Kampftruppen einquartierten. &lt;br /&gt;
:Sie zogen in verlassene Stellungen der deutschen Soldaten an der Mooskoppel.&lt;br /&gt;
:Die Frauen und die Kinder bestellten im Frühsommer bald wieder die Felder und ernteten später im Herbst auch. Männer gab es noch nicht wieder. Sie selbst konnte keinen Beruf erlernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 24.jpg|800px|zentriert|thumb| CD24 Dorfstraße 1932 Grafik W. Gotsmann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 25.jpg|800px|zentriert|thumb| CD25 Carwitz Blick auf Bohnenwerder 1936, die Veranda bei Fallada schon angebaut]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 26.jpg|800px|zentriert|thumb| CD26 Carwitz Blick aufs Boomdörp und aufs Unnerdörp mit Luzin, Hauptmannsberg, Ziegenbergen und Bohnenwerder ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 27.jpg|800px|zentriert|thumb| CD27 Feldberg 1940]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==7. Fortsetzung der Interviews mit Carwitzern zum Nachkrieg und zur DDR==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 1. Januar 1969 wurde Carwitz in die Stadt Feldberg eingemeindet. &lt;br /&gt;
:1975 hatte Carwitz 216 Einwohner. &lt;br /&gt;
:Am 13. Juni 1999 ging Carwitz in der neu gegründeten Gemeinde Feldberger Seenlandschaft auf, nachdem die Stadt Feldberg ihre Kommunalautonomie aufgegeben hatte. &lt;br /&gt;
:2007 hatte Carwitz 325 Einwohner.&lt;br /&gt;
:Das Dorf und das Hans-Fallada-Museum wurden im Rahmen der Städtebauförderung von 1992 bis 2007 gründlich saniert.&lt;br /&gt;
:In der Liste der Baudenkmale in Feldberger Seenlandschaft sind für Carwitz sieben Baudenkmale aufgeführt.&lt;br /&gt;
:Das Fallada-Haus mit dem Museum und dem Archiv &lt;br /&gt;
:Die Holländermühle mit Sockelgeschoss und Galerie von 1896–1937 am Südwestrand von Carwitz&lt;br /&gt;
:Die bescheidene Dorfkirche am Anger (gemeinnütziger Dorfplatz)&lt;br /&gt;
:Der Carwitzer See ist 3,95 km² groß. Am Hals befindet sich ein Wanderrastplatz und ein Campingplatz „klein und fein“&lt;br /&gt;
:Der 5 km lange Schmale Luzin (Fläche: 1,45 km²)&lt;br /&gt;
:Der 2 km lange Dreetz (Fläche: 0,63 km²)&lt;br /&gt;
:Das Haus Dreiseidel am Kirchenanger mit seinem Krüppelwalmdach, gedeckt mit Biberschwanz-Tondachziegeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, geb. Utnehmer, erzählte 2005: &lt;br /&gt;
:„1945 – 1949 Nach dem Kriege waren alle Häuser und Höfe mit Flüchtlingen, Umsiedlern und Evakuierten voll belegt. &lt;br /&gt;
:Meist bewohnte eine Familie nur 1 Zimmer. Die gemeinsame Toilette war am Misthaufen auf dem Hofe. &lt;br /&gt;
:Gewaschen wurde sich nach vorangehender Absprache in der Küche.  &lt;br /&gt;
:Fallada war für wenige Wochen Bürgermeister in Feldberg. &lt;br /&gt;
:Unser Bürgermeister hieß Schäfer. Er war vorher „Schweitzer“ (Melker) in Laeven gewesen. Er hat uns alle unvorstellbar traktiert und gequält.&lt;br /&gt;
:Es gab ja keine funktionierenden Gerichte. So war seiner und anderer Willkür Tür und Tor geöffnet. Besonders bestand für die Bauern das Problem der Erfüllung  ihres Solls an landwirtschaftlichen Abgaben. &lt;br /&gt;
:Da kamen die Russen und sperrten für 8 oder 12 Tage meinen Vater oder andere Bauern einfach mit der Begründung ein, er habe sein Soll nicht erfüllt. &lt;br /&gt;
:Das Vieh war uns weggenommen worden, wir hatten keine Pferde mehr, der schlechte Acker mit Kies und Steinen sollte aber den gleichen Ertrag bringen wie guter Boden. &lt;br /&gt;
:Uns gehörten damals 17 Hektar am Zansen, dort wo jetzt der Wanderweg nach Hullerbusch ist. &lt;br /&gt;
:Der Steilhang galt auch als Acker und war sollpflichtig. &lt;br /&gt;
;1951, zur Zeit der DDR, wurde mein Vater, Paul Utnehmer, der damalige „Kröger“, wegen sogenannten „Wirtschaftsvergehen“ mehrfach verhaftet und angeklagt. :Er starb 1980 in Carwitz, nachdem er wegen dieser anhaltenden Repressalien 1952 nach Westberlin geflohen war. &lt;br /&gt;
:Sein Besitz wurde enteignet. Der „Krog“ wurde vom Konsum übernommen. &lt;br /&gt;
:Nach der Wende übernahm ihn ein Pächter für 1 ½ Jahre. &lt;br /&gt;
:Nach der Rückübertragung an die „Erbengemeinschaft Paul Utnehmer“ wurde das Krog-Gehöft an den jetzigen Besitzer verkauft.&lt;br /&gt;
:Am 6. April 1945 habe ich und Siegfried Schönfeld geheiratet, eine Kriegstrauung. &lt;br /&gt;
:Siegfried war während der Ardennenoffensive am Kopf verwundet worden und hatte für einige Tage Genesungsurlaub erhalten. Das nutzten wir zur Heirat.  :Gleich nach der Hochzeit, am 13. April 1945, musste er wieder weg. Er kam dann in amerikanische Gefangenschaft. Später wurde er in französische Gefangenschaft übergeben und arbeitete in Südfrankreich in der Landwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Dort habe ich ihn dann 1947 / 1948 besucht. &lt;br /&gt;
:Ich suchte mir dort auch Arbeit als Haushaltshilfe in einem Nachbardorf. Aus einem völlig verwilderten Haushalt habe ich in einem halben Jahr einen ordentlichen „deutschen“ Haushalt gestaltet.  &lt;br /&gt;
:Ende 1948 sind wir gemeinsam auf getrennten Wegen nach Carwitz zurückgekehrt. &lt;br /&gt;
:LPG: Durch „das Soll“, d. h. die Zwangsabgabe für die Bauernwirtschaften, wurden viele mittlere und größere Höfe „devastiert“ – heruntergewirtschaftet. :Diese sogenannten „devastierten“ Betriebe wurden dann von oben, von der Kreisverwaltung zwangsbewirtschaftet, d.h. der Bauer hatte überhaupt keine Verfügungsberechtigung mehr über seinen Hof, das zugehörige Land und Vieh. &lt;br /&gt;
:Kleinere Höfe verschonte man. 1959/1960 begann dann die Zwangs-Kollektivierung. &lt;br /&gt;
:Der psychologische Druck, in die LPG einzutreten, wurde immer stärker und dann zum indirekten Zwang.&lt;br /&gt;
:Die Vorteile der Kollektivierung wurden in leuchtenden Farben geschildert: Arbeitserleichterungen durch Bewirtschaftung der großen Felder mit großen Maschinen, feste Entlohnungen, Ferien. &lt;br /&gt;
:Geregelte Arbeitszeit von 8 Stunden und Ferien kannte ein Bauer ja bisher überhaupt nicht. &lt;br /&gt;
:Mit Lautsprecherwagen wurden diese Parolen in den Dörfern verkündet. &lt;br /&gt;
:In Neuhof ging eine Bäuerin nach draußen zum Lautsprecher, drehte sich rum, zog ihre Schlüpfer runter und zeigte, sich bückend, den blanken Hintern.         &lt;br /&gt;
:1960 wurde dann die LPG Typ I in Carwitz gegründet. Typ I bedeutete nur gemeinsame Feldwirtschaft. Die Viehhaltung blieb individuell.                    &lt;br /&gt;
:1965 wurden dann alle Dörfer in der Nähe von Feldberg, so Neuhof, Laeven, Carwitz, Triepkendorf und Schlicht zu einer LPG Typ III zusammengefasst. &lt;br /&gt;
:Die Feld- und Viehwirtschaft wurde gemeinschaftlich betrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erzählte 2008: &lt;br /&gt;
:1947 heiratete sie Waldemar Morach, geb. 20.04.1919, der mit seiner Mutter aus Ostpreußen gekommen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten auf Rosenhof, der benachbarten Dorfstelle, eine Neubauernsiedlung von 9 ha erhalten.                                                                                                     &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1945 war der damalige Pächter des Rosenhofs, Panzegrau, auf Veranlassung der deutschen Behörden von den Russen verhaftet und nach Fünfeichen bei Neubrandenburg gebracht worden. &lt;br /&gt;
:Dort ist er verhungert.&lt;br /&gt;
:Besitzer des Rosenhofs war damals Hahn, ein Seifenfabrikant aus Berlin, der aber kaum hier war. &lt;br /&gt;
:1946 war der Rosenhof mit Neubauern aufgesiedelt worden.&lt;br /&gt;
:1949 wurde ihr 2. Kind, ihre Tochter (später Lehrerin) geboren. &lt;br /&gt;
:1958 musste ihr Mann in die LPG II eintreten. 1 Pferd verkauften sie, das andere musste in die LPG mit eingebracht werden. &lt;br /&gt;
:Anfänglich konnten sie sich vom „Deputat“ noch eine Kuh halten, später reichte es nur für Schweine und Kleinvieh. &lt;br /&gt;
:1961 begann sie selbst in der LPG zu arbeiten, um später eine Altersrente zu erhalten.&lt;br /&gt;
:Sie bekamen damals und auch später nach der Wende keinerlei Entschädigung für den in die LPG eingebrachten Besitz.&lt;br /&gt;
:Ihre 9 ha Land hat sie den Enkeln übertragen. &lt;br /&gt;
:1965 kauften sie das jetzige Haus. Sie selbst hat dann bei Ladwig im Unterdorf und in der Mosterei Dreiseidel gearbeitet. &lt;br /&gt;
:1974-1984 haben sie das Ferienheim des Ingenieurbüros der GIESAG/Leipzig mit 28 Betten geleitet. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Zeit und auch später hatten sie zusätzlich Sommergäste (maximal 11) in ihrem Haus und hatten dadurch ein einigermaßen stabiles Einkommen. &lt;br /&gt;
:1984 gingen sie und ihr Mann in Rente. 1997 starb ihr Ehemann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, im Haus an der Bäk erzählte 2006: &lt;br /&gt;
:Die Wirtschaft seines Vaters war mit 54 ha recht groß. Das Land, der Acker ging vom Ufer des Schmalen Luzins rechts parallel zur Straße hinüber nach Laeven. &lt;br /&gt;
:Er hatte 5 Pferde. Aber bei Kriegsende wurde ihm alles Vieh von den durchziehenden russischen Truppen weggenommen. &lt;br /&gt;
:„Wegen Nichterfüllung des Solls seiner Wirtschaft wurde mein Vater etwa 1950, wie fast alle anderen Bauern, auch eingesperrt. &lt;br /&gt;
:In Neustrelitz wurde er mit den Worten entlassen: „Faule und träge Altbauern schert euch an die Arbeit“.  &lt;br /&gt;
:Die Landwirtschaft meines Vaters wurde in dieser Zeit von den Behörden „devastiert“. Ihm wurde jegliche Verfügungsgewalt genommen. &lt;br /&gt;
:In seinem Stall standen dann 20 Kühe der LPG. Die Gülle lief direkt in den See. &lt;br /&gt;
:Später, 1955 nach der Gründung der LPG arbeitete ich in der MTS in Feldberg. Als Brigadeschlosser wurde ich in Carwitz in der Schmiede bei Friedrich Rechlin eingesetzt. &lt;br /&gt;
:Als Rudi Dreiseidel in den 60er Jahren privat die Mosterei aufbaute, betreute ich seit 1971 die Maschinentechnik.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Ehepaar Ursula (geb.Koch) (1931-2016) und Kurt Güldner (1925-2015) erzählten 2008:&lt;br /&gt;
:Kurt konnte bedingt durch die Kriegsereignisse keinen Beruf erlernen. &lt;br /&gt;
:Er kam 1950 aus russischer Gefangenschaft und arbeitete dann ab 1950 als Forstarbeiter.  Von 1958 – 1964 im Straßenbau. &lt;br /&gt;
:Als der Kinderbuchverlag das Grundstück von Suse Ditzen gekauft hatte, zogen sie 1962 ins Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Dort wohnten sie in der Scheune, bis Suse Ditzen in ihr neu gebautes Holzhaus in Feldberg umzog. &lt;br /&gt;
:Dann bewohnten sie das Untergeschoss des Haupthauses. Dieses Holzhaus von Suse Ditzen in Feldberg hat Kurt Güldner als „Leiter einer Feierabendbrigade“ gebaut. &lt;br /&gt;
:In den Jahren der DDR waren die sogenannten „Feierabendbrigaden“ außerhalb der regulären Arbeitszeit auf rein privater Basis tätig. &lt;br /&gt;
:Das bedeutet, es war Schwarzarbeit, da der Lohn, das Entgelt, praktisch auf die Hand gegeben wurde. Es wurde also nicht versteuert. &lt;br /&gt;
:Teilweise wurde auch in Naturalien oder mit Mangelwaren bezahlt. &lt;br /&gt;
:„Als der Kinderbuchverlag ins Fallada-Haus zog, sollten alle Möbel vernichtet werden“. Güldners sorgten dafür, dass die Möbel in der Scheune unterm Dach abgestellt wurden So retteten sie die Sachen vor dem Feuer. &lt;br /&gt;
:1962 – 1978 waren sie als Ehepaar Hausmeister im Betriebs-Ferienheim (Fallada-Haus) des Kinderbuchverlages.  &lt;br /&gt;
:Die Ferienhütte der Familie Dörffel bauten wir in den Jahren 1974-1977 “eigenhändig“ auf.“ &lt;br /&gt;
:Kurt Güldner war Chef einer Feierabendbrigade geblieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 28.jpg|800px|zentriert|thumb| CD28 Vor Zeiten – Blick vom Hauptmannsberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 29.jpg|800px|zentriert|thumb| CD29 Schmaler Luzin ca 1970, rechts Mühle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 30.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD30 Blick vom Südufer auf Spitze des Bohnenwerder 1978, Hintergrund Mühlberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 31.jpg|800px|zentriert|thumb| CD31 ;Blick vom Südufer des Carwitzsees auf Fallada-Bucht vor 1934, Vorn links Hang „Hügel 16“ mit heute noch stehendem Baum, im Hintergrund Hauptmannsberg, rechts Fallada-Haus]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 32.jpg|800px|zentriert|thumb| CD32 Uralter Blick vom Fallada-Garten auf heutigen Hügel 16, mit Kirchturm, Windmühle und Stall von Otto Schulz. Der große Baum steht noch.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 33.jpg|800px|zentriert|thumb| CD33 Gleicher Blick heute]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 34.png|570px|links|thumb| CD34 Kate 1  1979]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 35.jpg|490px|rechts|thumb| CD35 Fallada Haus an der Bucht 1979]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 36.jpg|550px|links|thumb| CD36 Fallada-Garten an der Bucht a]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 37.jpg|500px|rechts|thumb| CD37 Fallada-Garten an der Bucht b]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 38.jpg|570px|links|thumb| CD38 Ca 1900 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 39.jpg|1000px|rechts|thumb| CD39 1979 Haus der Familie Morach noch mit Linden Dorfstr.15 (heute 61)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==8. Früher „Fremdenverkehr“ in der Feldberger Seenlandschaft und in Carwitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1830 wird „Feldberg“ als Wanderziel im Mecklenburgischen Staatskalender genannt. (18)&lt;br /&gt;
:1850 Gründung des „Gemeinnützigen Verein für Fremdenverkehr“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Feldberg:                                                                                                                              &lt;br /&gt;
:1935   16 000 Übernachtungen                                                                                   &lt;br /&gt;
:1937   3 832 Feriengäste                                                                                                    &lt;br /&gt;
:1938   32 000 Übernachtungen &lt;br /&gt;
:2025   ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld erinnert sich: &lt;br /&gt;
:„Feriengäste kamen nach Carwitz schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Pensionen oder Hotels gab es nicht. &lt;br /&gt;
:Neben Privatzimmern logierten sie vor allem auch im Krog. In ihm gab es 2 Gastzimmer. &lt;br /&gt;
:Werbung wurde nicht gemacht. Carwitz war schon damals ein „Geheimtipp“. &lt;br /&gt;
:In den 30er Jahren wohnten im Sommer vor allem Maler und Ingenieure aus Berlin in Privatzimmern, bei Tock, Barthels, Dreiseidel, Ladwig. &lt;br /&gt;
:Die Zimmer waren einfach eingerichtet: Bett, Stuhl, Tisch, Kleiderschrank. Waschmöglichkeit, Toilette auf dem Hof oder später auf dem Flur. &lt;br /&gt;
:Für 3 Reichsmark/Person/Tag bekam man in den 20er Jahren neben dem Bett noch ein Frühstück mit Brot, Butter, 1 Ei und Honig.   &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkrieg wurden es dann 4 Reichsmark/Person/Tag.      &lt;br /&gt;
:Feriengäste, die bei Kratochwill wohnten – ein Deutsch-Amerikaner mit einer Gräfin Arko – hatten Anfang der 30er Jahre den Stall auf dem Bollenwerder etwas „möbliert“ und feierten dort mit ihren Gästen „italienische Nächte“.  &lt;br /&gt;
:Der dortige Stall, heute sind die Grundmauern noch vorhanden, war der aufwendig zubereitete Treffpunkt.&lt;br /&gt;
:Im Saal vom „Krog“ stellten die Maler immer ihre Gemälde zum Trocknen und evtl. Verkauf aus. &lt;br /&gt;
:Das waren damals vor allem 4 Landschaftsmaler. &lt;br /&gt;
:So hat Prof. Achtenhagen das alte Pfarrhaus mit dem großen Nussbaum daneben wunderschön gemalt. &lt;br /&gt;
:Kaiser-Eichberg aus Potsdam wohnte schon 1902 bei meiner Großmutter im „Krog“. Der war der große „Kiefernmaler“. &lt;br /&gt;
:Ein anderer Professor hat vor allem viele Wolken gemalt, das war der „Wolkenmaler“. Jeder hatte eben seinen eigenen Stil. &lt;br /&gt;
:Meier-Pyritz malte uns aber auch beim Halmaspiel. Über unsere schwarzen, mit weißer Wolle gestopften Strümpfe, die er getreulich malte, haben wir 15-jährigen Mädchen uns köstlich amüsiert. &lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurden Anfang der 50er Jahre in Carwitz zunächst Privatzimmern vermietet, so u. a. bei Familie Dreiseidel, bei Anna Ditzen, Ursula Barthels und Familie Ladwig.&lt;br /&gt;
:Seit der Mitte der 60er Jahren kamen einzelne auf Privatgrund gebaute und ab der 70er Jahre siedlungsartig angelegte sogenannte Datschen, bzw. Bungalows sowie Betriebsferienheime hinzu. &lt;br /&gt;
:So wurden am Hügel 16 auf dem Privatbesitz von Otto Schulz von Rapoport, Meyer-Foreyt, Blume und Stratonowitsch die ersten Bungalows gebaut, in den 70er Jahren auf sogenannten Treuhand-Grundstücken entstanden unsere Katen. &lt;br /&gt;
:Nachdem die LPG die sandigen Böden ab 1961 nicht mehr bewirtschaftete, entstanden am Südufer des Dreetz und an der Schappwasch zunächst wilde Zeltplätze. &lt;br /&gt;
:Sogar auf dem Steinwerder im Carwitzer See war jahrelang ein sehr romantisches Ferienlager. &lt;br /&gt;
:Die Abfälle, der Müll und die Toilettenkübel, sollen regelmäßig mit dem Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht worden sein. &lt;br /&gt;
:Der Bau einer Bungalowsiedlung auf dem Bohnenwerder konnte durch massive Proteste u. a. durch Ruth Werner verhindert werden.  Auch Bebauungspläne am Fischersteig und am Hauptmannsberg wurden nicht realisiert.&lt;br /&gt;
:Bewirtschaftete Zeltplätze entstanden an der Mühle runter zum Dreetz und „Klein aber Fein“ am Carwitzsee auf dem Privatgelände von Familie Schönfeld. :Anfang der 90er Jahre wurden die heute noch bestehenden Zeltplätze legalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ruth Werner und andere Mitarbeiter des Kinderbuchverlages lernten Carwitz durch ihre Kinder kennen, die 1951 mit ihrer Schulklasse nach Carwitz gefahren waren. &lt;br /&gt;
:Der „Geheimtipp“ sprach sich rum und so wohnten Mitarbeiter des Aufbauverlages, des Kinderbuchverlages in den 50er Jahren bei Anna Ditzen im Fallada-Haus. Sie genossen dort Annas Gastfreundschaft und ihren vorzüglichen Mittagstisch.&lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren trafen sich mehrfach Autoren mit ihren Lektoren des Kinderbuchverlages zu „Carwitzer Gesprächen“ (nach Günther Ebert: „Vom Genius loci“ in Carwitzer Notizen, Kinderbuchverlag Berlin 1985). &lt;br /&gt;
;Weitere mir namentlich bekannte „berühmte“ Bewohner und Feriengäste. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da es noch viel mehr geben wird:&lt;br /&gt;
                                         &lt;br /&gt;
:Hans Fallada, (1893-1947) Schriftsteller Rudolf Ditzen, lebte 1933–1944 in Carwitz. S. Extra-Kapitel&lt;br /&gt;
:Anna Ditzen, (1901-1990) Ehefrau von Hans Fallada, lebte 1933 bis 1965 in Carwitz, danach in Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ruth Werner (1907-2000) Schriftstellerin Ursula Beurton, geborene Ursula Maria Kuczynski lebte seit 1952 im Sommer in verschiedenen Hütten in Carwitz. S. Extra-Kapitel.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt (1916-1981), Maler und Grafiker, Mitbegründer der „Leipziger Schule“, der bedeutenden Strömung der modernen Malerei der DDR in den 70er und 80er Jahren. Lebte in den Sommermonaten in Carwitz.&lt;br /&gt;
:Harry Blume (1924-1992), Maler der Leipziger Schule lebte zeitweise in seinem Sommerhäuschen am Zugang zu unseren Katen rechts.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt und Harry Blume fuhren Anfang der 60er Jahre mit ihren Studenten in die Feldberger Landschaft. Während die Studenten sich der Pleinairmalerei widmeten, saßen sie im Krog oder streiften durch die Gegend und entdeckten so den Hügel 16, auf dem sie ihre Bungalows errichteten&lt;br /&gt;
:Gabriele Meyer-Dennewitz, Grafikerin und Malerin, lebte und arbeitete von 1964, seit 1991 ganzjährig, bis zu ihrem Tode 2011 in Carwitz im Unterdorf. &lt;br /&gt;
:Frank Merker, Maler und Grafiker, lebte und arbeitete bis zu seinem Tod 2008 in Carwitz&lt;br /&gt;
:Jürgen Wittdorf, Maler und Graphiker, kaufte 1964 ein über hundert Jahre altes Fachwerkhaus in Carwitz, das er selbst sanierte und seitdem in den Sommermonaten bewohnte.&lt;br /&gt;
:Prof. Samuel Mitja Rapoport (1912-2004) österreichischer Arzt, Direktor des Instituts für Physiologische Chemie an der Charité. &lt;br /&gt;
:Prof. Inge Rapoport (1912-2017) Charité, erster europäischer Lehrstuhl für Neonatologie. Mit 102 Jahren verteidigte sie ihre Doktor-Dissertation, die ihr 1937 aufgrund der Rassegesetze verwehrt geblieben war. Ihr erster Bungalow am Zugang zu unseren Katen links, später bauten sie noch einen am Fischersteig. :Ihr damaliger Badesteg ist unser jetziger von Kate 3.&lt;br /&gt;
:Charly Hübner, (*1972) Schauspieler, ist in Carwitz Feldberg als Hoteliersohn aufgewachsen. &lt;br /&gt;
:Till Lindemann, (Band Rammstein) hat ca 2020 das Grundstück des alten in den 70er Jahren abgerissenen Pfarrhauses gekauft. Dazu gehören ausgebaute Nebengebäude.&lt;br /&gt;
:Max Kaus (1891-1977), Maler, dessen Bilder von den Nazis 1937 als „entartete Kunst“ diffamiert und aus den Museen entfernt wurden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 40.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD40 „Carwitz II“ 1921, Max Kaus, Blick vom Hauptmannsberg zum Bohnenwerder vor 100 Jahren.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==9. Hans Fallada - Schriftstellername von Rudolf Ditzen==  &lt;br /&gt;
:(* 21.7.1893 Greifswald † 5. 2. 1947 in Berlin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hans Fallada machte das Dorf Carwitz über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Die nachfolgenden kursorischen Bemerkungen können nicht seine Biografie ersetzen. &lt;br /&gt;
:Geboren als Sohn des späteren Reichsgerichtsrates Wilhelm Ditzen und seiner Frau Elisabeth. &lt;br /&gt;
:Er hatte eine „schwierige“ Jugend mit Besuch mehrerer Gymnasien, in einem als Duell getarnten Doppelselbstmordversuch erschießt er seinen Mitschüler Hanns Dietrich von Necker in Rudolstadt, &lt;br /&gt;
:Tätigkeiten in der Landwirtschaft in Sachsen, Pommern, Mecklenburg, Alkohol- und Drogenabhängigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 41.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD41 Fallada-Porträtkarikatur von e.o.plauen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seit 1920 mehrere Romane ohne Erfolg. Mehrfache Unterschlagungen, wiederholte Verurteilungen zu Gefängnisstrafen bis 2 ½ Jahren.&lt;br /&gt;
:1929 Heirat mit Anna Margarete Issel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Geburt der Kinder: Ulrich Ditzen *1930, von Zwillingstöchtern bleibt Lore (Mücke) am Leben *1933, sie stirbt 1951 an Sepsis in Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Achim Ditzen *1940. &lt;br /&gt;
:Ernst Rowohlt, damals Annoncenwerber und Journalist, wird auf ihn schon in den zwanziger Jahren aufmerksam und unterstützt ihn finanziell.&lt;br /&gt;
:1932 Welterfolg von „Kleiner Mann - was nun?“ mit 45 Auflagen und 20 Auslandsauflagen. In diesem Roman erzählt Hans Fallada, dass die Herzenswärme von Lämmchen und Pinneberg mit ihrem Sohn Murkel stärker ist als ihre Not und der Abstieg von Pinneberg zum hoffnungslosen Arbeitslosen. &lt;br /&gt;
:Von diesen Einnahmen kauft er sich für den damals unerhörten Preis von 11.700 Reichsmark im Juli 1933 in Carwitz die Büdnerei Nr.17, das Haus Wehrle, am Wege zum Bohnenwerder.&lt;br /&gt;
: Es war 1849 gebaut worden. „Der Verkäufer des Hauses Wehrle kam mit der Landwirtschaft und dem Versuch eines Cafes nicht zurecht. (18 S. 265)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 42.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD42 So soll Fallada das Haus 1933 übernommen haben. Die Partie zum See ist unrealistisch.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 43.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD43 So sah vor 1930 die „Fallada-Bucht“ mit Wehrle vom heutigen Hügel 16 aus]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hier lebte und arbeitete er zwischen 1933 und 1944. Nach der Trennung von Mummi, seiner ersten Frau, lebte er mit seiner zweiten Frau, Ursula Losch, in Feldberg bis Anfang 1946.&lt;br /&gt;
:In Carwitz zog er sich nach Drangsalierungen durch das nationalsozialistische Regime in die „innere Emigration“ zurück. Er konnte sich nicht entschließen Nazideutschland zu verlassen. &lt;br /&gt;
:Trotzdem hatte er eine glückliche, produktive Zeit. &lt;br /&gt;
:In diesen Jahren entstanden 17 Romane, u.a. „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ (1934), „Wir hatten mal ein Kind“ (1934), „Wolf unter Wölfen“ (1937), „Der eiserne Gustav“ (1938), „Damals bei uns daheim“ (1941), „Heute bei uns zu Haus“ (1943). Letzteres beschreibt mit erzählerischer Freiheit sehr amüsant die Jahre mit seiner Familie in Carwitz. Neben Unterhaltungsromanen schreibt er mit großer Fabulierkunst auch heute noch lesenswerte Kinderbücher, „Geschichten aus der Murkelei“ (1938), „Fridolin der freche Dachs“ (1944).&lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zu den Dorfbewohnern ist meist getrübt: „... was man aus Neid, Hass und Übelwollen heute auszuhalten hat, wenn man wie ich auf dem Präsentierteller sitzt und weit und breit kein Mensch ähnlicher Denkungs- und Arbeitsart ...“ (15)&lt;br /&gt;
:Alkoholismus, Drogenabhängigkeit führen zum Zerwürfnis mit Mummi und es kommt zum Gebrauch einer Schusswaffe. Daraufhin erfolgt die Zwangseinweisung in die Landesnervenheilanstalt Alt-Strelitz. Hier schreibt er „Der Trinker“ auf bereits bedrucktem Papier zwischen den Zeilen auf. &lt;br /&gt;
:Die Erzählung seiner eigenen Problematik wird erst posthum 1950 veröffentlicht. &lt;br /&gt;
:Danach fortbestehende Dogenabhängigkeit gemeinsam mit seiner 2. Frau Ursula Losch in Feldberg, wo er auch das Ende des 2. Weltkrieges erlebt. &lt;br /&gt;
:Kurzzeitig wird er von den Sowjets als Bürgermeister von Feldberg eingesetzt.&lt;br /&gt;
:Mit Unterstützung von Johannes R. Becher siedelt er nach Berlin-Niederschönhausen über. &lt;br /&gt;
:Von ihm bekommt er Unterlagen zum Ehepaar Elise und Otto Hampel. Ende 1946 schreibt er über den isolierten Widerstand dieses Ehepaars zur Diktatur des Nationalsozialismus seinen letzten Roman in knapp 4 Wochen: „Jeder stirbt für sich allein“. &lt;br /&gt;
:Fallada stirbt am 5. Februar 1947. 1981 wird die Urne Hans Falladas vom Park-Friedhof Berlin-Pankow zur Grab- und Gedenkstätte auf dem alten Dorffriedhof in Carwitz überführt. Auch seine Suse, seine Tochter Mücke und seine Mutter sind hier begraben.&lt;br /&gt;
:Der DEFA-Spielfilm „Fallada – Letztes Kapitel“ (Regie: Roland Gräf, 1988) wurde zu großen Teilen in Carwitz gedreht.&lt;br /&gt;
:1965 kaufte der Berliner Kinderbuchverlag, damaliger Leiter Günther Schmidt, von Anna Ditzen das Grundstück. Sie konnte das große Gehöft allein nicht mehr bewirtschaften. &lt;br /&gt;
:Damit war Anna Ditzen die Sorge genommen, dass ein völlig „Fremder“ das Haus übernehmen und das „Früher“ auslöschen könne. Vermittler waren Ruth Werner und Fred Rodrian, (15, S.65)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch wollte die Treuhand 1992 das Grundstück an Privatleute verkaufen. Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass das verhindert werden konnte. &lt;br /&gt;
:Die Hans-Fallada-Gesellschaft betreibt im Haus und auf dem gesamten Anwesen ein lebendiges Museum, das von der Bundesregierung als „Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung“ zertifiziert ist.&lt;br /&gt;
:Das Arbeitszimmer von Hans Fallada ist mit originalem Mobiliar wiederhergestellt worden. Auch in der Veranda, dem Esszimmer – beides in originaler Ausstattung – und im Raum “Hans Fallada. Leben und Werk“ kann man hautnah sein facettenreiches und umfangreiches Leben bestaunen, wie verschlungen und ambivalent seine Biografie ist. &lt;br /&gt;
:Das 15.000 m² große Anwesen am Carwitz See ist wunderbar angelegt, das Dreieckbeet ist original bepflanzt, das Bienenhaus denkmalgerecht saniert, das Bootshaus originalgetreu nachgebaut, seine Streuobstwiese und die „Sitzecke am Seeufer“ können gefühlsmäßig nachempfunden werden. &lt;br /&gt;
:Fallada war auch ein versierter Landwirt.&lt;br /&gt;
:2000 wurden die Räumlichkeiten der „Scheune“ auf dem Fallada-Hof übergeben. Die Sanierung lief seit 1996.   &lt;br /&gt;
:Allein für die Scheune wurden 1 Mill. DM investiert. Der große Raum wird ganzjährig für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. &lt;br /&gt;
:Hier kann man auch fundierte Sonderausstellungen im Scheunensaal erleben.&lt;br /&gt;
:Jährlich finden die Hans Fallada Tage jeweils am Wochenende vor oder nach seinem Geburtstag am 21. Juli statt. &lt;br /&gt;
:Dazu gehört auch die sommerliche Veranstaltungsreihe an jeden zweiten Freitag um 20:00 Uhr “freitags bei Fallada“ mit Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen oder Filmvorführungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Fallada Heute&lt;br /&gt;
:1. Hans-Fallada-Museum in Carwitz 17258 Feldberger Seenlandschaft Ortsteil Carwitz Zum Bohnenwerder 2, Tel.: 039832 20359 – museum@fallada.de&lt;br /&gt;
:2. Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. - hfg@fallada.de, gegründet 1991 &lt;br /&gt;
:3. Literaturzentrum Neubrandenburg mit dem Fallada-Archiv.&lt;br /&gt;
:4.  Hans-Fallada-Klub in Neustrelitz, gegründet 1973 als „Club der Intelligenz“ im Kulturbund der DDR. Heute: info@hans-fallada-klub.de Website: www.hans-fallada-klub.de &lt;br /&gt;
:5.  Verein Pommersche Literatur-Gesellschaft e. V. ist 2000 hervorgegangen aus dem 1991 gegründeten Hans-Fallada-Verein Greifswald. Er hat seinen Sitz im Geburtshaus von Hans Fallada.&lt;br /&gt;
:6. Hans-Fallada-Schule Feldberg erhielt ihren Namen 1976. Beachtet werden sowohl seine  erzählerischen Leistungen als auch sein psychopathisches Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In einem Artikel “Zwei Gesellschaften und viele Wahrheiten“ (7.12.2005) schreibt Frank Pergande: “Es vergingen 30 Jahre bis die DDR den Versuch unternahm, Fallada postum zu vereinnahmen.“ &lt;br /&gt;
:Der damals in Neubrandenburg lebende Literaturwissenschaftler Tom Crepon war bei Recherchen für eine Fallada-Biografie auf Falladas Nachlass gestoßen – im Keller einer Braunschweiger Fleischerei. &lt;br /&gt;
:1978 wurde der Nachlass von der Akademie der Künste der DDR gekauft und zwei Jahre später nach Feldberg gebracht. &lt;br /&gt;
:Im selben Jahr erschien Crepons Biografie “Leben und Tode des Hans Fallada“. &lt;br /&gt;
:1983 erschien eine weitere Biografie, von Werner Liersch unter dem Titel “Fallada. Sein großes kleines Leben“. &lt;br /&gt;
:Weitere Informationen gibt es in den Artikeln der genannten Autoren, von der damaligen Archivarin des Fallada-Archivs Sabine Lange und auch von Heide Hampel mit Streitereien zur Stasi und zum Fallada-Nachlass in Feldberg, in Carwitz und dem Literaturzentrum Neubrandenburg. &lt;br /&gt;
:Heide Hampel baute das Hans-Fallada-Archiv in Feldberg/Meckl. auf und trug u. a. Sammlung und Nachlass der Schriftstellerin Brigitte Reimann zusammen.&lt;br /&gt;
:Klaus-Jürgen Neumärker schrieb u. a. anhand der Krankengeschichte: „Der andere Fallada“. Darin schildert er die „Psychopathie“ von Fallada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==10.Ruth Werner (* 15. Mai 1907 in Friedenau † 7. Juli 2000 in Berlin)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ist seit 1958 der Schriftstellername von Ursula Beurton, zuvor Ursula Hamburger, geboren als Ursula Maria Kuczynski. Sie war eine deutsche Schriftstellerin und Agentin des  russischen Militärnachrichtendienstes GRU der Roten Armee (Deckname „Sonja“), der späteren Sowjetarmee. Ihr älterer Bruder war Wirtschaftswissenschaftler, Prof. Jürgen Kuczynski. Andere Schwestern lebten nach 1933 großbürgerlich in England.&lt;br /&gt;
:1953 war Ruth Werner mit Len Beurton, ihrem Mann, das erste Mal nach Carwitz gekommen.&lt;br /&gt;
:Bereits in jungen Jahren wurde sie Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland. Sie blieb der Vision einer sozialistisch-kommunistischen klassenlosen menschlichen Gesellschaft treu bis zu ihrem Tode. &lt;br /&gt;
:Wie weit sie die Verbrechen der stalinistischen und anderer sozialistischer Staaten kannte und beurteilte bzw. verurteilte ist mir nicht bekannt. &lt;br /&gt;
:Ihre Autobiografie unter dem Titel „Sonjas Rapport“ erschien erstmalig 1977. Darin schildert sie grundsätzlich, aber unvollständig, ihre Agententätigkeit.&lt;br /&gt;
:Ben Macintyre schrieb eine erschütternde Biografie (2022 Insel Verlag Berlin) &lt;br /&gt;
:„Agent Sonja - Kommunistin, Mutter, Topspionin | Vom unglaublichen, aber wahren Leben der Spionin Ursula Kuczynski (alias Ruth Werner), die den Lauf der Weltgeschichte veränderte“&lt;br /&gt;
:Er schildert aufgrund neuer Informationen den dramatischen und fast selbstmörderischen Lebenslauf. Insbesondere wird diese Spannung zwischen Spionin und Ehefrau mit wechselnden Männern sowie ihren Kindern sehr ausführlich dargestellt, teilweise kann es einem schaudern. &lt;br /&gt;
:Man muss für die in dieser Zeit lebenden, denkenden und handelnden Menschen immer wieder „die Vision“ des Kommunismus bedenken. Mit ihr erklärt sich nicht nur die spätere Machtpolitik des sogenannten sozialistischen Weltsystems, sondern auch von Anfang an die unmenschlichen verbrecherischen Handlungen. :Diese Vision wird heute als Illusion beurteilt, sowohl politisch gesellschaftlich als auch wissenschaftlich philosophisch. &lt;br /&gt;
:Die neue Biografie soll mit ihrem heute in Carwitz lebenden Sohn, Peter Beurton, abgesprochen worden sein. (Beide Biografien stehen in Carwitz-Bibliothek, Kate 1.)&lt;br /&gt;
:Hierzu einige Daten, die das Interesse am Leben von Ruth Werner bis zu ihrer Übersiedlung in die DDR wecken können.&lt;br /&gt;
:Mit ihrem ersten Ehemann, dem deutschen Architekten Rudolf Hamburger, ging sie als 23-Jährige nach Schanghai. &lt;br /&gt;
:Dort wurde, trotz der Weltwirtschaftskrise, zu dieser Zeit stark gebaut. Sie lernte den im deutschen Botschaftsdienst tätigen Richard Sorge kennen und lieben. &lt;br /&gt;
:Er nutzt sie als Informantin und empfiehlt sie der militärischen Aufklärung der Roten Armee. &lt;br /&gt;
:Ursula Hamburger wird von 1933 bis 1934 in Moskau ausgebildet. &lt;br /&gt;
:Für ihre Tätigkeit in China erhielt sie &#039;&#039;&#039;1937 (!)&#039;&#039;&#039; den Rotbannerorden in Moskau. &lt;br /&gt;
:1938 flüchtete Ruth Werner mit ihrem Ehemann in die Schweiz. Dort lernte sie den englischen Spanienkämpfer Len Beurton kennen. &lt;br /&gt;
:Für ihn war es nach seinen Schilderungen Liebe auf den ersten Blick. Sie schilderte es als Pflicht zur Tarnung. &lt;br /&gt;
:Beide wurden dann nach England beordert. In der Schweiz und in England baute sie ein Informationsnetz für Moskau auf. &lt;br /&gt;
:1943 landet sie ihren größten Coup: Sie übermittelt während des Krieges Unterlagen des deutsch-britischen Kernphysiker und sowjetischen Atom-Spions Klaus Fuchs (1911-1988), also das britisch-amerikanische Atomgeheimnis, an die Sowjets. &lt;br /&gt;
:Daher war Stalin nicht überrascht, als er 1945 in Potsdam über die Explosion der ersten Atombombe in Japan informiert wurde.&lt;br /&gt;
:1949 flüchtete das Ehepaar Beurton nach der Enttarnung von Klaus Fuchs in die DDR. &lt;br /&gt;
:Nach zwanzig Jahren unentdeckter Geheimdienstarbeit scheidet sie 1950 auf eigenen Wunsch als Oberst der Roten Armee aus. &lt;br /&gt;
:Sie gilt als eine der erfolgreichsten sowjetischen Kundschafterinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie war dann sechs Jahre im Staatsdienst der DDR beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Als Autorin, Ruth Werner, trat sie zunächst mit der Publikation von Kinderbüchern auf. &lt;br /&gt;
:Ihre bekanntesten Bücher sind &amp;quot;Muhme Mele&amp;quot;, &amp;quot;Olga Benario&amp;quot; und &amp;quot;Sonjas Rapport&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Ihr Sohn soll erst 1977 durch ihre Autobiografie „Sonjas Rapport“ von ihrem Doppelleben erfahren haben. &lt;br /&gt;
:Immerhin hatte das GRU die Veröffentlichung genehmigt.&lt;br /&gt;
:Werner Liersch schreibt (15/S.65): „Ruth Werner war eine der spektakulären Personen des 20. Jahrhunderts und sie war von äußerster Bescheidenheit, Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe. Sie war eine kommunistische Idealistin. Die Frauen (Anna Ditzen) verstanden sich.“  &lt;br /&gt;
:In den Wintermonaten wohnt sie anfangs manchmal in einer der beheizbaren Dachmansarden bei Anna im Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Im Sommer hat sie Adressen von Hütten im Dorf.17 In den 70er Jahren bekommt sie von der Stasi vermittelt eine kleine Hütte auf der zum See abfallenden :Wiese hinter dem Fallada-Haus unter den alten Obstbäumen. Sie schreibt in Falladas Garten: „An die hundert Seiten, Sonjas Rapport’ gehören zu seiner Wiese, mit dem Blick auf den Carwitzer See, hundert Seiten auf dem winzigen Rasenfleck vor dem Gemüse- und Blumengarten der Ursula Barthels mit Blick über den Dreetz, der wie ein Bergsee ins Tal gebettet liegt.“ &lt;br /&gt;
:Sie müht sich, dass das Dorf, die Landschaft und der alte Friedhof ihr Gesicht erhalten können.  &lt;br /&gt;
:Die Atheistin Ruth Werner gibt Geld für die Kirche. &lt;br /&gt;
:„Sie (Karl Gossow und Wolfgang Steinitz) retteten gemeinsam mit dem kunst- und naturverständigen Weimarer Architekten Professor Engelberger die liebliche Halbinsel Bohnenwerder vor einer geplanten Bungalowsiedlung.“ &lt;br /&gt;
:Sie erinnert sich an Kurt und Jeane Stern, die nach Carwitz kommen. Sie sind Spanienkämpfer wie Len, und Autoren berühmter Filme wie „Das geteilte Dorf“ und „Stärker als die Nacht“. Sie sind treue und nahe Freunde von Anna Seghers über 50 Jahre. &lt;br /&gt;
:Ruth Werner hinterlässt den bis heute nicht eingelösten Satz: „Sollten nicht auch diese Jahre, diese Namen in die Annalen des Fallada-Hauses mit eingehen?“. &lt;br /&gt;
:Bei der Beisetzung ihrer Urne im Juli 2000 auf dem Friedhof Berlin Baumschulenweg sprach ein Gesandter der Russischen Föderation als Trauerredner. &lt;br /&gt;
:Sie war Oberst der Roten Armee.&lt;br /&gt;
:In Carwitz, wurde seit 2010 die Erinnerung an sie mit einer Ausstellung von einem Verein unter Ingrid Becker wachgehalten. Er löste sich 2023 auf. &lt;br /&gt;
:Die in Neustrelitz ansässige Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt unterstützt die Digitalisierung der vorhandenen Materialien. Darin geht es um das Weltbild Ruth Werners, ihre Tätigkeit im Nachrichtendienst, ihr Leben in der BRD, DDR und im vereinten Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==12.    Bankräuberpaar lebte unauffällig==&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Berliner Zeitung 2. März 2013 &amp;quot;Das Doppelleben der Postbank-Räuber M. Wittge O. Kröning&amp;quot;:  &lt;br /&gt;
:Die Brüder Frank und Ralf L. überfielen insgesamt 18 Postbanken. Ihr Motiv: Spiel- und Drogensucht.&lt;br /&gt;
:Im Sommer, wenn die Urlauber kamen, florierte ihr Landgasthof in Mecklenburg. Dann führten Frank (52) und Ralf L. (49) ein braves Wirts-Leben. &lt;br /&gt;
:Im Winter zog es die Brüder oft in ihre alte Heimat, nach Berlin. Dann überfielen sie Banken, verspielten das Geld, nahmen Drogen. &lt;br /&gt;
:Beim 19. Überfall war das SEK schneller am Bankschalter als die Postbank-Räuber!&lt;br /&gt;
:Der Pastor-Niemöller-Platz in Niederschönhausen, gegen 18.40 Uhr: Die Postbankfiliale hat bereits seit 40 Minuten geschlossen. Die Angestellten und der Filialleiter sind noch in der Bank, erledigen vor dem Feierabend noch letzte Büroarbeiten, bevor sie durch den Hintereingang nach Hause verschwinden wollen. Dort lauern die beiden Bankräuber, bewaffnet mit Messer und Pistole. Mit Fahrrädern waren die Brüder zu der Pankower Bank geradelt. &lt;br /&gt;
:Was Frank und Ralf L. nicht ahnen. Auch sie werden beobachtet, von Zivilpolizisten, und das schon seit zwei Monaten. &lt;br /&gt;
:Fünf Minuten später folgt der Zugriff: SEK-Beamte stürmen aus ihren Verstecken, überwältigen die völlig überraschten Täter und bringen sie zum Landeskriminalamt. &lt;br /&gt;
:„Bei der Vernehmung gestanden die Brüder, insgesamt 15 Banküberfälle in Berlin und drei im Land Brandenburg verübt zu haben“. Von dem Geld soll nach ihren Aussagen nichts mehr übrig sein. Sie sollen es bei Sportwetten verspielt und in Kokain investiert haben. &lt;br /&gt;
:Teilweise zeigten Frank und Ralf L. bei den Überfällen außergewöhnlichen Erfindungsreichtum: So verkleideten sich die Brüder bei einem Bankraub im Januar 2010 in Neukölln zur Tarnung als Reinigungskräfte, die von der Rückseite des Gebäudes rote Farbschmierereien entfernen wollten. &lt;br /&gt;
:Sie hatten das Gebäude selbst mit Farbe beschmiert. Bei einem Überfall im Dezember an der Oranienburger Straße verkleidete sich das Räuber-Duo als Handwerker, klingelte an der Postbank. &lt;br /&gt;
:Die Eltern von Frank und Ralf L., die den Söhnen bei der Bewirtschaftung des Gasthofes in der Feldberger Seenlandschaft halfen, können noch gar nicht glauben, dass ihre Söhne gefährliche Serienbankräuber sein sollen. „Ich habe davon nichts geahnt“, sagt die Mutter. „Es ist so furchtbar, sie sind Freitag nach Berlin gefahren.“ Ralf L. hatte am Abend angerufen. „Er sagte uns, dass sie bei der Polizei sind und wir uns keine Sorgen machen müssten“, erzählt der Vater. „Er meinte noch, dass alles gut werden würde.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seitdem ist „Der Krog“ als Gaststätte geschlossen. Gelegentlich gibt es Ausstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==13. Infrastruktur, Elektrizität, Wasser, Abwasser==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Elektrifiziert wurde Carwitz ca. 1902/03 nach der Erzählung von Paul Utnehmer (Frau Christa Schönfeld). Einige Straßenlampen gab es auch schon vor dem zweiten Weltkrieg. Sie wurden per Handschalter an einem Lampenmast gegenüber dem Friedhof bei Einbruch der Dunkelheit eingeschaltet und 23 Uhr ausgeschaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Stadtvertretung der Stadt Feldberg beschloss in ihrer Sitzung am 22.4.1999 eine Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“&lt;br /&gt;
:Darin heißt es u. a. (auszugsweise): &lt;br /&gt;
:„Im nachfolgend näher bezeichneten Gebiet liegen städtebauliche Missstände vor. Das insgesamt ca. 20 ha umfassende Gebiet (...) erhält die Bezeichnung Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 44.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD44 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Sanierungsgebiet umfasst alle Grundstücke (...) innerhalb der im Lageplan (...) durch eine schwarz gestrichelte Linie gekennzeichneten (...) abgegrenzten Fläche.&lt;br /&gt;
:Es können sowohl städtische Maßnahmen im Bereich Hoch- und Tiefbau, als auch private Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden durch Ausreichung eines Zuschusses oder Darlehns gefördert werden.“&lt;br /&gt;
:Die intensive Sanierung von Carwitz erfolgte einschließlich der vorausgehenden Maßnahmen von 1992-2007. Aber ab Anfang der 80er Jahre versorgte bereits eine zentrale Wasserleitung von einem Wasserwerk oberhalb des „Schappwaschs“ (Schafwäsche) am Dreetz alle Gehöfte und Ferienhäuser. Die Einzelbrunnen wurden verfüllt oder nicht mehr gepflegt.&lt;br /&gt;
:Eine allgemeine Abwasseranlage mit Anschlusspflicht für alle Bewohner wurde 1997/99 gebaut. Bis dahin wurden die Klärkammern jedes Gehöftes und der Ferienhäuser für Schmutzwasser regelmäßig von Spezialautos abgepumpt und zentral entsorgt. Dazu gibt es die Berichte, dass aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit die Entsorgungsfahrzeuge ihren Abwasserschlamm in Seen oder im Wald abkippten.&lt;br /&gt;
:Damals war Lutz Teichfischer Bürgermeister von Feldberg. Für Interessenten liegt in Kate 1 ein Heft von 60 Seiten: “CARWITZ Abschlussdokumentation der Sanierung“. Die Gesamtkosten betrugen 2.894.920 €, davon entfielen 1.340.880 € auf die Dorfstraße, die Wege und Plätze, sowie 210.980 € auf die Modernisierung und Instandsetzung von privaten Gebäuden. &lt;br /&gt;
:Ich erinnere mich, dass aus historischen Gründen die Dorfstraße mit Kopfsteinpflastern von Spezialkräften aus Portugal durchgeführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 45.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD45 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 47a.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD46 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 48.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD47 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+5&#039;&#039;&#039; Blicke auf Carwitz beim Rundflug 2008 (Wer hat die Bildrechte?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==14. Dorfkirche, Pfarrhof, Friedhöfe==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Mittelalter war Carwitz selbstständige Pfarre des Bistums Brandenburg. &lt;br /&gt;
:1534 gehörten dazu die Kapellen in Feldberg, Laeven und Hinrichshagen (Lüttenhagen). &lt;br /&gt;
:Im 30-jährigen Krieg ging die Pfarre ein und die Parochie wurde von Triepkendorf aus verwaltet. &lt;br /&gt;
:1706 entstand am Anger die Dorfkirche als rechteckiger Fachwerkbau mit einem freistehenden Glockenturm vor dem Westgiebel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1740 wurde Carwitz wieder Pfarrsitz. Eingepfarrt wurden dorthin Feldberg, Conow, Weitendorf, Wittenhagen, Försterei Laeven und Neuhof. &lt;br /&gt;
:Der „Küstersteig“ zweigt von der Bahnhofstrasse in Feldberg ab und führt entlang der Wiesen zum Schmalen Luzin, er war also der Weg, auf dem Pfarrer und Küster aus Carwitz nach Feldberg zum Gottesdienst gingen und zurück. &lt;br /&gt;
:Seit 1815 war Feldberg „Flecken“ und erhielt erst 1919 das Stadtrecht. &lt;br /&gt;
:1857 wurde die Pfarre trotz stärkster Proteste der Carwitzer nach Feldberg gelegt, dafür durften im Gegensatz zu den anderen Dörfern die Carwitzer weiterhin ihre Kinder in ihrer eigenen Kirche konfirmieren. &lt;br /&gt;
:Auf dem uralten Kirchhof befindet sich ein offener Glockenstuhl mit zwei Gussstahlglocken. Diese wurden in Bochum gegossen und kamen um 1920 nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Die vorherigen beiden Bronzeglocken mussten während des ersten Weltkrieges für die Verarbeitung zu Munition abgeliefert werden. &lt;br /&gt;
:Bei diesen Bronzeglocken handelte es sich um eine kleinere mittelalterliche Glocke und eine große Glocke von 1859, welche ein Geschenk des Großherzogs Georg war.&lt;br /&gt;
:Dem ursprünglichen Friedhof an der Kirche folgte im 19. Jahrhundert der heute aufgelassene Friedhof mit dem Fallada-Gedenk-Grab. &lt;br /&gt;
:Im 2. Weltkrieg wurde dort noch beerdigt, siehe Grab eines russischen Hilfsarbeiters in der rechten Ecke zum Luzin. &lt;br /&gt;
:Der heutige Friedhof am Kreisel wurde nach dem 2. Weltkrieg eingerichtet. &lt;br /&gt;
:Er ist aus Gründen mangelnden Unterhalts heute nicht mehr allgemein belegbar, außer vorgemerkt mit jährlichen Gebühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 49.jpg|800px|zentriert|thumb| CD49]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 50.jpg|800px|zentriert|thumb| CD50 vor 1906]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 51.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD51 Die jetzige Kirche ist ein rechteckiger Fachwerkbau, eingeweiht 1706. Der hölzerne Westturm mit Spitzhelm wurde 1912 wegen Baufälligkeit abgerissen.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD52 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52a.jpg|800px|zentriert|thumb| CD53 Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut.  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Innern der rechteckigen Saalkirche befinden sich an drei Seiten Emporen. Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut. &lt;br /&gt;
:Die beiden Altarflügel (um 1500) zeigen rechts oben Maria und Sankt Elisabeth, unten Sankt Matthias und Sankt Bartholomäus. &lt;br /&gt;
:Auf dem linken Flügel sind oben Sankt Jakobus und Sankt Andreas, unten Sankt Agnes und Sankt Petrus dargestellt. &lt;br /&gt;
:Die beiden auf den Flügeln stehenden Schnitzfiguren zeigen Maria mit dem Christuskind (links) und Sankt Johannes (rechts) sowie auf den Rückseiten eine Verkündigungsszene. &lt;br /&gt;
:Die dritte Schnitzfigur im Altarraum an der Wand links stellt Sankt Valentin dar und stammt ebenso wie das Kruzifix aus der Zeit um 1500.&lt;br /&gt;
;Erna Morach, Christa Schönfeld  und Otto Schulz erzählten: &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg bekam der Pfarrer jedes Jahr den „Obsterwangs“ (von ihr so ausgesprochen). Das war der große  Kirchenzehnte, ein Rest der Feudalsteuer. &lt;br /&gt;
:Die Bauern gaben ihm 10 Zentner Roggen oder mehr, die sie gleich in die Mühle nach Feldberg bringen mussten. &lt;br /&gt;
:Der Pastor bekam dann nur das Geld für den an den Müller verkauften Roggen. Wurst, Eier kamen noch hinzu. &lt;br /&gt;
:Die Namen der Pastoren sind ihnen nicht mehr erinnerlich. &lt;br /&gt;
:Noch in den 20er und 30er Jahren sammelte „de Glöckner“ Wilhelm Schmidt den Kirchenzehnten in Naturalien zu Ostern ein.&lt;br /&gt;
:In ihrer Kindheit läutete der Glöckner, Herr Schmidt, die kleine Kirchenglocke 3x täglich: bim-bim-bim Sommer 7:00 (Winter 8:00), 12:00, Sommer 18:00 (Winter 16:00).  &lt;br /&gt;
:Am Sonntag wurde von ihm die große Glocke 10:00 geläutet und wenn der Pfarrer kam, wurde auch die 2. große Glocke geläutet. &lt;br /&gt;
:Der Glöckner „trampelte“ dann auf den Blasebälgen der Orgel die Luft in die Pfeifen, die vom Lehrer gespielt wurden. &lt;br /&gt;
:„Wir Kinder sangen dazu“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Reste des alten Pfarrhofs an der Bushaltestelle wurden erst 1974 im Auftrag der Kirche vom Bauunternehmer Börner aus Feldberg abgerissen und in den Modder-Mücken-Teich am Hügel 16 vor unseren Katen 2/3 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Beim Umbau 1978 / 2000 wurde im Zuge der Dorfsanierung auch die Kirchhofsmauer aufwendig umgebaut. Das geschah in der jahrhundertealten Fertigungstechnik als sogenannte Trockenfeldsteinmauer. &lt;br /&gt;
:Trockenmauern bieten in ihren vielen Ritzen und Hohlräumen ein spezielles Kleinklima und wertvolle Ersatzlebensräume für Reptilien und Insekten. &lt;br /&gt;
:Durch Samenflug siedeln sich außerdem auf den Steinen und zwischen den Fugen vielfältige Arten von Moosen, Flechten und Pflanzen an, die zur Stabilität dieses Naturdenkmals entscheidend beitragen. &lt;br /&gt;
:Wegen der besonderen Sensibilität ihre Beschaffenheit ist eine derartige Mauer nicht geeignet, zu erklettern, zu begehen oder zu “besetzen“. Diese Mauer des Kirchenhofs sollte geschützt und damit erhalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+6&#039;&#039;&#039; sanierte Kirche Carwitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 54.jpg|630px|links|thumb| CD54 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 55.jpg|420px|rechts|thumb| CD55 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 56.jpg|550px|links|thumb| CD56 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 57.jpg|500px|rechts|thumb| CD57 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 58.jpg|800px|zentriert|thumb| CD58  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 59.jpg|800px|zentriert|thumb| CD59 2004/2005 wurden die Grundmauern und der Keller des Pfarrhofs wieder freigelegt. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==15. Mühle: „flügellos“==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 60.jpg|800px|zentriert|thumb| CD60 Die Holländer Mühle brannte am 07.03.1892 ab. Sie wurde danach wieder aufgebaut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 61.jpg|800px|zentriert|thumb| CD61 Carwitzer Windmühle ca. 1900 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+7&#039;&#039;&#039; Vor 1906 ??&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto Schulz erzählte sinngemäß: &lt;br /&gt;
:Letzter Mühlenbesitzer war Otto Schmidt. Nach der Kollektivierung wurde die Mühle der LPG unterstellt. Zum Schluss wurde mit elektrisch betriebenem Mahlwerk nur noch Futter für Schweine und Rinder der LPG (Tierproduktion) Dolgen geschrotet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 62.jpg|800px|zentriert|thumb| CD62 2009]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
      &lt;br /&gt;
:Seit 1998 bemüht sich der örtliche Mühlenverein um die Sanierung. Die Plattform war zeitweise wieder begehbar. So wurde sie vom Kunstladen Thomsdorf zeitweise auch als Verkaufsstelle genutzt. Die Mühlenflügel ohne Funktion würden Zehntausende € kosten. So oder so ist sie ein weithin sichtbarer Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 63.jpg|800px|zentriert|thumb| CD63 ca. 1970  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==16.    Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Nach dem Kriege wurde die aus Ostpreußen geflüchtete Schwester Selma Wehrmeister als 1. Gemeindeschwester in Carwitz sesshaft. &lt;br /&gt;
:Sie war sehr beliebt, da sie fachlich sehr gut war, energisch und vor allem immer sofort da war, wenn sie gerufen wurde. &lt;br /&gt;
:Sie war auch oft als Hebamme tätig, denn damals gab es bis Mitte der 50er Jahre nur Hausentbindungen. &lt;br /&gt;
:Sie wohnte bei Dreiseidel im jetzigen Haus von Familie Teifel und hatte ihre Gemeindeschwesternstube in der damaligen Schule (Fr. Deuß, Dorfstraße 74). :Dort wurde auch bis 1990 ein- bis zweimal die Woche Sprechstunde eines Feldberger Arztes abgehalten. &lt;br /&gt;
:Schwester Selma war nicht nur Gemeindeschwester für Carwitz, sondern auch für Laeven und für Wittenhagen bis 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==17.Bäckerei und Kaufmannsladen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, Erna Morach und Güldners erinnern sich: Bäckermeister Hermann Schulz gab altersbedingt Anfang der 60er Jahre die Bäckerei in Carwitz auf. &lt;br /&gt;
:Er war selbständiger Bäcker und Konditor. Das ehemalige Backhaus mit dem erhaltenen großen Backofen ist jetzt ein Ferienhaus auf dem Grundstück Dorfstr. ?19 Bäcker Schulz buk frühmorgens das Brot, die Brötchen und die Kuchen. &lt;br /&gt;
:Dann zog er ein- bis zweimal in der Woche mit dem Pferdewagen über die Nachbardörfer zum Verkauf.  &lt;br /&gt;
:Viele Dörfler buken damals ihr Brot noch selbst.&lt;br /&gt;
:So ist der Erdhügel gegenüber unserem Eingangstor in Carwitz der Rest des ehemaligen Backofens der Familie Schönfeld. &lt;br /&gt;
:Es wurde auch noch selbst gebuttert. Die Maibutter war die beste, da die Kühe jetzt wieder das frische Gras fressen konnten20. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben und trugen sie nach Hause. &lt;br /&gt;
:Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.  &lt;br /&gt;
:Ein Lebensmittelladen des Konsums wurde 1952, nach dem Weggang des Krögers Paul Utnehmer, in der Gaststätte links hinter dem Eingang eingerichtet. Später wurde für den Laden eine Baracke anstelle der abgerissenen Scheune links neben dem Krog gebaut. &lt;br /&gt;
:Und noch später wurde ein eigener Laden daneben gebaut, in dem es alles „für den täglichen Bedarf“ gab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur paradoxen völlig verfahrenen, weil ideologisch dogmatisch bestimmten Preispolitik der DDR einige Beispiele: &lt;br /&gt;
:Ich erlebte, wie eine Carwitzer Einwohnerin „das Übliche“ - zehn große Brote kaufte, die sie in einen dreckigen Sack warf. &lt;br /&gt;
:Die Verkäuferin klärt mich dann auf: Diese Brote sind nicht für die Gäste, sondern für die Hühner und Schweine bestimmt. &lt;br /&gt;
:Brot wird subventioniert, reines Korn, also das Futter für die Schweine ist viel teurer im Einkauf. &lt;br /&gt;
:LPG-Bäuerinnen hatten kein eigenes Korn mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Frische Lebensmittel wurden zur DDR-Zeit staatlich zu überhöhten Preisen aufgekauft, um sie in Westberlin frisch verkaufen zu können. Dazu gehörten zum Beispiel Spargel, Erdbeeren und auch Eier. Ein Teil dieser Waren kam aber auch in unseren Konsum zum Verkauf zurück und konnte nun für den persönlichen Bedarf in kleiner Menge zurückgekauft werden. Der Rückkauf war zum Teil nur die Hälfte vom vorher erfolgten Verkaufspreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Konsum wurde 1990 bald nach dem Umbruch und nach Klärung der Eigentumsverhältnisse abgerissen. Ein Doppelhaus steht jetzt dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==18. Fischerei==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erinnert sich: Herr Hagen holte sich nach dem Kriege die Fische vom Fischer Haase. &lt;br /&gt;
:Er (Herr Hagen) wohnte im letzten Haus links am Weg nach Hullerbusch, Dorfstr. 67. &lt;br /&gt;
:Der Fischer wohnte im ersten Haus an der breiten Bucht. Hagen fuhr die Fische, anfangs mit dem Fahrrad, später mit seinem Pferdewagen zum Verkauf über die benachbarten Dörfer. Später übernahm sein Sohn Ernst Hagen dieselbe Tätigkeit von seinem Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„In Carwitz produzierte die Binnenfischerei 60 t Forellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Seenlandschaft wurde durch die wirtschaftliche Entwicklung massiv belastet: Abwasser der Molkerei in Feldberg, ungenügende Abwasserklärung der Stadt Feldberg und der umliegenden Dörfer, Mosterei in Carwitz, chem. Pflanzenschutzmittel und Düngung insbesondere mit Flugzeugen. &lt;br /&gt;
:Die Problematik wurde in den 70er und 80er Jahren wohl erkannt, aber die entgegenwirkenden Maßnahmen konnten aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten und ideologischer Schranken nur halbherzig sein.&lt;br /&gt;
:Erfreulich, dass sich nach der Wende in den 90er Jahren vieles veränderte. Die sich von Jahr zu Jahr verbessernden Seen haben fast alte Klarheit zurückgewonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gleiche Autoren berichten: „Es wäre schon vorgekommen, dass die Fischer Bleie (Brachsen, Brassen) von 60 bis 80 cm mit 6-7 kg gefangen hätten“. (18 / S.29 u. 266)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fischermeister Bruno Haase erzählte, dass zu dieser Zeit von ihm im Carwitzer See, im Zansen und im Dreetz immerhin pro Jahr noch eine Tonne amerikanischer Flusskrebse gefangen wurde. &lt;br /&gt;
:1959 erreichte der Bisam die Feldberger Gewässer, jedenfalls gibt es aus dieser Zeit erste verlässliche Berichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==19. Schmiede==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Es gab bis in die Nachkriegsjahre 2 Schmieden. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+9&#039;&#039;&#039;  1. vom Kreisel kommend das erste Haus links, Dorftsr. 5, daneben das kleinere Haus war die ehemalige Schmiede gewesen. &lt;br /&gt;
:2. gegenüber dem alten Friedhof, Dorfstr. 40, die Schmiede von Friedrich Rechlin, die später von Kavemann übernommen wurde.&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+10&#039;&#039;&#039;  Standort Schmiede am Friedhof ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==20. Verkehr==&lt;br /&gt;
:1789, so wird berichtet, erreichte die Post zweimal in der Woche Feldberg. &lt;br /&gt;
:Die „Fahrpost“ von Neustrelitz (durch den Serrahner Forst) über Goldenbaum, Grünow, Dolgen, Weitendorf (alte Poststraße) nach Feldberg existierte von 1821 bis zum 21. 12. 1910. An diesem Tag erreichte die Eisenbahn, die „Friedrich-Wilhelm-Bahn“, das erste Mal öffentlich Feldberg. &lt;br /&gt;
:„Erst 1875 konnte der wichtige Straßenanschluss Feldbergs an die Chaussee Neustrelitz-Woldegk bei Möllenbeck fertiggestellt werden.“ (18)&lt;br /&gt;
:Die letzte Sonderfahrt der Bahn war am 21.Dezember 2000 zum 90-jährigen Streckenjubiläum. &lt;br /&gt;
:Der Personennahverkehr war bereits zum 27. Mai 2000 abgestellt worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu Fuß oder mit der Pferde-Kutsche ging es von Carwitz nach Feldberg zum Amt oder zum Bahnhof. &lt;br /&gt;
:Die Feldberger Seenkette bildete eine Barriere von Lichtenberg bis Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:So soll Blücher mit seiner Armee entlang dem Nordufer des Breiten Luzin 1806 vor den Franzosen geflohen sein. Der Erddamm durch den Schmalen Luzin wurde erst 1847 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 64 c.jpg|800px|zentriert|thumb| CD64 An der Bäk-Brücke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Brücke über „de Bäk“ in Carwitz hatte nur Bedeutung für die Verbindung zwischen Wittenhagen und Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Schulbus fuhr bald nach Schließung der Dorfschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 65.jpg|530px|links|thumb| CD65 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 66.jpg|500px|rechts|thumb| CD66 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Die ersten Autobesitzer vor dem 2. Weltkrieg waren Hans Fallada, Kratochwil und der Müller Schmidt. &lt;br /&gt;
:Fallada hatte vorher eine Pferdekutsche. Mit ihr hatte er seine Probleme, wie er in „Heute bei uns zu Haus“ lebhaft schildert. &lt;br /&gt;
:Der Teil der Dorfstraße vom Krog bis zum Kirchhof wurde ca. 1928/29 gepflastert. &lt;br /&gt;
:Die Straße von Feldberg und die gesamte Dorfstraße wurde erst Anfang der 70er Jahre befestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 67a.jpg|thumb|600px|center|DC67 Dorfstraße vor der Sanierung, rechts das Haus von Otto Schulz vor der Bäk. Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 68.jpg|thumb|600px|center|DC68 Dorfstraße nach der Sanierung - Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+12&#039;&#039;&#039; Auch die Zufahrt von Feldberg/Neuhof wurde komplett neu asphaltiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 69.jpg|thumb|600px|center|DC69 Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
:Eine alte unbefestigte Fahrstraße führte durch den Wald von Wokuhl über Hasselförde, Triepkendorf, Laeven. &lt;br /&gt;
:Sie ist auch heute noch befahrbar und war nach dem katastrophalen Wintereinbruch 1978/79 für einige Tage die einzig befahrbare Straße von Neustrelitz nach Carwitz und Feldberg. &lt;br /&gt;
:Möllenbeck - Feldberg war wegen Schneeverwehungen unpassierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==21. Wald und Naturschutz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+13&#039;&#039;&#039; Von 1972 bis 2001 war Klaus Borrmann Leiter des Forstamt Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Er hat mehr als 200 kleinere und größere Abhandlungen, Aufsätze in Fachzeitschriften und Heimatbroschüren zur Natur und Geschichte der Feldberger Region veröffentlicht. In der zweibändigen Darstellung Mecklenburg-Strelitz – Geschichte einer Region (2000 und 2002) hat er die rund 300-jährige Forst- und Jagdgeschichte des Großherzogtums dargestellt.  Und in „Lüttenhäger Oberförster“ 2001 würdigt er seine Amtsvorgänger und verbeugt sich vor ihren Leistungen für die Wälder der Feldberger Seenlandschaft. Borrmann ist auch Vater des 1999 eröffneten Lüttenhagener Waldmuseums „Lütt Holthus“, das vor allem jungen Besuchern „Natur zum Anfassen“ bietet.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Der ursprüngliche Wald war vor 1000 Jahren ein Buchen-Eichen-Mischwald. &lt;br /&gt;
:Darin eingestreut lagen die, durch friedliche Einwanderung in den Jahrhunderten nach der Völkerwanderung entstandenen, slawischen Rund-Dörfer. &lt;br /&gt;
:Mit der Osterweiterung des Deutschen Kaiserreiches kamen später deutsche Siedler dazu. Es wurden Reihen-Dörfer gegründet. &lt;br /&gt;
:Jede Familie hatte im Mittelalter eine Hufe Land von ca. 7-8 ha mit Nutzung der Allmende, des Allgemein-Eigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der 30-jährige Krieg ließ auch in der Feldberger Seenlandschaft ein fast menschenleeres Land zurück. Viele Dörfer waren wüst, so Hanau am Schmalen Luzin vor dem Hullerbusch und Krüselin. Viele Dörfer wurden im wahrsten Sinne dezimiert. &lt;br /&gt;
:Der Wald drang in wenigen Jahrzehnten auf diesen Flächen vor. Das Land erholte sich nur sehr langsam. &lt;br /&gt;
:Nach 1700 beschleunigte sich die wirtschaftliche Entwicklung. &lt;br /&gt;
:Der enorme Holzbedarf der Glashütten, Köhlereien, Teeröfen, -schwelereien und die Bautätigkeit entwaldete erneut die Region. &lt;br /&gt;
:Gegenmaßnahme waren seit Ende des 18. und im 19. Jahrhundert gezielte, organisierte Aufforstungen insbesondere mit Kiefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Anweisung des Herzogs Adolf Friedrich im Jahre 1783 an den Förster Schwarz  in Carwitz zur sparsamen Holzverwendung (1/S.35 ): &lt;br /&gt;
:„Wann wir gnädigst resolviret, dass von nun an alles Klafter-Holz ohne Ausnahme in jeder unserer Forsten, es sey zum Behuf der Glashütten, zur Köhlerei, Ziegeleien, Kalköfen, zur häuslichen Feuerung oder Deputat-Brennholze, wie auch alles Pfahlholz ohne alle Einwendung und Wiederrede, nicht wie bisher geschehen mit der Axt, sondern mit der Säge gekürzt werden soll, außer das sogenannte Wadelholz, auch Zweig- oder Zopfholz, welches noch keinen Fuß im Durchschnitt hat, als welches mit der Axt klein zu machen frei bleibt.“ Damit sollte der Holzverlust verringert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der ranghöchste Forstmann aller Zeiten zwischen Neustrelitz und Feldberg hatte seinen Sitz zwischen 1786 und 1816 auf dem Forsthof in Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Oberforstmeister Christoph Ernst von Kamptz“ s. (1/S.171ff) &lt;br /&gt;
:Nach seinem Tod kam der Wald zwischen Carwitz und Triepkendorf zur Försterei Mechow. &lt;br /&gt;
:Auch die Stelle des Oberforstmeisters wurde dann 1932 aufgelöst. &lt;br /&gt;
:Der letzte Förster, Walter Kruse, wurde nach Strasen versetzt. Das Haus übernahm Malermeister Tock und nach seinem Tod in den 70er Jahren Fischer Götz. :Für Carwitz verblieb nur der Hullerbusch und der Conower Werder, was für einen Holzwärter reichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Neben der geschichtlichen Entwicklung des Feudalismus ist sicher auch die Randlage von Carwitz entscheidend für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Naturschutzgebiet Hauptmannsberg umfasst 43 Hektar  des markanten Ausschnitts einer Endmoräne der letzten Eiszeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Hauptmannsberg, 120 Meter hoch, ist eine Satzendmoräne. &lt;br /&gt;
:Nach Abtauen des Eises blieben die noch heute sichtbaren Findlinge zurück. Bronzezeitliche Hügelgräber belegen auch hier eine frühe menschliche Besiedlung. Das im 13. Jahrhundert gegründete Hanow, später Hanau, wurde im 15. Jahrhundert aufgegeben und die Flächen anschließend von Carwitzer Bauern genutzt. &lt;br /&gt;
:Auf einer Karte von Tilemann Stella aus dem Jahr 1578 sind die Flächen waldfrei verzeichnet. &lt;br /&gt;
:Bereits im 18. Jahrhundert wurden steile und unwegsame Flächen aufgegeben und bewaldet. &lt;br /&gt;
:Die anderen Flächen wurden abwechselnd als Wiese und Acker genutzt. &lt;br /&gt;
:Die landwirtschaftliche Nutzung wurde im Jahr 1971 vollständig aufgegeben. Erst seit 1992 erfolgt wieder eine regelmäßige Beweidung. &lt;br /&gt;
:In den steilen Hangbereichen am Ufer des Zansen wachsen jetzt Wälder mit Hainbuche, Rotbuche und Eiche, eingestreut findet sich Haselnuss. &lt;br /&gt;
:Nach der Nutzungsaufgabe Mitte des 20. Jahrhunderts konnten sich Besenginster, Brombeere und Schlehe ausbreiten. &lt;br /&gt;
:Die offen gehaltenen Bereiche bedecken artenarme Rotstraußgrasfluren und Grasnelken-Schwingelrasen. &lt;br /&gt;
:Nur noch in kleinen Flächen sind die an basenreiche Standorte gebundenen Pflanzengesellschaften mit Steppenlieschgras und Glatthafer zu finden. &lt;br /&gt;
:Zahlreiche wärmeliebende Zikaden- und Heuschreckenarten besiedeln das Gebiet, darunter der Kleine Heidegrashüpfer und die Zweifarbige Beißschrecke. &lt;br /&gt;
:Die Brutvogelwelt hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Veränderung der Flächen gewandelt. &lt;br /&gt;
:Es sind heute vorrangig hecken- und waldbewohnende Arten anzutreffen, wie Sperbergrasmücke, Neuntöter, Sprosser und Wendehals. &lt;br /&gt;
:Rechtlich besteht das Schutzgebiet seit dem 20. März 1957. Es grenzt an das nördlich und westlich liegende Naturschutzgebiet Hullerbusch und Schmaler Luzin. Es ist nach EU-Recht als FFH-Gebiet23 und Vogelschutzgebiet eingestuft. &lt;br /&gt;
:Der ursprünglich beabsichtigte Schutz des Offenlandes mit beweideten Trockenrasen hat sich durch Wiederansiedlung von Gehölzen geändert. &lt;br /&gt;
:Auch der später wieder geförderte Verbiss durch die Schafbeweidung und maschinelle Pflegemaßnahmen können dies nicht ändern. &lt;br /&gt;
:Der durchziehende Wanderweg entlang am Zansen ist mit seinen Aussichten auf die Seen ein touristisches Hauptziel. &lt;br /&gt;
:Aber die „Aussichtsmöglichkeiten“ haben sich durch den kompromisslosen Naturschutz massiv vermindert. &lt;br /&gt;
:So verhindert der Baumbewuchs des Hauptmannsberg die Rundumsicht auf die  Seen: Schmaler Luzin, Dreetz, Falladabucht, Carwitzer See, Zansen. &lt;br /&gt;
:Es ist nur noch ein eingeschränkter Blick auf den Carwitzer See übriggeblieben. &lt;br /&gt;
:Diese Entwicklung wirft immer wieder die Frage nach der Zielstellung des Naturschutzes auf. &lt;br /&gt;
:Soll es so bleiben, wie es im Moment ist, oder soll es wieder werden wie vor 50 Jahren, wie vor 200, 1.000 oder 10.000 Jahren? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+14&#039;&#039;&#039; In den „Heiligen Hallen“ sind nach einem Sturm die gestürzten Buchen nicht von den Wegen geräumt worden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 70.jpg|thumb|600px|center|DC70 So sieht es heute mit dem „Naturschutz“ aus. Vor ihm gab es dort keinen Wald Foto B. Krause 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die mit dem Naturschutz, der modernen Landwirtschaft und den veränderten Besitzverhältnissen verursachten Veränderungen in der Tierwelt bedürften einer besonderen Darstellung.  &lt;br /&gt;
:Es geht dabei nicht um die Neuansiedlung von Wölfen, sondern um die grundsätzlich veränderten Lebensbedingungen für die Kleintierwelt. &lt;br /&gt;
:Der Waschbär hat enormen Schaden verursacht, insbesondere in der Vogelwelt. &lt;br /&gt;
:In den siebziger Jahren gab es noch Fasane, Haubentaucher, Schellenten, Pirole in der unmittelbaren Umgebung von Carwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==22. Kiesabbau Carwitz - Thomsdorf verhindert – Findlingsgarten gegründet==&lt;br /&gt;
:(zusammengefasst nach informativen Gesprächen mit Gudrun Kunze, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch versuchte in den neunziger Jahren ein Bauunternehmen das Recht auf Kiesabbau im Bereich Carwitz/Thomsdorf westlich und südlich zwischen Schmalen Luzin, Dreetz und Krüselinsee zu erwerben. Es betraf 127 Hektar in Mecklenburg-Strelitz und 87 Hektar in der Brandenburgischen Uckermark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 71.jpg|thumb|600px|center|DC71 Das Kiesabbaugebiet ist schwarz markiert]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Als das bekannt wurde, kam es im März 1996 zur Bildung eines länderübergreifenden Vereins “Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau“. &lt;br /&gt;
:Die 60 Gründungsmitglieder regten die Diskussion in den zuständigen Gemeinden und Kreistagen zur Verhinderung dieses massiven Eingriffes in das Landschafts- und Naturschutzgebiet der Feldberger Seenlandschaft an. Es kam zu 15.000 Unterschriften. &lt;br /&gt;
:Die Vereinsmitglieder steckten den Kopf nicht in den Sand des geplanten Kiesabbaus. &lt;br /&gt;
:Im Rahmen dieser Bürgerinitiative wurde zunächst der Weg von Carwitz nach Mechow wiederbelebt und mit Birken bepflanzt. Mit Spenden und Fördermitteln erwarb der Verein 2002 ein Grundstück auf dem Kiesfeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 72.jpg|thumb|600px|center|DC72 Der Findlingsgarten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der NABU des Kreises Mecklenburg-Strelitz mit seinem damaligen Vorsitzenden Erwin Hemke hatte dann die Idee zu einem Findlingsgarten mit Heidelandschaft. &lt;br /&gt;
:Im September 2002 wurde zu dessen Einweihung ein fast 20 t wiegender Granitstein, ein Findling aus der Eiszeit, in Anwesenheit des damaligen Umweltministers Dr. Wolfgang Methling (PDS) von Mecklenburg-Vorpommern an den Ortsrand von Carwitz neben den genannten Weg gebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 73.jpg|thumb|600px|links|DC73 Der Hüter  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 74.jpg|thumb|800px|rechts|DC74  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Er wurde auf den Namen „Der Hüter“ getauft, denn er soll und wird das Landschaftsschutzgebiet bewachen. Weitere Findlingssteine formen den Umriss eines Mammuts nach. &lt;br /&gt;
:Texte informieren über die skandinavischen Herkunftsorte der 168 Findlinge aus einem Umkreis von ca 30 km.&lt;br /&gt;
:2005 konnte dann eine unabhängige Gruppe privater Personen das Bergrecht für den Kiesabbau kaufen. &lt;br /&gt;
:Damit war der Abbau von Kies auf Dauer verhindert. 2017 kam es zur Verschmelzung der Vereine: „Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen Kiesabbau und Deponien“ und „Eiszeit- und Naturerlebnis Wittenhagen e.V.“ zum „Feldberger Eiszeit- und Naturerlebnis e.V.“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==23. Gedanken zum Schluss==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Man kann erfahren, wie bekannt Carwitz ist, wenn man irgendwo in Deutschland auf dieses Dörfchen zu sprechen kommt. Die wirtschaftliche und kulturelle Zukunft von Carwitz liegt heute einzig und allein im Tourismus und für Feldberg auch im Kurbetrieb. &lt;br /&gt;
:Einzigartig ist aber nicht nur Carwitz, sondern auch die nähere und weitere Umgebung der Feldberger Seenlandschaft. Einige unserer Familie und Freunde hatten deshalb schon den Gedanken, eine kleine Broschüre zu gestalten. &lt;br /&gt;
;“111 Orte um Carwitz, die man gesehen haben sollte“. Orte aus der Vergangenheit, im aktuellen Urlaub gesehen oder aber auch vorgenommen, in der nahen Zukunft zu besuchen. Diese Idee wurde schon vor langer Zeit ausgesprochen.24 Eine Auflistung führte zu vielen weiteren Orten, zu mehr als 111 Diamanten in der Umgebung. Sie reicht von Alt Placht, dem Kirchlein im Grünen, bis weit hinaus übers Restaurant Zollhaus am Erddamm in Feldberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Auch die hier genannten Orte und Geschichten können vielleicht anregen, über Carwitz und die umliegenden Seen hinaus etwas zu erleben und zu genießen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Also „Auf Schusters Rappen“, auf die Fahrräder oder auch ins Auto:&lt;br /&gt;
:Hans –Fallada-Museum: Zum Bohnenwerder 2 in Carwitz &lt;br /&gt;
:Lütt Holthus: Waldmuseum in Lüttenhagen &lt;br /&gt;
:Neustrelitz: ehemalige Residenzstadt der Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz mit einmaliger spätbarocker sternförmiger Stadtanlage und Schloßgarten&lt;br /&gt;
:Schloss Hohen Zieritz: Sterbeort der Königin Luise von Preußen, Nationalparkamt, Anfang oder Ende der Königin-Luise-Route Hohenzieritz-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Frauenkonzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg, Gedenkstätte&lt;br /&gt;
:Dorfkirchen in Carwitz, Conow, Fürstenhagen, Mechow, Wittenhagen&lt;br /&gt;
:Spring: Quelle und Picknick-Platz ca 10-15 Min. vom Friedhof Laeven entfernt&lt;br /&gt;
:Dorfwüstung Krüselin und Picknick-Platz: 30 Min. von Carwitz entfernt&lt;br /&gt;
:Hullerbusch mit Hünenwall und Teufelstein: eiszeitlich geformter Buchenwald, Hochuferweg am Zansen&lt;br /&gt;
:Hauptmannsberg mit Wanderweg entlang des Hochufers am Zansen: schönster Blick Mecklenburgs&lt;br /&gt;
:Bohnenwerder: eindrucksvoller 360°-Rundblick über den Carwitzer See&lt;br /&gt;
:Heilige Hallen: ältester 300-400-jähriger Buchenwald Deutschlands&lt;br /&gt;
;3 Friedhöfe in Carwitz: &lt;br /&gt;
:1. an der Kirche, &lt;br /&gt;
:2. „in de Mitte von Dorp“, &lt;br /&gt;
:3. bei der Mühle&lt;br /&gt;
:Kahnfähre über den Schmalen Luzin: Verbindung vom Hotel Hullerbusch zur Luzinhalle &lt;br /&gt;
:Schmaler Luzin: Uferweg von Carwitz nach Feldberg (Luzinhalle)&lt;br /&gt;
:Feldberg: Amtswerder, Klinik, Blick vom Reiherberg&lt;br /&gt;
:Wittenhagen: Luzintheater, Kirche, Eiszeit-Route&lt;br /&gt;
:Scharteisen – glazialer Toteissee; von Wittenhagen aus zu erreichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==24.    Glossar==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Adjungiert		&lt;br /&gt;
:zugeordnet, beigefügt&lt;br /&gt;
;boom                          &lt;br /&gt;
:Baum  (plattdeutsch) irgendwo als „oben“ genannt ist falsch&lt;br /&gt;
;Cammer-Collegium	&lt;br /&gt;
:s. Kammerkollegium&lt;br /&gt;
;Devastiert		&lt;br /&gt;
:zerstört, verwüstet, heruntergewirtschaftet&lt;br /&gt;
;Domäne		&lt;br /&gt;
:Landesherrschaftliches Staatsgut, das auch verpachtet werden konnte&lt;br /&gt;
;Domanium	&lt;br /&gt;
:verpachteter landesherrschaftlicher Besitz ( Dörfer, Höfe ) mit direkter Steuerpflicht gegenüber dem Landesherren. Bestand bis 1919&lt;br /&gt;
;Emolumente		&lt;br /&gt;
:Nebeneinnahmen, Nutzen&lt;br /&gt;
;Erbvergleich	(auch Landesgrundgesetzlicher)  &lt;br /&gt;
:Mecklenburger Gesetzessammlung von 1755 zur Regelung der Beziehungen zwischen dem Landesherren und der :Ritterschaft, Städten. Praktisch die Landesverfassung des Mecklenburger Ständestaates bis 1919.&lt;br /&gt;
:Etablissement		&lt;br /&gt;
:hier dienstliche oder betriebliche Niederlassung der Forstwirtschaft&lt;br /&gt;
;Gerechtsame, die	&lt;br /&gt;
:veraltet für (Vor)recht&lt;br /&gt;
;Glashütte	&lt;br /&gt;
:Manufaktur zur Herstellung von Glas aus Quarzsand und Pottasche in einem Schmelzofen. Hatte sehr großen Holzverbrauch in ihrer unmittelbaren Umgebung.&lt;br /&gt;
;Hutewald	&lt;br /&gt;
:die Dorfbewohner durften nach uraltem Recht in diesem Wald ihr Vieh – meist ihre Schweine – hüten, weiden lassen&lt;br /&gt;
:Kammerkollegium	&lt;br /&gt;
:herzogliche Finanzverwaltung, auch als Cammer-Collegium bezeichnet&lt;br /&gt;
;KWA			&lt;br /&gt;
:Karbe-Wagner-Archiv in Neustrelitz&lt;br /&gt;
;LHA			&lt;br /&gt;
:Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
;Meierei		&lt;br /&gt;
:größeres landwirtschaftliches Gut meist außerhalb der Dorfgemarkung&lt;br /&gt;
;Meierei Wirtschaft	auch Meierei Hof &lt;br /&gt;
:Wirtschaft zur Herstellung von Milch, Butter, Käse&lt;br /&gt;
;Moräne		&lt;br /&gt;
:von Gletschereis abgelagerte Erde und Gesteine, fruchtbarer Boden&lt;br /&gt;
;Pertinens, das (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehöriges, Zubehör&lt;br /&gt;
;Pertinenz, die (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehörigkeit&lt;br /&gt;
:Resolviren                  &lt;br /&gt;
:entscheiden, einen Beschluss öffentlich machen&lt;br /&gt;
;Rute	&lt;br /&gt;
:deutsches Längenmaß und als Quadratrute Flächenmaß vor der Reichsgründung 1871, in jedem deutschen Land anders: Mecklenburg-Strelitz = 5,02 m, 1 :QR = 25,2 m²,  Mecklenburg-Schwerin = 4,65 m, 1QR = 21,6 m²&lt;br /&gt;
;Sander	&lt;br /&gt;
:durch Schmelzwasser vor dem Gletscher ausgeschwemmte oft auch verwehte Sandflächen mit Dünen, gering fruchtbar&lt;br /&gt;
;Teerofen	Holzschwelerei,  &lt;br /&gt;
:zur Herstellung von Teer, der vor allem als Schmierstoff für Wagenräder benutzt wurde. Sehr großer Holzverbrauch in unmittelbarer Umgebung&lt;br /&gt;
;Werder		&lt;br /&gt;
:aus dem Althochdeutschen für &amp;quot;erhöhtes vom Wasser geschütztes Land&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Wie(r)l			&lt;br /&gt;
:Insel (Plattd.)&lt;br /&gt;
;Wörde	&lt;br /&gt;
:Hausacker, Hausgarten unmittelbar hinter oder neben dem Haus, in Carwitz zum See hinabreichend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==25.Literatur (Auswahl)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1. Borrmann, Klaus u. Tempel, Holger - Die Wildparks Serrahn &amp;amp; Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:Verlag: Erich Hoyer Galenbeck 2005, u a.  &lt;br /&gt;
;2. Brandenburgisches Landeshauptarchiv files - Flurkarte „Plan von der Feldmark Thomsdorf&amp;quot; &lt;br /&gt;
:– Signatur 37 Boitzenburg K 65 B / Potsdam, Tel. 0331-5674-213 &lt;br /&gt;
;3. Carpin, Gasthof Schleser See&lt;br /&gt;
: histor. Landkarte an der Wand: &lt;br /&gt;
:„herzogl. Directoerialkommission Generalplan 1750 aufgenommen von Hallas“ als Hinweis für &lt;br /&gt;
;4. Carwitz - Abschlussdokumentation der Sanierung1992-2007&lt;br /&gt;
:                                                                                                 &lt;br /&gt;
;5. Goetsch, Erich - Mechow. - Zur Geschichte einer kleinen bäuerlichen Siedlung in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. &lt;br /&gt;
:Cappenberg 2004 s. a. sein Literaturverzeichnis &lt;br /&gt;
;6. Herrmann, Joachim - &amp;quot;Die Slawen in Deutschland&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1985 &lt;br /&gt;
;7. Herrmann, Joachim - „Die Ergebnisse der Ausgrabungen in Feldberg“ &lt;br /&gt;
:in Ausgrabungen und Funde Bd. 13, Akademie-Verlag, Berlin 1968, S. 198 – 204&lt;br /&gt;
;8. Kinderbuchverlag Berlin - Carwitzer Notizen, 1985&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;9. Karbe-Wagner-Archiv  17235 Neustrelitz, Schloßstr.12-13, im Kulturquartier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;10. Kaus, Sigrid Ehefrau des Malers Max Kaus, der in 20er Jahren in Carwitz malte. &lt;br /&gt;
:Potsdamerstr.44 in 12205 Berlin Lichterfelde Tel.: 030- 833 60 25&lt;br /&gt;
;11. Krappe, Martin u. Arno Waterstraat - „Fischfauna der oberen Feldberger Seen und des Carwitzer Sees“ &lt;br /&gt;
:in Labus Heft 24/2006 S. 44-58 Phönix Multimedia Service GbR Elisabethstr. 28, 17235 Neustrelitz hier der Hinweis auf Sonderheft 5/2003 S.24 ff über die Ostgroppe und die Tiefenmaräne&lt;br /&gt;
;12. Krausch, Hans-Dieter und Werner Schmidt - „Das Feldberger Seengebiet“, &lt;br /&gt;
:Verlag Hermann Böhlhaus Nachfolger Weimar 1997, Bd.57 in der Reihe „Werte der Deutschen Heimat“&lt;br /&gt;
;13. Krüger, Georg -  Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. &lt;br /&gt;
:(3 Bd.) I. Band Das Land Stargard II. Abteilung: - Amtsgericht Feldberg S. 102 - 108  Neubrandenburg 1925 Brünslowsche Verlagsbuchhandlung &lt;br /&gt;
;14. Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;15. Liersch, Werner - Dichters Ort, &lt;br /&gt;
:S. 159 wahrscheinlich auch in Fallada Biografie Individuell Verlag 2005&lt;br /&gt;
;16. Mecklenburgica – Archiv- und Recherchedienst Schwerin (Herr Steinbruch) &lt;br /&gt;
:entziffert alte Dokumente&lt;br /&gt;
;17. Mecklenburg-Strelitz . Beiträge zur Geschichte einer Region, Hrsgb. Landkreis Mecklenburg-Strelitz&lt;br /&gt;
:mit div. Autoren. Verlag Druckerei Steffen 2001                             &lt;br /&gt;
;18. Richter, Dipl. Biolog. Wolfgang M. ( ca 1928 geb.) und Fr. Ingeborg &lt;br /&gt;
:Verfasser von „Feldberg“ Verlag Michael Gust 1999 und aktiver Mitarbeiter bei BONITO Drosselgang 2  /  21709 Himmelpforten, Niederelbe Tel.: 04144 – 4925&lt;br /&gt;
;19. Interview Carwitz - Schönfeld, Christa, geb. Utnehmer - Schulz, Otto und Hildegard, geb. Rakow - Güldner, Ursula, geb. Koch und Kurt - Morach, Erna geb. Güldner &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;20. Stange, Hartmuth - Die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung Ostmecklenburgs in 2)&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;21. Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“. &lt;br /&gt;
:In Auszügen siehe Anhang. Karten und Akte liegen im Landeshauptarchiv Schwerin - LHAS Landesgrenzakten Sign. 370 Bestand 2.11-2) und wurden mir bereitgestellt in der Übertragung  und Bearbeitung  von Ulrich Voigtländer / Waren u. W.M. Richter / Himmelpforten LUZIN-REPORT 10. Lieferung 1989/90&lt;br /&gt;
;22. Schulz, Erwin - „Ortsnamen in Mecklenburg- Strelitz von 1170 bis 1572“ &lt;br /&gt;
:des Institut für Slawistik der E.-M.-A.-Universitä Greifswald&lt;br /&gt;
;23. Voigtländer, Ulrich - „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ &lt;br /&gt;
:in Karbe-Wagner-Archiv, neue Schriftenreihe Nr. 5 / 2007 Thomas Helms Verlag, Schwerin&lt;br /&gt;
;24. Lemke, Hans-Jürgen - &amp;quot;Die Krüseliner Mühle - Historie - Schicksale - Anekdoten&amp;quot; Erinnerungen, &lt;br /&gt;
:2018 Selbstverlag, 135 S., 2. wesentlich erweiterte und überarbeitete Auflage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ende==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==für Druckversion - Rücktitel ISBN https://www.epubli.com/ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 03.jpg|600px|center|thumb|  CD3 Rücktitel Bild 1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 04.jpg|600px|center|thumb|CD4 Rücktitel Bild 2]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156162</id>
		<title>Carwitz-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156162"/>
		<updated>2026-09-14T17:39:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* 15. Mühle: „flügellos“ */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 01.jpg|600px|center|thumb| Carwitz 2007 bei Flug über Mecklenburger Seen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 02b.jpg|600px|center|Carwitz Dörffel 02]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[[Carwitz]]-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner  &lt;br /&gt;
;Autor Ernst F. Doerffel&lt;br /&gt;
;Redaktion Carola Hasan &lt;br /&gt;
;2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorwort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wie kam es zur Idee „Puzzleteile der Geschichte von Carwitz“?&lt;br /&gt;
:Anfang 2000 las ich die gerade veröffentlichte Dorfgeschichte von Mechow, südlich von Carwitz im selben Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gelegen. Da kam mir der Gedanke eine Dorfgeschichte von Carwitz zu schreiben. &lt;br /&gt;
:Ich fing an zu sammeln und kam aus dem Staunen nicht heraus. &lt;br /&gt;
:Mit dem Verfasser der Dorfgeschichte von Mechow, Erich Goetsch, kam ich freundschaftlich ins Gespräch. :Erich Goetsch hatte damals als 80-jähriger sehr intensiv in den Archiven, insbesondere im Landesarchiv Schwerin, geforscht und gesammelt. Er selbst wohnte seit Mitte der Fünfziger Jahre bei Bremen, seine Tochter seit den 90er Jahre in Mechow. &lt;br /&gt;
:In den Jahren 2005-2008 interviewte ich mehrere Carwitzer Bürgerinnen und Bürger. Sie erzählten sehr interessant, insbesondere über die Zeit zwischen den Kriegen im 20. Jahrhundert und über die DDR. Auch zeigten sie mir z.T. uralte Dokumente aus dem 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Während der folgenden Jahre hatte ich versucht, für meine Sammlung von Fragmenten einen Archivar in Feldberg zu interessieren. Er hat angeblich damit gearbeitet. Mir ist aber nicht bekannt, ob davon auch etwas veröffentlicht worden ist. &lt;br /&gt;
:Ich ließ mir meine per USB-Stick überlassenen Dateien 2023 zurückgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Meine Sammlung aus den verschiedensten Quellen und Dokumenten sind von mir nicht verbindlich überprüft worden. Ihre Veröffentlichung ohne Überprüfung der Dokumente im Landesarchiv Schwerin ist mir nicht möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Interviews mit Carwitzern wurden chronologisch eingearbeitet. Es sind bis 2025 immer wieder viele Ergänzungen mit gelesenen und gehörten Informationen hinzugefügt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zufällig entdeckte ich Ende Februar 2026 im Internet eine Interessentengruppe für Ortschroniken in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Bildungsministerium unterstützt. Da existiert auch eine kurze Chronik von Carwitz. Kontakte wurden aufgenommen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese „Carwitzgeschichte“ wurde über zwei Jahrzehnte mit Unterbrechungen erarbeitet. &lt;br /&gt;
:Jetzt möchte ich gedruckte Exemplare an die Familie, an Freunde und Interessierte weitergeben. &lt;br /&gt;
:Die Unterlagen, Interviews und familiäre Bezüge bleiben auf Festplatten gespeichert. &lt;br /&gt;
:Ich bitte alle Interessierten mir persönlich Korrekturen, Änderungen, Streichungen und insbesondere Ergänzungen mitzuteilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Einzelheiten sind dort zu finden, so in „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer, Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5.&lt;br /&gt;
:Die Fotos stammen aus sehr verschiedenen Quellen, so von Ernst Rittwagen (Feldberg), aus alten Büchern u.v.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ernst F. Dörffel  &lt;br /&gt;
:Carola Hasan (Redaktion)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1. Eiszeitliche Gestaltung der Feldberger Seenplatte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Carwitz liegt mit Hügeln und Tälern am südlichen Ende des Feldberger Endmoränen-Bogens, der jahrhundertelang Teil des Gletscherrandes war. Dieser zog sich von Güstrow über Neustrelitz bis in die Uckermark. Südlich von Carwitz beginnt das Sandergebiet. &lt;br /&gt;
:Unsere Vorstellungskraft ist wohl meistens überfordert, wenn wir uns ein realistisches Bild der geologischen und klimatischen Situation vor 12.000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit machen wollen. Der zerklüftete Rand des Gletschers von 300 Meter Höhe stand Jahrhunderte still, bis er endgültig nach Norden zurückwich. Am Gletscherrand sammelten sich die von ihm mitgeführten Findlinge und das Geschiebe beim Abtauen an. So entstand auch der Hünenwall, eine Satzendmoräne zwischen Luzinstein, oberhalb der Luzinhalle, und dem Kesselmoor im Hullerbusch. Aus Tunneln unter dem Eis floss ein riesiger Strom von Schmelzwasser mit Geröll und Sand hervor. Auf Grund der Thermik wehte ständig ein stürmischer Wind und transportierte Staub und feinen Sand nach Süden. Es bildete sich der mehrere Kilometer breite „Sander“. Riesige Eisblöcke der vorangegangenen Eiszeit waren als Toteis im Untergrund liegen geblieben und vom Gletscher praktisch „überfahren“ worden. Sie schmolzen erst mit dem Ende der letzten Eiszeit völlig weg. Dank dieser Toteisblöcke entstanden die vielen Sölle und größeren Seen. Die Grund- und Endmoräne haben fruchtbaren Boden.  Die Sanderböden dagegen sind unfruchtbar. Deshalb fand dort später weniger Besiedlung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==2. Landschaft zu Beginn der menschlichen Besiedlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine sehr ausführliche und interessante Darstellung der kulturhistorischen Entwicklung der gesamten Region, einschließlich Carwitz, findet sich in der Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5, S. 7 „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer. Das Heft steht in Carwitzer Kate 1 zwischen den Büchern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ende der letzten Eiszeit, Weichsel-Eiszeit, vor 12.000 Jahren folgten steinzeitliche Jäger den großen Tierherden nach Norden. Aber erst ab ca. 4.000 v. Chr. sind Menschen in unserem Raum archäologisch nachweisbar. Bronzezeitliche Funde werden um 1.250 v. Chr. datiert (23). Zeugnisse sind die Großsteingräber auf dem Hauptmannsberg und am Breiten Luzin sowie das älteste bekannte Schlachtfeld Europas im Tollense-Tal. &lt;br /&gt;
:Die germanische Besiedlung bis zur großen Völkerwanderung, 375 – 568 n. Chr., wird in groben Zügen bei römischen und griechischen antiken Autoren erwähnt. Im Großraum der unteren Elbe bis zur Weichsel, also Norddeutschland/Polen, sind das die Vandalen, die Semnonen, die Sueben, die Goten und die Burgunder. Exakte Gebiete können den einzelnen Stämmen nicht zugeordnet werden. In den zwei Jahrhunderten der Völkerwanderung werden die Volksstämme durcheinander gewirbelt. Unser Gebiet wird besonders entlang der großen Flüsse von den genannten Stämmen nur durchzogen. Im wahrsten Sinne des Wortes tritt eine Entvölkerung ein. Ursache der großen Völkerwanderung sollen klimatische, wirtschaftliche oder demographische Faktoren gewesen sein. Auslöser der Völkerwanderung war aber dann der Vorstoß der Hunnen aus Asien über Russland nach Europa. Dadurch wurden die germanischen Stämme, die Goten und Vandalen, aus dem Raum des westlichen Russlands vertrieben, sie flüchteten vor der drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
:Es erfolgte in den nächsten Jahrhunderten durch slawische Stämme von Osten eine friedliche Landnahme des menschenleeren Raums, in dem nur noch eine germanische Restbevölkerung lebte. So bildete sich kampflos ein geschlossenes slawisches Siedlungsgebiet, unterteilt in verschiedene Stämme, bis zur Elbe-Saale. Sie drangen sogar weiter westlich bis zum Main und der Regnitz vor. Noch heute bezeugen das slawische Orts- und Flurnamen eindeutig.&lt;br /&gt;
:Für unser Gebiet der oberen Havel und östlich der Tollense werden die Redarier mit ihrer Tempelburg Rethra genannt. Sie waren wohl der bedeutendste Stamm der Kernstämme der Lutizen, die Kessiner, Zirzipanen und die Tollenser.&lt;br /&gt;
:Eine gute Darstellung findet sich bei [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Chronik_von_Mechow_(Autor_Erich_Goetsch) Goetsch “Dorfchronik Mechow“ Seite 6 bis 14 ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit.jpg|500px|zentriert|thumb|CD06 Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Bronzene Schmuckscheibe&#039;&#039;&#039; von 4,8 cm Durchmesser im degenerierten Jellingstil aus der jungslawischen Inselsiedlung Carwitz. Wurde 1837 auf dem Kohlwerder im Carwitzer See oder dort „beim Fischen“ gefunden. In der nordischen Mythologie ist der dargestellte „Fenriswolf“ der dämonische Sumpfwolf, der das Bösartige, Zerstörische symbolisiert. Text Wikipedia (Corpus Archäologischer Quellen zur Frühgeschichte, Textband, Akademie-Verlag, Berlin 1979)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Die in der Zwischenzeit christianisierten und wirtschaftlich erstarkten deutschen Volksstämme, Franken und Sachsen, begannen seit Karl dem Großen ab 800, insbesondere dann unter Kaiser Otto I., in grausamen und rücksichtslosen wechselvollen Kriegen nach Osten vorzudringen. Diese Expansion erreichte nach der Herausbildung des deutschen Staates mit der sogenannten Deutschen Ostkolonisation im 11. bis 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt. 1147 lehnten die sächsischen Fürsten es ab, sich an einem zweiten Orientkreuzzug, leidenschaftlich dazu vom französischen Abt Bernhard von Clairvaux aufgerufen, zu beteiligen. Da sie „Völker zu Nachbarn haben, die noch dem schändlichen Götzendienst huldigten, nahmen (sie) zwar ebenfalls das Kreuz, aber um gegen jene Völker Krieg zu führen“. Im Wendenkreuzzug 1147 zogen sie unter der Bernhardschen Parole „Bekehrung oder Vernichtung“ gegen die heidnischen slawischen Völkerschaften zwischen Elbe und Oder. (7)&lt;br /&gt;
:Das Hauptheiligtum Rethra, Riedegost, mit dem Gott Svarožić wird zerstört und verschwindet völlig aus dem Gedächtnis. Später wurden mindestens 20 verschiedene Lokalisationen als Standort für Rethra diskutiert. Die wahrscheinlichste Lage ist die Fischerinsel am Südwestufer des Tollensesees bei Wustrow.  Die herrschenden slawischen Familien wurden unter der Bedingung anerkannt und „belehnt“, wenn sie selbst das Christentum annehmen und sich um seine weitere Verbreitung aktiv bemühen. (6) Damit beginnen auch die schriftlichen Dokumentationen in Lehnzeugnissen und Kirchenarchiven.  Als Zeichen der erfolgreichen Christianisierung findet man in ganz Mecklenburg die Feldsteinkirchen des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 07.jpg|650px|rechts|thumb|CD07 Besiedlung von Carwitz. Aus „Ausgrabungen und Funde 13“ S. 203 – Abb.3 der Akad. D. Wissenschaften Berlin, 1968, ergänzt nach Corpus Bd.2 aus (6)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Die Großsiedlung Burgwall Feldberg&#039;&#039;&#039; ist auf dem Schlossberg am Breiten Luzin gelegen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Carwitz&#039;&#039;&#039; wurde durch Ausgrabungen auf der Halbinsel Hauswerder, heute Bohnenwerder, die früheste Besiedlung für das 7. - 8. Jahrhundert an der Bucht gegenüber dem Stein- und dem Bollenwerder nachgewiesen. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der Feldmark Hanow, (Wüstung im Dreißigjährigen Krieg) auf der Hochfläche westlich vom Hauptmannsberg, geschah im 8. bis 12. Jahrhundert und für alle Inseln im Carwitzer See im 11. – 12. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
:Vom „Festland“, beim heutigen Fischer in Carwitz, gingen Brücken über den Jäger-, Gänse- und Steinwerder zum Bollenwerder und bis zu den Ziegenbergen des gegenüberliegenden Ufers.&lt;br /&gt;
:Die Inseln boten Schutz vor plötzlichen Überfällen. Spätestens im 10. Jahrhundert wurden die slawischen Dörfer gegründet, meist als Runddörfer um kleine Teiche. &lt;br /&gt;
:Die deutschen Einwanderer gründeten später Straßendörfer. Die typischen Endungen -itz oder -ow sind Merkmale slawischer Ortsnamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;+2&#039;&#039;&#039; 3. Carwitz wird erstmalig &#039;&#039;&#039;(+?)&#039;&#039;&#039; 1216 genannt (oder auch erst 1393?) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Ortsname stammt von dem altpolabischen Wort „karva“ für Kuh ab. Im Gegensatz dazu ist „Conow“, auf der anderen Seite des Carwitzer Sees, mit „Pferdedorf“ zu übersetzen. („con“ = Pferd). &lt;br /&gt;
:Erwin Schulz schreibt: „1393 Carwytze, 1459 Karviz, 1518 Carvitze, 1708 Karwitz, 1796 Carwitz.“ &lt;br /&gt;
:Carwitz gehörte zur „Herrschaft Stargard“ und diese gehörte seit 1130 zum Herrschaftsbereich der Herzöge von Pommern. Ab 1292 war die Herrschaft Stargard ein Wittum (Mitgift oder Brautpreis) der Markgrafentochter Beatrix von Brandenburg. Da sie die Frau des mecklenburgischen Fürsten Heinrichs II., genannt „der Löwe“, war, kam die Herrschaft Stargard ab 1299 faktisch an die Fürsten (später Herzöge) zu Mecklenburg. Am Ende des 14. Jahrhunderts – so eine weitere Notiz – wiesen die Herzöge von Mecklenburg - Stargard einem Henning Parsenow Pachtgeld aus Carwytze an.&lt;br /&gt;
:Bei &#039;&#039;&#039;(22)&#039;&#039;&#039; heißt es aber auch S. 37: „Mechow ist das erste Dorf im früheren Amt Feldberg, das urkundlich erwähnt wird (1271) und einer der drei Orte in diesem Amt, die noch im 13. Jahrhundert ins Licht der Geschichte treten (Flatow und Warbende 1299).“&lt;br /&gt;
:Feldberg wird 1256 und die Krüseliner Mühle 1275 als „Feldberger Mühle“ erwähnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Gebiet endgültiger Besitz der mecklenburgischen Herzöge. Das Dorf wurde dem Amt Feldberg (Domänenamt) zugeordnet.&lt;br /&gt;
:Kirchlich war das Angerdorf  Carwitz bis zum Dreißigjährigen Krieg und dann wieder ab 1740 eine selbstständige Pfarrei. &lt;br /&gt;
:Dazu gehörten die umgebenden Dörfer einschließlich Feldberg. Daraus kann man schließen, dass es in damaliger Zeit ein früher Ort der ursprünglichen Besiedlung gewesen sein könnte.  &lt;br /&gt;
:Seitdem lebt es, mit Ausnahme von Kriegs- und Pestzeiten, beschaulich dahin. Obwohl in den vergangenen Jahrhunderten echte Friedenszeiten die Ausnahme waren, berührten die kriegerischen Auseinandersetzungen nur selten diese Gegend. Wenn es dazu kam, dann waren die Folgen meist verheerend. So wurden durch die Streitigkeiten zwischen Brandenburg und Mecklenburg 1440 viele Dörfer „wüst“. Hanau (Hanow westlich vom Hauptmannsberg) wurde nie wieder aufgebaut. &lt;br /&gt;
:In Carwitz vergrößerte sich der Dorfkern, das „boomdörp“, nur langsam um die Kirche mit Friedhof und Bäumen. Das „unnerdörp“ an „de bäk“ ist aber mit einigen Erdhütten wohl eher der ursprüngliche Siedlungsort gewesen. &lt;br /&gt;
:Zur Besiedlung, zu den Streitigkeiten um Grenzen, der Lage von Mühlen und dem Zugang bzw. dem Besitz der Seen und Bäche siehe im Anhang Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==4. 30-jähriger Krieg und Folgezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahrzehnten vor dem dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) bestand ein relativer Wohlstand. 1637 plünderten, raubten, mordeten die Horden des Grafen Gallas.&lt;br /&gt;
:1639 gab es in Feldberg nur noch 3 Kossaten mit ihren Frauen. Um 1600 waren es um die 60 Personen gewesen. Georg Krüger schreibt: „1639 lebten im ganzen Amt (Feldberg) 47 Personen: 5 Bauleute (Bauern), 8 Kossäten, 13 Witwen, 9 Kinder, 10 Knechte und 2 Mägde. Und ist im selbigen Amt kein Vieh, an Klein oder Groß vorhanden, wie auch daselbst anitzo kein Sommer- oder Winterkorn geseyet ist.“&lt;br /&gt;
:Nach dem 30-jährigen Krieg kam die Pest. Auf dem Feldberger Pestfriedhof, der in den 1960er Jahren auf dem Amtswerder entdeckt wurde, fanden sich etwa 80 Tote. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die dem westfälischen Frieden von 1648 nachfolgenden Kriegszüge der feudalen Herren und Fürsten mit ihren marodierenden Truppen brachten immer wieder Not und Elend mit sich. &lt;br /&gt;
:1658 - 1660 durchzogen im Krieg gegen Schweden 30.000 kaiserliche, brandenburgische und polnische Soldaten Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:1674/75 waren es wiederum die Truppen des Großen Kurfürsten, die Dänen und die Kaiserlichen, die durch Mecklenburg zogen.&lt;br /&gt;
:1683 lebten in Carwitz mehrere Vollbauern, dazu der Freischulze sowie Kossaten und landlose Einlieger (Mietsleute), die als Landarbeiter tätig waren. Der westlich des Dorfes gelegene Freischulzenhof wurde 1858 aus Carwitz herausgelöst, ab 1874 Rosenhof benannt. Auch das alte Dorf Krüselin, mit der dortigen Meierei, seit 1945 eine Wüstung, sowie die Krüseliner Mühle gehörten zum Umfeld von Carwitz mit wechselnder Unterstellung.&lt;br /&gt;
:Durch den Hamburger Erbvergleich von 1701 kam das Amt Feldberg und damit Carwitz zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz.&lt;br /&gt;
:1756 – 1763 Siebenjährige Krieg mit „Besetzungen, Truppendurchmärschen, Plünderungen und Pressungen der männlichen Bevölkerung zum Kriegsdienst“ (5)&lt;br /&gt;
:„Von den zum Krieg gegen Russland 1812 gepressten 400 Strelitzern, die bis Moskau kamen, haben kaum 100 überlebt.“ (5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Krüselin: &lt;br /&gt;
:zu unterscheiden sind die heutige wüste Dorfstelle von der Wassermühle am See.&lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt dazu (13): &lt;br /&gt;
:„1393 Cruzelin, 1422 Krüselin, nach Kühnel = Sandort. 1393 wurde Henning Parsenow Krüselin angewiesen. &lt;br /&gt;
:1422 verkaufte Henning Parsenow die wüste Feldmark und das Dorf Krüselin an das Kloster Wanzka für 300 Mark. &lt;br /&gt;
:1539 verkaufte das Kloster die Feldmark an Herzog Heinrich für 200 fl (Historische Gulden florenus). &lt;br /&gt;
:Schon vor 1600 war in Krüselin eine Feldberger Amtsmühle, die im dreißigjährigen Krieg zerstört, aber wieder aufgebaut wurde. &lt;br /&gt;
:In Krüselin wird früher eine Kirche gestanden haben, denn Henning Parsenow versetzte 1401 zwei Glocken, die früher in Krüselin gehangen hatten, an das Kloster Wanzka, die eine für 34, die andere für 10 Mark. &lt;br /&gt;
:Später haben in Krüselin 2 Bauern und 1 Kossate gesessen. 1724 wurde durch den Feldberger Amtmann Borchmann eine Meierei aufgebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Laeven: &lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt (9) S. 119: „1393 wurde Bede in Läven an Henning Parsenow gegeben. &lt;br /&gt;
:1590 werden dort genannt: „12 dort wohnende Familienamen. &lt;br /&gt;
:1639 waren 5 Bauernhöfe nebst der Kirche niedergebrannt, und wo früher ein Freischulze und acht Bauleute mit ihren Familien gewohnt hatten, lebten noch ein Bauer, eine Frau und ein Knecht. Im &lt;br /&gt;
:Juni 1640 war alles wüste und niedergebrannt. 1683 war dort eine Schäferei, die zur Meierei Neuhof gehörte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hauptmannsberg: &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld erfuhr im Heimatkundeunterricht:  Im 30jährigem Krieg hatte bei einer Besetzung ein Hauptmann auf dem bis dahin Wartsberg genannten Berg seinen Beobachtungsposten. &lt;br /&gt;
:Die Landschaft war zur damaligen Zeit praktisch entwaldet, sodass von dort oben ein weiter Blick bis Feldberg, Laeven, Conow, Thomsdorf und Mechow möglich war. &lt;br /&gt;
:Andere erzählten mir, dass ein Hauptmann dort seinen Lieblingsplatz gehabt habe. Otto Schultz bestätigt das und fügt hinzu, dass im 30jährigen Krieg „der König“ auf dem „Königsberg“ seinen Standort hatte und der Hauptmann vom Hauptmannsberg her ihm entsprechende Zeichen seiner Beobachtungen gegeben habe. :Der „Königsberg“ sei an der Mühle, neben dem jetzigen Friedhof gewesen. &lt;br /&gt;
:Auf der Handzeichnung des Feldberger Gebietes von 1578 von Tilemann Stella (21) steht am Hauptmannsberg „Der Wartsberg“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Inseln: &lt;br /&gt;
:wurden zur Slawenzeit und landwirtschaftlich bis in die Mitte der siebziger Jahre privat genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie waren mit den umliegenden Ufern durch Holzbrücken verbunden. &lt;br /&gt;
:So hat man Reste von Holzpfählen vom Carwitzer Ufer beim Fischer zu den Inseln und bis zu den Ziegenbergen am jenseitigen Ufer gefunden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 08.jpg|600px|zentriert|thumb| CD08 Blick vom Bohnenwerder auf den Carwitz-See nach Thomsdorf]]&lt;br /&gt;
;Bohnenwerder: &lt;br /&gt;
:frühere Bezeichnung „Boomwerder“ = „Baumwerder“, so auch noch von Fallada und seiner Frau Suse bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld vermutet, dass „Bohnenwerder“ nach 1945 eine Verballhornung des plattdeutschen „Boomwerder“ ist. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Boamwierl“ = Baumwerder. &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg war auf ihm ein großes Spargelfeld. An der Terrassierung erkennt man noch heute, dass er bis ca. 1953 landwirtschaftlich genutzt wurde. &lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren weideten in den Sommermonaten noch regelmäßig Ponys zwischen den sich sonnenden Nacktbadern. &lt;br /&gt;
:Damals wurden auch die Ziegenberge am gegenüberliegenden Ufer mit Kühen beweidet.&lt;br /&gt;
:Auf alten Karten wurde der Bohnenwerder mit „Hauswerder“ bezeichnet. Wahrscheinlich weil auf dieser Halbinsel die ersten Häuser gestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Bollenwerder: &lt;br /&gt;
:ursprünglich „Bullwerder“ oder „Bullenwerder“ genannt, gehörte Helene Kratochwill und jetzt noch den Erben. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld: „In meiner Kindheit in den 20er Jahren wurden im Frühjahr die Kühe an Stricken im Schlepptau von Booten hinübergezogen und im Herbst zurück. &lt;br /&gt;
:Im Sommer fuhr jeden Tag zweimal die Magd oder der Knecht hinüber, um die Kühe zu melken. &lt;br /&gt;
:Später in den 30er Jahren waren nur noch Färsen darauf.“ Die Mauerreste eines kleinen Stalles sind jetzt noch am südlichen Ende zu finden. Noch in den 60er- und 70er- Jahren weideten im Sommer Ponnys auf dem Bollenwerder.&lt;br /&gt;
;Steinwerder: &lt;br /&gt;
:Im 30jährigen Krieg wurde dort ein Schatz vergraben und die Sage ging, dass dort zu Johannis im Mondlicht das Gold glänzt. &lt;br /&gt;
:Ob es einer mal versucht hat, den Schatz auszugraben? Heute im Besitz der Erben vom „Kröger“ Paul Utnehmer. &lt;br /&gt;
:Der Steinwerder wurde in den Sommerferien bis 1990 jedes Jahr als Campingplatz der Erfurter Reichsbahn genutzt. Mit der aufkommenden Umweltproblematik gab es hier zunehmend Probleme und Auflagen der Hygiene-Kontrollen.  &lt;br /&gt;
:Die Sammelbehälter der Toiletten mussten dann per Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Jägerwerder, Gänsewerder, Kohlwerder &lt;br /&gt;
:wurden ebenfalls landwirtschaftlich genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie gehörten Rudi Dreiseidel, der ca 1960 die Mosterei gründete. &lt;br /&gt;
:In diesem Zusammenhang wurden auf diesen Inseln, wie auch hinter der ehemaligen Mosterei, Obstbäume gepflanzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Elswerder, Eiswerder: &lt;br /&gt;
:auf den Karten fälschlicherweise heute als Eiswerder bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Elswierl“. Mit Erlen hätte das nichts zu tun¸ denn diese heißen im Plattdeutschen „Ellern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 09.jpg|800px|rechtsr|thumb| CD09 Kartenauszug Feldmarck Thomsdorff 1783]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese Karte hing im Goethe-Museum Weimar Anfang der 90er Jahre. 2025 war sie im Museum verschollen. &lt;br /&gt;
:Im Landesarchiv Brandenburg wurde eine Reproduktion erworben.&lt;br /&gt;
:Interessant ist die damalige Dreifelderwirtschaft mit den rhythmisch wechselnden Saatzeiten und die Ausdehnung der landwirtschaftlich genutzten Flächen. :Bis 1961 waren noch die Getreidefelder auf der Fläche des heutigen Campingplatzes am Dreetz zu sehen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Braun&#039;&#039;&#039; = Brachfeld&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Grün&#039;&#039;&#039; = Herbst-Winterbestellung &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Gelb&#039;&#039;&#039; = Frühjahr-Sommerbestellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==5. 19. Jahrhundert bis Ende des Kaiserreichs 1918==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Orte der Umgebung z. T. bis heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für diese Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gibt es über Carwitz wenig zu berichten. &lt;br /&gt;
:Carwitz war „noch nicht entdeckt“!&lt;br /&gt;
:Nach der gescheiterten Revolution von 1848 verlief die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und besonders in Mecklenburg-Strelitz ganz im Sinne des politisch äußerst konservativen Großherzogs Georg und seiner Nachfolger. &lt;br /&gt;
:Georg hatte die demokratische Bewegung als eine „Bande terrorisierender Radikaler“ diffamiert. (1 S. 20) &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter schreibt ironisch: § 1 der Mecklenburger Verfassung „Allens bliewt bin ollen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz war das kleinste aber auch reichste Fürstentum des Deutschen Kaiserreiches. &lt;br /&gt;
:So hatten Grundadel und Fürstenhaus bis 1919 das Recht auf fremden Grund und Boden zu jagen. &lt;br /&gt;
:Dabei betrifft „Reichstes Fürstentum“ das persönliche Eigentum des Großherzogs Friedrich Wilhelm II. (1860-1904). &lt;br /&gt;
:Seine Regierungszeit war geprägt durch eine an Geiz grenzende Sparsamkeit bei allen öffentlichen Ausgaben. Notwendige Investitionen in Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung unterblieben weitgehend. &lt;br /&gt;
:Deshalb stagnierten moderne Entwicklungen oder hielten nur zögerlich Einzug. Durch diese Politik konnten über Generationen angehäufte Schuldenberge des Fürstenhauses abgetragen werden. &lt;br /&gt;
:Das Land entwickelte sich jedoch zu einem der rückständigsten deutschen Territorien. Einem Ausspruch zufolge wollte Reichskanzler Otto von Bismarck im Falle des Weltuntergangs nach Mecklenburg fliehen, da hier die Welt 50 Jahre später untergehen würde. &lt;br /&gt;
:Als größter Grundbesitzer des Herrschaftsgebietes Mecklenburg Strelitz war der Großherzog im System der feudalen landständischen Verfassung Mecklenburgs eingebunden und hatte nur begrenzte Handlungsspielräume. &lt;br /&gt;
:Sein persönliches Vermögen wuchs dadurch während seiner Regierungszeit zu einem der reichsten deutschen Fürsten an. &lt;br /&gt;
:Er spekulierte und handelte sogar an der Börse.&lt;br /&gt;
:Am Spring, einer südlich von Laeven mitten im Walde gelegenen wunderschönen Quelle, steht ein Denkmal für den letzten Hirsch, der vom Großherzog geschossen wurde, d. h. eigentlich ein Denkmal für den Großherzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von Christa Schönfeld liegen handschriftliche Unterlagen des Amtes Feldberg vor. &lt;br /&gt;
:Die rechtlichen Festlegungen zu Haus und Hof sind unglaublich. &lt;br /&gt;
:Dazu auch der Fischereirechtsstreit vom 29.12.1801:&lt;br /&gt;
:-1 „verhandelt im Amte Feldberg den 29. Dezember 1801 in Gegenwart des Herrn Amtsrats &lt;br /&gt;
:auf heute ist der Freischulze Mollenhauer zu Carwitz, und der hiesige Fischer Sewkow vorgefordert, und da sie erschienenen, so hat man ihnen das von Herzoglicher Hochpreislicher Kammer unterm 20.vorigen Monats erlassenes gnädigstes Reskript in Betreff der von dem Freischulzen Mollenhauer auf dem Carwitzer See verlangten Fischerei hinlänglich bekannt gemacht, und die Erklärung des Freischulzen Mollenhauer darüber erfordert. &lt;br /&gt;
:Selbige gehet dahin: er hätte noch niemals die Fischerei auf dem ganzen Carwitzer See verlangt, sondern nur bloß, so wie sie seine Vorfahren gehabt. &lt;br /&gt;
:Er hätte niemals weiter als auf dem Vorlande gefischt, außer, dass er sein Netz doch außer dem Vorlande ausstellen müssen, weil er sonst gar keine Fische fangen können. &lt;br /&gt;
:Er wäre sehr bereit, sich der Fischerei wegen in der Güte auf einen gewissen Fuß zu setzen, wenn er nur überzeugt sein könnte, solche in der Zukunft ohne Streit und Zank auszuüben. &lt;br /&gt;
:Er erkläre sich völlig zufrieden mit dem ihn zugestandenen Revier zur Fischerei, nämlich von der Hälsung auf dem Dreetz in den Carwitzer See an bis an das Thomsdorfer Feld, und um diesen herum, bis an den Vor-Pool bei Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:Er wäre auch damit zufrieden, dass der Fischer in Feldberg, oder wer sonst den Carwitzer See gepachtet hätte, dieses Revier mit ihm gemeinschaftlich befischte, jedoch müsste er hoffen und sich ausbedingen, dass alle chikaneuse und ihm nachteilige Verfügungen in der Fischerei nachblieben, damit er mit dem Fischer diese Fischerei zusammen auf einen freundschaftlichen Fuß ausüben könnte. &lt;br /&gt;
:Der Fischer Sewkow bezeuget seine Bestimmung, so wie schon vormals zu den, dem Freischulzen Mollenhauer zur Fischerei zugestandenen Revier, und versichert, dass er von seiner Seite keine Gelegenheit dazu anderweitigen Streitigkeiten mit dem Freischulzen geben, sondern mit dem derselben auf dem bestimmten Revier, wenn das Wasser offen wäre, die Fischerei auf eine gemeinschaftliche und freundschaftliche Art ausüben wollen, jedoch müsse er sich ausbedingen, dass die Reusen nicht aus dem Vorlande, da wo er fischte gelegt würden, und dass der Freischulze, wenn er die Fischerei durch einen Arbeitsmann exercierte, entweder selbst dabei wäre, oder auch seinen Sohn oder einen von seinen Leuten dabei hielte, damit er, der Fischer, überzeugt würde, dass die Fischerei wirklich von dem Freischulze betrieben würde. &lt;br /&gt;
:Der Freischulze Mollenhauer agnosciret auch diese beiden von dem Fischer Sewkow vorgetragenen Punkte, genehmiget nochmal seine vorstehende Erklärung, und entsaget sich allen weitern Forderungen an der Fischerei auf dem Carwitzer See, außer dem bestimmten Ort.&lt;br /&gt;
:Da der Fischer Sewkow auch nichts weiter zu erinnern weiß, so ist diese Verhandlung geschlossen, und soll solche zur Herzoglichen Hochpreisl. Kammer eingesandt werden. Geschehen wie oben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hausbrief über das Freischulzenhaus an Friedrich Schulz&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Urkundlich ist dieser Hausbrief unter dem Siegel und der gewöhnlichen Unterschrift des Großherzoglichen Kollegiums und Forstkollegiums erteilt worden. Geschehen Neustrelitz 2. April 1859&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Von dem Großherzoglichen Mecklenburger Kammer- und Forst-Kollegio hieselbst ist dem Eigentümer Friedrich Schulz über das von dem Particulier Moldenhauer zu Neustrelitz laut Contrakts vom 1. März 1859 für 2500 Courant gekaufte, in Carwitz belegene vormalige Freischulzenhaus c.p. nachstehender Hausbrief erteilt worden: der Eigentümer Friedrich Schulz soll berechtigt sein, das vorgedachte Haus nebst Ställen und den unzertrennlichen Pertinenzen als: &lt;br /&gt;
:1. der Haus- und Hofstelle von 76 Quadrat-Ruten2&lt;br /&gt;
:2. den beiden Gärten und der Wörde hinter dem Hause zusammen von 1393 qr&lt;br /&gt;
:3. der an die Wörde stoßenden Wiese von 443 qr&lt;br /&gt;
:4. den beiden im Zansen See befindlichen Inseln a) dem Bullenwerder von 585 qr b) dem Steinwerder von 484 qr zusammen 2981 qr&lt;br /&gt;
:5. der Rohrwerbung hinter der Wörde&lt;br /&gt;
:6. die Fischerei auf demjenigen Teile des Carwitzer Sees und unter denjenigen Bestimmungen, welche vor dem Amte Feldberg ad  protocollum vom 29. Dezember 1801 festgesetzt worden, mit der Befugnis, den Graben aus dem Santzow ((? = Zantzen )) in den Dreetzer See allein zuzustellen, ohne jedoch Wehren in demselben anlegen zu dürfen, in Grundlage des Bestätigungsbriefes von 19. Februar 1853 eigentümlich zu besitzen und zu nutzen, wobei aber die Jagd auf den bis Ländereien vorbehalten und bedungen ist, dass der Eigentümer dieses Haus keine neuen Wohnungen in demselben anlegen darf.&lt;br /&gt;
:Dagegen muss von diesem Hause nebst Zubehör ein jährliches Grundgeld von zwei Thalern Courant...&lt;br /&gt;
:Mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservaten-Kasse, oder wohin es sonst angewiesen wird, prompt bezahlt werden. Außerdem müssen von diesem Hause resp. von den Besitzern desselben alle öffentlichen kommunal- und sonstigen Abgaben und Lasten, nicht minder die Kirchen-Pfarr- und Küster-Abgaben und Dienste, wie sie durch Edikte, Verordnungen oder Herkommen bereits bestehende, und resp. entweder verkündiget oder nötigen Falls durch das Amt werden repartieret und führen dies Grundstück bestimmt werden, unweigerlich bezahlt getragen und geleistet werden...“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Haus Nr. 18 in Carwitz - Zusatz zum Bestätigungsbrief vom 27. Oktober 1872&lt;br /&gt;
:Auf Grund der deutschen Maß- und Gewichtsordnung und des Reichsmünzgesetzes, sowie in Folge desfallsiger Vereinbarung mit dem Besitzer des Hauses Nr. 18 in Carwitz, dem Holzwächter Behrends kommen sind der Flächeninhalt der Pertinentien des Grundstücks und die dasselbe belastenden Abgaben in nachstehende Art umgewandelt und festgestellt. &amp;quot; ((Es folgen die in Quadratmetern umgerechneten Flächen des Freischulzenhofes von 1859.))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; 2. davon ist ein jährliches Grundgeld von sechs - 6 - Mark mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservatenkasse des Großherzoglichen Amts Feldberg oder wohin es sonst angewiesen wird, zu bezahlen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Es folgen Bestimmungen zu einer aus einem Teile des früheren Pfarrgehöftes in Carwitz gebildeten Erbpachtstelle I.B. &lt;br /&gt;
:§ 1 legt die Vermessung des Grundstückes fest)&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 2 der g. Behrends hat das Recht der Mitbenutzung der Trift zum Lucin-See zum Tränken seines Viehes. Sonstige Gerechtigkeiten an den Seen von Carwitz stehen ihm nicht zu.&lt;br /&gt;
:Er hat ferner mit den Besitzer  der Erbpachtstelle I.A gemeinschaftlich einen Ackerbestellungsweg so lang wie die Stellen sind, in einer Breite von - zwei und einhalb - 2 1/2 Meter und zwar jeder zur Hälfte von seinem Acker herzugeben und zu unterhalten.&lt;br /&gt;
:Die Jagd auf der Erbpachtstelle wird reserviert ((bedeutet was?)), und hat g. Behrends für Wildschaden keine Ansprüche zu erheben. (s. dazu (1 S.21- 23)..&lt;br /&gt;
:§ 3 betrifft Gebäude, Wohnungen und deren Verfügung))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 4 der Besitzer hat gegen die Kommüne, die Kirche, sowie die Küsterei zu Carwitz und gegen die Pfarre zu Feldberg den vierten Teil aller derjenigen Verpflichtungen zu übernehmen und zu leisten, wie sie ein Bauer in Carwitz hat oder nach ergehenden Bestimmungen und Verordnungen künftig haben wird; namentlich hat er das Messkorn an den Pastor in Feldberg und den Küster in Carwitz wie ein Carwitzer Bauer zum vierten Teile zu leisten und abzutragen.&lt;br /&gt;
:Auch hat er den vierten Teil der Hand - und Spanndienste bei den Bauten und Reparaturen der Kirche, des Kirchhofes, des Witwen-, Küster- und Schulenhauses zu Carwitz, sowie bei dem bestehenden Pfarrgehöft in Feldberg wie ein Carwitzer Bauer zu leisten und unterwirft sich hinsichtlich dieser Leistungen der Repartition des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ebenso hat er zur Besserung der über das Carwitzer Feld führenden Wege und der Dorfstraße, sowie event. zum Dämmen der letzteren, sowie zur Herstellung und Erhaltung der nöthigen Brücken nach demselben Verhältnisse beizutragen. Er hat auch auf Verlangen den Schulzen- und andre Gemeindedienste zu übernehmen, ersteren gegen die von dem Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegio zu bestimmende Renumeration.&lt;br /&gt;
:Dem Abdeckereizwange für Carwitz ist er unterworfen. Er hat auch dem bei einer eventuellen Versetzung des Küsters in Carwitz verbleibenden Schulmeister den vierten Teil desjenigen zu prästiren, was ein Carwitzer Bauern leistet oder leisten wird. Seinen Grenznachbaren hat er stets die nach Vorschrift des Amtes nöthige Vorfluth zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:§ 5 der g. Behrends erhält weder Brennholz für sich, oder seine etwaigen Einlieger, noch Bauholz oder sonstige Materialien.&lt;br /&gt;
:§ 6 der Besitzer unterwirft sich allen polizeilichen und administrativen Ordnungen und Anordnungen, welche über die Kommüne, die Schule und die Armenpflege von Carwitz bestehen oder noch erlassen werden sollten.&lt;br /&gt;
:§ 7 von diesem Grundstück ist von Johannis 1877 ab alljährlich ein Grundgeld von zwölf - 12 - Mark zu entrichten. Dasselbe wird in halbjährlichen Raten zu Michaelis und Ostern mit dem üblichen Quittungsgebühren an die Reservatenkasse des Amtes Feldberg oder wohin es sonst verlangt wird, frei bezahlt&lt;br /&gt;
:§ 8 das Grundgeld und alle sonstigen Abgaben, welche der Besitzer erbbrieflich zu entrichten hat, unterliegen dem Exekutionszwange des Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegii resp. des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Neustrelitz, den 21. August 1877 „&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Testament des Gastwirtes „Zum Krug“ August Utnehmer 1916 („de Kröger“)&lt;br /&gt;
:„Großherzogliches Amtsgericht Feldberg                                     Carwitz, 21. Juni 1916     &lt;br /&gt;
:gegenwärtig: Amtsrichter Dr. Weber als Richter, Gerichtsaktuar Renter als Gerichtsschreiber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf den Antrag des Krügers August Utnehmer in Carwitz sein Testament in seiner Wohnung aufzunehmen, begaben die Unterzeichneten sich heute in die in Carwitz gelegene Krugwirtschaft des Antragstellers. &lt;br /&gt;
:Sie trafen dort in einem zu ebener Erde nach dem Hofe hinaus belegenen Schlafraum einen älteren Mann im Bette liegend an, der auf Befragen des Richters erklärte, dass er der Krüger August Utnehmer sei und ein Testament errichten wolle. &lt;br /&gt;
:Die Persönlichkeit des Erblassers ist dem Gerichtsschreiber persönlich bekannt und wurde durch diesen auch dem Richter vorgestellt.&lt;br /&gt;
:Der Krüger August Utnehmer war offensichtlich krank, die Unterredung mit ihm ergab aber seine zweifellose Geschäftsfähigkeit.&lt;br /&gt;
:Er erklärte seinen letzten Willen mündlich wie folgt:&lt;br /&gt;
:§ 1 als Erben setze ich&lt;br /&gt;
:-meine Ehefrau Ida Utnehmer geb.Brüggemann zu 1/4 und&lt;br /&gt;
:-meine beiden Kinder Paul und Elisabeth Utnehmer zu je 3/8 ein.&lt;br /&gt;
:2 der Nachlass besteht im Wesentlichen aus dem Kruggehöft eingetragen im Grundbuch von Carwitz Blatt 26.&lt;br /&gt;
:Ich bestimme über die Auseinandersetzung, dass mein Sohn Paul dieses Kruggehöft mit allen darauf ruhenden Rechten und Lasten übernehmen soll, insbesondere also auch die darauf ruhenden Eigentümergrundschulden Fol. 1 bis 3 im Gesamtbetrage von 2700 Mark.&lt;br /&gt;
:Dafür hat er meine Frau und meine Tochter Elisabeth in der in den folgenden Paragrafen bestimmten Art abzufinden. &lt;br /&gt;
:Außerdem hat er als Alleinschuldner eine Schuld aus Darlehn von 2700 Mark, die für die Wirtschaft bei dem Vorschussverein im Feldberg aufgenommen worden sind, zu übernehmen.&lt;br /&gt;
:§ 3 meine Ehefrau Ida geb. Brüggemann soll zur Abfindung von meinem Sohn ein in das Grundbuch eingetragenes Altenteil aus der Wirtschaft erhalten und zwar:&lt;br /&gt;
:-400 Mark jährlich bar,&lt;br /&gt;
:-die für ihren persönlichen Bedarf erforderlichen Kartoffeln,&lt;br /&gt;
:-wöchentlich ein Pfund Butter,&lt;br /&gt;
:-täglich einen Liter Milch und ein Pfund Brot,&lt;br /&gt;
:-jährlich ein Schwein von 2 1/2 Zentnern Lebendgewicht,&lt;br /&gt;
:-und endlich freie Wohnung in den beiden Zimmern hinter der Krugstube.&lt;br /&gt;
:Sollte meine Frau aus irgendwelchen Gründen nicht die Altenteilwohnung und die ihr ausgesetzten Naturalien in Anspruch nehmen wollen, so soll es ihr freistehen, statt dieser Leistungen weitere 400 Mark jährlich von meinem Sohn zu verlangen. Auch dies soll in das Grundbuch eingetragen werden.&lt;br /&gt;
:§ 4 an meine Tochter Elisabeth soll mein Sohn 5000 Mark zur Abfindung aus dem Nachlass zahlen. Diese Erbschaftsforderung soll in das Grundbuch eingetragen werden und bis zu ihrer Heirat oder bis zum Tode der Mutter unverzinslich, dagegen von den bezeichneten Zeitpunkten an mit 4 v. H. in den landesüblichen Terminen verzinslich sein. Die Kündigung der Forderung ist bis zu ihrer Heirat oder dem Tode ihrer Mutter unzulässig, dagegen könnte sie von da an zu den landesüblichen Terminen erfolgen, frühestens aber zum zweiten Termin nach der Heirat bzw. dem Tode der Mutter.&lt;br /&gt;
:Außerdem soll mein Sohn persönlich verpflichtet sein, seiner Schwester Elisabeth im Falle ihrer Verheiratung eine Aussteuer im Werte von mindestens 2000 Mark aus dem Nachlass zu geben.&lt;br /&gt;
:Dies Protokoll wurde vorgelesen, von dem Erblasser genehmigt und von ihm eigenhändig unterschrieben.&lt;br /&gt;
:gez. A. Utnehmer &lt;br /&gt;
:geschlossen   &lt;br /&gt;
:gez. Weber Amtsrichter     gez. Renter Aktuar“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hullerbusch = Holunderbusch. &lt;br /&gt;
:Der Holunder wurde in der nordischen Mythologie als Baum des Lebens betrachtet. Er wurde von der Göttin Freyja verehrt und brachte Wohlstand und Glück. :Er wurde im Mittelalter auch als Tor zur Unterwelt gesehen.&lt;br /&gt;
:Hullerbusch-Bauernhof: Dr. med. Horst Rügler (Amtsarzt, Spechtstr. 5 in 1000 Berlin 33 Dahlem) übergab Frau Christa Schönfeld am 21.8.1992 die von ihm niedergeschriebene Geschichte des Hofes. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+2a&#039;&#039;&#039; Er schrieb sie als Schüler 1937 auf. Die Geschichte und Karte des Vermessungsamtes liegen als Kopien in den Unterlagen von Christa Schönfeld. &#039;&#039;&#039;(s. 12 u. 19)&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„Der Hof&lt;br /&gt;
:dem Bauern Christian Schulz gehörte nach seinem Grundbrief vom 30. 6.1832 ein Hof &amp;quot;auf der Bleiche&amp;quot; in Carwitz. Als dieser durch einen Brand vernichtet und die Flur neue reguliert wurde, bat er das großherzogliche Kollegium durch das Amt Feldberg am 11.4.1845 um die Erlaubnis, sein Gehöft auf seiner demnächstiegen Hufe am Hullerbusch neu aufzubauen, was ihm vier Tage darauf zugebilligt wurde. &lt;br /&gt;
:Dem Förster wurde aufgegeben, diesen Teil des Hullerbusches sofort vom Holze räumen zulassen, und der Bau des Gehöftes konnte beginnen.&lt;br /&gt;
:Er starb jedoch schon kurz darauf, und seine Witwe, eine geborene Hartwig, übergab am 27.2.1847 dem ältesten Sohn Johann Schulz, der am 21.3.1818 in Carwitz geboren war, den Hof. &lt;br /&gt;
:Mit seiner Ehefrau, Dorothea, geborene Köller, hatte er acht Kinder. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1887 übergab er dem ältesten Sohn Wilhelm Schulz die Wirtschaft, die dieser am 4.8.1913 an Wilhelm Strasen verkaufte, der am 8.2.1856 in Mechow geboren und bis dahin Meister am Dolgener Teerofen war. &lt;br /&gt;
:Von diesem erwarb der Landwirt Arno Troche den Hof, der nach dessen Tode, am 25.4.1931, in Konkurs ging, sodass ihn Wilhelm Strasen zurücknahm, um ihn am 14. 07. 1932 an meinen Großvater, Wilhelm Hasse, zu verkaufen. &lt;br /&gt;
:Nachdem dieser am 30.5.1935 gestorben war, wurde am 6.3.1937 meine Mutter, Martha Rügler, Erbin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Hof vom ehemaligen Pächter oder Besitzer des über 20 ha großen Hofes Wiesenthal bei Zierke / Neustrelitz übernommen. :Dieser Bauer Schäfer betrieb dort Gemüseanbau - vielen Flüchtlingsfrauen wurde dadurch in der schweren Zeit nach dem Kriege geholfen. &lt;br /&gt;
:Bald ging aber auch er in den Westen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 10.jpg|600px|zentriert|thumb| CD10 Villa Hullerbusch vor dem Bau des Hotels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Hullerbusch wurde 1904 das Jagdschlösschen des bankrotten Gutsherrn von Wittenhagen abgerissen. &lt;br /&gt;
:Der neue Eigentümer, der ehemalige Schutztruppenoffizier Meike, baute es – nach Osten versetzt – wieder auf. &lt;br /&gt;
:Interessant ist, dass dabei die wertvollen ausländischen Hölzer mit Wurzelballen herausgenommen wurden. &lt;br /&gt;
:Meike fiel übrigens im hohen Alter noch im ersten Weltkrieg.“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 11.jpg|600px|zentriert|thumb| CD11 die &amp;quot;uralte&amp;quot; Luzinhalle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Großvater von Christa Schönfeld, Wilhelm Strasen, kaufte 1913 das Bauerngehöft Hullerbusch, ca. 200 Morgen Land. &lt;br /&gt;
:Das ist die jetzige Schäferei. (s. Interview Schönfeld)&lt;br /&gt;
:Die Kahnfähre über den Schmalen Luzin an der ehemaligen Gaststätte „Luzinhalle“ soll seit 1907 existieren. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12.jpg|1500px|zentriert|thumb| CD12 Hullerbusch Bauernhof 1925 Meckl. Strel. Vermessungsamt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12a.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD12a Hullerbusch-Weg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 13.jpg|800px|zentriert|thumb|Datei: CD13 Blick auf Carwitz um 1900]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 14.jpg|800px|zentriert|thumb| CD14 Blick über die Luzinhalle auf das Schmal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 16.jpg|800px|zentriert|thumb| CD16 Der Erinnerungssein an den Förstersohn Hans Knebusch (Hartmannsweilerkopf liegt im Elsass)]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Krüselin:&#039;&#039;&#039; die alte Dorfstelle der deutschen Ostkolonisation, heute Wüstung Krüselin – wurde 1945 endgültig zerstört, da sich Letten-SS oder Hitlerjugend dort verschanzt hatten; die Grundmauern wurden nach 1990 aufgefrischt. &lt;br /&gt;
:Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war dort eine Revierförsterei und beherbergte auch drei Waldarbeitergehöfte. &lt;br /&gt;
;Unter der zum Gedenken an den Sohn des Försters gepflanzten Silberlinde steht der Stein: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine uralte &#039;&#039;&#039;Wassermühle&#039;&#039;&#039; steht am Ausfluss des Sees Krüselin. &lt;br /&gt;
:Jenseits des Baches liegt Brandenburg. &lt;br /&gt;
:Die Geschichte dieser Wassermühle mit dem Streit um ihren Besitz und die damit verbundenen Einnahmen ist interessant und erheiternd. (Siehe Abschnitte Tilemannus Stella von Siegen 1575-78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“ im Anhang) &lt;br /&gt;
:Die Wassermühle ist heute eine Ferienpension. Es gibt noch mehrere Ferienhäuser. &lt;br /&gt;
:Die Gaststätte liegt sehr schön am See.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==6. Weimarer Republik und Nationalsozialismus / 1919 - 1945:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die vier Interviews mit Christa Schönfeld, Ehepaar Hildegard und Otto Schulz, Ehepaar Ursula und Kurt Güldner, sowie Erna Morach, geb. Güldner, in den :Jahren 2005-2008 spiegeln die Verhältnisse in der Landwirtschaft, den Handwerken und insbesondere auch die Schulbildung, in dieser Zeit wider.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld (1921-2009), Carwitz, Dorfstr.78 erzählte 2005 bei mehreren Zusammenkünften: &lt;br /&gt;
:Ihr Urgroßvater Brüggemann hatte den Krug (die jetzt geschlossene Gastwirtschaft) 1826 gekauft. Seitdem war er im Besitz der Familie. Der Großvater August Utnehmer heiratete Ida Brüggemann und übernahm „de Krog“, seitdem war er „de Kröger“. &lt;br /&gt;
:Er starb 1916 und ihr Vater Paul Utnehmer übernahm den Krug.4 &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkriege hatte Carwitz ca. 280 – 300 Einwohner.   &lt;br /&gt;
:Man unterschied das untere vom oberen Dorf. So gab es „de unnerdörpchen un de boomdörpchen“ - die Unter- und die Oberdörfler.    &lt;br /&gt;
:Boomdörp = Dorf mit großen alten Bäumen um die Kirche herum&lt;br /&gt;
:Der älteste Hof (früher Familie Benzin), der seit dem 30-jährigen Krieg bestehen soll, gehört der jetzigen Familie Juhl, Dorfstr. 66. Es ist das :Restaurant mit dem Eisstand und dem Straßenkiosk.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD17x.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD17 Der Krog vor 1906]]&lt;br /&gt;
                                                                                                                                                                           &lt;br /&gt;
:Während die Wohnhäuser im 19. Jahrhundert meist schon mit Ziegeln gedeckt waren, waren die Scheunen noch mit Rohr gedeckt. &lt;br /&gt;
:1926 brannte die Scheune von Schönfelds ab (Dorfstr.78, später Kratochwil). &lt;br /&gt;
:Durch den Funkenflug über die Straße hinweg wurden auch die Scheunen vom Pfarrhof und vom Hof Dreiseidel angezündet und brannten ab.  &lt;br /&gt;
:Da drei Scheunen abgebrannt waren, wurde auf dem Bollenwerder ein kleiner Stall für die dort weidenden Kühe gebaut.                                                                                     &lt;br /&gt;
:Das wirtschaftlich genutzte Land, die Äcker gehörten alle dem Großherzog. &lt;br /&gt;
:Die Bauern hatten es gepachtet, als Erbpacht. Nur der Freischulze besaß eigenes Land. &lt;br /&gt;
:Die Höfe und der Hausgarten, „de Woerde“, gehörten aber schon länger dem Hofbesitzer. &lt;br /&gt;
:Erst nach der Enteignung der Fürsten 1919 konnten die Bauern in den 20er und 30er Jahren das Land ziemlich günstig nach und nach vom Staat kaufen. &lt;br /&gt;
:So hat „de Kröger“ Paul Utnehmer sein Land damals im Tausch gegen eine für die Gastwirtschaft bestehende „Gerechtsamkeit“, die in Holzlieferungen der Forst bestand, ablösen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 18.jpg|600px|zentriert|thumb| CD18 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 19.jpg|600px|zentriert|thumb| CD19 Paul Utnehmer mit Sohn Joachim bringen Feriengast zum Bahnhof ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben, und trugen sie nach Hause. Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.&lt;br /&gt;
:In Carwitz gab es in den 20er und 30er Jahren 3 Vereine: &lt;br /&gt;
:Der Schützenverein, der Geselligkeitsverein und der Gesangsverein. &lt;br /&gt;
:Die Krogwirtschaft hat die Vereinsfeste betreut. Das waren reine Männervereine, Frauen waren nur bei den Festen dabei. &lt;br /&gt;
:In den Hullerbusch-Wald, hinter dem jetzigen Ferienhotel, wurden Bänke, Tischplatten auf Böcken und Zelte gebracht. &lt;br /&gt;
:Der Krog wurde mit Mecklenburger Fahnen und Girlanden geschmückt. Wenn sich alle versammelt hatten, zog der Schützenverein hinaus zum Hullerbusch. &lt;br /&gt;
:„De Kröger“ Paul Utnehmer half Muttern mit einem kleinen Schubs auf den Pferdewagen und fuhr hinterher. &lt;br /&gt;
:Angekommen zapfte er ein großes Fass Bier an und schenkte aus. Die Frau des Krögers kochte auf einem eisernen Dreifuß über Holzfeuer in einem Kessel den Kaffee. &lt;br /&gt;
:Bäcker Schulz hatte Pfannkuchen gebacken. Die Männer tranken mehr Bier und Cognac. &lt;br /&gt;
:Auf Schießscheiben wurde dann auch noch geschossen. Am Abend, nachdem das Vieh versorgt war, gab es dann großen Tanz im Krog bis frühmorgens um 6 Uhr. :Wenn es zu laut wurde oder Raufereien begannen, wurden die Unruhstifter vom kraftvollen Kröger sehr schnell an die frische Luft gesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 20.jpg|600px|zentriert|thumb|CD20 Foto von Christa Schönfeld hinterm Krog mit Keglern: re. außen mit Kegelkugel = Paul Utnehmer, der mit weißem Schnauzbart und Hut ist sein Vater August Utnehmer, li. mit dem Arm auf der halben Wand = Ida Utnehmer seine Frau. ]]&lt;br /&gt;
:Manchmal gab es auch Lehrer oder andere Interessierte, die vor allem zu Weihnachten Theaterspiele organisierten. &lt;br /&gt;
:Es waren Märchen oder die Texte wurden selbst verfasst. &lt;br /&gt;
:Auch die Kostüme wurden selbst genäht oder geklebt. Alle Darsteller waren aus Carwitz. &lt;br /&gt;
:Feldberger oder andere Auswärtige kamen dafür nicht infrage&lt;br /&gt;
:Ich war mal die Großmutter im Märchen „Rotkäppchen“. &lt;br /&gt;
:Da ich das Taschentuch verloren hatte, trocknete ich mir die Tränen demonstrativ mit meiner Trägerschürze ab. Dafür bekam ich stürmischen Applaus. Malermeister Schmidt, der Vater von Ursula Barthels, hat aus 32 Volksliedern ein Theaterstück zusammengestellt. &lt;br /&gt;
:Er konnte nicht singen, sie auch nicht. Aber das hat er wunderbar gemacht. &lt;br /&gt;
:Er wandert in die Ferne und kommt erst nach Jahren zurück. Da ist seine ehemalige Geliebte entgegen dem Schwur beim Abschied, unglücklich mit einem Gärtner verheiratet. &lt;br /&gt;
:Ich spielte ihr kleines Mädchen.  Sie schaut am Gartentor mit tränenumflortem Blick in die Ferne und denkt dabei an ihren früheren Schatz. Wo ist er wohl jetzt? &lt;br /&gt;
:Der tritt unerkannt auf sie zu mit den Worten: „Warum weinst du holde Gärtnersfrau, weinst du um das Veilchen Dunkelblau?“ So setzte er die Liedtexte dann aneinander.&lt;br /&gt;
:Mit der Machtübernahme durch die Nazis wurden die Vereine alle aufgelöst oder gleichgeschaltet und die Feste fanden nicht mehr statt. Sie entsprachen nicht mehr den Vorstellungen vom „völkischen Brauchtum“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Aufgewachsen bin ich im Krog. Ostern 1928 kam ich mit 8 weiteren Kindern in die einklassige Schule in Carwitz. (heute wohnt dort Fr. Deuß, Dorfstraße 74) &lt;br /&gt;
:Sie hatte 8 Klassenstufen, insgesamt hatte die Schule 54 Kinder in dem einen Raum. &lt;br /&gt;
:Ich hab’ geheult, ich wollte nicht in die Schule gehen. Die ABC-Schützen saßen vorn in der ersten Reihe. &lt;br /&gt;
:Einziger Lehrer war „Köster“ Heiy, der später nach Weisdin versetzt wurde. Der Lehrer wurde „de Köster“ genannt, obwohl er das zu dieser Zeit schon nicht mehr war. &lt;br /&gt;
:Trotzdem spielte er am Sonntag zum Gottesdienst die Orgel. &lt;br /&gt;
:„De Glöckner“ Schmidt läutete dreimal am Tage die „Bädglock“ - 7.00, 12.00 und 18.00 -. &lt;br /&gt;
:Auch den Sonntag hat er eingeläutet und danach die Orgel getreten.  Nebenbei hat „de Glöckner“ noch die beiden Friedhöfe gepflegt.&lt;br /&gt;
:„Erzogen“ wurde mit dem Rohrstock. „Wenn ich beim 2. Male beim Schwatzen ertappt wurde, musste ich nach vorn kommen, die flachen Hände vorstrecken und bekam dann mit dem Rohrstock paar übergebrettert, das hat gezogen! &lt;br /&gt;
:Na, den Jungs wurde mit dem Rohrstock regelrecht der Hintern verprügelt. Bestimmt über ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ich mich an die Schule gewöhnt hatte. &lt;br /&gt;
:Ich fragte mich immer, warum fragt „de Köster“ nicht die älteren Kinder, wenn er was wissen will?  &lt;br /&gt;
:Weil ich nicht lesen und schreiben wollte, gab mir Mutter so nach einem halben Jahr im November paar ordentliche Ohrfeigen. &lt;br /&gt;
:Von diesem Abend an konnte ich plötzlich lesen und schreiben. Ich hatte ja eine gute Auffassungsgabe, obwohl ich eigentlich ein Phlegmatiker war. &lt;br /&gt;
:Was ich nicht mochte, mochte ich nicht. Der Nachfolger, Herr Neckritz, kam aus Brohm einem Gutsarbeiterdorf. &lt;br /&gt;
:Er trug braune SA-Uniform. Frühmorgens mussten wir ihn alle mit ausgestrecktem rechtem Arm und „Heil Hitler“ begrüßen. &lt;br /&gt;
:Da ich gut in Orthographie war, musste ich die Diktate der jüngeren Schüler mit Bleistift korrigieren und er schrieb das dann mit roter Tinte nach und setzte sein „N„ darunter. &lt;br /&gt;
:Er war sehr nervös und den Anforderungen einer großen Dorfschule nicht gewachsen. Oft reagierte er unüberlegt und ungehalten. &lt;br /&gt;
:So ging ihm mal das ständige „Heil Hitler“ - „Heil Hitler“ so auf die Nerven, dass er missmutig sagte „Ihr wisst ja gar nicht, was ihr sagt, da könnt ihr auch „Heil Moskau“ sagen. &lt;br /&gt;
:Der „Dorfrat“, den es zwar nicht gab, den aber die interessierten Männer des Dorfes am Stammtisch des Krogs bildeten, veranlasste darauf, dass er auf eine andere Schule versetzt wurde. &lt;br /&gt;
:Der Nachfolger war Lehrer Schwoch. Das war ein noch größerer Nazi. Der bespitzelte alle und wurde später „Blockleiter“ des Dorfes. &lt;br /&gt;
:Er hat meinen Vater angezeigt, weil er die Urlauber noch nach der Sperrstunde - 23 Uhr - bei sich im Krog sitzen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 21.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD21 1928 Carwitzer Schulklasse mit Lehrer (vor der Schule Dorfstr. 74. Das einzige „Umgebindehaus“ in Carwitz)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1936 wurde ich an Palmsonntag konfirmiert und aus der Schule entlassen. &lt;br /&gt;
:Der Lehrer empfahl meinem Vater, mich aufs Lyzeum in Neustrelitz zu schicken. &lt;br /&gt;
:Aber das konnte sich mein Vater finanziell nicht leisten. Ich blieb dann zu Hause, erlernte keinen Beruf, half im Hause und in der Gastwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Mein späterer Mann, Siegfried Schönfeld, kam aufs Carolinum in Neustrelitz. Er war auch hier in Carwitz geboren und ging die ersten Jahre hier zur Schule. &lt;br /&gt;
:Seine Tante, eine vermögende Oberin in Eutin, hat ihm das Gymnasium bezahlt. Sie hat ihn dann noch auf die NAPOLA (Nationalpolitische Anstalt) in Plön geholt. Da hatte er eine furchtbar harte Ausbildung.   &lt;br /&gt;
:Im Kriege waren die jungen Männer alle in der Wehrmacht. &lt;br /&gt;
:Fremdarbeiter und Kriegsgefangene - Polen, Franzosen, Russen - waren den Bauernwirtschaften zugeteilt worden. &lt;br /&gt;
:Da kam es dann öfter mit den Mädchen oder jungen Frauen zu Liebesbeziehungen, die dramatische Folgen haben konnten. &lt;br /&gt;
:So beantragte 1943 der „Blockleiter“ und Lehrer Schwoch, dass ein Pole gehängt werden solle, weil er ein Verhältnis mit einem Dienstmädchen (von Köllers) hatte. &lt;br /&gt;
:Das konnten der besagte „Dorfrat“ der engagierten älteren Bauern, beim Dorfvorsteher Schmidt (Bürgermeister gab es damals nicht) aber verhindern, indem er das Gerücht als nicht wahrheitsgemäß bezeichnete und den Polen versetzen ließ.“5&lt;br /&gt;
       &lt;br /&gt;
:„Ende April 1945 kamen zu uns nach Carwitz Lettische SS, Freiwilligen-SS. &lt;br /&gt;
:Wir waren schon vorher mit Pferden und Wagen in den Wald, hinter der damaligen Dorfstelle Krüselin, geflüchtet. &lt;br /&gt;
:Das Vieh hatten wir aber in den Ställen lassen müssen. Da bin ich mit dem Fahrrad noch mal hingefahren und habe die Kühe gemolken. Ich hörte schon die Geschütze am Erddamm in Feldberg / Wittenhagen donnern. &lt;br /&gt;
:Der eine Lette hat mich händeringend angefleht, weit wegzufahren mit dem Fahrrad. Ich solle keine Rücksicht auf meine Eltern nehmen. &lt;br /&gt;
:Seiner jungen Frau sei es ganz furchtbar durch die Russen ergangen. &lt;br /&gt;
:Ich bin aber bei meinen Eltern in einer Fichtenschonung im Walde geblieben.           &lt;br /&gt;
:Am 28. April kamen dann die Russen. &lt;br /&gt;
:Erst pfiffen die Kugeln über uns hinweg, da die Dorfstelle Krüselin beschossen wurde. Dort lag Lettische SS. Dann war es ½ Stunde ruhig. &lt;br /&gt;
:Auf einmal stürmten die Russen zu uns in den Wald. Ein junger Offizier sagte zu mir: „Frau komm mit“ Ich: „nein, nein, nein!“ Da kamen alle Russen auf uns zu, haben die Maschinenpistolen auf uns gehalten. Ein bei uns arbeitender polnischer Junge, der die russische Sprache verstand, sagte zu mir, dass ich mitgehen müsste, sonst würden „der Chef und die Frau“ - meine Eltern - erschossen. &lt;br /&gt;
:Ich wurde losgezerrt und war in den ersten 5 Minuten schon vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Danach mussten wir aus dem Wald wieder zurück nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Auf dem Weg nach Laeven wälzte sich eine unvorstellbare Menge von Panzern, LKW’s, Pferdewagen, Fußsoldaten auf dem Vormarsch nach Berlin entlang. &lt;br /&gt;
:Damals gab es noch keine befestigten Chausseen. Vielen von uns wurden die Koffer oder sonstige Gepäckstücke, die wir retten wollten, weggenommen und auf die Lastwagen geworfen. &lt;br /&gt;
:Später haben wir noch gelacht, weil einige Frauen ihren Mann beschimpften: „Fritz was bist du dämlich, dass du dir den Koffer hast wegnehmen lassen.“ &lt;br /&gt;
:Was sollte er denn anders tun? Es hat lange gedauert, bis wir wieder zu Hause waren. &lt;br /&gt;
:Der Hof war voller Russen, die dauernd wechselten. Sie konnten sich nur kurz bei uns ausruhen. &lt;br /&gt;
:Ich habe mich tagelang auf dem Stallboden hinter Strohballen versteckt, bin dort auch nicht gefunden worden. &lt;br /&gt;
:Meine Mutter wurde noch mehrfach vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Eine Familie Dr. Horn, eine Frau und ihre beiden Söhne, kam aus Feldberg und wollte sich unten am Ufer des Schmalen Luzins vergiften. Bei der Frau und einem Sohn hat es geklappt. &lt;br /&gt;
:Das Schlimmste aber war, dass die Frau in ihrem Todeskampf noch vergewaltigt worden ist. So lag sie da, so hat man sie gefunden. &lt;br /&gt;
:Den Ehemann, er war Rechtsanwalt, hat man durch Feldberg geschleift. Er ist nach Russland deportiert worden, aber später wieder zurückgekommen. &lt;br /&gt;
:Er stammte aus dem Westen Deutschlands. Der andere Sohn Peter Horn (12) ist bei Frau Kratochwil untergekommen und dann im Herbst schon nach Westdeutschland gegangen. &lt;br /&gt;
:Die Leichen wurden zunächst am Luzin begraben und Anfang der 50-er Jahre auf den neuen Friedhof umgebettet. &lt;br /&gt;
:Mitte Mai 1945, wir wussten nicht, dass der Krieg schon zu Ende war, haben meine jüngere Nachbarin, Christa Völkner, und ich uns wieder verstecken müssen. &lt;br /&gt;
:Da sind wir auf Brettern über „de Hals“6 auf das sumpfige Ufer geflüchtet und haben uns bei sehr schönem Wetter dort versteckt. &lt;br /&gt;
:Mein Vater hatte mir unter einer Dachgaube ein Versteck gebaut. &lt;br /&gt;
:Die Christa Völkner wurde aber in ihrem Haus unter dem Bett hervorgezerrt und 7 oder 8 Mann haben sich dann über sie hergemacht. Mutter und Oma waren mit dabei. &lt;br /&gt;
:Ein 2. Strohsack wurde in mein Versteck noch hineingezwängt. &lt;br /&gt;
:Fast täglich wurde das ganze Haus vom Keller bis zum Boden durchsucht. Es war furchtbar. &lt;br /&gt;
:Ich habe eine Eisenstange neben mich gelegt und hätte den, der mich entdeckt, erschlagen. Das konnte ich nicht noch einmal ertragen. &lt;br /&gt;
:Dann hätten sie mich eben lieber erschießen sollen. &lt;br /&gt;
:13 Wochen haben wir nachts in dem Versteck gelegen. Obwohl ein Nachbar, der alte K., uns verraten und den Russen gesagt hatte, dass dort 2 Mädel sind, wurden wir nicht gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, (1923-2008) in Carwitz und Hildegard, geb. Rakow, (1923- ?) in Thomsdorf, erzählten 2006: &lt;br /&gt;
:Otto Schulz: „Mein Vater wurde in Hasselförde 1883 geboren. Er heiratete 1909 in den Bauernhof Benzin ein. &lt;br /&gt;
:Unser jetziges Haus, Dorfstr. 90, rechts vor der Bäk, wurde von ihm gleich danach gebaut. &lt;br /&gt;
:Nach dem 1. Weltkrieg 1923 kaufte mein Vater das bis dahin gepachtete Land vom Staat, denn das Land der Fürsten war 1919 enteignet worden. &lt;br /&gt;
:Mein Großvater mütterlicherseits war auch Ortsvorsteher. &lt;br /&gt;
:Nachdem er starb übernahm meine Großmutter dieses Amt. Ja, die hatte Haare auf den Zähnen, meine Großmutter“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld meinte zu dieser Großmutter: „Das Sagen auf den Bauernhöfen hatten die Besitzer, d.h. auch in Familienangelegenheiten sagten die Alten, wie es lang ging. &lt;br /&gt;
:So hatte die junge Familie Schulz schon 5 Söhne. Das waren nach Ansicht der alten Bäuerin, schon zu viele. &lt;br /&gt;
:So bestimmte sie als Schwiegermutter, dass das junge Paar in Zukunft getrennt zu schlafen habe“. &lt;br /&gt;
:„Otto Schulz, der jüngste Sohn, damals 5 Jahre alt, war en Dollbrägen, ne war das en Dollbrägen“.  &lt;br /&gt;
:Im harten Winter 1929 starb die Großmutter.  Als sie aus dem Dachgeschoss über die steile Treppe nach unten gebracht wurde, meinte Otto: „Un ehre Knochen, de habn geklöttert!“ – „und ihre Knochen, die haben geklappert“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto: „Eingeschult wurde ich 1930 bei Lehrer Hey, später waren meine Lehrer Wils, Richter, Neckritz. &lt;br /&gt;
:Neckritz war ein SA-Mann, wir mussten frühmorgens mit „Heil Hitler grüßen. &lt;br /&gt;
:1937 wurde ich in Carwitz bei Pfarrer Schwuch konfirmiert. &lt;br /&gt;
:Nach Schulabschluss der 8. Klasse lernte ich bei der Fa. Licht in Feldberg den Beruf „Maschinenschlosser“. &lt;br /&gt;
:1941 zur Wehrmacht eingezogen kam ich ins Afrikacorps. &lt;br /&gt;
:Im Februar 1948 wurde ich aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, aber aus Schottland entlassen. &lt;br /&gt;
:Am 3.2.1948 war ich wieder zu Hause in Carwitz. &lt;br /&gt;
:1949 heirateten wir. Meine Braut wohnte vorher in Thomsdorf. Um zu ihr zu kommen, musste ich über den „Hals“.&lt;br /&gt;
:Dort lag damals ein Brett über dem Bach; manchmal lag auch ein Kahn am Ufer. Erst Anfang der 50er Jahre wurde die Fußgängerbrücke gebaut. &lt;br /&gt;
:Zuerst haben meine Frau und ich nur für Kost und Logis bei meinem Vater auf dem Hof gearbeitet. Wir waren sehr gut eingerichtet in der Wirtschaft.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Erna Morach, geb. Güldner (1921-2012) in Carwitz. wohnte 2008 in der Carwitzerstr. 617: &lt;br /&gt;
:„Die einklassige Schule besuchte ich von 1927-1935. Die älteren Schüler mussten sich um die jüngeren kümmern und deren Hefte auf Fehler kontrollieren. :Ich selbst war gut im Rechnen, weshalb ich nur für die Kontrolle der Rechenaufgaben eingesetzt wurde. Lehrer waren Herr Hey und Herr Richter.  &lt;br /&gt;
:Meine Schwester Susanne war mit Lore Ditzen, der „Mücke“, von Familie Hans Fallada befreundet. &lt;br /&gt;
:Wenn die Familie Fallada spazieren ging, dann kamen sie oft auf dem Wege zum Hauptmannsberg bei uns vorbei und holten Susi ab. &lt;br /&gt;
:Sie klopften an das Hoftor und riefen: “Susi komm aus deinem Husi“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 22.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD22 Foto von Erna Morach]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit 14 Jahren wurde ich in Carwitz konfirmiert. Danach ging ich jeweils für 1 Jahr als Dienstmädchen nach Rosenhof und nach Tornowhof. &lt;br /&gt;
:Danach hatte ich eine 2-jährige Wirtschaftslehre auf dem Gut Walkendorf bei Rostock. &lt;br /&gt;
:1940 wurde ich von meinem ersten Kind, einem Jungen, entbunden. Ich lebte dann bis zu unserer Hochzeit 1947 im Elternhaus. &lt;br /&gt;
:Die Eltern hatten 1933 das Haus – rechte Ecke nach Hullerbusch, heute Dorfstr. 83 – gekauft. &lt;br /&gt;
:Dort betrieben sie eine kleine Landwirtschaft von 7 Morgen, mit 1 Kuh, paar Schweinen und Kleinvieh. Dazu hatten sie auch ständig noch Sommergäste. &lt;br /&gt;
:Da sie keine Pferde hatten, mussten sie sich von den Bauern die Äcker auf dem Bohnenwerder – „7 Stücke vor und hinter der Brücke“ – bearbeiten lassen (Pflügen, Eggen, Mähen etc.). &lt;br /&gt;
:Diese Dienstleistungen wurden dann von den Familien wieder abgearbeitet. Für meine Eltern musste ich beim Müller Schmidt die Rechnung „abarbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1945: Die Rote Armee kam in der 2. Aprilhälfte von Wittenhagen und von Thomsdorf. Ich flüchtete mit der Letten-SS, die sich in Carwitz befand, in den Wald hinter Rosenhof. &lt;br /&gt;
:Aber nach 1 Tag ging ich bereits wieder zurück in unser Haus. Drangsalierungen o. ä. erlebte ich selbst direkt nicht. &lt;br /&gt;
:Wenn die Russen vorn hereinkamen, flüchtete ich in die Scheune hinter das Heu und Stroh. &lt;br /&gt;
:Die Russen lebten nicht im Dorf, sondern bauten sich am Weg nach Laeven Erdbunker. Die Löcher, Senken von ca. 8x4 m sieht man heute noch.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus dem Interview 2008 mit Ehepaar Ursula (geb. Koch) (1931-2016) in Neuhof bei Feldberg, und Kurt Güldner, Kurt (1925-2015) in Carwitz:&lt;br /&gt;
:Kurt wurde geboren gegenüber dem Backhaus im Oberdorf. &lt;br /&gt;
:Nach 7 Jahren zogen die Eltern ins Unterdorf Nr.83, rechtes Eckhaus am Abzweig nach Hullerbusch, heutiges Restaurant „Carwitz Eck“.  &lt;br /&gt;
:„Kurt besuchte von 1932-1940 die einklassige Volksschule für die 1.-8. Klasse in Carwitz (Dorfstr. 74). &lt;br /&gt;
:Lehrer war zunächst Herr Wilz für 41 Schüler. Von den Jungen lebt außer Kurt Güldner heute (10.4.08) keiner mehr, von den Mädchen noch einige. &lt;br /&gt;
:Schulzeit im Sommer für die 3.-8. Klasse 7.00 – 12.00; für die 1. und 2. Klasse 10.00 – 12.00. &lt;br /&gt;
:Im Winter begann der Unterricht erst 8.00. &lt;br /&gt;
:Ab 1934 kam als Nachfolger Lehrer Schwoch. Dieser kam aus Mirow, war überzeugter Nationalsozialist und war als Lehrer völlig ungeeignet. Die Versetzung nach Carwitz war wohl schon eine disziplinarische Maßnahme gewesen. Er unterrichtete als überzeugter Nazi mit militärischer Dressur und Prügel. Morgengruß „Heil Hitler“. &lt;br /&gt;
:Wenn man 3 Fehler im Diktat hatte, bekam man mit dem frisch vom Kirchhof geschnittenen Zweig eines Fliederbusches Prügel, die Jungen auf den Po, die Madel auf den Buckel“. &lt;br /&gt;
:Schwoch hatte auch Fischereirecht für den Hals, den Kanal zwischen Carwitzer See und Dreetz. &lt;br /&gt;
:Dort musste Kurt Güldner immer die Fische aus dem Kasten für das Mittagessen des Lehrers holen. &lt;br /&gt;
:Die größeren Schüler wurden von 10.00 bis 12.00 mit Aufsätzen, Rechenaufgaben, Lesen etc. beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Uli Ditzen, der ältere Sohn von Suse und Hans Fallada, war von der 1.- 4. Klasse auch Mitschüler und Spielkamerad in dieser Dorfschule. &lt;br /&gt;
:Danach ging er nach Templin aufs Joachimsthaler Gymnasium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 23.png|1200px|zentriert|thumb| CD23 1933, Frühjahr: Lehrer Wils und Klasse 1.- 8. vor der Linde am Denkmal des 1. Weltkrieges 1. Reihe, 2. links Kurt Güldner, Gottlieb Rohde, Adolf Vogler, Otto Schulz, Jochen Utnehmer, Hans Rode?, Arnold Hofer&lt;br /&gt;
2. Reihe: 3. von links Henny Wiese, geb. Güldner, 4. Erna Morach, geb. Güldner ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die einklassige Schule für die 1. – 4. Klasse mit 2 Lehrern wurde 1960 aufgelöst. Die Carwitzer Schüler mussten dann zuerst jeden Tag zu Fuß nach Feldberg gehen oder mit dem Rad fahren. Kurze Zeit später wurde ein Schulbus eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit 17 Jahren wurde Kurt 1942 Flakhelfer und 1943 zur Wehrmacht eingezogen. 1945 kam er in russische Gefangenschaft und wurde mit 25 Jahren, Dezember 1950 aus der Gefangenschaft (Donezbecken) entlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ursula (damals 14) floh mit ihrer Mutter nicht mit der Letten-SS, die in Carwitz und Neuhof einquartiert war. &lt;br /&gt;
:Sie blieben auf dem Hof bei den Großeltern. „Als die Kampftruppe der Russen kam, versteckten wir uns mit dem Vieh in selbstgebauten Erdbunkern am Küstersteig zum Schmalen Luzin. Die Russen entdeckten uns hier nicht, bis wieder „normale“ Zeiten eintraten. Dadurch kam es auch in unserer Familie zu keinen Übergriffen.“ &lt;br /&gt;
:Ursula hat von diesen Tagen und wenigen Wochen bis zum Abzug der russischen Kampftruppen im Juni 1945 nur lustige, heitere Erinnerungen: &lt;br /&gt;
:So hatten wir am Küstersteig aktuell kein Wasser und wuschen uns mit Kuhmilch. &lt;br /&gt;
:Die Kühe mussten ja gemolken werden, die Milch konnte aber nicht abtransportiert werden. &lt;br /&gt;
:Die Russen erschossen alle Hühner unseres Hofes. Daraus mussten wir Suppe kochen, aber auch mitessen, damit keine heimlichen Vergiftungen erfolgen konnten. &lt;br /&gt;
:Die Frisierkommode wurde als Futterkrippe für die Pferde genommen. Ihre eigenen 2 Pferde wurden gegen alte abgearbeitete der Russen ausgetauscht. &lt;br /&gt;
:Während des Schlafes hat eine Maus ein großes Loch in meine Jacke gefressen. &lt;br /&gt;
:Die russischen Soldaten aus den unendlichen Weiten Russlands, wo es noch keine Technik gab, staunten dann auf unserem Hof, dass Wasser aus der Wand und Licht aus der Decke kamen. &lt;br /&gt;
:Ein Soldat hatte 7 Armbanduhren am Unterarm. Keine ging mehr, da er sie nicht aufgezogen hatte. &lt;br /&gt;
:Alle 7 hat er gegen eine noch laufende Uhr meiner Mutter eingetauscht.  &lt;br /&gt;
:Später verlor meine Mutter, eine sonst sehr energische Frau, 3x ihre Stiefel an die Russen. Sie musste sie ausziehen und übergeben. Danach lief sie nur noch mit drei Paar übereinander gezogenen Wollsocken herum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auch alle Bewohner des Gutsdorfes Laeven mussten ihre Häuser verlassen, weil sich dort die Kampftruppen einquartierten. &lt;br /&gt;
:Sie zogen in verlassene Stellungen der deutschen Soldaten an der Mooskoppel.&lt;br /&gt;
:Die Frauen und die Kinder bestellten im Frühsommer bald wieder die Felder und ernteten später im Herbst auch. Männer gab es noch nicht wieder. Sie selbst konnte keinen Beruf erlernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 24.jpg|800px|zentriert|thumb| CD24 Dorfstraße 1932 Grafik W. Gotsmann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 25.jpg|800px|zentriert|thumb| CD25 Carwitz Blick auf Bohnenwerder 1936, die Veranda bei Fallada schon angebaut]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 26.jpg|800px|zentriert|thumb| CD26 Carwitz Blick aufs Boomdörp und aufs Unnerdörp mit Luzin, Hauptmannsberg, Ziegenbergen und Bohnenwerder ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 27.jpg|800px|zentriert|thumb| CD27 Feldberg 1940]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==7. Fortsetzung der Interviews mit Carwitzern zum Nachkrieg und zur DDR==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 1. Januar 1969 wurde Carwitz in die Stadt Feldberg eingemeindet. &lt;br /&gt;
:1975 hatte Carwitz 216 Einwohner. &lt;br /&gt;
:Am 13. Juni 1999 ging Carwitz in der neu gegründeten Gemeinde Feldberger Seenlandschaft auf, nachdem die Stadt Feldberg ihre Kommunalautonomie aufgegeben hatte. &lt;br /&gt;
:2007 hatte Carwitz 325 Einwohner.&lt;br /&gt;
:Das Dorf und das Hans-Fallada-Museum wurden im Rahmen der Städtebauförderung von 1992 bis 2007 gründlich saniert.&lt;br /&gt;
:In der Liste der Baudenkmale in Feldberger Seenlandschaft sind für Carwitz sieben Baudenkmale aufgeführt.&lt;br /&gt;
:Das Fallada-Haus mit dem Museum und dem Archiv &lt;br /&gt;
:Die Holländermühle mit Sockelgeschoss und Galerie von 1896–1937 am Südwestrand von Carwitz&lt;br /&gt;
:Die bescheidene Dorfkirche am Anger (gemeinnütziger Dorfplatz)&lt;br /&gt;
:Der Carwitzer See ist 3,95 km² groß. Am Hals befindet sich ein Wanderrastplatz und ein Campingplatz „klein und fein“&lt;br /&gt;
:Der 5 km lange Schmale Luzin (Fläche: 1,45 km²)&lt;br /&gt;
:Der 2 km lange Dreetz (Fläche: 0,63 km²)&lt;br /&gt;
:Das Haus Dreiseidel am Kirchenanger mit seinem Krüppelwalmdach, gedeckt mit Biberschwanz-Tondachziegeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, geb. Utnehmer, erzählte 2005: &lt;br /&gt;
:„1945 – 1949 Nach dem Kriege waren alle Häuser und Höfe mit Flüchtlingen, Umsiedlern und Evakuierten voll belegt. &lt;br /&gt;
:Meist bewohnte eine Familie nur 1 Zimmer. Die gemeinsame Toilette war am Misthaufen auf dem Hofe. &lt;br /&gt;
:Gewaschen wurde sich nach vorangehender Absprache in der Küche.  &lt;br /&gt;
:Fallada war für wenige Wochen Bürgermeister in Feldberg. &lt;br /&gt;
:Unser Bürgermeister hieß Schäfer. Er war vorher „Schweitzer“ (Melker) in Laeven gewesen. Er hat uns alle unvorstellbar traktiert und gequält.&lt;br /&gt;
:Es gab ja keine funktionierenden Gerichte. So war seiner und anderer Willkür Tür und Tor geöffnet. Besonders bestand für die Bauern das Problem der Erfüllung  ihres Solls an landwirtschaftlichen Abgaben. &lt;br /&gt;
:Da kamen die Russen und sperrten für 8 oder 12 Tage meinen Vater oder andere Bauern einfach mit der Begründung ein, er habe sein Soll nicht erfüllt. &lt;br /&gt;
:Das Vieh war uns weggenommen worden, wir hatten keine Pferde mehr, der schlechte Acker mit Kies und Steinen sollte aber den gleichen Ertrag bringen wie guter Boden. &lt;br /&gt;
:Uns gehörten damals 17 Hektar am Zansen, dort wo jetzt der Wanderweg nach Hullerbusch ist. &lt;br /&gt;
:Der Steilhang galt auch als Acker und war sollpflichtig. &lt;br /&gt;
;1951, zur Zeit der DDR, wurde mein Vater, Paul Utnehmer, der damalige „Kröger“, wegen sogenannten „Wirtschaftsvergehen“ mehrfach verhaftet und angeklagt. :Er starb 1980 in Carwitz, nachdem er wegen dieser anhaltenden Repressalien 1952 nach Westberlin geflohen war. &lt;br /&gt;
:Sein Besitz wurde enteignet. Der „Krog“ wurde vom Konsum übernommen. &lt;br /&gt;
:Nach der Wende übernahm ihn ein Pächter für 1 ½ Jahre. &lt;br /&gt;
:Nach der Rückübertragung an die „Erbengemeinschaft Paul Utnehmer“ wurde das Krog-Gehöft an den jetzigen Besitzer verkauft.&lt;br /&gt;
:Am 6. April 1945 habe ich und Siegfried Schönfeld geheiratet, eine Kriegstrauung. &lt;br /&gt;
:Siegfried war während der Ardennenoffensive am Kopf verwundet worden und hatte für einige Tage Genesungsurlaub erhalten. Das nutzten wir zur Heirat.  :Gleich nach der Hochzeit, am 13. April 1945, musste er wieder weg. Er kam dann in amerikanische Gefangenschaft. Später wurde er in französische Gefangenschaft übergeben und arbeitete in Südfrankreich in der Landwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Dort habe ich ihn dann 1947 / 1948 besucht. &lt;br /&gt;
:Ich suchte mir dort auch Arbeit als Haushaltshilfe in einem Nachbardorf. Aus einem völlig verwilderten Haushalt habe ich in einem halben Jahr einen ordentlichen „deutschen“ Haushalt gestaltet.  &lt;br /&gt;
:Ende 1948 sind wir gemeinsam auf getrennten Wegen nach Carwitz zurückgekehrt. &lt;br /&gt;
:LPG: Durch „das Soll“, d. h. die Zwangsabgabe für die Bauernwirtschaften, wurden viele mittlere und größere Höfe „devastiert“ – heruntergewirtschaftet. :Diese sogenannten „devastierten“ Betriebe wurden dann von oben, von der Kreisverwaltung zwangsbewirtschaftet, d.h. der Bauer hatte überhaupt keine Verfügungsberechtigung mehr über seinen Hof, das zugehörige Land und Vieh. &lt;br /&gt;
:Kleinere Höfe verschonte man. 1959/1960 begann dann die Zwangs-Kollektivierung. &lt;br /&gt;
:Der psychologische Druck, in die LPG einzutreten, wurde immer stärker und dann zum indirekten Zwang.&lt;br /&gt;
:Die Vorteile der Kollektivierung wurden in leuchtenden Farben geschildert: Arbeitserleichterungen durch Bewirtschaftung der großen Felder mit großen Maschinen, feste Entlohnungen, Ferien. &lt;br /&gt;
:Geregelte Arbeitszeit von 8 Stunden und Ferien kannte ein Bauer ja bisher überhaupt nicht. &lt;br /&gt;
:Mit Lautsprecherwagen wurden diese Parolen in den Dörfern verkündet. &lt;br /&gt;
:In Neuhof ging eine Bäuerin nach draußen zum Lautsprecher, drehte sich rum, zog ihre Schlüpfer runter und zeigte, sich bückend, den blanken Hintern.         &lt;br /&gt;
:1960 wurde dann die LPG Typ I in Carwitz gegründet. Typ I bedeutete nur gemeinsame Feldwirtschaft. Die Viehhaltung blieb individuell.                    &lt;br /&gt;
:1965 wurden dann alle Dörfer in der Nähe von Feldberg, so Neuhof, Laeven, Carwitz, Triepkendorf und Schlicht zu einer LPG Typ III zusammengefasst. &lt;br /&gt;
:Die Feld- und Viehwirtschaft wurde gemeinschaftlich betrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erzählte 2008: &lt;br /&gt;
:1947 heiratete sie Waldemar Morach, geb. 20.04.1919, der mit seiner Mutter aus Ostpreußen gekommen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten auf Rosenhof, der benachbarten Dorfstelle, eine Neubauernsiedlung von 9 ha erhalten.                                                                                                     &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1945 war der damalige Pächter des Rosenhofs, Panzegrau, auf Veranlassung der deutschen Behörden von den Russen verhaftet und nach Fünfeichen bei Neubrandenburg gebracht worden. &lt;br /&gt;
:Dort ist er verhungert.&lt;br /&gt;
:Besitzer des Rosenhofs war damals Hahn, ein Seifenfabrikant aus Berlin, der aber kaum hier war. &lt;br /&gt;
:1946 war der Rosenhof mit Neubauern aufgesiedelt worden.&lt;br /&gt;
:1949 wurde ihr 2. Kind, ihre Tochter (später Lehrerin) geboren. &lt;br /&gt;
:1958 musste ihr Mann in die LPG II eintreten. 1 Pferd verkauften sie, das andere musste in die LPG mit eingebracht werden. &lt;br /&gt;
:Anfänglich konnten sie sich vom „Deputat“ noch eine Kuh halten, später reichte es nur für Schweine und Kleinvieh. &lt;br /&gt;
:1961 begann sie selbst in der LPG zu arbeiten, um später eine Altersrente zu erhalten.&lt;br /&gt;
:Sie bekamen damals und auch später nach der Wende keinerlei Entschädigung für den in die LPG eingebrachten Besitz.&lt;br /&gt;
:Ihre 9 ha Land hat sie den Enkeln übertragen. &lt;br /&gt;
:1965 kauften sie das jetzige Haus. Sie selbst hat dann bei Ladwig im Unterdorf und in der Mosterei Dreiseidel gearbeitet. &lt;br /&gt;
:1974-1984 haben sie das Ferienheim des Ingenieurbüros der GIESAG/Leipzig mit 28 Betten geleitet. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Zeit und auch später hatten sie zusätzlich Sommergäste (maximal 11) in ihrem Haus und hatten dadurch ein einigermaßen stabiles Einkommen. &lt;br /&gt;
:1984 gingen sie und ihr Mann in Rente. 1997 starb ihr Ehemann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, im Haus an der Bäk erzählte 2006: &lt;br /&gt;
:Die Wirtschaft seines Vaters war mit 54 ha recht groß. Das Land, der Acker ging vom Ufer des Schmalen Luzins rechts parallel zur Straße hinüber nach Laeven. &lt;br /&gt;
:Er hatte 5 Pferde. Aber bei Kriegsende wurde ihm alles Vieh von den durchziehenden russischen Truppen weggenommen. &lt;br /&gt;
:„Wegen Nichterfüllung des Solls seiner Wirtschaft wurde mein Vater etwa 1950, wie fast alle anderen Bauern, auch eingesperrt. &lt;br /&gt;
:In Neustrelitz wurde er mit den Worten entlassen: „Faule und träge Altbauern schert euch an die Arbeit“.  &lt;br /&gt;
:Die Landwirtschaft meines Vaters wurde in dieser Zeit von den Behörden „devastiert“. Ihm wurde jegliche Verfügungsgewalt genommen. &lt;br /&gt;
:In seinem Stall standen dann 20 Kühe der LPG. Die Gülle lief direkt in den See. &lt;br /&gt;
:Später, 1955 nach der Gründung der LPG arbeitete ich in der MTS in Feldberg. Als Brigadeschlosser wurde ich in Carwitz in der Schmiede bei Friedrich Rechlin eingesetzt. &lt;br /&gt;
:Als Rudi Dreiseidel in den 60er Jahren privat die Mosterei aufbaute, betreute ich seit 1971 die Maschinentechnik.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Ehepaar Ursula (geb.Koch) (1931-2016) und Kurt Güldner (1925-2015) erzählten 2008:&lt;br /&gt;
:Kurt konnte bedingt durch die Kriegsereignisse keinen Beruf erlernen. &lt;br /&gt;
:Er kam 1950 aus russischer Gefangenschaft und arbeitete dann ab 1950 als Forstarbeiter.  Von 1958 – 1964 im Straßenbau. &lt;br /&gt;
:Als der Kinderbuchverlag das Grundstück von Suse Ditzen gekauft hatte, zogen sie 1962 ins Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Dort wohnten sie in der Scheune, bis Suse Ditzen in ihr neu gebautes Holzhaus in Feldberg umzog. &lt;br /&gt;
:Dann bewohnten sie das Untergeschoss des Haupthauses. Dieses Holzhaus von Suse Ditzen in Feldberg hat Kurt Güldner als „Leiter einer Feierabendbrigade“ gebaut. &lt;br /&gt;
:In den Jahren der DDR waren die sogenannten „Feierabendbrigaden“ außerhalb der regulären Arbeitszeit auf rein privater Basis tätig. &lt;br /&gt;
:Das bedeutet, es war Schwarzarbeit, da der Lohn, das Entgelt, praktisch auf die Hand gegeben wurde. Es wurde also nicht versteuert. &lt;br /&gt;
:Teilweise wurde auch in Naturalien oder mit Mangelwaren bezahlt. &lt;br /&gt;
:„Als der Kinderbuchverlag ins Fallada-Haus zog, sollten alle Möbel vernichtet werden“. Güldners sorgten dafür, dass die Möbel in der Scheune unterm Dach abgestellt wurden So retteten sie die Sachen vor dem Feuer. &lt;br /&gt;
:1962 – 1978 waren sie als Ehepaar Hausmeister im Betriebs-Ferienheim (Fallada-Haus) des Kinderbuchverlages.  &lt;br /&gt;
:Die Ferienhütte der Familie Dörffel bauten wir in den Jahren 1974-1977 “eigenhändig“ auf.“ &lt;br /&gt;
:Kurt Güldner war Chef einer Feierabendbrigade geblieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 28.jpg|800px|zentriert|thumb| CD28 Vor Zeiten – Blick vom Hauptmannsberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 29.jpg|800px|zentriert|thumb| CD29 Schmaler Luzin ca 1970, rechts Mühle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 30.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD30 Blick vom Südufer auf Spitze des Bohnenwerder 1978, Hintergrund Mühlberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 31.jpg|800px|zentriert|thumb| CD31 ;Blick vom Südufer des Carwitzsees auf Fallada-Bucht vor 1934, Vorn links Hang „Hügel 16“ mit heute noch stehendem Baum, im Hintergrund Hauptmannsberg, rechts Fallada-Haus]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 32.jpg|800px|zentriert|thumb| CD32 Uralter Blick vom Fallada-Garten auf heutigen Hügel 16, mit Kirchturm, Windmühle und Stall von Otto Schulz. Der große Baum steht noch.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 33.jpg|800px|zentriert|thumb| CD33 Gleicher Blick heute]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 34.png|570px|links|thumb| CD34 Kate 1  1979]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 35.jpg|490px|rechts|thumb| CD35 Fallada Haus an der Bucht 1979]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 36.jpg|550px|links|thumb| CD36 Fallada-Garten an der Bucht a]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 37.jpg|500px|rechts|thumb| CD37 Fallada-Garten an der Bucht b]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 38.jpg|570px|links|thumb| CD38 Ca 1900 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 39.jpg|1000px|rechts|thumb| CD39 1979 Haus der Familie Morach noch mit Linden Dorfstr.15 (heute 61)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==8. Früher „Fremdenverkehr“ in der Feldberger Seenlandschaft und in Carwitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1830 wird „Feldberg“ als Wanderziel im Mecklenburgischen Staatskalender genannt. (18)&lt;br /&gt;
:1850 Gründung des „Gemeinnützigen Verein für Fremdenverkehr“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Feldberg:                                                                                                                              &lt;br /&gt;
:1935   16 000 Übernachtungen                                                                                   &lt;br /&gt;
:1937   3 832 Feriengäste                                                                                                    &lt;br /&gt;
:1938   32 000 Übernachtungen &lt;br /&gt;
:2025   ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld erinnert sich: &lt;br /&gt;
:„Feriengäste kamen nach Carwitz schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Pensionen oder Hotels gab es nicht. &lt;br /&gt;
:Neben Privatzimmern logierten sie vor allem auch im Krog. In ihm gab es 2 Gastzimmer. &lt;br /&gt;
:Werbung wurde nicht gemacht. Carwitz war schon damals ein „Geheimtipp“. &lt;br /&gt;
:In den 30er Jahren wohnten im Sommer vor allem Maler und Ingenieure aus Berlin in Privatzimmern, bei Tock, Barthels, Dreiseidel, Ladwig. &lt;br /&gt;
:Die Zimmer waren einfach eingerichtet: Bett, Stuhl, Tisch, Kleiderschrank. Waschmöglichkeit, Toilette auf dem Hof oder später auf dem Flur. &lt;br /&gt;
:Für 3 Reichsmark/Person/Tag bekam man in den 20er Jahren neben dem Bett noch ein Frühstück mit Brot, Butter, 1 Ei und Honig.   &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkrieg wurden es dann 4 Reichsmark/Person/Tag.      &lt;br /&gt;
:Feriengäste, die bei Kratochwill wohnten – ein Deutsch-Amerikaner mit einer Gräfin Arko – hatten Anfang der 30er Jahre den Stall auf dem Bollenwerder etwas „möbliert“ und feierten dort mit ihren Gästen „italienische Nächte“.  &lt;br /&gt;
:Der dortige Stall, heute sind die Grundmauern noch vorhanden, war der aufwendig zubereitete Treffpunkt.&lt;br /&gt;
:Im Saal vom „Krog“ stellten die Maler immer ihre Gemälde zum Trocknen und evtl. Verkauf aus. &lt;br /&gt;
:Das waren damals vor allem 4 Landschaftsmaler. &lt;br /&gt;
:So hat Prof. Achtenhagen das alte Pfarrhaus mit dem großen Nussbaum daneben wunderschön gemalt. &lt;br /&gt;
:Kaiser-Eichberg aus Potsdam wohnte schon 1902 bei meiner Großmutter im „Krog“. Der war der große „Kiefernmaler“. &lt;br /&gt;
:Ein anderer Professor hat vor allem viele Wolken gemalt, das war der „Wolkenmaler“. Jeder hatte eben seinen eigenen Stil. &lt;br /&gt;
:Meier-Pyritz malte uns aber auch beim Halmaspiel. Über unsere schwarzen, mit weißer Wolle gestopften Strümpfe, die er getreulich malte, haben wir 15-jährigen Mädchen uns köstlich amüsiert. &lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurden Anfang der 50er Jahre in Carwitz zunächst Privatzimmern vermietet, so u. a. bei Familie Dreiseidel, bei Anna Ditzen, Ursula Barthels und Familie Ladwig.&lt;br /&gt;
:Seit der Mitte der 60er Jahren kamen einzelne auf Privatgrund gebaute und ab der 70er Jahre siedlungsartig angelegte sogenannte Datschen, bzw. Bungalows sowie Betriebsferienheime hinzu. &lt;br /&gt;
:So wurden am Hügel 16 auf dem Privatbesitz von Otto Schulz von Rapoport, Meyer-Foreyt, Blume und Stratonowitsch die ersten Bungalows gebaut, in den 70er Jahren auf sogenannten Treuhand-Grundstücken entstanden unsere Katen. &lt;br /&gt;
:Nachdem die LPG die sandigen Böden ab 1961 nicht mehr bewirtschaftete, entstanden am Südufer des Dreetz und an der Schappwasch zunächst wilde Zeltplätze. &lt;br /&gt;
:Sogar auf dem Steinwerder im Carwitzer See war jahrelang ein sehr romantisches Ferienlager. &lt;br /&gt;
:Die Abfälle, der Müll und die Toilettenkübel, sollen regelmäßig mit dem Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht worden sein. &lt;br /&gt;
:Der Bau einer Bungalowsiedlung auf dem Bohnenwerder konnte durch massive Proteste u. a. durch Ruth Werner verhindert werden.  Auch Bebauungspläne am Fischersteig und am Hauptmannsberg wurden nicht realisiert.&lt;br /&gt;
:Bewirtschaftete Zeltplätze entstanden an der Mühle runter zum Dreetz und „Klein aber Fein“ am Carwitzsee auf dem Privatgelände von Familie Schönfeld. :Anfang der 90er Jahre wurden die heute noch bestehenden Zeltplätze legalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ruth Werner und andere Mitarbeiter des Kinderbuchverlages lernten Carwitz durch ihre Kinder kennen, die 1951 mit ihrer Schulklasse nach Carwitz gefahren waren. &lt;br /&gt;
:Der „Geheimtipp“ sprach sich rum und so wohnten Mitarbeiter des Aufbauverlages, des Kinderbuchverlages in den 50er Jahren bei Anna Ditzen im Fallada-Haus. Sie genossen dort Annas Gastfreundschaft und ihren vorzüglichen Mittagstisch.&lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren trafen sich mehrfach Autoren mit ihren Lektoren des Kinderbuchverlages zu „Carwitzer Gesprächen“ (nach Günther Ebert: „Vom Genius loci“ in Carwitzer Notizen, Kinderbuchverlag Berlin 1985). &lt;br /&gt;
;Weitere mir namentlich bekannte „berühmte“ Bewohner und Feriengäste. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da es noch viel mehr geben wird:&lt;br /&gt;
                                         &lt;br /&gt;
:Hans Fallada, (1893-1947) Schriftsteller Rudolf Ditzen, lebte 1933–1944 in Carwitz. S. Extra-Kapitel&lt;br /&gt;
:Anna Ditzen, (1901-1990) Ehefrau von Hans Fallada, lebte 1933 bis 1965 in Carwitz, danach in Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ruth Werner (1907-2000) Schriftstellerin Ursula Beurton, geborene Ursula Maria Kuczynski lebte seit 1952 im Sommer in verschiedenen Hütten in Carwitz. S. Extra-Kapitel.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt (1916-1981), Maler und Grafiker, Mitbegründer der „Leipziger Schule“, der bedeutenden Strömung der modernen Malerei der DDR in den 70er und 80er Jahren. Lebte in den Sommermonaten in Carwitz.&lt;br /&gt;
:Harry Blume (1924-1992), Maler der Leipziger Schule lebte zeitweise in seinem Sommerhäuschen am Zugang zu unseren Katen rechts.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt und Harry Blume fuhren Anfang der 60er Jahre mit ihren Studenten in die Feldberger Landschaft. Während die Studenten sich der Pleinairmalerei widmeten, saßen sie im Krog oder streiften durch die Gegend und entdeckten so den Hügel 16, auf dem sie ihre Bungalows errichteten&lt;br /&gt;
:Gabriele Meyer-Dennewitz, Grafikerin und Malerin, lebte und arbeitete von 1964, seit 1991 ganzjährig, bis zu ihrem Tode 2011 in Carwitz im Unterdorf. &lt;br /&gt;
:Frank Merker, Maler und Grafiker, lebte und arbeitete bis zu seinem Tod 2008 in Carwitz&lt;br /&gt;
:Jürgen Wittdorf, Maler und Graphiker, kaufte 1964 ein über hundert Jahre altes Fachwerkhaus in Carwitz, das er selbst sanierte und seitdem in den Sommermonaten bewohnte.&lt;br /&gt;
:Prof. Samuel Mitja Rapoport (1912-2004) österreichischer Arzt, Direktor des Instituts für Physiologische Chemie an der Charité. &lt;br /&gt;
:Prof. Inge Rapoport (1912-2017) Charité, erster europäischer Lehrstuhl für Neonatologie. Mit 102 Jahren verteidigte sie ihre Doktor-Dissertation, die ihr 1937 aufgrund der Rassegesetze verwehrt geblieben war. Ihr erster Bungalow am Zugang zu unseren Katen links, später bauten sie noch einen am Fischersteig. :Ihr damaliger Badesteg ist unser jetziger von Kate 3.&lt;br /&gt;
:Charly Hübner, (*1972) Schauspieler, ist in Carwitz Feldberg als Hoteliersohn aufgewachsen. &lt;br /&gt;
:Till Lindemann, (Band Rammstein) hat ca 2020 das Grundstück des alten in den 70er Jahren abgerissenen Pfarrhauses gekauft. Dazu gehören ausgebaute Nebengebäude.&lt;br /&gt;
:Max Kaus (1891-1977), Maler, dessen Bilder von den Nazis 1937 als „entartete Kunst“ diffamiert und aus den Museen entfernt wurden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 40.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD40 „Carwitz II“ 1921, Max Kaus, Blick vom Hauptmannsberg zum Bohnenwerder vor 100 Jahren.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==9. Hans Fallada - Schriftstellername von Rudolf Ditzen==  &lt;br /&gt;
:(* 21.7.1893 Greifswald † 5. 2. 1947 in Berlin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hans Fallada machte das Dorf Carwitz über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Die nachfolgenden kursorischen Bemerkungen können nicht seine Biografie ersetzen. &lt;br /&gt;
:Geboren als Sohn des späteren Reichsgerichtsrates Wilhelm Ditzen und seiner Frau Elisabeth. &lt;br /&gt;
:Er hatte eine „schwierige“ Jugend mit Besuch mehrerer Gymnasien, in einem als Duell getarnten Doppelselbstmordversuch erschießt er seinen Mitschüler Hanns Dietrich von Necker in Rudolstadt, &lt;br /&gt;
:Tätigkeiten in der Landwirtschaft in Sachsen, Pommern, Mecklenburg, Alkohol- und Drogenabhängigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 41.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD41 Fallada-Porträtkarikatur von e.o.plauen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seit 1920 mehrere Romane ohne Erfolg. Mehrfache Unterschlagungen, wiederholte Verurteilungen zu Gefängnisstrafen bis 2 ½ Jahren.&lt;br /&gt;
:1929 Heirat mit Anna Margarete Issel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Geburt der Kinder: Ulrich Ditzen *1930, von Zwillingstöchtern bleibt Lore (Mücke) am Leben *1933, sie stirbt 1951 an Sepsis in Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Achim Ditzen *1940. &lt;br /&gt;
:Ernst Rowohlt, damals Annoncenwerber und Journalist, wird auf ihn schon in den zwanziger Jahren aufmerksam und unterstützt ihn finanziell.&lt;br /&gt;
:1932 Welterfolg von „Kleiner Mann - was nun?“ mit 45 Auflagen und 20 Auslandsauflagen. In diesem Roman erzählt Hans Fallada, dass die Herzenswärme von Lämmchen und Pinneberg mit ihrem Sohn Murkel stärker ist als ihre Not und der Abstieg von Pinneberg zum hoffnungslosen Arbeitslosen. &lt;br /&gt;
:Von diesen Einnahmen kauft er sich für den damals unerhörten Preis von 11.700 Reichsmark im Juli 1933 in Carwitz die Büdnerei Nr.17, das Haus Wehrle, am Wege zum Bohnenwerder.&lt;br /&gt;
: Es war 1849 gebaut worden. „Der Verkäufer des Hauses Wehrle kam mit der Landwirtschaft und dem Versuch eines Cafes nicht zurecht. (18 S. 265)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 42.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD42 So soll Fallada das Haus 1933 übernommen haben. Die Partie zum See ist unrealistisch.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 43.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD43 So sah vor 1930 die „Fallada-Bucht“ mit Wehrle vom heutigen Hügel 16 aus]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hier lebte und arbeitete er zwischen 1933 und 1944. Nach der Trennung von Mummi, seiner ersten Frau, lebte er mit seiner zweiten Frau, Ursula Losch, in Feldberg bis Anfang 1946.&lt;br /&gt;
:In Carwitz zog er sich nach Drangsalierungen durch das nationalsozialistische Regime in die „innere Emigration“ zurück. Er konnte sich nicht entschließen Nazideutschland zu verlassen. &lt;br /&gt;
:Trotzdem hatte er eine glückliche, produktive Zeit. &lt;br /&gt;
:In diesen Jahren entstanden 17 Romane, u.a. „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ (1934), „Wir hatten mal ein Kind“ (1934), „Wolf unter Wölfen“ (1937), „Der eiserne Gustav“ (1938), „Damals bei uns daheim“ (1941), „Heute bei uns zu Haus“ (1943). Letzteres beschreibt mit erzählerischer Freiheit sehr amüsant die Jahre mit seiner Familie in Carwitz. Neben Unterhaltungsromanen schreibt er mit großer Fabulierkunst auch heute noch lesenswerte Kinderbücher, „Geschichten aus der Murkelei“ (1938), „Fridolin der freche Dachs“ (1944).&lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zu den Dorfbewohnern ist meist getrübt: „... was man aus Neid, Hass und Übelwollen heute auszuhalten hat, wenn man wie ich auf dem Präsentierteller sitzt und weit und breit kein Mensch ähnlicher Denkungs- und Arbeitsart ...“ (15)&lt;br /&gt;
:Alkoholismus, Drogenabhängigkeit führen zum Zerwürfnis mit Mummi und es kommt zum Gebrauch einer Schusswaffe. Daraufhin erfolgt die Zwangseinweisung in die Landesnervenheilanstalt Alt-Strelitz. Hier schreibt er „Der Trinker“ auf bereits bedrucktem Papier zwischen den Zeilen auf. &lt;br /&gt;
:Die Erzählung seiner eigenen Problematik wird erst posthum 1950 veröffentlicht. &lt;br /&gt;
:Danach fortbestehende Dogenabhängigkeit gemeinsam mit seiner 2. Frau Ursula Losch in Feldberg, wo er auch das Ende des 2. Weltkrieges erlebt. &lt;br /&gt;
:Kurzzeitig wird er von den Sowjets als Bürgermeister von Feldberg eingesetzt.&lt;br /&gt;
:Mit Unterstützung von Johannes R. Becher siedelt er nach Berlin-Niederschönhausen über. &lt;br /&gt;
:Von ihm bekommt er Unterlagen zum Ehepaar Elise und Otto Hampel. Ende 1946 schreibt er über den isolierten Widerstand dieses Ehepaars zur Diktatur des Nationalsozialismus seinen letzten Roman in knapp 4 Wochen: „Jeder stirbt für sich allein“. &lt;br /&gt;
:Fallada stirbt am 5. Februar 1947. 1981 wird die Urne Hans Falladas vom Park-Friedhof Berlin-Pankow zur Grab- und Gedenkstätte auf dem alten Dorffriedhof in Carwitz überführt. Auch seine Suse, seine Tochter Mücke und seine Mutter sind hier begraben.&lt;br /&gt;
:Der DEFA-Spielfilm „Fallada – Letztes Kapitel“ (Regie: Roland Gräf, 1988) wurde zu großen Teilen in Carwitz gedreht.&lt;br /&gt;
:1965 kaufte der Berliner Kinderbuchverlag, damaliger Leiter Günther Schmidt, von Anna Ditzen das Grundstück. Sie konnte das große Gehöft allein nicht mehr bewirtschaften. &lt;br /&gt;
:Damit war Anna Ditzen die Sorge genommen, dass ein völlig „Fremder“ das Haus übernehmen und das „Früher“ auslöschen könne. Vermittler waren Ruth Werner und Fred Rodrian, (15, S.65)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch wollte die Treuhand 1992 das Grundstück an Privatleute verkaufen. Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass das verhindert werden konnte. &lt;br /&gt;
:Die Hans-Fallada-Gesellschaft betreibt im Haus und auf dem gesamten Anwesen ein lebendiges Museum, das von der Bundesregierung als „Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung“ zertifiziert ist.&lt;br /&gt;
:Das Arbeitszimmer von Hans Fallada ist mit originalem Mobiliar wiederhergestellt worden. Auch in der Veranda, dem Esszimmer – beides in originaler Ausstattung – und im Raum “Hans Fallada. Leben und Werk“ kann man hautnah sein facettenreiches und umfangreiches Leben bestaunen, wie verschlungen und ambivalent seine Biografie ist. &lt;br /&gt;
:Das 15.000 m² große Anwesen am Carwitz See ist wunderbar angelegt, das Dreieckbeet ist original bepflanzt, das Bienenhaus denkmalgerecht saniert, das Bootshaus originalgetreu nachgebaut, seine Streuobstwiese und die „Sitzecke am Seeufer“ können gefühlsmäßig nachempfunden werden. &lt;br /&gt;
:Fallada war auch ein versierter Landwirt.&lt;br /&gt;
:2000 wurden die Räumlichkeiten der „Scheune“ auf dem Fallada-Hof übergeben. Die Sanierung lief seit 1996.   &lt;br /&gt;
:Allein für die Scheune wurden 1 Mill. DM investiert. Der große Raum wird ganzjährig für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. &lt;br /&gt;
:Hier kann man auch fundierte Sonderausstellungen im Scheunensaal erleben.&lt;br /&gt;
:Jährlich finden die Hans Fallada Tage jeweils am Wochenende vor oder nach seinem Geburtstag am 21. Juli statt. &lt;br /&gt;
:Dazu gehört auch die sommerliche Veranstaltungsreihe an jeden zweiten Freitag um 20:00 Uhr “freitags bei Fallada“ mit Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen oder Filmvorführungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Fallada Heute&lt;br /&gt;
:1. Hans-Fallada-Museum in Carwitz 17258 Feldberger Seenlandschaft Ortsteil Carwitz Zum Bohnenwerder 2, Tel.: 039832 20359 – museum@fallada.de&lt;br /&gt;
:2. Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. - hfg@fallada.de, gegründet 1991 &lt;br /&gt;
:3. Literaturzentrum Neubrandenburg mit dem Fallada-Archiv.&lt;br /&gt;
:4.  Hans-Fallada-Klub in Neustrelitz, gegründet 1973 als „Club der Intelligenz“ im Kulturbund der DDR. Heute: info@hans-fallada-klub.de Website: www.hans-fallada-klub.de &lt;br /&gt;
:5.  Verein Pommersche Literatur-Gesellschaft e. V. ist 2000 hervorgegangen aus dem 1991 gegründeten Hans-Fallada-Verein Greifswald. Er hat seinen Sitz im Geburtshaus von Hans Fallada.&lt;br /&gt;
:6. Hans-Fallada-Schule Feldberg erhielt ihren Namen 1976. Beachtet werden sowohl seine  erzählerischen Leistungen als auch sein psychopathisches Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In einem Artikel “Zwei Gesellschaften und viele Wahrheiten“ (7.12.2005) schreibt Frank Pergande: “Es vergingen 30 Jahre bis die DDR den Versuch unternahm, Fallada postum zu vereinnahmen.“ &lt;br /&gt;
:Der damals in Neubrandenburg lebende Literaturwissenschaftler Tom Crepon war bei Recherchen für eine Fallada-Biografie auf Falladas Nachlass gestoßen – im Keller einer Braunschweiger Fleischerei. &lt;br /&gt;
:1978 wurde der Nachlass von der Akademie der Künste der DDR gekauft und zwei Jahre später nach Feldberg gebracht. &lt;br /&gt;
:Im selben Jahr erschien Crepons Biografie “Leben und Tode des Hans Fallada“. &lt;br /&gt;
:1983 erschien eine weitere Biografie, von Werner Liersch unter dem Titel “Fallada. Sein großes kleines Leben“. &lt;br /&gt;
:Weitere Informationen gibt es in den Artikeln der genannten Autoren, von der damaligen Archivarin des Fallada-Archivs Sabine Lange und auch von Heide Hampel mit Streitereien zur Stasi und zum Fallada-Nachlass in Feldberg, in Carwitz und dem Literaturzentrum Neubrandenburg. &lt;br /&gt;
:Heide Hampel baute das Hans-Fallada-Archiv in Feldberg/Meckl. auf und trug u. a. Sammlung und Nachlass der Schriftstellerin Brigitte Reimann zusammen.&lt;br /&gt;
:Klaus-Jürgen Neumärker schrieb u. a. anhand der Krankengeschichte: „Der andere Fallada“. Darin schildert er die „Psychopathie“ von Fallada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==10.Ruth Werner (* 15. Mai 1907 in Friedenau † 7. Juli 2000 in Berlin)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ist seit 1958 der Schriftstellername von Ursula Beurton, zuvor Ursula Hamburger, geboren als Ursula Maria Kuczynski. Sie war eine deutsche Schriftstellerin und Agentin des  russischen Militärnachrichtendienstes GRU der Roten Armee (Deckname „Sonja“), der späteren Sowjetarmee. Ihr älterer Bruder war Wirtschaftswissenschaftler, Prof. Jürgen Kuczynski. Andere Schwestern lebten nach 1933 großbürgerlich in England.&lt;br /&gt;
:1953 war Ruth Werner mit Len Beurton, ihrem Mann, das erste Mal nach Carwitz gekommen.&lt;br /&gt;
:Bereits in jungen Jahren wurde sie Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland. Sie blieb der Vision einer sozialistisch-kommunistischen klassenlosen menschlichen Gesellschaft treu bis zu ihrem Tode. &lt;br /&gt;
:Wie weit sie die Verbrechen der stalinistischen und anderer sozialistischer Staaten kannte und beurteilte bzw. verurteilte ist mir nicht bekannt. &lt;br /&gt;
:Ihre Autobiografie unter dem Titel „Sonjas Rapport“ erschien erstmalig 1977. Darin schildert sie grundsätzlich, aber unvollständig, ihre Agententätigkeit.&lt;br /&gt;
:Ben Macintyre schrieb eine erschütternde Biografie (2022 Insel Verlag Berlin) &lt;br /&gt;
:„Agent Sonja - Kommunistin, Mutter, Topspionin | Vom unglaublichen, aber wahren Leben der Spionin Ursula Kuczynski (alias Ruth Werner), die den Lauf der Weltgeschichte veränderte“&lt;br /&gt;
:Er schildert aufgrund neuer Informationen den dramatischen und fast selbstmörderischen Lebenslauf. Insbesondere wird diese Spannung zwischen Spionin und Ehefrau mit wechselnden Männern sowie ihren Kindern sehr ausführlich dargestellt, teilweise kann es einem schaudern. &lt;br /&gt;
:Man muss für die in dieser Zeit lebenden, denkenden und handelnden Menschen immer wieder „die Vision“ des Kommunismus bedenken. Mit ihr erklärt sich nicht nur die spätere Machtpolitik des sogenannten sozialistischen Weltsystems, sondern auch von Anfang an die unmenschlichen verbrecherischen Handlungen. :Diese Vision wird heute als Illusion beurteilt, sowohl politisch gesellschaftlich als auch wissenschaftlich philosophisch. &lt;br /&gt;
:Die neue Biografie soll mit ihrem heute in Carwitz lebenden Sohn, Peter Beurton, abgesprochen worden sein. (Beide Biografien stehen in Carwitz-Bibliothek, Kate 1.)&lt;br /&gt;
:Hierzu einige Daten, die das Interesse am Leben von Ruth Werner bis zu ihrer Übersiedlung in die DDR wecken können.&lt;br /&gt;
:Mit ihrem ersten Ehemann, dem deutschen Architekten Rudolf Hamburger, ging sie als 23-Jährige nach Schanghai. &lt;br /&gt;
:Dort wurde, trotz der Weltwirtschaftskrise, zu dieser Zeit stark gebaut. Sie lernte den im deutschen Botschaftsdienst tätigen Richard Sorge kennen und lieben. &lt;br /&gt;
:Er nutzt sie als Informantin und empfiehlt sie der militärischen Aufklärung der Roten Armee. &lt;br /&gt;
:Ursula Hamburger wird von 1933 bis 1934 in Moskau ausgebildet. &lt;br /&gt;
:Für ihre Tätigkeit in China erhielt sie &#039;&#039;&#039;1937 (!)&#039;&#039;&#039; den Rotbannerorden in Moskau. &lt;br /&gt;
:1938 flüchtete Ruth Werner mit ihrem Ehemann in die Schweiz. Dort lernte sie den englischen Spanienkämpfer Len Beurton kennen. &lt;br /&gt;
:Für ihn war es nach seinen Schilderungen Liebe auf den ersten Blick. Sie schilderte es als Pflicht zur Tarnung. &lt;br /&gt;
:Beide wurden dann nach England beordert. In der Schweiz und in England baute sie ein Informationsnetz für Moskau auf. &lt;br /&gt;
:1943 landet sie ihren größten Coup: Sie übermittelt während des Krieges Unterlagen des deutsch-britischen Kernphysiker und sowjetischen Atom-Spions Klaus Fuchs (1911-1988), also das britisch-amerikanische Atomgeheimnis, an die Sowjets. &lt;br /&gt;
:Daher war Stalin nicht überrascht, als er 1945 in Potsdam über die Explosion der ersten Atombombe in Japan informiert wurde.&lt;br /&gt;
:1949 flüchtete das Ehepaar Beurton nach der Enttarnung von Klaus Fuchs in die DDR. &lt;br /&gt;
:Nach zwanzig Jahren unentdeckter Geheimdienstarbeit scheidet sie 1950 auf eigenen Wunsch als Oberst der Roten Armee aus. &lt;br /&gt;
:Sie gilt als eine der erfolgreichsten sowjetischen Kundschafterinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie war dann sechs Jahre im Staatsdienst der DDR beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Als Autorin, Ruth Werner, trat sie zunächst mit der Publikation von Kinderbüchern auf. &lt;br /&gt;
:Ihre bekanntesten Bücher sind &amp;quot;Muhme Mele&amp;quot;, &amp;quot;Olga Benario&amp;quot; und &amp;quot;Sonjas Rapport&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Ihr Sohn soll erst 1977 durch ihre Autobiografie „Sonjas Rapport“ von ihrem Doppelleben erfahren haben. &lt;br /&gt;
:Immerhin hatte das GRU die Veröffentlichung genehmigt.&lt;br /&gt;
:Werner Liersch schreibt (15/S.65): „Ruth Werner war eine der spektakulären Personen des 20. Jahrhunderts und sie war von äußerster Bescheidenheit, Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe. Sie war eine kommunistische Idealistin. Die Frauen (Anna Ditzen) verstanden sich.“  &lt;br /&gt;
:In den Wintermonaten wohnt sie anfangs manchmal in einer der beheizbaren Dachmansarden bei Anna im Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Im Sommer hat sie Adressen von Hütten im Dorf.17 In den 70er Jahren bekommt sie von der Stasi vermittelt eine kleine Hütte auf der zum See abfallenden :Wiese hinter dem Fallada-Haus unter den alten Obstbäumen. Sie schreibt in Falladas Garten: „An die hundert Seiten, Sonjas Rapport’ gehören zu seiner Wiese, mit dem Blick auf den Carwitzer See, hundert Seiten auf dem winzigen Rasenfleck vor dem Gemüse- und Blumengarten der Ursula Barthels mit Blick über den Dreetz, der wie ein Bergsee ins Tal gebettet liegt.“ &lt;br /&gt;
:Sie müht sich, dass das Dorf, die Landschaft und der alte Friedhof ihr Gesicht erhalten können.  &lt;br /&gt;
:Die Atheistin Ruth Werner gibt Geld für die Kirche. &lt;br /&gt;
:„Sie (Karl Gossow und Wolfgang Steinitz) retteten gemeinsam mit dem kunst- und naturverständigen Weimarer Architekten Professor Engelberger die liebliche Halbinsel Bohnenwerder vor einer geplanten Bungalowsiedlung.“ &lt;br /&gt;
:Sie erinnert sich an Kurt und Jeane Stern, die nach Carwitz kommen. Sie sind Spanienkämpfer wie Len, und Autoren berühmter Filme wie „Das geteilte Dorf“ und „Stärker als die Nacht“. Sie sind treue und nahe Freunde von Anna Seghers über 50 Jahre. &lt;br /&gt;
:Ruth Werner hinterlässt den bis heute nicht eingelösten Satz: „Sollten nicht auch diese Jahre, diese Namen in die Annalen des Fallada-Hauses mit eingehen?“. &lt;br /&gt;
:Bei der Beisetzung ihrer Urne im Juli 2000 auf dem Friedhof Berlin Baumschulenweg sprach ein Gesandter der Russischen Föderation als Trauerredner. &lt;br /&gt;
:Sie war Oberst der Roten Armee.&lt;br /&gt;
:In Carwitz, wurde seit 2010 die Erinnerung an sie mit einer Ausstellung von einem Verein unter Ingrid Becker wachgehalten. Er löste sich 2023 auf. &lt;br /&gt;
:Die in Neustrelitz ansässige Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt unterstützt die Digitalisierung der vorhandenen Materialien. Darin geht es um das Weltbild Ruth Werners, ihre Tätigkeit im Nachrichtendienst, ihr Leben in der BRD, DDR und im vereinten Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==12.    Bankräuberpaar lebte unauffällig==&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Berliner Zeitung 2. März 2013 &amp;quot;Das Doppelleben der Postbank-Räuber M. Wittge O. Kröning&amp;quot;:  &lt;br /&gt;
:Die Brüder Frank und Ralf L. überfielen insgesamt 18 Postbanken. Ihr Motiv: Spiel- und Drogensucht.&lt;br /&gt;
:Im Sommer, wenn die Urlauber kamen, florierte ihr Landgasthof in Mecklenburg. Dann führten Frank (52) und Ralf L. (49) ein braves Wirts-Leben. &lt;br /&gt;
:Im Winter zog es die Brüder oft in ihre alte Heimat, nach Berlin. Dann überfielen sie Banken, verspielten das Geld, nahmen Drogen. &lt;br /&gt;
:Beim 19. Überfall war das SEK schneller am Bankschalter als die Postbank-Räuber!&lt;br /&gt;
:Der Pastor-Niemöller-Platz in Niederschönhausen, gegen 18.40 Uhr: Die Postbankfiliale hat bereits seit 40 Minuten geschlossen. Die Angestellten und der Filialleiter sind noch in der Bank, erledigen vor dem Feierabend noch letzte Büroarbeiten, bevor sie durch den Hintereingang nach Hause verschwinden wollen. Dort lauern die beiden Bankräuber, bewaffnet mit Messer und Pistole. Mit Fahrrädern waren die Brüder zu der Pankower Bank geradelt. &lt;br /&gt;
:Was Frank und Ralf L. nicht ahnen. Auch sie werden beobachtet, von Zivilpolizisten, und das schon seit zwei Monaten. &lt;br /&gt;
:Fünf Minuten später folgt der Zugriff: SEK-Beamte stürmen aus ihren Verstecken, überwältigen die völlig überraschten Täter und bringen sie zum Landeskriminalamt. &lt;br /&gt;
:„Bei der Vernehmung gestanden die Brüder, insgesamt 15 Banküberfälle in Berlin und drei im Land Brandenburg verübt zu haben“. Von dem Geld soll nach ihren Aussagen nichts mehr übrig sein. Sie sollen es bei Sportwetten verspielt und in Kokain investiert haben. &lt;br /&gt;
:Teilweise zeigten Frank und Ralf L. bei den Überfällen außergewöhnlichen Erfindungsreichtum: So verkleideten sich die Brüder bei einem Bankraub im Januar 2010 in Neukölln zur Tarnung als Reinigungskräfte, die von der Rückseite des Gebäudes rote Farbschmierereien entfernen wollten. &lt;br /&gt;
:Sie hatten das Gebäude selbst mit Farbe beschmiert. Bei einem Überfall im Dezember an der Oranienburger Straße verkleidete sich das Räuber-Duo als Handwerker, klingelte an der Postbank. &lt;br /&gt;
:Die Eltern von Frank und Ralf L., die den Söhnen bei der Bewirtschaftung des Gasthofes in der Feldberger Seenlandschaft halfen, können noch gar nicht glauben, dass ihre Söhne gefährliche Serienbankräuber sein sollen. „Ich habe davon nichts geahnt“, sagt die Mutter. „Es ist so furchtbar, sie sind Freitag nach Berlin gefahren.“ Ralf L. hatte am Abend angerufen. „Er sagte uns, dass sie bei der Polizei sind und wir uns keine Sorgen machen müssten“, erzählt der Vater. „Er meinte noch, dass alles gut werden würde.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seitdem ist „Der Krog“ als Gaststätte geschlossen. Gelegentlich gibt es Ausstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==13. Infrastruktur, Elektrizität, Wasser, Abwasser==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Elektrifiziert wurde Carwitz ca. 1902/03 nach der Erzählung von Paul Utnehmer (Frau Christa Schönfeld). Einige Straßenlampen gab es auch schon vor dem zweiten Weltkrieg. Sie wurden per Handschalter an einem Lampenmast gegenüber dem Friedhof bei Einbruch der Dunkelheit eingeschaltet und 23 Uhr ausgeschaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Stadtvertretung der Stadt Feldberg beschloss in ihrer Sitzung am 22.4.1999 eine Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“&lt;br /&gt;
:Darin heißt es u. a. (auszugsweise): &lt;br /&gt;
:„Im nachfolgend näher bezeichneten Gebiet liegen städtebauliche Missstände vor. Das insgesamt ca. 20 ha umfassende Gebiet (...) erhält die Bezeichnung Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 44.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD44 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Sanierungsgebiet umfasst alle Grundstücke (...) innerhalb der im Lageplan (...) durch eine schwarz gestrichelte Linie gekennzeichneten (...) abgegrenzten Fläche.&lt;br /&gt;
:Es können sowohl städtische Maßnahmen im Bereich Hoch- und Tiefbau, als auch private Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden durch Ausreichung eines Zuschusses oder Darlehns gefördert werden.“&lt;br /&gt;
:Die intensive Sanierung von Carwitz erfolgte einschließlich der vorausgehenden Maßnahmen von 1992-2007. Aber ab Anfang der 80er Jahre versorgte bereits eine zentrale Wasserleitung von einem Wasserwerk oberhalb des „Schappwaschs“ (Schafwäsche) am Dreetz alle Gehöfte und Ferienhäuser. Die Einzelbrunnen wurden verfüllt oder nicht mehr gepflegt.&lt;br /&gt;
:Eine allgemeine Abwasseranlage mit Anschlusspflicht für alle Bewohner wurde 1997/99 gebaut. Bis dahin wurden die Klärkammern jedes Gehöftes und der Ferienhäuser für Schmutzwasser regelmäßig von Spezialautos abgepumpt und zentral entsorgt. Dazu gibt es die Berichte, dass aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit die Entsorgungsfahrzeuge ihren Abwasserschlamm in Seen oder im Wald abkippten.&lt;br /&gt;
:Damals war Lutz Teichfischer Bürgermeister von Feldberg. Für Interessenten liegt in Kate 1 ein Heft von 60 Seiten: “CARWITZ Abschlussdokumentation der Sanierung“. Die Gesamtkosten betrugen 2.894.920 €, davon entfielen 1.340.880 € auf die Dorfstraße, die Wege und Plätze, sowie 210.980 € auf die Modernisierung und Instandsetzung von privaten Gebäuden. &lt;br /&gt;
:Ich erinnere mich, dass aus historischen Gründen die Dorfstraße mit Kopfsteinpflastern von Spezialkräften aus Portugal durchgeführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 45.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD45 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 47a.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD46 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 48.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD47 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+5&#039;&#039;&#039; Blicke auf Carwitz beim Rundflug 2008 (Wer hat die Bildrechte?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==14. Dorfkirche, Pfarrhof, Friedhöfe==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Mittelalter war Carwitz selbstständige Pfarre des Bistums Brandenburg. &lt;br /&gt;
:1534 gehörten dazu die Kapellen in Feldberg, Laeven und Hinrichshagen (Lüttenhagen). &lt;br /&gt;
:Im 30-jährigen Krieg ging die Pfarre ein und die Parochie wurde von Triepkendorf aus verwaltet. &lt;br /&gt;
:1706 entstand am Anger die Dorfkirche als rechteckiger Fachwerkbau mit einem freistehenden Glockenturm vor dem Westgiebel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1740 wurde Carwitz wieder Pfarrsitz. Eingepfarrt wurden dorthin Feldberg, Conow, Weitendorf, Wittenhagen, Försterei Laeven und Neuhof. &lt;br /&gt;
:Der „Küstersteig“ zweigt von der Bahnhofstrasse in Feldberg ab und führt entlang der Wiesen zum Schmalen Luzin, er war also der Weg, auf dem Pfarrer und Küster aus Carwitz nach Feldberg zum Gottesdienst gingen und zurück. &lt;br /&gt;
:Seit 1815 war Feldberg „Flecken“ und erhielt erst 1919 das Stadtrecht. &lt;br /&gt;
:1857 wurde die Pfarre trotz stärkster Proteste der Carwitzer nach Feldberg gelegt, dafür durften im Gegensatz zu den anderen Dörfern die Carwitzer weiterhin ihre Kinder in ihrer eigenen Kirche konfirmieren. &lt;br /&gt;
:Auf dem uralten Kirchhof befindet sich ein offener Glockenstuhl mit zwei Gussstahlglocken. Diese wurden in Bochum gegossen und kamen um 1920 nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Die vorherigen beiden Bronzeglocken mussten während des ersten Weltkrieges für die Verarbeitung zu Munition abgeliefert werden. &lt;br /&gt;
:Bei diesen Bronzeglocken handelte es sich um eine kleinere mittelalterliche Glocke und eine große Glocke von 1859, welche ein Geschenk des Großherzogs Georg war.&lt;br /&gt;
:Dem ursprünglichen Friedhof an der Kirche folgte im 19. Jahrhundert der heute aufgelassene Friedhof mit dem Fallada-Gedenk-Grab. &lt;br /&gt;
:Im 2. Weltkrieg wurde dort noch beerdigt, siehe Grab eines russischen Hilfsarbeiters in der rechten Ecke zum Luzin. &lt;br /&gt;
:Der heutige Friedhof am Kreisel wurde nach dem 2. Weltkrieg eingerichtet. &lt;br /&gt;
:Er ist aus Gründen mangelnden Unterhalts heute nicht mehr allgemein belegbar, außer vorgemerkt mit jährlichen Gebühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 49.jpg|800px|zentriert|thumb| CD49]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 50.jpg|800px|zentriert|thumb| CD50 vor 1906]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 51.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD51 Die jetzige Kirche ist ein rechteckiger Fachwerkbau, eingeweiht 1706. Der hölzerne Westturm mit Spitzhelm wurde 1912 wegen Baufälligkeit abgerissen.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD52 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52a.jpg|800px|zentriert|thumb| CD53 Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut.  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Innern der rechteckigen Saalkirche befinden sich an drei Seiten Emporen. Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut. &lt;br /&gt;
:Die beiden Altarflügel (um 1500) zeigen rechts oben Maria und Sankt Elisabeth, unten Sankt Matthias und Sankt Bartholomäus. &lt;br /&gt;
:Auf dem linken Flügel sind oben Sankt Jakobus und Sankt Andreas, unten Sankt Agnes und Sankt Petrus dargestellt. &lt;br /&gt;
:Die beiden auf den Flügeln stehenden Schnitzfiguren zeigen Maria mit dem Christuskind (links) und Sankt Johannes (rechts) sowie auf den Rückseiten eine Verkündigungsszene. &lt;br /&gt;
:Die dritte Schnitzfigur im Altarraum an der Wand links stellt Sankt Valentin dar und stammt ebenso wie das Kruzifix aus der Zeit um 1500.&lt;br /&gt;
;Erna Morach, Christa Schönfeld  und Otto Schulz erzählten: &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg bekam der Pfarrer jedes Jahr den „Obsterwangs“ (von ihr so ausgesprochen). Das war der große  Kirchenzehnte, ein Rest der Feudalsteuer. &lt;br /&gt;
:Die Bauern gaben ihm 10 Zentner Roggen oder mehr, die sie gleich in die Mühle nach Feldberg bringen mussten. &lt;br /&gt;
:Der Pastor bekam dann nur das Geld für den an den Müller verkauften Roggen. Wurst, Eier kamen noch hinzu. &lt;br /&gt;
:Die Namen der Pastoren sind ihnen nicht mehr erinnerlich. &lt;br /&gt;
:Noch in den 20er und 30er Jahren sammelte „de Glöckner“ Wilhelm Schmidt den Kirchenzehnten in Naturalien zu Ostern ein.&lt;br /&gt;
:In ihrer Kindheit läutete der Glöckner, Herr Schmidt, die kleine Kirchenglocke 3x täglich: bim-bim-bim Sommer 7:00 (Winter 8:00), 12:00, Sommer 18:00 (Winter 16:00).  &lt;br /&gt;
:Am Sonntag wurde von ihm die große Glocke 10:00 geläutet und wenn der Pfarrer kam, wurde auch die 2. große Glocke geläutet. &lt;br /&gt;
:Der Glöckner „trampelte“ dann auf den Blasebälgen der Orgel die Luft in die Pfeifen, die vom Lehrer gespielt wurden. &lt;br /&gt;
:„Wir Kinder sangen dazu“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Reste des alten Pfarrhofs an der Bushaltestelle wurden erst 1974 im Auftrag der Kirche vom Bauunternehmer Börner aus Feldberg abgerissen und in den Modder-Mücken-Teich am Hügel 16 vor unseren Katen 2/3 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Beim Umbau 1978 / 2000 wurde im Zuge der Dorfsanierung auch die Kirchhofsmauer aufwendig umgebaut. Das geschah in der jahrhundertealten Fertigungstechnik als sogenannte Trockenfeldsteinmauer. &lt;br /&gt;
:Trockenmauern bieten in ihren vielen Ritzen und Hohlräumen ein spezielles Kleinklima und wertvolle Ersatzlebensräume für Reptilien und Insekten. &lt;br /&gt;
:Durch Samenflug siedeln sich außerdem auf den Steinen und zwischen den Fugen vielfältige Arten von Moosen, Flechten und Pflanzen an, die zur Stabilität dieses Naturdenkmals entscheidend beitragen. &lt;br /&gt;
:Wegen der besonderen Sensibilität ihre Beschaffenheit ist eine derartige Mauer nicht geeignet, zu erklettern, zu begehen oder zu “besetzen“. Diese Mauer des Kirchenhofs sollte geschützt und damit erhalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+6&#039;&#039;&#039; sanierte Kirche Carwitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 54.jpg|630px|links|thumb| CD54 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 55.jpg|420px|rechts|thumb| CD55 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 56.jpg|550px|links|thumb| CD56 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 57.jpg|500px|rechts|thumb| CD57 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 58.jpg|800px|zentriert|thumb| CD58  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 59.jpg|800px|zentriert|thumb| CD59 2004/2005 wurden die Grundmauern und der Keller des Pfarrhofs wieder freigelegt. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==15. Mühle: „flügellos“==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 60.jpg|800px|zentriert|thumb| CD60 Die Holländer Mühle brannte am 07.03.1892 ab. Sie wurde danach wieder aufgebaut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 61.jpg|800px|zentriert|thumb| CD61 Carwitzer Windmühle ca. 1900 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+7&#039;&#039;&#039; Vor 1906 ??&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto Schulz erzählte sinngemäß: &lt;br /&gt;
:Letzter Mühlenbesitzer war Otto Schmidt. Nach der Kollektivierung wurde die Mühle der LPG unterstellt. Zum Schluss wurde mit elektrisch betriebenem Mahlwerk nur noch Futter für Schweine und Rinder der LPG (Tierproduktion) Dolgen geschrotet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 62.jpg|800px|zentriert|thumb| CD62 2009]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
      &lt;br /&gt;
:Seit 1998 bemüht sich der örtliche Mühlenverein um die Sanierung. Die Plattform war zeitweise wieder begehbar. So wurde sie vom Kunstladen Thomsdorf zeitweise auch als Verkaufsstelle genutzt. Die Mühlenflügel ohne Funktion würden Zehntausende € kosten. So oder so ist sie ein weithin sichtbarer Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 63.jpg|800px|zentriert|thumb| CD63 ca. 1970  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==16.    Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Nach dem Kriege wurde die aus Ostpreußen geflüchtete Schwester Selma Wehrmeister als 1. Gemeindeschwester in Carwitz sesshaft. &lt;br /&gt;
:Sie war sehr beliebt, da sie fachlich sehr gut war, energisch und vor allem immer sofort da war, wenn sie gerufen wurde. &lt;br /&gt;
:Sie war auch oft als Hebamme tätig, denn damals gab es bis Mitte der 50er Jahre nur Hausentbindungen. &lt;br /&gt;
:Sie wohnte bei Dreiseidel im jetzigen Haus von Familie Teifel und hatte ihre Gemeindeschwesternstube in der damaligen Schule (Fr. Deuß, Dorfstraße 74). :Dort wurde auch bis 1990 ein- bis zweimal die Woche Sprechstunde eines Feldberger Arztes abgehalten. &lt;br /&gt;
:Schwester Selma war nicht nur Gemeindeschwester für Carwitz, sondern auch für Laeven und für Wittenhagen bis 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==17.Bäckerei und Kaufmannsladen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, Erna Morach und Güldners erinnern sich: Bäckermeister Hermann Schulz gab altersbedingt Anfang der 60er Jahre die Bäckerei in Carwitz auf. &lt;br /&gt;
:Er war selbständiger Bäcker und Konditor. Das ehemalige Backhaus mit dem erhaltenen großen Backofen ist jetzt ein Ferienhaus auf dem Grundstück Dorfstr. ?19 Bäcker Schulz buk frühmorgens das Brot, die Brötchen und die Kuchen. &lt;br /&gt;
:Dann zog er ein- bis zweimal in der Woche mit dem Pferdewagen über die Nachbardörfer zum Verkauf.  &lt;br /&gt;
:Viele Dörfler buken damals ihr Brot noch selbst.&lt;br /&gt;
:So ist der Erdhügel gegenüber unserem Eingangstor in Carwitz der Rest des ehemaligen Backofens der Familie Schönfeld. &lt;br /&gt;
:Es wurde auch noch selbst gebuttert. Die Maibutter war die beste, da die Kühe jetzt wieder das frische Gras fressen konnten20. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben und trugen sie nach Hause. &lt;br /&gt;
:Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.  &lt;br /&gt;
:Ein Lebensmittelladen des Konsums wurde 1952, nach dem Weggang des Krögers Paul Utnehmer, in der Gaststätte links hinter dem Eingang eingerichtet. Später wurde für den Laden eine Baracke anstelle der abgerissenen Scheune links neben dem Krog gebaut. &lt;br /&gt;
:Und noch später wurde ein eigener Laden daneben gebaut, in dem es alles „für den täglichen Bedarf“ gab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur paradoxen völlig verfahrenen, weil ideologisch dogmatisch bestimmten Preispolitik der DDR einige Beispiele: &lt;br /&gt;
:Ich erlebte, wie eine Carwitzer Einwohnerin „das Übliche“ - zehn große Brote kaufte, die sie in einen dreckigen Sack warf. &lt;br /&gt;
:Die Verkäuferin klärt mich dann auf: Diese Brote sind nicht für die Gäste, sondern für die Hühner und Schweine bestimmt. &lt;br /&gt;
:Brot wird subventioniert, reines Korn, also das Futter für die Schweine ist viel teurer im Einkauf. &lt;br /&gt;
:LPG-Bäuerinnen hatten kein eigenes Korn mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Frische Lebensmittel wurden zur DDR-Zeit staatlich zu überhöhten Preisen aufgekauft, um sie in Westberlin frisch verkaufen zu können. Dazu gehörten zum Beispiel Spargel, Erdbeeren und auch Eier. Ein Teil dieser Waren kam aber auch in unseren Konsum zum Verkauf zurück und konnte nun für den persönlichen Bedarf in kleiner Menge zurückgekauft werden. Der Rückkauf war zum Teil nur die Hälfte vom vorher erfolgten Verkaufspreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Konsum wurde 1990 bald nach dem Umbruch und nach Klärung der Eigentumsverhältnisse abgerissen. Ein Doppelhaus steht jetzt dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==18. Fischerei==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erinnert sich: Herr Hagen holte sich nach dem Kriege die Fische vom Fischer Haase. &lt;br /&gt;
:Er (Herr Hagen) wohnte im letzten Haus links am Weg nach Hullerbusch, Dorfstr. 67. &lt;br /&gt;
:Der Fischer wohnte im ersten Haus an der breiten Bucht. Hagen fuhr die Fische, anfangs mit dem Fahrrad, später mit seinem Pferdewagen zum Verkauf über die benachbarten Dörfer. Später übernahm sein Sohn Ernst Hagen dieselbe Tätigkeit von seinem Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„In Carwitz produzierte die Binnenfischerei 60 t Forellen.“&lt;br /&gt;
;21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Seenlandschaft wurde durch die wirtschaftliche Entwicklung massiv belastet: Abwasser der Molkerei in Feldberg, ungenügende Abwasserklärung der Stadt Feldberg und der umliegenden Dörfer, Mosterei in Carwitz, chem. Pflanzenschutzmittel und Düngung insbesondere mit Flugzeugen. &lt;br /&gt;
:Die Problematik wurde in den 70er und 80er Jahren wohl erkannt, aber die entgegenwirkenden Maßnahmen konnten aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten und ideologischer Schranken nur halbherzig sein.&lt;br /&gt;
:Erfreulich, dass sich nach der Wende in den 90er Jahren vieles veränderte. Die sich von Jahr zu Jahr verbessernden Seen haben fast alte Klarheit zurückgewonnen.&lt;br /&gt;
;22 &lt;br /&gt;
;Gleiche Autoren berichten: „Es wäre schon vorgekommen, dass die Fischer Bleie (Brachsen, Brassen) von 60 bis 80 cm mit 6-7 kg gefangen hätten“. (18 / S.29 u. 266)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fischermeister Bruno Haase erzählte, dass zu dieser Zeit von ihm im Carwitzer See, im Zansen und im Dreetz immerhin pro Jahr noch eine Tonne amerikanischer Flusskrebse gefangen wurde. &lt;br /&gt;
:1959 erreichte der Bisam die Feldberger Gewässer, jedenfalls gibt es aus dieser Zeit erste verlässliche Berichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==19. Schmiede==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Es gab bis in die Nachkriegsjahre 2 Schmieden. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+9&#039;&#039;&#039;  1. vom Kreisel kommend das erste Haus links, Dorftsr. 5, daneben das kleinere Haus war die ehemalige Schmiede gewesen. &lt;br /&gt;
:2. gegenüber dem alten Friedhof, Dorfstr. 40, die Schmiede von Friedrich Rechlin, die später von Kavemann übernommen wurde.&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+10&#039;&#039;&#039;  Standort Schmiede am Friedhof ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==20. Verkehr==&lt;br /&gt;
:1789, so wird berichtet, erreichte die Post zweimal in der Woche Feldberg. &lt;br /&gt;
:Die „Fahrpost“ von Neustrelitz (durch den Serrahner Forst) über Goldenbaum, Grünow, Dolgen, Weitendorf (alte Poststraße) nach Feldberg existierte von 1821 bis zum 21. 12. 1910. An diesem Tag erreichte die Eisenbahn, die „Friedrich-Wilhelm-Bahn“, das erste Mal öffentlich Feldberg. &lt;br /&gt;
:„Erst 1875 konnte der wichtige Straßenanschluss Feldbergs an die Chaussee Neustrelitz-Woldegk bei Möllenbeck fertiggestellt werden.“ (18)&lt;br /&gt;
:Die letzte Sonderfahrt der Bahn war am 21.Dezember 2000 zum 90-jährigen Streckenjubiläum. &lt;br /&gt;
:Der Personennahverkehr war bereits zum 27. Mai 2000 abgestellt worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu Fuß oder mit der Pferde-Kutsche ging es von Carwitz nach Feldberg zum Amt oder zum Bahnhof. &lt;br /&gt;
:Die Feldberger Seenkette bildete eine Barriere von Lichtenberg bis Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:So soll Blücher mit seiner Armee entlang dem Nordufer des Breiten Luzin 1806 vor den Franzosen geflohen sein. Der Erddamm durch den Schmalen Luzin wurde erst 1847 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 64 c.jpg|800px|zentriert|thumb| CD64 An der Bäk-Brücke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Brücke über „de Bäk“ in Carwitz hatte nur Bedeutung für die Verbindung zwischen Wittenhagen und Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Schulbus fuhr bald nach Schließung der Dorfschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 65.jpg|530px|links|thumb| CD65 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 66.jpg|500px|rechts|thumb| CD66 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Die ersten Autobesitzer vor dem 2. Weltkrieg waren Hans Fallada, Kratochwil und der Müller Schmidt. &lt;br /&gt;
:Fallada hatte vorher eine Pferdekutsche. Mit ihr hatte er seine Probleme, wie er in „Heute bei uns zu Haus“ lebhaft schildert. &lt;br /&gt;
:Der Teil der Dorfstraße vom Krog bis zum Kirchhof wurde ca. 1928/29 gepflastert. &lt;br /&gt;
:Die Straße von Feldberg und die gesamte Dorfstraße wurde erst Anfang der 70er Jahre befestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 67a.jpg|thumb|600px|center|DC67 Dorfstraße vor der Sanierung, rechts das Haus von Otto Schulz vor der Bäk. Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 68.jpg|thumb|600px|center|DC68 Dorfstraße nach der Sanierung - Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+12&#039;&#039;&#039; Auch die Zufahrt von Feldberg/Neuhof wurde komplett neu asphaltiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 69.jpg|thumb|600px|center|DC69 Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
:Eine alte unbefestigte Fahrstraße führte durch den Wald von Wokuhl über Hasselförde, Triepkendorf, Laeven. &lt;br /&gt;
:Sie ist auch heute noch befahrbar und war nach dem katastrophalen Wintereinbruch 1978/79 für einige Tage die einzig befahrbare Straße von Neustrelitz nach Carwitz und Feldberg. &lt;br /&gt;
:Möllenbeck - Feldberg war wegen Schneeverwehungen unpassierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==21. Wald und Naturschutz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+13&#039;&#039;&#039; Von 1972 bis 2001 war Klaus Borrmann Leiter des Forstamt Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Er hat mehr als 200 kleinere und größere Abhandlungen, Aufsätze in Fachzeitschriften und Heimatbroschüren zur Natur und Geschichte der Feldberger Region veröffentlicht. In der zweibändigen Darstellung Mecklenburg-Strelitz – Geschichte einer Region (2000 und 2002) hat er die rund 300-jährige Forst- und Jagdgeschichte des Großherzogtums dargestellt.  Und in „Lüttenhäger Oberförster“ 2001 würdigt er seine Amtsvorgänger und verbeugt sich vor ihren Leistungen für die Wälder der Feldberger Seenlandschaft. Borrmann ist auch Vater des 1999 eröffneten Lüttenhagener Waldmuseums „Lütt Holthus“, das vor allem jungen Besuchern „Natur zum Anfassen“ bietet.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Der ursprüngliche Wald war vor 1000 Jahren ein Buchen-Eichen-Mischwald. &lt;br /&gt;
:Darin eingestreut lagen die, durch friedliche Einwanderung in den Jahrhunderten nach der Völkerwanderung entstandenen, slawischen Rund-Dörfer. &lt;br /&gt;
:Mit der Osterweiterung des Deutschen Kaiserreiches kamen später deutsche Siedler dazu. Es wurden Reihen-Dörfer gegründet. &lt;br /&gt;
:Jede Familie hatte im Mittelalter eine Hufe Land von ca. 7-8 ha mit Nutzung der Allmende, des Allgemein-Eigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der 30-jährige Krieg ließ auch in der Feldberger Seenlandschaft ein fast menschenleeres Land zurück. Viele Dörfer waren wüst, so Hanau am Schmalen Luzin vor dem Hullerbusch und Krüselin. Viele Dörfer wurden im wahrsten Sinne dezimiert. &lt;br /&gt;
:Der Wald drang in wenigen Jahrzehnten auf diesen Flächen vor. Das Land erholte sich nur sehr langsam. &lt;br /&gt;
:Nach 1700 beschleunigte sich die wirtschaftliche Entwicklung. &lt;br /&gt;
:Der enorme Holzbedarf der Glashütten, Köhlereien, Teeröfen, -schwelereien und die Bautätigkeit entwaldete erneut die Region. &lt;br /&gt;
:Gegenmaßnahme waren seit Ende des 18. und im 19. Jahrhundert gezielte, organisierte Aufforstungen insbesondere mit Kiefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Anweisung des Herzogs Adolf Friedrich im Jahre 1783 an den Förster Schwarz  in Carwitz zur sparsamen Holzverwendung (1/S.35 ): &lt;br /&gt;
:„Wann wir gnädigst resolviret, dass von nun an alles Klafter-Holz ohne Ausnahme in jeder unserer Forsten, es sey zum Behuf der Glashütten, zur Köhlerei, Ziegeleien, Kalköfen, zur häuslichen Feuerung oder Deputat-Brennholze, wie auch alles Pfahlholz ohne alle Einwendung und Wiederrede, nicht wie bisher geschehen mit der Axt, sondern mit der Säge gekürzt werden soll, außer das sogenannte Wadelholz, auch Zweig- oder Zopfholz, welches noch keinen Fuß im Durchschnitt hat, als welches mit der Axt klein zu machen frei bleibt.“ Damit sollte der Holzverlust verringert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der ranghöchste Forstmann aller Zeiten zwischen Neustrelitz und Feldberg hatte seinen Sitz zwischen 1786 und 1816 auf dem Forsthof in Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Oberforstmeister Christoph Ernst von Kamptz“ s. (1/S.171ff) &lt;br /&gt;
:Nach seinem Tod kam der Wald zwischen Carwitz und Triepkendorf zur Försterei Mechow. &lt;br /&gt;
:Auch die Stelle des Oberforstmeisters wurde dann 1932 aufgelöst. &lt;br /&gt;
:Der letzte Förster, Walter Kruse, wurde nach Strasen versetzt. Das Haus übernahm Malermeister Tock und nach seinem Tod in den 70er Jahren Fischer Götz. :Für Carwitz verblieb nur der Hullerbusch und der Conower Werder, was für einen Holzwärter reichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Neben der geschichtlichen Entwicklung des Feudalismus ist sicher auch die Randlage von Carwitz entscheidend für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Naturschutzgebiet Hauptmannsberg umfasst 43 Hektar  des markanten Ausschnitts einer Endmoräne der letzten Eiszeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Hauptmannsberg, 120 Meter hoch, ist eine Satzendmoräne. &lt;br /&gt;
:Nach Abtauen des Eises blieben die noch heute sichtbaren Findlinge zurück. Bronzezeitliche Hügelgräber belegen auch hier eine frühe menschliche Besiedlung. Das im 13. Jahrhundert gegründete Hanow, später Hanau, wurde im 15. Jahrhundert aufgegeben und die Flächen anschließend von Carwitzer Bauern genutzt. &lt;br /&gt;
:Auf einer Karte von Tilemann Stella aus dem Jahr 1578 sind die Flächen waldfrei verzeichnet. &lt;br /&gt;
:Bereits im 18. Jahrhundert wurden steile und unwegsame Flächen aufgegeben und bewaldet. &lt;br /&gt;
:Die anderen Flächen wurden abwechselnd als Wiese und Acker genutzt. &lt;br /&gt;
:Die landwirtschaftliche Nutzung wurde im Jahr 1971 vollständig aufgegeben. Erst seit 1992 erfolgt wieder eine regelmäßige Beweidung. &lt;br /&gt;
:In den steilen Hangbereichen am Ufer des Zansen wachsen jetzt Wälder mit Hainbuche, Rotbuche und Eiche, eingestreut findet sich Haselnuss. &lt;br /&gt;
:Nach der Nutzungsaufgabe Mitte des 20. Jahrhunderts konnten sich Besenginster, Brombeere und Schlehe ausbreiten. &lt;br /&gt;
:Die offen gehaltenen Bereiche bedecken artenarme Rotstraußgrasfluren und Grasnelken-Schwingelrasen. &lt;br /&gt;
:Nur noch in kleinen Flächen sind die an basenreiche Standorte gebundenen Pflanzengesellschaften mit Steppenlieschgras und Glatthafer zu finden. &lt;br /&gt;
:Zahlreiche wärmeliebende Zikaden- und Heuschreckenarten besiedeln das Gebiet, darunter der Kleine Heidegrashüpfer und die Zweifarbige Beißschrecke. &lt;br /&gt;
:Die Brutvogelwelt hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Veränderung der Flächen gewandelt. &lt;br /&gt;
:Es sind heute vorrangig hecken- und waldbewohnende Arten anzutreffen, wie Sperbergrasmücke, Neuntöter, Sprosser und Wendehals. &lt;br /&gt;
:Rechtlich besteht das Schutzgebiet seit dem 20. März 1957. Es grenzt an das nördlich und westlich liegende Naturschutzgebiet Hullerbusch und Schmaler Luzin. Es ist nach EU-Recht als FFH-Gebiet23 und Vogelschutzgebiet eingestuft. &lt;br /&gt;
:Der ursprünglich beabsichtigte Schutz des Offenlandes mit beweideten Trockenrasen hat sich durch Wiederansiedlung von Gehölzen geändert. &lt;br /&gt;
:Auch der später wieder geförderte Verbiss durch die Schafbeweidung und maschinelle Pflegemaßnahmen können dies nicht ändern. &lt;br /&gt;
:Der durchziehende Wanderweg entlang am Zansen ist mit seinen Aussichten auf die Seen ein touristisches Hauptziel. &lt;br /&gt;
:Aber die „Aussichtsmöglichkeiten“ haben sich durch den kompromisslosen Naturschutz massiv vermindert. &lt;br /&gt;
:So verhindert der Baumbewuchs des Hauptmannsberg die Rundumsicht auf die  Seen: Schmaler Luzin, Dreetz, Falladabucht, Carwitzer See, Zansen. &lt;br /&gt;
:Es ist nur noch ein eingeschränkter Blick auf den Carwitzer See übriggeblieben. &lt;br /&gt;
:Diese Entwicklung wirft immer wieder die Frage nach der Zielstellung des Naturschutzes auf. &lt;br /&gt;
:Soll es so bleiben, wie es im Moment ist, oder soll es wieder werden wie vor 50 Jahren, wie vor 200, 1.000 oder 10.000 Jahren? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+14&#039;&#039;&#039; In den „Heiligen Hallen“ sind nach einem Sturm die gestürzten Buchen nicht von den Wegen geräumt worden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 70.jpg|thumb|600px|center|DC70 So sieht es heute mit dem „Naturschutz“ aus. Vor ihm gab es dort keinen Wald Foto B. Krause 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die mit dem Naturschutz, der modernen Landwirtschaft und den veränderten Besitzverhältnissen verursachten Veränderungen in der Tierwelt bedürften einer besonderen Darstellung.  &lt;br /&gt;
:Es geht dabei nicht um die Neuansiedlung von Wölfen, sondern um die grundsätzlich veränderten Lebensbedingungen für die Kleintierwelt. &lt;br /&gt;
:Der Waschbär hat enormen Schaden verursacht, insbesondere in der Vogelwelt. &lt;br /&gt;
:In den siebziger Jahren gab es noch Fasane, Haubentaucher, Schellenten, Pirole in der unmittelbaren Umgebung von Carwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==22. Kiesabbau Carwitz - Thomsdorf verhindert – Findlingsgarten gegründet==&lt;br /&gt;
:(zusammengefasst nach informativen Gesprächen mit Gudrun Kunze, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch versuchte in den neunziger Jahren ein Bauunternehmen das Recht auf Kiesabbau im Bereich Carwitz/Thomsdorf westlich und südlich zwischen Schmalen Luzin, Dreetz und Krüselinsee zu erwerben. Es betraf 127 Hektar in Mecklenburg-Strelitz und 87 Hektar in der Brandenburgischen Uckermark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 71.jpg|thumb|600px|center|DC71 Das Kiesabbaugebiet ist schwarz markiert]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Als das bekannt wurde, kam es im März 1996 zur Bildung eines länderübergreifenden Vereins “Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau“. &lt;br /&gt;
:Die 60 Gründungsmitglieder regten die Diskussion in den zuständigen Gemeinden und Kreistagen zur Verhinderung dieses massiven Eingriffes in das Landschafts- und Naturschutzgebiet der Feldberger Seenlandschaft an. Es kam zu 15.000 Unterschriften. &lt;br /&gt;
:Die Vereinsmitglieder steckten den Kopf nicht in den Sand des geplanten Kiesabbaus. &lt;br /&gt;
:Im Rahmen dieser Bürgerinitiative wurde zunächst der Weg von Carwitz nach Mechow wiederbelebt und mit Birken bepflanzt. Mit Spenden und Fördermitteln erwarb der Verein 2002 ein Grundstück auf dem Kiesfeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 72.jpg|thumb|600px|center|DC72 Der Findlingsgarten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der NABU des Kreises Mecklenburg-Strelitz mit seinem damaligen Vorsitzenden Erwin Hemke hatte dann die Idee zu einem Findlingsgarten mit Heidelandschaft. &lt;br /&gt;
:Im September 2002 wurde zu dessen Einweihung ein fast 20 t wiegender Granitstein, ein Findling aus der Eiszeit, in Anwesenheit des damaligen Umweltministers Dr. Wolfgang Methling (PDS) von Mecklenburg-Vorpommern an den Ortsrand von Carwitz neben den genannten Weg gebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 73.jpg|thumb|600px|links|DC73 Der Hüter  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 74.jpg|thumb|800px|rechts|DC74  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Er wurde auf den Namen „Der Hüter“ getauft, denn er soll und wird das Landschaftsschutzgebiet bewachen. Weitere Findlingssteine formen den Umriss eines Mammuts nach. &lt;br /&gt;
:Texte informieren über die skandinavischen Herkunftsorte der 168 Findlinge aus einem Umkreis von ca 30 km.&lt;br /&gt;
:2005 konnte dann eine unabhängige Gruppe privater Personen das Bergrecht für den Kiesabbau kaufen. &lt;br /&gt;
:Damit war der Abbau von Kies auf Dauer verhindert. 2017 kam es zur Verschmelzung der Vereine: „Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen Kiesabbau und Deponien“ und „Eiszeit- und Naturerlebnis Wittenhagen e.V.“ zum „Feldberger Eiszeit- und Naturerlebnis e.V.“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==23. Gedanken zum Schluss==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Man kann erfahren, wie bekannt Carwitz ist, wenn man irgendwo in Deutschland auf dieses Dörfchen zu sprechen kommt. Die wirtschaftliche und kulturelle Zukunft von Carwitz liegt heute einzig und allein im Tourismus und für Feldberg auch im Kurbetrieb. &lt;br /&gt;
:Einzigartig ist aber nicht nur Carwitz, sondern auch die nähere und weitere Umgebung der Feldberger Seenlandschaft. Einige unserer Familie und Freunde hatten deshalb schon den Gedanken, eine kleine Broschüre zu gestalten. &lt;br /&gt;
;“111 Orte um Carwitz, die man gesehen haben sollte“. Orte aus der Vergangenheit, im aktuellen Urlaub gesehen oder aber auch vorgenommen, in der nahen Zukunft zu besuchen. Diese Idee wurde schon vor langer Zeit ausgesprochen.24 Eine Auflistung führte zu vielen weiteren Orten, zu mehr als 111 Diamanten in der Umgebung. Sie reicht von Alt Placht, dem Kirchlein im Grünen, bis weit hinaus übers Restaurant Zollhaus am Erddamm in Feldberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Auch die hier genannten Orte und Geschichten können vielleicht anregen, über Carwitz und die umliegenden Seen hinaus etwas zu erleben und zu genießen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Also „Auf Schusters Rappen“, auf die Fahrräder oder auch ins Auto:&lt;br /&gt;
:Hans –Fallada-Museum: Zum Bohnenwerder 2 in Carwitz &lt;br /&gt;
:Lütt Holthus: Waldmuseum in Lüttenhagen &lt;br /&gt;
:Neustrelitz: ehemalige Residenzstadt der Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz mit einmaliger spätbarocker sternförmiger Stadtanlage und Schloßgarten&lt;br /&gt;
:Schloss Hohen Zieritz: Sterbeort der Königin Luise von Preußen, Nationalparkamt, Anfang oder Ende der Königin-Luise-Route Hohenzieritz-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Frauenkonzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg, Gedenkstätte&lt;br /&gt;
:Dorfkirchen in Carwitz, Conow, Fürstenhagen, Mechow, Wittenhagen&lt;br /&gt;
:Spring: Quelle und Picknick-Platz ca 10-15 Min. vom Friedhof Laeven entfernt&lt;br /&gt;
:Dorfwüstung Krüselin und Picknick-Platz: 30 Min. von Carwitz entfernt&lt;br /&gt;
:Hullerbusch mit Hünenwall und Teufelstein: eiszeitlich geformter Buchenwald, Hochuferweg am Zansen&lt;br /&gt;
:Hauptmannsberg mit Wanderweg entlang des Hochufers am Zansen: schönster Blick Mecklenburgs&lt;br /&gt;
:Bohnenwerder: eindrucksvoller 360°-Rundblick über den Carwitzer See&lt;br /&gt;
:Heilige Hallen: ältester 300-400-jähriger Buchenwald Deutschlands&lt;br /&gt;
;3 Friedhöfe in Carwitz: &lt;br /&gt;
:1. an der Kirche, &lt;br /&gt;
:2. „in de Mitte von Dorp“, &lt;br /&gt;
:3. bei der Mühle&lt;br /&gt;
:Kahnfähre über den Schmalen Luzin: Verbindung vom Hotel Hullerbusch zur Luzinhalle &lt;br /&gt;
:Schmaler Luzin: Uferweg von Carwitz nach Feldberg (Luzinhalle)&lt;br /&gt;
:Feldberg: Amtswerder, Klinik, Blick vom Reiherberg&lt;br /&gt;
:Wittenhagen: Luzintheater, Kirche, Eiszeit-Route&lt;br /&gt;
:Scharteisen – glazialer Toteissee; von Wittenhagen aus zu erreichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==24.    Glossar==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Adjungiert		&lt;br /&gt;
:zugeordnet, beigefügt&lt;br /&gt;
;boom                          &lt;br /&gt;
:Baum  (plattdeutsch) irgendwo als „oben“ genannt ist falsch&lt;br /&gt;
;Cammer-Collegium	&lt;br /&gt;
:s. Kammerkollegium&lt;br /&gt;
;Devastiert		&lt;br /&gt;
:zerstört, verwüstet, heruntergewirtschaftet&lt;br /&gt;
;Domäne		&lt;br /&gt;
:Landesherrschaftliches Staatsgut, das auch verpachtet werden konnte&lt;br /&gt;
;Domanium	&lt;br /&gt;
:verpachteter landesherrschaftlicher Besitz ( Dörfer, Höfe ) mit direkter Steuerpflicht gegenüber dem Landesherren. Bestand bis 1919&lt;br /&gt;
;Emolumente		&lt;br /&gt;
:Nebeneinnahmen, Nutzen&lt;br /&gt;
;Erbvergleich	(auch Landesgrundgesetzlicher)  &lt;br /&gt;
:Mecklenburger Gesetzessammlung von 1755 zur Regelung der Beziehungen zwischen dem Landesherren und der :Ritterschaft, Städten. Praktisch die Landesverfassung des Mecklenburger Ständestaates bis 1919.&lt;br /&gt;
:Etablissement		&lt;br /&gt;
:hier dienstliche oder betriebliche Niederlassung der Forstwirtschaft&lt;br /&gt;
;Gerechtsame, die	&lt;br /&gt;
:veraltet für (Vor)recht&lt;br /&gt;
;Glashütte	&lt;br /&gt;
:Manufaktur zur Herstellung von Glas aus Quarzsand und Pottasche in einem Schmelzofen. Hatte sehr großen Holzverbrauch in ihrer unmittelbaren Umgebung.&lt;br /&gt;
;Hutewald	&lt;br /&gt;
:die Dorfbewohner durften nach uraltem Recht in diesem Wald ihr Vieh – meist ihre Schweine – hüten, weiden lassen&lt;br /&gt;
:Kammerkollegium	&lt;br /&gt;
:herzogliche Finanzverwaltung, auch als Cammer-Collegium bezeichnet&lt;br /&gt;
;KWA			&lt;br /&gt;
:Karbe-Wagner-Archiv in Neustrelitz&lt;br /&gt;
;LHA			&lt;br /&gt;
:Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
;Meierei		&lt;br /&gt;
:größeres landwirtschaftliches Gut meist außerhalb der Dorfgemarkung&lt;br /&gt;
;Meierei Wirtschaft	auch Meierei Hof &lt;br /&gt;
:Wirtschaft zur Herstellung von Milch, Butter, Käse&lt;br /&gt;
;Moräne		&lt;br /&gt;
:von Gletschereis abgelagerte Erde und Gesteine, fruchtbarer Boden&lt;br /&gt;
;Pertinens, das (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehöriges, Zubehör&lt;br /&gt;
;Pertinenz, die (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehörigkeit&lt;br /&gt;
:Resolviren                  &lt;br /&gt;
:entscheiden, einen Beschluss öffentlich machen&lt;br /&gt;
;Rute	&lt;br /&gt;
:deutsches Längenmaß und als Quadratrute Flächenmaß vor der Reichsgründung 1871, in jedem deutschen Land anders: Mecklenburg-Strelitz = 5,02 m, 1 :QR = 25,2 m²,  Mecklenburg-Schwerin = 4,65 m, 1QR = 21,6 m²&lt;br /&gt;
;Sander	&lt;br /&gt;
:durch Schmelzwasser vor dem Gletscher ausgeschwemmte oft auch verwehte Sandflächen mit Dünen, gering fruchtbar&lt;br /&gt;
;Teerofen	Holzschwelerei,  &lt;br /&gt;
:zur Herstellung von Teer, der vor allem als Schmierstoff für Wagenräder benutzt wurde. Sehr großer Holzverbrauch in unmittelbarer Umgebung&lt;br /&gt;
;Werder		&lt;br /&gt;
:aus dem Althochdeutschen für &amp;quot;erhöhtes vom Wasser geschütztes Land&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Wie(r)l			&lt;br /&gt;
:Insel (Plattd.)&lt;br /&gt;
;Wörde	&lt;br /&gt;
:Hausacker, Hausgarten unmittelbar hinter oder neben dem Haus, in Carwitz zum See hinabreichend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==25.Literatur (Auswahl)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1. Borrmann, Klaus u. Tempel, Holger - Die Wildparks Serrahn &amp;amp; Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:Verlag: Erich Hoyer Galenbeck 2005, u a.  &lt;br /&gt;
;2. Brandenburgisches Landeshauptarchiv files - Flurkarte „Plan von der Feldmark Thomsdorf&amp;quot; &lt;br /&gt;
:– Signatur 37 Boitzenburg K 65 B / Potsdam, Tel. 0331-5674-213 &lt;br /&gt;
;3. Carpin, Gasthof Schleser See&lt;br /&gt;
: histor. Landkarte an der Wand: &lt;br /&gt;
:„herzogl. Directoerialkommission Generalplan 1750 aufgenommen von Hallas“ als Hinweis für &lt;br /&gt;
;4. Carwitz - Abschlussdokumentation der Sanierung1992-2007&lt;br /&gt;
:                                                                                                 &lt;br /&gt;
;5. Goetsch, Erich - Mechow. - Zur Geschichte einer kleinen bäuerlichen Siedlung in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. &lt;br /&gt;
:Cappenberg 2004 s. a. sein Literaturverzeichnis &lt;br /&gt;
;6. Herrmann, Joachim - &amp;quot;Die Slawen in Deutschland&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1985 &lt;br /&gt;
;7. Herrmann, Joachim - „Die Ergebnisse der Ausgrabungen in Feldberg“ &lt;br /&gt;
:in Ausgrabungen und Funde Bd. 13, Akademie-Verlag, Berlin 1968, S. 198 – 204&lt;br /&gt;
;8. Kinderbuchverlag Berlin - Carwitzer Notizen, 1985&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;9. Karbe-Wagner-Archiv  17235 Neustrelitz, Schloßstr.12-13, im Kulturquartier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;10. Kaus, Sigrid Ehefrau des Malers Max Kaus, der in 20er Jahren in Carwitz malte. &lt;br /&gt;
:Potsdamerstr.44 in 12205 Berlin Lichterfelde Tel.: 030- 833 60 25&lt;br /&gt;
;11. Krappe, Martin u. Arno Waterstraat - „Fischfauna der oberen Feldberger Seen und des Carwitzer Sees“ &lt;br /&gt;
:in Labus Heft 24/2006 S. 44-58 Phönix Multimedia Service GbR Elisabethstr. 28, 17235 Neustrelitz hier der Hinweis auf Sonderheft 5/2003 S.24 ff über die Ostgroppe und die Tiefenmaräne&lt;br /&gt;
;12. Krausch, Hans-Dieter und Werner Schmidt - „Das Feldberger Seengebiet“, &lt;br /&gt;
:Verlag Hermann Böhlhaus Nachfolger Weimar 1997, Bd.57 in der Reihe „Werte der Deutschen Heimat“&lt;br /&gt;
;13. Krüger, Georg -  Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. &lt;br /&gt;
:(3 Bd.) I. Band Das Land Stargard II. Abteilung: - Amtsgericht Feldberg S. 102 - 108  Neubrandenburg 1925 Brünslowsche Verlagsbuchhandlung &lt;br /&gt;
;14. Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;15. Liersch, Werner - Dichters Ort, &lt;br /&gt;
:S. 159 wahrscheinlich auch in Fallada Biografie Individuell Verlag 2005&lt;br /&gt;
;16. Mecklenburgica – Archiv- und Recherchedienst Schwerin (Herr Steinbruch) &lt;br /&gt;
:entziffert alte Dokumente&lt;br /&gt;
;17. Mecklenburg-Strelitz . Beiträge zur Geschichte einer Region, Hrsgb. Landkreis Mecklenburg-Strelitz&lt;br /&gt;
:mit div. Autoren. Verlag Druckerei Steffen 2001                             &lt;br /&gt;
;18. Richter, Dipl. Biolog. Wolfgang M. ( ca 1928 geb.) und Fr. Ingeborg &lt;br /&gt;
:Verfasser von „Feldberg“ Verlag Michael Gust 1999 und aktiver Mitarbeiter bei BONITO Drosselgang 2  /  21709 Himmelpforten, Niederelbe Tel.: 04144 – 4925&lt;br /&gt;
;19. Interview Carwitz - Schönfeld, Christa, geb. Utnehmer - Schulz, Otto und Hildegard, geb. Rakow - Güldner, Ursula, geb. Koch und Kurt - Morach, Erna geb. Güldner &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;20. Stange, Hartmuth - Die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung Ostmecklenburgs in 2)&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;21. Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“. &lt;br /&gt;
:In Auszügen siehe Anhang. Karten und Akte liegen im Landeshauptarchiv Schwerin - LHAS Landesgrenzakten Sign. 370 Bestand 2.11-2) und wurden mir bereitgestellt in der Übertragung  und Bearbeitung  von Ulrich Voigtländer / Waren u. W.M. Richter / Himmelpforten LUZIN-REPORT 10. Lieferung 1989/90&lt;br /&gt;
;22. Schulz, Erwin - „Ortsnamen in Mecklenburg- Strelitz von 1170 bis 1572“ &lt;br /&gt;
:des Institut für Slawistik der E.-M.-A.-Universitä Greifswald&lt;br /&gt;
;23. Voigtländer, Ulrich - „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ &lt;br /&gt;
:in Karbe-Wagner-Archiv, neue Schriftenreihe Nr. 5 / 2007 Thomas Helms Verlag, Schwerin&lt;br /&gt;
;24. Lemke, Hans-Jürgen - &amp;quot;Die Krüseliner Mühle - Historie - Schicksale - Anekdoten&amp;quot; Erinnerungen, &lt;br /&gt;
:2018 Selbstverlag, 135 S., 2. wesentlich erweiterte und überarbeitete Auflage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ende==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==für Druckversion - Rücktitel ISBN https://www.epubli.com/ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 03.jpg|600px|center|thumb|  CD3 Rücktitel Bild 1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 04.jpg|600px|center|thumb|CD4 Rücktitel Bild 2]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156161</id>
		<title>Carwitz-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner</title>
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		<updated>2026-09-14T17:37:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* 14. Dorfkirche, Pfarrhof, Friedhöfe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 01.jpg|600px|center|thumb| Carwitz 2007 bei Flug über Mecklenburger Seen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 02b.jpg|600px|center|Carwitz Dörffel 02]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[[Carwitz]]-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner  &lt;br /&gt;
;Autor Ernst F. Doerffel&lt;br /&gt;
;Redaktion Carola Hasan &lt;br /&gt;
;2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorwort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wie kam es zur Idee „Puzzleteile der Geschichte von Carwitz“?&lt;br /&gt;
:Anfang 2000 las ich die gerade veröffentlichte Dorfgeschichte von Mechow, südlich von Carwitz im selben Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gelegen. Da kam mir der Gedanke eine Dorfgeschichte von Carwitz zu schreiben. &lt;br /&gt;
:Ich fing an zu sammeln und kam aus dem Staunen nicht heraus. &lt;br /&gt;
:Mit dem Verfasser der Dorfgeschichte von Mechow, Erich Goetsch, kam ich freundschaftlich ins Gespräch. :Erich Goetsch hatte damals als 80-jähriger sehr intensiv in den Archiven, insbesondere im Landesarchiv Schwerin, geforscht und gesammelt. Er selbst wohnte seit Mitte der Fünfziger Jahre bei Bremen, seine Tochter seit den 90er Jahre in Mechow. &lt;br /&gt;
:In den Jahren 2005-2008 interviewte ich mehrere Carwitzer Bürgerinnen und Bürger. Sie erzählten sehr interessant, insbesondere über die Zeit zwischen den Kriegen im 20. Jahrhundert und über die DDR. Auch zeigten sie mir z.T. uralte Dokumente aus dem 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Während der folgenden Jahre hatte ich versucht, für meine Sammlung von Fragmenten einen Archivar in Feldberg zu interessieren. Er hat angeblich damit gearbeitet. Mir ist aber nicht bekannt, ob davon auch etwas veröffentlicht worden ist. &lt;br /&gt;
:Ich ließ mir meine per USB-Stick überlassenen Dateien 2023 zurückgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Meine Sammlung aus den verschiedensten Quellen und Dokumenten sind von mir nicht verbindlich überprüft worden. Ihre Veröffentlichung ohne Überprüfung der Dokumente im Landesarchiv Schwerin ist mir nicht möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Interviews mit Carwitzern wurden chronologisch eingearbeitet. Es sind bis 2025 immer wieder viele Ergänzungen mit gelesenen und gehörten Informationen hinzugefügt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zufällig entdeckte ich Ende Februar 2026 im Internet eine Interessentengruppe für Ortschroniken in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Bildungsministerium unterstützt. Da existiert auch eine kurze Chronik von Carwitz. Kontakte wurden aufgenommen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese „Carwitzgeschichte“ wurde über zwei Jahrzehnte mit Unterbrechungen erarbeitet. &lt;br /&gt;
:Jetzt möchte ich gedruckte Exemplare an die Familie, an Freunde und Interessierte weitergeben. &lt;br /&gt;
:Die Unterlagen, Interviews und familiäre Bezüge bleiben auf Festplatten gespeichert. &lt;br /&gt;
:Ich bitte alle Interessierten mir persönlich Korrekturen, Änderungen, Streichungen und insbesondere Ergänzungen mitzuteilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Einzelheiten sind dort zu finden, so in „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer, Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5.&lt;br /&gt;
:Die Fotos stammen aus sehr verschiedenen Quellen, so von Ernst Rittwagen (Feldberg), aus alten Büchern u.v.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ernst F. Dörffel  &lt;br /&gt;
:Carola Hasan (Redaktion)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1. Eiszeitliche Gestaltung der Feldberger Seenplatte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Carwitz liegt mit Hügeln und Tälern am südlichen Ende des Feldberger Endmoränen-Bogens, der jahrhundertelang Teil des Gletscherrandes war. Dieser zog sich von Güstrow über Neustrelitz bis in die Uckermark. Südlich von Carwitz beginnt das Sandergebiet. &lt;br /&gt;
:Unsere Vorstellungskraft ist wohl meistens überfordert, wenn wir uns ein realistisches Bild der geologischen und klimatischen Situation vor 12.000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit machen wollen. Der zerklüftete Rand des Gletschers von 300 Meter Höhe stand Jahrhunderte still, bis er endgültig nach Norden zurückwich. Am Gletscherrand sammelten sich die von ihm mitgeführten Findlinge und das Geschiebe beim Abtauen an. So entstand auch der Hünenwall, eine Satzendmoräne zwischen Luzinstein, oberhalb der Luzinhalle, und dem Kesselmoor im Hullerbusch. Aus Tunneln unter dem Eis floss ein riesiger Strom von Schmelzwasser mit Geröll und Sand hervor. Auf Grund der Thermik wehte ständig ein stürmischer Wind und transportierte Staub und feinen Sand nach Süden. Es bildete sich der mehrere Kilometer breite „Sander“. Riesige Eisblöcke der vorangegangenen Eiszeit waren als Toteis im Untergrund liegen geblieben und vom Gletscher praktisch „überfahren“ worden. Sie schmolzen erst mit dem Ende der letzten Eiszeit völlig weg. Dank dieser Toteisblöcke entstanden die vielen Sölle und größeren Seen. Die Grund- und Endmoräne haben fruchtbaren Boden.  Die Sanderböden dagegen sind unfruchtbar. Deshalb fand dort später weniger Besiedlung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==2. Landschaft zu Beginn der menschlichen Besiedlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine sehr ausführliche und interessante Darstellung der kulturhistorischen Entwicklung der gesamten Region, einschließlich Carwitz, findet sich in der Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5, S. 7 „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer. Das Heft steht in Carwitzer Kate 1 zwischen den Büchern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ende der letzten Eiszeit, Weichsel-Eiszeit, vor 12.000 Jahren folgten steinzeitliche Jäger den großen Tierherden nach Norden. Aber erst ab ca. 4.000 v. Chr. sind Menschen in unserem Raum archäologisch nachweisbar. Bronzezeitliche Funde werden um 1.250 v. Chr. datiert (23). Zeugnisse sind die Großsteingräber auf dem Hauptmannsberg und am Breiten Luzin sowie das älteste bekannte Schlachtfeld Europas im Tollense-Tal. &lt;br /&gt;
:Die germanische Besiedlung bis zur großen Völkerwanderung, 375 – 568 n. Chr., wird in groben Zügen bei römischen und griechischen antiken Autoren erwähnt. Im Großraum der unteren Elbe bis zur Weichsel, also Norddeutschland/Polen, sind das die Vandalen, die Semnonen, die Sueben, die Goten und die Burgunder. Exakte Gebiete können den einzelnen Stämmen nicht zugeordnet werden. In den zwei Jahrhunderten der Völkerwanderung werden die Volksstämme durcheinander gewirbelt. Unser Gebiet wird besonders entlang der großen Flüsse von den genannten Stämmen nur durchzogen. Im wahrsten Sinne des Wortes tritt eine Entvölkerung ein. Ursache der großen Völkerwanderung sollen klimatische, wirtschaftliche oder demographische Faktoren gewesen sein. Auslöser der Völkerwanderung war aber dann der Vorstoß der Hunnen aus Asien über Russland nach Europa. Dadurch wurden die germanischen Stämme, die Goten und Vandalen, aus dem Raum des westlichen Russlands vertrieben, sie flüchteten vor der drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
:Es erfolgte in den nächsten Jahrhunderten durch slawische Stämme von Osten eine friedliche Landnahme des menschenleeren Raums, in dem nur noch eine germanische Restbevölkerung lebte. So bildete sich kampflos ein geschlossenes slawisches Siedlungsgebiet, unterteilt in verschiedene Stämme, bis zur Elbe-Saale. Sie drangen sogar weiter westlich bis zum Main und der Regnitz vor. Noch heute bezeugen das slawische Orts- und Flurnamen eindeutig.&lt;br /&gt;
:Für unser Gebiet der oberen Havel und östlich der Tollense werden die Redarier mit ihrer Tempelburg Rethra genannt. Sie waren wohl der bedeutendste Stamm der Kernstämme der Lutizen, die Kessiner, Zirzipanen und die Tollenser.&lt;br /&gt;
:Eine gute Darstellung findet sich bei [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Chronik_von_Mechow_(Autor_Erich_Goetsch) Goetsch “Dorfchronik Mechow“ Seite 6 bis 14 ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit.jpg|500px|zentriert|thumb|CD06 Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Bronzene Schmuckscheibe&#039;&#039;&#039; von 4,8 cm Durchmesser im degenerierten Jellingstil aus der jungslawischen Inselsiedlung Carwitz. Wurde 1837 auf dem Kohlwerder im Carwitzer See oder dort „beim Fischen“ gefunden. In der nordischen Mythologie ist der dargestellte „Fenriswolf“ der dämonische Sumpfwolf, der das Bösartige, Zerstörische symbolisiert. Text Wikipedia (Corpus Archäologischer Quellen zur Frühgeschichte, Textband, Akademie-Verlag, Berlin 1979)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Die in der Zwischenzeit christianisierten und wirtschaftlich erstarkten deutschen Volksstämme, Franken und Sachsen, begannen seit Karl dem Großen ab 800, insbesondere dann unter Kaiser Otto I., in grausamen und rücksichtslosen wechselvollen Kriegen nach Osten vorzudringen. Diese Expansion erreichte nach der Herausbildung des deutschen Staates mit der sogenannten Deutschen Ostkolonisation im 11. bis 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt. 1147 lehnten die sächsischen Fürsten es ab, sich an einem zweiten Orientkreuzzug, leidenschaftlich dazu vom französischen Abt Bernhard von Clairvaux aufgerufen, zu beteiligen. Da sie „Völker zu Nachbarn haben, die noch dem schändlichen Götzendienst huldigten, nahmen (sie) zwar ebenfalls das Kreuz, aber um gegen jene Völker Krieg zu führen“. Im Wendenkreuzzug 1147 zogen sie unter der Bernhardschen Parole „Bekehrung oder Vernichtung“ gegen die heidnischen slawischen Völkerschaften zwischen Elbe und Oder. (7)&lt;br /&gt;
:Das Hauptheiligtum Rethra, Riedegost, mit dem Gott Svarožić wird zerstört und verschwindet völlig aus dem Gedächtnis. Später wurden mindestens 20 verschiedene Lokalisationen als Standort für Rethra diskutiert. Die wahrscheinlichste Lage ist die Fischerinsel am Südwestufer des Tollensesees bei Wustrow.  Die herrschenden slawischen Familien wurden unter der Bedingung anerkannt und „belehnt“, wenn sie selbst das Christentum annehmen und sich um seine weitere Verbreitung aktiv bemühen. (6) Damit beginnen auch die schriftlichen Dokumentationen in Lehnzeugnissen und Kirchenarchiven.  Als Zeichen der erfolgreichen Christianisierung findet man in ganz Mecklenburg die Feldsteinkirchen des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 07.jpg|650px|rechts|thumb|CD07 Besiedlung von Carwitz. Aus „Ausgrabungen und Funde 13“ S. 203 – Abb.3 der Akad. D. Wissenschaften Berlin, 1968, ergänzt nach Corpus Bd.2 aus (6)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Die Großsiedlung Burgwall Feldberg&#039;&#039;&#039; ist auf dem Schlossberg am Breiten Luzin gelegen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Carwitz&#039;&#039;&#039; wurde durch Ausgrabungen auf der Halbinsel Hauswerder, heute Bohnenwerder, die früheste Besiedlung für das 7. - 8. Jahrhundert an der Bucht gegenüber dem Stein- und dem Bollenwerder nachgewiesen. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der Feldmark Hanow, (Wüstung im Dreißigjährigen Krieg) auf der Hochfläche westlich vom Hauptmannsberg, geschah im 8. bis 12. Jahrhundert und für alle Inseln im Carwitzer See im 11. – 12. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
:Vom „Festland“, beim heutigen Fischer in Carwitz, gingen Brücken über den Jäger-, Gänse- und Steinwerder zum Bollenwerder und bis zu den Ziegenbergen des gegenüberliegenden Ufers.&lt;br /&gt;
:Die Inseln boten Schutz vor plötzlichen Überfällen. Spätestens im 10. Jahrhundert wurden die slawischen Dörfer gegründet, meist als Runddörfer um kleine Teiche. &lt;br /&gt;
:Die deutschen Einwanderer gründeten später Straßendörfer. Die typischen Endungen -itz oder -ow sind Merkmale slawischer Ortsnamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;+2&#039;&#039;&#039; 3. Carwitz wird erstmalig &#039;&#039;&#039;(+?)&#039;&#039;&#039; 1216 genannt (oder auch erst 1393?) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Ortsname stammt von dem altpolabischen Wort „karva“ für Kuh ab. Im Gegensatz dazu ist „Conow“, auf der anderen Seite des Carwitzer Sees, mit „Pferdedorf“ zu übersetzen. („con“ = Pferd). &lt;br /&gt;
:Erwin Schulz schreibt: „1393 Carwytze, 1459 Karviz, 1518 Carvitze, 1708 Karwitz, 1796 Carwitz.“ &lt;br /&gt;
:Carwitz gehörte zur „Herrschaft Stargard“ und diese gehörte seit 1130 zum Herrschaftsbereich der Herzöge von Pommern. Ab 1292 war die Herrschaft Stargard ein Wittum (Mitgift oder Brautpreis) der Markgrafentochter Beatrix von Brandenburg. Da sie die Frau des mecklenburgischen Fürsten Heinrichs II., genannt „der Löwe“, war, kam die Herrschaft Stargard ab 1299 faktisch an die Fürsten (später Herzöge) zu Mecklenburg. Am Ende des 14. Jahrhunderts – so eine weitere Notiz – wiesen die Herzöge von Mecklenburg - Stargard einem Henning Parsenow Pachtgeld aus Carwytze an.&lt;br /&gt;
:Bei &#039;&#039;&#039;(22)&#039;&#039;&#039; heißt es aber auch S. 37: „Mechow ist das erste Dorf im früheren Amt Feldberg, das urkundlich erwähnt wird (1271) und einer der drei Orte in diesem Amt, die noch im 13. Jahrhundert ins Licht der Geschichte treten (Flatow und Warbende 1299).“&lt;br /&gt;
:Feldberg wird 1256 und die Krüseliner Mühle 1275 als „Feldberger Mühle“ erwähnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Gebiet endgültiger Besitz der mecklenburgischen Herzöge. Das Dorf wurde dem Amt Feldberg (Domänenamt) zugeordnet.&lt;br /&gt;
:Kirchlich war das Angerdorf  Carwitz bis zum Dreißigjährigen Krieg und dann wieder ab 1740 eine selbstständige Pfarrei. &lt;br /&gt;
:Dazu gehörten die umgebenden Dörfer einschließlich Feldberg. Daraus kann man schließen, dass es in damaliger Zeit ein früher Ort der ursprünglichen Besiedlung gewesen sein könnte.  &lt;br /&gt;
:Seitdem lebt es, mit Ausnahme von Kriegs- und Pestzeiten, beschaulich dahin. Obwohl in den vergangenen Jahrhunderten echte Friedenszeiten die Ausnahme waren, berührten die kriegerischen Auseinandersetzungen nur selten diese Gegend. Wenn es dazu kam, dann waren die Folgen meist verheerend. So wurden durch die Streitigkeiten zwischen Brandenburg und Mecklenburg 1440 viele Dörfer „wüst“. Hanau (Hanow westlich vom Hauptmannsberg) wurde nie wieder aufgebaut. &lt;br /&gt;
:In Carwitz vergrößerte sich der Dorfkern, das „boomdörp“, nur langsam um die Kirche mit Friedhof und Bäumen. Das „unnerdörp“ an „de bäk“ ist aber mit einigen Erdhütten wohl eher der ursprüngliche Siedlungsort gewesen. &lt;br /&gt;
:Zur Besiedlung, zu den Streitigkeiten um Grenzen, der Lage von Mühlen und dem Zugang bzw. dem Besitz der Seen und Bäche siehe im Anhang Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==4. 30-jähriger Krieg und Folgezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahrzehnten vor dem dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) bestand ein relativer Wohlstand. 1637 plünderten, raubten, mordeten die Horden des Grafen Gallas.&lt;br /&gt;
:1639 gab es in Feldberg nur noch 3 Kossaten mit ihren Frauen. Um 1600 waren es um die 60 Personen gewesen. Georg Krüger schreibt: „1639 lebten im ganzen Amt (Feldberg) 47 Personen: 5 Bauleute (Bauern), 8 Kossäten, 13 Witwen, 9 Kinder, 10 Knechte und 2 Mägde. Und ist im selbigen Amt kein Vieh, an Klein oder Groß vorhanden, wie auch daselbst anitzo kein Sommer- oder Winterkorn geseyet ist.“&lt;br /&gt;
:Nach dem 30-jährigen Krieg kam die Pest. Auf dem Feldberger Pestfriedhof, der in den 1960er Jahren auf dem Amtswerder entdeckt wurde, fanden sich etwa 80 Tote. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die dem westfälischen Frieden von 1648 nachfolgenden Kriegszüge der feudalen Herren und Fürsten mit ihren marodierenden Truppen brachten immer wieder Not und Elend mit sich. &lt;br /&gt;
:1658 - 1660 durchzogen im Krieg gegen Schweden 30.000 kaiserliche, brandenburgische und polnische Soldaten Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:1674/75 waren es wiederum die Truppen des Großen Kurfürsten, die Dänen und die Kaiserlichen, die durch Mecklenburg zogen.&lt;br /&gt;
:1683 lebten in Carwitz mehrere Vollbauern, dazu der Freischulze sowie Kossaten und landlose Einlieger (Mietsleute), die als Landarbeiter tätig waren. Der westlich des Dorfes gelegene Freischulzenhof wurde 1858 aus Carwitz herausgelöst, ab 1874 Rosenhof benannt. Auch das alte Dorf Krüselin, mit der dortigen Meierei, seit 1945 eine Wüstung, sowie die Krüseliner Mühle gehörten zum Umfeld von Carwitz mit wechselnder Unterstellung.&lt;br /&gt;
:Durch den Hamburger Erbvergleich von 1701 kam das Amt Feldberg und damit Carwitz zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz.&lt;br /&gt;
:1756 – 1763 Siebenjährige Krieg mit „Besetzungen, Truppendurchmärschen, Plünderungen und Pressungen der männlichen Bevölkerung zum Kriegsdienst“ (5)&lt;br /&gt;
:„Von den zum Krieg gegen Russland 1812 gepressten 400 Strelitzern, die bis Moskau kamen, haben kaum 100 überlebt.“ (5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Krüselin: &lt;br /&gt;
:zu unterscheiden sind die heutige wüste Dorfstelle von der Wassermühle am See.&lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt dazu (13): &lt;br /&gt;
:„1393 Cruzelin, 1422 Krüselin, nach Kühnel = Sandort. 1393 wurde Henning Parsenow Krüselin angewiesen. &lt;br /&gt;
:1422 verkaufte Henning Parsenow die wüste Feldmark und das Dorf Krüselin an das Kloster Wanzka für 300 Mark. &lt;br /&gt;
:1539 verkaufte das Kloster die Feldmark an Herzog Heinrich für 200 fl (Historische Gulden florenus). &lt;br /&gt;
:Schon vor 1600 war in Krüselin eine Feldberger Amtsmühle, die im dreißigjährigen Krieg zerstört, aber wieder aufgebaut wurde. &lt;br /&gt;
:In Krüselin wird früher eine Kirche gestanden haben, denn Henning Parsenow versetzte 1401 zwei Glocken, die früher in Krüselin gehangen hatten, an das Kloster Wanzka, die eine für 34, die andere für 10 Mark. &lt;br /&gt;
:Später haben in Krüselin 2 Bauern und 1 Kossate gesessen. 1724 wurde durch den Feldberger Amtmann Borchmann eine Meierei aufgebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Laeven: &lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt (9) S. 119: „1393 wurde Bede in Läven an Henning Parsenow gegeben. &lt;br /&gt;
:1590 werden dort genannt: „12 dort wohnende Familienamen. &lt;br /&gt;
:1639 waren 5 Bauernhöfe nebst der Kirche niedergebrannt, und wo früher ein Freischulze und acht Bauleute mit ihren Familien gewohnt hatten, lebten noch ein Bauer, eine Frau und ein Knecht. Im &lt;br /&gt;
:Juni 1640 war alles wüste und niedergebrannt. 1683 war dort eine Schäferei, die zur Meierei Neuhof gehörte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hauptmannsberg: &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld erfuhr im Heimatkundeunterricht:  Im 30jährigem Krieg hatte bei einer Besetzung ein Hauptmann auf dem bis dahin Wartsberg genannten Berg seinen Beobachtungsposten. &lt;br /&gt;
:Die Landschaft war zur damaligen Zeit praktisch entwaldet, sodass von dort oben ein weiter Blick bis Feldberg, Laeven, Conow, Thomsdorf und Mechow möglich war. &lt;br /&gt;
:Andere erzählten mir, dass ein Hauptmann dort seinen Lieblingsplatz gehabt habe. Otto Schultz bestätigt das und fügt hinzu, dass im 30jährigen Krieg „der König“ auf dem „Königsberg“ seinen Standort hatte und der Hauptmann vom Hauptmannsberg her ihm entsprechende Zeichen seiner Beobachtungen gegeben habe. :Der „Königsberg“ sei an der Mühle, neben dem jetzigen Friedhof gewesen. &lt;br /&gt;
:Auf der Handzeichnung des Feldberger Gebietes von 1578 von Tilemann Stella (21) steht am Hauptmannsberg „Der Wartsberg“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Inseln: &lt;br /&gt;
:wurden zur Slawenzeit und landwirtschaftlich bis in die Mitte der siebziger Jahre privat genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie waren mit den umliegenden Ufern durch Holzbrücken verbunden. &lt;br /&gt;
:So hat man Reste von Holzpfählen vom Carwitzer Ufer beim Fischer zu den Inseln und bis zu den Ziegenbergen am jenseitigen Ufer gefunden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 08.jpg|600px|zentriert|thumb| CD08 Blick vom Bohnenwerder auf den Carwitz-See nach Thomsdorf]]&lt;br /&gt;
;Bohnenwerder: &lt;br /&gt;
:frühere Bezeichnung „Boomwerder“ = „Baumwerder“, so auch noch von Fallada und seiner Frau Suse bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld vermutet, dass „Bohnenwerder“ nach 1945 eine Verballhornung des plattdeutschen „Boomwerder“ ist. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Boamwierl“ = Baumwerder. &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg war auf ihm ein großes Spargelfeld. An der Terrassierung erkennt man noch heute, dass er bis ca. 1953 landwirtschaftlich genutzt wurde. &lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren weideten in den Sommermonaten noch regelmäßig Ponys zwischen den sich sonnenden Nacktbadern. &lt;br /&gt;
:Damals wurden auch die Ziegenberge am gegenüberliegenden Ufer mit Kühen beweidet.&lt;br /&gt;
:Auf alten Karten wurde der Bohnenwerder mit „Hauswerder“ bezeichnet. Wahrscheinlich weil auf dieser Halbinsel die ersten Häuser gestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Bollenwerder: &lt;br /&gt;
:ursprünglich „Bullwerder“ oder „Bullenwerder“ genannt, gehörte Helene Kratochwill und jetzt noch den Erben. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld: „In meiner Kindheit in den 20er Jahren wurden im Frühjahr die Kühe an Stricken im Schlepptau von Booten hinübergezogen und im Herbst zurück. &lt;br /&gt;
:Im Sommer fuhr jeden Tag zweimal die Magd oder der Knecht hinüber, um die Kühe zu melken. &lt;br /&gt;
:Später in den 30er Jahren waren nur noch Färsen darauf.“ Die Mauerreste eines kleinen Stalles sind jetzt noch am südlichen Ende zu finden. Noch in den 60er- und 70er- Jahren weideten im Sommer Ponnys auf dem Bollenwerder.&lt;br /&gt;
;Steinwerder: &lt;br /&gt;
:Im 30jährigen Krieg wurde dort ein Schatz vergraben und die Sage ging, dass dort zu Johannis im Mondlicht das Gold glänzt. &lt;br /&gt;
:Ob es einer mal versucht hat, den Schatz auszugraben? Heute im Besitz der Erben vom „Kröger“ Paul Utnehmer. &lt;br /&gt;
:Der Steinwerder wurde in den Sommerferien bis 1990 jedes Jahr als Campingplatz der Erfurter Reichsbahn genutzt. Mit der aufkommenden Umweltproblematik gab es hier zunehmend Probleme und Auflagen der Hygiene-Kontrollen.  &lt;br /&gt;
:Die Sammelbehälter der Toiletten mussten dann per Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Jägerwerder, Gänsewerder, Kohlwerder &lt;br /&gt;
:wurden ebenfalls landwirtschaftlich genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie gehörten Rudi Dreiseidel, der ca 1960 die Mosterei gründete. &lt;br /&gt;
:In diesem Zusammenhang wurden auf diesen Inseln, wie auch hinter der ehemaligen Mosterei, Obstbäume gepflanzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Elswerder, Eiswerder: &lt;br /&gt;
:auf den Karten fälschlicherweise heute als Eiswerder bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Elswierl“. Mit Erlen hätte das nichts zu tun¸ denn diese heißen im Plattdeutschen „Ellern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 09.jpg|800px|rechtsr|thumb| CD09 Kartenauszug Feldmarck Thomsdorff 1783]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese Karte hing im Goethe-Museum Weimar Anfang der 90er Jahre. 2025 war sie im Museum verschollen. &lt;br /&gt;
:Im Landesarchiv Brandenburg wurde eine Reproduktion erworben.&lt;br /&gt;
:Interessant ist die damalige Dreifelderwirtschaft mit den rhythmisch wechselnden Saatzeiten und die Ausdehnung der landwirtschaftlich genutzten Flächen. :Bis 1961 waren noch die Getreidefelder auf der Fläche des heutigen Campingplatzes am Dreetz zu sehen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Braun&#039;&#039;&#039; = Brachfeld&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Grün&#039;&#039;&#039; = Herbst-Winterbestellung &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Gelb&#039;&#039;&#039; = Frühjahr-Sommerbestellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==5. 19. Jahrhundert bis Ende des Kaiserreichs 1918==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Orte der Umgebung z. T. bis heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für diese Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gibt es über Carwitz wenig zu berichten. &lt;br /&gt;
:Carwitz war „noch nicht entdeckt“!&lt;br /&gt;
:Nach der gescheiterten Revolution von 1848 verlief die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und besonders in Mecklenburg-Strelitz ganz im Sinne des politisch äußerst konservativen Großherzogs Georg und seiner Nachfolger. &lt;br /&gt;
:Georg hatte die demokratische Bewegung als eine „Bande terrorisierender Radikaler“ diffamiert. (1 S. 20) &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter schreibt ironisch: § 1 der Mecklenburger Verfassung „Allens bliewt bin ollen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz war das kleinste aber auch reichste Fürstentum des Deutschen Kaiserreiches. &lt;br /&gt;
:So hatten Grundadel und Fürstenhaus bis 1919 das Recht auf fremden Grund und Boden zu jagen. &lt;br /&gt;
:Dabei betrifft „Reichstes Fürstentum“ das persönliche Eigentum des Großherzogs Friedrich Wilhelm II. (1860-1904). &lt;br /&gt;
:Seine Regierungszeit war geprägt durch eine an Geiz grenzende Sparsamkeit bei allen öffentlichen Ausgaben. Notwendige Investitionen in Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung unterblieben weitgehend. &lt;br /&gt;
:Deshalb stagnierten moderne Entwicklungen oder hielten nur zögerlich Einzug. Durch diese Politik konnten über Generationen angehäufte Schuldenberge des Fürstenhauses abgetragen werden. &lt;br /&gt;
:Das Land entwickelte sich jedoch zu einem der rückständigsten deutschen Territorien. Einem Ausspruch zufolge wollte Reichskanzler Otto von Bismarck im Falle des Weltuntergangs nach Mecklenburg fliehen, da hier die Welt 50 Jahre später untergehen würde. &lt;br /&gt;
:Als größter Grundbesitzer des Herrschaftsgebietes Mecklenburg Strelitz war der Großherzog im System der feudalen landständischen Verfassung Mecklenburgs eingebunden und hatte nur begrenzte Handlungsspielräume. &lt;br /&gt;
:Sein persönliches Vermögen wuchs dadurch während seiner Regierungszeit zu einem der reichsten deutschen Fürsten an. &lt;br /&gt;
:Er spekulierte und handelte sogar an der Börse.&lt;br /&gt;
:Am Spring, einer südlich von Laeven mitten im Walde gelegenen wunderschönen Quelle, steht ein Denkmal für den letzten Hirsch, der vom Großherzog geschossen wurde, d. h. eigentlich ein Denkmal für den Großherzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von Christa Schönfeld liegen handschriftliche Unterlagen des Amtes Feldberg vor. &lt;br /&gt;
:Die rechtlichen Festlegungen zu Haus und Hof sind unglaublich. &lt;br /&gt;
:Dazu auch der Fischereirechtsstreit vom 29.12.1801:&lt;br /&gt;
:-1 „verhandelt im Amte Feldberg den 29. Dezember 1801 in Gegenwart des Herrn Amtsrats &lt;br /&gt;
:auf heute ist der Freischulze Mollenhauer zu Carwitz, und der hiesige Fischer Sewkow vorgefordert, und da sie erschienenen, so hat man ihnen das von Herzoglicher Hochpreislicher Kammer unterm 20.vorigen Monats erlassenes gnädigstes Reskript in Betreff der von dem Freischulzen Mollenhauer auf dem Carwitzer See verlangten Fischerei hinlänglich bekannt gemacht, und die Erklärung des Freischulzen Mollenhauer darüber erfordert. &lt;br /&gt;
:Selbige gehet dahin: er hätte noch niemals die Fischerei auf dem ganzen Carwitzer See verlangt, sondern nur bloß, so wie sie seine Vorfahren gehabt. &lt;br /&gt;
:Er hätte niemals weiter als auf dem Vorlande gefischt, außer, dass er sein Netz doch außer dem Vorlande ausstellen müssen, weil er sonst gar keine Fische fangen können. &lt;br /&gt;
:Er wäre sehr bereit, sich der Fischerei wegen in der Güte auf einen gewissen Fuß zu setzen, wenn er nur überzeugt sein könnte, solche in der Zukunft ohne Streit und Zank auszuüben. &lt;br /&gt;
:Er erkläre sich völlig zufrieden mit dem ihn zugestandenen Revier zur Fischerei, nämlich von der Hälsung auf dem Dreetz in den Carwitzer See an bis an das Thomsdorfer Feld, und um diesen herum, bis an den Vor-Pool bei Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:Er wäre auch damit zufrieden, dass der Fischer in Feldberg, oder wer sonst den Carwitzer See gepachtet hätte, dieses Revier mit ihm gemeinschaftlich befischte, jedoch müsste er hoffen und sich ausbedingen, dass alle chikaneuse und ihm nachteilige Verfügungen in der Fischerei nachblieben, damit er mit dem Fischer diese Fischerei zusammen auf einen freundschaftlichen Fuß ausüben könnte. &lt;br /&gt;
:Der Fischer Sewkow bezeuget seine Bestimmung, so wie schon vormals zu den, dem Freischulzen Mollenhauer zur Fischerei zugestandenen Revier, und versichert, dass er von seiner Seite keine Gelegenheit dazu anderweitigen Streitigkeiten mit dem Freischulzen geben, sondern mit dem derselben auf dem bestimmten Revier, wenn das Wasser offen wäre, die Fischerei auf eine gemeinschaftliche und freundschaftliche Art ausüben wollen, jedoch müsse er sich ausbedingen, dass die Reusen nicht aus dem Vorlande, da wo er fischte gelegt würden, und dass der Freischulze, wenn er die Fischerei durch einen Arbeitsmann exercierte, entweder selbst dabei wäre, oder auch seinen Sohn oder einen von seinen Leuten dabei hielte, damit er, der Fischer, überzeugt würde, dass die Fischerei wirklich von dem Freischulze betrieben würde. &lt;br /&gt;
:Der Freischulze Mollenhauer agnosciret auch diese beiden von dem Fischer Sewkow vorgetragenen Punkte, genehmiget nochmal seine vorstehende Erklärung, und entsaget sich allen weitern Forderungen an der Fischerei auf dem Carwitzer See, außer dem bestimmten Ort.&lt;br /&gt;
:Da der Fischer Sewkow auch nichts weiter zu erinnern weiß, so ist diese Verhandlung geschlossen, und soll solche zur Herzoglichen Hochpreisl. Kammer eingesandt werden. Geschehen wie oben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hausbrief über das Freischulzenhaus an Friedrich Schulz&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Urkundlich ist dieser Hausbrief unter dem Siegel und der gewöhnlichen Unterschrift des Großherzoglichen Kollegiums und Forstkollegiums erteilt worden. Geschehen Neustrelitz 2. April 1859&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Von dem Großherzoglichen Mecklenburger Kammer- und Forst-Kollegio hieselbst ist dem Eigentümer Friedrich Schulz über das von dem Particulier Moldenhauer zu Neustrelitz laut Contrakts vom 1. März 1859 für 2500 Courant gekaufte, in Carwitz belegene vormalige Freischulzenhaus c.p. nachstehender Hausbrief erteilt worden: der Eigentümer Friedrich Schulz soll berechtigt sein, das vorgedachte Haus nebst Ställen und den unzertrennlichen Pertinenzen als: &lt;br /&gt;
:1. der Haus- und Hofstelle von 76 Quadrat-Ruten2&lt;br /&gt;
:2. den beiden Gärten und der Wörde hinter dem Hause zusammen von 1393 qr&lt;br /&gt;
:3. der an die Wörde stoßenden Wiese von 443 qr&lt;br /&gt;
:4. den beiden im Zansen See befindlichen Inseln a) dem Bullenwerder von 585 qr b) dem Steinwerder von 484 qr zusammen 2981 qr&lt;br /&gt;
:5. der Rohrwerbung hinter der Wörde&lt;br /&gt;
:6. die Fischerei auf demjenigen Teile des Carwitzer Sees und unter denjenigen Bestimmungen, welche vor dem Amte Feldberg ad  protocollum vom 29. Dezember 1801 festgesetzt worden, mit der Befugnis, den Graben aus dem Santzow ((? = Zantzen )) in den Dreetzer See allein zuzustellen, ohne jedoch Wehren in demselben anlegen zu dürfen, in Grundlage des Bestätigungsbriefes von 19. Februar 1853 eigentümlich zu besitzen und zu nutzen, wobei aber die Jagd auf den bis Ländereien vorbehalten und bedungen ist, dass der Eigentümer dieses Haus keine neuen Wohnungen in demselben anlegen darf.&lt;br /&gt;
:Dagegen muss von diesem Hause nebst Zubehör ein jährliches Grundgeld von zwei Thalern Courant...&lt;br /&gt;
:Mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservaten-Kasse, oder wohin es sonst angewiesen wird, prompt bezahlt werden. Außerdem müssen von diesem Hause resp. von den Besitzern desselben alle öffentlichen kommunal- und sonstigen Abgaben und Lasten, nicht minder die Kirchen-Pfarr- und Küster-Abgaben und Dienste, wie sie durch Edikte, Verordnungen oder Herkommen bereits bestehende, und resp. entweder verkündiget oder nötigen Falls durch das Amt werden repartieret und führen dies Grundstück bestimmt werden, unweigerlich bezahlt getragen und geleistet werden...“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Haus Nr. 18 in Carwitz - Zusatz zum Bestätigungsbrief vom 27. Oktober 1872&lt;br /&gt;
:Auf Grund der deutschen Maß- und Gewichtsordnung und des Reichsmünzgesetzes, sowie in Folge desfallsiger Vereinbarung mit dem Besitzer des Hauses Nr. 18 in Carwitz, dem Holzwächter Behrends kommen sind der Flächeninhalt der Pertinentien des Grundstücks und die dasselbe belastenden Abgaben in nachstehende Art umgewandelt und festgestellt. &amp;quot; ((Es folgen die in Quadratmetern umgerechneten Flächen des Freischulzenhofes von 1859.))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; 2. davon ist ein jährliches Grundgeld von sechs - 6 - Mark mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservatenkasse des Großherzoglichen Amts Feldberg oder wohin es sonst angewiesen wird, zu bezahlen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Es folgen Bestimmungen zu einer aus einem Teile des früheren Pfarrgehöftes in Carwitz gebildeten Erbpachtstelle I.B. &lt;br /&gt;
:§ 1 legt die Vermessung des Grundstückes fest)&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 2 der g. Behrends hat das Recht der Mitbenutzung der Trift zum Lucin-See zum Tränken seines Viehes. Sonstige Gerechtigkeiten an den Seen von Carwitz stehen ihm nicht zu.&lt;br /&gt;
:Er hat ferner mit den Besitzer  der Erbpachtstelle I.A gemeinschaftlich einen Ackerbestellungsweg so lang wie die Stellen sind, in einer Breite von - zwei und einhalb - 2 1/2 Meter und zwar jeder zur Hälfte von seinem Acker herzugeben und zu unterhalten.&lt;br /&gt;
:Die Jagd auf der Erbpachtstelle wird reserviert ((bedeutet was?)), und hat g. Behrends für Wildschaden keine Ansprüche zu erheben. (s. dazu (1 S.21- 23)..&lt;br /&gt;
:§ 3 betrifft Gebäude, Wohnungen und deren Verfügung))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 4 der Besitzer hat gegen die Kommüne, die Kirche, sowie die Küsterei zu Carwitz und gegen die Pfarre zu Feldberg den vierten Teil aller derjenigen Verpflichtungen zu übernehmen und zu leisten, wie sie ein Bauer in Carwitz hat oder nach ergehenden Bestimmungen und Verordnungen künftig haben wird; namentlich hat er das Messkorn an den Pastor in Feldberg und den Küster in Carwitz wie ein Carwitzer Bauer zum vierten Teile zu leisten und abzutragen.&lt;br /&gt;
:Auch hat er den vierten Teil der Hand - und Spanndienste bei den Bauten und Reparaturen der Kirche, des Kirchhofes, des Witwen-, Küster- und Schulenhauses zu Carwitz, sowie bei dem bestehenden Pfarrgehöft in Feldberg wie ein Carwitzer Bauer zu leisten und unterwirft sich hinsichtlich dieser Leistungen der Repartition des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ebenso hat er zur Besserung der über das Carwitzer Feld führenden Wege und der Dorfstraße, sowie event. zum Dämmen der letzteren, sowie zur Herstellung und Erhaltung der nöthigen Brücken nach demselben Verhältnisse beizutragen. Er hat auch auf Verlangen den Schulzen- und andre Gemeindedienste zu übernehmen, ersteren gegen die von dem Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegio zu bestimmende Renumeration.&lt;br /&gt;
:Dem Abdeckereizwange für Carwitz ist er unterworfen. Er hat auch dem bei einer eventuellen Versetzung des Küsters in Carwitz verbleibenden Schulmeister den vierten Teil desjenigen zu prästiren, was ein Carwitzer Bauern leistet oder leisten wird. Seinen Grenznachbaren hat er stets die nach Vorschrift des Amtes nöthige Vorfluth zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:§ 5 der g. Behrends erhält weder Brennholz für sich, oder seine etwaigen Einlieger, noch Bauholz oder sonstige Materialien.&lt;br /&gt;
:§ 6 der Besitzer unterwirft sich allen polizeilichen und administrativen Ordnungen und Anordnungen, welche über die Kommüne, die Schule und die Armenpflege von Carwitz bestehen oder noch erlassen werden sollten.&lt;br /&gt;
:§ 7 von diesem Grundstück ist von Johannis 1877 ab alljährlich ein Grundgeld von zwölf - 12 - Mark zu entrichten. Dasselbe wird in halbjährlichen Raten zu Michaelis und Ostern mit dem üblichen Quittungsgebühren an die Reservatenkasse des Amtes Feldberg oder wohin es sonst verlangt wird, frei bezahlt&lt;br /&gt;
:§ 8 das Grundgeld und alle sonstigen Abgaben, welche der Besitzer erbbrieflich zu entrichten hat, unterliegen dem Exekutionszwange des Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegii resp. des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Neustrelitz, den 21. August 1877 „&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Testament des Gastwirtes „Zum Krug“ August Utnehmer 1916 („de Kröger“)&lt;br /&gt;
:„Großherzogliches Amtsgericht Feldberg                                     Carwitz, 21. Juni 1916     &lt;br /&gt;
:gegenwärtig: Amtsrichter Dr. Weber als Richter, Gerichtsaktuar Renter als Gerichtsschreiber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf den Antrag des Krügers August Utnehmer in Carwitz sein Testament in seiner Wohnung aufzunehmen, begaben die Unterzeichneten sich heute in die in Carwitz gelegene Krugwirtschaft des Antragstellers. &lt;br /&gt;
:Sie trafen dort in einem zu ebener Erde nach dem Hofe hinaus belegenen Schlafraum einen älteren Mann im Bette liegend an, der auf Befragen des Richters erklärte, dass er der Krüger August Utnehmer sei und ein Testament errichten wolle. &lt;br /&gt;
:Die Persönlichkeit des Erblassers ist dem Gerichtsschreiber persönlich bekannt und wurde durch diesen auch dem Richter vorgestellt.&lt;br /&gt;
:Der Krüger August Utnehmer war offensichtlich krank, die Unterredung mit ihm ergab aber seine zweifellose Geschäftsfähigkeit.&lt;br /&gt;
:Er erklärte seinen letzten Willen mündlich wie folgt:&lt;br /&gt;
:§ 1 als Erben setze ich&lt;br /&gt;
:-meine Ehefrau Ida Utnehmer geb.Brüggemann zu 1/4 und&lt;br /&gt;
:-meine beiden Kinder Paul und Elisabeth Utnehmer zu je 3/8 ein.&lt;br /&gt;
:2 der Nachlass besteht im Wesentlichen aus dem Kruggehöft eingetragen im Grundbuch von Carwitz Blatt 26.&lt;br /&gt;
:Ich bestimme über die Auseinandersetzung, dass mein Sohn Paul dieses Kruggehöft mit allen darauf ruhenden Rechten und Lasten übernehmen soll, insbesondere also auch die darauf ruhenden Eigentümergrundschulden Fol. 1 bis 3 im Gesamtbetrage von 2700 Mark.&lt;br /&gt;
:Dafür hat er meine Frau und meine Tochter Elisabeth in der in den folgenden Paragrafen bestimmten Art abzufinden. &lt;br /&gt;
:Außerdem hat er als Alleinschuldner eine Schuld aus Darlehn von 2700 Mark, die für die Wirtschaft bei dem Vorschussverein im Feldberg aufgenommen worden sind, zu übernehmen.&lt;br /&gt;
:§ 3 meine Ehefrau Ida geb. Brüggemann soll zur Abfindung von meinem Sohn ein in das Grundbuch eingetragenes Altenteil aus der Wirtschaft erhalten und zwar:&lt;br /&gt;
:-400 Mark jährlich bar,&lt;br /&gt;
:-die für ihren persönlichen Bedarf erforderlichen Kartoffeln,&lt;br /&gt;
:-wöchentlich ein Pfund Butter,&lt;br /&gt;
:-täglich einen Liter Milch und ein Pfund Brot,&lt;br /&gt;
:-jährlich ein Schwein von 2 1/2 Zentnern Lebendgewicht,&lt;br /&gt;
:-und endlich freie Wohnung in den beiden Zimmern hinter der Krugstube.&lt;br /&gt;
:Sollte meine Frau aus irgendwelchen Gründen nicht die Altenteilwohnung und die ihr ausgesetzten Naturalien in Anspruch nehmen wollen, so soll es ihr freistehen, statt dieser Leistungen weitere 400 Mark jährlich von meinem Sohn zu verlangen. Auch dies soll in das Grundbuch eingetragen werden.&lt;br /&gt;
:§ 4 an meine Tochter Elisabeth soll mein Sohn 5000 Mark zur Abfindung aus dem Nachlass zahlen. Diese Erbschaftsforderung soll in das Grundbuch eingetragen werden und bis zu ihrer Heirat oder bis zum Tode der Mutter unverzinslich, dagegen von den bezeichneten Zeitpunkten an mit 4 v. H. in den landesüblichen Terminen verzinslich sein. Die Kündigung der Forderung ist bis zu ihrer Heirat oder dem Tode ihrer Mutter unzulässig, dagegen könnte sie von da an zu den landesüblichen Terminen erfolgen, frühestens aber zum zweiten Termin nach der Heirat bzw. dem Tode der Mutter.&lt;br /&gt;
:Außerdem soll mein Sohn persönlich verpflichtet sein, seiner Schwester Elisabeth im Falle ihrer Verheiratung eine Aussteuer im Werte von mindestens 2000 Mark aus dem Nachlass zu geben.&lt;br /&gt;
:Dies Protokoll wurde vorgelesen, von dem Erblasser genehmigt und von ihm eigenhändig unterschrieben.&lt;br /&gt;
:gez. A. Utnehmer &lt;br /&gt;
:geschlossen   &lt;br /&gt;
:gez. Weber Amtsrichter     gez. Renter Aktuar“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hullerbusch = Holunderbusch. &lt;br /&gt;
:Der Holunder wurde in der nordischen Mythologie als Baum des Lebens betrachtet. Er wurde von der Göttin Freyja verehrt und brachte Wohlstand und Glück. :Er wurde im Mittelalter auch als Tor zur Unterwelt gesehen.&lt;br /&gt;
:Hullerbusch-Bauernhof: Dr. med. Horst Rügler (Amtsarzt, Spechtstr. 5 in 1000 Berlin 33 Dahlem) übergab Frau Christa Schönfeld am 21.8.1992 die von ihm niedergeschriebene Geschichte des Hofes. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+2a&#039;&#039;&#039; Er schrieb sie als Schüler 1937 auf. Die Geschichte und Karte des Vermessungsamtes liegen als Kopien in den Unterlagen von Christa Schönfeld. &#039;&#039;&#039;(s. 12 u. 19)&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„Der Hof&lt;br /&gt;
:dem Bauern Christian Schulz gehörte nach seinem Grundbrief vom 30. 6.1832 ein Hof &amp;quot;auf der Bleiche&amp;quot; in Carwitz. Als dieser durch einen Brand vernichtet und die Flur neue reguliert wurde, bat er das großherzogliche Kollegium durch das Amt Feldberg am 11.4.1845 um die Erlaubnis, sein Gehöft auf seiner demnächstiegen Hufe am Hullerbusch neu aufzubauen, was ihm vier Tage darauf zugebilligt wurde. &lt;br /&gt;
:Dem Förster wurde aufgegeben, diesen Teil des Hullerbusches sofort vom Holze räumen zulassen, und der Bau des Gehöftes konnte beginnen.&lt;br /&gt;
:Er starb jedoch schon kurz darauf, und seine Witwe, eine geborene Hartwig, übergab am 27.2.1847 dem ältesten Sohn Johann Schulz, der am 21.3.1818 in Carwitz geboren war, den Hof. &lt;br /&gt;
:Mit seiner Ehefrau, Dorothea, geborene Köller, hatte er acht Kinder. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1887 übergab er dem ältesten Sohn Wilhelm Schulz die Wirtschaft, die dieser am 4.8.1913 an Wilhelm Strasen verkaufte, der am 8.2.1856 in Mechow geboren und bis dahin Meister am Dolgener Teerofen war. &lt;br /&gt;
:Von diesem erwarb der Landwirt Arno Troche den Hof, der nach dessen Tode, am 25.4.1931, in Konkurs ging, sodass ihn Wilhelm Strasen zurücknahm, um ihn am 14. 07. 1932 an meinen Großvater, Wilhelm Hasse, zu verkaufen. &lt;br /&gt;
:Nachdem dieser am 30.5.1935 gestorben war, wurde am 6.3.1937 meine Mutter, Martha Rügler, Erbin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Hof vom ehemaligen Pächter oder Besitzer des über 20 ha großen Hofes Wiesenthal bei Zierke / Neustrelitz übernommen. :Dieser Bauer Schäfer betrieb dort Gemüseanbau - vielen Flüchtlingsfrauen wurde dadurch in der schweren Zeit nach dem Kriege geholfen. &lt;br /&gt;
:Bald ging aber auch er in den Westen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 10.jpg|600px|zentriert|thumb| CD10 Villa Hullerbusch vor dem Bau des Hotels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Hullerbusch wurde 1904 das Jagdschlösschen des bankrotten Gutsherrn von Wittenhagen abgerissen. &lt;br /&gt;
:Der neue Eigentümer, der ehemalige Schutztruppenoffizier Meike, baute es – nach Osten versetzt – wieder auf. &lt;br /&gt;
:Interessant ist, dass dabei die wertvollen ausländischen Hölzer mit Wurzelballen herausgenommen wurden. &lt;br /&gt;
:Meike fiel übrigens im hohen Alter noch im ersten Weltkrieg.“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 11.jpg|600px|zentriert|thumb| CD11 die &amp;quot;uralte&amp;quot; Luzinhalle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Großvater von Christa Schönfeld, Wilhelm Strasen, kaufte 1913 das Bauerngehöft Hullerbusch, ca. 200 Morgen Land. &lt;br /&gt;
:Das ist die jetzige Schäferei. (s. Interview Schönfeld)&lt;br /&gt;
:Die Kahnfähre über den Schmalen Luzin an der ehemaligen Gaststätte „Luzinhalle“ soll seit 1907 existieren. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12.jpg|1500px|zentriert|thumb| CD12 Hullerbusch Bauernhof 1925 Meckl. Strel. Vermessungsamt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12a.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD12a Hullerbusch-Weg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 13.jpg|800px|zentriert|thumb|Datei: CD13 Blick auf Carwitz um 1900]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 14.jpg|800px|zentriert|thumb| CD14 Blick über die Luzinhalle auf das Schmal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 16.jpg|800px|zentriert|thumb| CD16 Der Erinnerungssein an den Förstersohn Hans Knebusch (Hartmannsweilerkopf liegt im Elsass)]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Krüselin:&#039;&#039;&#039; die alte Dorfstelle der deutschen Ostkolonisation, heute Wüstung Krüselin – wurde 1945 endgültig zerstört, da sich Letten-SS oder Hitlerjugend dort verschanzt hatten; die Grundmauern wurden nach 1990 aufgefrischt. &lt;br /&gt;
:Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war dort eine Revierförsterei und beherbergte auch drei Waldarbeitergehöfte. &lt;br /&gt;
;Unter der zum Gedenken an den Sohn des Försters gepflanzten Silberlinde steht der Stein: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine uralte &#039;&#039;&#039;Wassermühle&#039;&#039;&#039; steht am Ausfluss des Sees Krüselin. &lt;br /&gt;
:Jenseits des Baches liegt Brandenburg. &lt;br /&gt;
:Die Geschichte dieser Wassermühle mit dem Streit um ihren Besitz und die damit verbundenen Einnahmen ist interessant und erheiternd. (Siehe Abschnitte Tilemannus Stella von Siegen 1575-78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“ im Anhang) &lt;br /&gt;
:Die Wassermühle ist heute eine Ferienpension. Es gibt noch mehrere Ferienhäuser. &lt;br /&gt;
:Die Gaststätte liegt sehr schön am See.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==6. Weimarer Republik und Nationalsozialismus / 1919 - 1945:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die vier Interviews mit Christa Schönfeld, Ehepaar Hildegard und Otto Schulz, Ehepaar Ursula und Kurt Güldner, sowie Erna Morach, geb. Güldner, in den :Jahren 2005-2008 spiegeln die Verhältnisse in der Landwirtschaft, den Handwerken und insbesondere auch die Schulbildung, in dieser Zeit wider.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld (1921-2009), Carwitz, Dorfstr.78 erzählte 2005 bei mehreren Zusammenkünften: &lt;br /&gt;
:Ihr Urgroßvater Brüggemann hatte den Krug (die jetzt geschlossene Gastwirtschaft) 1826 gekauft. Seitdem war er im Besitz der Familie. Der Großvater August Utnehmer heiratete Ida Brüggemann und übernahm „de Krog“, seitdem war er „de Kröger“. &lt;br /&gt;
:Er starb 1916 und ihr Vater Paul Utnehmer übernahm den Krug.4 &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkriege hatte Carwitz ca. 280 – 300 Einwohner.   &lt;br /&gt;
:Man unterschied das untere vom oberen Dorf. So gab es „de unnerdörpchen un de boomdörpchen“ - die Unter- und die Oberdörfler.    &lt;br /&gt;
:Boomdörp = Dorf mit großen alten Bäumen um die Kirche herum&lt;br /&gt;
:Der älteste Hof (früher Familie Benzin), der seit dem 30-jährigen Krieg bestehen soll, gehört der jetzigen Familie Juhl, Dorfstr. 66. Es ist das :Restaurant mit dem Eisstand und dem Straßenkiosk.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD17x.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD17 Der Krog vor 1906]]&lt;br /&gt;
                                                                                                                                                                           &lt;br /&gt;
:Während die Wohnhäuser im 19. Jahrhundert meist schon mit Ziegeln gedeckt waren, waren die Scheunen noch mit Rohr gedeckt. &lt;br /&gt;
:1926 brannte die Scheune von Schönfelds ab (Dorfstr.78, später Kratochwil). &lt;br /&gt;
:Durch den Funkenflug über die Straße hinweg wurden auch die Scheunen vom Pfarrhof und vom Hof Dreiseidel angezündet und brannten ab.  &lt;br /&gt;
:Da drei Scheunen abgebrannt waren, wurde auf dem Bollenwerder ein kleiner Stall für die dort weidenden Kühe gebaut.                                                                                     &lt;br /&gt;
:Das wirtschaftlich genutzte Land, die Äcker gehörten alle dem Großherzog. &lt;br /&gt;
:Die Bauern hatten es gepachtet, als Erbpacht. Nur der Freischulze besaß eigenes Land. &lt;br /&gt;
:Die Höfe und der Hausgarten, „de Woerde“, gehörten aber schon länger dem Hofbesitzer. &lt;br /&gt;
:Erst nach der Enteignung der Fürsten 1919 konnten die Bauern in den 20er und 30er Jahren das Land ziemlich günstig nach und nach vom Staat kaufen. &lt;br /&gt;
:So hat „de Kröger“ Paul Utnehmer sein Land damals im Tausch gegen eine für die Gastwirtschaft bestehende „Gerechtsamkeit“, die in Holzlieferungen der Forst bestand, ablösen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 18.jpg|600px|zentriert|thumb| CD18 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 19.jpg|600px|zentriert|thumb| CD19 Paul Utnehmer mit Sohn Joachim bringen Feriengast zum Bahnhof ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben, und trugen sie nach Hause. Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.&lt;br /&gt;
:In Carwitz gab es in den 20er und 30er Jahren 3 Vereine: &lt;br /&gt;
:Der Schützenverein, der Geselligkeitsverein und der Gesangsverein. &lt;br /&gt;
:Die Krogwirtschaft hat die Vereinsfeste betreut. Das waren reine Männervereine, Frauen waren nur bei den Festen dabei. &lt;br /&gt;
:In den Hullerbusch-Wald, hinter dem jetzigen Ferienhotel, wurden Bänke, Tischplatten auf Böcken und Zelte gebracht. &lt;br /&gt;
:Der Krog wurde mit Mecklenburger Fahnen und Girlanden geschmückt. Wenn sich alle versammelt hatten, zog der Schützenverein hinaus zum Hullerbusch. &lt;br /&gt;
:„De Kröger“ Paul Utnehmer half Muttern mit einem kleinen Schubs auf den Pferdewagen und fuhr hinterher. &lt;br /&gt;
:Angekommen zapfte er ein großes Fass Bier an und schenkte aus. Die Frau des Krögers kochte auf einem eisernen Dreifuß über Holzfeuer in einem Kessel den Kaffee. &lt;br /&gt;
:Bäcker Schulz hatte Pfannkuchen gebacken. Die Männer tranken mehr Bier und Cognac. &lt;br /&gt;
:Auf Schießscheiben wurde dann auch noch geschossen. Am Abend, nachdem das Vieh versorgt war, gab es dann großen Tanz im Krog bis frühmorgens um 6 Uhr. :Wenn es zu laut wurde oder Raufereien begannen, wurden die Unruhstifter vom kraftvollen Kröger sehr schnell an die frische Luft gesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 20.jpg|600px|zentriert|thumb|CD20 Foto von Christa Schönfeld hinterm Krog mit Keglern: re. außen mit Kegelkugel = Paul Utnehmer, der mit weißem Schnauzbart und Hut ist sein Vater August Utnehmer, li. mit dem Arm auf der halben Wand = Ida Utnehmer seine Frau. ]]&lt;br /&gt;
:Manchmal gab es auch Lehrer oder andere Interessierte, die vor allem zu Weihnachten Theaterspiele organisierten. &lt;br /&gt;
:Es waren Märchen oder die Texte wurden selbst verfasst. &lt;br /&gt;
:Auch die Kostüme wurden selbst genäht oder geklebt. Alle Darsteller waren aus Carwitz. &lt;br /&gt;
:Feldberger oder andere Auswärtige kamen dafür nicht infrage&lt;br /&gt;
:Ich war mal die Großmutter im Märchen „Rotkäppchen“. &lt;br /&gt;
:Da ich das Taschentuch verloren hatte, trocknete ich mir die Tränen demonstrativ mit meiner Trägerschürze ab. Dafür bekam ich stürmischen Applaus. Malermeister Schmidt, der Vater von Ursula Barthels, hat aus 32 Volksliedern ein Theaterstück zusammengestellt. &lt;br /&gt;
:Er konnte nicht singen, sie auch nicht. Aber das hat er wunderbar gemacht. &lt;br /&gt;
:Er wandert in die Ferne und kommt erst nach Jahren zurück. Da ist seine ehemalige Geliebte entgegen dem Schwur beim Abschied, unglücklich mit einem Gärtner verheiratet. &lt;br /&gt;
:Ich spielte ihr kleines Mädchen.  Sie schaut am Gartentor mit tränenumflortem Blick in die Ferne und denkt dabei an ihren früheren Schatz. Wo ist er wohl jetzt? &lt;br /&gt;
:Der tritt unerkannt auf sie zu mit den Worten: „Warum weinst du holde Gärtnersfrau, weinst du um das Veilchen Dunkelblau?“ So setzte er die Liedtexte dann aneinander.&lt;br /&gt;
:Mit der Machtübernahme durch die Nazis wurden die Vereine alle aufgelöst oder gleichgeschaltet und die Feste fanden nicht mehr statt. Sie entsprachen nicht mehr den Vorstellungen vom „völkischen Brauchtum“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Aufgewachsen bin ich im Krog. Ostern 1928 kam ich mit 8 weiteren Kindern in die einklassige Schule in Carwitz. (heute wohnt dort Fr. Deuß, Dorfstraße 74) &lt;br /&gt;
:Sie hatte 8 Klassenstufen, insgesamt hatte die Schule 54 Kinder in dem einen Raum. &lt;br /&gt;
:Ich hab’ geheult, ich wollte nicht in die Schule gehen. Die ABC-Schützen saßen vorn in der ersten Reihe. &lt;br /&gt;
:Einziger Lehrer war „Köster“ Heiy, der später nach Weisdin versetzt wurde. Der Lehrer wurde „de Köster“ genannt, obwohl er das zu dieser Zeit schon nicht mehr war. &lt;br /&gt;
:Trotzdem spielte er am Sonntag zum Gottesdienst die Orgel. &lt;br /&gt;
:„De Glöckner“ Schmidt läutete dreimal am Tage die „Bädglock“ - 7.00, 12.00 und 18.00 -. &lt;br /&gt;
:Auch den Sonntag hat er eingeläutet und danach die Orgel getreten.  Nebenbei hat „de Glöckner“ noch die beiden Friedhöfe gepflegt.&lt;br /&gt;
:„Erzogen“ wurde mit dem Rohrstock. „Wenn ich beim 2. Male beim Schwatzen ertappt wurde, musste ich nach vorn kommen, die flachen Hände vorstrecken und bekam dann mit dem Rohrstock paar übergebrettert, das hat gezogen! &lt;br /&gt;
:Na, den Jungs wurde mit dem Rohrstock regelrecht der Hintern verprügelt. Bestimmt über ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ich mich an die Schule gewöhnt hatte. &lt;br /&gt;
:Ich fragte mich immer, warum fragt „de Köster“ nicht die älteren Kinder, wenn er was wissen will?  &lt;br /&gt;
:Weil ich nicht lesen und schreiben wollte, gab mir Mutter so nach einem halben Jahr im November paar ordentliche Ohrfeigen. &lt;br /&gt;
:Von diesem Abend an konnte ich plötzlich lesen und schreiben. Ich hatte ja eine gute Auffassungsgabe, obwohl ich eigentlich ein Phlegmatiker war. &lt;br /&gt;
:Was ich nicht mochte, mochte ich nicht. Der Nachfolger, Herr Neckritz, kam aus Brohm einem Gutsarbeiterdorf. &lt;br /&gt;
:Er trug braune SA-Uniform. Frühmorgens mussten wir ihn alle mit ausgestrecktem rechtem Arm und „Heil Hitler“ begrüßen. &lt;br /&gt;
:Da ich gut in Orthographie war, musste ich die Diktate der jüngeren Schüler mit Bleistift korrigieren und er schrieb das dann mit roter Tinte nach und setzte sein „N„ darunter. &lt;br /&gt;
:Er war sehr nervös und den Anforderungen einer großen Dorfschule nicht gewachsen. Oft reagierte er unüberlegt und ungehalten. &lt;br /&gt;
:So ging ihm mal das ständige „Heil Hitler“ - „Heil Hitler“ so auf die Nerven, dass er missmutig sagte „Ihr wisst ja gar nicht, was ihr sagt, da könnt ihr auch „Heil Moskau“ sagen. &lt;br /&gt;
:Der „Dorfrat“, den es zwar nicht gab, den aber die interessierten Männer des Dorfes am Stammtisch des Krogs bildeten, veranlasste darauf, dass er auf eine andere Schule versetzt wurde. &lt;br /&gt;
:Der Nachfolger war Lehrer Schwoch. Das war ein noch größerer Nazi. Der bespitzelte alle und wurde später „Blockleiter“ des Dorfes. &lt;br /&gt;
:Er hat meinen Vater angezeigt, weil er die Urlauber noch nach der Sperrstunde - 23 Uhr - bei sich im Krog sitzen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 21.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD21 1928 Carwitzer Schulklasse mit Lehrer (vor der Schule Dorfstr. 74. Das einzige „Umgebindehaus“ in Carwitz)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1936 wurde ich an Palmsonntag konfirmiert und aus der Schule entlassen. &lt;br /&gt;
:Der Lehrer empfahl meinem Vater, mich aufs Lyzeum in Neustrelitz zu schicken. &lt;br /&gt;
:Aber das konnte sich mein Vater finanziell nicht leisten. Ich blieb dann zu Hause, erlernte keinen Beruf, half im Hause und in der Gastwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Mein späterer Mann, Siegfried Schönfeld, kam aufs Carolinum in Neustrelitz. Er war auch hier in Carwitz geboren und ging die ersten Jahre hier zur Schule. &lt;br /&gt;
:Seine Tante, eine vermögende Oberin in Eutin, hat ihm das Gymnasium bezahlt. Sie hat ihn dann noch auf die NAPOLA (Nationalpolitische Anstalt) in Plön geholt. Da hatte er eine furchtbar harte Ausbildung.   &lt;br /&gt;
:Im Kriege waren die jungen Männer alle in der Wehrmacht. &lt;br /&gt;
:Fremdarbeiter und Kriegsgefangene - Polen, Franzosen, Russen - waren den Bauernwirtschaften zugeteilt worden. &lt;br /&gt;
:Da kam es dann öfter mit den Mädchen oder jungen Frauen zu Liebesbeziehungen, die dramatische Folgen haben konnten. &lt;br /&gt;
:So beantragte 1943 der „Blockleiter“ und Lehrer Schwoch, dass ein Pole gehängt werden solle, weil er ein Verhältnis mit einem Dienstmädchen (von Köllers) hatte. &lt;br /&gt;
:Das konnten der besagte „Dorfrat“ der engagierten älteren Bauern, beim Dorfvorsteher Schmidt (Bürgermeister gab es damals nicht) aber verhindern, indem er das Gerücht als nicht wahrheitsgemäß bezeichnete und den Polen versetzen ließ.“5&lt;br /&gt;
       &lt;br /&gt;
:„Ende April 1945 kamen zu uns nach Carwitz Lettische SS, Freiwilligen-SS. &lt;br /&gt;
:Wir waren schon vorher mit Pferden und Wagen in den Wald, hinter der damaligen Dorfstelle Krüselin, geflüchtet. &lt;br /&gt;
:Das Vieh hatten wir aber in den Ställen lassen müssen. Da bin ich mit dem Fahrrad noch mal hingefahren und habe die Kühe gemolken. Ich hörte schon die Geschütze am Erddamm in Feldberg / Wittenhagen donnern. &lt;br /&gt;
:Der eine Lette hat mich händeringend angefleht, weit wegzufahren mit dem Fahrrad. Ich solle keine Rücksicht auf meine Eltern nehmen. &lt;br /&gt;
:Seiner jungen Frau sei es ganz furchtbar durch die Russen ergangen. &lt;br /&gt;
:Ich bin aber bei meinen Eltern in einer Fichtenschonung im Walde geblieben.           &lt;br /&gt;
:Am 28. April kamen dann die Russen. &lt;br /&gt;
:Erst pfiffen die Kugeln über uns hinweg, da die Dorfstelle Krüselin beschossen wurde. Dort lag Lettische SS. Dann war es ½ Stunde ruhig. &lt;br /&gt;
:Auf einmal stürmten die Russen zu uns in den Wald. Ein junger Offizier sagte zu mir: „Frau komm mit“ Ich: „nein, nein, nein!“ Da kamen alle Russen auf uns zu, haben die Maschinenpistolen auf uns gehalten. Ein bei uns arbeitender polnischer Junge, der die russische Sprache verstand, sagte zu mir, dass ich mitgehen müsste, sonst würden „der Chef und die Frau“ - meine Eltern - erschossen. &lt;br /&gt;
:Ich wurde losgezerrt und war in den ersten 5 Minuten schon vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Danach mussten wir aus dem Wald wieder zurück nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Auf dem Weg nach Laeven wälzte sich eine unvorstellbare Menge von Panzern, LKW’s, Pferdewagen, Fußsoldaten auf dem Vormarsch nach Berlin entlang. &lt;br /&gt;
:Damals gab es noch keine befestigten Chausseen. Vielen von uns wurden die Koffer oder sonstige Gepäckstücke, die wir retten wollten, weggenommen und auf die Lastwagen geworfen. &lt;br /&gt;
:Später haben wir noch gelacht, weil einige Frauen ihren Mann beschimpften: „Fritz was bist du dämlich, dass du dir den Koffer hast wegnehmen lassen.“ &lt;br /&gt;
:Was sollte er denn anders tun? Es hat lange gedauert, bis wir wieder zu Hause waren. &lt;br /&gt;
:Der Hof war voller Russen, die dauernd wechselten. Sie konnten sich nur kurz bei uns ausruhen. &lt;br /&gt;
:Ich habe mich tagelang auf dem Stallboden hinter Strohballen versteckt, bin dort auch nicht gefunden worden. &lt;br /&gt;
:Meine Mutter wurde noch mehrfach vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Eine Familie Dr. Horn, eine Frau und ihre beiden Söhne, kam aus Feldberg und wollte sich unten am Ufer des Schmalen Luzins vergiften. Bei der Frau und einem Sohn hat es geklappt. &lt;br /&gt;
:Das Schlimmste aber war, dass die Frau in ihrem Todeskampf noch vergewaltigt worden ist. So lag sie da, so hat man sie gefunden. &lt;br /&gt;
:Den Ehemann, er war Rechtsanwalt, hat man durch Feldberg geschleift. Er ist nach Russland deportiert worden, aber später wieder zurückgekommen. &lt;br /&gt;
:Er stammte aus dem Westen Deutschlands. Der andere Sohn Peter Horn (12) ist bei Frau Kratochwil untergekommen und dann im Herbst schon nach Westdeutschland gegangen. &lt;br /&gt;
:Die Leichen wurden zunächst am Luzin begraben und Anfang der 50-er Jahre auf den neuen Friedhof umgebettet. &lt;br /&gt;
:Mitte Mai 1945, wir wussten nicht, dass der Krieg schon zu Ende war, haben meine jüngere Nachbarin, Christa Völkner, und ich uns wieder verstecken müssen. &lt;br /&gt;
:Da sind wir auf Brettern über „de Hals“6 auf das sumpfige Ufer geflüchtet und haben uns bei sehr schönem Wetter dort versteckt. &lt;br /&gt;
:Mein Vater hatte mir unter einer Dachgaube ein Versteck gebaut. &lt;br /&gt;
:Die Christa Völkner wurde aber in ihrem Haus unter dem Bett hervorgezerrt und 7 oder 8 Mann haben sich dann über sie hergemacht. Mutter und Oma waren mit dabei. &lt;br /&gt;
:Ein 2. Strohsack wurde in mein Versteck noch hineingezwängt. &lt;br /&gt;
:Fast täglich wurde das ganze Haus vom Keller bis zum Boden durchsucht. Es war furchtbar. &lt;br /&gt;
:Ich habe eine Eisenstange neben mich gelegt und hätte den, der mich entdeckt, erschlagen. Das konnte ich nicht noch einmal ertragen. &lt;br /&gt;
:Dann hätten sie mich eben lieber erschießen sollen. &lt;br /&gt;
:13 Wochen haben wir nachts in dem Versteck gelegen. Obwohl ein Nachbar, der alte K., uns verraten und den Russen gesagt hatte, dass dort 2 Mädel sind, wurden wir nicht gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, (1923-2008) in Carwitz und Hildegard, geb. Rakow, (1923- ?) in Thomsdorf, erzählten 2006: &lt;br /&gt;
:Otto Schulz: „Mein Vater wurde in Hasselförde 1883 geboren. Er heiratete 1909 in den Bauernhof Benzin ein. &lt;br /&gt;
:Unser jetziges Haus, Dorfstr. 90, rechts vor der Bäk, wurde von ihm gleich danach gebaut. &lt;br /&gt;
:Nach dem 1. Weltkrieg 1923 kaufte mein Vater das bis dahin gepachtete Land vom Staat, denn das Land der Fürsten war 1919 enteignet worden. &lt;br /&gt;
:Mein Großvater mütterlicherseits war auch Ortsvorsteher. &lt;br /&gt;
:Nachdem er starb übernahm meine Großmutter dieses Amt. Ja, die hatte Haare auf den Zähnen, meine Großmutter“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld meinte zu dieser Großmutter: „Das Sagen auf den Bauernhöfen hatten die Besitzer, d.h. auch in Familienangelegenheiten sagten die Alten, wie es lang ging. &lt;br /&gt;
:So hatte die junge Familie Schulz schon 5 Söhne. Das waren nach Ansicht der alten Bäuerin, schon zu viele. &lt;br /&gt;
:So bestimmte sie als Schwiegermutter, dass das junge Paar in Zukunft getrennt zu schlafen habe“. &lt;br /&gt;
:„Otto Schulz, der jüngste Sohn, damals 5 Jahre alt, war en Dollbrägen, ne war das en Dollbrägen“.  &lt;br /&gt;
:Im harten Winter 1929 starb die Großmutter.  Als sie aus dem Dachgeschoss über die steile Treppe nach unten gebracht wurde, meinte Otto: „Un ehre Knochen, de habn geklöttert!“ – „und ihre Knochen, die haben geklappert“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto: „Eingeschult wurde ich 1930 bei Lehrer Hey, später waren meine Lehrer Wils, Richter, Neckritz. &lt;br /&gt;
:Neckritz war ein SA-Mann, wir mussten frühmorgens mit „Heil Hitler grüßen. &lt;br /&gt;
:1937 wurde ich in Carwitz bei Pfarrer Schwuch konfirmiert. &lt;br /&gt;
:Nach Schulabschluss der 8. Klasse lernte ich bei der Fa. Licht in Feldberg den Beruf „Maschinenschlosser“. &lt;br /&gt;
:1941 zur Wehrmacht eingezogen kam ich ins Afrikacorps. &lt;br /&gt;
:Im Februar 1948 wurde ich aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, aber aus Schottland entlassen. &lt;br /&gt;
:Am 3.2.1948 war ich wieder zu Hause in Carwitz. &lt;br /&gt;
:1949 heirateten wir. Meine Braut wohnte vorher in Thomsdorf. Um zu ihr zu kommen, musste ich über den „Hals“.&lt;br /&gt;
:Dort lag damals ein Brett über dem Bach; manchmal lag auch ein Kahn am Ufer. Erst Anfang der 50er Jahre wurde die Fußgängerbrücke gebaut. &lt;br /&gt;
:Zuerst haben meine Frau und ich nur für Kost und Logis bei meinem Vater auf dem Hof gearbeitet. Wir waren sehr gut eingerichtet in der Wirtschaft.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Erna Morach, geb. Güldner (1921-2012) in Carwitz. wohnte 2008 in der Carwitzerstr. 617: &lt;br /&gt;
:„Die einklassige Schule besuchte ich von 1927-1935. Die älteren Schüler mussten sich um die jüngeren kümmern und deren Hefte auf Fehler kontrollieren. :Ich selbst war gut im Rechnen, weshalb ich nur für die Kontrolle der Rechenaufgaben eingesetzt wurde. Lehrer waren Herr Hey und Herr Richter.  &lt;br /&gt;
:Meine Schwester Susanne war mit Lore Ditzen, der „Mücke“, von Familie Hans Fallada befreundet. &lt;br /&gt;
:Wenn die Familie Fallada spazieren ging, dann kamen sie oft auf dem Wege zum Hauptmannsberg bei uns vorbei und holten Susi ab. &lt;br /&gt;
:Sie klopften an das Hoftor und riefen: “Susi komm aus deinem Husi“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 22.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD22 Foto von Erna Morach]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit 14 Jahren wurde ich in Carwitz konfirmiert. Danach ging ich jeweils für 1 Jahr als Dienstmädchen nach Rosenhof und nach Tornowhof. &lt;br /&gt;
:Danach hatte ich eine 2-jährige Wirtschaftslehre auf dem Gut Walkendorf bei Rostock. &lt;br /&gt;
:1940 wurde ich von meinem ersten Kind, einem Jungen, entbunden. Ich lebte dann bis zu unserer Hochzeit 1947 im Elternhaus. &lt;br /&gt;
:Die Eltern hatten 1933 das Haus – rechte Ecke nach Hullerbusch, heute Dorfstr. 83 – gekauft. &lt;br /&gt;
:Dort betrieben sie eine kleine Landwirtschaft von 7 Morgen, mit 1 Kuh, paar Schweinen und Kleinvieh. Dazu hatten sie auch ständig noch Sommergäste. &lt;br /&gt;
:Da sie keine Pferde hatten, mussten sie sich von den Bauern die Äcker auf dem Bohnenwerder – „7 Stücke vor und hinter der Brücke“ – bearbeiten lassen (Pflügen, Eggen, Mähen etc.). &lt;br /&gt;
:Diese Dienstleistungen wurden dann von den Familien wieder abgearbeitet. Für meine Eltern musste ich beim Müller Schmidt die Rechnung „abarbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1945: Die Rote Armee kam in der 2. Aprilhälfte von Wittenhagen und von Thomsdorf. Ich flüchtete mit der Letten-SS, die sich in Carwitz befand, in den Wald hinter Rosenhof. &lt;br /&gt;
:Aber nach 1 Tag ging ich bereits wieder zurück in unser Haus. Drangsalierungen o. ä. erlebte ich selbst direkt nicht. &lt;br /&gt;
:Wenn die Russen vorn hereinkamen, flüchtete ich in die Scheune hinter das Heu und Stroh. &lt;br /&gt;
:Die Russen lebten nicht im Dorf, sondern bauten sich am Weg nach Laeven Erdbunker. Die Löcher, Senken von ca. 8x4 m sieht man heute noch.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus dem Interview 2008 mit Ehepaar Ursula (geb. Koch) (1931-2016) in Neuhof bei Feldberg, und Kurt Güldner, Kurt (1925-2015) in Carwitz:&lt;br /&gt;
:Kurt wurde geboren gegenüber dem Backhaus im Oberdorf. &lt;br /&gt;
:Nach 7 Jahren zogen die Eltern ins Unterdorf Nr.83, rechtes Eckhaus am Abzweig nach Hullerbusch, heutiges Restaurant „Carwitz Eck“.  &lt;br /&gt;
:„Kurt besuchte von 1932-1940 die einklassige Volksschule für die 1.-8. Klasse in Carwitz (Dorfstr. 74). &lt;br /&gt;
:Lehrer war zunächst Herr Wilz für 41 Schüler. Von den Jungen lebt außer Kurt Güldner heute (10.4.08) keiner mehr, von den Mädchen noch einige. &lt;br /&gt;
:Schulzeit im Sommer für die 3.-8. Klasse 7.00 – 12.00; für die 1. und 2. Klasse 10.00 – 12.00. &lt;br /&gt;
:Im Winter begann der Unterricht erst 8.00. &lt;br /&gt;
:Ab 1934 kam als Nachfolger Lehrer Schwoch. Dieser kam aus Mirow, war überzeugter Nationalsozialist und war als Lehrer völlig ungeeignet. Die Versetzung nach Carwitz war wohl schon eine disziplinarische Maßnahme gewesen. Er unterrichtete als überzeugter Nazi mit militärischer Dressur und Prügel. Morgengruß „Heil Hitler“. &lt;br /&gt;
:Wenn man 3 Fehler im Diktat hatte, bekam man mit dem frisch vom Kirchhof geschnittenen Zweig eines Fliederbusches Prügel, die Jungen auf den Po, die Madel auf den Buckel“. &lt;br /&gt;
:Schwoch hatte auch Fischereirecht für den Hals, den Kanal zwischen Carwitzer See und Dreetz. &lt;br /&gt;
:Dort musste Kurt Güldner immer die Fische aus dem Kasten für das Mittagessen des Lehrers holen. &lt;br /&gt;
:Die größeren Schüler wurden von 10.00 bis 12.00 mit Aufsätzen, Rechenaufgaben, Lesen etc. beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Uli Ditzen, der ältere Sohn von Suse und Hans Fallada, war von der 1.- 4. Klasse auch Mitschüler und Spielkamerad in dieser Dorfschule. &lt;br /&gt;
:Danach ging er nach Templin aufs Joachimsthaler Gymnasium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 23.png|1200px|zentriert|thumb| CD23 1933, Frühjahr: Lehrer Wils und Klasse 1.- 8. vor der Linde am Denkmal des 1. Weltkrieges 1. Reihe, 2. links Kurt Güldner, Gottlieb Rohde, Adolf Vogler, Otto Schulz, Jochen Utnehmer, Hans Rode?, Arnold Hofer&lt;br /&gt;
2. Reihe: 3. von links Henny Wiese, geb. Güldner, 4. Erna Morach, geb. Güldner ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die einklassige Schule für die 1. – 4. Klasse mit 2 Lehrern wurde 1960 aufgelöst. Die Carwitzer Schüler mussten dann zuerst jeden Tag zu Fuß nach Feldberg gehen oder mit dem Rad fahren. Kurze Zeit später wurde ein Schulbus eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit 17 Jahren wurde Kurt 1942 Flakhelfer und 1943 zur Wehrmacht eingezogen. 1945 kam er in russische Gefangenschaft und wurde mit 25 Jahren, Dezember 1950 aus der Gefangenschaft (Donezbecken) entlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ursula (damals 14) floh mit ihrer Mutter nicht mit der Letten-SS, die in Carwitz und Neuhof einquartiert war. &lt;br /&gt;
:Sie blieben auf dem Hof bei den Großeltern. „Als die Kampftruppe der Russen kam, versteckten wir uns mit dem Vieh in selbstgebauten Erdbunkern am Küstersteig zum Schmalen Luzin. Die Russen entdeckten uns hier nicht, bis wieder „normale“ Zeiten eintraten. Dadurch kam es auch in unserer Familie zu keinen Übergriffen.“ &lt;br /&gt;
:Ursula hat von diesen Tagen und wenigen Wochen bis zum Abzug der russischen Kampftruppen im Juni 1945 nur lustige, heitere Erinnerungen: &lt;br /&gt;
:So hatten wir am Küstersteig aktuell kein Wasser und wuschen uns mit Kuhmilch. &lt;br /&gt;
:Die Kühe mussten ja gemolken werden, die Milch konnte aber nicht abtransportiert werden. &lt;br /&gt;
:Die Russen erschossen alle Hühner unseres Hofes. Daraus mussten wir Suppe kochen, aber auch mitessen, damit keine heimlichen Vergiftungen erfolgen konnten. &lt;br /&gt;
:Die Frisierkommode wurde als Futterkrippe für die Pferde genommen. Ihre eigenen 2 Pferde wurden gegen alte abgearbeitete der Russen ausgetauscht. &lt;br /&gt;
:Während des Schlafes hat eine Maus ein großes Loch in meine Jacke gefressen. &lt;br /&gt;
:Die russischen Soldaten aus den unendlichen Weiten Russlands, wo es noch keine Technik gab, staunten dann auf unserem Hof, dass Wasser aus der Wand und Licht aus der Decke kamen. &lt;br /&gt;
:Ein Soldat hatte 7 Armbanduhren am Unterarm. Keine ging mehr, da er sie nicht aufgezogen hatte. &lt;br /&gt;
:Alle 7 hat er gegen eine noch laufende Uhr meiner Mutter eingetauscht.  &lt;br /&gt;
:Später verlor meine Mutter, eine sonst sehr energische Frau, 3x ihre Stiefel an die Russen. Sie musste sie ausziehen und übergeben. Danach lief sie nur noch mit drei Paar übereinander gezogenen Wollsocken herum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auch alle Bewohner des Gutsdorfes Laeven mussten ihre Häuser verlassen, weil sich dort die Kampftruppen einquartierten. &lt;br /&gt;
:Sie zogen in verlassene Stellungen der deutschen Soldaten an der Mooskoppel.&lt;br /&gt;
:Die Frauen und die Kinder bestellten im Frühsommer bald wieder die Felder und ernteten später im Herbst auch. Männer gab es noch nicht wieder. Sie selbst konnte keinen Beruf erlernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 24.jpg|800px|zentriert|thumb| CD24 Dorfstraße 1932 Grafik W. Gotsmann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 25.jpg|800px|zentriert|thumb| CD25 Carwitz Blick auf Bohnenwerder 1936, die Veranda bei Fallada schon angebaut]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 26.jpg|800px|zentriert|thumb| CD26 Carwitz Blick aufs Boomdörp und aufs Unnerdörp mit Luzin, Hauptmannsberg, Ziegenbergen und Bohnenwerder ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 27.jpg|800px|zentriert|thumb| CD27 Feldberg 1940]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==7. Fortsetzung der Interviews mit Carwitzern zum Nachkrieg und zur DDR==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 1. Januar 1969 wurde Carwitz in die Stadt Feldberg eingemeindet. &lt;br /&gt;
:1975 hatte Carwitz 216 Einwohner. &lt;br /&gt;
:Am 13. Juni 1999 ging Carwitz in der neu gegründeten Gemeinde Feldberger Seenlandschaft auf, nachdem die Stadt Feldberg ihre Kommunalautonomie aufgegeben hatte. &lt;br /&gt;
:2007 hatte Carwitz 325 Einwohner.&lt;br /&gt;
:Das Dorf und das Hans-Fallada-Museum wurden im Rahmen der Städtebauförderung von 1992 bis 2007 gründlich saniert.&lt;br /&gt;
:In der Liste der Baudenkmale in Feldberger Seenlandschaft sind für Carwitz sieben Baudenkmale aufgeführt.&lt;br /&gt;
:Das Fallada-Haus mit dem Museum und dem Archiv &lt;br /&gt;
:Die Holländermühle mit Sockelgeschoss und Galerie von 1896–1937 am Südwestrand von Carwitz&lt;br /&gt;
:Die bescheidene Dorfkirche am Anger (gemeinnütziger Dorfplatz)&lt;br /&gt;
:Der Carwitzer See ist 3,95 km² groß. Am Hals befindet sich ein Wanderrastplatz und ein Campingplatz „klein und fein“&lt;br /&gt;
:Der 5 km lange Schmale Luzin (Fläche: 1,45 km²)&lt;br /&gt;
:Der 2 km lange Dreetz (Fläche: 0,63 km²)&lt;br /&gt;
:Das Haus Dreiseidel am Kirchenanger mit seinem Krüppelwalmdach, gedeckt mit Biberschwanz-Tondachziegeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, geb. Utnehmer, erzählte 2005: &lt;br /&gt;
:„1945 – 1949 Nach dem Kriege waren alle Häuser und Höfe mit Flüchtlingen, Umsiedlern und Evakuierten voll belegt. &lt;br /&gt;
:Meist bewohnte eine Familie nur 1 Zimmer. Die gemeinsame Toilette war am Misthaufen auf dem Hofe. &lt;br /&gt;
:Gewaschen wurde sich nach vorangehender Absprache in der Küche.  &lt;br /&gt;
:Fallada war für wenige Wochen Bürgermeister in Feldberg. &lt;br /&gt;
:Unser Bürgermeister hieß Schäfer. Er war vorher „Schweitzer“ (Melker) in Laeven gewesen. Er hat uns alle unvorstellbar traktiert und gequält.&lt;br /&gt;
:Es gab ja keine funktionierenden Gerichte. So war seiner und anderer Willkür Tür und Tor geöffnet. Besonders bestand für die Bauern das Problem der Erfüllung  ihres Solls an landwirtschaftlichen Abgaben. &lt;br /&gt;
:Da kamen die Russen und sperrten für 8 oder 12 Tage meinen Vater oder andere Bauern einfach mit der Begründung ein, er habe sein Soll nicht erfüllt. &lt;br /&gt;
:Das Vieh war uns weggenommen worden, wir hatten keine Pferde mehr, der schlechte Acker mit Kies und Steinen sollte aber den gleichen Ertrag bringen wie guter Boden. &lt;br /&gt;
:Uns gehörten damals 17 Hektar am Zansen, dort wo jetzt der Wanderweg nach Hullerbusch ist. &lt;br /&gt;
:Der Steilhang galt auch als Acker und war sollpflichtig. &lt;br /&gt;
;1951, zur Zeit der DDR, wurde mein Vater, Paul Utnehmer, der damalige „Kröger“, wegen sogenannten „Wirtschaftsvergehen“ mehrfach verhaftet und angeklagt. :Er starb 1980 in Carwitz, nachdem er wegen dieser anhaltenden Repressalien 1952 nach Westberlin geflohen war. &lt;br /&gt;
:Sein Besitz wurde enteignet. Der „Krog“ wurde vom Konsum übernommen. &lt;br /&gt;
:Nach der Wende übernahm ihn ein Pächter für 1 ½ Jahre. &lt;br /&gt;
:Nach der Rückübertragung an die „Erbengemeinschaft Paul Utnehmer“ wurde das Krog-Gehöft an den jetzigen Besitzer verkauft.&lt;br /&gt;
:Am 6. April 1945 habe ich und Siegfried Schönfeld geheiratet, eine Kriegstrauung. &lt;br /&gt;
:Siegfried war während der Ardennenoffensive am Kopf verwundet worden und hatte für einige Tage Genesungsurlaub erhalten. Das nutzten wir zur Heirat.  :Gleich nach der Hochzeit, am 13. April 1945, musste er wieder weg. Er kam dann in amerikanische Gefangenschaft. Später wurde er in französische Gefangenschaft übergeben und arbeitete in Südfrankreich in der Landwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Dort habe ich ihn dann 1947 / 1948 besucht. &lt;br /&gt;
:Ich suchte mir dort auch Arbeit als Haushaltshilfe in einem Nachbardorf. Aus einem völlig verwilderten Haushalt habe ich in einem halben Jahr einen ordentlichen „deutschen“ Haushalt gestaltet.  &lt;br /&gt;
:Ende 1948 sind wir gemeinsam auf getrennten Wegen nach Carwitz zurückgekehrt. &lt;br /&gt;
:LPG: Durch „das Soll“, d. h. die Zwangsabgabe für die Bauernwirtschaften, wurden viele mittlere und größere Höfe „devastiert“ – heruntergewirtschaftet. :Diese sogenannten „devastierten“ Betriebe wurden dann von oben, von der Kreisverwaltung zwangsbewirtschaftet, d.h. der Bauer hatte überhaupt keine Verfügungsberechtigung mehr über seinen Hof, das zugehörige Land und Vieh. &lt;br /&gt;
:Kleinere Höfe verschonte man. 1959/1960 begann dann die Zwangs-Kollektivierung. &lt;br /&gt;
:Der psychologische Druck, in die LPG einzutreten, wurde immer stärker und dann zum indirekten Zwang.&lt;br /&gt;
:Die Vorteile der Kollektivierung wurden in leuchtenden Farben geschildert: Arbeitserleichterungen durch Bewirtschaftung der großen Felder mit großen Maschinen, feste Entlohnungen, Ferien. &lt;br /&gt;
:Geregelte Arbeitszeit von 8 Stunden und Ferien kannte ein Bauer ja bisher überhaupt nicht. &lt;br /&gt;
:Mit Lautsprecherwagen wurden diese Parolen in den Dörfern verkündet. &lt;br /&gt;
:In Neuhof ging eine Bäuerin nach draußen zum Lautsprecher, drehte sich rum, zog ihre Schlüpfer runter und zeigte, sich bückend, den blanken Hintern.         &lt;br /&gt;
:1960 wurde dann die LPG Typ I in Carwitz gegründet. Typ I bedeutete nur gemeinsame Feldwirtschaft. Die Viehhaltung blieb individuell.                    &lt;br /&gt;
:1965 wurden dann alle Dörfer in der Nähe von Feldberg, so Neuhof, Laeven, Carwitz, Triepkendorf und Schlicht zu einer LPG Typ III zusammengefasst. &lt;br /&gt;
:Die Feld- und Viehwirtschaft wurde gemeinschaftlich betrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erzählte 2008: &lt;br /&gt;
:1947 heiratete sie Waldemar Morach, geb. 20.04.1919, der mit seiner Mutter aus Ostpreußen gekommen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten auf Rosenhof, der benachbarten Dorfstelle, eine Neubauernsiedlung von 9 ha erhalten.                                                                                                     &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1945 war der damalige Pächter des Rosenhofs, Panzegrau, auf Veranlassung der deutschen Behörden von den Russen verhaftet und nach Fünfeichen bei Neubrandenburg gebracht worden. &lt;br /&gt;
:Dort ist er verhungert.&lt;br /&gt;
:Besitzer des Rosenhofs war damals Hahn, ein Seifenfabrikant aus Berlin, der aber kaum hier war. &lt;br /&gt;
:1946 war der Rosenhof mit Neubauern aufgesiedelt worden.&lt;br /&gt;
:1949 wurde ihr 2. Kind, ihre Tochter (später Lehrerin) geboren. &lt;br /&gt;
:1958 musste ihr Mann in die LPG II eintreten. 1 Pferd verkauften sie, das andere musste in die LPG mit eingebracht werden. &lt;br /&gt;
:Anfänglich konnten sie sich vom „Deputat“ noch eine Kuh halten, später reichte es nur für Schweine und Kleinvieh. &lt;br /&gt;
:1961 begann sie selbst in der LPG zu arbeiten, um später eine Altersrente zu erhalten.&lt;br /&gt;
:Sie bekamen damals und auch später nach der Wende keinerlei Entschädigung für den in die LPG eingebrachten Besitz.&lt;br /&gt;
:Ihre 9 ha Land hat sie den Enkeln übertragen. &lt;br /&gt;
:1965 kauften sie das jetzige Haus. Sie selbst hat dann bei Ladwig im Unterdorf und in der Mosterei Dreiseidel gearbeitet. &lt;br /&gt;
:1974-1984 haben sie das Ferienheim des Ingenieurbüros der GIESAG/Leipzig mit 28 Betten geleitet. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Zeit und auch später hatten sie zusätzlich Sommergäste (maximal 11) in ihrem Haus und hatten dadurch ein einigermaßen stabiles Einkommen. &lt;br /&gt;
:1984 gingen sie und ihr Mann in Rente. 1997 starb ihr Ehemann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, im Haus an der Bäk erzählte 2006: &lt;br /&gt;
:Die Wirtschaft seines Vaters war mit 54 ha recht groß. Das Land, der Acker ging vom Ufer des Schmalen Luzins rechts parallel zur Straße hinüber nach Laeven. &lt;br /&gt;
:Er hatte 5 Pferde. Aber bei Kriegsende wurde ihm alles Vieh von den durchziehenden russischen Truppen weggenommen. &lt;br /&gt;
:„Wegen Nichterfüllung des Solls seiner Wirtschaft wurde mein Vater etwa 1950, wie fast alle anderen Bauern, auch eingesperrt. &lt;br /&gt;
:In Neustrelitz wurde er mit den Worten entlassen: „Faule und träge Altbauern schert euch an die Arbeit“.  &lt;br /&gt;
:Die Landwirtschaft meines Vaters wurde in dieser Zeit von den Behörden „devastiert“. Ihm wurde jegliche Verfügungsgewalt genommen. &lt;br /&gt;
:In seinem Stall standen dann 20 Kühe der LPG. Die Gülle lief direkt in den See. &lt;br /&gt;
:Später, 1955 nach der Gründung der LPG arbeitete ich in der MTS in Feldberg. Als Brigadeschlosser wurde ich in Carwitz in der Schmiede bei Friedrich Rechlin eingesetzt. &lt;br /&gt;
:Als Rudi Dreiseidel in den 60er Jahren privat die Mosterei aufbaute, betreute ich seit 1971 die Maschinentechnik.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Ehepaar Ursula (geb.Koch) (1931-2016) und Kurt Güldner (1925-2015) erzählten 2008:&lt;br /&gt;
:Kurt konnte bedingt durch die Kriegsereignisse keinen Beruf erlernen. &lt;br /&gt;
:Er kam 1950 aus russischer Gefangenschaft und arbeitete dann ab 1950 als Forstarbeiter.  Von 1958 – 1964 im Straßenbau. &lt;br /&gt;
:Als der Kinderbuchverlag das Grundstück von Suse Ditzen gekauft hatte, zogen sie 1962 ins Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Dort wohnten sie in der Scheune, bis Suse Ditzen in ihr neu gebautes Holzhaus in Feldberg umzog. &lt;br /&gt;
:Dann bewohnten sie das Untergeschoss des Haupthauses. Dieses Holzhaus von Suse Ditzen in Feldberg hat Kurt Güldner als „Leiter einer Feierabendbrigade“ gebaut. &lt;br /&gt;
:In den Jahren der DDR waren die sogenannten „Feierabendbrigaden“ außerhalb der regulären Arbeitszeit auf rein privater Basis tätig. &lt;br /&gt;
:Das bedeutet, es war Schwarzarbeit, da der Lohn, das Entgelt, praktisch auf die Hand gegeben wurde. Es wurde also nicht versteuert. &lt;br /&gt;
:Teilweise wurde auch in Naturalien oder mit Mangelwaren bezahlt. &lt;br /&gt;
:„Als der Kinderbuchverlag ins Fallada-Haus zog, sollten alle Möbel vernichtet werden“. Güldners sorgten dafür, dass die Möbel in der Scheune unterm Dach abgestellt wurden So retteten sie die Sachen vor dem Feuer. &lt;br /&gt;
:1962 – 1978 waren sie als Ehepaar Hausmeister im Betriebs-Ferienheim (Fallada-Haus) des Kinderbuchverlages.  &lt;br /&gt;
:Die Ferienhütte der Familie Dörffel bauten wir in den Jahren 1974-1977 “eigenhändig“ auf.“ &lt;br /&gt;
:Kurt Güldner war Chef einer Feierabendbrigade geblieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 28.jpg|800px|zentriert|thumb| CD28 Vor Zeiten – Blick vom Hauptmannsberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 29.jpg|800px|zentriert|thumb| CD29 Schmaler Luzin ca 1970, rechts Mühle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 30.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD30 Blick vom Südufer auf Spitze des Bohnenwerder 1978, Hintergrund Mühlberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 31.jpg|800px|zentriert|thumb| CD31 ;Blick vom Südufer des Carwitzsees auf Fallada-Bucht vor 1934, Vorn links Hang „Hügel 16“ mit heute noch stehendem Baum, im Hintergrund Hauptmannsberg, rechts Fallada-Haus]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 32.jpg|800px|zentriert|thumb| CD32 Uralter Blick vom Fallada-Garten auf heutigen Hügel 16, mit Kirchturm, Windmühle und Stall von Otto Schulz. Der große Baum steht noch.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 33.jpg|800px|zentriert|thumb| CD33 Gleicher Blick heute]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 34.png|570px|links|thumb| CD34 Kate 1  1979]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 35.jpg|490px|rechts|thumb| CD35 Fallada Haus an der Bucht 1979]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 36.jpg|550px|links|thumb| CD36 Fallada-Garten an der Bucht a]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 37.jpg|500px|rechts|thumb| CD37 Fallada-Garten an der Bucht b]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 38.jpg|570px|links|thumb| CD38 Ca 1900 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 39.jpg|1000px|rechts|thumb| CD39 1979 Haus der Familie Morach noch mit Linden Dorfstr.15 (heute 61)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==8. Früher „Fremdenverkehr“ in der Feldberger Seenlandschaft und in Carwitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1830 wird „Feldberg“ als Wanderziel im Mecklenburgischen Staatskalender genannt. (18)&lt;br /&gt;
:1850 Gründung des „Gemeinnützigen Verein für Fremdenverkehr“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Feldberg:                                                                                                                              &lt;br /&gt;
:1935   16 000 Übernachtungen                                                                                   &lt;br /&gt;
:1937   3 832 Feriengäste                                                                                                    &lt;br /&gt;
:1938   32 000 Übernachtungen &lt;br /&gt;
:2025   ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld erinnert sich: &lt;br /&gt;
:„Feriengäste kamen nach Carwitz schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Pensionen oder Hotels gab es nicht. &lt;br /&gt;
:Neben Privatzimmern logierten sie vor allem auch im Krog. In ihm gab es 2 Gastzimmer. &lt;br /&gt;
:Werbung wurde nicht gemacht. Carwitz war schon damals ein „Geheimtipp“. &lt;br /&gt;
:In den 30er Jahren wohnten im Sommer vor allem Maler und Ingenieure aus Berlin in Privatzimmern, bei Tock, Barthels, Dreiseidel, Ladwig. &lt;br /&gt;
:Die Zimmer waren einfach eingerichtet: Bett, Stuhl, Tisch, Kleiderschrank. Waschmöglichkeit, Toilette auf dem Hof oder später auf dem Flur. &lt;br /&gt;
:Für 3 Reichsmark/Person/Tag bekam man in den 20er Jahren neben dem Bett noch ein Frühstück mit Brot, Butter, 1 Ei und Honig.   &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkrieg wurden es dann 4 Reichsmark/Person/Tag.      &lt;br /&gt;
:Feriengäste, die bei Kratochwill wohnten – ein Deutsch-Amerikaner mit einer Gräfin Arko – hatten Anfang der 30er Jahre den Stall auf dem Bollenwerder etwas „möbliert“ und feierten dort mit ihren Gästen „italienische Nächte“.  &lt;br /&gt;
:Der dortige Stall, heute sind die Grundmauern noch vorhanden, war der aufwendig zubereitete Treffpunkt.&lt;br /&gt;
:Im Saal vom „Krog“ stellten die Maler immer ihre Gemälde zum Trocknen und evtl. Verkauf aus. &lt;br /&gt;
:Das waren damals vor allem 4 Landschaftsmaler. &lt;br /&gt;
:So hat Prof. Achtenhagen das alte Pfarrhaus mit dem großen Nussbaum daneben wunderschön gemalt. &lt;br /&gt;
:Kaiser-Eichberg aus Potsdam wohnte schon 1902 bei meiner Großmutter im „Krog“. Der war der große „Kiefernmaler“. &lt;br /&gt;
:Ein anderer Professor hat vor allem viele Wolken gemalt, das war der „Wolkenmaler“. Jeder hatte eben seinen eigenen Stil. &lt;br /&gt;
:Meier-Pyritz malte uns aber auch beim Halmaspiel. Über unsere schwarzen, mit weißer Wolle gestopften Strümpfe, die er getreulich malte, haben wir 15-jährigen Mädchen uns köstlich amüsiert. &lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurden Anfang der 50er Jahre in Carwitz zunächst Privatzimmern vermietet, so u. a. bei Familie Dreiseidel, bei Anna Ditzen, Ursula Barthels und Familie Ladwig.&lt;br /&gt;
:Seit der Mitte der 60er Jahren kamen einzelne auf Privatgrund gebaute und ab der 70er Jahre siedlungsartig angelegte sogenannte Datschen, bzw. Bungalows sowie Betriebsferienheime hinzu. &lt;br /&gt;
:So wurden am Hügel 16 auf dem Privatbesitz von Otto Schulz von Rapoport, Meyer-Foreyt, Blume und Stratonowitsch die ersten Bungalows gebaut, in den 70er Jahren auf sogenannten Treuhand-Grundstücken entstanden unsere Katen. &lt;br /&gt;
:Nachdem die LPG die sandigen Böden ab 1961 nicht mehr bewirtschaftete, entstanden am Südufer des Dreetz und an der Schappwasch zunächst wilde Zeltplätze. &lt;br /&gt;
:Sogar auf dem Steinwerder im Carwitzer See war jahrelang ein sehr romantisches Ferienlager. &lt;br /&gt;
:Die Abfälle, der Müll und die Toilettenkübel, sollen regelmäßig mit dem Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht worden sein. &lt;br /&gt;
:Der Bau einer Bungalowsiedlung auf dem Bohnenwerder konnte durch massive Proteste u. a. durch Ruth Werner verhindert werden.  Auch Bebauungspläne am Fischersteig und am Hauptmannsberg wurden nicht realisiert.&lt;br /&gt;
:Bewirtschaftete Zeltplätze entstanden an der Mühle runter zum Dreetz und „Klein aber Fein“ am Carwitzsee auf dem Privatgelände von Familie Schönfeld. :Anfang der 90er Jahre wurden die heute noch bestehenden Zeltplätze legalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ruth Werner und andere Mitarbeiter des Kinderbuchverlages lernten Carwitz durch ihre Kinder kennen, die 1951 mit ihrer Schulklasse nach Carwitz gefahren waren. &lt;br /&gt;
:Der „Geheimtipp“ sprach sich rum und so wohnten Mitarbeiter des Aufbauverlages, des Kinderbuchverlages in den 50er Jahren bei Anna Ditzen im Fallada-Haus. Sie genossen dort Annas Gastfreundschaft und ihren vorzüglichen Mittagstisch.&lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren trafen sich mehrfach Autoren mit ihren Lektoren des Kinderbuchverlages zu „Carwitzer Gesprächen“ (nach Günther Ebert: „Vom Genius loci“ in Carwitzer Notizen, Kinderbuchverlag Berlin 1985). &lt;br /&gt;
;Weitere mir namentlich bekannte „berühmte“ Bewohner und Feriengäste. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da es noch viel mehr geben wird:&lt;br /&gt;
                                         &lt;br /&gt;
:Hans Fallada, (1893-1947) Schriftsteller Rudolf Ditzen, lebte 1933–1944 in Carwitz. S. Extra-Kapitel&lt;br /&gt;
:Anna Ditzen, (1901-1990) Ehefrau von Hans Fallada, lebte 1933 bis 1965 in Carwitz, danach in Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ruth Werner (1907-2000) Schriftstellerin Ursula Beurton, geborene Ursula Maria Kuczynski lebte seit 1952 im Sommer in verschiedenen Hütten in Carwitz. S. Extra-Kapitel.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt (1916-1981), Maler und Grafiker, Mitbegründer der „Leipziger Schule“, der bedeutenden Strömung der modernen Malerei der DDR in den 70er und 80er Jahren. Lebte in den Sommermonaten in Carwitz.&lt;br /&gt;
:Harry Blume (1924-1992), Maler der Leipziger Schule lebte zeitweise in seinem Sommerhäuschen am Zugang zu unseren Katen rechts.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt und Harry Blume fuhren Anfang der 60er Jahre mit ihren Studenten in die Feldberger Landschaft. Während die Studenten sich der Pleinairmalerei widmeten, saßen sie im Krog oder streiften durch die Gegend und entdeckten so den Hügel 16, auf dem sie ihre Bungalows errichteten&lt;br /&gt;
:Gabriele Meyer-Dennewitz, Grafikerin und Malerin, lebte und arbeitete von 1964, seit 1991 ganzjährig, bis zu ihrem Tode 2011 in Carwitz im Unterdorf. &lt;br /&gt;
:Frank Merker, Maler und Grafiker, lebte und arbeitete bis zu seinem Tod 2008 in Carwitz&lt;br /&gt;
:Jürgen Wittdorf, Maler und Graphiker, kaufte 1964 ein über hundert Jahre altes Fachwerkhaus in Carwitz, das er selbst sanierte und seitdem in den Sommermonaten bewohnte.&lt;br /&gt;
:Prof. Samuel Mitja Rapoport (1912-2004) österreichischer Arzt, Direktor des Instituts für Physiologische Chemie an der Charité. &lt;br /&gt;
:Prof. Inge Rapoport (1912-2017) Charité, erster europäischer Lehrstuhl für Neonatologie. Mit 102 Jahren verteidigte sie ihre Doktor-Dissertation, die ihr 1937 aufgrund der Rassegesetze verwehrt geblieben war. Ihr erster Bungalow am Zugang zu unseren Katen links, später bauten sie noch einen am Fischersteig. :Ihr damaliger Badesteg ist unser jetziger von Kate 3.&lt;br /&gt;
:Charly Hübner, (*1972) Schauspieler, ist in Carwitz Feldberg als Hoteliersohn aufgewachsen. &lt;br /&gt;
:Till Lindemann, (Band Rammstein) hat ca 2020 das Grundstück des alten in den 70er Jahren abgerissenen Pfarrhauses gekauft. Dazu gehören ausgebaute Nebengebäude.&lt;br /&gt;
:Max Kaus (1891-1977), Maler, dessen Bilder von den Nazis 1937 als „entartete Kunst“ diffamiert und aus den Museen entfernt wurden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 40.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD40 „Carwitz II“ 1921, Max Kaus, Blick vom Hauptmannsberg zum Bohnenwerder vor 100 Jahren.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==9. Hans Fallada - Schriftstellername von Rudolf Ditzen==  &lt;br /&gt;
:(* 21.7.1893 Greifswald † 5. 2. 1947 in Berlin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hans Fallada machte das Dorf Carwitz über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Die nachfolgenden kursorischen Bemerkungen können nicht seine Biografie ersetzen. &lt;br /&gt;
:Geboren als Sohn des späteren Reichsgerichtsrates Wilhelm Ditzen und seiner Frau Elisabeth. &lt;br /&gt;
:Er hatte eine „schwierige“ Jugend mit Besuch mehrerer Gymnasien, in einem als Duell getarnten Doppelselbstmordversuch erschießt er seinen Mitschüler Hanns Dietrich von Necker in Rudolstadt, &lt;br /&gt;
:Tätigkeiten in der Landwirtschaft in Sachsen, Pommern, Mecklenburg, Alkohol- und Drogenabhängigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 41.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD41 Fallada-Porträtkarikatur von e.o.plauen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seit 1920 mehrere Romane ohne Erfolg. Mehrfache Unterschlagungen, wiederholte Verurteilungen zu Gefängnisstrafen bis 2 ½ Jahren.&lt;br /&gt;
:1929 Heirat mit Anna Margarete Issel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Geburt der Kinder: Ulrich Ditzen *1930, von Zwillingstöchtern bleibt Lore (Mücke) am Leben *1933, sie stirbt 1951 an Sepsis in Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Achim Ditzen *1940. &lt;br /&gt;
:Ernst Rowohlt, damals Annoncenwerber und Journalist, wird auf ihn schon in den zwanziger Jahren aufmerksam und unterstützt ihn finanziell.&lt;br /&gt;
:1932 Welterfolg von „Kleiner Mann - was nun?“ mit 45 Auflagen und 20 Auslandsauflagen. In diesem Roman erzählt Hans Fallada, dass die Herzenswärme von Lämmchen und Pinneberg mit ihrem Sohn Murkel stärker ist als ihre Not und der Abstieg von Pinneberg zum hoffnungslosen Arbeitslosen. &lt;br /&gt;
:Von diesen Einnahmen kauft er sich für den damals unerhörten Preis von 11.700 Reichsmark im Juli 1933 in Carwitz die Büdnerei Nr.17, das Haus Wehrle, am Wege zum Bohnenwerder.&lt;br /&gt;
: Es war 1849 gebaut worden. „Der Verkäufer des Hauses Wehrle kam mit der Landwirtschaft und dem Versuch eines Cafes nicht zurecht. (18 S. 265)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 42.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD42 So soll Fallada das Haus 1933 übernommen haben. Die Partie zum See ist unrealistisch.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 43.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD43 So sah vor 1930 die „Fallada-Bucht“ mit Wehrle vom heutigen Hügel 16 aus]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hier lebte und arbeitete er zwischen 1933 und 1944. Nach der Trennung von Mummi, seiner ersten Frau, lebte er mit seiner zweiten Frau, Ursula Losch, in Feldberg bis Anfang 1946.&lt;br /&gt;
:In Carwitz zog er sich nach Drangsalierungen durch das nationalsozialistische Regime in die „innere Emigration“ zurück. Er konnte sich nicht entschließen Nazideutschland zu verlassen. &lt;br /&gt;
:Trotzdem hatte er eine glückliche, produktive Zeit. &lt;br /&gt;
:In diesen Jahren entstanden 17 Romane, u.a. „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ (1934), „Wir hatten mal ein Kind“ (1934), „Wolf unter Wölfen“ (1937), „Der eiserne Gustav“ (1938), „Damals bei uns daheim“ (1941), „Heute bei uns zu Haus“ (1943). Letzteres beschreibt mit erzählerischer Freiheit sehr amüsant die Jahre mit seiner Familie in Carwitz. Neben Unterhaltungsromanen schreibt er mit großer Fabulierkunst auch heute noch lesenswerte Kinderbücher, „Geschichten aus der Murkelei“ (1938), „Fridolin der freche Dachs“ (1944).&lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zu den Dorfbewohnern ist meist getrübt: „... was man aus Neid, Hass und Übelwollen heute auszuhalten hat, wenn man wie ich auf dem Präsentierteller sitzt und weit und breit kein Mensch ähnlicher Denkungs- und Arbeitsart ...“ (15)&lt;br /&gt;
:Alkoholismus, Drogenabhängigkeit führen zum Zerwürfnis mit Mummi und es kommt zum Gebrauch einer Schusswaffe. Daraufhin erfolgt die Zwangseinweisung in die Landesnervenheilanstalt Alt-Strelitz. Hier schreibt er „Der Trinker“ auf bereits bedrucktem Papier zwischen den Zeilen auf. &lt;br /&gt;
:Die Erzählung seiner eigenen Problematik wird erst posthum 1950 veröffentlicht. &lt;br /&gt;
:Danach fortbestehende Dogenabhängigkeit gemeinsam mit seiner 2. Frau Ursula Losch in Feldberg, wo er auch das Ende des 2. Weltkrieges erlebt. &lt;br /&gt;
:Kurzzeitig wird er von den Sowjets als Bürgermeister von Feldberg eingesetzt.&lt;br /&gt;
:Mit Unterstützung von Johannes R. Becher siedelt er nach Berlin-Niederschönhausen über. &lt;br /&gt;
:Von ihm bekommt er Unterlagen zum Ehepaar Elise und Otto Hampel. Ende 1946 schreibt er über den isolierten Widerstand dieses Ehepaars zur Diktatur des Nationalsozialismus seinen letzten Roman in knapp 4 Wochen: „Jeder stirbt für sich allein“. &lt;br /&gt;
:Fallada stirbt am 5. Februar 1947. 1981 wird die Urne Hans Falladas vom Park-Friedhof Berlin-Pankow zur Grab- und Gedenkstätte auf dem alten Dorffriedhof in Carwitz überführt. Auch seine Suse, seine Tochter Mücke und seine Mutter sind hier begraben.&lt;br /&gt;
:Der DEFA-Spielfilm „Fallada – Letztes Kapitel“ (Regie: Roland Gräf, 1988) wurde zu großen Teilen in Carwitz gedreht.&lt;br /&gt;
:1965 kaufte der Berliner Kinderbuchverlag, damaliger Leiter Günther Schmidt, von Anna Ditzen das Grundstück. Sie konnte das große Gehöft allein nicht mehr bewirtschaften. &lt;br /&gt;
:Damit war Anna Ditzen die Sorge genommen, dass ein völlig „Fremder“ das Haus übernehmen und das „Früher“ auslöschen könne. Vermittler waren Ruth Werner und Fred Rodrian, (15, S.65)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch wollte die Treuhand 1992 das Grundstück an Privatleute verkaufen. Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass das verhindert werden konnte. &lt;br /&gt;
:Die Hans-Fallada-Gesellschaft betreibt im Haus und auf dem gesamten Anwesen ein lebendiges Museum, das von der Bundesregierung als „Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung“ zertifiziert ist.&lt;br /&gt;
:Das Arbeitszimmer von Hans Fallada ist mit originalem Mobiliar wiederhergestellt worden. Auch in der Veranda, dem Esszimmer – beides in originaler Ausstattung – und im Raum “Hans Fallada. Leben und Werk“ kann man hautnah sein facettenreiches und umfangreiches Leben bestaunen, wie verschlungen und ambivalent seine Biografie ist. &lt;br /&gt;
:Das 15.000 m² große Anwesen am Carwitz See ist wunderbar angelegt, das Dreieckbeet ist original bepflanzt, das Bienenhaus denkmalgerecht saniert, das Bootshaus originalgetreu nachgebaut, seine Streuobstwiese und die „Sitzecke am Seeufer“ können gefühlsmäßig nachempfunden werden. &lt;br /&gt;
:Fallada war auch ein versierter Landwirt.&lt;br /&gt;
:2000 wurden die Räumlichkeiten der „Scheune“ auf dem Fallada-Hof übergeben. Die Sanierung lief seit 1996.   &lt;br /&gt;
:Allein für die Scheune wurden 1 Mill. DM investiert. Der große Raum wird ganzjährig für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. &lt;br /&gt;
:Hier kann man auch fundierte Sonderausstellungen im Scheunensaal erleben.&lt;br /&gt;
:Jährlich finden die Hans Fallada Tage jeweils am Wochenende vor oder nach seinem Geburtstag am 21. Juli statt. &lt;br /&gt;
:Dazu gehört auch die sommerliche Veranstaltungsreihe an jeden zweiten Freitag um 20:00 Uhr “freitags bei Fallada“ mit Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen oder Filmvorführungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Fallada Heute&lt;br /&gt;
:1. Hans-Fallada-Museum in Carwitz 17258 Feldberger Seenlandschaft Ortsteil Carwitz Zum Bohnenwerder 2, Tel.: 039832 20359 – museum@fallada.de&lt;br /&gt;
:2. Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. - hfg@fallada.de, gegründet 1991 &lt;br /&gt;
:3. Literaturzentrum Neubrandenburg mit dem Fallada-Archiv.&lt;br /&gt;
:4.  Hans-Fallada-Klub in Neustrelitz, gegründet 1973 als „Club der Intelligenz“ im Kulturbund der DDR. Heute: info@hans-fallada-klub.de Website: www.hans-fallada-klub.de &lt;br /&gt;
:5.  Verein Pommersche Literatur-Gesellschaft e. V. ist 2000 hervorgegangen aus dem 1991 gegründeten Hans-Fallada-Verein Greifswald. Er hat seinen Sitz im Geburtshaus von Hans Fallada.&lt;br /&gt;
:6. Hans-Fallada-Schule Feldberg erhielt ihren Namen 1976. Beachtet werden sowohl seine  erzählerischen Leistungen als auch sein psychopathisches Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In einem Artikel “Zwei Gesellschaften und viele Wahrheiten“ (7.12.2005) schreibt Frank Pergande: “Es vergingen 30 Jahre bis die DDR den Versuch unternahm, Fallada postum zu vereinnahmen.“ &lt;br /&gt;
:Der damals in Neubrandenburg lebende Literaturwissenschaftler Tom Crepon war bei Recherchen für eine Fallada-Biografie auf Falladas Nachlass gestoßen – im Keller einer Braunschweiger Fleischerei. &lt;br /&gt;
:1978 wurde der Nachlass von der Akademie der Künste der DDR gekauft und zwei Jahre später nach Feldberg gebracht. &lt;br /&gt;
:Im selben Jahr erschien Crepons Biografie “Leben und Tode des Hans Fallada“. &lt;br /&gt;
:1983 erschien eine weitere Biografie, von Werner Liersch unter dem Titel “Fallada. Sein großes kleines Leben“. &lt;br /&gt;
:Weitere Informationen gibt es in den Artikeln der genannten Autoren, von der damaligen Archivarin des Fallada-Archivs Sabine Lange und auch von Heide Hampel mit Streitereien zur Stasi und zum Fallada-Nachlass in Feldberg, in Carwitz und dem Literaturzentrum Neubrandenburg. &lt;br /&gt;
:Heide Hampel baute das Hans-Fallada-Archiv in Feldberg/Meckl. auf und trug u. a. Sammlung und Nachlass der Schriftstellerin Brigitte Reimann zusammen.&lt;br /&gt;
:Klaus-Jürgen Neumärker schrieb u. a. anhand der Krankengeschichte: „Der andere Fallada“. Darin schildert er die „Psychopathie“ von Fallada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==10.Ruth Werner (* 15. Mai 1907 in Friedenau † 7. Juli 2000 in Berlin)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ist seit 1958 der Schriftstellername von Ursula Beurton, zuvor Ursula Hamburger, geboren als Ursula Maria Kuczynski. Sie war eine deutsche Schriftstellerin und Agentin des  russischen Militärnachrichtendienstes GRU der Roten Armee (Deckname „Sonja“), der späteren Sowjetarmee. Ihr älterer Bruder war Wirtschaftswissenschaftler, Prof. Jürgen Kuczynski. Andere Schwestern lebten nach 1933 großbürgerlich in England.&lt;br /&gt;
:1953 war Ruth Werner mit Len Beurton, ihrem Mann, das erste Mal nach Carwitz gekommen.&lt;br /&gt;
:Bereits in jungen Jahren wurde sie Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland. Sie blieb der Vision einer sozialistisch-kommunistischen klassenlosen menschlichen Gesellschaft treu bis zu ihrem Tode. &lt;br /&gt;
:Wie weit sie die Verbrechen der stalinistischen und anderer sozialistischer Staaten kannte und beurteilte bzw. verurteilte ist mir nicht bekannt. &lt;br /&gt;
:Ihre Autobiografie unter dem Titel „Sonjas Rapport“ erschien erstmalig 1977. Darin schildert sie grundsätzlich, aber unvollständig, ihre Agententätigkeit.&lt;br /&gt;
:Ben Macintyre schrieb eine erschütternde Biografie (2022 Insel Verlag Berlin) &lt;br /&gt;
:„Agent Sonja - Kommunistin, Mutter, Topspionin | Vom unglaublichen, aber wahren Leben der Spionin Ursula Kuczynski (alias Ruth Werner), die den Lauf der Weltgeschichte veränderte“&lt;br /&gt;
:Er schildert aufgrund neuer Informationen den dramatischen und fast selbstmörderischen Lebenslauf. Insbesondere wird diese Spannung zwischen Spionin und Ehefrau mit wechselnden Männern sowie ihren Kindern sehr ausführlich dargestellt, teilweise kann es einem schaudern. &lt;br /&gt;
:Man muss für die in dieser Zeit lebenden, denkenden und handelnden Menschen immer wieder „die Vision“ des Kommunismus bedenken. Mit ihr erklärt sich nicht nur die spätere Machtpolitik des sogenannten sozialistischen Weltsystems, sondern auch von Anfang an die unmenschlichen verbrecherischen Handlungen. :Diese Vision wird heute als Illusion beurteilt, sowohl politisch gesellschaftlich als auch wissenschaftlich philosophisch. &lt;br /&gt;
:Die neue Biografie soll mit ihrem heute in Carwitz lebenden Sohn, Peter Beurton, abgesprochen worden sein. (Beide Biografien stehen in Carwitz-Bibliothek, Kate 1.)&lt;br /&gt;
:Hierzu einige Daten, die das Interesse am Leben von Ruth Werner bis zu ihrer Übersiedlung in die DDR wecken können.&lt;br /&gt;
:Mit ihrem ersten Ehemann, dem deutschen Architekten Rudolf Hamburger, ging sie als 23-Jährige nach Schanghai. &lt;br /&gt;
:Dort wurde, trotz der Weltwirtschaftskrise, zu dieser Zeit stark gebaut. Sie lernte den im deutschen Botschaftsdienst tätigen Richard Sorge kennen und lieben. &lt;br /&gt;
:Er nutzt sie als Informantin und empfiehlt sie der militärischen Aufklärung der Roten Armee. &lt;br /&gt;
:Ursula Hamburger wird von 1933 bis 1934 in Moskau ausgebildet. &lt;br /&gt;
:Für ihre Tätigkeit in China erhielt sie &#039;&#039;&#039;1937 (!)&#039;&#039;&#039; den Rotbannerorden in Moskau. &lt;br /&gt;
:1938 flüchtete Ruth Werner mit ihrem Ehemann in die Schweiz. Dort lernte sie den englischen Spanienkämpfer Len Beurton kennen. &lt;br /&gt;
:Für ihn war es nach seinen Schilderungen Liebe auf den ersten Blick. Sie schilderte es als Pflicht zur Tarnung. &lt;br /&gt;
:Beide wurden dann nach England beordert. In der Schweiz und in England baute sie ein Informationsnetz für Moskau auf. &lt;br /&gt;
:1943 landet sie ihren größten Coup: Sie übermittelt während des Krieges Unterlagen des deutsch-britischen Kernphysiker und sowjetischen Atom-Spions Klaus Fuchs (1911-1988), also das britisch-amerikanische Atomgeheimnis, an die Sowjets. &lt;br /&gt;
:Daher war Stalin nicht überrascht, als er 1945 in Potsdam über die Explosion der ersten Atombombe in Japan informiert wurde.&lt;br /&gt;
:1949 flüchtete das Ehepaar Beurton nach der Enttarnung von Klaus Fuchs in die DDR. &lt;br /&gt;
:Nach zwanzig Jahren unentdeckter Geheimdienstarbeit scheidet sie 1950 auf eigenen Wunsch als Oberst der Roten Armee aus. &lt;br /&gt;
:Sie gilt als eine der erfolgreichsten sowjetischen Kundschafterinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie war dann sechs Jahre im Staatsdienst der DDR beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Als Autorin, Ruth Werner, trat sie zunächst mit der Publikation von Kinderbüchern auf. &lt;br /&gt;
:Ihre bekanntesten Bücher sind &amp;quot;Muhme Mele&amp;quot;, &amp;quot;Olga Benario&amp;quot; und &amp;quot;Sonjas Rapport&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Ihr Sohn soll erst 1977 durch ihre Autobiografie „Sonjas Rapport“ von ihrem Doppelleben erfahren haben. &lt;br /&gt;
:Immerhin hatte das GRU die Veröffentlichung genehmigt.&lt;br /&gt;
:Werner Liersch schreibt (15/S.65): „Ruth Werner war eine der spektakulären Personen des 20. Jahrhunderts und sie war von äußerster Bescheidenheit, Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe. Sie war eine kommunistische Idealistin. Die Frauen (Anna Ditzen) verstanden sich.“  &lt;br /&gt;
:In den Wintermonaten wohnt sie anfangs manchmal in einer der beheizbaren Dachmansarden bei Anna im Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Im Sommer hat sie Adressen von Hütten im Dorf.17 In den 70er Jahren bekommt sie von der Stasi vermittelt eine kleine Hütte auf der zum See abfallenden :Wiese hinter dem Fallada-Haus unter den alten Obstbäumen. Sie schreibt in Falladas Garten: „An die hundert Seiten, Sonjas Rapport’ gehören zu seiner Wiese, mit dem Blick auf den Carwitzer See, hundert Seiten auf dem winzigen Rasenfleck vor dem Gemüse- und Blumengarten der Ursula Barthels mit Blick über den Dreetz, der wie ein Bergsee ins Tal gebettet liegt.“ &lt;br /&gt;
:Sie müht sich, dass das Dorf, die Landschaft und der alte Friedhof ihr Gesicht erhalten können.  &lt;br /&gt;
:Die Atheistin Ruth Werner gibt Geld für die Kirche. &lt;br /&gt;
:„Sie (Karl Gossow und Wolfgang Steinitz) retteten gemeinsam mit dem kunst- und naturverständigen Weimarer Architekten Professor Engelberger die liebliche Halbinsel Bohnenwerder vor einer geplanten Bungalowsiedlung.“ &lt;br /&gt;
:Sie erinnert sich an Kurt und Jeane Stern, die nach Carwitz kommen. Sie sind Spanienkämpfer wie Len, und Autoren berühmter Filme wie „Das geteilte Dorf“ und „Stärker als die Nacht“. Sie sind treue und nahe Freunde von Anna Seghers über 50 Jahre. &lt;br /&gt;
:Ruth Werner hinterlässt den bis heute nicht eingelösten Satz: „Sollten nicht auch diese Jahre, diese Namen in die Annalen des Fallada-Hauses mit eingehen?“. &lt;br /&gt;
:Bei der Beisetzung ihrer Urne im Juli 2000 auf dem Friedhof Berlin Baumschulenweg sprach ein Gesandter der Russischen Föderation als Trauerredner. &lt;br /&gt;
:Sie war Oberst der Roten Armee.&lt;br /&gt;
:In Carwitz, wurde seit 2010 die Erinnerung an sie mit einer Ausstellung von einem Verein unter Ingrid Becker wachgehalten. Er löste sich 2023 auf. &lt;br /&gt;
:Die in Neustrelitz ansässige Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt unterstützt die Digitalisierung der vorhandenen Materialien. Darin geht es um das Weltbild Ruth Werners, ihre Tätigkeit im Nachrichtendienst, ihr Leben in der BRD, DDR und im vereinten Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==12.    Bankräuberpaar lebte unauffällig==&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Berliner Zeitung 2. März 2013 &amp;quot;Das Doppelleben der Postbank-Räuber M. Wittge O. Kröning&amp;quot;:  &lt;br /&gt;
:Die Brüder Frank und Ralf L. überfielen insgesamt 18 Postbanken. Ihr Motiv: Spiel- und Drogensucht.&lt;br /&gt;
:Im Sommer, wenn die Urlauber kamen, florierte ihr Landgasthof in Mecklenburg. Dann führten Frank (52) und Ralf L. (49) ein braves Wirts-Leben. &lt;br /&gt;
:Im Winter zog es die Brüder oft in ihre alte Heimat, nach Berlin. Dann überfielen sie Banken, verspielten das Geld, nahmen Drogen. &lt;br /&gt;
:Beim 19. Überfall war das SEK schneller am Bankschalter als die Postbank-Räuber!&lt;br /&gt;
:Der Pastor-Niemöller-Platz in Niederschönhausen, gegen 18.40 Uhr: Die Postbankfiliale hat bereits seit 40 Minuten geschlossen. Die Angestellten und der Filialleiter sind noch in der Bank, erledigen vor dem Feierabend noch letzte Büroarbeiten, bevor sie durch den Hintereingang nach Hause verschwinden wollen. Dort lauern die beiden Bankräuber, bewaffnet mit Messer und Pistole. Mit Fahrrädern waren die Brüder zu der Pankower Bank geradelt. &lt;br /&gt;
:Was Frank und Ralf L. nicht ahnen. Auch sie werden beobachtet, von Zivilpolizisten, und das schon seit zwei Monaten. &lt;br /&gt;
:Fünf Minuten später folgt der Zugriff: SEK-Beamte stürmen aus ihren Verstecken, überwältigen die völlig überraschten Täter und bringen sie zum Landeskriminalamt. &lt;br /&gt;
:„Bei der Vernehmung gestanden die Brüder, insgesamt 15 Banküberfälle in Berlin und drei im Land Brandenburg verübt zu haben“. Von dem Geld soll nach ihren Aussagen nichts mehr übrig sein. Sie sollen es bei Sportwetten verspielt und in Kokain investiert haben. &lt;br /&gt;
:Teilweise zeigten Frank und Ralf L. bei den Überfällen außergewöhnlichen Erfindungsreichtum: So verkleideten sich die Brüder bei einem Bankraub im Januar 2010 in Neukölln zur Tarnung als Reinigungskräfte, die von der Rückseite des Gebäudes rote Farbschmierereien entfernen wollten. &lt;br /&gt;
:Sie hatten das Gebäude selbst mit Farbe beschmiert. Bei einem Überfall im Dezember an der Oranienburger Straße verkleidete sich das Räuber-Duo als Handwerker, klingelte an der Postbank. &lt;br /&gt;
:Die Eltern von Frank und Ralf L., die den Söhnen bei der Bewirtschaftung des Gasthofes in der Feldberger Seenlandschaft halfen, können noch gar nicht glauben, dass ihre Söhne gefährliche Serienbankräuber sein sollen. „Ich habe davon nichts geahnt“, sagt die Mutter. „Es ist so furchtbar, sie sind Freitag nach Berlin gefahren.“ Ralf L. hatte am Abend angerufen. „Er sagte uns, dass sie bei der Polizei sind und wir uns keine Sorgen machen müssten“, erzählt der Vater. „Er meinte noch, dass alles gut werden würde.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seitdem ist „Der Krog“ als Gaststätte geschlossen. Gelegentlich gibt es Ausstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==13. Infrastruktur, Elektrizität, Wasser, Abwasser==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Elektrifiziert wurde Carwitz ca. 1902/03 nach der Erzählung von Paul Utnehmer (Frau Christa Schönfeld). Einige Straßenlampen gab es auch schon vor dem zweiten Weltkrieg. Sie wurden per Handschalter an einem Lampenmast gegenüber dem Friedhof bei Einbruch der Dunkelheit eingeschaltet und 23 Uhr ausgeschaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Stadtvertretung der Stadt Feldberg beschloss in ihrer Sitzung am 22.4.1999 eine Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“&lt;br /&gt;
:Darin heißt es u. a. (auszugsweise): &lt;br /&gt;
:„Im nachfolgend näher bezeichneten Gebiet liegen städtebauliche Missstände vor. Das insgesamt ca. 20 ha umfassende Gebiet (...) erhält die Bezeichnung Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 44.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD44 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Sanierungsgebiet umfasst alle Grundstücke (...) innerhalb der im Lageplan (...) durch eine schwarz gestrichelte Linie gekennzeichneten (...) abgegrenzten Fläche.&lt;br /&gt;
:Es können sowohl städtische Maßnahmen im Bereich Hoch- und Tiefbau, als auch private Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden durch Ausreichung eines Zuschusses oder Darlehns gefördert werden.“&lt;br /&gt;
:Die intensive Sanierung von Carwitz erfolgte einschließlich der vorausgehenden Maßnahmen von 1992-2007. Aber ab Anfang der 80er Jahre versorgte bereits eine zentrale Wasserleitung von einem Wasserwerk oberhalb des „Schappwaschs“ (Schafwäsche) am Dreetz alle Gehöfte und Ferienhäuser. Die Einzelbrunnen wurden verfüllt oder nicht mehr gepflegt.&lt;br /&gt;
:Eine allgemeine Abwasseranlage mit Anschlusspflicht für alle Bewohner wurde 1997/99 gebaut. Bis dahin wurden die Klärkammern jedes Gehöftes und der Ferienhäuser für Schmutzwasser regelmäßig von Spezialautos abgepumpt und zentral entsorgt. Dazu gibt es die Berichte, dass aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit die Entsorgungsfahrzeuge ihren Abwasserschlamm in Seen oder im Wald abkippten.&lt;br /&gt;
:Damals war Lutz Teichfischer Bürgermeister von Feldberg. Für Interessenten liegt in Kate 1 ein Heft von 60 Seiten: “CARWITZ Abschlussdokumentation der Sanierung“. Die Gesamtkosten betrugen 2.894.920 €, davon entfielen 1.340.880 € auf die Dorfstraße, die Wege und Plätze, sowie 210.980 € auf die Modernisierung und Instandsetzung von privaten Gebäuden. &lt;br /&gt;
:Ich erinnere mich, dass aus historischen Gründen die Dorfstraße mit Kopfsteinpflastern von Spezialkräften aus Portugal durchgeführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 45.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD45 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 47a.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD46 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 48.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD47 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+5&#039;&#039;&#039; Blicke auf Carwitz beim Rundflug 2008 (Wer hat die Bildrechte?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==14. Dorfkirche, Pfarrhof, Friedhöfe==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Mittelalter war Carwitz selbstständige Pfarre des Bistums Brandenburg. &lt;br /&gt;
:1534 gehörten dazu die Kapellen in Feldberg, Laeven und Hinrichshagen (Lüttenhagen). &lt;br /&gt;
:Im 30-jährigen Krieg ging die Pfarre ein und die Parochie wurde von Triepkendorf aus verwaltet. &lt;br /&gt;
:1706 entstand am Anger die Dorfkirche als rechteckiger Fachwerkbau mit einem freistehenden Glockenturm vor dem Westgiebel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1740 wurde Carwitz wieder Pfarrsitz. Eingepfarrt wurden dorthin Feldberg, Conow, Weitendorf, Wittenhagen, Försterei Laeven und Neuhof. &lt;br /&gt;
:Der „Küstersteig“ zweigt von der Bahnhofstrasse in Feldberg ab und führt entlang der Wiesen zum Schmalen Luzin, er war also der Weg, auf dem Pfarrer und Küster aus Carwitz nach Feldberg zum Gottesdienst gingen und zurück. &lt;br /&gt;
:Seit 1815 war Feldberg „Flecken“ und erhielt erst 1919 das Stadtrecht. &lt;br /&gt;
:1857 wurde die Pfarre trotz stärkster Proteste der Carwitzer nach Feldberg gelegt, dafür durften im Gegensatz zu den anderen Dörfern die Carwitzer weiterhin ihre Kinder in ihrer eigenen Kirche konfirmieren. &lt;br /&gt;
:Auf dem uralten Kirchhof befindet sich ein offener Glockenstuhl mit zwei Gussstahlglocken. Diese wurden in Bochum gegossen und kamen um 1920 nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Die vorherigen beiden Bronzeglocken mussten während des ersten Weltkrieges für die Verarbeitung zu Munition abgeliefert werden. &lt;br /&gt;
:Bei diesen Bronzeglocken handelte es sich um eine kleinere mittelalterliche Glocke und eine große Glocke von 1859, welche ein Geschenk des Großherzogs Georg war.&lt;br /&gt;
:Dem ursprünglichen Friedhof an der Kirche folgte im 19. Jahrhundert der heute aufgelassene Friedhof mit dem Fallada-Gedenk-Grab. &lt;br /&gt;
:Im 2. Weltkrieg wurde dort noch beerdigt, siehe Grab eines russischen Hilfsarbeiters in der rechten Ecke zum Luzin. &lt;br /&gt;
:Der heutige Friedhof am Kreisel wurde nach dem 2. Weltkrieg eingerichtet. &lt;br /&gt;
:Er ist aus Gründen mangelnden Unterhalts heute nicht mehr allgemein belegbar, außer vorgemerkt mit jährlichen Gebühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 49.jpg|800px|zentriert|thumb| CD49]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 50.jpg|800px|zentriert|thumb| CD50 vor 1906]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 51.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD51 Die jetzige Kirche ist ein rechteckiger Fachwerkbau, eingeweiht 1706. Der hölzerne Westturm mit Spitzhelm wurde 1912 wegen Baufälligkeit abgerissen.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD52 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52a.jpg|800px|zentriert|thumb| CD53 Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut.  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Innern der rechteckigen Saalkirche befinden sich an drei Seiten Emporen. Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut. &lt;br /&gt;
:Die beiden Altarflügel (um 1500) zeigen rechts oben Maria und Sankt Elisabeth, unten Sankt Matthias und Sankt Bartholomäus. &lt;br /&gt;
:Auf dem linken Flügel sind oben Sankt Jakobus und Sankt Andreas, unten Sankt Agnes und Sankt Petrus dargestellt. &lt;br /&gt;
:Die beiden auf den Flügeln stehenden Schnitzfiguren zeigen Maria mit dem Christuskind (links) und Sankt Johannes (rechts) sowie auf den Rückseiten eine Verkündigungsszene. &lt;br /&gt;
:Die dritte Schnitzfigur im Altarraum an der Wand links stellt Sankt Valentin dar und stammt ebenso wie das Kruzifix aus der Zeit um 1500.&lt;br /&gt;
;Erna Morach, Christa Schönfeld  und Otto Schulz erzählten: &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg bekam der Pfarrer jedes Jahr den „Obsterwangs“ (von ihr so ausgesprochen). Das war der große  Kirchenzehnte, ein Rest der Feudalsteuer. &lt;br /&gt;
:Die Bauern gaben ihm 10 Zentner Roggen oder mehr, die sie gleich in die Mühle nach Feldberg bringen mussten. &lt;br /&gt;
:Der Pastor bekam dann nur das Geld für den an den Müller verkauften Roggen. Wurst, Eier kamen noch hinzu. &lt;br /&gt;
:Die Namen der Pastoren sind ihnen nicht mehr erinnerlich. &lt;br /&gt;
:Noch in den 20er und 30er Jahren sammelte „de Glöckner“ Wilhelm Schmidt den Kirchenzehnten in Naturalien zu Ostern ein.&lt;br /&gt;
:In ihrer Kindheit läutete der Glöckner, Herr Schmidt, die kleine Kirchenglocke 3x täglich: bim-bim-bim Sommer 7:00 (Winter 8:00), 12:00, Sommer 18:00 (Winter 16:00).  &lt;br /&gt;
:Am Sonntag wurde von ihm die große Glocke 10:00 geläutet und wenn der Pfarrer kam, wurde auch die 2. große Glocke geläutet. &lt;br /&gt;
:Der Glöckner „trampelte“ dann auf den Blasebälgen der Orgel die Luft in die Pfeifen, die vom Lehrer gespielt wurden. &lt;br /&gt;
:„Wir Kinder sangen dazu“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Reste des alten Pfarrhofs an der Bushaltestelle wurden erst 1974 im Auftrag der Kirche vom Bauunternehmer Börner aus Feldberg abgerissen und in den Modder-Mücken-Teich am Hügel 16 vor unseren Katen 2/3 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Beim Umbau 1978 / 2000 wurde im Zuge der Dorfsanierung auch die Kirchhofsmauer aufwendig umgebaut. Das geschah in der jahrhundertealten Fertigungstechnik als sogenannte Trockenfeldsteinmauer. &lt;br /&gt;
:Trockenmauern bieten in ihren vielen Ritzen und Hohlräumen ein spezielles Kleinklima und wertvolle Ersatzlebensräume für Reptilien und Insekten. &lt;br /&gt;
:Durch Samenflug siedeln sich außerdem auf den Steinen und zwischen den Fugen vielfältige Arten von Moosen, Flechten und Pflanzen an, die zur Stabilität dieses Naturdenkmals entscheidend beitragen. &lt;br /&gt;
:Wegen der besonderen Sensibilität ihre Beschaffenheit ist eine derartige Mauer nicht geeignet, zu erklettern, zu begehen oder zu “besetzen“. Diese Mauer des Kirchenhofs sollte geschützt und damit erhalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+6&#039;&#039;&#039; sanierte Kirche Carwitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 54.jpg|630px|links|thumb| CD54 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 55.jpg|420px|rechts|thumb| CD55 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 56.jpg|550px|links|thumb| CD56 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 57.jpg|500px|rechts|thumb| CD57 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 58.jpg|800px|zentriert|thumb| CD58  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 59.jpg|800px|zentriert|thumb| CD59 2004/2005 wurden die Grundmauern und der Keller des Pfarrhofs wieder freigelegt. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==15. Mühle: „flügellos“==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 60.jpg|800px|zentriert|thumb| CD60 Die Holländer Mühle brannte am 07.03.1892 ab. Sie wurde danach wieder aufgebaut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 61.jpg|800px|zentriert|thumb| CD61 Carwitzer Windmühle ca. 1900 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+7&#039;&#039;&#039; Vor 1906 ??&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto Schulz erzählte sinngemäß: &lt;br /&gt;
:Letzter Mühlenbesitzer war Otto Schmidt. Nach der Kollektivierung wurde die Mühle der LPG unterstellt. Zum Schluss wurde mit elektrisch betriebenem Mahlwerk nur noch Futter für Schweine und Rinder der LPG (Tierproduktion) Dolgen geschrotet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 62.jpg|800px|zentriert|thumb| CD62 2009]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
      &lt;br /&gt;
:Seit 1998 bemüht sich der örtliche Mühlenverein um die Sanierung. Die Plattform war zeitweise wieder begehbar. So wurde sie vom Kunstladen Thomsdorf zeitweise auch als Verkaufsstelle genutzt. Die Mühlenflügel ohne Funktion würden Zehntausende € kosten. So oder so ist sie ein weithin sichtbarer Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 63.jpg|800px|zentriert|thumb| CD63 ca. 1970  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+8&#039;&#039;&#039; ? Ca 1970&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==16.    Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Nach dem Kriege wurde die aus Ostpreußen geflüchtete Schwester Selma Wehrmeister als 1. Gemeindeschwester in Carwitz sesshaft. &lt;br /&gt;
:Sie war sehr beliebt, da sie fachlich sehr gut war, energisch und vor allem immer sofort da war, wenn sie gerufen wurde. &lt;br /&gt;
:Sie war auch oft als Hebamme tätig, denn damals gab es bis Mitte der 50er Jahre nur Hausentbindungen. &lt;br /&gt;
:Sie wohnte bei Dreiseidel im jetzigen Haus von Familie Teifel und hatte ihre Gemeindeschwesternstube in der damaligen Schule (Fr. Deuß, Dorfstraße 74). :Dort wurde auch bis 1990 ein- bis zweimal die Woche Sprechstunde eines Feldberger Arztes abgehalten. &lt;br /&gt;
:Schwester Selma war nicht nur Gemeindeschwester für Carwitz, sondern auch für Laeven und für Wittenhagen bis 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==17.Bäckerei und Kaufmannsladen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, Erna Morach und Güldners erinnern sich: Bäckermeister Hermann Schulz gab altersbedingt Anfang der 60er Jahre die Bäckerei in Carwitz auf. &lt;br /&gt;
:Er war selbständiger Bäcker und Konditor. Das ehemalige Backhaus mit dem erhaltenen großen Backofen ist jetzt ein Ferienhaus auf dem Grundstück Dorfstr. ?19 Bäcker Schulz buk frühmorgens das Brot, die Brötchen und die Kuchen. &lt;br /&gt;
:Dann zog er ein- bis zweimal in der Woche mit dem Pferdewagen über die Nachbardörfer zum Verkauf.  &lt;br /&gt;
:Viele Dörfler buken damals ihr Brot noch selbst.&lt;br /&gt;
:So ist der Erdhügel gegenüber unserem Eingangstor in Carwitz der Rest des ehemaligen Backofens der Familie Schönfeld. &lt;br /&gt;
:Es wurde auch noch selbst gebuttert. Die Maibutter war die beste, da die Kühe jetzt wieder das frische Gras fressen konnten20. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben und trugen sie nach Hause. &lt;br /&gt;
:Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.  &lt;br /&gt;
:Ein Lebensmittelladen des Konsums wurde 1952, nach dem Weggang des Krögers Paul Utnehmer, in der Gaststätte links hinter dem Eingang eingerichtet. Später wurde für den Laden eine Baracke anstelle der abgerissenen Scheune links neben dem Krog gebaut. &lt;br /&gt;
:Und noch später wurde ein eigener Laden daneben gebaut, in dem es alles „für den täglichen Bedarf“ gab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur paradoxen völlig verfahrenen, weil ideologisch dogmatisch bestimmten Preispolitik der DDR einige Beispiele: &lt;br /&gt;
:Ich erlebte, wie eine Carwitzer Einwohnerin „das Übliche“ - zehn große Brote kaufte, die sie in einen dreckigen Sack warf. &lt;br /&gt;
:Die Verkäuferin klärt mich dann auf: Diese Brote sind nicht für die Gäste, sondern für die Hühner und Schweine bestimmt. &lt;br /&gt;
:Brot wird subventioniert, reines Korn, also das Futter für die Schweine ist viel teurer im Einkauf. &lt;br /&gt;
:LPG-Bäuerinnen hatten kein eigenes Korn mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Frische Lebensmittel wurden zur DDR-Zeit staatlich zu überhöhten Preisen aufgekauft, um sie in Westberlin frisch verkaufen zu können. Dazu gehörten zum Beispiel Spargel, Erdbeeren und auch Eier. Ein Teil dieser Waren kam aber auch in unseren Konsum zum Verkauf zurück und konnte nun für den persönlichen Bedarf in kleiner Menge zurückgekauft werden. Der Rückkauf war zum Teil nur die Hälfte vom vorher erfolgten Verkaufspreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Konsum wurde 1990 bald nach dem Umbruch und nach Klärung der Eigentumsverhältnisse abgerissen. Ein Doppelhaus steht jetzt dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==18. Fischerei==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erinnert sich: Herr Hagen holte sich nach dem Kriege die Fische vom Fischer Haase. &lt;br /&gt;
:Er (Herr Hagen) wohnte im letzten Haus links am Weg nach Hullerbusch, Dorfstr. 67. &lt;br /&gt;
:Der Fischer wohnte im ersten Haus an der breiten Bucht. Hagen fuhr die Fische, anfangs mit dem Fahrrad, später mit seinem Pferdewagen zum Verkauf über die benachbarten Dörfer. Später übernahm sein Sohn Ernst Hagen dieselbe Tätigkeit von seinem Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„In Carwitz produzierte die Binnenfischerei 60 t Forellen.“&lt;br /&gt;
;21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Seenlandschaft wurde durch die wirtschaftliche Entwicklung massiv belastet: Abwasser der Molkerei in Feldberg, ungenügende Abwasserklärung der Stadt Feldberg und der umliegenden Dörfer, Mosterei in Carwitz, chem. Pflanzenschutzmittel und Düngung insbesondere mit Flugzeugen. &lt;br /&gt;
:Die Problematik wurde in den 70er und 80er Jahren wohl erkannt, aber die entgegenwirkenden Maßnahmen konnten aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten und ideologischer Schranken nur halbherzig sein.&lt;br /&gt;
:Erfreulich, dass sich nach der Wende in den 90er Jahren vieles veränderte. Die sich von Jahr zu Jahr verbessernden Seen haben fast alte Klarheit zurückgewonnen.&lt;br /&gt;
;22 &lt;br /&gt;
;Gleiche Autoren berichten: „Es wäre schon vorgekommen, dass die Fischer Bleie (Brachsen, Brassen) von 60 bis 80 cm mit 6-7 kg gefangen hätten“. (18 / S.29 u. 266)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fischermeister Bruno Haase erzählte, dass zu dieser Zeit von ihm im Carwitzer See, im Zansen und im Dreetz immerhin pro Jahr noch eine Tonne amerikanischer Flusskrebse gefangen wurde. &lt;br /&gt;
:1959 erreichte der Bisam die Feldberger Gewässer, jedenfalls gibt es aus dieser Zeit erste verlässliche Berichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==19. Schmiede==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Es gab bis in die Nachkriegsjahre 2 Schmieden. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+9&#039;&#039;&#039;  1. vom Kreisel kommend das erste Haus links, Dorftsr. 5, daneben das kleinere Haus war die ehemalige Schmiede gewesen. &lt;br /&gt;
:2. gegenüber dem alten Friedhof, Dorfstr. 40, die Schmiede von Friedrich Rechlin, die später von Kavemann übernommen wurde.&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+10&#039;&#039;&#039;  Standort Schmiede am Friedhof ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==20. Verkehr==&lt;br /&gt;
:1789, so wird berichtet, erreichte die Post zweimal in der Woche Feldberg. &lt;br /&gt;
:Die „Fahrpost“ von Neustrelitz (durch den Serrahner Forst) über Goldenbaum, Grünow, Dolgen, Weitendorf (alte Poststraße) nach Feldberg existierte von 1821 bis zum 21. 12. 1910. An diesem Tag erreichte die Eisenbahn, die „Friedrich-Wilhelm-Bahn“, das erste Mal öffentlich Feldberg. &lt;br /&gt;
:„Erst 1875 konnte der wichtige Straßenanschluss Feldbergs an die Chaussee Neustrelitz-Woldegk bei Möllenbeck fertiggestellt werden.“ (18)&lt;br /&gt;
:Die letzte Sonderfahrt der Bahn war am 21.Dezember 2000 zum 90-jährigen Streckenjubiläum. &lt;br /&gt;
:Der Personennahverkehr war bereits zum 27. Mai 2000 abgestellt worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu Fuß oder mit der Pferde-Kutsche ging es von Carwitz nach Feldberg zum Amt oder zum Bahnhof. &lt;br /&gt;
:Die Feldberger Seenkette bildete eine Barriere von Lichtenberg bis Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:So soll Blücher mit seiner Armee entlang dem Nordufer des Breiten Luzin 1806 vor den Franzosen geflohen sein. Der Erddamm durch den Schmalen Luzin wurde erst 1847 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 64 c.jpg|800px|zentriert|thumb| CD64 An der Bäk-Brücke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Brücke über „de Bäk“ in Carwitz hatte nur Bedeutung für die Verbindung zwischen Wittenhagen und Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Schulbus fuhr bald nach Schließung der Dorfschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 65.jpg|530px|links|thumb| CD65 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 66.jpg|500px|rechts|thumb| CD66 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Die ersten Autobesitzer vor dem 2. Weltkrieg waren Hans Fallada, Kratochwil und der Müller Schmidt. &lt;br /&gt;
:Fallada hatte vorher eine Pferdekutsche. Mit ihr hatte er seine Probleme, wie er in „Heute bei uns zu Haus“ lebhaft schildert. &lt;br /&gt;
:Der Teil der Dorfstraße vom Krog bis zum Kirchhof wurde ca. 1928/29 gepflastert. &lt;br /&gt;
:Die Straße von Feldberg und die gesamte Dorfstraße wurde erst Anfang der 70er Jahre befestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 67a.jpg|thumb|600px|center|DC67 Dorfstraße vor der Sanierung, rechts das Haus von Otto Schulz vor der Bäk. Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 68.jpg|thumb|600px|center|DC68 Dorfstraße nach der Sanierung - Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+12&#039;&#039;&#039; Auch die Zufahrt von Feldberg/Neuhof wurde komplett neu asphaltiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 69.jpg|thumb|600px|center|DC69 Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
:Eine alte unbefestigte Fahrstraße führte durch den Wald von Wokuhl über Hasselförde, Triepkendorf, Laeven. &lt;br /&gt;
:Sie ist auch heute noch befahrbar und war nach dem katastrophalen Wintereinbruch 1978/79 für einige Tage die einzig befahrbare Straße von Neustrelitz nach Carwitz und Feldberg. &lt;br /&gt;
:Möllenbeck - Feldberg war wegen Schneeverwehungen unpassierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==21. Wald und Naturschutz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+13&#039;&#039;&#039; Von 1972 bis 2001 war Klaus Borrmann Leiter des Forstamt Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Er hat mehr als 200 kleinere und größere Abhandlungen, Aufsätze in Fachzeitschriften und Heimatbroschüren zur Natur und Geschichte der Feldberger Region veröffentlicht. In der zweibändigen Darstellung Mecklenburg-Strelitz – Geschichte einer Region (2000 und 2002) hat er die rund 300-jährige Forst- und Jagdgeschichte des Großherzogtums dargestellt.  Und in „Lüttenhäger Oberförster“ 2001 würdigt er seine Amtsvorgänger und verbeugt sich vor ihren Leistungen für die Wälder der Feldberger Seenlandschaft. Borrmann ist auch Vater des 1999 eröffneten Lüttenhagener Waldmuseums „Lütt Holthus“, das vor allem jungen Besuchern „Natur zum Anfassen“ bietet.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Der ursprüngliche Wald war vor 1000 Jahren ein Buchen-Eichen-Mischwald. &lt;br /&gt;
:Darin eingestreut lagen die, durch friedliche Einwanderung in den Jahrhunderten nach der Völkerwanderung entstandenen, slawischen Rund-Dörfer. &lt;br /&gt;
:Mit der Osterweiterung des Deutschen Kaiserreiches kamen später deutsche Siedler dazu. Es wurden Reihen-Dörfer gegründet. &lt;br /&gt;
:Jede Familie hatte im Mittelalter eine Hufe Land von ca. 7-8 ha mit Nutzung der Allmende, des Allgemein-Eigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der 30-jährige Krieg ließ auch in der Feldberger Seenlandschaft ein fast menschenleeres Land zurück. Viele Dörfer waren wüst, so Hanau am Schmalen Luzin vor dem Hullerbusch und Krüselin. Viele Dörfer wurden im wahrsten Sinne dezimiert. &lt;br /&gt;
:Der Wald drang in wenigen Jahrzehnten auf diesen Flächen vor. Das Land erholte sich nur sehr langsam. &lt;br /&gt;
:Nach 1700 beschleunigte sich die wirtschaftliche Entwicklung. &lt;br /&gt;
:Der enorme Holzbedarf der Glashütten, Köhlereien, Teeröfen, -schwelereien und die Bautätigkeit entwaldete erneut die Region. &lt;br /&gt;
:Gegenmaßnahme waren seit Ende des 18. und im 19. Jahrhundert gezielte, organisierte Aufforstungen insbesondere mit Kiefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Anweisung des Herzogs Adolf Friedrich im Jahre 1783 an den Förster Schwarz  in Carwitz zur sparsamen Holzverwendung (1/S.35 ): &lt;br /&gt;
:„Wann wir gnädigst resolviret, dass von nun an alles Klafter-Holz ohne Ausnahme in jeder unserer Forsten, es sey zum Behuf der Glashütten, zur Köhlerei, Ziegeleien, Kalköfen, zur häuslichen Feuerung oder Deputat-Brennholze, wie auch alles Pfahlholz ohne alle Einwendung und Wiederrede, nicht wie bisher geschehen mit der Axt, sondern mit der Säge gekürzt werden soll, außer das sogenannte Wadelholz, auch Zweig- oder Zopfholz, welches noch keinen Fuß im Durchschnitt hat, als welches mit der Axt klein zu machen frei bleibt.“ Damit sollte der Holzverlust verringert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der ranghöchste Forstmann aller Zeiten zwischen Neustrelitz und Feldberg hatte seinen Sitz zwischen 1786 und 1816 auf dem Forsthof in Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Oberforstmeister Christoph Ernst von Kamptz“ s. (1/S.171ff) &lt;br /&gt;
:Nach seinem Tod kam der Wald zwischen Carwitz und Triepkendorf zur Försterei Mechow. &lt;br /&gt;
:Auch die Stelle des Oberforstmeisters wurde dann 1932 aufgelöst. &lt;br /&gt;
:Der letzte Förster, Walter Kruse, wurde nach Strasen versetzt. Das Haus übernahm Malermeister Tock und nach seinem Tod in den 70er Jahren Fischer Götz. :Für Carwitz verblieb nur der Hullerbusch und der Conower Werder, was für einen Holzwärter reichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Neben der geschichtlichen Entwicklung des Feudalismus ist sicher auch die Randlage von Carwitz entscheidend für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Naturschutzgebiet Hauptmannsberg umfasst 43 Hektar  des markanten Ausschnitts einer Endmoräne der letzten Eiszeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Hauptmannsberg, 120 Meter hoch, ist eine Satzendmoräne. &lt;br /&gt;
:Nach Abtauen des Eises blieben die noch heute sichtbaren Findlinge zurück. Bronzezeitliche Hügelgräber belegen auch hier eine frühe menschliche Besiedlung. Das im 13. Jahrhundert gegründete Hanow, später Hanau, wurde im 15. Jahrhundert aufgegeben und die Flächen anschließend von Carwitzer Bauern genutzt. &lt;br /&gt;
:Auf einer Karte von Tilemann Stella aus dem Jahr 1578 sind die Flächen waldfrei verzeichnet. &lt;br /&gt;
:Bereits im 18. Jahrhundert wurden steile und unwegsame Flächen aufgegeben und bewaldet. &lt;br /&gt;
:Die anderen Flächen wurden abwechselnd als Wiese und Acker genutzt. &lt;br /&gt;
:Die landwirtschaftliche Nutzung wurde im Jahr 1971 vollständig aufgegeben. Erst seit 1992 erfolgt wieder eine regelmäßige Beweidung. &lt;br /&gt;
:In den steilen Hangbereichen am Ufer des Zansen wachsen jetzt Wälder mit Hainbuche, Rotbuche und Eiche, eingestreut findet sich Haselnuss. &lt;br /&gt;
:Nach der Nutzungsaufgabe Mitte des 20. Jahrhunderts konnten sich Besenginster, Brombeere und Schlehe ausbreiten. &lt;br /&gt;
:Die offen gehaltenen Bereiche bedecken artenarme Rotstraußgrasfluren und Grasnelken-Schwingelrasen. &lt;br /&gt;
:Nur noch in kleinen Flächen sind die an basenreiche Standorte gebundenen Pflanzengesellschaften mit Steppenlieschgras und Glatthafer zu finden. &lt;br /&gt;
:Zahlreiche wärmeliebende Zikaden- und Heuschreckenarten besiedeln das Gebiet, darunter der Kleine Heidegrashüpfer und die Zweifarbige Beißschrecke. &lt;br /&gt;
:Die Brutvogelwelt hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Veränderung der Flächen gewandelt. &lt;br /&gt;
:Es sind heute vorrangig hecken- und waldbewohnende Arten anzutreffen, wie Sperbergrasmücke, Neuntöter, Sprosser und Wendehals. &lt;br /&gt;
:Rechtlich besteht das Schutzgebiet seit dem 20. März 1957. Es grenzt an das nördlich und westlich liegende Naturschutzgebiet Hullerbusch und Schmaler Luzin. Es ist nach EU-Recht als FFH-Gebiet23 und Vogelschutzgebiet eingestuft. &lt;br /&gt;
:Der ursprünglich beabsichtigte Schutz des Offenlandes mit beweideten Trockenrasen hat sich durch Wiederansiedlung von Gehölzen geändert. &lt;br /&gt;
:Auch der später wieder geförderte Verbiss durch die Schafbeweidung und maschinelle Pflegemaßnahmen können dies nicht ändern. &lt;br /&gt;
:Der durchziehende Wanderweg entlang am Zansen ist mit seinen Aussichten auf die Seen ein touristisches Hauptziel. &lt;br /&gt;
:Aber die „Aussichtsmöglichkeiten“ haben sich durch den kompromisslosen Naturschutz massiv vermindert. &lt;br /&gt;
:So verhindert der Baumbewuchs des Hauptmannsberg die Rundumsicht auf die  Seen: Schmaler Luzin, Dreetz, Falladabucht, Carwitzer See, Zansen. &lt;br /&gt;
:Es ist nur noch ein eingeschränkter Blick auf den Carwitzer See übriggeblieben. &lt;br /&gt;
:Diese Entwicklung wirft immer wieder die Frage nach der Zielstellung des Naturschutzes auf. &lt;br /&gt;
:Soll es so bleiben, wie es im Moment ist, oder soll es wieder werden wie vor 50 Jahren, wie vor 200, 1.000 oder 10.000 Jahren? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+14&#039;&#039;&#039; In den „Heiligen Hallen“ sind nach einem Sturm die gestürzten Buchen nicht von den Wegen geräumt worden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 70.jpg|thumb|600px|center|DC70 So sieht es heute mit dem „Naturschutz“ aus. Vor ihm gab es dort keinen Wald Foto B. Krause 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die mit dem Naturschutz, der modernen Landwirtschaft und den veränderten Besitzverhältnissen verursachten Veränderungen in der Tierwelt bedürften einer besonderen Darstellung.  &lt;br /&gt;
:Es geht dabei nicht um die Neuansiedlung von Wölfen, sondern um die grundsätzlich veränderten Lebensbedingungen für die Kleintierwelt. &lt;br /&gt;
:Der Waschbär hat enormen Schaden verursacht, insbesondere in der Vogelwelt. &lt;br /&gt;
:In den siebziger Jahren gab es noch Fasane, Haubentaucher, Schellenten, Pirole in der unmittelbaren Umgebung von Carwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==22. Kiesabbau Carwitz - Thomsdorf verhindert – Findlingsgarten gegründet==&lt;br /&gt;
:(zusammengefasst nach informativen Gesprächen mit Gudrun Kunze, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch versuchte in den neunziger Jahren ein Bauunternehmen das Recht auf Kiesabbau im Bereich Carwitz/Thomsdorf westlich und südlich zwischen Schmalen Luzin, Dreetz und Krüselinsee zu erwerben. Es betraf 127 Hektar in Mecklenburg-Strelitz und 87 Hektar in der Brandenburgischen Uckermark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 71.jpg|thumb|600px|center|DC71 Das Kiesabbaugebiet ist schwarz markiert]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Als das bekannt wurde, kam es im März 1996 zur Bildung eines länderübergreifenden Vereins “Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau“. &lt;br /&gt;
:Die 60 Gründungsmitglieder regten die Diskussion in den zuständigen Gemeinden und Kreistagen zur Verhinderung dieses massiven Eingriffes in das Landschafts- und Naturschutzgebiet der Feldberger Seenlandschaft an. Es kam zu 15.000 Unterschriften. &lt;br /&gt;
:Die Vereinsmitglieder steckten den Kopf nicht in den Sand des geplanten Kiesabbaus. &lt;br /&gt;
:Im Rahmen dieser Bürgerinitiative wurde zunächst der Weg von Carwitz nach Mechow wiederbelebt und mit Birken bepflanzt. Mit Spenden und Fördermitteln erwarb der Verein 2002 ein Grundstück auf dem Kiesfeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 72.jpg|thumb|600px|center|DC72 Der Findlingsgarten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der NABU des Kreises Mecklenburg-Strelitz mit seinem damaligen Vorsitzenden Erwin Hemke hatte dann die Idee zu einem Findlingsgarten mit Heidelandschaft. &lt;br /&gt;
:Im September 2002 wurde zu dessen Einweihung ein fast 20 t wiegender Granitstein, ein Findling aus der Eiszeit, in Anwesenheit des damaligen Umweltministers Dr. Wolfgang Methling (PDS) von Mecklenburg-Vorpommern an den Ortsrand von Carwitz neben den genannten Weg gebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 73.jpg|thumb|600px|links|DC73 Der Hüter  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 74.jpg|thumb|800px|rechts|DC74  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Er wurde auf den Namen „Der Hüter“ getauft, denn er soll und wird das Landschaftsschutzgebiet bewachen. Weitere Findlingssteine formen den Umriss eines Mammuts nach. &lt;br /&gt;
:Texte informieren über die skandinavischen Herkunftsorte der 168 Findlinge aus einem Umkreis von ca 30 km.&lt;br /&gt;
:2005 konnte dann eine unabhängige Gruppe privater Personen das Bergrecht für den Kiesabbau kaufen. &lt;br /&gt;
:Damit war der Abbau von Kies auf Dauer verhindert. 2017 kam es zur Verschmelzung der Vereine: „Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen Kiesabbau und Deponien“ und „Eiszeit- und Naturerlebnis Wittenhagen e.V.“ zum „Feldberger Eiszeit- und Naturerlebnis e.V.“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==23. Gedanken zum Schluss==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Man kann erfahren, wie bekannt Carwitz ist, wenn man irgendwo in Deutschland auf dieses Dörfchen zu sprechen kommt. Die wirtschaftliche und kulturelle Zukunft von Carwitz liegt heute einzig und allein im Tourismus und für Feldberg auch im Kurbetrieb. &lt;br /&gt;
:Einzigartig ist aber nicht nur Carwitz, sondern auch die nähere und weitere Umgebung der Feldberger Seenlandschaft. Einige unserer Familie und Freunde hatten deshalb schon den Gedanken, eine kleine Broschüre zu gestalten. &lt;br /&gt;
;“111 Orte um Carwitz, die man gesehen haben sollte“. Orte aus der Vergangenheit, im aktuellen Urlaub gesehen oder aber auch vorgenommen, in der nahen Zukunft zu besuchen. Diese Idee wurde schon vor langer Zeit ausgesprochen.24 Eine Auflistung führte zu vielen weiteren Orten, zu mehr als 111 Diamanten in der Umgebung. Sie reicht von Alt Placht, dem Kirchlein im Grünen, bis weit hinaus übers Restaurant Zollhaus am Erddamm in Feldberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Auch die hier genannten Orte und Geschichten können vielleicht anregen, über Carwitz und die umliegenden Seen hinaus etwas zu erleben und zu genießen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Also „Auf Schusters Rappen“, auf die Fahrräder oder auch ins Auto:&lt;br /&gt;
:Hans –Fallada-Museum: Zum Bohnenwerder 2 in Carwitz &lt;br /&gt;
:Lütt Holthus: Waldmuseum in Lüttenhagen &lt;br /&gt;
:Neustrelitz: ehemalige Residenzstadt der Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz mit einmaliger spätbarocker sternförmiger Stadtanlage und Schloßgarten&lt;br /&gt;
:Schloss Hohen Zieritz: Sterbeort der Königin Luise von Preußen, Nationalparkamt, Anfang oder Ende der Königin-Luise-Route Hohenzieritz-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Frauenkonzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg, Gedenkstätte&lt;br /&gt;
:Dorfkirchen in Carwitz, Conow, Fürstenhagen, Mechow, Wittenhagen&lt;br /&gt;
:Spring: Quelle und Picknick-Platz ca 10-15 Min. vom Friedhof Laeven entfernt&lt;br /&gt;
:Dorfwüstung Krüselin und Picknick-Platz: 30 Min. von Carwitz entfernt&lt;br /&gt;
:Hullerbusch mit Hünenwall und Teufelstein: eiszeitlich geformter Buchenwald, Hochuferweg am Zansen&lt;br /&gt;
:Hauptmannsberg mit Wanderweg entlang des Hochufers am Zansen: schönster Blick Mecklenburgs&lt;br /&gt;
:Bohnenwerder: eindrucksvoller 360°-Rundblick über den Carwitzer See&lt;br /&gt;
:Heilige Hallen: ältester 300-400-jähriger Buchenwald Deutschlands&lt;br /&gt;
;3 Friedhöfe in Carwitz: &lt;br /&gt;
:1. an der Kirche, &lt;br /&gt;
:2. „in de Mitte von Dorp“, &lt;br /&gt;
:3. bei der Mühle&lt;br /&gt;
:Kahnfähre über den Schmalen Luzin: Verbindung vom Hotel Hullerbusch zur Luzinhalle &lt;br /&gt;
:Schmaler Luzin: Uferweg von Carwitz nach Feldberg (Luzinhalle)&lt;br /&gt;
:Feldberg: Amtswerder, Klinik, Blick vom Reiherberg&lt;br /&gt;
:Wittenhagen: Luzintheater, Kirche, Eiszeit-Route&lt;br /&gt;
:Scharteisen – glazialer Toteissee; von Wittenhagen aus zu erreichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==24.    Glossar==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Adjungiert		&lt;br /&gt;
:zugeordnet, beigefügt&lt;br /&gt;
;boom                          &lt;br /&gt;
:Baum  (plattdeutsch) irgendwo als „oben“ genannt ist falsch&lt;br /&gt;
;Cammer-Collegium	&lt;br /&gt;
:s. Kammerkollegium&lt;br /&gt;
;Devastiert		&lt;br /&gt;
:zerstört, verwüstet, heruntergewirtschaftet&lt;br /&gt;
;Domäne		&lt;br /&gt;
:Landesherrschaftliches Staatsgut, das auch verpachtet werden konnte&lt;br /&gt;
;Domanium	&lt;br /&gt;
:verpachteter landesherrschaftlicher Besitz ( Dörfer, Höfe ) mit direkter Steuerpflicht gegenüber dem Landesherren. Bestand bis 1919&lt;br /&gt;
;Emolumente		&lt;br /&gt;
:Nebeneinnahmen, Nutzen&lt;br /&gt;
;Erbvergleich	(auch Landesgrundgesetzlicher)  &lt;br /&gt;
:Mecklenburger Gesetzessammlung von 1755 zur Regelung der Beziehungen zwischen dem Landesherren und der :Ritterschaft, Städten. Praktisch die Landesverfassung des Mecklenburger Ständestaates bis 1919.&lt;br /&gt;
:Etablissement		&lt;br /&gt;
:hier dienstliche oder betriebliche Niederlassung der Forstwirtschaft&lt;br /&gt;
;Gerechtsame, die	&lt;br /&gt;
:veraltet für (Vor)recht&lt;br /&gt;
;Glashütte	&lt;br /&gt;
:Manufaktur zur Herstellung von Glas aus Quarzsand und Pottasche in einem Schmelzofen. Hatte sehr großen Holzverbrauch in ihrer unmittelbaren Umgebung.&lt;br /&gt;
;Hutewald	&lt;br /&gt;
:die Dorfbewohner durften nach uraltem Recht in diesem Wald ihr Vieh – meist ihre Schweine – hüten, weiden lassen&lt;br /&gt;
:Kammerkollegium	&lt;br /&gt;
:herzogliche Finanzverwaltung, auch als Cammer-Collegium bezeichnet&lt;br /&gt;
;KWA			&lt;br /&gt;
:Karbe-Wagner-Archiv in Neustrelitz&lt;br /&gt;
;LHA			&lt;br /&gt;
:Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
;Meierei		&lt;br /&gt;
:größeres landwirtschaftliches Gut meist außerhalb der Dorfgemarkung&lt;br /&gt;
;Meierei Wirtschaft	auch Meierei Hof &lt;br /&gt;
:Wirtschaft zur Herstellung von Milch, Butter, Käse&lt;br /&gt;
;Moräne		&lt;br /&gt;
:von Gletschereis abgelagerte Erde und Gesteine, fruchtbarer Boden&lt;br /&gt;
;Pertinens, das (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehöriges, Zubehör&lt;br /&gt;
;Pertinenz, die (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehörigkeit&lt;br /&gt;
:Resolviren                  &lt;br /&gt;
:entscheiden, einen Beschluss öffentlich machen&lt;br /&gt;
;Rute	&lt;br /&gt;
:deutsches Längenmaß und als Quadratrute Flächenmaß vor der Reichsgründung 1871, in jedem deutschen Land anders: Mecklenburg-Strelitz = 5,02 m, 1 :QR = 25,2 m²,  Mecklenburg-Schwerin = 4,65 m, 1QR = 21,6 m²&lt;br /&gt;
;Sander	&lt;br /&gt;
:durch Schmelzwasser vor dem Gletscher ausgeschwemmte oft auch verwehte Sandflächen mit Dünen, gering fruchtbar&lt;br /&gt;
;Teerofen	Holzschwelerei,  &lt;br /&gt;
:zur Herstellung von Teer, der vor allem als Schmierstoff für Wagenräder benutzt wurde. Sehr großer Holzverbrauch in unmittelbarer Umgebung&lt;br /&gt;
;Werder		&lt;br /&gt;
:aus dem Althochdeutschen für &amp;quot;erhöhtes vom Wasser geschütztes Land&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Wie(r)l			&lt;br /&gt;
:Insel (Plattd.)&lt;br /&gt;
;Wörde	&lt;br /&gt;
:Hausacker, Hausgarten unmittelbar hinter oder neben dem Haus, in Carwitz zum See hinabreichend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==25.Literatur (Auswahl)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1. Borrmann, Klaus u. Tempel, Holger - Die Wildparks Serrahn &amp;amp; Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:Verlag: Erich Hoyer Galenbeck 2005, u a.  &lt;br /&gt;
;2. Brandenburgisches Landeshauptarchiv files - Flurkarte „Plan von der Feldmark Thomsdorf&amp;quot; &lt;br /&gt;
:– Signatur 37 Boitzenburg K 65 B / Potsdam, Tel. 0331-5674-213 &lt;br /&gt;
;3. Carpin, Gasthof Schleser See&lt;br /&gt;
: histor. Landkarte an der Wand: &lt;br /&gt;
:„herzogl. Directoerialkommission Generalplan 1750 aufgenommen von Hallas“ als Hinweis für &lt;br /&gt;
;4. Carwitz - Abschlussdokumentation der Sanierung1992-2007&lt;br /&gt;
:                                                                                                 &lt;br /&gt;
;5. Goetsch, Erich - Mechow. - Zur Geschichte einer kleinen bäuerlichen Siedlung in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. &lt;br /&gt;
:Cappenberg 2004 s. a. sein Literaturverzeichnis &lt;br /&gt;
;6. Herrmann, Joachim - &amp;quot;Die Slawen in Deutschland&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1985 &lt;br /&gt;
;7. Herrmann, Joachim - „Die Ergebnisse der Ausgrabungen in Feldberg“ &lt;br /&gt;
:in Ausgrabungen und Funde Bd. 13, Akademie-Verlag, Berlin 1968, S. 198 – 204&lt;br /&gt;
;8. Kinderbuchverlag Berlin - Carwitzer Notizen, 1985&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;9. Karbe-Wagner-Archiv  17235 Neustrelitz, Schloßstr.12-13, im Kulturquartier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;10. Kaus, Sigrid Ehefrau des Malers Max Kaus, der in 20er Jahren in Carwitz malte. &lt;br /&gt;
:Potsdamerstr.44 in 12205 Berlin Lichterfelde Tel.: 030- 833 60 25&lt;br /&gt;
;11. Krappe, Martin u. Arno Waterstraat - „Fischfauna der oberen Feldberger Seen und des Carwitzer Sees“ &lt;br /&gt;
:in Labus Heft 24/2006 S. 44-58 Phönix Multimedia Service GbR Elisabethstr. 28, 17235 Neustrelitz hier der Hinweis auf Sonderheft 5/2003 S.24 ff über die Ostgroppe und die Tiefenmaräne&lt;br /&gt;
;12. Krausch, Hans-Dieter und Werner Schmidt - „Das Feldberger Seengebiet“, &lt;br /&gt;
:Verlag Hermann Böhlhaus Nachfolger Weimar 1997, Bd.57 in der Reihe „Werte der Deutschen Heimat“&lt;br /&gt;
;13. Krüger, Georg -  Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. &lt;br /&gt;
:(3 Bd.) I. Band Das Land Stargard II. Abteilung: - Amtsgericht Feldberg S. 102 - 108  Neubrandenburg 1925 Brünslowsche Verlagsbuchhandlung &lt;br /&gt;
;14. Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;15. Liersch, Werner - Dichters Ort, &lt;br /&gt;
:S. 159 wahrscheinlich auch in Fallada Biografie Individuell Verlag 2005&lt;br /&gt;
;16. Mecklenburgica – Archiv- und Recherchedienst Schwerin (Herr Steinbruch) &lt;br /&gt;
:entziffert alte Dokumente&lt;br /&gt;
;17. Mecklenburg-Strelitz . Beiträge zur Geschichte einer Region, Hrsgb. Landkreis Mecklenburg-Strelitz&lt;br /&gt;
:mit div. Autoren. Verlag Druckerei Steffen 2001                             &lt;br /&gt;
;18. Richter, Dipl. Biolog. Wolfgang M. ( ca 1928 geb.) und Fr. Ingeborg &lt;br /&gt;
:Verfasser von „Feldberg“ Verlag Michael Gust 1999 und aktiver Mitarbeiter bei BONITO Drosselgang 2  /  21709 Himmelpforten, Niederelbe Tel.: 04144 – 4925&lt;br /&gt;
;19. Interview Carwitz - Schönfeld, Christa, geb. Utnehmer - Schulz, Otto und Hildegard, geb. Rakow - Güldner, Ursula, geb. Koch und Kurt - Morach, Erna geb. Güldner &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;20. Stange, Hartmuth - Die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung Ostmecklenburgs in 2)&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;21. Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“. &lt;br /&gt;
:In Auszügen siehe Anhang. Karten und Akte liegen im Landeshauptarchiv Schwerin - LHAS Landesgrenzakten Sign. 370 Bestand 2.11-2) und wurden mir bereitgestellt in der Übertragung  und Bearbeitung  von Ulrich Voigtländer / Waren u. W.M. Richter / Himmelpforten LUZIN-REPORT 10. Lieferung 1989/90&lt;br /&gt;
;22. Schulz, Erwin - „Ortsnamen in Mecklenburg- Strelitz von 1170 bis 1572“ &lt;br /&gt;
:des Institut für Slawistik der E.-M.-A.-Universitä Greifswald&lt;br /&gt;
;23. Voigtländer, Ulrich - „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ &lt;br /&gt;
:in Karbe-Wagner-Archiv, neue Schriftenreihe Nr. 5 / 2007 Thomas Helms Verlag, Schwerin&lt;br /&gt;
;24. Lemke, Hans-Jürgen - &amp;quot;Die Krüseliner Mühle - Historie - Schicksale - Anekdoten&amp;quot; Erinnerungen, &lt;br /&gt;
:2018 Selbstverlag, 135 S., 2. wesentlich erweiterte und überarbeitete Auflage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ende==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==für Druckversion - Rücktitel ISBN https://www.epubli.com/ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 03.jpg|600px|center|thumb|  CD3 Rücktitel Bild 1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 04.jpg|600px|center|thumb|CD4 Rücktitel Bild 2]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156160</id>
		<title>Carwitz-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156160"/>
		<updated>2026-09-14T17:37:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* 10.Ruth Werner (* 15. Mai 1907 in Friedenau † 7. Juli 2000 in Berlin) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 01.jpg|600px|center|thumb| Carwitz 2007 bei Flug über Mecklenburger Seen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 02b.jpg|600px|center|Carwitz Dörffel 02]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[[Carwitz]]-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner  &lt;br /&gt;
;Autor Ernst F. Doerffel&lt;br /&gt;
;Redaktion Carola Hasan &lt;br /&gt;
;2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorwort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wie kam es zur Idee „Puzzleteile der Geschichte von Carwitz“?&lt;br /&gt;
:Anfang 2000 las ich die gerade veröffentlichte Dorfgeschichte von Mechow, südlich von Carwitz im selben Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gelegen. Da kam mir der Gedanke eine Dorfgeschichte von Carwitz zu schreiben. &lt;br /&gt;
:Ich fing an zu sammeln und kam aus dem Staunen nicht heraus. &lt;br /&gt;
:Mit dem Verfasser der Dorfgeschichte von Mechow, Erich Goetsch, kam ich freundschaftlich ins Gespräch. :Erich Goetsch hatte damals als 80-jähriger sehr intensiv in den Archiven, insbesondere im Landesarchiv Schwerin, geforscht und gesammelt. Er selbst wohnte seit Mitte der Fünfziger Jahre bei Bremen, seine Tochter seit den 90er Jahre in Mechow. &lt;br /&gt;
:In den Jahren 2005-2008 interviewte ich mehrere Carwitzer Bürgerinnen und Bürger. Sie erzählten sehr interessant, insbesondere über die Zeit zwischen den Kriegen im 20. Jahrhundert und über die DDR. Auch zeigten sie mir z.T. uralte Dokumente aus dem 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Während der folgenden Jahre hatte ich versucht, für meine Sammlung von Fragmenten einen Archivar in Feldberg zu interessieren. Er hat angeblich damit gearbeitet. Mir ist aber nicht bekannt, ob davon auch etwas veröffentlicht worden ist. &lt;br /&gt;
:Ich ließ mir meine per USB-Stick überlassenen Dateien 2023 zurückgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Meine Sammlung aus den verschiedensten Quellen und Dokumenten sind von mir nicht verbindlich überprüft worden. Ihre Veröffentlichung ohne Überprüfung der Dokumente im Landesarchiv Schwerin ist mir nicht möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Interviews mit Carwitzern wurden chronologisch eingearbeitet. Es sind bis 2025 immer wieder viele Ergänzungen mit gelesenen und gehörten Informationen hinzugefügt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zufällig entdeckte ich Ende Februar 2026 im Internet eine Interessentengruppe für Ortschroniken in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Bildungsministerium unterstützt. Da existiert auch eine kurze Chronik von Carwitz. Kontakte wurden aufgenommen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese „Carwitzgeschichte“ wurde über zwei Jahrzehnte mit Unterbrechungen erarbeitet. &lt;br /&gt;
:Jetzt möchte ich gedruckte Exemplare an die Familie, an Freunde und Interessierte weitergeben. &lt;br /&gt;
:Die Unterlagen, Interviews und familiäre Bezüge bleiben auf Festplatten gespeichert. &lt;br /&gt;
:Ich bitte alle Interessierten mir persönlich Korrekturen, Änderungen, Streichungen und insbesondere Ergänzungen mitzuteilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Einzelheiten sind dort zu finden, so in „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer, Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5.&lt;br /&gt;
:Die Fotos stammen aus sehr verschiedenen Quellen, so von Ernst Rittwagen (Feldberg), aus alten Büchern u.v.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ernst F. Dörffel  &lt;br /&gt;
:Carola Hasan (Redaktion)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1. Eiszeitliche Gestaltung der Feldberger Seenplatte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Carwitz liegt mit Hügeln und Tälern am südlichen Ende des Feldberger Endmoränen-Bogens, der jahrhundertelang Teil des Gletscherrandes war. Dieser zog sich von Güstrow über Neustrelitz bis in die Uckermark. Südlich von Carwitz beginnt das Sandergebiet. &lt;br /&gt;
:Unsere Vorstellungskraft ist wohl meistens überfordert, wenn wir uns ein realistisches Bild der geologischen und klimatischen Situation vor 12.000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit machen wollen. Der zerklüftete Rand des Gletschers von 300 Meter Höhe stand Jahrhunderte still, bis er endgültig nach Norden zurückwich. Am Gletscherrand sammelten sich die von ihm mitgeführten Findlinge und das Geschiebe beim Abtauen an. So entstand auch der Hünenwall, eine Satzendmoräne zwischen Luzinstein, oberhalb der Luzinhalle, und dem Kesselmoor im Hullerbusch. Aus Tunneln unter dem Eis floss ein riesiger Strom von Schmelzwasser mit Geröll und Sand hervor. Auf Grund der Thermik wehte ständig ein stürmischer Wind und transportierte Staub und feinen Sand nach Süden. Es bildete sich der mehrere Kilometer breite „Sander“. Riesige Eisblöcke der vorangegangenen Eiszeit waren als Toteis im Untergrund liegen geblieben und vom Gletscher praktisch „überfahren“ worden. Sie schmolzen erst mit dem Ende der letzten Eiszeit völlig weg. Dank dieser Toteisblöcke entstanden die vielen Sölle und größeren Seen. Die Grund- und Endmoräne haben fruchtbaren Boden.  Die Sanderböden dagegen sind unfruchtbar. Deshalb fand dort später weniger Besiedlung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==2. Landschaft zu Beginn der menschlichen Besiedlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine sehr ausführliche und interessante Darstellung der kulturhistorischen Entwicklung der gesamten Region, einschließlich Carwitz, findet sich in der Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5, S. 7 „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer. Das Heft steht in Carwitzer Kate 1 zwischen den Büchern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ende der letzten Eiszeit, Weichsel-Eiszeit, vor 12.000 Jahren folgten steinzeitliche Jäger den großen Tierherden nach Norden. Aber erst ab ca. 4.000 v. Chr. sind Menschen in unserem Raum archäologisch nachweisbar. Bronzezeitliche Funde werden um 1.250 v. Chr. datiert (23). Zeugnisse sind die Großsteingräber auf dem Hauptmannsberg und am Breiten Luzin sowie das älteste bekannte Schlachtfeld Europas im Tollense-Tal. &lt;br /&gt;
:Die germanische Besiedlung bis zur großen Völkerwanderung, 375 – 568 n. Chr., wird in groben Zügen bei römischen und griechischen antiken Autoren erwähnt. Im Großraum der unteren Elbe bis zur Weichsel, also Norddeutschland/Polen, sind das die Vandalen, die Semnonen, die Sueben, die Goten und die Burgunder. Exakte Gebiete können den einzelnen Stämmen nicht zugeordnet werden. In den zwei Jahrhunderten der Völkerwanderung werden die Volksstämme durcheinander gewirbelt. Unser Gebiet wird besonders entlang der großen Flüsse von den genannten Stämmen nur durchzogen. Im wahrsten Sinne des Wortes tritt eine Entvölkerung ein. Ursache der großen Völkerwanderung sollen klimatische, wirtschaftliche oder demographische Faktoren gewesen sein. Auslöser der Völkerwanderung war aber dann der Vorstoß der Hunnen aus Asien über Russland nach Europa. Dadurch wurden die germanischen Stämme, die Goten und Vandalen, aus dem Raum des westlichen Russlands vertrieben, sie flüchteten vor der drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
:Es erfolgte in den nächsten Jahrhunderten durch slawische Stämme von Osten eine friedliche Landnahme des menschenleeren Raums, in dem nur noch eine germanische Restbevölkerung lebte. So bildete sich kampflos ein geschlossenes slawisches Siedlungsgebiet, unterteilt in verschiedene Stämme, bis zur Elbe-Saale. Sie drangen sogar weiter westlich bis zum Main und der Regnitz vor. Noch heute bezeugen das slawische Orts- und Flurnamen eindeutig.&lt;br /&gt;
:Für unser Gebiet der oberen Havel und östlich der Tollense werden die Redarier mit ihrer Tempelburg Rethra genannt. Sie waren wohl der bedeutendste Stamm der Kernstämme der Lutizen, die Kessiner, Zirzipanen und die Tollenser.&lt;br /&gt;
:Eine gute Darstellung findet sich bei [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Chronik_von_Mechow_(Autor_Erich_Goetsch) Goetsch “Dorfchronik Mechow“ Seite 6 bis 14 ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit.jpg|500px|zentriert|thumb|CD06 Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Bronzene Schmuckscheibe&#039;&#039;&#039; von 4,8 cm Durchmesser im degenerierten Jellingstil aus der jungslawischen Inselsiedlung Carwitz. Wurde 1837 auf dem Kohlwerder im Carwitzer See oder dort „beim Fischen“ gefunden. In der nordischen Mythologie ist der dargestellte „Fenriswolf“ der dämonische Sumpfwolf, der das Bösartige, Zerstörische symbolisiert. Text Wikipedia (Corpus Archäologischer Quellen zur Frühgeschichte, Textband, Akademie-Verlag, Berlin 1979)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Die in der Zwischenzeit christianisierten und wirtschaftlich erstarkten deutschen Volksstämme, Franken und Sachsen, begannen seit Karl dem Großen ab 800, insbesondere dann unter Kaiser Otto I., in grausamen und rücksichtslosen wechselvollen Kriegen nach Osten vorzudringen. Diese Expansion erreichte nach der Herausbildung des deutschen Staates mit der sogenannten Deutschen Ostkolonisation im 11. bis 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt. 1147 lehnten die sächsischen Fürsten es ab, sich an einem zweiten Orientkreuzzug, leidenschaftlich dazu vom französischen Abt Bernhard von Clairvaux aufgerufen, zu beteiligen. Da sie „Völker zu Nachbarn haben, die noch dem schändlichen Götzendienst huldigten, nahmen (sie) zwar ebenfalls das Kreuz, aber um gegen jene Völker Krieg zu führen“. Im Wendenkreuzzug 1147 zogen sie unter der Bernhardschen Parole „Bekehrung oder Vernichtung“ gegen die heidnischen slawischen Völkerschaften zwischen Elbe und Oder. (7)&lt;br /&gt;
:Das Hauptheiligtum Rethra, Riedegost, mit dem Gott Svarožić wird zerstört und verschwindet völlig aus dem Gedächtnis. Später wurden mindestens 20 verschiedene Lokalisationen als Standort für Rethra diskutiert. Die wahrscheinlichste Lage ist die Fischerinsel am Südwestufer des Tollensesees bei Wustrow.  Die herrschenden slawischen Familien wurden unter der Bedingung anerkannt und „belehnt“, wenn sie selbst das Christentum annehmen und sich um seine weitere Verbreitung aktiv bemühen. (6) Damit beginnen auch die schriftlichen Dokumentationen in Lehnzeugnissen und Kirchenarchiven.  Als Zeichen der erfolgreichen Christianisierung findet man in ganz Mecklenburg die Feldsteinkirchen des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 07.jpg|650px|rechts|thumb|CD07 Besiedlung von Carwitz. Aus „Ausgrabungen und Funde 13“ S. 203 – Abb.3 der Akad. D. Wissenschaften Berlin, 1968, ergänzt nach Corpus Bd.2 aus (6)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Die Großsiedlung Burgwall Feldberg&#039;&#039;&#039; ist auf dem Schlossberg am Breiten Luzin gelegen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Carwitz&#039;&#039;&#039; wurde durch Ausgrabungen auf der Halbinsel Hauswerder, heute Bohnenwerder, die früheste Besiedlung für das 7. - 8. Jahrhundert an der Bucht gegenüber dem Stein- und dem Bollenwerder nachgewiesen. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der Feldmark Hanow, (Wüstung im Dreißigjährigen Krieg) auf der Hochfläche westlich vom Hauptmannsberg, geschah im 8. bis 12. Jahrhundert und für alle Inseln im Carwitzer See im 11. – 12. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
:Vom „Festland“, beim heutigen Fischer in Carwitz, gingen Brücken über den Jäger-, Gänse- und Steinwerder zum Bollenwerder und bis zu den Ziegenbergen des gegenüberliegenden Ufers.&lt;br /&gt;
:Die Inseln boten Schutz vor plötzlichen Überfällen. Spätestens im 10. Jahrhundert wurden die slawischen Dörfer gegründet, meist als Runddörfer um kleine Teiche. &lt;br /&gt;
:Die deutschen Einwanderer gründeten später Straßendörfer. Die typischen Endungen -itz oder -ow sind Merkmale slawischer Ortsnamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;+2&#039;&#039;&#039; 3. Carwitz wird erstmalig &#039;&#039;&#039;(+?)&#039;&#039;&#039; 1216 genannt (oder auch erst 1393?) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Ortsname stammt von dem altpolabischen Wort „karva“ für Kuh ab. Im Gegensatz dazu ist „Conow“, auf der anderen Seite des Carwitzer Sees, mit „Pferdedorf“ zu übersetzen. („con“ = Pferd). &lt;br /&gt;
:Erwin Schulz schreibt: „1393 Carwytze, 1459 Karviz, 1518 Carvitze, 1708 Karwitz, 1796 Carwitz.“ &lt;br /&gt;
:Carwitz gehörte zur „Herrschaft Stargard“ und diese gehörte seit 1130 zum Herrschaftsbereich der Herzöge von Pommern. Ab 1292 war die Herrschaft Stargard ein Wittum (Mitgift oder Brautpreis) der Markgrafentochter Beatrix von Brandenburg. Da sie die Frau des mecklenburgischen Fürsten Heinrichs II., genannt „der Löwe“, war, kam die Herrschaft Stargard ab 1299 faktisch an die Fürsten (später Herzöge) zu Mecklenburg. Am Ende des 14. Jahrhunderts – so eine weitere Notiz – wiesen die Herzöge von Mecklenburg - Stargard einem Henning Parsenow Pachtgeld aus Carwytze an.&lt;br /&gt;
:Bei &#039;&#039;&#039;(22)&#039;&#039;&#039; heißt es aber auch S. 37: „Mechow ist das erste Dorf im früheren Amt Feldberg, das urkundlich erwähnt wird (1271) und einer der drei Orte in diesem Amt, die noch im 13. Jahrhundert ins Licht der Geschichte treten (Flatow und Warbende 1299).“&lt;br /&gt;
:Feldberg wird 1256 und die Krüseliner Mühle 1275 als „Feldberger Mühle“ erwähnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Gebiet endgültiger Besitz der mecklenburgischen Herzöge. Das Dorf wurde dem Amt Feldberg (Domänenamt) zugeordnet.&lt;br /&gt;
:Kirchlich war das Angerdorf  Carwitz bis zum Dreißigjährigen Krieg und dann wieder ab 1740 eine selbstständige Pfarrei. &lt;br /&gt;
:Dazu gehörten die umgebenden Dörfer einschließlich Feldberg. Daraus kann man schließen, dass es in damaliger Zeit ein früher Ort der ursprünglichen Besiedlung gewesen sein könnte.  &lt;br /&gt;
:Seitdem lebt es, mit Ausnahme von Kriegs- und Pestzeiten, beschaulich dahin. Obwohl in den vergangenen Jahrhunderten echte Friedenszeiten die Ausnahme waren, berührten die kriegerischen Auseinandersetzungen nur selten diese Gegend. Wenn es dazu kam, dann waren die Folgen meist verheerend. So wurden durch die Streitigkeiten zwischen Brandenburg und Mecklenburg 1440 viele Dörfer „wüst“. Hanau (Hanow westlich vom Hauptmannsberg) wurde nie wieder aufgebaut. &lt;br /&gt;
:In Carwitz vergrößerte sich der Dorfkern, das „boomdörp“, nur langsam um die Kirche mit Friedhof und Bäumen. Das „unnerdörp“ an „de bäk“ ist aber mit einigen Erdhütten wohl eher der ursprüngliche Siedlungsort gewesen. &lt;br /&gt;
:Zur Besiedlung, zu den Streitigkeiten um Grenzen, der Lage von Mühlen und dem Zugang bzw. dem Besitz der Seen und Bäche siehe im Anhang Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==4. 30-jähriger Krieg und Folgezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahrzehnten vor dem dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) bestand ein relativer Wohlstand. 1637 plünderten, raubten, mordeten die Horden des Grafen Gallas.&lt;br /&gt;
:1639 gab es in Feldberg nur noch 3 Kossaten mit ihren Frauen. Um 1600 waren es um die 60 Personen gewesen. Georg Krüger schreibt: „1639 lebten im ganzen Amt (Feldberg) 47 Personen: 5 Bauleute (Bauern), 8 Kossäten, 13 Witwen, 9 Kinder, 10 Knechte und 2 Mägde. Und ist im selbigen Amt kein Vieh, an Klein oder Groß vorhanden, wie auch daselbst anitzo kein Sommer- oder Winterkorn geseyet ist.“&lt;br /&gt;
:Nach dem 30-jährigen Krieg kam die Pest. Auf dem Feldberger Pestfriedhof, der in den 1960er Jahren auf dem Amtswerder entdeckt wurde, fanden sich etwa 80 Tote. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die dem westfälischen Frieden von 1648 nachfolgenden Kriegszüge der feudalen Herren und Fürsten mit ihren marodierenden Truppen brachten immer wieder Not und Elend mit sich. &lt;br /&gt;
:1658 - 1660 durchzogen im Krieg gegen Schweden 30.000 kaiserliche, brandenburgische und polnische Soldaten Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:1674/75 waren es wiederum die Truppen des Großen Kurfürsten, die Dänen und die Kaiserlichen, die durch Mecklenburg zogen.&lt;br /&gt;
:1683 lebten in Carwitz mehrere Vollbauern, dazu der Freischulze sowie Kossaten und landlose Einlieger (Mietsleute), die als Landarbeiter tätig waren. Der westlich des Dorfes gelegene Freischulzenhof wurde 1858 aus Carwitz herausgelöst, ab 1874 Rosenhof benannt. Auch das alte Dorf Krüselin, mit der dortigen Meierei, seit 1945 eine Wüstung, sowie die Krüseliner Mühle gehörten zum Umfeld von Carwitz mit wechselnder Unterstellung.&lt;br /&gt;
:Durch den Hamburger Erbvergleich von 1701 kam das Amt Feldberg und damit Carwitz zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz.&lt;br /&gt;
:1756 – 1763 Siebenjährige Krieg mit „Besetzungen, Truppendurchmärschen, Plünderungen und Pressungen der männlichen Bevölkerung zum Kriegsdienst“ (5)&lt;br /&gt;
:„Von den zum Krieg gegen Russland 1812 gepressten 400 Strelitzern, die bis Moskau kamen, haben kaum 100 überlebt.“ (5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Krüselin: &lt;br /&gt;
:zu unterscheiden sind die heutige wüste Dorfstelle von der Wassermühle am See.&lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt dazu (13): &lt;br /&gt;
:„1393 Cruzelin, 1422 Krüselin, nach Kühnel = Sandort. 1393 wurde Henning Parsenow Krüselin angewiesen. &lt;br /&gt;
:1422 verkaufte Henning Parsenow die wüste Feldmark und das Dorf Krüselin an das Kloster Wanzka für 300 Mark. &lt;br /&gt;
:1539 verkaufte das Kloster die Feldmark an Herzog Heinrich für 200 fl (Historische Gulden florenus). &lt;br /&gt;
:Schon vor 1600 war in Krüselin eine Feldberger Amtsmühle, die im dreißigjährigen Krieg zerstört, aber wieder aufgebaut wurde. &lt;br /&gt;
:In Krüselin wird früher eine Kirche gestanden haben, denn Henning Parsenow versetzte 1401 zwei Glocken, die früher in Krüselin gehangen hatten, an das Kloster Wanzka, die eine für 34, die andere für 10 Mark. &lt;br /&gt;
:Später haben in Krüselin 2 Bauern und 1 Kossate gesessen. 1724 wurde durch den Feldberger Amtmann Borchmann eine Meierei aufgebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Laeven: &lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt (9) S. 119: „1393 wurde Bede in Läven an Henning Parsenow gegeben. &lt;br /&gt;
:1590 werden dort genannt: „12 dort wohnende Familienamen. &lt;br /&gt;
:1639 waren 5 Bauernhöfe nebst der Kirche niedergebrannt, und wo früher ein Freischulze und acht Bauleute mit ihren Familien gewohnt hatten, lebten noch ein Bauer, eine Frau und ein Knecht. Im &lt;br /&gt;
:Juni 1640 war alles wüste und niedergebrannt. 1683 war dort eine Schäferei, die zur Meierei Neuhof gehörte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hauptmannsberg: &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld erfuhr im Heimatkundeunterricht:  Im 30jährigem Krieg hatte bei einer Besetzung ein Hauptmann auf dem bis dahin Wartsberg genannten Berg seinen Beobachtungsposten. &lt;br /&gt;
:Die Landschaft war zur damaligen Zeit praktisch entwaldet, sodass von dort oben ein weiter Blick bis Feldberg, Laeven, Conow, Thomsdorf und Mechow möglich war. &lt;br /&gt;
:Andere erzählten mir, dass ein Hauptmann dort seinen Lieblingsplatz gehabt habe. Otto Schultz bestätigt das und fügt hinzu, dass im 30jährigen Krieg „der König“ auf dem „Königsberg“ seinen Standort hatte und der Hauptmann vom Hauptmannsberg her ihm entsprechende Zeichen seiner Beobachtungen gegeben habe. :Der „Königsberg“ sei an der Mühle, neben dem jetzigen Friedhof gewesen. &lt;br /&gt;
:Auf der Handzeichnung des Feldberger Gebietes von 1578 von Tilemann Stella (21) steht am Hauptmannsberg „Der Wartsberg“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Inseln: &lt;br /&gt;
:wurden zur Slawenzeit und landwirtschaftlich bis in die Mitte der siebziger Jahre privat genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie waren mit den umliegenden Ufern durch Holzbrücken verbunden. &lt;br /&gt;
:So hat man Reste von Holzpfählen vom Carwitzer Ufer beim Fischer zu den Inseln und bis zu den Ziegenbergen am jenseitigen Ufer gefunden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 08.jpg|600px|zentriert|thumb| CD08 Blick vom Bohnenwerder auf den Carwitz-See nach Thomsdorf]]&lt;br /&gt;
;Bohnenwerder: &lt;br /&gt;
:frühere Bezeichnung „Boomwerder“ = „Baumwerder“, so auch noch von Fallada und seiner Frau Suse bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld vermutet, dass „Bohnenwerder“ nach 1945 eine Verballhornung des plattdeutschen „Boomwerder“ ist. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Boamwierl“ = Baumwerder. &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg war auf ihm ein großes Spargelfeld. An der Terrassierung erkennt man noch heute, dass er bis ca. 1953 landwirtschaftlich genutzt wurde. &lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren weideten in den Sommermonaten noch regelmäßig Ponys zwischen den sich sonnenden Nacktbadern. &lt;br /&gt;
:Damals wurden auch die Ziegenberge am gegenüberliegenden Ufer mit Kühen beweidet.&lt;br /&gt;
:Auf alten Karten wurde der Bohnenwerder mit „Hauswerder“ bezeichnet. Wahrscheinlich weil auf dieser Halbinsel die ersten Häuser gestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Bollenwerder: &lt;br /&gt;
:ursprünglich „Bullwerder“ oder „Bullenwerder“ genannt, gehörte Helene Kratochwill und jetzt noch den Erben. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld: „In meiner Kindheit in den 20er Jahren wurden im Frühjahr die Kühe an Stricken im Schlepptau von Booten hinübergezogen und im Herbst zurück. &lt;br /&gt;
:Im Sommer fuhr jeden Tag zweimal die Magd oder der Knecht hinüber, um die Kühe zu melken. &lt;br /&gt;
:Später in den 30er Jahren waren nur noch Färsen darauf.“ Die Mauerreste eines kleinen Stalles sind jetzt noch am südlichen Ende zu finden. Noch in den 60er- und 70er- Jahren weideten im Sommer Ponnys auf dem Bollenwerder.&lt;br /&gt;
;Steinwerder: &lt;br /&gt;
:Im 30jährigen Krieg wurde dort ein Schatz vergraben und die Sage ging, dass dort zu Johannis im Mondlicht das Gold glänzt. &lt;br /&gt;
:Ob es einer mal versucht hat, den Schatz auszugraben? Heute im Besitz der Erben vom „Kröger“ Paul Utnehmer. &lt;br /&gt;
:Der Steinwerder wurde in den Sommerferien bis 1990 jedes Jahr als Campingplatz der Erfurter Reichsbahn genutzt. Mit der aufkommenden Umweltproblematik gab es hier zunehmend Probleme und Auflagen der Hygiene-Kontrollen.  &lt;br /&gt;
:Die Sammelbehälter der Toiletten mussten dann per Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Jägerwerder, Gänsewerder, Kohlwerder &lt;br /&gt;
:wurden ebenfalls landwirtschaftlich genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie gehörten Rudi Dreiseidel, der ca 1960 die Mosterei gründete. &lt;br /&gt;
:In diesem Zusammenhang wurden auf diesen Inseln, wie auch hinter der ehemaligen Mosterei, Obstbäume gepflanzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Elswerder, Eiswerder: &lt;br /&gt;
:auf den Karten fälschlicherweise heute als Eiswerder bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Elswierl“. Mit Erlen hätte das nichts zu tun¸ denn diese heißen im Plattdeutschen „Ellern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 09.jpg|800px|rechtsr|thumb| CD09 Kartenauszug Feldmarck Thomsdorff 1783]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese Karte hing im Goethe-Museum Weimar Anfang der 90er Jahre. 2025 war sie im Museum verschollen. &lt;br /&gt;
:Im Landesarchiv Brandenburg wurde eine Reproduktion erworben.&lt;br /&gt;
:Interessant ist die damalige Dreifelderwirtschaft mit den rhythmisch wechselnden Saatzeiten und die Ausdehnung der landwirtschaftlich genutzten Flächen. :Bis 1961 waren noch die Getreidefelder auf der Fläche des heutigen Campingplatzes am Dreetz zu sehen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Braun&#039;&#039;&#039; = Brachfeld&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Grün&#039;&#039;&#039; = Herbst-Winterbestellung &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Gelb&#039;&#039;&#039; = Frühjahr-Sommerbestellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==5. 19. Jahrhundert bis Ende des Kaiserreichs 1918==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Orte der Umgebung z. T. bis heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für diese Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gibt es über Carwitz wenig zu berichten. &lt;br /&gt;
:Carwitz war „noch nicht entdeckt“!&lt;br /&gt;
:Nach der gescheiterten Revolution von 1848 verlief die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und besonders in Mecklenburg-Strelitz ganz im Sinne des politisch äußerst konservativen Großherzogs Georg und seiner Nachfolger. &lt;br /&gt;
:Georg hatte die demokratische Bewegung als eine „Bande terrorisierender Radikaler“ diffamiert. (1 S. 20) &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter schreibt ironisch: § 1 der Mecklenburger Verfassung „Allens bliewt bin ollen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz war das kleinste aber auch reichste Fürstentum des Deutschen Kaiserreiches. &lt;br /&gt;
:So hatten Grundadel und Fürstenhaus bis 1919 das Recht auf fremden Grund und Boden zu jagen. &lt;br /&gt;
:Dabei betrifft „Reichstes Fürstentum“ das persönliche Eigentum des Großherzogs Friedrich Wilhelm II. (1860-1904). &lt;br /&gt;
:Seine Regierungszeit war geprägt durch eine an Geiz grenzende Sparsamkeit bei allen öffentlichen Ausgaben. Notwendige Investitionen in Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung unterblieben weitgehend. &lt;br /&gt;
:Deshalb stagnierten moderne Entwicklungen oder hielten nur zögerlich Einzug. Durch diese Politik konnten über Generationen angehäufte Schuldenberge des Fürstenhauses abgetragen werden. &lt;br /&gt;
:Das Land entwickelte sich jedoch zu einem der rückständigsten deutschen Territorien. Einem Ausspruch zufolge wollte Reichskanzler Otto von Bismarck im Falle des Weltuntergangs nach Mecklenburg fliehen, da hier die Welt 50 Jahre später untergehen würde. &lt;br /&gt;
:Als größter Grundbesitzer des Herrschaftsgebietes Mecklenburg Strelitz war der Großherzog im System der feudalen landständischen Verfassung Mecklenburgs eingebunden und hatte nur begrenzte Handlungsspielräume. &lt;br /&gt;
:Sein persönliches Vermögen wuchs dadurch während seiner Regierungszeit zu einem der reichsten deutschen Fürsten an. &lt;br /&gt;
:Er spekulierte und handelte sogar an der Börse.&lt;br /&gt;
:Am Spring, einer südlich von Laeven mitten im Walde gelegenen wunderschönen Quelle, steht ein Denkmal für den letzten Hirsch, der vom Großherzog geschossen wurde, d. h. eigentlich ein Denkmal für den Großherzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von Christa Schönfeld liegen handschriftliche Unterlagen des Amtes Feldberg vor. &lt;br /&gt;
:Die rechtlichen Festlegungen zu Haus und Hof sind unglaublich. &lt;br /&gt;
:Dazu auch der Fischereirechtsstreit vom 29.12.1801:&lt;br /&gt;
:-1 „verhandelt im Amte Feldberg den 29. Dezember 1801 in Gegenwart des Herrn Amtsrats &lt;br /&gt;
:auf heute ist der Freischulze Mollenhauer zu Carwitz, und der hiesige Fischer Sewkow vorgefordert, und da sie erschienenen, so hat man ihnen das von Herzoglicher Hochpreislicher Kammer unterm 20.vorigen Monats erlassenes gnädigstes Reskript in Betreff der von dem Freischulzen Mollenhauer auf dem Carwitzer See verlangten Fischerei hinlänglich bekannt gemacht, und die Erklärung des Freischulzen Mollenhauer darüber erfordert. &lt;br /&gt;
:Selbige gehet dahin: er hätte noch niemals die Fischerei auf dem ganzen Carwitzer See verlangt, sondern nur bloß, so wie sie seine Vorfahren gehabt. &lt;br /&gt;
:Er hätte niemals weiter als auf dem Vorlande gefischt, außer, dass er sein Netz doch außer dem Vorlande ausstellen müssen, weil er sonst gar keine Fische fangen können. &lt;br /&gt;
:Er wäre sehr bereit, sich der Fischerei wegen in der Güte auf einen gewissen Fuß zu setzen, wenn er nur überzeugt sein könnte, solche in der Zukunft ohne Streit und Zank auszuüben. &lt;br /&gt;
:Er erkläre sich völlig zufrieden mit dem ihn zugestandenen Revier zur Fischerei, nämlich von der Hälsung auf dem Dreetz in den Carwitzer See an bis an das Thomsdorfer Feld, und um diesen herum, bis an den Vor-Pool bei Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:Er wäre auch damit zufrieden, dass der Fischer in Feldberg, oder wer sonst den Carwitzer See gepachtet hätte, dieses Revier mit ihm gemeinschaftlich befischte, jedoch müsste er hoffen und sich ausbedingen, dass alle chikaneuse und ihm nachteilige Verfügungen in der Fischerei nachblieben, damit er mit dem Fischer diese Fischerei zusammen auf einen freundschaftlichen Fuß ausüben könnte. &lt;br /&gt;
:Der Fischer Sewkow bezeuget seine Bestimmung, so wie schon vormals zu den, dem Freischulzen Mollenhauer zur Fischerei zugestandenen Revier, und versichert, dass er von seiner Seite keine Gelegenheit dazu anderweitigen Streitigkeiten mit dem Freischulzen geben, sondern mit dem derselben auf dem bestimmten Revier, wenn das Wasser offen wäre, die Fischerei auf eine gemeinschaftliche und freundschaftliche Art ausüben wollen, jedoch müsse er sich ausbedingen, dass die Reusen nicht aus dem Vorlande, da wo er fischte gelegt würden, und dass der Freischulze, wenn er die Fischerei durch einen Arbeitsmann exercierte, entweder selbst dabei wäre, oder auch seinen Sohn oder einen von seinen Leuten dabei hielte, damit er, der Fischer, überzeugt würde, dass die Fischerei wirklich von dem Freischulze betrieben würde. &lt;br /&gt;
:Der Freischulze Mollenhauer agnosciret auch diese beiden von dem Fischer Sewkow vorgetragenen Punkte, genehmiget nochmal seine vorstehende Erklärung, und entsaget sich allen weitern Forderungen an der Fischerei auf dem Carwitzer See, außer dem bestimmten Ort.&lt;br /&gt;
:Da der Fischer Sewkow auch nichts weiter zu erinnern weiß, so ist diese Verhandlung geschlossen, und soll solche zur Herzoglichen Hochpreisl. Kammer eingesandt werden. Geschehen wie oben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hausbrief über das Freischulzenhaus an Friedrich Schulz&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Urkundlich ist dieser Hausbrief unter dem Siegel und der gewöhnlichen Unterschrift des Großherzoglichen Kollegiums und Forstkollegiums erteilt worden. Geschehen Neustrelitz 2. April 1859&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Von dem Großherzoglichen Mecklenburger Kammer- und Forst-Kollegio hieselbst ist dem Eigentümer Friedrich Schulz über das von dem Particulier Moldenhauer zu Neustrelitz laut Contrakts vom 1. März 1859 für 2500 Courant gekaufte, in Carwitz belegene vormalige Freischulzenhaus c.p. nachstehender Hausbrief erteilt worden: der Eigentümer Friedrich Schulz soll berechtigt sein, das vorgedachte Haus nebst Ställen und den unzertrennlichen Pertinenzen als: &lt;br /&gt;
:1. der Haus- und Hofstelle von 76 Quadrat-Ruten2&lt;br /&gt;
:2. den beiden Gärten und der Wörde hinter dem Hause zusammen von 1393 qr&lt;br /&gt;
:3. der an die Wörde stoßenden Wiese von 443 qr&lt;br /&gt;
:4. den beiden im Zansen See befindlichen Inseln a) dem Bullenwerder von 585 qr b) dem Steinwerder von 484 qr zusammen 2981 qr&lt;br /&gt;
:5. der Rohrwerbung hinter der Wörde&lt;br /&gt;
:6. die Fischerei auf demjenigen Teile des Carwitzer Sees und unter denjenigen Bestimmungen, welche vor dem Amte Feldberg ad  protocollum vom 29. Dezember 1801 festgesetzt worden, mit der Befugnis, den Graben aus dem Santzow ((? = Zantzen )) in den Dreetzer See allein zuzustellen, ohne jedoch Wehren in demselben anlegen zu dürfen, in Grundlage des Bestätigungsbriefes von 19. Februar 1853 eigentümlich zu besitzen und zu nutzen, wobei aber die Jagd auf den bis Ländereien vorbehalten und bedungen ist, dass der Eigentümer dieses Haus keine neuen Wohnungen in demselben anlegen darf.&lt;br /&gt;
:Dagegen muss von diesem Hause nebst Zubehör ein jährliches Grundgeld von zwei Thalern Courant...&lt;br /&gt;
:Mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservaten-Kasse, oder wohin es sonst angewiesen wird, prompt bezahlt werden. Außerdem müssen von diesem Hause resp. von den Besitzern desselben alle öffentlichen kommunal- und sonstigen Abgaben und Lasten, nicht minder die Kirchen-Pfarr- und Küster-Abgaben und Dienste, wie sie durch Edikte, Verordnungen oder Herkommen bereits bestehende, und resp. entweder verkündiget oder nötigen Falls durch das Amt werden repartieret und führen dies Grundstück bestimmt werden, unweigerlich bezahlt getragen und geleistet werden...“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Haus Nr. 18 in Carwitz - Zusatz zum Bestätigungsbrief vom 27. Oktober 1872&lt;br /&gt;
:Auf Grund der deutschen Maß- und Gewichtsordnung und des Reichsmünzgesetzes, sowie in Folge desfallsiger Vereinbarung mit dem Besitzer des Hauses Nr. 18 in Carwitz, dem Holzwächter Behrends kommen sind der Flächeninhalt der Pertinentien des Grundstücks und die dasselbe belastenden Abgaben in nachstehende Art umgewandelt und festgestellt. &amp;quot; ((Es folgen die in Quadratmetern umgerechneten Flächen des Freischulzenhofes von 1859.))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; 2. davon ist ein jährliches Grundgeld von sechs - 6 - Mark mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservatenkasse des Großherzoglichen Amts Feldberg oder wohin es sonst angewiesen wird, zu bezahlen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Es folgen Bestimmungen zu einer aus einem Teile des früheren Pfarrgehöftes in Carwitz gebildeten Erbpachtstelle I.B. &lt;br /&gt;
:§ 1 legt die Vermessung des Grundstückes fest)&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 2 der g. Behrends hat das Recht der Mitbenutzung der Trift zum Lucin-See zum Tränken seines Viehes. Sonstige Gerechtigkeiten an den Seen von Carwitz stehen ihm nicht zu.&lt;br /&gt;
:Er hat ferner mit den Besitzer  der Erbpachtstelle I.A gemeinschaftlich einen Ackerbestellungsweg so lang wie die Stellen sind, in einer Breite von - zwei und einhalb - 2 1/2 Meter und zwar jeder zur Hälfte von seinem Acker herzugeben und zu unterhalten.&lt;br /&gt;
:Die Jagd auf der Erbpachtstelle wird reserviert ((bedeutet was?)), und hat g. Behrends für Wildschaden keine Ansprüche zu erheben. (s. dazu (1 S.21- 23)..&lt;br /&gt;
:§ 3 betrifft Gebäude, Wohnungen und deren Verfügung))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 4 der Besitzer hat gegen die Kommüne, die Kirche, sowie die Küsterei zu Carwitz und gegen die Pfarre zu Feldberg den vierten Teil aller derjenigen Verpflichtungen zu übernehmen und zu leisten, wie sie ein Bauer in Carwitz hat oder nach ergehenden Bestimmungen und Verordnungen künftig haben wird; namentlich hat er das Messkorn an den Pastor in Feldberg und den Küster in Carwitz wie ein Carwitzer Bauer zum vierten Teile zu leisten und abzutragen.&lt;br /&gt;
:Auch hat er den vierten Teil der Hand - und Spanndienste bei den Bauten und Reparaturen der Kirche, des Kirchhofes, des Witwen-, Küster- und Schulenhauses zu Carwitz, sowie bei dem bestehenden Pfarrgehöft in Feldberg wie ein Carwitzer Bauer zu leisten und unterwirft sich hinsichtlich dieser Leistungen der Repartition des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ebenso hat er zur Besserung der über das Carwitzer Feld führenden Wege und der Dorfstraße, sowie event. zum Dämmen der letzteren, sowie zur Herstellung und Erhaltung der nöthigen Brücken nach demselben Verhältnisse beizutragen. Er hat auch auf Verlangen den Schulzen- und andre Gemeindedienste zu übernehmen, ersteren gegen die von dem Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegio zu bestimmende Renumeration.&lt;br /&gt;
:Dem Abdeckereizwange für Carwitz ist er unterworfen. Er hat auch dem bei einer eventuellen Versetzung des Küsters in Carwitz verbleibenden Schulmeister den vierten Teil desjenigen zu prästiren, was ein Carwitzer Bauern leistet oder leisten wird. Seinen Grenznachbaren hat er stets die nach Vorschrift des Amtes nöthige Vorfluth zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:§ 5 der g. Behrends erhält weder Brennholz für sich, oder seine etwaigen Einlieger, noch Bauholz oder sonstige Materialien.&lt;br /&gt;
:§ 6 der Besitzer unterwirft sich allen polizeilichen und administrativen Ordnungen und Anordnungen, welche über die Kommüne, die Schule und die Armenpflege von Carwitz bestehen oder noch erlassen werden sollten.&lt;br /&gt;
:§ 7 von diesem Grundstück ist von Johannis 1877 ab alljährlich ein Grundgeld von zwölf - 12 - Mark zu entrichten. Dasselbe wird in halbjährlichen Raten zu Michaelis und Ostern mit dem üblichen Quittungsgebühren an die Reservatenkasse des Amtes Feldberg oder wohin es sonst verlangt wird, frei bezahlt&lt;br /&gt;
:§ 8 das Grundgeld und alle sonstigen Abgaben, welche der Besitzer erbbrieflich zu entrichten hat, unterliegen dem Exekutionszwange des Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegii resp. des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Neustrelitz, den 21. August 1877 „&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Testament des Gastwirtes „Zum Krug“ August Utnehmer 1916 („de Kröger“)&lt;br /&gt;
:„Großherzogliches Amtsgericht Feldberg                                     Carwitz, 21. Juni 1916     &lt;br /&gt;
:gegenwärtig: Amtsrichter Dr. Weber als Richter, Gerichtsaktuar Renter als Gerichtsschreiber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf den Antrag des Krügers August Utnehmer in Carwitz sein Testament in seiner Wohnung aufzunehmen, begaben die Unterzeichneten sich heute in die in Carwitz gelegene Krugwirtschaft des Antragstellers. &lt;br /&gt;
:Sie trafen dort in einem zu ebener Erde nach dem Hofe hinaus belegenen Schlafraum einen älteren Mann im Bette liegend an, der auf Befragen des Richters erklärte, dass er der Krüger August Utnehmer sei und ein Testament errichten wolle. &lt;br /&gt;
:Die Persönlichkeit des Erblassers ist dem Gerichtsschreiber persönlich bekannt und wurde durch diesen auch dem Richter vorgestellt.&lt;br /&gt;
:Der Krüger August Utnehmer war offensichtlich krank, die Unterredung mit ihm ergab aber seine zweifellose Geschäftsfähigkeit.&lt;br /&gt;
:Er erklärte seinen letzten Willen mündlich wie folgt:&lt;br /&gt;
:§ 1 als Erben setze ich&lt;br /&gt;
:-meine Ehefrau Ida Utnehmer geb.Brüggemann zu 1/4 und&lt;br /&gt;
:-meine beiden Kinder Paul und Elisabeth Utnehmer zu je 3/8 ein.&lt;br /&gt;
:2 der Nachlass besteht im Wesentlichen aus dem Kruggehöft eingetragen im Grundbuch von Carwitz Blatt 26.&lt;br /&gt;
:Ich bestimme über die Auseinandersetzung, dass mein Sohn Paul dieses Kruggehöft mit allen darauf ruhenden Rechten und Lasten übernehmen soll, insbesondere also auch die darauf ruhenden Eigentümergrundschulden Fol. 1 bis 3 im Gesamtbetrage von 2700 Mark.&lt;br /&gt;
:Dafür hat er meine Frau und meine Tochter Elisabeth in der in den folgenden Paragrafen bestimmten Art abzufinden. &lt;br /&gt;
:Außerdem hat er als Alleinschuldner eine Schuld aus Darlehn von 2700 Mark, die für die Wirtschaft bei dem Vorschussverein im Feldberg aufgenommen worden sind, zu übernehmen.&lt;br /&gt;
:§ 3 meine Ehefrau Ida geb. Brüggemann soll zur Abfindung von meinem Sohn ein in das Grundbuch eingetragenes Altenteil aus der Wirtschaft erhalten und zwar:&lt;br /&gt;
:-400 Mark jährlich bar,&lt;br /&gt;
:-die für ihren persönlichen Bedarf erforderlichen Kartoffeln,&lt;br /&gt;
:-wöchentlich ein Pfund Butter,&lt;br /&gt;
:-täglich einen Liter Milch und ein Pfund Brot,&lt;br /&gt;
:-jährlich ein Schwein von 2 1/2 Zentnern Lebendgewicht,&lt;br /&gt;
:-und endlich freie Wohnung in den beiden Zimmern hinter der Krugstube.&lt;br /&gt;
:Sollte meine Frau aus irgendwelchen Gründen nicht die Altenteilwohnung und die ihr ausgesetzten Naturalien in Anspruch nehmen wollen, so soll es ihr freistehen, statt dieser Leistungen weitere 400 Mark jährlich von meinem Sohn zu verlangen. Auch dies soll in das Grundbuch eingetragen werden.&lt;br /&gt;
:§ 4 an meine Tochter Elisabeth soll mein Sohn 5000 Mark zur Abfindung aus dem Nachlass zahlen. Diese Erbschaftsforderung soll in das Grundbuch eingetragen werden und bis zu ihrer Heirat oder bis zum Tode der Mutter unverzinslich, dagegen von den bezeichneten Zeitpunkten an mit 4 v. H. in den landesüblichen Terminen verzinslich sein. Die Kündigung der Forderung ist bis zu ihrer Heirat oder dem Tode ihrer Mutter unzulässig, dagegen könnte sie von da an zu den landesüblichen Terminen erfolgen, frühestens aber zum zweiten Termin nach der Heirat bzw. dem Tode der Mutter.&lt;br /&gt;
:Außerdem soll mein Sohn persönlich verpflichtet sein, seiner Schwester Elisabeth im Falle ihrer Verheiratung eine Aussteuer im Werte von mindestens 2000 Mark aus dem Nachlass zu geben.&lt;br /&gt;
:Dies Protokoll wurde vorgelesen, von dem Erblasser genehmigt und von ihm eigenhändig unterschrieben.&lt;br /&gt;
:gez. A. Utnehmer &lt;br /&gt;
:geschlossen   &lt;br /&gt;
:gez. Weber Amtsrichter     gez. Renter Aktuar“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hullerbusch = Holunderbusch. &lt;br /&gt;
:Der Holunder wurde in der nordischen Mythologie als Baum des Lebens betrachtet. Er wurde von der Göttin Freyja verehrt und brachte Wohlstand und Glück. :Er wurde im Mittelalter auch als Tor zur Unterwelt gesehen.&lt;br /&gt;
:Hullerbusch-Bauernhof: Dr. med. Horst Rügler (Amtsarzt, Spechtstr. 5 in 1000 Berlin 33 Dahlem) übergab Frau Christa Schönfeld am 21.8.1992 die von ihm niedergeschriebene Geschichte des Hofes. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+2a&#039;&#039;&#039; Er schrieb sie als Schüler 1937 auf. Die Geschichte und Karte des Vermessungsamtes liegen als Kopien in den Unterlagen von Christa Schönfeld. &#039;&#039;&#039;(s. 12 u. 19)&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„Der Hof&lt;br /&gt;
:dem Bauern Christian Schulz gehörte nach seinem Grundbrief vom 30. 6.1832 ein Hof &amp;quot;auf der Bleiche&amp;quot; in Carwitz. Als dieser durch einen Brand vernichtet und die Flur neue reguliert wurde, bat er das großherzogliche Kollegium durch das Amt Feldberg am 11.4.1845 um die Erlaubnis, sein Gehöft auf seiner demnächstiegen Hufe am Hullerbusch neu aufzubauen, was ihm vier Tage darauf zugebilligt wurde. &lt;br /&gt;
:Dem Förster wurde aufgegeben, diesen Teil des Hullerbusches sofort vom Holze räumen zulassen, und der Bau des Gehöftes konnte beginnen.&lt;br /&gt;
:Er starb jedoch schon kurz darauf, und seine Witwe, eine geborene Hartwig, übergab am 27.2.1847 dem ältesten Sohn Johann Schulz, der am 21.3.1818 in Carwitz geboren war, den Hof. &lt;br /&gt;
:Mit seiner Ehefrau, Dorothea, geborene Köller, hatte er acht Kinder. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1887 übergab er dem ältesten Sohn Wilhelm Schulz die Wirtschaft, die dieser am 4.8.1913 an Wilhelm Strasen verkaufte, der am 8.2.1856 in Mechow geboren und bis dahin Meister am Dolgener Teerofen war. &lt;br /&gt;
:Von diesem erwarb der Landwirt Arno Troche den Hof, der nach dessen Tode, am 25.4.1931, in Konkurs ging, sodass ihn Wilhelm Strasen zurücknahm, um ihn am 14. 07. 1932 an meinen Großvater, Wilhelm Hasse, zu verkaufen. &lt;br /&gt;
:Nachdem dieser am 30.5.1935 gestorben war, wurde am 6.3.1937 meine Mutter, Martha Rügler, Erbin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Hof vom ehemaligen Pächter oder Besitzer des über 20 ha großen Hofes Wiesenthal bei Zierke / Neustrelitz übernommen. :Dieser Bauer Schäfer betrieb dort Gemüseanbau - vielen Flüchtlingsfrauen wurde dadurch in der schweren Zeit nach dem Kriege geholfen. &lt;br /&gt;
:Bald ging aber auch er in den Westen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 10.jpg|600px|zentriert|thumb| CD10 Villa Hullerbusch vor dem Bau des Hotels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Hullerbusch wurde 1904 das Jagdschlösschen des bankrotten Gutsherrn von Wittenhagen abgerissen. &lt;br /&gt;
:Der neue Eigentümer, der ehemalige Schutztruppenoffizier Meike, baute es – nach Osten versetzt – wieder auf. &lt;br /&gt;
:Interessant ist, dass dabei die wertvollen ausländischen Hölzer mit Wurzelballen herausgenommen wurden. &lt;br /&gt;
:Meike fiel übrigens im hohen Alter noch im ersten Weltkrieg.“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 11.jpg|600px|zentriert|thumb| CD11 die &amp;quot;uralte&amp;quot; Luzinhalle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Großvater von Christa Schönfeld, Wilhelm Strasen, kaufte 1913 das Bauerngehöft Hullerbusch, ca. 200 Morgen Land. &lt;br /&gt;
:Das ist die jetzige Schäferei. (s. Interview Schönfeld)&lt;br /&gt;
:Die Kahnfähre über den Schmalen Luzin an der ehemaligen Gaststätte „Luzinhalle“ soll seit 1907 existieren. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12.jpg|1500px|zentriert|thumb| CD12 Hullerbusch Bauernhof 1925 Meckl. Strel. Vermessungsamt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12a.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD12a Hullerbusch-Weg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 13.jpg|800px|zentriert|thumb|Datei: CD13 Blick auf Carwitz um 1900]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 14.jpg|800px|zentriert|thumb| CD14 Blick über die Luzinhalle auf das Schmal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 16.jpg|800px|zentriert|thumb| CD16 Der Erinnerungssein an den Förstersohn Hans Knebusch (Hartmannsweilerkopf liegt im Elsass)]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Krüselin:&#039;&#039;&#039; die alte Dorfstelle der deutschen Ostkolonisation, heute Wüstung Krüselin – wurde 1945 endgültig zerstört, da sich Letten-SS oder Hitlerjugend dort verschanzt hatten; die Grundmauern wurden nach 1990 aufgefrischt. &lt;br /&gt;
:Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war dort eine Revierförsterei und beherbergte auch drei Waldarbeitergehöfte. &lt;br /&gt;
;Unter der zum Gedenken an den Sohn des Försters gepflanzten Silberlinde steht der Stein: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine uralte &#039;&#039;&#039;Wassermühle&#039;&#039;&#039; steht am Ausfluss des Sees Krüselin. &lt;br /&gt;
:Jenseits des Baches liegt Brandenburg. &lt;br /&gt;
:Die Geschichte dieser Wassermühle mit dem Streit um ihren Besitz und die damit verbundenen Einnahmen ist interessant und erheiternd. (Siehe Abschnitte Tilemannus Stella von Siegen 1575-78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“ im Anhang) &lt;br /&gt;
:Die Wassermühle ist heute eine Ferienpension. Es gibt noch mehrere Ferienhäuser. &lt;br /&gt;
:Die Gaststätte liegt sehr schön am See.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==6. Weimarer Republik und Nationalsozialismus / 1919 - 1945:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die vier Interviews mit Christa Schönfeld, Ehepaar Hildegard und Otto Schulz, Ehepaar Ursula und Kurt Güldner, sowie Erna Morach, geb. Güldner, in den :Jahren 2005-2008 spiegeln die Verhältnisse in der Landwirtschaft, den Handwerken und insbesondere auch die Schulbildung, in dieser Zeit wider.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld (1921-2009), Carwitz, Dorfstr.78 erzählte 2005 bei mehreren Zusammenkünften: &lt;br /&gt;
:Ihr Urgroßvater Brüggemann hatte den Krug (die jetzt geschlossene Gastwirtschaft) 1826 gekauft. Seitdem war er im Besitz der Familie. Der Großvater August Utnehmer heiratete Ida Brüggemann und übernahm „de Krog“, seitdem war er „de Kröger“. &lt;br /&gt;
:Er starb 1916 und ihr Vater Paul Utnehmer übernahm den Krug.4 &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkriege hatte Carwitz ca. 280 – 300 Einwohner.   &lt;br /&gt;
:Man unterschied das untere vom oberen Dorf. So gab es „de unnerdörpchen un de boomdörpchen“ - die Unter- und die Oberdörfler.    &lt;br /&gt;
:Boomdörp = Dorf mit großen alten Bäumen um die Kirche herum&lt;br /&gt;
:Der älteste Hof (früher Familie Benzin), der seit dem 30-jährigen Krieg bestehen soll, gehört der jetzigen Familie Juhl, Dorfstr. 66. Es ist das :Restaurant mit dem Eisstand und dem Straßenkiosk.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD17x.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD17 Der Krog vor 1906]]&lt;br /&gt;
                                                                                                                                                                           &lt;br /&gt;
:Während die Wohnhäuser im 19. Jahrhundert meist schon mit Ziegeln gedeckt waren, waren die Scheunen noch mit Rohr gedeckt. &lt;br /&gt;
:1926 brannte die Scheune von Schönfelds ab (Dorfstr.78, später Kratochwil). &lt;br /&gt;
:Durch den Funkenflug über die Straße hinweg wurden auch die Scheunen vom Pfarrhof und vom Hof Dreiseidel angezündet und brannten ab.  &lt;br /&gt;
:Da drei Scheunen abgebrannt waren, wurde auf dem Bollenwerder ein kleiner Stall für die dort weidenden Kühe gebaut.                                                                                     &lt;br /&gt;
:Das wirtschaftlich genutzte Land, die Äcker gehörten alle dem Großherzog. &lt;br /&gt;
:Die Bauern hatten es gepachtet, als Erbpacht. Nur der Freischulze besaß eigenes Land. &lt;br /&gt;
:Die Höfe und der Hausgarten, „de Woerde“, gehörten aber schon länger dem Hofbesitzer. &lt;br /&gt;
:Erst nach der Enteignung der Fürsten 1919 konnten die Bauern in den 20er und 30er Jahren das Land ziemlich günstig nach und nach vom Staat kaufen. &lt;br /&gt;
:So hat „de Kröger“ Paul Utnehmer sein Land damals im Tausch gegen eine für die Gastwirtschaft bestehende „Gerechtsamkeit“, die in Holzlieferungen der Forst bestand, ablösen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 18.jpg|600px|zentriert|thumb| CD18 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 19.jpg|600px|zentriert|thumb| CD19 Paul Utnehmer mit Sohn Joachim bringen Feriengast zum Bahnhof ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben, und trugen sie nach Hause. Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.&lt;br /&gt;
:In Carwitz gab es in den 20er und 30er Jahren 3 Vereine: &lt;br /&gt;
:Der Schützenverein, der Geselligkeitsverein und der Gesangsverein. &lt;br /&gt;
:Die Krogwirtschaft hat die Vereinsfeste betreut. Das waren reine Männervereine, Frauen waren nur bei den Festen dabei. &lt;br /&gt;
:In den Hullerbusch-Wald, hinter dem jetzigen Ferienhotel, wurden Bänke, Tischplatten auf Böcken und Zelte gebracht. &lt;br /&gt;
:Der Krog wurde mit Mecklenburger Fahnen und Girlanden geschmückt. Wenn sich alle versammelt hatten, zog der Schützenverein hinaus zum Hullerbusch. &lt;br /&gt;
:„De Kröger“ Paul Utnehmer half Muttern mit einem kleinen Schubs auf den Pferdewagen und fuhr hinterher. &lt;br /&gt;
:Angekommen zapfte er ein großes Fass Bier an und schenkte aus. Die Frau des Krögers kochte auf einem eisernen Dreifuß über Holzfeuer in einem Kessel den Kaffee. &lt;br /&gt;
:Bäcker Schulz hatte Pfannkuchen gebacken. Die Männer tranken mehr Bier und Cognac. &lt;br /&gt;
:Auf Schießscheiben wurde dann auch noch geschossen. Am Abend, nachdem das Vieh versorgt war, gab es dann großen Tanz im Krog bis frühmorgens um 6 Uhr. :Wenn es zu laut wurde oder Raufereien begannen, wurden die Unruhstifter vom kraftvollen Kröger sehr schnell an die frische Luft gesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 20.jpg|600px|zentriert|thumb|CD20 Foto von Christa Schönfeld hinterm Krog mit Keglern: re. außen mit Kegelkugel = Paul Utnehmer, der mit weißem Schnauzbart und Hut ist sein Vater August Utnehmer, li. mit dem Arm auf der halben Wand = Ida Utnehmer seine Frau. ]]&lt;br /&gt;
:Manchmal gab es auch Lehrer oder andere Interessierte, die vor allem zu Weihnachten Theaterspiele organisierten. &lt;br /&gt;
:Es waren Märchen oder die Texte wurden selbst verfasst. &lt;br /&gt;
:Auch die Kostüme wurden selbst genäht oder geklebt. Alle Darsteller waren aus Carwitz. &lt;br /&gt;
:Feldberger oder andere Auswärtige kamen dafür nicht infrage&lt;br /&gt;
:Ich war mal die Großmutter im Märchen „Rotkäppchen“. &lt;br /&gt;
:Da ich das Taschentuch verloren hatte, trocknete ich mir die Tränen demonstrativ mit meiner Trägerschürze ab. Dafür bekam ich stürmischen Applaus. Malermeister Schmidt, der Vater von Ursula Barthels, hat aus 32 Volksliedern ein Theaterstück zusammengestellt. &lt;br /&gt;
:Er konnte nicht singen, sie auch nicht. Aber das hat er wunderbar gemacht. &lt;br /&gt;
:Er wandert in die Ferne und kommt erst nach Jahren zurück. Da ist seine ehemalige Geliebte entgegen dem Schwur beim Abschied, unglücklich mit einem Gärtner verheiratet. &lt;br /&gt;
:Ich spielte ihr kleines Mädchen.  Sie schaut am Gartentor mit tränenumflortem Blick in die Ferne und denkt dabei an ihren früheren Schatz. Wo ist er wohl jetzt? &lt;br /&gt;
:Der tritt unerkannt auf sie zu mit den Worten: „Warum weinst du holde Gärtnersfrau, weinst du um das Veilchen Dunkelblau?“ So setzte er die Liedtexte dann aneinander.&lt;br /&gt;
:Mit der Machtübernahme durch die Nazis wurden die Vereine alle aufgelöst oder gleichgeschaltet und die Feste fanden nicht mehr statt. Sie entsprachen nicht mehr den Vorstellungen vom „völkischen Brauchtum“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Aufgewachsen bin ich im Krog. Ostern 1928 kam ich mit 8 weiteren Kindern in die einklassige Schule in Carwitz. (heute wohnt dort Fr. Deuß, Dorfstraße 74) &lt;br /&gt;
:Sie hatte 8 Klassenstufen, insgesamt hatte die Schule 54 Kinder in dem einen Raum. &lt;br /&gt;
:Ich hab’ geheult, ich wollte nicht in die Schule gehen. Die ABC-Schützen saßen vorn in der ersten Reihe. &lt;br /&gt;
:Einziger Lehrer war „Köster“ Heiy, der später nach Weisdin versetzt wurde. Der Lehrer wurde „de Köster“ genannt, obwohl er das zu dieser Zeit schon nicht mehr war. &lt;br /&gt;
:Trotzdem spielte er am Sonntag zum Gottesdienst die Orgel. &lt;br /&gt;
:„De Glöckner“ Schmidt läutete dreimal am Tage die „Bädglock“ - 7.00, 12.00 und 18.00 -. &lt;br /&gt;
:Auch den Sonntag hat er eingeläutet und danach die Orgel getreten.  Nebenbei hat „de Glöckner“ noch die beiden Friedhöfe gepflegt.&lt;br /&gt;
:„Erzogen“ wurde mit dem Rohrstock. „Wenn ich beim 2. Male beim Schwatzen ertappt wurde, musste ich nach vorn kommen, die flachen Hände vorstrecken und bekam dann mit dem Rohrstock paar übergebrettert, das hat gezogen! &lt;br /&gt;
:Na, den Jungs wurde mit dem Rohrstock regelrecht der Hintern verprügelt. Bestimmt über ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ich mich an die Schule gewöhnt hatte. &lt;br /&gt;
:Ich fragte mich immer, warum fragt „de Köster“ nicht die älteren Kinder, wenn er was wissen will?  &lt;br /&gt;
:Weil ich nicht lesen und schreiben wollte, gab mir Mutter so nach einem halben Jahr im November paar ordentliche Ohrfeigen. &lt;br /&gt;
:Von diesem Abend an konnte ich plötzlich lesen und schreiben. Ich hatte ja eine gute Auffassungsgabe, obwohl ich eigentlich ein Phlegmatiker war. &lt;br /&gt;
:Was ich nicht mochte, mochte ich nicht. Der Nachfolger, Herr Neckritz, kam aus Brohm einem Gutsarbeiterdorf. &lt;br /&gt;
:Er trug braune SA-Uniform. Frühmorgens mussten wir ihn alle mit ausgestrecktem rechtem Arm und „Heil Hitler“ begrüßen. &lt;br /&gt;
:Da ich gut in Orthographie war, musste ich die Diktate der jüngeren Schüler mit Bleistift korrigieren und er schrieb das dann mit roter Tinte nach und setzte sein „N„ darunter. &lt;br /&gt;
:Er war sehr nervös und den Anforderungen einer großen Dorfschule nicht gewachsen. Oft reagierte er unüberlegt und ungehalten. &lt;br /&gt;
:So ging ihm mal das ständige „Heil Hitler“ - „Heil Hitler“ so auf die Nerven, dass er missmutig sagte „Ihr wisst ja gar nicht, was ihr sagt, da könnt ihr auch „Heil Moskau“ sagen. &lt;br /&gt;
:Der „Dorfrat“, den es zwar nicht gab, den aber die interessierten Männer des Dorfes am Stammtisch des Krogs bildeten, veranlasste darauf, dass er auf eine andere Schule versetzt wurde. &lt;br /&gt;
:Der Nachfolger war Lehrer Schwoch. Das war ein noch größerer Nazi. Der bespitzelte alle und wurde später „Blockleiter“ des Dorfes. &lt;br /&gt;
:Er hat meinen Vater angezeigt, weil er die Urlauber noch nach der Sperrstunde - 23 Uhr - bei sich im Krog sitzen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 21.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD21 1928 Carwitzer Schulklasse mit Lehrer (vor der Schule Dorfstr. 74. Das einzige „Umgebindehaus“ in Carwitz)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1936 wurde ich an Palmsonntag konfirmiert und aus der Schule entlassen. &lt;br /&gt;
:Der Lehrer empfahl meinem Vater, mich aufs Lyzeum in Neustrelitz zu schicken. &lt;br /&gt;
:Aber das konnte sich mein Vater finanziell nicht leisten. Ich blieb dann zu Hause, erlernte keinen Beruf, half im Hause und in der Gastwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Mein späterer Mann, Siegfried Schönfeld, kam aufs Carolinum in Neustrelitz. Er war auch hier in Carwitz geboren und ging die ersten Jahre hier zur Schule. &lt;br /&gt;
:Seine Tante, eine vermögende Oberin in Eutin, hat ihm das Gymnasium bezahlt. Sie hat ihn dann noch auf die NAPOLA (Nationalpolitische Anstalt) in Plön geholt. Da hatte er eine furchtbar harte Ausbildung.   &lt;br /&gt;
:Im Kriege waren die jungen Männer alle in der Wehrmacht. &lt;br /&gt;
:Fremdarbeiter und Kriegsgefangene - Polen, Franzosen, Russen - waren den Bauernwirtschaften zugeteilt worden. &lt;br /&gt;
:Da kam es dann öfter mit den Mädchen oder jungen Frauen zu Liebesbeziehungen, die dramatische Folgen haben konnten. &lt;br /&gt;
:So beantragte 1943 der „Blockleiter“ und Lehrer Schwoch, dass ein Pole gehängt werden solle, weil er ein Verhältnis mit einem Dienstmädchen (von Köllers) hatte. &lt;br /&gt;
:Das konnten der besagte „Dorfrat“ der engagierten älteren Bauern, beim Dorfvorsteher Schmidt (Bürgermeister gab es damals nicht) aber verhindern, indem er das Gerücht als nicht wahrheitsgemäß bezeichnete und den Polen versetzen ließ.“5&lt;br /&gt;
       &lt;br /&gt;
:„Ende April 1945 kamen zu uns nach Carwitz Lettische SS, Freiwilligen-SS. &lt;br /&gt;
:Wir waren schon vorher mit Pferden und Wagen in den Wald, hinter der damaligen Dorfstelle Krüselin, geflüchtet. &lt;br /&gt;
:Das Vieh hatten wir aber in den Ställen lassen müssen. Da bin ich mit dem Fahrrad noch mal hingefahren und habe die Kühe gemolken. Ich hörte schon die Geschütze am Erddamm in Feldberg / Wittenhagen donnern. &lt;br /&gt;
:Der eine Lette hat mich händeringend angefleht, weit wegzufahren mit dem Fahrrad. Ich solle keine Rücksicht auf meine Eltern nehmen. &lt;br /&gt;
:Seiner jungen Frau sei es ganz furchtbar durch die Russen ergangen. &lt;br /&gt;
:Ich bin aber bei meinen Eltern in einer Fichtenschonung im Walde geblieben.           &lt;br /&gt;
:Am 28. April kamen dann die Russen. &lt;br /&gt;
:Erst pfiffen die Kugeln über uns hinweg, da die Dorfstelle Krüselin beschossen wurde. Dort lag Lettische SS. Dann war es ½ Stunde ruhig. &lt;br /&gt;
:Auf einmal stürmten die Russen zu uns in den Wald. Ein junger Offizier sagte zu mir: „Frau komm mit“ Ich: „nein, nein, nein!“ Da kamen alle Russen auf uns zu, haben die Maschinenpistolen auf uns gehalten. Ein bei uns arbeitender polnischer Junge, der die russische Sprache verstand, sagte zu mir, dass ich mitgehen müsste, sonst würden „der Chef und die Frau“ - meine Eltern - erschossen. &lt;br /&gt;
:Ich wurde losgezerrt und war in den ersten 5 Minuten schon vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Danach mussten wir aus dem Wald wieder zurück nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Auf dem Weg nach Laeven wälzte sich eine unvorstellbare Menge von Panzern, LKW’s, Pferdewagen, Fußsoldaten auf dem Vormarsch nach Berlin entlang. &lt;br /&gt;
:Damals gab es noch keine befestigten Chausseen. Vielen von uns wurden die Koffer oder sonstige Gepäckstücke, die wir retten wollten, weggenommen und auf die Lastwagen geworfen. &lt;br /&gt;
:Später haben wir noch gelacht, weil einige Frauen ihren Mann beschimpften: „Fritz was bist du dämlich, dass du dir den Koffer hast wegnehmen lassen.“ &lt;br /&gt;
:Was sollte er denn anders tun? Es hat lange gedauert, bis wir wieder zu Hause waren. &lt;br /&gt;
:Der Hof war voller Russen, die dauernd wechselten. Sie konnten sich nur kurz bei uns ausruhen. &lt;br /&gt;
:Ich habe mich tagelang auf dem Stallboden hinter Strohballen versteckt, bin dort auch nicht gefunden worden. &lt;br /&gt;
:Meine Mutter wurde noch mehrfach vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Eine Familie Dr. Horn, eine Frau und ihre beiden Söhne, kam aus Feldberg und wollte sich unten am Ufer des Schmalen Luzins vergiften. Bei der Frau und einem Sohn hat es geklappt. &lt;br /&gt;
:Das Schlimmste aber war, dass die Frau in ihrem Todeskampf noch vergewaltigt worden ist. So lag sie da, so hat man sie gefunden. &lt;br /&gt;
:Den Ehemann, er war Rechtsanwalt, hat man durch Feldberg geschleift. Er ist nach Russland deportiert worden, aber später wieder zurückgekommen. &lt;br /&gt;
:Er stammte aus dem Westen Deutschlands. Der andere Sohn Peter Horn (12) ist bei Frau Kratochwil untergekommen und dann im Herbst schon nach Westdeutschland gegangen. &lt;br /&gt;
:Die Leichen wurden zunächst am Luzin begraben und Anfang der 50-er Jahre auf den neuen Friedhof umgebettet. &lt;br /&gt;
:Mitte Mai 1945, wir wussten nicht, dass der Krieg schon zu Ende war, haben meine jüngere Nachbarin, Christa Völkner, und ich uns wieder verstecken müssen. &lt;br /&gt;
:Da sind wir auf Brettern über „de Hals“6 auf das sumpfige Ufer geflüchtet und haben uns bei sehr schönem Wetter dort versteckt. &lt;br /&gt;
:Mein Vater hatte mir unter einer Dachgaube ein Versteck gebaut. &lt;br /&gt;
:Die Christa Völkner wurde aber in ihrem Haus unter dem Bett hervorgezerrt und 7 oder 8 Mann haben sich dann über sie hergemacht. Mutter und Oma waren mit dabei. &lt;br /&gt;
:Ein 2. Strohsack wurde in mein Versteck noch hineingezwängt. &lt;br /&gt;
:Fast täglich wurde das ganze Haus vom Keller bis zum Boden durchsucht. Es war furchtbar. &lt;br /&gt;
:Ich habe eine Eisenstange neben mich gelegt und hätte den, der mich entdeckt, erschlagen. Das konnte ich nicht noch einmal ertragen. &lt;br /&gt;
:Dann hätten sie mich eben lieber erschießen sollen. &lt;br /&gt;
:13 Wochen haben wir nachts in dem Versteck gelegen. Obwohl ein Nachbar, der alte K., uns verraten und den Russen gesagt hatte, dass dort 2 Mädel sind, wurden wir nicht gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, (1923-2008) in Carwitz und Hildegard, geb. Rakow, (1923- ?) in Thomsdorf, erzählten 2006: &lt;br /&gt;
:Otto Schulz: „Mein Vater wurde in Hasselförde 1883 geboren. Er heiratete 1909 in den Bauernhof Benzin ein. &lt;br /&gt;
:Unser jetziges Haus, Dorfstr. 90, rechts vor der Bäk, wurde von ihm gleich danach gebaut. &lt;br /&gt;
:Nach dem 1. Weltkrieg 1923 kaufte mein Vater das bis dahin gepachtete Land vom Staat, denn das Land der Fürsten war 1919 enteignet worden. &lt;br /&gt;
:Mein Großvater mütterlicherseits war auch Ortsvorsteher. &lt;br /&gt;
:Nachdem er starb übernahm meine Großmutter dieses Amt. Ja, die hatte Haare auf den Zähnen, meine Großmutter“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld meinte zu dieser Großmutter: „Das Sagen auf den Bauernhöfen hatten die Besitzer, d.h. auch in Familienangelegenheiten sagten die Alten, wie es lang ging. &lt;br /&gt;
:So hatte die junge Familie Schulz schon 5 Söhne. Das waren nach Ansicht der alten Bäuerin, schon zu viele. &lt;br /&gt;
:So bestimmte sie als Schwiegermutter, dass das junge Paar in Zukunft getrennt zu schlafen habe“. &lt;br /&gt;
:„Otto Schulz, der jüngste Sohn, damals 5 Jahre alt, war en Dollbrägen, ne war das en Dollbrägen“.  &lt;br /&gt;
:Im harten Winter 1929 starb die Großmutter.  Als sie aus dem Dachgeschoss über die steile Treppe nach unten gebracht wurde, meinte Otto: „Un ehre Knochen, de habn geklöttert!“ – „und ihre Knochen, die haben geklappert“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto: „Eingeschult wurde ich 1930 bei Lehrer Hey, später waren meine Lehrer Wils, Richter, Neckritz. &lt;br /&gt;
:Neckritz war ein SA-Mann, wir mussten frühmorgens mit „Heil Hitler grüßen. &lt;br /&gt;
:1937 wurde ich in Carwitz bei Pfarrer Schwuch konfirmiert. &lt;br /&gt;
:Nach Schulabschluss der 8. Klasse lernte ich bei der Fa. Licht in Feldberg den Beruf „Maschinenschlosser“. &lt;br /&gt;
:1941 zur Wehrmacht eingezogen kam ich ins Afrikacorps. &lt;br /&gt;
:Im Februar 1948 wurde ich aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, aber aus Schottland entlassen. &lt;br /&gt;
:Am 3.2.1948 war ich wieder zu Hause in Carwitz. &lt;br /&gt;
:1949 heirateten wir. Meine Braut wohnte vorher in Thomsdorf. Um zu ihr zu kommen, musste ich über den „Hals“.&lt;br /&gt;
:Dort lag damals ein Brett über dem Bach; manchmal lag auch ein Kahn am Ufer. Erst Anfang der 50er Jahre wurde die Fußgängerbrücke gebaut. &lt;br /&gt;
:Zuerst haben meine Frau und ich nur für Kost und Logis bei meinem Vater auf dem Hof gearbeitet. Wir waren sehr gut eingerichtet in der Wirtschaft.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Erna Morach, geb. Güldner (1921-2012) in Carwitz. wohnte 2008 in der Carwitzerstr. 617: &lt;br /&gt;
:„Die einklassige Schule besuchte ich von 1927-1935. Die älteren Schüler mussten sich um die jüngeren kümmern und deren Hefte auf Fehler kontrollieren. :Ich selbst war gut im Rechnen, weshalb ich nur für die Kontrolle der Rechenaufgaben eingesetzt wurde. Lehrer waren Herr Hey und Herr Richter.  &lt;br /&gt;
:Meine Schwester Susanne war mit Lore Ditzen, der „Mücke“, von Familie Hans Fallada befreundet. &lt;br /&gt;
:Wenn die Familie Fallada spazieren ging, dann kamen sie oft auf dem Wege zum Hauptmannsberg bei uns vorbei und holten Susi ab. &lt;br /&gt;
:Sie klopften an das Hoftor und riefen: “Susi komm aus deinem Husi“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 22.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD22 Foto von Erna Morach]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit 14 Jahren wurde ich in Carwitz konfirmiert. Danach ging ich jeweils für 1 Jahr als Dienstmädchen nach Rosenhof und nach Tornowhof. &lt;br /&gt;
:Danach hatte ich eine 2-jährige Wirtschaftslehre auf dem Gut Walkendorf bei Rostock. &lt;br /&gt;
:1940 wurde ich von meinem ersten Kind, einem Jungen, entbunden. Ich lebte dann bis zu unserer Hochzeit 1947 im Elternhaus. &lt;br /&gt;
:Die Eltern hatten 1933 das Haus – rechte Ecke nach Hullerbusch, heute Dorfstr. 83 – gekauft. &lt;br /&gt;
:Dort betrieben sie eine kleine Landwirtschaft von 7 Morgen, mit 1 Kuh, paar Schweinen und Kleinvieh. Dazu hatten sie auch ständig noch Sommergäste. &lt;br /&gt;
:Da sie keine Pferde hatten, mussten sie sich von den Bauern die Äcker auf dem Bohnenwerder – „7 Stücke vor und hinter der Brücke“ – bearbeiten lassen (Pflügen, Eggen, Mähen etc.). &lt;br /&gt;
:Diese Dienstleistungen wurden dann von den Familien wieder abgearbeitet. Für meine Eltern musste ich beim Müller Schmidt die Rechnung „abarbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1945: Die Rote Armee kam in der 2. Aprilhälfte von Wittenhagen und von Thomsdorf. Ich flüchtete mit der Letten-SS, die sich in Carwitz befand, in den Wald hinter Rosenhof. &lt;br /&gt;
:Aber nach 1 Tag ging ich bereits wieder zurück in unser Haus. Drangsalierungen o. ä. erlebte ich selbst direkt nicht. &lt;br /&gt;
:Wenn die Russen vorn hereinkamen, flüchtete ich in die Scheune hinter das Heu und Stroh. &lt;br /&gt;
:Die Russen lebten nicht im Dorf, sondern bauten sich am Weg nach Laeven Erdbunker. Die Löcher, Senken von ca. 8x4 m sieht man heute noch.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus dem Interview 2008 mit Ehepaar Ursula (geb. Koch) (1931-2016) in Neuhof bei Feldberg, und Kurt Güldner, Kurt (1925-2015) in Carwitz:&lt;br /&gt;
:Kurt wurde geboren gegenüber dem Backhaus im Oberdorf. &lt;br /&gt;
:Nach 7 Jahren zogen die Eltern ins Unterdorf Nr.83, rechtes Eckhaus am Abzweig nach Hullerbusch, heutiges Restaurant „Carwitz Eck“.  &lt;br /&gt;
:„Kurt besuchte von 1932-1940 die einklassige Volksschule für die 1.-8. Klasse in Carwitz (Dorfstr. 74). &lt;br /&gt;
:Lehrer war zunächst Herr Wilz für 41 Schüler. Von den Jungen lebt außer Kurt Güldner heute (10.4.08) keiner mehr, von den Mädchen noch einige. &lt;br /&gt;
:Schulzeit im Sommer für die 3.-8. Klasse 7.00 – 12.00; für die 1. und 2. Klasse 10.00 – 12.00. &lt;br /&gt;
:Im Winter begann der Unterricht erst 8.00. &lt;br /&gt;
:Ab 1934 kam als Nachfolger Lehrer Schwoch. Dieser kam aus Mirow, war überzeugter Nationalsozialist und war als Lehrer völlig ungeeignet. Die Versetzung nach Carwitz war wohl schon eine disziplinarische Maßnahme gewesen. Er unterrichtete als überzeugter Nazi mit militärischer Dressur und Prügel. Morgengruß „Heil Hitler“. &lt;br /&gt;
:Wenn man 3 Fehler im Diktat hatte, bekam man mit dem frisch vom Kirchhof geschnittenen Zweig eines Fliederbusches Prügel, die Jungen auf den Po, die Madel auf den Buckel“. &lt;br /&gt;
:Schwoch hatte auch Fischereirecht für den Hals, den Kanal zwischen Carwitzer See und Dreetz. &lt;br /&gt;
:Dort musste Kurt Güldner immer die Fische aus dem Kasten für das Mittagessen des Lehrers holen. &lt;br /&gt;
:Die größeren Schüler wurden von 10.00 bis 12.00 mit Aufsätzen, Rechenaufgaben, Lesen etc. beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Uli Ditzen, der ältere Sohn von Suse und Hans Fallada, war von der 1.- 4. Klasse auch Mitschüler und Spielkamerad in dieser Dorfschule. &lt;br /&gt;
:Danach ging er nach Templin aufs Joachimsthaler Gymnasium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 23.png|1200px|zentriert|thumb| CD23 1933, Frühjahr: Lehrer Wils und Klasse 1.- 8. vor der Linde am Denkmal des 1. Weltkrieges 1. Reihe, 2. links Kurt Güldner, Gottlieb Rohde, Adolf Vogler, Otto Schulz, Jochen Utnehmer, Hans Rode?, Arnold Hofer&lt;br /&gt;
2. Reihe: 3. von links Henny Wiese, geb. Güldner, 4. Erna Morach, geb. Güldner ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die einklassige Schule für die 1. – 4. Klasse mit 2 Lehrern wurde 1960 aufgelöst. Die Carwitzer Schüler mussten dann zuerst jeden Tag zu Fuß nach Feldberg gehen oder mit dem Rad fahren. Kurze Zeit später wurde ein Schulbus eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit 17 Jahren wurde Kurt 1942 Flakhelfer und 1943 zur Wehrmacht eingezogen. 1945 kam er in russische Gefangenschaft und wurde mit 25 Jahren, Dezember 1950 aus der Gefangenschaft (Donezbecken) entlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ursula (damals 14) floh mit ihrer Mutter nicht mit der Letten-SS, die in Carwitz und Neuhof einquartiert war. &lt;br /&gt;
:Sie blieben auf dem Hof bei den Großeltern. „Als die Kampftruppe der Russen kam, versteckten wir uns mit dem Vieh in selbstgebauten Erdbunkern am Küstersteig zum Schmalen Luzin. Die Russen entdeckten uns hier nicht, bis wieder „normale“ Zeiten eintraten. Dadurch kam es auch in unserer Familie zu keinen Übergriffen.“ &lt;br /&gt;
:Ursula hat von diesen Tagen und wenigen Wochen bis zum Abzug der russischen Kampftruppen im Juni 1945 nur lustige, heitere Erinnerungen: &lt;br /&gt;
:So hatten wir am Küstersteig aktuell kein Wasser und wuschen uns mit Kuhmilch. &lt;br /&gt;
:Die Kühe mussten ja gemolken werden, die Milch konnte aber nicht abtransportiert werden. &lt;br /&gt;
:Die Russen erschossen alle Hühner unseres Hofes. Daraus mussten wir Suppe kochen, aber auch mitessen, damit keine heimlichen Vergiftungen erfolgen konnten. &lt;br /&gt;
:Die Frisierkommode wurde als Futterkrippe für die Pferde genommen. Ihre eigenen 2 Pferde wurden gegen alte abgearbeitete der Russen ausgetauscht. &lt;br /&gt;
:Während des Schlafes hat eine Maus ein großes Loch in meine Jacke gefressen. &lt;br /&gt;
:Die russischen Soldaten aus den unendlichen Weiten Russlands, wo es noch keine Technik gab, staunten dann auf unserem Hof, dass Wasser aus der Wand und Licht aus der Decke kamen. &lt;br /&gt;
:Ein Soldat hatte 7 Armbanduhren am Unterarm. Keine ging mehr, da er sie nicht aufgezogen hatte. &lt;br /&gt;
:Alle 7 hat er gegen eine noch laufende Uhr meiner Mutter eingetauscht.  &lt;br /&gt;
:Später verlor meine Mutter, eine sonst sehr energische Frau, 3x ihre Stiefel an die Russen. Sie musste sie ausziehen und übergeben. Danach lief sie nur noch mit drei Paar übereinander gezogenen Wollsocken herum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auch alle Bewohner des Gutsdorfes Laeven mussten ihre Häuser verlassen, weil sich dort die Kampftruppen einquartierten. &lt;br /&gt;
:Sie zogen in verlassene Stellungen der deutschen Soldaten an der Mooskoppel.&lt;br /&gt;
:Die Frauen und die Kinder bestellten im Frühsommer bald wieder die Felder und ernteten später im Herbst auch. Männer gab es noch nicht wieder. Sie selbst konnte keinen Beruf erlernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 24.jpg|800px|zentriert|thumb| CD24 Dorfstraße 1932 Grafik W. Gotsmann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 25.jpg|800px|zentriert|thumb| CD25 Carwitz Blick auf Bohnenwerder 1936, die Veranda bei Fallada schon angebaut]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 26.jpg|800px|zentriert|thumb| CD26 Carwitz Blick aufs Boomdörp und aufs Unnerdörp mit Luzin, Hauptmannsberg, Ziegenbergen und Bohnenwerder ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 27.jpg|800px|zentriert|thumb| CD27 Feldberg 1940]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==7. Fortsetzung der Interviews mit Carwitzern zum Nachkrieg und zur DDR==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 1. Januar 1969 wurde Carwitz in die Stadt Feldberg eingemeindet. &lt;br /&gt;
:1975 hatte Carwitz 216 Einwohner. &lt;br /&gt;
:Am 13. Juni 1999 ging Carwitz in der neu gegründeten Gemeinde Feldberger Seenlandschaft auf, nachdem die Stadt Feldberg ihre Kommunalautonomie aufgegeben hatte. &lt;br /&gt;
:2007 hatte Carwitz 325 Einwohner.&lt;br /&gt;
:Das Dorf und das Hans-Fallada-Museum wurden im Rahmen der Städtebauförderung von 1992 bis 2007 gründlich saniert.&lt;br /&gt;
:In der Liste der Baudenkmale in Feldberger Seenlandschaft sind für Carwitz sieben Baudenkmale aufgeführt.&lt;br /&gt;
:Das Fallada-Haus mit dem Museum und dem Archiv &lt;br /&gt;
:Die Holländermühle mit Sockelgeschoss und Galerie von 1896–1937 am Südwestrand von Carwitz&lt;br /&gt;
:Die bescheidene Dorfkirche am Anger (gemeinnütziger Dorfplatz)&lt;br /&gt;
:Der Carwitzer See ist 3,95 km² groß. Am Hals befindet sich ein Wanderrastplatz und ein Campingplatz „klein und fein“&lt;br /&gt;
:Der 5 km lange Schmale Luzin (Fläche: 1,45 km²)&lt;br /&gt;
:Der 2 km lange Dreetz (Fläche: 0,63 km²)&lt;br /&gt;
:Das Haus Dreiseidel am Kirchenanger mit seinem Krüppelwalmdach, gedeckt mit Biberschwanz-Tondachziegeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, geb. Utnehmer, erzählte 2005: &lt;br /&gt;
:„1945 – 1949 Nach dem Kriege waren alle Häuser und Höfe mit Flüchtlingen, Umsiedlern und Evakuierten voll belegt. &lt;br /&gt;
:Meist bewohnte eine Familie nur 1 Zimmer. Die gemeinsame Toilette war am Misthaufen auf dem Hofe. &lt;br /&gt;
:Gewaschen wurde sich nach vorangehender Absprache in der Küche.  &lt;br /&gt;
:Fallada war für wenige Wochen Bürgermeister in Feldberg. &lt;br /&gt;
:Unser Bürgermeister hieß Schäfer. Er war vorher „Schweitzer“ (Melker) in Laeven gewesen. Er hat uns alle unvorstellbar traktiert und gequält.&lt;br /&gt;
:Es gab ja keine funktionierenden Gerichte. So war seiner und anderer Willkür Tür und Tor geöffnet. Besonders bestand für die Bauern das Problem der Erfüllung  ihres Solls an landwirtschaftlichen Abgaben. &lt;br /&gt;
:Da kamen die Russen und sperrten für 8 oder 12 Tage meinen Vater oder andere Bauern einfach mit der Begründung ein, er habe sein Soll nicht erfüllt. &lt;br /&gt;
:Das Vieh war uns weggenommen worden, wir hatten keine Pferde mehr, der schlechte Acker mit Kies und Steinen sollte aber den gleichen Ertrag bringen wie guter Boden. &lt;br /&gt;
:Uns gehörten damals 17 Hektar am Zansen, dort wo jetzt der Wanderweg nach Hullerbusch ist. &lt;br /&gt;
:Der Steilhang galt auch als Acker und war sollpflichtig. &lt;br /&gt;
;1951, zur Zeit der DDR, wurde mein Vater, Paul Utnehmer, der damalige „Kröger“, wegen sogenannten „Wirtschaftsvergehen“ mehrfach verhaftet und angeklagt. :Er starb 1980 in Carwitz, nachdem er wegen dieser anhaltenden Repressalien 1952 nach Westberlin geflohen war. &lt;br /&gt;
:Sein Besitz wurde enteignet. Der „Krog“ wurde vom Konsum übernommen. &lt;br /&gt;
:Nach der Wende übernahm ihn ein Pächter für 1 ½ Jahre. &lt;br /&gt;
:Nach der Rückübertragung an die „Erbengemeinschaft Paul Utnehmer“ wurde das Krog-Gehöft an den jetzigen Besitzer verkauft.&lt;br /&gt;
:Am 6. April 1945 habe ich und Siegfried Schönfeld geheiratet, eine Kriegstrauung. &lt;br /&gt;
:Siegfried war während der Ardennenoffensive am Kopf verwundet worden und hatte für einige Tage Genesungsurlaub erhalten. Das nutzten wir zur Heirat.  :Gleich nach der Hochzeit, am 13. April 1945, musste er wieder weg. Er kam dann in amerikanische Gefangenschaft. Später wurde er in französische Gefangenschaft übergeben und arbeitete in Südfrankreich in der Landwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Dort habe ich ihn dann 1947 / 1948 besucht. &lt;br /&gt;
:Ich suchte mir dort auch Arbeit als Haushaltshilfe in einem Nachbardorf. Aus einem völlig verwilderten Haushalt habe ich in einem halben Jahr einen ordentlichen „deutschen“ Haushalt gestaltet.  &lt;br /&gt;
:Ende 1948 sind wir gemeinsam auf getrennten Wegen nach Carwitz zurückgekehrt. &lt;br /&gt;
:LPG: Durch „das Soll“, d. h. die Zwangsabgabe für die Bauernwirtschaften, wurden viele mittlere und größere Höfe „devastiert“ – heruntergewirtschaftet. :Diese sogenannten „devastierten“ Betriebe wurden dann von oben, von der Kreisverwaltung zwangsbewirtschaftet, d.h. der Bauer hatte überhaupt keine Verfügungsberechtigung mehr über seinen Hof, das zugehörige Land und Vieh. &lt;br /&gt;
:Kleinere Höfe verschonte man. 1959/1960 begann dann die Zwangs-Kollektivierung. &lt;br /&gt;
:Der psychologische Druck, in die LPG einzutreten, wurde immer stärker und dann zum indirekten Zwang.&lt;br /&gt;
:Die Vorteile der Kollektivierung wurden in leuchtenden Farben geschildert: Arbeitserleichterungen durch Bewirtschaftung der großen Felder mit großen Maschinen, feste Entlohnungen, Ferien. &lt;br /&gt;
:Geregelte Arbeitszeit von 8 Stunden und Ferien kannte ein Bauer ja bisher überhaupt nicht. &lt;br /&gt;
:Mit Lautsprecherwagen wurden diese Parolen in den Dörfern verkündet. &lt;br /&gt;
:In Neuhof ging eine Bäuerin nach draußen zum Lautsprecher, drehte sich rum, zog ihre Schlüpfer runter und zeigte, sich bückend, den blanken Hintern.         &lt;br /&gt;
:1960 wurde dann die LPG Typ I in Carwitz gegründet. Typ I bedeutete nur gemeinsame Feldwirtschaft. Die Viehhaltung blieb individuell.                    &lt;br /&gt;
:1965 wurden dann alle Dörfer in der Nähe von Feldberg, so Neuhof, Laeven, Carwitz, Triepkendorf und Schlicht zu einer LPG Typ III zusammengefasst. &lt;br /&gt;
:Die Feld- und Viehwirtschaft wurde gemeinschaftlich betrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erzählte 2008: &lt;br /&gt;
:1947 heiratete sie Waldemar Morach, geb. 20.04.1919, der mit seiner Mutter aus Ostpreußen gekommen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten auf Rosenhof, der benachbarten Dorfstelle, eine Neubauernsiedlung von 9 ha erhalten.                                                                                                     &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1945 war der damalige Pächter des Rosenhofs, Panzegrau, auf Veranlassung der deutschen Behörden von den Russen verhaftet und nach Fünfeichen bei Neubrandenburg gebracht worden. &lt;br /&gt;
:Dort ist er verhungert.&lt;br /&gt;
:Besitzer des Rosenhofs war damals Hahn, ein Seifenfabrikant aus Berlin, der aber kaum hier war. &lt;br /&gt;
:1946 war der Rosenhof mit Neubauern aufgesiedelt worden.&lt;br /&gt;
:1949 wurde ihr 2. Kind, ihre Tochter (später Lehrerin) geboren. &lt;br /&gt;
:1958 musste ihr Mann in die LPG II eintreten. 1 Pferd verkauften sie, das andere musste in die LPG mit eingebracht werden. &lt;br /&gt;
:Anfänglich konnten sie sich vom „Deputat“ noch eine Kuh halten, später reichte es nur für Schweine und Kleinvieh. &lt;br /&gt;
:1961 begann sie selbst in der LPG zu arbeiten, um später eine Altersrente zu erhalten.&lt;br /&gt;
:Sie bekamen damals und auch später nach der Wende keinerlei Entschädigung für den in die LPG eingebrachten Besitz.&lt;br /&gt;
:Ihre 9 ha Land hat sie den Enkeln übertragen. &lt;br /&gt;
:1965 kauften sie das jetzige Haus. Sie selbst hat dann bei Ladwig im Unterdorf und in der Mosterei Dreiseidel gearbeitet. &lt;br /&gt;
:1974-1984 haben sie das Ferienheim des Ingenieurbüros der GIESAG/Leipzig mit 28 Betten geleitet. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Zeit und auch später hatten sie zusätzlich Sommergäste (maximal 11) in ihrem Haus und hatten dadurch ein einigermaßen stabiles Einkommen. &lt;br /&gt;
:1984 gingen sie und ihr Mann in Rente. 1997 starb ihr Ehemann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, im Haus an der Bäk erzählte 2006: &lt;br /&gt;
:Die Wirtschaft seines Vaters war mit 54 ha recht groß. Das Land, der Acker ging vom Ufer des Schmalen Luzins rechts parallel zur Straße hinüber nach Laeven. &lt;br /&gt;
:Er hatte 5 Pferde. Aber bei Kriegsende wurde ihm alles Vieh von den durchziehenden russischen Truppen weggenommen. &lt;br /&gt;
:„Wegen Nichterfüllung des Solls seiner Wirtschaft wurde mein Vater etwa 1950, wie fast alle anderen Bauern, auch eingesperrt. &lt;br /&gt;
:In Neustrelitz wurde er mit den Worten entlassen: „Faule und träge Altbauern schert euch an die Arbeit“.  &lt;br /&gt;
:Die Landwirtschaft meines Vaters wurde in dieser Zeit von den Behörden „devastiert“. Ihm wurde jegliche Verfügungsgewalt genommen. &lt;br /&gt;
:In seinem Stall standen dann 20 Kühe der LPG. Die Gülle lief direkt in den See. &lt;br /&gt;
:Später, 1955 nach der Gründung der LPG arbeitete ich in der MTS in Feldberg. Als Brigadeschlosser wurde ich in Carwitz in der Schmiede bei Friedrich Rechlin eingesetzt. &lt;br /&gt;
:Als Rudi Dreiseidel in den 60er Jahren privat die Mosterei aufbaute, betreute ich seit 1971 die Maschinentechnik.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Ehepaar Ursula (geb.Koch) (1931-2016) und Kurt Güldner (1925-2015) erzählten 2008:&lt;br /&gt;
:Kurt konnte bedingt durch die Kriegsereignisse keinen Beruf erlernen. &lt;br /&gt;
:Er kam 1950 aus russischer Gefangenschaft und arbeitete dann ab 1950 als Forstarbeiter.  Von 1958 – 1964 im Straßenbau. &lt;br /&gt;
:Als der Kinderbuchverlag das Grundstück von Suse Ditzen gekauft hatte, zogen sie 1962 ins Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Dort wohnten sie in der Scheune, bis Suse Ditzen in ihr neu gebautes Holzhaus in Feldberg umzog. &lt;br /&gt;
:Dann bewohnten sie das Untergeschoss des Haupthauses. Dieses Holzhaus von Suse Ditzen in Feldberg hat Kurt Güldner als „Leiter einer Feierabendbrigade“ gebaut. &lt;br /&gt;
:In den Jahren der DDR waren die sogenannten „Feierabendbrigaden“ außerhalb der regulären Arbeitszeit auf rein privater Basis tätig. &lt;br /&gt;
:Das bedeutet, es war Schwarzarbeit, da der Lohn, das Entgelt, praktisch auf die Hand gegeben wurde. Es wurde also nicht versteuert. &lt;br /&gt;
:Teilweise wurde auch in Naturalien oder mit Mangelwaren bezahlt. &lt;br /&gt;
:„Als der Kinderbuchverlag ins Fallada-Haus zog, sollten alle Möbel vernichtet werden“. Güldners sorgten dafür, dass die Möbel in der Scheune unterm Dach abgestellt wurden So retteten sie die Sachen vor dem Feuer. &lt;br /&gt;
:1962 – 1978 waren sie als Ehepaar Hausmeister im Betriebs-Ferienheim (Fallada-Haus) des Kinderbuchverlages.  &lt;br /&gt;
:Die Ferienhütte der Familie Dörffel bauten wir in den Jahren 1974-1977 “eigenhändig“ auf.“ &lt;br /&gt;
:Kurt Güldner war Chef einer Feierabendbrigade geblieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 28.jpg|800px|zentriert|thumb| CD28 Vor Zeiten – Blick vom Hauptmannsberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 29.jpg|800px|zentriert|thumb| CD29 Schmaler Luzin ca 1970, rechts Mühle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 30.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD30 Blick vom Südufer auf Spitze des Bohnenwerder 1978, Hintergrund Mühlberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 31.jpg|800px|zentriert|thumb| CD31 ;Blick vom Südufer des Carwitzsees auf Fallada-Bucht vor 1934, Vorn links Hang „Hügel 16“ mit heute noch stehendem Baum, im Hintergrund Hauptmannsberg, rechts Fallada-Haus]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 32.jpg|800px|zentriert|thumb| CD32 Uralter Blick vom Fallada-Garten auf heutigen Hügel 16, mit Kirchturm, Windmühle und Stall von Otto Schulz. Der große Baum steht noch.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 33.jpg|800px|zentriert|thumb| CD33 Gleicher Blick heute]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 34.png|570px|links|thumb| CD34 Kate 1  1979]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 35.jpg|490px|rechts|thumb| CD35 Fallada Haus an der Bucht 1979]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 36.jpg|550px|links|thumb| CD36 Fallada-Garten an der Bucht a]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 37.jpg|500px|rechts|thumb| CD37 Fallada-Garten an der Bucht b]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 38.jpg|570px|links|thumb| CD38 Ca 1900 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 39.jpg|1000px|rechts|thumb| CD39 1979 Haus der Familie Morach noch mit Linden Dorfstr.15 (heute 61)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==8. Früher „Fremdenverkehr“ in der Feldberger Seenlandschaft und in Carwitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1830 wird „Feldberg“ als Wanderziel im Mecklenburgischen Staatskalender genannt. (18)&lt;br /&gt;
:1850 Gründung des „Gemeinnützigen Verein für Fremdenverkehr“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Feldberg:                                                                                                                              &lt;br /&gt;
:1935   16 000 Übernachtungen                                                                                   &lt;br /&gt;
:1937   3 832 Feriengäste                                                                                                    &lt;br /&gt;
:1938   32 000 Übernachtungen &lt;br /&gt;
:2025   ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld erinnert sich: &lt;br /&gt;
:„Feriengäste kamen nach Carwitz schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Pensionen oder Hotels gab es nicht. &lt;br /&gt;
:Neben Privatzimmern logierten sie vor allem auch im Krog. In ihm gab es 2 Gastzimmer. &lt;br /&gt;
:Werbung wurde nicht gemacht. Carwitz war schon damals ein „Geheimtipp“. &lt;br /&gt;
:In den 30er Jahren wohnten im Sommer vor allem Maler und Ingenieure aus Berlin in Privatzimmern, bei Tock, Barthels, Dreiseidel, Ladwig. &lt;br /&gt;
:Die Zimmer waren einfach eingerichtet: Bett, Stuhl, Tisch, Kleiderschrank. Waschmöglichkeit, Toilette auf dem Hof oder später auf dem Flur. &lt;br /&gt;
:Für 3 Reichsmark/Person/Tag bekam man in den 20er Jahren neben dem Bett noch ein Frühstück mit Brot, Butter, 1 Ei und Honig.   &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkrieg wurden es dann 4 Reichsmark/Person/Tag.      &lt;br /&gt;
:Feriengäste, die bei Kratochwill wohnten – ein Deutsch-Amerikaner mit einer Gräfin Arko – hatten Anfang der 30er Jahre den Stall auf dem Bollenwerder etwas „möbliert“ und feierten dort mit ihren Gästen „italienische Nächte“.  &lt;br /&gt;
:Der dortige Stall, heute sind die Grundmauern noch vorhanden, war der aufwendig zubereitete Treffpunkt.&lt;br /&gt;
:Im Saal vom „Krog“ stellten die Maler immer ihre Gemälde zum Trocknen und evtl. Verkauf aus. &lt;br /&gt;
:Das waren damals vor allem 4 Landschaftsmaler. &lt;br /&gt;
:So hat Prof. Achtenhagen das alte Pfarrhaus mit dem großen Nussbaum daneben wunderschön gemalt. &lt;br /&gt;
:Kaiser-Eichberg aus Potsdam wohnte schon 1902 bei meiner Großmutter im „Krog“. Der war der große „Kiefernmaler“. &lt;br /&gt;
:Ein anderer Professor hat vor allem viele Wolken gemalt, das war der „Wolkenmaler“. Jeder hatte eben seinen eigenen Stil. &lt;br /&gt;
:Meier-Pyritz malte uns aber auch beim Halmaspiel. Über unsere schwarzen, mit weißer Wolle gestopften Strümpfe, die er getreulich malte, haben wir 15-jährigen Mädchen uns köstlich amüsiert. &lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurden Anfang der 50er Jahre in Carwitz zunächst Privatzimmern vermietet, so u. a. bei Familie Dreiseidel, bei Anna Ditzen, Ursula Barthels und Familie Ladwig.&lt;br /&gt;
:Seit der Mitte der 60er Jahren kamen einzelne auf Privatgrund gebaute und ab der 70er Jahre siedlungsartig angelegte sogenannte Datschen, bzw. Bungalows sowie Betriebsferienheime hinzu. &lt;br /&gt;
:So wurden am Hügel 16 auf dem Privatbesitz von Otto Schulz von Rapoport, Meyer-Foreyt, Blume und Stratonowitsch die ersten Bungalows gebaut, in den 70er Jahren auf sogenannten Treuhand-Grundstücken entstanden unsere Katen. &lt;br /&gt;
:Nachdem die LPG die sandigen Böden ab 1961 nicht mehr bewirtschaftete, entstanden am Südufer des Dreetz und an der Schappwasch zunächst wilde Zeltplätze. &lt;br /&gt;
:Sogar auf dem Steinwerder im Carwitzer See war jahrelang ein sehr romantisches Ferienlager. &lt;br /&gt;
:Die Abfälle, der Müll und die Toilettenkübel, sollen regelmäßig mit dem Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht worden sein. &lt;br /&gt;
:Der Bau einer Bungalowsiedlung auf dem Bohnenwerder konnte durch massive Proteste u. a. durch Ruth Werner verhindert werden.  Auch Bebauungspläne am Fischersteig und am Hauptmannsberg wurden nicht realisiert.&lt;br /&gt;
:Bewirtschaftete Zeltplätze entstanden an der Mühle runter zum Dreetz und „Klein aber Fein“ am Carwitzsee auf dem Privatgelände von Familie Schönfeld. :Anfang der 90er Jahre wurden die heute noch bestehenden Zeltplätze legalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ruth Werner und andere Mitarbeiter des Kinderbuchverlages lernten Carwitz durch ihre Kinder kennen, die 1951 mit ihrer Schulklasse nach Carwitz gefahren waren. &lt;br /&gt;
:Der „Geheimtipp“ sprach sich rum und so wohnten Mitarbeiter des Aufbauverlages, des Kinderbuchverlages in den 50er Jahren bei Anna Ditzen im Fallada-Haus. Sie genossen dort Annas Gastfreundschaft und ihren vorzüglichen Mittagstisch.&lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren trafen sich mehrfach Autoren mit ihren Lektoren des Kinderbuchverlages zu „Carwitzer Gesprächen“ (nach Günther Ebert: „Vom Genius loci“ in Carwitzer Notizen, Kinderbuchverlag Berlin 1985). &lt;br /&gt;
;Weitere mir namentlich bekannte „berühmte“ Bewohner und Feriengäste. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da es noch viel mehr geben wird:&lt;br /&gt;
                                         &lt;br /&gt;
:Hans Fallada, (1893-1947) Schriftsteller Rudolf Ditzen, lebte 1933–1944 in Carwitz. S. Extra-Kapitel&lt;br /&gt;
:Anna Ditzen, (1901-1990) Ehefrau von Hans Fallada, lebte 1933 bis 1965 in Carwitz, danach in Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ruth Werner (1907-2000) Schriftstellerin Ursula Beurton, geborene Ursula Maria Kuczynski lebte seit 1952 im Sommer in verschiedenen Hütten in Carwitz. S. Extra-Kapitel.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt (1916-1981), Maler und Grafiker, Mitbegründer der „Leipziger Schule“, der bedeutenden Strömung der modernen Malerei der DDR in den 70er und 80er Jahren. Lebte in den Sommermonaten in Carwitz.&lt;br /&gt;
:Harry Blume (1924-1992), Maler der Leipziger Schule lebte zeitweise in seinem Sommerhäuschen am Zugang zu unseren Katen rechts.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt und Harry Blume fuhren Anfang der 60er Jahre mit ihren Studenten in die Feldberger Landschaft. Während die Studenten sich der Pleinairmalerei widmeten, saßen sie im Krog oder streiften durch die Gegend und entdeckten so den Hügel 16, auf dem sie ihre Bungalows errichteten&lt;br /&gt;
:Gabriele Meyer-Dennewitz, Grafikerin und Malerin, lebte und arbeitete von 1964, seit 1991 ganzjährig, bis zu ihrem Tode 2011 in Carwitz im Unterdorf. &lt;br /&gt;
:Frank Merker, Maler und Grafiker, lebte und arbeitete bis zu seinem Tod 2008 in Carwitz&lt;br /&gt;
:Jürgen Wittdorf, Maler und Graphiker, kaufte 1964 ein über hundert Jahre altes Fachwerkhaus in Carwitz, das er selbst sanierte und seitdem in den Sommermonaten bewohnte.&lt;br /&gt;
:Prof. Samuel Mitja Rapoport (1912-2004) österreichischer Arzt, Direktor des Instituts für Physiologische Chemie an der Charité. &lt;br /&gt;
:Prof. Inge Rapoport (1912-2017) Charité, erster europäischer Lehrstuhl für Neonatologie. Mit 102 Jahren verteidigte sie ihre Doktor-Dissertation, die ihr 1937 aufgrund der Rassegesetze verwehrt geblieben war. Ihr erster Bungalow am Zugang zu unseren Katen links, später bauten sie noch einen am Fischersteig. :Ihr damaliger Badesteg ist unser jetziger von Kate 3.&lt;br /&gt;
:Charly Hübner, (*1972) Schauspieler, ist in Carwitz Feldberg als Hoteliersohn aufgewachsen. &lt;br /&gt;
:Till Lindemann, (Band Rammstein) hat ca 2020 das Grundstück des alten in den 70er Jahren abgerissenen Pfarrhauses gekauft. Dazu gehören ausgebaute Nebengebäude.&lt;br /&gt;
:Max Kaus (1891-1977), Maler, dessen Bilder von den Nazis 1937 als „entartete Kunst“ diffamiert und aus den Museen entfernt wurden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 40.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD40 „Carwitz II“ 1921, Max Kaus, Blick vom Hauptmannsberg zum Bohnenwerder vor 100 Jahren.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==9. Hans Fallada - Schriftstellername von Rudolf Ditzen==  &lt;br /&gt;
:(* 21.7.1893 Greifswald † 5. 2. 1947 in Berlin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hans Fallada machte das Dorf Carwitz über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Die nachfolgenden kursorischen Bemerkungen können nicht seine Biografie ersetzen. &lt;br /&gt;
:Geboren als Sohn des späteren Reichsgerichtsrates Wilhelm Ditzen und seiner Frau Elisabeth. &lt;br /&gt;
:Er hatte eine „schwierige“ Jugend mit Besuch mehrerer Gymnasien, in einem als Duell getarnten Doppelselbstmordversuch erschießt er seinen Mitschüler Hanns Dietrich von Necker in Rudolstadt, &lt;br /&gt;
:Tätigkeiten in der Landwirtschaft in Sachsen, Pommern, Mecklenburg, Alkohol- und Drogenabhängigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 41.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD41 Fallada-Porträtkarikatur von e.o.plauen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seit 1920 mehrere Romane ohne Erfolg. Mehrfache Unterschlagungen, wiederholte Verurteilungen zu Gefängnisstrafen bis 2 ½ Jahren.&lt;br /&gt;
:1929 Heirat mit Anna Margarete Issel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Geburt der Kinder: Ulrich Ditzen *1930, von Zwillingstöchtern bleibt Lore (Mücke) am Leben *1933, sie stirbt 1951 an Sepsis in Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Achim Ditzen *1940. &lt;br /&gt;
:Ernst Rowohlt, damals Annoncenwerber und Journalist, wird auf ihn schon in den zwanziger Jahren aufmerksam und unterstützt ihn finanziell.&lt;br /&gt;
:1932 Welterfolg von „Kleiner Mann - was nun?“ mit 45 Auflagen und 20 Auslandsauflagen. In diesem Roman erzählt Hans Fallada, dass die Herzenswärme von Lämmchen und Pinneberg mit ihrem Sohn Murkel stärker ist als ihre Not und der Abstieg von Pinneberg zum hoffnungslosen Arbeitslosen. &lt;br /&gt;
:Von diesen Einnahmen kauft er sich für den damals unerhörten Preis von 11.700 Reichsmark im Juli 1933 in Carwitz die Büdnerei Nr.17, das Haus Wehrle, am Wege zum Bohnenwerder.&lt;br /&gt;
: Es war 1849 gebaut worden. „Der Verkäufer des Hauses Wehrle kam mit der Landwirtschaft und dem Versuch eines Cafes nicht zurecht. (18 S. 265)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 42.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD42 So soll Fallada das Haus 1933 übernommen haben. Die Partie zum See ist unrealistisch.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 43.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD43 So sah vor 1930 die „Fallada-Bucht“ mit Wehrle vom heutigen Hügel 16 aus]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hier lebte und arbeitete er zwischen 1933 und 1944. Nach der Trennung von Mummi, seiner ersten Frau, lebte er mit seiner zweiten Frau, Ursula Losch, in Feldberg bis Anfang 1946.&lt;br /&gt;
:In Carwitz zog er sich nach Drangsalierungen durch das nationalsozialistische Regime in die „innere Emigration“ zurück. Er konnte sich nicht entschließen Nazideutschland zu verlassen. &lt;br /&gt;
:Trotzdem hatte er eine glückliche, produktive Zeit. &lt;br /&gt;
:In diesen Jahren entstanden 17 Romane, u.a. „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ (1934), „Wir hatten mal ein Kind“ (1934), „Wolf unter Wölfen“ (1937), „Der eiserne Gustav“ (1938), „Damals bei uns daheim“ (1941), „Heute bei uns zu Haus“ (1943). Letzteres beschreibt mit erzählerischer Freiheit sehr amüsant die Jahre mit seiner Familie in Carwitz. Neben Unterhaltungsromanen schreibt er mit großer Fabulierkunst auch heute noch lesenswerte Kinderbücher, „Geschichten aus der Murkelei“ (1938), „Fridolin der freche Dachs“ (1944).&lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zu den Dorfbewohnern ist meist getrübt: „... was man aus Neid, Hass und Übelwollen heute auszuhalten hat, wenn man wie ich auf dem Präsentierteller sitzt und weit und breit kein Mensch ähnlicher Denkungs- und Arbeitsart ...“ (15)&lt;br /&gt;
:Alkoholismus, Drogenabhängigkeit führen zum Zerwürfnis mit Mummi und es kommt zum Gebrauch einer Schusswaffe. Daraufhin erfolgt die Zwangseinweisung in die Landesnervenheilanstalt Alt-Strelitz. Hier schreibt er „Der Trinker“ auf bereits bedrucktem Papier zwischen den Zeilen auf. &lt;br /&gt;
:Die Erzählung seiner eigenen Problematik wird erst posthum 1950 veröffentlicht. &lt;br /&gt;
:Danach fortbestehende Dogenabhängigkeit gemeinsam mit seiner 2. Frau Ursula Losch in Feldberg, wo er auch das Ende des 2. Weltkrieges erlebt. &lt;br /&gt;
:Kurzzeitig wird er von den Sowjets als Bürgermeister von Feldberg eingesetzt.&lt;br /&gt;
:Mit Unterstützung von Johannes R. Becher siedelt er nach Berlin-Niederschönhausen über. &lt;br /&gt;
:Von ihm bekommt er Unterlagen zum Ehepaar Elise und Otto Hampel. Ende 1946 schreibt er über den isolierten Widerstand dieses Ehepaars zur Diktatur des Nationalsozialismus seinen letzten Roman in knapp 4 Wochen: „Jeder stirbt für sich allein“. &lt;br /&gt;
:Fallada stirbt am 5. Februar 1947. 1981 wird die Urne Hans Falladas vom Park-Friedhof Berlin-Pankow zur Grab- und Gedenkstätte auf dem alten Dorffriedhof in Carwitz überführt. Auch seine Suse, seine Tochter Mücke und seine Mutter sind hier begraben.&lt;br /&gt;
:Der DEFA-Spielfilm „Fallada – Letztes Kapitel“ (Regie: Roland Gräf, 1988) wurde zu großen Teilen in Carwitz gedreht.&lt;br /&gt;
:1965 kaufte der Berliner Kinderbuchverlag, damaliger Leiter Günther Schmidt, von Anna Ditzen das Grundstück. Sie konnte das große Gehöft allein nicht mehr bewirtschaften. &lt;br /&gt;
:Damit war Anna Ditzen die Sorge genommen, dass ein völlig „Fremder“ das Haus übernehmen und das „Früher“ auslöschen könne. Vermittler waren Ruth Werner und Fred Rodrian, (15, S.65)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch wollte die Treuhand 1992 das Grundstück an Privatleute verkaufen. Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass das verhindert werden konnte. &lt;br /&gt;
:Die Hans-Fallada-Gesellschaft betreibt im Haus und auf dem gesamten Anwesen ein lebendiges Museum, das von der Bundesregierung als „Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung“ zertifiziert ist.&lt;br /&gt;
:Das Arbeitszimmer von Hans Fallada ist mit originalem Mobiliar wiederhergestellt worden. Auch in der Veranda, dem Esszimmer – beides in originaler Ausstattung – und im Raum “Hans Fallada. Leben und Werk“ kann man hautnah sein facettenreiches und umfangreiches Leben bestaunen, wie verschlungen und ambivalent seine Biografie ist. &lt;br /&gt;
:Das 15.000 m² große Anwesen am Carwitz See ist wunderbar angelegt, das Dreieckbeet ist original bepflanzt, das Bienenhaus denkmalgerecht saniert, das Bootshaus originalgetreu nachgebaut, seine Streuobstwiese und die „Sitzecke am Seeufer“ können gefühlsmäßig nachempfunden werden. &lt;br /&gt;
:Fallada war auch ein versierter Landwirt.&lt;br /&gt;
:2000 wurden die Räumlichkeiten der „Scheune“ auf dem Fallada-Hof übergeben. Die Sanierung lief seit 1996.   &lt;br /&gt;
:Allein für die Scheune wurden 1 Mill. DM investiert. Der große Raum wird ganzjährig für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. &lt;br /&gt;
:Hier kann man auch fundierte Sonderausstellungen im Scheunensaal erleben.&lt;br /&gt;
:Jährlich finden die Hans Fallada Tage jeweils am Wochenende vor oder nach seinem Geburtstag am 21. Juli statt. &lt;br /&gt;
:Dazu gehört auch die sommerliche Veranstaltungsreihe an jeden zweiten Freitag um 20:00 Uhr “freitags bei Fallada“ mit Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen oder Filmvorführungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Fallada Heute&lt;br /&gt;
:1. Hans-Fallada-Museum in Carwitz 17258 Feldberger Seenlandschaft Ortsteil Carwitz Zum Bohnenwerder 2, Tel.: 039832 20359 – museum@fallada.de&lt;br /&gt;
:2. Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. - hfg@fallada.de, gegründet 1991 &lt;br /&gt;
:3. Literaturzentrum Neubrandenburg mit dem Fallada-Archiv.&lt;br /&gt;
:4.  Hans-Fallada-Klub in Neustrelitz, gegründet 1973 als „Club der Intelligenz“ im Kulturbund der DDR. Heute: info@hans-fallada-klub.de Website: www.hans-fallada-klub.de &lt;br /&gt;
:5.  Verein Pommersche Literatur-Gesellschaft e. V. ist 2000 hervorgegangen aus dem 1991 gegründeten Hans-Fallada-Verein Greifswald. Er hat seinen Sitz im Geburtshaus von Hans Fallada.&lt;br /&gt;
:6. Hans-Fallada-Schule Feldberg erhielt ihren Namen 1976. Beachtet werden sowohl seine  erzählerischen Leistungen als auch sein psychopathisches Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In einem Artikel “Zwei Gesellschaften und viele Wahrheiten“ (7.12.2005) schreibt Frank Pergande: “Es vergingen 30 Jahre bis die DDR den Versuch unternahm, Fallada postum zu vereinnahmen.“ &lt;br /&gt;
:Der damals in Neubrandenburg lebende Literaturwissenschaftler Tom Crepon war bei Recherchen für eine Fallada-Biografie auf Falladas Nachlass gestoßen – im Keller einer Braunschweiger Fleischerei. &lt;br /&gt;
:1978 wurde der Nachlass von der Akademie der Künste der DDR gekauft und zwei Jahre später nach Feldberg gebracht. &lt;br /&gt;
:Im selben Jahr erschien Crepons Biografie “Leben und Tode des Hans Fallada“. &lt;br /&gt;
:1983 erschien eine weitere Biografie, von Werner Liersch unter dem Titel “Fallada. Sein großes kleines Leben“. &lt;br /&gt;
:Weitere Informationen gibt es in den Artikeln der genannten Autoren, von der damaligen Archivarin des Fallada-Archivs Sabine Lange und auch von Heide Hampel mit Streitereien zur Stasi und zum Fallada-Nachlass in Feldberg, in Carwitz und dem Literaturzentrum Neubrandenburg. &lt;br /&gt;
:Heide Hampel baute das Hans-Fallada-Archiv in Feldberg/Meckl. auf und trug u. a. Sammlung und Nachlass der Schriftstellerin Brigitte Reimann zusammen.&lt;br /&gt;
:Klaus-Jürgen Neumärker schrieb u. a. anhand der Krankengeschichte: „Der andere Fallada“. Darin schildert er die „Psychopathie“ von Fallada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==10.Ruth Werner (* 15. Mai 1907 in Friedenau † 7. Juli 2000 in Berlin)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ist seit 1958 der Schriftstellername von Ursula Beurton, zuvor Ursula Hamburger, geboren als Ursula Maria Kuczynski. Sie war eine deutsche Schriftstellerin und Agentin des  russischen Militärnachrichtendienstes GRU der Roten Armee (Deckname „Sonja“), der späteren Sowjetarmee. Ihr älterer Bruder war Wirtschaftswissenschaftler, Prof. Jürgen Kuczynski. Andere Schwestern lebten nach 1933 großbürgerlich in England.&lt;br /&gt;
:1953 war Ruth Werner mit Len Beurton, ihrem Mann, das erste Mal nach Carwitz gekommen.&lt;br /&gt;
:Bereits in jungen Jahren wurde sie Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland. Sie blieb der Vision einer sozialistisch-kommunistischen klassenlosen menschlichen Gesellschaft treu bis zu ihrem Tode. &lt;br /&gt;
:Wie weit sie die Verbrechen der stalinistischen und anderer sozialistischer Staaten kannte und beurteilte bzw. verurteilte ist mir nicht bekannt. &lt;br /&gt;
:Ihre Autobiografie unter dem Titel „Sonjas Rapport“ erschien erstmalig 1977. Darin schildert sie grundsätzlich, aber unvollständig, ihre Agententätigkeit.&lt;br /&gt;
:Ben Macintyre schrieb eine erschütternde Biografie (2022 Insel Verlag Berlin) &lt;br /&gt;
:„Agent Sonja - Kommunistin, Mutter, Topspionin | Vom unglaublichen, aber wahren Leben der Spionin Ursula Kuczynski (alias Ruth Werner), die den Lauf der Weltgeschichte veränderte“&lt;br /&gt;
:Er schildert aufgrund neuer Informationen den dramatischen und fast selbstmörderischen Lebenslauf. Insbesondere wird diese Spannung zwischen Spionin und Ehefrau mit wechselnden Männern sowie ihren Kindern sehr ausführlich dargestellt, teilweise kann es einem schaudern. &lt;br /&gt;
:Man muss für die in dieser Zeit lebenden, denkenden und handelnden Menschen immer wieder „die Vision“ des Kommunismus bedenken. Mit ihr erklärt sich nicht nur die spätere Machtpolitik des sogenannten sozialistischen Weltsystems, sondern auch von Anfang an die unmenschlichen verbrecherischen Handlungen. :Diese Vision wird heute als Illusion beurteilt, sowohl politisch gesellschaftlich als auch wissenschaftlich philosophisch. &lt;br /&gt;
:Die neue Biografie soll mit ihrem heute in Carwitz lebenden Sohn, Peter Beurton, abgesprochen worden sein. (Beide Biografien stehen in Carwitz-Bibliothek, Kate 1.)&lt;br /&gt;
:Hierzu einige Daten, die das Interesse am Leben von Ruth Werner bis zu ihrer Übersiedlung in die DDR wecken können.&lt;br /&gt;
:Mit ihrem ersten Ehemann, dem deutschen Architekten Rudolf Hamburger, ging sie als 23-Jährige nach Schanghai. &lt;br /&gt;
:Dort wurde, trotz der Weltwirtschaftskrise, zu dieser Zeit stark gebaut. Sie lernte den im deutschen Botschaftsdienst tätigen Richard Sorge kennen und lieben. &lt;br /&gt;
:Er nutzt sie als Informantin und empfiehlt sie der militärischen Aufklärung der Roten Armee. &lt;br /&gt;
:Ursula Hamburger wird von 1933 bis 1934 in Moskau ausgebildet. &lt;br /&gt;
:Für ihre Tätigkeit in China erhielt sie &#039;&#039;&#039;1937 (!)&#039;&#039;&#039; den Rotbannerorden in Moskau. &lt;br /&gt;
:1938 flüchtete Ruth Werner mit ihrem Ehemann in die Schweiz. Dort lernte sie den englischen Spanienkämpfer Len Beurton kennen. &lt;br /&gt;
:Für ihn war es nach seinen Schilderungen Liebe auf den ersten Blick. Sie schilderte es als Pflicht zur Tarnung. &lt;br /&gt;
:Beide wurden dann nach England beordert. In der Schweiz und in England baute sie ein Informationsnetz für Moskau auf. &lt;br /&gt;
:1943 landet sie ihren größten Coup: Sie übermittelt während des Krieges Unterlagen des deutsch-britischen Kernphysiker und sowjetischen Atom-Spions Klaus Fuchs (1911-1988), also das britisch-amerikanische Atomgeheimnis, an die Sowjets. &lt;br /&gt;
:Daher war Stalin nicht überrascht, als er 1945 in Potsdam über die Explosion der ersten Atombombe in Japan informiert wurde.&lt;br /&gt;
:1949 flüchtete das Ehepaar Beurton nach der Enttarnung von Klaus Fuchs in die DDR. &lt;br /&gt;
:Nach zwanzig Jahren unentdeckter Geheimdienstarbeit scheidet sie 1950 auf eigenen Wunsch als Oberst der Roten Armee aus. &lt;br /&gt;
:Sie gilt als eine der erfolgreichsten sowjetischen Kundschafterinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie war dann sechs Jahre im Staatsdienst der DDR beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Als Autorin, Ruth Werner, trat sie zunächst mit der Publikation von Kinderbüchern auf. &lt;br /&gt;
:Ihre bekanntesten Bücher sind &amp;quot;Muhme Mele&amp;quot;, &amp;quot;Olga Benario&amp;quot; und &amp;quot;Sonjas Rapport&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Ihr Sohn soll erst 1977 durch ihre Autobiografie „Sonjas Rapport“ von ihrem Doppelleben erfahren haben. &lt;br /&gt;
:Immerhin hatte das GRU die Veröffentlichung genehmigt.&lt;br /&gt;
:Werner Liersch schreibt (15/S.65): „Ruth Werner war eine der spektakulären Personen des 20. Jahrhunderts und sie war von äußerster Bescheidenheit, Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe. Sie war eine kommunistische Idealistin. Die Frauen (Anna Ditzen) verstanden sich.“  &lt;br /&gt;
:In den Wintermonaten wohnt sie anfangs manchmal in einer der beheizbaren Dachmansarden bei Anna im Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Im Sommer hat sie Adressen von Hütten im Dorf.17 In den 70er Jahren bekommt sie von der Stasi vermittelt eine kleine Hütte auf der zum See abfallenden :Wiese hinter dem Fallada-Haus unter den alten Obstbäumen. Sie schreibt in Falladas Garten: „An die hundert Seiten, Sonjas Rapport’ gehören zu seiner Wiese, mit dem Blick auf den Carwitzer See, hundert Seiten auf dem winzigen Rasenfleck vor dem Gemüse- und Blumengarten der Ursula Barthels mit Blick über den Dreetz, der wie ein Bergsee ins Tal gebettet liegt.“ &lt;br /&gt;
:Sie müht sich, dass das Dorf, die Landschaft und der alte Friedhof ihr Gesicht erhalten können.  &lt;br /&gt;
:Die Atheistin Ruth Werner gibt Geld für die Kirche. &lt;br /&gt;
:„Sie (Karl Gossow und Wolfgang Steinitz) retteten gemeinsam mit dem kunst- und naturverständigen Weimarer Architekten Professor Engelberger die liebliche Halbinsel Bohnenwerder vor einer geplanten Bungalowsiedlung.“ &lt;br /&gt;
:Sie erinnert sich an Kurt und Jeane Stern, die nach Carwitz kommen. Sie sind Spanienkämpfer wie Len, und Autoren berühmter Filme wie „Das geteilte Dorf“ und „Stärker als die Nacht“. Sie sind treue und nahe Freunde von Anna Seghers über 50 Jahre. &lt;br /&gt;
:Ruth Werner hinterlässt den bis heute nicht eingelösten Satz: „Sollten nicht auch diese Jahre, diese Namen in die Annalen des Fallada-Hauses mit eingehen?“. &lt;br /&gt;
:Bei der Beisetzung ihrer Urne im Juli 2000 auf dem Friedhof Berlin Baumschulenweg sprach ein Gesandter der Russischen Föderation als Trauerredner. &lt;br /&gt;
:Sie war Oberst der Roten Armee.&lt;br /&gt;
:In Carwitz, wurde seit 2010 die Erinnerung an sie mit einer Ausstellung von einem Verein unter Ingrid Becker wachgehalten. Er löste sich 2023 auf. &lt;br /&gt;
:Die in Neustrelitz ansässige Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt unterstützt die Digitalisierung der vorhandenen Materialien. Darin geht es um das Weltbild Ruth Werners, ihre Tätigkeit im Nachrichtendienst, ihr Leben in der BRD, DDR und im vereinten Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==12.    Bankräuberpaar lebte unauffällig==&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Berliner Zeitung 2. März 2013 &amp;quot;Das Doppelleben der Postbank-Räuber M. Wittge O. Kröning&amp;quot;:  &lt;br /&gt;
:Die Brüder Frank und Ralf L. überfielen insgesamt 18 Postbanken. Ihr Motiv: Spiel- und Drogensucht.&lt;br /&gt;
:Im Sommer, wenn die Urlauber kamen, florierte ihr Landgasthof in Mecklenburg. Dann führten Frank (52) und Ralf L. (49) ein braves Wirts-Leben. &lt;br /&gt;
:Im Winter zog es die Brüder oft in ihre alte Heimat, nach Berlin. Dann überfielen sie Banken, verspielten das Geld, nahmen Drogen. &lt;br /&gt;
:Beim 19. Überfall war das SEK schneller am Bankschalter als die Postbank-Räuber!&lt;br /&gt;
:Der Pastor-Niemöller-Platz in Niederschönhausen, gegen 18.40 Uhr: Die Postbankfiliale hat bereits seit 40 Minuten geschlossen. Die Angestellten und der Filialleiter sind noch in der Bank, erledigen vor dem Feierabend noch letzte Büroarbeiten, bevor sie durch den Hintereingang nach Hause verschwinden wollen. Dort lauern die beiden Bankräuber, bewaffnet mit Messer und Pistole. Mit Fahrrädern waren die Brüder zu der Pankower Bank geradelt. &lt;br /&gt;
:Was Frank und Ralf L. nicht ahnen. Auch sie werden beobachtet, von Zivilpolizisten, und das schon seit zwei Monaten. &lt;br /&gt;
:Fünf Minuten später folgt der Zugriff: SEK-Beamte stürmen aus ihren Verstecken, überwältigen die völlig überraschten Täter und bringen sie zum Landeskriminalamt. &lt;br /&gt;
:„Bei der Vernehmung gestanden die Brüder, insgesamt 15 Banküberfälle in Berlin und drei im Land Brandenburg verübt zu haben“. Von dem Geld soll nach ihren Aussagen nichts mehr übrig sein. Sie sollen es bei Sportwetten verspielt und in Kokain investiert haben. &lt;br /&gt;
:Teilweise zeigten Frank und Ralf L. bei den Überfällen außergewöhnlichen Erfindungsreichtum: So verkleideten sich die Brüder bei einem Bankraub im Januar 2010 in Neukölln zur Tarnung als Reinigungskräfte, die von der Rückseite des Gebäudes rote Farbschmierereien entfernen wollten. &lt;br /&gt;
:Sie hatten das Gebäude selbst mit Farbe beschmiert. Bei einem Überfall im Dezember an der Oranienburger Straße verkleidete sich das Räuber-Duo als Handwerker, klingelte an der Postbank. &lt;br /&gt;
:Die Eltern von Frank und Ralf L., die den Söhnen bei der Bewirtschaftung des Gasthofes in der Feldberger Seenlandschaft halfen, können noch gar nicht glauben, dass ihre Söhne gefährliche Serienbankräuber sein sollen. „Ich habe davon nichts geahnt“, sagt die Mutter. „Es ist so furchtbar, sie sind Freitag nach Berlin gefahren.“ Ralf L. hatte am Abend angerufen. „Er sagte uns, dass sie bei der Polizei sind und wir uns keine Sorgen machen müssten“, erzählt der Vater. „Er meinte noch, dass alles gut werden würde.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seitdem ist „Der Krog“ als Gaststätte geschlossen. Gelegentlich gibt es Ausstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==13. Infrastruktur, Elektrizität, Wasser, Abwasser==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Elektrifiziert wurde Carwitz ca. 1902/03 nach der Erzählung von Paul Utnehmer (Frau Christa Schönfeld). Einige Straßenlampen gab es auch schon vor dem zweiten Weltkrieg. Sie wurden per Handschalter an einem Lampenmast gegenüber dem Friedhof bei Einbruch der Dunkelheit eingeschaltet und 23 Uhr ausgeschaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Stadtvertretung der Stadt Feldberg beschloss in ihrer Sitzung am 22.4.1999 eine Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“&lt;br /&gt;
:Darin heißt es u. a. (auszugsweise): &lt;br /&gt;
:„Im nachfolgend näher bezeichneten Gebiet liegen städtebauliche Missstände vor. Das insgesamt ca. 20 ha umfassende Gebiet (...) erhält die Bezeichnung Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 44.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD44 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Sanierungsgebiet umfasst alle Grundstücke (...) innerhalb der im Lageplan (...) durch eine schwarz gestrichelte Linie gekennzeichneten (...) abgegrenzten Fläche.&lt;br /&gt;
:Es können sowohl städtische Maßnahmen im Bereich Hoch- und Tiefbau, als auch private Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden durch Ausreichung eines Zuschusses oder Darlehns gefördert werden.“&lt;br /&gt;
:Die intensive Sanierung von Carwitz erfolgte einschließlich der vorausgehenden Maßnahmen von 1992-2007. Aber ab Anfang der 80er Jahre versorgte bereits eine zentrale Wasserleitung von einem Wasserwerk oberhalb des „Schappwaschs“ (Schafwäsche) am Dreetz alle Gehöfte und Ferienhäuser. Die Einzelbrunnen wurden verfüllt oder nicht mehr gepflegt.&lt;br /&gt;
:Eine allgemeine Abwasseranlage mit Anschlusspflicht für alle Bewohner wurde 1997/99 gebaut. Bis dahin wurden die Klärkammern jedes Gehöftes und der Ferienhäuser für Schmutzwasser regelmäßig von Spezialautos abgepumpt und zentral entsorgt. Dazu gibt es die Berichte, dass aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit die Entsorgungsfahrzeuge ihren Abwasserschlamm in Seen oder im Wald abkippten.&lt;br /&gt;
:Damals war Lutz Teichfischer Bürgermeister von Feldberg. Für Interessenten liegt in Kate 1 ein Heft von 60 Seiten: “CARWITZ Abschlussdokumentation der Sanierung“. Die Gesamtkosten betrugen 2.894.920 €, davon entfielen 1.340.880 € auf die Dorfstraße, die Wege und Plätze, sowie 210.980 € auf die Modernisierung und Instandsetzung von privaten Gebäuden. &lt;br /&gt;
:Ich erinnere mich, dass aus historischen Gründen die Dorfstraße mit Kopfsteinpflastern von Spezialkräften aus Portugal durchgeführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 45.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD45 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 47a.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD46 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 48.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD47 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+5&#039;&#039;&#039; Blicke auf Carwitz beim Rundflug 2008 (Wer hat die Bildrechte?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==14. Dorfkirche, Pfarrhof, Friedhöfe==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Mittelalter war Carwitz selbstständige Pfarre des Bistums Brandenburg. &lt;br /&gt;
:1534 gehörten dazu die Kapellen in Feldberg, Laeven und Hinrichshagen (Lüttenhagen). &lt;br /&gt;
:Im 30-jährigen Krieg ging die Pfarre ein und die Parochie wurde von Triepkendorf aus verwaltet. &lt;br /&gt;
:1706 entstand am Anger die Dorfkirche als rechteckiger Fachwerkbau mit einem freistehenden Glockenturm vor dem Westgiebel.&lt;br /&gt;
;18&lt;br /&gt;
:1740 wurde Carwitz wieder Pfarrsitz. Eingepfarrt wurden dorthin Feldberg, Conow, Weitendorf, Wittenhagen, Försterei Laeven und Neuhof. &lt;br /&gt;
:Der „Küstersteig“ zweigt von der Bahnhofstrasse in Feldberg ab und führt entlang der Wiesen zum Schmalen Luzin, er war also der Weg, auf dem Pfarrer und Küster aus Carwitz nach Feldberg zum Gottesdienst gingen und zurück. &lt;br /&gt;
:Seit 1815 war Feldberg „Flecken“ und erhielt erst 1919 das Stadtrecht. &lt;br /&gt;
:1857 wurde die Pfarre trotz stärkster Proteste der Carwitzer nach Feldberg gelegt, dafür durften im Gegensatz zu den anderen Dörfern die Carwitzer weiterhin ihre Kinder in ihrer eigenen Kirche konfirmieren. &lt;br /&gt;
:Auf dem uralten Kirchhof befindet sich ein offener Glockenstuhl mit zwei Gussstahlglocken. Diese wurden in Bochum gegossen und kamen um 1920 nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Die vorherigen beiden Bronzeglocken mussten während des ersten Weltkrieges für die Verarbeitung zu Munition abgeliefert werden. &lt;br /&gt;
:Bei diesen Bronzeglocken handelte es sich um eine kleinere mittelalterliche Glocke und eine große Glocke von 1859, welche ein Geschenk des Großherzogs Georg war.&lt;br /&gt;
:Dem ursprünglichen Friedhof an der Kirche folgte im 19. Jahrhundert der heute aufgelassene Friedhof mit dem Fallada-Gedenk-Grab. &lt;br /&gt;
:Im 2. Weltkrieg wurde dort noch beerdigt, siehe Grab eines russischen Hilfsarbeiters in der rechten Ecke zum Luzin. &lt;br /&gt;
:Der heutige Friedhof am Kreisel wurde nach dem 2. Weltkrieg eingerichtet. &lt;br /&gt;
:Er ist aus Gründen mangelnden Unterhalts heute nicht mehr allgemein belegbar, außer vorgemerkt mit jährlichen Gebühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 49.jpg|800px|zentriert|thumb| CD49]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 50.jpg|800px|zentriert|thumb| CD50 vor 1906]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 51.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD51 Die jetzige Kirche ist ein rechteckiger Fachwerkbau, eingeweiht 1706. Der hölzerne Westturm mit Spitzhelm wurde 1912 wegen Baufälligkeit abgerissen.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD52 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52a.jpg|800px|zentriert|thumb| CD53 Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut.  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Innern der rechteckigen Saalkirche befinden sich an drei Seiten Emporen. Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut. &lt;br /&gt;
:Die beiden Altarflügel (um 1500) zeigen rechts oben Maria und Sankt Elisabeth, unten Sankt Matthias und Sankt Bartholomäus. &lt;br /&gt;
:Auf dem linken Flügel sind oben Sankt Jakobus und Sankt Andreas, unten Sankt Agnes und Sankt Petrus dargestellt. &lt;br /&gt;
:Die beiden auf den Flügeln stehenden Schnitzfiguren zeigen Maria mit dem Christuskind (links) und Sankt Johannes (rechts) sowie auf den Rückseiten eine Verkündigungsszene. &lt;br /&gt;
:Die dritte Schnitzfigur im Altarraum an der Wand links stellt Sankt Valentin dar und stammt ebenso wie das Kruzifix aus der Zeit um 1500.&lt;br /&gt;
;Erna Morach, Christa Schönfeld  und Otto Schulz erzählten: &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg bekam der Pfarrer jedes Jahr den „Obsterwangs“ (von ihr so ausgesprochen). Das war der große  Kirchenzehnte, ein Rest der Feudalsteuer. &lt;br /&gt;
:Die Bauern gaben ihm 10 Zentner Roggen oder mehr, die sie gleich in die Mühle nach Feldberg bringen mussten. &lt;br /&gt;
:Der Pastor bekam dann nur das Geld für den an den Müller verkauften Roggen. Wurst, Eier kamen noch hinzu. &lt;br /&gt;
:Die Namen der Pastoren sind ihnen nicht mehr erinnerlich. &lt;br /&gt;
:Noch in den 20er und 30er Jahren sammelte „de Glöckner“ Wilhelm Schmidt den Kirchenzehnten in Naturalien zu Ostern ein.&lt;br /&gt;
:In ihrer Kindheit läutete der Glöckner, Herr Schmidt, die kleine Kirchenglocke 3x täglich: bim-bim-bim Sommer 7:00 (Winter 8:00), 12:00, Sommer 18:00 (Winter 16:00).  &lt;br /&gt;
:Am Sonntag wurde von ihm die große Glocke 10:00 geläutet und wenn der Pfarrer kam, wurde auch die 2. große Glocke geläutet. &lt;br /&gt;
:Der Glöckner „trampelte“ dann auf den Blasebälgen der Orgel die Luft in die Pfeifen, die vom Lehrer gespielt wurden. &lt;br /&gt;
:„Wir Kinder sangen dazu“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Reste des alten Pfarrhofs an der Bushaltestelle wurden erst 1974 im Auftrag der Kirche vom Bauunternehmer Börner aus Feldberg abgerissen und in den Modder-Mücken-Teich am Hügel 16 vor unseren Katen 2/3 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Beim Umbau 1978 / 2000 wurde im Zuge der Dorfsanierung auch die Kirchhofsmauer aufwendig umgebaut. Das geschah in der jahrhundertealten Fertigungstechnik als sogenannte Trockenfeldsteinmauer. &lt;br /&gt;
:Trockenmauern bieten in ihren vielen Ritzen und Hohlräumen ein spezielles Kleinklima und wertvolle Ersatzlebensräume für Reptilien und Insekten. &lt;br /&gt;
:Durch Samenflug siedeln sich außerdem auf den Steinen und zwischen den Fugen vielfältige Arten von Moosen, Flechten und Pflanzen an, die zur Stabilität dieses Naturdenkmals entscheidend beitragen. &lt;br /&gt;
:Wegen der besonderen Sensibilität ihre Beschaffenheit ist eine derartige Mauer nicht geeignet, zu erklettern, zu begehen oder zu “besetzen“. Diese Mauer des Kirchenhofs sollte geschützt und damit erhalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+6&#039;&#039;&#039; sanierte Kirche Carwitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 54.jpg|630px|links|thumb| CD54 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 55.jpg|420px|rechts|thumb| CD55 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 56.jpg|550px|links|thumb| CD56 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 57.jpg|500px|rechts|thumb| CD57 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 58.jpg|800px|zentriert|thumb| CD58  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 59.jpg|800px|zentriert|thumb| CD59 2004/2005 wurden die Grundmauern und der Keller des Pfarrhofs wieder freigelegt. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==15. Mühle: „flügellos“==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 60.jpg|800px|zentriert|thumb| CD60 Die Holländer Mühle brannte am 07.03.1892 ab. Sie wurde danach wieder aufgebaut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 61.jpg|800px|zentriert|thumb| CD61 Carwitzer Windmühle ca. 1900 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+7&#039;&#039;&#039; Vor 1906 ??&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto Schulz erzählte sinngemäß: &lt;br /&gt;
:Letzter Mühlenbesitzer war Otto Schmidt. Nach der Kollektivierung wurde die Mühle der LPG unterstellt. Zum Schluss wurde mit elektrisch betriebenem Mahlwerk nur noch Futter für Schweine und Rinder der LPG (Tierproduktion) Dolgen geschrotet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 62.jpg|800px|zentriert|thumb| CD62 2009]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
      &lt;br /&gt;
:Seit 1998 bemüht sich der örtliche Mühlenverein um die Sanierung. Die Plattform war zeitweise wieder begehbar. So wurde sie vom Kunstladen Thomsdorf zeitweise auch als Verkaufsstelle genutzt. Die Mühlenflügel ohne Funktion würden Zehntausende € kosten. So oder so ist sie ein weithin sichtbarer Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 63.jpg|800px|zentriert|thumb| CD63 ca. 1970  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+8&#039;&#039;&#039; ? Ca 1970&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==16.    Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Nach dem Kriege wurde die aus Ostpreußen geflüchtete Schwester Selma Wehrmeister als 1. Gemeindeschwester in Carwitz sesshaft. &lt;br /&gt;
:Sie war sehr beliebt, da sie fachlich sehr gut war, energisch und vor allem immer sofort da war, wenn sie gerufen wurde. &lt;br /&gt;
:Sie war auch oft als Hebamme tätig, denn damals gab es bis Mitte der 50er Jahre nur Hausentbindungen. &lt;br /&gt;
:Sie wohnte bei Dreiseidel im jetzigen Haus von Familie Teifel und hatte ihre Gemeindeschwesternstube in der damaligen Schule (Fr. Deuß, Dorfstraße 74). :Dort wurde auch bis 1990 ein- bis zweimal die Woche Sprechstunde eines Feldberger Arztes abgehalten. &lt;br /&gt;
:Schwester Selma war nicht nur Gemeindeschwester für Carwitz, sondern auch für Laeven und für Wittenhagen bis 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==17.Bäckerei und Kaufmannsladen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, Erna Morach und Güldners erinnern sich: Bäckermeister Hermann Schulz gab altersbedingt Anfang der 60er Jahre die Bäckerei in Carwitz auf. &lt;br /&gt;
:Er war selbständiger Bäcker und Konditor. Das ehemalige Backhaus mit dem erhaltenen großen Backofen ist jetzt ein Ferienhaus auf dem Grundstück Dorfstr. ?19 Bäcker Schulz buk frühmorgens das Brot, die Brötchen und die Kuchen. &lt;br /&gt;
:Dann zog er ein- bis zweimal in der Woche mit dem Pferdewagen über die Nachbardörfer zum Verkauf.  &lt;br /&gt;
:Viele Dörfler buken damals ihr Brot noch selbst.&lt;br /&gt;
:So ist der Erdhügel gegenüber unserem Eingangstor in Carwitz der Rest des ehemaligen Backofens der Familie Schönfeld. &lt;br /&gt;
:Es wurde auch noch selbst gebuttert. Die Maibutter war die beste, da die Kühe jetzt wieder das frische Gras fressen konnten20. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben und trugen sie nach Hause. &lt;br /&gt;
:Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.  &lt;br /&gt;
:Ein Lebensmittelladen des Konsums wurde 1952, nach dem Weggang des Krögers Paul Utnehmer, in der Gaststätte links hinter dem Eingang eingerichtet. Später wurde für den Laden eine Baracke anstelle der abgerissenen Scheune links neben dem Krog gebaut. &lt;br /&gt;
:Und noch später wurde ein eigener Laden daneben gebaut, in dem es alles „für den täglichen Bedarf“ gab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur paradoxen völlig verfahrenen, weil ideologisch dogmatisch bestimmten Preispolitik der DDR einige Beispiele: &lt;br /&gt;
:Ich erlebte, wie eine Carwitzer Einwohnerin „das Übliche“ - zehn große Brote kaufte, die sie in einen dreckigen Sack warf. &lt;br /&gt;
:Die Verkäuferin klärt mich dann auf: Diese Brote sind nicht für die Gäste, sondern für die Hühner und Schweine bestimmt. &lt;br /&gt;
:Brot wird subventioniert, reines Korn, also das Futter für die Schweine ist viel teurer im Einkauf. &lt;br /&gt;
:LPG-Bäuerinnen hatten kein eigenes Korn mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Frische Lebensmittel wurden zur DDR-Zeit staatlich zu überhöhten Preisen aufgekauft, um sie in Westberlin frisch verkaufen zu können. Dazu gehörten zum Beispiel Spargel, Erdbeeren und auch Eier. Ein Teil dieser Waren kam aber auch in unseren Konsum zum Verkauf zurück und konnte nun für den persönlichen Bedarf in kleiner Menge zurückgekauft werden. Der Rückkauf war zum Teil nur die Hälfte vom vorher erfolgten Verkaufspreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Konsum wurde 1990 bald nach dem Umbruch und nach Klärung der Eigentumsverhältnisse abgerissen. Ein Doppelhaus steht jetzt dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==18. Fischerei==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erinnert sich: Herr Hagen holte sich nach dem Kriege die Fische vom Fischer Haase. &lt;br /&gt;
:Er (Herr Hagen) wohnte im letzten Haus links am Weg nach Hullerbusch, Dorfstr. 67. &lt;br /&gt;
:Der Fischer wohnte im ersten Haus an der breiten Bucht. Hagen fuhr die Fische, anfangs mit dem Fahrrad, später mit seinem Pferdewagen zum Verkauf über die benachbarten Dörfer. Später übernahm sein Sohn Ernst Hagen dieselbe Tätigkeit von seinem Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„In Carwitz produzierte die Binnenfischerei 60 t Forellen.“&lt;br /&gt;
;21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Seenlandschaft wurde durch die wirtschaftliche Entwicklung massiv belastet: Abwasser der Molkerei in Feldberg, ungenügende Abwasserklärung der Stadt Feldberg und der umliegenden Dörfer, Mosterei in Carwitz, chem. Pflanzenschutzmittel und Düngung insbesondere mit Flugzeugen. &lt;br /&gt;
:Die Problematik wurde in den 70er und 80er Jahren wohl erkannt, aber die entgegenwirkenden Maßnahmen konnten aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten und ideologischer Schranken nur halbherzig sein.&lt;br /&gt;
:Erfreulich, dass sich nach der Wende in den 90er Jahren vieles veränderte. Die sich von Jahr zu Jahr verbessernden Seen haben fast alte Klarheit zurückgewonnen.&lt;br /&gt;
;22 &lt;br /&gt;
;Gleiche Autoren berichten: „Es wäre schon vorgekommen, dass die Fischer Bleie (Brachsen, Brassen) von 60 bis 80 cm mit 6-7 kg gefangen hätten“. (18 / S.29 u. 266)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fischermeister Bruno Haase erzählte, dass zu dieser Zeit von ihm im Carwitzer See, im Zansen und im Dreetz immerhin pro Jahr noch eine Tonne amerikanischer Flusskrebse gefangen wurde. &lt;br /&gt;
:1959 erreichte der Bisam die Feldberger Gewässer, jedenfalls gibt es aus dieser Zeit erste verlässliche Berichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==19. Schmiede==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Es gab bis in die Nachkriegsjahre 2 Schmieden. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+9&#039;&#039;&#039;  1. vom Kreisel kommend das erste Haus links, Dorftsr. 5, daneben das kleinere Haus war die ehemalige Schmiede gewesen. &lt;br /&gt;
:2. gegenüber dem alten Friedhof, Dorfstr. 40, die Schmiede von Friedrich Rechlin, die später von Kavemann übernommen wurde.&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+10&#039;&#039;&#039;  Standort Schmiede am Friedhof ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==20. Verkehr==&lt;br /&gt;
:1789, so wird berichtet, erreichte die Post zweimal in der Woche Feldberg. &lt;br /&gt;
:Die „Fahrpost“ von Neustrelitz (durch den Serrahner Forst) über Goldenbaum, Grünow, Dolgen, Weitendorf (alte Poststraße) nach Feldberg existierte von 1821 bis zum 21. 12. 1910. An diesem Tag erreichte die Eisenbahn, die „Friedrich-Wilhelm-Bahn“, das erste Mal öffentlich Feldberg. &lt;br /&gt;
:„Erst 1875 konnte der wichtige Straßenanschluss Feldbergs an die Chaussee Neustrelitz-Woldegk bei Möllenbeck fertiggestellt werden.“ (18)&lt;br /&gt;
:Die letzte Sonderfahrt der Bahn war am 21.Dezember 2000 zum 90-jährigen Streckenjubiläum. &lt;br /&gt;
:Der Personennahverkehr war bereits zum 27. Mai 2000 abgestellt worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu Fuß oder mit der Pferde-Kutsche ging es von Carwitz nach Feldberg zum Amt oder zum Bahnhof. &lt;br /&gt;
:Die Feldberger Seenkette bildete eine Barriere von Lichtenberg bis Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:So soll Blücher mit seiner Armee entlang dem Nordufer des Breiten Luzin 1806 vor den Franzosen geflohen sein. Der Erddamm durch den Schmalen Luzin wurde erst 1847 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 64 c.jpg|800px|zentriert|thumb| CD64 An der Bäk-Brücke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Brücke über „de Bäk“ in Carwitz hatte nur Bedeutung für die Verbindung zwischen Wittenhagen und Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Schulbus fuhr bald nach Schließung der Dorfschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 65.jpg|530px|links|thumb| CD65 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 66.jpg|500px|rechts|thumb| CD66 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Die ersten Autobesitzer vor dem 2. Weltkrieg waren Hans Fallada, Kratochwil und der Müller Schmidt. &lt;br /&gt;
:Fallada hatte vorher eine Pferdekutsche. Mit ihr hatte er seine Probleme, wie er in „Heute bei uns zu Haus“ lebhaft schildert. &lt;br /&gt;
:Der Teil der Dorfstraße vom Krog bis zum Kirchhof wurde ca. 1928/29 gepflastert. &lt;br /&gt;
:Die Straße von Feldberg und die gesamte Dorfstraße wurde erst Anfang der 70er Jahre befestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 67a.jpg|thumb|600px|center|DC67 Dorfstraße vor der Sanierung, rechts das Haus von Otto Schulz vor der Bäk. Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 68.jpg|thumb|600px|center|DC68 Dorfstraße nach der Sanierung - Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+12&#039;&#039;&#039; Auch die Zufahrt von Feldberg/Neuhof wurde komplett neu asphaltiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 69.jpg|thumb|600px|center|DC69 Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
:Eine alte unbefestigte Fahrstraße führte durch den Wald von Wokuhl über Hasselförde, Triepkendorf, Laeven. &lt;br /&gt;
:Sie ist auch heute noch befahrbar und war nach dem katastrophalen Wintereinbruch 1978/79 für einige Tage die einzig befahrbare Straße von Neustrelitz nach Carwitz und Feldberg. &lt;br /&gt;
:Möllenbeck - Feldberg war wegen Schneeverwehungen unpassierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==21. Wald und Naturschutz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+13&#039;&#039;&#039; Von 1972 bis 2001 war Klaus Borrmann Leiter des Forstamt Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Er hat mehr als 200 kleinere und größere Abhandlungen, Aufsätze in Fachzeitschriften und Heimatbroschüren zur Natur und Geschichte der Feldberger Region veröffentlicht. In der zweibändigen Darstellung Mecklenburg-Strelitz – Geschichte einer Region (2000 und 2002) hat er die rund 300-jährige Forst- und Jagdgeschichte des Großherzogtums dargestellt.  Und in „Lüttenhäger Oberförster“ 2001 würdigt er seine Amtsvorgänger und verbeugt sich vor ihren Leistungen für die Wälder der Feldberger Seenlandschaft. Borrmann ist auch Vater des 1999 eröffneten Lüttenhagener Waldmuseums „Lütt Holthus“, das vor allem jungen Besuchern „Natur zum Anfassen“ bietet.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Der ursprüngliche Wald war vor 1000 Jahren ein Buchen-Eichen-Mischwald. &lt;br /&gt;
:Darin eingestreut lagen die, durch friedliche Einwanderung in den Jahrhunderten nach der Völkerwanderung entstandenen, slawischen Rund-Dörfer. &lt;br /&gt;
:Mit der Osterweiterung des Deutschen Kaiserreiches kamen später deutsche Siedler dazu. Es wurden Reihen-Dörfer gegründet. &lt;br /&gt;
:Jede Familie hatte im Mittelalter eine Hufe Land von ca. 7-8 ha mit Nutzung der Allmende, des Allgemein-Eigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der 30-jährige Krieg ließ auch in der Feldberger Seenlandschaft ein fast menschenleeres Land zurück. Viele Dörfer waren wüst, so Hanau am Schmalen Luzin vor dem Hullerbusch und Krüselin. Viele Dörfer wurden im wahrsten Sinne dezimiert. &lt;br /&gt;
:Der Wald drang in wenigen Jahrzehnten auf diesen Flächen vor. Das Land erholte sich nur sehr langsam. &lt;br /&gt;
:Nach 1700 beschleunigte sich die wirtschaftliche Entwicklung. &lt;br /&gt;
:Der enorme Holzbedarf der Glashütten, Köhlereien, Teeröfen, -schwelereien und die Bautätigkeit entwaldete erneut die Region. &lt;br /&gt;
:Gegenmaßnahme waren seit Ende des 18. und im 19. Jahrhundert gezielte, organisierte Aufforstungen insbesondere mit Kiefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Anweisung des Herzogs Adolf Friedrich im Jahre 1783 an den Förster Schwarz  in Carwitz zur sparsamen Holzverwendung (1/S.35 ): &lt;br /&gt;
:„Wann wir gnädigst resolviret, dass von nun an alles Klafter-Holz ohne Ausnahme in jeder unserer Forsten, es sey zum Behuf der Glashütten, zur Köhlerei, Ziegeleien, Kalköfen, zur häuslichen Feuerung oder Deputat-Brennholze, wie auch alles Pfahlholz ohne alle Einwendung und Wiederrede, nicht wie bisher geschehen mit der Axt, sondern mit der Säge gekürzt werden soll, außer das sogenannte Wadelholz, auch Zweig- oder Zopfholz, welches noch keinen Fuß im Durchschnitt hat, als welches mit der Axt klein zu machen frei bleibt.“ Damit sollte der Holzverlust verringert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der ranghöchste Forstmann aller Zeiten zwischen Neustrelitz und Feldberg hatte seinen Sitz zwischen 1786 und 1816 auf dem Forsthof in Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Oberforstmeister Christoph Ernst von Kamptz“ s. (1/S.171ff) &lt;br /&gt;
:Nach seinem Tod kam der Wald zwischen Carwitz und Triepkendorf zur Försterei Mechow. &lt;br /&gt;
:Auch die Stelle des Oberforstmeisters wurde dann 1932 aufgelöst. &lt;br /&gt;
:Der letzte Förster, Walter Kruse, wurde nach Strasen versetzt. Das Haus übernahm Malermeister Tock und nach seinem Tod in den 70er Jahren Fischer Götz. :Für Carwitz verblieb nur der Hullerbusch und der Conower Werder, was für einen Holzwärter reichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Neben der geschichtlichen Entwicklung des Feudalismus ist sicher auch die Randlage von Carwitz entscheidend für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Naturschutzgebiet Hauptmannsberg umfasst 43 Hektar  des markanten Ausschnitts einer Endmoräne der letzten Eiszeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Hauptmannsberg, 120 Meter hoch, ist eine Satzendmoräne. &lt;br /&gt;
:Nach Abtauen des Eises blieben die noch heute sichtbaren Findlinge zurück. Bronzezeitliche Hügelgräber belegen auch hier eine frühe menschliche Besiedlung. Das im 13. Jahrhundert gegründete Hanow, später Hanau, wurde im 15. Jahrhundert aufgegeben und die Flächen anschließend von Carwitzer Bauern genutzt. &lt;br /&gt;
:Auf einer Karte von Tilemann Stella aus dem Jahr 1578 sind die Flächen waldfrei verzeichnet. &lt;br /&gt;
:Bereits im 18. Jahrhundert wurden steile und unwegsame Flächen aufgegeben und bewaldet. &lt;br /&gt;
:Die anderen Flächen wurden abwechselnd als Wiese und Acker genutzt. &lt;br /&gt;
:Die landwirtschaftliche Nutzung wurde im Jahr 1971 vollständig aufgegeben. Erst seit 1992 erfolgt wieder eine regelmäßige Beweidung. &lt;br /&gt;
:In den steilen Hangbereichen am Ufer des Zansen wachsen jetzt Wälder mit Hainbuche, Rotbuche und Eiche, eingestreut findet sich Haselnuss. &lt;br /&gt;
:Nach der Nutzungsaufgabe Mitte des 20. Jahrhunderts konnten sich Besenginster, Brombeere und Schlehe ausbreiten. &lt;br /&gt;
:Die offen gehaltenen Bereiche bedecken artenarme Rotstraußgrasfluren und Grasnelken-Schwingelrasen. &lt;br /&gt;
:Nur noch in kleinen Flächen sind die an basenreiche Standorte gebundenen Pflanzengesellschaften mit Steppenlieschgras und Glatthafer zu finden. &lt;br /&gt;
:Zahlreiche wärmeliebende Zikaden- und Heuschreckenarten besiedeln das Gebiet, darunter der Kleine Heidegrashüpfer und die Zweifarbige Beißschrecke. &lt;br /&gt;
:Die Brutvogelwelt hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Veränderung der Flächen gewandelt. &lt;br /&gt;
:Es sind heute vorrangig hecken- und waldbewohnende Arten anzutreffen, wie Sperbergrasmücke, Neuntöter, Sprosser und Wendehals. &lt;br /&gt;
:Rechtlich besteht das Schutzgebiet seit dem 20. März 1957. Es grenzt an das nördlich und westlich liegende Naturschutzgebiet Hullerbusch und Schmaler Luzin. Es ist nach EU-Recht als FFH-Gebiet23 und Vogelschutzgebiet eingestuft. &lt;br /&gt;
:Der ursprünglich beabsichtigte Schutz des Offenlandes mit beweideten Trockenrasen hat sich durch Wiederansiedlung von Gehölzen geändert. &lt;br /&gt;
:Auch der später wieder geförderte Verbiss durch die Schafbeweidung und maschinelle Pflegemaßnahmen können dies nicht ändern. &lt;br /&gt;
:Der durchziehende Wanderweg entlang am Zansen ist mit seinen Aussichten auf die Seen ein touristisches Hauptziel. &lt;br /&gt;
:Aber die „Aussichtsmöglichkeiten“ haben sich durch den kompromisslosen Naturschutz massiv vermindert. &lt;br /&gt;
:So verhindert der Baumbewuchs des Hauptmannsberg die Rundumsicht auf die  Seen: Schmaler Luzin, Dreetz, Falladabucht, Carwitzer See, Zansen. &lt;br /&gt;
:Es ist nur noch ein eingeschränkter Blick auf den Carwitzer See übriggeblieben. &lt;br /&gt;
:Diese Entwicklung wirft immer wieder die Frage nach der Zielstellung des Naturschutzes auf. &lt;br /&gt;
:Soll es so bleiben, wie es im Moment ist, oder soll es wieder werden wie vor 50 Jahren, wie vor 200, 1.000 oder 10.000 Jahren? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+14&#039;&#039;&#039; In den „Heiligen Hallen“ sind nach einem Sturm die gestürzten Buchen nicht von den Wegen geräumt worden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 70.jpg|thumb|600px|center|DC70 So sieht es heute mit dem „Naturschutz“ aus. Vor ihm gab es dort keinen Wald Foto B. Krause 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die mit dem Naturschutz, der modernen Landwirtschaft und den veränderten Besitzverhältnissen verursachten Veränderungen in der Tierwelt bedürften einer besonderen Darstellung.  &lt;br /&gt;
:Es geht dabei nicht um die Neuansiedlung von Wölfen, sondern um die grundsätzlich veränderten Lebensbedingungen für die Kleintierwelt. &lt;br /&gt;
:Der Waschbär hat enormen Schaden verursacht, insbesondere in der Vogelwelt. &lt;br /&gt;
:In den siebziger Jahren gab es noch Fasane, Haubentaucher, Schellenten, Pirole in der unmittelbaren Umgebung von Carwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==22. Kiesabbau Carwitz - Thomsdorf verhindert – Findlingsgarten gegründet==&lt;br /&gt;
:(zusammengefasst nach informativen Gesprächen mit Gudrun Kunze, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch versuchte in den neunziger Jahren ein Bauunternehmen das Recht auf Kiesabbau im Bereich Carwitz/Thomsdorf westlich und südlich zwischen Schmalen Luzin, Dreetz und Krüselinsee zu erwerben. Es betraf 127 Hektar in Mecklenburg-Strelitz und 87 Hektar in der Brandenburgischen Uckermark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 71.jpg|thumb|600px|center|DC71 Das Kiesabbaugebiet ist schwarz markiert]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Als das bekannt wurde, kam es im März 1996 zur Bildung eines länderübergreifenden Vereins “Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau“. &lt;br /&gt;
:Die 60 Gründungsmitglieder regten die Diskussion in den zuständigen Gemeinden und Kreistagen zur Verhinderung dieses massiven Eingriffes in das Landschafts- und Naturschutzgebiet der Feldberger Seenlandschaft an. Es kam zu 15.000 Unterschriften. &lt;br /&gt;
:Die Vereinsmitglieder steckten den Kopf nicht in den Sand des geplanten Kiesabbaus. &lt;br /&gt;
:Im Rahmen dieser Bürgerinitiative wurde zunächst der Weg von Carwitz nach Mechow wiederbelebt und mit Birken bepflanzt. Mit Spenden und Fördermitteln erwarb der Verein 2002 ein Grundstück auf dem Kiesfeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 72.jpg|thumb|600px|center|DC72 Der Findlingsgarten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der NABU des Kreises Mecklenburg-Strelitz mit seinem damaligen Vorsitzenden Erwin Hemke hatte dann die Idee zu einem Findlingsgarten mit Heidelandschaft. &lt;br /&gt;
:Im September 2002 wurde zu dessen Einweihung ein fast 20 t wiegender Granitstein, ein Findling aus der Eiszeit, in Anwesenheit des damaligen Umweltministers Dr. Wolfgang Methling (PDS) von Mecklenburg-Vorpommern an den Ortsrand von Carwitz neben den genannten Weg gebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 73.jpg|thumb|600px|links|DC73 Der Hüter  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 74.jpg|thumb|800px|rechts|DC74  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Er wurde auf den Namen „Der Hüter“ getauft, denn er soll und wird das Landschaftsschutzgebiet bewachen. Weitere Findlingssteine formen den Umriss eines Mammuts nach. &lt;br /&gt;
:Texte informieren über die skandinavischen Herkunftsorte der 168 Findlinge aus einem Umkreis von ca 30 km.&lt;br /&gt;
:2005 konnte dann eine unabhängige Gruppe privater Personen das Bergrecht für den Kiesabbau kaufen. &lt;br /&gt;
:Damit war der Abbau von Kies auf Dauer verhindert. 2017 kam es zur Verschmelzung der Vereine: „Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen Kiesabbau und Deponien“ und „Eiszeit- und Naturerlebnis Wittenhagen e.V.“ zum „Feldberger Eiszeit- und Naturerlebnis e.V.“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==23. Gedanken zum Schluss==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Man kann erfahren, wie bekannt Carwitz ist, wenn man irgendwo in Deutschland auf dieses Dörfchen zu sprechen kommt. Die wirtschaftliche und kulturelle Zukunft von Carwitz liegt heute einzig und allein im Tourismus und für Feldberg auch im Kurbetrieb. &lt;br /&gt;
:Einzigartig ist aber nicht nur Carwitz, sondern auch die nähere und weitere Umgebung der Feldberger Seenlandschaft. Einige unserer Familie und Freunde hatten deshalb schon den Gedanken, eine kleine Broschüre zu gestalten. &lt;br /&gt;
;“111 Orte um Carwitz, die man gesehen haben sollte“. Orte aus der Vergangenheit, im aktuellen Urlaub gesehen oder aber auch vorgenommen, in der nahen Zukunft zu besuchen. Diese Idee wurde schon vor langer Zeit ausgesprochen.24 Eine Auflistung führte zu vielen weiteren Orten, zu mehr als 111 Diamanten in der Umgebung. Sie reicht von Alt Placht, dem Kirchlein im Grünen, bis weit hinaus übers Restaurant Zollhaus am Erddamm in Feldberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Auch die hier genannten Orte und Geschichten können vielleicht anregen, über Carwitz und die umliegenden Seen hinaus etwas zu erleben und zu genießen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Also „Auf Schusters Rappen“, auf die Fahrräder oder auch ins Auto:&lt;br /&gt;
:Hans –Fallada-Museum: Zum Bohnenwerder 2 in Carwitz &lt;br /&gt;
:Lütt Holthus: Waldmuseum in Lüttenhagen &lt;br /&gt;
:Neustrelitz: ehemalige Residenzstadt der Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz mit einmaliger spätbarocker sternförmiger Stadtanlage und Schloßgarten&lt;br /&gt;
:Schloss Hohen Zieritz: Sterbeort der Königin Luise von Preußen, Nationalparkamt, Anfang oder Ende der Königin-Luise-Route Hohenzieritz-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Frauenkonzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg, Gedenkstätte&lt;br /&gt;
:Dorfkirchen in Carwitz, Conow, Fürstenhagen, Mechow, Wittenhagen&lt;br /&gt;
:Spring: Quelle und Picknick-Platz ca 10-15 Min. vom Friedhof Laeven entfernt&lt;br /&gt;
:Dorfwüstung Krüselin und Picknick-Platz: 30 Min. von Carwitz entfernt&lt;br /&gt;
:Hullerbusch mit Hünenwall und Teufelstein: eiszeitlich geformter Buchenwald, Hochuferweg am Zansen&lt;br /&gt;
:Hauptmannsberg mit Wanderweg entlang des Hochufers am Zansen: schönster Blick Mecklenburgs&lt;br /&gt;
:Bohnenwerder: eindrucksvoller 360°-Rundblick über den Carwitzer See&lt;br /&gt;
:Heilige Hallen: ältester 300-400-jähriger Buchenwald Deutschlands&lt;br /&gt;
;3 Friedhöfe in Carwitz: &lt;br /&gt;
:1. an der Kirche, &lt;br /&gt;
:2. „in de Mitte von Dorp“, &lt;br /&gt;
:3. bei der Mühle&lt;br /&gt;
:Kahnfähre über den Schmalen Luzin: Verbindung vom Hotel Hullerbusch zur Luzinhalle &lt;br /&gt;
:Schmaler Luzin: Uferweg von Carwitz nach Feldberg (Luzinhalle)&lt;br /&gt;
:Feldberg: Amtswerder, Klinik, Blick vom Reiherberg&lt;br /&gt;
:Wittenhagen: Luzintheater, Kirche, Eiszeit-Route&lt;br /&gt;
:Scharteisen – glazialer Toteissee; von Wittenhagen aus zu erreichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==24.    Glossar==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Adjungiert		&lt;br /&gt;
:zugeordnet, beigefügt&lt;br /&gt;
;boom                          &lt;br /&gt;
:Baum  (plattdeutsch) irgendwo als „oben“ genannt ist falsch&lt;br /&gt;
;Cammer-Collegium	&lt;br /&gt;
:s. Kammerkollegium&lt;br /&gt;
;Devastiert		&lt;br /&gt;
:zerstört, verwüstet, heruntergewirtschaftet&lt;br /&gt;
;Domäne		&lt;br /&gt;
:Landesherrschaftliches Staatsgut, das auch verpachtet werden konnte&lt;br /&gt;
;Domanium	&lt;br /&gt;
:verpachteter landesherrschaftlicher Besitz ( Dörfer, Höfe ) mit direkter Steuerpflicht gegenüber dem Landesherren. Bestand bis 1919&lt;br /&gt;
;Emolumente		&lt;br /&gt;
:Nebeneinnahmen, Nutzen&lt;br /&gt;
;Erbvergleich	(auch Landesgrundgesetzlicher)  &lt;br /&gt;
:Mecklenburger Gesetzessammlung von 1755 zur Regelung der Beziehungen zwischen dem Landesherren und der :Ritterschaft, Städten. Praktisch die Landesverfassung des Mecklenburger Ständestaates bis 1919.&lt;br /&gt;
:Etablissement		&lt;br /&gt;
:hier dienstliche oder betriebliche Niederlassung der Forstwirtschaft&lt;br /&gt;
;Gerechtsame, die	&lt;br /&gt;
:veraltet für (Vor)recht&lt;br /&gt;
;Glashütte	&lt;br /&gt;
:Manufaktur zur Herstellung von Glas aus Quarzsand und Pottasche in einem Schmelzofen. Hatte sehr großen Holzverbrauch in ihrer unmittelbaren Umgebung.&lt;br /&gt;
;Hutewald	&lt;br /&gt;
:die Dorfbewohner durften nach uraltem Recht in diesem Wald ihr Vieh – meist ihre Schweine – hüten, weiden lassen&lt;br /&gt;
:Kammerkollegium	&lt;br /&gt;
:herzogliche Finanzverwaltung, auch als Cammer-Collegium bezeichnet&lt;br /&gt;
;KWA			&lt;br /&gt;
:Karbe-Wagner-Archiv in Neustrelitz&lt;br /&gt;
;LHA			&lt;br /&gt;
:Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
;Meierei		&lt;br /&gt;
:größeres landwirtschaftliches Gut meist außerhalb der Dorfgemarkung&lt;br /&gt;
;Meierei Wirtschaft	auch Meierei Hof &lt;br /&gt;
:Wirtschaft zur Herstellung von Milch, Butter, Käse&lt;br /&gt;
;Moräne		&lt;br /&gt;
:von Gletschereis abgelagerte Erde und Gesteine, fruchtbarer Boden&lt;br /&gt;
;Pertinens, das (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehöriges, Zubehör&lt;br /&gt;
;Pertinenz, die (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehörigkeit&lt;br /&gt;
:Resolviren                  &lt;br /&gt;
:entscheiden, einen Beschluss öffentlich machen&lt;br /&gt;
;Rute	&lt;br /&gt;
:deutsches Längenmaß und als Quadratrute Flächenmaß vor der Reichsgründung 1871, in jedem deutschen Land anders: Mecklenburg-Strelitz = 5,02 m, 1 :QR = 25,2 m²,  Mecklenburg-Schwerin = 4,65 m, 1QR = 21,6 m²&lt;br /&gt;
;Sander	&lt;br /&gt;
:durch Schmelzwasser vor dem Gletscher ausgeschwemmte oft auch verwehte Sandflächen mit Dünen, gering fruchtbar&lt;br /&gt;
;Teerofen	Holzschwelerei,  &lt;br /&gt;
:zur Herstellung von Teer, der vor allem als Schmierstoff für Wagenräder benutzt wurde. Sehr großer Holzverbrauch in unmittelbarer Umgebung&lt;br /&gt;
;Werder		&lt;br /&gt;
:aus dem Althochdeutschen für &amp;quot;erhöhtes vom Wasser geschütztes Land&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Wie(r)l			&lt;br /&gt;
:Insel (Plattd.)&lt;br /&gt;
;Wörde	&lt;br /&gt;
:Hausacker, Hausgarten unmittelbar hinter oder neben dem Haus, in Carwitz zum See hinabreichend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==25.Literatur (Auswahl)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1. Borrmann, Klaus u. Tempel, Holger - Die Wildparks Serrahn &amp;amp; Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:Verlag: Erich Hoyer Galenbeck 2005, u a.  &lt;br /&gt;
;2. Brandenburgisches Landeshauptarchiv files - Flurkarte „Plan von der Feldmark Thomsdorf&amp;quot; &lt;br /&gt;
:– Signatur 37 Boitzenburg K 65 B / Potsdam, Tel. 0331-5674-213 &lt;br /&gt;
;3. Carpin, Gasthof Schleser See&lt;br /&gt;
: histor. Landkarte an der Wand: &lt;br /&gt;
:„herzogl. Directoerialkommission Generalplan 1750 aufgenommen von Hallas“ als Hinweis für &lt;br /&gt;
;4. Carwitz - Abschlussdokumentation der Sanierung1992-2007&lt;br /&gt;
:                                                                                                 &lt;br /&gt;
;5. Goetsch, Erich - Mechow. - Zur Geschichte einer kleinen bäuerlichen Siedlung in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. &lt;br /&gt;
:Cappenberg 2004 s. a. sein Literaturverzeichnis &lt;br /&gt;
;6. Herrmann, Joachim - &amp;quot;Die Slawen in Deutschland&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1985 &lt;br /&gt;
;7. Herrmann, Joachim - „Die Ergebnisse der Ausgrabungen in Feldberg“ &lt;br /&gt;
:in Ausgrabungen und Funde Bd. 13, Akademie-Verlag, Berlin 1968, S. 198 – 204&lt;br /&gt;
;8. Kinderbuchverlag Berlin - Carwitzer Notizen, 1985&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;9. Karbe-Wagner-Archiv  17235 Neustrelitz, Schloßstr.12-13, im Kulturquartier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;10. Kaus, Sigrid Ehefrau des Malers Max Kaus, der in 20er Jahren in Carwitz malte. &lt;br /&gt;
:Potsdamerstr.44 in 12205 Berlin Lichterfelde Tel.: 030- 833 60 25&lt;br /&gt;
;11. Krappe, Martin u. Arno Waterstraat - „Fischfauna der oberen Feldberger Seen und des Carwitzer Sees“ &lt;br /&gt;
:in Labus Heft 24/2006 S. 44-58 Phönix Multimedia Service GbR Elisabethstr. 28, 17235 Neustrelitz hier der Hinweis auf Sonderheft 5/2003 S.24 ff über die Ostgroppe und die Tiefenmaräne&lt;br /&gt;
;12. Krausch, Hans-Dieter und Werner Schmidt - „Das Feldberger Seengebiet“, &lt;br /&gt;
:Verlag Hermann Böhlhaus Nachfolger Weimar 1997, Bd.57 in der Reihe „Werte der Deutschen Heimat“&lt;br /&gt;
;13. Krüger, Georg -  Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. &lt;br /&gt;
:(3 Bd.) I. Band Das Land Stargard II. Abteilung: - Amtsgericht Feldberg S. 102 - 108  Neubrandenburg 1925 Brünslowsche Verlagsbuchhandlung &lt;br /&gt;
;14. Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;15. Liersch, Werner - Dichters Ort, &lt;br /&gt;
:S. 159 wahrscheinlich auch in Fallada Biografie Individuell Verlag 2005&lt;br /&gt;
;16. Mecklenburgica – Archiv- und Recherchedienst Schwerin (Herr Steinbruch) &lt;br /&gt;
:entziffert alte Dokumente&lt;br /&gt;
;17. Mecklenburg-Strelitz . Beiträge zur Geschichte einer Region, Hrsgb. Landkreis Mecklenburg-Strelitz&lt;br /&gt;
:mit div. Autoren. Verlag Druckerei Steffen 2001                             &lt;br /&gt;
;18. Richter, Dipl. Biolog. Wolfgang M. ( ca 1928 geb.) und Fr. Ingeborg &lt;br /&gt;
:Verfasser von „Feldberg“ Verlag Michael Gust 1999 und aktiver Mitarbeiter bei BONITO Drosselgang 2  /  21709 Himmelpforten, Niederelbe Tel.: 04144 – 4925&lt;br /&gt;
;19. Interview Carwitz - Schönfeld, Christa, geb. Utnehmer - Schulz, Otto und Hildegard, geb. Rakow - Güldner, Ursula, geb. Koch und Kurt - Morach, Erna geb. Güldner &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;20. Stange, Hartmuth - Die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung Ostmecklenburgs in 2)&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;21. Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“. &lt;br /&gt;
:In Auszügen siehe Anhang. Karten und Akte liegen im Landeshauptarchiv Schwerin - LHAS Landesgrenzakten Sign. 370 Bestand 2.11-2) und wurden mir bereitgestellt in der Übertragung  und Bearbeitung  von Ulrich Voigtländer / Waren u. W.M. Richter / Himmelpforten LUZIN-REPORT 10. Lieferung 1989/90&lt;br /&gt;
;22. Schulz, Erwin - „Ortsnamen in Mecklenburg- Strelitz von 1170 bis 1572“ &lt;br /&gt;
:des Institut für Slawistik der E.-M.-A.-Universitä Greifswald&lt;br /&gt;
;23. Voigtländer, Ulrich - „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ &lt;br /&gt;
:in Karbe-Wagner-Archiv, neue Schriftenreihe Nr. 5 / 2007 Thomas Helms Verlag, Schwerin&lt;br /&gt;
;24. Lemke, Hans-Jürgen - &amp;quot;Die Krüseliner Mühle - Historie - Schicksale - Anekdoten&amp;quot; Erinnerungen, &lt;br /&gt;
:2018 Selbstverlag, 135 S., 2. wesentlich erweiterte und überarbeitete Auflage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ende==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==für Druckversion - Rücktitel ISBN https://www.epubli.com/ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 03.jpg|600px|center|thumb|  CD3 Rücktitel Bild 1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 04.jpg|600px|center|thumb|CD4 Rücktitel Bild 2]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156159</id>
		<title>Carwitz-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156159"/>
		<updated>2026-09-14T17:36:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* 9. Hans Fallada - Schriftstellername von Rudolf Ditzen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 01.jpg|600px|center|thumb| Carwitz 2007 bei Flug über Mecklenburger Seen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 02b.jpg|600px|center|Carwitz Dörffel 02]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[[Carwitz]]-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner  &lt;br /&gt;
;Autor Ernst F. Doerffel&lt;br /&gt;
;Redaktion Carola Hasan &lt;br /&gt;
;2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorwort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wie kam es zur Idee „Puzzleteile der Geschichte von Carwitz“?&lt;br /&gt;
:Anfang 2000 las ich die gerade veröffentlichte Dorfgeschichte von Mechow, südlich von Carwitz im selben Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gelegen. Da kam mir der Gedanke eine Dorfgeschichte von Carwitz zu schreiben. &lt;br /&gt;
:Ich fing an zu sammeln und kam aus dem Staunen nicht heraus. &lt;br /&gt;
:Mit dem Verfasser der Dorfgeschichte von Mechow, Erich Goetsch, kam ich freundschaftlich ins Gespräch. :Erich Goetsch hatte damals als 80-jähriger sehr intensiv in den Archiven, insbesondere im Landesarchiv Schwerin, geforscht und gesammelt. Er selbst wohnte seit Mitte der Fünfziger Jahre bei Bremen, seine Tochter seit den 90er Jahre in Mechow. &lt;br /&gt;
:In den Jahren 2005-2008 interviewte ich mehrere Carwitzer Bürgerinnen und Bürger. Sie erzählten sehr interessant, insbesondere über die Zeit zwischen den Kriegen im 20. Jahrhundert und über die DDR. Auch zeigten sie mir z.T. uralte Dokumente aus dem 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Während der folgenden Jahre hatte ich versucht, für meine Sammlung von Fragmenten einen Archivar in Feldberg zu interessieren. Er hat angeblich damit gearbeitet. Mir ist aber nicht bekannt, ob davon auch etwas veröffentlicht worden ist. &lt;br /&gt;
:Ich ließ mir meine per USB-Stick überlassenen Dateien 2023 zurückgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Meine Sammlung aus den verschiedensten Quellen und Dokumenten sind von mir nicht verbindlich überprüft worden. Ihre Veröffentlichung ohne Überprüfung der Dokumente im Landesarchiv Schwerin ist mir nicht möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Interviews mit Carwitzern wurden chronologisch eingearbeitet. Es sind bis 2025 immer wieder viele Ergänzungen mit gelesenen und gehörten Informationen hinzugefügt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zufällig entdeckte ich Ende Februar 2026 im Internet eine Interessentengruppe für Ortschroniken in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Bildungsministerium unterstützt. Da existiert auch eine kurze Chronik von Carwitz. Kontakte wurden aufgenommen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese „Carwitzgeschichte“ wurde über zwei Jahrzehnte mit Unterbrechungen erarbeitet. &lt;br /&gt;
:Jetzt möchte ich gedruckte Exemplare an die Familie, an Freunde und Interessierte weitergeben. &lt;br /&gt;
:Die Unterlagen, Interviews und familiäre Bezüge bleiben auf Festplatten gespeichert. &lt;br /&gt;
:Ich bitte alle Interessierten mir persönlich Korrekturen, Änderungen, Streichungen und insbesondere Ergänzungen mitzuteilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Einzelheiten sind dort zu finden, so in „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer, Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5.&lt;br /&gt;
:Die Fotos stammen aus sehr verschiedenen Quellen, so von Ernst Rittwagen (Feldberg), aus alten Büchern u.v.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ernst F. Dörffel  &lt;br /&gt;
:Carola Hasan (Redaktion)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1. Eiszeitliche Gestaltung der Feldberger Seenplatte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Carwitz liegt mit Hügeln und Tälern am südlichen Ende des Feldberger Endmoränen-Bogens, der jahrhundertelang Teil des Gletscherrandes war. Dieser zog sich von Güstrow über Neustrelitz bis in die Uckermark. Südlich von Carwitz beginnt das Sandergebiet. &lt;br /&gt;
:Unsere Vorstellungskraft ist wohl meistens überfordert, wenn wir uns ein realistisches Bild der geologischen und klimatischen Situation vor 12.000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit machen wollen. Der zerklüftete Rand des Gletschers von 300 Meter Höhe stand Jahrhunderte still, bis er endgültig nach Norden zurückwich. Am Gletscherrand sammelten sich die von ihm mitgeführten Findlinge und das Geschiebe beim Abtauen an. So entstand auch der Hünenwall, eine Satzendmoräne zwischen Luzinstein, oberhalb der Luzinhalle, und dem Kesselmoor im Hullerbusch. Aus Tunneln unter dem Eis floss ein riesiger Strom von Schmelzwasser mit Geröll und Sand hervor. Auf Grund der Thermik wehte ständig ein stürmischer Wind und transportierte Staub und feinen Sand nach Süden. Es bildete sich der mehrere Kilometer breite „Sander“. Riesige Eisblöcke der vorangegangenen Eiszeit waren als Toteis im Untergrund liegen geblieben und vom Gletscher praktisch „überfahren“ worden. Sie schmolzen erst mit dem Ende der letzten Eiszeit völlig weg. Dank dieser Toteisblöcke entstanden die vielen Sölle und größeren Seen. Die Grund- und Endmoräne haben fruchtbaren Boden.  Die Sanderböden dagegen sind unfruchtbar. Deshalb fand dort später weniger Besiedlung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==2. Landschaft zu Beginn der menschlichen Besiedlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine sehr ausführliche und interessante Darstellung der kulturhistorischen Entwicklung der gesamten Region, einschließlich Carwitz, findet sich in der Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5, S. 7 „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer. Das Heft steht in Carwitzer Kate 1 zwischen den Büchern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ende der letzten Eiszeit, Weichsel-Eiszeit, vor 12.000 Jahren folgten steinzeitliche Jäger den großen Tierherden nach Norden. Aber erst ab ca. 4.000 v. Chr. sind Menschen in unserem Raum archäologisch nachweisbar. Bronzezeitliche Funde werden um 1.250 v. Chr. datiert (23). Zeugnisse sind die Großsteingräber auf dem Hauptmannsberg und am Breiten Luzin sowie das älteste bekannte Schlachtfeld Europas im Tollense-Tal. &lt;br /&gt;
:Die germanische Besiedlung bis zur großen Völkerwanderung, 375 – 568 n. Chr., wird in groben Zügen bei römischen und griechischen antiken Autoren erwähnt. Im Großraum der unteren Elbe bis zur Weichsel, also Norddeutschland/Polen, sind das die Vandalen, die Semnonen, die Sueben, die Goten und die Burgunder. Exakte Gebiete können den einzelnen Stämmen nicht zugeordnet werden. In den zwei Jahrhunderten der Völkerwanderung werden die Volksstämme durcheinander gewirbelt. Unser Gebiet wird besonders entlang der großen Flüsse von den genannten Stämmen nur durchzogen. Im wahrsten Sinne des Wortes tritt eine Entvölkerung ein. Ursache der großen Völkerwanderung sollen klimatische, wirtschaftliche oder demographische Faktoren gewesen sein. Auslöser der Völkerwanderung war aber dann der Vorstoß der Hunnen aus Asien über Russland nach Europa. Dadurch wurden die germanischen Stämme, die Goten und Vandalen, aus dem Raum des westlichen Russlands vertrieben, sie flüchteten vor der drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
:Es erfolgte in den nächsten Jahrhunderten durch slawische Stämme von Osten eine friedliche Landnahme des menschenleeren Raums, in dem nur noch eine germanische Restbevölkerung lebte. So bildete sich kampflos ein geschlossenes slawisches Siedlungsgebiet, unterteilt in verschiedene Stämme, bis zur Elbe-Saale. Sie drangen sogar weiter westlich bis zum Main und der Regnitz vor. Noch heute bezeugen das slawische Orts- und Flurnamen eindeutig.&lt;br /&gt;
:Für unser Gebiet der oberen Havel und östlich der Tollense werden die Redarier mit ihrer Tempelburg Rethra genannt. Sie waren wohl der bedeutendste Stamm der Kernstämme der Lutizen, die Kessiner, Zirzipanen und die Tollenser.&lt;br /&gt;
:Eine gute Darstellung findet sich bei [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Chronik_von_Mechow_(Autor_Erich_Goetsch) Goetsch “Dorfchronik Mechow“ Seite 6 bis 14 ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit.jpg|500px|zentriert|thumb|CD06 Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Bronzene Schmuckscheibe&#039;&#039;&#039; von 4,8 cm Durchmesser im degenerierten Jellingstil aus der jungslawischen Inselsiedlung Carwitz. Wurde 1837 auf dem Kohlwerder im Carwitzer See oder dort „beim Fischen“ gefunden. In der nordischen Mythologie ist der dargestellte „Fenriswolf“ der dämonische Sumpfwolf, der das Bösartige, Zerstörische symbolisiert. Text Wikipedia (Corpus Archäologischer Quellen zur Frühgeschichte, Textband, Akademie-Verlag, Berlin 1979)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Die in der Zwischenzeit christianisierten und wirtschaftlich erstarkten deutschen Volksstämme, Franken und Sachsen, begannen seit Karl dem Großen ab 800, insbesondere dann unter Kaiser Otto I., in grausamen und rücksichtslosen wechselvollen Kriegen nach Osten vorzudringen. Diese Expansion erreichte nach der Herausbildung des deutschen Staates mit der sogenannten Deutschen Ostkolonisation im 11. bis 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt. 1147 lehnten die sächsischen Fürsten es ab, sich an einem zweiten Orientkreuzzug, leidenschaftlich dazu vom französischen Abt Bernhard von Clairvaux aufgerufen, zu beteiligen. Da sie „Völker zu Nachbarn haben, die noch dem schändlichen Götzendienst huldigten, nahmen (sie) zwar ebenfalls das Kreuz, aber um gegen jene Völker Krieg zu führen“. Im Wendenkreuzzug 1147 zogen sie unter der Bernhardschen Parole „Bekehrung oder Vernichtung“ gegen die heidnischen slawischen Völkerschaften zwischen Elbe und Oder. (7)&lt;br /&gt;
:Das Hauptheiligtum Rethra, Riedegost, mit dem Gott Svarožić wird zerstört und verschwindet völlig aus dem Gedächtnis. Später wurden mindestens 20 verschiedene Lokalisationen als Standort für Rethra diskutiert. Die wahrscheinlichste Lage ist die Fischerinsel am Südwestufer des Tollensesees bei Wustrow.  Die herrschenden slawischen Familien wurden unter der Bedingung anerkannt und „belehnt“, wenn sie selbst das Christentum annehmen und sich um seine weitere Verbreitung aktiv bemühen. (6) Damit beginnen auch die schriftlichen Dokumentationen in Lehnzeugnissen und Kirchenarchiven.  Als Zeichen der erfolgreichen Christianisierung findet man in ganz Mecklenburg die Feldsteinkirchen des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 07.jpg|650px|rechts|thumb|CD07 Besiedlung von Carwitz. Aus „Ausgrabungen und Funde 13“ S. 203 – Abb.3 der Akad. D. Wissenschaften Berlin, 1968, ergänzt nach Corpus Bd.2 aus (6)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Die Großsiedlung Burgwall Feldberg&#039;&#039;&#039; ist auf dem Schlossberg am Breiten Luzin gelegen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Carwitz&#039;&#039;&#039; wurde durch Ausgrabungen auf der Halbinsel Hauswerder, heute Bohnenwerder, die früheste Besiedlung für das 7. - 8. Jahrhundert an der Bucht gegenüber dem Stein- und dem Bollenwerder nachgewiesen. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der Feldmark Hanow, (Wüstung im Dreißigjährigen Krieg) auf der Hochfläche westlich vom Hauptmannsberg, geschah im 8. bis 12. Jahrhundert und für alle Inseln im Carwitzer See im 11. – 12. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
:Vom „Festland“, beim heutigen Fischer in Carwitz, gingen Brücken über den Jäger-, Gänse- und Steinwerder zum Bollenwerder und bis zu den Ziegenbergen des gegenüberliegenden Ufers.&lt;br /&gt;
:Die Inseln boten Schutz vor plötzlichen Überfällen. Spätestens im 10. Jahrhundert wurden die slawischen Dörfer gegründet, meist als Runddörfer um kleine Teiche. &lt;br /&gt;
:Die deutschen Einwanderer gründeten später Straßendörfer. Die typischen Endungen -itz oder -ow sind Merkmale slawischer Ortsnamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;+2&#039;&#039;&#039; 3. Carwitz wird erstmalig &#039;&#039;&#039;(+?)&#039;&#039;&#039; 1216 genannt (oder auch erst 1393?) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Ortsname stammt von dem altpolabischen Wort „karva“ für Kuh ab. Im Gegensatz dazu ist „Conow“, auf der anderen Seite des Carwitzer Sees, mit „Pferdedorf“ zu übersetzen. („con“ = Pferd). &lt;br /&gt;
:Erwin Schulz schreibt: „1393 Carwytze, 1459 Karviz, 1518 Carvitze, 1708 Karwitz, 1796 Carwitz.“ &lt;br /&gt;
:Carwitz gehörte zur „Herrschaft Stargard“ und diese gehörte seit 1130 zum Herrschaftsbereich der Herzöge von Pommern. Ab 1292 war die Herrschaft Stargard ein Wittum (Mitgift oder Brautpreis) der Markgrafentochter Beatrix von Brandenburg. Da sie die Frau des mecklenburgischen Fürsten Heinrichs II., genannt „der Löwe“, war, kam die Herrschaft Stargard ab 1299 faktisch an die Fürsten (später Herzöge) zu Mecklenburg. Am Ende des 14. Jahrhunderts – so eine weitere Notiz – wiesen die Herzöge von Mecklenburg - Stargard einem Henning Parsenow Pachtgeld aus Carwytze an.&lt;br /&gt;
:Bei &#039;&#039;&#039;(22)&#039;&#039;&#039; heißt es aber auch S. 37: „Mechow ist das erste Dorf im früheren Amt Feldberg, das urkundlich erwähnt wird (1271) und einer der drei Orte in diesem Amt, die noch im 13. Jahrhundert ins Licht der Geschichte treten (Flatow und Warbende 1299).“&lt;br /&gt;
:Feldberg wird 1256 und die Krüseliner Mühle 1275 als „Feldberger Mühle“ erwähnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Gebiet endgültiger Besitz der mecklenburgischen Herzöge. Das Dorf wurde dem Amt Feldberg (Domänenamt) zugeordnet.&lt;br /&gt;
:Kirchlich war das Angerdorf  Carwitz bis zum Dreißigjährigen Krieg und dann wieder ab 1740 eine selbstständige Pfarrei. &lt;br /&gt;
:Dazu gehörten die umgebenden Dörfer einschließlich Feldberg. Daraus kann man schließen, dass es in damaliger Zeit ein früher Ort der ursprünglichen Besiedlung gewesen sein könnte.  &lt;br /&gt;
:Seitdem lebt es, mit Ausnahme von Kriegs- und Pestzeiten, beschaulich dahin. Obwohl in den vergangenen Jahrhunderten echte Friedenszeiten die Ausnahme waren, berührten die kriegerischen Auseinandersetzungen nur selten diese Gegend. Wenn es dazu kam, dann waren die Folgen meist verheerend. So wurden durch die Streitigkeiten zwischen Brandenburg und Mecklenburg 1440 viele Dörfer „wüst“. Hanau (Hanow westlich vom Hauptmannsberg) wurde nie wieder aufgebaut. &lt;br /&gt;
:In Carwitz vergrößerte sich der Dorfkern, das „boomdörp“, nur langsam um die Kirche mit Friedhof und Bäumen. Das „unnerdörp“ an „de bäk“ ist aber mit einigen Erdhütten wohl eher der ursprüngliche Siedlungsort gewesen. &lt;br /&gt;
:Zur Besiedlung, zu den Streitigkeiten um Grenzen, der Lage von Mühlen und dem Zugang bzw. dem Besitz der Seen und Bäche siehe im Anhang Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==4. 30-jähriger Krieg und Folgezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahrzehnten vor dem dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) bestand ein relativer Wohlstand. 1637 plünderten, raubten, mordeten die Horden des Grafen Gallas.&lt;br /&gt;
:1639 gab es in Feldberg nur noch 3 Kossaten mit ihren Frauen. Um 1600 waren es um die 60 Personen gewesen. Georg Krüger schreibt: „1639 lebten im ganzen Amt (Feldberg) 47 Personen: 5 Bauleute (Bauern), 8 Kossäten, 13 Witwen, 9 Kinder, 10 Knechte und 2 Mägde. Und ist im selbigen Amt kein Vieh, an Klein oder Groß vorhanden, wie auch daselbst anitzo kein Sommer- oder Winterkorn geseyet ist.“&lt;br /&gt;
:Nach dem 30-jährigen Krieg kam die Pest. Auf dem Feldberger Pestfriedhof, der in den 1960er Jahren auf dem Amtswerder entdeckt wurde, fanden sich etwa 80 Tote. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die dem westfälischen Frieden von 1648 nachfolgenden Kriegszüge der feudalen Herren und Fürsten mit ihren marodierenden Truppen brachten immer wieder Not und Elend mit sich. &lt;br /&gt;
:1658 - 1660 durchzogen im Krieg gegen Schweden 30.000 kaiserliche, brandenburgische und polnische Soldaten Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:1674/75 waren es wiederum die Truppen des Großen Kurfürsten, die Dänen und die Kaiserlichen, die durch Mecklenburg zogen.&lt;br /&gt;
:1683 lebten in Carwitz mehrere Vollbauern, dazu der Freischulze sowie Kossaten und landlose Einlieger (Mietsleute), die als Landarbeiter tätig waren. Der westlich des Dorfes gelegene Freischulzenhof wurde 1858 aus Carwitz herausgelöst, ab 1874 Rosenhof benannt. Auch das alte Dorf Krüselin, mit der dortigen Meierei, seit 1945 eine Wüstung, sowie die Krüseliner Mühle gehörten zum Umfeld von Carwitz mit wechselnder Unterstellung.&lt;br /&gt;
:Durch den Hamburger Erbvergleich von 1701 kam das Amt Feldberg und damit Carwitz zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz.&lt;br /&gt;
:1756 – 1763 Siebenjährige Krieg mit „Besetzungen, Truppendurchmärschen, Plünderungen und Pressungen der männlichen Bevölkerung zum Kriegsdienst“ (5)&lt;br /&gt;
:„Von den zum Krieg gegen Russland 1812 gepressten 400 Strelitzern, die bis Moskau kamen, haben kaum 100 überlebt.“ (5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Krüselin: &lt;br /&gt;
:zu unterscheiden sind die heutige wüste Dorfstelle von der Wassermühle am See.&lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt dazu (13): &lt;br /&gt;
:„1393 Cruzelin, 1422 Krüselin, nach Kühnel = Sandort. 1393 wurde Henning Parsenow Krüselin angewiesen. &lt;br /&gt;
:1422 verkaufte Henning Parsenow die wüste Feldmark und das Dorf Krüselin an das Kloster Wanzka für 300 Mark. &lt;br /&gt;
:1539 verkaufte das Kloster die Feldmark an Herzog Heinrich für 200 fl (Historische Gulden florenus). &lt;br /&gt;
:Schon vor 1600 war in Krüselin eine Feldberger Amtsmühle, die im dreißigjährigen Krieg zerstört, aber wieder aufgebaut wurde. &lt;br /&gt;
:In Krüselin wird früher eine Kirche gestanden haben, denn Henning Parsenow versetzte 1401 zwei Glocken, die früher in Krüselin gehangen hatten, an das Kloster Wanzka, die eine für 34, die andere für 10 Mark. &lt;br /&gt;
:Später haben in Krüselin 2 Bauern und 1 Kossate gesessen. 1724 wurde durch den Feldberger Amtmann Borchmann eine Meierei aufgebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Laeven: &lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt (9) S. 119: „1393 wurde Bede in Läven an Henning Parsenow gegeben. &lt;br /&gt;
:1590 werden dort genannt: „12 dort wohnende Familienamen. &lt;br /&gt;
:1639 waren 5 Bauernhöfe nebst der Kirche niedergebrannt, und wo früher ein Freischulze und acht Bauleute mit ihren Familien gewohnt hatten, lebten noch ein Bauer, eine Frau und ein Knecht. Im &lt;br /&gt;
:Juni 1640 war alles wüste und niedergebrannt. 1683 war dort eine Schäferei, die zur Meierei Neuhof gehörte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hauptmannsberg: &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld erfuhr im Heimatkundeunterricht:  Im 30jährigem Krieg hatte bei einer Besetzung ein Hauptmann auf dem bis dahin Wartsberg genannten Berg seinen Beobachtungsposten. &lt;br /&gt;
:Die Landschaft war zur damaligen Zeit praktisch entwaldet, sodass von dort oben ein weiter Blick bis Feldberg, Laeven, Conow, Thomsdorf und Mechow möglich war. &lt;br /&gt;
:Andere erzählten mir, dass ein Hauptmann dort seinen Lieblingsplatz gehabt habe. Otto Schultz bestätigt das und fügt hinzu, dass im 30jährigen Krieg „der König“ auf dem „Königsberg“ seinen Standort hatte und der Hauptmann vom Hauptmannsberg her ihm entsprechende Zeichen seiner Beobachtungen gegeben habe. :Der „Königsberg“ sei an der Mühle, neben dem jetzigen Friedhof gewesen. &lt;br /&gt;
:Auf der Handzeichnung des Feldberger Gebietes von 1578 von Tilemann Stella (21) steht am Hauptmannsberg „Der Wartsberg“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Inseln: &lt;br /&gt;
:wurden zur Slawenzeit und landwirtschaftlich bis in die Mitte der siebziger Jahre privat genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie waren mit den umliegenden Ufern durch Holzbrücken verbunden. &lt;br /&gt;
:So hat man Reste von Holzpfählen vom Carwitzer Ufer beim Fischer zu den Inseln und bis zu den Ziegenbergen am jenseitigen Ufer gefunden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 08.jpg|600px|zentriert|thumb| CD08 Blick vom Bohnenwerder auf den Carwitz-See nach Thomsdorf]]&lt;br /&gt;
;Bohnenwerder: &lt;br /&gt;
:frühere Bezeichnung „Boomwerder“ = „Baumwerder“, so auch noch von Fallada und seiner Frau Suse bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld vermutet, dass „Bohnenwerder“ nach 1945 eine Verballhornung des plattdeutschen „Boomwerder“ ist. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Boamwierl“ = Baumwerder. &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg war auf ihm ein großes Spargelfeld. An der Terrassierung erkennt man noch heute, dass er bis ca. 1953 landwirtschaftlich genutzt wurde. &lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren weideten in den Sommermonaten noch regelmäßig Ponys zwischen den sich sonnenden Nacktbadern. &lt;br /&gt;
:Damals wurden auch die Ziegenberge am gegenüberliegenden Ufer mit Kühen beweidet.&lt;br /&gt;
:Auf alten Karten wurde der Bohnenwerder mit „Hauswerder“ bezeichnet. Wahrscheinlich weil auf dieser Halbinsel die ersten Häuser gestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Bollenwerder: &lt;br /&gt;
:ursprünglich „Bullwerder“ oder „Bullenwerder“ genannt, gehörte Helene Kratochwill und jetzt noch den Erben. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld: „In meiner Kindheit in den 20er Jahren wurden im Frühjahr die Kühe an Stricken im Schlepptau von Booten hinübergezogen und im Herbst zurück. &lt;br /&gt;
:Im Sommer fuhr jeden Tag zweimal die Magd oder der Knecht hinüber, um die Kühe zu melken. &lt;br /&gt;
:Später in den 30er Jahren waren nur noch Färsen darauf.“ Die Mauerreste eines kleinen Stalles sind jetzt noch am südlichen Ende zu finden. Noch in den 60er- und 70er- Jahren weideten im Sommer Ponnys auf dem Bollenwerder.&lt;br /&gt;
;Steinwerder: &lt;br /&gt;
:Im 30jährigen Krieg wurde dort ein Schatz vergraben und die Sage ging, dass dort zu Johannis im Mondlicht das Gold glänzt. &lt;br /&gt;
:Ob es einer mal versucht hat, den Schatz auszugraben? Heute im Besitz der Erben vom „Kröger“ Paul Utnehmer. &lt;br /&gt;
:Der Steinwerder wurde in den Sommerferien bis 1990 jedes Jahr als Campingplatz der Erfurter Reichsbahn genutzt. Mit der aufkommenden Umweltproblematik gab es hier zunehmend Probleme und Auflagen der Hygiene-Kontrollen.  &lt;br /&gt;
:Die Sammelbehälter der Toiletten mussten dann per Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Jägerwerder, Gänsewerder, Kohlwerder &lt;br /&gt;
:wurden ebenfalls landwirtschaftlich genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie gehörten Rudi Dreiseidel, der ca 1960 die Mosterei gründete. &lt;br /&gt;
:In diesem Zusammenhang wurden auf diesen Inseln, wie auch hinter der ehemaligen Mosterei, Obstbäume gepflanzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Elswerder, Eiswerder: &lt;br /&gt;
:auf den Karten fälschlicherweise heute als Eiswerder bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Elswierl“. Mit Erlen hätte das nichts zu tun¸ denn diese heißen im Plattdeutschen „Ellern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 09.jpg|800px|rechtsr|thumb| CD09 Kartenauszug Feldmarck Thomsdorff 1783]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese Karte hing im Goethe-Museum Weimar Anfang der 90er Jahre. 2025 war sie im Museum verschollen. &lt;br /&gt;
:Im Landesarchiv Brandenburg wurde eine Reproduktion erworben.&lt;br /&gt;
:Interessant ist die damalige Dreifelderwirtschaft mit den rhythmisch wechselnden Saatzeiten und die Ausdehnung der landwirtschaftlich genutzten Flächen. :Bis 1961 waren noch die Getreidefelder auf der Fläche des heutigen Campingplatzes am Dreetz zu sehen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Braun&#039;&#039;&#039; = Brachfeld&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Grün&#039;&#039;&#039; = Herbst-Winterbestellung &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Gelb&#039;&#039;&#039; = Frühjahr-Sommerbestellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==5. 19. Jahrhundert bis Ende des Kaiserreichs 1918==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Orte der Umgebung z. T. bis heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für diese Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gibt es über Carwitz wenig zu berichten. &lt;br /&gt;
:Carwitz war „noch nicht entdeckt“!&lt;br /&gt;
:Nach der gescheiterten Revolution von 1848 verlief die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und besonders in Mecklenburg-Strelitz ganz im Sinne des politisch äußerst konservativen Großherzogs Georg und seiner Nachfolger. &lt;br /&gt;
:Georg hatte die demokratische Bewegung als eine „Bande terrorisierender Radikaler“ diffamiert. (1 S. 20) &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter schreibt ironisch: § 1 der Mecklenburger Verfassung „Allens bliewt bin ollen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz war das kleinste aber auch reichste Fürstentum des Deutschen Kaiserreiches. &lt;br /&gt;
:So hatten Grundadel und Fürstenhaus bis 1919 das Recht auf fremden Grund und Boden zu jagen. &lt;br /&gt;
:Dabei betrifft „Reichstes Fürstentum“ das persönliche Eigentum des Großherzogs Friedrich Wilhelm II. (1860-1904). &lt;br /&gt;
:Seine Regierungszeit war geprägt durch eine an Geiz grenzende Sparsamkeit bei allen öffentlichen Ausgaben. Notwendige Investitionen in Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung unterblieben weitgehend. &lt;br /&gt;
:Deshalb stagnierten moderne Entwicklungen oder hielten nur zögerlich Einzug. Durch diese Politik konnten über Generationen angehäufte Schuldenberge des Fürstenhauses abgetragen werden. &lt;br /&gt;
:Das Land entwickelte sich jedoch zu einem der rückständigsten deutschen Territorien. Einem Ausspruch zufolge wollte Reichskanzler Otto von Bismarck im Falle des Weltuntergangs nach Mecklenburg fliehen, da hier die Welt 50 Jahre später untergehen würde. &lt;br /&gt;
:Als größter Grundbesitzer des Herrschaftsgebietes Mecklenburg Strelitz war der Großherzog im System der feudalen landständischen Verfassung Mecklenburgs eingebunden und hatte nur begrenzte Handlungsspielräume. &lt;br /&gt;
:Sein persönliches Vermögen wuchs dadurch während seiner Regierungszeit zu einem der reichsten deutschen Fürsten an. &lt;br /&gt;
:Er spekulierte und handelte sogar an der Börse.&lt;br /&gt;
:Am Spring, einer südlich von Laeven mitten im Walde gelegenen wunderschönen Quelle, steht ein Denkmal für den letzten Hirsch, der vom Großherzog geschossen wurde, d. h. eigentlich ein Denkmal für den Großherzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von Christa Schönfeld liegen handschriftliche Unterlagen des Amtes Feldberg vor. &lt;br /&gt;
:Die rechtlichen Festlegungen zu Haus und Hof sind unglaublich. &lt;br /&gt;
:Dazu auch der Fischereirechtsstreit vom 29.12.1801:&lt;br /&gt;
:-1 „verhandelt im Amte Feldberg den 29. Dezember 1801 in Gegenwart des Herrn Amtsrats &lt;br /&gt;
:auf heute ist der Freischulze Mollenhauer zu Carwitz, und der hiesige Fischer Sewkow vorgefordert, und da sie erschienenen, so hat man ihnen das von Herzoglicher Hochpreislicher Kammer unterm 20.vorigen Monats erlassenes gnädigstes Reskript in Betreff der von dem Freischulzen Mollenhauer auf dem Carwitzer See verlangten Fischerei hinlänglich bekannt gemacht, und die Erklärung des Freischulzen Mollenhauer darüber erfordert. &lt;br /&gt;
:Selbige gehet dahin: er hätte noch niemals die Fischerei auf dem ganzen Carwitzer See verlangt, sondern nur bloß, so wie sie seine Vorfahren gehabt. &lt;br /&gt;
:Er hätte niemals weiter als auf dem Vorlande gefischt, außer, dass er sein Netz doch außer dem Vorlande ausstellen müssen, weil er sonst gar keine Fische fangen können. &lt;br /&gt;
:Er wäre sehr bereit, sich der Fischerei wegen in der Güte auf einen gewissen Fuß zu setzen, wenn er nur überzeugt sein könnte, solche in der Zukunft ohne Streit und Zank auszuüben. &lt;br /&gt;
:Er erkläre sich völlig zufrieden mit dem ihn zugestandenen Revier zur Fischerei, nämlich von der Hälsung auf dem Dreetz in den Carwitzer See an bis an das Thomsdorfer Feld, und um diesen herum, bis an den Vor-Pool bei Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:Er wäre auch damit zufrieden, dass der Fischer in Feldberg, oder wer sonst den Carwitzer See gepachtet hätte, dieses Revier mit ihm gemeinschaftlich befischte, jedoch müsste er hoffen und sich ausbedingen, dass alle chikaneuse und ihm nachteilige Verfügungen in der Fischerei nachblieben, damit er mit dem Fischer diese Fischerei zusammen auf einen freundschaftlichen Fuß ausüben könnte. &lt;br /&gt;
:Der Fischer Sewkow bezeuget seine Bestimmung, so wie schon vormals zu den, dem Freischulzen Mollenhauer zur Fischerei zugestandenen Revier, und versichert, dass er von seiner Seite keine Gelegenheit dazu anderweitigen Streitigkeiten mit dem Freischulzen geben, sondern mit dem derselben auf dem bestimmten Revier, wenn das Wasser offen wäre, die Fischerei auf eine gemeinschaftliche und freundschaftliche Art ausüben wollen, jedoch müsse er sich ausbedingen, dass die Reusen nicht aus dem Vorlande, da wo er fischte gelegt würden, und dass der Freischulze, wenn er die Fischerei durch einen Arbeitsmann exercierte, entweder selbst dabei wäre, oder auch seinen Sohn oder einen von seinen Leuten dabei hielte, damit er, der Fischer, überzeugt würde, dass die Fischerei wirklich von dem Freischulze betrieben würde. &lt;br /&gt;
:Der Freischulze Mollenhauer agnosciret auch diese beiden von dem Fischer Sewkow vorgetragenen Punkte, genehmiget nochmal seine vorstehende Erklärung, und entsaget sich allen weitern Forderungen an der Fischerei auf dem Carwitzer See, außer dem bestimmten Ort.&lt;br /&gt;
:Da der Fischer Sewkow auch nichts weiter zu erinnern weiß, so ist diese Verhandlung geschlossen, und soll solche zur Herzoglichen Hochpreisl. Kammer eingesandt werden. Geschehen wie oben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hausbrief über das Freischulzenhaus an Friedrich Schulz&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Urkundlich ist dieser Hausbrief unter dem Siegel und der gewöhnlichen Unterschrift des Großherzoglichen Kollegiums und Forstkollegiums erteilt worden. Geschehen Neustrelitz 2. April 1859&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Von dem Großherzoglichen Mecklenburger Kammer- und Forst-Kollegio hieselbst ist dem Eigentümer Friedrich Schulz über das von dem Particulier Moldenhauer zu Neustrelitz laut Contrakts vom 1. März 1859 für 2500 Courant gekaufte, in Carwitz belegene vormalige Freischulzenhaus c.p. nachstehender Hausbrief erteilt worden: der Eigentümer Friedrich Schulz soll berechtigt sein, das vorgedachte Haus nebst Ställen und den unzertrennlichen Pertinenzen als: &lt;br /&gt;
:1. der Haus- und Hofstelle von 76 Quadrat-Ruten2&lt;br /&gt;
:2. den beiden Gärten und der Wörde hinter dem Hause zusammen von 1393 qr&lt;br /&gt;
:3. der an die Wörde stoßenden Wiese von 443 qr&lt;br /&gt;
:4. den beiden im Zansen See befindlichen Inseln a) dem Bullenwerder von 585 qr b) dem Steinwerder von 484 qr zusammen 2981 qr&lt;br /&gt;
:5. der Rohrwerbung hinter der Wörde&lt;br /&gt;
:6. die Fischerei auf demjenigen Teile des Carwitzer Sees und unter denjenigen Bestimmungen, welche vor dem Amte Feldberg ad  protocollum vom 29. Dezember 1801 festgesetzt worden, mit der Befugnis, den Graben aus dem Santzow ((? = Zantzen )) in den Dreetzer See allein zuzustellen, ohne jedoch Wehren in demselben anlegen zu dürfen, in Grundlage des Bestätigungsbriefes von 19. Februar 1853 eigentümlich zu besitzen und zu nutzen, wobei aber die Jagd auf den bis Ländereien vorbehalten und bedungen ist, dass der Eigentümer dieses Haus keine neuen Wohnungen in demselben anlegen darf.&lt;br /&gt;
:Dagegen muss von diesem Hause nebst Zubehör ein jährliches Grundgeld von zwei Thalern Courant...&lt;br /&gt;
:Mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservaten-Kasse, oder wohin es sonst angewiesen wird, prompt bezahlt werden. Außerdem müssen von diesem Hause resp. von den Besitzern desselben alle öffentlichen kommunal- und sonstigen Abgaben und Lasten, nicht minder die Kirchen-Pfarr- und Küster-Abgaben und Dienste, wie sie durch Edikte, Verordnungen oder Herkommen bereits bestehende, und resp. entweder verkündiget oder nötigen Falls durch das Amt werden repartieret und führen dies Grundstück bestimmt werden, unweigerlich bezahlt getragen und geleistet werden...“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Haus Nr. 18 in Carwitz - Zusatz zum Bestätigungsbrief vom 27. Oktober 1872&lt;br /&gt;
:Auf Grund der deutschen Maß- und Gewichtsordnung und des Reichsmünzgesetzes, sowie in Folge desfallsiger Vereinbarung mit dem Besitzer des Hauses Nr. 18 in Carwitz, dem Holzwächter Behrends kommen sind der Flächeninhalt der Pertinentien des Grundstücks und die dasselbe belastenden Abgaben in nachstehende Art umgewandelt und festgestellt. &amp;quot; ((Es folgen die in Quadratmetern umgerechneten Flächen des Freischulzenhofes von 1859.))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; 2. davon ist ein jährliches Grundgeld von sechs - 6 - Mark mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservatenkasse des Großherzoglichen Amts Feldberg oder wohin es sonst angewiesen wird, zu bezahlen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Es folgen Bestimmungen zu einer aus einem Teile des früheren Pfarrgehöftes in Carwitz gebildeten Erbpachtstelle I.B. &lt;br /&gt;
:§ 1 legt die Vermessung des Grundstückes fest)&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 2 der g. Behrends hat das Recht der Mitbenutzung der Trift zum Lucin-See zum Tränken seines Viehes. Sonstige Gerechtigkeiten an den Seen von Carwitz stehen ihm nicht zu.&lt;br /&gt;
:Er hat ferner mit den Besitzer  der Erbpachtstelle I.A gemeinschaftlich einen Ackerbestellungsweg so lang wie die Stellen sind, in einer Breite von - zwei und einhalb - 2 1/2 Meter und zwar jeder zur Hälfte von seinem Acker herzugeben und zu unterhalten.&lt;br /&gt;
:Die Jagd auf der Erbpachtstelle wird reserviert ((bedeutet was?)), und hat g. Behrends für Wildschaden keine Ansprüche zu erheben. (s. dazu (1 S.21- 23)..&lt;br /&gt;
:§ 3 betrifft Gebäude, Wohnungen und deren Verfügung))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 4 der Besitzer hat gegen die Kommüne, die Kirche, sowie die Küsterei zu Carwitz und gegen die Pfarre zu Feldberg den vierten Teil aller derjenigen Verpflichtungen zu übernehmen und zu leisten, wie sie ein Bauer in Carwitz hat oder nach ergehenden Bestimmungen und Verordnungen künftig haben wird; namentlich hat er das Messkorn an den Pastor in Feldberg und den Küster in Carwitz wie ein Carwitzer Bauer zum vierten Teile zu leisten und abzutragen.&lt;br /&gt;
:Auch hat er den vierten Teil der Hand - und Spanndienste bei den Bauten und Reparaturen der Kirche, des Kirchhofes, des Witwen-, Küster- und Schulenhauses zu Carwitz, sowie bei dem bestehenden Pfarrgehöft in Feldberg wie ein Carwitzer Bauer zu leisten und unterwirft sich hinsichtlich dieser Leistungen der Repartition des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ebenso hat er zur Besserung der über das Carwitzer Feld führenden Wege und der Dorfstraße, sowie event. zum Dämmen der letzteren, sowie zur Herstellung und Erhaltung der nöthigen Brücken nach demselben Verhältnisse beizutragen. Er hat auch auf Verlangen den Schulzen- und andre Gemeindedienste zu übernehmen, ersteren gegen die von dem Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegio zu bestimmende Renumeration.&lt;br /&gt;
:Dem Abdeckereizwange für Carwitz ist er unterworfen. Er hat auch dem bei einer eventuellen Versetzung des Küsters in Carwitz verbleibenden Schulmeister den vierten Teil desjenigen zu prästiren, was ein Carwitzer Bauern leistet oder leisten wird. Seinen Grenznachbaren hat er stets die nach Vorschrift des Amtes nöthige Vorfluth zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:§ 5 der g. Behrends erhält weder Brennholz für sich, oder seine etwaigen Einlieger, noch Bauholz oder sonstige Materialien.&lt;br /&gt;
:§ 6 der Besitzer unterwirft sich allen polizeilichen und administrativen Ordnungen und Anordnungen, welche über die Kommüne, die Schule und die Armenpflege von Carwitz bestehen oder noch erlassen werden sollten.&lt;br /&gt;
:§ 7 von diesem Grundstück ist von Johannis 1877 ab alljährlich ein Grundgeld von zwölf - 12 - Mark zu entrichten. Dasselbe wird in halbjährlichen Raten zu Michaelis und Ostern mit dem üblichen Quittungsgebühren an die Reservatenkasse des Amtes Feldberg oder wohin es sonst verlangt wird, frei bezahlt&lt;br /&gt;
:§ 8 das Grundgeld und alle sonstigen Abgaben, welche der Besitzer erbbrieflich zu entrichten hat, unterliegen dem Exekutionszwange des Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegii resp. des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Neustrelitz, den 21. August 1877 „&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Testament des Gastwirtes „Zum Krug“ August Utnehmer 1916 („de Kröger“)&lt;br /&gt;
:„Großherzogliches Amtsgericht Feldberg                                     Carwitz, 21. Juni 1916     &lt;br /&gt;
:gegenwärtig: Amtsrichter Dr. Weber als Richter, Gerichtsaktuar Renter als Gerichtsschreiber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf den Antrag des Krügers August Utnehmer in Carwitz sein Testament in seiner Wohnung aufzunehmen, begaben die Unterzeichneten sich heute in die in Carwitz gelegene Krugwirtschaft des Antragstellers. &lt;br /&gt;
:Sie trafen dort in einem zu ebener Erde nach dem Hofe hinaus belegenen Schlafraum einen älteren Mann im Bette liegend an, der auf Befragen des Richters erklärte, dass er der Krüger August Utnehmer sei und ein Testament errichten wolle. &lt;br /&gt;
:Die Persönlichkeit des Erblassers ist dem Gerichtsschreiber persönlich bekannt und wurde durch diesen auch dem Richter vorgestellt.&lt;br /&gt;
:Der Krüger August Utnehmer war offensichtlich krank, die Unterredung mit ihm ergab aber seine zweifellose Geschäftsfähigkeit.&lt;br /&gt;
:Er erklärte seinen letzten Willen mündlich wie folgt:&lt;br /&gt;
:§ 1 als Erben setze ich&lt;br /&gt;
:-meine Ehefrau Ida Utnehmer geb.Brüggemann zu 1/4 und&lt;br /&gt;
:-meine beiden Kinder Paul und Elisabeth Utnehmer zu je 3/8 ein.&lt;br /&gt;
:2 der Nachlass besteht im Wesentlichen aus dem Kruggehöft eingetragen im Grundbuch von Carwitz Blatt 26.&lt;br /&gt;
:Ich bestimme über die Auseinandersetzung, dass mein Sohn Paul dieses Kruggehöft mit allen darauf ruhenden Rechten und Lasten übernehmen soll, insbesondere also auch die darauf ruhenden Eigentümergrundschulden Fol. 1 bis 3 im Gesamtbetrage von 2700 Mark.&lt;br /&gt;
:Dafür hat er meine Frau und meine Tochter Elisabeth in der in den folgenden Paragrafen bestimmten Art abzufinden. &lt;br /&gt;
:Außerdem hat er als Alleinschuldner eine Schuld aus Darlehn von 2700 Mark, die für die Wirtschaft bei dem Vorschussverein im Feldberg aufgenommen worden sind, zu übernehmen.&lt;br /&gt;
:§ 3 meine Ehefrau Ida geb. Brüggemann soll zur Abfindung von meinem Sohn ein in das Grundbuch eingetragenes Altenteil aus der Wirtschaft erhalten und zwar:&lt;br /&gt;
:-400 Mark jährlich bar,&lt;br /&gt;
:-die für ihren persönlichen Bedarf erforderlichen Kartoffeln,&lt;br /&gt;
:-wöchentlich ein Pfund Butter,&lt;br /&gt;
:-täglich einen Liter Milch und ein Pfund Brot,&lt;br /&gt;
:-jährlich ein Schwein von 2 1/2 Zentnern Lebendgewicht,&lt;br /&gt;
:-und endlich freie Wohnung in den beiden Zimmern hinter der Krugstube.&lt;br /&gt;
:Sollte meine Frau aus irgendwelchen Gründen nicht die Altenteilwohnung und die ihr ausgesetzten Naturalien in Anspruch nehmen wollen, so soll es ihr freistehen, statt dieser Leistungen weitere 400 Mark jährlich von meinem Sohn zu verlangen. Auch dies soll in das Grundbuch eingetragen werden.&lt;br /&gt;
:§ 4 an meine Tochter Elisabeth soll mein Sohn 5000 Mark zur Abfindung aus dem Nachlass zahlen. Diese Erbschaftsforderung soll in das Grundbuch eingetragen werden und bis zu ihrer Heirat oder bis zum Tode der Mutter unverzinslich, dagegen von den bezeichneten Zeitpunkten an mit 4 v. H. in den landesüblichen Terminen verzinslich sein. Die Kündigung der Forderung ist bis zu ihrer Heirat oder dem Tode ihrer Mutter unzulässig, dagegen könnte sie von da an zu den landesüblichen Terminen erfolgen, frühestens aber zum zweiten Termin nach der Heirat bzw. dem Tode der Mutter.&lt;br /&gt;
:Außerdem soll mein Sohn persönlich verpflichtet sein, seiner Schwester Elisabeth im Falle ihrer Verheiratung eine Aussteuer im Werte von mindestens 2000 Mark aus dem Nachlass zu geben.&lt;br /&gt;
:Dies Protokoll wurde vorgelesen, von dem Erblasser genehmigt und von ihm eigenhändig unterschrieben.&lt;br /&gt;
:gez. A. Utnehmer &lt;br /&gt;
:geschlossen   &lt;br /&gt;
:gez. Weber Amtsrichter     gez. Renter Aktuar“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hullerbusch = Holunderbusch. &lt;br /&gt;
:Der Holunder wurde in der nordischen Mythologie als Baum des Lebens betrachtet. Er wurde von der Göttin Freyja verehrt und brachte Wohlstand und Glück. :Er wurde im Mittelalter auch als Tor zur Unterwelt gesehen.&lt;br /&gt;
:Hullerbusch-Bauernhof: Dr. med. Horst Rügler (Amtsarzt, Spechtstr. 5 in 1000 Berlin 33 Dahlem) übergab Frau Christa Schönfeld am 21.8.1992 die von ihm niedergeschriebene Geschichte des Hofes. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+2a&#039;&#039;&#039; Er schrieb sie als Schüler 1937 auf. Die Geschichte und Karte des Vermessungsamtes liegen als Kopien in den Unterlagen von Christa Schönfeld. &#039;&#039;&#039;(s. 12 u. 19)&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„Der Hof&lt;br /&gt;
:dem Bauern Christian Schulz gehörte nach seinem Grundbrief vom 30. 6.1832 ein Hof &amp;quot;auf der Bleiche&amp;quot; in Carwitz. Als dieser durch einen Brand vernichtet und die Flur neue reguliert wurde, bat er das großherzogliche Kollegium durch das Amt Feldberg am 11.4.1845 um die Erlaubnis, sein Gehöft auf seiner demnächstiegen Hufe am Hullerbusch neu aufzubauen, was ihm vier Tage darauf zugebilligt wurde. &lt;br /&gt;
:Dem Förster wurde aufgegeben, diesen Teil des Hullerbusches sofort vom Holze räumen zulassen, und der Bau des Gehöftes konnte beginnen.&lt;br /&gt;
:Er starb jedoch schon kurz darauf, und seine Witwe, eine geborene Hartwig, übergab am 27.2.1847 dem ältesten Sohn Johann Schulz, der am 21.3.1818 in Carwitz geboren war, den Hof. &lt;br /&gt;
:Mit seiner Ehefrau, Dorothea, geborene Köller, hatte er acht Kinder. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1887 übergab er dem ältesten Sohn Wilhelm Schulz die Wirtschaft, die dieser am 4.8.1913 an Wilhelm Strasen verkaufte, der am 8.2.1856 in Mechow geboren und bis dahin Meister am Dolgener Teerofen war. &lt;br /&gt;
:Von diesem erwarb der Landwirt Arno Troche den Hof, der nach dessen Tode, am 25.4.1931, in Konkurs ging, sodass ihn Wilhelm Strasen zurücknahm, um ihn am 14. 07. 1932 an meinen Großvater, Wilhelm Hasse, zu verkaufen. &lt;br /&gt;
:Nachdem dieser am 30.5.1935 gestorben war, wurde am 6.3.1937 meine Mutter, Martha Rügler, Erbin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Hof vom ehemaligen Pächter oder Besitzer des über 20 ha großen Hofes Wiesenthal bei Zierke / Neustrelitz übernommen. :Dieser Bauer Schäfer betrieb dort Gemüseanbau - vielen Flüchtlingsfrauen wurde dadurch in der schweren Zeit nach dem Kriege geholfen. &lt;br /&gt;
:Bald ging aber auch er in den Westen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 10.jpg|600px|zentriert|thumb| CD10 Villa Hullerbusch vor dem Bau des Hotels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Hullerbusch wurde 1904 das Jagdschlösschen des bankrotten Gutsherrn von Wittenhagen abgerissen. &lt;br /&gt;
:Der neue Eigentümer, der ehemalige Schutztruppenoffizier Meike, baute es – nach Osten versetzt – wieder auf. &lt;br /&gt;
:Interessant ist, dass dabei die wertvollen ausländischen Hölzer mit Wurzelballen herausgenommen wurden. &lt;br /&gt;
:Meike fiel übrigens im hohen Alter noch im ersten Weltkrieg.“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 11.jpg|600px|zentriert|thumb| CD11 die &amp;quot;uralte&amp;quot; Luzinhalle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Großvater von Christa Schönfeld, Wilhelm Strasen, kaufte 1913 das Bauerngehöft Hullerbusch, ca. 200 Morgen Land. &lt;br /&gt;
:Das ist die jetzige Schäferei. (s. Interview Schönfeld)&lt;br /&gt;
:Die Kahnfähre über den Schmalen Luzin an der ehemaligen Gaststätte „Luzinhalle“ soll seit 1907 existieren. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12.jpg|1500px|zentriert|thumb| CD12 Hullerbusch Bauernhof 1925 Meckl. Strel. Vermessungsamt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12a.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD12a Hullerbusch-Weg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 13.jpg|800px|zentriert|thumb|Datei: CD13 Blick auf Carwitz um 1900]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 14.jpg|800px|zentriert|thumb| CD14 Blick über die Luzinhalle auf das Schmal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 16.jpg|800px|zentriert|thumb| CD16 Der Erinnerungssein an den Förstersohn Hans Knebusch (Hartmannsweilerkopf liegt im Elsass)]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Krüselin:&#039;&#039;&#039; die alte Dorfstelle der deutschen Ostkolonisation, heute Wüstung Krüselin – wurde 1945 endgültig zerstört, da sich Letten-SS oder Hitlerjugend dort verschanzt hatten; die Grundmauern wurden nach 1990 aufgefrischt. &lt;br /&gt;
:Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war dort eine Revierförsterei und beherbergte auch drei Waldarbeitergehöfte. &lt;br /&gt;
;Unter der zum Gedenken an den Sohn des Försters gepflanzten Silberlinde steht der Stein: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine uralte &#039;&#039;&#039;Wassermühle&#039;&#039;&#039; steht am Ausfluss des Sees Krüselin. &lt;br /&gt;
:Jenseits des Baches liegt Brandenburg. &lt;br /&gt;
:Die Geschichte dieser Wassermühle mit dem Streit um ihren Besitz und die damit verbundenen Einnahmen ist interessant und erheiternd. (Siehe Abschnitte Tilemannus Stella von Siegen 1575-78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“ im Anhang) &lt;br /&gt;
:Die Wassermühle ist heute eine Ferienpension. Es gibt noch mehrere Ferienhäuser. &lt;br /&gt;
:Die Gaststätte liegt sehr schön am See.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==6. Weimarer Republik und Nationalsozialismus / 1919 - 1945:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die vier Interviews mit Christa Schönfeld, Ehepaar Hildegard und Otto Schulz, Ehepaar Ursula und Kurt Güldner, sowie Erna Morach, geb. Güldner, in den :Jahren 2005-2008 spiegeln die Verhältnisse in der Landwirtschaft, den Handwerken und insbesondere auch die Schulbildung, in dieser Zeit wider.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld (1921-2009), Carwitz, Dorfstr.78 erzählte 2005 bei mehreren Zusammenkünften: &lt;br /&gt;
:Ihr Urgroßvater Brüggemann hatte den Krug (die jetzt geschlossene Gastwirtschaft) 1826 gekauft. Seitdem war er im Besitz der Familie. Der Großvater August Utnehmer heiratete Ida Brüggemann und übernahm „de Krog“, seitdem war er „de Kröger“. &lt;br /&gt;
:Er starb 1916 und ihr Vater Paul Utnehmer übernahm den Krug.4 &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkriege hatte Carwitz ca. 280 – 300 Einwohner.   &lt;br /&gt;
:Man unterschied das untere vom oberen Dorf. So gab es „de unnerdörpchen un de boomdörpchen“ - die Unter- und die Oberdörfler.    &lt;br /&gt;
:Boomdörp = Dorf mit großen alten Bäumen um die Kirche herum&lt;br /&gt;
:Der älteste Hof (früher Familie Benzin), der seit dem 30-jährigen Krieg bestehen soll, gehört der jetzigen Familie Juhl, Dorfstr. 66. Es ist das :Restaurant mit dem Eisstand und dem Straßenkiosk.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD17x.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD17 Der Krog vor 1906]]&lt;br /&gt;
                                                                                                                                                                           &lt;br /&gt;
:Während die Wohnhäuser im 19. Jahrhundert meist schon mit Ziegeln gedeckt waren, waren die Scheunen noch mit Rohr gedeckt. &lt;br /&gt;
:1926 brannte die Scheune von Schönfelds ab (Dorfstr.78, später Kratochwil). &lt;br /&gt;
:Durch den Funkenflug über die Straße hinweg wurden auch die Scheunen vom Pfarrhof und vom Hof Dreiseidel angezündet und brannten ab.  &lt;br /&gt;
:Da drei Scheunen abgebrannt waren, wurde auf dem Bollenwerder ein kleiner Stall für die dort weidenden Kühe gebaut.                                                                                     &lt;br /&gt;
:Das wirtschaftlich genutzte Land, die Äcker gehörten alle dem Großherzog. &lt;br /&gt;
:Die Bauern hatten es gepachtet, als Erbpacht. Nur der Freischulze besaß eigenes Land. &lt;br /&gt;
:Die Höfe und der Hausgarten, „de Woerde“, gehörten aber schon länger dem Hofbesitzer. &lt;br /&gt;
:Erst nach der Enteignung der Fürsten 1919 konnten die Bauern in den 20er und 30er Jahren das Land ziemlich günstig nach und nach vom Staat kaufen. &lt;br /&gt;
:So hat „de Kröger“ Paul Utnehmer sein Land damals im Tausch gegen eine für die Gastwirtschaft bestehende „Gerechtsamkeit“, die in Holzlieferungen der Forst bestand, ablösen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 18.jpg|600px|zentriert|thumb| CD18 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 19.jpg|600px|zentriert|thumb| CD19 Paul Utnehmer mit Sohn Joachim bringen Feriengast zum Bahnhof ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben, und trugen sie nach Hause. Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.&lt;br /&gt;
:In Carwitz gab es in den 20er und 30er Jahren 3 Vereine: &lt;br /&gt;
:Der Schützenverein, der Geselligkeitsverein und der Gesangsverein. &lt;br /&gt;
:Die Krogwirtschaft hat die Vereinsfeste betreut. Das waren reine Männervereine, Frauen waren nur bei den Festen dabei. &lt;br /&gt;
:In den Hullerbusch-Wald, hinter dem jetzigen Ferienhotel, wurden Bänke, Tischplatten auf Böcken und Zelte gebracht. &lt;br /&gt;
:Der Krog wurde mit Mecklenburger Fahnen und Girlanden geschmückt. Wenn sich alle versammelt hatten, zog der Schützenverein hinaus zum Hullerbusch. &lt;br /&gt;
:„De Kröger“ Paul Utnehmer half Muttern mit einem kleinen Schubs auf den Pferdewagen und fuhr hinterher. &lt;br /&gt;
:Angekommen zapfte er ein großes Fass Bier an und schenkte aus. Die Frau des Krögers kochte auf einem eisernen Dreifuß über Holzfeuer in einem Kessel den Kaffee. &lt;br /&gt;
:Bäcker Schulz hatte Pfannkuchen gebacken. Die Männer tranken mehr Bier und Cognac. &lt;br /&gt;
:Auf Schießscheiben wurde dann auch noch geschossen. Am Abend, nachdem das Vieh versorgt war, gab es dann großen Tanz im Krog bis frühmorgens um 6 Uhr. :Wenn es zu laut wurde oder Raufereien begannen, wurden die Unruhstifter vom kraftvollen Kröger sehr schnell an die frische Luft gesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 20.jpg|600px|zentriert|thumb|CD20 Foto von Christa Schönfeld hinterm Krog mit Keglern: re. außen mit Kegelkugel = Paul Utnehmer, der mit weißem Schnauzbart und Hut ist sein Vater August Utnehmer, li. mit dem Arm auf der halben Wand = Ida Utnehmer seine Frau. ]]&lt;br /&gt;
:Manchmal gab es auch Lehrer oder andere Interessierte, die vor allem zu Weihnachten Theaterspiele organisierten. &lt;br /&gt;
:Es waren Märchen oder die Texte wurden selbst verfasst. &lt;br /&gt;
:Auch die Kostüme wurden selbst genäht oder geklebt. Alle Darsteller waren aus Carwitz. &lt;br /&gt;
:Feldberger oder andere Auswärtige kamen dafür nicht infrage&lt;br /&gt;
:Ich war mal die Großmutter im Märchen „Rotkäppchen“. &lt;br /&gt;
:Da ich das Taschentuch verloren hatte, trocknete ich mir die Tränen demonstrativ mit meiner Trägerschürze ab. Dafür bekam ich stürmischen Applaus. Malermeister Schmidt, der Vater von Ursula Barthels, hat aus 32 Volksliedern ein Theaterstück zusammengestellt. &lt;br /&gt;
:Er konnte nicht singen, sie auch nicht. Aber das hat er wunderbar gemacht. &lt;br /&gt;
:Er wandert in die Ferne und kommt erst nach Jahren zurück. Da ist seine ehemalige Geliebte entgegen dem Schwur beim Abschied, unglücklich mit einem Gärtner verheiratet. &lt;br /&gt;
:Ich spielte ihr kleines Mädchen.  Sie schaut am Gartentor mit tränenumflortem Blick in die Ferne und denkt dabei an ihren früheren Schatz. Wo ist er wohl jetzt? &lt;br /&gt;
:Der tritt unerkannt auf sie zu mit den Worten: „Warum weinst du holde Gärtnersfrau, weinst du um das Veilchen Dunkelblau?“ So setzte er die Liedtexte dann aneinander.&lt;br /&gt;
:Mit der Machtübernahme durch die Nazis wurden die Vereine alle aufgelöst oder gleichgeschaltet und die Feste fanden nicht mehr statt. Sie entsprachen nicht mehr den Vorstellungen vom „völkischen Brauchtum“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Aufgewachsen bin ich im Krog. Ostern 1928 kam ich mit 8 weiteren Kindern in die einklassige Schule in Carwitz. (heute wohnt dort Fr. Deuß, Dorfstraße 74) &lt;br /&gt;
:Sie hatte 8 Klassenstufen, insgesamt hatte die Schule 54 Kinder in dem einen Raum. &lt;br /&gt;
:Ich hab’ geheult, ich wollte nicht in die Schule gehen. Die ABC-Schützen saßen vorn in der ersten Reihe. &lt;br /&gt;
:Einziger Lehrer war „Köster“ Heiy, der später nach Weisdin versetzt wurde. Der Lehrer wurde „de Köster“ genannt, obwohl er das zu dieser Zeit schon nicht mehr war. &lt;br /&gt;
:Trotzdem spielte er am Sonntag zum Gottesdienst die Orgel. &lt;br /&gt;
:„De Glöckner“ Schmidt läutete dreimal am Tage die „Bädglock“ - 7.00, 12.00 und 18.00 -. &lt;br /&gt;
:Auch den Sonntag hat er eingeläutet und danach die Orgel getreten.  Nebenbei hat „de Glöckner“ noch die beiden Friedhöfe gepflegt.&lt;br /&gt;
:„Erzogen“ wurde mit dem Rohrstock. „Wenn ich beim 2. Male beim Schwatzen ertappt wurde, musste ich nach vorn kommen, die flachen Hände vorstrecken und bekam dann mit dem Rohrstock paar übergebrettert, das hat gezogen! &lt;br /&gt;
:Na, den Jungs wurde mit dem Rohrstock regelrecht der Hintern verprügelt. Bestimmt über ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ich mich an die Schule gewöhnt hatte. &lt;br /&gt;
:Ich fragte mich immer, warum fragt „de Köster“ nicht die älteren Kinder, wenn er was wissen will?  &lt;br /&gt;
:Weil ich nicht lesen und schreiben wollte, gab mir Mutter so nach einem halben Jahr im November paar ordentliche Ohrfeigen. &lt;br /&gt;
:Von diesem Abend an konnte ich plötzlich lesen und schreiben. Ich hatte ja eine gute Auffassungsgabe, obwohl ich eigentlich ein Phlegmatiker war. &lt;br /&gt;
:Was ich nicht mochte, mochte ich nicht. Der Nachfolger, Herr Neckritz, kam aus Brohm einem Gutsarbeiterdorf. &lt;br /&gt;
:Er trug braune SA-Uniform. Frühmorgens mussten wir ihn alle mit ausgestrecktem rechtem Arm und „Heil Hitler“ begrüßen. &lt;br /&gt;
:Da ich gut in Orthographie war, musste ich die Diktate der jüngeren Schüler mit Bleistift korrigieren und er schrieb das dann mit roter Tinte nach und setzte sein „N„ darunter. &lt;br /&gt;
:Er war sehr nervös und den Anforderungen einer großen Dorfschule nicht gewachsen. Oft reagierte er unüberlegt und ungehalten. &lt;br /&gt;
:So ging ihm mal das ständige „Heil Hitler“ - „Heil Hitler“ so auf die Nerven, dass er missmutig sagte „Ihr wisst ja gar nicht, was ihr sagt, da könnt ihr auch „Heil Moskau“ sagen. &lt;br /&gt;
:Der „Dorfrat“, den es zwar nicht gab, den aber die interessierten Männer des Dorfes am Stammtisch des Krogs bildeten, veranlasste darauf, dass er auf eine andere Schule versetzt wurde. &lt;br /&gt;
:Der Nachfolger war Lehrer Schwoch. Das war ein noch größerer Nazi. Der bespitzelte alle und wurde später „Blockleiter“ des Dorfes. &lt;br /&gt;
:Er hat meinen Vater angezeigt, weil er die Urlauber noch nach der Sperrstunde - 23 Uhr - bei sich im Krog sitzen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 21.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD21 1928 Carwitzer Schulklasse mit Lehrer (vor der Schule Dorfstr. 74. Das einzige „Umgebindehaus“ in Carwitz)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1936 wurde ich an Palmsonntag konfirmiert und aus der Schule entlassen. &lt;br /&gt;
:Der Lehrer empfahl meinem Vater, mich aufs Lyzeum in Neustrelitz zu schicken. &lt;br /&gt;
:Aber das konnte sich mein Vater finanziell nicht leisten. Ich blieb dann zu Hause, erlernte keinen Beruf, half im Hause und in der Gastwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Mein späterer Mann, Siegfried Schönfeld, kam aufs Carolinum in Neustrelitz. Er war auch hier in Carwitz geboren und ging die ersten Jahre hier zur Schule. &lt;br /&gt;
:Seine Tante, eine vermögende Oberin in Eutin, hat ihm das Gymnasium bezahlt. Sie hat ihn dann noch auf die NAPOLA (Nationalpolitische Anstalt) in Plön geholt. Da hatte er eine furchtbar harte Ausbildung.   &lt;br /&gt;
:Im Kriege waren die jungen Männer alle in der Wehrmacht. &lt;br /&gt;
:Fremdarbeiter und Kriegsgefangene - Polen, Franzosen, Russen - waren den Bauernwirtschaften zugeteilt worden. &lt;br /&gt;
:Da kam es dann öfter mit den Mädchen oder jungen Frauen zu Liebesbeziehungen, die dramatische Folgen haben konnten. &lt;br /&gt;
:So beantragte 1943 der „Blockleiter“ und Lehrer Schwoch, dass ein Pole gehängt werden solle, weil er ein Verhältnis mit einem Dienstmädchen (von Köllers) hatte. &lt;br /&gt;
:Das konnten der besagte „Dorfrat“ der engagierten älteren Bauern, beim Dorfvorsteher Schmidt (Bürgermeister gab es damals nicht) aber verhindern, indem er das Gerücht als nicht wahrheitsgemäß bezeichnete und den Polen versetzen ließ.“5&lt;br /&gt;
       &lt;br /&gt;
:„Ende April 1945 kamen zu uns nach Carwitz Lettische SS, Freiwilligen-SS. &lt;br /&gt;
:Wir waren schon vorher mit Pferden und Wagen in den Wald, hinter der damaligen Dorfstelle Krüselin, geflüchtet. &lt;br /&gt;
:Das Vieh hatten wir aber in den Ställen lassen müssen. Da bin ich mit dem Fahrrad noch mal hingefahren und habe die Kühe gemolken. Ich hörte schon die Geschütze am Erddamm in Feldberg / Wittenhagen donnern. &lt;br /&gt;
:Der eine Lette hat mich händeringend angefleht, weit wegzufahren mit dem Fahrrad. Ich solle keine Rücksicht auf meine Eltern nehmen. &lt;br /&gt;
:Seiner jungen Frau sei es ganz furchtbar durch die Russen ergangen. &lt;br /&gt;
:Ich bin aber bei meinen Eltern in einer Fichtenschonung im Walde geblieben.           &lt;br /&gt;
:Am 28. April kamen dann die Russen. &lt;br /&gt;
:Erst pfiffen die Kugeln über uns hinweg, da die Dorfstelle Krüselin beschossen wurde. Dort lag Lettische SS. Dann war es ½ Stunde ruhig. &lt;br /&gt;
:Auf einmal stürmten die Russen zu uns in den Wald. Ein junger Offizier sagte zu mir: „Frau komm mit“ Ich: „nein, nein, nein!“ Da kamen alle Russen auf uns zu, haben die Maschinenpistolen auf uns gehalten. Ein bei uns arbeitender polnischer Junge, der die russische Sprache verstand, sagte zu mir, dass ich mitgehen müsste, sonst würden „der Chef und die Frau“ - meine Eltern - erschossen. &lt;br /&gt;
:Ich wurde losgezerrt und war in den ersten 5 Minuten schon vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Danach mussten wir aus dem Wald wieder zurück nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Auf dem Weg nach Laeven wälzte sich eine unvorstellbare Menge von Panzern, LKW’s, Pferdewagen, Fußsoldaten auf dem Vormarsch nach Berlin entlang. &lt;br /&gt;
:Damals gab es noch keine befestigten Chausseen. Vielen von uns wurden die Koffer oder sonstige Gepäckstücke, die wir retten wollten, weggenommen und auf die Lastwagen geworfen. &lt;br /&gt;
:Später haben wir noch gelacht, weil einige Frauen ihren Mann beschimpften: „Fritz was bist du dämlich, dass du dir den Koffer hast wegnehmen lassen.“ &lt;br /&gt;
:Was sollte er denn anders tun? Es hat lange gedauert, bis wir wieder zu Hause waren. &lt;br /&gt;
:Der Hof war voller Russen, die dauernd wechselten. Sie konnten sich nur kurz bei uns ausruhen. &lt;br /&gt;
:Ich habe mich tagelang auf dem Stallboden hinter Strohballen versteckt, bin dort auch nicht gefunden worden. &lt;br /&gt;
:Meine Mutter wurde noch mehrfach vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Eine Familie Dr. Horn, eine Frau und ihre beiden Söhne, kam aus Feldberg und wollte sich unten am Ufer des Schmalen Luzins vergiften. Bei der Frau und einem Sohn hat es geklappt. &lt;br /&gt;
:Das Schlimmste aber war, dass die Frau in ihrem Todeskampf noch vergewaltigt worden ist. So lag sie da, so hat man sie gefunden. &lt;br /&gt;
:Den Ehemann, er war Rechtsanwalt, hat man durch Feldberg geschleift. Er ist nach Russland deportiert worden, aber später wieder zurückgekommen. &lt;br /&gt;
:Er stammte aus dem Westen Deutschlands. Der andere Sohn Peter Horn (12) ist bei Frau Kratochwil untergekommen und dann im Herbst schon nach Westdeutschland gegangen. &lt;br /&gt;
:Die Leichen wurden zunächst am Luzin begraben und Anfang der 50-er Jahre auf den neuen Friedhof umgebettet. &lt;br /&gt;
:Mitte Mai 1945, wir wussten nicht, dass der Krieg schon zu Ende war, haben meine jüngere Nachbarin, Christa Völkner, und ich uns wieder verstecken müssen. &lt;br /&gt;
:Da sind wir auf Brettern über „de Hals“6 auf das sumpfige Ufer geflüchtet und haben uns bei sehr schönem Wetter dort versteckt. &lt;br /&gt;
:Mein Vater hatte mir unter einer Dachgaube ein Versteck gebaut. &lt;br /&gt;
:Die Christa Völkner wurde aber in ihrem Haus unter dem Bett hervorgezerrt und 7 oder 8 Mann haben sich dann über sie hergemacht. Mutter und Oma waren mit dabei. &lt;br /&gt;
:Ein 2. Strohsack wurde in mein Versteck noch hineingezwängt. &lt;br /&gt;
:Fast täglich wurde das ganze Haus vom Keller bis zum Boden durchsucht. Es war furchtbar. &lt;br /&gt;
:Ich habe eine Eisenstange neben mich gelegt und hätte den, der mich entdeckt, erschlagen. Das konnte ich nicht noch einmal ertragen. &lt;br /&gt;
:Dann hätten sie mich eben lieber erschießen sollen. &lt;br /&gt;
:13 Wochen haben wir nachts in dem Versteck gelegen. Obwohl ein Nachbar, der alte K., uns verraten und den Russen gesagt hatte, dass dort 2 Mädel sind, wurden wir nicht gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, (1923-2008) in Carwitz und Hildegard, geb. Rakow, (1923- ?) in Thomsdorf, erzählten 2006: &lt;br /&gt;
:Otto Schulz: „Mein Vater wurde in Hasselförde 1883 geboren. Er heiratete 1909 in den Bauernhof Benzin ein. &lt;br /&gt;
:Unser jetziges Haus, Dorfstr. 90, rechts vor der Bäk, wurde von ihm gleich danach gebaut. &lt;br /&gt;
:Nach dem 1. Weltkrieg 1923 kaufte mein Vater das bis dahin gepachtete Land vom Staat, denn das Land der Fürsten war 1919 enteignet worden. &lt;br /&gt;
:Mein Großvater mütterlicherseits war auch Ortsvorsteher. &lt;br /&gt;
:Nachdem er starb übernahm meine Großmutter dieses Amt. Ja, die hatte Haare auf den Zähnen, meine Großmutter“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld meinte zu dieser Großmutter: „Das Sagen auf den Bauernhöfen hatten die Besitzer, d.h. auch in Familienangelegenheiten sagten die Alten, wie es lang ging. &lt;br /&gt;
:So hatte die junge Familie Schulz schon 5 Söhne. Das waren nach Ansicht der alten Bäuerin, schon zu viele. &lt;br /&gt;
:So bestimmte sie als Schwiegermutter, dass das junge Paar in Zukunft getrennt zu schlafen habe“. &lt;br /&gt;
:„Otto Schulz, der jüngste Sohn, damals 5 Jahre alt, war en Dollbrägen, ne war das en Dollbrägen“.  &lt;br /&gt;
:Im harten Winter 1929 starb die Großmutter.  Als sie aus dem Dachgeschoss über die steile Treppe nach unten gebracht wurde, meinte Otto: „Un ehre Knochen, de habn geklöttert!“ – „und ihre Knochen, die haben geklappert“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto: „Eingeschult wurde ich 1930 bei Lehrer Hey, später waren meine Lehrer Wils, Richter, Neckritz. &lt;br /&gt;
:Neckritz war ein SA-Mann, wir mussten frühmorgens mit „Heil Hitler grüßen. &lt;br /&gt;
:1937 wurde ich in Carwitz bei Pfarrer Schwuch konfirmiert. &lt;br /&gt;
:Nach Schulabschluss der 8. Klasse lernte ich bei der Fa. Licht in Feldberg den Beruf „Maschinenschlosser“. &lt;br /&gt;
:1941 zur Wehrmacht eingezogen kam ich ins Afrikacorps. &lt;br /&gt;
:Im Februar 1948 wurde ich aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, aber aus Schottland entlassen. &lt;br /&gt;
:Am 3.2.1948 war ich wieder zu Hause in Carwitz. &lt;br /&gt;
:1949 heirateten wir. Meine Braut wohnte vorher in Thomsdorf. Um zu ihr zu kommen, musste ich über den „Hals“.&lt;br /&gt;
:Dort lag damals ein Brett über dem Bach; manchmal lag auch ein Kahn am Ufer. Erst Anfang der 50er Jahre wurde die Fußgängerbrücke gebaut. &lt;br /&gt;
:Zuerst haben meine Frau und ich nur für Kost und Logis bei meinem Vater auf dem Hof gearbeitet. Wir waren sehr gut eingerichtet in der Wirtschaft.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Erna Morach, geb. Güldner (1921-2012) in Carwitz. wohnte 2008 in der Carwitzerstr. 617: &lt;br /&gt;
:„Die einklassige Schule besuchte ich von 1927-1935. Die älteren Schüler mussten sich um die jüngeren kümmern und deren Hefte auf Fehler kontrollieren. :Ich selbst war gut im Rechnen, weshalb ich nur für die Kontrolle der Rechenaufgaben eingesetzt wurde. Lehrer waren Herr Hey und Herr Richter.  &lt;br /&gt;
:Meine Schwester Susanne war mit Lore Ditzen, der „Mücke“, von Familie Hans Fallada befreundet. &lt;br /&gt;
:Wenn die Familie Fallada spazieren ging, dann kamen sie oft auf dem Wege zum Hauptmannsberg bei uns vorbei und holten Susi ab. &lt;br /&gt;
:Sie klopften an das Hoftor und riefen: “Susi komm aus deinem Husi“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 22.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD22 Foto von Erna Morach]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit 14 Jahren wurde ich in Carwitz konfirmiert. Danach ging ich jeweils für 1 Jahr als Dienstmädchen nach Rosenhof und nach Tornowhof. &lt;br /&gt;
:Danach hatte ich eine 2-jährige Wirtschaftslehre auf dem Gut Walkendorf bei Rostock. &lt;br /&gt;
:1940 wurde ich von meinem ersten Kind, einem Jungen, entbunden. Ich lebte dann bis zu unserer Hochzeit 1947 im Elternhaus. &lt;br /&gt;
:Die Eltern hatten 1933 das Haus – rechte Ecke nach Hullerbusch, heute Dorfstr. 83 – gekauft. &lt;br /&gt;
:Dort betrieben sie eine kleine Landwirtschaft von 7 Morgen, mit 1 Kuh, paar Schweinen und Kleinvieh. Dazu hatten sie auch ständig noch Sommergäste. &lt;br /&gt;
:Da sie keine Pferde hatten, mussten sie sich von den Bauern die Äcker auf dem Bohnenwerder – „7 Stücke vor und hinter der Brücke“ – bearbeiten lassen (Pflügen, Eggen, Mähen etc.). &lt;br /&gt;
:Diese Dienstleistungen wurden dann von den Familien wieder abgearbeitet. Für meine Eltern musste ich beim Müller Schmidt die Rechnung „abarbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1945: Die Rote Armee kam in der 2. Aprilhälfte von Wittenhagen und von Thomsdorf. Ich flüchtete mit der Letten-SS, die sich in Carwitz befand, in den Wald hinter Rosenhof. &lt;br /&gt;
:Aber nach 1 Tag ging ich bereits wieder zurück in unser Haus. Drangsalierungen o. ä. erlebte ich selbst direkt nicht. &lt;br /&gt;
:Wenn die Russen vorn hereinkamen, flüchtete ich in die Scheune hinter das Heu und Stroh. &lt;br /&gt;
:Die Russen lebten nicht im Dorf, sondern bauten sich am Weg nach Laeven Erdbunker. Die Löcher, Senken von ca. 8x4 m sieht man heute noch.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus dem Interview 2008 mit Ehepaar Ursula (geb. Koch) (1931-2016) in Neuhof bei Feldberg, und Kurt Güldner, Kurt (1925-2015) in Carwitz:&lt;br /&gt;
:Kurt wurde geboren gegenüber dem Backhaus im Oberdorf. &lt;br /&gt;
:Nach 7 Jahren zogen die Eltern ins Unterdorf Nr.83, rechtes Eckhaus am Abzweig nach Hullerbusch, heutiges Restaurant „Carwitz Eck“.  &lt;br /&gt;
:„Kurt besuchte von 1932-1940 die einklassige Volksschule für die 1.-8. Klasse in Carwitz (Dorfstr. 74). &lt;br /&gt;
:Lehrer war zunächst Herr Wilz für 41 Schüler. Von den Jungen lebt außer Kurt Güldner heute (10.4.08) keiner mehr, von den Mädchen noch einige. &lt;br /&gt;
:Schulzeit im Sommer für die 3.-8. Klasse 7.00 – 12.00; für die 1. und 2. Klasse 10.00 – 12.00. &lt;br /&gt;
:Im Winter begann der Unterricht erst 8.00. &lt;br /&gt;
:Ab 1934 kam als Nachfolger Lehrer Schwoch. Dieser kam aus Mirow, war überzeugter Nationalsozialist und war als Lehrer völlig ungeeignet. Die Versetzung nach Carwitz war wohl schon eine disziplinarische Maßnahme gewesen. Er unterrichtete als überzeugter Nazi mit militärischer Dressur und Prügel. Morgengruß „Heil Hitler“. &lt;br /&gt;
:Wenn man 3 Fehler im Diktat hatte, bekam man mit dem frisch vom Kirchhof geschnittenen Zweig eines Fliederbusches Prügel, die Jungen auf den Po, die Madel auf den Buckel“. &lt;br /&gt;
:Schwoch hatte auch Fischereirecht für den Hals, den Kanal zwischen Carwitzer See und Dreetz. &lt;br /&gt;
:Dort musste Kurt Güldner immer die Fische aus dem Kasten für das Mittagessen des Lehrers holen. &lt;br /&gt;
:Die größeren Schüler wurden von 10.00 bis 12.00 mit Aufsätzen, Rechenaufgaben, Lesen etc. beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Uli Ditzen, der ältere Sohn von Suse und Hans Fallada, war von der 1.- 4. Klasse auch Mitschüler und Spielkamerad in dieser Dorfschule. &lt;br /&gt;
:Danach ging er nach Templin aufs Joachimsthaler Gymnasium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 23.png|1200px|zentriert|thumb| CD23 1933, Frühjahr: Lehrer Wils und Klasse 1.- 8. vor der Linde am Denkmal des 1. Weltkrieges 1. Reihe, 2. links Kurt Güldner, Gottlieb Rohde, Adolf Vogler, Otto Schulz, Jochen Utnehmer, Hans Rode?, Arnold Hofer&lt;br /&gt;
2. Reihe: 3. von links Henny Wiese, geb. Güldner, 4. Erna Morach, geb. Güldner ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die einklassige Schule für die 1. – 4. Klasse mit 2 Lehrern wurde 1960 aufgelöst. Die Carwitzer Schüler mussten dann zuerst jeden Tag zu Fuß nach Feldberg gehen oder mit dem Rad fahren. Kurze Zeit später wurde ein Schulbus eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit 17 Jahren wurde Kurt 1942 Flakhelfer und 1943 zur Wehrmacht eingezogen. 1945 kam er in russische Gefangenschaft und wurde mit 25 Jahren, Dezember 1950 aus der Gefangenschaft (Donezbecken) entlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ursula (damals 14) floh mit ihrer Mutter nicht mit der Letten-SS, die in Carwitz und Neuhof einquartiert war. &lt;br /&gt;
:Sie blieben auf dem Hof bei den Großeltern. „Als die Kampftruppe der Russen kam, versteckten wir uns mit dem Vieh in selbstgebauten Erdbunkern am Küstersteig zum Schmalen Luzin. Die Russen entdeckten uns hier nicht, bis wieder „normale“ Zeiten eintraten. Dadurch kam es auch in unserer Familie zu keinen Übergriffen.“ &lt;br /&gt;
:Ursula hat von diesen Tagen und wenigen Wochen bis zum Abzug der russischen Kampftruppen im Juni 1945 nur lustige, heitere Erinnerungen: &lt;br /&gt;
:So hatten wir am Küstersteig aktuell kein Wasser und wuschen uns mit Kuhmilch. &lt;br /&gt;
:Die Kühe mussten ja gemolken werden, die Milch konnte aber nicht abtransportiert werden. &lt;br /&gt;
:Die Russen erschossen alle Hühner unseres Hofes. Daraus mussten wir Suppe kochen, aber auch mitessen, damit keine heimlichen Vergiftungen erfolgen konnten. &lt;br /&gt;
:Die Frisierkommode wurde als Futterkrippe für die Pferde genommen. Ihre eigenen 2 Pferde wurden gegen alte abgearbeitete der Russen ausgetauscht. &lt;br /&gt;
:Während des Schlafes hat eine Maus ein großes Loch in meine Jacke gefressen. &lt;br /&gt;
:Die russischen Soldaten aus den unendlichen Weiten Russlands, wo es noch keine Technik gab, staunten dann auf unserem Hof, dass Wasser aus der Wand und Licht aus der Decke kamen. &lt;br /&gt;
:Ein Soldat hatte 7 Armbanduhren am Unterarm. Keine ging mehr, da er sie nicht aufgezogen hatte. &lt;br /&gt;
:Alle 7 hat er gegen eine noch laufende Uhr meiner Mutter eingetauscht.  &lt;br /&gt;
:Später verlor meine Mutter, eine sonst sehr energische Frau, 3x ihre Stiefel an die Russen. Sie musste sie ausziehen und übergeben. Danach lief sie nur noch mit drei Paar übereinander gezogenen Wollsocken herum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auch alle Bewohner des Gutsdorfes Laeven mussten ihre Häuser verlassen, weil sich dort die Kampftruppen einquartierten. &lt;br /&gt;
:Sie zogen in verlassene Stellungen der deutschen Soldaten an der Mooskoppel.&lt;br /&gt;
:Die Frauen und die Kinder bestellten im Frühsommer bald wieder die Felder und ernteten später im Herbst auch. Männer gab es noch nicht wieder. Sie selbst konnte keinen Beruf erlernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 24.jpg|800px|zentriert|thumb| CD24 Dorfstraße 1932 Grafik W. Gotsmann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 25.jpg|800px|zentriert|thumb| CD25 Carwitz Blick auf Bohnenwerder 1936, die Veranda bei Fallada schon angebaut]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 26.jpg|800px|zentriert|thumb| CD26 Carwitz Blick aufs Boomdörp und aufs Unnerdörp mit Luzin, Hauptmannsberg, Ziegenbergen und Bohnenwerder ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 27.jpg|800px|zentriert|thumb| CD27 Feldberg 1940]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==7. Fortsetzung der Interviews mit Carwitzern zum Nachkrieg und zur DDR==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 1. Januar 1969 wurde Carwitz in die Stadt Feldberg eingemeindet. &lt;br /&gt;
:1975 hatte Carwitz 216 Einwohner. &lt;br /&gt;
:Am 13. Juni 1999 ging Carwitz in der neu gegründeten Gemeinde Feldberger Seenlandschaft auf, nachdem die Stadt Feldberg ihre Kommunalautonomie aufgegeben hatte. &lt;br /&gt;
:2007 hatte Carwitz 325 Einwohner.&lt;br /&gt;
:Das Dorf und das Hans-Fallada-Museum wurden im Rahmen der Städtebauförderung von 1992 bis 2007 gründlich saniert.&lt;br /&gt;
:In der Liste der Baudenkmale in Feldberger Seenlandschaft sind für Carwitz sieben Baudenkmale aufgeführt.&lt;br /&gt;
:Das Fallada-Haus mit dem Museum und dem Archiv &lt;br /&gt;
:Die Holländermühle mit Sockelgeschoss und Galerie von 1896–1937 am Südwestrand von Carwitz&lt;br /&gt;
:Die bescheidene Dorfkirche am Anger (gemeinnütziger Dorfplatz)&lt;br /&gt;
:Der Carwitzer See ist 3,95 km² groß. Am Hals befindet sich ein Wanderrastplatz und ein Campingplatz „klein und fein“&lt;br /&gt;
:Der 5 km lange Schmale Luzin (Fläche: 1,45 km²)&lt;br /&gt;
:Der 2 km lange Dreetz (Fläche: 0,63 km²)&lt;br /&gt;
:Das Haus Dreiseidel am Kirchenanger mit seinem Krüppelwalmdach, gedeckt mit Biberschwanz-Tondachziegeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, geb. Utnehmer, erzählte 2005: &lt;br /&gt;
:„1945 – 1949 Nach dem Kriege waren alle Häuser und Höfe mit Flüchtlingen, Umsiedlern und Evakuierten voll belegt. &lt;br /&gt;
:Meist bewohnte eine Familie nur 1 Zimmer. Die gemeinsame Toilette war am Misthaufen auf dem Hofe. &lt;br /&gt;
:Gewaschen wurde sich nach vorangehender Absprache in der Küche.  &lt;br /&gt;
:Fallada war für wenige Wochen Bürgermeister in Feldberg. &lt;br /&gt;
:Unser Bürgermeister hieß Schäfer. Er war vorher „Schweitzer“ (Melker) in Laeven gewesen. Er hat uns alle unvorstellbar traktiert und gequält.&lt;br /&gt;
:Es gab ja keine funktionierenden Gerichte. So war seiner und anderer Willkür Tür und Tor geöffnet. Besonders bestand für die Bauern das Problem der Erfüllung  ihres Solls an landwirtschaftlichen Abgaben. &lt;br /&gt;
:Da kamen die Russen und sperrten für 8 oder 12 Tage meinen Vater oder andere Bauern einfach mit der Begründung ein, er habe sein Soll nicht erfüllt. &lt;br /&gt;
:Das Vieh war uns weggenommen worden, wir hatten keine Pferde mehr, der schlechte Acker mit Kies und Steinen sollte aber den gleichen Ertrag bringen wie guter Boden. &lt;br /&gt;
:Uns gehörten damals 17 Hektar am Zansen, dort wo jetzt der Wanderweg nach Hullerbusch ist. &lt;br /&gt;
:Der Steilhang galt auch als Acker und war sollpflichtig. &lt;br /&gt;
;1951, zur Zeit der DDR, wurde mein Vater, Paul Utnehmer, der damalige „Kröger“, wegen sogenannten „Wirtschaftsvergehen“ mehrfach verhaftet und angeklagt. :Er starb 1980 in Carwitz, nachdem er wegen dieser anhaltenden Repressalien 1952 nach Westberlin geflohen war. &lt;br /&gt;
:Sein Besitz wurde enteignet. Der „Krog“ wurde vom Konsum übernommen. &lt;br /&gt;
:Nach der Wende übernahm ihn ein Pächter für 1 ½ Jahre. &lt;br /&gt;
:Nach der Rückübertragung an die „Erbengemeinschaft Paul Utnehmer“ wurde das Krog-Gehöft an den jetzigen Besitzer verkauft.&lt;br /&gt;
:Am 6. April 1945 habe ich und Siegfried Schönfeld geheiratet, eine Kriegstrauung. &lt;br /&gt;
:Siegfried war während der Ardennenoffensive am Kopf verwundet worden und hatte für einige Tage Genesungsurlaub erhalten. Das nutzten wir zur Heirat.  :Gleich nach der Hochzeit, am 13. April 1945, musste er wieder weg. Er kam dann in amerikanische Gefangenschaft. Später wurde er in französische Gefangenschaft übergeben und arbeitete in Südfrankreich in der Landwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Dort habe ich ihn dann 1947 / 1948 besucht. &lt;br /&gt;
:Ich suchte mir dort auch Arbeit als Haushaltshilfe in einem Nachbardorf. Aus einem völlig verwilderten Haushalt habe ich in einem halben Jahr einen ordentlichen „deutschen“ Haushalt gestaltet.  &lt;br /&gt;
:Ende 1948 sind wir gemeinsam auf getrennten Wegen nach Carwitz zurückgekehrt. &lt;br /&gt;
:LPG: Durch „das Soll“, d. h. die Zwangsabgabe für die Bauernwirtschaften, wurden viele mittlere und größere Höfe „devastiert“ – heruntergewirtschaftet. :Diese sogenannten „devastierten“ Betriebe wurden dann von oben, von der Kreisverwaltung zwangsbewirtschaftet, d.h. der Bauer hatte überhaupt keine Verfügungsberechtigung mehr über seinen Hof, das zugehörige Land und Vieh. &lt;br /&gt;
:Kleinere Höfe verschonte man. 1959/1960 begann dann die Zwangs-Kollektivierung. &lt;br /&gt;
:Der psychologische Druck, in die LPG einzutreten, wurde immer stärker und dann zum indirekten Zwang.&lt;br /&gt;
:Die Vorteile der Kollektivierung wurden in leuchtenden Farben geschildert: Arbeitserleichterungen durch Bewirtschaftung der großen Felder mit großen Maschinen, feste Entlohnungen, Ferien. &lt;br /&gt;
:Geregelte Arbeitszeit von 8 Stunden und Ferien kannte ein Bauer ja bisher überhaupt nicht. &lt;br /&gt;
:Mit Lautsprecherwagen wurden diese Parolen in den Dörfern verkündet. &lt;br /&gt;
:In Neuhof ging eine Bäuerin nach draußen zum Lautsprecher, drehte sich rum, zog ihre Schlüpfer runter und zeigte, sich bückend, den blanken Hintern.         &lt;br /&gt;
:1960 wurde dann die LPG Typ I in Carwitz gegründet. Typ I bedeutete nur gemeinsame Feldwirtschaft. Die Viehhaltung blieb individuell.                    &lt;br /&gt;
:1965 wurden dann alle Dörfer in der Nähe von Feldberg, so Neuhof, Laeven, Carwitz, Triepkendorf und Schlicht zu einer LPG Typ III zusammengefasst. &lt;br /&gt;
:Die Feld- und Viehwirtschaft wurde gemeinschaftlich betrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erzählte 2008: &lt;br /&gt;
:1947 heiratete sie Waldemar Morach, geb. 20.04.1919, der mit seiner Mutter aus Ostpreußen gekommen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten auf Rosenhof, der benachbarten Dorfstelle, eine Neubauernsiedlung von 9 ha erhalten.                                                                                                     &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1945 war der damalige Pächter des Rosenhofs, Panzegrau, auf Veranlassung der deutschen Behörden von den Russen verhaftet und nach Fünfeichen bei Neubrandenburg gebracht worden. &lt;br /&gt;
:Dort ist er verhungert.&lt;br /&gt;
:Besitzer des Rosenhofs war damals Hahn, ein Seifenfabrikant aus Berlin, der aber kaum hier war. &lt;br /&gt;
:1946 war der Rosenhof mit Neubauern aufgesiedelt worden.&lt;br /&gt;
:1949 wurde ihr 2. Kind, ihre Tochter (später Lehrerin) geboren. &lt;br /&gt;
:1958 musste ihr Mann in die LPG II eintreten. 1 Pferd verkauften sie, das andere musste in die LPG mit eingebracht werden. &lt;br /&gt;
:Anfänglich konnten sie sich vom „Deputat“ noch eine Kuh halten, später reichte es nur für Schweine und Kleinvieh. &lt;br /&gt;
:1961 begann sie selbst in der LPG zu arbeiten, um später eine Altersrente zu erhalten.&lt;br /&gt;
:Sie bekamen damals und auch später nach der Wende keinerlei Entschädigung für den in die LPG eingebrachten Besitz.&lt;br /&gt;
:Ihre 9 ha Land hat sie den Enkeln übertragen. &lt;br /&gt;
:1965 kauften sie das jetzige Haus. Sie selbst hat dann bei Ladwig im Unterdorf und in der Mosterei Dreiseidel gearbeitet. &lt;br /&gt;
:1974-1984 haben sie das Ferienheim des Ingenieurbüros der GIESAG/Leipzig mit 28 Betten geleitet. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Zeit und auch später hatten sie zusätzlich Sommergäste (maximal 11) in ihrem Haus und hatten dadurch ein einigermaßen stabiles Einkommen. &lt;br /&gt;
:1984 gingen sie und ihr Mann in Rente. 1997 starb ihr Ehemann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, im Haus an der Bäk erzählte 2006: &lt;br /&gt;
:Die Wirtschaft seines Vaters war mit 54 ha recht groß. Das Land, der Acker ging vom Ufer des Schmalen Luzins rechts parallel zur Straße hinüber nach Laeven. &lt;br /&gt;
:Er hatte 5 Pferde. Aber bei Kriegsende wurde ihm alles Vieh von den durchziehenden russischen Truppen weggenommen. &lt;br /&gt;
:„Wegen Nichterfüllung des Solls seiner Wirtschaft wurde mein Vater etwa 1950, wie fast alle anderen Bauern, auch eingesperrt. &lt;br /&gt;
:In Neustrelitz wurde er mit den Worten entlassen: „Faule und träge Altbauern schert euch an die Arbeit“.  &lt;br /&gt;
:Die Landwirtschaft meines Vaters wurde in dieser Zeit von den Behörden „devastiert“. Ihm wurde jegliche Verfügungsgewalt genommen. &lt;br /&gt;
:In seinem Stall standen dann 20 Kühe der LPG. Die Gülle lief direkt in den See. &lt;br /&gt;
:Später, 1955 nach der Gründung der LPG arbeitete ich in der MTS in Feldberg. Als Brigadeschlosser wurde ich in Carwitz in der Schmiede bei Friedrich Rechlin eingesetzt. &lt;br /&gt;
:Als Rudi Dreiseidel in den 60er Jahren privat die Mosterei aufbaute, betreute ich seit 1971 die Maschinentechnik.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Ehepaar Ursula (geb.Koch) (1931-2016) und Kurt Güldner (1925-2015) erzählten 2008:&lt;br /&gt;
:Kurt konnte bedingt durch die Kriegsereignisse keinen Beruf erlernen. &lt;br /&gt;
:Er kam 1950 aus russischer Gefangenschaft und arbeitete dann ab 1950 als Forstarbeiter.  Von 1958 – 1964 im Straßenbau. &lt;br /&gt;
:Als der Kinderbuchverlag das Grundstück von Suse Ditzen gekauft hatte, zogen sie 1962 ins Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Dort wohnten sie in der Scheune, bis Suse Ditzen in ihr neu gebautes Holzhaus in Feldberg umzog. &lt;br /&gt;
:Dann bewohnten sie das Untergeschoss des Haupthauses. Dieses Holzhaus von Suse Ditzen in Feldberg hat Kurt Güldner als „Leiter einer Feierabendbrigade“ gebaut. &lt;br /&gt;
:In den Jahren der DDR waren die sogenannten „Feierabendbrigaden“ außerhalb der regulären Arbeitszeit auf rein privater Basis tätig. &lt;br /&gt;
:Das bedeutet, es war Schwarzarbeit, da der Lohn, das Entgelt, praktisch auf die Hand gegeben wurde. Es wurde also nicht versteuert. &lt;br /&gt;
:Teilweise wurde auch in Naturalien oder mit Mangelwaren bezahlt. &lt;br /&gt;
:„Als der Kinderbuchverlag ins Fallada-Haus zog, sollten alle Möbel vernichtet werden“. Güldners sorgten dafür, dass die Möbel in der Scheune unterm Dach abgestellt wurden So retteten sie die Sachen vor dem Feuer. &lt;br /&gt;
:1962 – 1978 waren sie als Ehepaar Hausmeister im Betriebs-Ferienheim (Fallada-Haus) des Kinderbuchverlages.  &lt;br /&gt;
:Die Ferienhütte der Familie Dörffel bauten wir in den Jahren 1974-1977 “eigenhändig“ auf.“ &lt;br /&gt;
:Kurt Güldner war Chef einer Feierabendbrigade geblieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 28.jpg|800px|zentriert|thumb| CD28 Vor Zeiten – Blick vom Hauptmannsberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 29.jpg|800px|zentriert|thumb| CD29 Schmaler Luzin ca 1970, rechts Mühle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 30.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD30 Blick vom Südufer auf Spitze des Bohnenwerder 1978, Hintergrund Mühlberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 31.jpg|800px|zentriert|thumb| CD31 ;Blick vom Südufer des Carwitzsees auf Fallada-Bucht vor 1934, Vorn links Hang „Hügel 16“ mit heute noch stehendem Baum, im Hintergrund Hauptmannsberg, rechts Fallada-Haus]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 32.jpg|800px|zentriert|thumb| CD32 Uralter Blick vom Fallada-Garten auf heutigen Hügel 16, mit Kirchturm, Windmühle und Stall von Otto Schulz. Der große Baum steht noch.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 33.jpg|800px|zentriert|thumb| CD33 Gleicher Blick heute]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 34.png|570px|links|thumb| CD34 Kate 1  1979]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 35.jpg|490px|rechts|thumb| CD35 Fallada Haus an der Bucht 1979]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 36.jpg|550px|links|thumb| CD36 Fallada-Garten an der Bucht a]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 37.jpg|500px|rechts|thumb| CD37 Fallada-Garten an der Bucht b]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 38.jpg|570px|links|thumb| CD38 Ca 1900 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 39.jpg|1000px|rechts|thumb| CD39 1979 Haus der Familie Morach noch mit Linden Dorfstr.15 (heute 61)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==8. Früher „Fremdenverkehr“ in der Feldberger Seenlandschaft und in Carwitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1830 wird „Feldberg“ als Wanderziel im Mecklenburgischen Staatskalender genannt. (18)&lt;br /&gt;
:1850 Gründung des „Gemeinnützigen Verein für Fremdenverkehr“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Feldberg:                                                                                                                              &lt;br /&gt;
:1935   16 000 Übernachtungen                                                                                   &lt;br /&gt;
:1937   3 832 Feriengäste                                                                                                    &lt;br /&gt;
:1938   32 000 Übernachtungen &lt;br /&gt;
:2025   ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld erinnert sich: &lt;br /&gt;
:„Feriengäste kamen nach Carwitz schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Pensionen oder Hotels gab es nicht. &lt;br /&gt;
:Neben Privatzimmern logierten sie vor allem auch im Krog. In ihm gab es 2 Gastzimmer. &lt;br /&gt;
:Werbung wurde nicht gemacht. Carwitz war schon damals ein „Geheimtipp“. &lt;br /&gt;
:In den 30er Jahren wohnten im Sommer vor allem Maler und Ingenieure aus Berlin in Privatzimmern, bei Tock, Barthels, Dreiseidel, Ladwig. &lt;br /&gt;
:Die Zimmer waren einfach eingerichtet: Bett, Stuhl, Tisch, Kleiderschrank. Waschmöglichkeit, Toilette auf dem Hof oder später auf dem Flur. &lt;br /&gt;
:Für 3 Reichsmark/Person/Tag bekam man in den 20er Jahren neben dem Bett noch ein Frühstück mit Brot, Butter, 1 Ei und Honig.   &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkrieg wurden es dann 4 Reichsmark/Person/Tag.      &lt;br /&gt;
:Feriengäste, die bei Kratochwill wohnten – ein Deutsch-Amerikaner mit einer Gräfin Arko – hatten Anfang der 30er Jahre den Stall auf dem Bollenwerder etwas „möbliert“ und feierten dort mit ihren Gästen „italienische Nächte“.  &lt;br /&gt;
:Der dortige Stall, heute sind die Grundmauern noch vorhanden, war der aufwendig zubereitete Treffpunkt.&lt;br /&gt;
:Im Saal vom „Krog“ stellten die Maler immer ihre Gemälde zum Trocknen und evtl. Verkauf aus. &lt;br /&gt;
:Das waren damals vor allem 4 Landschaftsmaler. &lt;br /&gt;
:So hat Prof. Achtenhagen das alte Pfarrhaus mit dem großen Nussbaum daneben wunderschön gemalt. &lt;br /&gt;
:Kaiser-Eichberg aus Potsdam wohnte schon 1902 bei meiner Großmutter im „Krog“. Der war der große „Kiefernmaler“. &lt;br /&gt;
:Ein anderer Professor hat vor allem viele Wolken gemalt, das war der „Wolkenmaler“. Jeder hatte eben seinen eigenen Stil. &lt;br /&gt;
:Meier-Pyritz malte uns aber auch beim Halmaspiel. Über unsere schwarzen, mit weißer Wolle gestopften Strümpfe, die er getreulich malte, haben wir 15-jährigen Mädchen uns köstlich amüsiert. &lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurden Anfang der 50er Jahre in Carwitz zunächst Privatzimmern vermietet, so u. a. bei Familie Dreiseidel, bei Anna Ditzen, Ursula Barthels und Familie Ladwig.&lt;br /&gt;
:Seit der Mitte der 60er Jahren kamen einzelne auf Privatgrund gebaute und ab der 70er Jahre siedlungsartig angelegte sogenannte Datschen, bzw. Bungalows sowie Betriebsferienheime hinzu. &lt;br /&gt;
:So wurden am Hügel 16 auf dem Privatbesitz von Otto Schulz von Rapoport, Meyer-Foreyt, Blume und Stratonowitsch die ersten Bungalows gebaut, in den 70er Jahren auf sogenannten Treuhand-Grundstücken entstanden unsere Katen. &lt;br /&gt;
:Nachdem die LPG die sandigen Böden ab 1961 nicht mehr bewirtschaftete, entstanden am Südufer des Dreetz und an der Schappwasch zunächst wilde Zeltplätze. &lt;br /&gt;
:Sogar auf dem Steinwerder im Carwitzer See war jahrelang ein sehr romantisches Ferienlager. &lt;br /&gt;
:Die Abfälle, der Müll und die Toilettenkübel, sollen regelmäßig mit dem Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht worden sein. &lt;br /&gt;
:Der Bau einer Bungalowsiedlung auf dem Bohnenwerder konnte durch massive Proteste u. a. durch Ruth Werner verhindert werden.  Auch Bebauungspläne am Fischersteig und am Hauptmannsberg wurden nicht realisiert.&lt;br /&gt;
:Bewirtschaftete Zeltplätze entstanden an der Mühle runter zum Dreetz und „Klein aber Fein“ am Carwitzsee auf dem Privatgelände von Familie Schönfeld. :Anfang der 90er Jahre wurden die heute noch bestehenden Zeltplätze legalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ruth Werner und andere Mitarbeiter des Kinderbuchverlages lernten Carwitz durch ihre Kinder kennen, die 1951 mit ihrer Schulklasse nach Carwitz gefahren waren. &lt;br /&gt;
:Der „Geheimtipp“ sprach sich rum und so wohnten Mitarbeiter des Aufbauverlages, des Kinderbuchverlages in den 50er Jahren bei Anna Ditzen im Fallada-Haus. Sie genossen dort Annas Gastfreundschaft und ihren vorzüglichen Mittagstisch.&lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren trafen sich mehrfach Autoren mit ihren Lektoren des Kinderbuchverlages zu „Carwitzer Gesprächen“ (nach Günther Ebert: „Vom Genius loci“ in Carwitzer Notizen, Kinderbuchverlag Berlin 1985). &lt;br /&gt;
;Weitere mir namentlich bekannte „berühmte“ Bewohner und Feriengäste. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da es noch viel mehr geben wird:&lt;br /&gt;
                                         &lt;br /&gt;
:Hans Fallada, (1893-1947) Schriftsteller Rudolf Ditzen, lebte 1933–1944 in Carwitz. S. Extra-Kapitel&lt;br /&gt;
:Anna Ditzen, (1901-1990) Ehefrau von Hans Fallada, lebte 1933 bis 1965 in Carwitz, danach in Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ruth Werner (1907-2000) Schriftstellerin Ursula Beurton, geborene Ursula Maria Kuczynski lebte seit 1952 im Sommer in verschiedenen Hütten in Carwitz. S. Extra-Kapitel.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt (1916-1981), Maler und Grafiker, Mitbegründer der „Leipziger Schule“, der bedeutenden Strömung der modernen Malerei der DDR in den 70er und 80er Jahren. Lebte in den Sommermonaten in Carwitz.&lt;br /&gt;
:Harry Blume (1924-1992), Maler der Leipziger Schule lebte zeitweise in seinem Sommerhäuschen am Zugang zu unseren Katen rechts.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt und Harry Blume fuhren Anfang der 60er Jahre mit ihren Studenten in die Feldberger Landschaft. Während die Studenten sich der Pleinairmalerei widmeten, saßen sie im Krog oder streiften durch die Gegend und entdeckten so den Hügel 16, auf dem sie ihre Bungalows errichteten&lt;br /&gt;
:Gabriele Meyer-Dennewitz, Grafikerin und Malerin, lebte und arbeitete von 1964, seit 1991 ganzjährig, bis zu ihrem Tode 2011 in Carwitz im Unterdorf. &lt;br /&gt;
:Frank Merker, Maler und Grafiker, lebte und arbeitete bis zu seinem Tod 2008 in Carwitz&lt;br /&gt;
:Jürgen Wittdorf, Maler und Graphiker, kaufte 1964 ein über hundert Jahre altes Fachwerkhaus in Carwitz, das er selbst sanierte und seitdem in den Sommermonaten bewohnte.&lt;br /&gt;
:Prof. Samuel Mitja Rapoport (1912-2004) österreichischer Arzt, Direktor des Instituts für Physiologische Chemie an der Charité. &lt;br /&gt;
:Prof. Inge Rapoport (1912-2017) Charité, erster europäischer Lehrstuhl für Neonatologie. Mit 102 Jahren verteidigte sie ihre Doktor-Dissertation, die ihr 1937 aufgrund der Rassegesetze verwehrt geblieben war. Ihr erster Bungalow am Zugang zu unseren Katen links, später bauten sie noch einen am Fischersteig. :Ihr damaliger Badesteg ist unser jetziger von Kate 3.&lt;br /&gt;
:Charly Hübner, (*1972) Schauspieler, ist in Carwitz Feldberg als Hoteliersohn aufgewachsen. &lt;br /&gt;
:Till Lindemann, (Band Rammstein) hat ca 2020 das Grundstück des alten in den 70er Jahren abgerissenen Pfarrhauses gekauft. Dazu gehören ausgebaute Nebengebäude.&lt;br /&gt;
:Max Kaus (1891-1977), Maler, dessen Bilder von den Nazis 1937 als „entartete Kunst“ diffamiert und aus den Museen entfernt wurden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 40.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD40 „Carwitz II“ 1921, Max Kaus, Blick vom Hauptmannsberg zum Bohnenwerder vor 100 Jahren.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==9. Hans Fallada - Schriftstellername von Rudolf Ditzen==  &lt;br /&gt;
:(* 21.7.1893 Greifswald † 5. 2. 1947 in Berlin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hans Fallada machte das Dorf Carwitz über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Die nachfolgenden kursorischen Bemerkungen können nicht seine Biografie ersetzen. &lt;br /&gt;
:Geboren als Sohn des späteren Reichsgerichtsrates Wilhelm Ditzen und seiner Frau Elisabeth. &lt;br /&gt;
:Er hatte eine „schwierige“ Jugend mit Besuch mehrerer Gymnasien, in einem als Duell getarnten Doppelselbstmordversuch erschießt er seinen Mitschüler Hanns Dietrich von Necker in Rudolstadt, &lt;br /&gt;
:Tätigkeiten in der Landwirtschaft in Sachsen, Pommern, Mecklenburg, Alkohol- und Drogenabhängigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 41.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD41 Fallada-Porträtkarikatur von e.o.plauen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seit 1920 mehrere Romane ohne Erfolg. Mehrfache Unterschlagungen, wiederholte Verurteilungen zu Gefängnisstrafen bis 2 ½ Jahren.&lt;br /&gt;
:1929 Heirat mit Anna Margarete Issel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Geburt der Kinder: Ulrich Ditzen *1930, von Zwillingstöchtern bleibt Lore (Mücke) am Leben *1933, sie stirbt 1951 an Sepsis in Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Achim Ditzen *1940. &lt;br /&gt;
:Ernst Rowohlt, damals Annoncenwerber und Journalist, wird auf ihn schon in den zwanziger Jahren aufmerksam und unterstützt ihn finanziell.&lt;br /&gt;
:1932 Welterfolg von „Kleiner Mann - was nun?“ mit 45 Auflagen und 20 Auslandsauflagen. In diesem Roman erzählt Hans Fallada, dass die Herzenswärme von Lämmchen und Pinneberg mit ihrem Sohn Murkel stärker ist als ihre Not und der Abstieg von Pinneberg zum hoffnungslosen Arbeitslosen. &lt;br /&gt;
:Von diesen Einnahmen kauft er sich für den damals unerhörten Preis von 11.700 Reichsmark im Juli 1933 in Carwitz die Büdnerei Nr.17, das Haus Wehrle, am Wege zum Bohnenwerder.&lt;br /&gt;
: Es war 1849 gebaut worden. „Der Verkäufer des Hauses Wehrle kam mit der Landwirtschaft und dem Versuch eines Cafes nicht zurecht. (18 S. 265)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 42.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD42 So soll Fallada das Haus 1933 übernommen haben. Die Partie zum See ist unrealistisch.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 43.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD43 So sah vor 1930 die „Fallada-Bucht“ mit Wehrle vom heutigen Hügel 16 aus]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hier lebte und arbeitete er zwischen 1933 und 1944. Nach der Trennung von Mummi, seiner ersten Frau, lebte er mit seiner zweiten Frau, Ursula Losch, in Feldberg bis Anfang 1946.&lt;br /&gt;
:In Carwitz zog er sich nach Drangsalierungen durch das nationalsozialistische Regime in die „innere Emigration“ zurück. Er konnte sich nicht entschließen Nazideutschland zu verlassen. &lt;br /&gt;
:Trotzdem hatte er eine glückliche, produktive Zeit. &lt;br /&gt;
:In diesen Jahren entstanden 17 Romane, u.a. „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ (1934), „Wir hatten mal ein Kind“ (1934), „Wolf unter Wölfen“ (1937), „Der eiserne Gustav“ (1938), „Damals bei uns daheim“ (1941), „Heute bei uns zu Haus“ (1943). Letzteres beschreibt mit erzählerischer Freiheit sehr amüsant die Jahre mit seiner Familie in Carwitz. Neben Unterhaltungsromanen schreibt er mit großer Fabulierkunst auch heute noch lesenswerte Kinderbücher, „Geschichten aus der Murkelei“ (1938), „Fridolin der freche Dachs“ (1944).&lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zu den Dorfbewohnern ist meist getrübt: „... was man aus Neid, Hass und Übelwollen heute auszuhalten hat, wenn man wie ich auf dem Präsentierteller sitzt und weit und breit kein Mensch ähnlicher Denkungs- und Arbeitsart ...“ (15)&lt;br /&gt;
:Alkoholismus, Drogenabhängigkeit führen zum Zerwürfnis mit Mummi und es kommt zum Gebrauch einer Schusswaffe. Daraufhin erfolgt die Zwangseinweisung in die Landesnervenheilanstalt Alt-Strelitz. Hier schreibt er „Der Trinker“ auf bereits bedrucktem Papier zwischen den Zeilen auf. &lt;br /&gt;
:Die Erzählung seiner eigenen Problematik wird erst posthum 1950 veröffentlicht. &lt;br /&gt;
:Danach fortbestehende Dogenabhängigkeit gemeinsam mit seiner 2. Frau Ursula Losch in Feldberg, wo er auch das Ende des 2. Weltkrieges erlebt. &lt;br /&gt;
:Kurzzeitig wird er von den Sowjets als Bürgermeister von Feldberg eingesetzt.&lt;br /&gt;
:Mit Unterstützung von Johannes R. Becher siedelt er nach Berlin-Niederschönhausen über. &lt;br /&gt;
:Von ihm bekommt er Unterlagen zum Ehepaar Elise und Otto Hampel. Ende 1946 schreibt er über den isolierten Widerstand dieses Ehepaars zur Diktatur des Nationalsozialismus seinen letzten Roman in knapp 4 Wochen: „Jeder stirbt für sich allein“. &lt;br /&gt;
:Fallada stirbt am 5. Februar 1947. 1981 wird die Urne Hans Falladas vom Park-Friedhof Berlin-Pankow zur Grab- und Gedenkstätte auf dem alten Dorffriedhof in Carwitz überführt. Auch seine Suse, seine Tochter Mücke und seine Mutter sind hier begraben.&lt;br /&gt;
:Der DEFA-Spielfilm „Fallada – Letztes Kapitel“ (Regie: Roland Gräf, 1988) wurde zu großen Teilen in Carwitz gedreht.&lt;br /&gt;
:1965 kaufte der Berliner Kinderbuchverlag, damaliger Leiter Günther Schmidt, von Anna Ditzen das Grundstück. Sie konnte das große Gehöft allein nicht mehr bewirtschaften. &lt;br /&gt;
:Damit war Anna Ditzen die Sorge genommen, dass ein völlig „Fremder“ das Haus übernehmen und das „Früher“ auslöschen könne. Vermittler waren Ruth Werner und Fred Rodrian, (15, S.65)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch wollte die Treuhand 1992 das Grundstück an Privatleute verkaufen. Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass das verhindert werden konnte. &lt;br /&gt;
:Die Hans-Fallada-Gesellschaft betreibt im Haus und auf dem gesamten Anwesen ein lebendiges Museum, das von der Bundesregierung als „Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung“ zertifiziert ist.&lt;br /&gt;
:Das Arbeitszimmer von Hans Fallada ist mit originalem Mobiliar wiederhergestellt worden. Auch in der Veranda, dem Esszimmer – beides in originaler Ausstattung – und im Raum “Hans Fallada. Leben und Werk“ kann man hautnah sein facettenreiches und umfangreiches Leben bestaunen, wie verschlungen und ambivalent seine Biografie ist. &lt;br /&gt;
:Das 15.000 m² große Anwesen am Carwitz See ist wunderbar angelegt, das Dreieckbeet ist original bepflanzt, das Bienenhaus denkmalgerecht saniert, das Bootshaus originalgetreu nachgebaut, seine Streuobstwiese und die „Sitzecke am Seeufer“ können gefühlsmäßig nachempfunden werden. &lt;br /&gt;
:Fallada war auch ein versierter Landwirt.&lt;br /&gt;
:2000 wurden die Räumlichkeiten der „Scheune“ auf dem Fallada-Hof übergeben. Die Sanierung lief seit 1996.   &lt;br /&gt;
:Allein für die Scheune wurden 1 Mill. DM investiert. Der große Raum wird ganzjährig für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. &lt;br /&gt;
:Hier kann man auch fundierte Sonderausstellungen im Scheunensaal erleben.&lt;br /&gt;
:Jährlich finden die Hans Fallada Tage jeweils am Wochenende vor oder nach seinem Geburtstag am 21. Juli statt. &lt;br /&gt;
:Dazu gehört auch die sommerliche Veranstaltungsreihe an jeden zweiten Freitag um 20:00 Uhr “freitags bei Fallada“ mit Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen oder Filmvorführungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Fallada Heute&lt;br /&gt;
:1. Hans-Fallada-Museum in Carwitz 17258 Feldberger Seenlandschaft Ortsteil Carwitz Zum Bohnenwerder 2, Tel.: 039832 20359 – museum@fallada.de&lt;br /&gt;
:2. Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. - hfg@fallada.de, gegründet 1991 &lt;br /&gt;
:3. Literaturzentrum Neubrandenburg mit dem Fallada-Archiv.&lt;br /&gt;
:4.  Hans-Fallada-Klub in Neustrelitz, gegründet 1973 als „Club der Intelligenz“ im Kulturbund der DDR. Heute: info@hans-fallada-klub.de Website: www.hans-fallada-klub.de &lt;br /&gt;
:5.  Verein Pommersche Literatur-Gesellschaft e. V. ist 2000 hervorgegangen aus dem 1991 gegründeten Hans-Fallada-Verein Greifswald. Er hat seinen Sitz im Geburtshaus von Hans Fallada.&lt;br /&gt;
:6. Hans-Fallada-Schule Feldberg erhielt ihren Namen 1976. Beachtet werden sowohl seine  erzählerischen Leistungen als auch sein psychopathisches Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In einem Artikel “Zwei Gesellschaften und viele Wahrheiten“ (7.12.2005) schreibt Frank Pergande: “Es vergingen 30 Jahre bis die DDR den Versuch unternahm, Fallada postum zu vereinnahmen.“ &lt;br /&gt;
:Der damals in Neubrandenburg lebende Literaturwissenschaftler Tom Crepon war bei Recherchen für eine Fallada-Biografie auf Falladas Nachlass gestoßen – im Keller einer Braunschweiger Fleischerei. &lt;br /&gt;
:1978 wurde der Nachlass von der Akademie der Künste der DDR gekauft und zwei Jahre später nach Feldberg gebracht. &lt;br /&gt;
:Im selben Jahr erschien Crepons Biografie “Leben und Tode des Hans Fallada“. &lt;br /&gt;
:1983 erschien eine weitere Biografie, von Werner Liersch unter dem Titel “Fallada. Sein großes kleines Leben“. &lt;br /&gt;
:Weitere Informationen gibt es in den Artikeln der genannten Autoren, von der damaligen Archivarin des Fallada-Archivs Sabine Lange und auch von Heide Hampel mit Streitereien zur Stasi und zum Fallada-Nachlass in Feldberg, in Carwitz und dem Literaturzentrum Neubrandenburg. &lt;br /&gt;
:Heide Hampel baute das Hans-Fallada-Archiv in Feldberg/Meckl. auf und trug u. a. Sammlung und Nachlass der Schriftstellerin Brigitte Reimann zusammen.&lt;br /&gt;
:Klaus-Jürgen Neumärker schrieb u. a. anhand der Krankengeschichte: „Der andere Fallada“. Darin schildert er die „Psychopathie“ von Fallada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==10.Ruth Werner (* 15. Mai 1907 in Friedenau † 7. Juli 2000 in Berlin)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ist seit 1958 der Schriftstellername von Ursula Beurton, zuvor Ursula Hamburger, geboren als Ursula Maria Kuczynski. Sie war eine deutsche Schriftstellerin und Agentin des  russischen Militärnachrichtendienstes GRU der Roten Armee (Deckname „Sonja“), der späteren Sowjetarmee. Ihr älterer Bruder war Wirtschaftswissenschaftler, Prof. Jürgen Kuczynski. Andere Schwestern lebten nach 1933 großbürgerlich in England.&lt;br /&gt;
:1953 war Ruth Werner mit Len Beurton, ihrem Mann, das erste Mal nach Carwitz gekommen.&lt;br /&gt;
:Bereits in jungen Jahren wurde sie Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland. Sie blieb der Vision einer sozialistisch-kommunistischen klassenlosen menschlichen Gesellschaft treu bis zu ihrem Tode. &lt;br /&gt;
:Wie weit sie die Verbrechen der stalinistischen und anderer sozialistischer Staaten kannte und beurteilte bzw. verurteilte ist mir nicht bekannt. &lt;br /&gt;
:Ihre Autobiografie unter dem Titel „Sonjas Rapport“ erschien erstmalig 1977. Darin schildert sie grundsätzlich, aber unvollständig, ihre Agententätigkeit.&lt;br /&gt;
:Ben Macintyre schrieb eine erschütternde Biografie (2022 Insel Verlag Berlin) &lt;br /&gt;
:„Agent Sonja - Kommunistin, Mutter, Topspionin | Vom unglaublichen, aber wahren Leben der Spionin Ursula Kuczynski (alias Ruth Werner), die den Lauf der Weltgeschichte veränderte“&lt;br /&gt;
:Er schildert aufgrund neuer Informationen den dramatischen und fast selbstmörderischen Lebenslauf. Insbesondere wird diese Spannung zwischen Spionin und Ehefrau mit wechselnden Männern sowie ihren Kindern sehr ausführlich dargestellt, teilweise kann es einem schaudern. &lt;br /&gt;
:Man muss für die in dieser Zeit lebenden, denkenden und handelnden Menschen immer wieder „die Vision“ des Kommunismus bedenken. Mit ihr erklärt sich nicht nur die spätere Machtpolitik des sogenannten sozialistischen Weltsystems, sondern auch von Anfang an die unmenschlichen verbrecherischen Handlungen. :Diese Vision wird heute als Illusion beurteilt, sowohl politisch gesellschaftlich als auch wissenschaftlich philosophisch. &lt;br /&gt;
:Die neue Biografie soll mit ihrem heute in Carwitz lebenden Sohn, Peter Beurton, abgesprochen worden sein. (Beide Biografien stehen in Carwitz-Bibliothek, Kate 1.)&lt;br /&gt;
:Hierzu einige Daten, die das Interesse am Leben von Ruth Werner bis zu ihrer Übersiedlung in die DDR wecken können.&lt;br /&gt;
:Mit ihrem ersten Ehemann, dem deutschen Architekten Rudolf Hamburger, ging sie als 23-Jährige nach Schanghai. &lt;br /&gt;
:Dort wurde, trotz der Weltwirtschaftskrise, zu dieser Zeit stark gebaut. Sie lernte den im deutschen Botschaftsdienst tätigen Richard Sorge kennen und lieben. &lt;br /&gt;
:Er nutzt sie als Informantin und empfiehlt sie der militärischen Aufklärung der Roten Armee. &lt;br /&gt;
:Ursula Hamburger wird von 1933 bis 1934 in Moskau ausgebildet. &lt;br /&gt;
:Für ihre Tätigkeit in China erhielt sie &#039;&#039;&#039;1937 (!)&#039;&#039;&#039; den Rotbannerorden in Moskau. &lt;br /&gt;
:1938 flüchtete Ruth Werner mit ihrem Ehemann in die Schweiz. Dort lernte sie den englischen Spanienkämpfer Len Beurton kennen. &lt;br /&gt;
:Für ihn war es nach seinen Schilderungen Liebe auf den ersten Blick. Sie schilderte es als Pflicht zur Tarnung. &lt;br /&gt;
:Beide wurden dann nach England beordert. In der Schweiz und in England baute sie ein Informationsnetz für Moskau auf. &lt;br /&gt;
:1943 landet sie ihren größten Coup: Sie übermittelt während des Krieges Unterlagen des deutsch-britischen Kernphysiker und sowjetischen Atom-Spions Klaus Fuchs (1911-1988), also das britisch-amerikanische Atomgeheimnis, an die Sowjets. &lt;br /&gt;
:Daher war Stalin nicht überrascht, als er 1945 in Potsdam über die Explosion der ersten Atombombe in Japan informiert wurde.&lt;br /&gt;
:1949 flüchtete das Ehepaar Beurton nach der Enttarnung von Klaus Fuchs in die DDR. &lt;br /&gt;
:Nach zwanzig Jahren unentdeckter Geheimdienstarbeit scheidet sie 1950 auf eigenen Wunsch als Oberst der Roten Armee aus. &lt;br /&gt;
:Sie gilt als eine der erfolgreichsten sowjetischen Kundschafterinnen.&lt;br /&gt;
;16 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie war dann sechs Jahre im Staatsdienst der DDR beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Als Autorin, Ruth Werner, trat sie zunächst mit der Publikation von Kinderbüchern auf. &lt;br /&gt;
:Ihre bekanntesten Bücher sind &amp;quot;Muhme Mele&amp;quot;, &amp;quot;Olga Benario&amp;quot; und &amp;quot;Sonjas Rapport&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Ihr Sohn soll erst 1977 durch ihre Autobiografie „Sonjas Rapport“ von ihrem Doppelleben erfahren haben. &lt;br /&gt;
:Immerhin hatte das GRU die Veröffentlichung genehmigt.&lt;br /&gt;
:Werner Liersch schreibt (15/S.65): „Ruth Werner war eine der spektakulären Personen des 20. Jahrhunderts und sie war von äußerster Bescheidenheit, Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe. Sie war eine kommunistische Idealistin. Die Frauen (Anna Ditzen) verstanden sich.“  &lt;br /&gt;
:In den Wintermonaten wohnt sie anfangs manchmal in einer der beheizbaren Dachmansarden bei Anna im Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Im Sommer hat sie Adressen von Hütten im Dorf.17 In den 70er Jahren bekommt sie von der Stasi vermittelt eine kleine Hütte auf der zum See abfallenden :Wiese hinter dem Fallada-Haus unter den alten Obstbäumen. Sie schreibt in Falladas Garten: „An die hundert Seiten, Sonjas Rapport’ gehören zu seiner Wiese, mit dem Blick auf den Carwitzer See, hundert Seiten auf dem winzigen Rasenfleck vor dem Gemüse- und Blumengarten der Ursula Barthels mit Blick über den Dreetz, der wie ein Bergsee ins Tal gebettet liegt.“ &lt;br /&gt;
:Sie müht sich, dass das Dorf, die Landschaft und der alte Friedhof ihr Gesicht erhalten können.  &lt;br /&gt;
:Die Atheistin Ruth Werner gibt Geld für die Kirche. &lt;br /&gt;
:„Sie (Karl Gossow und Wolfgang Steinitz) retteten gemeinsam mit dem kunst- und naturverständigen Weimarer Architekten Professor Engelberger die liebliche Halbinsel Bohnenwerder vor einer geplanten Bungalowsiedlung.“ &lt;br /&gt;
:Sie erinnert sich an Kurt und Jeane Stern, die nach Carwitz kommen. Sie sind Spanienkämpfer wie Len, und Autoren berühmter Filme wie „Das geteilte Dorf“ und „Stärker als die Nacht“. Sie sind treue und nahe Freunde von Anna Seghers über 50 Jahre. &lt;br /&gt;
:Ruth Werner hinterlässt den bis heute nicht eingelösten Satz: „Sollten nicht auch diese Jahre, diese Namen in die Annalen des Fallada-Hauses mit eingehen?“. &lt;br /&gt;
:Bei der Beisetzung ihrer Urne im Juli 2000 auf dem Friedhof Berlin Baumschulenweg sprach ein Gesandter der Russischen Föderation als Trauerredner. &lt;br /&gt;
:Sie war Oberst der Roten Armee.&lt;br /&gt;
:In Carwitz, wurde seit 2010 die Erinnerung an sie mit einer Ausstellung von einem Verein unter Ingrid Becker wachgehalten. Er löste sich 2023 auf. &lt;br /&gt;
:Die in Neustrelitz ansässige Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt unterstützt die Digitalisierung der vorhandenen Materialien. Darin geht es um das Weltbild Ruth Werners, ihre Tätigkeit im Nachrichtendienst, ihr Leben in der BRD, DDR und im vereinten Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==12.    Bankräuberpaar lebte unauffällig==&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Berliner Zeitung 2. März 2013 &amp;quot;Das Doppelleben der Postbank-Räuber M. Wittge O. Kröning&amp;quot;:  &lt;br /&gt;
:Die Brüder Frank und Ralf L. überfielen insgesamt 18 Postbanken. Ihr Motiv: Spiel- und Drogensucht.&lt;br /&gt;
:Im Sommer, wenn die Urlauber kamen, florierte ihr Landgasthof in Mecklenburg. Dann führten Frank (52) und Ralf L. (49) ein braves Wirts-Leben. &lt;br /&gt;
:Im Winter zog es die Brüder oft in ihre alte Heimat, nach Berlin. Dann überfielen sie Banken, verspielten das Geld, nahmen Drogen. &lt;br /&gt;
:Beim 19. Überfall war das SEK schneller am Bankschalter als die Postbank-Räuber!&lt;br /&gt;
:Der Pastor-Niemöller-Platz in Niederschönhausen, gegen 18.40 Uhr: Die Postbankfiliale hat bereits seit 40 Minuten geschlossen. Die Angestellten und der Filialleiter sind noch in der Bank, erledigen vor dem Feierabend noch letzte Büroarbeiten, bevor sie durch den Hintereingang nach Hause verschwinden wollen. Dort lauern die beiden Bankräuber, bewaffnet mit Messer und Pistole. Mit Fahrrädern waren die Brüder zu der Pankower Bank geradelt. &lt;br /&gt;
:Was Frank und Ralf L. nicht ahnen. Auch sie werden beobachtet, von Zivilpolizisten, und das schon seit zwei Monaten. &lt;br /&gt;
:Fünf Minuten später folgt der Zugriff: SEK-Beamte stürmen aus ihren Verstecken, überwältigen die völlig überraschten Täter und bringen sie zum Landeskriminalamt. &lt;br /&gt;
:„Bei der Vernehmung gestanden die Brüder, insgesamt 15 Banküberfälle in Berlin und drei im Land Brandenburg verübt zu haben“. Von dem Geld soll nach ihren Aussagen nichts mehr übrig sein. Sie sollen es bei Sportwetten verspielt und in Kokain investiert haben. &lt;br /&gt;
:Teilweise zeigten Frank und Ralf L. bei den Überfällen außergewöhnlichen Erfindungsreichtum: So verkleideten sich die Brüder bei einem Bankraub im Januar 2010 in Neukölln zur Tarnung als Reinigungskräfte, die von der Rückseite des Gebäudes rote Farbschmierereien entfernen wollten. &lt;br /&gt;
:Sie hatten das Gebäude selbst mit Farbe beschmiert. Bei einem Überfall im Dezember an der Oranienburger Straße verkleidete sich das Räuber-Duo als Handwerker, klingelte an der Postbank. &lt;br /&gt;
:Die Eltern von Frank und Ralf L., die den Söhnen bei der Bewirtschaftung des Gasthofes in der Feldberger Seenlandschaft halfen, können noch gar nicht glauben, dass ihre Söhne gefährliche Serienbankräuber sein sollen. „Ich habe davon nichts geahnt“, sagt die Mutter. „Es ist so furchtbar, sie sind Freitag nach Berlin gefahren.“ Ralf L. hatte am Abend angerufen. „Er sagte uns, dass sie bei der Polizei sind und wir uns keine Sorgen machen müssten“, erzählt der Vater. „Er meinte noch, dass alles gut werden würde.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seitdem ist „Der Krog“ als Gaststätte geschlossen. Gelegentlich gibt es Ausstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==13. Infrastruktur, Elektrizität, Wasser, Abwasser==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Elektrifiziert wurde Carwitz ca. 1902/03 nach der Erzählung von Paul Utnehmer (Frau Christa Schönfeld). Einige Straßenlampen gab es auch schon vor dem zweiten Weltkrieg. Sie wurden per Handschalter an einem Lampenmast gegenüber dem Friedhof bei Einbruch der Dunkelheit eingeschaltet und 23 Uhr ausgeschaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Stadtvertretung der Stadt Feldberg beschloss in ihrer Sitzung am 22.4.1999 eine Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“&lt;br /&gt;
:Darin heißt es u. a. (auszugsweise): &lt;br /&gt;
:„Im nachfolgend näher bezeichneten Gebiet liegen städtebauliche Missstände vor. Das insgesamt ca. 20 ha umfassende Gebiet (...) erhält die Bezeichnung Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 44.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD44 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Sanierungsgebiet umfasst alle Grundstücke (...) innerhalb der im Lageplan (...) durch eine schwarz gestrichelte Linie gekennzeichneten (...) abgegrenzten Fläche.&lt;br /&gt;
:Es können sowohl städtische Maßnahmen im Bereich Hoch- und Tiefbau, als auch private Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden durch Ausreichung eines Zuschusses oder Darlehns gefördert werden.“&lt;br /&gt;
:Die intensive Sanierung von Carwitz erfolgte einschließlich der vorausgehenden Maßnahmen von 1992-2007. Aber ab Anfang der 80er Jahre versorgte bereits eine zentrale Wasserleitung von einem Wasserwerk oberhalb des „Schappwaschs“ (Schafwäsche) am Dreetz alle Gehöfte und Ferienhäuser. Die Einzelbrunnen wurden verfüllt oder nicht mehr gepflegt.&lt;br /&gt;
:Eine allgemeine Abwasseranlage mit Anschlusspflicht für alle Bewohner wurde 1997/99 gebaut. Bis dahin wurden die Klärkammern jedes Gehöftes und der Ferienhäuser für Schmutzwasser regelmäßig von Spezialautos abgepumpt und zentral entsorgt. Dazu gibt es die Berichte, dass aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit die Entsorgungsfahrzeuge ihren Abwasserschlamm in Seen oder im Wald abkippten.&lt;br /&gt;
:Damals war Lutz Teichfischer Bürgermeister von Feldberg. Für Interessenten liegt in Kate 1 ein Heft von 60 Seiten: “CARWITZ Abschlussdokumentation der Sanierung“. Die Gesamtkosten betrugen 2.894.920 €, davon entfielen 1.340.880 € auf die Dorfstraße, die Wege und Plätze, sowie 210.980 € auf die Modernisierung und Instandsetzung von privaten Gebäuden. &lt;br /&gt;
:Ich erinnere mich, dass aus historischen Gründen die Dorfstraße mit Kopfsteinpflastern von Spezialkräften aus Portugal durchgeführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 45.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD45 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 47a.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD46 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 48.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD47 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+5&#039;&#039;&#039; Blicke auf Carwitz beim Rundflug 2008 (Wer hat die Bildrechte?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==14. Dorfkirche, Pfarrhof, Friedhöfe==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Mittelalter war Carwitz selbstständige Pfarre des Bistums Brandenburg. &lt;br /&gt;
:1534 gehörten dazu die Kapellen in Feldberg, Laeven und Hinrichshagen (Lüttenhagen). &lt;br /&gt;
:Im 30-jährigen Krieg ging die Pfarre ein und die Parochie wurde von Triepkendorf aus verwaltet. &lt;br /&gt;
:1706 entstand am Anger die Dorfkirche als rechteckiger Fachwerkbau mit einem freistehenden Glockenturm vor dem Westgiebel.&lt;br /&gt;
;18&lt;br /&gt;
:1740 wurde Carwitz wieder Pfarrsitz. Eingepfarrt wurden dorthin Feldberg, Conow, Weitendorf, Wittenhagen, Försterei Laeven und Neuhof. &lt;br /&gt;
:Der „Küstersteig“ zweigt von der Bahnhofstrasse in Feldberg ab und führt entlang der Wiesen zum Schmalen Luzin, er war also der Weg, auf dem Pfarrer und Küster aus Carwitz nach Feldberg zum Gottesdienst gingen und zurück. &lt;br /&gt;
:Seit 1815 war Feldberg „Flecken“ und erhielt erst 1919 das Stadtrecht. &lt;br /&gt;
:1857 wurde die Pfarre trotz stärkster Proteste der Carwitzer nach Feldberg gelegt, dafür durften im Gegensatz zu den anderen Dörfern die Carwitzer weiterhin ihre Kinder in ihrer eigenen Kirche konfirmieren. &lt;br /&gt;
:Auf dem uralten Kirchhof befindet sich ein offener Glockenstuhl mit zwei Gussstahlglocken. Diese wurden in Bochum gegossen und kamen um 1920 nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Die vorherigen beiden Bronzeglocken mussten während des ersten Weltkrieges für die Verarbeitung zu Munition abgeliefert werden. &lt;br /&gt;
:Bei diesen Bronzeglocken handelte es sich um eine kleinere mittelalterliche Glocke und eine große Glocke von 1859, welche ein Geschenk des Großherzogs Georg war.&lt;br /&gt;
:Dem ursprünglichen Friedhof an der Kirche folgte im 19. Jahrhundert der heute aufgelassene Friedhof mit dem Fallada-Gedenk-Grab. &lt;br /&gt;
:Im 2. Weltkrieg wurde dort noch beerdigt, siehe Grab eines russischen Hilfsarbeiters in der rechten Ecke zum Luzin. &lt;br /&gt;
:Der heutige Friedhof am Kreisel wurde nach dem 2. Weltkrieg eingerichtet. &lt;br /&gt;
:Er ist aus Gründen mangelnden Unterhalts heute nicht mehr allgemein belegbar, außer vorgemerkt mit jährlichen Gebühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 49.jpg|800px|zentriert|thumb| CD49]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 50.jpg|800px|zentriert|thumb| CD50 vor 1906]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 51.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD51 Die jetzige Kirche ist ein rechteckiger Fachwerkbau, eingeweiht 1706. Der hölzerne Westturm mit Spitzhelm wurde 1912 wegen Baufälligkeit abgerissen.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD52 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52a.jpg|800px|zentriert|thumb| CD53 Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut.  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Innern der rechteckigen Saalkirche befinden sich an drei Seiten Emporen. Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut. &lt;br /&gt;
:Die beiden Altarflügel (um 1500) zeigen rechts oben Maria und Sankt Elisabeth, unten Sankt Matthias und Sankt Bartholomäus. &lt;br /&gt;
:Auf dem linken Flügel sind oben Sankt Jakobus und Sankt Andreas, unten Sankt Agnes und Sankt Petrus dargestellt. &lt;br /&gt;
:Die beiden auf den Flügeln stehenden Schnitzfiguren zeigen Maria mit dem Christuskind (links) und Sankt Johannes (rechts) sowie auf den Rückseiten eine Verkündigungsszene. &lt;br /&gt;
:Die dritte Schnitzfigur im Altarraum an der Wand links stellt Sankt Valentin dar und stammt ebenso wie das Kruzifix aus der Zeit um 1500.&lt;br /&gt;
;Erna Morach, Christa Schönfeld  und Otto Schulz erzählten: &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg bekam der Pfarrer jedes Jahr den „Obsterwangs“ (von ihr so ausgesprochen). Das war der große  Kirchenzehnte, ein Rest der Feudalsteuer. &lt;br /&gt;
:Die Bauern gaben ihm 10 Zentner Roggen oder mehr, die sie gleich in die Mühle nach Feldberg bringen mussten. &lt;br /&gt;
:Der Pastor bekam dann nur das Geld für den an den Müller verkauften Roggen. Wurst, Eier kamen noch hinzu. &lt;br /&gt;
:Die Namen der Pastoren sind ihnen nicht mehr erinnerlich. &lt;br /&gt;
:Noch in den 20er und 30er Jahren sammelte „de Glöckner“ Wilhelm Schmidt den Kirchenzehnten in Naturalien zu Ostern ein.&lt;br /&gt;
:In ihrer Kindheit läutete der Glöckner, Herr Schmidt, die kleine Kirchenglocke 3x täglich: bim-bim-bim Sommer 7:00 (Winter 8:00), 12:00, Sommer 18:00 (Winter 16:00).  &lt;br /&gt;
:Am Sonntag wurde von ihm die große Glocke 10:00 geläutet und wenn der Pfarrer kam, wurde auch die 2. große Glocke geläutet. &lt;br /&gt;
:Der Glöckner „trampelte“ dann auf den Blasebälgen der Orgel die Luft in die Pfeifen, die vom Lehrer gespielt wurden. &lt;br /&gt;
:„Wir Kinder sangen dazu“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Reste des alten Pfarrhofs an der Bushaltestelle wurden erst 1974 im Auftrag der Kirche vom Bauunternehmer Börner aus Feldberg abgerissen und in den Modder-Mücken-Teich am Hügel 16 vor unseren Katen 2/3 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Beim Umbau 1978 / 2000 wurde im Zuge der Dorfsanierung auch die Kirchhofsmauer aufwendig umgebaut. Das geschah in der jahrhundertealten Fertigungstechnik als sogenannte Trockenfeldsteinmauer. &lt;br /&gt;
:Trockenmauern bieten in ihren vielen Ritzen und Hohlräumen ein spezielles Kleinklima und wertvolle Ersatzlebensräume für Reptilien und Insekten. &lt;br /&gt;
:Durch Samenflug siedeln sich außerdem auf den Steinen und zwischen den Fugen vielfältige Arten von Moosen, Flechten und Pflanzen an, die zur Stabilität dieses Naturdenkmals entscheidend beitragen. &lt;br /&gt;
:Wegen der besonderen Sensibilität ihre Beschaffenheit ist eine derartige Mauer nicht geeignet, zu erklettern, zu begehen oder zu “besetzen“. Diese Mauer des Kirchenhofs sollte geschützt und damit erhalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+6&#039;&#039;&#039; sanierte Kirche Carwitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 54.jpg|630px|links|thumb| CD54 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 55.jpg|420px|rechts|thumb| CD55 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 56.jpg|550px|links|thumb| CD56 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 57.jpg|500px|rechts|thumb| CD57 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 58.jpg|800px|zentriert|thumb| CD58  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 59.jpg|800px|zentriert|thumb| CD59 2004/2005 wurden die Grundmauern und der Keller des Pfarrhofs wieder freigelegt. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==15. Mühle: „flügellos“==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 60.jpg|800px|zentriert|thumb| CD60 Die Holländer Mühle brannte am 07.03.1892 ab. Sie wurde danach wieder aufgebaut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 61.jpg|800px|zentriert|thumb| CD61 Carwitzer Windmühle ca. 1900 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+7&#039;&#039;&#039; Vor 1906 ??&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto Schulz erzählte sinngemäß: &lt;br /&gt;
:Letzter Mühlenbesitzer war Otto Schmidt. Nach der Kollektivierung wurde die Mühle der LPG unterstellt. Zum Schluss wurde mit elektrisch betriebenem Mahlwerk nur noch Futter für Schweine und Rinder der LPG (Tierproduktion) Dolgen geschrotet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 62.jpg|800px|zentriert|thumb| CD62 2009]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
      &lt;br /&gt;
:Seit 1998 bemüht sich der örtliche Mühlenverein um die Sanierung. Die Plattform war zeitweise wieder begehbar. So wurde sie vom Kunstladen Thomsdorf zeitweise auch als Verkaufsstelle genutzt. Die Mühlenflügel ohne Funktion würden Zehntausende € kosten. So oder so ist sie ein weithin sichtbarer Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 63.jpg|800px|zentriert|thumb| CD63 ca. 1970  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+8&#039;&#039;&#039; ? Ca 1970&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==16.    Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Nach dem Kriege wurde die aus Ostpreußen geflüchtete Schwester Selma Wehrmeister als 1. Gemeindeschwester in Carwitz sesshaft. &lt;br /&gt;
:Sie war sehr beliebt, da sie fachlich sehr gut war, energisch und vor allem immer sofort da war, wenn sie gerufen wurde. &lt;br /&gt;
:Sie war auch oft als Hebamme tätig, denn damals gab es bis Mitte der 50er Jahre nur Hausentbindungen. &lt;br /&gt;
:Sie wohnte bei Dreiseidel im jetzigen Haus von Familie Teifel und hatte ihre Gemeindeschwesternstube in der damaligen Schule (Fr. Deuß, Dorfstraße 74). :Dort wurde auch bis 1990 ein- bis zweimal die Woche Sprechstunde eines Feldberger Arztes abgehalten. &lt;br /&gt;
:Schwester Selma war nicht nur Gemeindeschwester für Carwitz, sondern auch für Laeven und für Wittenhagen bis 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==17.Bäckerei und Kaufmannsladen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, Erna Morach und Güldners erinnern sich: Bäckermeister Hermann Schulz gab altersbedingt Anfang der 60er Jahre die Bäckerei in Carwitz auf. &lt;br /&gt;
:Er war selbständiger Bäcker und Konditor. Das ehemalige Backhaus mit dem erhaltenen großen Backofen ist jetzt ein Ferienhaus auf dem Grundstück Dorfstr. ?19 Bäcker Schulz buk frühmorgens das Brot, die Brötchen und die Kuchen. &lt;br /&gt;
:Dann zog er ein- bis zweimal in der Woche mit dem Pferdewagen über die Nachbardörfer zum Verkauf.  &lt;br /&gt;
:Viele Dörfler buken damals ihr Brot noch selbst.&lt;br /&gt;
:So ist der Erdhügel gegenüber unserem Eingangstor in Carwitz der Rest des ehemaligen Backofens der Familie Schönfeld. &lt;br /&gt;
:Es wurde auch noch selbst gebuttert. Die Maibutter war die beste, da die Kühe jetzt wieder das frische Gras fressen konnten20. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben und trugen sie nach Hause. &lt;br /&gt;
:Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.  &lt;br /&gt;
:Ein Lebensmittelladen des Konsums wurde 1952, nach dem Weggang des Krögers Paul Utnehmer, in der Gaststätte links hinter dem Eingang eingerichtet. Später wurde für den Laden eine Baracke anstelle der abgerissenen Scheune links neben dem Krog gebaut. &lt;br /&gt;
:Und noch später wurde ein eigener Laden daneben gebaut, in dem es alles „für den täglichen Bedarf“ gab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur paradoxen völlig verfahrenen, weil ideologisch dogmatisch bestimmten Preispolitik der DDR einige Beispiele: &lt;br /&gt;
:Ich erlebte, wie eine Carwitzer Einwohnerin „das Übliche“ - zehn große Brote kaufte, die sie in einen dreckigen Sack warf. &lt;br /&gt;
:Die Verkäuferin klärt mich dann auf: Diese Brote sind nicht für die Gäste, sondern für die Hühner und Schweine bestimmt. &lt;br /&gt;
:Brot wird subventioniert, reines Korn, also das Futter für die Schweine ist viel teurer im Einkauf. &lt;br /&gt;
:LPG-Bäuerinnen hatten kein eigenes Korn mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Frische Lebensmittel wurden zur DDR-Zeit staatlich zu überhöhten Preisen aufgekauft, um sie in Westberlin frisch verkaufen zu können. Dazu gehörten zum Beispiel Spargel, Erdbeeren und auch Eier. Ein Teil dieser Waren kam aber auch in unseren Konsum zum Verkauf zurück und konnte nun für den persönlichen Bedarf in kleiner Menge zurückgekauft werden. Der Rückkauf war zum Teil nur die Hälfte vom vorher erfolgten Verkaufspreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Konsum wurde 1990 bald nach dem Umbruch und nach Klärung der Eigentumsverhältnisse abgerissen. Ein Doppelhaus steht jetzt dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==18. Fischerei==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erinnert sich: Herr Hagen holte sich nach dem Kriege die Fische vom Fischer Haase. &lt;br /&gt;
:Er (Herr Hagen) wohnte im letzten Haus links am Weg nach Hullerbusch, Dorfstr. 67. &lt;br /&gt;
:Der Fischer wohnte im ersten Haus an der breiten Bucht. Hagen fuhr die Fische, anfangs mit dem Fahrrad, später mit seinem Pferdewagen zum Verkauf über die benachbarten Dörfer. Später übernahm sein Sohn Ernst Hagen dieselbe Tätigkeit von seinem Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„In Carwitz produzierte die Binnenfischerei 60 t Forellen.“&lt;br /&gt;
;21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Seenlandschaft wurde durch die wirtschaftliche Entwicklung massiv belastet: Abwasser der Molkerei in Feldberg, ungenügende Abwasserklärung der Stadt Feldberg und der umliegenden Dörfer, Mosterei in Carwitz, chem. Pflanzenschutzmittel und Düngung insbesondere mit Flugzeugen. &lt;br /&gt;
:Die Problematik wurde in den 70er und 80er Jahren wohl erkannt, aber die entgegenwirkenden Maßnahmen konnten aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten und ideologischer Schranken nur halbherzig sein.&lt;br /&gt;
:Erfreulich, dass sich nach der Wende in den 90er Jahren vieles veränderte. Die sich von Jahr zu Jahr verbessernden Seen haben fast alte Klarheit zurückgewonnen.&lt;br /&gt;
;22 &lt;br /&gt;
;Gleiche Autoren berichten: „Es wäre schon vorgekommen, dass die Fischer Bleie (Brachsen, Brassen) von 60 bis 80 cm mit 6-7 kg gefangen hätten“. (18 / S.29 u. 266)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fischermeister Bruno Haase erzählte, dass zu dieser Zeit von ihm im Carwitzer See, im Zansen und im Dreetz immerhin pro Jahr noch eine Tonne amerikanischer Flusskrebse gefangen wurde. &lt;br /&gt;
:1959 erreichte der Bisam die Feldberger Gewässer, jedenfalls gibt es aus dieser Zeit erste verlässliche Berichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==19. Schmiede==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Es gab bis in die Nachkriegsjahre 2 Schmieden. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+9&#039;&#039;&#039;  1. vom Kreisel kommend das erste Haus links, Dorftsr. 5, daneben das kleinere Haus war die ehemalige Schmiede gewesen. &lt;br /&gt;
:2. gegenüber dem alten Friedhof, Dorfstr. 40, die Schmiede von Friedrich Rechlin, die später von Kavemann übernommen wurde.&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+10&#039;&#039;&#039;  Standort Schmiede am Friedhof ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==20. Verkehr==&lt;br /&gt;
:1789, so wird berichtet, erreichte die Post zweimal in der Woche Feldberg. &lt;br /&gt;
:Die „Fahrpost“ von Neustrelitz (durch den Serrahner Forst) über Goldenbaum, Grünow, Dolgen, Weitendorf (alte Poststraße) nach Feldberg existierte von 1821 bis zum 21. 12. 1910. An diesem Tag erreichte die Eisenbahn, die „Friedrich-Wilhelm-Bahn“, das erste Mal öffentlich Feldberg. &lt;br /&gt;
:„Erst 1875 konnte der wichtige Straßenanschluss Feldbergs an die Chaussee Neustrelitz-Woldegk bei Möllenbeck fertiggestellt werden.“ (18)&lt;br /&gt;
:Die letzte Sonderfahrt der Bahn war am 21.Dezember 2000 zum 90-jährigen Streckenjubiläum. &lt;br /&gt;
:Der Personennahverkehr war bereits zum 27. Mai 2000 abgestellt worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu Fuß oder mit der Pferde-Kutsche ging es von Carwitz nach Feldberg zum Amt oder zum Bahnhof. &lt;br /&gt;
:Die Feldberger Seenkette bildete eine Barriere von Lichtenberg bis Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:So soll Blücher mit seiner Armee entlang dem Nordufer des Breiten Luzin 1806 vor den Franzosen geflohen sein. Der Erddamm durch den Schmalen Luzin wurde erst 1847 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 64 c.jpg|800px|zentriert|thumb| CD64 An der Bäk-Brücke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Brücke über „de Bäk“ in Carwitz hatte nur Bedeutung für die Verbindung zwischen Wittenhagen und Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Schulbus fuhr bald nach Schließung der Dorfschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 65.jpg|530px|links|thumb| CD65 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 66.jpg|500px|rechts|thumb| CD66 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Die ersten Autobesitzer vor dem 2. Weltkrieg waren Hans Fallada, Kratochwil und der Müller Schmidt. &lt;br /&gt;
:Fallada hatte vorher eine Pferdekutsche. Mit ihr hatte er seine Probleme, wie er in „Heute bei uns zu Haus“ lebhaft schildert. &lt;br /&gt;
:Der Teil der Dorfstraße vom Krog bis zum Kirchhof wurde ca. 1928/29 gepflastert. &lt;br /&gt;
:Die Straße von Feldberg und die gesamte Dorfstraße wurde erst Anfang der 70er Jahre befestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 67a.jpg|thumb|600px|center|DC67 Dorfstraße vor der Sanierung, rechts das Haus von Otto Schulz vor der Bäk. Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 68.jpg|thumb|600px|center|DC68 Dorfstraße nach der Sanierung - Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+12&#039;&#039;&#039; Auch die Zufahrt von Feldberg/Neuhof wurde komplett neu asphaltiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 69.jpg|thumb|600px|center|DC69 Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
:Eine alte unbefestigte Fahrstraße führte durch den Wald von Wokuhl über Hasselförde, Triepkendorf, Laeven. &lt;br /&gt;
:Sie ist auch heute noch befahrbar und war nach dem katastrophalen Wintereinbruch 1978/79 für einige Tage die einzig befahrbare Straße von Neustrelitz nach Carwitz und Feldberg. &lt;br /&gt;
:Möllenbeck - Feldberg war wegen Schneeverwehungen unpassierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==21. Wald und Naturschutz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+13&#039;&#039;&#039; Von 1972 bis 2001 war Klaus Borrmann Leiter des Forstamt Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Er hat mehr als 200 kleinere und größere Abhandlungen, Aufsätze in Fachzeitschriften und Heimatbroschüren zur Natur und Geschichte der Feldberger Region veröffentlicht. In der zweibändigen Darstellung Mecklenburg-Strelitz – Geschichte einer Region (2000 und 2002) hat er die rund 300-jährige Forst- und Jagdgeschichte des Großherzogtums dargestellt.  Und in „Lüttenhäger Oberförster“ 2001 würdigt er seine Amtsvorgänger und verbeugt sich vor ihren Leistungen für die Wälder der Feldberger Seenlandschaft. Borrmann ist auch Vater des 1999 eröffneten Lüttenhagener Waldmuseums „Lütt Holthus“, das vor allem jungen Besuchern „Natur zum Anfassen“ bietet.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Der ursprüngliche Wald war vor 1000 Jahren ein Buchen-Eichen-Mischwald. &lt;br /&gt;
:Darin eingestreut lagen die, durch friedliche Einwanderung in den Jahrhunderten nach der Völkerwanderung entstandenen, slawischen Rund-Dörfer. &lt;br /&gt;
:Mit der Osterweiterung des Deutschen Kaiserreiches kamen später deutsche Siedler dazu. Es wurden Reihen-Dörfer gegründet. &lt;br /&gt;
:Jede Familie hatte im Mittelalter eine Hufe Land von ca. 7-8 ha mit Nutzung der Allmende, des Allgemein-Eigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der 30-jährige Krieg ließ auch in der Feldberger Seenlandschaft ein fast menschenleeres Land zurück. Viele Dörfer waren wüst, so Hanau am Schmalen Luzin vor dem Hullerbusch und Krüselin. Viele Dörfer wurden im wahrsten Sinne dezimiert. &lt;br /&gt;
:Der Wald drang in wenigen Jahrzehnten auf diesen Flächen vor. Das Land erholte sich nur sehr langsam. &lt;br /&gt;
:Nach 1700 beschleunigte sich die wirtschaftliche Entwicklung. &lt;br /&gt;
:Der enorme Holzbedarf der Glashütten, Köhlereien, Teeröfen, -schwelereien und die Bautätigkeit entwaldete erneut die Region. &lt;br /&gt;
:Gegenmaßnahme waren seit Ende des 18. und im 19. Jahrhundert gezielte, organisierte Aufforstungen insbesondere mit Kiefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Anweisung des Herzogs Adolf Friedrich im Jahre 1783 an den Förster Schwarz  in Carwitz zur sparsamen Holzverwendung (1/S.35 ): &lt;br /&gt;
:„Wann wir gnädigst resolviret, dass von nun an alles Klafter-Holz ohne Ausnahme in jeder unserer Forsten, es sey zum Behuf der Glashütten, zur Köhlerei, Ziegeleien, Kalköfen, zur häuslichen Feuerung oder Deputat-Brennholze, wie auch alles Pfahlholz ohne alle Einwendung und Wiederrede, nicht wie bisher geschehen mit der Axt, sondern mit der Säge gekürzt werden soll, außer das sogenannte Wadelholz, auch Zweig- oder Zopfholz, welches noch keinen Fuß im Durchschnitt hat, als welches mit der Axt klein zu machen frei bleibt.“ Damit sollte der Holzverlust verringert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der ranghöchste Forstmann aller Zeiten zwischen Neustrelitz und Feldberg hatte seinen Sitz zwischen 1786 und 1816 auf dem Forsthof in Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Oberforstmeister Christoph Ernst von Kamptz“ s. (1/S.171ff) &lt;br /&gt;
:Nach seinem Tod kam der Wald zwischen Carwitz und Triepkendorf zur Försterei Mechow. &lt;br /&gt;
:Auch die Stelle des Oberforstmeisters wurde dann 1932 aufgelöst. &lt;br /&gt;
:Der letzte Förster, Walter Kruse, wurde nach Strasen versetzt. Das Haus übernahm Malermeister Tock und nach seinem Tod in den 70er Jahren Fischer Götz. :Für Carwitz verblieb nur der Hullerbusch und der Conower Werder, was für einen Holzwärter reichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Neben der geschichtlichen Entwicklung des Feudalismus ist sicher auch die Randlage von Carwitz entscheidend für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Naturschutzgebiet Hauptmannsberg umfasst 43 Hektar  des markanten Ausschnitts einer Endmoräne der letzten Eiszeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Hauptmannsberg, 120 Meter hoch, ist eine Satzendmoräne. &lt;br /&gt;
:Nach Abtauen des Eises blieben die noch heute sichtbaren Findlinge zurück. Bronzezeitliche Hügelgräber belegen auch hier eine frühe menschliche Besiedlung. Das im 13. Jahrhundert gegründete Hanow, später Hanau, wurde im 15. Jahrhundert aufgegeben und die Flächen anschließend von Carwitzer Bauern genutzt. &lt;br /&gt;
:Auf einer Karte von Tilemann Stella aus dem Jahr 1578 sind die Flächen waldfrei verzeichnet. &lt;br /&gt;
:Bereits im 18. Jahrhundert wurden steile und unwegsame Flächen aufgegeben und bewaldet. &lt;br /&gt;
:Die anderen Flächen wurden abwechselnd als Wiese und Acker genutzt. &lt;br /&gt;
:Die landwirtschaftliche Nutzung wurde im Jahr 1971 vollständig aufgegeben. Erst seit 1992 erfolgt wieder eine regelmäßige Beweidung. &lt;br /&gt;
:In den steilen Hangbereichen am Ufer des Zansen wachsen jetzt Wälder mit Hainbuche, Rotbuche und Eiche, eingestreut findet sich Haselnuss. &lt;br /&gt;
:Nach der Nutzungsaufgabe Mitte des 20. Jahrhunderts konnten sich Besenginster, Brombeere und Schlehe ausbreiten. &lt;br /&gt;
:Die offen gehaltenen Bereiche bedecken artenarme Rotstraußgrasfluren und Grasnelken-Schwingelrasen. &lt;br /&gt;
:Nur noch in kleinen Flächen sind die an basenreiche Standorte gebundenen Pflanzengesellschaften mit Steppenlieschgras und Glatthafer zu finden. &lt;br /&gt;
:Zahlreiche wärmeliebende Zikaden- und Heuschreckenarten besiedeln das Gebiet, darunter der Kleine Heidegrashüpfer und die Zweifarbige Beißschrecke. &lt;br /&gt;
:Die Brutvogelwelt hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Veränderung der Flächen gewandelt. &lt;br /&gt;
:Es sind heute vorrangig hecken- und waldbewohnende Arten anzutreffen, wie Sperbergrasmücke, Neuntöter, Sprosser und Wendehals. &lt;br /&gt;
:Rechtlich besteht das Schutzgebiet seit dem 20. März 1957. Es grenzt an das nördlich und westlich liegende Naturschutzgebiet Hullerbusch und Schmaler Luzin. Es ist nach EU-Recht als FFH-Gebiet23 und Vogelschutzgebiet eingestuft. &lt;br /&gt;
:Der ursprünglich beabsichtigte Schutz des Offenlandes mit beweideten Trockenrasen hat sich durch Wiederansiedlung von Gehölzen geändert. &lt;br /&gt;
:Auch der später wieder geförderte Verbiss durch die Schafbeweidung und maschinelle Pflegemaßnahmen können dies nicht ändern. &lt;br /&gt;
:Der durchziehende Wanderweg entlang am Zansen ist mit seinen Aussichten auf die Seen ein touristisches Hauptziel. &lt;br /&gt;
:Aber die „Aussichtsmöglichkeiten“ haben sich durch den kompromisslosen Naturschutz massiv vermindert. &lt;br /&gt;
:So verhindert der Baumbewuchs des Hauptmannsberg die Rundumsicht auf die  Seen: Schmaler Luzin, Dreetz, Falladabucht, Carwitzer See, Zansen. &lt;br /&gt;
:Es ist nur noch ein eingeschränkter Blick auf den Carwitzer See übriggeblieben. &lt;br /&gt;
:Diese Entwicklung wirft immer wieder die Frage nach der Zielstellung des Naturschutzes auf. &lt;br /&gt;
:Soll es so bleiben, wie es im Moment ist, oder soll es wieder werden wie vor 50 Jahren, wie vor 200, 1.000 oder 10.000 Jahren? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+14&#039;&#039;&#039; In den „Heiligen Hallen“ sind nach einem Sturm die gestürzten Buchen nicht von den Wegen geräumt worden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 70.jpg|thumb|600px|center|DC70 So sieht es heute mit dem „Naturschutz“ aus. Vor ihm gab es dort keinen Wald Foto B. Krause 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die mit dem Naturschutz, der modernen Landwirtschaft und den veränderten Besitzverhältnissen verursachten Veränderungen in der Tierwelt bedürften einer besonderen Darstellung.  &lt;br /&gt;
:Es geht dabei nicht um die Neuansiedlung von Wölfen, sondern um die grundsätzlich veränderten Lebensbedingungen für die Kleintierwelt. &lt;br /&gt;
:Der Waschbär hat enormen Schaden verursacht, insbesondere in der Vogelwelt. &lt;br /&gt;
:In den siebziger Jahren gab es noch Fasane, Haubentaucher, Schellenten, Pirole in der unmittelbaren Umgebung von Carwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==22. Kiesabbau Carwitz - Thomsdorf verhindert – Findlingsgarten gegründet==&lt;br /&gt;
:(zusammengefasst nach informativen Gesprächen mit Gudrun Kunze, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch versuchte in den neunziger Jahren ein Bauunternehmen das Recht auf Kiesabbau im Bereich Carwitz/Thomsdorf westlich und südlich zwischen Schmalen Luzin, Dreetz und Krüselinsee zu erwerben. Es betraf 127 Hektar in Mecklenburg-Strelitz und 87 Hektar in der Brandenburgischen Uckermark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 71.jpg|thumb|600px|center|DC71 Das Kiesabbaugebiet ist schwarz markiert]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Als das bekannt wurde, kam es im März 1996 zur Bildung eines länderübergreifenden Vereins “Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau“. &lt;br /&gt;
:Die 60 Gründungsmitglieder regten die Diskussion in den zuständigen Gemeinden und Kreistagen zur Verhinderung dieses massiven Eingriffes in das Landschafts- und Naturschutzgebiet der Feldberger Seenlandschaft an. Es kam zu 15.000 Unterschriften. &lt;br /&gt;
:Die Vereinsmitglieder steckten den Kopf nicht in den Sand des geplanten Kiesabbaus. &lt;br /&gt;
:Im Rahmen dieser Bürgerinitiative wurde zunächst der Weg von Carwitz nach Mechow wiederbelebt und mit Birken bepflanzt. Mit Spenden und Fördermitteln erwarb der Verein 2002 ein Grundstück auf dem Kiesfeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 72.jpg|thumb|600px|center|DC72 Der Findlingsgarten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der NABU des Kreises Mecklenburg-Strelitz mit seinem damaligen Vorsitzenden Erwin Hemke hatte dann die Idee zu einem Findlingsgarten mit Heidelandschaft. &lt;br /&gt;
:Im September 2002 wurde zu dessen Einweihung ein fast 20 t wiegender Granitstein, ein Findling aus der Eiszeit, in Anwesenheit des damaligen Umweltministers Dr. Wolfgang Methling (PDS) von Mecklenburg-Vorpommern an den Ortsrand von Carwitz neben den genannten Weg gebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 73.jpg|thumb|600px|links|DC73 Der Hüter  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 74.jpg|thumb|800px|rechts|DC74  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Er wurde auf den Namen „Der Hüter“ getauft, denn er soll und wird das Landschaftsschutzgebiet bewachen. Weitere Findlingssteine formen den Umriss eines Mammuts nach. &lt;br /&gt;
:Texte informieren über die skandinavischen Herkunftsorte der 168 Findlinge aus einem Umkreis von ca 30 km.&lt;br /&gt;
:2005 konnte dann eine unabhängige Gruppe privater Personen das Bergrecht für den Kiesabbau kaufen. &lt;br /&gt;
:Damit war der Abbau von Kies auf Dauer verhindert. 2017 kam es zur Verschmelzung der Vereine: „Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen Kiesabbau und Deponien“ und „Eiszeit- und Naturerlebnis Wittenhagen e.V.“ zum „Feldberger Eiszeit- und Naturerlebnis e.V.“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==23. Gedanken zum Schluss==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Man kann erfahren, wie bekannt Carwitz ist, wenn man irgendwo in Deutschland auf dieses Dörfchen zu sprechen kommt. Die wirtschaftliche und kulturelle Zukunft von Carwitz liegt heute einzig und allein im Tourismus und für Feldberg auch im Kurbetrieb. &lt;br /&gt;
:Einzigartig ist aber nicht nur Carwitz, sondern auch die nähere und weitere Umgebung der Feldberger Seenlandschaft. Einige unserer Familie und Freunde hatten deshalb schon den Gedanken, eine kleine Broschüre zu gestalten. &lt;br /&gt;
;“111 Orte um Carwitz, die man gesehen haben sollte“. Orte aus der Vergangenheit, im aktuellen Urlaub gesehen oder aber auch vorgenommen, in der nahen Zukunft zu besuchen. Diese Idee wurde schon vor langer Zeit ausgesprochen.24 Eine Auflistung führte zu vielen weiteren Orten, zu mehr als 111 Diamanten in der Umgebung. Sie reicht von Alt Placht, dem Kirchlein im Grünen, bis weit hinaus übers Restaurant Zollhaus am Erddamm in Feldberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Auch die hier genannten Orte und Geschichten können vielleicht anregen, über Carwitz und die umliegenden Seen hinaus etwas zu erleben und zu genießen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Also „Auf Schusters Rappen“, auf die Fahrräder oder auch ins Auto:&lt;br /&gt;
:Hans –Fallada-Museum: Zum Bohnenwerder 2 in Carwitz &lt;br /&gt;
:Lütt Holthus: Waldmuseum in Lüttenhagen &lt;br /&gt;
:Neustrelitz: ehemalige Residenzstadt der Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz mit einmaliger spätbarocker sternförmiger Stadtanlage und Schloßgarten&lt;br /&gt;
:Schloss Hohen Zieritz: Sterbeort der Königin Luise von Preußen, Nationalparkamt, Anfang oder Ende der Königin-Luise-Route Hohenzieritz-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Frauenkonzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg, Gedenkstätte&lt;br /&gt;
:Dorfkirchen in Carwitz, Conow, Fürstenhagen, Mechow, Wittenhagen&lt;br /&gt;
:Spring: Quelle und Picknick-Platz ca 10-15 Min. vom Friedhof Laeven entfernt&lt;br /&gt;
:Dorfwüstung Krüselin und Picknick-Platz: 30 Min. von Carwitz entfernt&lt;br /&gt;
:Hullerbusch mit Hünenwall und Teufelstein: eiszeitlich geformter Buchenwald, Hochuferweg am Zansen&lt;br /&gt;
:Hauptmannsberg mit Wanderweg entlang des Hochufers am Zansen: schönster Blick Mecklenburgs&lt;br /&gt;
:Bohnenwerder: eindrucksvoller 360°-Rundblick über den Carwitzer See&lt;br /&gt;
:Heilige Hallen: ältester 300-400-jähriger Buchenwald Deutschlands&lt;br /&gt;
;3 Friedhöfe in Carwitz: &lt;br /&gt;
:1. an der Kirche, &lt;br /&gt;
:2. „in de Mitte von Dorp“, &lt;br /&gt;
:3. bei der Mühle&lt;br /&gt;
:Kahnfähre über den Schmalen Luzin: Verbindung vom Hotel Hullerbusch zur Luzinhalle &lt;br /&gt;
:Schmaler Luzin: Uferweg von Carwitz nach Feldberg (Luzinhalle)&lt;br /&gt;
:Feldberg: Amtswerder, Klinik, Blick vom Reiherberg&lt;br /&gt;
:Wittenhagen: Luzintheater, Kirche, Eiszeit-Route&lt;br /&gt;
:Scharteisen – glazialer Toteissee; von Wittenhagen aus zu erreichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==24.    Glossar==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Adjungiert		&lt;br /&gt;
:zugeordnet, beigefügt&lt;br /&gt;
;boom                          &lt;br /&gt;
:Baum  (plattdeutsch) irgendwo als „oben“ genannt ist falsch&lt;br /&gt;
;Cammer-Collegium	&lt;br /&gt;
:s. Kammerkollegium&lt;br /&gt;
;Devastiert		&lt;br /&gt;
:zerstört, verwüstet, heruntergewirtschaftet&lt;br /&gt;
;Domäne		&lt;br /&gt;
:Landesherrschaftliches Staatsgut, das auch verpachtet werden konnte&lt;br /&gt;
;Domanium	&lt;br /&gt;
:verpachteter landesherrschaftlicher Besitz ( Dörfer, Höfe ) mit direkter Steuerpflicht gegenüber dem Landesherren. Bestand bis 1919&lt;br /&gt;
;Emolumente		&lt;br /&gt;
:Nebeneinnahmen, Nutzen&lt;br /&gt;
;Erbvergleich	(auch Landesgrundgesetzlicher)  &lt;br /&gt;
:Mecklenburger Gesetzessammlung von 1755 zur Regelung der Beziehungen zwischen dem Landesherren und der :Ritterschaft, Städten. Praktisch die Landesverfassung des Mecklenburger Ständestaates bis 1919.&lt;br /&gt;
:Etablissement		&lt;br /&gt;
:hier dienstliche oder betriebliche Niederlassung der Forstwirtschaft&lt;br /&gt;
;Gerechtsame, die	&lt;br /&gt;
:veraltet für (Vor)recht&lt;br /&gt;
;Glashütte	&lt;br /&gt;
:Manufaktur zur Herstellung von Glas aus Quarzsand und Pottasche in einem Schmelzofen. Hatte sehr großen Holzverbrauch in ihrer unmittelbaren Umgebung.&lt;br /&gt;
;Hutewald	&lt;br /&gt;
:die Dorfbewohner durften nach uraltem Recht in diesem Wald ihr Vieh – meist ihre Schweine – hüten, weiden lassen&lt;br /&gt;
:Kammerkollegium	&lt;br /&gt;
:herzogliche Finanzverwaltung, auch als Cammer-Collegium bezeichnet&lt;br /&gt;
;KWA			&lt;br /&gt;
:Karbe-Wagner-Archiv in Neustrelitz&lt;br /&gt;
;LHA			&lt;br /&gt;
:Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
;Meierei		&lt;br /&gt;
:größeres landwirtschaftliches Gut meist außerhalb der Dorfgemarkung&lt;br /&gt;
;Meierei Wirtschaft	auch Meierei Hof &lt;br /&gt;
:Wirtschaft zur Herstellung von Milch, Butter, Käse&lt;br /&gt;
;Moräne		&lt;br /&gt;
:von Gletschereis abgelagerte Erde und Gesteine, fruchtbarer Boden&lt;br /&gt;
;Pertinens, das (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehöriges, Zubehör&lt;br /&gt;
;Pertinenz, die (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehörigkeit&lt;br /&gt;
:Resolviren                  &lt;br /&gt;
:entscheiden, einen Beschluss öffentlich machen&lt;br /&gt;
;Rute	&lt;br /&gt;
:deutsches Längenmaß und als Quadratrute Flächenmaß vor der Reichsgründung 1871, in jedem deutschen Land anders: Mecklenburg-Strelitz = 5,02 m, 1 :QR = 25,2 m²,  Mecklenburg-Schwerin = 4,65 m, 1QR = 21,6 m²&lt;br /&gt;
;Sander	&lt;br /&gt;
:durch Schmelzwasser vor dem Gletscher ausgeschwemmte oft auch verwehte Sandflächen mit Dünen, gering fruchtbar&lt;br /&gt;
;Teerofen	Holzschwelerei,  &lt;br /&gt;
:zur Herstellung von Teer, der vor allem als Schmierstoff für Wagenräder benutzt wurde. Sehr großer Holzverbrauch in unmittelbarer Umgebung&lt;br /&gt;
;Werder		&lt;br /&gt;
:aus dem Althochdeutschen für &amp;quot;erhöhtes vom Wasser geschütztes Land&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Wie(r)l			&lt;br /&gt;
:Insel (Plattd.)&lt;br /&gt;
;Wörde	&lt;br /&gt;
:Hausacker, Hausgarten unmittelbar hinter oder neben dem Haus, in Carwitz zum See hinabreichend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==25.Literatur (Auswahl)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1. Borrmann, Klaus u. Tempel, Holger - Die Wildparks Serrahn &amp;amp; Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:Verlag: Erich Hoyer Galenbeck 2005, u a.  &lt;br /&gt;
;2. Brandenburgisches Landeshauptarchiv files - Flurkarte „Plan von der Feldmark Thomsdorf&amp;quot; &lt;br /&gt;
:– Signatur 37 Boitzenburg K 65 B / Potsdam, Tel. 0331-5674-213 &lt;br /&gt;
;3. Carpin, Gasthof Schleser See&lt;br /&gt;
: histor. Landkarte an der Wand: &lt;br /&gt;
:„herzogl. Directoerialkommission Generalplan 1750 aufgenommen von Hallas“ als Hinweis für &lt;br /&gt;
;4. Carwitz - Abschlussdokumentation der Sanierung1992-2007&lt;br /&gt;
:                                                                                                 &lt;br /&gt;
;5. Goetsch, Erich - Mechow. - Zur Geschichte einer kleinen bäuerlichen Siedlung in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. &lt;br /&gt;
:Cappenberg 2004 s. a. sein Literaturverzeichnis &lt;br /&gt;
;6. Herrmann, Joachim - &amp;quot;Die Slawen in Deutschland&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1985 &lt;br /&gt;
;7. Herrmann, Joachim - „Die Ergebnisse der Ausgrabungen in Feldberg“ &lt;br /&gt;
:in Ausgrabungen und Funde Bd. 13, Akademie-Verlag, Berlin 1968, S. 198 – 204&lt;br /&gt;
;8. Kinderbuchverlag Berlin - Carwitzer Notizen, 1985&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;9. Karbe-Wagner-Archiv  17235 Neustrelitz, Schloßstr.12-13, im Kulturquartier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;10. Kaus, Sigrid Ehefrau des Malers Max Kaus, der in 20er Jahren in Carwitz malte. &lt;br /&gt;
:Potsdamerstr.44 in 12205 Berlin Lichterfelde Tel.: 030- 833 60 25&lt;br /&gt;
;11. Krappe, Martin u. Arno Waterstraat - „Fischfauna der oberen Feldberger Seen und des Carwitzer Sees“ &lt;br /&gt;
:in Labus Heft 24/2006 S. 44-58 Phönix Multimedia Service GbR Elisabethstr. 28, 17235 Neustrelitz hier der Hinweis auf Sonderheft 5/2003 S.24 ff über die Ostgroppe und die Tiefenmaräne&lt;br /&gt;
;12. Krausch, Hans-Dieter und Werner Schmidt - „Das Feldberger Seengebiet“, &lt;br /&gt;
:Verlag Hermann Böhlhaus Nachfolger Weimar 1997, Bd.57 in der Reihe „Werte der Deutschen Heimat“&lt;br /&gt;
;13. Krüger, Georg -  Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. &lt;br /&gt;
:(3 Bd.) I. Band Das Land Stargard II. Abteilung: - Amtsgericht Feldberg S. 102 - 108  Neubrandenburg 1925 Brünslowsche Verlagsbuchhandlung &lt;br /&gt;
;14. Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;15. Liersch, Werner - Dichters Ort, &lt;br /&gt;
:S. 159 wahrscheinlich auch in Fallada Biografie Individuell Verlag 2005&lt;br /&gt;
;16. Mecklenburgica – Archiv- und Recherchedienst Schwerin (Herr Steinbruch) &lt;br /&gt;
:entziffert alte Dokumente&lt;br /&gt;
;17. Mecklenburg-Strelitz . Beiträge zur Geschichte einer Region, Hrsgb. Landkreis Mecklenburg-Strelitz&lt;br /&gt;
:mit div. Autoren. Verlag Druckerei Steffen 2001                             &lt;br /&gt;
;18. Richter, Dipl. Biolog. Wolfgang M. ( ca 1928 geb.) und Fr. Ingeborg &lt;br /&gt;
:Verfasser von „Feldberg“ Verlag Michael Gust 1999 und aktiver Mitarbeiter bei BONITO Drosselgang 2  /  21709 Himmelpforten, Niederelbe Tel.: 04144 – 4925&lt;br /&gt;
;19. Interview Carwitz - Schönfeld, Christa, geb. Utnehmer - Schulz, Otto und Hildegard, geb. Rakow - Güldner, Ursula, geb. Koch und Kurt - Morach, Erna geb. Güldner &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;20. Stange, Hartmuth - Die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung Ostmecklenburgs in 2)&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;21. Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“. &lt;br /&gt;
:In Auszügen siehe Anhang. Karten und Akte liegen im Landeshauptarchiv Schwerin - LHAS Landesgrenzakten Sign. 370 Bestand 2.11-2) und wurden mir bereitgestellt in der Übertragung  und Bearbeitung  von Ulrich Voigtländer / Waren u. W.M. Richter / Himmelpforten LUZIN-REPORT 10. Lieferung 1989/90&lt;br /&gt;
;22. Schulz, Erwin - „Ortsnamen in Mecklenburg- Strelitz von 1170 bis 1572“ &lt;br /&gt;
:des Institut für Slawistik der E.-M.-A.-Universitä Greifswald&lt;br /&gt;
;23. Voigtländer, Ulrich - „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ &lt;br /&gt;
:in Karbe-Wagner-Archiv, neue Schriftenreihe Nr. 5 / 2007 Thomas Helms Verlag, Schwerin&lt;br /&gt;
;24. Lemke, Hans-Jürgen - &amp;quot;Die Krüseliner Mühle - Historie - Schicksale - Anekdoten&amp;quot; Erinnerungen, &lt;br /&gt;
:2018 Selbstverlag, 135 S., 2. wesentlich erweiterte und überarbeitete Auflage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ende==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==für Druckversion - Rücktitel ISBN https://www.epubli.com/ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 03.jpg|600px|center|thumb|  CD3 Rücktitel Bild 1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 04.jpg|600px|center|thumb|CD4 Rücktitel Bild 2]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156158</id>
		<title>Carwitz-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner</title>
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		<updated>2026-09-14T17:35:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* 7. Fortsetzung der Interviews mit Carwitzern zum Nachkrieg und zur DDR */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 01.jpg|600px|center|thumb| Carwitz 2007 bei Flug über Mecklenburger Seen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 02b.jpg|600px|center|Carwitz Dörffel 02]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[[Carwitz]]-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner  &lt;br /&gt;
;Autor Ernst F. Doerffel&lt;br /&gt;
;Redaktion Carola Hasan &lt;br /&gt;
;2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorwort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wie kam es zur Idee „Puzzleteile der Geschichte von Carwitz“?&lt;br /&gt;
:Anfang 2000 las ich die gerade veröffentlichte Dorfgeschichte von Mechow, südlich von Carwitz im selben Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gelegen. Da kam mir der Gedanke eine Dorfgeschichte von Carwitz zu schreiben. &lt;br /&gt;
:Ich fing an zu sammeln und kam aus dem Staunen nicht heraus. &lt;br /&gt;
:Mit dem Verfasser der Dorfgeschichte von Mechow, Erich Goetsch, kam ich freundschaftlich ins Gespräch. :Erich Goetsch hatte damals als 80-jähriger sehr intensiv in den Archiven, insbesondere im Landesarchiv Schwerin, geforscht und gesammelt. Er selbst wohnte seit Mitte der Fünfziger Jahre bei Bremen, seine Tochter seit den 90er Jahre in Mechow. &lt;br /&gt;
:In den Jahren 2005-2008 interviewte ich mehrere Carwitzer Bürgerinnen und Bürger. Sie erzählten sehr interessant, insbesondere über die Zeit zwischen den Kriegen im 20. Jahrhundert und über die DDR. Auch zeigten sie mir z.T. uralte Dokumente aus dem 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Während der folgenden Jahre hatte ich versucht, für meine Sammlung von Fragmenten einen Archivar in Feldberg zu interessieren. Er hat angeblich damit gearbeitet. Mir ist aber nicht bekannt, ob davon auch etwas veröffentlicht worden ist. &lt;br /&gt;
:Ich ließ mir meine per USB-Stick überlassenen Dateien 2023 zurückgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Meine Sammlung aus den verschiedensten Quellen und Dokumenten sind von mir nicht verbindlich überprüft worden. Ihre Veröffentlichung ohne Überprüfung der Dokumente im Landesarchiv Schwerin ist mir nicht möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Interviews mit Carwitzern wurden chronologisch eingearbeitet. Es sind bis 2025 immer wieder viele Ergänzungen mit gelesenen und gehörten Informationen hinzugefügt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zufällig entdeckte ich Ende Februar 2026 im Internet eine Interessentengruppe für Ortschroniken in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Bildungsministerium unterstützt. Da existiert auch eine kurze Chronik von Carwitz. Kontakte wurden aufgenommen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese „Carwitzgeschichte“ wurde über zwei Jahrzehnte mit Unterbrechungen erarbeitet. &lt;br /&gt;
:Jetzt möchte ich gedruckte Exemplare an die Familie, an Freunde und Interessierte weitergeben. &lt;br /&gt;
:Die Unterlagen, Interviews und familiäre Bezüge bleiben auf Festplatten gespeichert. &lt;br /&gt;
:Ich bitte alle Interessierten mir persönlich Korrekturen, Änderungen, Streichungen und insbesondere Ergänzungen mitzuteilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Einzelheiten sind dort zu finden, so in „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer, Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5.&lt;br /&gt;
:Die Fotos stammen aus sehr verschiedenen Quellen, so von Ernst Rittwagen (Feldberg), aus alten Büchern u.v.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ernst F. Dörffel  &lt;br /&gt;
:Carola Hasan (Redaktion)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1. Eiszeitliche Gestaltung der Feldberger Seenplatte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Carwitz liegt mit Hügeln und Tälern am südlichen Ende des Feldberger Endmoränen-Bogens, der jahrhundertelang Teil des Gletscherrandes war. Dieser zog sich von Güstrow über Neustrelitz bis in die Uckermark. Südlich von Carwitz beginnt das Sandergebiet. &lt;br /&gt;
:Unsere Vorstellungskraft ist wohl meistens überfordert, wenn wir uns ein realistisches Bild der geologischen und klimatischen Situation vor 12.000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit machen wollen. Der zerklüftete Rand des Gletschers von 300 Meter Höhe stand Jahrhunderte still, bis er endgültig nach Norden zurückwich. Am Gletscherrand sammelten sich die von ihm mitgeführten Findlinge und das Geschiebe beim Abtauen an. So entstand auch der Hünenwall, eine Satzendmoräne zwischen Luzinstein, oberhalb der Luzinhalle, und dem Kesselmoor im Hullerbusch. Aus Tunneln unter dem Eis floss ein riesiger Strom von Schmelzwasser mit Geröll und Sand hervor. Auf Grund der Thermik wehte ständig ein stürmischer Wind und transportierte Staub und feinen Sand nach Süden. Es bildete sich der mehrere Kilometer breite „Sander“. Riesige Eisblöcke der vorangegangenen Eiszeit waren als Toteis im Untergrund liegen geblieben und vom Gletscher praktisch „überfahren“ worden. Sie schmolzen erst mit dem Ende der letzten Eiszeit völlig weg. Dank dieser Toteisblöcke entstanden die vielen Sölle und größeren Seen. Die Grund- und Endmoräne haben fruchtbaren Boden.  Die Sanderböden dagegen sind unfruchtbar. Deshalb fand dort später weniger Besiedlung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==2. Landschaft zu Beginn der menschlichen Besiedlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine sehr ausführliche und interessante Darstellung der kulturhistorischen Entwicklung der gesamten Region, einschließlich Carwitz, findet sich in der Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5, S. 7 „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer. Das Heft steht in Carwitzer Kate 1 zwischen den Büchern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ende der letzten Eiszeit, Weichsel-Eiszeit, vor 12.000 Jahren folgten steinzeitliche Jäger den großen Tierherden nach Norden. Aber erst ab ca. 4.000 v. Chr. sind Menschen in unserem Raum archäologisch nachweisbar. Bronzezeitliche Funde werden um 1.250 v. Chr. datiert (23). Zeugnisse sind die Großsteingräber auf dem Hauptmannsberg und am Breiten Luzin sowie das älteste bekannte Schlachtfeld Europas im Tollense-Tal. &lt;br /&gt;
:Die germanische Besiedlung bis zur großen Völkerwanderung, 375 – 568 n. Chr., wird in groben Zügen bei römischen und griechischen antiken Autoren erwähnt. Im Großraum der unteren Elbe bis zur Weichsel, also Norddeutschland/Polen, sind das die Vandalen, die Semnonen, die Sueben, die Goten und die Burgunder. Exakte Gebiete können den einzelnen Stämmen nicht zugeordnet werden. In den zwei Jahrhunderten der Völkerwanderung werden die Volksstämme durcheinander gewirbelt. Unser Gebiet wird besonders entlang der großen Flüsse von den genannten Stämmen nur durchzogen. Im wahrsten Sinne des Wortes tritt eine Entvölkerung ein. Ursache der großen Völkerwanderung sollen klimatische, wirtschaftliche oder demographische Faktoren gewesen sein. Auslöser der Völkerwanderung war aber dann der Vorstoß der Hunnen aus Asien über Russland nach Europa. Dadurch wurden die germanischen Stämme, die Goten und Vandalen, aus dem Raum des westlichen Russlands vertrieben, sie flüchteten vor der drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
:Es erfolgte in den nächsten Jahrhunderten durch slawische Stämme von Osten eine friedliche Landnahme des menschenleeren Raums, in dem nur noch eine germanische Restbevölkerung lebte. So bildete sich kampflos ein geschlossenes slawisches Siedlungsgebiet, unterteilt in verschiedene Stämme, bis zur Elbe-Saale. Sie drangen sogar weiter westlich bis zum Main und der Regnitz vor. Noch heute bezeugen das slawische Orts- und Flurnamen eindeutig.&lt;br /&gt;
:Für unser Gebiet der oberen Havel und östlich der Tollense werden die Redarier mit ihrer Tempelburg Rethra genannt. Sie waren wohl der bedeutendste Stamm der Kernstämme der Lutizen, die Kessiner, Zirzipanen und die Tollenser.&lt;br /&gt;
:Eine gute Darstellung findet sich bei [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Chronik_von_Mechow_(Autor_Erich_Goetsch) Goetsch “Dorfchronik Mechow“ Seite 6 bis 14 ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit.jpg|500px|zentriert|thumb|CD06 Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Bronzene Schmuckscheibe&#039;&#039;&#039; von 4,8 cm Durchmesser im degenerierten Jellingstil aus der jungslawischen Inselsiedlung Carwitz. Wurde 1837 auf dem Kohlwerder im Carwitzer See oder dort „beim Fischen“ gefunden. In der nordischen Mythologie ist der dargestellte „Fenriswolf“ der dämonische Sumpfwolf, der das Bösartige, Zerstörische symbolisiert. Text Wikipedia (Corpus Archäologischer Quellen zur Frühgeschichte, Textband, Akademie-Verlag, Berlin 1979)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Die in der Zwischenzeit christianisierten und wirtschaftlich erstarkten deutschen Volksstämme, Franken und Sachsen, begannen seit Karl dem Großen ab 800, insbesondere dann unter Kaiser Otto I., in grausamen und rücksichtslosen wechselvollen Kriegen nach Osten vorzudringen. Diese Expansion erreichte nach der Herausbildung des deutschen Staates mit der sogenannten Deutschen Ostkolonisation im 11. bis 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt. 1147 lehnten die sächsischen Fürsten es ab, sich an einem zweiten Orientkreuzzug, leidenschaftlich dazu vom französischen Abt Bernhard von Clairvaux aufgerufen, zu beteiligen. Da sie „Völker zu Nachbarn haben, die noch dem schändlichen Götzendienst huldigten, nahmen (sie) zwar ebenfalls das Kreuz, aber um gegen jene Völker Krieg zu führen“. Im Wendenkreuzzug 1147 zogen sie unter der Bernhardschen Parole „Bekehrung oder Vernichtung“ gegen die heidnischen slawischen Völkerschaften zwischen Elbe und Oder. (7)&lt;br /&gt;
:Das Hauptheiligtum Rethra, Riedegost, mit dem Gott Svarožić wird zerstört und verschwindet völlig aus dem Gedächtnis. Später wurden mindestens 20 verschiedene Lokalisationen als Standort für Rethra diskutiert. Die wahrscheinlichste Lage ist die Fischerinsel am Südwestufer des Tollensesees bei Wustrow.  Die herrschenden slawischen Familien wurden unter der Bedingung anerkannt und „belehnt“, wenn sie selbst das Christentum annehmen und sich um seine weitere Verbreitung aktiv bemühen. (6) Damit beginnen auch die schriftlichen Dokumentationen in Lehnzeugnissen und Kirchenarchiven.  Als Zeichen der erfolgreichen Christianisierung findet man in ganz Mecklenburg die Feldsteinkirchen des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 07.jpg|650px|rechts|thumb|CD07 Besiedlung von Carwitz. Aus „Ausgrabungen und Funde 13“ S. 203 – Abb.3 der Akad. D. Wissenschaften Berlin, 1968, ergänzt nach Corpus Bd.2 aus (6)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Die Großsiedlung Burgwall Feldberg&#039;&#039;&#039; ist auf dem Schlossberg am Breiten Luzin gelegen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Carwitz&#039;&#039;&#039; wurde durch Ausgrabungen auf der Halbinsel Hauswerder, heute Bohnenwerder, die früheste Besiedlung für das 7. - 8. Jahrhundert an der Bucht gegenüber dem Stein- und dem Bollenwerder nachgewiesen. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der Feldmark Hanow, (Wüstung im Dreißigjährigen Krieg) auf der Hochfläche westlich vom Hauptmannsberg, geschah im 8. bis 12. Jahrhundert und für alle Inseln im Carwitzer See im 11. – 12. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
:Vom „Festland“, beim heutigen Fischer in Carwitz, gingen Brücken über den Jäger-, Gänse- und Steinwerder zum Bollenwerder und bis zu den Ziegenbergen des gegenüberliegenden Ufers.&lt;br /&gt;
:Die Inseln boten Schutz vor plötzlichen Überfällen. Spätestens im 10. Jahrhundert wurden die slawischen Dörfer gegründet, meist als Runddörfer um kleine Teiche. &lt;br /&gt;
:Die deutschen Einwanderer gründeten später Straßendörfer. Die typischen Endungen -itz oder -ow sind Merkmale slawischer Ortsnamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;+2&#039;&#039;&#039; 3. Carwitz wird erstmalig &#039;&#039;&#039;(+?)&#039;&#039;&#039; 1216 genannt (oder auch erst 1393?) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Ortsname stammt von dem altpolabischen Wort „karva“ für Kuh ab. Im Gegensatz dazu ist „Conow“, auf der anderen Seite des Carwitzer Sees, mit „Pferdedorf“ zu übersetzen. („con“ = Pferd). &lt;br /&gt;
:Erwin Schulz schreibt: „1393 Carwytze, 1459 Karviz, 1518 Carvitze, 1708 Karwitz, 1796 Carwitz.“ &lt;br /&gt;
:Carwitz gehörte zur „Herrschaft Stargard“ und diese gehörte seit 1130 zum Herrschaftsbereich der Herzöge von Pommern. Ab 1292 war die Herrschaft Stargard ein Wittum (Mitgift oder Brautpreis) der Markgrafentochter Beatrix von Brandenburg. Da sie die Frau des mecklenburgischen Fürsten Heinrichs II., genannt „der Löwe“, war, kam die Herrschaft Stargard ab 1299 faktisch an die Fürsten (später Herzöge) zu Mecklenburg. Am Ende des 14. Jahrhunderts – so eine weitere Notiz – wiesen die Herzöge von Mecklenburg - Stargard einem Henning Parsenow Pachtgeld aus Carwytze an.&lt;br /&gt;
:Bei &#039;&#039;&#039;(22)&#039;&#039;&#039; heißt es aber auch S. 37: „Mechow ist das erste Dorf im früheren Amt Feldberg, das urkundlich erwähnt wird (1271) und einer der drei Orte in diesem Amt, die noch im 13. Jahrhundert ins Licht der Geschichte treten (Flatow und Warbende 1299).“&lt;br /&gt;
:Feldberg wird 1256 und die Krüseliner Mühle 1275 als „Feldberger Mühle“ erwähnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Gebiet endgültiger Besitz der mecklenburgischen Herzöge. Das Dorf wurde dem Amt Feldberg (Domänenamt) zugeordnet.&lt;br /&gt;
:Kirchlich war das Angerdorf  Carwitz bis zum Dreißigjährigen Krieg und dann wieder ab 1740 eine selbstständige Pfarrei. &lt;br /&gt;
:Dazu gehörten die umgebenden Dörfer einschließlich Feldberg. Daraus kann man schließen, dass es in damaliger Zeit ein früher Ort der ursprünglichen Besiedlung gewesen sein könnte.  &lt;br /&gt;
:Seitdem lebt es, mit Ausnahme von Kriegs- und Pestzeiten, beschaulich dahin. Obwohl in den vergangenen Jahrhunderten echte Friedenszeiten die Ausnahme waren, berührten die kriegerischen Auseinandersetzungen nur selten diese Gegend. Wenn es dazu kam, dann waren die Folgen meist verheerend. So wurden durch die Streitigkeiten zwischen Brandenburg und Mecklenburg 1440 viele Dörfer „wüst“. Hanau (Hanow westlich vom Hauptmannsberg) wurde nie wieder aufgebaut. &lt;br /&gt;
:In Carwitz vergrößerte sich der Dorfkern, das „boomdörp“, nur langsam um die Kirche mit Friedhof und Bäumen. Das „unnerdörp“ an „de bäk“ ist aber mit einigen Erdhütten wohl eher der ursprüngliche Siedlungsort gewesen. &lt;br /&gt;
:Zur Besiedlung, zu den Streitigkeiten um Grenzen, der Lage von Mühlen und dem Zugang bzw. dem Besitz der Seen und Bäche siehe im Anhang Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==4. 30-jähriger Krieg und Folgezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahrzehnten vor dem dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) bestand ein relativer Wohlstand. 1637 plünderten, raubten, mordeten die Horden des Grafen Gallas.&lt;br /&gt;
:1639 gab es in Feldberg nur noch 3 Kossaten mit ihren Frauen. Um 1600 waren es um die 60 Personen gewesen. Georg Krüger schreibt: „1639 lebten im ganzen Amt (Feldberg) 47 Personen: 5 Bauleute (Bauern), 8 Kossäten, 13 Witwen, 9 Kinder, 10 Knechte und 2 Mägde. Und ist im selbigen Amt kein Vieh, an Klein oder Groß vorhanden, wie auch daselbst anitzo kein Sommer- oder Winterkorn geseyet ist.“&lt;br /&gt;
:Nach dem 30-jährigen Krieg kam die Pest. Auf dem Feldberger Pestfriedhof, der in den 1960er Jahren auf dem Amtswerder entdeckt wurde, fanden sich etwa 80 Tote. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die dem westfälischen Frieden von 1648 nachfolgenden Kriegszüge der feudalen Herren und Fürsten mit ihren marodierenden Truppen brachten immer wieder Not und Elend mit sich. &lt;br /&gt;
:1658 - 1660 durchzogen im Krieg gegen Schweden 30.000 kaiserliche, brandenburgische und polnische Soldaten Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:1674/75 waren es wiederum die Truppen des Großen Kurfürsten, die Dänen und die Kaiserlichen, die durch Mecklenburg zogen.&lt;br /&gt;
:1683 lebten in Carwitz mehrere Vollbauern, dazu der Freischulze sowie Kossaten und landlose Einlieger (Mietsleute), die als Landarbeiter tätig waren. Der westlich des Dorfes gelegene Freischulzenhof wurde 1858 aus Carwitz herausgelöst, ab 1874 Rosenhof benannt. Auch das alte Dorf Krüselin, mit der dortigen Meierei, seit 1945 eine Wüstung, sowie die Krüseliner Mühle gehörten zum Umfeld von Carwitz mit wechselnder Unterstellung.&lt;br /&gt;
:Durch den Hamburger Erbvergleich von 1701 kam das Amt Feldberg und damit Carwitz zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz.&lt;br /&gt;
:1756 – 1763 Siebenjährige Krieg mit „Besetzungen, Truppendurchmärschen, Plünderungen und Pressungen der männlichen Bevölkerung zum Kriegsdienst“ (5)&lt;br /&gt;
:„Von den zum Krieg gegen Russland 1812 gepressten 400 Strelitzern, die bis Moskau kamen, haben kaum 100 überlebt.“ (5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Krüselin: &lt;br /&gt;
:zu unterscheiden sind die heutige wüste Dorfstelle von der Wassermühle am See.&lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt dazu (13): &lt;br /&gt;
:„1393 Cruzelin, 1422 Krüselin, nach Kühnel = Sandort. 1393 wurde Henning Parsenow Krüselin angewiesen. &lt;br /&gt;
:1422 verkaufte Henning Parsenow die wüste Feldmark und das Dorf Krüselin an das Kloster Wanzka für 300 Mark. &lt;br /&gt;
:1539 verkaufte das Kloster die Feldmark an Herzog Heinrich für 200 fl (Historische Gulden florenus). &lt;br /&gt;
:Schon vor 1600 war in Krüselin eine Feldberger Amtsmühle, die im dreißigjährigen Krieg zerstört, aber wieder aufgebaut wurde. &lt;br /&gt;
:In Krüselin wird früher eine Kirche gestanden haben, denn Henning Parsenow versetzte 1401 zwei Glocken, die früher in Krüselin gehangen hatten, an das Kloster Wanzka, die eine für 34, die andere für 10 Mark. &lt;br /&gt;
:Später haben in Krüselin 2 Bauern und 1 Kossate gesessen. 1724 wurde durch den Feldberger Amtmann Borchmann eine Meierei aufgebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Laeven: &lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt (9) S. 119: „1393 wurde Bede in Läven an Henning Parsenow gegeben. &lt;br /&gt;
:1590 werden dort genannt: „12 dort wohnende Familienamen. &lt;br /&gt;
:1639 waren 5 Bauernhöfe nebst der Kirche niedergebrannt, und wo früher ein Freischulze und acht Bauleute mit ihren Familien gewohnt hatten, lebten noch ein Bauer, eine Frau und ein Knecht. Im &lt;br /&gt;
:Juni 1640 war alles wüste und niedergebrannt. 1683 war dort eine Schäferei, die zur Meierei Neuhof gehörte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hauptmannsberg: &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld erfuhr im Heimatkundeunterricht:  Im 30jährigem Krieg hatte bei einer Besetzung ein Hauptmann auf dem bis dahin Wartsberg genannten Berg seinen Beobachtungsposten. &lt;br /&gt;
:Die Landschaft war zur damaligen Zeit praktisch entwaldet, sodass von dort oben ein weiter Blick bis Feldberg, Laeven, Conow, Thomsdorf und Mechow möglich war. &lt;br /&gt;
:Andere erzählten mir, dass ein Hauptmann dort seinen Lieblingsplatz gehabt habe. Otto Schultz bestätigt das und fügt hinzu, dass im 30jährigen Krieg „der König“ auf dem „Königsberg“ seinen Standort hatte und der Hauptmann vom Hauptmannsberg her ihm entsprechende Zeichen seiner Beobachtungen gegeben habe. :Der „Königsberg“ sei an der Mühle, neben dem jetzigen Friedhof gewesen. &lt;br /&gt;
:Auf der Handzeichnung des Feldberger Gebietes von 1578 von Tilemann Stella (21) steht am Hauptmannsberg „Der Wartsberg“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Inseln: &lt;br /&gt;
:wurden zur Slawenzeit und landwirtschaftlich bis in die Mitte der siebziger Jahre privat genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie waren mit den umliegenden Ufern durch Holzbrücken verbunden. &lt;br /&gt;
:So hat man Reste von Holzpfählen vom Carwitzer Ufer beim Fischer zu den Inseln und bis zu den Ziegenbergen am jenseitigen Ufer gefunden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 08.jpg|600px|zentriert|thumb| CD08 Blick vom Bohnenwerder auf den Carwitz-See nach Thomsdorf]]&lt;br /&gt;
;Bohnenwerder: &lt;br /&gt;
:frühere Bezeichnung „Boomwerder“ = „Baumwerder“, so auch noch von Fallada und seiner Frau Suse bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld vermutet, dass „Bohnenwerder“ nach 1945 eine Verballhornung des plattdeutschen „Boomwerder“ ist. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Boamwierl“ = Baumwerder. &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg war auf ihm ein großes Spargelfeld. An der Terrassierung erkennt man noch heute, dass er bis ca. 1953 landwirtschaftlich genutzt wurde. &lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren weideten in den Sommermonaten noch regelmäßig Ponys zwischen den sich sonnenden Nacktbadern. &lt;br /&gt;
:Damals wurden auch die Ziegenberge am gegenüberliegenden Ufer mit Kühen beweidet.&lt;br /&gt;
:Auf alten Karten wurde der Bohnenwerder mit „Hauswerder“ bezeichnet. Wahrscheinlich weil auf dieser Halbinsel die ersten Häuser gestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Bollenwerder: &lt;br /&gt;
:ursprünglich „Bullwerder“ oder „Bullenwerder“ genannt, gehörte Helene Kratochwill und jetzt noch den Erben. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld: „In meiner Kindheit in den 20er Jahren wurden im Frühjahr die Kühe an Stricken im Schlepptau von Booten hinübergezogen und im Herbst zurück. &lt;br /&gt;
:Im Sommer fuhr jeden Tag zweimal die Magd oder der Knecht hinüber, um die Kühe zu melken. &lt;br /&gt;
:Später in den 30er Jahren waren nur noch Färsen darauf.“ Die Mauerreste eines kleinen Stalles sind jetzt noch am südlichen Ende zu finden. Noch in den 60er- und 70er- Jahren weideten im Sommer Ponnys auf dem Bollenwerder.&lt;br /&gt;
;Steinwerder: &lt;br /&gt;
:Im 30jährigen Krieg wurde dort ein Schatz vergraben und die Sage ging, dass dort zu Johannis im Mondlicht das Gold glänzt. &lt;br /&gt;
:Ob es einer mal versucht hat, den Schatz auszugraben? Heute im Besitz der Erben vom „Kröger“ Paul Utnehmer. &lt;br /&gt;
:Der Steinwerder wurde in den Sommerferien bis 1990 jedes Jahr als Campingplatz der Erfurter Reichsbahn genutzt. Mit der aufkommenden Umweltproblematik gab es hier zunehmend Probleme und Auflagen der Hygiene-Kontrollen.  &lt;br /&gt;
:Die Sammelbehälter der Toiletten mussten dann per Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Jägerwerder, Gänsewerder, Kohlwerder &lt;br /&gt;
:wurden ebenfalls landwirtschaftlich genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie gehörten Rudi Dreiseidel, der ca 1960 die Mosterei gründete. &lt;br /&gt;
:In diesem Zusammenhang wurden auf diesen Inseln, wie auch hinter der ehemaligen Mosterei, Obstbäume gepflanzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Elswerder, Eiswerder: &lt;br /&gt;
:auf den Karten fälschlicherweise heute als Eiswerder bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Elswierl“. Mit Erlen hätte das nichts zu tun¸ denn diese heißen im Plattdeutschen „Ellern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 09.jpg|800px|rechtsr|thumb| CD09 Kartenauszug Feldmarck Thomsdorff 1783]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese Karte hing im Goethe-Museum Weimar Anfang der 90er Jahre. 2025 war sie im Museum verschollen. &lt;br /&gt;
:Im Landesarchiv Brandenburg wurde eine Reproduktion erworben.&lt;br /&gt;
:Interessant ist die damalige Dreifelderwirtschaft mit den rhythmisch wechselnden Saatzeiten und die Ausdehnung der landwirtschaftlich genutzten Flächen. :Bis 1961 waren noch die Getreidefelder auf der Fläche des heutigen Campingplatzes am Dreetz zu sehen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Braun&#039;&#039;&#039; = Brachfeld&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Grün&#039;&#039;&#039; = Herbst-Winterbestellung &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Gelb&#039;&#039;&#039; = Frühjahr-Sommerbestellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==5. 19. Jahrhundert bis Ende des Kaiserreichs 1918==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Orte der Umgebung z. T. bis heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für diese Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gibt es über Carwitz wenig zu berichten. &lt;br /&gt;
:Carwitz war „noch nicht entdeckt“!&lt;br /&gt;
:Nach der gescheiterten Revolution von 1848 verlief die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und besonders in Mecklenburg-Strelitz ganz im Sinne des politisch äußerst konservativen Großherzogs Georg und seiner Nachfolger. &lt;br /&gt;
:Georg hatte die demokratische Bewegung als eine „Bande terrorisierender Radikaler“ diffamiert. (1 S. 20) &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter schreibt ironisch: § 1 der Mecklenburger Verfassung „Allens bliewt bin ollen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz war das kleinste aber auch reichste Fürstentum des Deutschen Kaiserreiches. &lt;br /&gt;
:So hatten Grundadel und Fürstenhaus bis 1919 das Recht auf fremden Grund und Boden zu jagen. &lt;br /&gt;
:Dabei betrifft „Reichstes Fürstentum“ das persönliche Eigentum des Großherzogs Friedrich Wilhelm II. (1860-1904). &lt;br /&gt;
:Seine Regierungszeit war geprägt durch eine an Geiz grenzende Sparsamkeit bei allen öffentlichen Ausgaben. Notwendige Investitionen in Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung unterblieben weitgehend. &lt;br /&gt;
:Deshalb stagnierten moderne Entwicklungen oder hielten nur zögerlich Einzug. Durch diese Politik konnten über Generationen angehäufte Schuldenberge des Fürstenhauses abgetragen werden. &lt;br /&gt;
:Das Land entwickelte sich jedoch zu einem der rückständigsten deutschen Territorien. Einem Ausspruch zufolge wollte Reichskanzler Otto von Bismarck im Falle des Weltuntergangs nach Mecklenburg fliehen, da hier die Welt 50 Jahre später untergehen würde. &lt;br /&gt;
:Als größter Grundbesitzer des Herrschaftsgebietes Mecklenburg Strelitz war der Großherzog im System der feudalen landständischen Verfassung Mecklenburgs eingebunden und hatte nur begrenzte Handlungsspielräume. &lt;br /&gt;
:Sein persönliches Vermögen wuchs dadurch während seiner Regierungszeit zu einem der reichsten deutschen Fürsten an. &lt;br /&gt;
:Er spekulierte und handelte sogar an der Börse.&lt;br /&gt;
:Am Spring, einer südlich von Laeven mitten im Walde gelegenen wunderschönen Quelle, steht ein Denkmal für den letzten Hirsch, der vom Großherzog geschossen wurde, d. h. eigentlich ein Denkmal für den Großherzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von Christa Schönfeld liegen handschriftliche Unterlagen des Amtes Feldberg vor. &lt;br /&gt;
:Die rechtlichen Festlegungen zu Haus und Hof sind unglaublich. &lt;br /&gt;
:Dazu auch der Fischereirechtsstreit vom 29.12.1801:&lt;br /&gt;
:-1 „verhandelt im Amte Feldberg den 29. Dezember 1801 in Gegenwart des Herrn Amtsrats &lt;br /&gt;
:auf heute ist der Freischulze Mollenhauer zu Carwitz, und der hiesige Fischer Sewkow vorgefordert, und da sie erschienenen, so hat man ihnen das von Herzoglicher Hochpreislicher Kammer unterm 20.vorigen Monats erlassenes gnädigstes Reskript in Betreff der von dem Freischulzen Mollenhauer auf dem Carwitzer See verlangten Fischerei hinlänglich bekannt gemacht, und die Erklärung des Freischulzen Mollenhauer darüber erfordert. &lt;br /&gt;
:Selbige gehet dahin: er hätte noch niemals die Fischerei auf dem ganzen Carwitzer See verlangt, sondern nur bloß, so wie sie seine Vorfahren gehabt. &lt;br /&gt;
:Er hätte niemals weiter als auf dem Vorlande gefischt, außer, dass er sein Netz doch außer dem Vorlande ausstellen müssen, weil er sonst gar keine Fische fangen können. &lt;br /&gt;
:Er wäre sehr bereit, sich der Fischerei wegen in der Güte auf einen gewissen Fuß zu setzen, wenn er nur überzeugt sein könnte, solche in der Zukunft ohne Streit und Zank auszuüben. &lt;br /&gt;
:Er erkläre sich völlig zufrieden mit dem ihn zugestandenen Revier zur Fischerei, nämlich von der Hälsung auf dem Dreetz in den Carwitzer See an bis an das Thomsdorfer Feld, und um diesen herum, bis an den Vor-Pool bei Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:Er wäre auch damit zufrieden, dass der Fischer in Feldberg, oder wer sonst den Carwitzer See gepachtet hätte, dieses Revier mit ihm gemeinschaftlich befischte, jedoch müsste er hoffen und sich ausbedingen, dass alle chikaneuse und ihm nachteilige Verfügungen in der Fischerei nachblieben, damit er mit dem Fischer diese Fischerei zusammen auf einen freundschaftlichen Fuß ausüben könnte. &lt;br /&gt;
:Der Fischer Sewkow bezeuget seine Bestimmung, so wie schon vormals zu den, dem Freischulzen Mollenhauer zur Fischerei zugestandenen Revier, und versichert, dass er von seiner Seite keine Gelegenheit dazu anderweitigen Streitigkeiten mit dem Freischulzen geben, sondern mit dem derselben auf dem bestimmten Revier, wenn das Wasser offen wäre, die Fischerei auf eine gemeinschaftliche und freundschaftliche Art ausüben wollen, jedoch müsse er sich ausbedingen, dass die Reusen nicht aus dem Vorlande, da wo er fischte gelegt würden, und dass der Freischulze, wenn er die Fischerei durch einen Arbeitsmann exercierte, entweder selbst dabei wäre, oder auch seinen Sohn oder einen von seinen Leuten dabei hielte, damit er, der Fischer, überzeugt würde, dass die Fischerei wirklich von dem Freischulze betrieben würde. &lt;br /&gt;
:Der Freischulze Mollenhauer agnosciret auch diese beiden von dem Fischer Sewkow vorgetragenen Punkte, genehmiget nochmal seine vorstehende Erklärung, und entsaget sich allen weitern Forderungen an der Fischerei auf dem Carwitzer See, außer dem bestimmten Ort.&lt;br /&gt;
:Da der Fischer Sewkow auch nichts weiter zu erinnern weiß, so ist diese Verhandlung geschlossen, und soll solche zur Herzoglichen Hochpreisl. Kammer eingesandt werden. Geschehen wie oben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hausbrief über das Freischulzenhaus an Friedrich Schulz&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Urkundlich ist dieser Hausbrief unter dem Siegel und der gewöhnlichen Unterschrift des Großherzoglichen Kollegiums und Forstkollegiums erteilt worden. Geschehen Neustrelitz 2. April 1859&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Von dem Großherzoglichen Mecklenburger Kammer- und Forst-Kollegio hieselbst ist dem Eigentümer Friedrich Schulz über das von dem Particulier Moldenhauer zu Neustrelitz laut Contrakts vom 1. März 1859 für 2500 Courant gekaufte, in Carwitz belegene vormalige Freischulzenhaus c.p. nachstehender Hausbrief erteilt worden: der Eigentümer Friedrich Schulz soll berechtigt sein, das vorgedachte Haus nebst Ställen und den unzertrennlichen Pertinenzen als: &lt;br /&gt;
:1. der Haus- und Hofstelle von 76 Quadrat-Ruten2&lt;br /&gt;
:2. den beiden Gärten und der Wörde hinter dem Hause zusammen von 1393 qr&lt;br /&gt;
:3. der an die Wörde stoßenden Wiese von 443 qr&lt;br /&gt;
:4. den beiden im Zansen See befindlichen Inseln a) dem Bullenwerder von 585 qr b) dem Steinwerder von 484 qr zusammen 2981 qr&lt;br /&gt;
:5. der Rohrwerbung hinter der Wörde&lt;br /&gt;
:6. die Fischerei auf demjenigen Teile des Carwitzer Sees und unter denjenigen Bestimmungen, welche vor dem Amte Feldberg ad  protocollum vom 29. Dezember 1801 festgesetzt worden, mit der Befugnis, den Graben aus dem Santzow ((? = Zantzen )) in den Dreetzer See allein zuzustellen, ohne jedoch Wehren in demselben anlegen zu dürfen, in Grundlage des Bestätigungsbriefes von 19. Februar 1853 eigentümlich zu besitzen und zu nutzen, wobei aber die Jagd auf den bis Ländereien vorbehalten und bedungen ist, dass der Eigentümer dieses Haus keine neuen Wohnungen in demselben anlegen darf.&lt;br /&gt;
:Dagegen muss von diesem Hause nebst Zubehör ein jährliches Grundgeld von zwei Thalern Courant...&lt;br /&gt;
:Mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservaten-Kasse, oder wohin es sonst angewiesen wird, prompt bezahlt werden. Außerdem müssen von diesem Hause resp. von den Besitzern desselben alle öffentlichen kommunal- und sonstigen Abgaben und Lasten, nicht minder die Kirchen-Pfarr- und Küster-Abgaben und Dienste, wie sie durch Edikte, Verordnungen oder Herkommen bereits bestehende, und resp. entweder verkündiget oder nötigen Falls durch das Amt werden repartieret und führen dies Grundstück bestimmt werden, unweigerlich bezahlt getragen und geleistet werden...“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Haus Nr. 18 in Carwitz - Zusatz zum Bestätigungsbrief vom 27. Oktober 1872&lt;br /&gt;
:Auf Grund der deutschen Maß- und Gewichtsordnung und des Reichsmünzgesetzes, sowie in Folge desfallsiger Vereinbarung mit dem Besitzer des Hauses Nr. 18 in Carwitz, dem Holzwächter Behrends kommen sind der Flächeninhalt der Pertinentien des Grundstücks und die dasselbe belastenden Abgaben in nachstehende Art umgewandelt und festgestellt. &amp;quot; ((Es folgen die in Quadratmetern umgerechneten Flächen des Freischulzenhofes von 1859.))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; 2. davon ist ein jährliches Grundgeld von sechs - 6 - Mark mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservatenkasse des Großherzoglichen Amts Feldberg oder wohin es sonst angewiesen wird, zu bezahlen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Es folgen Bestimmungen zu einer aus einem Teile des früheren Pfarrgehöftes in Carwitz gebildeten Erbpachtstelle I.B. &lt;br /&gt;
:§ 1 legt die Vermessung des Grundstückes fest)&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 2 der g. Behrends hat das Recht der Mitbenutzung der Trift zum Lucin-See zum Tränken seines Viehes. Sonstige Gerechtigkeiten an den Seen von Carwitz stehen ihm nicht zu.&lt;br /&gt;
:Er hat ferner mit den Besitzer  der Erbpachtstelle I.A gemeinschaftlich einen Ackerbestellungsweg so lang wie die Stellen sind, in einer Breite von - zwei und einhalb - 2 1/2 Meter und zwar jeder zur Hälfte von seinem Acker herzugeben und zu unterhalten.&lt;br /&gt;
:Die Jagd auf der Erbpachtstelle wird reserviert ((bedeutet was?)), und hat g. Behrends für Wildschaden keine Ansprüche zu erheben. (s. dazu (1 S.21- 23)..&lt;br /&gt;
:§ 3 betrifft Gebäude, Wohnungen und deren Verfügung))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 4 der Besitzer hat gegen die Kommüne, die Kirche, sowie die Küsterei zu Carwitz und gegen die Pfarre zu Feldberg den vierten Teil aller derjenigen Verpflichtungen zu übernehmen und zu leisten, wie sie ein Bauer in Carwitz hat oder nach ergehenden Bestimmungen und Verordnungen künftig haben wird; namentlich hat er das Messkorn an den Pastor in Feldberg und den Küster in Carwitz wie ein Carwitzer Bauer zum vierten Teile zu leisten und abzutragen.&lt;br /&gt;
:Auch hat er den vierten Teil der Hand - und Spanndienste bei den Bauten und Reparaturen der Kirche, des Kirchhofes, des Witwen-, Küster- und Schulenhauses zu Carwitz, sowie bei dem bestehenden Pfarrgehöft in Feldberg wie ein Carwitzer Bauer zu leisten und unterwirft sich hinsichtlich dieser Leistungen der Repartition des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ebenso hat er zur Besserung der über das Carwitzer Feld führenden Wege und der Dorfstraße, sowie event. zum Dämmen der letzteren, sowie zur Herstellung und Erhaltung der nöthigen Brücken nach demselben Verhältnisse beizutragen. Er hat auch auf Verlangen den Schulzen- und andre Gemeindedienste zu übernehmen, ersteren gegen die von dem Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegio zu bestimmende Renumeration.&lt;br /&gt;
:Dem Abdeckereizwange für Carwitz ist er unterworfen. Er hat auch dem bei einer eventuellen Versetzung des Küsters in Carwitz verbleibenden Schulmeister den vierten Teil desjenigen zu prästiren, was ein Carwitzer Bauern leistet oder leisten wird. Seinen Grenznachbaren hat er stets die nach Vorschrift des Amtes nöthige Vorfluth zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:§ 5 der g. Behrends erhält weder Brennholz für sich, oder seine etwaigen Einlieger, noch Bauholz oder sonstige Materialien.&lt;br /&gt;
:§ 6 der Besitzer unterwirft sich allen polizeilichen und administrativen Ordnungen und Anordnungen, welche über die Kommüne, die Schule und die Armenpflege von Carwitz bestehen oder noch erlassen werden sollten.&lt;br /&gt;
:§ 7 von diesem Grundstück ist von Johannis 1877 ab alljährlich ein Grundgeld von zwölf - 12 - Mark zu entrichten. Dasselbe wird in halbjährlichen Raten zu Michaelis und Ostern mit dem üblichen Quittungsgebühren an die Reservatenkasse des Amtes Feldberg oder wohin es sonst verlangt wird, frei bezahlt&lt;br /&gt;
:§ 8 das Grundgeld und alle sonstigen Abgaben, welche der Besitzer erbbrieflich zu entrichten hat, unterliegen dem Exekutionszwange des Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegii resp. des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Neustrelitz, den 21. August 1877 „&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Testament des Gastwirtes „Zum Krug“ August Utnehmer 1916 („de Kröger“)&lt;br /&gt;
:„Großherzogliches Amtsgericht Feldberg                                     Carwitz, 21. Juni 1916     &lt;br /&gt;
:gegenwärtig: Amtsrichter Dr. Weber als Richter, Gerichtsaktuar Renter als Gerichtsschreiber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf den Antrag des Krügers August Utnehmer in Carwitz sein Testament in seiner Wohnung aufzunehmen, begaben die Unterzeichneten sich heute in die in Carwitz gelegene Krugwirtschaft des Antragstellers. &lt;br /&gt;
:Sie trafen dort in einem zu ebener Erde nach dem Hofe hinaus belegenen Schlafraum einen älteren Mann im Bette liegend an, der auf Befragen des Richters erklärte, dass er der Krüger August Utnehmer sei und ein Testament errichten wolle. &lt;br /&gt;
:Die Persönlichkeit des Erblassers ist dem Gerichtsschreiber persönlich bekannt und wurde durch diesen auch dem Richter vorgestellt.&lt;br /&gt;
:Der Krüger August Utnehmer war offensichtlich krank, die Unterredung mit ihm ergab aber seine zweifellose Geschäftsfähigkeit.&lt;br /&gt;
:Er erklärte seinen letzten Willen mündlich wie folgt:&lt;br /&gt;
:§ 1 als Erben setze ich&lt;br /&gt;
:-meine Ehefrau Ida Utnehmer geb.Brüggemann zu 1/4 und&lt;br /&gt;
:-meine beiden Kinder Paul und Elisabeth Utnehmer zu je 3/8 ein.&lt;br /&gt;
:2 der Nachlass besteht im Wesentlichen aus dem Kruggehöft eingetragen im Grundbuch von Carwitz Blatt 26.&lt;br /&gt;
:Ich bestimme über die Auseinandersetzung, dass mein Sohn Paul dieses Kruggehöft mit allen darauf ruhenden Rechten und Lasten übernehmen soll, insbesondere also auch die darauf ruhenden Eigentümergrundschulden Fol. 1 bis 3 im Gesamtbetrage von 2700 Mark.&lt;br /&gt;
:Dafür hat er meine Frau und meine Tochter Elisabeth in der in den folgenden Paragrafen bestimmten Art abzufinden. &lt;br /&gt;
:Außerdem hat er als Alleinschuldner eine Schuld aus Darlehn von 2700 Mark, die für die Wirtschaft bei dem Vorschussverein im Feldberg aufgenommen worden sind, zu übernehmen.&lt;br /&gt;
:§ 3 meine Ehefrau Ida geb. Brüggemann soll zur Abfindung von meinem Sohn ein in das Grundbuch eingetragenes Altenteil aus der Wirtschaft erhalten und zwar:&lt;br /&gt;
:-400 Mark jährlich bar,&lt;br /&gt;
:-die für ihren persönlichen Bedarf erforderlichen Kartoffeln,&lt;br /&gt;
:-wöchentlich ein Pfund Butter,&lt;br /&gt;
:-täglich einen Liter Milch und ein Pfund Brot,&lt;br /&gt;
:-jährlich ein Schwein von 2 1/2 Zentnern Lebendgewicht,&lt;br /&gt;
:-und endlich freie Wohnung in den beiden Zimmern hinter der Krugstube.&lt;br /&gt;
:Sollte meine Frau aus irgendwelchen Gründen nicht die Altenteilwohnung und die ihr ausgesetzten Naturalien in Anspruch nehmen wollen, so soll es ihr freistehen, statt dieser Leistungen weitere 400 Mark jährlich von meinem Sohn zu verlangen. Auch dies soll in das Grundbuch eingetragen werden.&lt;br /&gt;
:§ 4 an meine Tochter Elisabeth soll mein Sohn 5000 Mark zur Abfindung aus dem Nachlass zahlen. Diese Erbschaftsforderung soll in das Grundbuch eingetragen werden und bis zu ihrer Heirat oder bis zum Tode der Mutter unverzinslich, dagegen von den bezeichneten Zeitpunkten an mit 4 v. H. in den landesüblichen Terminen verzinslich sein. Die Kündigung der Forderung ist bis zu ihrer Heirat oder dem Tode ihrer Mutter unzulässig, dagegen könnte sie von da an zu den landesüblichen Terminen erfolgen, frühestens aber zum zweiten Termin nach der Heirat bzw. dem Tode der Mutter.&lt;br /&gt;
:Außerdem soll mein Sohn persönlich verpflichtet sein, seiner Schwester Elisabeth im Falle ihrer Verheiratung eine Aussteuer im Werte von mindestens 2000 Mark aus dem Nachlass zu geben.&lt;br /&gt;
:Dies Protokoll wurde vorgelesen, von dem Erblasser genehmigt und von ihm eigenhändig unterschrieben.&lt;br /&gt;
:gez. A. Utnehmer &lt;br /&gt;
:geschlossen   &lt;br /&gt;
:gez. Weber Amtsrichter     gez. Renter Aktuar“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hullerbusch = Holunderbusch. &lt;br /&gt;
:Der Holunder wurde in der nordischen Mythologie als Baum des Lebens betrachtet. Er wurde von der Göttin Freyja verehrt und brachte Wohlstand und Glück. :Er wurde im Mittelalter auch als Tor zur Unterwelt gesehen.&lt;br /&gt;
:Hullerbusch-Bauernhof: Dr. med. Horst Rügler (Amtsarzt, Spechtstr. 5 in 1000 Berlin 33 Dahlem) übergab Frau Christa Schönfeld am 21.8.1992 die von ihm niedergeschriebene Geschichte des Hofes. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+2a&#039;&#039;&#039; Er schrieb sie als Schüler 1937 auf. Die Geschichte und Karte des Vermessungsamtes liegen als Kopien in den Unterlagen von Christa Schönfeld. &#039;&#039;&#039;(s. 12 u. 19)&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„Der Hof&lt;br /&gt;
:dem Bauern Christian Schulz gehörte nach seinem Grundbrief vom 30. 6.1832 ein Hof &amp;quot;auf der Bleiche&amp;quot; in Carwitz. Als dieser durch einen Brand vernichtet und die Flur neue reguliert wurde, bat er das großherzogliche Kollegium durch das Amt Feldberg am 11.4.1845 um die Erlaubnis, sein Gehöft auf seiner demnächstiegen Hufe am Hullerbusch neu aufzubauen, was ihm vier Tage darauf zugebilligt wurde. &lt;br /&gt;
:Dem Förster wurde aufgegeben, diesen Teil des Hullerbusches sofort vom Holze räumen zulassen, und der Bau des Gehöftes konnte beginnen.&lt;br /&gt;
:Er starb jedoch schon kurz darauf, und seine Witwe, eine geborene Hartwig, übergab am 27.2.1847 dem ältesten Sohn Johann Schulz, der am 21.3.1818 in Carwitz geboren war, den Hof. &lt;br /&gt;
:Mit seiner Ehefrau, Dorothea, geborene Köller, hatte er acht Kinder. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1887 übergab er dem ältesten Sohn Wilhelm Schulz die Wirtschaft, die dieser am 4.8.1913 an Wilhelm Strasen verkaufte, der am 8.2.1856 in Mechow geboren und bis dahin Meister am Dolgener Teerofen war. &lt;br /&gt;
:Von diesem erwarb der Landwirt Arno Troche den Hof, der nach dessen Tode, am 25.4.1931, in Konkurs ging, sodass ihn Wilhelm Strasen zurücknahm, um ihn am 14. 07. 1932 an meinen Großvater, Wilhelm Hasse, zu verkaufen. &lt;br /&gt;
:Nachdem dieser am 30.5.1935 gestorben war, wurde am 6.3.1937 meine Mutter, Martha Rügler, Erbin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Hof vom ehemaligen Pächter oder Besitzer des über 20 ha großen Hofes Wiesenthal bei Zierke / Neustrelitz übernommen. :Dieser Bauer Schäfer betrieb dort Gemüseanbau - vielen Flüchtlingsfrauen wurde dadurch in der schweren Zeit nach dem Kriege geholfen. &lt;br /&gt;
:Bald ging aber auch er in den Westen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 10.jpg|600px|zentriert|thumb| CD10 Villa Hullerbusch vor dem Bau des Hotels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Hullerbusch wurde 1904 das Jagdschlösschen des bankrotten Gutsherrn von Wittenhagen abgerissen. &lt;br /&gt;
:Der neue Eigentümer, der ehemalige Schutztruppenoffizier Meike, baute es – nach Osten versetzt – wieder auf. &lt;br /&gt;
:Interessant ist, dass dabei die wertvollen ausländischen Hölzer mit Wurzelballen herausgenommen wurden. &lt;br /&gt;
:Meike fiel übrigens im hohen Alter noch im ersten Weltkrieg.“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 11.jpg|600px|zentriert|thumb| CD11 die &amp;quot;uralte&amp;quot; Luzinhalle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Großvater von Christa Schönfeld, Wilhelm Strasen, kaufte 1913 das Bauerngehöft Hullerbusch, ca. 200 Morgen Land. &lt;br /&gt;
:Das ist die jetzige Schäferei. (s. Interview Schönfeld)&lt;br /&gt;
:Die Kahnfähre über den Schmalen Luzin an der ehemaligen Gaststätte „Luzinhalle“ soll seit 1907 existieren. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12.jpg|1500px|zentriert|thumb| CD12 Hullerbusch Bauernhof 1925 Meckl. Strel. Vermessungsamt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12a.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD12a Hullerbusch-Weg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 13.jpg|800px|zentriert|thumb|Datei: CD13 Blick auf Carwitz um 1900]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 14.jpg|800px|zentriert|thumb| CD14 Blick über die Luzinhalle auf das Schmal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 16.jpg|800px|zentriert|thumb| CD16 Der Erinnerungssein an den Förstersohn Hans Knebusch (Hartmannsweilerkopf liegt im Elsass)]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Krüselin:&#039;&#039;&#039; die alte Dorfstelle der deutschen Ostkolonisation, heute Wüstung Krüselin – wurde 1945 endgültig zerstört, da sich Letten-SS oder Hitlerjugend dort verschanzt hatten; die Grundmauern wurden nach 1990 aufgefrischt. &lt;br /&gt;
:Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war dort eine Revierförsterei und beherbergte auch drei Waldarbeitergehöfte. &lt;br /&gt;
;Unter der zum Gedenken an den Sohn des Försters gepflanzten Silberlinde steht der Stein: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine uralte &#039;&#039;&#039;Wassermühle&#039;&#039;&#039; steht am Ausfluss des Sees Krüselin. &lt;br /&gt;
:Jenseits des Baches liegt Brandenburg. &lt;br /&gt;
:Die Geschichte dieser Wassermühle mit dem Streit um ihren Besitz und die damit verbundenen Einnahmen ist interessant und erheiternd. (Siehe Abschnitte Tilemannus Stella von Siegen 1575-78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“ im Anhang) &lt;br /&gt;
:Die Wassermühle ist heute eine Ferienpension. Es gibt noch mehrere Ferienhäuser. &lt;br /&gt;
:Die Gaststätte liegt sehr schön am See.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==6. Weimarer Republik und Nationalsozialismus / 1919 - 1945:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die vier Interviews mit Christa Schönfeld, Ehepaar Hildegard und Otto Schulz, Ehepaar Ursula und Kurt Güldner, sowie Erna Morach, geb. Güldner, in den :Jahren 2005-2008 spiegeln die Verhältnisse in der Landwirtschaft, den Handwerken und insbesondere auch die Schulbildung, in dieser Zeit wider.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld (1921-2009), Carwitz, Dorfstr.78 erzählte 2005 bei mehreren Zusammenkünften: &lt;br /&gt;
:Ihr Urgroßvater Brüggemann hatte den Krug (die jetzt geschlossene Gastwirtschaft) 1826 gekauft. Seitdem war er im Besitz der Familie. Der Großvater August Utnehmer heiratete Ida Brüggemann und übernahm „de Krog“, seitdem war er „de Kröger“. &lt;br /&gt;
:Er starb 1916 und ihr Vater Paul Utnehmer übernahm den Krug.4 &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkriege hatte Carwitz ca. 280 – 300 Einwohner.   &lt;br /&gt;
:Man unterschied das untere vom oberen Dorf. So gab es „de unnerdörpchen un de boomdörpchen“ - die Unter- und die Oberdörfler.    &lt;br /&gt;
:Boomdörp = Dorf mit großen alten Bäumen um die Kirche herum&lt;br /&gt;
:Der älteste Hof (früher Familie Benzin), der seit dem 30-jährigen Krieg bestehen soll, gehört der jetzigen Familie Juhl, Dorfstr. 66. Es ist das :Restaurant mit dem Eisstand und dem Straßenkiosk.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD17x.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD17 Der Krog vor 1906]]&lt;br /&gt;
                                                                                                                                                                           &lt;br /&gt;
:Während die Wohnhäuser im 19. Jahrhundert meist schon mit Ziegeln gedeckt waren, waren die Scheunen noch mit Rohr gedeckt. &lt;br /&gt;
:1926 brannte die Scheune von Schönfelds ab (Dorfstr.78, später Kratochwil). &lt;br /&gt;
:Durch den Funkenflug über die Straße hinweg wurden auch die Scheunen vom Pfarrhof und vom Hof Dreiseidel angezündet und brannten ab.  &lt;br /&gt;
:Da drei Scheunen abgebrannt waren, wurde auf dem Bollenwerder ein kleiner Stall für die dort weidenden Kühe gebaut.                                                                                     &lt;br /&gt;
:Das wirtschaftlich genutzte Land, die Äcker gehörten alle dem Großherzog. &lt;br /&gt;
:Die Bauern hatten es gepachtet, als Erbpacht. Nur der Freischulze besaß eigenes Land. &lt;br /&gt;
:Die Höfe und der Hausgarten, „de Woerde“, gehörten aber schon länger dem Hofbesitzer. &lt;br /&gt;
:Erst nach der Enteignung der Fürsten 1919 konnten die Bauern in den 20er und 30er Jahren das Land ziemlich günstig nach und nach vom Staat kaufen. &lt;br /&gt;
:So hat „de Kröger“ Paul Utnehmer sein Land damals im Tausch gegen eine für die Gastwirtschaft bestehende „Gerechtsamkeit“, die in Holzlieferungen der Forst bestand, ablösen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 18.jpg|600px|zentriert|thumb| CD18 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 19.jpg|600px|zentriert|thumb| CD19 Paul Utnehmer mit Sohn Joachim bringen Feriengast zum Bahnhof ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben, und trugen sie nach Hause. Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.&lt;br /&gt;
:In Carwitz gab es in den 20er und 30er Jahren 3 Vereine: &lt;br /&gt;
:Der Schützenverein, der Geselligkeitsverein und der Gesangsverein. &lt;br /&gt;
:Die Krogwirtschaft hat die Vereinsfeste betreut. Das waren reine Männervereine, Frauen waren nur bei den Festen dabei. &lt;br /&gt;
:In den Hullerbusch-Wald, hinter dem jetzigen Ferienhotel, wurden Bänke, Tischplatten auf Böcken und Zelte gebracht. &lt;br /&gt;
:Der Krog wurde mit Mecklenburger Fahnen und Girlanden geschmückt. Wenn sich alle versammelt hatten, zog der Schützenverein hinaus zum Hullerbusch. &lt;br /&gt;
:„De Kröger“ Paul Utnehmer half Muttern mit einem kleinen Schubs auf den Pferdewagen und fuhr hinterher. &lt;br /&gt;
:Angekommen zapfte er ein großes Fass Bier an und schenkte aus. Die Frau des Krögers kochte auf einem eisernen Dreifuß über Holzfeuer in einem Kessel den Kaffee. &lt;br /&gt;
:Bäcker Schulz hatte Pfannkuchen gebacken. Die Männer tranken mehr Bier und Cognac. &lt;br /&gt;
:Auf Schießscheiben wurde dann auch noch geschossen. Am Abend, nachdem das Vieh versorgt war, gab es dann großen Tanz im Krog bis frühmorgens um 6 Uhr. :Wenn es zu laut wurde oder Raufereien begannen, wurden die Unruhstifter vom kraftvollen Kröger sehr schnell an die frische Luft gesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 20.jpg|600px|zentriert|thumb|CD20 Foto von Christa Schönfeld hinterm Krog mit Keglern: re. außen mit Kegelkugel = Paul Utnehmer, der mit weißem Schnauzbart und Hut ist sein Vater August Utnehmer, li. mit dem Arm auf der halben Wand = Ida Utnehmer seine Frau. ]]&lt;br /&gt;
:Manchmal gab es auch Lehrer oder andere Interessierte, die vor allem zu Weihnachten Theaterspiele organisierten. &lt;br /&gt;
:Es waren Märchen oder die Texte wurden selbst verfasst. &lt;br /&gt;
:Auch die Kostüme wurden selbst genäht oder geklebt. Alle Darsteller waren aus Carwitz. &lt;br /&gt;
:Feldberger oder andere Auswärtige kamen dafür nicht infrage&lt;br /&gt;
:Ich war mal die Großmutter im Märchen „Rotkäppchen“. &lt;br /&gt;
:Da ich das Taschentuch verloren hatte, trocknete ich mir die Tränen demonstrativ mit meiner Trägerschürze ab. Dafür bekam ich stürmischen Applaus. Malermeister Schmidt, der Vater von Ursula Barthels, hat aus 32 Volksliedern ein Theaterstück zusammengestellt. &lt;br /&gt;
:Er konnte nicht singen, sie auch nicht. Aber das hat er wunderbar gemacht. &lt;br /&gt;
:Er wandert in die Ferne und kommt erst nach Jahren zurück. Da ist seine ehemalige Geliebte entgegen dem Schwur beim Abschied, unglücklich mit einem Gärtner verheiratet. &lt;br /&gt;
:Ich spielte ihr kleines Mädchen.  Sie schaut am Gartentor mit tränenumflortem Blick in die Ferne und denkt dabei an ihren früheren Schatz. Wo ist er wohl jetzt? &lt;br /&gt;
:Der tritt unerkannt auf sie zu mit den Worten: „Warum weinst du holde Gärtnersfrau, weinst du um das Veilchen Dunkelblau?“ So setzte er die Liedtexte dann aneinander.&lt;br /&gt;
:Mit der Machtübernahme durch die Nazis wurden die Vereine alle aufgelöst oder gleichgeschaltet und die Feste fanden nicht mehr statt. Sie entsprachen nicht mehr den Vorstellungen vom „völkischen Brauchtum“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Aufgewachsen bin ich im Krog. Ostern 1928 kam ich mit 8 weiteren Kindern in die einklassige Schule in Carwitz. (heute wohnt dort Fr. Deuß, Dorfstraße 74) &lt;br /&gt;
:Sie hatte 8 Klassenstufen, insgesamt hatte die Schule 54 Kinder in dem einen Raum. &lt;br /&gt;
:Ich hab’ geheult, ich wollte nicht in die Schule gehen. Die ABC-Schützen saßen vorn in der ersten Reihe. &lt;br /&gt;
:Einziger Lehrer war „Köster“ Heiy, der später nach Weisdin versetzt wurde. Der Lehrer wurde „de Köster“ genannt, obwohl er das zu dieser Zeit schon nicht mehr war. &lt;br /&gt;
:Trotzdem spielte er am Sonntag zum Gottesdienst die Orgel. &lt;br /&gt;
:„De Glöckner“ Schmidt läutete dreimal am Tage die „Bädglock“ - 7.00, 12.00 und 18.00 -. &lt;br /&gt;
:Auch den Sonntag hat er eingeläutet und danach die Orgel getreten.  Nebenbei hat „de Glöckner“ noch die beiden Friedhöfe gepflegt.&lt;br /&gt;
:„Erzogen“ wurde mit dem Rohrstock. „Wenn ich beim 2. Male beim Schwatzen ertappt wurde, musste ich nach vorn kommen, die flachen Hände vorstrecken und bekam dann mit dem Rohrstock paar übergebrettert, das hat gezogen! &lt;br /&gt;
:Na, den Jungs wurde mit dem Rohrstock regelrecht der Hintern verprügelt. Bestimmt über ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ich mich an die Schule gewöhnt hatte. &lt;br /&gt;
:Ich fragte mich immer, warum fragt „de Köster“ nicht die älteren Kinder, wenn er was wissen will?  &lt;br /&gt;
:Weil ich nicht lesen und schreiben wollte, gab mir Mutter so nach einem halben Jahr im November paar ordentliche Ohrfeigen. &lt;br /&gt;
:Von diesem Abend an konnte ich plötzlich lesen und schreiben. Ich hatte ja eine gute Auffassungsgabe, obwohl ich eigentlich ein Phlegmatiker war. &lt;br /&gt;
:Was ich nicht mochte, mochte ich nicht. Der Nachfolger, Herr Neckritz, kam aus Brohm einem Gutsarbeiterdorf. &lt;br /&gt;
:Er trug braune SA-Uniform. Frühmorgens mussten wir ihn alle mit ausgestrecktem rechtem Arm und „Heil Hitler“ begrüßen. &lt;br /&gt;
:Da ich gut in Orthographie war, musste ich die Diktate der jüngeren Schüler mit Bleistift korrigieren und er schrieb das dann mit roter Tinte nach und setzte sein „N„ darunter. &lt;br /&gt;
:Er war sehr nervös und den Anforderungen einer großen Dorfschule nicht gewachsen. Oft reagierte er unüberlegt und ungehalten. &lt;br /&gt;
:So ging ihm mal das ständige „Heil Hitler“ - „Heil Hitler“ so auf die Nerven, dass er missmutig sagte „Ihr wisst ja gar nicht, was ihr sagt, da könnt ihr auch „Heil Moskau“ sagen. &lt;br /&gt;
:Der „Dorfrat“, den es zwar nicht gab, den aber die interessierten Männer des Dorfes am Stammtisch des Krogs bildeten, veranlasste darauf, dass er auf eine andere Schule versetzt wurde. &lt;br /&gt;
:Der Nachfolger war Lehrer Schwoch. Das war ein noch größerer Nazi. Der bespitzelte alle und wurde später „Blockleiter“ des Dorfes. &lt;br /&gt;
:Er hat meinen Vater angezeigt, weil er die Urlauber noch nach der Sperrstunde - 23 Uhr - bei sich im Krog sitzen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 21.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD21 1928 Carwitzer Schulklasse mit Lehrer (vor der Schule Dorfstr. 74. Das einzige „Umgebindehaus“ in Carwitz)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1936 wurde ich an Palmsonntag konfirmiert und aus der Schule entlassen. &lt;br /&gt;
:Der Lehrer empfahl meinem Vater, mich aufs Lyzeum in Neustrelitz zu schicken. &lt;br /&gt;
:Aber das konnte sich mein Vater finanziell nicht leisten. Ich blieb dann zu Hause, erlernte keinen Beruf, half im Hause und in der Gastwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Mein späterer Mann, Siegfried Schönfeld, kam aufs Carolinum in Neustrelitz. Er war auch hier in Carwitz geboren und ging die ersten Jahre hier zur Schule. &lt;br /&gt;
:Seine Tante, eine vermögende Oberin in Eutin, hat ihm das Gymnasium bezahlt. Sie hat ihn dann noch auf die NAPOLA (Nationalpolitische Anstalt) in Plön geholt. Da hatte er eine furchtbar harte Ausbildung.   &lt;br /&gt;
:Im Kriege waren die jungen Männer alle in der Wehrmacht. &lt;br /&gt;
:Fremdarbeiter und Kriegsgefangene - Polen, Franzosen, Russen - waren den Bauernwirtschaften zugeteilt worden. &lt;br /&gt;
:Da kam es dann öfter mit den Mädchen oder jungen Frauen zu Liebesbeziehungen, die dramatische Folgen haben konnten. &lt;br /&gt;
:So beantragte 1943 der „Blockleiter“ und Lehrer Schwoch, dass ein Pole gehängt werden solle, weil er ein Verhältnis mit einem Dienstmädchen (von Köllers) hatte. &lt;br /&gt;
:Das konnten der besagte „Dorfrat“ der engagierten älteren Bauern, beim Dorfvorsteher Schmidt (Bürgermeister gab es damals nicht) aber verhindern, indem er das Gerücht als nicht wahrheitsgemäß bezeichnete und den Polen versetzen ließ.“5&lt;br /&gt;
       &lt;br /&gt;
:„Ende April 1945 kamen zu uns nach Carwitz Lettische SS, Freiwilligen-SS. &lt;br /&gt;
:Wir waren schon vorher mit Pferden und Wagen in den Wald, hinter der damaligen Dorfstelle Krüselin, geflüchtet. &lt;br /&gt;
:Das Vieh hatten wir aber in den Ställen lassen müssen. Da bin ich mit dem Fahrrad noch mal hingefahren und habe die Kühe gemolken. Ich hörte schon die Geschütze am Erddamm in Feldberg / Wittenhagen donnern. &lt;br /&gt;
:Der eine Lette hat mich händeringend angefleht, weit wegzufahren mit dem Fahrrad. Ich solle keine Rücksicht auf meine Eltern nehmen. &lt;br /&gt;
:Seiner jungen Frau sei es ganz furchtbar durch die Russen ergangen. &lt;br /&gt;
:Ich bin aber bei meinen Eltern in einer Fichtenschonung im Walde geblieben.           &lt;br /&gt;
:Am 28. April kamen dann die Russen. &lt;br /&gt;
:Erst pfiffen die Kugeln über uns hinweg, da die Dorfstelle Krüselin beschossen wurde. Dort lag Lettische SS. Dann war es ½ Stunde ruhig. &lt;br /&gt;
:Auf einmal stürmten die Russen zu uns in den Wald. Ein junger Offizier sagte zu mir: „Frau komm mit“ Ich: „nein, nein, nein!“ Da kamen alle Russen auf uns zu, haben die Maschinenpistolen auf uns gehalten. Ein bei uns arbeitender polnischer Junge, der die russische Sprache verstand, sagte zu mir, dass ich mitgehen müsste, sonst würden „der Chef und die Frau“ - meine Eltern - erschossen. &lt;br /&gt;
:Ich wurde losgezerrt und war in den ersten 5 Minuten schon vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Danach mussten wir aus dem Wald wieder zurück nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Auf dem Weg nach Laeven wälzte sich eine unvorstellbare Menge von Panzern, LKW’s, Pferdewagen, Fußsoldaten auf dem Vormarsch nach Berlin entlang. &lt;br /&gt;
:Damals gab es noch keine befestigten Chausseen. Vielen von uns wurden die Koffer oder sonstige Gepäckstücke, die wir retten wollten, weggenommen und auf die Lastwagen geworfen. &lt;br /&gt;
:Später haben wir noch gelacht, weil einige Frauen ihren Mann beschimpften: „Fritz was bist du dämlich, dass du dir den Koffer hast wegnehmen lassen.“ &lt;br /&gt;
:Was sollte er denn anders tun? Es hat lange gedauert, bis wir wieder zu Hause waren. &lt;br /&gt;
:Der Hof war voller Russen, die dauernd wechselten. Sie konnten sich nur kurz bei uns ausruhen. &lt;br /&gt;
:Ich habe mich tagelang auf dem Stallboden hinter Strohballen versteckt, bin dort auch nicht gefunden worden. &lt;br /&gt;
:Meine Mutter wurde noch mehrfach vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Eine Familie Dr. Horn, eine Frau und ihre beiden Söhne, kam aus Feldberg und wollte sich unten am Ufer des Schmalen Luzins vergiften. Bei der Frau und einem Sohn hat es geklappt. &lt;br /&gt;
:Das Schlimmste aber war, dass die Frau in ihrem Todeskampf noch vergewaltigt worden ist. So lag sie da, so hat man sie gefunden. &lt;br /&gt;
:Den Ehemann, er war Rechtsanwalt, hat man durch Feldberg geschleift. Er ist nach Russland deportiert worden, aber später wieder zurückgekommen. &lt;br /&gt;
:Er stammte aus dem Westen Deutschlands. Der andere Sohn Peter Horn (12) ist bei Frau Kratochwil untergekommen und dann im Herbst schon nach Westdeutschland gegangen. &lt;br /&gt;
:Die Leichen wurden zunächst am Luzin begraben und Anfang der 50-er Jahre auf den neuen Friedhof umgebettet. &lt;br /&gt;
:Mitte Mai 1945, wir wussten nicht, dass der Krieg schon zu Ende war, haben meine jüngere Nachbarin, Christa Völkner, und ich uns wieder verstecken müssen. &lt;br /&gt;
:Da sind wir auf Brettern über „de Hals“6 auf das sumpfige Ufer geflüchtet und haben uns bei sehr schönem Wetter dort versteckt. &lt;br /&gt;
:Mein Vater hatte mir unter einer Dachgaube ein Versteck gebaut. &lt;br /&gt;
:Die Christa Völkner wurde aber in ihrem Haus unter dem Bett hervorgezerrt und 7 oder 8 Mann haben sich dann über sie hergemacht. Mutter und Oma waren mit dabei. &lt;br /&gt;
:Ein 2. Strohsack wurde in mein Versteck noch hineingezwängt. &lt;br /&gt;
:Fast täglich wurde das ganze Haus vom Keller bis zum Boden durchsucht. Es war furchtbar. &lt;br /&gt;
:Ich habe eine Eisenstange neben mich gelegt und hätte den, der mich entdeckt, erschlagen. Das konnte ich nicht noch einmal ertragen. &lt;br /&gt;
:Dann hätten sie mich eben lieber erschießen sollen. &lt;br /&gt;
:13 Wochen haben wir nachts in dem Versteck gelegen. Obwohl ein Nachbar, der alte K., uns verraten und den Russen gesagt hatte, dass dort 2 Mädel sind, wurden wir nicht gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, (1923-2008) in Carwitz und Hildegard, geb. Rakow, (1923- ?) in Thomsdorf, erzählten 2006: &lt;br /&gt;
:Otto Schulz: „Mein Vater wurde in Hasselförde 1883 geboren. Er heiratete 1909 in den Bauernhof Benzin ein. &lt;br /&gt;
:Unser jetziges Haus, Dorfstr. 90, rechts vor der Bäk, wurde von ihm gleich danach gebaut. &lt;br /&gt;
:Nach dem 1. Weltkrieg 1923 kaufte mein Vater das bis dahin gepachtete Land vom Staat, denn das Land der Fürsten war 1919 enteignet worden. &lt;br /&gt;
:Mein Großvater mütterlicherseits war auch Ortsvorsteher. &lt;br /&gt;
:Nachdem er starb übernahm meine Großmutter dieses Amt. Ja, die hatte Haare auf den Zähnen, meine Großmutter“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld meinte zu dieser Großmutter: „Das Sagen auf den Bauernhöfen hatten die Besitzer, d.h. auch in Familienangelegenheiten sagten die Alten, wie es lang ging. &lt;br /&gt;
:So hatte die junge Familie Schulz schon 5 Söhne. Das waren nach Ansicht der alten Bäuerin, schon zu viele. &lt;br /&gt;
:So bestimmte sie als Schwiegermutter, dass das junge Paar in Zukunft getrennt zu schlafen habe“. &lt;br /&gt;
:„Otto Schulz, der jüngste Sohn, damals 5 Jahre alt, war en Dollbrägen, ne war das en Dollbrägen“.  &lt;br /&gt;
:Im harten Winter 1929 starb die Großmutter.  Als sie aus dem Dachgeschoss über die steile Treppe nach unten gebracht wurde, meinte Otto: „Un ehre Knochen, de habn geklöttert!“ – „und ihre Knochen, die haben geklappert“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto: „Eingeschult wurde ich 1930 bei Lehrer Hey, später waren meine Lehrer Wils, Richter, Neckritz. &lt;br /&gt;
:Neckritz war ein SA-Mann, wir mussten frühmorgens mit „Heil Hitler grüßen. &lt;br /&gt;
:1937 wurde ich in Carwitz bei Pfarrer Schwuch konfirmiert. &lt;br /&gt;
:Nach Schulabschluss der 8. Klasse lernte ich bei der Fa. Licht in Feldberg den Beruf „Maschinenschlosser“. &lt;br /&gt;
:1941 zur Wehrmacht eingezogen kam ich ins Afrikacorps. &lt;br /&gt;
:Im Februar 1948 wurde ich aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, aber aus Schottland entlassen. &lt;br /&gt;
:Am 3.2.1948 war ich wieder zu Hause in Carwitz. &lt;br /&gt;
:1949 heirateten wir. Meine Braut wohnte vorher in Thomsdorf. Um zu ihr zu kommen, musste ich über den „Hals“.&lt;br /&gt;
:Dort lag damals ein Brett über dem Bach; manchmal lag auch ein Kahn am Ufer. Erst Anfang der 50er Jahre wurde die Fußgängerbrücke gebaut. &lt;br /&gt;
:Zuerst haben meine Frau und ich nur für Kost und Logis bei meinem Vater auf dem Hof gearbeitet. Wir waren sehr gut eingerichtet in der Wirtschaft.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Erna Morach, geb. Güldner (1921-2012) in Carwitz. wohnte 2008 in der Carwitzerstr. 617: &lt;br /&gt;
:„Die einklassige Schule besuchte ich von 1927-1935. Die älteren Schüler mussten sich um die jüngeren kümmern und deren Hefte auf Fehler kontrollieren. :Ich selbst war gut im Rechnen, weshalb ich nur für die Kontrolle der Rechenaufgaben eingesetzt wurde. Lehrer waren Herr Hey und Herr Richter.  &lt;br /&gt;
:Meine Schwester Susanne war mit Lore Ditzen, der „Mücke“, von Familie Hans Fallada befreundet. &lt;br /&gt;
:Wenn die Familie Fallada spazieren ging, dann kamen sie oft auf dem Wege zum Hauptmannsberg bei uns vorbei und holten Susi ab. &lt;br /&gt;
:Sie klopften an das Hoftor und riefen: “Susi komm aus deinem Husi“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 22.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD22 Foto von Erna Morach]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit 14 Jahren wurde ich in Carwitz konfirmiert. Danach ging ich jeweils für 1 Jahr als Dienstmädchen nach Rosenhof und nach Tornowhof. &lt;br /&gt;
:Danach hatte ich eine 2-jährige Wirtschaftslehre auf dem Gut Walkendorf bei Rostock. &lt;br /&gt;
:1940 wurde ich von meinem ersten Kind, einem Jungen, entbunden. Ich lebte dann bis zu unserer Hochzeit 1947 im Elternhaus. &lt;br /&gt;
:Die Eltern hatten 1933 das Haus – rechte Ecke nach Hullerbusch, heute Dorfstr. 83 – gekauft. &lt;br /&gt;
:Dort betrieben sie eine kleine Landwirtschaft von 7 Morgen, mit 1 Kuh, paar Schweinen und Kleinvieh. Dazu hatten sie auch ständig noch Sommergäste. &lt;br /&gt;
:Da sie keine Pferde hatten, mussten sie sich von den Bauern die Äcker auf dem Bohnenwerder – „7 Stücke vor und hinter der Brücke“ – bearbeiten lassen (Pflügen, Eggen, Mähen etc.). &lt;br /&gt;
:Diese Dienstleistungen wurden dann von den Familien wieder abgearbeitet. Für meine Eltern musste ich beim Müller Schmidt die Rechnung „abarbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1945: Die Rote Armee kam in der 2. Aprilhälfte von Wittenhagen und von Thomsdorf. Ich flüchtete mit der Letten-SS, die sich in Carwitz befand, in den Wald hinter Rosenhof. &lt;br /&gt;
:Aber nach 1 Tag ging ich bereits wieder zurück in unser Haus. Drangsalierungen o. ä. erlebte ich selbst direkt nicht. &lt;br /&gt;
:Wenn die Russen vorn hereinkamen, flüchtete ich in die Scheune hinter das Heu und Stroh. &lt;br /&gt;
:Die Russen lebten nicht im Dorf, sondern bauten sich am Weg nach Laeven Erdbunker. Die Löcher, Senken von ca. 8x4 m sieht man heute noch.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus dem Interview 2008 mit Ehepaar Ursula (geb. Koch) (1931-2016) in Neuhof bei Feldberg, und Kurt Güldner, Kurt (1925-2015) in Carwitz:&lt;br /&gt;
:Kurt wurde geboren gegenüber dem Backhaus im Oberdorf. &lt;br /&gt;
:Nach 7 Jahren zogen die Eltern ins Unterdorf Nr.83, rechtes Eckhaus am Abzweig nach Hullerbusch, heutiges Restaurant „Carwitz Eck“.  &lt;br /&gt;
:„Kurt besuchte von 1932-1940 die einklassige Volksschule für die 1.-8. Klasse in Carwitz (Dorfstr. 74). &lt;br /&gt;
:Lehrer war zunächst Herr Wilz für 41 Schüler. Von den Jungen lebt außer Kurt Güldner heute (10.4.08) keiner mehr, von den Mädchen noch einige. &lt;br /&gt;
:Schulzeit im Sommer für die 3.-8. Klasse 7.00 – 12.00; für die 1. und 2. Klasse 10.00 – 12.00. &lt;br /&gt;
:Im Winter begann der Unterricht erst 8.00. &lt;br /&gt;
:Ab 1934 kam als Nachfolger Lehrer Schwoch. Dieser kam aus Mirow, war überzeugter Nationalsozialist und war als Lehrer völlig ungeeignet. Die Versetzung nach Carwitz war wohl schon eine disziplinarische Maßnahme gewesen. Er unterrichtete als überzeugter Nazi mit militärischer Dressur und Prügel. Morgengruß „Heil Hitler“. &lt;br /&gt;
:Wenn man 3 Fehler im Diktat hatte, bekam man mit dem frisch vom Kirchhof geschnittenen Zweig eines Fliederbusches Prügel, die Jungen auf den Po, die Madel auf den Buckel“. &lt;br /&gt;
:Schwoch hatte auch Fischereirecht für den Hals, den Kanal zwischen Carwitzer See und Dreetz. &lt;br /&gt;
:Dort musste Kurt Güldner immer die Fische aus dem Kasten für das Mittagessen des Lehrers holen. &lt;br /&gt;
:Die größeren Schüler wurden von 10.00 bis 12.00 mit Aufsätzen, Rechenaufgaben, Lesen etc. beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Uli Ditzen, der ältere Sohn von Suse und Hans Fallada, war von der 1.- 4. Klasse auch Mitschüler und Spielkamerad in dieser Dorfschule. &lt;br /&gt;
:Danach ging er nach Templin aufs Joachimsthaler Gymnasium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 23.png|1200px|zentriert|thumb| CD23 1933, Frühjahr: Lehrer Wils und Klasse 1.- 8. vor der Linde am Denkmal des 1. Weltkrieges 1. Reihe, 2. links Kurt Güldner, Gottlieb Rohde, Adolf Vogler, Otto Schulz, Jochen Utnehmer, Hans Rode?, Arnold Hofer&lt;br /&gt;
2. Reihe: 3. von links Henny Wiese, geb. Güldner, 4. Erna Morach, geb. Güldner ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die einklassige Schule für die 1. – 4. Klasse mit 2 Lehrern wurde 1960 aufgelöst. Die Carwitzer Schüler mussten dann zuerst jeden Tag zu Fuß nach Feldberg gehen oder mit dem Rad fahren. Kurze Zeit später wurde ein Schulbus eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit 17 Jahren wurde Kurt 1942 Flakhelfer und 1943 zur Wehrmacht eingezogen. 1945 kam er in russische Gefangenschaft und wurde mit 25 Jahren, Dezember 1950 aus der Gefangenschaft (Donezbecken) entlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ursula (damals 14) floh mit ihrer Mutter nicht mit der Letten-SS, die in Carwitz und Neuhof einquartiert war. &lt;br /&gt;
:Sie blieben auf dem Hof bei den Großeltern. „Als die Kampftruppe der Russen kam, versteckten wir uns mit dem Vieh in selbstgebauten Erdbunkern am Küstersteig zum Schmalen Luzin. Die Russen entdeckten uns hier nicht, bis wieder „normale“ Zeiten eintraten. Dadurch kam es auch in unserer Familie zu keinen Übergriffen.“ &lt;br /&gt;
:Ursula hat von diesen Tagen und wenigen Wochen bis zum Abzug der russischen Kampftruppen im Juni 1945 nur lustige, heitere Erinnerungen: &lt;br /&gt;
:So hatten wir am Küstersteig aktuell kein Wasser und wuschen uns mit Kuhmilch. &lt;br /&gt;
:Die Kühe mussten ja gemolken werden, die Milch konnte aber nicht abtransportiert werden. &lt;br /&gt;
:Die Russen erschossen alle Hühner unseres Hofes. Daraus mussten wir Suppe kochen, aber auch mitessen, damit keine heimlichen Vergiftungen erfolgen konnten. &lt;br /&gt;
:Die Frisierkommode wurde als Futterkrippe für die Pferde genommen. Ihre eigenen 2 Pferde wurden gegen alte abgearbeitete der Russen ausgetauscht. &lt;br /&gt;
:Während des Schlafes hat eine Maus ein großes Loch in meine Jacke gefressen. &lt;br /&gt;
:Die russischen Soldaten aus den unendlichen Weiten Russlands, wo es noch keine Technik gab, staunten dann auf unserem Hof, dass Wasser aus der Wand und Licht aus der Decke kamen. &lt;br /&gt;
:Ein Soldat hatte 7 Armbanduhren am Unterarm. Keine ging mehr, da er sie nicht aufgezogen hatte. &lt;br /&gt;
:Alle 7 hat er gegen eine noch laufende Uhr meiner Mutter eingetauscht.  &lt;br /&gt;
:Später verlor meine Mutter, eine sonst sehr energische Frau, 3x ihre Stiefel an die Russen. Sie musste sie ausziehen und übergeben. Danach lief sie nur noch mit drei Paar übereinander gezogenen Wollsocken herum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auch alle Bewohner des Gutsdorfes Laeven mussten ihre Häuser verlassen, weil sich dort die Kampftruppen einquartierten. &lt;br /&gt;
:Sie zogen in verlassene Stellungen der deutschen Soldaten an der Mooskoppel.&lt;br /&gt;
:Die Frauen und die Kinder bestellten im Frühsommer bald wieder die Felder und ernteten später im Herbst auch. Männer gab es noch nicht wieder. Sie selbst konnte keinen Beruf erlernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 24.jpg|800px|zentriert|thumb| CD24 Dorfstraße 1932 Grafik W. Gotsmann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 25.jpg|800px|zentriert|thumb| CD25 Carwitz Blick auf Bohnenwerder 1936, die Veranda bei Fallada schon angebaut]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 26.jpg|800px|zentriert|thumb| CD26 Carwitz Blick aufs Boomdörp und aufs Unnerdörp mit Luzin, Hauptmannsberg, Ziegenbergen und Bohnenwerder ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 27.jpg|800px|zentriert|thumb| CD27 Feldberg 1940]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==7. Fortsetzung der Interviews mit Carwitzern zum Nachkrieg und zur DDR==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 1. Januar 1969 wurde Carwitz in die Stadt Feldberg eingemeindet. &lt;br /&gt;
:1975 hatte Carwitz 216 Einwohner. &lt;br /&gt;
:Am 13. Juni 1999 ging Carwitz in der neu gegründeten Gemeinde Feldberger Seenlandschaft auf, nachdem die Stadt Feldberg ihre Kommunalautonomie aufgegeben hatte. &lt;br /&gt;
:2007 hatte Carwitz 325 Einwohner.&lt;br /&gt;
:Das Dorf und das Hans-Fallada-Museum wurden im Rahmen der Städtebauförderung von 1992 bis 2007 gründlich saniert.&lt;br /&gt;
:In der Liste der Baudenkmale in Feldberger Seenlandschaft sind für Carwitz sieben Baudenkmale aufgeführt.&lt;br /&gt;
:Das Fallada-Haus mit dem Museum und dem Archiv &lt;br /&gt;
:Die Holländermühle mit Sockelgeschoss und Galerie von 1896–1937 am Südwestrand von Carwitz&lt;br /&gt;
:Die bescheidene Dorfkirche am Anger (gemeinnütziger Dorfplatz)&lt;br /&gt;
:Der Carwitzer See ist 3,95 km² groß. Am Hals befindet sich ein Wanderrastplatz und ein Campingplatz „klein und fein“&lt;br /&gt;
:Der 5 km lange Schmale Luzin (Fläche: 1,45 km²)&lt;br /&gt;
:Der 2 km lange Dreetz (Fläche: 0,63 km²)&lt;br /&gt;
:Das Haus Dreiseidel am Kirchenanger mit seinem Krüppelwalmdach, gedeckt mit Biberschwanz-Tondachziegeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, geb. Utnehmer, erzählte 2005: &lt;br /&gt;
:„1945 – 1949 Nach dem Kriege waren alle Häuser und Höfe mit Flüchtlingen, Umsiedlern und Evakuierten voll belegt. &lt;br /&gt;
:Meist bewohnte eine Familie nur 1 Zimmer. Die gemeinsame Toilette war am Misthaufen auf dem Hofe. &lt;br /&gt;
:Gewaschen wurde sich nach vorangehender Absprache in der Küche.  &lt;br /&gt;
:Fallada war für wenige Wochen Bürgermeister in Feldberg. &lt;br /&gt;
:Unser Bürgermeister hieß Schäfer. Er war vorher „Schweitzer“ (Melker) in Laeven gewesen. Er hat uns alle unvorstellbar traktiert und gequält.&lt;br /&gt;
:Es gab ja keine funktionierenden Gerichte. So war seiner und anderer Willkür Tür und Tor geöffnet. Besonders bestand für die Bauern das Problem der Erfüllung  ihres Solls an landwirtschaftlichen Abgaben. &lt;br /&gt;
:Da kamen die Russen und sperrten für 8 oder 12 Tage meinen Vater oder andere Bauern einfach mit der Begründung ein, er habe sein Soll nicht erfüllt. &lt;br /&gt;
:Das Vieh war uns weggenommen worden, wir hatten keine Pferde mehr, der schlechte Acker mit Kies und Steinen sollte aber den gleichen Ertrag bringen wie guter Boden. &lt;br /&gt;
:Uns gehörten damals 17 Hektar am Zansen, dort wo jetzt der Wanderweg nach Hullerbusch ist. &lt;br /&gt;
:Der Steilhang galt auch als Acker und war sollpflichtig. &lt;br /&gt;
;1951, zur Zeit der DDR, wurde mein Vater, Paul Utnehmer, der damalige „Kröger“, wegen sogenannten „Wirtschaftsvergehen“ mehrfach verhaftet und angeklagt. :Er starb 1980 in Carwitz, nachdem er wegen dieser anhaltenden Repressalien 1952 nach Westberlin geflohen war. &lt;br /&gt;
:Sein Besitz wurde enteignet. Der „Krog“ wurde vom Konsum übernommen. &lt;br /&gt;
:Nach der Wende übernahm ihn ein Pächter für 1 ½ Jahre. &lt;br /&gt;
:Nach der Rückübertragung an die „Erbengemeinschaft Paul Utnehmer“ wurde das Krog-Gehöft an den jetzigen Besitzer verkauft.&lt;br /&gt;
:Am 6. April 1945 habe ich und Siegfried Schönfeld geheiratet, eine Kriegstrauung. &lt;br /&gt;
:Siegfried war während der Ardennenoffensive am Kopf verwundet worden und hatte für einige Tage Genesungsurlaub erhalten. Das nutzten wir zur Heirat.  :Gleich nach der Hochzeit, am 13. April 1945, musste er wieder weg. Er kam dann in amerikanische Gefangenschaft. Später wurde er in französische Gefangenschaft übergeben und arbeitete in Südfrankreich in der Landwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Dort habe ich ihn dann 1947 / 1948 besucht. &lt;br /&gt;
:Ich suchte mir dort auch Arbeit als Haushaltshilfe in einem Nachbardorf. Aus einem völlig verwilderten Haushalt habe ich in einem halben Jahr einen ordentlichen „deutschen“ Haushalt gestaltet.  &lt;br /&gt;
:Ende 1948 sind wir gemeinsam auf getrennten Wegen nach Carwitz zurückgekehrt. &lt;br /&gt;
:LPG: Durch „das Soll“, d. h. die Zwangsabgabe für die Bauernwirtschaften, wurden viele mittlere und größere Höfe „devastiert“ – heruntergewirtschaftet. :Diese sogenannten „devastierten“ Betriebe wurden dann von oben, von der Kreisverwaltung zwangsbewirtschaftet, d.h. der Bauer hatte überhaupt keine Verfügungsberechtigung mehr über seinen Hof, das zugehörige Land und Vieh. &lt;br /&gt;
:Kleinere Höfe verschonte man. 1959/1960 begann dann die Zwangs-Kollektivierung. &lt;br /&gt;
:Der psychologische Druck, in die LPG einzutreten, wurde immer stärker und dann zum indirekten Zwang.&lt;br /&gt;
:Die Vorteile der Kollektivierung wurden in leuchtenden Farben geschildert: Arbeitserleichterungen durch Bewirtschaftung der großen Felder mit großen Maschinen, feste Entlohnungen, Ferien. &lt;br /&gt;
:Geregelte Arbeitszeit von 8 Stunden und Ferien kannte ein Bauer ja bisher überhaupt nicht. &lt;br /&gt;
:Mit Lautsprecherwagen wurden diese Parolen in den Dörfern verkündet. &lt;br /&gt;
:In Neuhof ging eine Bäuerin nach draußen zum Lautsprecher, drehte sich rum, zog ihre Schlüpfer runter und zeigte, sich bückend, den blanken Hintern.         &lt;br /&gt;
:1960 wurde dann die LPG Typ I in Carwitz gegründet. Typ I bedeutete nur gemeinsame Feldwirtschaft. Die Viehhaltung blieb individuell.                    &lt;br /&gt;
:1965 wurden dann alle Dörfer in der Nähe von Feldberg, so Neuhof, Laeven, Carwitz, Triepkendorf und Schlicht zu einer LPG Typ III zusammengefasst. &lt;br /&gt;
:Die Feld- und Viehwirtschaft wurde gemeinschaftlich betrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erzählte 2008: &lt;br /&gt;
:1947 heiratete sie Waldemar Morach, geb. 20.04.1919, der mit seiner Mutter aus Ostpreußen gekommen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten auf Rosenhof, der benachbarten Dorfstelle, eine Neubauernsiedlung von 9 ha erhalten.                                                                                                     &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1945 war der damalige Pächter des Rosenhofs, Panzegrau, auf Veranlassung der deutschen Behörden von den Russen verhaftet und nach Fünfeichen bei Neubrandenburg gebracht worden. &lt;br /&gt;
:Dort ist er verhungert.&lt;br /&gt;
:Besitzer des Rosenhofs war damals Hahn, ein Seifenfabrikant aus Berlin, der aber kaum hier war. &lt;br /&gt;
:1946 war der Rosenhof mit Neubauern aufgesiedelt worden.&lt;br /&gt;
:1949 wurde ihr 2. Kind, ihre Tochter (später Lehrerin) geboren. &lt;br /&gt;
:1958 musste ihr Mann in die LPG II eintreten. 1 Pferd verkauften sie, das andere musste in die LPG mit eingebracht werden. &lt;br /&gt;
:Anfänglich konnten sie sich vom „Deputat“ noch eine Kuh halten, später reichte es nur für Schweine und Kleinvieh. &lt;br /&gt;
:1961 begann sie selbst in der LPG zu arbeiten, um später eine Altersrente zu erhalten.&lt;br /&gt;
:Sie bekamen damals und auch später nach der Wende keinerlei Entschädigung für den in die LPG eingebrachten Besitz.&lt;br /&gt;
:Ihre 9 ha Land hat sie den Enkeln übertragen. &lt;br /&gt;
:1965 kauften sie das jetzige Haus. Sie selbst hat dann bei Ladwig im Unterdorf und in der Mosterei Dreiseidel gearbeitet. &lt;br /&gt;
:1974-1984 haben sie das Ferienheim des Ingenieurbüros der GIESAG/Leipzig mit 28 Betten geleitet. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Zeit und auch später hatten sie zusätzlich Sommergäste (maximal 11) in ihrem Haus und hatten dadurch ein einigermaßen stabiles Einkommen. &lt;br /&gt;
:1984 gingen sie und ihr Mann in Rente. 1997 starb ihr Ehemann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, im Haus an der Bäk erzählte 2006: &lt;br /&gt;
:Die Wirtschaft seines Vaters war mit 54 ha recht groß. Das Land, der Acker ging vom Ufer des Schmalen Luzins rechts parallel zur Straße hinüber nach Laeven. &lt;br /&gt;
:Er hatte 5 Pferde. Aber bei Kriegsende wurde ihm alles Vieh von den durchziehenden russischen Truppen weggenommen. &lt;br /&gt;
:„Wegen Nichterfüllung des Solls seiner Wirtschaft wurde mein Vater etwa 1950, wie fast alle anderen Bauern, auch eingesperrt. &lt;br /&gt;
:In Neustrelitz wurde er mit den Worten entlassen: „Faule und träge Altbauern schert euch an die Arbeit“.  &lt;br /&gt;
:Die Landwirtschaft meines Vaters wurde in dieser Zeit von den Behörden „devastiert“. Ihm wurde jegliche Verfügungsgewalt genommen. &lt;br /&gt;
:In seinem Stall standen dann 20 Kühe der LPG. Die Gülle lief direkt in den See. &lt;br /&gt;
:Später, 1955 nach der Gründung der LPG arbeitete ich in der MTS in Feldberg. Als Brigadeschlosser wurde ich in Carwitz in der Schmiede bei Friedrich Rechlin eingesetzt. &lt;br /&gt;
:Als Rudi Dreiseidel in den 60er Jahren privat die Mosterei aufbaute, betreute ich seit 1971 die Maschinentechnik.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Ehepaar Ursula (geb.Koch) (1931-2016) und Kurt Güldner (1925-2015) erzählten 2008:&lt;br /&gt;
:Kurt konnte bedingt durch die Kriegsereignisse keinen Beruf erlernen. &lt;br /&gt;
:Er kam 1950 aus russischer Gefangenschaft und arbeitete dann ab 1950 als Forstarbeiter.  Von 1958 – 1964 im Straßenbau. &lt;br /&gt;
:Als der Kinderbuchverlag das Grundstück von Suse Ditzen gekauft hatte, zogen sie 1962 ins Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Dort wohnten sie in der Scheune, bis Suse Ditzen in ihr neu gebautes Holzhaus in Feldberg umzog. &lt;br /&gt;
:Dann bewohnten sie das Untergeschoss des Haupthauses. Dieses Holzhaus von Suse Ditzen in Feldberg hat Kurt Güldner als „Leiter einer Feierabendbrigade“ gebaut. &lt;br /&gt;
:In den Jahren der DDR waren die sogenannten „Feierabendbrigaden“ außerhalb der regulären Arbeitszeit auf rein privater Basis tätig. &lt;br /&gt;
:Das bedeutet, es war Schwarzarbeit, da der Lohn, das Entgelt, praktisch auf die Hand gegeben wurde. Es wurde also nicht versteuert. &lt;br /&gt;
:Teilweise wurde auch in Naturalien oder mit Mangelwaren bezahlt. &lt;br /&gt;
:„Als der Kinderbuchverlag ins Fallada-Haus zog, sollten alle Möbel vernichtet werden“. Güldners sorgten dafür, dass die Möbel in der Scheune unterm Dach abgestellt wurden So retteten sie die Sachen vor dem Feuer. &lt;br /&gt;
:1962 – 1978 waren sie als Ehepaar Hausmeister im Betriebs-Ferienheim (Fallada-Haus) des Kinderbuchverlages.  &lt;br /&gt;
:Die Ferienhütte der Familie Dörffel bauten wir in den Jahren 1974-1977 “eigenhändig“ auf.“ &lt;br /&gt;
:Kurt Güldner war Chef einer Feierabendbrigade geblieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 28.jpg|800px|zentriert|thumb| CD28 Vor Zeiten – Blick vom Hauptmannsberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 29.jpg|800px|zentriert|thumb| CD29 Schmaler Luzin ca 1970, rechts Mühle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 30.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD30 Blick vom Südufer auf Spitze des Bohnenwerder 1978, Hintergrund Mühlberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 31.jpg|800px|zentriert|thumb| CD31 ;Blick vom Südufer des Carwitzsees auf Fallada-Bucht vor 1934, Vorn links Hang „Hügel 16“ mit heute noch stehendem Baum, im Hintergrund Hauptmannsberg, rechts Fallada-Haus]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 32.jpg|800px|zentriert|thumb| CD32 Uralter Blick vom Fallada-Garten auf heutigen Hügel 16, mit Kirchturm, Windmühle und Stall von Otto Schulz. Der große Baum steht noch.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 33.jpg|800px|zentriert|thumb| CD33 Gleicher Blick heute]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 34.png|570px|links|thumb| CD34 Kate 1  1979]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 35.jpg|490px|rechts|thumb| CD35 Fallada Haus an der Bucht 1979]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 36.jpg|550px|links|thumb| CD36 Fallada-Garten an der Bucht a]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 37.jpg|500px|rechts|thumb| CD37 Fallada-Garten an der Bucht b]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 38.jpg|570px|links|thumb| CD38 Ca 1900 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 39.jpg|1000px|rechts|thumb| CD39 1979 Haus der Familie Morach noch mit Linden Dorfstr.15 (heute 61)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==8. Früher „Fremdenverkehr“ in der Feldberger Seenlandschaft und in Carwitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1830 wird „Feldberg“ als Wanderziel im Mecklenburgischen Staatskalender genannt. (18)&lt;br /&gt;
:1850 Gründung des „Gemeinnützigen Verein für Fremdenverkehr“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Feldberg:                                                                                                                              &lt;br /&gt;
:1935   16 000 Übernachtungen                                                                                   &lt;br /&gt;
:1937   3 832 Feriengäste                                                                                                    &lt;br /&gt;
:1938   32 000 Übernachtungen &lt;br /&gt;
:2025   ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld erinnert sich: &lt;br /&gt;
:„Feriengäste kamen nach Carwitz schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Pensionen oder Hotels gab es nicht. &lt;br /&gt;
:Neben Privatzimmern logierten sie vor allem auch im Krog. In ihm gab es 2 Gastzimmer. &lt;br /&gt;
:Werbung wurde nicht gemacht. Carwitz war schon damals ein „Geheimtipp“. &lt;br /&gt;
:In den 30er Jahren wohnten im Sommer vor allem Maler und Ingenieure aus Berlin in Privatzimmern, bei Tock, Barthels, Dreiseidel, Ladwig. &lt;br /&gt;
:Die Zimmer waren einfach eingerichtet: Bett, Stuhl, Tisch, Kleiderschrank. Waschmöglichkeit, Toilette auf dem Hof oder später auf dem Flur. &lt;br /&gt;
:Für 3 Reichsmark/Person/Tag bekam man in den 20er Jahren neben dem Bett noch ein Frühstück mit Brot, Butter, 1 Ei und Honig.   &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkrieg wurden es dann 4 Reichsmark/Person/Tag.      &lt;br /&gt;
:Feriengäste, die bei Kratochwill wohnten – ein Deutsch-Amerikaner mit einer Gräfin Arko – hatten Anfang der 30er Jahre den Stall auf dem Bollenwerder etwas „möbliert“ und feierten dort mit ihren Gästen „italienische Nächte“.  &lt;br /&gt;
:Der dortige Stall, heute sind die Grundmauern noch vorhanden, war der aufwendig zubereitete Treffpunkt.&lt;br /&gt;
:Im Saal vom „Krog“ stellten die Maler immer ihre Gemälde zum Trocknen und evtl. Verkauf aus. &lt;br /&gt;
:Das waren damals vor allem 4 Landschaftsmaler. &lt;br /&gt;
:So hat Prof. Achtenhagen das alte Pfarrhaus mit dem großen Nussbaum daneben wunderschön gemalt. &lt;br /&gt;
:Kaiser-Eichberg aus Potsdam wohnte schon 1902 bei meiner Großmutter im „Krog“. Der war der große „Kiefernmaler“. &lt;br /&gt;
:Ein anderer Professor hat vor allem viele Wolken gemalt, das war der „Wolkenmaler“. Jeder hatte eben seinen eigenen Stil. &lt;br /&gt;
:Meier-Pyritz malte uns aber auch beim Halmaspiel. Über unsere schwarzen, mit weißer Wolle gestopften Strümpfe, die er getreulich malte, haben wir 15-jährigen Mädchen uns köstlich amüsiert. &lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurden Anfang der 50er Jahre in Carwitz zunächst Privatzimmern vermietet, so u. a. bei Familie Dreiseidel, bei Anna Ditzen, Ursula Barthels und Familie Ladwig.&lt;br /&gt;
:Seit der Mitte der 60er Jahren kamen einzelne auf Privatgrund gebaute und ab der 70er Jahre siedlungsartig angelegte sogenannte Datschen, bzw. Bungalows sowie Betriebsferienheime hinzu. &lt;br /&gt;
:So wurden am Hügel 16 auf dem Privatbesitz von Otto Schulz von Rapoport, Meyer-Foreyt, Blume und Stratonowitsch die ersten Bungalows gebaut, in den 70er Jahren auf sogenannten Treuhand-Grundstücken entstanden unsere Katen. &lt;br /&gt;
:Nachdem die LPG die sandigen Böden ab 1961 nicht mehr bewirtschaftete, entstanden am Südufer des Dreetz und an der Schappwasch zunächst wilde Zeltplätze. &lt;br /&gt;
:Sogar auf dem Steinwerder im Carwitzer See war jahrelang ein sehr romantisches Ferienlager. &lt;br /&gt;
:Die Abfälle, der Müll und die Toilettenkübel, sollen regelmäßig mit dem Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht worden sein. &lt;br /&gt;
:Der Bau einer Bungalowsiedlung auf dem Bohnenwerder konnte durch massive Proteste u. a. durch Ruth Werner verhindert werden.  Auch Bebauungspläne am Fischersteig und am Hauptmannsberg wurden nicht realisiert.&lt;br /&gt;
:Bewirtschaftete Zeltplätze entstanden an der Mühle runter zum Dreetz und „Klein aber Fein“ am Carwitzsee auf dem Privatgelände von Familie Schönfeld. :Anfang der 90er Jahre wurden die heute noch bestehenden Zeltplätze legalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ruth Werner und andere Mitarbeiter des Kinderbuchverlages lernten Carwitz durch ihre Kinder kennen, die 1951 mit ihrer Schulklasse nach Carwitz gefahren waren. &lt;br /&gt;
:Der „Geheimtipp“ sprach sich rum und so wohnten Mitarbeiter des Aufbauverlages, des Kinderbuchverlages in den 50er Jahren bei Anna Ditzen im Fallada-Haus. Sie genossen dort Annas Gastfreundschaft und ihren vorzüglichen Mittagstisch.&lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren trafen sich mehrfach Autoren mit ihren Lektoren des Kinderbuchverlages zu „Carwitzer Gesprächen“ (nach Günther Ebert: „Vom Genius loci“ in Carwitzer Notizen, Kinderbuchverlag Berlin 1985). &lt;br /&gt;
;Weitere mir namentlich bekannte „berühmte“ Bewohner und Feriengäste. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da es noch viel mehr geben wird:&lt;br /&gt;
                                         &lt;br /&gt;
:Hans Fallada, (1893-1947) Schriftsteller Rudolf Ditzen, lebte 1933–1944 in Carwitz. S. Extra-Kapitel&lt;br /&gt;
:Anna Ditzen, (1901-1990) Ehefrau von Hans Fallada, lebte 1933 bis 1965 in Carwitz, danach in Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ruth Werner (1907-2000) Schriftstellerin Ursula Beurton, geborene Ursula Maria Kuczynski lebte seit 1952 im Sommer in verschiedenen Hütten in Carwitz. S. Extra-Kapitel.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt (1916-1981), Maler und Grafiker, Mitbegründer der „Leipziger Schule“, der bedeutenden Strömung der modernen Malerei der DDR in den 70er und 80er Jahren. Lebte in den Sommermonaten in Carwitz.&lt;br /&gt;
:Harry Blume (1924-1992), Maler der Leipziger Schule lebte zeitweise in seinem Sommerhäuschen am Zugang zu unseren Katen rechts.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt und Harry Blume fuhren Anfang der 60er Jahre mit ihren Studenten in die Feldberger Landschaft. Während die Studenten sich der Pleinairmalerei widmeten, saßen sie im Krog oder streiften durch die Gegend und entdeckten so den Hügel 16, auf dem sie ihre Bungalows errichteten&lt;br /&gt;
:Gabriele Meyer-Dennewitz, Grafikerin und Malerin, lebte und arbeitete von 1964, seit 1991 ganzjährig, bis zu ihrem Tode 2011 in Carwitz im Unterdorf. &lt;br /&gt;
:Frank Merker, Maler und Grafiker, lebte und arbeitete bis zu seinem Tod 2008 in Carwitz&lt;br /&gt;
:Jürgen Wittdorf, Maler und Graphiker, kaufte 1964 ein über hundert Jahre altes Fachwerkhaus in Carwitz, das er selbst sanierte und seitdem in den Sommermonaten bewohnte.&lt;br /&gt;
:Prof. Samuel Mitja Rapoport (1912-2004) österreichischer Arzt, Direktor des Instituts für Physiologische Chemie an der Charité. &lt;br /&gt;
:Prof. Inge Rapoport (1912-2017) Charité, erster europäischer Lehrstuhl für Neonatologie. Mit 102 Jahren verteidigte sie ihre Doktor-Dissertation, die ihr 1937 aufgrund der Rassegesetze verwehrt geblieben war. Ihr erster Bungalow am Zugang zu unseren Katen links, später bauten sie noch einen am Fischersteig. :Ihr damaliger Badesteg ist unser jetziger von Kate 3.&lt;br /&gt;
:Charly Hübner, (*1972) Schauspieler, ist in Carwitz Feldberg als Hoteliersohn aufgewachsen. &lt;br /&gt;
:Till Lindemann, (Band Rammstein) hat ca 2020 das Grundstück des alten in den 70er Jahren abgerissenen Pfarrhauses gekauft. Dazu gehören ausgebaute Nebengebäude.&lt;br /&gt;
:Max Kaus (1891-1977), Maler, dessen Bilder von den Nazis 1937 als „entartete Kunst“ diffamiert und aus den Museen entfernt wurden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 40.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD40 „Carwitz II“ 1921, Max Kaus, Blick vom Hauptmannsberg zum Bohnenwerder vor 100 Jahren.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==9. Hans Fallada - Schriftstellername von Rudolf Ditzen==  &lt;br /&gt;
:(* 21.7.1893 Greifswald † 5. 2. 1947 in Berlin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hans Fallada machte das Dorf Carwitz über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Die nachfolgenden kursorischen Bemerkungen können nicht seine Biografie ersetzen. &lt;br /&gt;
:Geboren als Sohn des späteren Reichsgerichtsrates Wilhelm Ditzen und seiner Frau Elisabeth. &lt;br /&gt;
:Er hatte eine „schwierige“ Jugend mit Besuch mehrerer Gymnasien, in einem als Duell getarnten Doppelselbstmordversuch erschießt er seinen Mitschüler Hanns Dietrich von Necker in Rudolstadt, &lt;br /&gt;
:Tätigkeiten in der Landwirtschaft in Sachsen, Pommern, Mecklenburg, Alkohol- und Drogenabhängigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 41.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD41 Fallada-Porträtkarikatur von e.o.plauen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seit 1920 mehrere Romane ohne Erfolg. Mehrfache Unterschlagungen, wiederholte Verurteilungen zu Gefängnisstrafen bis 2 ½ Jahren.&lt;br /&gt;
:1929 Heirat mit Anna Margarete Issel.&lt;br /&gt;
;14 &lt;br /&gt;
:Geburt der Kinder: Ulrich Ditzen *1930, von Zwillingstöchtern bleibt Lore (Mücke) am Leben *1933, sie stirbt 1951 an Sepsis in Neustrelitz&lt;br /&gt;
;15,&lt;br /&gt;
:Achim Ditzen *1940. &lt;br /&gt;
:Ernst Rowohlt, damals Annoncenwerber und Journalist, wird auf ihn schon in den zwanziger Jahren aufmerksam und unterstützt ihn finanziell.&lt;br /&gt;
:1932 Welterfolg von „Kleiner Mann - was nun?“ mit 45 Auflagen und 20 Auslandsauflagen. In diesem Roman erzählt Hans Fallada, dass die Herzenswärme von Lämmchen und Pinneberg mit ihrem Sohn Murkel stärker ist als ihre Not und der Abstieg von Pinneberg zum hoffnungslosen Arbeitslosen. &lt;br /&gt;
:Von diesen Einnahmen kauft er sich für den damals unerhörten Preis von 11.700 Reichsmark im Juli 1933 in Carwitz die Büdnerei Nr.17, das Haus Wehrle, am Wege zum Bohnenwerder.&lt;br /&gt;
: Es war 1849 gebaut worden. „Der Verkäufer des Hauses Wehrle kam mit der Landwirtschaft und dem Versuch eines Cafes nicht zurecht. (18 S. 265)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 42.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD42 So soll Fallada das Haus 1933 übernommen haben. Die Partie zum See ist unrealistisch.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 43.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD43 So sah vor 1930 die „Fallada-Bucht“ mit Wehrle vom heutigen Hügel 16 aus]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hier lebte und arbeitete er zwischen 1933 und 1944. Nach der Trennung von Mummi, seiner ersten Frau, lebte er mit seiner zweiten Frau, Ursula Losch, in Feldberg bis Anfang 1946.&lt;br /&gt;
:In Carwitz zog er sich nach Drangsalierungen durch das nationalsozialistische Regime in die „innere Emigration“ zurück. Er konnte sich nicht entschließen Nazideutschland zu verlassen. &lt;br /&gt;
:Trotzdem hatte er eine glückliche, produktive Zeit. &lt;br /&gt;
:In diesen Jahren entstanden 17 Romane, u.a. „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ (1934), „Wir hatten mal ein Kind“ (1934), „Wolf unter Wölfen“ (1937), „Der eiserne Gustav“ (1938), „Damals bei uns daheim“ (1941), „Heute bei uns zu Haus“ (1943). Letzteres beschreibt mit erzählerischer Freiheit sehr amüsant die Jahre mit seiner Familie in Carwitz. Neben Unterhaltungsromanen schreibt er mit großer Fabulierkunst auch heute noch lesenswerte Kinderbücher, „Geschichten aus der Murkelei“ (1938), „Fridolin der freche Dachs“ (1944).&lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zu den Dorfbewohnern ist meist getrübt: „... was man aus Neid, Hass und Übelwollen heute auszuhalten hat, wenn man wie ich auf dem Präsentierteller sitzt und weit und breit kein Mensch ähnlicher Denkungs- und Arbeitsart ...“ (15)&lt;br /&gt;
:Alkoholismus, Drogenabhängigkeit führen zum Zerwürfnis mit Mummi und es kommt zum Gebrauch einer Schusswaffe. Daraufhin erfolgt die Zwangseinweisung in die Landesnervenheilanstalt Alt-Strelitz. Hier schreibt er „Der Trinker“ auf bereits bedrucktem Papier zwischen den Zeilen auf. &lt;br /&gt;
:Die Erzählung seiner eigenen Problematik wird erst posthum 1950 veröffentlicht. &lt;br /&gt;
:Danach fortbestehende Dogenabhängigkeit gemeinsam mit seiner 2. Frau Ursula Losch in Feldberg, wo er auch das Ende des 2. Weltkrieges erlebt. &lt;br /&gt;
:Kurzzeitig wird er von den Sowjets als Bürgermeister von Feldberg eingesetzt.&lt;br /&gt;
:Mit Unterstützung von Johannes R. Becher siedelt er nach Berlin-Niederschönhausen über. &lt;br /&gt;
:Von ihm bekommt er Unterlagen zum Ehepaar Elise und Otto Hampel. Ende 1946 schreibt er über den isolierten Widerstand dieses Ehepaars zur Diktatur des Nationalsozialismus seinen letzten Roman in knapp 4 Wochen: „Jeder stirbt für sich allein“. &lt;br /&gt;
:Fallada stirbt am 5. Februar 1947. 1981 wird die Urne Hans Falladas vom Park-Friedhof Berlin-Pankow zur Grab- und Gedenkstätte auf dem alten Dorffriedhof in Carwitz überführt. Auch seine Suse, seine Tochter Mücke und seine Mutter sind hier begraben.&lt;br /&gt;
:Der DEFA-Spielfilm „Fallada – Letztes Kapitel“ (Regie: Roland Gräf, 1988) wurde zu großen Teilen in Carwitz gedreht.&lt;br /&gt;
:1965 kaufte der Berliner Kinderbuchverlag, damaliger Leiter Günther Schmidt, von Anna Ditzen das Grundstück. Sie konnte das große Gehöft allein nicht mehr bewirtschaften. &lt;br /&gt;
:Damit war Anna Ditzen die Sorge genommen, dass ein völlig „Fremder“ das Haus übernehmen und das „Früher“ auslöschen könne. Vermittler waren Ruth Werner und Fred Rodrian, (15, S.65)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch wollte die Treuhand 1992 das Grundstück an Privatleute verkaufen. Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass das verhindert werden konnte. &lt;br /&gt;
:Die Hans-Fallada-Gesellschaft betreibt im Haus und auf dem gesamten Anwesen ein lebendiges Museum, das von der Bundesregierung als „Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung“ zertifiziert ist.&lt;br /&gt;
:Das Arbeitszimmer von Hans Fallada ist mit originalem Mobiliar wiederhergestellt worden. Auch in der Veranda, dem Esszimmer – beides in originaler Ausstattung – und im Raum “Hans Fallada. Leben und Werk“ kann man hautnah sein facettenreiches und umfangreiches Leben bestaunen, wie verschlungen und ambivalent seine Biografie ist. &lt;br /&gt;
:Das 15.000 m² große Anwesen am Carwitz See ist wunderbar angelegt, das Dreieckbeet ist original bepflanzt, das Bienenhaus denkmalgerecht saniert, das Bootshaus originalgetreu nachgebaut, seine Streuobstwiese und die „Sitzecke am Seeufer“ können gefühlsmäßig nachempfunden werden. &lt;br /&gt;
:Fallada war auch ein versierter Landwirt.&lt;br /&gt;
:2000 wurden die Räumlichkeiten der „Scheune“ auf dem Fallada-Hof übergeben. Die Sanierung lief seit 1996.   &lt;br /&gt;
:Allein für die Scheune wurden 1 Mill. DM investiert. Der große Raum wird ganzjährig für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. &lt;br /&gt;
:Hier kann man auch fundierte Sonderausstellungen im Scheunensaal erleben.&lt;br /&gt;
:Jährlich finden die Hans Fallada Tage jeweils am Wochenende vor oder nach seinem Geburtstag am 21. Juli statt. &lt;br /&gt;
:Dazu gehört auch die sommerliche Veranstaltungsreihe an jeden zweiten Freitag um 20:00 Uhr “freitags bei Fallada“ mit Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen oder Filmvorführungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Fallada Heute&lt;br /&gt;
:1. Hans-Fallada-Museum in Carwitz 17258 Feldberger Seenlandschaft Ortsteil Carwitz Zum Bohnenwerder 2, Tel.: 039832 20359 – museum@fallada.de&lt;br /&gt;
:2. Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. - hfg@fallada.de, gegründet 1991 &lt;br /&gt;
:3. Literaturzentrum Neubrandenburg mit dem Fallada-Archiv.&lt;br /&gt;
:4.  Hans-Fallada-Klub in Neustrelitz, gegründet 1973 als „Club der Intelligenz“ im Kulturbund der DDR. Heute: info@hans-fallada-klub.de Website: www.hans-fallada-klub.de &lt;br /&gt;
:5.  Verein Pommersche Literatur-Gesellschaft e. V. ist 2000 hervorgegangen aus dem 1991 gegründeten Hans-Fallada-Verein Greifswald. Er hat seinen Sitz im Geburtshaus von Hans Fallada.&lt;br /&gt;
:6. Hans-Fallada-Schule Feldberg erhielt ihren Namen 1976. Beachtet werden sowohl seine  erzählerischen Leistungen als auch sein psychopathisches Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In einem Artikel “Zwei Gesellschaften und viele Wahrheiten“ (7.12.2005) schreibt Frank Pergande: “Es vergingen 30 Jahre bis die DDR den Versuch unternahm, Fallada postum zu vereinnahmen.“ &lt;br /&gt;
:Der damals in Neubrandenburg lebende Literaturwissenschaftler Tom Crepon war bei Recherchen für eine Fallada-Biografie auf Falladas Nachlass gestoßen – im Keller einer Braunschweiger Fleischerei. &lt;br /&gt;
:1978 wurde der Nachlass von der Akademie der Künste der DDR gekauft und zwei Jahre später nach Feldberg gebracht. &lt;br /&gt;
:Im selben Jahr erschien Crepons Biografie “Leben und Tode des Hans Fallada“. &lt;br /&gt;
:1983 erschien eine weitere Biografie, von Werner Liersch unter dem Titel “Fallada. Sein großes kleines Leben“. &lt;br /&gt;
:Weitere Informationen gibt es in den Artikeln der genannten Autoren, von der damaligen Archivarin des Fallada-Archivs Sabine Lange und auch von Heide Hampel mit Streitereien zur Stasi und zum Fallada-Nachlass in Feldberg, in Carwitz und dem Literaturzentrum Neubrandenburg. &lt;br /&gt;
:Heide Hampel baute das Hans-Fallada-Archiv in Feldberg/Meckl. auf und trug u. a. Sammlung und Nachlass der Schriftstellerin Brigitte Reimann zusammen.&lt;br /&gt;
:Klaus-Jürgen Neumärker schrieb u. a. anhand der Krankengeschichte: „Der andere Fallada“. Darin schildert er die „Psychopathie“ von Fallada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==10.Ruth Werner (* 15. Mai 1907 in Friedenau † 7. Juli 2000 in Berlin)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ist seit 1958 der Schriftstellername von Ursula Beurton, zuvor Ursula Hamburger, geboren als Ursula Maria Kuczynski. Sie war eine deutsche Schriftstellerin und Agentin des  russischen Militärnachrichtendienstes GRU der Roten Armee (Deckname „Sonja“), der späteren Sowjetarmee. Ihr älterer Bruder war Wirtschaftswissenschaftler, Prof. Jürgen Kuczynski. Andere Schwestern lebten nach 1933 großbürgerlich in England.&lt;br /&gt;
:1953 war Ruth Werner mit Len Beurton, ihrem Mann, das erste Mal nach Carwitz gekommen.&lt;br /&gt;
:Bereits in jungen Jahren wurde sie Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland. Sie blieb der Vision einer sozialistisch-kommunistischen klassenlosen menschlichen Gesellschaft treu bis zu ihrem Tode. &lt;br /&gt;
:Wie weit sie die Verbrechen der stalinistischen und anderer sozialistischer Staaten kannte und beurteilte bzw. verurteilte ist mir nicht bekannt. &lt;br /&gt;
:Ihre Autobiografie unter dem Titel „Sonjas Rapport“ erschien erstmalig 1977. Darin schildert sie grundsätzlich, aber unvollständig, ihre Agententätigkeit.&lt;br /&gt;
:Ben Macintyre schrieb eine erschütternde Biografie (2022 Insel Verlag Berlin) &lt;br /&gt;
:„Agent Sonja - Kommunistin, Mutter, Topspionin | Vom unglaublichen, aber wahren Leben der Spionin Ursula Kuczynski (alias Ruth Werner), die den Lauf der Weltgeschichte veränderte“&lt;br /&gt;
:Er schildert aufgrund neuer Informationen den dramatischen und fast selbstmörderischen Lebenslauf. Insbesondere wird diese Spannung zwischen Spionin und Ehefrau mit wechselnden Männern sowie ihren Kindern sehr ausführlich dargestellt, teilweise kann es einem schaudern. &lt;br /&gt;
:Man muss für die in dieser Zeit lebenden, denkenden und handelnden Menschen immer wieder „die Vision“ des Kommunismus bedenken. Mit ihr erklärt sich nicht nur die spätere Machtpolitik des sogenannten sozialistischen Weltsystems, sondern auch von Anfang an die unmenschlichen verbrecherischen Handlungen. :Diese Vision wird heute als Illusion beurteilt, sowohl politisch gesellschaftlich als auch wissenschaftlich philosophisch. &lt;br /&gt;
:Die neue Biografie soll mit ihrem heute in Carwitz lebenden Sohn, Peter Beurton, abgesprochen worden sein. (Beide Biografien stehen in Carwitz-Bibliothek, Kate 1.)&lt;br /&gt;
:Hierzu einige Daten, die das Interesse am Leben von Ruth Werner bis zu ihrer Übersiedlung in die DDR wecken können.&lt;br /&gt;
:Mit ihrem ersten Ehemann, dem deutschen Architekten Rudolf Hamburger, ging sie als 23-Jährige nach Schanghai. &lt;br /&gt;
:Dort wurde, trotz der Weltwirtschaftskrise, zu dieser Zeit stark gebaut. Sie lernte den im deutschen Botschaftsdienst tätigen Richard Sorge kennen und lieben. &lt;br /&gt;
:Er nutzt sie als Informantin und empfiehlt sie der militärischen Aufklärung der Roten Armee. &lt;br /&gt;
:Ursula Hamburger wird von 1933 bis 1934 in Moskau ausgebildet. &lt;br /&gt;
:Für ihre Tätigkeit in China erhielt sie &#039;&#039;&#039;1937 (!)&#039;&#039;&#039; den Rotbannerorden in Moskau. &lt;br /&gt;
:1938 flüchtete Ruth Werner mit ihrem Ehemann in die Schweiz. Dort lernte sie den englischen Spanienkämpfer Len Beurton kennen. &lt;br /&gt;
:Für ihn war es nach seinen Schilderungen Liebe auf den ersten Blick. Sie schilderte es als Pflicht zur Tarnung. &lt;br /&gt;
:Beide wurden dann nach England beordert. In der Schweiz und in England baute sie ein Informationsnetz für Moskau auf. &lt;br /&gt;
:1943 landet sie ihren größten Coup: Sie übermittelt während des Krieges Unterlagen des deutsch-britischen Kernphysiker und sowjetischen Atom-Spions Klaus Fuchs (1911-1988), also das britisch-amerikanische Atomgeheimnis, an die Sowjets. &lt;br /&gt;
:Daher war Stalin nicht überrascht, als er 1945 in Potsdam über die Explosion der ersten Atombombe in Japan informiert wurde.&lt;br /&gt;
:1949 flüchtete das Ehepaar Beurton nach der Enttarnung von Klaus Fuchs in die DDR. &lt;br /&gt;
:Nach zwanzig Jahren unentdeckter Geheimdienstarbeit scheidet sie 1950 auf eigenen Wunsch als Oberst der Roten Armee aus. &lt;br /&gt;
:Sie gilt als eine der erfolgreichsten sowjetischen Kundschafterinnen.&lt;br /&gt;
;16 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie war dann sechs Jahre im Staatsdienst der DDR beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Als Autorin, Ruth Werner, trat sie zunächst mit der Publikation von Kinderbüchern auf. &lt;br /&gt;
:Ihre bekanntesten Bücher sind &amp;quot;Muhme Mele&amp;quot;, &amp;quot;Olga Benario&amp;quot; und &amp;quot;Sonjas Rapport&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Ihr Sohn soll erst 1977 durch ihre Autobiografie „Sonjas Rapport“ von ihrem Doppelleben erfahren haben. &lt;br /&gt;
:Immerhin hatte das GRU die Veröffentlichung genehmigt.&lt;br /&gt;
:Werner Liersch schreibt (15/S.65): „Ruth Werner war eine der spektakulären Personen des 20. Jahrhunderts und sie war von äußerster Bescheidenheit, Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe. Sie war eine kommunistische Idealistin. Die Frauen (Anna Ditzen) verstanden sich.“  &lt;br /&gt;
:In den Wintermonaten wohnt sie anfangs manchmal in einer der beheizbaren Dachmansarden bei Anna im Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Im Sommer hat sie Adressen von Hütten im Dorf.17 In den 70er Jahren bekommt sie von der Stasi vermittelt eine kleine Hütte auf der zum See abfallenden :Wiese hinter dem Fallada-Haus unter den alten Obstbäumen. Sie schreibt in Falladas Garten: „An die hundert Seiten, Sonjas Rapport’ gehören zu seiner Wiese, mit dem Blick auf den Carwitzer See, hundert Seiten auf dem winzigen Rasenfleck vor dem Gemüse- und Blumengarten der Ursula Barthels mit Blick über den Dreetz, der wie ein Bergsee ins Tal gebettet liegt.“ &lt;br /&gt;
:Sie müht sich, dass das Dorf, die Landschaft und der alte Friedhof ihr Gesicht erhalten können.  &lt;br /&gt;
:Die Atheistin Ruth Werner gibt Geld für die Kirche. &lt;br /&gt;
:„Sie (Karl Gossow und Wolfgang Steinitz) retteten gemeinsam mit dem kunst- und naturverständigen Weimarer Architekten Professor Engelberger die liebliche Halbinsel Bohnenwerder vor einer geplanten Bungalowsiedlung.“ &lt;br /&gt;
:Sie erinnert sich an Kurt und Jeane Stern, die nach Carwitz kommen. Sie sind Spanienkämpfer wie Len, und Autoren berühmter Filme wie „Das geteilte Dorf“ und „Stärker als die Nacht“. Sie sind treue und nahe Freunde von Anna Seghers über 50 Jahre. &lt;br /&gt;
:Ruth Werner hinterlässt den bis heute nicht eingelösten Satz: „Sollten nicht auch diese Jahre, diese Namen in die Annalen des Fallada-Hauses mit eingehen?“. &lt;br /&gt;
:Bei der Beisetzung ihrer Urne im Juli 2000 auf dem Friedhof Berlin Baumschulenweg sprach ein Gesandter der Russischen Föderation als Trauerredner. &lt;br /&gt;
:Sie war Oberst der Roten Armee.&lt;br /&gt;
:In Carwitz, wurde seit 2010 die Erinnerung an sie mit einer Ausstellung von einem Verein unter Ingrid Becker wachgehalten. Er löste sich 2023 auf. &lt;br /&gt;
:Die in Neustrelitz ansässige Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt unterstützt die Digitalisierung der vorhandenen Materialien. Darin geht es um das Weltbild Ruth Werners, ihre Tätigkeit im Nachrichtendienst, ihr Leben in der BRD, DDR und im vereinten Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==12.    Bankräuberpaar lebte unauffällig==&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Berliner Zeitung 2. März 2013 &amp;quot;Das Doppelleben der Postbank-Räuber M. Wittge O. Kröning&amp;quot;:  &lt;br /&gt;
:Die Brüder Frank und Ralf L. überfielen insgesamt 18 Postbanken. Ihr Motiv: Spiel- und Drogensucht.&lt;br /&gt;
:Im Sommer, wenn die Urlauber kamen, florierte ihr Landgasthof in Mecklenburg. Dann führten Frank (52) und Ralf L. (49) ein braves Wirts-Leben. &lt;br /&gt;
:Im Winter zog es die Brüder oft in ihre alte Heimat, nach Berlin. Dann überfielen sie Banken, verspielten das Geld, nahmen Drogen. &lt;br /&gt;
:Beim 19. Überfall war das SEK schneller am Bankschalter als die Postbank-Räuber!&lt;br /&gt;
:Der Pastor-Niemöller-Platz in Niederschönhausen, gegen 18.40 Uhr: Die Postbankfiliale hat bereits seit 40 Minuten geschlossen. Die Angestellten und der Filialleiter sind noch in der Bank, erledigen vor dem Feierabend noch letzte Büroarbeiten, bevor sie durch den Hintereingang nach Hause verschwinden wollen. Dort lauern die beiden Bankräuber, bewaffnet mit Messer und Pistole. Mit Fahrrädern waren die Brüder zu der Pankower Bank geradelt. &lt;br /&gt;
:Was Frank und Ralf L. nicht ahnen. Auch sie werden beobachtet, von Zivilpolizisten, und das schon seit zwei Monaten. &lt;br /&gt;
:Fünf Minuten später folgt der Zugriff: SEK-Beamte stürmen aus ihren Verstecken, überwältigen die völlig überraschten Täter und bringen sie zum Landeskriminalamt. &lt;br /&gt;
:„Bei der Vernehmung gestanden die Brüder, insgesamt 15 Banküberfälle in Berlin und drei im Land Brandenburg verübt zu haben“. Von dem Geld soll nach ihren Aussagen nichts mehr übrig sein. Sie sollen es bei Sportwetten verspielt und in Kokain investiert haben. &lt;br /&gt;
:Teilweise zeigten Frank und Ralf L. bei den Überfällen außergewöhnlichen Erfindungsreichtum: So verkleideten sich die Brüder bei einem Bankraub im Januar 2010 in Neukölln zur Tarnung als Reinigungskräfte, die von der Rückseite des Gebäudes rote Farbschmierereien entfernen wollten. &lt;br /&gt;
:Sie hatten das Gebäude selbst mit Farbe beschmiert. Bei einem Überfall im Dezember an der Oranienburger Straße verkleidete sich das Räuber-Duo als Handwerker, klingelte an der Postbank. &lt;br /&gt;
:Die Eltern von Frank und Ralf L., die den Söhnen bei der Bewirtschaftung des Gasthofes in der Feldberger Seenlandschaft halfen, können noch gar nicht glauben, dass ihre Söhne gefährliche Serienbankräuber sein sollen. „Ich habe davon nichts geahnt“, sagt die Mutter. „Es ist so furchtbar, sie sind Freitag nach Berlin gefahren.“ Ralf L. hatte am Abend angerufen. „Er sagte uns, dass sie bei der Polizei sind und wir uns keine Sorgen machen müssten“, erzählt der Vater. „Er meinte noch, dass alles gut werden würde.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seitdem ist „Der Krog“ als Gaststätte geschlossen. Gelegentlich gibt es Ausstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==13. Infrastruktur, Elektrizität, Wasser, Abwasser==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Elektrifiziert wurde Carwitz ca. 1902/03 nach der Erzählung von Paul Utnehmer (Frau Christa Schönfeld). Einige Straßenlampen gab es auch schon vor dem zweiten Weltkrieg. Sie wurden per Handschalter an einem Lampenmast gegenüber dem Friedhof bei Einbruch der Dunkelheit eingeschaltet und 23 Uhr ausgeschaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Stadtvertretung der Stadt Feldberg beschloss in ihrer Sitzung am 22.4.1999 eine Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“&lt;br /&gt;
:Darin heißt es u. a. (auszugsweise): &lt;br /&gt;
:„Im nachfolgend näher bezeichneten Gebiet liegen städtebauliche Missstände vor. Das insgesamt ca. 20 ha umfassende Gebiet (...) erhält die Bezeichnung Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 44.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD44 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Sanierungsgebiet umfasst alle Grundstücke (...) innerhalb der im Lageplan (...) durch eine schwarz gestrichelte Linie gekennzeichneten (...) abgegrenzten Fläche.&lt;br /&gt;
:Es können sowohl städtische Maßnahmen im Bereich Hoch- und Tiefbau, als auch private Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden durch Ausreichung eines Zuschusses oder Darlehns gefördert werden.“&lt;br /&gt;
:Die intensive Sanierung von Carwitz erfolgte einschließlich der vorausgehenden Maßnahmen von 1992-2007. Aber ab Anfang der 80er Jahre versorgte bereits eine zentrale Wasserleitung von einem Wasserwerk oberhalb des „Schappwaschs“ (Schafwäsche) am Dreetz alle Gehöfte und Ferienhäuser. Die Einzelbrunnen wurden verfüllt oder nicht mehr gepflegt.&lt;br /&gt;
:Eine allgemeine Abwasseranlage mit Anschlusspflicht für alle Bewohner wurde 1997/99 gebaut. Bis dahin wurden die Klärkammern jedes Gehöftes und der Ferienhäuser für Schmutzwasser regelmäßig von Spezialautos abgepumpt und zentral entsorgt. Dazu gibt es die Berichte, dass aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit die Entsorgungsfahrzeuge ihren Abwasserschlamm in Seen oder im Wald abkippten.&lt;br /&gt;
:Damals war Lutz Teichfischer Bürgermeister von Feldberg. Für Interessenten liegt in Kate 1 ein Heft von 60 Seiten: “CARWITZ Abschlussdokumentation der Sanierung“. Die Gesamtkosten betrugen 2.894.920 €, davon entfielen 1.340.880 € auf die Dorfstraße, die Wege und Plätze, sowie 210.980 € auf die Modernisierung und Instandsetzung von privaten Gebäuden. &lt;br /&gt;
:Ich erinnere mich, dass aus historischen Gründen die Dorfstraße mit Kopfsteinpflastern von Spezialkräften aus Portugal durchgeführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 45.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD45 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 47a.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD46 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 48.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD47 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+5&#039;&#039;&#039; Blicke auf Carwitz beim Rundflug 2008 (Wer hat die Bildrechte?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==14. Dorfkirche, Pfarrhof, Friedhöfe==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Mittelalter war Carwitz selbstständige Pfarre des Bistums Brandenburg. &lt;br /&gt;
:1534 gehörten dazu die Kapellen in Feldberg, Laeven und Hinrichshagen (Lüttenhagen). &lt;br /&gt;
:Im 30-jährigen Krieg ging die Pfarre ein und die Parochie wurde von Triepkendorf aus verwaltet. &lt;br /&gt;
:1706 entstand am Anger die Dorfkirche als rechteckiger Fachwerkbau mit einem freistehenden Glockenturm vor dem Westgiebel.&lt;br /&gt;
;18&lt;br /&gt;
:1740 wurde Carwitz wieder Pfarrsitz. Eingepfarrt wurden dorthin Feldberg, Conow, Weitendorf, Wittenhagen, Försterei Laeven und Neuhof. &lt;br /&gt;
:Der „Küstersteig“ zweigt von der Bahnhofstrasse in Feldberg ab und führt entlang der Wiesen zum Schmalen Luzin, er war also der Weg, auf dem Pfarrer und Küster aus Carwitz nach Feldberg zum Gottesdienst gingen und zurück. &lt;br /&gt;
:Seit 1815 war Feldberg „Flecken“ und erhielt erst 1919 das Stadtrecht. &lt;br /&gt;
:1857 wurde die Pfarre trotz stärkster Proteste der Carwitzer nach Feldberg gelegt, dafür durften im Gegensatz zu den anderen Dörfern die Carwitzer weiterhin ihre Kinder in ihrer eigenen Kirche konfirmieren. &lt;br /&gt;
:Auf dem uralten Kirchhof befindet sich ein offener Glockenstuhl mit zwei Gussstahlglocken. Diese wurden in Bochum gegossen und kamen um 1920 nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Die vorherigen beiden Bronzeglocken mussten während des ersten Weltkrieges für die Verarbeitung zu Munition abgeliefert werden. &lt;br /&gt;
:Bei diesen Bronzeglocken handelte es sich um eine kleinere mittelalterliche Glocke und eine große Glocke von 1859, welche ein Geschenk des Großherzogs Georg war.&lt;br /&gt;
:Dem ursprünglichen Friedhof an der Kirche folgte im 19. Jahrhundert der heute aufgelassene Friedhof mit dem Fallada-Gedenk-Grab. &lt;br /&gt;
:Im 2. Weltkrieg wurde dort noch beerdigt, siehe Grab eines russischen Hilfsarbeiters in der rechten Ecke zum Luzin. &lt;br /&gt;
:Der heutige Friedhof am Kreisel wurde nach dem 2. Weltkrieg eingerichtet. &lt;br /&gt;
:Er ist aus Gründen mangelnden Unterhalts heute nicht mehr allgemein belegbar, außer vorgemerkt mit jährlichen Gebühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 49.jpg|800px|zentriert|thumb| CD49]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 50.jpg|800px|zentriert|thumb| CD50 vor 1906]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 51.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD51 Die jetzige Kirche ist ein rechteckiger Fachwerkbau, eingeweiht 1706. Der hölzerne Westturm mit Spitzhelm wurde 1912 wegen Baufälligkeit abgerissen.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD52 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52a.jpg|800px|zentriert|thumb| CD53 Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut.  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Innern der rechteckigen Saalkirche befinden sich an drei Seiten Emporen. Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut. &lt;br /&gt;
:Die beiden Altarflügel (um 1500) zeigen rechts oben Maria und Sankt Elisabeth, unten Sankt Matthias und Sankt Bartholomäus. &lt;br /&gt;
:Auf dem linken Flügel sind oben Sankt Jakobus und Sankt Andreas, unten Sankt Agnes und Sankt Petrus dargestellt. &lt;br /&gt;
:Die beiden auf den Flügeln stehenden Schnitzfiguren zeigen Maria mit dem Christuskind (links) und Sankt Johannes (rechts) sowie auf den Rückseiten eine Verkündigungsszene. &lt;br /&gt;
:Die dritte Schnitzfigur im Altarraum an der Wand links stellt Sankt Valentin dar und stammt ebenso wie das Kruzifix aus der Zeit um 1500.&lt;br /&gt;
;Erna Morach, Christa Schönfeld  und Otto Schulz erzählten: &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg bekam der Pfarrer jedes Jahr den „Obsterwangs“ (von ihr so ausgesprochen). Das war der große  Kirchenzehnte, ein Rest der Feudalsteuer. &lt;br /&gt;
:Die Bauern gaben ihm 10 Zentner Roggen oder mehr, die sie gleich in die Mühle nach Feldberg bringen mussten. &lt;br /&gt;
:Der Pastor bekam dann nur das Geld für den an den Müller verkauften Roggen. Wurst, Eier kamen noch hinzu. &lt;br /&gt;
:Die Namen der Pastoren sind ihnen nicht mehr erinnerlich. &lt;br /&gt;
:Noch in den 20er und 30er Jahren sammelte „de Glöckner“ Wilhelm Schmidt den Kirchenzehnten in Naturalien zu Ostern ein.&lt;br /&gt;
:In ihrer Kindheit läutete der Glöckner, Herr Schmidt, die kleine Kirchenglocke 3x täglich: bim-bim-bim Sommer 7:00 (Winter 8:00), 12:00, Sommer 18:00 (Winter 16:00).  &lt;br /&gt;
:Am Sonntag wurde von ihm die große Glocke 10:00 geläutet und wenn der Pfarrer kam, wurde auch die 2. große Glocke geläutet. &lt;br /&gt;
:Der Glöckner „trampelte“ dann auf den Blasebälgen der Orgel die Luft in die Pfeifen, die vom Lehrer gespielt wurden. &lt;br /&gt;
:„Wir Kinder sangen dazu“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Reste des alten Pfarrhofs an der Bushaltestelle wurden erst 1974 im Auftrag der Kirche vom Bauunternehmer Börner aus Feldberg abgerissen und in den Modder-Mücken-Teich am Hügel 16 vor unseren Katen 2/3 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Beim Umbau 1978 / 2000 wurde im Zuge der Dorfsanierung auch die Kirchhofsmauer aufwendig umgebaut. Das geschah in der jahrhundertealten Fertigungstechnik als sogenannte Trockenfeldsteinmauer. &lt;br /&gt;
:Trockenmauern bieten in ihren vielen Ritzen und Hohlräumen ein spezielles Kleinklima und wertvolle Ersatzlebensräume für Reptilien und Insekten. &lt;br /&gt;
:Durch Samenflug siedeln sich außerdem auf den Steinen und zwischen den Fugen vielfältige Arten von Moosen, Flechten und Pflanzen an, die zur Stabilität dieses Naturdenkmals entscheidend beitragen. &lt;br /&gt;
:Wegen der besonderen Sensibilität ihre Beschaffenheit ist eine derartige Mauer nicht geeignet, zu erklettern, zu begehen oder zu “besetzen“. Diese Mauer des Kirchenhofs sollte geschützt und damit erhalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+6&#039;&#039;&#039; sanierte Kirche Carwitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 54.jpg|630px|links|thumb| CD54 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 55.jpg|420px|rechts|thumb| CD55 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 56.jpg|550px|links|thumb| CD56 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 57.jpg|500px|rechts|thumb| CD57 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 58.jpg|800px|zentriert|thumb| CD58  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 59.jpg|800px|zentriert|thumb| CD59 2004/2005 wurden die Grundmauern und der Keller des Pfarrhofs wieder freigelegt. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==15. Mühle: „flügellos“==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 60.jpg|800px|zentriert|thumb| CD60 Die Holländer Mühle brannte am 07.03.1892 ab. Sie wurde danach wieder aufgebaut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 61.jpg|800px|zentriert|thumb| CD61 Carwitzer Windmühle ca. 1900 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+7&#039;&#039;&#039; Vor 1906 ??&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto Schulz erzählte sinngemäß: &lt;br /&gt;
:Letzter Mühlenbesitzer war Otto Schmidt. Nach der Kollektivierung wurde die Mühle der LPG unterstellt. Zum Schluss wurde mit elektrisch betriebenem Mahlwerk nur noch Futter für Schweine und Rinder der LPG (Tierproduktion) Dolgen geschrotet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 62.jpg|800px|zentriert|thumb| CD62 2009]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
      &lt;br /&gt;
:Seit 1998 bemüht sich der örtliche Mühlenverein um die Sanierung. Die Plattform war zeitweise wieder begehbar. So wurde sie vom Kunstladen Thomsdorf zeitweise auch als Verkaufsstelle genutzt. Die Mühlenflügel ohne Funktion würden Zehntausende € kosten. So oder so ist sie ein weithin sichtbarer Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 63.jpg|800px|zentriert|thumb| CD63 ca. 1970  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+8&#039;&#039;&#039; ? Ca 1970&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==16.    Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Nach dem Kriege wurde die aus Ostpreußen geflüchtete Schwester Selma Wehrmeister als 1. Gemeindeschwester in Carwitz sesshaft. &lt;br /&gt;
:Sie war sehr beliebt, da sie fachlich sehr gut war, energisch und vor allem immer sofort da war, wenn sie gerufen wurde. &lt;br /&gt;
:Sie war auch oft als Hebamme tätig, denn damals gab es bis Mitte der 50er Jahre nur Hausentbindungen. &lt;br /&gt;
:Sie wohnte bei Dreiseidel im jetzigen Haus von Familie Teifel und hatte ihre Gemeindeschwesternstube in der damaligen Schule (Fr. Deuß, Dorfstraße 74). :Dort wurde auch bis 1990 ein- bis zweimal die Woche Sprechstunde eines Feldberger Arztes abgehalten. &lt;br /&gt;
:Schwester Selma war nicht nur Gemeindeschwester für Carwitz, sondern auch für Laeven und für Wittenhagen bis 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==17.Bäckerei und Kaufmannsladen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, Erna Morach und Güldners erinnern sich: Bäckermeister Hermann Schulz gab altersbedingt Anfang der 60er Jahre die Bäckerei in Carwitz auf. &lt;br /&gt;
:Er war selbständiger Bäcker und Konditor. Das ehemalige Backhaus mit dem erhaltenen großen Backofen ist jetzt ein Ferienhaus auf dem Grundstück Dorfstr. ?19 Bäcker Schulz buk frühmorgens das Brot, die Brötchen und die Kuchen. &lt;br /&gt;
:Dann zog er ein- bis zweimal in der Woche mit dem Pferdewagen über die Nachbardörfer zum Verkauf.  &lt;br /&gt;
:Viele Dörfler buken damals ihr Brot noch selbst.&lt;br /&gt;
:So ist der Erdhügel gegenüber unserem Eingangstor in Carwitz der Rest des ehemaligen Backofens der Familie Schönfeld. &lt;br /&gt;
:Es wurde auch noch selbst gebuttert. Die Maibutter war die beste, da die Kühe jetzt wieder das frische Gras fressen konnten20. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben und trugen sie nach Hause. &lt;br /&gt;
:Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.  &lt;br /&gt;
:Ein Lebensmittelladen des Konsums wurde 1952, nach dem Weggang des Krögers Paul Utnehmer, in der Gaststätte links hinter dem Eingang eingerichtet. Später wurde für den Laden eine Baracke anstelle der abgerissenen Scheune links neben dem Krog gebaut. &lt;br /&gt;
:Und noch später wurde ein eigener Laden daneben gebaut, in dem es alles „für den täglichen Bedarf“ gab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur paradoxen völlig verfahrenen, weil ideologisch dogmatisch bestimmten Preispolitik der DDR einige Beispiele: &lt;br /&gt;
:Ich erlebte, wie eine Carwitzer Einwohnerin „das Übliche“ - zehn große Brote kaufte, die sie in einen dreckigen Sack warf. &lt;br /&gt;
:Die Verkäuferin klärt mich dann auf: Diese Brote sind nicht für die Gäste, sondern für die Hühner und Schweine bestimmt. &lt;br /&gt;
:Brot wird subventioniert, reines Korn, also das Futter für die Schweine ist viel teurer im Einkauf. &lt;br /&gt;
:LPG-Bäuerinnen hatten kein eigenes Korn mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Frische Lebensmittel wurden zur DDR-Zeit staatlich zu überhöhten Preisen aufgekauft, um sie in Westberlin frisch verkaufen zu können. Dazu gehörten zum Beispiel Spargel, Erdbeeren und auch Eier. Ein Teil dieser Waren kam aber auch in unseren Konsum zum Verkauf zurück und konnte nun für den persönlichen Bedarf in kleiner Menge zurückgekauft werden. Der Rückkauf war zum Teil nur die Hälfte vom vorher erfolgten Verkaufspreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Konsum wurde 1990 bald nach dem Umbruch und nach Klärung der Eigentumsverhältnisse abgerissen. Ein Doppelhaus steht jetzt dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==18. Fischerei==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erinnert sich: Herr Hagen holte sich nach dem Kriege die Fische vom Fischer Haase. &lt;br /&gt;
:Er (Herr Hagen) wohnte im letzten Haus links am Weg nach Hullerbusch, Dorfstr. 67. &lt;br /&gt;
:Der Fischer wohnte im ersten Haus an der breiten Bucht. Hagen fuhr die Fische, anfangs mit dem Fahrrad, später mit seinem Pferdewagen zum Verkauf über die benachbarten Dörfer. Später übernahm sein Sohn Ernst Hagen dieselbe Tätigkeit von seinem Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„In Carwitz produzierte die Binnenfischerei 60 t Forellen.“&lt;br /&gt;
;21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Seenlandschaft wurde durch die wirtschaftliche Entwicklung massiv belastet: Abwasser der Molkerei in Feldberg, ungenügende Abwasserklärung der Stadt Feldberg und der umliegenden Dörfer, Mosterei in Carwitz, chem. Pflanzenschutzmittel und Düngung insbesondere mit Flugzeugen. &lt;br /&gt;
:Die Problematik wurde in den 70er und 80er Jahren wohl erkannt, aber die entgegenwirkenden Maßnahmen konnten aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten und ideologischer Schranken nur halbherzig sein.&lt;br /&gt;
:Erfreulich, dass sich nach der Wende in den 90er Jahren vieles veränderte. Die sich von Jahr zu Jahr verbessernden Seen haben fast alte Klarheit zurückgewonnen.&lt;br /&gt;
;22 &lt;br /&gt;
;Gleiche Autoren berichten: „Es wäre schon vorgekommen, dass die Fischer Bleie (Brachsen, Brassen) von 60 bis 80 cm mit 6-7 kg gefangen hätten“. (18 / S.29 u. 266)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fischermeister Bruno Haase erzählte, dass zu dieser Zeit von ihm im Carwitzer See, im Zansen und im Dreetz immerhin pro Jahr noch eine Tonne amerikanischer Flusskrebse gefangen wurde. &lt;br /&gt;
:1959 erreichte der Bisam die Feldberger Gewässer, jedenfalls gibt es aus dieser Zeit erste verlässliche Berichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==19. Schmiede==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Es gab bis in die Nachkriegsjahre 2 Schmieden. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+9&#039;&#039;&#039;  1. vom Kreisel kommend das erste Haus links, Dorftsr. 5, daneben das kleinere Haus war die ehemalige Schmiede gewesen. &lt;br /&gt;
:2. gegenüber dem alten Friedhof, Dorfstr. 40, die Schmiede von Friedrich Rechlin, die später von Kavemann übernommen wurde.&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+10&#039;&#039;&#039;  Standort Schmiede am Friedhof ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==20. Verkehr==&lt;br /&gt;
:1789, so wird berichtet, erreichte die Post zweimal in der Woche Feldberg. &lt;br /&gt;
:Die „Fahrpost“ von Neustrelitz (durch den Serrahner Forst) über Goldenbaum, Grünow, Dolgen, Weitendorf (alte Poststraße) nach Feldberg existierte von 1821 bis zum 21. 12. 1910. An diesem Tag erreichte die Eisenbahn, die „Friedrich-Wilhelm-Bahn“, das erste Mal öffentlich Feldberg. &lt;br /&gt;
:„Erst 1875 konnte der wichtige Straßenanschluss Feldbergs an die Chaussee Neustrelitz-Woldegk bei Möllenbeck fertiggestellt werden.“ (18)&lt;br /&gt;
:Die letzte Sonderfahrt der Bahn war am 21.Dezember 2000 zum 90-jährigen Streckenjubiläum. &lt;br /&gt;
:Der Personennahverkehr war bereits zum 27. Mai 2000 abgestellt worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu Fuß oder mit der Pferde-Kutsche ging es von Carwitz nach Feldberg zum Amt oder zum Bahnhof. &lt;br /&gt;
:Die Feldberger Seenkette bildete eine Barriere von Lichtenberg bis Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:So soll Blücher mit seiner Armee entlang dem Nordufer des Breiten Luzin 1806 vor den Franzosen geflohen sein. Der Erddamm durch den Schmalen Luzin wurde erst 1847 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 64 c.jpg|800px|zentriert|thumb| CD64 An der Bäk-Brücke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Brücke über „de Bäk“ in Carwitz hatte nur Bedeutung für die Verbindung zwischen Wittenhagen und Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Schulbus fuhr bald nach Schließung der Dorfschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 65.jpg|530px|links|thumb| CD65 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 66.jpg|500px|rechts|thumb| CD66 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Die ersten Autobesitzer vor dem 2. Weltkrieg waren Hans Fallada, Kratochwil und der Müller Schmidt. &lt;br /&gt;
:Fallada hatte vorher eine Pferdekutsche. Mit ihr hatte er seine Probleme, wie er in „Heute bei uns zu Haus“ lebhaft schildert. &lt;br /&gt;
:Der Teil der Dorfstraße vom Krog bis zum Kirchhof wurde ca. 1928/29 gepflastert. &lt;br /&gt;
:Die Straße von Feldberg und die gesamte Dorfstraße wurde erst Anfang der 70er Jahre befestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 67a.jpg|thumb|600px|center|DC67 Dorfstraße vor der Sanierung, rechts das Haus von Otto Schulz vor der Bäk. Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 68.jpg|thumb|600px|center|DC68 Dorfstraße nach der Sanierung - Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+12&#039;&#039;&#039; Auch die Zufahrt von Feldberg/Neuhof wurde komplett neu asphaltiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 69.jpg|thumb|600px|center|DC69 Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
:Eine alte unbefestigte Fahrstraße führte durch den Wald von Wokuhl über Hasselförde, Triepkendorf, Laeven. &lt;br /&gt;
:Sie ist auch heute noch befahrbar und war nach dem katastrophalen Wintereinbruch 1978/79 für einige Tage die einzig befahrbare Straße von Neustrelitz nach Carwitz und Feldberg. &lt;br /&gt;
:Möllenbeck - Feldberg war wegen Schneeverwehungen unpassierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==21. Wald und Naturschutz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+13&#039;&#039;&#039; Von 1972 bis 2001 war Klaus Borrmann Leiter des Forstamt Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Er hat mehr als 200 kleinere und größere Abhandlungen, Aufsätze in Fachzeitschriften und Heimatbroschüren zur Natur und Geschichte der Feldberger Region veröffentlicht. In der zweibändigen Darstellung Mecklenburg-Strelitz – Geschichte einer Region (2000 und 2002) hat er die rund 300-jährige Forst- und Jagdgeschichte des Großherzogtums dargestellt.  Und in „Lüttenhäger Oberförster“ 2001 würdigt er seine Amtsvorgänger und verbeugt sich vor ihren Leistungen für die Wälder der Feldberger Seenlandschaft. Borrmann ist auch Vater des 1999 eröffneten Lüttenhagener Waldmuseums „Lütt Holthus“, das vor allem jungen Besuchern „Natur zum Anfassen“ bietet.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Der ursprüngliche Wald war vor 1000 Jahren ein Buchen-Eichen-Mischwald. &lt;br /&gt;
:Darin eingestreut lagen die, durch friedliche Einwanderung in den Jahrhunderten nach der Völkerwanderung entstandenen, slawischen Rund-Dörfer. &lt;br /&gt;
:Mit der Osterweiterung des Deutschen Kaiserreiches kamen später deutsche Siedler dazu. Es wurden Reihen-Dörfer gegründet. &lt;br /&gt;
:Jede Familie hatte im Mittelalter eine Hufe Land von ca. 7-8 ha mit Nutzung der Allmende, des Allgemein-Eigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der 30-jährige Krieg ließ auch in der Feldberger Seenlandschaft ein fast menschenleeres Land zurück. Viele Dörfer waren wüst, so Hanau am Schmalen Luzin vor dem Hullerbusch und Krüselin. Viele Dörfer wurden im wahrsten Sinne dezimiert. &lt;br /&gt;
:Der Wald drang in wenigen Jahrzehnten auf diesen Flächen vor. Das Land erholte sich nur sehr langsam. &lt;br /&gt;
:Nach 1700 beschleunigte sich die wirtschaftliche Entwicklung. &lt;br /&gt;
:Der enorme Holzbedarf der Glashütten, Köhlereien, Teeröfen, -schwelereien und die Bautätigkeit entwaldete erneut die Region. &lt;br /&gt;
:Gegenmaßnahme waren seit Ende des 18. und im 19. Jahrhundert gezielte, organisierte Aufforstungen insbesondere mit Kiefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Anweisung des Herzogs Adolf Friedrich im Jahre 1783 an den Förster Schwarz  in Carwitz zur sparsamen Holzverwendung (1/S.35 ): &lt;br /&gt;
:„Wann wir gnädigst resolviret, dass von nun an alles Klafter-Holz ohne Ausnahme in jeder unserer Forsten, es sey zum Behuf der Glashütten, zur Köhlerei, Ziegeleien, Kalköfen, zur häuslichen Feuerung oder Deputat-Brennholze, wie auch alles Pfahlholz ohne alle Einwendung und Wiederrede, nicht wie bisher geschehen mit der Axt, sondern mit der Säge gekürzt werden soll, außer das sogenannte Wadelholz, auch Zweig- oder Zopfholz, welches noch keinen Fuß im Durchschnitt hat, als welches mit der Axt klein zu machen frei bleibt.“ Damit sollte der Holzverlust verringert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der ranghöchste Forstmann aller Zeiten zwischen Neustrelitz und Feldberg hatte seinen Sitz zwischen 1786 und 1816 auf dem Forsthof in Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Oberforstmeister Christoph Ernst von Kamptz“ s. (1/S.171ff) &lt;br /&gt;
:Nach seinem Tod kam der Wald zwischen Carwitz und Triepkendorf zur Försterei Mechow. &lt;br /&gt;
:Auch die Stelle des Oberforstmeisters wurde dann 1932 aufgelöst. &lt;br /&gt;
:Der letzte Förster, Walter Kruse, wurde nach Strasen versetzt. Das Haus übernahm Malermeister Tock und nach seinem Tod in den 70er Jahren Fischer Götz. :Für Carwitz verblieb nur der Hullerbusch und der Conower Werder, was für einen Holzwärter reichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Neben der geschichtlichen Entwicklung des Feudalismus ist sicher auch die Randlage von Carwitz entscheidend für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Naturschutzgebiet Hauptmannsberg umfasst 43 Hektar  des markanten Ausschnitts einer Endmoräne der letzten Eiszeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Hauptmannsberg, 120 Meter hoch, ist eine Satzendmoräne. &lt;br /&gt;
:Nach Abtauen des Eises blieben die noch heute sichtbaren Findlinge zurück. Bronzezeitliche Hügelgräber belegen auch hier eine frühe menschliche Besiedlung. Das im 13. Jahrhundert gegründete Hanow, später Hanau, wurde im 15. Jahrhundert aufgegeben und die Flächen anschließend von Carwitzer Bauern genutzt. &lt;br /&gt;
:Auf einer Karte von Tilemann Stella aus dem Jahr 1578 sind die Flächen waldfrei verzeichnet. &lt;br /&gt;
:Bereits im 18. Jahrhundert wurden steile und unwegsame Flächen aufgegeben und bewaldet. &lt;br /&gt;
:Die anderen Flächen wurden abwechselnd als Wiese und Acker genutzt. &lt;br /&gt;
:Die landwirtschaftliche Nutzung wurde im Jahr 1971 vollständig aufgegeben. Erst seit 1992 erfolgt wieder eine regelmäßige Beweidung. &lt;br /&gt;
:In den steilen Hangbereichen am Ufer des Zansen wachsen jetzt Wälder mit Hainbuche, Rotbuche und Eiche, eingestreut findet sich Haselnuss. &lt;br /&gt;
:Nach der Nutzungsaufgabe Mitte des 20. Jahrhunderts konnten sich Besenginster, Brombeere und Schlehe ausbreiten. &lt;br /&gt;
:Die offen gehaltenen Bereiche bedecken artenarme Rotstraußgrasfluren und Grasnelken-Schwingelrasen. &lt;br /&gt;
:Nur noch in kleinen Flächen sind die an basenreiche Standorte gebundenen Pflanzengesellschaften mit Steppenlieschgras und Glatthafer zu finden. &lt;br /&gt;
:Zahlreiche wärmeliebende Zikaden- und Heuschreckenarten besiedeln das Gebiet, darunter der Kleine Heidegrashüpfer und die Zweifarbige Beißschrecke. &lt;br /&gt;
:Die Brutvogelwelt hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Veränderung der Flächen gewandelt. &lt;br /&gt;
:Es sind heute vorrangig hecken- und waldbewohnende Arten anzutreffen, wie Sperbergrasmücke, Neuntöter, Sprosser und Wendehals. &lt;br /&gt;
:Rechtlich besteht das Schutzgebiet seit dem 20. März 1957. Es grenzt an das nördlich und westlich liegende Naturschutzgebiet Hullerbusch und Schmaler Luzin. Es ist nach EU-Recht als FFH-Gebiet23 und Vogelschutzgebiet eingestuft. &lt;br /&gt;
:Der ursprünglich beabsichtigte Schutz des Offenlandes mit beweideten Trockenrasen hat sich durch Wiederansiedlung von Gehölzen geändert. &lt;br /&gt;
:Auch der später wieder geförderte Verbiss durch die Schafbeweidung und maschinelle Pflegemaßnahmen können dies nicht ändern. &lt;br /&gt;
:Der durchziehende Wanderweg entlang am Zansen ist mit seinen Aussichten auf die Seen ein touristisches Hauptziel. &lt;br /&gt;
:Aber die „Aussichtsmöglichkeiten“ haben sich durch den kompromisslosen Naturschutz massiv vermindert. &lt;br /&gt;
:So verhindert der Baumbewuchs des Hauptmannsberg die Rundumsicht auf die  Seen: Schmaler Luzin, Dreetz, Falladabucht, Carwitzer See, Zansen. &lt;br /&gt;
:Es ist nur noch ein eingeschränkter Blick auf den Carwitzer See übriggeblieben. &lt;br /&gt;
:Diese Entwicklung wirft immer wieder die Frage nach der Zielstellung des Naturschutzes auf. &lt;br /&gt;
:Soll es so bleiben, wie es im Moment ist, oder soll es wieder werden wie vor 50 Jahren, wie vor 200, 1.000 oder 10.000 Jahren? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+14&#039;&#039;&#039; In den „Heiligen Hallen“ sind nach einem Sturm die gestürzten Buchen nicht von den Wegen geräumt worden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 70.jpg|thumb|600px|center|DC70 So sieht es heute mit dem „Naturschutz“ aus. Vor ihm gab es dort keinen Wald Foto B. Krause 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die mit dem Naturschutz, der modernen Landwirtschaft und den veränderten Besitzverhältnissen verursachten Veränderungen in der Tierwelt bedürften einer besonderen Darstellung.  &lt;br /&gt;
:Es geht dabei nicht um die Neuansiedlung von Wölfen, sondern um die grundsätzlich veränderten Lebensbedingungen für die Kleintierwelt. &lt;br /&gt;
:Der Waschbär hat enormen Schaden verursacht, insbesondere in der Vogelwelt. &lt;br /&gt;
:In den siebziger Jahren gab es noch Fasane, Haubentaucher, Schellenten, Pirole in der unmittelbaren Umgebung von Carwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==22. Kiesabbau Carwitz - Thomsdorf verhindert – Findlingsgarten gegründet==&lt;br /&gt;
:(zusammengefasst nach informativen Gesprächen mit Gudrun Kunze, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch versuchte in den neunziger Jahren ein Bauunternehmen das Recht auf Kiesabbau im Bereich Carwitz/Thomsdorf westlich und südlich zwischen Schmalen Luzin, Dreetz und Krüselinsee zu erwerben. Es betraf 127 Hektar in Mecklenburg-Strelitz und 87 Hektar in der Brandenburgischen Uckermark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 71.jpg|thumb|600px|center|DC71 Das Kiesabbaugebiet ist schwarz markiert]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Als das bekannt wurde, kam es im März 1996 zur Bildung eines länderübergreifenden Vereins “Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau“. &lt;br /&gt;
:Die 60 Gründungsmitglieder regten die Diskussion in den zuständigen Gemeinden und Kreistagen zur Verhinderung dieses massiven Eingriffes in das Landschafts- und Naturschutzgebiet der Feldberger Seenlandschaft an. Es kam zu 15.000 Unterschriften. &lt;br /&gt;
:Die Vereinsmitglieder steckten den Kopf nicht in den Sand des geplanten Kiesabbaus. &lt;br /&gt;
:Im Rahmen dieser Bürgerinitiative wurde zunächst der Weg von Carwitz nach Mechow wiederbelebt und mit Birken bepflanzt. Mit Spenden und Fördermitteln erwarb der Verein 2002 ein Grundstück auf dem Kiesfeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 72.jpg|thumb|600px|center|DC72 Der Findlingsgarten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der NABU des Kreises Mecklenburg-Strelitz mit seinem damaligen Vorsitzenden Erwin Hemke hatte dann die Idee zu einem Findlingsgarten mit Heidelandschaft. &lt;br /&gt;
:Im September 2002 wurde zu dessen Einweihung ein fast 20 t wiegender Granitstein, ein Findling aus der Eiszeit, in Anwesenheit des damaligen Umweltministers Dr. Wolfgang Methling (PDS) von Mecklenburg-Vorpommern an den Ortsrand von Carwitz neben den genannten Weg gebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 73.jpg|thumb|600px|links|DC73 Der Hüter  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 74.jpg|thumb|800px|rechts|DC74  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Er wurde auf den Namen „Der Hüter“ getauft, denn er soll und wird das Landschaftsschutzgebiet bewachen. Weitere Findlingssteine formen den Umriss eines Mammuts nach. &lt;br /&gt;
:Texte informieren über die skandinavischen Herkunftsorte der 168 Findlinge aus einem Umkreis von ca 30 km.&lt;br /&gt;
:2005 konnte dann eine unabhängige Gruppe privater Personen das Bergrecht für den Kiesabbau kaufen. &lt;br /&gt;
:Damit war der Abbau von Kies auf Dauer verhindert. 2017 kam es zur Verschmelzung der Vereine: „Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen Kiesabbau und Deponien“ und „Eiszeit- und Naturerlebnis Wittenhagen e.V.“ zum „Feldberger Eiszeit- und Naturerlebnis e.V.“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==23. Gedanken zum Schluss==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Man kann erfahren, wie bekannt Carwitz ist, wenn man irgendwo in Deutschland auf dieses Dörfchen zu sprechen kommt. Die wirtschaftliche und kulturelle Zukunft von Carwitz liegt heute einzig und allein im Tourismus und für Feldberg auch im Kurbetrieb. &lt;br /&gt;
:Einzigartig ist aber nicht nur Carwitz, sondern auch die nähere und weitere Umgebung der Feldberger Seenlandschaft. Einige unserer Familie und Freunde hatten deshalb schon den Gedanken, eine kleine Broschüre zu gestalten. &lt;br /&gt;
;“111 Orte um Carwitz, die man gesehen haben sollte“. Orte aus der Vergangenheit, im aktuellen Urlaub gesehen oder aber auch vorgenommen, in der nahen Zukunft zu besuchen. Diese Idee wurde schon vor langer Zeit ausgesprochen.24 Eine Auflistung führte zu vielen weiteren Orten, zu mehr als 111 Diamanten in der Umgebung. Sie reicht von Alt Placht, dem Kirchlein im Grünen, bis weit hinaus übers Restaurant Zollhaus am Erddamm in Feldberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Auch die hier genannten Orte und Geschichten können vielleicht anregen, über Carwitz und die umliegenden Seen hinaus etwas zu erleben und zu genießen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Also „Auf Schusters Rappen“, auf die Fahrräder oder auch ins Auto:&lt;br /&gt;
:Hans –Fallada-Museum: Zum Bohnenwerder 2 in Carwitz &lt;br /&gt;
:Lütt Holthus: Waldmuseum in Lüttenhagen &lt;br /&gt;
:Neustrelitz: ehemalige Residenzstadt der Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz mit einmaliger spätbarocker sternförmiger Stadtanlage und Schloßgarten&lt;br /&gt;
:Schloss Hohen Zieritz: Sterbeort der Königin Luise von Preußen, Nationalparkamt, Anfang oder Ende der Königin-Luise-Route Hohenzieritz-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Frauenkonzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg, Gedenkstätte&lt;br /&gt;
:Dorfkirchen in Carwitz, Conow, Fürstenhagen, Mechow, Wittenhagen&lt;br /&gt;
:Spring: Quelle und Picknick-Platz ca 10-15 Min. vom Friedhof Laeven entfernt&lt;br /&gt;
:Dorfwüstung Krüselin und Picknick-Platz: 30 Min. von Carwitz entfernt&lt;br /&gt;
:Hullerbusch mit Hünenwall und Teufelstein: eiszeitlich geformter Buchenwald, Hochuferweg am Zansen&lt;br /&gt;
:Hauptmannsberg mit Wanderweg entlang des Hochufers am Zansen: schönster Blick Mecklenburgs&lt;br /&gt;
:Bohnenwerder: eindrucksvoller 360°-Rundblick über den Carwitzer See&lt;br /&gt;
:Heilige Hallen: ältester 300-400-jähriger Buchenwald Deutschlands&lt;br /&gt;
;3 Friedhöfe in Carwitz: &lt;br /&gt;
:1. an der Kirche, &lt;br /&gt;
:2. „in de Mitte von Dorp“, &lt;br /&gt;
:3. bei der Mühle&lt;br /&gt;
:Kahnfähre über den Schmalen Luzin: Verbindung vom Hotel Hullerbusch zur Luzinhalle &lt;br /&gt;
:Schmaler Luzin: Uferweg von Carwitz nach Feldberg (Luzinhalle)&lt;br /&gt;
:Feldberg: Amtswerder, Klinik, Blick vom Reiherberg&lt;br /&gt;
:Wittenhagen: Luzintheater, Kirche, Eiszeit-Route&lt;br /&gt;
:Scharteisen – glazialer Toteissee; von Wittenhagen aus zu erreichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==24.    Glossar==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Adjungiert		&lt;br /&gt;
:zugeordnet, beigefügt&lt;br /&gt;
;boom                          &lt;br /&gt;
:Baum  (plattdeutsch) irgendwo als „oben“ genannt ist falsch&lt;br /&gt;
;Cammer-Collegium	&lt;br /&gt;
:s. Kammerkollegium&lt;br /&gt;
;Devastiert		&lt;br /&gt;
:zerstört, verwüstet, heruntergewirtschaftet&lt;br /&gt;
;Domäne		&lt;br /&gt;
:Landesherrschaftliches Staatsgut, das auch verpachtet werden konnte&lt;br /&gt;
;Domanium	&lt;br /&gt;
:verpachteter landesherrschaftlicher Besitz ( Dörfer, Höfe ) mit direkter Steuerpflicht gegenüber dem Landesherren. Bestand bis 1919&lt;br /&gt;
;Emolumente		&lt;br /&gt;
:Nebeneinnahmen, Nutzen&lt;br /&gt;
;Erbvergleich	(auch Landesgrundgesetzlicher)  &lt;br /&gt;
:Mecklenburger Gesetzessammlung von 1755 zur Regelung der Beziehungen zwischen dem Landesherren und der :Ritterschaft, Städten. Praktisch die Landesverfassung des Mecklenburger Ständestaates bis 1919.&lt;br /&gt;
:Etablissement		&lt;br /&gt;
:hier dienstliche oder betriebliche Niederlassung der Forstwirtschaft&lt;br /&gt;
;Gerechtsame, die	&lt;br /&gt;
:veraltet für (Vor)recht&lt;br /&gt;
;Glashütte	&lt;br /&gt;
:Manufaktur zur Herstellung von Glas aus Quarzsand und Pottasche in einem Schmelzofen. Hatte sehr großen Holzverbrauch in ihrer unmittelbaren Umgebung.&lt;br /&gt;
;Hutewald	&lt;br /&gt;
:die Dorfbewohner durften nach uraltem Recht in diesem Wald ihr Vieh – meist ihre Schweine – hüten, weiden lassen&lt;br /&gt;
:Kammerkollegium	&lt;br /&gt;
:herzogliche Finanzverwaltung, auch als Cammer-Collegium bezeichnet&lt;br /&gt;
;KWA			&lt;br /&gt;
:Karbe-Wagner-Archiv in Neustrelitz&lt;br /&gt;
;LHA			&lt;br /&gt;
:Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
;Meierei		&lt;br /&gt;
:größeres landwirtschaftliches Gut meist außerhalb der Dorfgemarkung&lt;br /&gt;
;Meierei Wirtschaft	auch Meierei Hof &lt;br /&gt;
:Wirtschaft zur Herstellung von Milch, Butter, Käse&lt;br /&gt;
;Moräne		&lt;br /&gt;
:von Gletschereis abgelagerte Erde und Gesteine, fruchtbarer Boden&lt;br /&gt;
;Pertinens, das (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehöriges, Zubehör&lt;br /&gt;
;Pertinenz, die (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehörigkeit&lt;br /&gt;
:Resolviren                  &lt;br /&gt;
:entscheiden, einen Beschluss öffentlich machen&lt;br /&gt;
;Rute	&lt;br /&gt;
:deutsches Längenmaß und als Quadratrute Flächenmaß vor der Reichsgründung 1871, in jedem deutschen Land anders: Mecklenburg-Strelitz = 5,02 m, 1 :QR = 25,2 m²,  Mecklenburg-Schwerin = 4,65 m, 1QR = 21,6 m²&lt;br /&gt;
;Sander	&lt;br /&gt;
:durch Schmelzwasser vor dem Gletscher ausgeschwemmte oft auch verwehte Sandflächen mit Dünen, gering fruchtbar&lt;br /&gt;
;Teerofen	Holzschwelerei,  &lt;br /&gt;
:zur Herstellung von Teer, der vor allem als Schmierstoff für Wagenräder benutzt wurde. Sehr großer Holzverbrauch in unmittelbarer Umgebung&lt;br /&gt;
;Werder		&lt;br /&gt;
:aus dem Althochdeutschen für &amp;quot;erhöhtes vom Wasser geschütztes Land&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Wie(r)l			&lt;br /&gt;
:Insel (Plattd.)&lt;br /&gt;
;Wörde	&lt;br /&gt;
:Hausacker, Hausgarten unmittelbar hinter oder neben dem Haus, in Carwitz zum See hinabreichend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==25.Literatur (Auswahl)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1. Borrmann, Klaus u. Tempel, Holger - Die Wildparks Serrahn &amp;amp; Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:Verlag: Erich Hoyer Galenbeck 2005, u a.  &lt;br /&gt;
;2. Brandenburgisches Landeshauptarchiv files - Flurkarte „Plan von der Feldmark Thomsdorf&amp;quot; &lt;br /&gt;
:– Signatur 37 Boitzenburg K 65 B / Potsdam, Tel. 0331-5674-213 &lt;br /&gt;
;3. Carpin, Gasthof Schleser See&lt;br /&gt;
: histor. Landkarte an der Wand: &lt;br /&gt;
:„herzogl. Directoerialkommission Generalplan 1750 aufgenommen von Hallas“ als Hinweis für &lt;br /&gt;
;4. Carwitz - Abschlussdokumentation der Sanierung1992-2007&lt;br /&gt;
:                                                                                                 &lt;br /&gt;
;5. Goetsch, Erich - Mechow. - Zur Geschichte einer kleinen bäuerlichen Siedlung in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. &lt;br /&gt;
:Cappenberg 2004 s. a. sein Literaturverzeichnis &lt;br /&gt;
;6. Herrmann, Joachim - &amp;quot;Die Slawen in Deutschland&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1985 &lt;br /&gt;
;7. Herrmann, Joachim - „Die Ergebnisse der Ausgrabungen in Feldberg“ &lt;br /&gt;
:in Ausgrabungen und Funde Bd. 13, Akademie-Verlag, Berlin 1968, S. 198 – 204&lt;br /&gt;
;8. Kinderbuchverlag Berlin - Carwitzer Notizen, 1985&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;9. Karbe-Wagner-Archiv  17235 Neustrelitz, Schloßstr.12-13, im Kulturquartier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;10. Kaus, Sigrid Ehefrau des Malers Max Kaus, der in 20er Jahren in Carwitz malte. &lt;br /&gt;
:Potsdamerstr.44 in 12205 Berlin Lichterfelde Tel.: 030- 833 60 25&lt;br /&gt;
;11. Krappe, Martin u. Arno Waterstraat - „Fischfauna der oberen Feldberger Seen und des Carwitzer Sees“ &lt;br /&gt;
:in Labus Heft 24/2006 S. 44-58 Phönix Multimedia Service GbR Elisabethstr. 28, 17235 Neustrelitz hier der Hinweis auf Sonderheft 5/2003 S.24 ff über die Ostgroppe und die Tiefenmaräne&lt;br /&gt;
;12. Krausch, Hans-Dieter und Werner Schmidt - „Das Feldberger Seengebiet“, &lt;br /&gt;
:Verlag Hermann Böhlhaus Nachfolger Weimar 1997, Bd.57 in der Reihe „Werte der Deutschen Heimat“&lt;br /&gt;
;13. Krüger, Georg -  Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. &lt;br /&gt;
:(3 Bd.) I. Band Das Land Stargard II. Abteilung: - Amtsgericht Feldberg S. 102 - 108  Neubrandenburg 1925 Brünslowsche Verlagsbuchhandlung &lt;br /&gt;
;14. Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;15. Liersch, Werner - Dichters Ort, &lt;br /&gt;
:S. 159 wahrscheinlich auch in Fallada Biografie Individuell Verlag 2005&lt;br /&gt;
;16. Mecklenburgica – Archiv- und Recherchedienst Schwerin (Herr Steinbruch) &lt;br /&gt;
:entziffert alte Dokumente&lt;br /&gt;
;17. Mecklenburg-Strelitz . Beiträge zur Geschichte einer Region, Hrsgb. Landkreis Mecklenburg-Strelitz&lt;br /&gt;
:mit div. Autoren. Verlag Druckerei Steffen 2001                             &lt;br /&gt;
;18. Richter, Dipl. Biolog. Wolfgang M. ( ca 1928 geb.) und Fr. Ingeborg &lt;br /&gt;
:Verfasser von „Feldberg“ Verlag Michael Gust 1999 und aktiver Mitarbeiter bei BONITO Drosselgang 2  /  21709 Himmelpforten, Niederelbe Tel.: 04144 – 4925&lt;br /&gt;
;19. Interview Carwitz - Schönfeld, Christa, geb. Utnehmer - Schulz, Otto und Hildegard, geb. Rakow - Güldner, Ursula, geb. Koch und Kurt - Morach, Erna geb. Güldner &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;20. Stange, Hartmuth - Die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung Ostmecklenburgs in 2)&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;21. Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“. &lt;br /&gt;
:In Auszügen siehe Anhang. Karten und Akte liegen im Landeshauptarchiv Schwerin - LHAS Landesgrenzakten Sign. 370 Bestand 2.11-2) und wurden mir bereitgestellt in der Übertragung  und Bearbeitung  von Ulrich Voigtländer / Waren u. W.M. Richter / Himmelpforten LUZIN-REPORT 10. Lieferung 1989/90&lt;br /&gt;
;22. Schulz, Erwin - „Ortsnamen in Mecklenburg- Strelitz von 1170 bis 1572“ &lt;br /&gt;
:des Institut für Slawistik der E.-M.-A.-Universitä Greifswald&lt;br /&gt;
;23. Voigtländer, Ulrich - „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ &lt;br /&gt;
:in Karbe-Wagner-Archiv, neue Schriftenreihe Nr. 5 / 2007 Thomas Helms Verlag, Schwerin&lt;br /&gt;
;24. Lemke, Hans-Jürgen - &amp;quot;Die Krüseliner Mühle - Historie - Schicksale - Anekdoten&amp;quot; Erinnerungen, &lt;br /&gt;
:2018 Selbstverlag, 135 S., 2. wesentlich erweiterte und überarbeitete Auflage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ende==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==für Druckversion - Rücktitel ISBN https://www.epubli.com/ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 03.jpg|600px|center|thumb|  CD3 Rücktitel Bild 1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 04.jpg|600px|center|thumb|CD4 Rücktitel Bild 2]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156157</id>
		<title>Carwitz-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner</title>
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		<updated>2026-09-14T17:26:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* 1. Eiszeitliche Gestaltung der Feldberger Seenplatte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 01.jpg|600px|center|thumb| Carwitz 2007 bei Flug über Mecklenburger Seen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 02b.jpg|600px|center|Carwitz Dörffel 02]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[[Carwitz]]-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner  &lt;br /&gt;
;Autor Ernst F. Doerffel&lt;br /&gt;
;Redaktion Carola Hasan &lt;br /&gt;
;2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorwort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wie kam es zur Idee „Puzzleteile der Geschichte von Carwitz“?&lt;br /&gt;
:Anfang 2000 las ich die gerade veröffentlichte Dorfgeschichte von Mechow, südlich von Carwitz im selben Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gelegen. Da kam mir der Gedanke eine Dorfgeschichte von Carwitz zu schreiben. &lt;br /&gt;
:Ich fing an zu sammeln und kam aus dem Staunen nicht heraus. &lt;br /&gt;
:Mit dem Verfasser der Dorfgeschichte von Mechow, Erich Goetsch, kam ich freundschaftlich ins Gespräch. :Erich Goetsch hatte damals als 80-jähriger sehr intensiv in den Archiven, insbesondere im Landesarchiv Schwerin, geforscht und gesammelt. Er selbst wohnte seit Mitte der Fünfziger Jahre bei Bremen, seine Tochter seit den 90er Jahre in Mechow. &lt;br /&gt;
:In den Jahren 2005-2008 interviewte ich mehrere Carwitzer Bürgerinnen und Bürger. Sie erzählten sehr interessant, insbesondere über die Zeit zwischen den Kriegen im 20. Jahrhundert und über die DDR. Auch zeigten sie mir z.T. uralte Dokumente aus dem 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Während der folgenden Jahre hatte ich versucht, für meine Sammlung von Fragmenten einen Archivar in Feldberg zu interessieren. Er hat angeblich damit gearbeitet. Mir ist aber nicht bekannt, ob davon auch etwas veröffentlicht worden ist. &lt;br /&gt;
:Ich ließ mir meine per USB-Stick überlassenen Dateien 2023 zurückgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Meine Sammlung aus den verschiedensten Quellen und Dokumenten sind von mir nicht verbindlich überprüft worden. Ihre Veröffentlichung ohne Überprüfung der Dokumente im Landesarchiv Schwerin ist mir nicht möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Interviews mit Carwitzern wurden chronologisch eingearbeitet. Es sind bis 2025 immer wieder viele Ergänzungen mit gelesenen und gehörten Informationen hinzugefügt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zufällig entdeckte ich Ende Februar 2026 im Internet eine Interessentengruppe für Ortschroniken in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Bildungsministerium unterstützt. Da existiert auch eine kurze Chronik von Carwitz. Kontakte wurden aufgenommen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese „Carwitzgeschichte“ wurde über zwei Jahrzehnte mit Unterbrechungen erarbeitet. &lt;br /&gt;
:Jetzt möchte ich gedruckte Exemplare an die Familie, an Freunde und Interessierte weitergeben. &lt;br /&gt;
:Die Unterlagen, Interviews und familiäre Bezüge bleiben auf Festplatten gespeichert. &lt;br /&gt;
:Ich bitte alle Interessierten mir persönlich Korrekturen, Änderungen, Streichungen und insbesondere Ergänzungen mitzuteilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Einzelheiten sind dort zu finden, so in „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer, Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5.&lt;br /&gt;
:Die Fotos stammen aus sehr verschiedenen Quellen, so von Ernst Rittwagen (Feldberg), aus alten Büchern u.v.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ernst F. Dörffel  &lt;br /&gt;
:Carola Hasan (Redaktion)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1. Eiszeitliche Gestaltung der Feldberger Seenplatte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Carwitz liegt mit Hügeln und Tälern am südlichen Ende des Feldberger Endmoränen-Bogens, der jahrhundertelang Teil des Gletscherrandes war. Dieser zog sich von Güstrow über Neustrelitz bis in die Uckermark. Südlich von Carwitz beginnt das Sandergebiet. &lt;br /&gt;
:Unsere Vorstellungskraft ist wohl meistens überfordert, wenn wir uns ein realistisches Bild der geologischen und klimatischen Situation vor 12.000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit machen wollen. Der zerklüftete Rand des Gletschers von 300 Meter Höhe stand Jahrhunderte still, bis er endgültig nach Norden zurückwich. Am Gletscherrand sammelten sich die von ihm mitgeführten Findlinge und das Geschiebe beim Abtauen an. So entstand auch der Hünenwall, eine Satzendmoräne zwischen Luzinstein, oberhalb der Luzinhalle, und dem Kesselmoor im Hullerbusch. Aus Tunneln unter dem Eis floss ein riesiger Strom von Schmelzwasser mit Geröll und Sand hervor. Auf Grund der Thermik wehte ständig ein stürmischer Wind und transportierte Staub und feinen Sand nach Süden. Es bildete sich der mehrere Kilometer breite „Sander“. Riesige Eisblöcke der vorangegangenen Eiszeit waren als Toteis im Untergrund liegen geblieben und vom Gletscher praktisch „überfahren“ worden. Sie schmolzen erst mit dem Ende der letzten Eiszeit völlig weg. Dank dieser Toteisblöcke entstanden die vielen Sölle und größeren Seen. Die Grund- und Endmoräne haben fruchtbaren Boden.  Die Sanderböden dagegen sind unfruchtbar. Deshalb fand dort später weniger Besiedlung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==2. Landschaft zu Beginn der menschlichen Besiedlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine sehr ausführliche und interessante Darstellung der kulturhistorischen Entwicklung der gesamten Region, einschließlich Carwitz, findet sich in der Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5, S. 7 „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer. Das Heft steht in Carwitzer Kate 1 zwischen den Büchern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ende der letzten Eiszeit, Weichsel-Eiszeit, vor 12.000 Jahren folgten steinzeitliche Jäger den großen Tierherden nach Norden. Aber erst ab ca. 4.000 v. Chr. sind Menschen in unserem Raum archäologisch nachweisbar. Bronzezeitliche Funde werden um 1.250 v. Chr. datiert (23). Zeugnisse sind die Großsteingräber auf dem Hauptmannsberg und am Breiten Luzin sowie das älteste bekannte Schlachtfeld Europas im Tollense-Tal. &lt;br /&gt;
:Die germanische Besiedlung bis zur großen Völkerwanderung, 375 – 568 n. Chr., wird in groben Zügen bei römischen und griechischen antiken Autoren erwähnt. Im Großraum der unteren Elbe bis zur Weichsel, also Norddeutschland/Polen, sind das die Vandalen, die Semnonen, die Sueben, die Goten und die Burgunder. Exakte Gebiete können den einzelnen Stämmen nicht zugeordnet werden. In den zwei Jahrhunderten der Völkerwanderung werden die Volksstämme durcheinander gewirbelt. Unser Gebiet wird besonders entlang der großen Flüsse von den genannten Stämmen nur durchzogen. Im wahrsten Sinne des Wortes tritt eine Entvölkerung ein. Ursache der großen Völkerwanderung sollen klimatische, wirtschaftliche oder demographische Faktoren gewesen sein. Auslöser der Völkerwanderung war aber dann der Vorstoß der Hunnen aus Asien über Russland nach Europa. Dadurch wurden die germanischen Stämme, die Goten und Vandalen, aus dem Raum des westlichen Russlands vertrieben, sie flüchteten vor der drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
:Es erfolgte in den nächsten Jahrhunderten durch slawische Stämme von Osten eine friedliche Landnahme des menschenleeren Raums, in dem nur noch eine germanische Restbevölkerung lebte. So bildete sich kampflos ein geschlossenes slawisches Siedlungsgebiet, unterteilt in verschiedene Stämme, bis zur Elbe-Saale. Sie drangen sogar weiter westlich bis zum Main und der Regnitz vor. Noch heute bezeugen das slawische Orts- und Flurnamen eindeutig.&lt;br /&gt;
:Für unser Gebiet der oberen Havel und östlich der Tollense werden die Redarier mit ihrer Tempelburg Rethra genannt. Sie waren wohl der bedeutendste Stamm der Kernstämme der Lutizen, die Kessiner, Zirzipanen und die Tollenser.&lt;br /&gt;
:Eine gute Darstellung findet sich bei [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Chronik_von_Mechow_(Autor_Erich_Goetsch) Goetsch “Dorfchronik Mechow“ Seite 6 bis 14 ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit.jpg|500px|zentriert|thumb|CD06 Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Bronzene Schmuckscheibe&#039;&#039;&#039; von 4,8 cm Durchmesser im degenerierten Jellingstil aus der jungslawischen Inselsiedlung Carwitz. Wurde 1837 auf dem Kohlwerder im Carwitzer See oder dort „beim Fischen“ gefunden. In der nordischen Mythologie ist der dargestellte „Fenriswolf“ der dämonische Sumpfwolf, der das Bösartige, Zerstörische symbolisiert. Text Wikipedia (Corpus Archäologischer Quellen zur Frühgeschichte, Textband, Akademie-Verlag, Berlin 1979)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Die in der Zwischenzeit christianisierten und wirtschaftlich erstarkten deutschen Volksstämme, Franken und Sachsen, begannen seit Karl dem Großen ab 800, insbesondere dann unter Kaiser Otto I., in grausamen und rücksichtslosen wechselvollen Kriegen nach Osten vorzudringen. Diese Expansion erreichte nach der Herausbildung des deutschen Staates mit der sogenannten Deutschen Ostkolonisation im 11. bis 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt. 1147 lehnten die sächsischen Fürsten es ab, sich an einem zweiten Orientkreuzzug, leidenschaftlich dazu vom französischen Abt Bernhard von Clairvaux aufgerufen, zu beteiligen. Da sie „Völker zu Nachbarn haben, die noch dem schändlichen Götzendienst huldigten, nahmen (sie) zwar ebenfalls das Kreuz, aber um gegen jene Völker Krieg zu führen“. Im Wendenkreuzzug 1147 zogen sie unter der Bernhardschen Parole „Bekehrung oder Vernichtung“ gegen die heidnischen slawischen Völkerschaften zwischen Elbe und Oder. (7)&lt;br /&gt;
:Das Hauptheiligtum Rethra, Riedegost, mit dem Gott Svarožić wird zerstört und verschwindet völlig aus dem Gedächtnis. Später wurden mindestens 20 verschiedene Lokalisationen als Standort für Rethra diskutiert. Die wahrscheinlichste Lage ist die Fischerinsel am Südwestufer des Tollensesees bei Wustrow.  Die herrschenden slawischen Familien wurden unter der Bedingung anerkannt und „belehnt“, wenn sie selbst das Christentum annehmen und sich um seine weitere Verbreitung aktiv bemühen. (6) Damit beginnen auch die schriftlichen Dokumentationen in Lehnzeugnissen und Kirchenarchiven.  Als Zeichen der erfolgreichen Christianisierung findet man in ganz Mecklenburg die Feldsteinkirchen des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 07.jpg|650px|rechts|thumb|CD07 Besiedlung von Carwitz. Aus „Ausgrabungen und Funde 13“ S. 203 – Abb.3 der Akad. D. Wissenschaften Berlin, 1968, ergänzt nach Corpus Bd.2 aus (6)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Die Großsiedlung Burgwall Feldberg&#039;&#039;&#039; ist auf dem Schlossberg am Breiten Luzin gelegen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Carwitz&#039;&#039;&#039; wurde durch Ausgrabungen auf der Halbinsel Hauswerder, heute Bohnenwerder, die früheste Besiedlung für das 7. - 8. Jahrhundert an der Bucht gegenüber dem Stein- und dem Bollenwerder nachgewiesen. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der Feldmark Hanow, (Wüstung im Dreißigjährigen Krieg) auf der Hochfläche westlich vom Hauptmannsberg, geschah im 8. bis 12. Jahrhundert und für alle Inseln im Carwitzer See im 11. – 12. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
:Vom „Festland“, beim heutigen Fischer in Carwitz, gingen Brücken über den Jäger-, Gänse- und Steinwerder zum Bollenwerder und bis zu den Ziegenbergen des gegenüberliegenden Ufers.&lt;br /&gt;
:Die Inseln boten Schutz vor plötzlichen Überfällen. Spätestens im 10. Jahrhundert wurden die slawischen Dörfer gegründet, meist als Runddörfer um kleine Teiche. &lt;br /&gt;
:Die deutschen Einwanderer gründeten später Straßendörfer. Die typischen Endungen -itz oder -ow sind Merkmale slawischer Ortsnamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;+2&#039;&#039;&#039; 3. Carwitz wird erstmalig &#039;&#039;&#039;(+?)&#039;&#039;&#039; 1216 genannt (oder auch erst 1393?) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Ortsname stammt von dem altpolabischen Wort „karva“ für Kuh ab. Im Gegensatz dazu ist „Conow“, auf der anderen Seite des Carwitzer Sees, mit „Pferdedorf“ zu übersetzen. („con“ = Pferd). &lt;br /&gt;
:Erwin Schulz schreibt: „1393 Carwytze, 1459 Karviz, 1518 Carvitze, 1708 Karwitz, 1796 Carwitz.“ &lt;br /&gt;
:Carwitz gehörte zur „Herrschaft Stargard“ und diese gehörte seit 1130 zum Herrschaftsbereich der Herzöge von Pommern. Ab 1292 war die Herrschaft Stargard ein Wittum (Mitgift oder Brautpreis) der Markgrafentochter Beatrix von Brandenburg. Da sie die Frau des mecklenburgischen Fürsten Heinrichs II., genannt „der Löwe“, war, kam die Herrschaft Stargard ab 1299 faktisch an die Fürsten (später Herzöge) zu Mecklenburg. Am Ende des 14. Jahrhunderts – so eine weitere Notiz – wiesen die Herzöge von Mecklenburg - Stargard einem Henning Parsenow Pachtgeld aus Carwytze an.&lt;br /&gt;
:Bei &#039;&#039;&#039;(22)&#039;&#039;&#039; heißt es aber auch S. 37: „Mechow ist das erste Dorf im früheren Amt Feldberg, das urkundlich erwähnt wird (1271) und einer der drei Orte in diesem Amt, die noch im 13. Jahrhundert ins Licht der Geschichte treten (Flatow und Warbende 1299).“&lt;br /&gt;
:Feldberg wird 1256 und die Krüseliner Mühle 1275 als „Feldberger Mühle“ erwähnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Gebiet endgültiger Besitz der mecklenburgischen Herzöge. Das Dorf wurde dem Amt Feldberg (Domänenamt) zugeordnet.&lt;br /&gt;
:Kirchlich war das Angerdorf  Carwitz bis zum Dreißigjährigen Krieg und dann wieder ab 1740 eine selbstständige Pfarrei. &lt;br /&gt;
:Dazu gehörten die umgebenden Dörfer einschließlich Feldberg. Daraus kann man schließen, dass es in damaliger Zeit ein früher Ort der ursprünglichen Besiedlung gewesen sein könnte.  &lt;br /&gt;
:Seitdem lebt es, mit Ausnahme von Kriegs- und Pestzeiten, beschaulich dahin. Obwohl in den vergangenen Jahrhunderten echte Friedenszeiten die Ausnahme waren, berührten die kriegerischen Auseinandersetzungen nur selten diese Gegend. Wenn es dazu kam, dann waren die Folgen meist verheerend. So wurden durch die Streitigkeiten zwischen Brandenburg und Mecklenburg 1440 viele Dörfer „wüst“. Hanau (Hanow westlich vom Hauptmannsberg) wurde nie wieder aufgebaut. &lt;br /&gt;
:In Carwitz vergrößerte sich der Dorfkern, das „boomdörp“, nur langsam um die Kirche mit Friedhof und Bäumen. Das „unnerdörp“ an „de bäk“ ist aber mit einigen Erdhütten wohl eher der ursprüngliche Siedlungsort gewesen. &lt;br /&gt;
:Zur Besiedlung, zu den Streitigkeiten um Grenzen, der Lage von Mühlen und dem Zugang bzw. dem Besitz der Seen und Bäche siehe im Anhang Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==4. 30-jähriger Krieg und Folgezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahrzehnten vor dem dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) bestand ein relativer Wohlstand. 1637 plünderten, raubten, mordeten die Horden des Grafen Gallas.&lt;br /&gt;
:1639 gab es in Feldberg nur noch 3 Kossaten mit ihren Frauen. Um 1600 waren es um die 60 Personen gewesen. Georg Krüger schreibt: „1639 lebten im ganzen Amt (Feldberg) 47 Personen: 5 Bauleute (Bauern), 8 Kossäten, 13 Witwen, 9 Kinder, 10 Knechte und 2 Mägde. Und ist im selbigen Amt kein Vieh, an Klein oder Groß vorhanden, wie auch daselbst anitzo kein Sommer- oder Winterkorn geseyet ist.“&lt;br /&gt;
:Nach dem 30-jährigen Krieg kam die Pest. Auf dem Feldberger Pestfriedhof, der in den 1960er Jahren auf dem Amtswerder entdeckt wurde, fanden sich etwa 80 Tote. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die dem westfälischen Frieden von 1648 nachfolgenden Kriegszüge der feudalen Herren und Fürsten mit ihren marodierenden Truppen brachten immer wieder Not und Elend mit sich. &lt;br /&gt;
:1658 - 1660 durchzogen im Krieg gegen Schweden 30.000 kaiserliche, brandenburgische und polnische Soldaten Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:1674/75 waren es wiederum die Truppen des Großen Kurfürsten, die Dänen und die Kaiserlichen, die durch Mecklenburg zogen.&lt;br /&gt;
:1683 lebten in Carwitz mehrere Vollbauern, dazu der Freischulze sowie Kossaten und landlose Einlieger (Mietsleute), die als Landarbeiter tätig waren. Der westlich des Dorfes gelegene Freischulzenhof wurde 1858 aus Carwitz herausgelöst, ab 1874 Rosenhof benannt. Auch das alte Dorf Krüselin, mit der dortigen Meierei, seit 1945 eine Wüstung, sowie die Krüseliner Mühle gehörten zum Umfeld von Carwitz mit wechselnder Unterstellung.&lt;br /&gt;
:Durch den Hamburger Erbvergleich von 1701 kam das Amt Feldberg und damit Carwitz zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz.&lt;br /&gt;
:1756 – 1763 Siebenjährige Krieg mit „Besetzungen, Truppendurchmärschen, Plünderungen und Pressungen der männlichen Bevölkerung zum Kriegsdienst“ (5)&lt;br /&gt;
:„Von den zum Krieg gegen Russland 1812 gepressten 400 Strelitzern, die bis Moskau kamen, haben kaum 100 überlebt.“ (5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Krüselin: &lt;br /&gt;
:zu unterscheiden sind die heutige wüste Dorfstelle von der Wassermühle am See.&lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt dazu (13): &lt;br /&gt;
:„1393 Cruzelin, 1422 Krüselin, nach Kühnel = Sandort. 1393 wurde Henning Parsenow Krüselin angewiesen. &lt;br /&gt;
:1422 verkaufte Henning Parsenow die wüste Feldmark und das Dorf Krüselin an das Kloster Wanzka für 300 Mark. &lt;br /&gt;
:1539 verkaufte das Kloster die Feldmark an Herzog Heinrich für 200 fl (Historische Gulden florenus). &lt;br /&gt;
:Schon vor 1600 war in Krüselin eine Feldberger Amtsmühle, die im dreißigjährigen Krieg zerstört, aber wieder aufgebaut wurde. &lt;br /&gt;
:In Krüselin wird früher eine Kirche gestanden haben, denn Henning Parsenow versetzte 1401 zwei Glocken, die früher in Krüselin gehangen hatten, an das Kloster Wanzka, die eine für 34, die andere für 10 Mark. &lt;br /&gt;
:Später haben in Krüselin 2 Bauern und 1 Kossate gesessen. 1724 wurde durch den Feldberger Amtmann Borchmann eine Meierei aufgebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Laeven: &lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt (9) S. 119: „1393 wurde Bede in Läven an Henning Parsenow gegeben. &lt;br /&gt;
:1590 werden dort genannt: „12 dort wohnende Familienamen. &lt;br /&gt;
:1639 waren 5 Bauernhöfe nebst der Kirche niedergebrannt, und wo früher ein Freischulze und acht Bauleute mit ihren Familien gewohnt hatten, lebten noch ein Bauer, eine Frau und ein Knecht. Im &lt;br /&gt;
:Juni 1640 war alles wüste und niedergebrannt. 1683 war dort eine Schäferei, die zur Meierei Neuhof gehörte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hauptmannsberg: &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld erfuhr im Heimatkundeunterricht:  Im 30jährigem Krieg hatte bei einer Besetzung ein Hauptmann auf dem bis dahin Wartsberg genannten Berg seinen Beobachtungsposten. &lt;br /&gt;
:Die Landschaft war zur damaligen Zeit praktisch entwaldet, sodass von dort oben ein weiter Blick bis Feldberg, Laeven, Conow, Thomsdorf und Mechow möglich war. &lt;br /&gt;
:Andere erzählten mir, dass ein Hauptmann dort seinen Lieblingsplatz gehabt habe. Otto Schultz bestätigt das und fügt hinzu, dass im 30jährigen Krieg „der König“ auf dem „Königsberg“ seinen Standort hatte und der Hauptmann vom Hauptmannsberg her ihm entsprechende Zeichen seiner Beobachtungen gegeben habe. :Der „Königsberg“ sei an der Mühle, neben dem jetzigen Friedhof gewesen. &lt;br /&gt;
:Auf der Handzeichnung des Feldberger Gebietes von 1578 von Tilemann Stella (21) steht am Hauptmannsberg „Der Wartsberg“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Inseln: &lt;br /&gt;
:wurden zur Slawenzeit und landwirtschaftlich bis in die Mitte der siebziger Jahre privat genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie waren mit den umliegenden Ufern durch Holzbrücken verbunden. &lt;br /&gt;
:So hat man Reste von Holzpfählen vom Carwitzer Ufer beim Fischer zu den Inseln und bis zu den Ziegenbergen am jenseitigen Ufer gefunden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 08.jpg|600px|zentriert|thumb| CD08 Blick vom Bohnenwerder auf den Carwitz-See nach Thomsdorf]]&lt;br /&gt;
;Bohnenwerder: &lt;br /&gt;
:frühere Bezeichnung „Boomwerder“ = „Baumwerder“, so auch noch von Fallada und seiner Frau Suse bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld vermutet, dass „Bohnenwerder“ nach 1945 eine Verballhornung des plattdeutschen „Boomwerder“ ist. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Boamwierl“ = Baumwerder. &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg war auf ihm ein großes Spargelfeld. An der Terrassierung erkennt man noch heute, dass er bis ca. 1953 landwirtschaftlich genutzt wurde. &lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren weideten in den Sommermonaten noch regelmäßig Ponys zwischen den sich sonnenden Nacktbadern. &lt;br /&gt;
:Damals wurden auch die Ziegenberge am gegenüberliegenden Ufer mit Kühen beweidet.&lt;br /&gt;
:Auf alten Karten wurde der Bohnenwerder mit „Hauswerder“ bezeichnet. Wahrscheinlich weil auf dieser Halbinsel die ersten Häuser gestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Bollenwerder: &lt;br /&gt;
:ursprünglich „Bullwerder“ oder „Bullenwerder“ genannt, gehörte Helene Kratochwill und jetzt noch den Erben. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld: „In meiner Kindheit in den 20er Jahren wurden im Frühjahr die Kühe an Stricken im Schlepptau von Booten hinübergezogen und im Herbst zurück. &lt;br /&gt;
:Im Sommer fuhr jeden Tag zweimal die Magd oder der Knecht hinüber, um die Kühe zu melken. &lt;br /&gt;
:Später in den 30er Jahren waren nur noch Färsen darauf.“ Die Mauerreste eines kleinen Stalles sind jetzt noch am südlichen Ende zu finden. Noch in den 60er- und 70er- Jahren weideten im Sommer Ponnys auf dem Bollenwerder.&lt;br /&gt;
;Steinwerder: &lt;br /&gt;
:Im 30jährigen Krieg wurde dort ein Schatz vergraben und die Sage ging, dass dort zu Johannis im Mondlicht das Gold glänzt. &lt;br /&gt;
:Ob es einer mal versucht hat, den Schatz auszugraben? Heute im Besitz der Erben vom „Kröger“ Paul Utnehmer. &lt;br /&gt;
:Der Steinwerder wurde in den Sommerferien bis 1990 jedes Jahr als Campingplatz der Erfurter Reichsbahn genutzt. Mit der aufkommenden Umweltproblematik gab es hier zunehmend Probleme und Auflagen der Hygiene-Kontrollen.  &lt;br /&gt;
:Die Sammelbehälter der Toiletten mussten dann per Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Jägerwerder, Gänsewerder, Kohlwerder &lt;br /&gt;
:wurden ebenfalls landwirtschaftlich genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie gehörten Rudi Dreiseidel, der ca 1960 die Mosterei gründete. &lt;br /&gt;
:In diesem Zusammenhang wurden auf diesen Inseln, wie auch hinter der ehemaligen Mosterei, Obstbäume gepflanzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Elswerder, Eiswerder: &lt;br /&gt;
:auf den Karten fälschlicherweise heute als Eiswerder bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Elswierl“. Mit Erlen hätte das nichts zu tun¸ denn diese heißen im Plattdeutschen „Ellern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 09.jpg|800px|rechtsr|thumb| CD09 Kartenauszug Feldmarck Thomsdorff 1783]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese Karte hing im Goethe-Museum Weimar Anfang der 90er Jahre. 2025 war sie im Museum verschollen. &lt;br /&gt;
:Im Landesarchiv Brandenburg wurde eine Reproduktion erworben.&lt;br /&gt;
:Interessant ist die damalige Dreifelderwirtschaft mit den rhythmisch wechselnden Saatzeiten und die Ausdehnung der landwirtschaftlich genutzten Flächen. :Bis 1961 waren noch die Getreidefelder auf der Fläche des heutigen Campingplatzes am Dreetz zu sehen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Braun&#039;&#039;&#039; = Brachfeld&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Grün&#039;&#039;&#039; = Herbst-Winterbestellung &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Gelb&#039;&#039;&#039; = Frühjahr-Sommerbestellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==5. 19. Jahrhundert bis Ende des Kaiserreichs 1918==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Orte der Umgebung z. T. bis heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für diese Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gibt es über Carwitz wenig zu berichten. &lt;br /&gt;
:Carwitz war „noch nicht entdeckt“!&lt;br /&gt;
:Nach der gescheiterten Revolution von 1848 verlief die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und besonders in Mecklenburg-Strelitz ganz im Sinne des politisch äußerst konservativen Großherzogs Georg und seiner Nachfolger. &lt;br /&gt;
:Georg hatte die demokratische Bewegung als eine „Bande terrorisierender Radikaler“ diffamiert. (1 S. 20) &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter schreibt ironisch: § 1 der Mecklenburger Verfassung „Allens bliewt bin ollen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz war das kleinste aber auch reichste Fürstentum des Deutschen Kaiserreiches. &lt;br /&gt;
:So hatten Grundadel und Fürstenhaus bis 1919 das Recht auf fremden Grund und Boden zu jagen. &lt;br /&gt;
:Dabei betrifft „Reichstes Fürstentum“ das persönliche Eigentum des Großherzogs Friedrich Wilhelm II. (1860-1904). &lt;br /&gt;
:Seine Regierungszeit war geprägt durch eine an Geiz grenzende Sparsamkeit bei allen öffentlichen Ausgaben. Notwendige Investitionen in Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung unterblieben weitgehend. &lt;br /&gt;
:Deshalb stagnierten moderne Entwicklungen oder hielten nur zögerlich Einzug. Durch diese Politik konnten über Generationen angehäufte Schuldenberge des Fürstenhauses abgetragen werden. &lt;br /&gt;
:Das Land entwickelte sich jedoch zu einem der rückständigsten deutschen Territorien. Einem Ausspruch zufolge wollte Reichskanzler Otto von Bismarck im Falle des Weltuntergangs nach Mecklenburg fliehen, da hier die Welt 50 Jahre später untergehen würde. &lt;br /&gt;
:Als größter Grundbesitzer des Herrschaftsgebietes Mecklenburg Strelitz war der Großherzog im System der feudalen landständischen Verfassung Mecklenburgs eingebunden und hatte nur begrenzte Handlungsspielräume. &lt;br /&gt;
:Sein persönliches Vermögen wuchs dadurch während seiner Regierungszeit zu einem der reichsten deutschen Fürsten an. &lt;br /&gt;
:Er spekulierte und handelte sogar an der Börse.&lt;br /&gt;
:Am Spring, einer südlich von Laeven mitten im Walde gelegenen wunderschönen Quelle, steht ein Denkmal für den letzten Hirsch, der vom Großherzog geschossen wurde, d. h. eigentlich ein Denkmal für den Großherzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von Christa Schönfeld liegen handschriftliche Unterlagen des Amtes Feldberg vor. &lt;br /&gt;
:Die rechtlichen Festlegungen zu Haus und Hof sind unglaublich. &lt;br /&gt;
:Dazu auch der Fischereirechtsstreit vom 29.12.1801:&lt;br /&gt;
:-1 „verhandelt im Amte Feldberg den 29. Dezember 1801 in Gegenwart des Herrn Amtsrats &lt;br /&gt;
:auf heute ist der Freischulze Mollenhauer zu Carwitz, und der hiesige Fischer Sewkow vorgefordert, und da sie erschienenen, so hat man ihnen das von Herzoglicher Hochpreislicher Kammer unterm 20.vorigen Monats erlassenes gnädigstes Reskript in Betreff der von dem Freischulzen Mollenhauer auf dem Carwitzer See verlangten Fischerei hinlänglich bekannt gemacht, und die Erklärung des Freischulzen Mollenhauer darüber erfordert. &lt;br /&gt;
:Selbige gehet dahin: er hätte noch niemals die Fischerei auf dem ganzen Carwitzer See verlangt, sondern nur bloß, so wie sie seine Vorfahren gehabt. &lt;br /&gt;
:Er hätte niemals weiter als auf dem Vorlande gefischt, außer, dass er sein Netz doch außer dem Vorlande ausstellen müssen, weil er sonst gar keine Fische fangen können. &lt;br /&gt;
:Er wäre sehr bereit, sich der Fischerei wegen in der Güte auf einen gewissen Fuß zu setzen, wenn er nur überzeugt sein könnte, solche in der Zukunft ohne Streit und Zank auszuüben. &lt;br /&gt;
:Er erkläre sich völlig zufrieden mit dem ihn zugestandenen Revier zur Fischerei, nämlich von der Hälsung auf dem Dreetz in den Carwitzer See an bis an das Thomsdorfer Feld, und um diesen herum, bis an den Vor-Pool bei Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:Er wäre auch damit zufrieden, dass der Fischer in Feldberg, oder wer sonst den Carwitzer See gepachtet hätte, dieses Revier mit ihm gemeinschaftlich befischte, jedoch müsste er hoffen und sich ausbedingen, dass alle chikaneuse und ihm nachteilige Verfügungen in der Fischerei nachblieben, damit er mit dem Fischer diese Fischerei zusammen auf einen freundschaftlichen Fuß ausüben könnte. &lt;br /&gt;
:Der Fischer Sewkow bezeuget seine Bestimmung, so wie schon vormals zu den, dem Freischulzen Mollenhauer zur Fischerei zugestandenen Revier, und versichert, dass er von seiner Seite keine Gelegenheit dazu anderweitigen Streitigkeiten mit dem Freischulzen geben, sondern mit dem derselben auf dem bestimmten Revier, wenn das Wasser offen wäre, die Fischerei auf eine gemeinschaftliche und freundschaftliche Art ausüben wollen, jedoch müsse er sich ausbedingen, dass die Reusen nicht aus dem Vorlande, da wo er fischte gelegt würden, und dass der Freischulze, wenn er die Fischerei durch einen Arbeitsmann exercierte, entweder selbst dabei wäre, oder auch seinen Sohn oder einen von seinen Leuten dabei hielte, damit er, der Fischer, überzeugt würde, dass die Fischerei wirklich von dem Freischulze betrieben würde. &lt;br /&gt;
:Der Freischulze Mollenhauer agnosciret auch diese beiden von dem Fischer Sewkow vorgetragenen Punkte, genehmiget nochmal seine vorstehende Erklärung, und entsaget sich allen weitern Forderungen an der Fischerei auf dem Carwitzer See, außer dem bestimmten Ort.&lt;br /&gt;
:Da der Fischer Sewkow auch nichts weiter zu erinnern weiß, so ist diese Verhandlung geschlossen, und soll solche zur Herzoglichen Hochpreisl. Kammer eingesandt werden. Geschehen wie oben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hausbrief über das Freischulzenhaus an Friedrich Schulz&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Urkundlich ist dieser Hausbrief unter dem Siegel und der gewöhnlichen Unterschrift des Großherzoglichen Kollegiums und Forstkollegiums erteilt worden. Geschehen Neustrelitz 2. April 1859&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Von dem Großherzoglichen Mecklenburger Kammer- und Forst-Kollegio hieselbst ist dem Eigentümer Friedrich Schulz über das von dem Particulier Moldenhauer zu Neustrelitz laut Contrakts vom 1. März 1859 für 2500 Courant gekaufte, in Carwitz belegene vormalige Freischulzenhaus c.p. nachstehender Hausbrief erteilt worden: der Eigentümer Friedrich Schulz soll berechtigt sein, das vorgedachte Haus nebst Ställen und den unzertrennlichen Pertinenzen als: &lt;br /&gt;
:1. der Haus- und Hofstelle von 76 Quadrat-Ruten2&lt;br /&gt;
:2. den beiden Gärten und der Wörde hinter dem Hause zusammen von 1393 qr&lt;br /&gt;
:3. der an die Wörde stoßenden Wiese von 443 qr&lt;br /&gt;
:4. den beiden im Zansen See befindlichen Inseln a) dem Bullenwerder von 585 qr b) dem Steinwerder von 484 qr zusammen 2981 qr&lt;br /&gt;
:5. der Rohrwerbung hinter der Wörde&lt;br /&gt;
:6. die Fischerei auf demjenigen Teile des Carwitzer Sees und unter denjenigen Bestimmungen, welche vor dem Amte Feldberg ad  protocollum vom 29. Dezember 1801 festgesetzt worden, mit der Befugnis, den Graben aus dem Santzow ((? = Zantzen )) in den Dreetzer See allein zuzustellen, ohne jedoch Wehren in demselben anlegen zu dürfen, in Grundlage des Bestätigungsbriefes von 19. Februar 1853 eigentümlich zu besitzen und zu nutzen, wobei aber die Jagd auf den bis Ländereien vorbehalten und bedungen ist, dass der Eigentümer dieses Haus keine neuen Wohnungen in demselben anlegen darf.&lt;br /&gt;
:Dagegen muss von diesem Hause nebst Zubehör ein jährliches Grundgeld von zwei Thalern Courant...&lt;br /&gt;
:Mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservaten-Kasse, oder wohin es sonst angewiesen wird, prompt bezahlt werden. Außerdem müssen von diesem Hause resp. von den Besitzern desselben alle öffentlichen kommunal- und sonstigen Abgaben und Lasten, nicht minder die Kirchen-Pfarr- und Küster-Abgaben und Dienste, wie sie durch Edikte, Verordnungen oder Herkommen bereits bestehende, und resp. entweder verkündiget oder nötigen Falls durch das Amt werden repartieret und führen dies Grundstück bestimmt werden, unweigerlich bezahlt getragen und geleistet werden...“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Haus Nr. 18 in Carwitz - Zusatz zum Bestätigungsbrief vom 27. Oktober 1872&lt;br /&gt;
:Auf Grund der deutschen Maß- und Gewichtsordnung und des Reichsmünzgesetzes, sowie in Folge desfallsiger Vereinbarung mit dem Besitzer des Hauses Nr. 18 in Carwitz, dem Holzwächter Behrends kommen sind der Flächeninhalt der Pertinentien des Grundstücks und die dasselbe belastenden Abgaben in nachstehende Art umgewandelt und festgestellt. &amp;quot; ((Es folgen die in Quadratmetern umgerechneten Flächen des Freischulzenhofes von 1859.))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; 2. davon ist ein jährliches Grundgeld von sechs - 6 - Mark mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservatenkasse des Großherzoglichen Amts Feldberg oder wohin es sonst angewiesen wird, zu bezahlen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Es folgen Bestimmungen zu einer aus einem Teile des früheren Pfarrgehöftes in Carwitz gebildeten Erbpachtstelle I.B. &lt;br /&gt;
:§ 1 legt die Vermessung des Grundstückes fest)&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 2 der g. Behrends hat das Recht der Mitbenutzung der Trift zum Lucin-See zum Tränken seines Viehes. Sonstige Gerechtigkeiten an den Seen von Carwitz stehen ihm nicht zu.&lt;br /&gt;
:Er hat ferner mit den Besitzer  der Erbpachtstelle I.A gemeinschaftlich einen Ackerbestellungsweg so lang wie die Stellen sind, in einer Breite von - zwei und einhalb - 2 1/2 Meter und zwar jeder zur Hälfte von seinem Acker herzugeben und zu unterhalten.&lt;br /&gt;
:Die Jagd auf der Erbpachtstelle wird reserviert ((bedeutet was?)), und hat g. Behrends für Wildschaden keine Ansprüche zu erheben. (s. dazu (1 S.21- 23)..&lt;br /&gt;
:§ 3 betrifft Gebäude, Wohnungen und deren Verfügung))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 4 der Besitzer hat gegen die Kommüne, die Kirche, sowie die Küsterei zu Carwitz und gegen die Pfarre zu Feldberg den vierten Teil aller derjenigen Verpflichtungen zu übernehmen und zu leisten, wie sie ein Bauer in Carwitz hat oder nach ergehenden Bestimmungen und Verordnungen künftig haben wird; namentlich hat er das Messkorn an den Pastor in Feldberg und den Küster in Carwitz wie ein Carwitzer Bauer zum vierten Teile zu leisten und abzutragen.&lt;br /&gt;
:Auch hat er den vierten Teil der Hand - und Spanndienste bei den Bauten und Reparaturen der Kirche, des Kirchhofes, des Witwen-, Küster- und Schulenhauses zu Carwitz, sowie bei dem bestehenden Pfarrgehöft in Feldberg wie ein Carwitzer Bauer zu leisten und unterwirft sich hinsichtlich dieser Leistungen der Repartition des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ebenso hat er zur Besserung der über das Carwitzer Feld führenden Wege und der Dorfstraße, sowie event. zum Dämmen der letzteren, sowie zur Herstellung und Erhaltung der nöthigen Brücken nach demselben Verhältnisse beizutragen. Er hat auch auf Verlangen den Schulzen- und andre Gemeindedienste zu übernehmen, ersteren gegen die von dem Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegio zu bestimmende Renumeration.&lt;br /&gt;
:Dem Abdeckereizwange für Carwitz ist er unterworfen. Er hat auch dem bei einer eventuellen Versetzung des Küsters in Carwitz verbleibenden Schulmeister den vierten Teil desjenigen zu prästiren, was ein Carwitzer Bauern leistet oder leisten wird. Seinen Grenznachbaren hat er stets die nach Vorschrift des Amtes nöthige Vorfluth zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:§ 5 der g. Behrends erhält weder Brennholz für sich, oder seine etwaigen Einlieger, noch Bauholz oder sonstige Materialien.&lt;br /&gt;
:§ 6 der Besitzer unterwirft sich allen polizeilichen und administrativen Ordnungen und Anordnungen, welche über die Kommüne, die Schule und die Armenpflege von Carwitz bestehen oder noch erlassen werden sollten.&lt;br /&gt;
:§ 7 von diesem Grundstück ist von Johannis 1877 ab alljährlich ein Grundgeld von zwölf - 12 - Mark zu entrichten. Dasselbe wird in halbjährlichen Raten zu Michaelis und Ostern mit dem üblichen Quittungsgebühren an die Reservatenkasse des Amtes Feldberg oder wohin es sonst verlangt wird, frei bezahlt&lt;br /&gt;
:§ 8 das Grundgeld und alle sonstigen Abgaben, welche der Besitzer erbbrieflich zu entrichten hat, unterliegen dem Exekutionszwange des Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegii resp. des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Neustrelitz, den 21. August 1877 „&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Testament des Gastwirtes „Zum Krug“ August Utnehmer 1916 („de Kröger“)&lt;br /&gt;
:„Großherzogliches Amtsgericht Feldberg                                     Carwitz, 21. Juni 1916     &lt;br /&gt;
:gegenwärtig: Amtsrichter Dr. Weber als Richter, Gerichtsaktuar Renter als Gerichtsschreiber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf den Antrag des Krügers August Utnehmer in Carwitz sein Testament in seiner Wohnung aufzunehmen, begaben die Unterzeichneten sich heute in die in Carwitz gelegene Krugwirtschaft des Antragstellers. &lt;br /&gt;
:Sie trafen dort in einem zu ebener Erde nach dem Hofe hinaus belegenen Schlafraum einen älteren Mann im Bette liegend an, der auf Befragen des Richters erklärte, dass er der Krüger August Utnehmer sei und ein Testament errichten wolle. &lt;br /&gt;
:Die Persönlichkeit des Erblassers ist dem Gerichtsschreiber persönlich bekannt und wurde durch diesen auch dem Richter vorgestellt.&lt;br /&gt;
:Der Krüger August Utnehmer war offensichtlich krank, die Unterredung mit ihm ergab aber seine zweifellose Geschäftsfähigkeit.&lt;br /&gt;
:Er erklärte seinen letzten Willen mündlich wie folgt:&lt;br /&gt;
:§ 1 als Erben setze ich&lt;br /&gt;
:-meine Ehefrau Ida Utnehmer geb.Brüggemann zu 1/4 und&lt;br /&gt;
:-meine beiden Kinder Paul und Elisabeth Utnehmer zu je 3/8 ein.&lt;br /&gt;
:2 der Nachlass besteht im Wesentlichen aus dem Kruggehöft eingetragen im Grundbuch von Carwitz Blatt 26.&lt;br /&gt;
:Ich bestimme über die Auseinandersetzung, dass mein Sohn Paul dieses Kruggehöft mit allen darauf ruhenden Rechten und Lasten übernehmen soll, insbesondere also auch die darauf ruhenden Eigentümergrundschulden Fol. 1 bis 3 im Gesamtbetrage von 2700 Mark.&lt;br /&gt;
:Dafür hat er meine Frau und meine Tochter Elisabeth in der in den folgenden Paragrafen bestimmten Art abzufinden. &lt;br /&gt;
:Außerdem hat er als Alleinschuldner eine Schuld aus Darlehn von 2700 Mark, die für die Wirtschaft bei dem Vorschussverein im Feldberg aufgenommen worden sind, zu übernehmen.&lt;br /&gt;
:§ 3 meine Ehefrau Ida geb. Brüggemann soll zur Abfindung von meinem Sohn ein in das Grundbuch eingetragenes Altenteil aus der Wirtschaft erhalten und zwar:&lt;br /&gt;
:-400 Mark jährlich bar,&lt;br /&gt;
:-die für ihren persönlichen Bedarf erforderlichen Kartoffeln,&lt;br /&gt;
:-wöchentlich ein Pfund Butter,&lt;br /&gt;
:-täglich einen Liter Milch und ein Pfund Brot,&lt;br /&gt;
:-jährlich ein Schwein von 2 1/2 Zentnern Lebendgewicht,&lt;br /&gt;
:-und endlich freie Wohnung in den beiden Zimmern hinter der Krugstube.&lt;br /&gt;
:Sollte meine Frau aus irgendwelchen Gründen nicht die Altenteilwohnung und die ihr ausgesetzten Naturalien in Anspruch nehmen wollen, so soll es ihr freistehen, statt dieser Leistungen weitere 400 Mark jährlich von meinem Sohn zu verlangen. Auch dies soll in das Grundbuch eingetragen werden.&lt;br /&gt;
:§ 4 an meine Tochter Elisabeth soll mein Sohn 5000 Mark zur Abfindung aus dem Nachlass zahlen. Diese Erbschaftsforderung soll in das Grundbuch eingetragen werden und bis zu ihrer Heirat oder bis zum Tode der Mutter unverzinslich, dagegen von den bezeichneten Zeitpunkten an mit 4 v. H. in den landesüblichen Terminen verzinslich sein. Die Kündigung der Forderung ist bis zu ihrer Heirat oder dem Tode ihrer Mutter unzulässig, dagegen könnte sie von da an zu den landesüblichen Terminen erfolgen, frühestens aber zum zweiten Termin nach der Heirat bzw. dem Tode der Mutter.&lt;br /&gt;
:Außerdem soll mein Sohn persönlich verpflichtet sein, seiner Schwester Elisabeth im Falle ihrer Verheiratung eine Aussteuer im Werte von mindestens 2000 Mark aus dem Nachlass zu geben.&lt;br /&gt;
:Dies Protokoll wurde vorgelesen, von dem Erblasser genehmigt und von ihm eigenhändig unterschrieben.&lt;br /&gt;
:gez. A. Utnehmer &lt;br /&gt;
:geschlossen   &lt;br /&gt;
:gez. Weber Amtsrichter     gez. Renter Aktuar“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hullerbusch = Holunderbusch. &lt;br /&gt;
:Der Holunder wurde in der nordischen Mythologie als Baum des Lebens betrachtet. Er wurde von der Göttin Freyja verehrt und brachte Wohlstand und Glück. :Er wurde im Mittelalter auch als Tor zur Unterwelt gesehen.&lt;br /&gt;
:Hullerbusch-Bauernhof: Dr. med. Horst Rügler (Amtsarzt, Spechtstr. 5 in 1000 Berlin 33 Dahlem) übergab Frau Christa Schönfeld am 21.8.1992 die von ihm niedergeschriebene Geschichte des Hofes. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+2a&#039;&#039;&#039; Er schrieb sie als Schüler 1937 auf. Die Geschichte und Karte des Vermessungsamtes liegen als Kopien in den Unterlagen von Christa Schönfeld. &#039;&#039;&#039;(s. 12 u. 19)&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„Der Hof&lt;br /&gt;
:dem Bauern Christian Schulz gehörte nach seinem Grundbrief vom 30. 6.1832 ein Hof &amp;quot;auf der Bleiche&amp;quot; in Carwitz. Als dieser durch einen Brand vernichtet und die Flur neue reguliert wurde, bat er das großherzogliche Kollegium durch das Amt Feldberg am 11.4.1845 um die Erlaubnis, sein Gehöft auf seiner demnächstiegen Hufe am Hullerbusch neu aufzubauen, was ihm vier Tage darauf zugebilligt wurde. &lt;br /&gt;
:Dem Förster wurde aufgegeben, diesen Teil des Hullerbusches sofort vom Holze räumen zulassen, und der Bau des Gehöftes konnte beginnen.&lt;br /&gt;
:Er starb jedoch schon kurz darauf, und seine Witwe, eine geborene Hartwig, übergab am 27.2.1847 dem ältesten Sohn Johann Schulz, der am 21.3.1818 in Carwitz geboren war, den Hof. &lt;br /&gt;
:Mit seiner Ehefrau, Dorothea, geborene Köller, hatte er acht Kinder. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1887 übergab er dem ältesten Sohn Wilhelm Schulz die Wirtschaft, die dieser am 4.8.1913 an Wilhelm Strasen verkaufte, der am 8.2.1856 in Mechow geboren und bis dahin Meister am Dolgener Teerofen war. &lt;br /&gt;
:Von diesem erwarb der Landwirt Arno Troche den Hof, der nach dessen Tode, am 25.4.1931, in Konkurs ging, sodass ihn Wilhelm Strasen zurücknahm, um ihn am 14. 07. 1932 an meinen Großvater, Wilhelm Hasse, zu verkaufen. &lt;br /&gt;
:Nachdem dieser am 30.5.1935 gestorben war, wurde am 6.3.1937 meine Mutter, Martha Rügler, Erbin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Hof vom ehemaligen Pächter oder Besitzer des über 20 ha großen Hofes Wiesenthal bei Zierke / Neustrelitz übernommen. :Dieser Bauer Schäfer betrieb dort Gemüseanbau - vielen Flüchtlingsfrauen wurde dadurch in der schweren Zeit nach dem Kriege geholfen. &lt;br /&gt;
:Bald ging aber auch er in den Westen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 10.jpg|600px|zentriert|thumb| CD10 Villa Hullerbusch vor dem Bau des Hotels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Hullerbusch wurde 1904 das Jagdschlösschen des bankrotten Gutsherrn von Wittenhagen abgerissen. &lt;br /&gt;
:Der neue Eigentümer, der ehemalige Schutztruppenoffizier Meike, baute es – nach Osten versetzt – wieder auf. &lt;br /&gt;
:Interessant ist, dass dabei die wertvollen ausländischen Hölzer mit Wurzelballen herausgenommen wurden. &lt;br /&gt;
:Meike fiel übrigens im hohen Alter noch im ersten Weltkrieg.“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 11.jpg|600px|zentriert|thumb| CD11 die &amp;quot;uralte&amp;quot; Luzinhalle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Großvater von Christa Schönfeld, Wilhelm Strasen, kaufte 1913 das Bauerngehöft Hullerbusch, ca. 200 Morgen Land. &lt;br /&gt;
:Das ist die jetzige Schäferei. (s. Interview Schönfeld)&lt;br /&gt;
:Die Kahnfähre über den Schmalen Luzin an der ehemaligen Gaststätte „Luzinhalle“ soll seit 1907 existieren. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12.jpg|1500px|zentriert|thumb| CD12 Hullerbusch Bauernhof 1925 Meckl. Strel. Vermessungsamt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12a.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD12a Hullerbusch-Weg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 13.jpg|800px|zentriert|thumb|Datei: CD13 Blick auf Carwitz um 1900]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 14.jpg|800px|zentriert|thumb| CD14 Blick über die Luzinhalle auf das Schmal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 16.jpg|800px|zentriert|thumb| CD16 Der Erinnerungssein an den Förstersohn Hans Knebusch (Hartmannsweilerkopf liegt im Elsass)]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Krüselin:&#039;&#039;&#039; die alte Dorfstelle der deutschen Ostkolonisation, heute Wüstung Krüselin – wurde 1945 endgültig zerstört, da sich Letten-SS oder Hitlerjugend dort verschanzt hatten; die Grundmauern wurden nach 1990 aufgefrischt. &lt;br /&gt;
:Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war dort eine Revierförsterei und beherbergte auch drei Waldarbeitergehöfte. &lt;br /&gt;
;Unter der zum Gedenken an den Sohn des Försters gepflanzten Silberlinde steht der Stein: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine uralte &#039;&#039;&#039;Wassermühle&#039;&#039;&#039; steht am Ausfluss des Sees Krüselin. &lt;br /&gt;
:Jenseits des Baches liegt Brandenburg. &lt;br /&gt;
:Die Geschichte dieser Wassermühle mit dem Streit um ihren Besitz und die damit verbundenen Einnahmen ist interessant und erheiternd. (Siehe Abschnitte Tilemannus Stella von Siegen 1575-78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“ im Anhang) &lt;br /&gt;
:Die Wassermühle ist heute eine Ferienpension. Es gibt noch mehrere Ferienhäuser. &lt;br /&gt;
:Die Gaststätte liegt sehr schön am See.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==6. Weimarer Republik und Nationalsozialismus / 1919 - 1945:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die vier Interviews mit Christa Schönfeld, Ehepaar Hildegard und Otto Schulz, Ehepaar Ursula und Kurt Güldner, sowie Erna Morach, geb. Güldner, in den :Jahren 2005-2008 spiegeln die Verhältnisse in der Landwirtschaft, den Handwerken und insbesondere auch die Schulbildung, in dieser Zeit wider.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld (1921-2009), Carwitz, Dorfstr.78 erzählte 2005 bei mehreren Zusammenkünften: &lt;br /&gt;
:Ihr Urgroßvater Brüggemann hatte den Krug (die jetzt geschlossene Gastwirtschaft) 1826 gekauft. Seitdem war er im Besitz der Familie. Der Großvater August Utnehmer heiratete Ida Brüggemann und übernahm „de Krog“, seitdem war er „de Kröger“. &lt;br /&gt;
:Er starb 1916 und ihr Vater Paul Utnehmer übernahm den Krug.4 &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkriege hatte Carwitz ca. 280 – 300 Einwohner.   &lt;br /&gt;
:Man unterschied das untere vom oberen Dorf. So gab es „de unnerdörpchen un de boomdörpchen“ - die Unter- und die Oberdörfler.    &lt;br /&gt;
:Boomdörp = Dorf mit großen alten Bäumen um die Kirche herum&lt;br /&gt;
:Der älteste Hof (früher Familie Benzin), der seit dem 30-jährigen Krieg bestehen soll, gehört der jetzigen Familie Juhl, Dorfstr. 66. Es ist das :Restaurant mit dem Eisstand und dem Straßenkiosk.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD17x.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD17 Der Krog vor 1906]]&lt;br /&gt;
                                                                                                                                                                           &lt;br /&gt;
:Während die Wohnhäuser im 19. Jahrhundert meist schon mit Ziegeln gedeckt waren, waren die Scheunen noch mit Rohr gedeckt. &lt;br /&gt;
:1926 brannte die Scheune von Schönfelds ab (Dorfstr.78, später Kratochwil). &lt;br /&gt;
:Durch den Funkenflug über die Straße hinweg wurden auch die Scheunen vom Pfarrhof und vom Hof Dreiseidel angezündet und brannten ab.  &lt;br /&gt;
:Da drei Scheunen abgebrannt waren, wurde auf dem Bollenwerder ein kleiner Stall für die dort weidenden Kühe gebaut.                                                                                     &lt;br /&gt;
:Das wirtschaftlich genutzte Land, die Äcker gehörten alle dem Großherzog. &lt;br /&gt;
:Die Bauern hatten es gepachtet, als Erbpacht. Nur der Freischulze besaß eigenes Land. &lt;br /&gt;
:Die Höfe und der Hausgarten, „de Woerde“, gehörten aber schon länger dem Hofbesitzer. &lt;br /&gt;
:Erst nach der Enteignung der Fürsten 1919 konnten die Bauern in den 20er und 30er Jahren das Land ziemlich günstig nach und nach vom Staat kaufen. &lt;br /&gt;
:So hat „de Kröger“ Paul Utnehmer sein Land damals im Tausch gegen eine für die Gastwirtschaft bestehende „Gerechtsamkeit“, die in Holzlieferungen der Forst bestand, ablösen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 18.jpg|600px|zentriert|thumb| CD18 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 19.jpg|600px|zentriert|thumb| CD19 Paul Utnehmer mit Sohn Joachim bringen Feriengast zum Bahnhof ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben, und trugen sie nach Hause. Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.&lt;br /&gt;
:In Carwitz gab es in den 20er und 30er Jahren 3 Vereine: &lt;br /&gt;
:Der Schützenverein, der Geselligkeitsverein und der Gesangsverein. &lt;br /&gt;
:Die Krogwirtschaft hat die Vereinsfeste betreut. Das waren reine Männervereine, Frauen waren nur bei den Festen dabei. &lt;br /&gt;
:In den Hullerbusch-Wald, hinter dem jetzigen Ferienhotel, wurden Bänke, Tischplatten auf Böcken und Zelte gebracht. &lt;br /&gt;
:Der Krog wurde mit Mecklenburger Fahnen und Girlanden geschmückt. Wenn sich alle versammelt hatten, zog der Schützenverein hinaus zum Hullerbusch. &lt;br /&gt;
:„De Kröger“ Paul Utnehmer half Muttern mit einem kleinen Schubs auf den Pferdewagen und fuhr hinterher. &lt;br /&gt;
:Angekommen zapfte er ein großes Fass Bier an und schenkte aus. Die Frau des Krögers kochte auf einem eisernen Dreifuß über Holzfeuer in einem Kessel den Kaffee. &lt;br /&gt;
:Bäcker Schulz hatte Pfannkuchen gebacken. Die Männer tranken mehr Bier und Cognac. &lt;br /&gt;
:Auf Schießscheiben wurde dann auch noch geschossen. Am Abend, nachdem das Vieh versorgt war, gab es dann großen Tanz im Krog bis frühmorgens um 6 Uhr. :Wenn es zu laut wurde oder Raufereien begannen, wurden die Unruhstifter vom kraftvollen Kröger sehr schnell an die frische Luft gesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 20.jpg|600px|zentriert|thumb|CD20 Foto von Christa Schönfeld hinterm Krog mit Keglern: re. außen mit Kegelkugel = Paul Utnehmer, der mit weißem Schnauzbart und Hut ist sein Vater August Utnehmer, li. mit dem Arm auf der halben Wand = Ida Utnehmer seine Frau. ]]&lt;br /&gt;
:Manchmal gab es auch Lehrer oder andere Interessierte, die vor allem zu Weihnachten Theaterspiele organisierten. &lt;br /&gt;
:Es waren Märchen oder die Texte wurden selbst verfasst. &lt;br /&gt;
:Auch die Kostüme wurden selbst genäht oder geklebt. Alle Darsteller waren aus Carwitz. &lt;br /&gt;
:Feldberger oder andere Auswärtige kamen dafür nicht infrage&lt;br /&gt;
:Ich war mal die Großmutter im Märchen „Rotkäppchen“. &lt;br /&gt;
:Da ich das Taschentuch verloren hatte, trocknete ich mir die Tränen demonstrativ mit meiner Trägerschürze ab. Dafür bekam ich stürmischen Applaus. Malermeister Schmidt, der Vater von Ursula Barthels, hat aus 32 Volksliedern ein Theaterstück zusammengestellt. &lt;br /&gt;
:Er konnte nicht singen, sie auch nicht. Aber das hat er wunderbar gemacht. &lt;br /&gt;
:Er wandert in die Ferne und kommt erst nach Jahren zurück. Da ist seine ehemalige Geliebte entgegen dem Schwur beim Abschied, unglücklich mit einem Gärtner verheiratet. &lt;br /&gt;
:Ich spielte ihr kleines Mädchen.  Sie schaut am Gartentor mit tränenumflortem Blick in die Ferne und denkt dabei an ihren früheren Schatz. Wo ist er wohl jetzt? &lt;br /&gt;
:Der tritt unerkannt auf sie zu mit den Worten: „Warum weinst du holde Gärtnersfrau, weinst du um das Veilchen Dunkelblau?“ So setzte er die Liedtexte dann aneinander.&lt;br /&gt;
:Mit der Machtübernahme durch die Nazis wurden die Vereine alle aufgelöst oder gleichgeschaltet und die Feste fanden nicht mehr statt. Sie entsprachen nicht mehr den Vorstellungen vom „völkischen Brauchtum“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Aufgewachsen bin ich im Krog. Ostern 1928 kam ich mit 8 weiteren Kindern in die einklassige Schule in Carwitz. (heute wohnt dort Fr. Deuß, Dorfstraße 74) &lt;br /&gt;
:Sie hatte 8 Klassenstufen, insgesamt hatte die Schule 54 Kinder in dem einen Raum. &lt;br /&gt;
:Ich hab’ geheult, ich wollte nicht in die Schule gehen. Die ABC-Schützen saßen vorn in der ersten Reihe. &lt;br /&gt;
:Einziger Lehrer war „Köster“ Heiy, der später nach Weisdin versetzt wurde. Der Lehrer wurde „de Köster“ genannt, obwohl er das zu dieser Zeit schon nicht mehr war. &lt;br /&gt;
:Trotzdem spielte er am Sonntag zum Gottesdienst die Orgel. &lt;br /&gt;
:„De Glöckner“ Schmidt läutete dreimal am Tage die „Bädglock“ - 7.00, 12.00 und 18.00 -. &lt;br /&gt;
:Auch den Sonntag hat er eingeläutet und danach die Orgel getreten.  Nebenbei hat „de Glöckner“ noch die beiden Friedhöfe gepflegt.&lt;br /&gt;
:„Erzogen“ wurde mit dem Rohrstock. „Wenn ich beim 2. Male beim Schwatzen ertappt wurde, musste ich nach vorn kommen, die flachen Hände vorstrecken und bekam dann mit dem Rohrstock paar übergebrettert, das hat gezogen! &lt;br /&gt;
:Na, den Jungs wurde mit dem Rohrstock regelrecht der Hintern verprügelt. Bestimmt über ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ich mich an die Schule gewöhnt hatte. &lt;br /&gt;
:Ich fragte mich immer, warum fragt „de Köster“ nicht die älteren Kinder, wenn er was wissen will?  &lt;br /&gt;
:Weil ich nicht lesen und schreiben wollte, gab mir Mutter so nach einem halben Jahr im November paar ordentliche Ohrfeigen. &lt;br /&gt;
:Von diesem Abend an konnte ich plötzlich lesen und schreiben. Ich hatte ja eine gute Auffassungsgabe, obwohl ich eigentlich ein Phlegmatiker war. &lt;br /&gt;
:Was ich nicht mochte, mochte ich nicht. Der Nachfolger, Herr Neckritz, kam aus Brohm einem Gutsarbeiterdorf. &lt;br /&gt;
:Er trug braune SA-Uniform. Frühmorgens mussten wir ihn alle mit ausgestrecktem rechtem Arm und „Heil Hitler“ begrüßen. &lt;br /&gt;
:Da ich gut in Orthographie war, musste ich die Diktate der jüngeren Schüler mit Bleistift korrigieren und er schrieb das dann mit roter Tinte nach und setzte sein „N„ darunter. &lt;br /&gt;
:Er war sehr nervös und den Anforderungen einer großen Dorfschule nicht gewachsen. Oft reagierte er unüberlegt und ungehalten. &lt;br /&gt;
:So ging ihm mal das ständige „Heil Hitler“ - „Heil Hitler“ so auf die Nerven, dass er missmutig sagte „Ihr wisst ja gar nicht, was ihr sagt, da könnt ihr auch „Heil Moskau“ sagen. &lt;br /&gt;
:Der „Dorfrat“, den es zwar nicht gab, den aber die interessierten Männer des Dorfes am Stammtisch des Krogs bildeten, veranlasste darauf, dass er auf eine andere Schule versetzt wurde. &lt;br /&gt;
:Der Nachfolger war Lehrer Schwoch. Das war ein noch größerer Nazi. Der bespitzelte alle und wurde später „Blockleiter“ des Dorfes. &lt;br /&gt;
:Er hat meinen Vater angezeigt, weil er die Urlauber noch nach der Sperrstunde - 23 Uhr - bei sich im Krog sitzen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 21.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD21 1928 Carwitzer Schulklasse mit Lehrer (vor der Schule Dorfstr. 74. Das einzige „Umgebindehaus“ in Carwitz)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1936 wurde ich an Palmsonntag konfirmiert und aus der Schule entlassen. &lt;br /&gt;
:Der Lehrer empfahl meinem Vater, mich aufs Lyzeum in Neustrelitz zu schicken. &lt;br /&gt;
:Aber das konnte sich mein Vater finanziell nicht leisten. Ich blieb dann zu Hause, erlernte keinen Beruf, half im Hause und in der Gastwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Mein späterer Mann, Siegfried Schönfeld, kam aufs Carolinum in Neustrelitz. Er war auch hier in Carwitz geboren und ging die ersten Jahre hier zur Schule. &lt;br /&gt;
:Seine Tante, eine vermögende Oberin in Eutin, hat ihm das Gymnasium bezahlt. Sie hat ihn dann noch auf die NAPOLA (Nationalpolitische Anstalt) in Plön geholt. Da hatte er eine furchtbar harte Ausbildung.   &lt;br /&gt;
:Im Kriege waren die jungen Männer alle in der Wehrmacht. &lt;br /&gt;
:Fremdarbeiter und Kriegsgefangene - Polen, Franzosen, Russen - waren den Bauernwirtschaften zugeteilt worden. &lt;br /&gt;
:Da kam es dann öfter mit den Mädchen oder jungen Frauen zu Liebesbeziehungen, die dramatische Folgen haben konnten. &lt;br /&gt;
:So beantragte 1943 der „Blockleiter“ und Lehrer Schwoch, dass ein Pole gehängt werden solle, weil er ein Verhältnis mit einem Dienstmädchen (von Köllers) hatte. &lt;br /&gt;
:Das konnten der besagte „Dorfrat“ der engagierten älteren Bauern, beim Dorfvorsteher Schmidt (Bürgermeister gab es damals nicht) aber verhindern, indem er das Gerücht als nicht wahrheitsgemäß bezeichnete und den Polen versetzen ließ.“5&lt;br /&gt;
       &lt;br /&gt;
:„Ende April 1945 kamen zu uns nach Carwitz Lettische SS, Freiwilligen-SS. &lt;br /&gt;
:Wir waren schon vorher mit Pferden und Wagen in den Wald, hinter der damaligen Dorfstelle Krüselin, geflüchtet. &lt;br /&gt;
:Das Vieh hatten wir aber in den Ställen lassen müssen. Da bin ich mit dem Fahrrad noch mal hingefahren und habe die Kühe gemolken. Ich hörte schon die Geschütze am Erddamm in Feldberg / Wittenhagen donnern. &lt;br /&gt;
:Der eine Lette hat mich händeringend angefleht, weit wegzufahren mit dem Fahrrad. Ich solle keine Rücksicht auf meine Eltern nehmen. &lt;br /&gt;
:Seiner jungen Frau sei es ganz furchtbar durch die Russen ergangen. &lt;br /&gt;
:Ich bin aber bei meinen Eltern in einer Fichtenschonung im Walde geblieben.           &lt;br /&gt;
:Am 28. April kamen dann die Russen. &lt;br /&gt;
:Erst pfiffen die Kugeln über uns hinweg, da die Dorfstelle Krüselin beschossen wurde. Dort lag Lettische SS. Dann war es ½ Stunde ruhig. &lt;br /&gt;
:Auf einmal stürmten die Russen zu uns in den Wald. Ein junger Offizier sagte zu mir: „Frau komm mit“ Ich: „nein, nein, nein!“ Da kamen alle Russen auf uns zu, haben die Maschinenpistolen auf uns gehalten. Ein bei uns arbeitender polnischer Junge, der die russische Sprache verstand, sagte zu mir, dass ich mitgehen müsste, sonst würden „der Chef und die Frau“ - meine Eltern - erschossen. &lt;br /&gt;
:Ich wurde losgezerrt und war in den ersten 5 Minuten schon vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Danach mussten wir aus dem Wald wieder zurück nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Auf dem Weg nach Laeven wälzte sich eine unvorstellbare Menge von Panzern, LKW’s, Pferdewagen, Fußsoldaten auf dem Vormarsch nach Berlin entlang. &lt;br /&gt;
:Damals gab es noch keine befestigten Chausseen. Vielen von uns wurden die Koffer oder sonstige Gepäckstücke, die wir retten wollten, weggenommen und auf die Lastwagen geworfen. &lt;br /&gt;
:Später haben wir noch gelacht, weil einige Frauen ihren Mann beschimpften: „Fritz was bist du dämlich, dass du dir den Koffer hast wegnehmen lassen.“ &lt;br /&gt;
:Was sollte er denn anders tun? Es hat lange gedauert, bis wir wieder zu Hause waren. &lt;br /&gt;
:Der Hof war voller Russen, die dauernd wechselten. Sie konnten sich nur kurz bei uns ausruhen. &lt;br /&gt;
:Ich habe mich tagelang auf dem Stallboden hinter Strohballen versteckt, bin dort auch nicht gefunden worden. &lt;br /&gt;
:Meine Mutter wurde noch mehrfach vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Eine Familie Dr. Horn, eine Frau und ihre beiden Söhne, kam aus Feldberg und wollte sich unten am Ufer des Schmalen Luzins vergiften. Bei der Frau und einem Sohn hat es geklappt. &lt;br /&gt;
:Das Schlimmste aber war, dass die Frau in ihrem Todeskampf noch vergewaltigt worden ist. So lag sie da, so hat man sie gefunden. &lt;br /&gt;
:Den Ehemann, er war Rechtsanwalt, hat man durch Feldberg geschleift. Er ist nach Russland deportiert worden, aber später wieder zurückgekommen. &lt;br /&gt;
:Er stammte aus dem Westen Deutschlands. Der andere Sohn Peter Horn (12) ist bei Frau Kratochwil untergekommen und dann im Herbst schon nach Westdeutschland gegangen. &lt;br /&gt;
:Die Leichen wurden zunächst am Luzin begraben und Anfang der 50-er Jahre auf den neuen Friedhof umgebettet. &lt;br /&gt;
:Mitte Mai 1945, wir wussten nicht, dass der Krieg schon zu Ende war, haben meine jüngere Nachbarin, Christa Völkner, und ich uns wieder verstecken müssen. &lt;br /&gt;
:Da sind wir auf Brettern über „de Hals“6 auf das sumpfige Ufer geflüchtet und haben uns bei sehr schönem Wetter dort versteckt. &lt;br /&gt;
:Mein Vater hatte mir unter einer Dachgaube ein Versteck gebaut. &lt;br /&gt;
:Die Christa Völkner wurde aber in ihrem Haus unter dem Bett hervorgezerrt und 7 oder 8 Mann haben sich dann über sie hergemacht. Mutter und Oma waren mit dabei. &lt;br /&gt;
:Ein 2. Strohsack wurde in mein Versteck noch hineingezwängt. &lt;br /&gt;
:Fast täglich wurde das ganze Haus vom Keller bis zum Boden durchsucht. Es war furchtbar. &lt;br /&gt;
:Ich habe eine Eisenstange neben mich gelegt und hätte den, der mich entdeckt, erschlagen. Das konnte ich nicht noch einmal ertragen. &lt;br /&gt;
:Dann hätten sie mich eben lieber erschießen sollen. &lt;br /&gt;
:13 Wochen haben wir nachts in dem Versteck gelegen. Obwohl ein Nachbar, der alte K., uns verraten und den Russen gesagt hatte, dass dort 2 Mädel sind, wurden wir nicht gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, (1923-2008) in Carwitz und Hildegard, geb. Rakow, (1923- ?) in Thomsdorf, erzählten 2006: &lt;br /&gt;
:Otto Schulz: „Mein Vater wurde in Hasselförde 1883 geboren. Er heiratete 1909 in den Bauernhof Benzin ein. &lt;br /&gt;
:Unser jetziges Haus, Dorfstr. 90, rechts vor der Bäk, wurde von ihm gleich danach gebaut. &lt;br /&gt;
:Nach dem 1. Weltkrieg 1923 kaufte mein Vater das bis dahin gepachtete Land vom Staat, denn das Land der Fürsten war 1919 enteignet worden. &lt;br /&gt;
:Mein Großvater mütterlicherseits war auch Ortsvorsteher. &lt;br /&gt;
:Nachdem er starb übernahm meine Großmutter dieses Amt. Ja, die hatte Haare auf den Zähnen, meine Großmutter“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld meinte zu dieser Großmutter: „Das Sagen auf den Bauernhöfen hatten die Besitzer, d.h. auch in Familienangelegenheiten sagten die Alten, wie es lang ging. &lt;br /&gt;
:So hatte die junge Familie Schulz schon 5 Söhne. Das waren nach Ansicht der alten Bäuerin, schon zu viele. &lt;br /&gt;
:So bestimmte sie als Schwiegermutter, dass das junge Paar in Zukunft getrennt zu schlafen habe“. &lt;br /&gt;
:„Otto Schulz, der jüngste Sohn, damals 5 Jahre alt, war en Dollbrägen, ne war das en Dollbrägen“.  &lt;br /&gt;
:Im harten Winter 1929 starb die Großmutter.  Als sie aus dem Dachgeschoss über die steile Treppe nach unten gebracht wurde, meinte Otto: „Un ehre Knochen, de habn geklöttert!“ – „und ihre Knochen, die haben geklappert“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto: „Eingeschult wurde ich 1930 bei Lehrer Hey, später waren meine Lehrer Wils, Richter, Neckritz. &lt;br /&gt;
:Neckritz war ein SA-Mann, wir mussten frühmorgens mit „Heil Hitler grüßen. &lt;br /&gt;
:1937 wurde ich in Carwitz bei Pfarrer Schwuch konfirmiert. &lt;br /&gt;
:Nach Schulabschluss der 8. Klasse lernte ich bei der Fa. Licht in Feldberg den Beruf „Maschinenschlosser“. &lt;br /&gt;
:1941 zur Wehrmacht eingezogen kam ich ins Afrikacorps. &lt;br /&gt;
:Im Februar 1948 wurde ich aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, aber aus Schottland entlassen. &lt;br /&gt;
:Am 3.2.1948 war ich wieder zu Hause in Carwitz. &lt;br /&gt;
:1949 heirateten wir. Meine Braut wohnte vorher in Thomsdorf. Um zu ihr zu kommen, musste ich über den „Hals“.&lt;br /&gt;
:Dort lag damals ein Brett über dem Bach; manchmal lag auch ein Kahn am Ufer. Erst Anfang der 50er Jahre wurde die Fußgängerbrücke gebaut. &lt;br /&gt;
:Zuerst haben meine Frau und ich nur für Kost und Logis bei meinem Vater auf dem Hof gearbeitet. Wir waren sehr gut eingerichtet in der Wirtschaft.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Erna Morach, geb. Güldner (1921-2012) in Carwitz. wohnte 2008 in der Carwitzerstr. 617: &lt;br /&gt;
:„Die einklassige Schule besuchte ich von 1927-1935. Die älteren Schüler mussten sich um die jüngeren kümmern und deren Hefte auf Fehler kontrollieren. :Ich selbst war gut im Rechnen, weshalb ich nur für die Kontrolle der Rechenaufgaben eingesetzt wurde. Lehrer waren Herr Hey und Herr Richter.  &lt;br /&gt;
:Meine Schwester Susanne war mit Lore Ditzen, der „Mücke“, von Familie Hans Fallada befreundet. &lt;br /&gt;
:Wenn die Familie Fallada spazieren ging, dann kamen sie oft auf dem Wege zum Hauptmannsberg bei uns vorbei und holten Susi ab. &lt;br /&gt;
:Sie klopften an das Hoftor und riefen: “Susi komm aus deinem Husi“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 22.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD22 Foto von Erna Morach]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit 14 Jahren wurde ich in Carwitz konfirmiert. Danach ging ich jeweils für 1 Jahr als Dienstmädchen nach Rosenhof und nach Tornowhof. &lt;br /&gt;
:Danach hatte ich eine 2-jährige Wirtschaftslehre auf dem Gut Walkendorf bei Rostock. &lt;br /&gt;
:1940 wurde ich von meinem ersten Kind, einem Jungen, entbunden. Ich lebte dann bis zu unserer Hochzeit 1947 im Elternhaus. &lt;br /&gt;
:Die Eltern hatten 1933 das Haus – rechte Ecke nach Hullerbusch, heute Dorfstr. 83 – gekauft. &lt;br /&gt;
:Dort betrieben sie eine kleine Landwirtschaft von 7 Morgen, mit 1 Kuh, paar Schweinen und Kleinvieh. Dazu hatten sie auch ständig noch Sommergäste. &lt;br /&gt;
:Da sie keine Pferde hatten, mussten sie sich von den Bauern die Äcker auf dem Bohnenwerder – „7 Stücke vor und hinter der Brücke“ – bearbeiten lassen (Pflügen, Eggen, Mähen etc.). &lt;br /&gt;
:Diese Dienstleistungen wurden dann von den Familien wieder abgearbeitet. Für meine Eltern musste ich beim Müller Schmidt die Rechnung „abarbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1945: Die Rote Armee kam in der 2. Aprilhälfte von Wittenhagen und von Thomsdorf. Ich flüchtete mit der Letten-SS, die sich in Carwitz befand, in den Wald hinter Rosenhof. &lt;br /&gt;
:Aber nach 1 Tag ging ich bereits wieder zurück in unser Haus. Drangsalierungen o. ä. erlebte ich selbst direkt nicht. &lt;br /&gt;
:Wenn die Russen vorn hereinkamen, flüchtete ich in die Scheune hinter das Heu und Stroh. &lt;br /&gt;
:Die Russen lebten nicht im Dorf, sondern bauten sich am Weg nach Laeven Erdbunker. Die Löcher, Senken von ca. 8x4 m sieht man heute noch.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus dem Interview 2008 mit Ehepaar Ursula (geb. Koch) (1931-2016) in Neuhof bei Feldberg, und Kurt Güldner, Kurt (1925-2015) in Carwitz:&lt;br /&gt;
:Kurt wurde geboren gegenüber dem Backhaus im Oberdorf. &lt;br /&gt;
:Nach 7 Jahren zogen die Eltern ins Unterdorf Nr.83, rechtes Eckhaus am Abzweig nach Hullerbusch, heutiges Restaurant „Carwitz Eck“.  &lt;br /&gt;
:„Kurt besuchte von 1932-1940 die einklassige Volksschule für die 1.-8. Klasse in Carwitz (Dorfstr. 74). &lt;br /&gt;
:Lehrer war zunächst Herr Wilz für 41 Schüler. Von den Jungen lebt außer Kurt Güldner heute (10.4.08) keiner mehr, von den Mädchen noch einige. &lt;br /&gt;
:Schulzeit im Sommer für die 3.-8. Klasse 7.00 – 12.00; für die 1. und 2. Klasse 10.00 – 12.00. &lt;br /&gt;
:Im Winter begann der Unterricht erst 8.00. &lt;br /&gt;
:Ab 1934 kam als Nachfolger Lehrer Schwoch. Dieser kam aus Mirow, war überzeugter Nationalsozialist und war als Lehrer völlig ungeeignet. Die Versetzung nach Carwitz war wohl schon eine disziplinarische Maßnahme gewesen. Er unterrichtete als überzeugter Nazi mit militärischer Dressur und Prügel. Morgengruß „Heil Hitler“. &lt;br /&gt;
:Wenn man 3 Fehler im Diktat hatte, bekam man mit dem frisch vom Kirchhof geschnittenen Zweig eines Fliederbusches Prügel, die Jungen auf den Po, die Madel auf den Buckel“. &lt;br /&gt;
:Schwoch hatte auch Fischereirecht für den Hals, den Kanal zwischen Carwitzer See und Dreetz. &lt;br /&gt;
:Dort musste Kurt Güldner immer die Fische aus dem Kasten für das Mittagessen des Lehrers holen. &lt;br /&gt;
:Die größeren Schüler wurden von 10.00 bis 12.00 mit Aufsätzen, Rechenaufgaben, Lesen etc. beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Uli Ditzen, der ältere Sohn von Suse und Hans Fallada, war von der 1.- 4. Klasse auch Mitschüler und Spielkamerad in dieser Dorfschule. &lt;br /&gt;
:Danach ging er nach Templin aufs Joachimsthaler Gymnasium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 23.png|1200px|zentriert|thumb| CD23 1933, Frühjahr: Lehrer Wils und Klasse 1.- 8. vor der Linde am Denkmal des 1. Weltkrieges 1. Reihe, 2. links Kurt Güldner, Gottlieb Rohde, Adolf Vogler, Otto Schulz, Jochen Utnehmer, Hans Rode?, Arnold Hofer&lt;br /&gt;
2. Reihe: 3. von links Henny Wiese, geb. Güldner, 4. Erna Morach, geb. Güldner ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die einklassige Schule für die 1. – 4. Klasse mit 2 Lehrern wurde 1960 aufgelöst. Die Carwitzer Schüler mussten dann zuerst jeden Tag zu Fuß nach Feldberg gehen oder mit dem Rad fahren. Kurze Zeit später wurde ein Schulbus eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit 17 Jahren wurde Kurt 1942 Flakhelfer und 1943 zur Wehrmacht eingezogen. 1945 kam er in russische Gefangenschaft und wurde mit 25 Jahren, Dezember 1950 aus der Gefangenschaft (Donezbecken) entlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ursula (damals 14) floh mit ihrer Mutter nicht mit der Letten-SS, die in Carwitz und Neuhof einquartiert war. &lt;br /&gt;
:Sie blieben auf dem Hof bei den Großeltern. „Als die Kampftruppe der Russen kam, versteckten wir uns mit dem Vieh in selbstgebauten Erdbunkern am Küstersteig zum Schmalen Luzin. Die Russen entdeckten uns hier nicht, bis wieder „normale“ Zeiten eintraten. Dadurch kam es auch in unserer Familie zu keinen Übergriffen.“ &lt;br /&gt;
:Ursula hat von diesen Tagen und wenigen Wochen bis zum Abzug der russischen Kampftruppen im Juni 1945 nur lustige, heitere Erinnerungen: &lt;br /&gt;
:So hatten wir am Küstersteig aktuell kein Wasser und wuschen uns mit Kuhmilch. &lt;br /&gt;
:Die Kühe mussten ja gemolken werden, die Milch konnte aber nicht abtransportiert werden. &lt;br /&gt;
:Die Russen erschossen alle Hühner unseres Hofes. Daraus mussten wir Suppe kochen, aber auch mitessen, damit keine heimlichen Vergiftungen erfolgen konnten. &lt;br /&gt;
:Die Frisierkommode wurde als Futterkrippe für die Pferde genommen. Ihre eigenen 2 Pferde wurden gegen alte abgearbeitete der Russen ausgetauscht. &lt;br /&gt;
:Während des Schlafes hat eine Maus ein großes Loch in meine Jacke gefressen. &lt;br /&gt;
:Die russischen Soldaten aus den unendlichen Weiten Russlands, wo es noch keine Technik gab, staunten dann auf unserem Hof, dass Wasser aus der Wand und Licht aus der Decke kamen. &lt;br /&gt;
:Ein Soldat hatte 7 Armbanduhren am Unterarm. Keine ging mehr, da er sie nicht aufgezogen hatte. &lt;br /&gt;
:Alle 7 hat er gegen eine noch laufende Uhr meiner Mutter eingetauscht.  &lt;br /&gt;
:Später verlor meine Mutter, eine sonst sehr energische Frau, 3x ihre Stiefel an die Russen. Sie musste sie ausziehen und übergeben. Danach lief sie nur noch mit drei Paar übereinander gezogenen Wollsocken herum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auch alle Bewohner des Gutsdorfes Laeven mussten ihre Häuser verlassen, weil sich dort die Kampftruppen einquartierten. &lt;br /&gt;
:Sie zogen in verlassene Stellungen der deutschen Soldaten an der Mooskoppel.&lt;br /&gt;
:Die Frauen und die Kinder bestellten im Frühsommer bald wieder die Felder und ernteten später im Herbst auch. Männer gab es noch nicht wieder. Sie selbst konnte keinen Beruf erlernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 24.jpg|800px|zentriert|thumb| CD24 Dorfstraße 1932 Grafik W. Gotsmann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 25.jpg|800px|zentriert|thumb| CD25 Carwitz Blick auf Bohnenwerder 1936, die Veranda bei Fallada schon angebaut]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 26.jpg|800px|zentriert|thumb| CD26 Carwitz Blick aufs Boomdörp und aufs Unnerdörp mit Luzin, Hauptmannsberg, Ziegenbergen und Bohnenwerder ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 27.jpg|800px|zentriert|thumb| CD27 Feldberg 1940]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==7. Fortsetzung der Interviews mit Carwitzern zum Nachkrieg und zur DDR==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 1. Januar 1969 wurde Carwitz in die Stadt Feldberg eingemeindet. &lt;br /&gt;
:1975 hatte Carwitz 216 Einwohner. &lt;br /&gt;
:Am 13. Juni 1999 ging Carwitz in der neu gegründeten Gemeinde Feldberger Seenlandschaft auf, nachdem die Stadt Feldberg ihre Kommunalautonomie aufgegeben hatte. &lt;br /&gt;
:2007 hatte Carwitz 325 Einwohner.&lt;br /&gt;
:Das Dorf und das Hans-Fallada-Museum wurden im Rahmen der Städtebauförderung von 1992 bis 2007 gründlich saniert.&lt;br /&gt;
:In der Liste der Baudenkmale in Feldberger Seenlandschaft sind für Carwitz sieben Baudenkmale aufgeführt.&lt;br /&gt;
:Das Fallada-Haus mit dem Museum und dem Archiv &lt;br /&gt;
:Die Holländermühle mit Sockelgeschoss und Galerie von 1896–1937 am Südwestrand von Carwitz&lt;br /&gt;
:Die bescheidene Dorfkirche am Anger (gemeinnütziger Dorfplatz)&lt;br /&gt;
:Der Carwitzer See ist 3,95 km² groß. Am Hals befindet sich ein Wanderrastplatz und ein Campingplatz „klein und fein“&lt;br /&gt;
:Der 5 km lange Schmale Luzin (Fläche: 1,45 km²)&lt;br /&gt;
:Der 2 km lange Dreetz (Fläche: 0,63 km²)&lt;br /&gt;
:Das Haus Dreiseidel am Kirchenanger mit seinem Krüppelwalmdach, gedeckt mit Biberschwanz-Tondachziegeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, geb. Utnehmer, erzählte 2005: &lt;br /&gt;
:„1945 – 1949 Nach dem Kriege waren alle Häuser und Höfe mit Flüchtlingen, Umsiedlern und Evakuierten voll belegt. &lt;br /&gt;
:Meist bewohnte eine Familie nur 1 Zimmer. Die gemeinsame Toilette war am Misthaufen auf dem Hofe. &lt;br /&gt;
:Gewaschen wurde sich nach vorangehender Absprache in der Küche.  &lt;br /&gt;
:Fallada war für wenige Wochen Bürgermeister in Feldberg. &lt;br /&gt;
:Unser Bürgermeister hieß Schäfer. Er war vorher „Schweitzer“ (Melker) in Laeven gewesen. Er hat uns alle unvorstellbar traktiert und gequält.&lt;br /&gt;
:Es gab ja keine funktionierenden Gerichte. So war seiner und anderer Willkür Tür und Tor geöffnet. Besonders bestand für die Bauern das Problem der Erfüllung  ihres Solls an landwirtschaftlichen Abgaben. &lt;br /&gt;
:Da kamen die Russen und sperrten für 8 oder 12 Tage meinen Vater oder andere Bauern einfach mit der Begründung ein, er habe sein Soll nicht erfüllt. &lt;br /&gt;
:Das Vieh war uns weggenommen worden, wir hatten keine Pferde mehr, der schlechte Acker mit Kies und Steinen sollte aber den gleichen Ertrag bringen wie guter Boden. &lt;br /&gt;
:Uns gehörten damals 17 Hektar am Zansen, dort wo jetzt der Wanderweg nach Hullerbusch ist. &lt;br /&gt;
:Der Steilhang galt auch als Acker und war sollpflichtig. &lt;br /&gt;
;1951, zur Zeit der DDR, wurde mein Vater, Paul Utnehmer, der damalige „Kröger“, wegen sogenannten „Wirtschaftsvergehen“ mehrfach verhaftet und angeklagt. :Er starb 1980 in Carwitz, nachdem er wegen dieser anhaltenden Repressalien 1952 nach Westberlin geflohen war. &lt;br /&gt;
:Sein Besitz wurde enteignet. Der „Krog“ wurde vom Konsum übernommen. &lt;br /&gt;
:Nach der Wende übernahm ihn ein Pächter für 1 ½ Jahre. &lt;br /&gt;
:Nach der Rückübertragung an die „Erbengemeinschaft Paul Utnehmer“ wurde das Krog-Gehöft an den jetzigen Besitzer verkauft.&lt;br /&gt;
:Am 6. April 1945 habe ich und Siegfried Schönfeld geheiratet, eine Kriegstrauung. &lt;br /&gt;
:Siegfried war während der Ardennenoffensive am Kopf verwundet worden und hatte für einige Tage Genesungsurlaub erhalten. Das nutzten wir zur Heirat.  :Gleich nach der Hochzeit, am 13. April 1945, musste er wieder weg. Er kam dann in amerikanische Gefangenschaft. Später wurde er in französische Gefangenschaft übergeben und arbeitete in Südfrankreich in der Landwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Dort habe ich ihn dann 1947 / 1948 besucht. &lt;br /&gt;
:Ich suchte mir dort auch Arbeit als Haushaltshilfe in einem Nachbardorf. Aus einem völlig verwilderten Haushalt habe ich in einem halben Jahr einen ordentlichen „deutschen“ Haushalt gestaltet.  &lt;br /&gt;
:Ende 1948 sind wir gemeinsam auf getrennten Wegen nach Carwitz zurückgekehrt.&lt;br /&gt;
;11 &lt;br /&gt;
:LPG: Durch „das Soll“, d. h. die Zwangsabgabe für die Bauernwirtschaften, wurden viele mittlere und größere Höfe „devastiert“ – heruntergewirtschaftet. :Diese sogenannten „devastierten“ Betriebe wurden dann von oben, von der Kreisverwaltung zwangsbewirtschaftet, d.h. der Bauer hatte überhaupt keine Verfügungsberechtigung mehr über seinen Hof, das zugehörige Land und Vieh. &lt;br /&gt;
:Kleinere Höfe verschonte man. 1959/1960 begann dann die Zwangs-Kollektivierung. &lt;br /&gt;
:Der psychologische Druck, in die LPG einzutreten, wurde immer stärker und dann zum indirekten Zwang.&lt;br /&gt;
:Die Vorteile der Kollektivierung wurden in leuchtenden Farben geschildert: Arbeitserleichterungen durch Bewirtschaftung der großen Felder mit großen Maschinen, feste Entlohnungen, Ferien. &lt;br /&gt;
:Geregelte Arbeitszeit von 8 Stunden und Ferien kannte ein Bauer ja bisher überhaupt nicht. &lt;br /&gt;
:Mit Lautsprecherwagen wurden diese Parolen in den Dörfern verkündet. &lt;br /&gt;
:In Neuhof ging eine Bäuerin nach draußen zum Lautsprecher, drehte sich rum, zog ihre Schlüpfer runter und zeigte, sich bückend, den blanken Hintern.         &lt;br /&gt;
:1960 wurde dann die LPG Typ I in Carwitz gegründet. Typ I bedeutete nur gemeinsame Feldwirtschaft. Die Viehhaltung blieb individuell.                    &lt;br /&gt;
:1965 wurden dann alle Dörfer in der Nähe von Feldberg, so Neuhof, Laeven, Carwitz, Triepkendorf und Schlicht zu einer LPG Typ III zusammengefasst. &lt;br /&gt;
:Die Feld- und Viehwirtschaft wurde gemeinschaftlich betrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erzählte 2008: &lt;br /&gt;
:1947 heiratete sie Waldemar Morach, geb. 20.04.1919, der mit seiner Mutter aus Ostpreußen gekommen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten auf Rosenhof, der benachbarten Dorfstelle, eine Neubauernsiedlung von 9 ha erhalten.                                                                                                     &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1945 war der damalige Pächter des Rosenhofs, Panzegrau, auf Veranlassung der deutschen Behörden von den Russen verhaftet und nach Fünfeichen bei Neubrandenburg gebracht worden. &lt;br /&gt;
:Dort ist er verhungert.&lt;br /&gt;
;12 &lt;br /&gt;
:Besitzer des Rosenhofs war damals Hahn, ein Seifenfabrikant aus Berlin, der aber kaum hier war. &lt;br /&gt;
:1946 war der Rosenhof mit Neubauern aufgesiedelt worden.&lt;br /&gt;
:1949 wurde ihr 2. Kind, ihre Tochter (später Lehrerin) geboren. &lt;br /&gt;
:1958 musste ihr Mann in die LPG II eintreten. 1 Pferd verkauften sie, das andere musste in die LPG mit eingebracht werden. &lt;br /&gt;
:Anfänglich konnten sie sich vom „Deputat“ noch eine Kuh halten, später reichte es nur für Schweine und Kleinvieh. &lt;br /&gt;
:1961 begann sie selbst in der LPG zu arbeiten, um später eine Altersrente zu erhalten.&lt;br /&gt;
;13  &lt;br /&gt;
:Sie bekamen damals und auch später nach der Wende keinerlei Entschädigung für den in die LPG eingebrachten Besitz.&lt;br /&gt;
:Ihre 9 ha Land hat sie den Enkeln übertragen. &lt;br /&gt;
:1965 kauften sie das jetzige Haus. Sie selbst hat dann bei Ladwig im Unterdorf und in der Mosterei Dreiseidel gearbeitet. &lt;br /&gt;
:1974-1984 haben sie das Ferienheim des Ingenieurbüros der GIESAG/Leipzig mit 28 Betten geleitet. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Zeit und auch später hatten sie zusätzlich Sommergäste (maximal 11) in ihrem Haus und hatten dadurch ein einigermaßen stabiles Einkommen. &lt;br /&gt;
:1984 gingen sie und ihr Mann in Rente. 1997 starb ihr Ehemann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, im Haus an der Bäk erzählte 2006: &lt;br /&gt;
:Die Wirtschaft seines Vaters war mit 54 ha recht groß. Das Land, der Acker ging vom Ufer des Schmalen Luzins rechts parallel zur Straße hinüber nach Laeven. &lt;br /&gt;
:Er hatte 5 Pferde. Aber bei Kriegsende wurde ihm alles Vieh von den durchziehenden russischen Truppen weggenommen. &lt;br /&gt;
:„Wegen Nichterfüllung des Solls seiner Wirtschaft wurde mein Vater etwa 1950, wie fast alle anderen Bauern, auch eingesperrt. &lt;br /&gt;
:In Neustrelitz wurde er mit den Worten entlassen: „Faule und träge Altbauern schert euch an die Arbeit“.  &lt;br /&gt;
:Die Landwirtschaft meines Vaters wurde in dieser Zeit von den Behörden „devastiert“. Ihm wurde jegliche Verfügungsgewalt genommen. &lt;br /&gt;
:In seinem Stall standen dann 20 Kühe der LPG. Die Gülle lief direkt in den See. &lt;br /&gt;
:Später, 1955 nach der Gründung der LPG arbeitete ich in der MTS in Feldberg. Als Brigadeschlosser wurde ich in Carwitz in der Schmiede bei Friedrich Rechlin eingesetzt. &lt;br /&gt;
:Als Rudi Dreiseidel in den 60er Jahren privat die Mosterei aufbaute, betreute ich seit 1971 die Maschinentechnik.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Ehepaar Ursula (geb.Koch) (1931-2016) und Kurt Güldner (1925-2015) erzählten 2008:&lt;br /&gt;
:Kurt konnte bedingt durch die Kriegsereignisse keinen Beruf erlernen. &lt;br /&gt;
:Er kam 1950 aus russischer Gefangenschaft und arbeitete dann ab 1950 als Forstarbeiter.  Von 1958 – 1964 im Straßenbau. &lt;br /&gt;
:Als der Kinderbuchverlag das Grundstück von Suse Ditzen gekauft hatte, zogen sie 1962 ins Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Dort wohnten sie in der Scheune, bis Suse Ditzen in ihr neu gebautes Holzhaus in Feldberg umzog. &lt;br /&gt;
:Dann bewohnten sie das Untergeschoss des Haupthauses. Dieses Holzhaus von Suse Ditzen in Feldberg hat Kurt Güldner als „Leiter einer Feierabendbrigade“ gebaut. &lt;br /&gt;
:In den Jahren der DDR waren die sogenannten „Feierabendbrigaden“ außerhalb der regulären Arbeitszeit auf rein privater Basis tätig. &lt;br /&gt;
:Das bedeutet, es war Schwarzarbeit, da der Lohn, das Entgelt, praktisch auf die Hand gegeben wurde. Es wurde also nicht versteuert. &lt;br /&gt;
:Teilweise wurde auch in Naturalien oder mit Mangelwaren bezahlt. &lt;br /&gt;
:„Als der Kinderbuchverlag ins Fallada-Haus zog, sollten alle Möbel vernichtet werden“. Güldners sorgten dafür, dass die Möbel in der Scheune unterm Dach abgestellt wurden So retteten sie die Sachen vor dem Feuer. &lt;br /&gt;
:1962 – 1978 waren sie als Ehepaar Hausmeister im Betriebs-Ferienheim (Fallada-Haus) des Kinderbuchverlages.  &lt;br /&gt;
:Die Ferienhütte der Familie Dörffel bauten wir in den Jahren 1974-1977 “eigenhändig“ auf.“ &lt;br /&gt;
:Kurt Güldner war Chef einer Feierabendbrigade geblieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 28.jpg|800px|zentriert|thumb| CD28 Vor Zeiten – Blick vom Hauptmannsberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 29.jpg|800px|zentriert|thumb| CD29 Schmaler Luzin ca 1970, rechts Mühle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 30.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD30 Blick vom Südufer auf Spitze des Bohnenwerder 1978, Hintergrund Mühlberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 31.jpg|800px|zentriert|thumb| CD31 ;Blick vom Südufer des Carwitzsees auf Fallada-Bucht vor 1934, Vorn links Hang „Hügel 16“ mit heute noch stehendem Baum, im Hintergrund Hauptmannsberg, rechts Fallada-Haus]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 32.jpg|800px|zentriert|thumb| CD32 Uralter Blick vom Fallada-Garten auf heutigen Hügel 16, mit Kirchturm, Windmühle und Stall von Otto Schulz. Der große Baum steht noch.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 33.jpg|800px|zentriert|thumb| CD33 Gleicher Blick heute]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 34.png|570px|links|thumb| CD34 Kate 1  1979]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 35.jpg|490px|rechts|thumb| CD35 Fallada Haus an der Bucht 1979]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 36.jpg|550px|links|thumb| CD36 Fallada-Garten an der Bucht a]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 37.jpg|500px|rechts|thumb| CD37 Fallada-Garten an der Bucht b]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 38.jpg|570px|links|thumb| CD38 Ca 1900 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 39.jpg|1000px|rechts|thumb| CD39 1979 Haus der Familie Morach noch mit Linden Dorfstr.15 (heute 61)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==8. Früher „Fremdenverkehr“ in der Feldberger Seenlandschaft und in Carwitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1830 wird „Feldberg“ als Wanderziel im Mecklenburgischen Staatskalender genannt. (18)&lt;br /&gt;
:1850 Gründung des „Gemeinnützigen Verein für Fremdenverkehr“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Feldberg:                                                                                                                              &lt;br /&gt;
:1935   16 000 Übernachtungen                                                                                   &lt;br /&gt;
:1937   3 832 Feriengäste                                                                                                    &lt;br /&gt;
:1938   32 000 Übernachtungen &lt;br /&gt;
:2025   ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld erinnert sich: &lt;br /&gt;
:„Feriengäste kamen nach Carwitz schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Pensionen oder Hotels gab es nicht. &lt;br /&gt;
:Neben Privatzimmern logierten sie vor allem auch im Krog. In ihm gab es 2 Gastzimmer. &lt;br /&gt;
:Werbung wurde nicht gemacht. Carwitz war schon damals ein „Geheimtipp“. &lt;br /&gt;
:In den 30er Jahren wohnten im Sommer vor allem Maler und Ingenieure aus Berlin in Privatzimmern, bei Tock, Barthels, Dreiseidel, Ladwig. &lt;br /&gt;
:Die Zimmer waren einfach eingerichtet: Bett, Stuhl, Tisch, Kleiderschrank. Waschmöglichkeit, Toilette auf dem Hof oder später auf dem Flur. &lt;br /&gt;
:Für 3 Reichsmark/Person/Tag bekam man in den 20er Jahren neben dem Bett noch ein Frühstück mit Brot, Butter, 1 Ei und Honig.   &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkrieg wurden es dann 4 Reichsmark/Person/Tag.      &lt;br /&gt;
:Feriengäste, die bei Kratochwill wohnten – ein Deutsch-Amerikaner mit einer Gräfin Arko – hatten Anfang der 30er Jahre den Stall auf dem Bollenwerder etwas „möbliert“ und feierten dort mit ihren Gästen „italienische Nächte“.  &lt;br /&gt;
:Der dortige Stall, heute sind die Grundmauern noch vorhanden, war der aufwendig zubereitete Treffpunkt.&lt;br /&gt;
:Im Saal vom „Krog“ stellten die Maler immer ihre Gemälde zum Trocknen und evtl. Verkauf aus. &lt;br /&gt;
:Das waren damals vor allem 4 Landschaftsmaler. &lt;br /&gt;
:So hat Prof. Achtenhagen das alte Pfarrhaus mit dem großen Nussbaum daneben wunderschön gemalt. &lt;br /&gt;
:Kaiser-Eichberg aus Potsdam wohnte schon 1902 bei meiner Großmutter im „Krog“. Der war der große „Kiefernmaler“. &lt;br /&gt;
:Ein anderer Professor hat vor allem viele Wolken gemalt, das war der „Wolkenmaler“. Jeder hatte eben seinen eigenen Stil. &lt;br /&gt;
:Meier-Pyritz malte uns aber auch beim Halmaspiel. Über unsere schwarzen, mit weißer Wolle gestopften Strümpfe, die er getreulich malte, haben wir 15-jährigen Mädchen uns köstlich amüsiert. &lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurden Anfang der 50er Jahre in Carwitz zunächst Privatzimmern vermietet, so u. a. bei Familie Dreiseidel, bei Anna Ditzen, Ursula Barthels und Familie Ladwig.&lt;br /&gt;
:Seit der Mitte der 60er Jahren kamen einzelne auf Privatgrund gebaute und ab der 70er Jahre siedlungsartig angelegte sogenannte Datschen, bzw. Bungalows sowie Betriebsferienheime hinzu. &lt;br /&gt;
:So wurden am Hügel 16 auf dem Privatbesitz von Otto Schulz von Rapoport, Meyer-Foreyt, Blume und Stratonowitsch die ersten Bungalows gebaut, in den 70er Jahren auf sogenannten Treuhand-Grundstücken entstanden unsere Katen. &lt;br /&gt;
:Nachdem die LPG die sandigen Böden ab 1961 nicht mehr bewirtschaftete, entstanden am Südufer des Dreetz und an der Schappwasch zunächst wilde Zeltplätze. &lt;br /&gt;
:Sogar auf dem Steinwerder im Carwitzer See war jahrelang ein sehr romantisches Ferienlager. &lt;br /&gt;
:Die Abfälle, der Müll und die Toilettenkübel, sollen regelmäßig mit dem Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht worden sein. &lt;br /&gt;
:Der Bau einer Bungalowsiedlung auf dem Bohnenwerder konnte durch massive Proteste u. a. durch Ruth Werner verhindert werden.  Auch Bebauungspläne am Fischersteig und am Hauptmannsberg wurden nicht realisiert.&lt;br /&gt;
:Bewirtschaftete Zeltplätze entstanden an der Mühle runter zum Dreetz und „Klein aber Fein“ am Carwitzsee auf dem Privatgelände von Familie Schönfeld. :Anfang der 90er Jahre wurden die heute noch bestehenden Zeltplätze legalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ruth Werner und andere Mitarbeiter des Kinderbuchverlages lernten Carwitz durch ihre Kinder kennen, die 1951 mit ihrer Schulklasse nach Carwitz gefahren waren. &lt;br /&gt;
:Der „Geheimtipp“ sprach sich rum und so wohnten Mitarbeiter des Aufbauverlages, des Kinderbuchverlages in den 50er Jahren bei Anna Ditzen im Fallada-Haus. Sie genossen dort Annas Gastfreundschaft und ihren vorzüglichen Mittagstisch.&lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren trafen sich mehrfach Autoren mit ihren Lektoren des Kinderbuchverlages zu „Carwitzer Gesprächen“ (nach Günther Ebert: „Vom Genius loci“ in Carwitzer Notizen, Kinderbuchverlag Berlin 1985). &lt;br /&gt;
;Weitere mir namentlich bekannte „berühmte“ Bewohner und Feriengäste. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da es noch viel mehr geben wird:&lt;br /&gt;
                                         &lt;br /&gt;
:Hans Fallada, (1893-1947) Schriftsteller Rudolf Ditzen, lebte 1933–1944 in Carwitz. S. Extra-Kapitel&lt;br /&gt;
:Anna Ditzen, (1901-1990) Ehefrau von Hans Fallada, lebte 1933 bis 1965 in Carwitz, danach in Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ruth Werner (1907-2000) Schriftstellerin Ursula Beurton, geborene Ursula Maria Kuczynski lebte seit 1952 im Sommer in verschiedenen Hütten in Carwitz. S. Extra-Kapitel.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt (1916-1981), Maler und Grafiker, Mitbegründer der „Leipziger Schule“, der bedeutenden Strömung der modernen Malerei der DDR in den 70er und 80er Jahren. Lebte in den Sommermonaten in Carwitz.&lt;br /&gt;
:Harry Blume (1924-1992), Maler der Leipziger Schule lebte zeitweise in seinem Sommerhäuschen am Zugang zu unseren Katen rechts.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt und Harry Blume fuhren Anfang der 60er Jahre mit ihren Studenten in die Feldberger Landschaft. Während die Studenten sich der Pleinairmalerei widmeten, saßen sie im Krog oder streiften durch die Gegend und entdeckten so den Hügel 16, auf dem sie ihre Bungalows errichteten&lt;br /&gt;
:Gabriele Meyer-Dennewitz, Grafikerin und Malerin, lebte und arbeitete von 1964, seit 1991 ganzjährig, bis zu ihrem Tode 2011 in Carwitz im Unterdorf. &lt;br /&gt;
:Frank Merker, Maler und Grafiker, lebte und arbeitete bis zu seinem Tod 2008 in Carwitz&lt;br /&gt;
:Jürgen Wittdorf, Maler und Graphiker, kaufte 1964 ein über hundert Jahre altes Fachwerkhaus in Carwitz, das er selbst sanierte und seitdem in den Sommermonaten bewohnte.&lt;br /&gt;
:Prof. Samuel Mitja Rapoport (1912-2004) österreichischer Arzt, Direktor des Instituts für Physiologische Chemie an der Charité. &lt;br /&gt;
:Prof. Inge Rapoport (1912-2017) Charité, erster europäischer Lehrstuhl für Neonatologie. Mit 102 Jahren verteidigte sie ihre Doktor-Dissertation, die ihr 1937 aufgrund der Rassegesetze verwehrt geblieben war. Ihr erster Bungalow am Zugang zu unseren Katen links, später bauten sie noch einen am Fischersteig. :Ihr damaliger Badesteg ist unser jetziger von Kate 3.&lt;br /&gt;
:Charly Hübner, (*1972) Schauspieler, ist in Carwitz Feldberg als Hoteliersohn aufgewachsen. &lt;br /&gt;
:Till Lindemann, (Band Rammstein) hat ca 2020 das Grundstück des alten in den 70er Jahren abgerissenen Pfarrhauses gekauft. Dazu gehören ausgebaute Nebengebäude.&lt;br /&gt;
:Max Kaus (1891-1977), Maler, dessen Bilder von den Nazis 1937 als „entartete Kunst“ diffamiert und aus den Museen entfernt wurden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 40.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD40 „Carwitz II“ 1921, Max Kaus, Blick vom Hauptmannsberg zum Bohnenwerder vor 100 Jahren.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==9. Hans Fallada - Schriftstellername von Rudolf Ditzen==  &lt;br /&gt;
:(* 21.7.1893 Greifswald † 5. 2. 1947 in Berlin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hans Fallada machte das Dorf Carwitz über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Die nachfolgenden kursorischen Bemerkungen können nicht seine Biografie ersetzen. &lt;br /&gt;
:Geboren als Sohn des späteren Reichsgerichtsrates Wilhelm Ditzen und seiner Frau Elisabeth. &lt;br /&gt;
:Er hatte eine „schwierige“ Jugend mit Besuch mehrerer Gymnasien, in einem als Duell getarnten Doppelselbstmordversuch erschießt er seinen Mitschüler Hanns Dietrich von Necker in Rudolstadt, &lt;br /&gt;
:Tätigkeiten in der Landwirtschaft in Sachsen, Pommern, Mecklenburg, Alkohol- und Drogenabhängigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 41.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD41 Fallada-Porträtkarikatur von e.o.plauen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seit 1920 mehrere Romane ohne Erfolg. Mehrfache Unterschlagungen, wiederholte Verurteilungen zu Gefängnisstrafen bis 2 ½ Jahren.&lt;br /&gt;
:1929 Heirat mit Anna Margarete Issel.&lt;br /&gt;
;14 &lt;br /&gt;
:Geburt der Kinder: Ulrich Ditzen *1930, von Zwillingstöchtern bleibt Lore (Mücke) am Leben *1933, sie stirbt 1951 an Sepsis in Neustrelitz&lt;br /&gt;
;15,&lt;br /&gt;
:Achim Ditzen *1940. &lt;br /&gt;
:Ernst Rowohlt, damals Annoncenwerber und Journalist, wird auf ihn schon in den zwanziger Jahren aufmerksam und unterstützt ihn finanziell.&lt;br /&gt;
:1932 Welterfolg von „Kleiner Mann - was nun?“ mit 45 Auflagen und 20 Auslandsauflagen. In diesem Roman erzählt Hans Fallada, dass die Herzenswärme von Lämmchen und Pinneberg mit ihrem Sohn Murkel stärker ist als ihre Not und der Abstieg von Pinneberg zum hoffnungslosen Arbeitslosen. &lt;br /&gt;
:Von diesen Einnahmen kauft er sich für den damals unerhörten Preis von 11.700 Reichsmark im Juli 1933 in Carwitz die Büdnerei Nr.17, das Haus Wehrle, am Wege zum Bohnenwerder.&lt;br /&gt;
: Es war 1849 gebaut worden. „Der Verkäufer des Hauses Wehrle kam mit der Landwirtschaft und dem Versuch eines Cafes nicht zurecht. (18 S. 265)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 42.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD42 So soll Fallada das Haus 1933 übernommen haben. Die Partie zum See ist unrealistisch.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 43.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD43 So sah vor 1930 die „Fallada-Bucht“ mit Wehrle vom heutigen Hügel 16 aus]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hier lebte und arbeitete er zwischen 1933 und 1944. Nach der Trennung von Mummi, seiner ersten Frau, lebte er mit seiner zweiten Frau, Ursula Losch, in Feldberg bis Anfang 1946.&lt;br /&gt;
:In Carwitz zog er sich nach Drangsalierungen durch das nationalsozialistische Regime in die „innere Emigration“ zurück. Er konnte sich nicht entschließen Nazideutschland zu verlassen. &lt;br /&gt;
:Trotzdem hatte er eine glückliche, produktive Zeit. &lt;br /&gt;
:In diesen Jahren entstanden 17 Romane, u.a. „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ (1934), „Wir hatten mal ein Kind“ (1934), „Wolf unter Wölfen“ (1937), „Der eiserne Gustav“ (1938), „Damals bei uns daheim“ (1941), „Heute bei uns zu Haus“ (1943). Letzteres beschreibt mit erzählerischer Freiheit sehr amüsant die Jahre mit seiner Familie in Carwitz. Neben Unterhaltungsromanen schreibt er mit großer Fabulierkunst auch heute noch lesenswerte Kinderbücher, „Geschichten aus der Murkelei“ (1938), „Fridolin der freche Dachs“ (1944).&lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zu den Dorfbewohnern ist meist getrübt: „... was man aus Neid, Hass und Übelwollen heute auszuhalten hat, wenn man wie ich auf dem Präsentierteller sitzt und weit und breit kein Mensch ähnlicher Denkungs- und Arbeitsart ...“ (15)&lt;br /&gt;
:Alkoholismus, Drogenabhängigkeit führen zum Zerwürfnis mit Mummi und es kommt zum Gebrauch einer Schusswaffe. Daraufhin erfolgt die Zwangseinweisung in die Landesnervenheilanstalt Alt-Strelitz. Hier schreibt er „Der Trinker“ auf bereits bedrucktem Papier zwischen den Zeilen auf. &lt;br /&gt;
:Die Erzählung seiner eigenen Problematik wird erst posthum 1950 veröffentlicht. &lt;br /&gt;
:Danach fortbestehende Dogenabhängigkeit gemeinsam mit seiner 2. Frau Ursula Losch in Feldberg, wo er auch das Ende des 2. Weltkrieges erlebt. &lt;br /&gt;
:Kurzzeitig wird er von den Sowjets als Bürgermeister von Feldberg eingesetzt.&lt;br /&gt;
:Mit Unterstützung von Johannes R. Becher siedelt er nach Berlin-Niederschönhausen über. &lt;br /&gt;
:Von ihm bekommt er Unterlagen zum Ehepaar Elise und Otto Hampel. Ende 1946 schreibt er über den isolierten Widerstand dieses Ehepaars zur Diktatur des Nationalsozialismus seinen letzten Roman in knapp 4 Wochen: „Jeder stirbt für sich allein“. &lt;br /&gt;
:Fallada stirbt am 5. Februar 1947. 1981 wird die Urne Hans Falladas vom Park-Friedhof Berlin-Pankow zur Grab- und Gedenkstätte auf dem alten Dorffriedhof in Carwitz überführt. Auch seine Suse, seine Tochter Mücke und seine Mutter sind hier begraben.&lt;br /&gt;
:Der DEFA-Spielfilm „Fallada – Letztes Kapitel“ (Regie: Roland Gräf, 1988) wurde zu großen Teilen in Carwitz gedreht.&lt;br /&gt;
:1965 kaufte der Berliner Kinderbuchverlag, damaliger Leiter Günther Schmidt, von Anna Ditzen das Grundstück. Sie konnte das große Gehöft allein nicht mehr bewirtschaften. &lt;br /&gt;
:Damit war Anna Ditzen die Sorge genommen, dass ein völlig „Fremder“ das Haus übernehmen und das „Früher“ auslöschen könne. Vermittler waren Ruth Werner und Fred Rodrian, (15, S.65)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch wollte die Treuhand 1992 das Grundstück an Privatleute verkaufen. Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass das verhindert werden konnte. &lt;br /&gt;
:Die Hans-Fallada-Gesellschaft betreibt im Haus und auf dem gesamten Anwesen ein lebendiges Museum, das von der Bundesregierung als „Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung“ zertifiziert ist.&lt;br /&gt;
:Das Arbeitszimmer von Hans Fallada ist mit originalem Mobiliar wiederhergestellt worden. Auch in der Veranda, dem Esszimmer – beides in originaler Ausstattung – und im Raum “Hans Fallada. Leben und Werk“ kann man hautnah sein facettenreiches und umfangreiches Leben bestaunen, wie verschlungen und ambivalent seine Biografie ist. &lt;br /&gt;
:Das 15.000 m² große Anwesen am Carwitz See ist wunderbar angelegt, das Dreieckbeet ist original bepflanzt, das Bienenhaus denkmalgerecht saniert, das Bootshaus originalgetreu nachgebaut, seine Streuobstwiese und die „Sitzecke am Seeufer“ können gefühlsmäßig nachempfunden werden. &lt;br /&gt;
:Fallada war auch ein versierter Landwirt.&lt;br /&gt;
:2000 wurden die Räumlichkeiten der „Scheune“ auf dem Fallada-Hof übergeben. Die Sanierung lief seit 1996.   &lt;br /&gt;
:Allein für die Scheune wurden 1 Mill. DM investiert. Der große Raum wird ganzjährig für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. &lt;br /&gt;
:Hier kann man auch fundierte Sonderausstellungen im Scheunensaal erleben.&lt;br /&gt;
:Jährlich finden die Hans Fallada Tage jeweils am Wochenende vor oder nach seinem Geburtstag am 21. Juli statt. &lt;br /&gt;
:Dazu gehört auch die sommerliche Veranstaltungsreihe an jeden zweiten Freitag um 20:00 Uhr “freitags bei Fallada“ mit Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen oder Filmvorführungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Fallada Heute&lt;br /&gt;
:1. Hans-Fallada-Museum in Carwitz 17258 Feldberger Seenlandschaft Ortsteil Carwitz Zum Bohnenwerder 2, Tel.: 039832 20359 – museum@fallada.de&lt;br /&gt;
:2. Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. - hfg@fallada.de, gegründet 1991 &lt;br /&gt;
:3. Literaturzentrum Neubrandenburg mit dem Fallada-Archiv.&lt;br /&gt;
:4.  Hans-Fallada-Klub in Neustrelitz, gegründet 1973 als „Club der Intelligenz“ im Kulturbund der DDR. Heute: info@hans-fallada-klub.de Website: www.hans-fallada-klub.de &lt;br /&gt;
:5.  Verein Pommersche Literatur-Gesellschaft e. V. ist 2000 hervorgegangen aus dem 1991 gegründeten Hans-Fallada-Verein Greifswald. Er hat seinen Sitz im Geburtshaus von Hans Fallada.&lt;br /&gt;
:6. Hans-Fallada-Schule Feldberg erhielt ihren Namen 1976. Beachtet werden sowohl seine  erzählerischen Leistungen als auch sein psychopathisches Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In einem Artikel “Zwei Gesellschaften und viele Wahrheiten“ (7.12.2005) schreibt Frank Pergande: “Es vergingen 30 Jahre bis die DDR den Versuch unternahm, Fallada postum zu vereinnahmen.“ &lt;br /&gt;
:Der damals in Neubrandenburg lebende Literaturwissenschaftler Tom Crepon war bei Recherchen für eine Fallada-Biografie auf Falladas Nachlass gestoßen – im Keller einer Braunschweiger Fleischerei. &lt;br /&gt;
:1978 wurde der Nachlass von der Akademie der Künste der DDR gekauft und zwei Jahre später nach Feldberg gebracht. &lt;br /&gt;
:Im selben Jahr erschien Crepons Biografie “Leben und Tode des Hans Fallada“. &lt;br /&gt;
:1983 erschien eine weitere Biografie, von Werner Liersch unter dem Titel “Fallada. Sein großes kleines Leben“. &lt;br /&gt;
:Weitere Informationen gibt es in den Artikeln der genannten Autoren, von der damaligen Archivarin des Fallada-Archivs Sabine Lange und auch von Heide Hampel mit Streitereien zur Stasi und zum Fallada-Nachlass in Feldberg, in Carwitz und dem Literaturzentrum Neubrandenburg. &lt;br /&gt;
:Heide Hampel baute das Hans-Fallada-Archiv in Feldberg/Meckl. auf und trug u. a. Sammlung und Nachlass der Schriftstellerin Brigitte Reimann zusammen.&lt;br /&gt;
:Klaus-Jürgen Neumärker schrieb u. a. anhand der Krankengeschichte: „Der andere Fallada“. Darin schildert er die „Psychopathie“ von Fallada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==10.Ruth Werner (* 15. Mai 1907 in Friedenau † 7. Juli 2000 in Berlin)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ist seit 1958 der Schriftstellername von Ursula Beurton, zuvor Ursula Hamburger, geboren als Ursula Maria Kuczynski. Sie war eine deutsche Schriftstellerin und Agentin des  russischen Militärnachrichtendienstes GRU der Roten Armee (Deckname „Sonja“), der späteren Sowjetarmee. Ihr älterer Bruder war Wirtschaftswissenschaftler, Prof. Jürgen Kuczynski. Andere Schwestern lebten nach 1933 großbürgerlich in England.&lt;br /&gt;
:1953 war Ruth Werner mit Len Beurton, ihrem Mann, das erste Mal nach Carwitz gekommen.&lt;br /&gt;
:Bereits in jungen Jahren wurde sie Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland. Sie blieb der Vision einer sozialistisch-kommunistischen klassenlosen menschlichen Gesellschaft treu bis zu ihrem Tode. &lt;br /&gt;
:Wie weit sie die Verbrechen der stalinistischen und anderer sozialistischer Staaten kannte und beurteilte bzw. verurteilte ist mir nicht bekannt. &lt;br /&gt;
:Ihre Autobiografie unter dem Titel „Sonjas Rapport“ erschien erstmalig 1977. Darin schildert sie grundsätzlich, aber unvollständig, ihre Agententätigkeit.&lt;br /&gt;
:Ben Macintyre schrieb eine erschütternde Biografie (2022 Insel Verlag Berlin) &lt;br /&gt;
:„Agent Sonja - Kommunistin, Mutter, Topspionin | Vom unglaublichen, aber wahren Leben der Spionin Ursula Kuczynski (alias Ruth Werner), die den Lauf der Weltgeschichte veränderte“&lt;br /&gt;
:Er schildert aufgrund neuer Informationen den dramatischen und fast selbstmörderischen Lebenslauf. Insbesondere wird diese Spannung zwischen Spionin und Ehefrau mit wechselnden Männern sowie ihren Kindern sehr ausführlich dargestellt, teilweise kann es einem schaudern. &lt;br /&gt;
:Man muss für die in dieser Zeit lebenden, denkenden und handelnden Menschen immer wieder „die Vision“ des Kommunismus bedenken. Mit ihr erklärt sich nicht nur die spätere Machtpolitik des sogenannten sozialistischen Weltsystems, sondern auch von Anfang an die unmenschlichen verbrecherischen Handlungen. :Diese Vision wird heute als Illusion beurteilt, sowohl politisch gesellschaftlich als auch wissenschaftlich philosophisch. &lt;br /&gt;
:Die neue Biografie soll mit ihrem heute in Carwitz lebenden Sohn, Peter Beurton, abgesprochen worden sein. (Beide Biografien stehen in Carwitz-Bibliothek, Kate 1.)&lt;br /&gt;
:Hierzu einige Daten, die das Interesse am Leben von Ruth Werner bis zu ihrer Übersiedlung in die DDR wecken können.&lt;br /&gt;
:Mit ihrem ersten Ehemann, dem deutschen Architekten Rudolf Hamburger, ging sie als 23-Jährige nach Schanghai. &lt;br /&gt;
:Dort wurde, trotz der Weltwirtschaftskrise, zu dieser Zeit stark gebaut. Sie lernte den im deutschen Botschaftsdienst tätigen Richard Sorge kennen und lieben. &lt;br /&gt;
:Er nutzt sie als Informantin und empfiehlt sie der militärischen Aufklärung der Roten Armee. &lt;br /&gt;
:Ursula Hamburger wird von 1933 bis 1934 in Moskau ausgebildet. &lt;br /&gt;
:Für ihre Tätigkeit in China erhielt sie &#039;&#039;&#039;1937 (!)&#039;&#039;&#039; den Rotbannerorden in Moskau. &lt;br /&gt;
:1938 flüchtete Ruth Werner mit ihrem Ehemann in die Schweiz. Dort lernte sie den englischen Spanienkämpfer Len Beurton kennen. &lt;br /&gt;
:Für ihn war es nach seinen Schilderungen Liebe auf den ersten Blick. Sie schilderte es als Pflicht zur Tarnung. &lt;br /&gt;
:Beide wurden dann nach England beordert. In der Schweiz und in England baute sie ein Informationsnetz für Moskau auf. &lt;br /&gt;
:1943 landet sie ihren größten Coup: Sie übermittelt während des Krieges Unterlagen des deutsch-britischen Kernphysiker und sowjetischen Atom-Spions Klaus Fuchs (1911-1988), also das britisch-amerikanische Atomgeheimnis, an die Sowjets. &lt;br /&gt;
:Daher war Stalin nicht überrascht, als er 1945 in Potsdam über die Explosion der ersten Atombombe in Japan informiert wurde.&lt;br /&gt;
:1949 flüchtete das Ehepaar Beurton nach der Enttarnung von Klaus Fuchs in die DDR. &lt;br /&gt;
:Nach zwanzig Jahren unentdeckter Geheimdienstarbeit scheidet sie 1950 auf eigenen Wunsch als Oberst der Roten Armee aus. &lt;br /&gt;
:Sie gilt als eine der erfolgreichsten sowjetischen Kundschafterinnen.&lt;br /&gt;
;16 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie war dann sechs Jahre im Staatsdienst der DDR beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Als Autorin, Ruth Werner, trat sie zunächst mit der Publikation von Kinderbüchern auf. &lt;br /&gt;
:Ihre bekanntesten Bücher sind &amp;quot;Muhme Mele&amp;quot;, &amp;quot;Olga Benario&amp;quot; und &amp;quot;Sonjas Rapport&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Ihr Sohn soll erst 1977 durch ihre Autobiografie „Sonjas Rapport“ von ihrem Doppelleben erfahren haben. &lt;br /&gt;
:Immerhin hatte das GRU die Veröffentlichung genehmigt.&lt;br /&gt;
:Werner Liersch schreibt (15/S.65): „Ruth Werner war eine der spektakulären Personen des 20. Jahrhunderts und sie war von äußerster Bescheidenheit, Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe. Sie war eine kommunistische Idealistin. Die Frauen (Anna Ditzen) verstanden sich.“  &lt;br /&gt;
:In den Wintermonaten wohnt sie anfangs manchmal in einer der beheizbaren Dachmansarden bei Anna im Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Im Sommer hat sie Adressen von Hütten im Dorf.17 In den 70er Jahren bekommt sie von der Stasi vermittelt eine kleine Hütte auf der zum See abfallenden :Wiese hinter dem Fallada-Haus unter den alten Obstbäumen. Sie schreibt in Falladas Garten: „An die hundert Seiten, Sonjas Rapport’ gehören zu seiner Wiese, mit dem Blick auf den Carwitzer See, hundert Seiten auf dem winzigen Rasenfleck vor dem Gemüse- und Blumengarten der Ursula Barthels mit Blick über den Dreetz, der wie ein Bergsee ins Tal gebettet liegt.“ &lt;br /&gt;
:Sie müht sich, dass das Dorf, die Landschaft und der alte Friedhof ihr Gesicht erhalten können.  &lt;br /&gt;
:Die Atheistin Ruth Werner gibt Geld für die Kirche. &lt;br /&gt;
:„Sie (Karl Gossow und Wolfgang Steinitz) retteten gemeinsam mit dem kunst- und naturverständigen Weimarer Architekten Professor Engelberger die liebliche Halbinsel Bohnenwerder vor einer geplanten Bungalowsiedlung.“ &lt;br /&gt;
:Sie erinnert sich an Kurt und Jeane Stern, die nach Carwitz kommen. Sie sind Spanienkämpfer wie Len, und Autoren berühmter Filme wie „Das geteilte Dorf“ und „Stärker als die Nacht“. Sie sind treue und nahe Freunde von Anna Seghers über 50 Jahre. &lt;br /&gt;
:Ruth Werner hinterlässt den bis heute nicht eingelösten Satz: „Sollten nicht auch diese Jahre, diese Namen in die Annalen des Fallada-Hauses mit eingehen?“. &lt;br /&gt;
:Bei der Beisetzung ihrer Urne im Juli 2000 auf dem Friedhof Berlin Baumschulenweg sprach ein Gesandter der Russischen Föderation als Trauerredner. &lt;br /&gt;
:Sie war Oberst der Roten Armee.&lt;br /&gt;
:In Carwitz, wurde seit 2010 die Erinnerung an sie mit einer Ausstellung von einem Verein unter Ingrid Becker wachgehalten. Er löste sich 2023 auf. &lt;br /&gt;
:Die in Neustrelitz ansässige Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt unterstützt die Digitalisierung der vorhandenen Materialien. Darin geht es um das Weltbild Ruth Werners, ihre Tätigkeit im Nachrichtendienst, ihr Leben in der BRD, DDR und im vereinten Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==12.    Bankräuberpaar lebte unauffällig==&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Berliner Zeitung 2. März 2013 &amp;quot;Das Doppelleben der Postbank-Räuber M. Wittge O. Kröning&amp;quot;:  &lt;br /&gt;
:Die Brüder Frank und Ralf L. überfielen insgesamt 18 Postbanken. Ihr Motiv: Spiel- und Drogensucht.&lt;br /&gt;
:Im Sommer, wenn die Urlauber kamen, florierte ihr Landgasthof in Mecklenburg. Dann führten Frank (52) und Ralf L. (49) ein braves Wirts-Leben. &lt;br /&gt;
:Im Winter zog es die Brüder oft in ihre alte Heimat, nach Berlin. Dann überfielen sie Banken, verspielten das Geld, nahmen Drogen. &lt;br /&gt;
:Beim 19. Überfall war das SEK schneller am Bankschalter als die Postbank-Räuber!&lt;br /&gt;
:Der Pastor-Niemöller-Platz in Niederschönhausen, gegen 18.40 Uhr: Die Postbankfiliale hat bereits seit 40 Minuten geschlossen. Die Angestellten und der Filialleiter sind noch in der Bank, erledigen vor dem Feierabend noch letzte Büroarbeiten, bevor sie durch den Hintereingang nach Hause verschwinden wollen. Dort lauern die beiden Bankräuber, bewaffnet mit Messer und Pistole. Mit Fahrrädern waren die Brüder zu der Pankower Bank geradelt. &lt;br /&gt;
:Was Frank und Ralf L. nicht ahnen. Auch sie werden beobachtet, von Zivilpolizisten, und das schon seit zwei Monaten. &lt;br /&gt;
:Fünf Minuten später folgt der Zugriff: SEK-Beamte stürmen aus ihren Verstecken, überwältigen die völlig überraschten Täter und bringen sie zum Landeskriminalamt. &lt;br /&gt;
:„Bei der Vernehmung gestanden die Brüder, insgesamt 15 Banküberfälle in Berlin und drei im Land Brandenburg verübt zu haben“. Von dem Geld soll nach ihren Aussagen nichts mehr übrig sein. Sie sollen es bei Sportwetten verspielt und in Kokain investiert haben. &lt;br /&gt;
:Teilweise zeigten Frank und Ralf L. bei den Überfällen außergewöhnlichen Erfindungsreichtum: So verkleideten sich die Brüder bei einem Bankraub im Januar 2010 in Neukölln zur Tarnung als Reinigungskräfte, die von der Rückseite des Gebäudes rote Farbschmierereien entfernen wollten. &lt;br /&gt;
:Sie hatten das Gebäude selbst mit Farbe beschmiert. Bei einem Überfall im Dezember an der Oranienburger Straße verkleidete sich das Räuber-Duo als Handwerker, klingelte an der Postbank. &lt;br /&gt;
:Die Eltern von Frank und Ralf L., die den Söhnen bei der Bewirtschaftung des Gasthofes in der Feldberger Seenlandschaft halfen, können noch gar nicht glauben, dass ihre Söhne gefährliche Serienbankräuber sein sollen. „Ich habe davon nichts geahnt“, sagt die Mutter. „Es ist so furchtbar, sie sind Freitag nach Berlin gefahren.“ Ralf L. hatte am Abend angerufen. „Er sagte uns, dass sie bei der Polizei sind und wir uns keine Sorgen machen müssten“, erzählt der Vater. „Er meinte noch, dass alles gut werden würde.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seitdem ist „Der Krog“ als Gaststätte geschlossen. Gelegentlich gibt es Ausstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==13. Infrastruktur, Elektrizität, Wasser, Abwasser==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Elektrifiziert wurde Carwitz ca. 1902/03 nach der Erzählung von Paul Utnehmer (Frau Christa Schönfeld). Einige Straßenlampen gab es auch schon vor dem zweiten Weltkrieg. Sie wurden per Handschalter an einem Lampenmast gegenüber dem Friedhof bei Einbruch der Dunkelheit eingeschaltet und 23 Uhr ausgeschaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Stadtvertretung der Stadt Feldberg beschloss in ihrer Sitzung am 22.4.1999 eine Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“&lt;br /&gt;
:Darin heißt es u. a. (auszugsweise): &lt;br /&gt;
:„Im nachfolgend näher bezeichneten Gebiet liegen städtebauliche Missstände vor. Das insgesamt ca. 20 ha umfassende Gebiet (...) erhält die Bezeichnung Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 44.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD44 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Sanierungsgebiet umfasst alle Grundstücke (...) innerhalb der im Lageplan (...) durch eine schwarz gestrichelte Linie gekennzeichneten (...) abgegrenzten Fläche.&lt;br /&gt;
:Es können sowohl städtische Maßnahmen im Bereich Hoch- und Tiefbau, als auch private Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden durch Ausreichung eines Zuschusses oder Darlehns gefördert werden.“&lt;br /&gt;
:Die intensive Sanierung von Carwitz erfolgte einschließlich der vorausgehenden Maßnahmen von 1992-2007. Aber ab Anfang der 80er Jahre versorgte bereits eine zentrale Wasserleitung von einem Wasserwerk oberhalb des „Schappwaschs“ (Schafwäsche) am Dreetz alle Gehöfte und Ferienhäuser. Die Einzelbrunnen wurden verfüllt oder nicht mehr gepflegt.&lt;br /&gt;
:Eine allgemeine Abwasseranlage mit Anschlusspflicht für alle Bewohner wurde 1997/99 gebaut. Bis dahin wurden die Klärkammern jedes Gehöftes und der Ferienhäuser für Schmutzwasser regelmäßig von Spezialautos abgepumpt und zentral entsorgt. Dazu gibt es die Berichte, dass aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit die Entsorgungsfahrzeuge ihren Abwasserschlamm in Seen oder im Wald abkippten.&lt;br /&gt;
:Damals war Lutz Teichfischer Bürgermeister von Feldberg. Für Interessenten liegt in Kate 1 ein Heft von 60 Seiten: “CARWITZ Abschlussdokumentation der Sanierung“. Die Gesamtkosten betrugen 2.894.920 €, davon entfielen 1.340.880 € auf die Dorfstraße, die Wege und Plätze, sowie 210.980 € auf die Modernisierung und Instandsetzung von privaten Gebäuden. &lt;br /&gt;
:Ich erinnere mich, dass aus historischen Gründen die Dorfstraße mit Kopfsteinpflastern von Spezialkräften aus Portugal durchgeführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 45.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD45 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 47a.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD46 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 48.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD47 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+5&#039;&#039;&#039; Blicke auf Carwitz beim Rundflug 2008 (Wer hat die Bildrechte?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==14. Dorfkirche, Pfarrhof, Friedhöfe==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Mittelalter war Carwitz selbstständige Pfarre des Bistums Brandenburg. &lt;br /&gt;
:1534 gehörten dazu die Kapellen in Feldberg, Laeven und Hinrichshagen (Lüttenhagen). &lt;br /&gt;
:Im 30-jährigen Krieg ging die Pfarre ein und die Parochie wurde von Triepkendorf aus verwaltet. &lt;br /&gt;
:1706 entstand am Anger die Dorfkirche als rechteckiger Fachwerkbau mit einem freistehenden Glockenturm vor dem Westgiebel.&lt;br /&gt;
;18&lt;br /&gt;
:1740 wurde Carwitz wieder Pfarrsitz. Eingepfarrt wurden dorthin Feldberg, Conow, Weitendorf, Wittenhagen, Försterei Laeven und Neuhof. &lt;br /&gt;
:Der „Küstersteig“ zweigt von der Bahnhofstrasse in Feldberg ab und führt entlang der Wiesen zum Schmalen Luzin, er war also der Weg, auf dem Pfarrer und Küster aus Carwitz nach Feldberg zum Gottesdienst gingen und zurück. &lt;br /&gt;
:Seit 1815 war Feldberg „Flecken“ und erhielt erst 1919 das Stadtrecht. &lt;br /&gt;
:1857 wurde die Pfarre trotz stärkster Proteste der Carwitzer nach Feldberg gelegt, dafür durften im Gegensatz zu den anderen Dörfern die Carwitzer weiterhin ihre Kinder in ihrer eigenen Kirche konfirmieren. &lt;br /&gt;
:Auf dem uralten Kirchhof befindet sich ein offener Glockenstuhl mit zwei Gussstahlglocken. Diese wurden in Bochum gegossen und kamen um 1920 nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Die vorherigen beiden Bronzeglocken mussten während des ersten Weltkrieges für die Verarbeitung zu Munition abgeliefert werden. &lt;br /&gt;
:Bei diesen Bronzeglocken handelte es sich um eine kleinere mittelalterliche Glocke und eine große Glocke von 1859, welche ein Geschenk des Großherzogs Georg war.&lt;br /&gt;
:Dem ursprünglichen Friedhof an der Kirche folgte im 19. Jahrhundert der heute aufgelassene Friedhof mit dem Fallada-Gedenk-Grab. &lt;br /&gt;
:Im 2. Weltkrieg wurde dort noch beerdigt, siehe Grab eines russischen Hilfsarbeiters in der rechten Ecke zum Luzin. &lt;br /&gt;
:Der heutige Friedhof am Kreisel wurde nach dem 2. Weltkrieg eingerichtet. &lt;br /&gt;
:Er ist aus Gründen mangelnden Unterhalts heute nicht mehr allgemein belegbar, außer vorgemerkt mit jährlichen Gebühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 49.jpg|800px|zentriert|thumb| CD49]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 50.jpg|800px|zentriert|thumb| CD50 vor 1906]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 51.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD51 Die jetzige Kirche ist ein rechteckiger Fachwerkbau, eingeweiht 1706. Der hölzerne Westturm mit Spitzhelm wurde 1912 wegen Baufälligkeit abgerissen.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD52 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52a.jpg|800px|zentriert|thumb| CD53 Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut.  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Innern der rechteckigen Saalkirche befinden sich an drei Seiten Emporen. Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut. &lt;br /&gt;
:Die beiden Altarflügel (um 1500) zeigen rechts oben Maria und Sankt Elisabeth, unten Sankt Matthias und Sankt Bartholomäus. &lt;br /&gt;
:Auf dem linken Flügel sind oben Sankt Jakobus und Sankt Andreas, unten Sankt Agnes und Sankt Petrus dargestellt. &lt;br /&gt;
:Die beiden auf den Flügeln stehenden Schnitzfiguren zeigen Maria mit dem Christuskind (links) und Sankt Johannes (rechts) sowie auf den Rückseiten eine Verkündigungsszene. &lt;br /&gt;
:Die dritte Schnitzfigur im Altarraum an der Wand links stellt Sankt Valentin dar und stammt ebenso wie das Kruzifix aus der Zeit um 1500.&lt;br /&gt;
;Erna Morach, Christa Schönfeld  und Otto Schulz erzählten: &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg bekam der Pfarrer jedes Jahr den „Obsterwangs“ (von ihr so ausgesprochen). Das war der große  Kirchenzehnte, ein Rest der Feudalsteuer. &lt;br /&gt;
:Die Bauern gaben ihm 10 Zentner Roggen oder mehr, die sie gleich in die Mühle nach Feldberg bringen mussten. &lt;br /&gt;
:Der Pastor bekam dann nur das Geld für den an den Müller verkauften Roggen. Wurst, Eier kamen noch hinzu. &lt;br /&gt;
:Die Namen der Pastoren sind ihnen nicht mehr erinnerlich. &lt;br /&gt;
:Noch in den 20er und 30er Jahren sammelte „de Glöckner“ Wilhelm Schmidt den Kirchenzehnten in Naturalien zu Ostern ein.&lt;br /&gt;
:In ihrer Kindheit läutete der Glöckner, Herr Schmidt, die kleine Kirchenglocke 3x täglich: bim-bim-bim Sommer 7:00 (Winter 8:00), 12:00, Sommer 18:00 (Winter 16:00).  &lt;br /&gt;
:Am Sonntag wurde von ihm die große Glocke 10:00 geläutet und wenn der Pfarrer kam, wurde auch die 2. große Glocke geläutet. &lt;br /&gt;
:Der Glöckner „trampelte“ dann auf den Blasebälgen der Orgel die Luft in die Pfeifen, die vom Lehrer gespielt wurden. &lt;br /&gt;
:„Wir Kinder sangen dazu“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Reste des alten Pfarrhofs an der Bushaltestelle wurden erst 1974 im Auftrag der Kirche vom Bauunternehmer Börner aus Feldberg abgerissen und in den Modder-Mücken-Teich am Hügel 16 vor unseren Katen 2/3 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Beim Umbau 1978 / 2000 wurde im Zuge der Dorfsanierung auch die Kirchhofsmauer aufwendig umgebaut. Das geschah in der jahrhundertealten Fertigungstechnik als sogenannte Trockenfeldsteinmauer. &lt;br /&gt;
:Trockenmauern bieten in ihren vielen Ritzen und Hohlräumen ein spezielles Kleinklima und wertvolle Ersatzlebensräume für Reptilien und Insekten. &lt;br /&gt;
:Durch Samenflug siedeln sich außerdem auf den Steinen und zwischen den Fugen vielfältige Arten von Moosen, Flechten und Pflanzen an, die zur Stabilität dieses Naturdenkmals entscheidend beitragen. &lt;br /&gt;
:Wegen der besonderen Sensibilität ihre Beschaffenheit ist eine derartige Mauer nicht geeignet, zu erklettern, zu begehen oder zu “besetzen“. Diese Mauer des Kirchenhofs sollte geschützt und damit erhalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+6&#039;&#039;&#039; sanierte Kirche Carwitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 54.jpg|630px|links|thumb| CD54 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 55.jpg|420px|rechts|thumb| CD55 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 56.jpg|550px|links|thumb| CD56 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 57.jpg|500px|rechts|thumb| CD57 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 58.jpg|800px|zentriert|thumb| CD58  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 59.jpg|800px|zentriert|thumb| CD59 2004/2005 wurden die Grundmauern und der Keller des Pfarrhofs wieder freigelegt. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==15. Mühle: „flügellos“==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 60.jpg|800px|zentriert|thumb| CD60 Die Holländer Mühle brannte am 07.03.1892 ab. Sie wurde danach wieder aufgebaut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 61.jpg|800px|zentriert|thumb| CD61 Carwitzer Windmühle ca. 1900 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+7&#039;&#039;&#039; Vor 1906 ??&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto Schulz erzählte sinngemäß: &lt;br /&gt;
:Letzter Mühlenbesitzer war Otto Schmidt. Nach der Kollektivierung wurde die Mühle der LPG unterstellt. Zum Schluss wurde mit elektrisch betriebenem Mahlwerk nur noch Futter für Schweine und Rinder der LPG (Tierproduktion) Dolgen geschrotet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 62.jpg|800px|zentriert|thumb| CD62 2009]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
      &lt;br /&gt;
:Seit 1998 bemüht sich der örtliche Mühlenverein um die Sanierung. Die Plattform war zeitweise wieder begehbar. So wurde sie vom Kunstladen Thomsdorf zeitweise auch als Verkaufsstelle genutzt. Die Mühlenflügel ohne Funktion würden Zehntausende € kosten. So oder so ist sie ein weithin sichtbarer Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 63.jpg|800px|zentriert|thumb| CD63 ca. 1970  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+8&#039;&#039;&#039; ? Ca 1970&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==16.    Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Nach dem Kriege wurde die aus Ostpreußen geflüchtete Schwester Selma Wehrmeister als 1. Gemeindeschwester in Carwitz sesshaft. &lt;br /&gt;
:Sie war sehr beliebt, da sie fachlich sehr gut war, energisch und vor allem immer sofort da war, wenn sie gerufen wurde. &lt;br /&gt;
:Sie war auch oft als Hebamme tätig, denn damals gab es bis Mitte der 50er Jahre nur Hausentbindungen. &lt;br /&gt;
:Sie wohnte bei Dreiseidel im jetzigen Haus von Familie Teifel und hatte ihre Gemeindeschwesternstube in der damaligen Schule (Fr. Deuß, Dorfstraße 74). :Dort wurde auch bis 1990 ein- bis zweimal die Woche Sprechstunde eines Feldberger Arztes abgehalten. &lt;br /&gt;
:Schwester Selma war nicht nur Gemeindeschwester für Carwitz, sondern auch für Laeven und für Wittenhagen bis 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==17.Bäckerei und Kaufmannsladen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, Erna Morach und Güldners erinnern sich: Bäckermeister Hermann Schulz gab altersbedingt Anfang der 60er Jahre die Bäckerei in Carwitz auf. &lt;br /&gt;
:Er war selbständiger Bäcker und Konditor. Das ehemalige Backhaus mit dem erhaltenen großen Backofen ist jetzt ein Ferienhaus auf dem Grundstück Dorfstr. ?19 Bäcker Schulz buk frühmorgens das Brot, die Brötchen und die Kuchen. &lt;br /&gt;
:Dann zog er ein- bis zweimal in der Woche mit dem Pferdewagen über die Nachbardörfer zum Verkauf.  &lt;br /&gt;
:Viele Dörfler buken damals ihr Brot noch selbst.&lt;br /&gt;
:So ist der Erdhügel gegenüber unserem Eingangstor in Carwitz der Rest des ehemaligen Backofens der Familie Schönfeld. &lt;br /&gt;
:Es wurde auch noch selbst gebuttert. Die Maibutter war die beste, da die Kühe jetzt wieder das frische Gras fressen konnten20. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben und trugen sie nach Hause. &lt;br /&gt;
:Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.  &lt;br /&gt;
:Ein Lebensmittelladen des Konsums wurde 1952, nach dem Weggang des Krögers Paul Utnehmer, in der Gaststätte links hinter dem Eingang eingerichtet. Später wurde für den Laden eine Baracke anstelle der abgerissenen Scheune links neben dem Krog gebaut. &lt;br /&gt;
:Und noch später wurde ein eigener Laden daneben gebaut, in dem es alles „für den täglichen Bedarf“ gab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur paradoxen völlig verfahrenen, weil ideologisch dogmatisch bestimmten Preispolitik der DDR einige Beispiele: &lt;br /&gt;
:Ich erlebte, wie eine Carwitzer Einwohnerin „das Übliche“ - zehn große Brote kaufte, die sie in einen dreckigen Sack warf. &lt;br /&gt;
:Die Verkäuferin klärt mich dann auf: Diese Brote sind nicht für die Gäste, sondern für die Hühner und Schweine bestimmt. &lt;br /&gt;
:Brot wird subventioniert, reines Korn, also das Futter für die Schweine ist viel teurer im Einkauf. &lt;br /&gt;
:LPG-Bäuerinnen hatten kein eigenes Korn mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Frische Lebensmittel wurden zur DDR-Zeit staatlich zu überhöhten Preisen aufgekauft, um sie in Westberlin frisch verkaufen zu können. Dazu gehörten zum Beispiel Spargel, Erdbeeren und auch Eier. Ein Teil dieser Waren kam aber auch in unseren Konsum zum Verkauf zurück und konnte nun für den persönlichen Bedarf in kleiner Menge zurückgekauft werden. Der Rückkauf war zum Teil nur die Hälfte vom vorher erfolgten Verkaufspreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Konsum wurde 1990 bald nach dem Umbruch und nach Klärung der Eigentumsverhältnisse abgerissen. Ein Doppelhaus steht jetzt dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==18. Fischerei==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erinnert sich: Herr Hagen holte sich nach dem Kriege die Fische vom Fischer Haase. &lt;br /&gt;
:Er (Herr Hagen) wohnte im letzten Haus links am Weg nach Hullerbusch, Dorfstr. 67. &lt;br /&gt;
:Der Fischer wohnte im ersten Haus an der breiten Bucht. Hagen fuhr die Fische, anfangs mit dem Fahrrad, später mit seinem Pferdewagen zum Verkauf über die benachbarten Dörfer. Später übernahm sein Sohn Ernst Hagen dieselbe Tätigkeit von seinem Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„In Carwitz produzierte die Binnenfischerei 60 t Forellen.“&lt;br /&gt;
;21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Seenlandschaft wurde durch die wirtschaftliche Entwicklung massiv belastet: Abwasser der Molkerei in Feldberg, ungenügende Abwasserklärung der Stadt Feldberg und der umliegenden Dörfer, Mosterei in Carwitz, chem. Pflanzenschutzmittel und Düngung insbesondere mit Flugzeugen. &lt;br /&gt;
:Die Problematik wurde in den 70er und 80er Jahren wohl erkannt, aber die entgegenwirkenden Maßnahmen konnten aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten und ideologischer Schranken nur halbherzig sein.&lt;br /&gt;
:Erfreulich, dass sich nach der Wende in den 90er Jahren vieles veränderte. Die sich von Jahr zu Jahr verbessernden Seen haben fast alte Klarheit zurückgewonnen.&lt;br /&gt;
;22 &lt;br /&gt;
;Gleiche Autoren berichten: „Es wäre schon vorgekommen, dass die Fischer Bleie (Brachsen, Brassen) von 60 bis 80 cm mit 6-7 kg gefangen hätten“. (18 / S.29 u. 266)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fischermeister Bruno Haase erzählte, dass zu dieser Zeit von ihm im Carwitzer See, im Zansen und im Dreetz immerhin pro Jahr noch eine Tonne amerikanischer Flusskrebse gefangen wurde. &lt;br /&gt;
:1959 erreichte der Bisam die Feldberger Gewässer, jedenfalls gibt es aus dieser Zeit erste verlässliche Berichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==19. Schmiede==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Es gab bis in die Nachkriegsjahre 2 Schmieden. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+9&#039;&#039;&#039;  1. vom Kreisel kommend das erste Haus links, Dorftsr. 5, daneben das kleinere Haus war die ehemalige Schmiede gewesen. &lt;br /&gt;
:2. gegenüber dem alten Friedhof, Dorfstr. 40, die Schmiede von Friedrich Rechlin, die später von Kavemann übernommen wurde.&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+10&#039;&#039;&#039;  Standort Schmiede am Friedhof ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==20. Verkehr==&lt;br /&gt;
:1789, so wird berichtet, erreichte die Post zweimal in der Woche Feldberg. &lt;br /&gt;
:Die „Fahrpost“ von Neustrelitz (durch den Serrahner Forst) über Goldenbaum, Grünow, Dolgen, Weitendorf (alte Poststraße) nach Feldberg existierte von 1821 bis zum 21. 12. 1910. An diesem Tag erreichte die Eisenbahn, die „Friedrich-Wilhelm-Bahn“, das erste Mal öffentlich Feldberg. &lt;br /&gt;
:„Erst 1875 konnte der wichtige Straßenanschluss Feldbergs an die Chaussee Neustrelitz-Woldegk bei Möllenbeck fertiggestellt werden.“ (18)&lt;br /&gt;
:Die letzte Sonderfahrt der Bahn war am 21.Dezember 2000 zum 90-jährigen Streckenjubiläum. &lt;br /&gt;
:Der Personennahverkehr war bereits zum 27. Mai 2000 abgestellt worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu Fuß oder mit der Pferde-Kutsche ging es von Carwitz nach Feldberg zum Amt oder zum Bahnhof. &lt;br /&gt;
:Die Feldberger Seenkette bildete eine Barriere von Lichtenberg bis Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:So soll Blücher mit seiner Armee entlang dem Nordufer des Breiten Luzin 1806 vor den Franzosen geflohen sein. Der Erddamm durch den Schmalen Luzin wurde erst 1847 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 64 c.jpg|800px|zentriert|thumb| CD64 An der Bäk-Brücke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Brücke über „de Bäk“ in Carwitz hatte nur Bedeutung für die Verbindung zwischen Wittenhagen und Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Schulbus fuhr bald nach Schließung der Dorfschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 65.jpg|530px|links|thumb| CD65 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 66.jpg|500px|rechts|thumb| CD66 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Die ersten Autobesitzer vor dem 2. Weltkrieg waren Hans Fallada, Kratochwil und der Müller Schmidt. &lt;br /&gt;
:Fallada hatte vorher eine Pferdekutsche. Mit ihr hatte er seine Probleme, wie er in „Heute bei uns zu Haus“ lebhaft schildert. &lt;br /&gt;
:Der Teil der Dorfstraße vom Krog bis zum Kirchhof wurde ca. 1928/29 gepflastert. &lt;br /&gt;
:Die Straße von Feldberg und die gesamte Dorfstraße wurde erst Anfang der 70er Jahre befestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 67a.jpg|thumb|600px|center|DC67 Dorfstraße vor der Sanierung, rechts das Haus von Otto Schulz vor der Bäk. Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 68.jpg|thumb|600px|center|DC68 Dorfstraße nach der Sanierung - Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+12&#039;&#039;&#039; Auch die Zufahrt von Feldberg/Neuhof wurde komplett neu asphaltiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 69.jpg|thumb|600px|center|DC69 Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
:Eine alte unbefestigte Fahrstraße führte durch den Wald von Wokuhl über Hasselförde, Triepkendorf, Laeven. &lt;br /&gt;
:Sie ist auch heute noch befahrbar und war nach dem katastrophalen Wintereinbruch 1978/79 für einige Tage die einzig befahrbare Straße von Neustrelitz nach Carwitz und Feldberg. &lt;br /&gt;
:Möllenbeck - Feldberg war wegen Schneeverwehungen unpassierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==21. Wald und Naturschutz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+13&#039;&#039;&#039; Von 1972 bis 2001 war Klaus Borrmann Leiter des Forstamt Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Er hat mehr als 200 kleinere und größere Abhandlungen, Aufsätze in Fachzeitschriften und Heimatbroschüren zur Natur und Geschichte der Feldberger Region veröffentlicht. In der zweibändigen Darstellung Mecklenburg-Strelitz – Geschichte einer Region (2000 und 2002) hat er die rund 300-jährige Forst- und Jagdgeschichte des Großherzogtums dargestellt.  Und in „Lüttenhäger Oberförster“ 2001 würdigt er seine Amtsvorgänger und verbeugt sich vor ihren Leistungen für die Wälder der Feldberger Seenlandschaft. Borrmann ist auch Vater des 1999 eröffneten Lüttenhagener Waldmuseums „Lütt Holthus“, das vor allem jungen Besuchern „Natur zum Anfassen“ bietet.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Der ursprüngliche Wald war vor 1000 Jahren ein Buchen-Eichen-Mischwald. &lt;br /&gt;
:Darin eingestreut lagen die, durch friedliche Einwanderung in den Jahrhunderten nach der Völkerwanderung entstandenen, slawischen Rund-Dörfer. &lt;br /&gt;
:Mit der Osterweiterung des Deutschen Kaiserreiches kamen später deutsche Siedler dazu. Es wurden Reihen-Dörfer gegründet. &lt;br /&gt;
:Jede Familie hatte im Mittelalter eine Hufe Land von ca. 7-8 ha mit Nutzung der Allmende, des Allgemein-Eigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der 30-jährige Krieg ließ auch in der Feldberger Seenlandschaft ein fast menschenleeres Land zurück. Viele Dörfer waren wüst, so Hanau am Schmalen Luzin vor dem Hullerbusch und Krüselin. Viele Dörfer wurden im wahrsten Sinne dezimiert. &lt;br /&gt;
:Der Wald drang in wenigen Jahrzehnten auf diesen Flächen vor. Das Land erholte sich nur sehr langsam. &lt;br /&gt;
:Nach 1700 beschleunigte sich die wirtschaftliche Entwicklung. &lt;br /&gt;
:Der enorme Holzbedarf der Glashütten, Köhlereien, Teeröfen, -schwelereien und die Bautätigkeit entwaldete erneut die Region. &lt;br /&gt;
:Gegenmaßnahme waren seit Ende des 18. und im 19. Jahrhundert gezielte, organisierte Aufforstungen insbesondere mit Kiefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Anweisung des Herzogs Adolf Friedrich im Jahre 1783 an den Förster Schwarz  in Carwitz zur sparsamen Holzverwendung (1/S.35 ): &lt;br /&gt;
:„Wann wir gnädigst resolviret, dass von nun an alles Klafter-Holz ohne Ausnahme in jeder unserer Forsten, es sey zum Behuf der Glashütten, zur Köhlerei, Ziegeleien, Kalköfen, zur häuslichen Feuerung oder Deputat-Brennholze, wie auch alles Pfahlholz ohne alle Einwendung und Wiederrede, nicht wie bisher geschehen mit der Axt, sondern mit der Säge gekürzt werden soll, außer das sogenannte Wadelholz, auch Zweig- oder Zopfholz, welches noch keinen Fuß im Durchschnitt hat, als welches mit der Axt klein zu machen frei bleibt.“ Damit sollte der Holzverlust verringert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der ranghöchste Forstmann aller Zeiten zwischen Neustrelitz und Feldberg hatte seinen Sitz zwischen 1786 und 1816 auf dem Forsthof in Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Oberforstmeister Christoph Ernst von Kamptz“ s. (1/S.171ff) &lt;br /&gt;
:Nach seinem Tod kam der Wald zwischen Carwitz und Triepkendorf zur Försterei Mechow. &lt;br /&gt;
:Auch die Stelle des Oberforstmeisters wurde dann 1932 aufgelöst. &lt;br /&gt;
:Der letzte Förster, Walter Kruse, wurde nach Strasen versetzt. Das Haus übernahm Malermeister Tock und nach seinem Tod in den 70er Jahren Fischer Götz. :Für Carwitz verblieb nur der Hullerbusch und der Conower Werder, was für einen Holzwärter reichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Neben der geschichtlichen Entwicklung des Feudalismus ist sicher auch die Randlage von Carwitz entscheidend für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Naturschutzgebiet Hauptmannsberg umfasst 43 Hektar  des markanten Ausschnitts einer Endmoräne der letzten Eiszeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Hauptmannsberg, 120 Meter hoch, ist eine Satzendmoräne. &lt;br /&gt;
:Nach Abtauen des Eises blieben die noch heute sichtbaren Findlinge zurück. Bronzezeitliche Hügelgräber belegen auch hier eine frühe menschliche Besiedlung. Das im 13. Jahrhundert gegründete Hanow, später Hanau, wurde im 15. Jahrhundert aufgegeben und die Flächen anschließend von Carwitzer Bauern genutzt. &lt;br /&gt;
:Auf einer Karte von Tilemann Stella aus dem Jahr 1578 sind die Flächen waldfrei verzeichnet. &lt;br /&gt;
:Bereits im 18. Jahrhundert wurden steile und unwegsame Flächen aufgegeben und bewaldet. &lt;br /&gt;
:Die anderen Flächen wurden abwechselnd als Wiese und Acker genutzt. &lt;br /&gt;
:Die landwirtschaftliche Nutzung wurde im Jahr 1971 vollständig aufgegeben. Erst seit 1992 erfolgt wieder eine regelmäßige Beweidung. &lt;br /&gt;
:In den steilen Hangbereichen am Ufer des Zansen wachsen jetzt Wälder mit Hainbuche, Rotbuche und Eiche, eingestreut findet sich Haselnuss. &lt;br /&gt;
:Nach der Nutzungsaufgabe Mitte des 20. Jahrhunderts konnten sich Besenginster, Brombeere und Schlehe ausbreiten. &lt;br /&gt;
:Die offen gehaltenen Bereiche bedecken artenarme Rotstraußgrasfluren und Grasnelken-Schwingelrasen. &lt;br /&gt;
:Nur noch in kleinen Flächen sind die an basenreiche Standorte gebundenen Pflanzengesellschaften mit Steppenlieschgras und Glatthafer zu finden. &lt;br /&gt;
:Zahlreiche wärmeliebende Zikaden- und Heuschreckenarten besiedeln das Gebiet, darunter der Kleine Heidegrashüpfer und die Zweifarbige Beißschrecke. &lt;br /&gt;
:Die Brutvogelwelt hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Veränderung der Flächen gewandelt. &lt;br /&gt;
:Es sind heute vorrangig hecken- und waldbewohnende Arten anzutreffen, wie Sperbergrasmücke, Neuntöter, Sprosser und Wendehals. &lt;br /&gt;
:Rechtlich besteht das Schutzgebiet seit dem 20. März 1957. Es grenzt an das nördlich und westlich liegende Naturschutzgebiet Hullerbusch und Schmaler Luzin. Es ist nach EU-Recht als FFH-Gebiet23 und Vogelschutzgebiet eingestuft. &lt;br /&gt;
:Der ursprünglich beabsichtigte Schutz des Offenlandes mit beweideten Trockenrasen hat sich durch Wiederansiedlung von Gehölzen geändert. &lt;br /&gt;
:Auch der später wieder geförderte Verbiss durch die Schafbeweidung und maschinelle Pflegemaßnahmen können dies nicht ändern. &lt;br /&gt;
:Der durchziehende Wanderweg entlang am Zansen ist mit seinen Aussichten auf die Seen ein touristisches Hauptziel. &lt;br /&gt;
:Aber die „Aussichtsmöglichkeiten“ haben sich durch den kompromisslosen Naturschutz massiv vermindert. &lt;br /&gt;
:So verhindert der Baumbewuchs des Hauptmannsberg die Rundumsicht auf die  Seen: Schmaler Luzin, Dreetz, Falladabucht, Carwitzer See, Zansen. &lt;br /&gt;
:Es ist nur noch ein eingeschränkter Blick auf den Carwitzer See übriggeblieben. &lt;br /&gt;
:Diese Entwicklung wirft immer wieder die Frage nach der Zielstellung des Naturschutzes auf. &lt;br /&gt;
:Soll es so bleiben, wie es im Moment ist, oder soll es wieder werden wie vor 50 Jahren, wie vor 200, 1.000 oder 10.000 Jahren? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+14&#039;&#039;&#039; In den „Heiligen Hallen“ sind nach einem Sturm die gestürzten Buchen nicht von den Wegen geräumt worden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 70.jpg|thumb|600px|center|DC70 So sieht es heute mit dem „Naturschutz“ aus. Vor ihm gab es dort keinen Wald Foto B. Krause 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die mit dem Naturschutz, der modernen Landwirtschaft und den veränderten Besitzverhältnissen verursachten Veränderungen in der Tierwelt bedürften einer besonderen Darstellung.  &lt;br /&gt;
:Es geht dabei nicht um die Neuansiedlung von Wölfen, sondern um die grundsätzlich veränderten Lebensbedingungen für die Kleintierwelt. &lt;br /&gt;
:Der Waschbär hat enormen Schaden verursacht, insbesondere in der Vogelwelt. &lt;br /&gt;
:In den siebziger Jahren gab es noch Fasane, Haubentaucher, Schellenten, Pirole in der unmittelbaren Umgebung von Carwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==22. Kiesabbau Carwitz - Thomsdorf verhindert – Findlingsgarten gegründet==&lt;br /&gt;
:(zusammengefasst nach informativen Gesprächen mit Gudrun Kunze, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch versuchte in den neunziger Jahren ein Bauunternehmen das Recht auf Kiesabbau im Bereich Carwitz/Thomsdorf westlich und südlich zwischen Schmalen Luzin, Dreetz und Krüselinsee zu erwerben. Es betraf 127 Hektar in Mecklenburg-Strelitz und 87 Hektar in der Brandenburgischen Uckermark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 71.jpg|thumb|600px|center|DC71 Das Kiesabbaugebiet ist schwarz markiert]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Als das bekannt wurde, kam es im März 1996 zur Bildung eines länderübergreifenden Vereins “Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau“. &lt;br /&gt;
:Die 60 Gründungsmitglieder regten die Diskussion in den zuständigen Gemeinden und Kreistagen zur Verhinderung dieses massiven Eingriffes in das Landschafts- und Naturschutzgebiet der Feldberger Seenlandschaft an. Es kam zu 15.000 Unterschriften. &lt;br /&gt;
:Die Vereinsmitglieder steckten den Kopf nicht in den Sand des geplanten Kiesabbaus. &lt;br /&gt;
:Im Rahmen dieser Bürgerinitiative wurde zunächst der Weg von Carwitz nach Mechow wiederbelebt und mit Birken bepflanzt. Mit Spenden und Fördermitteln erwarb der Verein 2002 ein Grundstück auf dem Kiesfeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 72.jpg|thumb|600px|center|DC72 Der Findlingsgarten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der NABU des Kreises Mecklenburg-Strelitz mit seinem damaligen Vorsitzenden Erwin Hemke hatte dann die Idee zu einem Findlingsgarten mit Heidelandschaft. &lt;br /&gt;
:Im September 2002 wurde zu dessen Einweihung ein fast 20 t wiegender Granitstein, ein Findling aus der Eiszeit, in Anwesenheit des damaligen Umweltministers Dr. Wolfgang Methling (PDS) von Mecklenburg-Vorpommern an den Ortsrand von Carwitz neben den genannten Weg gebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 73.jpg|thumb|600px|links|DC73 Der Hüter  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 74.jpg|thumb|800px|rechts|DC74  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Er wurde auf den Namen „Der Hüter“ getauft, denn er soll und wird das Landschaftsschutzgebiet bewachen. Weitere Findlingssteine formen den Umriss eines Mammuts nach. &lt;br /&gt;
:Texte informieren über die skandinavischen Herkunftsorte der 168 Findlinge aus einem Umkreis von ca 30 km.&lt;br /&gt;
:2005 konnte dann eine unabhängige Gruppe privater Personen das Bergrecht für den Kiesabbau kaufen. &lt;br /&gt;
:Damit war der Abbau von Kies auf Dauer verhindert. 2017 kam es zur Verschmelzung der Vereine: „Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen Kiesabbau und Deponien“ und „Eiszeit- und Naturerlebnis Wittenhagen e.V.“ zum „Feldberger Eiszeit- und Naturerlebnis e.V.“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==23. Gedanken zum Schluss==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Man kann erfahren, wie bekannt Carwitz ist, wenn man irgendwo in Deutschland auf dieses Dörfchen zu sprechen kommt. Die wirtschaftliche und kulturelle Zukunft von Carwitz liegt heute einzig und allein im Tourismus und für Feldberg auch im Kurbetrieb. &lt;br /&gt;
:Einzigartig ist aber nicht nur Carwitz, sondern auch die nähere und weitere Umgebung der Feldberger Seenlandschaft. Einige unserer Familie und Freunde hatten deshalb schon den Gedanken, eine kleine Broschüre zu gestalten. &lt;br /&gt;
;“111 Orte um Carwitz, die man gesehen haben sollte“. Orte aus der Vergangenheit, im aktuellen Urlaub gesehen oder aber auch vorgenommen, in der nahen Zukunft zu besuchen. Diese Idee wurde schon vor langer Zeit ausgesprochen.24 Eine Auflistung führte zu vielen weiteren Orten, zu mehr als 111 Diamanten in der Umgebung. Sie reicht von Alt Placht, dem Kirchlein im Grünen, bis weit hinaus übers Restaurant Zollhaus am Erddamm in Feldberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Auch die hier genannten Orte und Geschichten können vielleicht anregen, über Carwitz und die umliegenden Seen hinaus etwas zu erleben und zu genießen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Also „Auf Schusters Rappen“, auf die Fahrräder oder auch ins Auto:&lt;br /&gt;
:Hans –Fallada-Museum: Zum Bohnenwerder 2 in Carwitz &lt;br /&gt;
:Lütt Holthus: Waldmuseum in Lüttenhagen &lt;br /&gt;
:Neustrelitz: ehemalige Residenzstadt der Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz mit einmaliger spätbarocker sternförmiger Stadtanlage und Schloßgarten&lt;br /&gt;
:Schloss Hohen Zieritz: Sterbeort der Königin Luise von Preußen, Nationalparkamt, Anfang oder Ende der Königin-Luise-Route Hohenzieritz-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Frauenkonzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg, Gedenkstätte&lt;br /&gt;
:Dorfkirchen in Carwitz, Conow, Fürstenhagen, Mechow, Wittenhagen&lt;br /&gt;
:Spring: Quelle und Picknick-Platz ca 10-15 Min. vom Friedhof Laeven entfernt&lt;br /&gt;
:Dorfwüstung Krüselin und Picknick-Platz: 30 Min. von Carwitz entfernt&lt;br /&gt;
:Hullerbusch mit Hünenwall und Teufelstein: eiszeitlich geformter Buchenwald, Hochuferweg am Zansen&lt;br /&gt;
:Hauptmannsberg mit Wanderweg entlang des Hochufers am Zansen: schönster Blick Mecklenburgs&lt;br /&gt;
:Bohnenwerder: eindrucksvoller 360°-Rundblick über den Carwitzer See&lt;br /&gt;
:Heilige Hallen: ältester 300-400-jähriger Buchenwald Deutschlands&lt;br /&gt;
;3 Friedhöfe in Carwitz: &lt;br /&gt;
:1. an der Kirche, &lt;br /&gt;
:2. „in de Mitte von Dorp“, &lt;br /&gt;
:3. bei der Mühle&lt;br /&gt;
:Kahnfähre über den Schmalen Luzin: Verbindung vom Hotel Hullerbusch zur Luzinhalle &lt;br /&gt;
:Schmaler Luzin: Uferweg von Carwitz nach Feldberg (Luzinhalle)&lt;br /&gt;
:Feldberg: Amtswerder, Klinik, Blick vom Reiherberg&lt;br /&gt;
:Wittenhagen: Luzintheater, Kirche, Eiszeit-Route&lt;br /&gt;
:Scharteisen – glazialer Toteissee; von Wittenhagen aus zu erreichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==24.    Glossar==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Adjungiert		&lt;br /&gt;
:zugeordnet, beigefügt&lt;br /&gt;
;boom                          &lt;br /&gt;
:Baum  (plattdeutsch) irgendwo als „oben“ genannt ist falsch&lt;br /&gt;
;Cammer-Collegium	&lt;br /&gt;
:s. Kammerkollegium&lt;br /&gt;
;Devastiert		&lt;br /&gt;
:zerstört, verwüstet, heruntergewirtschaftet&lt;br /&gt;
;Domäne		&lt;br /&gt;
:Landesherrschaftliches Staatsgut, das auch verpachtet werden konnte&lt;br /&gt;
;Domanium	&lt;br /&gt;
:verpachteter landesherrschaftlicher Besitz ( Dörfer, Höfe ) mit direkter Steuerpflicht gegenüber dem Landesherren. Bestand bis 1919&lt;br /&gt;
;Emolumente		&lt;br /&gt;
:Nebeneinnahmen, Nutzen&lt;br /&gt;
;Erbvergleich	(auch Landesgrundgesetzlicher)  &lt;br /&gt;
:Mecklenburger Gesetzessammlung von 1755 zur Regelung der Beziehungen zwischen dem Landesherren und der :Ritterschaft, Städten. Praktisch die Landesverfassung des Mecklenburger Ständestaates bis 1919.&lt;br /&gt;
:Etablissement		&lt;br /&gt;
:hier dienstliche oder betriebliche Niederlassung der Forstwirtschaft&lt;br /&gt;
;Gerechtsame, die	&lt;br /&gt;
:veraltet für (Vor)recht&lt;br /&gt;
;Glashütte	&lt;br /&gt;
:Manufaktur zur Herstellung von Glas aus Quarzsand und Pottasche in einem Schmelzofen. Hatte sehr großen Holzverbrauch in ihrer unmittelbaren Umgebung.&lt;br /&gt;
;Hutewald	&lt;br /&gt;
:die Dorfbewohner durften nach uraltem Recht in diesem Wald ihr Vieh – meist ihre Schweine – hüten, weiden lassen&lt;br /&gt;
:Kammerkollegium	&lt;br /&gt;
:herzogliche Finanzverwaltung, auch als Cammer-Collegium bezeichnet&lt;br /&gt;
;KWA			&lt;br /&gt;
:Karbe-Wagner-Archiv in Neustrelitz&lt;br /&gt;
;LHA			&lt;br /&gt;
:Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
;Meierei		&lt;br /&gt;
:größeres landwirtschaftliches Gut meist außerhalb der Dorfgemarkung&lt;br /&gt;
;Meierei Wirtschaft	auch Meierei Hof &lt;br /&gt;
:Wirtschaft zur Herstellung von Milch, Butter, Käse&lt;br /&gt;
;Moräne		&lt;br /&gt;
:von Gletschereis abgelagerte Erde und Gesteine, fruchtbarer Boden&lt;br /&gt;
;Pertinens, das (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehöriges, Zubehör&lt;br /&gt;
;Pertinenz, die (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehörigkeit&lt;br /&gt;
:Resolviren                  &lt;br /&gt;
:entscheiden, einen Beschluss öffentlich machen&lt;br /&gt;
;Rute	&lt;br /&gt;
:deutsches Längenmaß und als Quadratrute Flächenmaß vor der Reichsgründung 1871, in jedem deutschen Land anders: Mecklenburg-Strelitz = 5,02 m, 1 :QR = 25,2 m²,  Mecklenburg-Schwerin = 4,65 m, 1QR = 21,6 m²&lt;br /&gt;
;Sander	&lt;br /&gt;
:durch Schmelzwasser vor dem Gletscher ausgeschwemmte oft auch verwehte Sandflächen mit Dünen, gering fruchtbar&lt;br /&gt;
;Teerofen	Holzschwelerei,  &lt;br /&gt;
:zur Herstellung von Teer, der vor allem als Schmierstoff für Wagenräder benutzt wurde. Sehr großer Holzverbrauch in unmittelbarer Umgebung&lt;br /&gt;
;Werder		&lt;br /&gt;
:aus dem Althochdeutschen für &amp;quot;erhöhtes vom Wasser geschütztes Land&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Wie(r)l			&lt;br /&gt;
:Insel (Plattd.)&lt;br /&gt;
;Wörde	&lt;br /&gt;
:Hausacker, Hausgarten unmittelbar hinter oder neben dem Haus, in Carwitz zum See hinabreichend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==25.Literatur (Auswahl)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1. Borrmann, Klaus u. Tempel, Holger - Die Wildparks Serrahn &amp;amp; Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:Verlag: Erich Hoyer Galenbeck 2005, u a.  &lt;br /&gt;
;2. Brandenburgisches Landeshauptarchiv files - Flurkarte „Plan von der Feldmark Thomsdorf&amp;quot; &lt;br /&gt;
:– Signatur 37 Boitzenburg K 65 B / Potsdam, Tel. 0331-5674-213 &lt;br /&gt;
;3. Carpin, Gasthof Schleser See&lt;br /&gt;
: histor. Landkarte an der Wand: &lt;br /&gt;
:„herzogl. Directoerialkommission Generalplan 1750 aufgenommen von Hallas“ als Hinweis für &lt;br /&gt;
;4. Carwitz - Abschlussdokumentation der Sanierung1992-2007&lt;br /&gt;
:                                                                                                 &lt;br /&gt;
;5. Goetsch, Erich - Mechow. - Zur Geschichte einer kleinen bäuerlichen Siedlung in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. &lt;br /&gt;
:Cappenberg 2004 s. a. sein Literaturverzeichnis &lt;br /&gt;
;6. Herrmann, Joachim - &amp;quot;Die Slawen in Deutschland&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1985 &lt;br /&gt;
;7. Herrmann, Joachim - „Die Ergebnisse der Ausgrabungen in Feldberg“ &lt;br /&gt;
:in Ausgrabungen und Funde Bd. 13, Akademie-Verlag, Berlin 1968, S. 198 – 204&lt;br /&gt;
;8. Kinderbuchverlag Berlin - Carwitzer Notizen, 1985&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;9. Karbe-Wagner-Archiv  17235 Neustrelitz, Schloßstr.12-13, im Kulturquartier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;10. Kaus, Sigrid Ehefrau des Malers Max Kaus, der in 20er Jahren in Carwitz malte. &lt;br /&gt;
:Potsdamerstr.44 in 12205 Berlin Lichterfelde Tel.: 030- 833 60 25&lt;br /&gt;
;11. Krappe, Martin u. Arno Waterstraat - „Fischfauna der oberen Feldberger Seen und des Carwitzer Sees“ &lt;br /&gt;
:in Labus Heft 24/2006 S. 44-58 Phönix Multimedia Service GbR Elisabethstr. 28, 17235 Neustrelitz hier der Hinweis auf Sonderheft 5/2003 S.24 ff über die Ostgroppe und die Tiefenmaräne&lt;br /&gt;
;12. Krausch, Hans-Dieter und Werner Schmidt - „Das Feldberger Seengebiet“, &lt;br /&gt;
:Verlag Hermann Böhlhaus Nachfolger Weimar 1997, Bd.57 in der Reihe „Werte der Deutschen Heimat“&lt;br /&gt;
;13. Krüger, Georg -  Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. &lt;br /&gt;
:(3 Bd.) I. Band Das Land Stargard II. Abteilung: - Amtsgericht Feldberg S. 102 - 108  Neubrandenburg 1925 Brünslowsche Verlagsbuchhandlung &lt;br /&gt;
;14. Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;15. Liersch, Werner - Dichters Ort, &lt;br /&gt;
:S. 159 wahrscheinlich auch in Fallada Biografie Individuell Verlag 2005&lt;br /&gt;
;16. Mecklenburgica – Archiv- und Recherchedienst Schwerin (Herr Steinbruch) &lt;br /&gt;
:entziffert alte Dokumente&lt;br /&gt;
;17. Mecklenburg-Strelitz . Beiträge zur Geschichte einer Region, Hrsgb. Landkreis Mecklenburg-Strelitz&lt;br /&gt;
:mit div. Autoren. Verlag Druckerei Steffen 2001                             &lt;br /&gt;
;18. Richter, Dipl. Biolog. Wolfgang M. ( ca 1928 geb.) und Fr. Ingeborg &lt;br /&gt;
:Verfasser von „Feldberg“ Verlag Michael Gust 1999 und aktiver Mitarbeiter bei BONITO Drosselgang 2  /  21709 Himmelpforten, Niederelbe Tel.: 04144 – 4925&lt;br /&gt;
;19. Interview Carwitz - Schönfeld, Christa, geb. Utnehmer - Schulz, Otto und Hildegard, geb. Rakow - Güldner, Ursula, geb. Koch und Kurt - Morach, Erna geb. Güldner &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;20. Stange, Hartmuth - Die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung Ostmecklenburgs in 2)&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;21. Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“. &lt;br /&gt;
:In Auszügen siehe Anhang. Karten und Akte liegen im Landeshauptarchiv Schwerin - LHAS Landesgrenzakten Sign. 370 Bestand 2.11-2) und wurden mir bereitgestellt in der Übertragung  und Bearbeitung  von Ulrich Voigtländer / Waren u. W.M. Richter / Himmelpforten LUZIN-REPORT 10. Lieferung 1989/90&lt;br /&gt;
;22. Schulz, Erwin - „Ortsnamen in Mecklenburg- Strelitz von 1170 bis 1572“ &lt;br /&gt;
:des Institut für Slawistik der E.-M.-A.-Universitä Greifswald&lt;br /&gt;
;23. Voigtländer, Ulrich - „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ &lt;br /&gt;
:in Karbe-Wagner-Archiv, neue Schriftenreihe Nr. 5 / 2007 Thomas Helms Verlag, Schwerin&lt;br /&gt;
;24. Lemke, Hans-Jürgen - &amp;quot;Die Krüseliner Mühle - Historie - Schicksale - Anekdoten&amp;quot; Erinnerungen, &lt;br /&gt;
:2018 Selbstverlag, 135 S., 2. wesentlich erweiterte und überarbeitete Auflage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ende==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==für Druckversion - Rücktitel ISBN https://www.epubli.com/ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 03.jpg|600px|center|thumb|  CD3 Rücktitel Bild 1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 04.jpg|600px|center|thumb|CD4 Rücktitel Bild 2]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156156</id>
		<title>Carwitz-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz-Skizzen_-_Geschichte_des_Dorfes_und_Geschichten_seiner_Bewohner&amp;diff=156156"/>
		<updated>2026-09-14T17:26:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Vorwort */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 01.jpg|600px|center|thumb| Carwitz 2007 bei Flug über Mecklenburger Seen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 02b.jpg|600px|center|Carwitz Dörffel 02]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[[Carwitz]]-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner  &lt;br /&gt;
;Autor Ernst F. Doerffel&lt;br /&gt;
;Redaktion Carola Hasan &lt;br /&gt;
;2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorwort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wie kam es zur Idee „Puzzleteile der Geschichte von Carwitz“?&lt;br /&gt;
:Anfang 2000 las ich die gerade veröffentlichte Dorfgeschichte von Mechow, südlich von Carwitz im selben Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gelegen. Da kam mir der Gedanke eine Dorfgeschichte von Carwitz zu schreiben. &lt;br /&gt;
:Ich fing an zu sammeln und kam aus dem Staunen nicht heraus. &lt;br /&gt;
:Mit dem Verfasser der Dorfgeschichte von Mechow, Erich Goetsch, kam ich freundschaftlich ins Gespräch. :Erich Goetsch hatte damals als 80-jähriger sehr intensiv in den Archiven, insbesondere im Landesarchiv Schwerin, geforscht und gesammelt. Er selbst wohnte seit Mitte der Fünfziger Jahre bei Bremen, seine Tochter seit den 90er Jahre in Mechow. &lt;br /&gt;
:In den Jahren 2005-2008 interviewte ich mehrere Carwitzer Bürgerinnen und Bürger. Sie erzählten sehr interessant, insbesondere über die Zeit zwischen den Kriegen im 20. Jahrhundert und über die DDR. Auch zeigten sie mir z.T. uralte Dokumente aus dem 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Während der folgenden Jahre hatte ich versucht, für meine Sammlung von Fragmenten einen Archivar in Feldberg zu interessieren. Er hat angeblich damit gearbeitet. Mir ist aber nicht bekannt, ob davon auch etwas veröffentlicht worden ist. &lt;br /&gt;
:Ich ließ mir meine per USB-Stick überlassenen Dateien 2023 zurückgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Meine Sammlung aus den verschiedensten Quellen und Dokumenten sind von mir nicht verbindlich überprüft worden. Ihre Veröffentlichung ohne Überprüfung der Dokumente im Landesarchiv Schwerin ist mir nicht möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Interviews mit Carwitzern wurden chronologisch eingearbeitet. Es sind bis 2025 immer wieder viele Ergänzungen mit gelesenen und gehörten Informationen hinzugefügt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zufällig entdeckte ich Ende Februar 2026 im Internet eine Interessentengruppe für Ortschroniken in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Bildungsministerium unterstützt. Da existiert auch eine kurze Chronik von Carwitz. Kontakte wurden aufgenommen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese „Carwitzgeschichte“ wurde über zwei Jahrzehnte mit Unterbrechungen erarbeitet. &lt;br /&gt;
:Jetzt möchte ich gedruckte Exemplare an die Familie, an Freunde und Interessierte weitergeben. &lt;br /&gt;
:Die Unterlagen, Interviews und familiäre Bezüge bleiben auf Festplatten gespeichert. &lt;br /&gt;
:Ich bitte alle Interessierten mir persönlich Korrekturen, Änderungen, Streichungen und insbesondere Ergänzungen mitzuteilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Einzelheiten sind dort zu finden, so in „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer, Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5.&lt;br /&gt;
:Die Fotos stammen aus sehr verschiedenen Quellen, so von Ernst Rittwagen (Feldberg), aus alten Büchern u.v.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ernst F. Dörffel  &lt;br /&gt;
:Carola Hasan (Redaktion)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1. Eiszeitliche Gestaltung der Feldberger Seenplatte ==&lt;br /&gt;
              &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+1&#039;&#039;&#039;  Siehe auch alte Landkarten (mit Word-Fotos, also kein PDF-Format)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Carwitz liegt mit Hügeln und Tälern am südlichen Ende des Feldberger Endmoränen-Bogens, der jahrhundertelang Teil des Gletscherrandes war. Dieser zog sich von Güstrow über Neustrelitz bis in die Uckermark. Südlich von Carwitz beginnt das Sandergebiet. &lt;br /&gt;
:Unsere Vorstellungskraft ist wohl meistens überfordert, wenn wir uns ein realistisches Bild der geologischen und klimatischen Situation vor 12.000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit machen wollen. Der zerklüftete Rand des Gletschers von 300 Meter Höhe stand Jahrhunderte still, bis er endgültig nach Norden zurückwich. Am Gletscherrand sammelten sich die von ihm mitgeführten Findlinge und das Geschiebe beim Abtauen an. So entstand auch der Hünenwall, eine Satzendmoräne zwischen Luzinstein, oberhalb der Luzinhalle, und dem Kesselmoor im Hullerbusch. Aus Tunneln unter dem Eis floss ein riesiger Strom von Schmelzwasser mit Geröll und Sand hervor. Auf Grund der Thermik wehte ständig ein stürmischer Wind und transportierte Staub und feinen Sand nach Süden. Es bildete sich der mehrere Kilometer breite „Sander“. Riesige Eisblöcke der vorangegangenen Eiszeit waren als Toteis im Untergrund liegen geblieben und vom Gletscher praktisch „überfahren“ worden. Sie schmolzen erst mit dem Ende der letzten Eiszeit völlig weg. Dank dieser Toteisblöcke entstanden die vielen Sölle und größeren Seen. Die Grund- und Endmoräne haben fruchtbaren Boden.  Die Sanderböden dagegen sind unfruchtbar. Deshalb fand dort später weniger Besiedlung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==2. Landschaft zu Beginn der menschlichen Besiedlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine sehr ausführliche und interessante Darstellung der kulturhistorischen Entwicklung der gesamten Region, einschließlich Carwitz, findet sich in der Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archiv, Nr. 5, S. 7 „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ von Ulrich Voigtländer. Das Heft steht in Carwitzer Kate 1 zwischen den Büchern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ende der letzten Eiszeit, Weichsel-Eiszeit, vor 12.000 Jahren folgten steinzeitliche Jäger den großen Tierherden nach Norden. Aber erst ab ca. 4.000 v. Chr. sind Menschen in unserem Raum archäologisch nachweisbar. Bronzezeitliche Funde werden um 1.250 v. Chr. datiert (23). Zeugnisse sind die Großsteingräber auf dem Hauptmannsberg und am Breiten Luzin sowie das älteste bekannte Schlachtfeld Europas im Tollense-Tal. &lt;br /&gt;
:Die germanische Besiedlung bis zur großen Völkerwanderung, 375 – 568 n. Chr., wird in groben Zügen bei römischen und griechischen antiken Autoren erwähnt. Im Großraum der unteren Elbe bis zur Weichsel, also Norddeutschland/Polen, sind das die Vandalen, die Semnonen, die Sueben, die Goten und die Burgunder. Exakte Gebiete können den einzelnen Stämmen nicht zugeordnet werden. In den zwei Jahrhunderten der Völkerwanderung werden die Volksstämme durcheinander gewirbelt. Unser Gebiet wird besonders entlang der großen Flüsse von den genannten Stämmen nur durchzogen. Im wahrsten Sinne des Wortes tritt eine Entvölkerung ein. Ursache der großen Völkerwanderung sollen klimatische, wirtschaftliche oder demographische Faktoren gewesen sein. Auslöser der Völkerwanderung war aber dann der Vorstoß der Hunnen aus Asien über Russland nach Europa. Dadurch wurden die germanischen Stämme, die Goten und Vandalen, aus dem Raum des westlichen Russlands vertrieben, sie flüchteten vor der drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
:Es erfolgte in den nächsten Jahrhunderten durch slawische Stämme von Osten eine friedliche Landnahme des menschenleeren Raums, in dem nur noch eine germanische Restbevölkerung lebte. So bildete sich kampflos ein geschlossenes slawisches Siedlungsgebiet, unterteilt in verschiedene Stämme, bis zur Elbe-Saale. Sie drangen sogar weiter westlich bis zum Main und der Regnitz vor. Noch heute bezeugen das slawische Orts- und Flurnamen eindeutig.&lt;br /&gt;
:Für unser Gebiet der oberen Havel und östlich der Tollense werden die Redarier mit ihrer Tempelburg Rethra genannt. Sie waren wohl der bedeutendste Stamm der Kernstämme der Lutizen, die Kessiner, Zirzipanen und die Tollenser.&lt;br /&gt;
:Eine gute Darstellung findet sich bei [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Chronik_von_Mechow_(Autor_Erich_Goetsch) Goetsch “Dorfchronik Mechow“ Seite 6 bis 14 ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit.jpg|500px|zentriert|thumb|CD06 Die Carwitzer Scheibe aus der Wikinger-Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Bronzene Schmuckscheibe&#039;&#039;&#039; von 4,8 cm Durchmesser im degenerierten Jellingstil aus der jungslawischen Inselsiedlung Carwitz. Wurde 1837 auf dem Kohlwerder im Carwitzer See oder dort „beim Fischen“ gefunden. In der nordischen Mythologie ist der dargestellte „Fenriswolf“ der dämonische Sumpfwolf, der das Bösartige, Zerstörische symbolisiert. Text Wikipedia (Corpus Archäologischer Quellen zur Frühgeschichte, Textband, Akademie-Verlag, Berlin 1979)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Die in der Zwischenzeit christianisierten und wirtschaftlich erstarkten deutschen Volksstämme, Franken und Sachsen, begannen seit Karl dem Großen ab 800, insbesondere dann unter Kaiser Otto I., in grausamen und rücksichtslosen wechselvollen Kriegen nach Osten vorzudringen. Diese Expansion erreichte nach der Herausbildung des deutschen Staates mit der sogenannten Deutschen Ostkolonisation im 11. bis 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt. 1147 lehnten die sächsischen Fürsten es ab, sich an einem zweiten Orientkreuzzug, leidenschaftlich dazu vom französischen Abt Bernhard von Clairvaux aufgerufen, zu beteiligen. Da sie „Völker zu Nachbarn haben, die noch dem schändlichen Götzendienst huldigten, nahmen (sie) zwar ebenfalls das Kreuz, aber um gegen jene Völker Krieg zu führen“. Im Wendenkreuzzug 1147 zogen sie unter der Bernhardschen Parole „Bekehrung oder Vernichtung“ gegen die heidnischen slawischen Völkerschaften zwischen Elbe und Oder. (7)&lt;br /&gt;
:Das Hauptheiligtum Rethra, Riedegost, mit dem Gott Svarožić wird zerstört und verschwindet völlig aus dem Gedächtnis. Später wurden mindestens 20 verschiedene Lokalisationen als Standort für Rethra diskutiert. Die wahrscheinlichste Lage ist die Fischerinsel am Südwestufer des Tollensesees bei Wustrow.  Die herrschenden slawischen Familien wurden unter der Bedingung anerkannt und „belehnt“, wenn sie selbst das Christentum annehmen und sich um seine weitere Verbreitung aktiv bemühen. (6) Damit beginnen auch die schriftlichen Dokumentationen in Lehnzeugnissen und Kirchenarchiven.  Als Zeichen der erfolgreichen Christianisierung findet man in ganz Mecklenburg die Feldsteinkirchen des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 07.jpg|650px|rechts|thumb|CD07 Besiedlung von Carwitz. Aus „Ausgrabungen und Funde 13“ S. 203 – Abb.3 der Akad. D. Wissenschaften Berlin, 1968, ergänzt nach Corpus Bd.2 aus (6)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Die Großsiedlung Burgwall Feldberg&#039;&#039;&#039; ist auf dem Schlossberg am Breiten Luzin gelegen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Carwitz&#039;&#039;&#039; wurde durch Ausgrabungen auf der Halbinsel Hauswerder, heute Bohnenwerder, die früheste Besiedlung für das 7. - 8. Jahrhundert an der Bucht gegenüber dem Stein- und dem Bollenwerder nachgewiesen. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der Feldmark Hanow, (Wüstung im Dreißigjährigen Krieg) auf der Hochfläche westlich vom Hauptmannsberg, geschah im 8. bis 12. Jahrhundert und für alle Inseln im Carwitzer See im 11. – 12. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
:Vom „Festland“, beim heutigen Fischer in Carwitz, gingen Brücken über den Jäger-, Gänse- und Steinwerder zum Bollenwerder und bis zu den Ziegenbergen des gegenüberliegenden Ufers.&lt;br /&gt;
:Die Inseln boten Schutz vor plötzlichen Überfällen. Spätestens im 10. Jahrhundert wurden die slawischen Dörfer gegründet, meist als Runddörfer um kleine Teiche. &lt;br /&gt;
:Die deutschen Einwanderer gründeten später Straßendörfer. Die typischen Endungen -itz oder -ow sind Merkmale slawischer Ortsnamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;+2&#039;&#039;&#039; 3. Carwitz wird erstmalig &#039;&#039;&#039;(+?)&#039;&#039;&#039; 1216 genannt (oder auch erst 1393?) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Ortsname stammt von dem altpolabischen Wort „karva“ für Kuh ab. Im Gegensatz dazu ist „Conow“, auf der anderen Seite des Carwitzer Sees, mit „Pferdedorf“ zu übersetzen. („con“ = Pferd). &lt;br /&gt;
:Erwin Schulz schreibt: „1393 Carwytze, 1459 Karviz, 1518 Carvitze, 1708 Karwitz, 1796 Carwitz.“ &lt;br /&gt;
:Carwitz gehörte zur „Herrschaft Stargard“ und diese gehörte seit 1130 zum Herrschaftsbereich der Herzöge von Pommern. Ab 1292 war die Herrschaft Stargard ein Wittum (Mitgift oder Brautpreis) der Markgrafentochter Beatrix von Brandenburg. Da sie die Frau des mecklenburgischen Fürsten Heinrichs II., genannt „der Löwe“, war, kam die Herrschaft Stargard ab 1299 faktisch an die Fürsten (später Herzöge) zu Mecklenburg. Am Ende des 14. Jahrhunderts – so eine weitere Notiz – wiesen die Herzöge von Mecklenburg - Stargard einem Henning Parsenow Pachtgeld aus Carwytze an.&lt;br /&gt;
:Bei &#039;&#039;&#039;(22)&#039;&#039;&#039; heißt es aber auch S. 37: „Mechow ist das erste Dorf im früheren Amt Feldberg, das urkundlich erwähnt wird (1271) und einer der drei Orte in diesem Amt, die noch im 13. Jahrhundert ins Licht der Geschichte treten (Flatow und Warbende 1299).“&lt;br /&gt;
:Feldberg wird 1256 und die Krüseliner Mühle 1275 als „Feldberger Mühle“ erwähnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Gebiet endgültiger Besitz der mecklenburgischen Herzöge. Das Dorf wurde dem Amt Feldberg (Domänenamt) zugeordnet.&lt;br /&gt;
:Kirchlich war das Angerdorf  Carwitz bis zum Dreißigjährigen Krieg und dann wieder ab 1740 eine selbstständige Pfarrei. &lt;br /&gt;
:Dazu gehörten die umgebenden Dörfer einschließlich Feldberg. Daraus kann man schließen, dass es in damaliger Zeit ein früher Ort der ursprünglichen Besiedlung gewesen sein könnte.  &lt;br /&gt;
:Seitdem lebt es, mit Ausnahme von Kriegs- und Pestzeiten, beschaulich dahin. Obwohl in den vergangenen Jahrhunderten echte Friedenszeiten die Ausnahme waren, berührten die kriegerischen Auseinandersetzungen nur selten diese Gegend. Wenn es dazu kam, dann waren die Folgen meist verheerend. So wurden durch die Streitigkeiten zwischen Brandenburg und Mecklenburg 1440 viele Dörfer „wüst“. Hanau (Hanow westlich vom Hauptmannsberg) wurde nie wieder aufgebaut. &lt;br /&gt;
:In Carwitz vergrößerte sich der Dorfkern, das „boomdörp“, nur langsam um die Kirche mit Friedhof und Bäumen. Das „unnerdörp“ an „de bäk“ ist aber mit einigen Erdhütten wohl eher der ursprüngliche Siedlungsort gewesen. &lt;br /&gt;
:Zur Besiedlung, zu den Streitigkeiten um Grenzen, der Lage von Mühlen und dem Zugang bzw. dem Besitz der Seen und Bäche siehe im Anhang Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==4. 30-jähriger Krieg und Folgezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahrzehnten vor dem dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) bestand ein relativer Wohlstand. 1637 plünderten, raubten, mordeten die Horden des Grafen Gallas.&lt;br /&gt;
:1639 gab es in Feldberg nur noch 3 Kossaten mit ihren Frauen. Um 1600 waren es um die 60 Personen gewesen. Georg Krüger schreibt: „1639 lebten im ganzen Amt (Feldberg) 47 Personen: 5 Bauleute (Bauern), 8 Kossäten, 13 Witwen, 9 Kinder, 10 Knechte und 2 Mägde. Und ist im selbigen Amt kein Vieh, an Klein oder Groß vorhanden, wie auch daselbst anitzo kein Sommer- oder Winterkorn geseyet ist.“&lt;br /&gt;
:Nach dem 30-jährigen Krieg kam die Pest. Auf dem Feldberger Pestfriedhof, der in den 1960er Jahren auf dem Amtswerder entdeckt wurde, fanden sich etwa 80 Tote. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die dem westfälischen Frieden von 1648 nachfolgenden Kriegszüge der feudalen Herren und Fürsten mit ihren marodierenden Truppen brachten immer wieder Not und Elend mit sich. &lt;br /&gt;
:1658 - 1660 durchzogen im Krieg gegen Schweden 30.000 kaiserliche, brandenburgische und polnische Soldaten Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:1674/75 waren es wiederum die Truppen des Großen Kurfürsten, die Dänen und die Kaiserlichen, die durch Mecklenburg zogen.&lt;br /&gt;
:1683 lebten in Carwitz mehrere Vollbauern, dazu der Freischulze sowie Kossaten und landlose Einlieger (Mietsleute), die als Landarbeiter tätig waren. Der westlich des Dorfes gelegene Freischulzenhof wurde 1858 aus Carwitz herausgelöst, ab 1874 Rosenhof benannt. Auch das alte Dorf Krüselin, mit der dortigen Meierei, seit 1945 eine Wüstung, sowie die Krüseliner Mühle gehörten zum Umfeld von Carwitz mit wechselnder Unterstellung.&lt;br /&gt;
:Durch den Hamburger Erbvergleich von 1701 kam das Amt Feldberg und damit Carwitz zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz.&lt;br /&gt;
:1756 – 1763 Siebenjährige Krieg mit „Besetzungen, Truppendurchmärschen, Plünderungen und Pressungen der männlichen Bevölkerung zum Kriegsdienst“ (5)&lt;br /&gt;
:„Von den zum Krieg gegen Russland 1812 gepressten 400 Strelitzern, die bis Moskau kamen, haben kaum 100 überlebt.“ (5)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Krüselin: &lt;br /&gt;
:zu unterscheiden sind die heutige wüste Dorfstelle von der Wassermühle am See.&lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt dazu (13): &lt;br /&gt;
:„1393 Cruzelin, 1422 Krüselin, nach Kühnel = Sandort. 1393 wurde Henning Parsenow Krüselin angewiesen. &lt;br /&gt;
:1422 verkaufte Henning Parsenow die wüste Feldmark und das Dorf Krüselin an das Kloster Wanzka für 300 Mark. &lt;br /&gt;
:1539 verkaufte das Kloster die Feldmark an Herzog Heinrich für 200 fl (Historische Gulden florenus). &lt;br /&gt;
:Schon vor 1600 war in Krüselin eine Feldberger Amtsmühle, die im dreißigjährigen Krieg zerstört, aber wieder aufgebaut wurde. &lt;br /&gt;
:In Krüselin wird früher eine Kirche gestanden haben, denn Henning Parsenow versetzte 1401 zwei Glocken, die früher in Krüselin gehangen hatten, an das Kloster Wanzka, die eine für 34, die andere für 10 Mark. &lt;br /&gt;
:Später haben in Krüselin 2 Bauern und 1 Kossate gesessen. 1724 wurde durch den Feldberger Amtmann Borchmann eine Meierei aufgebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Laeven: &lt;br /&gt;
:Krüger, Georg schreibt (9) S. 119: „1393 wurde Bede in Läven an Henning Parsenow gegeben. &lt;br /&gt;
:1590 werden dort genannt: „12 dort wohnende Familienamen. &lt;br /&gt;
:1639 waren 5 Bauernhöfe nebst der Kirche niedergebrannt, und wo früher ein Freischulze und acht Bauleute mit ihren Familien gewohnt hatten, lebten noch ein Bauer, eine Frau und ein Knecht. Im &lt;br /&gt;
:Juni 1640 war alles wüste und niedergebrannt. 1683 war dort eine Schäferei, die zur Meierei Neuhof gehörte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hauptmannsberg: &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld erfuhr im Heimatkundeunterricht:  Im 30jährigem Krieg hatte bei einer Besetzung ein Hauptmann auf dem bis dahin Wartsberg genannten Berg seinen Beobachtungsposten. &lt;br /&gt;
:Die Landschaft war zur damaligen Zeit praktisch entwaldet, sodass von dort oben ein weiter Blick bis Feldberg, Laeven, Conow, Thomsdorf und Mechow möglich war. &lt;br /&gt;
:Andere erzählten mir, dass ein Hauptmann dort seinen Lieblingsplatz gehabt habe. Otto Schultz bestätigt das und fügt hinzu, dass im 30jährigen Krieg „der König“ auf dem „Königsberg“ seinen Standort hatte und der Hauptmann vom Hauptmannsberg her ihm entsprechende Zeichen seiner Beobachtungen gegeben habe. :Der „Königsberg“ sei an der Mühle, neben dem jetzigen Friedhof gewesen. &lt;br /&gt;
:Auf der Handzeichnung des Feldberger Gebietes von 1578 von Tilemann Stella (21) steht am Hauptmannsberg „Der Wartsberg“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Inseln: &lt;br /&gt;
:wurden zur Slawenzeit und landwirtschaftlich bis in die Mitte der siebziger Jahre privat genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie waren mit den umliegenden Ufern durch Holzbrücken verbunden. &lt;br /&gt;
:So hat man Reste von Holzpfählen vom Carwitzer Ufer beim Fischer zu den Inseln und bis zu den Ziegenbergen am jenseitigen Ufer gefunden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 08.jpg|600px|zentriert|thumb| CD08 Blick vom Bohnenwerder auf den Carwitz-See nach Thomsdorf]]&lt;br /&gt;
;Bohnenwerder: &lt;br /&gt;
:frühere Bezeichnung „Boomwerder“ = „Baumwerder“, so auch noch von Fallada und seiner Frau Suse bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld vermutet, dass „Bohnenwerder“ nach 1945 eine Verballhornung des plattdeutschen „Boomwerder“ ist. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Boamwierl“ = Baumwerder. &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg war auf ihm ein großes Spargelfeld. An der Terrassierung erkennt man noch heute, dass er bis ca. 1953 landwirtschaftlich genutzt wurde. &lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren weideten in den Sommermonaten noch regelmäßig Ponys zwischen den sich sonnenden Nacktbadern. &lt;br /&gt;
:Damals wurden auch die Ziegenberge am gegenüberliegenden Ufer mit Kühen beweidet.&lt;br /&gt;
:Auf alten Karten wurde der Bohnenwerder mit „Hauswerder“ bezeichnet. Wahrscheinlich weil auf dieser Halbinsel die ersten Häuser gestanden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Bollenwerder: &lt;br /&gt;
:ursprünglich „Bullwerder“ oder „Bullenwerder“ genannt, gehörte Helene Kratochwill und jetzt noch den Erben. &lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld: „In meiner Kindheit in den 20er Jahren wurden im Frühjahr die Kühe an Stricken im Schlepptau von Booten hinübergezogen und im Herbst zurück. &lt;br /&gt;
:Im Sommer fuhr jeden Tag zweimal die Magd oder der Knecht hinüber, um die Kühe zu melken. &lt;br /&gt;
:Später in den 30er Jahren waren nur noch Färsen darauf.“ Die Mauerreste eines kleinen Stalles sind jetzt noch am südlichen Ende zu finden. Noch in den 60er- und 70er- Jahren weideten im Sommer Ponnys auf dem Bollenwerder.&lt;br /&gt;
;Steinwerder: &lt;br /&gt;
:Im 30jährigen Krieg wurde dort ein Schatz vergraben und die Sage ging, dass dort zu Johannis im Mondlicht das Gold glänzt. &lt;br /&gt;
:Ob es einer mal versucht hat, den Schatz auszugraben? Heute im Besitz der Erben vom „Kröger“ Paul Utnehmer. &lt;br /&gt;
:Der Steinwerder wurde in den Sommerferien bis 1990 jedes Jahr als Campingplatz der Erfurter Reichsbahn genutzt. Mit der aufkommenden Umweltproblematik gab es hier zunehmend Probleme und Auflagen der Hygiene-Kontrollen.  &lt;br /&gt;
:Die Sammelbehälter der Toiletten mussten dann per Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Jägerwerder, Gänsewerder, Kohlwerder &lt;br /&gt;
:wurden ebenfalls landwirtschaftlich genutzt. &lt;br /&gt;
:Sie gehörten Rudi Dreiseidel, der ca 1960 die Mosterei gründete. &lt;br /&gt;
:In diesem Zusammenhang wurden auf diesen Inseln, wie auch hinter der ehemaligen Mosterei, Obstbäume gepflanzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Elswerder, Eiswerder: &lt;br /&gt;
:auf den Karten fälschlicherweise heute als Eiswerder bezeichnet. &lt;br /&gt;
:Otto Schulz nennt ihn „Elswierl“. Mit Erlen hätte das nichts zu tun¸ denn diese heißen im Plattdeutschen „Ellern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 09.jpg|800px|rechtsr|thumb| CD09 Kartenauszug Feldmarck Thomsdorff 1783]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Diese Karte hing im Goethe-Museum Weimar Anfang der 90er Jahre. 2025 war sie im Museum verschollen. &lt;br /&gt;
:Im Landesarchiv Brandenburg wurde eine Reproduktion erworben.&lt;br /&gt;
:Interessant ist die damalige Dreifelderwirtschaft mit den rhythmisch wechselnden Saatzeiten und die Ausdehnung der landwirtschaftlich genutzten Flächen. :Bis 1961 waren noch die Getreidefelder auf der Fläche des heutigen Campingplatzes am Dreetz zu sehen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Braun&#039;&#039;&#039; = Brachfeld&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Grün&#039;&#039;&#039; = Herbst-Winterbestellung &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Gelb&#039;&#039;&#039; = Frühjahr-Sommerbestellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==5. 19. Jahrhundert bis Ende des Kaiserreichs 1918==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Orte der Umgebung z. T. bis heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für diese Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gibt es über Carwitz wenig zu berichten. &lt;br /&gt;
:Carwitz war „noch nicht entdeckt“!&lt;br /&gt;
:Nach der gescheiterten Revolution von 1848 verlief die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und besonders in Mecklenburg-Strelitz ganz im Sinne des politisch äußerst konservativen Großherzogs Georg und seiner Nachfolger. &lt;br /&gt;
:Georg hatte die demokratische Bewegung als eine „Bande terrorisierender Radikaler“ diffamiert. (1 S. 20) &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter schreibt ironisch: § 1 der Mecklenburger Verfassung „Allens bliewt bin ollen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz war das kleinste aber auch reichste Fürstentum des Deutschen Kaiserreiches. &lt;br /&gt;
:So hatten Grundadel und Fürstenhaus bis 1919 das Recht auf fremden Grund und Boden zu jagen. &lt;br /&gt;
:Dabei betrifft „Reichstes Fürstentum“ das persönliche Eigentum des Großherzogs Friedrich Wilhelm II. (1860-1904). &lt;br /&gt;
:Seine Regierungszeit war geprägt durch eine an Geiz grenzende Sparsamkeit bei allen öffentlichen Ausgaben. Notwendige Investitionen in Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung unterblieben weitgehend. &lt;br /&gt;
:Deshalb stagnierten moderne Entwicklungen oder hielten nur zögerlich Einzug. Durch diese Politik konnten über Generationen angehäufte Schuldenberge des Fürstenhauses abgetragen werden. &lt;br /&gt;
:Das Land entwickelte sich jedoch zu einem der rückständigsten deutschen Territorien. Einem Ausspruch zufolge wollte Reichskanzler Otto von Bismarck im Falle des Weltuntergangs nach Mecklenburg fliehen, da hier die Welt 50 Jahre später untergehen würde. &lt;br /&gt;
:Als größter Grundbesitzer des Herrschaftsgebietes Mecklenburg Strelitz war der Großherzog im System der feudalen landständischen Verfassung Mecklenburgs eingebunden und hatte nur begrenzte Handlungsspielräume. &lt;br /&gt;
:Sein persönliches Vermögen wuchs dadurch während seiner Regierungszeit zu einem der reichsten deutschen Fürsten an. &lt;br /&gt;
:Er spekulierte und handelte sogar an der Börse.&lt;br /&gt;
:Am Spring, einer südlich von Laeven mitten im Walde gelegenen wunderschönen Quelle, steht ein Denkmal für den letzten Hirsch, der vom Großherzog geschossen wurde, d. h. eigentlich ein Denkmal für den Großherzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von Christa Schönfeld liegen handschriftliche Unterlagen des Amtes Feldberg vor. &lt;br /&gt;
:Die rechtlichen Festlegungen zu Haus und Hof sind unglaublich. &lt;br /&gt;
:Dazu auch der Fischereirechtsstreit vom 29.12.1801:&lt;br /&gt;
:-1 „verhandelt im Amte Feldberg den 29. Dezember 1801 in Gegenwart des Herrn Amtsrats &lt;br /&gt;
:auf heute ist der Freischulze Mollenhauer zu Carwitz, und der hiesige Fischer Sewkow vorgefordert, und da sie erschienenen, so hat man ihnen das von Herzoglicher Hochpreislicher Kammer unterm 20.vorigen Monats erlassenes gnädigstes Reskript in Betreff der von dem Freischulzen Mollenhauer auf dem Carwitzer See verlangten Fischerei hinlänglich bekannt gemacht, und die Erklärung des Freischulzen Mollenhauer darüber erfordert. &lt;br /&gt;
:Selbige gehet dahin: er hätte noch niemals die Fischerei auf dem ganzen Carwitzer See verlangt, sondern nur bloß, so wie sie seine Vorfahren gehabt. &lt;br /&gt;
:Er hätte niemals weiter als auf dem Vorlande gefischt, außer, dass er sein Netz doch außer dem Vorlande ausstellen müssen, weil er sonst gar keine Fische fangen können. &lt;br /&gt;
:Er wäre sehr bereit, sich der Fischerei wegen in der Güte auf einen gewissen Fuß zu setzen, wenn er nur überzeugt sein könnte, solche in der Zukunft ohne Streit und Zank auszuüben. &lt;br /&gt;
:Er erkläre sich völlig zufrieden mit dem ihn zugestandenen Revier zur Fischerei, nämlich von der Hälsung auf dem Dreetz in den Carwitzer See an bis an das Thomsdorfer Feld, und um diesen herum, bis an den Vor-Pool bei Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:Er wäre auch damit zufrieden, dass der Fischer in Feldberg, oder wer sonst den Carwitzer See gepachtet hätte, dieses Revier mit ihm gemeinschaftlich befischte, jedoch müsste er hoffen und sich ausbedingen, dass alle chikaneuse und ihm nachteilige Verfügungen in der Fischerei nachblieben, damit er mit dem Fischer diese Fischerei zusammen auf einen freundschaftlichen Fuß ausüben könnte. &lt;br /&gt;
:Der Fischer Sewkow bezeuget seine Bestimmung, so wie schon vormals zu den, dem Freischulzen Mollenhauer zur Fischerei zugestandenen Revier, und versichert, dass er von seiner Seite keine Gelegenheit dazu anderweitigen Streitigkeiten mit dem Freischulzen geben, sondern mit dem derselben auf dem bestimmten Revier, wenn das Wasser offen wäre, die Fischerei auf eine gemeinschaftliche und freundschaftliche Art ausüben wollen, jedoch müsse er sich ausbedingen, dass die Reusen nicht aus dem Vorlande, da wo er fischte gelegt würden, und dass der Freischulze, wenn er die Fischerei durch einen Arbeitsmann exercierte, entweder selbst dabei wäre, oder auch seinen Sohn oder einen von seinen Leuten dabei hielte, damit er, der Fischer, überzeugt würde, dass die Fischerei wirklich von dem Freischulze betrieben würde. &lt;br /&gt;
:Der Freischulze Mollenhauer agnosciret auch diese beiden von dem Fischer Sewkow vorgetragenen Punkte, genehmiget nochmal seine vorstehende Erklärung, und entsaget sich allen weitern Forderungen an der Fischerei auf dem Carwitzer See, außer dem bestimmten Ort.&lt;br /&gt;
:Da der Fischer Sewkow auch nichts weiter zu erinnern weiß, so ist diese Verhandlung geschlossen, und soll solche zur Herzoglichen Hochpreisl. Kammer eingesandt werden. Geschehen wie oben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hausbrief über das Freischulzenhaus an Friedrich Schulz&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Urkundlich ist dieser Hausbrief unter dem Siegel und der gewöhnlichen Unterschrift des Großherzoglichen Kollegiums und Forstkollegiums erteilt worden. Geschehen Neustrelitz 2. April 1859&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Von dem Großherzoglichen Mecklenburger Kammer- und Forst-Kollegio hieselbst ist dem Eigentümer Friedrich Schulz über das von dem Particulier Moldenhauer zu Neustrelitz laut Contrakts vom 1. März 1859 für 2500 Courant gekaufte, in Carwitz belegene vormalige Freischulzenhaus c.p. nachstehender Hausbrief erteilt worden: der Eigentümer Friedrich Schulz soll berechtigt sein, das vorgedachte Haus nebst Ställen und den unzertrennlichen Pertinenzen als: &lt;br /&gt;
:1. der Haus- und Hofstelle von 76 Quadrat-Ruten2&lt;br /&gt;
:2. den beiden Gärten und der Wörde hinter dem Hause zusammen von 1393 qr&lt;br /&gt;
:3. der an die Wörde stoßenden Wiese von 443 qr&lt;br /&gt;
:4. den beiden im Zansen See befindlichen Inseln a) dem Bullenwerder von 585 qr b) dem Steinwerder von 484 qr zusammen 2981 qr&lt;br /&gt;
:5. der Rohrwerbung hinter der Wörde&lt;br /&gt;
:6. die Fischerei auf demjenigen Teile des Carwitzer Sees und unter denjenigen Bestimmungen, welche vor dem Amte Feldberg ad  protocollum vom 29. Dezember 1801 festgesetzt worden, mit der Befugnis, den Graben aus dem Santzow ((? = Zantzen )) in den Dreetzer See allein zuzustellen, ohne jedoch Wehren in demselben anlegen zu dürfen, in Grundlage des Bestätigungsbriefes von 19. Februar 1853 eigentümlich zu besitzen und zu nutzen, wobei aber die Jagd auf den bis Ländereien vorbehalten und bedungen ist, dass der Eigentümer dieses Haus keine neuen Wohnungen in demselben anlegen darf.&lt;br /&gt;
:Dagegen muss von diesem Hause nebst Zubehör ein jährliches Grundgeld von zwei Thalern Courant...&lt;br /&gt;
:Mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservaten-Kasse, oder wohin es sonst angewiesen wird, prompt bezahlt werden. Außerdem müssen von diesem Hause resp. von den Besitzern desselben alle öffentlichen kommunal- und sonstigen Abgaben und Lasten, nicht minder die Kirchen-Pfarr- und Küster-Abgaben und Dienste, wie sie durch Edikte, Verordnungen oder Herkommen bereits bestehende, und resp. entweder verkündiget oder nötigen Falls durch das Amt werden repartieret und führen dies Grundstück bestimmt werden, unweigerlich bezahlt getragen und geleistet werden...“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Haus Nr. 18 in Carwitz - Zusatz zum Bestätigungsbrief vom 27. Oktober 1872&lt;br /&gt;
:Auf Grund der deutschen Maß- und Gewichtsordnung und des Reichsmünzgesetzes, sowie in Folge desfallsiger Vereinbarung mit dem Besitzer des Hauses Nr. 18 in Carwitz, dem Holzwächter Behrends kommen sind der Flächeninhalt der Pertinentien des Grundstücks und die dasselbe belastenden Abgaben in nachstehende Art umgewandelt und festgestellt. &amp;quot; ((Es folgen die in Quadratmetern umgerechneten Flächen des Freischulzenhofes von 1859.))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; 2. davon ist ein jährliches Grundgeld von sechs - 6 - Mark mit dem üblichen Quittungsgelde an die Reservatenkasse des Großherzoglichen Amts Feldberg oder wohin es sonst angewiesen wird, zu bezahlen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Es folgen Bestimmungen zu einer aus einem Teile des früheren Pfarrgehöftes in Carwitz gebildeten Erbpachtstelle I.B. &lt;br /&gt;
:§ 1 legt die Vermessung des Grundstückes fest)&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 2 der g. Behrends hat das Recht der Mitbenutzung der Trift zum Lucin-See zum Tränken seines Viehes. Sonstige Gerechtigkeiten an den Seen von Carwitz stehen ihm nicht zu.&lt;br /&gt;
:Er hat ferner mit den Besitzer  der Erbpachtstelle I.A gemeinschaftlich einen Ackerbestellungsweg so lang wie die Stellen sind, in einer Breite von - zwei und einhalb - 2 1/2 Meter und zwar jeder zur Hälfte von seinem Acker herzugeben und zu unterhalten.&lt;br /&gt;
:Die Jagd auf der Erbpachtstelle wird reserviert ((bedeutet was?)), und hat g. Behrends für Wildschaden keine Ansprüche zu erheben. (s. dazu (1 S.21- 23)..&lt;br /&gt;
:§ 3 betrifft Gebäude, Wohnungen und deren Verfügung))&lt;br /&gt;
:&amp;quot; § 4 der Besitzer hat gegen die Kommüne, die Kirche, sowie die Küsterei zu Carwitz und gegen die Pfarre zu Feldberg den vierten Teil aller derjenigen Verpflichtungen zu übernehmen und zu leisten, wie sie ein Bauer in Carwitz hat oder nach ergehenden Bestimmungen und Verordnungen künftig haben wird; namentlich hat er das Messkorn an den Pastor in Feldberg und den Küster in Carwitz wie ein Carwitzer Bauer zum vierten Teile zu leisten und abzutragen.&lt;br /&gt;
:Auch hat er den vierten Teil der Hand - und Spanndienste bei den Bauten und Reparaturen der Kirche, des Kirchhofes, des Witwen-, Küster- und Schulenhauses zu Carwitz, sowie bei dem bestehenden Pfarrgehöft in Feldberg wie ein Carwitzer Bauer zu leisten und unterwirft sich hinsichtlich dieser Leistungen der Repartition des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ebenso hat er zur Besserung der über das Carwitzer Feld führenden Wege und der Dorfstraße, sowie event. zum Dämmen der letzteren, sowie zur Herstellung und Erhaltung der nöthigen Brücken nach demselben Verhältnisse beizutragen. Er hat auch auf Verlangen den Schulzen- und andre Gemeindedienste zu übernehmen, ersteren gegen die von dem Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegio zu bestimmende Renumeration.&lt;br /&gt;
:Dem Abdeckereizwange für Carwitz ist er unterworfen. Er hat auch dem bei einer eventuellen Versetzung des Küsters in Carwitz verbleibenden Schulmeister den vierten Teil desjenigen zu prästiren, was ein Carwitzer Bauern leistet oder leisten wird. Seinen Grenznachbaren hat er stets die nach Vorschrift des Amtes nöthige Vorfluth zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:§ 5 der g. Behrends erhält weder Brennholz für sich, oder seine etwaigen Einlieger, noch Bauholz oder sonstige Materialien.&lt;br /&gt;
:§ 6 der Besitzer unterwirft sich allen polizeilichen und administrativen Ordnungen und Anordnungen, welche über die Kommüne, die Schule und die Armenpflege von Carwitz bestehen oder noch erlassen werden sollten.&lt;br /&gt;
:§ 7 von diesem Grundstück ist von Johannis 1877 ab alljährlich ein Grundgeld von zwölf - 12 - Mark zu entrichten. Dasselbe wird in halbjährlichen Raten zu Michaelis und Ostern mit dem üblichen Quittungsgebühren an die Reservatenkasse des Amtes Feldberg oder wohin es sonst verlangt wird, frei bezahlt&lt;br /&gt;
:§ 8 das Grundgeld und alle sonstigen Abgaben, welche der Besitzer erbbrieflich zu entrichten hat, unterliegen dem Exekutionszwange des Großherzoglichen Kammer- und Forst-Kollegii resp. des Großherzoglichen Amtes Feldberg.&lt;br /&gt;
:Neustrelitz, den 21. August 1877 „&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Testament des Gastwirtes „Zum Krug“ August Utnehmer 1916 („de Kröger“)&lt;br /&gt;
:„Großherzogliches Amtsgericht Feldberg                                     Carwitz, 21. Juni 1916     &lt;br /&gt;
:gegenwärtig: Amtsrichter Dr. Weber als Richter, Gerichtsaktuar Renter als Gerichtsschreiber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf den Antrag des Krügers August Utnehmer in Carwitz sein Testament in seiner Wohnung aufzunehmen, begaben die Unterzeichneten sich heute in die in Carwitz gelegene Krugwirtschaft des Antragstellers. &lt;br /&gt;
:Sie trafen dort in einem zu ebener Erde nach dem Hofe hinaus belegenen Schlafraum einen älteren Mann im Bette liegend an, der auf Befragen des Richters erklärte, dass er der Krüger August Utnehmer sei und ein Testament errichten wolle. &lt;br /&gt;
:Die Persönlichkeit des Erblassers ist dem Gerichtsschreiber persönlich bekannt und wurde durch diesen auch dem Richter vorgestellt.&lt;br /&gt;
:Der Krüger August Utnehmer war offensichtlich krank, die Unterredung mit ihm ergab aber seine zweifellose Geschäftsfähigkeit.&lt;br /&gt;
:Er erklärte seinen letzten Willen mündlich wie folgt:&lt;br /&gt;
:§ 1 als Erben setze ich&lt;br /&gt;
:-meine Ehefrau Ida Utnehmer geb.Brüggemann zu 1/4 und&lt;br /&gt;
:-meine beiden Kinder Paul und Elisabeth Utnehmer zu je 3/8 ein.&lt;br /&gt;
:2 der Nachlass besteht im Wesentlichen aus dem Kruggehöft eingetragen im Grundbuch von Carwitz Blatt 26.&lt;br /&gt;
:Ich bestimme über die Auseinandersetzung, dass mein Sohn Paul dieses Kruggehöft mit allen darauf ruhenden Rechten und Lasten übernehmen soll, insbesondere also auch die darauf ruhenden Eigentümergrundschulden Fol. 1 bis 3 im Gesamtbetrage von 2700 Mark.&lt;br /&gt;
:Dafür hat er meine Frau und meine Tochter Elisabeth in der in den folgenden Paragrafen bestimmten Art abzufinden. &lt;br /&gt;
:Außerdem hat er als Alleinschuldner eine Schuld aus Darlehn von 2700 Mark, die für die Wirtschaft bei dem Vorschussverein im Feldberg aufgenommen worden sind, zu übernehmen.&lt;br /&gt;
:§ 3 meine Ehefrau Ida geb. Brüggemann soll zur Abfindung von meinem Sohn ein in das Grundbuch eingetragenes Altenteil aus der Wirtschaft erhalten und zwar:&lt;br /&gt;
:-400 Mark jährlich bar,&lt;br /&gt;
:-die für ihren persönlichen Bedarf erforderlichen Kartoffeln,&lt;br /&gt;
:-wöchentlich ein Pfund Butter,&lt;br /&gt;
:-täglich einen Liter Milch und ein Pfund Brot,&lt;br /&gt;
:-jährlich ein Schwein von 2 1/2 Zentnern Lebendgewicht,&lt;br /&gt;
:-und endlich freie Wohnung in den beiden Zimmern hinter der Krugstube.&lt;br /&gt;
:Sollte meine Frau aus irgendwelchen Gründen nicht die Altenteilwohnung und die ihr ausgesetzten Naturalien in Anspruch nehmen wollen, so soll es ihr freistehen, statt dieser Leistungen weitere 400 Mark jährlich von meinem Sohn zu verlangen. Auch dies soll in das Grundbuch eingetragen werden.&lt;br /&gt;
:§ 4 an meine Tochter Elisabeth soll mein Sohn 5000 Mark zur Abfindung aus dem Nachlass zahlen. Diese Erbschaftsforderung soll in das Grundbuch eingetragen werden und bis zu ihrer Heirat oder bis zum Tode der Mutter unverzinslich, dagegen von den bezeichneten Zeitpunkten an mit 4 v. H. in den landesüblichen Terminen verzinslich sein. Die Kündigung der Forderung ist bis zu ihrer Heirat oder dem Tode ihrer Mutter unzulässig, dagegen könnte sie von da an zu den landesüblichen Terminen erfolgen, frühestens aber zum zweiten Termin nach der Heirat bzw. dem Tode der Mutter.&lt;br /&gt;
:Außerdem soll mein Sohn persönlich verpflichtet sein, seiner Schwester Elisabeth im Falle ihrer Verheiratung eine Aussteuer im Werte von mindestens 2000 Mark aus dem Nachlass zu geben.&lt;br /&gt;
:Dies Protokoll wurde vorgelesen, von dem Erblasser genehmigt und von ihm eigenhändig unterschrieben.&lt;br /&gt;
:gez. A. Utnehmer &lt;br /&gt;
:geschlossen   &lt;br /&gt;
:gez. Weber Amtsrichter     gez. Renter Aktuar“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hullerbusch = Holunderbusch. &lt;br /&gt;
:Der Holunder wurde in der nordischen Mythologie als Baum des Lebens betrachtet. Er wurde von der Göttin Freyja verehrt und brachte Wohlstand und Glück. :Er wurde im Mittelalter auch als Tor zur Unterwelt gesehen.&lt;br /&gt;
:Hullerbusch-Bauernhof: Dr. med. Horst Rügler (Amtsarzt, Spechtstr. 5 in 1000 Berlin 33 Dahlem) übergab Frau Christa Schönfeld am 21.8.1992 die von ihm niedergeschriebene Geschichte des Hofes. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+2a&#039;&#039;&#039; Er schrieb sie als Schüler 1937 auf. Die Geschichte und Karte des Vermessungsamtes liegen als Kopien in den Unterlagen von Christa Schönfeld. &#039;&#039;&#039;(s. 12 u. 19)&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„Der Hof&lt;br /&gt;
:dem Bauern Christian Schulz gehörte nach seinem Grundbrief vom 30. 6.1832 ein Hof &amp;quot;auf der Bleiche&amp;quot; in Carwitz. Als dieser durch einen Brand vernichtet und die Flur neue reguliert wurde, bat er das großherzogliche Kollegium durch das Amt Feldberg am 11.4.1845 um die Erlaubnis, sein Gehöft auf seiner demnächstiegen Hufe am Hullerbusch neu aufzubauen, was ihm vier Tage darauf zugebilligt wurde. &lt;br /&gt;
:Dem Förster wurde aufgegeben, diesen Teil des Hullerbusches sofort vom Holze räumen zulassen, und der Bau des Gehöftes konnte beginnen.&lt;br /&gt;
:Er starb jedoch schon kurz darauf, und seine Witwe, eine geborene Hartwig, übergab am 27.2.1847 dem ältesten Sohn Johann Schulz, der am 21.3.1818 in Carwitz geboren war, den Hof. &lt;br /&gt;
:Mit seiner Ehefrau, Dorothea, geborene Köller, hatte er acht Kinder. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1887 übergab er dem ältesten Sohn Wilhelm Schulz die Wirtschaft, die dieser am 4.8.1913 an Wilhelm Strasen verkaufte, der am 8.2.1856 in Mechow geboren und bis dahin Meister am Dolgener Teerofen war. &lt;br /&gt;
:Von diesem erwarb der Landwirt Arno Troche den Hof, der nach dessen Tode, am 25.4.1931, in Konkurs ging, sodass ihn Wilhelm Strasen zurücknahm, um ihn am 14. 07. 1932 an meinen Großvater, Wilhelm Hasse, zu verkaufen. &lt;br /&gt;
:Nachdem dieser am 30.5.1935 gestorben war, wurde am 6.3.1937 meine Mutter, Martha Rügler, Erbin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Hof vom ehemaligen Pächter oder Besitzer des über 20 ha großen Hofes Wiesenthal bei Zierke / Neustrelitz übernommen. :Dieser Bauer Schäfer betrieb dort Gemüseanbau - vielen Flüchtlingsfrauen wurde dadurch in der schweren Zeit nach dem Kriege geholfen. &lt;br /&gt;
:Bald ging aber auch er in den Westen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 10.jpg|600px|zentriert|thumb| CD10 Villa Hullerbusch vor dem Bau des Hotels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Hullerbusch wurde 1904 das Jagdschlösschen des bankrotten Gutsherrn von Wittenhagen abgerissen. &lt;br /&gt;
:Der neue Eigentümer, der ehemalige Schutztruppenoffizier Meike, baute es – nach Osten versetzt – wieder auf. &lt;br /&gt;
:Interessant ist, dass dabei die wertvollen ausländischen Hölzer mit Wurzelballen herausgenommen wurden. &lt;br /&gt;
:Meike fiel übrigens im hohen Alter noch im ersten Weltkrieg.“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 11.jpg|600px|zentriert|thumb| CD11 die &amp;quot;uralte&amp;quot; Luzinhalle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Großvater von Christa Schönfeld, Wilhelm Strasen, kaufte 1913 das Bauerngehöft Hullerbusch, ca. 200 Morgen Land. &lt;br /&gt;
:Das ist die jetzige Schäferei. (s. Interview Schönfeld)&lt;br /&gt;
:Die Kahnfähre über den Schmalen Luzin an der ehemaligen Gaststätte „Luzinhalle“ soll seit 1907 existieren. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12.jpg|1500px|zentriert|thumb| CD12 Hullerbusch Bauernhof 1925 Meckl. Strel. Vermessungsamt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 12a.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD12a Hullerbusch-Weg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 13.jpg|800px|zentriert|thumb|Datei: CD13 Blick auf Carwitz um 1900]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 14.jpg|800px|zentriert|thumb| CD14 Blick über die Luzinhalle auf das Schmal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel 16.jpg|800px|zentriert|thumb| CD16 Der Erinnerungssein an den Förstersohn Hans Knebusch (Hartmannsweilerkopf liegt im Elsass)]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Krüselin:&#039;&#039;&#039; die alte Dorfstelle der deutschen Ostkolonisation, heute Wüstung Krüselin – wurde 1945 endgültig zerstört, da sich Letten-SS oder Hitlerjugend dort verschanzt hatten; die Grundmauern wurden nach 1990 aufgefrischt. &lt;br /&gt;
:Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war dort eine Revierförsterei und beherbergte auch drei Waldarbeitergehöfte. &lt;br /&gt;
;Unter der zum Gedenken an den Sohn des Försters gepflanzten Silberlinde steht der Stein: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine uralte &#039;&#039;&#039;Wassermühle&#039;&#039;&#039; steht am Ausfluss des Sees Krüselin. &lt;br /&gt;
:Jenseits des Baches liegt Brandenburg. &lt;br /&gt;
:Die Geschichte dieser Wassermühle mit dem Streit um ihren Besitz und die damit verbundenen Einnahmen ist interessant und erheiternd. (Siehe Abschnitte Tilemannus Stella von Siegen 1575-78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“ im Anhang) &lt;br /&gt;
:Die Wassermühle ist heute eine Ferienpension. Es gibt noch mehrere Ferienhäuser. &lt;br /&gt;
:Die Gaststätte liegt sehr schön am See.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==6. Weimarer Republik und Nationalsozialismus / 1919 - 1945:==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die vier Interviews mit Christa Schönfeld, Ehepaar Hildegard und Otto Schulz, Ehepaar Ursula und Kurt Güldner, sowie Erna Morach, geb. Güldner, in den :Jahren 2005-2008 spiegeln die Verhältnisse in der Landwirtschaft, den Handwerken und insbesondere auch die Schulbildung, in dieser Zeit wider.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld (1921-2009), Carwitz, Dorfstr.78 erzählte 2005 bei mehreren Zusammenkünften: &lt;br /&gt;
:Ihr Urgroßvater Brüggemann hatte den Krug (die jetzt geschlossene Gastwirtschaft) 1826 gekauft. Seitdem war er im Besitz der Familie. Der Großvater August Utnehmer heiratete Ida Brüggemann und übernahm „de Krog“, seitdem war er „de Kröger“. &lt;br /&gt;
:Er starb 1916 und ihr Vater Paul Utnehmer übernahm den Krug.4 &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkriege hatte Carwitz ca. 280 – 300 Einwohner.   &lt;br /&gt;
:Man unterschied das untere vom oberen Dorf. So gab es „de unnerdörpchen un de boomdörpchen“ - die Unter- und die Oberdörfler.    &lt;br /&gt;
:Boomdörp = Dorf mit großen alten Bäumen um die Kirche herum&lt;br /&gt;
:Der älteste Hof (früher Familie Benzin), der seit dem 30-jährigen Krieg bestehen soll, gehört der jetzigen Familie Juhl, Dorfstr. 66. Es ist das :Restaurant mit dem Eisstand und dem Straßenkiosk.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD17x.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD17 Der Krog vor 1906]]&lt;br /&gt;
                                                                                                                                                                           &lt;br /&gt;
:Während die Wohnhäuser im 19. Jahrhundert meist schon mit Ziegeln gedeckt waren, waren die Scheunen noch mit Rohr gedeckt. &lt;br /&gt;
:1926 brannte die Scheune von Schönfelds ab (Dorfstr.78, später Kratochwil). &lt;br /&gt;
:Durch den Funkenflug über die Straße hinweg wurden auch die Scheunen vom Pfarrhof und vom Hof Dreiseidel angezündet und brannten ab.  &lt;br /&gt;
:Da drei Scheunen abgebrannt waren, wurde auf dem Bollenwerder ein kleiner Stall für die dort weidenden Kühe gebaut.                                                                                     &lt;br /&gt;
:Das wirtschaftlich genutzte Land, die Äcker gehörten alle dem Großherzog. &lt;br /&gt;
:Die Bauern hatten es gepachtet, als Erbpacht. Nur der Freischulze besaß eigenes Land. &lt;br /&gt;
:Die Höfe und der Hausgarten, „de Woerde“, gehörten aber schon länger dem Hofbesitzer. &lt;br /&gt;
:Erst nach der Enteignung der Fürsten 1919 konnten die Bauern in den 20er und 30er Jahren das Land ziemlich günstig nach und nach vom Staat kaufen. &lt;br /&gt;
:So hat „de Kröger“ Paul Utnehmer sein Land damals im Tausch gegen eine für die Gastwirtschaft bestehende „Gerechtsamkeit“, die in Holzlieferungen der Forst bestand, ablösen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 18.jpg|600px|zentriert|thumb| CD18 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 19.jpg|600px|zentriert|thumb| CD19 Paul Utnehmer mit Sohn Joachim bringen Feriengast zum Bahnhof ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben, und trugen sie nach Hause. Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.&lt;br /&gt;
:In Carwitz gab es in den 20er und 30er Jahren 3 Vereine: &lt;br /&gt;
:Der Schützenverein, der Geselligkeitsverein und der Gesangsverein. &lt;br /&gt;
:Die Krogwirtschaft hat die Vereinsfeste betreut. Das waren reine Männervereine, Frauen waren nur bei den Festen dabei. &lt;br /&gt;
:In den Hullerbusch-Wald, hinter dem jetzigen Ferienhotel, wurden Bänke, Tischplatten auf Böcken und Zelte gebracht. &lt;br /&gt;
:Der Krog wurde mit Mecklenburger Fahnen und Girlanden geschmückt. Wenn sich alle versammelt hatten, zog der Schützenverein hinaus zum Hullerbusch. &lt;br /&gt;
:„De Kröger“ Paul Utnehmer half Muttern mit einem kleinen Schubs auf den Pferdewagen und fuhr hinterher. &lt;br /&gt;
:Angekommen zapfte er ein großes Fass Bier an und schenkte aus. Die Frau des Krögers kochte auf einem eisernen Dreifuß über Holzfeuer in einem Kessel den Kaffee. &lt;br /&gt;
:Bäcker Schulz hatte Pfannkuchen gebacken. Die Männer tranken mehr Bier und Cognac. &lt;br /&gt;
:Auf Schießscheiben wurde dann auch noch geschossen. Am Abend, nachdem das Vieh versorgt war, gab es dann großen Tanz im Krog bis frühmorgens um 6 Uhr. :Wenn es zu laut wurde oder Raufereien begannen, wurden die Unruhstifter vom kraftvollen Kröger sehr schnell an die frische Luft gesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 20.jpg|600px|zentriert|thumb|CD20 Foto von Christa Schönfeld hinterm Krog mit Keglern: re. außen mit Kegelkugel = Paul Utnehmer, der mit weißem Schnauzbart und Hut ist sein Vater August Utnehmer, li. mit dem Arm auf der halben Wand = Ida Utnehmer seine Frau. ]]&lt;br /&gt;
:Manchmal gab es auch Lehrer oder andere Interessierte, die vor allem zu Weihnachten Theaterspiele organisierten. &lt;br /&gt;
:Es waren Märchen oder die Texte wurden selbst verfasst. &lt;br /&gt;
:Auch die Kostüme wurden selbst genäht oder geklebt. Alle Darsteller waren aus Carwitz. &lt;br /&gt;
:Feldberger oder andere Auswärtige kamen dafür nicht infrage&lt;br /&gt;
:Ich war mal die Großmutter im Märchen „Rotkäppchen“. &lt;br /&gt;
:Da ich das Taschentuch verloren hatte, trocknete ich mir die Tränen demonstrativ mit meiner Trägerschürze ab. Dafür bekam ich stürmischen Applaus. Malermeister Schmidt, der Vater von Ursula Barthels, hat aus 32 Volksliedern ein Theaterstück zusammengestellt. &lt;br /&gt;
:Er konnte nicht singen, sie auch nicht. Aber das hat er wunderbar gemacht. &lt;br /&gt;
:Er wandert in die Ferne und kommt erst nach Jahren zurück. Da ist seine ehemalige Geliebte entgegen dem Schwur beim Abschied, unglücklich mit einem Gärtner verheiratet. &lt;br /&gt;
:Ich spielte ihr kleines Mädchen.  Sie schaut am Gartentor mit tränenumflortem Blick in die Ferne und denkt dabei an ihren früheren Schatz. Wo ist er wohl jetzt? &lt;br /&gt;
:Der tritt unerkannt auf sie zu mit den Worten: „Warum weinst du holde Gärtnersfrau, weinst du um das Veilchen Dunkelblau?“ So setzte er die Liedtexte dann aneinander.&lt;br /&gt;
:Mit der Machtübernahme durch die Nazis wurden die Vereine alle aufgelöst oder gleichgeschaltet und die Feste fanden nicht mehr statt. Sie entsprachen nicht mehr den Vorstellungen vom „völkischen Brauchtum“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Aufgewachsen bin ich im Krog. Ostern 1928 kam ich mit 8 weiteren Kindern in die einklassige Schule in Carwitz. (heute wohnt dort Fr. Deuß, Dorfstraße 74) &lt;br /&gt;
:Sie hatte 8 Klassenstufen, insgesamt hatte die Schule 54 Kinder in dem einen Raum. &lt;br /&gt;
:Ich hab’ geheult, ich wollte nicht in die Schule gehen. Die ABC-Schützen saßen vorn in der ersten Reihe. &lt;br /&gt;
:Einziger Lehrer war „Köster“ Heiy, der später nach Weisdin versetzt wurde. Der Lehrer wurde „de Köster“ genannt, obwohl er das zu dieser Zeit schon nicht mehr war. &lt;br /&gt;
:Trotzdem spielte er am Sonntag zum Gottesdienst die Orgel. &lt;br /&gt;
:„De Glöckner“ Schmidt läutete dreimal am Tage die „Bädglock“ - 7.00, 12.00 und 18.00 -. &lt;br /&gt;
:Auch den Sonntag hat er eingeläutet und danach die Orgel getreten.  Nebenbei hat „de Glöckner“ noch die beiden Friedhöfe gepflegt.&lt;br /&gt;
:„Erzogen“ wurde mit dem Rohrstock. „Wenn ich beim 2. Male beim Schwatzen ertappt wurde, musste ich nach vorn kommen, die flachen Hände vorstrecken und bekam dann mit dem Rohrstock paar übergebrettert, das hat gezogen! &lt;br /&gt;
:Na, den Jungs wurde mit dem Rohrstock regelrecht der Hintern verprügelt. Bestimmt über ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ich mich an die Schule gewöhnt hatte. &lt;br /&gt;
:Ich fragte mich immer, warum fragt „de Köster“ nicht die älteren Kinder, wenn er was wissen will?  &lt;br /&gt;
:Weil ich nicht lesen und schreiben wollte, gab mir Mutter so nach einem halben Jahr im November paar ordentliche Ohrfeigen. &lt;br /&gt;
:Von diesem Abend an konnte ich plötzlich lesen und schreiben. Ich hatte ja eine gute Auffassungsgabe, obwohl ich eigentlich ein Phlegmatiker war. &lt;br /&gt;
:Was ich nicht mochte, mochte ich nicht. Der Nachfolger, Herr Neckritz, kam aus Brohm einem Gutsarbeiterdorf. &lt;br /&gt;
:Er trug braune SA-Uniform. Frühmorgens mussten wir ihn alle mit ausgestrecktem rechtem Arm und „Heil Hitler“ begrüßen. &lt;br /&gt;
:Da ich gut in Orthographie war, musste ich die Diktate der jüngeren Schüler mit Bleistift korrigieren und er schrieb das dann mit roter Tinte nach und setzte sein „N„ darunter. &lt;br /&gt;
:Er war sehr nervös und den Anforderungen einer großen Dorfschule nicht gewachsen. Oft reagierte er unüberlegt und ungehalten. &lt;br /&gt;
:So ging ihm mal das ständige „Heil Hitler“ - „Heil Hitler“ so auf die Nerven, dass er missmutig sagte „Ihr wisst ja gar nicht, was ihr sagt, da könnt ihr auch „Heil Moskau“ sagen. &lt;br /&gt;
:Der „Dorfrat“, den es zwar nicht gab, den aber die interessierten Männer des Dorfes am Stammtisch des Krogs bildeten, veranlasste darauf, dass er auf eine andere Schule versetzt wurde. &lt;br /&gt;
:Der Nachfolger war Lehrer Schwoch. Das war ein noch größerer Nazi. Der bespitzelte alle und wurde später „Blockleiter“ des Dorfes. &lt;br /&gt;
:Er hat meinen Vater angezeigt, weil er die Urlauber noch nach der Sperrstunde - 23 Uhr - bei sich im Krog sitzen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Dörffel CD 21.jpg|1000px|zentriert|thumb| CD21 1928 Carwitzer Schulklasse mit Lehrer (vor der Schule Dorfstr. 74. Das einzige „Umgebindehaus“ in Carwitz)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1936 wurde ich an Palmsonntag konfirmiert und aus der Schule entlassen. &lt;br /&gt;
:Der Lehrer empfahl meinem Vater, mich aufs Lyzeum in Neustrelitz zu schicken. &lt;br /&gt;
:Aber das konnte sich mein Vater finanziell nicht leisten. Ich blieb dann zu Hause, erlernte keinen Beruf, half im Hause und in der Gastwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Mein späterer Mann, Siegfried Schönfeld, kam aufs Carolinum in Neustrelitz. Er war auch hier in Carwitz geboren und ging die ersten Jahre hier zur Schule. &lt;br /&gt;
:Seine Tante, eine vermögende Oberin in Eutin, hat ihm das Gymnasium bezahlt. Sie hat ihn dann noch auf die NAPOLA (Nationalpolitische Anstalt) in Plön geholt. Da hatte er eine furchtbar harte Ausbildung.   &lt;br /&gt;
:Im Kriege waren die jungen Männer alle in der Wehrmacht. &lt;br /&gt;
:Fremdarbeiter und Kriegsgefangene - Polen, Franzosen, Russen - waren den Bauernwirtschaften zugeteilt worden. &lt;br /&gt;
:Da kam es dann öfter mit den Mädchen oder jungen Frauen zu Liebesbeziehungen, die dramatische Folgen haben konnten. &lt;br /&gt;
:So beantragte 1943 der „Blockleiter“ und Lehrer Schwoch, dass ein Pole gehängt werden solle, weil er ein Verhältnis mit einem Dienstmädchen (von Köllers) hatte. &lt;br /&gt;
:Das konnten der besagte „Dorfrat“ der engagierten älteren Bauern, beim Dorfvorsteher Schmidt (Bürgermeister gab es damals nicht) aber verhindern, indem er das Gerücht als nicht wahrheitsgemäß bezeichnete und den Polen versetzen ließ.“5&lt;br /&gt;
       &lt;br /&gt;
:„Ende April 1945 kamen zu uns nach Carwitz Lettische SS, Freiwilligen-SS. &lt;br /&gt;
:Wir waren schon vorher mit Pferden und Wagen in den Wald, hinter der damaligen Dorfstelle Krüselin, geflüchtet. &lt;br /&gt;
:Das Vieh hatten wir aber in den Ställen lassen müssen. Da bin ich mit dem Fahrrad noch mal hingefahren und habe die Kühe gemolken. Ich hörte schon die Geschütze am Erddamm in Feldberg / Wittenhagen donnern. &lt;br /&gt;
:Der eine Lette hat mich händeringend angefleht, weit wegzufahren mit dem Fahrrad. Ich solle keine Rücksicht auf meine Eltern nehmen. &lt;br /&gt;
:Seiner jungen Frau sei es ganz furchtbar durch die Russen ergangen. &lt;br /&gt;
:Ich bin aber bei meinen Eltern in einer Fichtenschonung im Walde geblieben.           &lt;br /&gt;
:Am 28. April kamen dann die Russen. &lt;br /&gt;
:Erst pfiffen die Kugeln über uns hinweg, da die Dorfstelle Krüselin beschossen wurde. Dort lag Lettische SS. Dann war es ½ Stunde ruhig. &lt;br /&gt;
:Auf einmal stürmten die Russen zu uns in den Wald. Ein junger Offizier sagte zu mir: „Frau komm mit“ Ich: „nein, nein, nein!“ Da kamen alle Russen auf uns zu, haben die Maschinenpistolen auf uns gehalten. Ein bei uns arbeitender polnischer Junge, der die russische Sprache verstand, sagte zu mir, dass ich mitgehen müsste, sonst würden „der Chef und die Frau“ - meine Eltern - erschossen. &lt;br /&gt;
:Ich wurde losgezerrt und war in den ersten 5 Minuten schon vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Danach mussten wir aus dem Wald wieder zurück nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Auf dem Weg nach Laeven wälzte sich eine unvorstellbare Menge von Panzern, LKW’s, Pferdewagen, Fußsoldaten auf dem Vormarsch nach Berlin entlang. &lt;br /&gt;
:Damals gab es noch keine befestigten Chausseen. Vielen von uns wurden die Koffer oder sonstige Gepäckstücke, die wir retten wollten, weggenommen und auf die Lastwagen geworfen. &lt;br /&gt;
:Später haben wir noch gelacht, weil einige Frauen ihren Mann beschimpften: „Fritz was bist du dämlich, dass du dir den Koffer hast wegnehmen lassen.“ &lt;br /&gt;
:Was sollte er denn anders tun? Es hat lange gedauert, bis wir wieder zu Hause waren. &lt;br /&gt;
:Der Hof war voller Russen, die dauernd wechselten. Sie konnten sich nur kurz bei uns ausruhen. &lt;br /&gt;
:Ich habe mich tagelang auf dem Stallboden hinter Strohballen versteckt, bin dort auch nicht gefunden worden. &lt;br /&gt;
:Meine Mutter wurde noch mehrfach vergewaltigt. &lt;br /&gt;
:Eine Familie Dr. Horn, eine Frau und ihre beiden Söhne, kam aus Feldberg und wollte sich unten am Ufer des Schmalen Luzins vergiften. Bei der Frau und einem Sohn hat es geklappt. &lt;br /&gt;
:Das Schlimmste aber war, dass die Frau in ihrem Todeskampf noch vergewaltigt worden ist. So lag sie da, so hat man sie gefunden. &lt;br /&gt;
:Den Ehemann, er war Rechtsanwalt, hat man durch Feldberg geschleift. Er ist nach Russland deportiert worden, aber später wieder zurückgekommen. &lt;br /&gt;
:Er stammte aus dem Westen Deutschlands. Der andere Sohn Peter Horn (12) ist bei Frau Kratochwil untergekommen und dann im Herbst schon nach Westdeutschland gegangen. &lt;br /&gt;
:Die Leichen wurden zunächst am Luzin begraben und Anfang der 50-er Jahre auf den neuen Friedhof umgebettet. &lt;br /&gt;
:Mitte Mai 1945, wir wussten nicht, dass der Krieg schon zu Ende war, haben meine jüngere Nachbarin, Christa Völkner, und ich uns wieder verstecken müssen. &lt;br /&gt;
:Da sind wir auf Brettern über „de Hals“6 auf das sumpfige Ufer geflüchtet und haben uns bei sehr schönem Wetter dort versteckt. &lt;br /&gt;
:Mein Vater hatte mir unter einer Dachgaube ein Versteck gebaut. &lt;br /&gt;
:Die Christa Völkner wurde aber in ihrem Haus unter dem Bett hervorgezerrt und 7 oder 8 Mann haben sich dann über sie hergemacht. Mutter und Oma waren mit dabei. &lt;br /&gt;
:Ein 2. Strohsack wurde in mein Versteck noch hineingezwängt. &lt;br /&gt;
:Fast täglich wurde das ganze Haus vom Keller bis zum Boden durchsucht. Es war furchtbar. &lt;br /&gt;
:Ich habe eine Eisenstange neben mich gelegt und hätte den, der mich entdeckt, erschlagen. Das konnte ich nicht noch einmal ertragen. &lt;br /&gt;
:Dann hätten sie mich eben lieber erschießen sollen. &lt;br /&gt;
:13 Wochen haben wir nachts in dem Versteck gelegen. Obwohl ein Nachbar, der alte K., uns verraten und den Russen gesagt hatte, dass dort 2 Mädel sind, wurden wir nicht gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, (1923-2008) in Carwitz und Hildegard, geb. Rakow, (1923- ?) in Thomsdorf, erzählten 2006: &lt;br /&gt;
:Otto Schulz: „Mein Vater wurde in Hasselförde 1883 geboren. Er heiratete 1909 in den Bauernhof Benzin ein. &lt;br /&gt;
:Unser jetziges Haus, Dorfstr. 90, rechts vor der Bäk, wurde von ihm gleich danach gebaut. &lt;br /&gt;
:Nach dem 1. Weltkrieg 1923 kaufte mein Vater das bis dahin gepachtete Land vom Staat, denn das Land der Fürsten war 1919 enteignet worden. &lt;br /&gt;
:Mein Großvater mütterlicherseits war auch Ortsvorsteher. &lt;br /&gt;
:Nachdem er starb übernahm meine Großmutter dieses Amt. Ja, die hatte Haare auf den Zähnen, meine Großmutter“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Christa Schönfeld meinte zu dieser Großmutter: „Das Sagen auf den Bauernhöfen hatten die Besitzer, d.h. auch in Familienangelegenheiten sagten die Alten, wie es lang ging. &lt;br /&gt;
:So hatte die junge Familie Schulz schon 5 Söhne. Das waren nach Ansicht der alten Bäuerin, schon zu viele. &lt;br /&gt;
:So bestimmte sie als Schwiegermutter, dass das junge Paar in Zukunft getrennt zu schlafen habe“. &lt;br /&gt;
:„Otto Schulz, der jüngste Sohn, damals 5 Jahre alt, war en Dollbrägen, ne war das en Dollbrägen“.  &lt;br /&gt;
:Im harten Winter 1929 starb die Großmutter.  Als sie aus dem Dachgeschoss über die steile Treppe nach unten gebracht wurde, meinte Otto: „Un ehre Knochen, de habn geklöttert!“ – „und ihre Knochen, die haben geklappert“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto: „Eingeschult wurde ich 1930 bei Lehrer Hey, später waren meine Lehrer Wils, Richter, Neckritz. &lt;br /&gt;
:Neckritz war ein SA-Mann, wir mussten frühmorgens mit „Heil Hitler grüßen. &lt;br /&gt;
:1937 wurde ich in Carwitz bei Pfarrer Schwuch konfirmiert. &lt;br /&gt;
:Nach Schulabschluss der 8. Klasse lernte ich bei der Fa. Licht in Feldberg den Beruf „Maschinenschlosser“. &lt;br /&gt;
:1941 zur Wehrmacht eingezogen kam ich ins Afrikacorps. &lt;br /&gt;
:Im Februar 1948 wurde ich aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, aber aus Schottland entlassen. &lt;br /&gt;
:Am 3.2.1948 war ich wieder zu Hause in Carwitz. &lt;br /&gt;
:1949 heirateten wir. Meine Braut wohnte vorher in Thomsdorf. Um zu ihr zu kommen, musste ich über den „Hals“.&lt;br /&gt;
:Dort lag damals ein Brett über dem Bach; manchmal lag auch ein Kahn am Ufer. Erst Anfang der 50er Jahre wurde die Fußgängerbrücke gebaut. &lt;br /&gt;
:Zuerst haben meine Frau und ich nur für Kost und Logis bei meinem Vater auf dem Hof gearbeitet. Wir waren sehr gut eingerichtet in der Wirtschaft.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Erna Morach, geb. Güldner (1921-2012) in Carwitz. wohnte 2008 in der Carwitzerstr. 617: &lt;br /&gt;
:„Die einklassige Schule besuchte ich von 1927-1935. Die älteren Schüler mussten sich um die jüngeren kümmern und deren Hefte auf Fehler kontrollieren. :Ich selbst war gut im Rechnen, weshalb ich nur für die Kontrolle der Rechenaufgaben eingesetzt wurde. Lehrer waren Herr Hey und Herr Richter.  &lt;br /&gt;
:Meine Schwester Susanne war mit Lore Ditzen, der „Mücke“, von Familie Hans Fallada befreundet. &lt;br /&gt;
:Wenn die Familie Fallada spazieren ging, dann kamen sie oft auf dem Wege zum Hauptmannsberg bei uns vorbei und holten Susi ab. &lt;br /&gt;
:Sie klopften an das Hoftor und riefen: “Susi komm aus deinem Husi“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 22.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD22 Foto von Erna Morach]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit 14 Jahren wurde ich in Carwitz konfirmiert. Danach ging ich jeweils für 1 Jahr als Dienstmädchen nach Rosenhof und nach Tornowhof. &lt;br /&gt;
:Danach hatte ich eine 2-jährige Wirtschaftslehre auf dem Gut Walkendorf bei Rostock. &lt;br /&gt;
:1940 wurde ich von meinem ersten Kind, einem Jungen, entbunden. Ich lebte dann bis zu unserer Hochzeit 1947 im Elternhaus. &lt;br /&gt;
:Die Eltern hatten 1933 das Haus – rechte Ecke nach Hullerbusch, heute Dorfstr. 83 – gekauft. &lt;br /&gt;
:Dort betrieben sie eine kleine Landwirtschaft von 7 Morgen, mit 1 Kuh, paar Schweinen und Kleinvieh. Dazu hatten sie auch ständig noch Sommergäste. &lt;br /&gt;
:Da sie keine Pferde hatten, mussten sie sich von den Bauern die Äcker auf dem Bohnenwerder – „7 Stücke vor und hinter der Brücke“ – bearbeiten lassen (Pflügen, Eggen, Mähen etc.). &lt;br /&gt;
:Diese Dienstleistungen wurden dann von den Familien wieder abgearbeitet. Für meine Eltern musste ich beim Müller Schmidt die Rechnung „abarbeiten“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1945: Die Rote Armee kam in der 2. Aprilhälfte von Wittenhagen und von Thomsdorf. Ich flüchtete mit der Letten-SS, die sich in Carwitz befand, in den Wald hinter Rosenhof. &lt;br /&gt;
:Aber nach 1 Tag ging ich bereits wieder zurück in unser Haus. Drangsalierungen o. ä. erlebte ich selbst direkt nicht. &lt;br /&gt;
:Wenn die Russen vorn hereinkamen, flüchtete ich in die Scheune hinter das Heu und Stroh. &lt;br /&gt;
:Die Russen lebten nicht im Dorf, sondern bauten sich am Weg nach Laeven Erdbunker. Die Löcher, Senken von ca. 8x4 m sieht man heute noch.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aus dem Interview 2008 mit Ehepaar Ursula (geb. Koch) (1931-2016) in Neuhof bei Feldberg, und Kurt Güldner, Kurt (1925-2015) in Carwitz:&lt;br /&gt;
:Kurt wurde geboren gegenüber dem Backhaus im Oberdorf. &lt;br /&gt;
:Nach 7 Jahren zogen die Eltern ins Unterdorf Nr.83, rechtes Eckhaus am Abzweig nach Hullerbusch, heutiges Restaurant „Carwitz Eck“.  &lt;br /&gt;
:„Kurt besuchte von 1932-1940 die einklassige Volksschule für die 1.-8. Klasse in Carwitz (Dorfstr. 74). &lt;br /&gt;
:Lehrer war zunächst Herr Wilz für 41 Schüler. Von den Jungen lebt außer Kurt Güldner heute (10.4.08) keiner mehr, von den Mädchen noch einige. &lt;br /&gt;
:Schulzeit im Sommer für die 3.-8. Klasse 7.00 – 12.00; für die 1. und 2. Klasse 10.00 – 12.00. &lt;br /&gt;
:Im Winter begann der Unterricht erst 8.00. &lt;br /&gt;
:Ab 1934 kam als Nachfolger Lehrer Schwoch. Dieser kam aus Mirow, war überzeugter Nationalsozialist und war als Lehrer völlig ungeeignet. Die Versetzung nach Carwitz war wohl schon eine disziplinarische Maßnahme gewesen. Er unterrichtete als überzeugter Nazi mit militärischer Dressur und Prügel. Morgengruß „Heil Hitler“. &lt;br /&gt;
:Wenn man 3 Fehler im Diktat hatte, bekam man mit dem frisch vom Kirchhof geschnittenen Zweig eines Fliederbusches Prügel, die Jungen auf den Po, die Madel auf den Buckel“. &lt;br /&gt;
:Schwoch hatte auch Fischereirecht für den Hals, den Kanal zwischen Carwitzer See und Dreetz. &lt;br /&gt;
:Dort musste Kurt Güldner immer die Fische aus dem Kasten für das Mittagessen des Lehrers holen. &lt;br /&gt;
:Die größeren Schüler wurden von 10.00 bis 12.00 mit Aufsätzen, Rechenaufgaben, Lesen etc. beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Uli Ditzen, der ältere Sohn von Suse und Hans Fallada, war von der 1.- 4. Klasse auch Mitschüler und Spielkamerad in dieser Dorfschule. &lt;br /&gt;
:Danach ging er nach Templin aufs Joachimsthaler Gymnasium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 23.png|1200px|zentriert|thumb| CD23 1933, Frühjahr: Lehrer Wils und Klasse 1.- 8. vor der Linde am Denkmal des 1. Weltkrieges 1. Reihe, 2. links Kurt Güldner, Gottlieb Rohde, Adolf Vogler, Otto Schulz, Jochen Utnehmer, Hans Rode?, Arnold Hofer&lt;br /&gt;
2. Reihe: 3. von links Henny Wiese, geb. Güldner, 4. Erna Morach, geb. Güldner ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die einklassige Schule für die 1. – 4. Klasse mit 2 Lehrern wurde 1960 aufgelöst. Die Carwitzer Schüler mussten dann zuerst jeden Tag zu Fuß nach Feldberg gehen oder mit dem Rad fahren. Kurze Zeit später wurde ein Schulbus eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit 17 Jahren wurde Kurt 1942 Flakhelfer und 1943 zur Wehrmacht eingezogen. 1945 kam er in russische Gefangenschaft und wurde mit 25 Jahren, Dezember 1950 aus der Gefangenschaft (Donezbecken) entlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ursula (damals 14) floh mit ihrer Mutter nicht mit der Letten-SS, die in Carwitz und Neuhof einquartiert war. &lt;br /&gt;
:Sie blieben auf dem Hof bei den Großeltern. „Als die Kampftruppe der Russen kam, versteckten wir uns mit dem Vieh in selbstgebauten Erdbunkern am Küstersteig zum Schmalen Luzin. Die Russen entdeckten uns hier nicht, bis wieder „normale“ Zeiten eintraten. Dadurch kam es auch in unserer Familie zu keinen Übergriffen.“ &lt;br /&gt;
:Ursula hat von diesen Tagen und wenigen Wochen bis zum Abzug der russischen Kampftruppen im Juni 1945 nur lustige, heitere Erinnerungen: &lt;br /&gt;
:So hatten wir am Küstersteig aktuell kein Wasser und wuschen uns mit Kuhmilch. &lt;br /&gt;
:Die Kühe mussten ja gemolken werden, die Milch konnte aber nicht abtransportiert werden. &lt;br /&gt;
:Die Russen erschossen alle Hühner unseres Hofes. Daraus mussten wir Suppe kochen, aber auch mitessen, damit keine heimlichen Vergiftungen erfolgen konnten. &lt;br /&gt;
:Die Frisierkommode wurde als Futterkrippe für die Pferde genommen. Ihre eigenen 2 Pferde wurden gegen alte abgearbeitete der Russen ausgetauscht. &lt;br /&gt;
:Während des Schlafes hat eine Maus ein großes Loch in meine Jacke gefressen. &lt;br /&gt;
:Die russischen Soldaten aus den unendlichen Weiten Russlands, wo es noch keine Technik gab, staunten dann auf unserem Hof, dass Wasser aus der Wand und Licht aus der Decke kamen. &lt;br /&gt;
:Ein Soldat hatte 7 Armbanduhren am Unterarm. Keine ging mehr, da er sie nicht aufgezogen hatte. &lt;br /&gt;
:Alle 7 hat er gegen eine noch laufende Uhr meiner Mutter eingetauscht.  &lt;br /&gt;
:Später verlor meine Mutter, eine sonst sehr energische Frau, 3x ihre Stiefel an die Russen. Sie musste sie ausziehen und übergeben. Danach lief sie nur noch mit drei Paar übereinander gezogenen Wollsocken herum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auch alle Bewohner des Gutsdorfes Laeven mussten ihre Häuser verlassen, weil sich dort die Kampftruppen einquartierten. &lt;br /&gt;
:Sie zogen in verlassene Stellungen der deutschen Soldaten an der Mooskoppel.&lt;br /&gt;
:Die Frauen und die Kinder bestellten im Frühsommer bald wieder die Felder und ernteten später im Herbst auch. Männer gab es noch nicht wieder. Sie selbst konnte keinen Beruf erlernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 24.jpg|800px|zentriert|thumb| CD24 Dorfstraße 1932 Grafik W. Gotsmann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 25.jpg|800px|zentriert|thumb| CD25 Carwitz Blick auf Bohnenwerder 1936, die Veranda bei Fallada schon angebaut]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 26.jpg|800px|zentriert|thumb| CD26 Carwitz Blick aufs Boomdörp und aufs Unnerdörp mit Luzin, Hauptmannsberg, Ziegenbergen und Bohnenwerder ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 27.jpg|800px|zentriert|thumb| CD27 Feldberg 1940]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==7. Fortsetzung der Interviews mit Carwitzern zum Nachkrieg und zur DDR==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 1. Januar 1969 wurde Carwitz in die Stadt Feldberg eingemeindet. &lt;br /&gt;
:1975 hatte Carwitz 216 Einwohner. &lt;br /&gt;
:Am 13. Juni 1999 ging Carwitz in der neu gegründeten Gemeinde Feldberger Seenlandschaft auf, nachdem die Stadt Feldberg ihre Kommunalautonomie aufgegeben hatte. &lt;br /&gt;
:2007 hatte Carwitz 325 Einwohner.&lt;br /&gt;
:Das Dorf und das Hans-Fallada-Museum wurden im Rahmen der Städtebauförderung von 1992 bis 2007 gründlich saniert.&lt;br /&gt;
:In der Liste der Baudenkmale in Feldberger Seenlandschaft sind für Carwitz sieben Baudenkmale aufgeführt.&lt;br /&gt;
:Das Fallada-Haus mit dem Museum und dem Archiv &lt;br /&gt;
:Die Holländermühle mit Sockelgeschoss und Galerie von 1896–1937 am Südwestrand von Carwitz&lt;br /&gt;
:Die bescheidene Dorfkirche am Anger (gemeinnütziger Dorfplatz)&lt;br /&gt;
:Der Carwitzer See ist 3,95 km² groß. Am Hals befindet sich ein Wanderrastplatz und ein Campingplatz „klein und fein“&lt;br /&gt;
:Der 5 km lange Schmale Luzin (Fläche: 1,45 km²)&lt;br /&gt;
:Der 2 km lange Dreetz (Fläche: 0,63 km²)&lt;br /&gt;
:Das Haus Dreiseidel am Kirchenanger mit seinem Krüppelwalmdach, gedeckt mit Biberschwanz-Tondachziegeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, geb. Utnehmer, erzählte 2005: &lt;br /&gt;
:„1945 – 1949 Nach dem Kriege waren alle Häuser und Höfe mit Flüchtlingen, Umsiedlern und Evakuierten voll belegt. &lt;br /&gt;
:Meist bewohnte eine Familie nur 1 Zimmer. Die gemeinsame Toilette war am Misthaufen auf dem Hofe. &lt;br /&gt;
:Gewaschen wurde sich nach vorangehender Absprache in der Küche.  &lt;br /&gt;
:Fallada war für wenige Wochen Bürgermeister in Feldberg. &lt;br /&gt;
:Unser Bürgermeister hieß Schäfer. Er war vorher „Schweitzer“ (Melker) in Laeven gewesen. Er hat uns alle unvorstellbar traktiert und gequält.&lt;br /&gt;
:Es gab ja keine funktionierenden Gerichte. So war seiner und anderer Willkür Tür und Tor geöffnet. Besonders bestand für die Bauern das Problem der Erfüllung  ihres Solls an landwirtschaftlichen Abgaben. &lt;br /&gt;
:Da kamen die Russen und sperrten für 8 oder 12 Tage meinen Vater oder andere Bauern einfach mit der Begründung ein, er habe sein Soll nicht erfüllt. &lt;br /&gt;
:Das Vieh war uns weggenommen worden, wir hatten keine Pferde mehr, der schlechte Acker mit Kies und Steinen sollte aber den gleichen Ertrag bringen wie guter Boden. &lt;br /&gt;
:Uns gehörten damals 17 Hektar am Zansen, dort wo jetzt der Wanderweg nach Hullerbusch ist. &lt;br /&gt;
:Der Steilhang galt auch als Acker und war sollpflichtig. &lt;br /&gt;
;1951, zur Zeit der DDR, wurde mein Vater, Paul Utnehmer, der damalige „Kröger“, wegen sogenannten „Wirtschaftsvergehen“ mehrfach verhaftet und angeklagt. :Er starb 1980 in Carwitz, nachdem er wegen dieser anhaltenden Repressalien 1952 nach Westberlin geflohen war. &lt;br /&gt;
:Sein Besitz wurde enteignet. Der „Krog“ wurde vom Konsum übernommen. &lt;br /&gt;
:Nach der Wende übernahm ihn ein Pächter für 1 ½ Jahre. &lt;br /&gt;
:Nach der Rückübertragung an die „Erbengemeinschaft Paul Utnehmer“ wurde das Krog-Gehöft an den jetzigen Besitzer verkauft.&lt;br /&gt;
:Am 6. April 1945 habe ich und Siegfried Schönfeld geheiratet, eine Kriegstrauung. &lt;br /&gt;
:Siegfried war während der Ardennenoffensive am Kopf verwundet worden und hatte für einige Tage Genesungsurlaub erhalten. Das nutzten wir zur Heirat.  :Gleich nach der Hochzeit, am 13. April 1945, musste er wieder weg. Er kam dann in amerikanische Gefangenschaft. Später wurde er in französische Gefangenschaft übergeben und arbeitete in Südfrankreich in der Landwirtschaft. &lt;br /&gt;
:Dort habe ich ihn dann 1947 / 1948 besucht. &lt;br /&gt;
:Ich suchte mir dort auch Arbeit als Haushaltshilfe in einem Nachbardorf. Aus einem völlig verwilderten Haushalt habe ich in einem halben Jahr einen ordentlichen „deutschen“ Haushalt gestaltet.  &lt;br /&gt;
:Ende 1948 sind wir gemeinsam auf getrennten Wegen nach Carwitz zurückgekehrt.&lt;br /&gt;
;11 &lt;br /&gt;
:LPG: Durch „das Soll“, d. h. die Zwangsabgabe für die Bauernwirtschaften, wurden viele mittlere und größere Höfe „devastiert“ – heruntergewirtschaftet. :Diese sogenannten „devastierten“ Betriebe wurden dann von oben, von der Kreisverwaltung zwangsbewirtschaftet, d.h. der Bauer hatte überhaupt keine Verfügungsberechtigung mehr über seinen Hof, das zugehörige Land und Vieh. &lt;br /&gt;
:Kleinere Höfe verschonte man. 1959/1960 begann dann die Zwangs-Kollektivierung. &lt;br /&gt;
:Der psychologische Druck, in die LPG einzutreten, wurde immer stärker und dann zum indirekten Zwang.&lt;br /&gt;
:Die Vorteile der Kollektivierung wurden in leuchtenden Farben geschildert: Arbeitserleichterungen durch Bewirtschaftung der großen Felder mit großen Maschinen, feste Entlohnungen, Ferien. &lt;br /&gt;
:Geregelte Arbeitszeit von 8 Stunden und Ferien kannte ein Bauer ja bisher überhaupt nicht. &lt;br /&gt;
:Mit Lautsprecherwagen wurden diese Parolen in den Dörfern verkündet. &lt;br /&gt;
:In Neuhof ging eine Bäuerin nach draußen zum Lautsprecher, drehte sich rum, zog ihre Schlüpfer runter und zeigte, sich bückend, den blanken Hintern.         &lt;br /&gt;
:1960 wurde dann die LPG Typ I in Carwitz gegründet. Typ I bedeutete nur gemeinsame Feldwirtschaft. Die Viehhaltung blieb individuell.                    &lt;br /&gt;
:1965 wurden dann alle Dörfer in der Nähe von Feldberg, so Neuhof, Laeven, Carwitz, Triepkendorf und Schlicht zu einer LPG Typ III zusammengefasst. &lt;br /&gt;
:Die Feld- und Viehwirtschaft wurde gemeinschaftlich betrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erzählte 2008: &lt;br /&gt;
:1947 heiratete sie Waldemar Morach, geb. 20.04.1919, der mit seiner Mutter aus Ostpreußen gekommen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten auf Rosenhof, der benachbarten Dorfstelle, eine Neubauernsiedlung von 9 ha erhalten.                                                                                                     &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1945 war der damalige Pächter des Rosenhofs, Panzegrau, auf Veranlassung der deutschen Behörden von den Russen verhaftet und nach Fünfeichen bei Neubrandenburg gebracht worden. &lt;br /&gt;
:Dort ist er verhungert.&lt;br /&gt;
;12 &lt;br /&gt;
:Besitzer des Rosenhofs war damals Hahn, ein Seifenfabrikant aus Berlin, der aber kaum hier war. &lt;br /&gt;
:1946 war der Rosenhof mit Neubauern aufgesiedelt worden.&lt;br /&gt;
:1949 wurde ihr 2. Kind, ihre Tochter (später Lehrerin) geboren. &lt;br /&gt;
:1958 musste ihr Mann in die LPG II eintreten. 1 Pferd verkauften sie, das andere musste in die LPG mit eingebracht werden. &lt;br /&gt;
:Anfänglich konnten sie sich vom „Deputat“ noch eine Kuh halten, später reichte es nur für Schweine und Kleinvieh. &lt;br /&gt;
:1961 begann sie selbst in der LPG zu arbeiten, um später eine Altersrente zu erhalten.&lt;br /&gt;
;13  &lt;br /&gt;
:Sie bekamen damals und auch später nach der Wende keinerlei Entschädigung für den in die LPG eingebrachten Besitz.&lt;br /&gt;
:Ihre 9 ha Land hat sie den Enkeln übertragen. &lt;br /&gt;
:1965 kauften sie das jetzige Haus. Sie selbst hat dann bei Ladwig im Unterdorf und in der Mosterei Dreiseidel gearbeitet. &lt;br /&gt;
:1974-1984 haben sie das Ferienheim des Ingenieurbüros der GIESAG/Leipzig mit 28 Betten geleitet. &lt;br /&gt;
:Zu dieser Zeit und auch später hatten sie zusätzlich Sommergäste (maximal 11) in ihrem Haus und hatten dadurch ein einigermaßen stabiles Einkommen. &lt;br /&gt;
:1984 gingen sie und ihr Mann in Rente. 1997 starb ihr Ehemann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Otto Schulz, im Haus an der Bäk erzählte 2006: &lt;br /&gt;
:Die Wirtschaft seines Vaters war mit 54 ha recht groß. Das Land, der Acker ging vom Ufer des Schmalen Luzins rechts parallel zur Straße hinüber nach Laeven. &lt;br /&gt;
:Er hatte 5 Pferde. Aber bei Kriegsende wurde ihm alles Vieh von den durchziehenden russischen Truppen weggenommen. &lt;br /&gt;
:„Wegen Nichterfüllung des Solls seiner Wirtschaft wurde mein Vater etwa 1950, wie fast alle anderen Bauern, auch eingesperrt. &lt;br /&gt;
:In Neustrelitz wurde er mit den Worten entlassen: „Faule und träge Altbauern schert euch an die Arbeit“.  &lt;br /&gt;
:Die Landwirtschaft meines Vaters wurde in dieser Zeit von den Behörden „devastiert“. Ihm wurde jegliche Verfügungsgewalt genommen. &lt;br /&gt;
:In seinem Stall standen dann 20 Kühe der LPG. Die Gülle lief direkt in den See. &lt;br /&gt;
:Später, 1955 nach der Gründung der LPG arbeitete ich in der MTS in Feldberg. Als Brigadeschlosser wurde ich in Carwitz in der Schmiede bei Friedrich Rechlin eingesetzt. &lt;br /&gt;
:Als Rudi Dreiseidel in den 60er Jahren privat die Mosterei aufbaute, betreute ich seit 1971 die Maschinentechnik.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Ehepaar Ursula (geb.Koch) (1931-2016) und Kurt Güldner (1925-2015) erzählten 2008:&lt;br /&gt;
:Kurt konnte bedingt durch die Kriegsereignisse keinen Beruf erlernen. &lt;br /&gt;
:Er kam 1950 aus russischer Gefangenschaft und arbeitete dann ab 1950 als Forstarbeiter.  Von 1958 – 1964 im Straßenbau. &lt;br /&gt;
:Als der Kinderbuchverlag das Grundstück von Suse Ditzen gekauft hatte, zogen sie 1962 ins Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Dort wohnten sie in der Scheune, bis Suse Ditzen in ihr neu gebautes Holzhaus in Feldberg umzog. &lt;br /&gt;
:Dann bewohnten sie das Untergeschoss des Haupthauses. Dieses Holzhaus von Suse Ditzen in Feldberg hat Kurt Güldner als „Leiter einer Feierabendbrigade“ gebaut. &lt;br /&gt;
:In den Jahren der DDR waren die sogenannten „Feierabendbrigaden“ außerhalb der regulären Arbeitszeit auf rein privater Basis tätig. &lt;br /&gt;
:Das bedeutet, es war Schwarzarbeit, da der Lohn, das Entgelt, praktisch auf die Hand gegeben wurde. Es wurde also nicht versteuert. &lt;br /&gt;
:Teilweise wurde auch in Naturalien oder mit Mangelwaren bezahlt. &lt;br /&gt;
:„Als der Kinderbuchverlag ins Fallada-Haus zog, sollten alle Möbel vernichtet werden“. Güldners sorgten dafür, dass die Möbel in der Scheune unterm Dach abgestellt wurden So retteten sie die Sachen vor dem Feuer. &lt;br /&gt;
:1962 – 1978 waren sie als Ehepaar Hausmeister im Betriebs-Ferienheim (Fallada-Haus) des Kinderbuchverlages.  &lt;br /&gt;
:Die Ferienhütte der Familie Dörffel bauten wir in den Jahren 1974-1977 “eigenhändig“ auf.“ &lt;br /&gt;
:Kurt Güldner war Chef einer Feierabendbrigade geblieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 28.jpg|800px|zentriert|thumb| CD28 Vor Zeiten – Blick vom Hauptmannsberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 29.jpg|800px|zentriert|thumb| CD29 Schmaler Luzin ca 1970, rechts Mühle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 30.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD30 Blick vom Südufer auf Spitze des Bohnenwerder 1978, Hintergrund Mühlberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 31.jpg|800px|zentriert|thumb| CD31 ;Blick vom Südufer des Carwitzsees auf Fallada-Bucht vor 1934, Vorn links Hang „Hügel 16“ mit heute noch stehendem Baum, im Hintergrund Hauptmannsberg, rechts Fallada-Haus]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 32.jpg|800px|zentriert|thumb| CD32 Uralter Blick vom Fallada-Garten auf heutigen Hügel 16, mit Kirchturm, Windmühle und Stall von Otto Schulz. Der große Baum steht noch.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 33.jpg|800px|zentriert|thumb| CD33 Gleicher Blick heute]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 34.png|570px|links|thumb| CD34 Kate 1  1979]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 35.jpg|490px|rechts|thumb| CD35 Fallada Haus an der Bucht 1979]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 36.jpg|550px|links|thumb| CD36 Fallada-Garten an der Bucht a]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 37.jpg|500px|rechts|thumb| CD37 Fallada-Garten an der Bucht b]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 38.jpg|570px|links|thumb| CD38 Ca 1900 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 39.jpg|1000px|rechts|thumb| CD39 1979 Haus der Familie Morach noch mit Linden Dorfstr.15 (heute 61)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==8. Früher „Fremdenverkehr“ in der Feldberger Seenlandschaft und in Carwitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1830 wird „Feldberg“ als Wanderziel im Mecklenburgischen Staatskalender genannt. (18)&lt;br /&gt;
:1850 Gründung des „Gemeinnützigen Verein für Fremdenverkehr“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Feldberg:                                                                                                                              &lt;br /&gt;
:1935   16 000 Übernachtungen                                                                                   &lt;br /&gt;
:1937   3 832 Feriengäste                                                                                                    &lt;br /&gt;
:1938   32 000 Übernachtungen &lt;br /&gt;
:2025   ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld erinnert sich: &lt;br /&gt;
:„Feriengäste kamen nach Carwitz schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Pensionen oder Hotels gab es nicht. &lt;br /&gt;
:Neben Privatzimmern logierten sie vor allem auch im Krog. In ihm gab es 2 Gastzimmer. &lt;br /&gt;
:Werbung wurde nicht gemacht. Carwitz war schon damals ein „Geheimtipp“. &lt;br /&gt;
:In den 30er Jahren wohnten im Sommer vor allem Maler und Ingenieure aus Berlin in Privatzimmern, bei Tock, Barthels, Dreiseidel, Ladwig. &lt;br /&gt;
:Die Zimmer waren einfach eingerichtet: Bett, Stuhl, Tisch, Kleiderschrank. Waschmöglichkeit, Toilette auf dem Hof oder später auf dem Flur. &lt;br /&gt;
:Für 3 Reichsmark/Person/Tag bekam man in den 20er Jahren neben dem Bett noch ein Frühstück mit Brot, Butter, 1 Ei und Honig.   &lt;br /&gt;
:Vor dem 2. Weltkrieg wurden es dann 4 Reichsmark/Person/Tag.      &lt;br /&gt;
:Feriengäste, die bei Kratochwill wohnten – ein Deutsch-Amerikaner mit einer Gräfin Arko – hatten Anfang der 30er Jahre den Stall auf dem Bollenwerder etwas „möbliert“ und feierten dort mit ihren Gästen „italienische Nächte“.  &lt;br /&gt;
:Der dortige Stall, heute sind die Grundmauern noch vorhanden, war der aufwendig zubereitete Treffpunkt.&lt;br /&gt;
:Im Saal vom „Krog“ stellten die Maler immer ihre Gemälde zum Trocknen und evtl. Verkauf aus. &lt;br /&gt;
:Das waren damals vor allem 4 Landschaftsmaler. &lt;br /&gt;
:So hat Prof. Achtenhagen das alte Pfarrhaus mit dem großen Nussbaum daneben wunderschön gemalt. &lt;br /&gt;
:Kaiser-Eichberg aus Potsdam wohnte schon 1902 bei meiner Großmutter im „Krog“. Der war der große „Kiefernmaler“. &lt;br /&gt;
:Ein anderer Professor hat vor allem viele Wolken gemalt, das war der „Wolkenmaler“. Jeder hatte eben seinen eigenen Stil. &lt;br /&gt;
:Meier-Pyritz malte uns aber auch beim Halmaspiel. Über unsere schwarzen, mit weißer Wolle gestopften Strümpfe, die er getreulich malte, haben wir 15-jährigen Mädchen uns köstlich amüsiert. &lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg wurden Anfang der 50er Jahre in Carwitz zunächst Privatzimmern vermietet, so u. a. bei Familie Dreiseidel, bei Anna Ditzen, Ursula Barthels und Familie Ladwig.&lt;br /&gt;
:Seit der Mitte der 60er Jahren kamen einzelne auf Privatgrund gebaute und ab der 70er Jahre siedlungsartig angelegte sogenannte Datschen, bzw. Bungalows sowie Betriebsferienheime hinzu. &lt;br /&gt;
:So wurden am Hügel 16 auf dem Privatbesitz von Otto Schulz von Rapoport, Meyer-Foreyt, Blume und Stratonowitsch die ersten Bungalows gebaut, in den 70er Jahren auf sogenannten Treuhand-Grundstücken entstanden unsere Katen. &lt;br /&gt;
:Nachdem die LPG die sandigen Böden ab 1961 nicht mehr bewirtschaftete, entstanden am Südufer des Dreetz und an der Schappwasch zunächst wilde Zeltplätze. &lt;br /&gt;
:Sogar auf dem Steinwerder im Carwitzer See war jahrelang ein sehr romantisches Ferienlager. &lt;br /&gt;
:Die Abfälle, der Müll und die Toilettenkübel, sollen regelmäßig mit dem Boot nach Carwitz zur Entsorgung gebracht worden sein. &lt;br /&gt;
:Der Bau einer Bungalowsiedlung auf dem Bohnenwerder konnte durch massive Proteste u. a. durch Ruth Werner verhindert werden.  Auch Bebauungspläne am Fischersteig und am Hauptmannsberg wurden nicht realisiert.&lt;br /&gt;
:Bewirtschaftete Zeltplätze entstanden an der Mühle runter zum Dreetz und „Klein aber Fein“ am Carwitzsee auf dem Privatgelände von Familie Schönfeld. :Anfang der 90er Jahre wurden die heute noch bestehenden Zeltplätze legalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ruth Werner und andere Mitarbeiter des Kinderbuchverlages lernten Carwitz durch ihre Kinder kennen, die 1951 mit ihrer Schulklasse nach Carwitz gefahren waren. &lt;br /&gt;
:Der „Geheimtipp“ sprach sich rum und so wohnten Mitarbeiter des Aufbauverlages, des Kinderbuchverlages in den 50er Jahren bei Anna Ditzen im Fallada-Haus. Sie genossen dort Annas Gastfreundschaft und ihren vorzüglichen Mittagstisch.&lt;br /&gt;
:In den 60er und 70er Jahren trafen sich mehrfach Autoren mit ihren Lektoren des Kinderbuchverlages zu „Carwitzer Gesprächen“ (nach Günther Ebert: „Vom Genius loci“ in Carwitzer Notizen, Kinderbuchverlag Berlin 1985). &lt;br /&gt;
;Weitere mir namentlich bekannte „berühmte“ Bewohner und Feriengäste. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da es noch viel mehr geben wird:&lt;br /&gt;
                                         &lt;br /&gt;
:Hans Fallada, (1893-1947) Schriftsteller Rudolf Ditzen, lebte 1933–1944 in Carwitz. S. Extra-Kapitel&lt;br /&gt;
:Anna Ditzen, (1901-1990) Ehefrau von Hans Fallada, lebte 1933 bis 1965 in Carwitz, danach in Feldberg.&lt;br /&gt;
:Ruth Werner (1907-2000) Schriftstellerin Ursula Beurton, geborene Ursula Maria Kuczynski lebte seit 1952 im Sommer in verschiedenen Hütten in Carwitz. S. Extra-Kapitel.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt (1916-1981), Maler und Grafiker, Mitbegründer der „Leipziger Schule“, der bedeutenden Strömung der modernen Malerei der DDR in den 70er und 80er Jahren. Lebte in den Sommermonaten in Carwitz.&lt;br /&gt;
:Harry Blume (1924-1992), Maler der Leipziger Schule lebte zeitweise in seinem Sommerhäuschen am Zugang zu unseren Katen rechts.&lt;br /&gt;
:Hans Mayer-Foreyt und Harry Blume fuhren Anfang der 60er Jahre mit ihren Studenten in die Feldberger Landschaft. Während die Studenten sich der Pleinairmalerei widmeten, saßen sie im Krog oder streiften durch die Gegend und entdeckten so den Hügel 16, auf dem sie ihre Bungalows errichteten&lt;br /&gt;
:Gabriele Meyer-Dennewitz, Grafikerin und Malerin, lebte und arbeitete von 1964, seit 1991 ganzjährig, bis zu ihrem Tode 2011 in Carwitz im Unterdorf. &lt;br /&gt;
:Frank Merker, Maler und Grafiker, lebte und arbeitete bis zu seinem Tod 2008 in Carwitz&lt;br /&gt;
:Jürgen Wittdorf, Maler und Graphiker, kaufte 1964 ein über hundert Jahre altes Fachwerkhaus in Carwitz, das er selbst sanierte und seitdem in den Sommermonaten bewohnte.&lt;br /&gt;
:Prof. Samuel Mitja Rapoport (1912-2004) österreichischer Arzt, Direktor des Instituts für Physiologische Chemie an der Charité. &lt;br /&gt;
:Prof. Inge Rapoport (1912-2017) Charité, erster europäischer Lehrstuhl für Neonatologie. Mit 102 Jahren verteidigte sie ihre Doktor-Dissertation, die ihr 1937 aufgrund der Rassegesetze verwehrt geblieben war. Ihr erster Bungalow am Zugang zu unseren Katen links, später bauten sie noch einen am Fischersteig. :Ihr damaliger Badesteg ist unser jetziger von Kate 3.&lt;br /&gt;
:Charly Hübner, (*1972) Schauspieler, ist in Carwitz Feldberg als Hoteliersohn aufgewachsen. &lt;br /&gt;
:Till Lindemann, (Band Rammstein) hat ca 2020 das Grundstück des alten in den 70er Jahren abgerissenen Pfarrhauses gekauft. Dazu gehören ausgebaute Nebengebäude.&lt;br /&gt;
:Max Kaus (1891-1977), Maler, dessen Bilder von den Nazis 1937 als „entartete Kunst“ diffamiert und aus den Museen entfernt wurden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 40.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD40 „Carwitz II“ 1921, Max Kaus, Blick vom Hauptmannsberg zum Bohnenwerder vor 100 Jahren.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==9. Hans Fallada - Schriftstellername von Rudolf Ditzen==  &lt;br /&gt;
:(* 21.7.1893 Greifswald † 5. 2. 1947 in Berlin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hans Fallada machte das Dorf Carwitz über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Die nachfolgenden kursorischen Bemerkungen können nicht seine Biografie ersetzen. &lt;br /&gt;
:Geboren als Sohn des späteren Reichsgerichtsrates Wilhelm Ditzen und seiner Frau Elisabeth. &lt;br /&gt;
:Er hatte eine „schwierige“ Jugend mit Besuch mehrerer Gymnasien, in einem als Duell getarnten Doppelselbstmordversuch erschießt er seinen Mitschüler Hanns Dietrich von Necker in Rudolstadt, &lt;br /&gt;
:Tätigkeiten in der Landwirtschaft in Sachsen, Pommern, Mecklenburg, Alkohol- und Drogenabhängigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 41.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD41 Fallada-Porträtkarikatur von e.o.plauen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seit 1920 mehrere Romane ohne Erfolg. Mehrfache Unterschlagungen, wiederholte Verurteilungen zu Gefängnisstrafen bis 2 ½ Jahren.&lt;br /&gt;
:1929 Heirat mit Anna Margarete Issel.&lt;br /&gt;
;14 &lt;br /&gt;
:Geburt der Kinder: Ulrich Ditzen *1930, von Zwillingstöchtern bleibt Lore (Mücke) am Leben *1933, sie stirbt 1951 an Sepsis in Neustrelitz&lt;br /&gt;
;15,&lt;br /&gt;
:Achim Ditzen *1940. &lt;br /&gt;
:Ernst Rowohlt, damals Annoncenwerber und Journalist, wird auf ihn schon in den zwanziger Jahren aufmerksam und unterstützt ihn finanziell.&lt;br /&gt;
:1932 Welterfolg von „Kleiner Mann - was nun?“ mit 45 Auflagen und 20 Auslandsauflagen. In diesem Roman erzählt Hans Fallada, dass die Herzenswärme von Lämmchen und Pinneberg mit ihrem Sohn Murkel stärker ist als ihre Not und der Abstieg von Pinneberg zum hoffnungslosen Arbeitslosen. &lt;br /&gt;
:Von diesen Einnahmen kauft er sich für den damals unerhörten Preis von 11.700 Reichsmark im Juli 1933 in Carwitz die Büdnerei Nr.17, das Haus Wehrle, am Wege zum Bohnenwerder.&lt;br /&gt;
: Es war 1849 gebaut worden. „Der Verkäufer des Hauses Wehrle kam mit der Landwirtschaft und dem Versuch eines Cafes nicht zurecht. (18 S. 265)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 42.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD42 So soll Fallada das Haus 1933 übernommen haben. Die Partie zum See ist unrealistisch.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 43.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD43 So sah vor 1930 die „Fallada-Bucht“ mit Wehrle vom heutigen Hügel 16 aus]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hier lebte und arbeitete er zwischen 1933 und 1944. Nach der Trennung von Mummi, seiner ersten Frau, lebte er mit seiner zweiten Frau, Ursula Losch, in Feldberg bis Anfang 1946.&lt;br /&gt;
:In Carwitz zog er sich nach Drangsalierungen durch das nationalsozialistische Regime in die „innere Emigration“ zurück. Er konnte sich nicht entschließen Nazideutschland zu verlassen. &lt;br /&gt;
:Trotzdem hatte er eine glückliche, produktive Zeit. &lt;br /&gt;
:In diesen Jahren entstanden 17 Romane, u.a. „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ (1934), „Wir hatten mal ein Kind“ (1934), „Wolf unter Wölfen“ (1937), „Der eiserne Gustav“ (1938), „Damals bei uns daheim“ (1941), „Heute bei uns zu Haus“ (1943). Letzteres beschreibt mit erzählerischer Freiheit sehr amüsant die Jahre mit seiner Familie in Carwitz. Neben Unterhaltungsromanen schreibt er mit großer Fabulierkunst auch heute noch lesenswerte Kinderbücher, „Geschichten aus der Murkelei“ (1938), „Fridolin der freche Dachs“ (1944).&lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zu den Dorfbewohnern ist meist getrübt: „... was man aus Neid, Hass und Übelwollen heute auszuhalten hat, wenn man wie ich auf dem Präsentierteller sitzt und weit und breit kein Mensch ähnlicher Denkungs- und Arbeitsart ...“ (15)&lt;br /&gt;
:Alkoholismus, Drogenabhängigkeit führen zum Zerwürfnis mit Mummi und es kommt zum Gebrauch einer Schusswaffe. Daraufhin erfolgt die Zwangseinweisung in die Landesnervenheilanstalt Alt-Strelitz. Hier schreibt er „Der Trinker“ auf bereits bedrucktem Papier zwischen den Zeilen auf. &lt;br /&gt;
:Die Erzählung seiner eigenen Problematik wird erst posthum 1950 veröffentlicht. &lt;br /&gt;
:Danach fortbestehende Dogenabhängigkeit gemeinsam mit seiner 2. Frau Ursula Losch in Feldberg, wo er auch das Ende des 2. Weltkrieges erlebt. &lt;br /&gt;
:Kurzzeitig wird er von den Sowjets als Bürgermeister von Feldberg eingesetzt.&lt;br /&gt;
:Mit Unterstützung von Johannes R. Becher siedelt er nach Berlin-Niederschönhausen über. &lt;br /&gt;
:Von ihm bekommt er Unterlagen zum Ehepaar Elise und Otto Hampel. Ende 1946 schreibt er über den isolierten Widerstand dieses Ehepaars zur Diktatur des Nationalsozialismus seinen letzten Roman in knapp 4 Wochen: „Jeder stirbt für sich allein“. &lt;br /&gt;
:Fallada stirbt am 5. Februar 1947. 1981 wird die Urne Hans Falladas vom Park-Friedhof Berlin-Pankow zur Grab- und Gedenkstätte auf dem alten Dorffriedhof in Carwitz überführt. Auch seine Suse, seine Tochter Mücke und seine Mutter sind hier begraben.&lt;br /&gt;
:Der DEFA-Spielfilm „Fallada – Letztes Kapitel“ (Regie: Roland Gräf, 1988) wurde zu großen Teilen in Carwitz gedreht.&lt;br /&gt;
:1965 kaufte der Berliner Kinderbuchverlag, damaliger Leiter Günther Schmidt, von Anna Ditzen das Grundstück. Sie konnte das große Gehöft allein nicht mehr bewirtschaften. &lt;br /&gt;
:Damit war Anna Ditzen die Sorge genommen, dass ein völlig „Fremder“ das Haus übernehmen und das „Früher“ auslöschen könne. Vermittler waren Ruth Werner und Fred Rodrian, (15, S.65)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch wollte die Treuhand 1992 das Grundstück an Privatleute verkaufen. Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass das verhindert werden konnte. &lt;br /&gt;
:Die Hans-Fallada-Gesellschaft betreibt im Haus und auf dem gesamten Anwesen ein lebendiges Museum, das von der Bundesregierung als „Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung“ zertifiziert ist.&lt;br /&gt;
:Das Arbeitszimmer von Hans Fallada ist mit originalem Mobiliar wiederhergestellt worden. Auch in der Veranda, dem Esszimmer – beides in originaler Ausstattung – und im Raum “Hans Fallada. Leben und Werk“ kann man hautnah sein facettenreiches und umfangreiches Leben bestaunen, wie verschlungen und ambivalent seine Biografie ist. &lt;br /&gt;
:Das 15.000 m² große Anwesen am Carwitz See ist wunderbar angelegt, das Dreieckbeet ist original bepflanzt, das Bienenhaus denkmalgerecht saniert, das Bootshaus originalgetreu nachgebaut, seine Streuobstwiese und die „Sitzecke am Seeufer“ können gefühlsmäßig nachempfunden werden. &lt;br /&gt;
:Fallada war auch ein versierter Landwirt.&lt;br /&gt;
:2000 wurden die Räumlichkeiten der „Scheune“ auf dem Fallada-Hof übergeben. Die Sanierung lief seit 1996.   &lt;br /&gt;
:Allein für die Scheune wurden 1 Mill. DM investiert. Der große Raum wird ganzjährig für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. &lt;br /&gt;
:Hier kann man auch fundierte Sonderausstellungen im Scheunensaal erleben.&lt;br /&gt;
:Jährlich finden die Hans Fallada Tage jeweils am Wochenende vor oder nach seinem Geburtstag am 21. Juli statt. &lt;br /&gt;
:Dazu gehört auch die sommerliche Veranstaltungsreihe an jeden zweiten Freitag um 20:00 Uhr “freitags bei Fallada“ mit Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen oder Filmvorführungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Fallada Heute&lt;br /&gt;
:1. Hans-Fallada-Museum in Carwitz 17258 Feldberger Seenlandschaft Ortsteil Carwitz Zum Bohnenwerder 2, Tel.: 039832 20359 – museum@fallada.de&lt;br /&gt;
:2. Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. - hfg@fallada.de, gegründet 1991 &lt;br /&gt;
:3. Literaturzentrum Neubrandenburg mit dem Fallada-Archiv.&lt;br /&gt;
:4.  Hans-Fallada-Klub in Neustrelitz, gegründet 1973 als „Club der Intelligenz“ im Kulturbund der DDR. Heute: info@hans-fallada-klub.de Website: www.hans-fallada-klub.de &lt;br /&gt;
:5.  Verein Pommersche Literatur-Gesellschaft e. V. ist 2000 hervorgegangen aus dem 1991 gegründeten Hans-Fallada-Verein Greifswald. Er hat seinen Sitz im Geburtshaus von Hans Fallada.&lt;br /&gt;
:6. Hans-Fallada-Schule Feldberg erhielt ihren Namen 1976. Beachtet werden sowohl seine  erzählerischen Leistungen als auch sein psychopathisches Verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In einem Artikel “Zwei Gesellschaften und viele Wahrheiten“ (7.12.2005) schreibt Frank Pergande: “Es vergingen 30 Jahre bis die DDR den Versuch unternahm, Fallada postum zu vereinnahmen.“ &lt;br /&gt;
:Der damals in Neubrandenburg lebende Literaturwissenschaftler Tom Crepon war bei Recherchen für eine Fallada-Biografie auf Falladas Nachlass gestoßen – im Keller einer Braunschweiger Fleischerei. &lt;br /&gt;
:1978 wurde der Nachlass von der Akademie der Künste der DDR gekauft und zwei Jahre später nach Feldberg gebracht. &lt;br /&gt;
:Im selben Jahr erschien Crepons Biografie “Leben und Tode des Hans Fallada“. &lt;br /&gt;
:1983 erschien eine weitere Biografie, von Werner Liersch unter dem Titel “Fallada. Sein großes kleines Leben“. &lt;br /&gt;
:Weitere Informationen gibt es in den Artikeln der genannten Autoren, von der damaligen Archivarin des Fallada-Archivs Sabine Lange und auch von Heide Hampel mit Streitereien zur Stasi und zum Fallada-Nachlass in Feldberg, in Carwitz und dem Literaturzentrum Neubrandenburg. &lt;br /&gt;
:Heide Hampel baute das Hans-Fallada-Archiv in Feldberg/Meckl. auf und trug u. a. Sammlung und Nachlass der Schriftstellerin Brigitte Reimann zusammen.&lt;br /&gt;
:Klaus-Jürgen Neumärker schrieb u. a. anhand der Krankengeschichte: „Der andere Fallada“. Darin schildert er die „Psychopathie“ von Fallada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==10.Ruth Werner (* 15. Mai 1907 in Friedenau † 7. Juli 2000 in Berlin)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ist seit 1958 der Schriftstellername von Ursula Beurton, zuvor Ursula Hamburger, geboren als Ursula Maria Kuczynski. Sie war eine deutsche Schriftstellerin und Agentin des  russischen Militärnachrichtendienstes GRU der Roten Armee (Deckname „Sonja“), der späteren Sowjetarmee. Ihr älterer Bruder war Wirtschaftswissenschaftler, Prof. Jürgen Kuczynski. Andere Schwestern lebten nach 1933 großbürgerlich in England.&lt;br /&gt;
:1953 war Ruth Werner mit Len Beurton, ihrem Mann, das erste Mal nach Carwitz gekommen.&lt;br /&gt;
:Bereits in jungen Jahren wurde sie Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland. Sie blieb der Vision einer sozialistisch-kommunistischen klassenlosen menschlichen Gesellschaft treu bis zu ihrem Tode. &lt;br /&gt;
:Wie weit sie die Verbrechen der stalinistischen und anderer sozialistischer Staaten kannte und beurteilte bzw. verurteilte ist mir nicht bekannt. &lt;br /&gt;
:Ihre Autobiografie unter dem Titel „Sonjas Rapport“ erschien erstmalig 1977. Darin schildert sie grundsätzlich, aber unvollständig, ihre Agententätigkeit.&lt;br /&gt;
:Ben Macintyre schrieb eine erschütternde Biografie (2022 Insel Verlag Berlin) &lt;br /&gt;
:„Agent Sonja - Kommunistin, Mutter, Topspionin | Vom unglaublichen, aber wahren Leben der Spionin Ursula Kuczynski (alias Ruth Werner), die den Lauf der Weltgeschichte veränderte“&lt;br /&gt;
:Er schildert aufgrund neuer Informationen den dramatischen und fast selbstmörderischen Lebenslauf. Insbesondere wird diese Spannung zwischen Spionin und Ehefrau mit wechselnden Männern sowie ihren Kindern sehr ausführlich dargestellt, teilweise kann es einem schaudern. &lt;br /&gt;
:Man muss für die in dieser Zeit lebenden, denkenden und handelnden Menschen immer wieder „die Vision“ des Kommunismus bedenken. Mit ihr erklärt sich nicht nur die spätere Machtpolitik des sogenannten sozialistischen Weltsystems, sondern auch von Anfang an die unmenschlichen verbrecherischen Handlungen. :Diese Vision wird heute als Illusion beurteilt, sowohl politisch gesellschaftlich als auch wissenschaftlich philosophisch. &lt;br /&gt;
:Die neue Biografie soll mit ihrem heute in Carwitz lebenden Sohn, Peter Beurton, abgesprochen worden sein. (Beide Biografien stehen in Carwitz-Bibliothek, Kate 1.)&lt;br /&gt;
:Hierzu einige Daten, die das Interesse am Leben von Ruth Werner bis zu ihrer Übersiedlung in die DDR wecken können.&lt;br /&gt;
:Mit ihrem ersten Ehemann, dem deutschen Architekten Rudolf Hamburger, ging sie als 23-Jährige nach Schanghai. &lt;br /&gt;
:Dort wurde, trotz der Weltwirtschaftskrise, zu dieser Zeit stark gebaut. Sie lernte den im deutschen Botschaftsdienst tätigen Richard Sorge kennen und lieben. &lt;br /&gt;
:Er nutzt sie als Informantin und empfiehlt sie der militärischen Aufklärung der Roten Armee. &lt;br /&gt;
:Ursula Hamburger wird von 1933 bis 1934 in Moskau ausgebildet. &lt;br /&gt;
:Für ihre Tätigkeit in China erhielt sie &#039;&#039;&#039;1937 (!)&#039;&#039;&#039; den Rotbannerorden in Moskau. &lt;br /&gt;
:1938 flüchtete Ruth Werner mit ihrem Ehemann in die Schweiz. Dort lernte sie den englischen Spanienkämpfer Len Beurton kennen. &lt;br /&gt;
:Für ihn war es nach seinen Schilderungen Liebe auf den ersten Blick. Sie schilderte es als Pflicht zur Tarnung. &lt;br /&gt;
:Beide wurden dann nach England beordert. In der Schweiz und in England baute sie ein Informationsnetz für Moskau auf. &lt;br /&gt;
:1943 landet sie ihren größten Coup: Sie übermittelt während des Krieges Unterlagen des deutsch-britischen Kernphysiker und sowjetischen Atom-Spions Klaus Fuchs (1911-1988), also das britisch-amerikanische Atomgeheimnis, an die Sowjets. &lt;br /&gt;
:Daher war Stalin nicht überrascht, als er 1945 in Potsdam über die Explosion der ersten Atombombe in Japan informiert wurde.&lt;br /&gt;
:1949 flüchtete das Ehepaar Beurton nach der Enttarnung von Klaus Fuchs in die DDR. &lt;br /&gt;
:Nach zwanzig Jahren unentdeckter Geheimdienstarbeit scheidet sie 1950 auf eigenen Wunsch als Oberst der Roten Armee aus. &lt;br /&gt;
:Sie gilt als eine der erfolgreichsten sowjetischen Kundschafterinnen.&lt;br /&gt;
;16 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie war dann sechs Jahre im Staatsdienst der DDR beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Als Autorin, Ruth Werner, trat sie zunächst mit der Publikation von Kinderbüchern auf. &lt;br /&gt;
:Ihre bekanntesten Bücher sind &amp;quot;Muhme Mele&amp;quot;, &amp;quot;Olga Benario&amp;quot; und &amp;quot;Sonjas Rapport&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Ihr Sohn soll erst 1977 durch ihre Autobiografie „Sonjas Rapport“ von ihrem Doppelleben erfahren haben. &lt;br /&gt;
:Immerhin hatte das GRU die Veröffentlichung genehmigt.&lt;br /&gt;
:Werner Liersch schreibt (15/S.65): „Ruth Werner war eine der spektakulären Personen des 20. Jahrhunderts und sie war von äußerster Bescheidenheit, Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe. Sie war eine kommunistische Idealistin. Die Frauen (Anna Ditzen) verstanden sich.“  &lt;br /&gt;
:In den Wintermonaten wohnt sie anfangs manchmal in einer der beheizbaren Dachmansarden bei Anna im Fallada-Haus. &lt;br /&gt;
:Im Sommer hat sie Adressen von Hütten im Dorf.17 In den 70er Jahren bekommt sie von der Stasi vermittelt eine kleine Hütte auf der zum See abfallenden :Wiese hinter dem Fallada-Haus unter den alten Obstbäumen. Sie schreibt in Falladas Garten: „An die hundert Seiten, Sonjas Rapport’ gehören zu seiner Wiese, mit dem Blick auf den Carwitzer See, hundert Seiten auf dem winzigen Rasenfleck vor dem Gemüse- und Blumengarten der Ursula Barthels mit Blick über den Dreetz, der wie ein Bergsee ins Tal gebettet liegt.“ &lt;br /&gt;
:Sie müht sich, dass das Dorf, die Landschaft und der alte Friedhof ihr Gesicht erhalten können.  &lt;br /&gt;
:Die Atheistin Ruth Werner gibt Geld für die Kirche. &lt;br /&gt;
:„Sie (Karl Gossow und Wolfgang Steinitz) retteten gemeinsam mit dem kunst- und naturverständigen Weimarer Architekten Professor Engelberger die liebliche Halbinsel Bohnenwerder vor einer geplanten Bungalowsiedlung.“ &lt;br /&gt;
:Sie erinnert sich an Kurt und Jeane Stern, die nach Carwitz kommen. Sie sind Spanienkämpfer wie Len, und Autoren berühmter Filme wie „Das geteilte Dorf“ und „Stärker als die Nacht“. Sie sind treue und nahe Freunde von Anna Seghers über 50 Jahre. &lt;br /&gt;
:Ruth Werner hinterlässt den bis heute nicht eingelösten Satz: „Sollten nicht auch diese Jahre, diese Namen in die Annalen des Fallada-Hauses mit eingehen?“. &lt;br /&gt;
:Bei der Beisetzung ihrer Urne im Juli 2000 auf dem Friedhof Berlin Baumschulenweg sprach ein Gesandter der Russischen Föderation als Trauerredner. &lt;br /&gt;
:Sie war Oberst der Roten Armee.&lt;br /&gt;
:In Carwitz, wurde seit 2010 die Erinnerung an sie mit einer Ausstellung von einem Verein unter Ingrid Becker wachgehalten. Er löste sich 2023 auf. &lt;br /&gt;
:Die in Neustrelitz ansässige Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt unterstützt die Digitalisierung der vorhandenen Materialien. Darin geht es um das Weltbild Ruth Werners, ihre Tätigkeit im Nachrichtendienst, ihr Leben in der BRD, DDR und im vereinten Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==12.    Bankräuberpaar lebte unauffällig==&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Berliner Zeitung 2. März 2013 &amp;quot;Das Doppelleben der Postbank-Räuber M. Wittge O. Kröning&amp;quot;:  &lt;br /&gt;
:Die Brüder Frank und Ralf L. überfielen insgesamt 18 Postbanken. Ihr Motiv: Spiel- und Drogensucht.&lt;br /&gt;
:Im Sommer, wenn die Urlauber kamen, florierte ihr Landgasthof in Mecklenburg. Dann führten Frank (52) und Ralf L. (49) ein braves Wirts-Leben. &lt;br /&gt;
:Im Winter zog es die Brüder oft in ihre alte Heimat, nach Berlin. Dann überfielen sie Banken, verspielten das Geld, nahmen Drogen. &lt;br /&gt;
:Beim 19. Überfall war das SEK schneller am Bankschalter als die Postbank-Räuber!&lt;br /&gt;
:Der Pastor-Niemöller-Platz in Niederschönhausen, gegen 18.40 Uhr: Die Postbankfiliale hat bereits seit 40 Minuten geschlossen. Die Angestellten und der Filialleiter sind noch in der Bank, erledigen vor dem Feierabend noch letzte Büroarbeiten, bevor sie durch den Hintereingang nach Hause verschwinden wollen. Dort lauern die beiden Bankräuber, bewaffnet mit Messer und Pistole. Mit Fahrrädern waren die Brüder zu der Pankower Bank geradelt. &lt;br /&gt;
:Was Frank und Ralf L. nicht ahnen. Auch sie werden beobachtet, von Zivilpolizisten, und das schon seit zwei Monaten. &lt;br /&gt;
:Fünf Minuten später folgt der Zugriff: SEK-Beamte stürmen aus ihren Verstecken, überwältigen die völlig überraschten Täter und bringen sie zum Landeskriminalamt. &lt;br /&gt;
:„Bei der Vernehmung gestanden die Brüder, insgesamt 15 Banküberfälle in Berlin und drei im Land Brandenburg verübt zu haben“. Von dem Geld soll nach ihren Aussagen nichts mehr übrig sein. Sie sollen es bei Sportwetten verspielt und in Kokain investiert haben. &lt;br /&gt;
:Teilweise zeigten Frank und Ralf L. bei den Überfällen außergewöhnlichen Erfindungsreichtum: So verkleideten sich die Brüder bei einem Bankraub im Januar 2010 in Neukölln zur Tarnung als Reinigungskräfte, die von der Rückseite des Gebäudes rote Farbschmierereien entfernen wollten. &lt;br /&gt;
:Sie hatten das Gebäude selbst mit Farbe beschmiert. Bei einem Überfall im Dezember an der Oranienburger Straße verkleidete sich das Räuber-Duo als Handwerker, klingelte an der Postbank. &lt;br /&gt;
:Die Eltern von Frank und Ralf L., die den Söhnen bei der Bewirtschaftung des Gasthofes in der Feldberger Seenlandschaft halfen, können noch gar nicht glauben, dass ihre Söhne gefährliche Serienbankräuber sein sollen. „Ich habe davon nichts geahnt“, sagt die Mutter. „Es ist so furchtbar, sie sind Freitag nach Berlin gefahren.“ Ralf L. hatte am Abend angerufen. „Er sagte uns, dass sie bei der Polizei sind und wir uns keine Sorgen machen müssten“, erzählt der Vater. „Er meinte noch, dass alles gut werden würde.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Seitdem ist „Der Krog“ als Gaststätte geschlossen. Gelegentlich gibt es Ausstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==13. Infrastruktur, Elektrizität, Wasser, Abwasser==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Elektrifiziert wurde Carwitz ca. 1902/03 nach der Erzählung von Paul Utnehmer (Frau Christa Schönfeld). Einige Straßenlampen gab es auch schon vor dem zweiten Weltkrieg. Sie wurden per Handschalter an einem Lampenmast gegenüber dem Friedhof bei Einbruch der Dunkelheit eingeschaltet und 23 Uhr ausgeschaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Stadtvertretung der Stadt Feldberg beschloss in ihrer Sitzung am 22.4.1999 eine Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“&lt;br /&gt;
:Darin heißt es u. a. (auszugsweise): &lt;br /&gt;
:„Im nachfolgend näher bezeichneten Gebiet liegen städtebauliche Missstände vor. Das insgesamt ca. 20 ha umfassende Gebiet (...) erhält die Bezeichnung Feldberg OT Carwitz „Dorfkern“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 44.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD44 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Sanierungsgebiet umfasst alle Grundstücke (...) innerhalb der im Lageplan (...) durch eine schwarz gestrichelte Linie gekennzeichneten (...) abgegrenzten Fläche.&lt;br /&gt;
:Es können sowohl städtische Maßnahmen im Bereich Hoch- und Tiefbau, als auch private Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden durch Ausreichung eines Zuschusses oder Darlehns gefördert werden.“&lt;br /&gt;
:Die intensive Sanierung von Carwitz erfolgte einschließlich der vorausgehenden Maßnahmen von 1992-2007. Aber ab Anfang der 80er Jahre versorgte bereits eine zentrale Wasserleitung von einem Wasserwerk oberhalb des „Schappwaschs“ (Schafwäsche) am Dreetz alle Gehöfte und Ferienhäuser. Die Einzelbrunnen wurden verfüllt oder nicht mehr gepflegt.&lt;br /&gt;
:Eine allgemeine Abwasseranlage mit Anschlusspflicht für alle Bewohner wurde 1997/99 gebaut. Bis dahin wurden die Klärkammern jedes Gehöftes und der Ferienhäuser für Schmutzwasser regelmäßig von Spezialautos abgepumpt und zentral entsorgt. Dazu gibt es die Berichte, dass aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit die Entsorgungsfahrzeuge ihren Abwasserschlamm in Seen oder im Wald abkippten.&lt;br /&gt;
:Damals war Lutz Teichfischer Bürgermeister von Feldberg. Für Interessenten liegt in Kate 1 ein Heft von 60 Seiten: “CARWITZ Abschlussdokumentation der Sanierung“. Die Gesamtkosten betrugen 2.894.920 €, davon entfielen 1.340.880 € auf die Dorfstraße, die Wege und Plätze, sowie 210.980 € auf die Modernisierung und Instandsetzung von privaten Gebäuden. &lt;br /&gt;
:Ich erinnere mich, dass aus historischen Gründen die Dorfstraße mit Kopfsteinpflastern von Spezialkräften aus Portugal durchgeführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 45.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD45 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 47a.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD46 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 48.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD47 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+5&#039;&#039;&#039; Blicke auf Carwitz beim Rundflug 2008 (Wer hat die Bildrechte?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==14. Dorfkirche, Pfarrhof, Friedhöfe==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Mittelalter war Carwitz selbstständige Pfarre des Bistums Brandenburg. &lt;br /&gt;
:1534 gehörten dazu die Kapellen in Feldberg, Laeven und Hinrichshagen (Lüttenhagen). &lt;br /&gt;
:Im 30-jährigen Krieg ging die Pfarre ein und die Parochie wurde von Triepkendorf aus verwaltet. &lt;br /&gt;
:1706 entstand am Anger die Dorfkirche als rechteckiger Fachwerkbau mit einem freistehenden Glockenturm vor dem Westgiebel.&lt;br /&gt;
;18&lt;br /&gt;
:1740 wurde Carwitz wieder Pfarrsitz. Eingepfarrt wurden dorthin Feldberg, Conow, Weitendorf, Wittenhagen, Försterei Laeven und Neuhof. &lt;br /&gt;
:Der „Küstersteig“ zweigt von der Bahnhofstrasse in Feldberg ab und führt entlang der Wiesen zum Schmalen Luzin, er war also der Weg, auf dem Pfarrer und Küster aus Carwitz nach Feldberg zum Gottesdienst gingen und zurück. &lt;br /&gt;
:Seit 1815 war Feldberg „Flecken“ und erhielt erst 1919 das Stadtrecht. &lt;br /&gt;
:1857 wurde die Pfarre trotz stärkster Proteste der Carwitzer nach Feldberg gelegt, dafür durften im Gegensatz zu den anderen Dörfern die Carwitzer weiterhin ihre Kinder in ihrer eigenen Kirche konfirmieren. &lt;br /&gt;
:Auf dem uralten Kirchhof befindet sich ein offener Glockenstuhl mit zwei Gussstahlglocken. Diese wurden in Bochum gegossen und kamen um 1920 nach Carwitz. &lt;br /&gt;
:Die vorherigen beiden Bronzeglocken mussten während des ersten Weltkrieges für die Verarbeitung zu Munition abgeliefert werden. &lt;br /&gt;
:Bei diesen Bronzeglocken handelte es sich um eine kleinere mittelalterliche Glocke und eine große Glocke von 1859, welche ein Geschenk des Großherzogs Georg war.&lt;br /&gt;
:Dem ursprünglichen Friedhof an der Kirche folgte im 19. Jahrhundert der heute aufgelassene Friedhof mit dem Fallada-Gedenk-Grab. &lt;br /&gt;
:Im 2. Weltkrieg wurde dort noch beerdigt, siehe Grab eines russischen Hilfsarbeiters in der rechten Ecke zum Luzin. &lt;br /&gt;
:Der heutige Friedhof am Kreisel wurde nach dem 2. Weltkrieg eingerichtet. &lt;br /&gt;
:Er ist aus Gründen mangelnden Unterhalts heute nicht mehr allgemein belegbar, außer vorgemerkt mit jährlichen Gebühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 49.jpg|800px|zentriert|thumb| CD49]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 50.jpg|800px|zentriert|thumb| CD50 vor 1906]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 51.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD51 Die jetzige Kirche ist ein rechteckiger Fachwerkbau, eingeweiht 1706. Der hölzerne Westturm mit Spitzhelm wurde 1912 wegen Baufälligkeit abgerissen.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52.jpg|1200px|zentriert|thumb| CD52 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 52a.jpg|800px|zentriert|thumb| CD53 Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut.  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Innern der rechteckigen Saalkirche befinden sich an drei Seiten Emporen. Der Kanzelaltar wurde unter Verwendung von Resten eines spätmittelalterlichen Flügelaltars und mit einem Kanzelrumpf in der Renaissanceform nach 1714 aufgebaut. &lt;br /&gt;
:Die beiden Altarflügel (um 1500) zeigen rechts oben Maria und Sankt Elisabeth, unten Sankt Matthias und Sankt Bartholomäus. &lt;br /&gt;
:Auf dem linken Flügel sind oben Sankt Jakobus und Sankt Andreas, unten Sankt Agnes und Sankt Petrus dargestellt. &lt;br /&gt;
:Die beiden auf den Flügeln stehenden Schnitzfiguren zeigen Maria mit dem Christuskind (links) und Sankt Johannes (rechts) sowie auf den Rückseiten eine Verkündigungsszene. &lt;br /&gt;
:Die dritte Schnitzfigur im Altarraum an der Wand links stellt Sankt Valentin dar und stammt ebenso wie das Kruzifix aus der Zeit um 1500.&lt;br /&gt;
;Erna Morach, Christa Schönfeld  und Otto Schulz erzählten: &lt;br /&gt;
:Vor dem Krieg bekam der Pfarrer jedes Jahr den „Obsterwangs“ (von ihr so ausgesprochen). Das war der große  Kirchenzehnte, ein Rest der Feudalsteuer. &lt;br /&gt;
:Die Bauern gaben ihm 10 Zentner Roggen oder mehr, die sie gleich in die Mühle nach Feldberg bringen mussten. &lt;br /&gt;
:Der Pastor bekam dann nur das Geld für den an den Müller verkauften Roggen. Wurst, Eier kamen noch hinzu. &lt;br /&gt;
:Die Namen der Pastoren sind ihnen nicht mehr erinnerlich. &lt;br /&gt;
:Noch in den 20er und 30er Jahren sammelte „de Glöckner“ Wilhelm Schmidt den Kirchenzehnten in Naturalien zu Ostern ein.&lt;br /&gt;
:In ihrer Kindheit läutete der Glöckner, Herr Schmidt, die kleine Kirchenglocke 3x täglich: bim-bim-bim Sommer 7:00 (Winter 8:00), 12:00, Sommer 18:00 (Winter 16:00).  &lt;br /&gt;
:Am Sonntag wurde von ihm die große Glocke 10:00 geläutet und wenn der Pfarrer kam, wurde auch die 2. große Glocke geläutet. &lt;br /&gt;
:Der Glöckner „trampelte“ dann auf den Blasebälgen der Orgel die Luft in die Pfeifen, die vom Lehrer gespielt wurden. &lt;br /&gt;
:„Wir Kinder sangen dazu“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Reste des alten Pfarrhofs an der Bushaltestelle wurden erst 1974 im Auftrag der Kirche vom Bauunternehmer Börner aus Feldberg abgerissen und in den Modder-Mücken-Teich am Hügel 16 vor unseren Katen 2/3 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Beim Umbau 1978 / 2000 wurde im Zuge der Dorfsanierung auch die Kirchhofsmauer aufwendig umgebaut. Das geschah in der jahrhundertealten Fertigungstechnik als sogenannte Trockenfeldsteinmauer. &lt;br /&gt;
:Trockenmauern bieten in ihren vielen Ritzen und Hohlräumen ein spezielles Kleinklima und wertvolle Ersatzlebensräume für Reptilien und Insekten. &lt;br /&gt;
:Durch Samenflug siedeln sich außerdem auf den Steinen und zwischen den Fugen vielfältige Arten von Moosen, Flechten und Pflanzen an, die zur Stabilität dieses Naturdenkmals entscheidend beitragen. &lt;br /&gt;
:Wegen der besonderen Sensibilität ihre Beschaffenheit ist eine derartige Mauer nicht geeignet, zu erklettern, zu begehen oder zu “besetzen“. Diese Mauer des Kirchenhofs sollte geschützt und damit erhalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+6&#039;&#039;&#039; sanierte Kirche Carwitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 54.jpg|630px|links|thumb| CD54 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 55.jpg|420px|rechts|thumb| CD55 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                               &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 56.jpg|550px|links|thumb| CD56 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 57.jpg|500px|rechts|thumb| CD57 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 58.jpg|800px|zentriert|thumb| CD58  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 59.jpg|800px|zentriert|thumb| CD59 2004/2005 wurden die Grundmauern und der Keller des Pfarrhofs wieder freigelegt. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==15. Mühle: „flügellos“==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 60.jpg|800px|zentriert|thumb| CD60 Die Holländer Mühle brannte am 07.03.1892 ab. Sie wurde danach wieder aufgebaut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 61.jpg|800px|zentriert|thumb| CD61 Carwitzer Windmühle ca. 1900 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+7&#039;&#039;&#039; Vor 1906 ??&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Otto Schulz erzählte sinngemäß: &lt;br /&gt;
:Letzter Mühlenbesitzer war Otto Schmidt. Nach der Kollektivierung wurde die Mühle der LPG unterstellt. Zum Schluss wurde mit elektrisch betriebenem Mahlwerk nur noch Futter für Schweine und Rinder der LPG (Tierproduktion) Dolgen geschrotet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 62.jpg|800px|zentriert|thumb| CD62 2009]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
      &lt;br /&gt;
:Seit 1998 bemüht sich der örtliche Mühlenverein um die Sanierung. Die Plattform war zeitweise wieder begehbar. So wurde sie vom Kunstladen Thomsdorf zeitweise auch als Verkaufsstelle genutzt. Die Mühlenflügel ohne Funktion würden Zehntausende € kosten. So oder so ist sie ein weithin sichtbarer Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 63.jpg|800px|zentriert|thumb| CD63 ca. 1970  ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+8&#039;&#039;&#039; ? Ca 1970&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==16.    Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Nach dem Kriege wurde die aus Ostpreußen geflüchtete Schwester Selma Wehrmeister als 1. Gemeindeschwester in Carwitz sesshaft. &lt;br /&gt;
:Sie war sehr beliebt, da sie fachlich sehr gut war, energisch und vor allem immer sofort da war, wenn sie gerufen wurde. &lt;br /&gt;
:Sie war auch oft als Hebamme tätig, denn damals gab es bis Mitte der 50er Jahre nur Hausentbindungen. &lt;br /&gt;
:Sie wohnte bei Dreiseidel im jetzigen Haus von Familie Teifel und hatte ihre Gemeindeschwesternstube in der damaligen Schule (Fr. Deuß, Dorfstraße 74). :Dort wurde auch bis 1990 ein- bis zweimal die Woche Sprechstunde eines Feldberger Arztes abgehalten. &lt;br /&gt;
:Schwester Selma war nicht nur Gemeindeschwester für Carwitz, sondern auch für Laeven und für Wittenhagen bis 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==17.Bäckerei und Kaufmannsladen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld, Erna Morach und Güldners erinnern sich: Bäckermeister Hermann Schulz gab altersbedingt Anfang der 60er Jahre die Bäckerei in Carwitz auf. &lt;br /&gt;
:Er war selbständiger Bäcker und Konditor. Das ehemalige Backhaus mit dem erhaltenen großen Backofen ist jetzt ein Ferienhaus auf dem Grundstück Dorfstr. ?19 Bäcker Schulz buk frühmorgens das Brot, die Brötchen und die Kuchen. &lt;br /&gt;
:Dann zog er ein- bis zweimal in der Woche mit dem Pferdewagen über die Nachbardörfer zum Verkauf.  &lt;br /&gt;
:Viele Dörfler buken damals ihr Brot noch selbst.&lt;br /&gt;
:So ist der Erdhügel gegenüber unserem Eingangstor in Carwitz der Rest des ehemaligen Backofens der Familie Schönfeld. &lt;br /&gt;
:Es wurde auch noch selbst gebuttert. Die Maibutter war die beste, da die Kühe jetzt wieder das frische Gras fressen konnten20. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 20er und 30er Jahren fuhr Hermann Rohrbeck aus Koldenhof mit einem Pferde-Planwagen über die benachbarten Dörfer. Er läutete eine große Glocke. :Dann kamen die Frauen und kauften die Grundnahrungsmittel ein. Er füllte die gewünschten Waren, Mehl, Zucker, Erbsen, in Tüten. Diese nahmen die Frauen dann in ihre Trägerschürzen, die sie vor dem Bauch hochhoben und trugen sie nach Hause. &lt;br /&gt;
:Netze, Einkauftaschen gab es damals auf den Dörfern noch nicht, bzw. wurden nicht benutzt.  &lt;br /&gt;
:Ein Lebensmittelladen des Konsums wurde 1952, nach dem Weggang des Krögers Paul Utnehmer, in der Gaststätte links hinter dem Eingang eingerichtet. Später wurde für den Laden eine Baracke anstelle der abgerissenen Scheune links neben dem Krog gebaut. &lt;br /&gt;
:Und noch später wurde ein eigener Laden daneben gebaut, in dem es alles „für den täglichen Bedarf“ gab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur paradoxen völlig verfahrenen, weil ideologisch dogmatisch bestimmten Preispolitik der DDR einige Beispiele: &lt;br /&gt;
:Ich erlebte, wie eine Carwitzer Einwohnerin „das Übliche“ - zehn große Brote kaufte, die sie in einen dreckigen Sack warf. &lt;br /&gt;
:Die Verkäuferin klärt mich dann auf: Diese Brote sind nicht für die Gäste, sondern für die Hühner und Schweine bestimmt. &lt;br /&gt;
:Brot wird subventioniert, reines Korn, also das Futter für die Schweine ist viel teurer im Einkauf. &lt;br /&gt;
:LPG-Bäuerinnen hatten kein eigenes Korn mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Frische Lebensmittel wurden zur DDR-Zeit staatlich zu überhöhten Preisen aufgekauft, um sie in Westberlin frisch verkaufen zu können. Dazu gehörten zum Beispiel Spargel, Erdbeeren und auch Eier. Ein Teil dieser Waren kam aber auch in unseren Konsum zum Verkauf zurück und konnte nun für den persönlichen Bedarf in kleiner Menge zurückgekauft werden. Der Rückkauf war zum Teil nur die Hälfte vom vorher erfolgten Verkaufspreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Konsum wurde 1990 bald nach dem Umbruch und nach Klärung der Eigentumsverhältnisse abgerissen. Ein Doppelhaus steht jetzt dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==18. Fischerei==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erna Morach erinnert sich: Herr Hagen holte sich nach dem Kriege die Fische vom Fischer Haase. &lt;br /&gt;
:Er (Herr Hagen) wohnte im letzten Haus links am Weg nach Hullerbusch, Dorfstr. 67. &lt;br /&gt;
:Der Fischer wohnte im ersten Haus an der breiten Bucht. Hagen fuhr die Fische, anfangs mit dem Fahrrad, später mit seinem Pferdewagen zum Verkauf über die benachbarten Dörfer. Später übernahm sein Sohn Ernst Hagen dieselbe Tätigkeit von seinem Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;„In Carwitz produzierte die Binnenfischerei 60 t Forellen.“&lt;br /&gt;
;21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Seenlandschaft wurde durch die wirtschaftliche Entwicklung massiv belastet: Abwasser der Molkerei in Feldberg, ungenügende Abwasserklärung der Stadt Feldberg und der umliegenden Dörfer, Mosterei in Carwitz, chem. Pflanzenschutzmittel und Düngung insbesondere mit Flugzeugen. &lt;br /&gt;
:Die Problematik wurde in den 70er und 80er Jahren wohl erkannt, aber die entgegenwirkenden Maßnahmen konnten aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten und ideologischer Schranken nur halbherzig sein.&lt;br /&gt;
:Erfreulich, dass sich nach der Wende in den 90er Jahren vieles veränderte. Die sich von Jahr zu Jahr verbessernden Seen haben fast alte Klarheit zurückgewonnen.&lt;br /&gt;
;22 &lt;br /&gt;
;Gleiche Autoren berichten: „Es wäre schon vorgekommen, dass die Fischer Bleie (Brachsen, Brassen) von 60 bis 80 cm mit 6-7 kg gefangen hätten“. (18 / S.29 u. 266)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fischermeister Bruno Haase erzählte, dass zu dieser Zeit von ihm im Carwitzer See, im Zansen und im Dreetz immerhin pro Jahr noch eine Tonne amerikanischer Flusskrebse gefangen wurde. &lt;br /&gt;
:1959 erreichte der Bisam die Feldberger Gewässer, jedenfalls gibt es aus dieser Zeit erste verlässliche Berichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==19. Schmiede==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Es gab bis in die Nachkriegsjahre 2 Schmieden. &lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+9&#039;&#039;&#039;  1. vom Kreisel kommend das erste Haus links, Dorftsr. 5, daneben das kleinere Haus war die ehemalige Schmiede gewesen. &lt;br /&gt;
:2. gegenüber dem alten Friedhof, Dorfstr. 40, die Schmiede von Friedrich Rechlin, die später von Kavemann übernommen wurde.&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+10&#039;&#039;&#039;  Standort Schmiede am Friedhof ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==20. Verkehr==&lt;br /&gt;
:1789, so wird berichtet, erreichte die Post zweimal in der Woche Feldberg. &lt;br /&gt;
:Die „Fahrpost“ von Neustrelitz (durch den Serrahner Forst) über Goldenbaum, Grünow, Dolgen, Weitendorf (alte Poststraße) nach Feldberg existierte von 1821 bis zum 21. 12. 1910. An diesem Tag erreichte die Eisenbahn, die „Friedrich-Wilhelm-Bahn“, das erste Mal öffentlich Feldberg. &lt;br /&gt;
:„Erst 1875 konnte der wichtige Straßenanschluss Feldbergs an die Chaussee Neustrelitz-Woldegk bei Möllenbeck fertiggestellt werden.“ (18)&lt;br /&gt;
:Die letzte Sonderfahrt der Bahn war am 21.Dezember 2000 zum 90-jährigen Streckenjubiläum. &lt;br /&gt;
:Der Personennahverkehr war bereits zum 27. Mai 2000 abgestellt worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu Fuß oder mit der Pferde-Kutsche ging es von Carwitz nach Feldberg zum Amt oder zum Bahnhof. &lt;br /&gt;
:Die Feldberger Seenkette bildete eine Barriere von Lichtenberg bis Thomsdorf. &lt;br /&gt;
:So soll Blücher mit seiner Armee entlang dem Nordufer des Breiten Luzin 1806 vor den Franzosen geflohen sein. Der Erddamm durch den Schmalen Luzin wurde erst 1847 geschüttet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 64 c.jpg|800px|zentriert|thumb| CD64 An der Bäk-Brücke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Brücke über „de Bäk“ in Carwitz hatte nur Bedeutung für die Verbindung zwischen Wittenhagen und Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Schulbus fuhr bald nach Schließung der Dorfschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 65.jpg|530px|links|thumb| CD65 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 66.jpg|500px|rechts|thumb| CD66 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Christa Schönfeld: &lt;br /&gt;
:„Die ersten Autobesitzer vor dem 2. Weltkrieg waren Hans Fallada, Kratochwil und der Müller Schmidt. &lt;br /&gt;
:Fallada hatte vorher eine Pferdekutsche. Mit ihr hatte er seine Probleme, wie er in „Heute bei uns zu Haus“ lebhaft schildert. &lt;br /&gt;
:Der Teil der Dorfstraße vom Krog bis zum Kirchhof wurde ca. 1928/29 gepflastert. &lt;br /&gt;
:Die Straße von Feldberg und die gesamte Dorfstraße wurde erst Anfang der 70er Jahre befestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 67a.jpg|thumb|600px|center|DC67 Dorfstraße vor der Sanierung, rechts das Haus von Otto Schulz vor der Bäk. Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 68.jpg|thumb|600px|center|DC68 Dorfstraße nach der Sanierung - Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+12&#039;&#039;&#039; Auch die Zufahrt von Feldberg/Neuhof wurde komplett neu asphaltiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 69.jpg|thumb|600px|center|DC69 Foto Ernst F. Dörffel 2022]]&lt;br /&gt;
:Eine alte unbefestigte Fahrstraße führte durch den Wald von Wokuhl über Hasselförde, Triepkendorf, Laeven. &lt;br /&gt;
:Sie ist auch heute noch befahrbar und war nach dem katastrophalen Wintereinbruch 1978/79 für einige Tage die einzig befahrbare Straße von Neustrelitz nach Carwitz und Feldberg. &lt;br /&gt;
:Möllenbeck - Feldberg war wegen Schneeverwehungen unpassierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==21. Wald und Naturschutz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+13&#039;&#039;&#039; Von 1972 bis 2001 war Klaus Borrmann Leiter des Forstamt Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Er hat mehr als 200 kleinere und größere Abhandlungen, Aufsätze in Fachzeitschriften und Heimatbroschüren zur Natur und Geschichte der Feldberger Region veröffentlicht. In der zweibändigen Darstellung Mecklenburg-Strelitz – Geschichte einer Region (2000 und 2002) hat er die rund 300-jährige Forst- und Jagdgeschichte des Großherzogtums dargestellt.  Und in „Lüttenhäger Oberförster“ 2001 würdigt er seine Amtsvorgänger und verbeugt sich vor ihren Leistungen für die Wälder der Feldberger Seenlandschaft. Borrmann ist auch Vater des 1999 eröffneten Lüttenhagener Waldmuseums „Lütt Holthus“, das vor allem jungen Besuchern „Natur zum Anfassen“ bietet.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Der ursprüngliche Wald war vor 1000 Jahren ein Buchen-Eichen-Mischwald. &lt;br /&gt;
:Darin eingestreut lagen die, durch friedliche Einwanderung in den Jahrhunderten nach der Völkerwanderung entstandenen, slawischen Rund-Dörfer. &lt;br /&gt;
:Mit der Osterweiterung des Deutschen Kaiserreiches kamen später deutsche Siedler dazu. Es wurden Reihen-Dörfer gegründet. &lt;br /&gt;
:Jede Familie hatte im Mittelalter eine Hufe Land von ca. 7-8 ha mit Nutzung der Allmende, des Allgemein-Eigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der 30-jährige Krieg ließ auch in der Feldberger Seenlandschaft ein fast menschenleeres Land zurück. Viele Dörfer waren wüst, so Hanau am Schmalen Luzin vor dem Hullerbusch und Krüselin. Viele Dörfer wurden im wahrsten Sinne dezimiert. &lt;br /&gt;
:Der Wald drang in wenigen Jahrzehnten auf diesen Flächen vor. Das Land erholte sich nur sehr langsam. &lt;br /&gt;
:Nach 1700 beschleunigte sich die wirtschaftliche Entwicklung. &lt;br /&gt;
:Der enorme Holzbedarf der Glashütten, Köhlereien, Teeröfen, -schwelereien und die Bautätigkeit entwaldete erneut die Region. &lt;br /&gt;
:Gegenmaßnahme waren seit Ende des 18. und im 19. Jahrhundert gezielte, organisierte Aufforstungen insbesondere mit Kiefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Interessante Anweisung des Herzogs Adolf Friedrich im Jahre 1783 an den Förster Schwarz  in Carwitz zur sparsamen Holzverwendung (1/S.35 ): &lt;br /&gt;
:„Wann wir gnädigst resolviret, dass von nun an alles Klafter-Holz ohne Ausnahme in jeder unserer Forsten, es sey zum Behuf der Glashütten, zur Köhlerei, Ziegeleien, Kalköfen, zur häuslichen Feuerung oder Deputat-Brennholze, wie auch alles Pfahlholz ohne alle Einwendung und Wiederrede, nicht wie bisher geschehen mit der Axt, sondern mit der Säge gekürzt werden soll, außer das sogenannte Wadelholz, auch Zweig- oder Zopfholz, welches noch keinen Fuß im Durchschnitt hat, als welches mit der Axt klein zu machen frei bleibt.“ Damit sollte der Holzverlust verringert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der ranghöchste Forstmann aller Zeiten zwischen Neustrelitz und Feldberg hatte seinen Sitz zwischen 1786 und 1816 auf dem Forsthof in Carwitz. &lt;br /&gt;
:Der Oberforstmeister Christoph Ernst von Kamptz“ s. (1/S.171ff) &lt;br /&gt;
:Nach seinem Tod kam der Wald zwischen Carwitz und Triepkendorf zur Försterei Mechow. &lt;br /&gt;
:Auch die Stelle des Oberforstmeisters wurde dann 1932 aufgelöst. &lt;br /&gt;
:Der letzte Förster, Walter Kruse, wurde nach Strasen versetzt. Das Haus übernahm Malermeister Tock und nach seinem Tod in den 70er Jahren Fischer Götz. :Für Carwitz verblieb nur der Hullerbusch und der Conower Werder, was für einen Holzwärter reichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Neben der geschichtlichen Entwicklung des Feudalismus ist sicher auch die Randlage von Carwitz entscheidend für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Naturschutzgebiet Hauptmannsberg umfasst 43 Hektar  des markanten Ausschnitts einer Endmoräne der letzten Eiszeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Hauptmannsberg, 120 Meter hoch, ist eine Satzendmoräne. &lt;br /&gt;
:Nach Abtauen des Eises blieben die noch heute sichtbaren Findlinge zurück. Bronzezeitliche Hügelgräber belegen auch hier eine frühe menschliche Besiedlung. Das im 13. Jahrhundert gegründete Hanow, später Hanau, wurde im 15. Jahrhundert aufgegeben und die Flächen anschließend von Carwitzer Bauern genutzt. &lt;br /&gt;
:Auf einer Karte von Tilemann Stella aus dem Jahr 1578 sind die Flächen waldfrei verzeichnet. &lt;br /&gt;
:Bereits im 18. Jahrhundert wurden steile und unwegsame Flächen aufgegeben und bewaldet. &lt;br /&gt;
:Die anderen Flächen wurden abwechselnd als Wiese und Acker genutzt. &lt;br /&gt;
:Die landwirtschaftliche Nutzung wurde im Jahr 1971 vollständig aufgegeben. Erst seit 1992 erfolgt wieder eine regelmäßige Beweidung. &lt;br /&gt;
:In den steilen Hangbereichen am Ufer des Zansen wachsen jetzt Wälder mit Hainbuche, Rotbuche und Eiche, eingestreut findet sich Haselnuss. &lt;br /&gt;
:Nach der Nutzungsaufgabe Mitte des 20. Jahrhunderts konnten sich Besenginster, Brombeere und Schlehe ausbreiten. &lt;br /&gt;
:Die offen gehaltenen Bereiche bedecken artenarme Rotstraußgrasfluren und Grasnelken-Schwingelrasen. &lt;br /&gt;
:Nur noch in kleinen Flächen sind die an basenreiche Standorte gebundenen Pflanzengesellschaften mit Steppenlieschgras und Glatthafer zu finden. &lt;br /&gt;
:Zahlreiche wärmeliebende Zikaden- und Heuschreckenarten besiedeln das Gebiet, darunter der Kleine Heidegrashüpfer und die Zweifarbige Beißschrecke. &lt;br /&gt;
:Die Brutvogelwelt hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Veränderung der Flächen gewandelt. &lt;br /&gt;
:Es sind heute vorrangig hecken- und waldbewohnende Arten anzutreffen, wie Sperbergrasmücke, Neuntöter, Sprosser und Wendehals. &lt;br /&gt;
:Rechtlich besteht das Schutzgebiet seit dem 20. März 1957. Es grenzt an das nördlich und westlich liegende Naturschutzgebiet Hullerbusch und Schmaler Luzin. Es ist nach EU-Recht als FFH-Gebiet23 und Vogelschutzgebiet eingestuft. &lt;br /&gt;
:Der ursprünglich beabsichtigte Schutz des Offenlandes mit beweideten Trockenrasen hat sich durch Wiederansiedlung von Gehölzen geändert. &lt;br /&gt;
:Auch der später wieder geförderte Verbiss durch die Schafbeweidung und maschinelle Pflegemaßnahmen können dies nicht ändern. &lt;br /&gt;
:Der durchziehende Wanderweg entlang am Zansen ist mit seinen Aussichten auf die Seen ein touristisches Hauptziel. &lt;br /&gt;
:Aber die „Aussichtsmöglichkeiten“ haben sich durch den kompromisslosen Naturschutz massiv vermindert. &lt;br /&gt;
:So verhindert der Baumbewuchs des Hauptmannsberg die Rundumsicht auf die  Seen: Schmaler Luzin, Dreetz, Falladabucht, Carwitzer See, Zansen. &lt;br /&gt;
:Es ist nur noch ein eingeschränkter Blick auf den Carwitzer See übriggeblieben. &lt;br /&gt;
:Diese Entwicklung wirft immer wieder die Frage nach der Zielstellung des Naturschutzes auf. &lt;br /&gt;
:Soll es so bleiben, wie es im Moment ist, oder soll es wieder werden wie vor 50 Jahren, wie vor 200, 1.000 oder 10.000 Jahren? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;+14&#039;&#039;&#039; In den „Heiligen Hallen“ sind nach einem Sturm die gestürzten Buchen nicht von den Wegen geräumt worden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 70.jpg|thumb|600px|center|DC70 So sieht es heute mit dem „Naturschutz“ aus. Vor ihm gab es dort keinen Wald Foto B. Krause 2022]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die mit dem Naturschutz, der modernen Landwirtschaft und den veränderten Besitzverhältnissen verursachten Veränderungen in der Tierwelt bedürften einer besonderen Darstellung.  &lt;br /&gt;
:Es geht dabei nicht um die Neuansiedlung von Wölfen, sondern um die grundsätzlich veränderten Lebensbedingungen für die Kleintierwelt. &lt;br /&gt;
:Der Waschbär hat enormen Schaden verursacht, insbesondere in der Vogelwelt. &lt;br /&gt;
:In den siebziger Jahren gab es noch Fasane, Haubentaucher, Schellenten, Pirole in der unmittelbaren Umgebung von Carwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==22. Kiesabbau Carwitz - Thomsdorf verhindert – Findlingsgarten gegründet==&lt;br /&gt;
:(zusammengefasst nach informativen Gesprächen mit Gudrun Kunze, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative)&lt;br /&gt;
:Nach dem Umbruch versuchte in den neunziger Jahren ein Bauunternehmen das Recht auf Kiesabbau im Bereich Carwitz/Thomsdorf westlich und südlich zwischen Schmalen Luzin, Dreetz und Krüselinsee zu erwerben. Es betraf 127 Hektar in Mecklenburg-Strelitz und 87 Hektar in der Brandenburgischen Uckermark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 71.jpg|thumb|600px|center|DC71 Das Kiesabbaugebiet ist schwarz markiert]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Als das bekannt wurde, kam es im März 1996 zur Bildung eines länderübergreifenden Vereins “Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau“. &lt;br /&gt;
:Die 60 Gründungsmitglieder regten die Diskussion in den zuständigen Gemeinden und Kreistagen zur Verhinderung dieses massiven Eingriffes in das Landschafts- und Naturschutzgebiet der Feldberger Seenlandschaft an. Es kam zu 15.000 Unterschriften. &lt;br /&gt;
:Die Vereinsmitglieder steckten den Kopf nicht in den Sand des geplanten Kiesabbaus. &lt;br /&gt;
:Im Rahmen dieser Bürgerinitiative wurde zunächst der Weg von Carwitz nach Mechow wiederbelebt und mit Birken bepflanzt. Mit Spenden und Fördermitteln erwarb der Verein 2002 ein Grundstück auf dem Kiesfeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 72.jpg|thumb|600px|center|DC72 Der Findlingsgarten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der NABU des Kreises Mecklenburg-Strelitz mit seinem damaligen Vorsitzenden Erwin Hemke hatte dann die Idee zu einem Findlingsgarten mit Heidelandschaft. &lt;br /&gt;
:Im September 2002 wurde zu dessen Einweihung ein fast 20 t wiegender Granitstein, ein Findling aus der Eiszeit, in Anwesenheit des damaligen Umweltministers Dr. Wolfgang Methling (PDS) von Mecklenburg-Vorpommern an den Ortsrand von Carwitz neben den genannten Weg gebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 73.jpg|thumb|600px|links|DC73 Der Hüter  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Carwitz Doerffel 74.jpg|thumb|800px|rechts|DC74  (Foto: B. Krause 2022)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Er wurde auf den Namen „Der Hüter“ getauft, denn er soll und wird das Landschaftsschutzgebiet bewachen. Weitere Findlingssteine formen den Umriss eines Mammuts nach. &lt;br /&gt;
:Texte informieren über die skandinavischen Herkunftsorte der 168 Findlinge aus einem Umkreis von ca 30 km.&lt;br /&gt;
:2005 konnte dann eine unabhängige Gruppe privater Personen das Bergrecht für den Kiesabbau kaufen. &lt;br /&gt;
:Damit war der Abbau von Kies auf Dauer verhindert. 2017 kam es zur Verschmelzung der Vereine: „Aufbruch Carwitz/Thomsdorf e.V. Bürgerinitiative gegen Kiesabbau und Deponien“ und „Eiszeit- und Naturerlebnis Wittenhagen e.V.“ zum „Feldberger Eiszeit- und Naturerlebnis e.V.“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==23. Gedanken zum Schluss==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Man kann erfahren, wie bekannt Carwitz ist, wenn man irgendwo in Deutschland auf dieses Dörfchen zu sprechen kommt. Die wirtschaftliche und kulturelle Zukunft von Carwitz liegt heute einzig und allein im Tourismus und für Feldberg auch im Kurbetrieb. &lt;br /&gt;
:Einzigartig ist aber nicht nur Carwitz, sondern auch die nähere und weitere Umgebung der Feldberger Seenlandschaft. Einige unserer Familie und Freunde hatten deshalb schon den Gedanken, eine kleine Broschüre zu gestalten. &lt;br /&gt;
;“111 Orte um Carwitz, die man gesehen haben sollte“. Orte aus der Vergangenheit, im aktuellen Urlaub gesehen oder aber auch vorgenommen, in der nahen Zukunft zu besuchen. Diese Idee wurde schon vor langer Zeit ausgesprochen.24 Eine Auflistung führte zu vielen weiteren Orten, zu mehr als 111 Diamanten in der Umgebung. Sie reicht von Alt Placht, dem Kirchlein im Grünen, bis weit hinaus übers Restaurant Zollhaus am Erddamm in Feldberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Auch die hier genannten Orte und Geschichten können vielleicht anregen, über Carwitz und die umliegenden Seen hinaus etwas zu erleben und zu genießen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Also „Auf Schusters Rappen“, auf die Fahrräder oder auch ins Auto:&lt;br /&gt;
:Hans –Fallada-Museum: Zum Bohnenwerder 2 in Carwitz &lt;br /&gt;
:Lütt Holthus: Waldmuseum in Lüttenhagen &lt;br /&gt;
:Neustrelitz: ehemalige Residenzstadt der Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz mit einmaliger spätbarocker sternförmiger Stadtanlage und Schloßgarten&lt;br /&gt;
:Schloss Hohen Zieritz: Sterbeort der Königin Luise von Preußen, Nationalparkamt, Anfang oder Ende der Königin-Luise-Route Hohenzieritz-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Frauenkonzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg, Gedenkstätte&lt;br /&gt;
:Dorfkirchen in Carwitz, Conow, Fürstenhagen, Mechow, Wittenhagen&lt;br /&gt;
:Spring: Quelle und Picknick-Platz ca 10-15 Min. vom Friedhof Laeven entfernt&lt;br /&gt;
:Dorfwüstung Krüselin und Picknick-Platz: 30 Min. von Carwitz entfernt&lt;br /&gt;
:Hullerbusch mit Hünenwall und Teufelstein: eiszeitlich geformter Buchenwald, Hochuferweg am Zansen&lt;br /&gt;
:Hauptmannsberg mit Wanderweg entlang des Hochufers am Zansen: schönster Blick Mecklenburgs&lt;br /&gt;
:Bohnenwerder: eindrucksvoller 360°-Rundblick über den Carwitzer See&lt;br /&gt;
:Heilige Hallen: ältester 300-400-jähriger Buchenwald Deutschlands&lt;br /&gt;
;3 Friedhöfe in Carwitz: &lt;br /&gt;
:1. an der Kirche, &lt;br /&gt;
:2. „in de Mitte von Dorp“, &lt;br /&gt;
:3. bei der Mühle&lt;br /&gt;
:Kahnfähre über den Schmalen Luzin: Verbindung vom Hotel Hullerbusch zur Luzinhalle &lt;br /&gt;
:Schmaler Luzin: Uferweg von Carwitz nach Feldberg (Luzinhalle)&lt;br /&gt;
:Feldberg: Amtswerder, Klinik, Blick vom Reiherberg&lt;br /&gt;
:Wittenhagen: Luzintheater, Kirche, Eiszeit-Route&lt;br /&gt;
:Scharteisen – glazialer Toteissee; von Wittenhagen aus zu erreichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==24.    Glossar==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Adjungiert		&lt;br /&gt;
:zugeordnet, beigefügt&lt;br /&gt;
;boom                          &lt;br /&gt;
:Baum  (plattdeutsch) irgendwo als „oben“ genannt ist falsch&lt;br /&gt;
;Cammer-Collegium	&lt;br /&gt;
:s. Kammerkollegium&lt;br /&gt;
;Devastiert		&lt;br /&gt;
:zerstört, verwüstet, heruntergewirtschaftet&lt;br /&gt;
;Domäne		&lt;br /&gt;
:Landesherrschaftliches Staatsgut, das auch verpachtet werden konnte&lt;br /&gt;
;Domanium	&lt;br /&gt;
:verpachteter landesherrschaftlicher Besitz ( Dörfer, Höfe ) mit direkter Steuerpflicht gegenüber dem Landesherren. Bestand bis 1919&lt;br /&gt;
;Emolumente		&lt;br /&gt;
:Nebeneinnahmen, Nutzen&lt;br /&gt;
;Erbvergleich	(auch Landesgrundgesetzlicher)  &lt;br /&gt;
:Mecklenburger Gesetzessammlung von 1755 zur Regelung der Beziehungen zwischen dem Landesherren und der :Ritterschaft, Städten. Praktisch die Landesverfassung des Mecklenburger Ständestaates bis 1919.&lt;br /&gt;
:Etablissement		&lt;br /&gt;
:hier dienstliche oder betriebliche Niederlassung der Forstwirtschaft&lt;br /&gt;
;Gerechtsame, die	&lt;br /&gt;
:veraltet für (Vor)recht&lt;br /&gt;
;Glashütte	&lt;br /&gt;
:Manufaktur zur Herstellung von Glas aus Quarzsand und Pottasche in einem Schmelzofen. Hatte sehr großen Holzverbrauch in ihrer unmittelbaren Umgebung.&lt;br /&gt;
;Hutewald	&lt;br /&gt;
:die Dorfbewohner durften nach uraltem Recht in diesem Wald ihr Vieh – meist ihre Schweine – hüten, weiden lassen&lt;br /&gt;
:Kammerkollegium	&lt;br /&gt;
:herzogliche Finanzverwaltung, auch als Cammer-Collegium bezeichnet&lt;br /&gt;
;KWA			&lt;br /&gt;
:Karbe-Wagner-Archiv in Neustrelitz&lt;br /&gt;
;LHA			&lt;br /&gt;
:Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
;Meierei		&lt;br /&gt;
:größeres landwirtschaftliches Gut meist außerhalb der Dorfgemarkung&lt;br /&gt;
;Meierei Wirtschaft	auch Meierei Hof &lt;br /&gt;
:Wirtschaft zur Herstellung von Milch, Butter, Käse&lt;br /&gt;
;Moräne		&lt;br /&gt;
:von Gletschereis abgelagerte Erde und Gesteine, fruchtbarer Boden&lt;br /&gt;
;Pertinens, das (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehöriges, Zubehör&lt;br /&gt;
;Pertinenz, die (lat.)	&lt;br /&gt;
:Zugehörigkeit&lt;br /&gt;
:Resolviren                  &lt;br /&gt;
:entscheiden, einen Beschluss öffentlich machen&lt;br /&gt;
;Rute	&lt;br /&gt;
:deutsches Längenmaß und als Quadratrute Flächenmaß vor der Reichsgründung 1871, in jedem deutschen Land anders: Mecklenburg-Strelitz = 5,02 m, 1 :QR = 25,2 m²,  Mecklenburg-Schwerin = 4,65 m, 1QR = 21,6 m²&lt;br /&gt;
;Sander	&lt;br /&gt;
:durch Schmelzwasser vor dem Gletscher ausgeschwemmte oft auch verwehte Sandflächen mit Dünen, gering fruchtbar&lt;br /&gt;
;Teerofen	Holzschwelerei,  &lt;br /&gt;
:zur Herstellung von Teer, der vor allem als Schmierstoff für Wagenräder benutzt wurde. Sehr großer Holzverbrauch in unmittelbarer Umgebung&lt;br /&gt;
;Werder		&lt;br /&gt;
:aus dem Althochdeutschen für &amp;quot;erhöhtes vom Wasser geschütztes Land&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Wie(r)l			&lt;br /&gt;
:Insel (Plattd.)&lt;br /&gt;
;Wörde	&lt;br /&gt;
:Hausacker, Hausgarten unmittelbar hinter oder neben dem Haus, in Carwitz zum See hinabreichend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==25.Literatur (Auswahl)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1. Borrmann, Klaus u. Tempel, Holger - Die Wildparks Serrahn &amp;amp; Lüttenhagen. &lt;br /&gt;
:Verlag: Erich Hoyer Galenbeck 2005, u a.  &lt;br /&gt;
;2. Brandenburgisches Landeshauptarchiv files - Flurkarte „Plan von der Feldmark Thomsdorf&amp;quot; &lt;br /&gt;
:– Signatur 37 Boitzenburg K 65 B / Potsdam, Tel. 0331-5674-213 &lt;br /&gt;
;3. Carpin, Gasthof Schleser See&lt;br /&gt;
: histor. Landkarte an der Wand: &lt;br /&gt;
:„herzogl. Directoerialkommission Generalplan 1750 aufgenommen von Hallas“ als Hinweis für &lt;br /&gt;
;4. Carwitz - Abschlussdokumentation der Sanierung1992-2007&lt;br /&gt;
:                                                                                                 &lt;br /&gt;
;5. Goetsch, Erich - Mechow. - Zur Geschichte einer kleinen bäuerlichen Siedlung in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. &lt;br /&gt;
:Cappenberg 2004 s. a. sein Literaturverzeichnis &lt;br /&gt;
;6. Herrmann, Joachim - &amp;quot;Die Slawen in Deutschland&amp;quot; &lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1985 &lt;br /&gt;
;7. Herrmann, Joachim - „Die Ergebnisse der Ausgrabungen in Feldberg“ &lt;br /&gt;
:in Ausgrabungen und Funde Bd. 13, Akademie-Verlag, Berlin 1968, S. 198 – 204&lt;br /&gt;
;8. Kinderbuchverlag Berlin - Carwitzer Notizen, 1985&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;9. Karbe-Wagner-Archiv  17235 Neustrelitz, Schloßstr.12-13, im Kulturquartier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;10. Kaus, Sigrid Ehefrau des Malers Max Kaus, der in 20er Jahren in Carwitz malte. &lt;br /&gt;
:Potsdamerstr.44 in 12205 Berlin Lichterfelde Tel.: 030- 833 60 25&lt;br /&gt;
;11. Krappe, Martin u. Arno Waterstraat - „Fischfauna der oberen Feldberger Seen und des Carwitzer Sees“ &lt;br /&gt;
:in Labus Heft 24/2006 S. 44-58 Phönix Multimedia Service GbR Elisabethstr. 28, 17235 Neustrelitz hier der Hinweis auf Sonderheft 5/2003 S.24 ff über die Ostgroppe und die Tiefenmaräne&lt;br /&gt;
;12. Krausch, Hans-Dieter und Werner Schmidt - „Das Feldberger Seengebiet“, &lt;br /&gt;
:Verlag Hermann Böhlhaus Nachfolger Weimar 1997, Bd.57 in der Reihe „Werte der Deutschen Heimat“&lt;br /&gt;
;13. Krüger, Georg -  Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. &lt;br /&gt;
:(3 Bd.) I. Band Das Land Stargard II. Abteilung: - Amtsgericht Feldberg S. 102 - 108  Neubrandenburg 1925 Brünslowsche Verlagsbuchhandlung &lt;br /&gt;
;14. Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;15. Liersch, Werner - Dichters Ort, &lt;br /&gt;
:S. 159 wahrscheinlich auch in Fallada Biografie Individuell Verlag 2005&lt;br /&gt;
;16. Mecklenburgica – Archiv- und Recherchedienst Schwerin (Herr Steinbruch) &lt;br /&gt;
:entziffert alte Dokumente&lt;br /&gt;
;17. Mecklenburg-Strelitz . Beiträge zur Geschichte einer Region, Hrsgb. Landkreis Mecklenburg-Strelitz&lt;br /&gt;
:mit div. Autoren. Verlag Druckerei Steffen 2001                             &lt;br /&gt;
;18. Richter, Dipl. Biolog. Wolfgang M. ( ca 1928 geb.) und Fr. Ingeborg &lt;br /&gt;
:Verfasser von „Feldberg“ Verlag Michael Gust 1999 und aktiver Mitarbeiter bei BONITO Drosselgang 2  /  21709 Himmelpforten, Niederelbe Tel.: 04144 – 4925&lt;br /&gt;
;19. Interview Carwitz - Schönfeld, Christa, geb. Utnehmer - Schulz, Otto und Hildegard, geb. Rakow - Güldner, Ursula, geb. Koch und Kurt - Morach, Erna geb. Güldner &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;20. Stange, Hartmuth - Die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung Ostmecklenburgs in 2)&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;21. Tilemannus Stella von Siegen 1575/78, „Bericht von den Landtgrentzen ...“. &lt;br /&gt;
:In Auszügen siehe Anhang. Karten und Akte liegen im Landeshauptarchiv Schwerin - LHAS Landesgrenzakten Sign. 370 Bestand 2.11-2) und wurden mir bereitgestellt in der Übertragung  und Bearbeitung  von Ulrich Voigtländer / Waren u. W.M. Richter / Himmelpforten LUZIN-REPORT 10. Lieferung 1989/90&lt;br /&gt;
;22. Schulz, Erwin - „Ortsnamen in Mecklenburg- Strelitz von 1170 bis 1572“ &lt;br /&gt;
:des Institut für Slawistik der E.-M.-A.-Universitä Greifswald&lt;br /&gt;
;23. Voigtländer, Ulrich - „Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes“ &lt;br /&gt;
:in Karbe-Wagner-Archiv, neue Schriftenreihe Nr. 5 / 2007 Thomas Helms Verlag, Schwerin&lt;br /&gt;
;24. Lemke, Hans-Jürgen - &amp;quot;Die Krüseliner Mühle - Historie - Schicksale - Anekdoten&amp;quot; Erinnerungen, &lt;br /&gt;
:2018 Selbstverlag, 135 S., 2. wesentlich erweiterte und überarbeitete Auflage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ende==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==für Druckversion - Rücktitel ISBN https://www.epubli.com/ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 03.jpg|600px|center|thumb|  CD3 Rücktitel Bild 1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CD 04.jpg|600px|center|thumb|CD4 Rücktitel Bild 2]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Carwitz&amp;diff=156147</id>
		<title>Carwitz</title>
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		<updated>2026-09-13T22:03:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Ortschronik/en von Carwitz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Benutzer:Windfluechtermv|Wilfried Steinmüller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Carwitz (OT von Feldberger Seenland)&lt;br /&gt;
 | plz = 17258&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Amt Feldberger Seenland&lt;br /&gt;
 | landkreis = Mecklenburgische Seenplatte&lt;br /&gt;
 | einwohner = 588 (1946)&lt;br /&gt;
 | lat= 53.3020&lt;br /&gt;
 | lon = 13.4414&lt;br /&gt;
 | zoom = 15&lt;br /&gt;
}} &lt;br /&gt;
Das Dorf Carwitz liegt südlich von [[Feldberg]] unmittelbar an der Grenze zu Brandenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/#map=16/53.3020/13.4414 E 013°44&#039;14&#039;&#039; / N 053°30&#039;20&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;iframe width=&amp;quot;625&amp;quot; height=&amp;quot;350&amp;quot; src=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/export/embed.html?bbox=13.426837921142578%2C53.29808122336166%2C13.44979763031006%2C53.306403331607015&amp;amp;amp;layer=mapnik&amp;amp;amp;marker=53.30224248021226%2C13.438317775726318&amp;quot; style=&amp;quot;border: 1px solid black&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/iframe&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;a href=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.3022&amp;amp;amp;mlon=13.4383#map=16/53.3022/13.4383&amp;quot;&amp;gt;-Größere Karte von Carwitz anzeigen-&amp;lt;/a&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurztext zum Dorf Carwitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe  Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; &#039;&#039;&#039;1894 (!)&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Seite 1287 &lt;br /&gt;
:&amp;quot;&#039;&#039;&#039;Carwitz&#039;&#039;&#039; (1393 Carwytze, altslawisch, soviel wie Kuhort) bei Feldberg, dreiviertel Meile südlich von Feldberg am Südrande des &amp;quot;Schmalen Lucin-Sees&amp;quot; und am Westrand des Carwitzer-Sees. Nahe (nördlich) der 121 m hohe Hauptmanns-Berg. Carwitz liegt zum Teil auf einer Halbinsel des Carwitzer Sees, die mit dem 100m hoch aufsteigenden Bohnenwerder endet (sic.). Nördlich von letzterem sind vier kleine Inseln: Jäger-, Gänse-, Stein- und Bollen-Werder. Dorf mit Kirche - Mutterkirche, der Pfarrsitz wurde jedoch Ende 1856 nach Feldberg verlegt -, Küsterei und Schule, Krug, Schmied, Mühle. 1890  346 Einwohner.&lt;br /&gt;
:Die Kirche mit Turm &#039;&#039;(sic.)&#039;&#039; ist 1860 gründlich ausgebaut.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Carwitz im Spiegel von Karten und Luftbildern==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;150px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Hoi 0 Feldberg Krüselin Goldenbaum Lichtenberg Ausschnitt.jpg|Ausschnitt Feldberg Krüselin Mechow Hoinkhusen-Karte um 1700&lt;br /&gt;
Datei:Carwitz 1937.png|Carwitz Ausschnitt aus Messtischblatt 1937&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildergalerie zu Carwitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Carwitz Hauptmannsberg 1959.jpg|Blick vom Hauptmannsberg 1950&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bilder 1998 Carwitz===&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;200px&amp;quot; heights=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:1998 Carwitz 1.jpg|Blick vom Wohnhaus Falladas&lt;br /&gt;
Datei:1998 Carwitz 2.jpg|Kirche Carwitz&lt;br /&gt;
Datei:1998 Carwitz 3.jpg|Eingang Friedhof&lt;br /&gt;
Datei:1998 Carwitz 4.jpg|Friedhof Carwitz&lt;br /&gt;
Datei:1998 Carwitz 5.jpg|Grabstein Fallada&lt;br /&gt;
Datei:1998 Carwitz 6.jpg|beim Fischer von Carwitz&lt;br /&gt;
Datei:1998 Carwitz 7.jpg|Breiter Luzien vom Reiherberg aus gesehen &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschronik/en von Carwitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Fortlaufende Ortschronik von Carwitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anmerkung: In der folgenden Liste werden bekannt gewordene chronistische Arbeiten gelistet. In blauer Schrift erscheinen Arbeiten die digital verfügbar sind. In roter Schrift gelistete Titel sind, meist aus urheberrechtlichen Gründen, noch nicht digitalisiert. Aber auch Chroniken die bekannt geworden sind, deren Verbleib aber bislang nicht bekannt ist, sind Bestandteil der Liste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[ + Carwitz-Skizzen - Geschichte des Dorfes und Geschichten seiner Bewohner]]&lt;br /&gt;
:Autor [[Dr. Ernst F. Dörffel]], Redaktion Carola Hasan 2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Carwitzer Notizen&amp;quot; Kinderbuchverlag Berlin 1985]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Carwitz im Krüger]]&lt;br /&gt;
* [[Carwitzer Geschichte zum 550 Geburtstag NB 1943]]&lt;br /&gt;
* [[Reinhard Barby  &amp;quot;Feldberger Seen&amp;quot; ]] 6. &#039;&#039;(und letzte)&#039;&#039; Auflage, Wanderheft Nr. 13 1986 Tourist-Verlag Berlin/Leipzig&lt;br /&gt;
* [[ &amp;quot;Ein Beitrag zur Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des Feldberger Gebietes]] Autor U. Voigtländer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Fragen bei der Geschichtsaufarbeitung der Carwitzer Ortsgeschichte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterfuehrende Information zu Carwitz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://gov.genealogy.net/item/show/CARITZJO63RH Carwitz in gov.genealogy.net]&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Carwitz Carwitz bei Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontakte ==&lt;br /&gt;
Wilfried Steinmüller - [mailto:windfluechterMV@gmail.com windfluechterMV@gmail.com]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156146</id>
		<title>Chronologie und fortlaufende Ortschronik von Warnemünde</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156146"/>
		<updated>2026-09-13T21:11:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Vom Fischer-, Lotsen- und Hafenort zum Ostseebad */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Warnemünde&lt;br /&gt;
 | zeit = ab 1160 fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Autoren Christoph Wegner, Wilfried Steinmüller, Ronald Piechulek, Achim Schade&lt;br /&gt;
 | erstellung = seit 2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie und Geschichte von Warnemünde&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}==Der Küstenort Warnemünde chronologisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwendete Quellen-Kürzel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MUB   = Mecklenburgisches Urkundenbuch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LHA  = Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BGR R = Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock; Register zu Band 1 - 20 mit einer &#039;&#039;&#039;Zeittafel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(Das aufgeführte Ereignis findet sich jeweils unter dem angegebenen Datum in der &#039;&#039;&#039;Zeittafel des Registers&#039;&#039;&#039;, dem Kürzel ist die Jahrgangsnummer der oben genannten Beiträge mit Seiten-Angaben hinzugefügt )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC  = Krausesche Fundchronik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HA  = Heidearchiv Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RA  = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und Frühgeschichte===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten (KFC Wmde Mp45 397-381)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mittelalter bis zur Christianisierung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160&lt;br /&gt;
:Der dänische Chronist Saxo Grammaticus beschreibt die Seeschlacht auf dem Gudacra (Breitling) zwischen den Wenden und der dänischen Flotte unter König Waldemar und Bischof Absalon von Roskilde. (BGR R; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2 ; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,17)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===spätes Mittelalter 1200 bis zur Reformation 1517===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] &lt;br /&gt;
:betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige, verzichtet auf seine Rechte an den im Hafen der Rostocker gestrandeten Schiffen, verheißt den freien Verkehr vorbehaltlich des fürstlichen Zolles nicht zu stören, verleiht die Fischereigerechtigkeit für die Unterwarnow und das Stadtrecht für die Markscheide der Rostocker. &lt;br /&gt;
:In dieser Kaufurkunde erfolgt auch &#039;&#039;&#039;Warnemündes Ersterwähnung&#039;&#039;&#039;. Die Stadt Rostock erhält das Strandrecht in &#039;&#039;&#039;ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; am &#039;&#039;&#039;rechten&#039;&#039;&#039; Warnow-Ufer.  &#039;&#039;(also östlich Taterhörn)&#039;&#039; (BGR R &#039;&#039;&#039;3b&#039;&#039;&#039;,6.24 Nr.32; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,1f,6; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,35; &#039;&#039;&#039;14&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
;Das Kürzel (Mgh) am jeweiligen Ereignis, weist darauf hin, das es am zwischen 1252 und 1478 existierenden &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot;&#039;&#039;&#039; an der alten Warnowmündung zwei Kilometer östlich der heutigen Ortslage Warnemünde stattgefunden hat. &lt;br /&gt;
:Das parallel am heutigen Standort Warnemündes gelegene Fischerdorf dagegen wird erstmalig im Jahr 1262 erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1257/58&lt;br /&gt;
:Ältester Beweis für das Vorhandensein Warnemündes durch Erwähnung eines Hauses daselbst. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1262, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte am Hafen Warnemünde. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;17. Dez.&lt;br /&gt;
:die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig Urkunden in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich Borwin III. verleiht den Rostockern das städtische Recht in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; (!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.6) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;) 2 Mark Silber (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278, 21. Dez.&lt;br /&gt;
:Fürst Woldemar verspricht daß bis nach Warnemünde und bis ans Meer hinunter überall in einer Meile Entfernung vom Fluss keine Festung errichtet werden soll. (HA) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Steinen für den &#039;&#039;&#039;Hafenbau&#039;&#039;&#039; in Warnemünde in einer Kämmereirechnung. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1286, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock erwirbt aus fürstlichem Besitz den Pagenwerder. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,21.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch Rötger Horn den &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; (&amp;quot;von der Tonne bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 Ellen &#039;&#039;(12 Fuß, etwa 4 Meter)&#039;&#039; bringen. (MUB Nr.1977 BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XV; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300 April&lt;br /&gt;
:Die mecklenburgischen Fürsten Heinrich I. der Pilger und Heinrich II. der Löwe halten sich im &#039;&#039;&#039;fürstlichen Warnemünde&#039;&#039;&#039; auf. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark belehnt Fürst Nikolaus von Rostock als Schutz gegen die Feinde des Fürsten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1301, 28. Juli&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300-1314&lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Rostocker Warnemünde&#039;&#039;&#039; ist Hauptschauplatz der Kämpfe König Erichs von Dänemark, Markgraf Albrechts von Brandenburg, Fürst Heinrichs von Mecklenburg u.A., gegen die Stadt Rostock. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 2. Mai&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark wiederum in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1307, 1. November&lt;br /&gt;
:(nach anderen Quellen auch &#039;&#039;&#039;1304&#039;&#039;&#039;) Die Allerheiligen-Flut überflutet die gesamte Dünen-Nehrung von Diedrichshagen bis zur Rostocker Heide. Ihr Scheitelwert soll 14 Fuß (ca. 4,6 m) über dem normalen Wasserstand betragen haben.  (BGR R)&lt;br /&gt;
:Als Folge der Flut wird die Warnow-Mündung auf eine Länge von ca. 500 Meter gänzlich verschüttet. Nach der Flut wird der Warnow an anderer Stelle durch den ersten künstlichen Nehrungsdurchstich eine neue Mündung und ein erneuter Hafenzugang geschaffen &#039;&#039;&#039;(das erste Tief)&#039;&#039;&#039;. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1309, 14. Aug.&lt;br /&gt;
:Heinrich der Löwe in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,16; &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,8.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311, nach dem 16. Sept.&lt;br /&gt;
:Der von König Erich zum Hauptmann (capitaneus) des Landes Rostock ernannte Fürst Heinrich der Löwe sperrt den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039;, indem er auf jeder Seite des Stromes einen hölzernen Turm errichtet und zwischen den Türmen eine Brücke erbaut. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311/12&lt;br /&gt;
:Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Rostocker brennen das &#039;&#039;&#039;fürstliche Dorf&#039;&#039;&#039; Warnemünde nieder. &lt;br /&gt;
:bis Mai Die Rostocker bauen einen neuen Turm auf der Ostseite &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; (!!) Stromes aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche und des im Bau befindlichen Petriturmes in Rostock. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,15f. &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XI.XII &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,14f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7ff.11f.56.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 23. Juni&lt;br /&gt;
:König Erik klagt darüber das nicht nur die Kirche, sondern auch der Ort und besonders das Haus, das er für sich und die Markgrafen &#039;&#039;(von Brandenburg)&#039;&#039; gebaut habe, zerstört sei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;30. Juli &lt;br /&gt;
:Belagerung Rostocks und des Turmes in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039;(!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde durch Dänenkönig Erik Menved. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Juli&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Heinrich von Mecklenburg sperrt das Tief unterhalb des Turmes. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;9. September&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Übergabe nach der Belagerung. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;September/Oktober&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Verbündeten bauen den eroberten Turm durch Hinzufügung von 4 kleinen Türmen einer Mauer und eines Grabens zu einer Festung aus und halten sie gemeinsam besetzt (später Dänscheburg/ dän. Danskeborg) (BGR R; KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:In den Beschwerden des dänischen Königs heißt es das diese (Die Rostocker) vor der Übergabe von Warnemünde den Ort und die Kirche verbrannt und das Haus, das der König für sich und den Markgrafen Waldemar von Brandenburg erbaut, niedergebrochen hätten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erich verabredet mit dem Markgrafen Waldemar von Brandenburg, daß die Summe, die sie dafür durch Verhandlung von den Rostockern bekommen würden, daß der vor Warnemünde erbaute Turm wieder abgebrochen und nie wieder aufgebaut werden dürfe, gleichmäßig zwischen ihnen geteilt werden solle. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 15. Dez.&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock unterwirft sich dem König Erich und dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und verspricht u.A. in Warnemünde eine schöne hölzerne Kirche zu bauen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Der Markgraf Waldemar von Brandenburg verkauft seine Hälfte des Warnemünder Turms an den König von Dänemark, der damit in den Besitz des ganzen Turms gelangt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1314, 25. Nov.&lt;br /&gt;
:Tod des Fürsten Nikolaus von Rostock, des letzten Fürsten aus der Rostocker Linie. Das Lehen fällt an den dänischen König zurück (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317 7. Januar&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit Ausnahme des &#039;&#039;&#039;Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R &#039;&#039;&#039;1d&#039;&#039;&#039;,3. &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;25. November&lt;br /&gt;
:Friede von Templin mit dem brandenburgischen Markgrafen Waldemar. Laut Friedensvertrag belehnt Erik von Dänemark Heinrich (II.) von Mecklenburg mit der Herrschaft Rostock, außer Warnemünde und der Dänscheburg. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark stirbt und Fürst Heinrich (II.) besetzt die Dänenburg. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322, 24. September&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich II. von Mecklenburg verkauft das  &amp;quot;Haus und den Turm&amp;quot; an die Stadt zum Abbruch, die eigentlich dem dänischen Vogt Niels Olufsen gehören und durch Heinrich wiederrechtlich besetzt worden war. (MUB 4377, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70.f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Stadt erwirbt von Heinrich II. von Mecklenburg das &#039;&#039;&#039;fürstliche&#039;&#039;&#039; Dorf (villa) Warnemünde mit dem ganzen &#039;&#039;&#039;westlichen&#039;&#039;&#039; Warnowufer (das damals am Taterhörn auf der hohen Düne lag, bis an die Grenze von Diedrichshagen, mit Eigentumsrecht, voller Gerichtsbarkeit, mit Gestattung der Anwendung des Lübischen Rechts, Fischereigerechtigkeit bis in die See hinaus, behält sich aber das Patronatsrecht vor. (KFC) Das heutige, ehemals fürstliche Warnemünde wird &#039;&#039;&#039;damit Rostocker Stadtbesitz&#039;&#039;&#039;. (MUB 4423, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.14)&lt;br /&gt;
:21. Mai - Heinrich II. erkennt zu Nyköbing auf Falster vvon König Christoph an, das &#039;&#039;&#039;erbliche&#039;&#039;&#039; Lehen (vorher nur Pfandlehen) am Land Rostock von der Krone Dänemarks erhalten zu haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7. April&lt;br /&gt;
:In einem Rostocker Stadtbuch findet sich die Notiz, daß Warnemünde freies Eigentum der Stadt sei, die daselbst die volle Gerichtsbarkeit ausübe und ihr die Abgaben und Einnahmen zukämen. Die Warnemünder Renterverhältnisse (?) würde der Rat in Ordnung bringen. Obwohl somit Warnemünde ganz zu Rostock gehörte, finden wir auch in der Folgezeit die Mecklenburgischen Fürsten häufig dort. Auch bleibt es noch längere Zeit der Versammlungsort für die Truppen, die dem Dänenkönig zu Hilfe gesandt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1337&lt;br /&gt;
:Verfestung des Knappen Vicke Valkenhagen, weil er Strandgut bei Warnemünde geraubt, also in das Strandrecht Rostocks eingegriffen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1339, 5. Nov.&lt;br /&gt;
:Anlegung eines eigenen Stadtbuchs für Warnemünde, Kassebohm und Barnstorf.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348, 19. Sept.&lt;br /&gt;
:Erwähnung eines (verstorbenen) Dieners des Warnemünder Vogts und einer von ihm benutzten Wiese. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lucerna&amp;quot; (Laterne) von Warnemünde erwähnt. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1349, 22. Febr. - 1350, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Kämmereirechnung erwähnt den Bau von Befestigungswerken in Warnemünde, die, wie aus der Kämmereirechnung von 1363/64 hervorgeht, zum Schutz der Leuchte dienten. Auch wird der Baum in Warnemünde genannt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1350, 24. Aug. &lt;br /&gt;
:Bruchstück einer Rechnung in dem als Einnahme u.A. 7 Mark de collecta in Warnemünde vorkommen. Daß die Gesamtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes jährlich 7 Mark betrug. (zeigt der Vertrag von 1359, 18.Dec. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1359, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Vertrag des Rostocker Rats mit den Warnemündern (&amp;quot;burgenses in Warnemunde&amp;quot;) über Dienste und Schoß. Die Warnemünder sollen jederzeit unentgeltlich zu den städtischen Bauten in Warnemünde helfen und andere notwendige Dienste leisten. Der Rat sagt ihnen dafür zu, daß die von altersher auf 7 Mark festgesetzte Gesammtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes nicht erhöht werden soll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1381, 22. Febr. bis 1882, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Erste erhaltene Gewettsrechnung, in der die bisher in den Kämmereirechnungen vorkommenden Ausgaben für Warnemünde erscheinen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Blockhaus und &#039;&#039;&#039;Burg&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475, 23. April&lt;br /&gt;
:Kaiser Friedrich III. bewilligt den Meckl. Herzögen einen Zoll zwischen Rostock und Warnemünde, doch verzichtet Herzog Heinrich mit seinen Söhnen &#039;&#039;&#039;1476, am 23. April&#039;&#039;&#039; auf die Erhebung, weil sie den Rechten und Freiheiten der Stadt zuwiderläuft. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen auf eine Tiefe von 6 Ellen bringen und verbreitern. (BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XVf.67f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Während der Domfehde nehmen die Meckl. Herzöge am 24. Juli 1487 den Ort. Am 1. August der &#039;&#039;&#039;befestigte Leuchtturm&#039;&#039;&#039; vom Herzog genommen, Warnemünde und die dortigen Befestigungen zerstört, die Dachziegel als Beute hinweggeführt. (KFC)und(BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,16. &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,36f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1494&lt;br /&gt;
:Erwähnung der Warnemünder Vitte (Fischerlager) in Falsterbo, neben der Rostocker Vitte. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1495, 17. März&lt;br /&gt;
:Die Herzöge nehmen Warnemünde ein, arretieren die Rostocker Schiffe und verbieten Ein- und Ausfuhr. Bau von Befestigungswerken zur Sperrung des Hafens. (KFC und BGR R ) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:10. April&lt;br /&gt;
:Waffenstillstand; die Herzöge verpflichten sich Warnemünde nicht wieder zu befestigen. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:7. Dezember&lt;br /&gt;
:Vergleich zwischen den Herzögen und der Stadt. Die Herzöge behalten sich vor, &#039;&#039;&#039;die Befestigung um den Leuchtturm zu zerstören.&#039;&#039;&#039; Sie betrachten es seitdem als ihr Recht, daß ohne ihre Genehmigung keine Befestigung in Warnemünde angelegt werden darf, geben aber Warnemünde an Rostock zurück. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71f) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1496, 28. Februar&lt;br /&gt;
:Die Herzöge geben der Stadt die Erlaubnis zur Erhebung einer Bieraccise. Als Grund wird u.A. aufgeführt, daß Mittel zur Instandsetzung des Hafens und des Neuen Tiefs gebraucht würden. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1510, 27. Juli/2. August&lt;br /&gt;
:Die Herzöge protestieren gegen den Bau eines Blockhauses, der durch den Krieg mit Dänemark veranlaßt ist. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,72)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:9. August&lt;br /&gt;
:Der Krieg der Städte gegen König Johann von Dänemark hat die Herzöge von Mecklenburg veranlaßt, den Rostockern die Errichtung eines Block- und Korbhauses (Feuerkorb als Leuchtsignal) zu Warnemünde zu gestatten, unter der Bedingung, daß diese Befestigungen nach Beendigung der Fehde wieder abgebrochen werde.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519, &lt;br /&gt;
:Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1522, 27. August&lt;br /&gt;
:Auch als Rostock gemeinsam mit Lübeck Gustav Wasa eine Flotte zu Hülfe sandte wird in Warnemünde ein Korbhaus (Feuerkorb als Leuchtsignal) eingerichtet.  (in 14 Tagen vollendet). (BGR R) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535&lt;br /&gt;
:Neue Verhandlungen mit den Herzögen wegen Errichtung einer Schanze oder eines Korbhauses zum Schutz des Warnemünder Hafens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535, 10. Juni&lt;br /&gt;
:Die Stadt soll sich dem Herzog verpflichten, das Korbhaus, das sie bauen will, nach Beendigung des Krieges der wendischen Städte gegen den Herzog von Holstein wieder zu zerstören. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1560&lt;br /&gt;
:Vogtseid für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Die Dänen unter König Friedrich von Dänemark sperren den Hafen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 21. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus beschweret sich bei den Beamten zu Dobberan, daß die Doberanschen Bäcker ihr Brodt nach Warnemünde brächten und daselbst zum praejudice der hiesigen Bäcker, denen Warnemündern in ihren Häusern feil böte; bitten, solches abzustellen.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 8. August&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus an den auf der Rhede von Warnemünde mit vier Schiffen liegenden dänischen Admiral Jürgen Appelgarde, darin sich Senatus beschweret, daß das dänische Schiffsvolk die Schwäne auf der Warnow schösse.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:gegen Ende des Jahres zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde liegenden Dänischen Blockade-Schiffe. (Becker Kirchspielchronik Röv.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe und trieb sie ans Gestade des Meers. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung, wonach hinfürder kein Warnemünder Schiffahrt treiben soll, ohne besondee Erlaubnis des Gewetts. Diejenigen Warnemünder, die zur Zeit die Schiffahrt betrieben, durften dabei bleiben, mußten aber einen Knecht halten, der während ihrer Abwesenheit die Fischerei und die Wache zu besorgen hatte. (KFC)&lt;br /&gt;
:- ebenso Gewettsordnung, wonach in Warnemünde außer dem Vogt und dem Barbier nicht mehr als 8 Krüge sein sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579&lt;br /&gt;
:Warnemünde brennt bis auf wenige Häuser ab. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1580&lt;br /&gt;
:Festsetzung des Bürgereides für Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erst jetzt beginnt die Zusammenlegung des Fischerortes durch die Ansiedlung des Hafens am heutigen Alten Strom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1582 4. Juli&lt;br /&gt;
:Herstellung des neuen Tiefs (= alter Strom ?) beendet. Der dabei gemachte Versuch das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Steinriff&amp;quot; im Strom&#039;&#039;&#039; zu durchbrechen wurde nur in geringem Maße erreicht. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1583&lt;br /&gt;
:Erneute Sperrung des Warnemünder Hafens durch dänische Kriegsschiffe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586, Juni-Juli&lt;br /&gt;
:Verhandlungen mit Herzog Ulrich, aus denen ersichtlich ist, daß die Landesherrn in Warnemünde ein Absteigequartier besaßen. Es wird die Einrichtung eines Kellers und die vom Herzog gewünschte Verlegung der Küche erwähnt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:&amp;quot;XXV Octobris hatt ein Erbar Rhat nebenst den verordneten Bürgern bey der Accise Kasten beschlossen das sie auf kunftigen dri Jahr zu Warnemünde eine weitere Luchte bauwen lassen wollten&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Ratsprotokoll Bernhard Scharffenbergs 1586-1598 Seite 131“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1593, 7. März&lt;br /&gt;
:Wiederholung der Verordnung wegen der Schiffahrt vom 20. Februar 1577. Wer sich nicht fügen will, soll bis zum nächsten Ostern mit allem seinem Gut nach Rostock ziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603, 29. Sept.&lt;br /&gt;
:Bestallung des Vogtes Peter Lange. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Den Warnemündern wird durch Ratsbeschluß den Warnemündern der Schiffbau verboten (1610 wird Bootsbau gestattet). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 18. Mai&lt;br /&gt;
:Anordnung einer Schonzeit für Vögel und Wild. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1609, 16. Jan.&lt;br /&gt;
:Ratsbeschluß, wonach zu Warnemünde der Wadenzug einem jeden freistehen soll und &amp;quot;niemandt einigen Ordt der fischerey in der Sehe für sein eigenthumb zu vortheidigen gestattet sein soll.&amp;quot; die Weddeherren sollen die Anlegung neuer Wadenzüge begünstigen, da im Vorjahre nur 3 Heringswaden auf 2 Zügen in Betrieb gewesen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1613, 6. Febr.&lt;br /&gt;
:Jochhim Evers in Warnemünde wird der Bootsbau in seinem Hause gestattet. Auch soll er in Notfällen Schiffsreparaturen vornehmen dürfen, wenn keine Rostocker Schiffszimmerleute anwesend sind. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1619, 11./12. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Verlöbnis-, Hochzeits- Kindtaufs- und Feuerordnung für Warnemünde vom 13. Januar wird in Warnemünde in der Vogtei den sämtlichen Warnemündern vorgelesen, resp. von der Kanzel publiciert. Nach der Feuerordnnung sollen die Feuerstallen jährlich besichtigt werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1621, 10. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Bestrafung Fite Kempes zeigt, daß den Warnemündern das Fischen im Strom verboten war. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Febr.&lt;br /&gt;
:war die bekannte schreckliche Überschwemmung zu Rostock und in der Umgegend, davon in dem *[[&amp;quot;Etwas von gelehrten Rostockschen Nachrichten&amp;quot;  4.Jahrg. Nr.898 i.J. 1740]] eine ausführliche Nachricht abgedruckt sich findet.&lt;br /&gt;
:In Warnemünde wurden 74 der 150 Häuser des Ortes zerstört.&lt;br /&gt;
:In hiesiger Gegend soll ein großer Theil der Waldung unter Wasser gestanden haben, ja es soll das Wasser in Niederungen bis Blankenhagen  vorgedrungen seyn. Die Wasserhöhe des Maaßes war 14 Fuß &#039;&#039;(rund 4,60 m)&#039;&#039; über den mittlern Stand gestiegen. Die Meierey auf dem Moorhof (vorh. Moor genannt) stand völlig im Wasser, Pferde und Ochsen ertranken, die Bewohner saßen 3 Tage im Dach auf dem Heu. Zu Warnemünde wurden von 150 dortigen Häusern 18 an der Düne gänzlich weggerissen und 74 stark beschädiget ; viele Schiffe zertrümmert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 15. Februar&lt;br /&gt;
:Warnemünde durch den wallensteinschen Oberst St. Julian besetzt. Bau einer Schanze. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 9. März&lt;br /&gt;
:Warnemünde wird durch dänische Kriegsschiffe blockiert und bombardiert. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1631, Juli/August&#039;&lt;br /&gt;
:Angriff der kaiserlichen und der herzoglichen Truppen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 27. August Eroberung der Schanze durch Herzog Johann Albrecht und Oberst Lohausen. Abzug der Kaiserlichen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 28. August Die Schweden besetzen die Schanze allein. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 30. August Der schwedische Generalkommissar Erik Anderssen richtet im Einverständnis mit den aus der Verbannung zurückgekehrten Herzögen eine Zollstelle in Warnemünde ein. Sie bestand mit Unterbrechungen bis ins 18. Jahrhundert. (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632, 29. Februar&lt;br /&gt;
:Durch Vertrag zwischen Gustav Adolf und den mecklenburgischen Herzögen bleibt der schwedische Zoll in Warnemünde bestehen. Schweden halten die Schanze besetzt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1634, 3. Nov.&lt;br /&gt;
:Die Vernehmung einiger Warnemünder Fischer durch die Gewettsherren beweist, daß man noch damals nach Falsterbo zum Heringsfang zog und daß die Warnemünder verpflichtet waren, ihn mitzumachen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1637, 29. April&lt;br /&gt;
:Ausbesserung der Schwedenschanze (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1638, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Kaiserlichen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1639, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Rostockern demoliert, aber gleich darauf von den Schweden zurückerobert und wieder hergestellt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1646, 1. und 7. März, sowie 1647, 7. Jan.&lt;br /&gt;
:Mandate gegen das Karpfen und Hecht angeln. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1648&lt;br /&gt;
:Westphälischer Friede. Vergebliches Bemühen der Stadt Rostock, den Warnemünder Schwedenzoll zu beseitigen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1660 8. März&lt;br /&gt;
:Im schwedisch-polnischen Krieg Besatzung der Schwedenschanze von kaiserlichen Truppen zur Übergabe gezwungen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 23./24. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze von den Kaiserlichen unter Montecuculi zerstört. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 19. April &lt;br /&gt;
:Die kaiserlichen Truppen ziehen aus Warnemünde ab. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1661 Juni&lt;br /&gt;
:Die Schweden bauen eine neue Schanze auf der Ostseite von Warnemünde beim Zimmerhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1664, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot, daß aus der See kommende Schiffe in Warnemünde liegen bleiben, dort löschen und laden und Zimmern laßen, ohne mit ihren Waaren an die Stadt zu kommen.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665 25. März&lt;br /&gt;
:Die Schweden vertreiben die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665, 23. Sept.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot der Leinenweberei in Warnemünde&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1666, 31. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wiederholung des Mandats vom 12. Febr. 1664 mit Zusatz über die dem Vogt von den Schiffen zu zahlenden Gebühren.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 20. Aug.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder werden an die alte Observanz (1359, 18. Dez.) erinnert, wonach sie jederzeit Fuhren und Hülfe bei den notwendigen Bauten zu leisten haben. Wenn sie sich darin willig zeigen, wird ihnen das Aalstechen auf dem Breitling bis nach Großen Klein (mit gewissen Einschränkungen) sowie das Obstverfahren mit kleinen Böten gestattet, falls sie das Obst in Rostock einkaufen. Auch soll ihnen erlaubt sein, Rostocker Bier und Gartengewächse über die See in einige Klipphäfen zu bringen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 19. Dezember&lt;br /&gt;
:Feststellung, wieviel Bootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 13. April&lt;br /&gt;
:Wiederholung des Verbots der Leinenweberei in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 14. April&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Mandat betreff die Schonzeit für Wild und Vögel&amp;quot; (vgl. 1606, 18. Mai); &amp;quot;Verbot des Brachens (Kalfaterns), Bauens und Klopfens an den Schiffen während Barsche, Brachsen und andere Fische einziehen.&amp;quot;; &amp;quot;Verbot Schweine frei umherlaufen zu lassen&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. Nov.&lt;br /&gt;
:Erneutes Verbot des Fischharkens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. und 20. Nov.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot die Krüge bis in die Nacht offen zu halten.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1672, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot für die Warnemünder, Mehl von fremden Müllern zu kaufen. Das Mehl soll in der Stadt gemahlen und in der Stadt die Accise davon entrichtet sein.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 11. Febr.&lt;br /&gt;
:Auf E.E. Rats Dekret ermahnen die Gewettsherrn den Vogt, auf das Brotbacken beßer Obacht zu geben. Er erklärt, sein Bestes zu tun aber nicht verhindern zu können, wenn die Leute in der Stadt backten. Es soll offenbar in Warnemünde in den dortigen Backstuben gebacken werden. (Vgl. 1679, 29.März) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 29. März&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Fuhren nach Dänemark und andern Orten von den Warnemündern der Reihe nach besorgt werden sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675 16./17. Juli&lt;br /&gt;
:Die neue Schwedenschanze von den Brandenburgern besetzt. Die Gewettsherren ergreifen vom Vogtei-Gebäude wieder Besitz. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676 Januar&lt;br /&gt;
:Warnemünde geht durch Vertrag an die Dänen über; die Schanze im Osten wird geschleift. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676,19. Dec.&lt;br /&gt;
:Feststellung, wievielBoootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1677, 26. Januar&lt;br /&gt;
:E.E.Ratsordnung für Warnemünde; sie enthält mehrere Paragraphen über anständiges Benehmen auf der Vogtei, Bestimmungen über die Nachtwache, das Verbot, Vieh auf die Hegewiesen zu treiben, die Mahnung zur Ordnung beim Lotsen- und Bergungsdienst sowie beim übersetzten von Reisenden nach Dänemark u. A. . (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 7. Januar&lt;br /&gt;
:Festsetzung über Fracht- und Fuhrlohn für Überfahrten nach Dänemark (Gjedser). (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 29. Mai&lt;br /&gt;
:Gewettsdekret, das u.A. einschärft, &amp;quot;das Brod nach altem Herkommen in Warnemünde im Vogteibackhause und nicht in Rostock backen zu laßen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 25. Juni&lt;br /&gt;
:Revision der Gewichte der Warnemünder Händler durch den Gewettsdiener. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1680, 5. Febr.&lt;br /&gt;
:Regelung der Warnemünder Bootfahrt mit Passagieren nach Dänemark und Schonen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:Besichtigung von Warnemünde durch den schwedischen Generalfeldmarschall Graf Königsmarck wegen Wiedereinrichtung des Zolls. Protest der Stadt Rostock. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 5. März&lt;br /&gt;
:Ein schwedisches Kriegsschiff erscheint in Warnemünde, um den Zoll wieder zu erheben. Die Stadt Rostock verweigert die Öffnung des Hafenbaumes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. April&lt;br /&gt;
:Verhandlungen des Gewetts mit dem schwedischen Kapitän und dem Licentmeister. Der Kapitän erklärt, er bleibe solange vor Warnemünde liegen um den Zoll zu erheben, bis dafür andere Vorkehr getroffen sei. Der Licentmeister erklärt, er habe den Zoll in derselben Weise zu erheben wie bis 1671 geschehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 3. Mai&lt;br /&gt;
:Auf die Klagen der Rostocker Fischer, daß der Brachsenfang von Warnemünde sehr gestört würde, weist das Gewett den Vogt an, den Warnemündern das Fischen &amp;quot;Vor der See&amp;quot; und im Strom und die Zimmerei an Schiffen zu untersagen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 12. Januar&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 21. Febr.&lt;br /&gt;
:Verordnung des Gewetts wonach, wer in Warnemünde Bier &amp;quot;einlegen&amp;quot; will, es beim Vogt anmelden und der Stadt die Accise entrichten muß. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;dto.&lt;br /&gt;
:Jürgen Knutsen wird in Warnemünde als Frei-Leinenweber zugelassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 4. Mai&lt;br /&gt;
:Befehl an den Vogt, seiner Instruktion gemäß darauf zu achten, daß die Schiffe den Ballast ein Stück Weges von den Dünen und dem Bollwerk entfernt auswerfen lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Schiffer in Warnemünde, deren Böte mehr als 2 Last Güter fahren können, solche sofort &amp;quot;hinweg thun&amp;quot; oder aber nach Rostock ziehen sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Unter dem Vorsitz des Gewetts vergleichen sich die Warnemünder Fischer und Schiffer mit den Deputierten des Schonenfahrergelags und sämtliche Rostocker Kaufleuten und Seefahrern wegen der beim Aus- und Einbringen von Schiffen und Leichtern durch die Warnemünder zu erhebenden Gebühren. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, Oktober&lt;br /&gt;
:Wird in Warnemünde ein Bürger und Krämer erwähnt, woraus hervorgeht, das damals in unserem Hafenorte nicht bloß Haken (von Höker = Händler, der auf der Straße oder in einer Bude Waren mit geringem Umsatz verkauft, Kleinhändler) sondern mindestens auch ein Krämer geduldet wurde. Die &amp;quot;Freyhakerey&amp;quot;, d.h. der Handel mit allerhand &amp;quot;Hakenwaaren&amp;quot; wie Hering, Butter, Käse, Fischwerk, Talglichten und dergleichen wurde vom Gewett häufig in Warnemünde vergeben und zwar meist auf Lebenszeit nicht nur für de Antragsteller, sondern auch für dessen Frau. Grade über die vielen Höker klagt obiger Krämer, daß sie ihm das Geschäft verderben. Er hat deshalb den Thranverkauf mit aufgenommen. Dies aber wollen die Rostocker Schuster wieder nicht leiden, und so bekommt die Sache zur Entscheidung vor das Gewett. Letzteres entscheidet für den Krämer (Johann Jörcke) und verleiht ihm &amp;quot;die freyheit mit thran zu handelen&amp;quot; da Jörcke einmal &amp;quot;ein fast abgelebter alter Mann&amp;quot;, ferner der Thranhandel in Warnemünde nicht der Schusterrrolle wiederspreche und endlich Warnemünde zwei Meilen von der Stadt entfernt sei, so daß Jörckes Handel mit &amp;quot;Thran wahren&amp;quot; dem Schusteramte nicht schaden könne. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 16. Nov.&lt;br /&gt;
:wird der Wismarsche Barbiergeselle Hinrich Roth &amp;quot;in betracht desselben wohl erlernten und geübten Chirurgiekunst auf Fürbitte seines Stiefvaters,&amp;quot; eines Warnemünder Bürgers, vom Gewett als &amp;quot;Frey Barbier&amp;quot; in Warnemünde zugelassen. (Ein Barbier kommt in Warnemünde schon 1577 vor. 1819 wird später darüber geklagt, daß in Warnemünde kein Chirurg sei.) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1700, vor dem 20. Sept.&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde bei dessen Bekämpfung Rostocker Stadtsoldaten mitgeholfen haben, weshalb ihnen durch Ratsdekret vom 20. September eine Belohnung zugesprochen wird. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1716&lt;br /&gt;
:Peter der Große mit einer Flotte vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1718, 26. Februar&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde durch den 20 Häuser zerstört werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1721&lt;br /&gt;
:4. Juli - Verordnung daß zu Warnemünde, wie auch auf der Stadt und Hospital-Dörfer kein ander als Rostocker Bier verschenkt werden soll. (UA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1729, 21. April&lt;br /&gt;
:E.E. Raths-Verordnung  &amp;quot;Wie es zu Warnemünde mit Ein- und Ausbringung frembder Schiffe und Fahr-Zeuge, im gleichen mit Lösch- und Beladung  der auff der Rhede liegenden, und dann auch mit gestrandeten Schiffen, deren Waaren und Gütern gehalten werden soll.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1735, Mai&lt;br /&gt;
:Während der Wirren unter Karl Leopold und Christian Ludwig ließ letzterer als Kaiserlicher Kommissar Warnemünde von Schwarzburger Kommissionstruppen besetzen, mußte dieselben aber auf Beschwerde der Stadt wegen Verletzung ihres Garnisonsrechtes wieder zurückziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1740&lt;br /&gt;
:ging der Schwedenzoll zu Warnemünde in den Pfandbesitz des Herzogs Carl Leopold über.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1755&lt;br /&gt;
:Vermessung Warnemündes und Aufstellung eines Feldregisters durch den &#039;&#039;&#039;Stadtkassen Sekretär Tarnow&#039;&#039;&#039;. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1756, 27. Januar&lt;br /&gt;
:Gewettsverordnung : Fremde Schiffe müssen während der Winterlage in Warnemünde vom Bollwerk abbleiben. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767&lt;br /&gt;
:Durchbruch der See auf der Ostseite.&#039;&#039;(Hohe Düne)&#039;&#039; (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1769, 27. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Bürgerschaft erhält vom Rat die Erlaubnis, eine neue Schule einzurichten, da der Küster im Rechnen und Schreiben nicht gehörig unterrichten kann.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1779, 18. Febr.&lt;br /&gt;
:Gesuch der Warnemünder, die neu zu erbauenden Häuser nicht zwischen Vorder- und Hinterreihe setzen zulassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1781, 25. Mai&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E.Raths der Stadt Rostock Lotsen-Ordnung für den Hafen Warnemünde.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1782, 17. Juli&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung wegen des von den kleinen Schiffen zu erlegenden Lotsengeldes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784&lt;br /&gt;
:Vorschlag des Warnemünders Joh.Lange zwischen der Vorderreihe und dem Bollwerk eine Reihe von Querhäusern errichten zu lassen, da sich sonst keine geeigneten Bauplätze fänden. - Abschlägiger Bescheid trotz mehrfacher Wiederholung. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, seit 19. Januar&lt;br /&gt;
:Verbote, die neu zu erbauenden Häuser in Warnemünde mit Stroh zu decken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, 6. Okt.&lt;br /&gt;
:Verordnung, daß die fremden Schiffe nur in Rostock Winterlager halten dürfen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1785, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Verordnung daß die Warnemünder nicht mit eigenen Schiffen Schiffahrt treiben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796, 15.Jan.&lt;br /&gt;
:E.E.Rat schlägt der Bürgerschaft die Anstellung eines Dünenwächters zur Bewachung der Warnemünder Dünen vor. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1797, seit&lt;br /&gt;
:wurden besonders auf den Rat des Prof. Dr. Franz Christian Lorenz Karsten, Anpflanzungsversuche auf den Dünen zwischen Warnemünde und Diedrichshagen gemacht. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, Ende April, Anfang Mai&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker schickt seine Waldarbeiter aus der Rostocker Heide nach Warnemünde um 4000 Akazien (&amp;quot;Scheinakazien&amp;quot;= Robinien) sowie eine ungezählte Anzahl an Weiden und Pappeln zu pflanzen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 24. Juli&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Instruktion für den Dünenwärter&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1800&lt;br /&gt;
: Johann Christian Friedrich Wundemann erwähnt Warnemünde in dem 1800 erschienenen 1.Teil seines Buches &amp;quot;Mecklenburg in Hinsicht auf Kultur, Kunst und Geschmack&amp;quot; nur als Ausflugsort der Rostocker, ohne des Seebades zu gedenken. Warnemünde wurde demnach damals noch nicht als Badeort benutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Auszug daraus]]  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801&lt;br /&gt;
:lag die englische Flotte unter Admiral Nelson während des dänischen Feldzuges und dem Kopenhagen-Bombardement zur Verproviantierung vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802&lt;br /&gt;
:Verhandlungen über die Bebauung des Ostufers, weil es auf dem Westufer an Bauplätzen mangele. - Der Rat beschließt laut Decret vom 3. November 1802, die Sache vorläufig auf sich beruhen zu lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802, 30. Nov.&lt;br /&gt;
:Der Rat erläßt eine revidierte Lotsenordnung für den Hafen Warnemünde nebst Erläuterungen dazu. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1803, 26. Juni&lt;br /&gt;
:Schweden verzichtet endgültig auf den Warnemünder Zoll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804, 28. März&lt;br /&gt;
:Verordnung wegen des von den Schiffern zu entrichtenden Ballast- und Baggergeldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 2. Januar&lt;br /&gt;
:Ratsordnung betr. des Ballastgeldes für Warnemünde und die Rhede.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 21. November/19. Dezember&lt;br /&gt;
:Einführung der Kontinentalsperre, Sperrung der mecklenburgischen Häfen. (Warnemünde ist dann abwechselnd bis 1812 von französischen und mecklenburgischen Truppen besetzt, um die Sperre durchzuführen.) (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1809, 25. Mai&lt;br /&gt;
:Alle in Warnemünde befindlichen Schiffe werden durch das Schillsche Corps beschlagnahmt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;26. Mai&lt;br /&gt;
:Holländische Truppen als Verfolger der Schillschen Truppen in Warnemünde. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1810, 4. Juni&lt;br /&gt;
:schoß die auf der Rhede liegende engl. Fregatte Fishguard einen 16Pfünder auf Warnemünde ab, da der franz. Kaper Turet dort ein beschlagnahmtes Schiff mit engl. Waren eingeschleppt hatte. Die Kugel durchdrang das Kirchendach und fiel im Garten eines Hauses am südl. Ende der Hinterreihe zu Boden. &lt;br /&gt;
:Sie hat ein Kaliber von ca. 10cm und wiegt 17kg. Sie befindet sich im Warnemünder  Museum. (KFC Wmde I p26)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1811, 5. April&lt;br /&gt;
:ordnet der Marschall Eckmühl den Bau von zwei Batterien bei Wismar und in Warnemünde an, die nach Art von Redouten in der Mitte ein Blockhaus, ringsherum Gräben erhalten sollten.(BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1812, 2. März&lt;br /&gt;
:Die Batterien in Warnemünde von den französischen Truppen den mecklenburgischen Truppen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- Juli&lt;br /&gt;
:Für das französische Militär muß eine Warmbadeanstalt errichtet werden. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813, 23. März&lt;br /&gt;
:Aufhebung der Kontinentalsperre; Öffnung der Häfen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- August&lt;br /&gt;
:Die englische Flotte auf der Warnemünder Reede. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 26. August&lt;br /&gt;
:die Engländer zerstören und sprengen Blockhaus und Redoute. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
;1817&lt;br /&gt;
:Das Warnemünde von den Einheimischen bereits als Seebad benutzt ward, ergiebt sich aus den Erinnerungen des Forstinspectors Becker. Dieser schreibt 1817: &amp;quot;Im Junius hielten wir uns vier Wochen zu Warnemünde auf und badeten.&amp;quot; (das Baden in der Ostsee betrieb Becker bereits nachweislich spätestens ab 1798, als er dazu Baderegeln veröffentlichte. Ob er da bereits in Warnemünde weilt ist bislang offen.)(BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:War Warnemünde nach einem Aufsatze des Prof. G.H. Masius ohne alle ärztliche und wundärztliche Hilfe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 24. Mai&lt;br /&gt;
:Verordnung Betreffs die Anmeldung der Fremden, auch diejenigen, die als Badegäste kommen. - Es waren in Warnemünde in diesem Jahre schon über 100 Badegäste (Formey, &amp;quot;Die Seebäder und Heilquellen zu Doberan und Warnemünde im Sommer 1822&amp;quot; in Hufelands &amp;quot;Journal der praktischen Arzneykunde&amp;quot; Bd.55, Stück 4.) Über die Badeeinrichtung heißt es ebenda: &amp;quot;Weder Badewagen, noch irgend eine zur Bequemlichkeit der Badenden  gereichende Vorkehrung ist vorhanden. Jeder Badelustige eilt in den Fluten des offenen Meeres um Erquickung oder Heilung zu finden. Der Ort ist ein Eigenthum der Stadt Rostock, dessen Magistrat, um alle Rivalität mit dem fürstlichen Doberan zu vermeiden, jede dahin lockende Einrichtung absichtlich unterläßt. Dessen ohngeachtet nimmt die Frequenz der Badegäste mit einem jeden Jahre zu.&amp;quot; &amp;quot;Dieser Badeort ziehet durch seine Lieblichkeit und die Ruhe, die dort herrscht, alle diejenigen hin, welche entfernt vom prachtvollen Geräusche Doberans die Seebäder im Genusse der schönen Natur gebrauchen wollen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:Erscheint zu Ehren von Prof. F.C.L. Karsten ein Kupferstich mit Rostocker Landschaftsbildern, auf dem auch der Entwicklungsstand der 1799 in Warnemünde gepflanzten Robinien-Bestände dargestellt ist. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825&lt;br /&gt;
:Stiftung des Gewettssekretärs Karsten für Wittwen und Waisen verunglückter Warnemünder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1827, 14. Juni&lt;br /&gt;
:Besuch des Großherzogs Friedrich-Franz I. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1828&lt;br /&gt;
:Errichtung eines Damenbades &amp;quot;aus zwei geräumigen Badehäuschen bestehend&amp;quot; auf den sogenannten Kisten an der Ostseite edes Hafens, und zwar als Privatunternehmen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1830-1850&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1830 bis Anfang 1850 wurden die Dünen in Warnemünde geebnet, die Täler ausgefüllt, wuchsen ganz neue Häuserreihen zweistöckig, &amp;quot;modern&amp;quot;, empor, und wurden die neuen Gasthäuser, der Pavillion, das Gesellschaftshaus und Hübners-Hotel, angelegt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 23. Febr.&lt;br /&gt;
:weist das Gewett in einem Bericht noch auf das Fehlen ärztlicher Hilfe hin. - Seit ca. 1831 war dann Friedrich Wilhelm Schütz praktischer Wundarzt und Geburtshelfer daselbst. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833&lt;br /&gt;
:wird die Dünen-Pflege durch das Bauamt übernommen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1834, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Dampfschiffahrt zwischen Rostock und Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten. &lt;br /&gt;
:Die Zahl der Badegäste steigt infolgedessen in diesem Jahre schon auf über 1000 Personen.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835, 22. April&lt;br /&gt;
:Der Rat publiziert eine neue Lotsenordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835&lt;br /&gt;
:Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837, 8. Oktober&lt;br /&gt;
:Durchstich des Pagenwerders vom Breitling zum Warnemünder Strom vollendet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1843&lt;br /&gt;
:In den letzten Jahren waren durchschnittlich 1400 Badegäste in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1853, 14. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E. Raths der Stadt Rostock Hafen-Ordnung&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1857, 15. April&lt;br /&gt;
:[https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Datei:Wmde_Schiffsungl%C3%BCck_Laager_Anzeiger_April_1857.jpg Schiffsunglück auf der Warnow]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1859, seit&lt;br /&gt;
:besteht die Chaussee-Verbindung Rostocks mit Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1860&lt;br /&gt;
:Der Jurist Moritz Wiggers veröffentlicht seine Verteidigungsschrift [https://books.google.de/books?id=XyFWAAAAcAAJ&amp;amp;dq=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;f=false|&#039;&#039;&amp;quot;Nothwendigkeit einer gründlichen Reform der wirtschaftlichen Zustände in dem Hafenorte Warnemünde - Eine Verteidigung der Rechte der Warnemünder Bürgerschaft vom geschichtlichen, staatsrechtlichen und volkswirtschaftlichen Standpunkte&amp;quot;&#039;&#039;] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863&lt;br /&gt;
:Warnemünde erhält eine Telegraphenstation. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1865&lt;br /&gt;
:Einführung der Straßenbeleuchtung in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866&lt;br /&gt;
:Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels &amp;quot;Neptun&amp;quot;). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866-1871&lt;br /&gt;
:Bau der neuen Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stationiert in Warnemünde 2 Rettungsboote nebst Raketenapparat. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867, seit&lt;br /&gt;
:Wird wegen der Erbauung eines neuen Leuchtturmes verhandelt und die Platzfrage erwogen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1870/71&lt;br /&gt;
:Während des Deutsch-Französischen Krieges wird der Warnemünder Hafen zeitweilig von einer französischen Panzerschiffs-Flotte blockiert.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, 12./13. November&lt;br /&gt;
:Große Sturmflut, die viel Schaden anrichtet, u.a. Zerstörung aller Bäder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1873&lt;br /&gt;
:Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1874&lt;br /&gt;
:Abbruch der alten Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1875&lt;br /&gt;
:Beim Kaisermanöver war Flottenparade vor Kaiser Wilhelm I. auf der Warnemünder Reede. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1876&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte Kirchhof am Strande&amp;quot; wird geschlossen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1886&lt;br /&gt;
:[[Warnemünde erhält Straßennamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:Eröffnung des neuen Hafenbassins beim Bahnhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903&lt;br /&gt;
:Das alte Tief (ostwärts bei der Hohen-Düne) wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907&lt;br /&gt;
:Der alte Friedhof wird eingeebnet und in eine Parkanlage verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910, Januar&lt;br /&gt;
:Baubeginn der Strandbahn auf der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1918, 5. November&lt;br /&gt;
:Torpedoboote der aufständischen Kieler Schul-Halbflottille laufen unter roter Flagge in den Warnemünder Hafen ein. Deren Obermaate berufen in den Warnemünder Marineeinrichtungen Versammlungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6. November&lt;br /&gt;
:Auf die Kieler Initiative hin gründet sich ein Soldatenrat, die Matrosen der Flugzeugstation, der Vorpostenhalbflottille &amp;quot;West&amp;quot; und der 7. Halbflottille weigern sich in See zu gehen und noch länger Dienst zu tun. (RA 8.11.1918)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht neben dem Warnemünder Leuchtturm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erster alliierter Bombenangriff auf Warnemünde. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, April&lt;br /&gt;
:Bombardement auf Rostock und Warnemünde. Brände, Zerstörung und Verwüstung am Güterbahnhof, Hotel Reichshof und den Arado- sowie Heinkel-Flugzeugwerken. Eine Brandbombe trifft die Kirche und es kommt zu Brandschäden am Kircheninventar. Im Ergebnis werden der Christophorus und der Danziger Flügelaltar nach Hanstorf ausgelagert. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 8./9. Mai&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 7./8. September&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 23. Juli&lt;br /&gt;
:Die US-Airforce bombardiert Warnemünde zum wiederholten Male (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 29. Juli&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1944, 9. April&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 22. April&lt;br /&gt;
:Die beiden letzten Maschinen der Lufthansa, zwei JU-52 starteten aus dem eingekesselten Berlin schon unter Beschuss durch sowjetische Truppen. Dort unmittelbar vor der Eroberung des Rollfeldes gestartet erreichen sie Warnemünde. Sie konnten noch sicher und heil auf dem Fliegerhorst landen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Ein Feuer zerstört den (alten) &amp;quot;Teepott&amp;quot; (Teepavillon)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heinkel Betriebsgelände auf der Hohen Düne um 1927.jpg|Das Heinkel-Betriebsgelände um 1927 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde US Airforce 23.7.1943.jpg|US-Airforce Aufklärung des Bombardements vom 23.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:US Luftbild 27 B17 Warnemünde Angriff 29 7 1943 95th 100th BG a.JPG|US-Airforce 27 amerikanische B-17 Bomber im Anflug auf Warnemünde beim Bombardement vom 29.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1947, 13. Mai&lt;br /&gt;
:Der ausgelagerte Altar und die Christophorus-Plastik werden vom Auslagerungsort Hanstorf geholt und wieder in die Kirche gebracht. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968&lt;br /&gt;
:Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten. Maßgeblich unter der Leitung von Architekt Ulrich Müther und Stadtplaner Erich Kaufmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde seit der Wiedervereinigung===&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018, 22. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Umbau des Warnemünder Bahnhofs wird begonnen (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2019, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Die RoRo-Fähre der Reederei Transfennica gerät beim Einlaufen in der Hafeneinfahrt auf Grund und legt sich quer zwischen Ost- und Westmole, so das der gesammte Schiffsverkehr unterbrochen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2023/2024===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 1.September&lt;br /&gt;
:Im Rahmen des planmäßigen Aufbaus des Marine-Arsenals am ehemaligen MV-Werften-Standort wird die ehemalige Fregatte &amp;quot;Köln&amp;quot; im Trockendock saniert, zudem das Taucherschulboot &amp;quot;Baltrum&amp;quot;, das Wohnboot &amp;quot;Knurrhahn&amp;quot; und das Ex-Minenjagdboot &amp;quot;Auerbach&amp;quot;. Etwa 450 Mitarbeiter sind derzeit beschäftigt.&lt;br /&gt;
:Zudem laufen Verhandlungen, dass das belgische Unternehmen &amp;quot;Smulders&amp;quot; auf einem Teil des Werftgeländes, dass das Bundesverteidigungsministerium für das Marinearsenal gekauft hatte, Plattformen für die Offshore-Windbranche gebaut werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 4. September&lt;br /&gt;
:Der traditionsreiche Warnemünder Fischkutter &amp;quot;Chemnitz&amp;quot; wird wegen mangelnder Seetüchtigkeit von einem Schlepper in die Werft Rammin nach Barth begleitet. Zeitpunkt für Rückkehr nach Sanierung ungewiss. In den letzten Jahren wurden bereits die Kutter &amp;quot;Ueckermünde&amp;quot;, &amp;quot;Hanno Günther&amp;quot;, Zufriedenheit&amp;quot;, &amp;quot;Barth&amp;quot; und &amp;quot;Doberan&amp;quot; verschrottet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. September&lt;br /&gt;
:Mit einem Fest wird das 120-jährige Brückenjubiläum gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 16. September&lt;br /&gt;
:Am Riesenrad auf der Warnemünder Mittelmole wird das Oktoberfest mit dem traditionellen Fassanstich eingeläutet. Die Bayrischen Wochen dauern hier noch bis zum 8. Oktober.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 22. September&lt;br /&gt;
:Bei einem Besuch im Marinearsenal Warnemünde gab Verteidigungsminister Bois Pistorius &amp;quot;grünes Licht&amp;quot; für die Ansiedlung des belgischen Stahlbauunternehmens Smulders für den Bau von Konverterplattformen in direkter Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 26. September&lt;br /&gt;
:Der Stelzenbagger &amp;quot;Nicolaj SAJ&amp;quot; beendet die mehrwöchigen Ausbaggerungsarbeiten im Bereich der Warnemünder Westmole. Aus der sog. &amp;quot;Sandfalle&amp;quot; wurden ca. 45.000 m³ Sand ausgehoben. Diese hält die durch die Küstenströmung mitgeführten Sedimente zurück um eine Versandung des Fahrwassers zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Vom 29.09. bis 3.10. finden bereits zum elften Mal die &amp;quot;Stephan-Jantzen-Tage&amp;quot; in Warnemünde statt. Organisatoren der Veranstaltungen zu Ehren des legendären Warnemünder Seenotretters sind Andreas (Doc) Buhse und Knut Linke von der Agentur Kulturmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Auf der Hohen Düne übergibt Fregattenkapitänin Bianca Seifert am 29.09.23 nach gut 22 Monaten das Kommando über die Besatzung der Korvette &amp;quot;Bravo&amp;quot; an den 34-jährigen Korvettenkapitän Benjamin Bachmann ab. Bianca Seifert war die erste Kommandantin einer Korvette der Deutschen Marine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 30. September&lt;br /&gt;
:8. Ehrenamtsball der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und des Landkreises Rostock für Ehrenamtliche im Bereich der Behindertenhilfe, chronischen Erkrankungen und Selbsthilfe im Kurhaus Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Saisonende für die Rettungsschwimmer*innen und ihre wichtige eherenamtliche Arbeit an den Rostocker Stränden. In diesem Jahr gab es 328 Einsätze, davon 52 im Rettungsdienst. 21 Mal mussten Menschen aus der Ostsee gerettet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn der Sanierungsarbeiten des Liegeplatzes (LP 23) des Seenotrettungskreuzers der DGzRS am Westufer des Alten Stromes. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2024 geplant und soll ca. 1,1 Mio € betragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 3. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Verein &amp;quot;Tiere in Not Warnemünde&amp;quot; begeht sein 30. Jubiläum, den Barbara Linkis (84) seinerzeit gründete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Oktober&lt;br /&gt;
:1. Rostocker Blaulichttag am 7. Oktober in Warnemünde&lt;br /&gt;
:Um über die Tätigkeiten der Blaulichtorganisationen in Rostock zu informieren, findet erstmals diese Veranstaltung auf der Promenade, dem Leuchtturmvorplatz in Warnemünde sowie am Hauptturm der Wasserwacht, Höhe Hotel Neptun, statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 70.000. Besucher auf dem Warnemünder Leuchtturm wird der 14-jährige Dresdner Robert Klaus durch die Schatzmeisterin Ingelore Morenz und Andreas Herpoldt vom Leuchtturmverein begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 13. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 10.000. Gast des Jahres wird der Magdeburger Karl Geßler (80) willkommen geheißen. Er weilte mit seiner Frau Doris und Freunden zu einem Urlaub in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 14. Oktober&lt;br /&gt;
:In Warnemünde findet das 25. Kutterpullen statt. Bereits zum 2. Mal findet es am südlichen Ende des Alten Stromes statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein feiert im Kurhaus gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt den 125. Geburtstag des Warnemünder Leuchtturmes.&lt;br /&gt;
:Die Verleger Matthias Redieck und Achim Schade editieren dazu eine Sonderausgabe des Tidingsbringers &amp;quot;30 aus 125&amp;quot;  30 Geschichten aus 125 Jahren.&lt;br /&gt;
:Bis zum Jubiläum hatte der Leuchtturm über das Jahr 70 000 Besucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 20. und 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Eine schwere Strumflut wütet an der westlichen Ostseeküste. Auch Rostock trifft Starkregen. Der Wasserstand der Warnow am Mühlendamm zeigt beispielsweise ein Plus von 1,52 Metern über Null. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Pflanzaktion in der Rostocker Heide: Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück nimmt als Schirmherrin daran teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:Baustart für die langerwartete Umgestaltung des Warnemünder Georginenplatzes. Das Grünamt will im Zuge dieser Maßnahme die Versiegelung des Platzes mit Betonplatten und -mauern aufheben. Stattdessen soll ein geschwungener, naturverträglicher, wassergebundener Weg entstehen, sowie Schmuckbeete mit Dahlien (früher Georginen) angelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:Wegen dringender Wartungs- und Reparaturarbeiten muss die 120 Jahre alte historische Drehbrücke über den Alten Strom eine knappe Stunde gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. Oktober&lt;br /&gt;
:Vom 27.10. bis 04.12.2023 ist der Zugverkehr zwischen Rostock und Warnemünde unterbrochen und wird durch Schienenersatzverkehr (SEV) sichergestellt. Grund sind Gleisarbeiten zur Modernisierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur. Die Fahrzeit des SEV beträgt 50 statt 21 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Mit dem Anlegen der AidaMar geht die Kreuzfahrtsaison 2023 in Warnemünde zu Ende. In dieser Saison gingen lauf Rostock-Port 411.000 Kreuzfahrtgäste bei 133 Schiffsanläufen mit 30 Kreuzfahrtschiffen an und von Bord. Dies waren 6 Anläufe weniger als 2022 aber 40% mehr Kreuzfahrtgäste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Oktober&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Rostocker Eisbademeisters&amp;quot; starten am Warnemünder Strand in ihre neue Badesaison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn des Abrisses des ehemaligen Ärztehauses Wachtlerstraße 11. Durch die Wiro soll auf diesem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit 9 Mietwohnungen zwischen 80-125 m² errichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Heinz Plautz, Gründungsmitglied des Leuchtturmvereins tritt nach 30 Jahren aktiver Vereinsarbeit und einem Alter von 87 Jahren vom aktiven Dienst am Leuchtturm zurück, bleibt aber dem Verein weiter erhalten. Mit seinem zeichnerischen Talent hat er von allen seinen Kollegen eine Portraitzeichnung angefertigt, wie auch von dem verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Klaus Möller und dem amtierenden Vorsitzenden Mathias Stagat. Mehr als 100 großformatige Banner hat er für die beliebten Leuchtturm-Hochzeiten gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. November&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park Warnemünde findet eine Gedenkstunde für die auf See Gebliebenen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. November&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder und ehem. Fischer Karl-Heinz Ruschau (90) und seine Frau Erna (91) begehen nach einem ereignisreichen Leben ihre Gnaden- bzw. Platinhochzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 28.November&lt;br /&gt;
:Der 28.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 2. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 2. Dezember&lt;br /&gt;
:Am 2. Dezember um 12 Uhr öffnet der bisher größte Weihnachtsmarkt auf dem Warnemünder Kirchenplatz vor der Kirche. Der mittlerweile 14. Weihnachtsmarkt, organisiert durch den Handels- und Gewerbeverein Warnemünde, wird statt 11 nun 16 Stände haben. Außer montags und dienstags wird er bis zum 01. Januar 2024 geöffnet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 5. Dezember&lt;br /&gt;
:Nach 37 Jahren, 490 Ausstellungen mit 750 Künstlern schließt die Galerie Möller am Strom 68 für immer. Galeristin Ulrike Sabine Möller und ihr Mann Peter gehen in den wohlverdienten Ruhestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Dezember&lt;br /&gt;
:Zwischen dem 7. und 21. Dezember findet der traditionelle Weihnachtsbaumverkauf in der Rostocker Heide, an der Alten Forstbaumschule in Rostock-Hinrichshagen, statt. Jedes Jahr werden bis zu 1800 Bäume verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 8. Dezember&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Traditionsfirma &amp;quot;Meißner Elektronic&amp;quot; in der Mühlenstraße 12 feiert 75. Geschäftsjubiläum. Axel Meißner eröffnete die Firma für den Verkauf und Reparatur von Radiogeräten in der Poststraße 17. &lt;br /&gt;
:1954 hielten Fernsehgeräte Einzug ins Sortiment. Sohn Wilhelm Meißner führte das Geschäft bis 2022. Enkel Sven machte 1993 seine Prüfung zum Funkmechanikermeister. Seit Anfang der 1990er Jahre befindet sich das Geschäft an der heutigen Adresse. Seit 2022 ist Peter Jakel Geschäftsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 12. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein spendet aus den Einnahmen der bisherigen Turmbesuche insgesamt 9 000 Euro an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.&lt;br /&gt;
:Das Geld fließt in den Neubau eines Schuppens, der vor dem Seenotkreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; liegen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Bahnhof ist Spitzenreiter im Fahrgäste-Ranking der besten Bahnhöfe Deutschlands.&lt;br /&gt;
:Laut einer Analyse gehört der Warnemünder Bahnhof zu den beliebtesten in ganz Deutschland, zusammen mit den Stationen Brandenburger Tor und Mexikoplatz Berlin, Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und Landungsbrücken in Hamburg erhielt der Bahnhof 144 561 Bewertungen und damit 4,6 von 5 möglichen Sternen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Dezember&lt;br /&gt;
:Die älteste Warnemünderin und Rostockerin Gertrud Blohm ist friedlich in ihrem Warnemünder Zuhause eingeschlafen. Am 7.September feierte sie in ihrer Warnemünder Wohnung, in der sie bis zu ihrem Lebensende wohnte, ihren 111. Geburtstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. als Betreiberverein hat sein gestecktes Ziel von jährlich 10.000 Besuchern wieder erreicht und konnte im Heimatmuseum bis Jahresende 12.193 Besucher begrüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Jahresende&lt;br /&gt;
:Die 1910 eröffnete traditionsreiche Gaststätte &amp;quot;Forsthaus Markgrafenheide&amp;quot; beendet nach 113 Jahren ihren Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Neujahr&lt;br /&gt;
:Für das Jahr 2023 werden 2.156.422 Übernachtungen verbucht, das zweithöchste Ergebnis seit der Wendezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Januar&lt;br /&gt;
:Zum 24. Turmleuchten strömten erneut rund 45.000 Zuschauer. Veranstaltet von der Hanseatischen Eventagentur und dem Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. und unterstützt von zahlreichen Sponsoren und Partnern, ist das diesjährige Turmleuchten wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Jahresanfang schließt der 1995 eröffnete REWE-Markt an der Stadtautobahn für eine umfassende Sanierung. Nach dem geplanten Abschluss der Sanierung im 2. Quartal soll es wieder eine Fleischtheke geben und sog. Self-Checkout-Kassen neu eingeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3. Januar&lt;br /&gt;
:Laut Rudolf Kemnitz vom Deutschen Wetterdienst war das Jahr 2023 mit einer Durchschnittstemperatur in Warnemünde von 10,85°C das zweitwärmste Jahr seit 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. Januar&lt;br /&gt;
:Die Bäckereikette &amp;quot;Lila Bäcker&amp;quot; geht ins Insolvenzverfahren. Von den 232 Filialen sollen 160 erhalten bleiben. Darunter sind auch die beiden gut frequentierten Filialen in Warnemünde, Mühlenstr. 44 und Am Bahnhof 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 10. Januar&lt;br /&gt;
:Durch einen Warnstreik der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) kommt es auch vom 10.-12.1.24 zum Ausfall des gesamten Bahnverkehrs zwischen Warnemünde und Rostock Hbf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Januar&lt;br /&gt;
:Nach einem UN-Unifil-Einsatz vor der libanesischen Küste ist die Korvette &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; wieder zurück in ihrem Marinestützpunkt Warnemünde-Hohe Düne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Jetzt ist endgültig Schluss! Lila Bäcker schließt zum 1. Februar alle seine Filialen. Darunter auch die beiden Filialen in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12.Februar&lt;br /&gt;
:Mit dem 174 Meter langen Versorgungsschiff &amp;quot;Bonn&amp;quot; liegt in dieser Woche das größte Schiff der Bundesmarine im Trockendock der Bundesmarine.&lt;br /&gt;
:Das Trockendock ist insgesamt 320 Meter lang und 54 Meter breit. Damit können dort sämtliche Einheiten der Deutschen Marine gedockt werden. Im laufenden Jahr sollen noch die Korvetten &amp;quot;Erfurt&amp;quot; und &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; sowie der Tender &amp;quot;Rhein&amp;quot; instandgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Februar/März&lt;br /&gt;
:Der portugiesische Bagger &amp;quot;Fernao de Magalhaes&amp;quot;, 139 Meter lang, 29 Meter breit, kann mit der Kraft von 10 000 PS selbst festes Gestein bis zu einer Tiefe von 35 Metern entfernen. Er baggert den Seekanal auf eine Tiefe von 16,5 Metern aus.&lt;br /&gt;
:Damit sollen zukünftig &#039;&#039;&#039;Tanker&#039;&#039;&#039; von bis zu 15 Metern Tiefgang in den Rostocker Hafen einfahren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. März&lt;br /&gt;
:Zu einem Osterspaziergang im Revier Schnatermann lädt das Stadtforstamt Interessierte ein. Dabei können die Teilnehmer bei einer geführten Wanderung die Vielfalt und Besonderheiten dieses Teiles der Heide erleben, der sich gerade im zeitigen Frühjahr von einer seiner schönsten Seiten zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 25. April&lt;br /&gt;
:Auf der Neptun-Werft erfolgt die Kiellegung für ein weiteres Versorgungsschiff für die Deutsche Marine.&lt;br /&gt;
:Es ist bereits das zweite Kriegsschiff der neuen Klasse 707 binnen eines Jahres dessen Bau begonnen worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. April&lt;br /&gt;
:Mit dem &amp;quot;Warnemünder Frühlingslandgang&amp;quot; (fast 30 Jahre als &amp;quot;Stromerwachen&amp;quot; bekannt) wird traditionell die Warnemünder Sommersaison eröffnet. Auf der Warnemünder Promenade befindet sich eine maritime Bummelmeile mit Kunsthandwerk und Gastronomie. Die Warnemünder Bademeisters beenden an diesem Tag ihre Badesaison.&lt;br /&gt;
:Führung über den Neuen Friedhof Warnemünde: Das Begräbnisareal ist in den 1920er-Jahren angelegt worden. Es umfasst heute eine Fläche von knapp fünf Hektar. Zahlreiche Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Einige von ihnen, darunter Handwerker, Wissenschaftler, Händler, Ärzte, Abenteurer, werden beim Rundgang mit der Historikerin Dr. Antje Krause näher vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. bis 12. Mai&lt;br /&gt;
:Das diesjährige Kleinkunstfest findet auf dem Leuchtturmvorplatz und entlang der Seepromenade statt. Kleinkunst unterschiedlicher Art, Spaß, Unterhaltung, Mitmachaktionen, Überraschungen, kleine Köstlichkeiten und auch ein Händlermarkt gehören dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Mai&lt;br /&gt;
:In der Yachthafenresidenz Hohe Düne findet die 29. Landesmeisterschaft der Auszubildenden des Gastgewerbes statt. Die hier als Beste gekürten Teilnehmer und angehenden Köche treten danach als &amp;quot;Mannschaft Mecklenburg-Vorpommern&amp;quot; bei der angehenden Jugendmeisterschaft im Herbstin Bonn an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 15. Mai&lt;br /&gt;
:Nach über 5 Monaten Umbauzeit wird der Warnemünder REWE-Markt an der Stadtautobahn mit einer großen Feier wiedereröffnet. Mehr als vier Millionen Euro hat die Rewe Group in den Standort investiert und dabei auf neue Konzepte gesetzt, sagt Norbert Richartz, Vertriebsleiter Region Ost bei Rewe. Bis zur Insolvenz hatte der Lila Bäcker den Bäckereistand samt Café im Warnemünder Markt betrieben. Diesen hat nun die Bäckerei von Allwörden übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Mai&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Reparaturarbeiten durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. Mai&lt;br /&gt;
:Distinguished Gentleman&#039;s Ride in Warnemünde: Am Pfingstsonntag ist Warnemünde wieder Teil eines Spektakels, bei dem sich stilbewusste Motorradfahrerinnen und -fahrer zusammenfinden. Die Teilnehmer der weltweiten Bewegung sammeln Spenden für die Erforschung und Behandlung von Männerkrankheiten und tragen so dazu bei, Leben zu retten. Die Fahrt geht vom Neuen Markt in Rostock über mehrere Stadtteile bis nach Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Mai&lt;br /&gt;
:Warnemünder Schiffe auf Pazifik-Mission&lt;br /&gt;
:Die in Hohe Düne stationierten Schiffe, Versorgungsschiff &amp;quot;Frankfurt am Main&amp;quot; und Fregatte &amp;quot;Baden-Württemberg&amp;quot; sind auf der Reise rund um die Welt um in der Nato-Pazifik-Mission die brisante Straße von Taiwan zu durchqueren. &amp;quot;Deutschland will mit der Mission vor allem sein Interesse an den Entwicklungen in der indo-pazifischen Region unterstreichen und seine Solidarität mit den Wertepartnern wie Japan oder Singapur zeigen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Der frisch sanierte Warnemünder Georginenplatz wird am 18. Juni 2024 von Rostocks Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde eingeweiht. Die Neugestaltung des denkmalgeschützten Areals hatte sich an dessen ursprünglicher Optik aus den 1920er-Jahren orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Juni&lt;br /&gt;
:Beim dritten Summer Open auf dem Golfplatz in Warnemünde kamen 1170 Euro an Spenden zusammen mit denen das Rostocker Frauenhaus unterstützt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. Juli&lt;br /&gt;
:Mit dem traditionellen Festumzug, dem 21. &amp;quot;Niegen Warnemünder Ümgang&amp;quot; mit ca. 2500 aktiven Mitwirkenden, vom Leuchtturm beginnend, durch die Alexandrinenstraße, Kirchenplatz, wird die 86. Warnemünder Woche, eines der größten Segelereignisse an der deutschen Ostseeküste, von der Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger im Warnemünder Kurhausgarten mit einem Fassbieranstich eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Juli&lt;br /&gt;
:Das Marinearsenal in Warnemünde soll binnen drei bis fünf Jahren &amp;quot;kriegstüchtig&amp;quot; werden erklärt der Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) am Rande eines Besuches in Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. Juli&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park wird anlässlich des 150. Todestages von Fritz Reuter (1810-1874) wieder eine Warnemünder Fritz-Reuter-Eiche eingeweiht. &lt;br /&gt;
:Das von Museumsverein, Leuchtturmverein, Warnemünde-Verein und Trachtengruppe initiierte &amp;quot;Erinnerungsensemble&amp;quot; besteht neben der über 100 Jahre alten Eiche aus einem Markierungsstein, einer zweisprachigen Infotafel sowie einer Bank. Die Einweihung fand unter reger Teilnahme der Warnemünder Vereine und Bevölkerung statt.&lt;br /&gt;
:Der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. lädt Freunde und Partner und Wegbegleiter anlässlich des 30-jährigen Bestehens zu einer Ausfahrt mit einem historischen Segelschiff, der Kogge „Wissemara“ ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. Juli&lt;br /&gt;
:Bilanz am Ende der 86. Warnemünder Woche&lt;br /&gt;
:Sportlich waren die Segelwettbewerbe die Glanzlichter, 15 Regatten verschiedener Schiffsklassen,&lt;br /&gt;
:Events der 1. und 2. Segelbundesliga, sowie die Sailing Champions League standen an.&lt;br /&gt;
:Mehr als 800 Sportler in rund 400 Booten hatten sich angemeldet.&lt;br /&gt;
:Den Ausgang bildete ein Drachenbootfestival mit rund 1200 Sportlern&lt;br /&gt;
:Eine Flaute und eine Unwetterwarnung störten kurzzeitig deren Abläufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 27. Juli&lt;br /&gt;
:Im Kurhausgarten findet das erste &amp;quot;Buntes Meer Festival&amp;quot;, eine Mischung aus Kunstmarkt, Konzert und Unterhaltung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Juli&lt;br /&gt;
:Bundesratspräsidentin Manuela Schwesig (SPD) reist zu den Olympischen Spielen nach Paris.&lt;br /&gt;
:Dort wirbt sie für das Segelrevier Rostock-Warnemünde im Falle einer deutschen Bewerbung für Olympia. Dafür gibt es einen Beschluss des Landtages.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 31. Juli&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Fischereikutterverein „Jugend zur See“ verabschiedet sich von seinem Fischkutter „Pasewalk“, einem der letzten bislang fahrtüchtigen Warnemünder 17-m-Kutter. Der vor allem bei Kindern und Jugendlichen für seine Freizeit-Piratenfahrten beliebte Kutter liegt derzeit auf dem Trockenen im Fischereihafen Bramow und soll für den symbolischen Preis von einem Euro verkauft werden, so der Vereinsvorsitzende Norbert Ripka. Als Grund nannte er zu hohe Kosten für die notwendige wiederkehrende Klassifizierung des über 70 Jahren alten Traditionsschiffes. Der 17 Meter lange und 5,60 Meter breite Kutter wurde 1950 auf der VEB Boddenwerft Damgarten gebaut. Der Fischkutterverein ist ein anerkannter Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 2. August&lt;br /&gt;
:Am Strand von Warnemünde startet das 2. High-Seaciety-Festival mit drei Tagen Livemusik und Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7.bis 11. August &lt;br /&gt;
:Die 33. Hanse Sail begeistert rund 500.000 Besucher, 138 Traditionssegler waren dabei.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Gorch Fock II&amp;quot;, das Segelschulschiff  der Marine läuft um 10.00 Uhr in Warnemünde ein und ist am Passagierkai 1 bis zum 11. August eines der Glanzlichter der diesjährigen Hansesail.&lt;br /&gt;
:Am ersten Tag der Hanse Sail startet vom süddänischen Nysted die große Haikutter-Regatta. Die alten Fischerboote segeln auf dem schnellsten Wege nach Warnemünde und laufen am Abend am Ziel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. August&lt;br /&gt;
:Auf einer Marinebarkasse der Bundesmarine, im  Stützpunkt Hohe Düne stationiert, bricht ein Brand aus. Der Brand brach aus ungeklärter Ursache im Führerhaus, die dicken Rauchschwaden waren von hoher See aus über 3 km weit zu sehen. Die zwei an Bord befindlichen Mannschaftsmitglieder wurden von der Wasserschutzpolizei unverletzt gerettet und der Brand konnte gelöscht werden. Auch der Seenotrettungskreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; war an dem Rettungseinsatz beteiligt. Der Havarist wurde in den Marine-Stützpunkt geschleppt.&lt;br /&gt;
:Die Polizei hatte eine Gruppe Ladendiebe auf frischer Tat ertappt, die zuvor beobachtet wurden, wie sie Textilien von Ständern verschiedener Geschäfte am Alten Strom stahlen. Mit Unterstützung der Bundespolizei konnten Beamte die Diebe am Warnemünder Bahnhof stellen. Sie trugen die gestohlenen Kleidungsstücke zum Teil bereits am Leib und hatten vor der Tat bereits einen Platzverweis wegen Randalierens erhalten. Die Diebe waren der Polizei nicht unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Hochsee-Racer macht in Warnemünde Station.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Offshore-Racer&amp;quot;des Teams &amp;quot;Next Generation Sailing&amp;quot; machte in der Marina Hohe Düne fest und übernahm dort den Namen des neuen Sponsors &amp;quot;Task Engineering&amp;quot; eines deutsch-dänischen Unternehmens. Das Boot ist ein reines Rennboot und bis zu 30 Knoten schnell. Es ist einzig dazu gebaut Hochseerennen zu bestreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Auf dem Leuchtturm wurde der 50.000. Jubiläumsgast begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. bis 25. August&lt;br /&gt;
:Europas Top-Athleten messen sich bei &amp;quot;Battle The Beach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Strand ist drei Tage lang Schauplatz eines sportlichen Großereignisses in der sechsten Runde. 560 Athleten aus ganz Europa messen sich in verschiedenen Disziplinen wie Gewichtheben, Triatlon, Wassersport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,26. August&lt;br /&gt;
:Nach der im September 2023 beschlossenen Erhöhung und Ausweitung der Kurabgabe auf das gesamte Stadtgebiet klingelt es ordentlich in der Stadtkasse.&lt;br /&gt;
:Zwischen September2023 und Juli 2024 flossen insgesamt 4,5 Millionen Euro in die Stadtkasse. Davon entfallen 2,014 Millionen Euro auf Warnemünde, 817.000 Euro auf Markrafenheide und 332.000 Euro auf Diedrichshagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2024/2025===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 8. September&lt;br /&gt;
:Das Heimatmuseum Warnemünde nimmt auch in diesem Jahr am deutschlandweit organisierten &amp;quot;Tag des offenen Denkmals&amp;quot; teil und präsentiert im Heimatmuseum zusammen mit der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. sowie dem Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum M-V e.V. den „Thementag Archäologie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. bis 13. September&lt;br /&gt;
:8. Rostocker Großmotorentagung in der Yachthafenresidenz Hohe Düne. Sie steht unter dem Motto: „Die Zukunft der Großmotoren – Neue Technologien und Kraftstoffoptionen: Die Wege zur sauberen Schifffahrt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. September&lt;br /&gt;
:wurde der Dreh-Test der 120 Jahre alten Warnemünder Bahnhofsbrücke, unter Anwesenheit mehrerer tausend Besucher, als Herzstück des jährlichen Büchenfestes zu einem erlebenswerten Spektakel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 20. September&lt;br /&gt;
:Auftakt im Rahmen der MeerBeats-Tour 2024 von Warnemünde nach Hamburg mit Mein Schiff 7. &lt;br /&gt;
Auf dem Schiff findet an diesem Tag die MV Cruise Conference statt. Außerdem treten Die Fantastischen Vier am 20. September 2024 auf. Sie sind dann auch bei der nachfolgenden Reise nach Hamburg dabei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. September&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. September&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. September&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. September&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. September&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.-6. Oktober&lt;br /&gt;
:Für die Stephan-Jantzen Tage – Namensgeber ist der legendäre Warnemünder Lotsenkapitän – wird der Platz vor dem Warnemünder Leuchtturm zum Hauptveranstaltungsort. Zu den Höhepunkten gehört die Aufführung der Stephan-Jantzen-Suite. Für die Besucher ist viel Musik, Kultur und maritimes Flair zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Am 9. Oktober 2024 besteht der Museumsverein Warnemünde e.V. seit 20 Jahren. Mit großem Engagement haben sich die Vereinsmitglieder um Vorsitzenden Uwe Heimhardt für dieses Kleinod in Warnemünde eingesetzt. Im Mai 2017 hat Christoph Wegner die Leitung des Museums übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Nachmittag prallt eine Fähre wegen eines Maschinenausfalls auf den Fähranleger in Hohe Düne. Drei Menschen wurden dabei verletzt. Bereits am Abend kann der Fährbetrieb nach Reparatur wieder aufgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:14. Pflanzaktion „Bürger für Bäume“: In gemeinsamer Aktion initiieren der Zoo und das Stadtforstamt eine Aufforstungskampagne in der Rostocker Heide. Insgesamt werden 5.000 Traubeneichen-, Esskastanien-, Roterlen-, Ebereschen- und Buchensetzlinge in die Erde gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
:Die Initiative DigitalTeilhabe in Warnemünde lädt Senior*innen und Interessierte zum Digital-Thementagen „iPhone&amp;amp;Smartphone“ in den Gemeindesaal der Evangelischen Kirche ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Oktober&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Dafür ist dieser Überweg wegen der Drehung der Brücke für eine halbe Stunde gesperrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. November&lt;br /&gt;
:Nach zwei Jahren umfassenden Arbeitens ist die Vertiefung des Seekanals Warnemünde auf 16 km Länge abgeschlossen. Um die durchgehende Tiefe der Baltic-Max-Norm (17 m Tiefgang) zu erreichen, investierte der Bund ca. 100 Mio. Euro in das Projekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 5. bis 7. November&lt;br /&gt;
:5. Rostock Ocean Convention meets Hydro 2024: Vom 5. bis 7. November 2024 findet die internationale hydrographische Konferenz und Ausstellung HYDRO 2024 statt. Es werden aktuelle Trends, neueste Entwicklungen und Projekte der Unterwassertechnologie gezeigt. Die Veranstaltung bietet mehr als 190 Teilnehmern, Referenten und Partnern eine Kommunikationsplattform. Im Yachthafen Hohe Düne sind dabei beispielsweise spannende Bootsvorführungen unterschiedlicher Anbieter zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. November&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. feiert in der Cafeteria und Eventlocation &amp;quot;Laak 5&amp;quot; mit einer Vielzahl seiner Mitglieder sein 20-jähriges Bestehen. Der Verein hat zum 1.1.2005 die Betriebsführung des Heimatmuseums übernommen und kann seither auf eine überaus erfolgreiche Entwicklung des Heimatmuseums zurückblicken. Neben Grußworten anderer Warnemünder Vereine äußerten sich auch Sigrid Hecht (Chefin des städtischen Eigenbetriebs KOE) und die neue Kulturamtsleiterin Anne-Katrin Bicher positiv über die Entwicklung des Museums und versprachen auch in Zukunft die Geschicke des Museumsvereins tatkräftig zu unterstützen&lt;br /&gt;
. &lt;br /&gt;
;2024, 8. November&lt;br /&gt;
:Inklusives Unternehmerfrühstück im DOCK INN. Es geht darum wie man Menschen mit Behinderung besser im Berufsalltag integrieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 17. November&lt;br /&gt;
:Kranzniederlegung an der Gedenkstätte „Für alle auf See Gebliebenen“, organisiert von der Nautischen Kameradschaft Poseidon e.V., im Stephan-Jantzen-Park.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. und 20. November&lt;br /&gt;
:3. Lotsenkonferenz der Bundeslotsenkammer im Technologiepark Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Es geht dabei u.a. um 70 Jahre Seelotsgesetz &amp;amp; 70 Jahre Bundeslotsenkammer und um einen Kerninhalt des Seelotsgesetzes, nämlich die neu strukturierte :Seelotsenausbildung 2024. In Kooperation mit den Hochschulen Wismar/Warnemünde und Flensburg wird erstmalig eine hochqualifizierte Seelotsenausbildung in Form eines Masterstudienganges angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Obdachlosengala in Warnemünde: Bereits zum siebenten Mal lädt das Hostel „Dock in“ 160 Bedürftige zum Weihnachtsschmaus. Unter den 50 Helferinnen und Helfern war diesmal als Überraschungsgast Monchi, der Frontman der bekannten Rockband Feine Sahne Fischfilet.&lt;br /&gt;
:Zu einem stimmungsvollen Start in die Vorweihnachtszeit lädt das 22. Adventssingen am Warnemünder Leuchtturm ein. Erneut sorgt der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. mit einem Programm voller Musik für unvergessliche Momente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.Dezember&lt;br /&gt;
:Der 29.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 7. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. bis 21.. Dezember&lt;br /&gt;
:Traditioneller Weihnachtsbaumverkauf in Hinrichshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,23.Dezember&lt;br /&gt;
:In der abgelaufenen Saison wurden in Warnemünde 148 Schiffsanläufe von 38 Kreuzfahrschiffen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025,1.Januar&lt;br /&gt;
:Das zum 25. Mal statt zu findende Neujahrsfest des Turmleuchtens wurde wegen Sturm nur wenige Stunden vor Beginn abgesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.-3. Februar&lt;br /&gt;
:Die Fregatte &amp;quot;Nordrhein-Westfalen&amp;quot; der Bundesmarine liegt für drei Tage an der Passagierkai-Promenade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Februar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde, die Initiative DigitalTeilhabe lädt Seniorinnen, Senioren und Interessierte zu Digital-Thementagen „iPhone, Smartphone &amp;amp; Co&amp;quot; ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Beginn der Bauarbeiten: Neue Mittelinsel soll Querung der Richard-Wagner-Straße erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.März&lt;br /&gt;
:65.000 Menschen besuchen das nachgeholte 25. Turmleuchten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 25. März&lt;br /&gt;
:Es wird natürlich bunter - Saisonbepflanzung startet in Warnemünde, 10.365 Pflanzen kommen kurz nach Sonnenaufgang in den Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. April&lt;br /&gt;
:Beidseitig der Rostocker Straße werden Radverkehrsanlagen ausgebaut bzw. neu markiert, die gesamte Baumaßnahme erfolgt in vier Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt beginnt am Knoten Richard-Wagner-Straße und führt zur Johann-Sebastian-Bach-Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 12. April&lt;br /&gt;
:Von April bis Oktober 2025 dreht sich das XXL-Riesenrad in Warnemünde. Mit dem „Eye 55“ (was für eine Höhe von 55 m steht) auf der Mittelmole hat man eine tolle Aussicht über das Seebad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. April&lt;br /&gt;
:Beginn der diesjährigen Warnemünder Kreuzfahrtsaison mit dem Anlauf der „AIDAmar“. Bislang sind für 2025 von 23 Kreuzfahrtreedereien 167 Anläufe von 36 Kreuzfahrtschiffen angemeldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 16. April&lt;br /&gt;
:Mit einem abwechslungsreichen Programm, einer Mischung aus Geschichte und Kultur starten die beliebten Warnemünder Museumsabende im Heimatmuseum Warnemünde in die nächste Saison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. April&lt;br /&gt;
:Vom 17. April bis zum 2. November zeigen Künstler aus aller Welt Sandskulpturen zu den „Geheimnissen der sieben Weltmeere“ im Rahmen der 15. Sandwelt in Warnemünde am Pier 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 19. April&lt;br /&gt;
:Die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde entzündet das traditionelle Osterfeuer am Strand unterhalb des Leuchtturms. Die anschließende Fackelwanderung entlang des Alten Stroms wird von der „Sax’n Anhalt VIP Band“ begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 28. April&lt;br /&gt;
:Die neue automatische Versenkpolleranlage in der Warnemünder Kirchenstraße geht in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einem Konzert des Landespolizeiorchesters startet die Meeresbrise-Konzertreihe in die fünfte Saison. Bis Ende September sollen noch 22 Konzerte im Kurhausgarten OpenAir folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 14. Mai&lt;br /&gt;
:Eine neue öffentliche WC-Anlage wird am Strandaufgang 18, auf Höhe des Strandwegs 14 installiert. Zwei große Kräne müssen zum Einsatz kommen, um das Modul mit einem Gewicht von rund 35 Tonnen hinter der Düne zu platzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einer feierlichen Zeremonie wird die neue Sportschule Warnemünde auf der Mittelmole offiziell eröffnet. Der Neubau hat rund 31,8 Millionen Euro gekostet. Der Gebäudekomplex bietet Sportlern aller Disziplinen ideale Bedingungen. Außerdem soll die Sportschule künftig eine zentrale Rolle bei der Durchführung von Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Warnemünder Woche oder Segelregatten auf Bundesebene spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Mai&lt;br /&gt;
:Der sanierte und modernisierte Liegeplatz 23 im Alten Strom sowie das neue Betriebsgebäude für den Seenotrettungskreuzer ARKONA der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden offiziell durch den Hafensenator Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Hafenkapitän Falk Zachau sowie DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler und Mario Lange, Vormann der ARKONA, in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für den neuen Anleger belaufen sich auf 1,1 Mio. Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 30.Mai&lt;br /&gt;
:Am Liegplatz 23, des Seenotkreuzers &amp;quot;Arkona&amp;quot;, am alten Strom, wird ein neues Betriebsgebäude der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 31. Mai&lt;br /&gt;
:Einweihung des multifunktionalen Beachsportfeldes für die Sportarten Beachsoccer, Beachvolleyball und Beachhandball im Sportpark Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juni&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der „SeaDream 2“. Das Luxusschiff mit 108 Metern Länge und 14 Metern Breite (Baujahr 1985) ähnelt eher einer Yacht und bietet Platz für maximal 112 Gäste in 56 Kabinen bei einer Besatzungsstärke von etwa 100 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juni&lt;br /&gt;
:Die „Sky Princess“ der Reederei Princess Cruises ist mit einer Länge von etwa 330 Metern und einer Bruttoraumzahl von 145.281 das längste und größte der 2025 in Warnemünde anlandenden Kreuzfahrtschiffe. Der Ozeanriese bietet Platz für 3660 Passagiere. Auf 19 Decks gibt es 1830 Kabinen, acht Restaurants, zehn Bars, mehrere Lounges, ein Theater, einen Spa-Bereich sowie vier Pools und acht Whirlpools. Am 22.7. erfolgt ein zweiter Anlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.Juni&lt;br /&gt;
:Mehr als 30 Schiffe verschiedener NATO-Mitgliedsländer haben in Warnemünde und Hohe Düne festgemacht um von hier aus zur zweiwöchigen Großübung Manöver Baltops (Baltic Operation) zu starten.&lt;br /&gt;
:Größtes teilnehmendes Kriegsschiff ist der US-Zerstörer &amp;quot;USS Mount Whitney&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das Auslaufen der Schiffe wird auch von Protesten begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 18. bis 20. Juni&lt;br /&gt;
:33. Nordische Baumtage. Eines der Themen ist „Stadtgrün im Klimawandel“. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock im Warnemünder Technologiepark durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt mit dem Diplomatischen Korps nach Mecklenburg-Vorpommern und empfängt dafür am 24. Juni in Warnemünde an Bord der Gorch Fock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VISTA / Reederei Oceana Cruises Länge: 241,10 m Breite: 32,31 m&lt;br /&gt;
Gewicht: 67.817 BRZ Baujahr: 2023 Passagiere: 1.218 (max. 1.469)&lt;br /&gt;
:Neue Runde für die „Warnemünder Abende“. Mit der Vortragsreihe des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung werden spannende Einblicke in die Geheimnisse eines einzigartigen Lebensraums gewährt. Einmal monatlich, immer donnerstags. finden ab 4. September im großen Vortragssaal des IOW in der Seestraße 15 weitere Veranstaltungen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juli&lt;br /&gt;
:Im Heimatmuseum Warnemünde wird die Sonderausstellung &amp;quot;Ob die Möwen manchmal an mich denken? Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee&amp;quot; eröffnet. Kuratorin der Ausstellung ist die Journalistin sowie Autorin des gleichnamigen Buches Dr. Kristine von Soden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.-13. Juli&lt;br /&gt;
:87. Warnemünder Woche mit dem &amp;quot;Niegen Ümgang&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. Juli&lt;br /&gt;
:Doppelanlauf der Kreuzfahrtschiffe MSC Poesia und der Nordstjernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Juli&lt;br /&gt;
:Das schon legendäre Open Air am Meer „Rauch auf dem Wasser“ lädt zum 21. Mal in den Warnemünder Kurhausgarten ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 8. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VIKING SATURN / Reederei Viking Ocean Cruises. Sie befindet sich auf einer zweiwöchigen Reise von Bergen in Norwegen nach Stockholm in Schweden. Das Schiff ist 227 Meter lang und für 930 Passagiere ausgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der ILMA / Reederei Ritz-Carlton Yacht Collection. Die Luxus-Kreuzfahrtyacht ist ein 241 Meter langes Schiff, das 456 Passagiere beherbergen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 6. August&lt;br /&gt;
:Erstmals in MV werden von Menschen aufgezogene Sandregenpfeifer ausgewildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. -10. August&lt;br /&gt;
:An der 34. Hansesail nehmen über 120 Schiffe teil. Die Sail hat rund eine halbe Million Besucher und ist damit das weltweit größte Treffen historischer Segelschiffe. Anführendes Flaggschiff ist in diesem Jahr die Dreimastbark &amp;quot;Belem&amp;quot; aus Frankreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. August&lt;br /&gt;
:Zum 13. Mal ist die Strand Arena Schauplatz der Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft. Im Finale holen sich die Beach Royals Düsseldorf den Titel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 20. August&lt;br /&gt;
:Die am Vortag havarierte „Nordstjernen“ kann am Nachmittag Warnemünde wieder verlassen. Das historische Hurtigruten-Schiff hatte am Abend beim Ablegen am Cruise Center eine Böschung gerammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 21. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf „Le Lape’rouse“, Reederei Compagnie Du Ponant. Auf diesem kleineren Kreuzfahrtschiff finden 184 Passagiere Platz, es ist 131 Meter lang und 2018 gebaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2025/2026===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. September&lt;br /&gt;
:Unter dem Motto „Gesund älter werden in Rostock“ startet der 5. Senioreninformationstag anlässlich der Tage der Regeneration in Warnemünde am Leuchtturm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. September&lt;br /&gt;
:Bundeskanzler Merz besucht erstmals die Marine in Hohe Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. September&lt;br /&gt;
:40 Schiffe aus 14 Nationen mit 2700 Soldatinnen und Soldaten nehmen am Marinemanöver Northern Coasts teil. Vom 29. August bis 12. September 2025 üben multinationale Seestreitkräfte unter deutscher Leitung in der Ostsee. In Warnemünde hat das Versorgungsschiff VIRSAITIS (A 53), ein Marineschiff Lettische Marine festgemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 15. September&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Brauerei &amp;quot;Hoppen un Molt&amp;quot; feiert ihr 10-jähriges Bestehen.&lt;br /&gt;
;29.Oktober&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, seit Oktober 2004 Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V., erhält im Zuge einer kleinen Feierstunde im Heimatmuseum für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement den Stiftungspreis der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Oktober&lt;br /&gt;
:Stephan Frey wird neuer Pastor in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Oktober&lt;br /&gt;
:Feierliche Grundsteinlegung für ein Parkhaus in Hohe Düne. - Wegen des Wegfalls des bisherigen Mieter-Parkplatzes im Bereich Hohe Dünne 22-27, hier sollen zusätzliche Wohnungen entstehen, errichtet die Goldbeck Nordost GmbH auf rund 4.000 Quadratmetern Fläche insgesamt 220 Anwohnerparkplätze. &lt;br /&gt;
:Die Fertigstellung des Parkhauses ist für Mitte 2026 geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5. November &lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrschiff &amp;quot;Aidadiva&amp;quot; legt am Liegeplatz 7 an und beschließt mit ihrem Anlauf die diesjährige Kreuzfahrtsaison.&lt;br /&gt;
:Insgesamt sind über das Jahr 592.000 Seereisende  (2024: 532.000) von 35 Kreuzfahrtschiffen (2024: 37) in Warnemünde an und von Bord gegangen.&lt;br /&gt;
:Das größte Schiff in dieser Saison war die &amp;quot;Sky Princess&amp;quot; mit einer Länge von 330 Metern und einer Kapazität von rund 3700 Passagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. November&lt;br /&gt;
:Die Bürgerinitiative &amp;quot;Rettet den Küstenwald&amp;quot; verhindert die Fällung der 100-jährigen Kastanie in der Rostocker Straße und setzt deren Aufnahme in die Liste der geschützten Bäume durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. November&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V. erhält den Ehrenpreis um besondere Verdienste um die Bewahrung  und Vermittlung mecklenburgischen Kulturerbes der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:Auf die Warnemünder Kinder wartet am Martinstag ein schöner Brauch. In bewährter Kooperation laden die Ev.-Luth. Kirchgemeinde und die Tourismuszentrale an diesem Tag zum Sankt-Martins-Umzug ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. November&lt;br /&gt;
:Das Riesenrad auf der Mittelmole wird abgebaut und stellt seinen Betrieb endgültig ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1025, 27. November&lt;br /&gt;
:Der dreißigste Band des &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird vom Verlag Redieck und Schade, gemeinsam mit dem Leuchtturmverein Warnemünde präsentiert. Somit erscheint erscheint dieser beliebteste Warnemünde-Almanach nunmehr ununterbrochen seit drei Jahrzehnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Dezember&lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrtschiff „Amadea“ der Reederei Phönix Reisen beendet die Kreuzfahrtsaison in Warnmünde. Das durch die ZDF-Sendung «Das Traumschiff» bekannte 193 Meter lange Schiff bietet Platz für 570 Passagiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. November&lt;br /&gt;
:Im Hotel Neptun in Warnemünde lädt der NDR Jazztime Bigband Ball Mecklenburg-Vorpommern zu einem stilvollen Abend voller Musik und Unterhaltung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 29. November&lt;br /&gt;
:Eröffnungstag des traditionellen Weihnachts- und Neujahrsmarktes Warnemünde auf dem Warnemünder Kirchenplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 5. Januar&lt;br /&gt;
:Brand im Erdgeschoss eines Hauses &amp;quot;Am Strom&amp;quot;. An dem knapp 2 Stunden dauernden Einsatz waren insgesamt 34 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde und des Rettungsdienstes beteiligt. Verletzte waren nicht zu beklagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 30. Januar&lt;br /&gt;
:In Berlin hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner die Kampagne mit dem Titel „Berlin gewinnt mit Olympia“ vorgestellt. Die Bundeshauptstadt setzt mit ihrer Bewerbung um die Austragung Olympischer Sommerspiele für 2036, 2040 oder 2044 auf Rostock-Warnemünde als Standort für die olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe.&lt;br /&gt;
;Rostock verbietet per Ratsbeschluß privates Feuerwerk am Warnemünder Ostseestrand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. März&lt;br /&gt;
:Erstmals seit Bestehen des Marinearsenals Warnemünde wird mit U34 , eines der 6 U-Boote vom Typ U212a hier überholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 14.März&lt;br /&gt;
:Die Tourismuszentrale veröffentlicht die Besucherzahl des Jahres 2025. mit 2.317.693 Übernachtungen wird hier der 2019 aufgestellte Rekord übertroffen, womit Rostock an erster Stelle für das Land Mecklenburf-Vorpommern liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.März&lt;br /&gt;
:Das Ausfugsschiff MS Baltica wird nach dreißig Dienstjahren in Warnemünde außer Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 26. März&lt;br /&gt;
:Lotsenältermann Andreas Krüger wird nach 25 Jahren Arbeit als Seelotse in den Ruhestand verabschiedet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 28. März&lt;br /&gt;
:Die AIDAdiva eröffnet die Kreuzfahrsaison&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 1. April&lt;br /&gt;
:Steffen Herz (58) übernimmt die Leitung der Verkehrszentrale Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12.April&lt;br /&gt;
:Warnemünde hat wieder ein neues Riesenrad. die Schaustellerfamilie Geisler hat auf der Mittelmole mit dem 55 Meter hohen Riesenrad, in dem sich 42 klimatisierte, geschlossene Riesengondeln befinden, damit neben Teepott und Leuchtturm ein weiteres Wahrzeichen hinzugefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 9.Juni&lt;br /&gt;
:-Zu seinem 55ten Geburtstag präsentiert sich das Hotel Neptun mit 55 von dem Künstler Joerg Waerner vergoldeten Balkonen.&lt;br /&gt;
:-Wiederum weht die verliehene Blaue Flagge als Zeichen für geprüfte Wasserqualität sowie für Infrastruktur und Sicherheitsstandards an Warnemündes Stränden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. Juni&lt;br /&gt;
:-Beim ehemaligen Zollhafen wird mit dem ersten Rammschlag das Startzeichen für einen zukünftigen, rund zehn Hektar großen maritimen Gewerbepark gegeben.&lt;br /&gt;
:-Die Neptun-Werft erhält einen Milliardenauftrag über zwei schwimmende Umspannwerke für Offshore-Windparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.-18.Juli&lt;br /&gt;
:Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft richtet erstmals die Internationalen Deutschen Ocean Meisterschaften aus. 270 TRettungssprortlerinnen und Rettungssportler aus 39 Vereinen kämpfen am Hauptstrand von Warnemünde um die ersten deutschen Meistertitel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 18. Juli&lt;br /&gt;
:Nur drei Monate nach der Eröffnung im April muß das &amp;quot;Französische Dorf&amp;quot;, eine Gastro-Einheit im französischen Stil wieder schließen und Abgebaut werden. :Lediglich das Riesenrad &amp;quot;Wheel of Excenllence&amp;quot; bleibt weiterhin im Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 21. Juli&lt;br /&gt;
:Bei einem Badeunfall in der Ostsee ist ein 33-Jähriger ums Leben gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, ab 27.Juli&lt;br /&gt;
:heißt es wieder &amp;quot;Leinen los&amp;quot; und die Reederei Adler-Schiffe startet regelmäßig Fahrten zwischen Kühlungsborn und Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026,2.August&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der vierzigtausendste Besucher zur Tumbesteigung begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 6.-9. August&lt;br /&gt;
:Vier Tage lang stand Warnemünde ganz im Zeichen der Seefahrt. Rund 500.000 Menschen besuchten die 35. Hansesail und erlebten rund 120 historische Schiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Marksteine==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ersterwähnung des Namens in der Kaufurkunde der Rostocker Heide am 25. März 1252===&lt;br /&gt;
In den Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts vorkommende Namensbezeichnungen:&lt;br /&gt;
Warnemunde, Warnemonde, Wernemunde, Wernowemunde, Werneminde, Wernemynne, Warneminne, Varneminde, Verneminde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warnemündes Bedeutung für die Stadt Rostock tritt bereits mit der ersten Urkunde hervor, in der der Ort genannt wird. Am 25. März 1252 verkauft Fürst Borwin III. der Stadt Rostock die heutige Rostocker Heide und verleiht ihr außer anderen Freiheiten auch die Fischereigerechtigkeit auf der gesamten Unterwarnow, von der Petri-Brücke bis &#039;&#039;(zum Hafen!)&#039;&#039; Warnemünde und über den Hafen hinaus bis ins Meer.&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre später, am 12. Oktober 1264 überträgt Fürst Borwin alle seine Rechte &#039;&#039;&#039;über den Hafen zu Warnemünde &#039;&#039;&#039; (!) auf die Stadt. &lt;br /&gt;
*[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit dieser ersten Nennung des Namens Warnemünde am Rande der Rostocker Heide ist &lt;br /&gt;
eindeutig der &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; gemeint.&lt;br /&gt;
:Das erste sicher auf den Fischerort Warnemünde und die dortige fürstliche Vogtei&lt;br /&gt;
:bezogene Datum liegt 16 Jahre später:&lt;br /&gt;
;1268, 17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
:Das bezieht sich dann auf die bereits existierende, bis 1323 noch fürstliche Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
In verschiedenen historischen Quellenwerken wird eine erste Erwähnung Warnemündes im Jahre 1195 in dänischen Dokumenten angeführt.&lt;br /&gt;
Intensive Suchen nach diesen Dokumenten in der jüngeren Vergangenheit blieben aber bislang ergebnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1323 - Die Stadt Rostock kauft das Fischerdorf Warnemünde vom mecklenburgischen Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Urkunde mit Siegel für Warnemünde (Quelle- Barnewitz).jpg |450px|rechts|thumb| Warnemünde Kaufvertrag vom 11. März 1323 (Quelle: Barnewitz)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vor 1314 kaufte die Stadt Rostock das Dorf Barnstorf als ersten größeren Landerwerb, &lt;br /&gt;
:1323 kam als nächstes das Fischerdorf Warnemünde hinzu, das die Stadt vom Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen käuflich erwarb.&lt;br /&gt;
:Der Landesfürst hatte durch vorangegangene Kriege einen hohen Schuldenberg angehäuft und brauchte dringend Geld.&lt;br /&gt;
:So bescheinigte er den Rostockern am 11. März des genannten Jahres:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wir haben jenseits des Warnowflusses den ... Ratsherren und Gemeinde das Dorf Warnemünde mit Grund und Boden, jedem hohen und niederen Gericht - ausgenommen das Patronatsrecht für uns und unsere Erben - bis an die Grenzen des Dorfes Diedrichshagen, so weit es in der Länge und der Breite nach erstreckt, übertragen und überlassen es den Gegenwärtigen zu dauerndem Besitz, dergestalt, das sie in den oben bezeichneten Grenzen sich des vollen lübischen Rechtes erfreuen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wieviel die Rostocker für Warnemünde zahlten wissen wir nicht.&lt;br /&gt;
:Der Stadt aber mußte daran gelegen sein, den Ort in ihre Hände zu bekommen.&lt;br /&gt;
: (Hans Bernitt 1956)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urkunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warnowmündung, &amp;quot;Alter Strom&amp;quot;, &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot;, neuer &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot; - Wasserverbindungen über die Jahrhunderte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Karte zu 1323 (bearbeitet).jpg|Karte der östlichen Grenzziehung zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide nach den Verträgen von 1252 und 1323&lt;br /&gt;
Datei:RH Markgrafenheide Taterhörn Schmettau ost west.jpg|RH östlichster Punkt von Warnemünde und westlichster Punkt der Rostocker Heide bis 1922 Grafik: Willi Kolp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Alte Strom 1902===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In seinem Ursprung ist der Alte Strom einer von mehreren Warnow-Ausflüssen, ursprünglich als seichtes Rinnsal, das sich durch den Boden einer harten, Stein durchsetzten [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide#+_Die_Eisrandlage_Nr.8 Mergelbank] seinen Weg zur Ostsee bahnte. In der Anfangszeit Warnemündes nur für kleine Boote passierbar.&lt;br /&gt;
:Eine alte Überlieferung berichtet:&lt;br /&gt;
:Nahe der heutigen Vogtei wohnte ein Mensch, der Leute gegen Bezahlung auf seinem Rücken über den Strom trug. Eine Darstellung dieses Mannes ist in der Warnemünder Kirche zu besichtigen.&lt;br /&gt;
:Die Durchfahrt für größere Schiffe erfolgte etwa zwei Kilometer östlich vom Alten Strom, durch das Alte Tief.&lt;br /&gt;
:Bis 1487 genügte das Alte Tief den Ansprüchen der damaligen Seefahrt.&lt;br /&gt;
:Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts, unter großem baulichem Aufwand der Vertiefung des Wasserlaufes, um den Alten Strom schiffbar zu machen. &lt;br /&gt;
:In der Folge dieser Maßnahme begann der Prozess, den Fischerort Warnemünde und den Warnemünder Hafen der Stadt Rostock an einem Ort zu vereinen.&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Seekanals zu Beginn des 20.Jahrhunderts verlor schließlich der Alte Strom seine Bedeutung als Hafenzufahrt für den Rostocker Hafen.&lt;br /&gt;
:Fischerboote, Warnemünder Jollen, Fahrgastschiffe und Sportboote prägen seither das Bild des Stroms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hohe Düne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Hohe Düne&amp;quot; trennt den Breitling von der Ostsee.&lt;br /&gt;
:Sie ist eine ca. 400 m breite und etwa 3000 m lange Nehrung.&lt;br /&gt;
:Der Breitling ist eine Flußerweiterung der Warnow in ihrem Mündungsgebiet geändert, so daß dieses Gebiet ein flacher und sumpfiger Landstrich war.&lt;br /&gt;
:In Strandnähe gab es aber hohe Sanddünen.&lt;br /&gt;
:Die Entwicklung der Hohen Düne ist eng verbunden mit dem Seekanal, einem 1903 fertiggestellten Durchstich durch den Westteil der Hohen Düne, dem der 1304 &lt;br /&gt;
:bei einer Sturmflut verschüttete Hauptmündungsarm  und zwei weiter östlich gelegene, nicht mehr vorhandene, Durchstichtiefs voran gingen.&lt;br /&gt;
:Der Seekanal ermöglichte großen Seeschiffen die Zufahrt großer Seeschiffe in den Hafen Rostock und den Hafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Der etwa 60m breite Seekanal wurde durch Ausbaggern  eines Teils der Hohen Düne geschaffen. Er wurde durch den Bau einer neuen Ostmole begrenzt.&lt;br /&gt;
:Die Uferzone  östlich der neuen Mole und Hohe Düne  wurde zum Teil aufgespült, ebenso wie auch das Gelände des späteren Arado-Flugzeugwerkes.&lt;br /&gt;
:Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet noch als Warnemünde-Ost bzw. als Warnemünder Wiesen bezeichnet.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vörreeg und Achterreeg - Das alte Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Isenbart Karte 1719.jpg|thumb|600px|rechts|Die &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; und &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; in der  Warnemünde Isenbarth-Karte 1719]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch vor zwei Jahrhunderten bestand das Fischerdorf Warnemünde nur aus zwei unregelmäßig angelegten, der Windung des seichten Stromes folgenden Häuserreihen. &lt;br /&gt;
:Im Volksmund wird von Alters her die unmittelbar am alten Strom gelegene Reihe als &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; (&amp;quot;Vorderreihe&amp;quot;) und die parallel dahinter gelegene &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; (Hinterreihe&amp;quot;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Das alte Warnemünder Haus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Kulturgeschichtliches aus Warnemünde - Zum Warnemünder Hausbau&amp;quot; BRG 1915]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder und sein Haus]] Karl Baumgarten In: Natur und Heimat, Bd. 1 (1952), 1, S.19-20&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Lau &amp;quot;Das Warnemünder Haus - eine Volksbauweise in Mecklenburg&amp;quot; Auszug aus &amp;quot;Denkmale der Technikgeschichte in Mecklenburg und Vorpommern, Verlag Redieck und Schade 1997]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Heimatmuseum Warnemünde====&lt;br /&gt;
[[Datei:Heimatmuseum 1933.jpg|thumb|300px|rechts|Eröffnung des Heimatmuseums am 1. Juli 1933]]&lt;br /&gt;
:Um 1900 wurde eine zusammen getragene Sammlung provisorisch in einem kleinen Raum am Georginenplatz gezeigt.&lt;br /&gt;
:Danach befand sich die Ausstellung im Schulhais in der FritzReuter-Strasse.&lt;br /&gt;
:In der Alexandrinenstraße 31 befindet sich seit 1933 das Heimatmuseum Warnemünde. Das Museum ist in einem typischen Warnemünder Haus untergebracht. &lt;br /&gt;
:Man geht davon aus, dass es sich bei der Urform des Warnemünder Fischerhauses um ein abseitenloses Niedersachsenhaus handelt. &lt;br /&gt;
:Da Baugrund im Ort rar war, bekamen Haus und Grundstück ein selbständiges Gepräge. Die Grundstücke waren in der Regel 26 bis 28 Fuß breit (ca. 7,50 m). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Warnemünder Haus bestand ursprünglich aus einem Raum mit offener Herdstelle, in dem später eine &amp;quot;Vörstuw&amp;quot;, eine &amp;quot;Koek&amp;quot; und eine &amp;quot;Achterstuw&amp;quot; neben einer seitlichen Diele eingefügt wurden. &lt;br /&gt;
:Zur Erweiterung des Hauses entstanden hinten schmale Anbauten als Unterkunft für die Eltern (Altenteil) sowie einiges Vieh (häufig eine Kuh).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzte Besitzerin des Hauses in der Alexandrinenstraße 31 war Fräulein Christine Jungmann. Da sie unverheiratet und ohne Erben war, verkaufte sie das Haus an die Stadt Rostock zum Zweck der Einrichtung des Heimatmuseums. Den Anstoß zur Einrichtung eines Museums hatte es bereits 1914 gegeben. Auf einer Sitzung des Plattdeutschen Vereins für Warnemünde und Umgebung am 12. Februar wurde beschlossen: &amp;quot;Der Verein möge die Sammlung aller geschichtlich und kulturgeschichtlich wichtigen Sachen betreiben. Es ist hohe Zeit, daß man jetzt damit anfängt. Von Händlern wird ungemein viel weggeschleppt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem Sammlungsaufruf folgten zahlreiche Warnemünder. Innerhalb kürzester Zeit kamen hunderte von Objekten zusammen. Erster Bewahrer der Sammlung wurde Adolph Ahrens, Lehrer und Direktor an der Fritz-Reuter-Schule. Ihm war es auch zu verdanken, dass die Sammlung von Anfang an der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Auf dem Boden der Fritz-Reuter-Schule dienten ab 1915 ein Zimmer und ein kleiner Vorraum als Museum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den aktivsten Förderern des Museums zählten außerdem Friedrich Barnewitz, Ernst Strübing, Johannes Gosselck und der Fischer Heinrich Holtfreter. Wissenschaftliche Unterstützung erhielten die Warnemünder Museumsgründer auch vom mecklenburgischen Volkskundler Richard Wossidlo.&lt;br /&gt;
* [[Zur Gründung des Heimatmuseums Warnemünde (Ausschnitt aus Mecklenburg - Zeitschrift des HeimatbundesJ.28 Heft 1 1933]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Vogtei====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:Vogtei Warnemuende Gemaelde Johannes Werner.JPG|thumb|450px|rechts|Die Vogtei auf einem Gemälde von Johannes Werner (1914)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Das Gebäude der Vogtei]]&lt;br /&gt;
:Die Vogtei markiert den historischen Ortsmittelpunkt von Warnemünde, am alten Strom.&lt;br /&gt;
:Sie ist das älteste erhaltene Gebäude von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Das Haus wurde 1605 auf den Grundmauern eines Vorgängergebäudes erbaut, dessen Funktion bis heute nicht endgültig geklärt ist. &lt;br /&gt;
:So gibt es Thesen von einer mittelalterlichen fürstlichen Vogtei (Erstnachweis 1268), sowie folgend auch einer königlich dänischen Residenz unter Dänenkönig Erik Menved zwischen 1304 und 1319.&lt;br /&gt;
[https://danmarkshistorien.lex.dk/Erik_Menved,_1274-1319 Erik Menved im Lexikon der Geschichte Dänemarks]&lt;br /&gt;
:Seit dem Erwerb Warnemündes 1323 durch die Hansestadt Rostock steht der Ort unter hansestädtischer Verwaltung und Rechtsaufsicht eines städtischen Vogtes, der die Weisungen und Verordnungen der Stadt am Ort durchzusetzen hatte.&lt;br /&gt;
:Ab 1472 ist das Gebäude als Dienstwohnsitz der Rostocker Vögte (warscheinlich 35 auf einander folgende Vögte) nachweisbar.&lt;br /&gt;
:Das zweistöckige Gebäude war über mehrere Jahrhunderte hinweg das einzige Gebäude inmitten der &amp;quot;Vörreeg&amp;quot;, das mit der Traufseite zur Straße steht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Aufgaben des Vogtes (Stand 22.4.1906):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- wichtigste Aufgabe: Ortspolizeibehörde&lt;br /&gt;
:- bevollmächtigt, Steuern und Abgaben zu erheben und ggf. einzutreiben&lt;br /&gt;
:- Vollstreckung der von ihm verhängten Strafen bei Zuwiderhandlungen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Armenkollegiums&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Gemeindewaisenrates und des Schulvorstandes&lt;br /&gt;
:- Beteiligung an der Badeverwaltung &lt;br /&gt;
:- Schätzungs- und Einzugshoheit für Grundsteuern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weitere in der Vogtei angesiedelte Aufgaben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Gästehaus für die Hansestadt Rostock, aber auch offene Herberge und Gasthaus (daher auch 1832 Anbau eines Küchenhauses)&lt;br /&gt;
:- ab 11.3.1606 Verkaufsmonopol für den Verkauf von Rheinwein, Meth, Aquavit und anderen hochprozentigen alkoholischen Getränken&lt;br /&gt;
:- ab zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Sitz der Badeverwaltung.&lt;br /&gt;
:- 1888 erfolgte die letzte Einsetzung eines Vogtes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marksteine in der Geschichte der Vogtei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675, Februar stand das Wasser im Gebäude 3 Fuß hoch, so daß man &amp;quot;die höchste Treppe vor der Stube erreichet, mit Böten durch die Zimmer fahren konnte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1665 vertrieben die Schweden die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675 Als der Kurfürst von Brandenburg in Warnemünde einzog richteten die Schweden ein Geschütz auf die Vogtei. Die Salve schlug in das Gebäude ein und tötete den Adjutanten des Kurfürsten. Unmittelbar darauf eroberten die Brandenburger die Schwedenschanze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1996 Bei Beginn der Restaurierung des Gebäudes wurden alte Malereien entdeckt, deren älteste auf ein Alter von rund 600 Jahren datiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1999, 26.März, nach fünfjährigem Leerstand und Rekonstruktion öffnet das Haus des Gastes in der Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Warnemünder Drehbrücke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bis 1903 mußte der Alte Strom noch mit Fischerbooten überquert werden.&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Hafenumbauten 1900 bis 1903 änderte sich dann einiges.&lt;br /&gt;
:Der neue Bahnhof und die 1903 eröffnete Eisenbahnfährverbindung machten den Bau einer festen Verbindung beider Ufer notwendig.&lt;br /&gt;
:In Höhe der Vogtei wurde 1903 die Drehbrücke fertggestellt, deren Brückenkonstruktion die von der Firma Ostermann aus Meppen geliefert worden war.&lt;br /&gt;
:Um den Verkehr über die Brücke zu regeln, gelangte eine Brückenordnung zur Anwendung, in der unter Anderem folgendes verankert war.&lt;br /&gt;
;1. Über die Brücke darf nur im Schritt gefahren oder geritten werden.&lt;br /&gt;
;2. Fußgänger haben sich auf der Brücke stets rechts zu halten.&lt;br /&gt;
;3. Solange die Zugänge zu der Brücke durch Ketten geschlossen sind, darf diese nicht betreten werden.&lt;br /&gt;
;Bei Zuwiderhandlung werden Geld- und Haftstafen verhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schiffsführer, die mit ihren Schiffen die Brücke passieren wollen, mußten dem Lotsenkommandeur Angaben zum Schiff machen und dieser bestimmte dann Zeit und Art des Durchfahrens.&lt;br /&gt;
:Natürlich war auch eine Gebühr für das Öffnen der Drehbrücke fällig.&lt;br /&gt;
:Während der Nachtzeit und an Sonn- und Feiertagen wurde die Brücke nicht geöffnet.&lt;br /&gt;
:Bis in die 1930er Jahre war der Drehmechanismus der Brücke noch täglich im Betrieb.&lt;br /&gt;
:Besonders in den Sommermonaten war und ist die Drehbrücke beliebter Treffpunkt der Warnemünder, die ein Zimmer vermieten wollten oder mit ihren Handwagen nach ihren anreisenden Gästen Ausschau hielten.&lt;br /&gt;
:Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sogar der Transitverkehr nach Dänemark über die Brücke geleitet.&lt;br /&gt;
:1982 erfolgte eine Reparatur und Rekonstruktion des inzwischen technischen Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur-Warnemünder sind besondere Menschen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünder Paar.jpg|thumb|350px|rechts|Warnemünder Paar]]&lt;br /&gt;
====Die Rostocker beschneiden die Rechte der Warnemünder====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Die mittelalterlichen Zünfte Rostocks rechneten zu ihren Vorrechten, daß im Bannkreis ihrer Stadt weder Handwerk noch Handel betrieben werden durfte. Sie suchten die dadurch gewonnene Monopolstellung unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Zum Bannkreis Rostocks zählte auch der Hafenort Warnemünde sowie die städtischen Dörfer in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:Als im hanseatischen Rostock die Schiffahrt blühte, fanden auch Warnemünder Einwohner darin ihren Verdienst. Sie besaßen in der Hauptsache kleine Boote, doch führten sie in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts bereits Fahrten nach Schweden durch . Das läßt schon auf größere Ausmaße der Schiffe schließen. Um die Mitte des Jahrhunderts wird von Schiffern berichtet, die in Warnemünde ansässig und aus der dortigen Bevölkerung hervorgegangen waren. Ihre Zahl vermehrte sich schnell. Damals war in den Seefahrt treibenden Kreisen des Hafenortes ein gewisser Wohlstand anzutreffen, was aus dem reichen Besitz der Warnemünder Kirche an Silbergerät und Bargeld ersichtlich ist.&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Handel war damals im Absinken begriffen. Bis dahin hatten die Rostocker Kaufleute und Schiffer wenig gegen die Entwicklung Warnemündes einzuwenden. Bei den geringeren Verdienstmöglichkeiten wurde das anders. Man sah in der Warnemünder Schiffahrt nunmehr eine Konkurrenz, die manbeseitigen wollte. Die Möglichkeit dazu war gegeben; denn der Rostocker, von den Besitzbürgern gebildete Rat herrschte auch über Warnemünde. Die Einwohner des Hafenortes konnten wohl das Rostocker Bürgerrecht erwerben, waren abere ohne Mitbestimmungsrecht.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1565&#039;&#039;&#039; vereinigten sich in Rostock die beiden Kompanien der Schonen- und Bergenfahrer, deren Bedeutung stark gefallen war, zur Schiffergesellschaft. Die neue Berufsorganisation strebte sofort danach, die Schiffahrt und den Handel der Warnemünder zu unterbinden. Ihre dahin gehenden Wünsche wurden in einem Statutenentwurf festgelggt und damit begründet, daß Warnemünde lediglich ein Fischerlager darstelle. Bald darauf reichte die Schiffergesellschaft beim Rostocker Rat eine Klage gegen die Warnemünder Einwohner ein, daß sie den Rostocker Schiffern ihre Nahrung entziehen. Obgleich die Warnemünder auf ihr Gewohnheitsrecht hinweisen konnten, daß sie schon seit langem ungehindert ausgeübt hatten, bestimmte das Urteil des Rates vom &#039;&#039;&#039;14. April 1567&#039;&#039;&#039;, daß sie für Seefahrtzwecke nur kleine Boote mit Dollbord benutzen durften. Jegliche Schiffahrt mit Schuten oder &amp;quot;verbauten&amp;quot; Booten sollte ihnen untersagt, jedoch auf den Kleinschiffen die Verfrachtung von Kaufmannsgütern gestattet sein.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1574&#039;&#039;&#039; reichten die Rostocker Schiffer zwei weitere Beschwerdeschriften gegen die Warnemünder ein. Am &#039;&#039;&#039;20. Februar 1577&#039;&#039;&#039; beschränkte der Rat die Anzahl der für Warnemünde zugelassenen Schiffer. Außer 33 namentlich genannten, die bis dahin schon als Schiffer tätig gewesen waren, sollte sich niemand &amp;quot;Schuten edder böthe mehr tholegen, kopen edder buwen, ane der ersamenweddeherrn ... vorweten und willen&amp;quot;. Den Zugelassenen wurden noch besondere Bedingungen auferlegt: sie sollten jederzeit im Hafen drei Boote segelfertig halten, &amp;quot;damit frombde lüde mögen awergeföret&amp;quot;, d.h. nach Dänemark gebracht werden könnten. Weiter sollten sie Knechte halten, die in ihrer Abwesenheit zu fischen und den Rostockern Fische auf den Markt zu liefern hatten. Eine Besetzung frei werdender Schifferstellen sollte nur mit Genehmigung der Gewettsherren erfolgen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Warnemünder durften nicht Kapitän, Reeder oder Schiffseigner sein====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;20. November 1581&#039;&#039;&#039; unternahmen die Rostocker Schiffer einen neuen Vorstoß. Sie forderten in einer Eingabe, daß in Warnemünde weder Seefahrt noch Handel getrieben werden dürfe; wer sich weiterhin samit befassen wolle, müsse nach Rostock ziehen. Das 100-Männer-Kollegium trat am &#039;&#039;&#039;6. März 1584&#039;&#039;&#039; dem Verlangen bei. Es erklärte sogar, als der Rat mit seiner Entscheidung zögerte, im &#039;&#039;&#039;Januar 1585&#039;&#039;&#039;, keine Steuern bewilligen zu wollen. Die Rostocker Schiffer wandten sich außerdem am &#039;&#039;&#039;2. März 1585&#039;&#039;&#039; an Herzog Ulrich, der sich auf ihre Seite stellte. Nun erließ der Rat am &#039;&#039;&#039;15. März&#039;&#039;&#039; ein völliges Schiffahrtsverbot für die Warnemünder Einwohner. Sie sollten bei einer Strafe von 40 Talern innerhalb von 14 Tagen ihre sämtlichen Schuten und Boote verkaufen.&lt;br /&gt;
:Zur Ausführung des Entscheids kam es vorerst noch nicht. Die Warnemünder gingen an das Land- und Hofgericht in Güstrow, jedoch ohne Erfolg. Es bestätigte das Verbot des Rates. Dann wandten sie sich am &#039;&#039;&#039;18. Oktober 1586&#039;&#039;&#039; an das Reichskammergericht in Speyer. dort blieb der Fall lange liegen. Die Zahl der konzessionierten Warnemünder Schiffer war bis &#039;&#039;&#039;1590&#039;&#039;&#039; auf 20 zurückgegangen. Da beschloß der Rat, jeden, der sich außer ihnen mit der Führung eines Schiffes befasse, mit 50 Talern Strafe zu belegen.&lt;br /&gt;
:Er mußte im Jahre &#039;&#039;&#039;1597&#039;&#039;&#039; jedoch feststellen, daß trotz seiner Einschränkungsbestimmungen die Anzahl der Schiffer in Warnemünde auf 54 gestiegen war. Darauf ordnete er am &#039;&#039;&#039;25. Februar&#039;&#039;&#039; an, daß neue Schiffe nur mit seiner Genehmigung gebaut werden dürften. Die Erlaubnis der Weddeherren genügte nicht mehr. Die ledigen Schiffer sollten nach Rostock ziehen und die verbleibenden alten sich nicht mehr mit Warenhandel abgeben. Da der Rat aber den Warnemünder Schiffern nicht traute, so ließ er jeden von ihnen in jedem Jahre erklären und mit einem Eide bekräftigen, daß er nicht den ihm verbotenen Warenhandel betrieben habe.&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;31. Dezember 1604&#039;&#039;&#039; schränkte der Rat die Schiffahrt der zugelassenen Warnemünder nochmals ein. Sie durften fortan nur ein einziges Boot besitzen, nicht mehr als 30 Last laden und nicht über den Sund hinaus fahren. Die jungen Schiffer sollten nach Rostock ziehen. Da der Prozeß vor dem Reichskammergericht nicht aus der Stelle kam und nur Kosten verursachte, auch wenig Aussicht auf einen guten Ausgang vorhanden war, so nahmen schließlich am &#039;&#039;&#039;1. Februar 1606&#039;&#039;&#039; die Warnemündere ihre Klage zurück, zwanzig Jahre nachdem sie sie eingereicht hatten. Sie erklärten, sich dem Willen des Rates zu fügen, das heißt, in die Stadt zu ziehen. Der größte Teil der Schiffer zog nun aus Warnemünde fort. Einige blieben. Im &#039;&#039;&#039;Juli 1622&#039;&#039;&#039; erhielten auf ihre Bitte endlich 5 Schiffer die jederzeit  widerrufliche Genehmigung, in Warnemünde wohnen und Schiffahrt treiben zu dürfen.&lt;br /&gt;
:Die Wirkung der einschneidenden Handels- und Schiffahrtsbeschränkung machte sich bald in Warnemünde bemerkbar. Das Steuerregister von &#039;&#039;&#039;1623&#039;&#039;&#039; berichtet in dem kleinen Ort von 12 wüsten Hausstellen. Die ehemaligen Besitzer waren fortgezogen.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder versuchten im Laufe der Zeit immer wieder, das Verbot des Rates zu umgehen. Während des Siebenjährigen Krieges beschwerten sich Rostocker Bürger, daß in Warnemünde schon wieder Warenhandel bettrieben worden sei. Daraufhin untersagte der Rat am &#039;&#039;&#039;27. April 1764&#039;&#039;&#039; den Warnemündern nochmals jegliche Schiffahrt. Der Vogt wurde angewiesen dort keinerlei Handel zuzulassen. Im Jahre &#039;&#039;&#039;1768&#039;&#039;&#039; wurde das Verbot erneuert und den Einwohnern strengstens befohlen, den Ankauf und die Verladung von Backobst, Wolle, Flachs und anderen ländlichen Erzeugnissen hionfort zu unterlassen. Aber schon &#039;&#039;&#039;1777&#039;&#039;&#039; gab es wieder ein paar Schiffer in Warnemünde. Die Schiffergesellschaft ruhte indessen nicht und erreichte, daß der Rat in seiner Verordnung vom &#039;&#039;&#039;26. Oktober 1785&#039;&#039;&#039; ihnen die Ausübung ihres Gewerbes in Warnemünde unmöglich machte. Wiederum wurde verfügt, daß die Warnemünder Bevölkerung nur fischen, auf fremden Schiffen als Matrosen fahren und Lotsendienste verrichten durfte. Auf eigenen Schiffen zu fahren blieb ihnen verboten. Im folgenden Jahre unterband der Rat den Warnemündern auch den Frachtverkehr auf der Unterwarnow zwischen Warnemünde und Rostock. Wiederum gab es Abwanderung aus dem Hafenort, zum Teil sogar nach dem Fischland, während andere Einwohner dem Rat ein Schnippchen schlugen, indem sie das Ribnitzer Bürgerrecht erwarben, aber in Warnemünde wohnen blieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Diebereien der Warnemünder====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Das Rostocker Gewett, städtische Behörde für Hafen und Schiffahrt, Handel und Gewerbe, hatte auch den Hafenort Warnemünde zu verwalten und als Niedergericht die in Warnemünde auftretenden Streitfälle zu verhandeln. Deshalb hielt es regelmäßige Gerichtstage in Warnemünde ab.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlichsten Vergehen, die zur Verhandlung standen, waren unzweifelhaft Eigentumsdelikte. Es wurden Steine und Holz von den sogenannten Stein- und Moddekisten, die zur Uferbefestigung und zum Schutz gegen Versandung des Fahrwassers aufgestellt wurden, entwendet. Holz stahl man natürlich auch in der nahen Heide. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1772&#039;&#039;&#039; ist ein Palisadenwerk von der Schanze bis zu den Steinkisten erwähnt, von dem die Warnemünder ständig Holz stahlen. &lt;br /&gt;
:Zahlreich sind auch Fälle von Diebereien am Strand. Daneben fallen noch Klagen wegen rückständiger Zahlungen auf, zum Beispiel durch den Pastor, und auch die Hebamme klagte gegen zahlungssäumige Wöchnerinnen.&lt;br /&gt;
:Diese Prozesse bestätigen aber nicht die Warnemünder als &amp;quot;Langfinger&amp;quot;. Hinter ihnen verbirgt sich die große Armut der Menschen. Was sollten sie auch machen, gab es doch so weit das Auge reichte nur Sand und Seewasser. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1847&#039;&#039;&#039; bat zum Beispiel der Warnemünder Vogt Meyer um Lieferung von verbilligtem Roggen für die in äußerste Not geratene Warnemünder Bevölkerung. In diesem Jahr hatte weder Feuer, noch Wasser, noch Militär, die Menschen heimgesucht. Es war also für die Warnemünder ein ganz normales Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Regelmäßige Böhnhasenjagden der Rostocker Zünfte in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Weiter durften in Warnemünde weder Schlachter, noch Müller oder Bäcker wohnen. &lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zwischen den Rostocker Stadtbehörden und den Warnemündern blieb gespannt. Immer wieder suchte man sich über die auferlegten Beschränkungen hinwegzusetzen.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Zünfte übernahmen mit Vorliebe in Warnemünde die Verfolgung heimlich arbeitender Handwerker. Es kam oft zu sogenannten Böhnhasenjagden (auf illegale Handwerker, die nicht Zunft-Mitglied waren). &lt;br /&gt;
:Noch als Warnemünde Badeort wurde, sträubten sich die Rostocker Zünfte, dort Handwerker zuzulassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rat bezeichnete im Jahre &#039;&#039;&#039;1854&#039;&#039;&#039; den Hafenort Warnemünde als &amp;quot;eine zum Vorteile der Stadt Rostock, weil dieser untertänige, in Unterordnung gehaltene Kommüne&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Erst &#039;&#039;&#039;1861&#039;&#039;&#039; wurde das Schiffahrtsverbot aufgehoben. &lt;br /&gt;
:Bis ein Bäcker in Warnemünde sein Handwerk ausüben durfte, wurde es &#039;&#039;&#039;1865&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Und &#039;&#039;&#039;1866&#039;&#039;&#039; ließen die Rostocker Handwerksämter endlich zu, daß dort eine Mühle erbaut werden konnte und erstmalig ein Schlachter seinen Betrieb eröffnen durfte. &lt;br /&gt;
:Durch das &#039;&#039;&#039;Notgewerbegesetz des Norddeutschen Bundes&#039;&#039;&#039;  von &#039;&#039;&#039;1867&#039;&#039;&#039; fielen dann die letzten Beschränkungen für Warnemünde. Damit war die jahrhundertelange Unterdrückung der Bevölkerung des Hafenortes beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erst mit der Reichseinigung 1871 fielen die Beschränkungen denen die Warnemünder unterlagen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie hatte dazu geführt, daß die Warnemünder auf manchen  Verdienst der möglich gewesen wäre, verzichten mußten, daß sie in manchen Dingen geradezu ausgebeutet wurden und zu Einkaufen in Rostock weite und nicht immer gefahrlose Fahrten zu unternehmen gezwungen waren. Die Kehrseite war, daß sich in den Warnemünder Familien eine vielseitige Handgeschicklichkeit entwickelte. Gerade weil manche Dinge des täglichen Gebrauchs am Orte nicht zu haben waren, fertigte man sie selbst an. Der Haß gegen die Rostocker machte sich noch lange bemerkbar. Er kam auch in der vielgebrauchten Redensart zum Ausdruck: &amp;quot;Schmiet´n Diewel in´n Strom! un lat´n driwen, is´n Rostocker!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schweden, Franzosen,Engländer und Russen - Warnemünde in Kriegszeiten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Schwedenschanze und der schwedische Zoll===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Warnemünder Zoll&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch den Vertrag vom 29.11.1632 zwischen Gustav Adolf und den mecklenburischen Herzögen Adolf Friedrich I. und Johann Albrecht II. nahm dieser Zoll seinen Anfang. Warnemünde wurde an die Schweden abgetreten und ihnen zugleich das Recht eingeräumt, hier von aus- und eingehenden Fahrzeugen eine Abgabe zu erheben, von der den Herzögen 1 Prozent als Lizentquote zugesichert wurde. Mit dem Prager Frieden, dem sich auch die mecklenburgischen Herzöge angeschlossen hatten, trat eine Wendung ein, indem die Schweden nun Mecklenburg als Feindesgebiet behandelten, und das Land für einige Jahre Tummelplatz der feindlichen Armeen wurde. Im Jahre 1638 kam es zum Kampf um die Warnemünder Schanze, und die Schweden sahen sich genötigt, diese Befestigung den Kaiserlichen zu überlassen. Bald aber wandte sich das Blatt. Die Kaiserlichen mussten Mecklenburg räumen, und der Kommandant von Warnemünde verließ heimlich auf einem dänischen Schiff die Schanze, nachdem er sie den Rostockern übergeben hatte.  Diese versuchten nun das Schanzwerk zu zerstören, wurden aber daran von den Schweden gehindert, die es von neuem eroberten und befestigten und darauf fortfuhren, den Zoll zu erheben. Dieser Zustand hat dann bis zum Westfälischen Frieden und darüber hinaus bestanden, denn alle Versuche der Herzöge und der Rostocker, während der Friedensverhandlungen eine klare Bestimmung hierüber in die Friedensartikel hineinzubringen, waren vergeblich. So ist es dahin gekommen, dass noch bis ins 18 Jahrhundert hinein dieser Zoll erhoben werden konnte zum Schaden für Rostocker Handel und Schifffahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der schwedische Zoll in Warnemünde in den Jahren 1632-1654&amp;quot; Alexander Pries 1914]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.google.de/books/edition/Motiven_warumb_die_Cron_Schweden_den_War/w79YAAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=zoll+warnem%C3%BCnde&amp;amp;printsec=frontcover Warum die Cron Schweden...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während der Franzosenzeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1809 - Schillsche Truppen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Im Stadtarchiv der Hansestadt findet sich ein umfangreiches Aktenstück aus der Franzosenzeit, also der Besetzung durch napoleonische Truppen zwischen 1806 und 1813. &lt;br /&gt;
:In diesem Dokumentenbestand ist auch der vom 29. Mai 1809 datierte ausführliche Bericht des Warnemünder Vogtes Lange enthalten. &lt;br /&gt;
:Er berichtet was sich am Rande des in der deutschen Geschichtsschreibung oft heroisch geschilderten Kriegszuge Ferdinand von Schills mit seinem Bataillon Husaren rund um den alten Strom zutrug: &lt;br /&gt;
:„Dienstag d. 23. (Mai) gegen Mittag sprengten 4 Husaren vom von Schillschen Corps hinten an die Voigtey und fragten nach dem commandirenden Officier in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Es trat der Herr Lieutenant v. Horn heraus, welcher sogleich befragt ward, ob er diesen Platz dem Schillschen Corps übergeben wolle ?“ &lt;br /&gt;
:Der antwortete: „Der Platz sey allenthalben offen, und könne er denselben mit seinen Invaliden nicht verteidigen.“ &lt;br /&gt;
:Daraufhin wies man den 4 Husaren Quartiere bei Warnemünder Bürgern an. &lt;br /&gt;
:Deren Pferde bezogen den Stall beim Bürger Grimm. Am darauf folgenden Mittag erschienen weitere 14 Mann unter dem Kommando eines Sergeanten, der erklärte, das er nun Besitz von Warnemünde nehme. &lt;br /&gt;
:Leutnant von Horn entgegnete darauf, das er Befehl habe nicht von seinem Posten zu weichen. &lt;br /&gt;
:Der Sergeant erwiderte, dass er durchaus an seiner Seite weiter auf seinem Platz bleiben könne. &lt;br /&gt;
:Vor dem Einmarsch der Husaren hatte der Leutnant Schildwachen vor allen in Warnemünde liegenden Schiffen postiert. &lt;br /&gt;
:Um einer Entwaffnung zuvor zu kommen ließ er bei ihnen nun heimlich alle Patronen einsammeln und so die Gewehre unbrauchbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Aber die Maßnahme half nichts. Die Husaren entwaffneten die Rostocker Wachen trotzdem. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tag traf Graf von Moltke, ein Schillscher Stabsoffizier mit weiteren 14 Mann, teils Kavallerie, teils Infanterie hier ein. &lt;br /&gt;
:Auch für sie musste nun ein Quartier gefunden werden. &lt;br /&gt;
:Der veranlasste nun, das drei requirierte Kutter-Boote in die See vor die Hafeneinfahrt gelegt wurden. &lt;br /&gt;
:Fortan war auch den Fischern das Auslaufen verboten. &lt;br /&gt;
:Ein Schillscher Bataillonsschreiber brachte schließlich aus Rostock an von Moltke die Order alle hier liegenden Schiffe zu begutachten und festzulegen.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Tage belief sich die Zahl der so erlangten Schiffe auf 22. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den hiesigen Lotsenkommandeur Weisung, bei Strafandrohung von 50 Hieben, dass er die Räumung der Wasserfahrzeuge zu organisieren habe. &lt;br /&gt;
:Anschließend sollen sodann auf drei der Schiffe Pferdeställe eingebaut werden. &lt;br /&gt;
:Bald darauf rückt von Rostock der Schillsche Leutnant  von Hagen mit 12 Mann an, um nun mit Verspätung den Leutnant von Horn doch noch zu arretieren. &lt;br /&gt;
:Auch müssen die Rostocker Wachsoldaten jetzt den letzten Rest an Ausrüstung und Uniform abliefern. &lt;br /&gt;
:Der Lotsenkommandeur schien außerstande, den Einbau der Pferdeställe in die Schiffe zu organisieren. &lt;br /&gt;
:So sandte man kurzerhand ein Boot in den Breitling. Hier arbeitete gerade eine Reihe von Zimmerleuten an den Steinkisten der Molenbauwerke. &lt;br /&gt;
:Unter Androhung, sie im Wiedersetzungsfalle umgehend zu erschießen zwang man sie nun auf die Schiffe zwecks Einbau der Pferdeställe. &lt;br /&gt;
:Es mangelte jedoch an Material. Polier Stark musste nun angeben was gebraucht wurde. &lt;br /&gt;
:Das erforderliche Holz brachte man in Warnemünde bald zusammen, aber es mangelte an Nägeln. &lt;br /&gt;
:Zwischenzeitlich setzte aus Rostock ein Strom an Waffen, Proviant und Husaren aus Rostock ein. &lt;br /&gt;
:Allein acht Wagen mit Gewehren, Piken und Munition waren in Rostock requiriert worden. Deren Verladungen scheiterten an dem fehlenden Umbau der Schiffe. Der Umbau wiederum an den noch nicht aus Rostock eingetroffenen Nägeln. &lt;br /&gt;
:Als schließlich Schills Adjudant von Baersch in Warnemünde eintraf um die Einschiffung von Truppen auf den requirierten Schiffen  zu kommandieren, sprach der ein Machtwort und ließ jede verfügbare Hand dazu kommandieren, aus Umzäunungen, Steganlagen und Gebäuden alle sichtbaren Nägel herauszuziehen und für die Stallanlagen auf den Schiffen zu gewinnen. &lt;br /&gt;
:Es kam auch eine ansehnliche Menge zusammen, allein die Zimmerleute erklärten sie alle für unbrauchbar. &lt;br /&gt;
:So wurde schließlich ein Kavallerist nach Groß Klein gesandt, um dort von einem Schmied  ausreichend Nägel zu holen. Zwischenzeitlich beklagten sich die Schiffseigentümer bei Baersch, wer ihnen den Verlust der Schiffe ersetze? &lt;br /&gt;
:Baersch sicherte zu, das Schill ihnen alles ersetze. &lt;br /&gt;
:Nach einem Tag trafen schließlich auch die Nägel ein und die Arbeit an den Pferdeställen begann. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den Vogt Lange die Weisung alle in den Warnemünder Häusern verfügbaren Töpfe und Pfannen zu requirieren und für die Truppen auf die Schiffe zu bringen, was bei den Bewohnern zu großem Wehklagen Anlaß bot. Man schickte auch Requirierungstrupps in die Dörfer der Umgebung um Futter und Lebensmittel zu beschlagnahmen. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann die Einschiffung der Husaren und ihrer Pferde. &lt;br /&gt;
:Gegen Abend erreichte den Kommandeur von Baersch die Meldung, das einige Husaren der Witwe Heberer ihren Wein mit Gewalt aus dem Keller geholt hatten. Der Kommandeur eilte sogleich mit einem weiteren Offizier  dorthin um die Marodeure zu verhaften. &lt;br /&gt;
:Einer von ihnen widersetzte sich und ward von von Baersch noch am Ort exekutiert und vor dem Haus verscharrt. &lt;br /&gt;
:Kurz darauf  erklärt von Baersch dem Vogt, dass er dessen Dienstmädchen Lene als Köchin mit auf sein Schiff nehmen wolle. &lt;br /&gt;
:Die entzog sich dem aber sogleich durch Flucht und versteckte sich zunächst im Pfarrhaus. &lt;br /&gt;
:Die Anzahl der höheren Offiziere, die in der Vogtei Quartier bezogen hatten und sich zwangsweise am Tisch des Vogtes Lange beköstigen ließen stieg unablässig. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann man bereits einzelne Schiffe auf die Reede auszuschiffen. &lt;br /&gt;
:Das zwei der erfahrenen heimischen Schiffer nacheinander die Segler auf eine Untiefe von Einheimischen „Lichtbogen“ genannt, auflaufen ließen, war sicher nicht deren Unerfahrenheit zuzuschreiben. Viel Zeit kostete nun deren Bergung um auch für die anderen Segler die Hafenzufahrt passierbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Am 28. Mai morgens hatten holländische Truppen Warnemünde von Westen her erreicht und versuchten nun durch Beschuß die gegnerischen Schillschen Truppen am Auslaufen zu hindern. &lt;br /&gt;
:15 Schiffe lagen bereits auf Reede. Das sechzehnte, geführt vom Schiffer Maas aus Rostock segelte eine viertel Stunde lang unter starkem Beschuß aus der Hafenausfahrt. &lt;br /&gt;
:Den Holländern gelang es nicht im weichen Dünensand die Kanonen richtig auszurichten, so dass sie immer wieder nur die Segel des Schiffes trafen. &lt;br /&gt;
:Zwei weitere Schiffe mit Husaren an Bord lagen noch in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Da ihnen die Ausfahrt offensichtlich nicht mehr gelingen würde, flüchteten die Schillschen an Land über den Strom und die Hohe Düne in die Rostocker Heide. &lt;br /&gt;
:22 Der Husaren gerieten jedoch bei der anschließenden Verfolgungsjagd noch in Gefangenschaft der Holländer. &lt;br /&gt;
:Ein Teil der holländischen Truppen quartierte sich nun in den Warnemünder Häusern ein und ließ sogleich erneut Lebensmittel requirieren. &lt;br /&gt;
:Einen Tag später ließen sie sich jedoch zur Hohen Düne übersetzen um die Schillschen Truppen weiter in Richtung Stralsund zu verfolgen. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tage war Warnemünde wieder militärfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1810 - Im Frühsommer des Jahres war die Franzosenherrschaft an der Ostseeküste so schwach, daß die Engländer kleinere Landungen wagten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 3. Juni war ein nach Russland bestimmtes, amerikanisches Schiff von einem in Warnemünde stationierten französischen Kaper aufgebracht worden. Als Reaktion landete eine englische Marine-Einheit, eroberte Kaperschiff &#039;&#039;&#039;und&#039;&#039;&#039; Beuteschiff. Sie entführten sodann beide aus dem Hafen. Die schwache mecklenburgische Wachmannschaft hatte sofort nach der Landung die Flucht ergriffen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Redoute 1912.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde Redoute (1912)]]&lt;br /&gt;
:Dieses Ereignis veranlasste den französischen Marschall Eckmühl dazu, umgehend stärkere, ausschließlich französische Truppen in Warnemünde zu stationieren. Damit einher ging sein Befehl an die Stadt Rostock, unverzüglich den Bau verschiedener Befestigungsanlagen in Warnemünde abzusichern und zu finanzieren. &lt;br /&gt;
:Um die Befestigungsanlagen mit einer Redoute als Kern in Warnemünde in kurzer Zeit herzustellen, hatte die Stadt Erdarbeiter, Zimmerleute und andere Handwerker aller Art, sowie sämtliches Bauholz aus der Rostocker Heide zu stellen. Die Bürgerschaft war zunächst unentschlossen. &lt;br /&gt;
:Am 7. September gibt das erste Quartier in der Beschluß-Findung dazu folgende Stellungnahme ab. „...ein außerordentlicher Holzhieb scheitert bereits daran, das nichts mehr zu entscheiden ist, außer, wie er praktisch ausgeübt werden kann. Besser ist, noch einmal den Forstinspektor Becker zu befragen und ihn ein Konzept fertigen zu lassen. ...“ &lt;br /&gt;
:Das zweite Quartier hat darauf nur noch zu erwidern, daß man den Holzeinschlag vorrangig in den Rövershäger Waldungen ausführen solle, da aus den damals ebenfalls im Rostocker Besitz befindlichen Willershäger Waldungen die Anfuhrkosten zu hoch seien. &lt;br /&gt;
:Die Entscheidung war somit gefallen und der Forstinspektor erhielt freie Hand. Noch in derselben Woche begannen alle seine Waldarbeiter in den Trassen der abgesteckten, zukünftigen Waldschneisen, das gesamte für den Warnemünder Redouten-Bau benötigte Holz einzuschlagen und damit es sich auch leicht transportieren ließ, gleich einen guten Untergrund für die Fuhrwege herzurichten. &lt;br /&gt;
:So entstanden nach einander die Meiershausstellenschneise von Wiethagen nach Meiershausstelle, die Trasse der heutigen Bäderstraße, als Forstweg, von Hinrichshagen nach Torfbrücke, sowie die Schneise vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise). Der unfertige Landweg von Hinrichshagen nach Markgrafenheide bekam nun als Transportweg zur Warnemünder Baustelle eine besondere Wichtigkeit und konnte 11 Jahre nach seinem Baubeginn, dem ursprünglichen Plan entsprechend, fertiggestellt werden und Beispiel gebend solide ausgeführt werden. &lt;br /&gt;
:Nach Abschluss der Bauarbeiten war selbst das bis dahin permanent opponierende zweite Quartier nunmehr von der Sinnhaftigkeit des entstandenen Wegenetzes überzeugt und machte der Forstverwaltung sogar Vorwürfe, warum man damit nicht schon eher begonnen habe. Von 1791 bis 1811 hatten sie dieses Projekt stets verhindert.&lt;br /&gt;
:Der Bau der Warnemünder Redoute zog sich bis Februar 1812 hin. Nur vierzehn Monate später, am Ende der Franzosenzeit, beschlossen die Hundertmänner am 12. April 1813 bereits den Abriss der Redoute. Da sich die Umsetzung des Abrisses aber laufend verzögerte, landeten schließlich am  26. August rund 100 Engländer, schickten die Bürgerwache der Warnemünder nachhause  und „demolierten“ die Redoute. Am folgenden Tage beendeten sie ihr Zerstörungswerk endgültig und sprengten die gesamte Anlage. &lt;br /&gt;
:Zwei Wochen darauf besichtigte die Stadtverwaltung die Trümmerstätte und befand: „..daß die Redoute sich nicht mehr ähnlich war.“ Beckers Waldschneisen dagegen haben bis in unsere Tage Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während des ersten Weltkrieges 1914-1918===&lt;br /&gt;
KFC 577&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erlebnisbericht eines damals 17jährigen Güstrower Gymnasiasten am 1.August 1914&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Am Nachmittag besichtigten wir das drei Wochen zuvor eingeweihte Brinckman-Denkmal.&lt;br /&gt;
:Bald darauf war, wie immer das Konzert der Rostocker Stadt-Theaterkapelle unter Leitung von Kapellmeister Schulz. &lt;br /&gt;
:Und weil es draußen so schön heiß war, zeigte sich der schattige Kurgarten gerammelt voll.&lt;br /&gt;
:Die Leute waren vergnügt und zufrieden.&lt;br /&gt;
:So gegen halb sechs wurden die Leute plötzlich ganz still, reckten die Köpfe und sprangen auf.&lt;br /&gt;
:Die Musik brach mitten im Stück ab.&lt;br /&gt;
:Durch die Gartenpforte kamen in Uniform ein Leutnant, ein Trommler, ein paar Mann, und bauten sich vor dem Musikpallion auf.&lt;br /&gt;
:Mucksmäuschenstill war es im Garten, als die Soldaten mit Trommelschlag abmarschierten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Als die Versammelten Minuten darauf in allgemeinen Jubel verfielen, lag es all ihrer Vorstellungskraft fern, das in dieser Stunde vier Kriegsjahre angebrochen waren, die an Grauen, Tod und Zerstörung alles Dagewesene übertreffen sollten.&lt;br /&gt;
:Wenige Stunden danach heulten die Schiffs-Sirenen über das sonst stille Warnemünde, vom Zollhafen kam in langsamer Fahrt eine U-Boot-Halbflottille den Alten Strom seewärts herauf.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auch U-9 unter dem später zum Kriegshelden glorifizierten Kapitänleutnant Weddigen war unter ihnen.&lt;br /&gt;
:Das Hurra der allgemeinen Kriegshysterie begleitete deren Ausfahrt.&lt;br /&gt;
:Am anderen Morgen war Warnemünde wie ausgestorben, die Baustelle mt den ersten Mauern des gerade begonnenen neuen Kurhauses lag nun für lange verweist, die Uhren gingen fortan in auch in Warnemünde anders.&lt;br /&gt;
:Einen jungen Fotorafn traf es dabei noch ganz persönlich.&lt;br /&gt;
:Angesichts der vielen Sommerfrischler  bereitete er die Eröffnung eines Fotoateliers vor.&lt;br /&gt;
:Auch einen kleinen Bankkredit hatte er dazu erkämpft.&lt;br /&gt;
:Aus Gram über die entschwindenden Urlauber vertrank er den Kredit.&lt;br /&gt;
:Tage später verpflichtete eine Kriegsverordnung dazu, Reisepässe mit Foto zu versehen.&lt;br /&gt;
:Für ein Atelier, um nun die riesige Nachfrage zu befriedigen, hatte er kein Geld mehr.&lt;br /&gt;
:Schon ein Jahr darauf war die Hysterie allgemeiner Ernüchterung gewichen.&lt;br /&gt;
:Selbst weit entfernt von der Front begannen Leid und Not spürbar zu werden.&lt;br /&gt;
:Warnemünde mit seiner Fährverbindung via Dänemark, dem Land wo Milch und Honig fließen, übte nun eine neue Anziehungskraft aus.&lt;br /&gt;
:Mehrmals täglich verließen Eisenbahnwaggons beladen mit Kohlen, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Obst, Fisch oder Zucker den Bauch der Fähre aus Dänemark.&lt;br /&gt;
:Im Ort kursierten geflügelte Sätze wie: &amp;quot;&amp;quot;Kohlen werden nicht geklaut sondern mitgebracht.&amp;quot;, &amp;quot;Wi hebben dragen as de Immen&amp;quot;, man war findig genug, sich auf dem Rangierbahnhof Zugang zu der nahrhaften Ladung der Waggons zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor wieren männigmal mier Addebors as Poggen.&amp;quot; Wenn eine Kartoffel-Ladung geplündert wurde.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder verstanden es, sich diese Quelle zu erschließen und ihr Los zu erleichtern.&lt;br /&gt;
:&amp;quot; Nicht selten gab es gar ein ein stilles Bündnis mit den Bahnangestellten.&lt;br /&gt;
:Im dezember 1915 stellte man so Ertappte vor Gericht.&lt;br /&gt;
:Unter den 39 Angeklagten aus Warnemünde und Umgebung waren allein 19 Bankangestellte.&lt;br /&gt;
:Die Anzahl der Diebstähle war nicht mehr feststellbar.&lt;br /&gt;
:Schuld nicht mehr persönlich zuordenbar, so dass [[das Verfahren]] schließlich im Sande verlief.&lt;br /&gt;
KFC 45 560-566 KFC 46 171-324 153S. Anklageschrift&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
====Die Bahnberaubungen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
HG&lt;br /&gt;
[[Protokoll des Gerichtsverfahrens]] einfügen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde in der Zeit des dritten Reiches und des zweiten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Franzosenlager auf der Hohen Düne====&lt;br /&gt;
(Quelle Dr. Reno Stutz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====* [[Das Kriegsende In Warnemünde am 1. Mai 1945]]====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Hafen mit Leuchtfeuern und Molen==&lt;br /&gt;
===Die erste Leuchte am Ost-Ende der Hohen Düne ab 1323 bis warscheinlich 1487===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Warnemünder Leuchtturm in  &amp;quot;die Wahrhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberuhmten alten See- und Hensestadt Rostock&amp;quot; von 1578 bis 1586 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1832 Bevor der Leuchtturm kam===&lt;br /&gt;
(Wilfried Steinmüller) (WG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Offensichtlich war ursprünglich ein hölzerner Bau geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Planung Leuchtturm Freim Abendbl Januar 1832.jpg|Eine Zeitungsmeldung im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; Januar 1832&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde die Leuchte um 1870.jpg|Die Leuchte, der 1836 erbaute Vorgänger unseres heutigen Leuchtturms, links daneben der Signalmast&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturm, das Wahrzeichen von Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemuende Leuchtturm im Bau.jpg|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm im Bau 1897/98]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leuchtturm Warnemuende vor 1905.JPG|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm vor 1905]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1898 wurde der Warnemünder Leuchtturm, heute wohl wichtigstes Wahrzeichen des Ostseebades seiner Bestimmung übergeben. Versucht man die Wurzeln seiner Entstehung zu ergründen,  entdeckt man in alten Quellen bald, daß die Überlegungen zur Errichtung eines solchen Bauwerkes schon viel weiter zurückliegen.&lt;br /&gt;
:Auch in den Zeitungen des 19. Jahrhunderts wiederspiegelt sich dieses Thema. &lt;br /&gt;
:So weiß das &amp;quot;Freimütige Abendblatt&amp;quot; in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts dazu folgendes zu berichten: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hinsichtlich der jüngst von hier gemeldeten Absicht, ein Feuersignal im Warnemünder Seehafen anzulegen, ist es allgemein zu bedauern, daß man weit davon entfernt scheint, die Ideen zum Grunde zu legen, die der verstorbene sehr unterrichtete und hellsehende Schiffskapitän Eichmann, ehemaliger Lehrer der Nautik hieselbst, in einer höchsten Ortes vor etwa 6 Jahren von ihm über die Frage an welchem Punkte der mecklenburgischen Seeküste es am vorteilhaftesten wäre einen ordentlichen Leuchtturm zu errichten, erforderten und eingereichten, überaus wohlgearbeiteten Denkschrift, über die, seiner Meinung nach, in Warnemünde allein am allernützlichsten und unentbehrlichsten zu verfügende Errichtung eines solchen Leuchtturms entwickelt hat. Der Referent hat dies Memoire damals gelesen, und erinnert sich noch mit Vergnügen der lichtvollen mündlichen Erläuterungen des einsichtsvollen Verfassers, so wie der Wärme, mit der er den seit einigen Jahren neugebaueten und mit englischen Leuchtinstrumenten versehenen Leuchtturm zu Cuxhafen als das vortreffliche Modell pries, dem man in Warnemünde zu folgen hätte. Aber freilich steht die hohe Nützlichkeit, ja unentbehrliche Nothwendigkeit einer solchen Anstalt, so wie ihre dem Muster nacheifernde Vortrefflichkeit, die der Referent vor fünf Jahren stundenlang zu untersuchen und zu bewundern Gelegenheit hatte, auch im Verhältnis zu den sehr erheblichen Kosten, die die Nachahmung zu Warnemünde erfordern würde; Kosten zu denen, wenn dieser Gedanke je ins Leben träte, Fürst und Land, aus den entscheidenden Gründen wahren Gemeinwohls, auf die Hälfte oder doch ein Drittel beisteuern müßten und könnten.&lt;br /&gt;
:Rostock den 30. Januar 1832&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Immer wieder bieten die so &amp;quot;hellseherischen&amp;quot; Gedanken jenes Kapitäns  Eichmann Stoff zur Diskussion über die längst fällige Errichtung eines Leuchtturmes und man kann ihn wohl getrost als geistigen Vater eines solchen Bauwerkes bezeichnen. Auch sonst bietet sein Wirken in Warnemünde noch reichliche Betätigungsfeld für die Warnemünder Geschichtsforscher.&lt;br /&gt;
:Der Anstoß war gegeben, aber bis zur Realisierung verging noch viel Zeit und das Thema bot im Freimütigen Abendblatt auch weiterhin reichlich Lesestoff, wie hier zum Beispiel drei Jahre darauf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was die schon vor mehreren Jahren beantragte Anlegung eines Leuchtturmes am Eingange des Warnemünder Hafens betrifft, so scheint diese Angelegenheit, obgleich sie, wie man erfährt, sowohl von den Seiten des Handels- als des Schifferstandes als sehr dringend empfohlen und von demselben auch bereits verschiedene annehmliche Offerten gemacht sein sollen, doch ganz in den Hintergrund gestellt zu werden, und vielleicht nur aus dem einzigen Grunde, weil die Rostocker Schiffahrt seit Jahrhunderten schon ohne Leuchtturm bestanden hat. Wohin aber sollen solche Grundsätze führen ? Man überzeuge sich doch endlich von der Nützlichkeit, ja von den Notwendigkeit dieser Einrichtung! Eben wegen des Mangels derselben scheiterte noch jüngst wiederum ein Schiff; denn das Ansegeln an die mecklenburgische Küste bei irgend trüber Witterung, besonders bei starkem Sturm und Seegange ist bekanntlich sehr gefährlich. Unsere Baubehörde wird deshalb wenn sie sich auch in dieser Hinsicht des Raths sachkundiger Männer bedient, gewiß keinen Anstand nehmen, auch diesem Gegenstande seine Erledigung zu verschaffen, zumal da bei den vorseienden Hafenbauten gewiß der Bau eines solchen Leuchtthurmes auf eine zweckmäßige und vieleicht minder kostspielige Art als sonst zur Ausführung gebracht werden kann.&lt;br /&gt;
:Rostock den 29. December 1835&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Folgejahr schließlich scheint die Sache in Gang zu kommen denn in der Augustausgabe steht zu lesen: :&amp;quot;Bei der am 16.des Monats stattgefundenen Grundsteinlegung zu dem auf der Düne Warnemünde´s zu erbauenden Leuchtthurm war leider der Mehrzahl der hier Anwesenden Fremden der zu dieser feierlichen Handlung angesetzte Zeitpunkt fremd geblieben, weshalb nur ein kleiner Teil derselben auf der bezeichneten Anhöhe sich versammelt hatte. Befremden mußte es wohl allgemein, daß von der obersten städtischen Behörde nichts geschehen war um diesem Actus auch in seiner äußerlichen Form eine festliche Bedeutung zu geben, das auch nicht eines ihrer Mitglieder gekommen war, um die Theilnahme an einem Werke an den Tag zu legen, welches dem Vaterlande zur Ehre und so vielen zur Rettung und zum Heile gegründet werden sollte. Freuen müssen wir uns aber andererseits, daß dennoch diese Handlung nicht ohne eine gewisse Solenität &#039;&#039;(Feierlichkeit)&#039;&#039; vollzogen wurde. Es hatte nämlich eine Dame aus Rostock (C.v.W.) diesen Gegenstand in einem Gedichte besungen, welches auf allgemeines Begehren ein gerade anwesender, sehr beliebter Redner, Herr Candidat Bartsch aus Rostock, nachdem er einige, dem Gegenstande angemessene Worte vorausgeschickt, auf eine dem Inhalte des Gedichtes vollkommen entsprechende Weise recitierte. Nachdem hierauf von dem Herrn Administranten des Baues ein Toast unter dem Klange der Gläser ausgebracht worden, wurde diese eben so einfache als ansprechende Feier beendigt. Wie es heißt, erreicht der Bau, unter der Leitung des Stadtbaumeisters Herrn Schwedtler, noch vor dem Winter seine Vollendung.&lt;br /&gt;
:Warnemünde d. 19. August 1836&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leider nennt uns die Zeitung jener Tage den Verfasser der Zeilen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1897/98 der Bau des Warnemünder Leuchtturms====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Nebel mussten Sondermaßnahmen durchgeführt werden (Hornsignale, Glocke, Nebelkanone). Die Entwicklung der Rostocker Segelschiffflotte zur größten im Ostseeraum mit 372 Schiffen im Jahre 1878 machte einen weiteren Ausbau der Hafeneinrichtungen zwingend notwendig. So wurde bereits im Jahre 1862 dem Rat der Stadt Rostock ein Entwurf vorgelegt zum Umbau der Hafenleuchte in Warnemünde zu einem vollständigen Leuchtturm mit prismatischem Laternenhaus. Aber erst im Jahre 1897/98 kam es dann zum Bau des Leuchtturms in seiner jetzigen Form. Davor waren durch Streitigkeiten über die Notwendigkeit und die Finanzierung des Leuchtturms mehr als 30 Jahre ins Land gegangen. Erbaut wurde der Turm unter der Leitung des Rostocker Hafenbaumeisters Karl Friedrich Kerner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Leuchtturm mit Signalmast 1904.jpg|thumb|600px|links|Der neue Leuchtturm und links daneben der Wetteranzeiger-Signalmast 1904]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde1904 Handskizze Ludwig Krause Bedeutung der Signale am Mast.jpg|thumb|450px|rechts|Handskizze des Historikers Ludwig Krause über die Bedeutung der Signale am Mast neben der Leuchte 1904]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Feuer wurde zunächst mit Petroleum betrieben, das aus dem Petroleumkeller, in dem 4 Petroleumbottiche untergebracht waren, heraufgepumpt werden musste. Im Jahre 1917 wurde das Licht auf Gas umgestellt. Um 1927 wurde der Leuchtturm auf elektrisches Licht umgestellt. Die Lampentypen wurden ständig dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Heute wird der Turm mit einer 250W/230V HQL-Lampe betrieben.&lt;br /&gt;
Das Linsensystem wurde von der Firma Picht &amp;amp; Co. Rathenow geliefert und eingebaut und tut noch heute in unveränderter Form seine Dienste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Auszug aus: &amp;quot;Verschwunden - Vergessen - Bewahrt, Denkmale der Rostocker Technikgeschichte&amp;quot; Hans-Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 1995  &lt;br /&gt;
*[[&amp;quot;Leuchtturm Warnemünde&amp;quot; Hans Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 2013&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=sYbcAokrAQw  Gerd Lau MV1 TV]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1968 Die Symbiose von Teepott und Leuchtturm als Warnemünder Wahrzeichen====&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1936.jpg |thumb|250px|rechts|Warnemünde mit Leuchtturm und Teepavillon 1936]]&lt;br /&gt;
;1926 Der runde &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht&lt;br /&gt;
:neben dem Warnemünder Leuchtturm in unmittelbarer Nachbarschaft, den der Volksmund schon bald nach seiner Eröffnung &amp;quot;Teepott&amp;quot; nannte. &lt;br /&gt;
:Er brannte 1945 ab.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Der Architekt Ulrich Müther und der Hyparschalenbau&lt;br /&gt;
;noch fortsetzen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Teepott 1979 OKR.jpg|400px|thumb|rechts|Inneres des Teepotts 1979]]&lt;br /&gt;
;1967/68 Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten.&lt;br /&gt;
: Eine Architektengruppe des Wohnungsbaukombinates Rostock um Stadtplaner Erich Kaufmann entwickelte das Gebäude des &amp;quot;Teepotts&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die statische Konstruktion eines Hyparschalenbaus erstellte dazu der Konstrukteur Ulrich Müther aus Binz. Die Dachkonstruktion besteht aus einer Membranschale, die Last der 1000 m2 umfassenden Dachfläche ruht auf nur drei Auflagenpunkten. Die Dachschale hat eine Dicke von 7cm.&lt;br /&gt;
:Die künstlerische Gestaltung führten Achim Kühn, Inge Jastram und Felix Büttner aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Teepott seit der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. &lt;br /&gt;
:Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Molen und Seezeichen===&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Becker beschreibt den Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen &lt;br /&gt;
:(Freimüthiges Abendblatt 1826):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;500px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 a wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen a&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 b wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fischerei==&lt;br /&gt;
(u.a. Warnemünder Jolle) noch einpflegen&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts===&lt;br /&gt;
:Niemand der nach Warnemünde kann sich dem besonderen Flair des Alten Stromes und des Fischereihafens an seinen beiden Ufern entziehen.&lt;br /&gt;
:Allein schon der Duft von frischem Räucherfisch zieht die Touristen magisch an.&lt;br /&gt;
:Lang ist die Tradition der Fischerei in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bereits 1494 befuhren nicht weniger als 30 Warnemünder Fischer ihre Fangplätze in der Ostsee und leisteten ihre Abgaben an den dänischen Vogt auf Schonen. Sie befuhren bzw. befischten die gesante südwestliche Ostsee.&lt;br /&gt;
:Die größte Länge der damaligen Fischerboote betrug ca. 6,30m und 2,20 Breite.&lt;br /&gt;
:Ab 1880 mußten die Fischer Registriernummern an Booten und Segeln führen, 1917 ergänzt durch &amp;quot;WA&amp;quot; vor der Registriernummer.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder selbst befaßten sich ungern mit dem Bootsbau und überließen das den Tischlern und Stellmachern aus Groß-Klein.&lt;br /&gt;
:Gefischt wure mit Stellnetzen, Waden Reusen, Angeln und Eisen.&lt;br /&gt;
:Die Netze und Angeln wurden in Warnemünde gefertigt und in der heutigen Friedrich-Franz-Straße entstand die erste 250m Reiferbahn.&lt;br /&gt;
:Aber nicht nur gefischt wurde von den Warnemündern sondern sie verkauften ihre Fänge zu großen Teilen auch selbst.&lt;br /&gt;
:In erster Linieg boten sie ihre Fänge regelmäßig auf dem Rostocker Markt an.&lt;br /&gt;
:Da der Markt bereits um 8.00 Uhr öffnete, mußte die Ausfahr zum einholen der Netze schon morgens zwischen 1 und 2 Uhr erfolgen.&lt;br /&gt;
:Leider wurden nie Aufzeichnungen über Fangmengen und erzielte Preise gemacht.&lt;br /&gt;
:Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wares den Warnemünder Fischern per Rostocker Edikt strikt untersagt auf dem Breitling zu fischen. Das war den Rostocker Fischern, die ihren Standort uweit der Petribrücke hatten, vorbehalten.&lt;br /&gt;
:Wenn aber Rostocke fischer nach Warnemünd kamen, hieß es &amp;quot;Vorsicht die Türken kommen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das hatte aber nichts mit Bewohnern die aus der Türkei kamen zu tun,sondern ein einstiger Rostocker Fischmeister hieß Thürk und wurde zum Namensgeber dieses Ökelnamens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 50iger Jahren wurde in Warnemünde eine sehr leistungsfähige FPG (Fischerei-Produktionsgenossenschaft) gegründet.&lt;br /&gt;
:Es entstand eine neue Löschhalle zur Übernahme des gerade angelandeten Fisches und eine Fischverarbeitungsstätte.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlich angelandeten Fische waren Ostsee-Hering, Dorsch, Steinbutt, Scholle und Lachs.&lt;br /&gt;
:Edelfische gingen in den Export, Hering und Dorsch kamen in die genossenschaftseigenen Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Fischverwertungsgenossenschaft Warnemuende.JPG|Fischverwertungsgenossenschaft Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:FPG Warnemuende.JPG|Fischerei-Produktionsgenossenschaft (FPG) Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:Fischverarbeitung Warnemuende.JPG|Fischverarbeitung in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem Umbruch 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1990 verzeichnete die heimische Fischerei wegen der einströmenden Fisch-Importe, besonders aus Holland, mit der Kutterfischerei in Warnemünde rapide bergab.&lt;br /&gt;
:Heute gibt es nur noch drei privae Kutterfischer, die ums Überleben kämpfen.&lt;br /&gt;
:Eine Reihe der darüber hinaus verbliebenen Kutter führen oft Angeltouren für die zahlreichen Touristen durch.&lt;br /&gt;
:Deren Tour-Angebote sind sehr beliebt und sind meist lange voraus ausgebucht.&lt;br /&gt;
:Trotz des Niederganges der Küstenfischerei ist das Flair eines Fischereihafens geblieben und dort fangfrischen Fisch geräuchert oder als Bismark-Hering angeboten haben auch eine zusätzliche Anziehungskraft Warnemünde und die Fischer zu besuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Lotsenwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Lotsenordnung von 1782]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Lotse und das Einlaufen in den Hafen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Lotsenordnung 1782 01.jpg|300px| rechts| Die Rostocker Lotsenordnung von 1782 a]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Schwierigkeit der Hafeneinfahrten erforderte, dass das Schiff von einem Spezialisten in den Hafen geführt wurde, der alle Tücken des Fahrwassers genau kannte, das ist der Lotse.&lt;br /&gt;
:Seine Verantwortung ist groß, größer als sie Brinckmans humoristische Charakteristik im „Kasper Ohm“ erkennen läßt: „Loots is´n Loots ´n Kierl, de sein Schuldigkeit doon mööt, Haaben rin un Haaben ruut, süs ward he oewer Buurd smäten, un doför kriggt he sein Betalung!“&lt;br /&gt;
:Weit draußen vor der Hafeneinfahrt warten  die Lotsenboote bei jedem Wetter auf Schiffe, die den Hafen anlaufen wollen.&lt;br /&gt;
:Über die Tätigkeit der heimischen Lotsen wird mancherlei erzählt:&lt;br /&gt;
:Fiew Lotsen wieren hier in Warnemünd in´t Boot. Dree bleben langsiet un maakten naher dat Schipp fast. Twee stegen oewer.&lt;br /&gt;
:De Warnmünner Lotsen säden, wenn se an Buurd güngen: Klaas, gah du an´t Stier, ik gah an´t Kommdier („Ich regier“, ich gebe die Kommandos).&lt;br /&gt;
:De Lotsen smus´ten solang´rüm up´t Schipp bi´n Kaptain, un güngen nich ihrer von´t  Schipp, bet se´n Foi kreegen.&lt;br /&gt;
:Näherte sich ein Schiff der Warnemünder Reede, dann fuhren in einem Eifer, Geld zu verdienen, die Lotsen oft schon aus, ehe das Schiff die Lotsenflagge zeigte, dann gab es aber gelegentlich bittere Enttäuschung.&lt;br /&gt;
:Wenn de Warnmünner Lootsen ruutführt wieren mit ehr Boot un dat Schipp denn oewer Stagg güng un na buten fohrt, denn schüllen de Lotsen „Dat is´n Heichler“ („Das ist ein Heuchler“, er tat nur so, als wollte er den Hafen anlaufen.)&lt;br /&gt;
:Wi Lotsen säden, wenn en Schipp oewerkrüzen ded`vör.nHaben: „Dat is´n Bidewinner (Das Schiff segelt bei dem Winde).&lt;br /&gt;
:Wenn es so stürmisch war, dass die Lotsen nicht hinauskamen, gab es ein Aushilfsmittel, das Schiff in den Hafen zu lotsen, denn würd de Windbaak bruukt.&lt;br /&gt;
:Dat wier up´t Warnmünner Spill ´ne Flagg mit´n langen Staken, dor winkten se mit.&lt;br /&gt;
:Wenn slicht Wäder wier, dat de Lotsen nich ruutgahn künnen, würd mit de Windbaak winkt.&lt;br /&gt;
:Wo de henwinkt, dor mööt he´t Roder henleggen.&lt;br /&gt;
:Wenn hoges Wäder wier un de Strom dull uutloopen ded, würden mit de Windbaak Tecken gäben.&lt;br /&gt;
:Wenn dat Schipp to läg´stüern ded´, würd dormit  winkt, he süll na de anner  Siet stüern.&lt;br /&gt;
:Wnn keen Wind wier un de Strom in War´münn  hart utloopen ded´, dat dat Schipp dor nich gegenankünn, denn müßten de ollen Lotsen dat Schipp rintrecken. Denn geew de Schipper´n Soopji uut.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren Lotsen, dee all up´t Ollendeel wieren. &lt;br /&gt;
:Früher wier dat jo all schier un glatt an´n Strom (es ist gemeint, dass am Strom entlang habe ein glatter Weg geführt.)&lt;br /&gt;
:De Lien würd an´n Mast bunnen.&lt;br /&gt;
:De Treckers hadden´n Trecksädel, dor wier´n höltern Knoop aan.&lt;br /&gt;
:Wenn´n Schipp fastkeem bi de Infohrt, würd dat Gangspill dreiht, dorbi würd ok sungen.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl, dorbi müßt he sik mit de Bost upleggen. Dat keem vöör, dat he dorbi ringahn ded´ in´t Water.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren vier bet söß Mann, oder twee Pier tröken.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl. &lt;br /&gt;
:(Richard Wossidlo WRQG 1940 )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende===&lt;br /&gt;
* [[Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende|Warnemünder Lotsenkapitän Stefan Jantzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Zollwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zollamt am südlichen Ende der Häuserreihe am Strom wurde 1891/92, wahrscheinlich vom Stadtbaumeister Gustav Dehn erbaut. (WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Zollwesen in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde um 1900 der Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Kaiserliche Zollamt.jpg|Der kaiserliche Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Zollamt.&lt;br /&gt;
Datei:AK Zollamt Warnemuende circa 1917.jpg|Das Zollamt auf einer Ansichtskarte 1917.&lt;br /&gt;
Datei:Zollamt Warnemuende circa 1990er.jpg|Das Gebäude des ehemaligen Zollamtes in den 1990er Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Kirchen und die drei Friedhöfe von Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Jahrhunderte sind in Warnemünde mindestens vier Kirchen nachweisbar.  Zwei frühe Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert fielen den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Rostock und den Dänen zum Opfer.&lt;br /&gt;
Die erste steinerne Kirche wurde um 1280 wahrscheinlich auf Veranlassung des Doberaner Klosters erbaut, was zur Folge hatte, das das Kloster auch über eine sehr lange Zeit deren Kirchenpatronat inne hatte. Als Rostocker die Kirche nach einem Sieg gegen die Dänen abbrannten, wurde dieser Frevel sogar dem Papst in Rom gemeldet. &lt;br /&gt;
Die Stadt wurde im Dezember 1312 mit dem Bau einer neuen hölzernen Kirche beauftragt, die aber ebenfalls durch Feuer zerstört wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die alte Kirche mit ihrem Friedhof bei der Vogtei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Vorläufer der heutigen Kirche war ein Gotteshaus, das ganz in der Nähe des Alten Stroms einige Meter nördlich von der Vogtei stand und Anfang des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut worden war.&lt;br /&gt;
:Sie hatte an der Südseite zwei Anbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der &amp;quot;Alte Kirchhof am Strande&amp;quot;===&lt;br /&gt;
:noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die neue Kirche===&lt;br /&gt;
:Da die Einwohnerzahl von Warnemünde ständig wuchs und die alte Kirche (&amp;quot;Fischerkirche&amp;quot;) zunehmend baufällig wurde, begann im September 1867 die Errichtung eines neuen Gotteshauses. &lt;br /&gt;
:Am 1.10.1871 fand in Gegenwart des Großherzogs Friedrich Franz II. die feierliche Einweihung statt. &lt;br /&gt;
:Das Gotteshaus entstand nach einem Entwurf des Rostocker Baumeisters Wilhelm Wachenhusen. &lt;br /&gt;
:Der kreuzförmige Backsteinbau birgt wichtige Bestandteile von der Innenausstattung der alten Warnemünder Kirche. &lt;br /&gt;
:Zu den bemerkenswetesten Gegenständen dürfte die überlebensgroße Schnitzfigur des heiligen Christophorus (Ende 15.Jh.) gehören. &lt;br /&gt;
:Die alte &amp;quot;Fischerkirche&amp;quot; wurde 1874 abgerissen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Geschichte am Rande:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Das zum Kirchspiel Warnemünde gehörende Dorf Diedrichshagen, das zuvor noch in Schwaan eingepfarrt war, kam nach dem Dreißigjährigen Krieg unter das Dach der Warnemünder Kirche.&lt;br /&gt;
:Dort in der alten Kirche am Ufer des &amp;quot;Alten Stroms&amp;quot;, befand sich vor der Ostwand die geschnitzte, überlebensgroße Figur des heiligen Christophorus.&lt;br /&gt;
:Als 1871 nun die neue Kirche fertiggestellt war, sollte die große Figur nicht mehr übernommen werden.&lt;br /&gt;
:Besonders die Diedrichshäger Pfarrkinder protestierten dagegen und erklärten, ohne Christophorus würden sie keine Ababen mehr leisten, sondern sich selbst eine Kirche bauen.&lt;br /&gt;
:Sie waren alter Überlieferung gemäß hier nur so lange eingepfarrt, wie die Figur im Gotteshaus stünde.&lt;br /&gt;
:Die Kirchenleitung gab klein bei, und der Schutzpatron der Reisenden blieb dem Gotteshaus und uns bis heute erhalten.&lt;br /&gt;
* [http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/fullscreen/PPN407465633d2731312e30312e30312e27_40636c6173736e756d3d273236312e27_407369673d2733352f3320303227/1/ Grundriß der neuen Kirche]&lt;br /&gt;
* [[Die neue Warnemünder Kirche im Schlie Bd.1 S.285-291]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Kirchenplatz um 1875 a.jpg|Kirchenplatz mit neuer Kirche um 1875&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünder Pfarrkirche um 1900.jpg|Die Warnemünder Pfarrkirche um 1900&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Inventarteile die aus der Vorgängerkirche übernommen wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Schnitzalter von 1475 (angeblich eine Danzige Arbeit, über See nach Warnemünde verschifft)&lt;br /&gt;
:Im Schrein befinden sich zwei Gruppen von Heiligen jeweils unter Maßwerkbaldachinen, dazu 3 Heilige in den Flügelaußenseiten.&lt;br /&gt;
:- Kanzel mit Schalldeckel von 1591&lt;br /&gt;
:- Heiliger Christophorus - monumentale Schnitfigur vom Anfang des 16. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder machten ihn zum Schutzheiligen des Ortes&lt;br /&gt;
:Einer Legende nach sollte der Christophorus Tränen vergießen können.&lt;br /&gt;
:Einer weiteren Legende nach lebte in der Frühzeit Warnemündes in der Nähe der Vogtei ein Mann, der Leute bei Bedarf gegen einen kleinen Obolus über den damals noch flachen Strom trug. Er galt als Sinnbild des Warnemünder Christophorus.&lt;br /&gt;
:- Altargemälde mit Kreuzigungszene von Gustav Stever um 1870&lt;br /&gt;
:- Zwei Pastorenporträts: J.Albinus gest. 1670 und N.Bims gest. 1724&lt;br /&gt;
:- Gestühlwangen mit Inschriften und Hausmarken 16.-18.Jh.&lt;br /&gt;
:- Truhe von 1620&lt;br /&gt;
:- Glocke von 1434&lt;br /&gt;
:- Votivschiffe von 1820 und 1885 (Dankesgabe von in Seenot geratenen und geretteten Seeleuten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei der Sturmflut vom 12.-14. November 1872 retteten sich viele Einwohner in die Kirche, als Warnemünde nach dem Durchbruch der Dünen westlich des Ortes wie auf einer Insel lag. Zuletzt mußten die Geretteten auf die Bänke steigen, während draußen Lotsenkommandeur Stephan Jantzen  mit seinen Lotsen Menschen aus unmittelbarer Gefahr rettete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der neue Friedhof===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Denkmalgeschichten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für John Brinckman im Warnemünder Kurpark===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Brinckman Stein b.JPG|thumb|450px|rechts|Warnemünde Brinckman-Stein im Kurpark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Ein Dichter und sein Gedenkstein - John Brinckman kam zur Kur ins Seebad&amp;quot;====&lt;br /&gt;
:(Autor: Ronald Piechulek in Ostsee-Zeitung 22.11.2002)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 18. September 2001 wurde der John Brinckman-Gedenkstein am Kurhausgarten gegenüber dem Institut für Ostseeforschung &#039;&#039;(nach 1914 zum zweiten Mal)&#039;&#039; eingeweiht.&lt;br /&gt;
:Zum Dichter und zur Geschichte des Steins recherchierte der Warnemünder Ortschronist Ronald Piechulek:&lt;br /&gt;
:John Frederick Brinckman wurde am 3.Juli 1814 in der Rostocker Koßfelder Straße als zweiter Sohn einer Kapitänsfamilie geboren. Er war sieben Jahre alt, als Warnemünde erstmals als Badeort erwähnt wurde. John Brinckman der sich zur Seefahrt hingezogen fühlt, erlebte, wie im Jahre 1834 der Dampfer &amp;quot;Rostock-Packet&amp;quot; seine regelmäßigen Fahrten zwischen Warnemünde und der Stadt aufnahm 1834 ließ er sich an der Rostocker Universität immatrikulieren und studierte bis 1837 Jura und Philosophie. Die akademische Laufbahn fand ein jähes Ende, als John Brinckman am 26.September 1838 wegen &amp;quot;versuchter Stiftung eines verbotenen Vereins&amp;quot; an der hiesigen Universität zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Diese Strafe brauchte er aufgrund eines Gnadenerlasses des Großherzoges jedoch nicht zu verbüßen.&lt;br /&gt;
:Diese und andere Erlebnisse bewogen Brinckman. 1839 seiner Heimatstadt den Rücken zu kehren und in den USA sein Glück zu versuchen. Das Heimweh und die Nichterfüllung seiner Wünsche und Vorstellung ließen aber John Brinckman 1842 nach Mecklenburg zurückkehren. Nach mehreren Anstellungen in verschiedenen mecklenburgischen KLeinstädten führte ihn sein Weg nach Güstrow, das nun seine Wahlheimat werden sollte. Dennoch zog es ihn immer wieder nach Rostock zurück.&lt;br /&gt;
:Brinckman weilte von 1850 bis 1870 jeweils in den Sommerferien in Warnemünde anfangs allein, später mit der gesamten Familie. &lt;br /&gt;
:Sie fand Unterkunft in dem Haus am Strom Nr. 35.&lt;br /&gt;
:Seine schwankende Gesundheit zwang den Dichter, in den letzten Lebensjahren dem eindringlichen Rat seines Arztes zu folgen und in Warnemünde , das für seine Heilkuhren berühmt war, Erholung zu suchen.&lt;br /&gt;
:Bei den Warnemündern war Brinckman ein gern gesehener Gast. Am Tage saß er stundenlang am alten Strom, snackte mit den Fischern und Lotsen Platt und ließ sich von ihnen Geschichten erzählen, die sicherlich einmal in seinen Werken Niederschlag finden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Wihred, hollen bi de Enthüllungvon den &amp;quot;John Brinckman-Steen&amp;quot;, in Warn´münn von H. Burmeister-Rostock&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
;(Weiherede gehalten bei der Enthüllung von dem &amp;quot;John Brinckman-Stein&amp;quot;, in Warnemünde von H.Burmeister_Rostock]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 38 am 16.Juni 1914 S.335/336)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;John Brinckman - Taun´n 100. Geburtstag (3.Juli 1914)&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 34, 4.Juli 1914)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Reuter-Stein und die Reuter-Eiche bei der Sedan-Wiese===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche erfolgte anlässlich des 100. Geburtstages der Schriftstellers am 6. November 1910. Stein und Eiche befanden sich an der damaligen Sedan-Wiese. Diese Wiese, die an den vorentscheidenden Sieg der deutschen Armee nahe der französischen Stadt Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870/71 erinnern sollte, befand sich westlich des damals neuen Warnemünder Friedhofs und heutigen „Stephan Jantzen-Parks“. Zur Einweihung findet sich in der Rostocker Zeitung vom 8. November 1910 eine Meldung über „Die Reuter-Jubiläumsfeier des Plattdeutschen Vereins in Warnemünde“. Darin heißt es: „In unmittelbarer Nähe der Küste, etwas unterhalb der Dünen pflanzte der Plattdeutsche Verein in Warnemünde zum Andenken an den Dichter eine Eiche und setzte dazu einen Denkstein mit einer Inschrift. Die Feier fand unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft statt. Ein stattlicher Festzug bewegte sich vom Vereinslokal zu dem in Aussicht genommenen Platz in den neuen Anlagen. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden des Plattdeutschen Landesverbandes, Herrn Burmeister aus Rostock, übernahm Vogt Rechtsanwalt Beselin im Namen des Ortes Eiche und Denkmal. (…)“&lt;br /&gt;
Der Stein mit dem Namen und den Lebensdaten des Heimatdichters sollte die Eiche markieren. Es ist derzeit unklar, ob die ursprünglich gepflanzte Eiche noch existiert. Ungeklärt ist auch, was aus dem Stein wurde. Wie bei anderen Gedenksteinen aus Warnemünde, hält sich auch hier das Gerücht er sei im Fundament des Neptunhotels verbaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.jpg|Ansichtskarte mit Gruppenfoto des Plattdeutschen Vereins zur Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche 1910.&lt;br /&gt;
Datei:Ausschnitt AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.JPG|Reuter-Stein und Reuter-Eiche in Nahaufnahme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pressemeldung zur Vorbereitung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche im Rostocker Anzeiger vom 27.10.1910]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Fritz Reuter-Stein vor der Warnemünder Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Reuter-Stein Warnemuende.jpg|Der Warnemünder Reuter-Stein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bismarck-Stein auf der Promenade===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck Spoek-Stein Warnemuende.jpg|Der Bismarck-Stein vor seiner Aufstellung&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck-Stein Warnemuende.JPG|Der Bismarck-Stein auf einer alten Postkarte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) erhielt auch in Warnemünde Ehrungen und Denkmäler. So wurden unter anderem die Promenade und die anliegende Heinrich-Heine-Straße nach ihm benannt. Eine weitere Würdigung erhielt Bismarck in Warnemünde in der Form eines Gedenksteines, der am 25. August 1907 auf der Promenade feierlich eingeweiht wurde. Verbunden mit verschiedenen Ehrerbietungen, Reden und Kranzniederlegungen, wurde der Gedenkstein festlich enthüllt. Das Denkmal fand seinen Standort mitten auf der belebten Promenade und war mit dem Schriftzug „Bismarck zum Gedächtnis“ verziert.  Durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde dem Bismarck-Gedenkstein nach Kriegsende zunächst sein Schriftzug entfernt, bevor er 1968 endgültig von der Promenade verschwand. Versuche, den schweren Koloss an einen anderen Standort zu verlegen scheiterten und hatten die Sprengung des ehemaligen Denkmals zur Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Einweihung 1927.jpg|Einweihung des Kriegerdenkmals 1927&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Namen.jpg|Kriegerdenkmal Warnemünde: Blick auf die Namensliste&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Abriss.JPG|Kriegerdenkmal Warnemünde: Abrissarbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund SVZ 23te Januar 2006 a.jpg|thumb|450px|links|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ 23. Januar 2006]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund OZ 27te Januar 2006.jpg|thumb|600px|rechts|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ  2006]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Geinitz-Stein an der Stoltera===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Geinitz-Stein Warnemuende.JPG|Der Geinitz-Stein an der Stolteraa&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eugen Geinitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Gedenktafeln===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten auf den Warnemünder Gedenktafeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Opfer von Krieg und Gewalt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kunst im öffentlichen Raum in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Denkm%C3%A4ler,_Brunnen_und_Skulpturen_in_Rostock Wikipedia-Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Rostock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Planetenweg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder Planetenwanderweg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionspflege, Kultur und Vereinsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Reichsgründung 1871 entfaltete sich auch in Warnemünde ein reges Vereinsleben: Gesangsvereine, Ortsinteressenverein, Sportvereine etc. gründeten sich. Der erste Verein in Warnemünde, der eindeutig der Traditionspflege zuzuordnen ist, war der 1902 gegründete &amp;quot;Plattdeutsche Verein für Warnemünde und Umgegend&amp;quot;. In der Zeit der DDR waren es verschiedene Zirkel der Warnowwerft und insbesondere der Kulturbund der DDR, die die Kulturarbeit im Ort maßgeblich prägten. Nach der Wiedervereinigung kam es zu zahlreichen Vereinsgründungen, z.B. der Gemeinnützige Verein für Warnemünde e.V. (kurz Warnemünde-Verein), der Warnemünder Sportverein e.V. oder auch der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. (kurz Leuchtturm-Verein). Einige Vereine sehen sich dabei in der Tradition mit ihren historischen Vorläufern, wie z.B. der Warnemünder Segel-Club e.V. und der Tennisverein Blau-Weiß Warnemünde e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Klaashahns===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1963 waren es acht junge Segler aus der Betriebssportgemeinschaft der Warnowwerft, die zusammen kamen, um die Abende gemeinsam mit dem Singen von Seemannsliedern und Shantys zu verbringen. Sie selbst fanden Gefallen daran und auch zufällige Zuhörer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Auftritt der Sänger fand am 7. Mai 1964 im Warnemünder Veteranenclub mit großem Erfolg statt. Erst danach beschloss man, eine Shantygruppe zu bilden und sich den Namen „De Klaashahns“ zu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründungsmitglieder der Shantygruppe waren: &lt;br /&gt;
Edwin Lenz, Uwe Jahnke, Kurt Jahnke, Dietrich Zager, Siegfried May, Helmut May, Christian Rösler, Lutz Buchmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Trachtengruppe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trachtengruppe wurde 1976 gegründet und setzt sich seither für die Erhaltung und Pflege der Traditionen des Ortes ein. Dazu gehören insbesondere die alten Volkstänze, aber auch die niederdeutsche Sprache. Bei ihren Auftritten tragen die Mitglieder Trachten, wie sie um 1840 in Warnemünde getragen wurden. Einmal jährlich im Juli organisiert die Trachtengruppe das &amp;quot;Warnemünder Trachtentreffen&amp;quot;. Die Mitglieder der Trachtengruppe präsentieren seit 1976 im Zuge des &amp;quot;Warnemünder Ümgangs&amp;quot; historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Ümgang===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brauch des „Ümgangs“ geht zurück ins 14. Jahrhundert. In jedem zweiten Jahr wurde der Öllermann, der Wortführer des Altermänner-Kollegiums, gewählt. Gleichzeitig wurden die Steuereinkünfte von den Bürgerältesten abgerechnet.&lt;br /&gt;
Anschließend führte ein Umzug vorbei an Pfarre und Vogtei durch den Ort – auch gedacht als Repräsentanz der Warnemünder gegenüber Rostock. Diesen Brauch pflegte man bis 1850, in vereinfachter Form sogar bis 1909.&lt;br /&gt;
Als Bestandteil des Warnemünder Sommerfestes, heute im Rahmen der Warnemünder Woche, wird seit 1976 der „Warnemünder Umgang“ (seit 2001 „Nieger Ümgang“) durchgeführt.&lt;br /&gt;
Mitglieder der 1976 gegründeten Warnemünder Trachtengruppe verkörpern seither historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen. &lt;br /&gt;
Seit 1979 werden auch die sogenannten Ümgangsstäbe mitgeführt. Sie symbolisieren die drei wichtigsten Warnemünder Berufsstände: Fischer, Schiffer und Schiffbauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 01.jpg|Ümgang 1979.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1986.jpg|Ümgang 1986.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 02.jpg|Auf der Bühne am Leuchtturm, 1979.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünde-Verein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturmverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot;. Keimzelle für die Entstehung des Fördervereins war der Wunsch den Leuchtturm nach der Wende von 1989/90 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hauptinitiator hierbei war der damalige Rostocker Denkmalpfleger Gerhard Lau. Er und andere Enthusiasten, die sich schnell für diese Idee begeistern konnten, überzeugten den Bürgermeister der Stadt Rostock und das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) von dieser Idee.&lt;br /&gt;
Da weder die Stadt noch das WSA Personal hatten, um den Turm zu betreuen, wurde am 22. April 1994 daher der &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot; gegründet.&lt;br /&gt;
Das WSA, die Hansestadt Rostock und der „Leuchtturmverein“ einigten sich zugleich auf die Schließung eines Überlassungsvertrages zur Bewirtschaftung des Leuchtturms, der am 24. April 1994 direkt vor dem Leuchtturm unterzeichnet wurde. Der Turm ist seither unter der Obhut der Warnemünder Leuchtturmmänner wieder für alle geöffnet die den Aufstieg wagen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Einst und jetzt ein Stück Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der ursprüngliche &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine kleine Warnemünder Jolle rudert von schnellen kräftigen Schlägen getrieben die Warnow herauf.&lt;br /&gt;
:In dem Boot sitzt ein Mann mit seiner Frau. Schon von weitem wird es in Rostock als das des Tidingsbringers erkannt und spannungsvoll erwartet. Jetzt schießt es an das Bollwerk heran. Ein kleiner Mann springt ans Ufer, der Schweiß perlt ihm von der Stirn.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was gibts Neues, Jungmann, wer ist heute binnengekommen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Aber vergeblich sind alle Fragen. Der Tidingsbringer weiß genau, von wem er den klingenden Lohn für seine Neuigkeiten zu erwarten hat. Keine Sekunde darf verlorengehen, an niemand die Nachricht, die er bringt, vorzeitig verraten werden.&lt;br /&gt;
:Atemlos eilt er durch das Fischertor und verschwindet in der Strandstraße. Zuerst klopft er an die Tür des Steuermanns Schütz.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gute Nachricht Frau Schütz, Kapitän Lembke ist mit der Anna Maria im Ansegeln vor Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Ihr Mann wrd heute abend noch in den Hafen kommen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Diese dankt hocherfreut und lässt ein Silberstück in die Hand des Tidingsbringers gleiten.&lt;br /&gt;
:Weiter führt ihn sein Weg jetzt zur Wohnung des Kapitäns Krahnstöver und von dort zu den anderen Schiffer- und Steuermannsfamilien, denen er gleichfalls die freudige Mitteilung  machen kann, dass günstiger Wind die Schiffe mit ihren Angehörigen auf Warnemünde zusteuern lässt.&lt;br /&gt;
:Der letzte Gang gilt den weiter im Innern der Stadt gelegenen Kontoren der Reeder. Hier nimmter sich schon etwas mehr Zeit zur ausführlichen Berichterstattung, denn er ist sicher, dass ihm nun keiner mehr mit der Meldung der neuesten Schiffsnachrichten zuvorkommen wird.&lt;br /&gt;
:Bevor nach 1850 wegen des langen und beschwerlichen Landweges die Dampfer zum Hauptverkehrsmittel wurden und 1863 der Anschluss Warnemündes an das Telegrafennetz erfolgte, gab es zwei besoldete Tidingsbringer (auch Tidungenbringer) als Nachrichtenübermittler zwischen Rostock und seinem Vorhafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Über Bewegungen im Rostocker Schiffsverkehr, über Abgangszeiten, Bestimmungsort und mutmaßliche Rückkehr wussten diese genauso Bescheid, wie über Namen, Größe, Takelung und Kapitäne der Fahrzeuge, die sie mit dem Fernrohr durch Besonderheiten an Rumpf oder Takelage erkannten.&lt;br /&gt;
:(Auszug aus: Tidingsbringer - Ein Warnemünder Bäderjournal&amp;quot; Jahrgang 01 1996/1997 S.129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Im Jahre 1995 trafen sich Mitglieder des Leuchtturmvereins Warnemünde e.V. mit den beiden Verlegern Dr. Mathias Redieck und Achim Schade um einen neuen Tidingsbringer aus der Taufe zu heben, diesmal nicht vordergründig mit dem Ziel den Seemannsfamilien und Schiffsreedern Ankünfte oder Abreisen von Schiffen und ihren Besatzungen zu vermelden, sondern um alte und neue Nachrichten aus Warnemünde weit ins Land zu übermitteln.&lt;br /&gt;
:Damals ahnten sie nicht, das dieses, jährlich zwischen zwei Buchdeckeln randvoll mit spannenden &amp;quot;Tidings&amp;quot; &#039;&#039;(Nachrichten)&#039;&#039; gefüllte Medium in den nun folgenden zweieinhalb Jahrzehnten, seine Nachrichten hinaus bis nach Japan, Australien, Afrika und Amerika tragen wird. Selbst nach 30 Jahren (Stand 2025) halten noch immer viele Autoren Geschichte und Geschichten um Warnemünde und seine Menschen fest, bis eines Tages, warscheinlich wieder abgelöst durch neue Medien, auch wieder eine neue Form der Nachrichtenübermittlung wachsen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Warnemünder Geschichte(n) in mehr als 20 Bänden]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Tidingsbringer - Register der Band-Inhalte]] von Band 1- Band 25&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Segel-Club===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 gegründet ist der WSC seit 1926 Organisator und Veranstalter der Warnemünder Woche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Sportverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Edvard Munch Haus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Museumsverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Schulwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
(in Bearbeitung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schule wird für Warnemünde schon im 16. und 17. Jahrhundert erwähnt. Friedrich Barnewitz schreibt in seiner Ortschronik (1925), dass 1578 ein Schulmeister erwähnt wird und 1619 eine neue Schule errichtet wurde. Bis 1836 handelt es sich, wie vielerorts, um eine einklassige Schule. Barnewitz schreibt, dass die Warnemünder ihre Kinder nach eigenem Gutdünken zur Schule bzw. zum Küster schickten (beim Küster waren meist die 4- bis 6-jährigen Kinder). Die älteren Kinder mussten häufig durch Arbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Um 1800 überzeugte Pastor Schmiedekampf die Warnemünder ihre Kinder wenigstens von November bis Ostern zweimal wöchentlich zur Schule zu schicken. 1899 kam es zur Einrichtung einer Knabenschule. Am 1.4.1915 wurde die neue Schule in Fritz-Reuter-Straße eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Fritz Reuter-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Heinrich Heine-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerk in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Mühle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Mühle.jpg|thumb|300px|rechts|Die Warnemünder Mühle]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vom Fähr-, Fischer-, Lotsen- und Hafenort zum Ostseebad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fähren nach Dänemark===&lt;br /&gt;
=====Die Post- und Passagier-Schiffsverbindung nach Dänemark ab 1886 bis 1903=====&lt;br /&gt;
:(NHG)&lt;br /&gt;
:Von Entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Ostseebades Warnemünde war der Bau einer Eisenbahnverbindung von Neustrelitz mitten durch Mecklenburg nach Warnemünde, wo ein Brückenschlag nach Dänemark hergestellt werden sollte.&lt;br /&gt;
:Um eine rasche und sichere Einfahrt der Postdampfer zu gewährleisten, waren umfangreiche Bauten in Warnemünde nötig.&lt;br /&gt;
:Zunächst war eine Vertiefung der Fahrrinne und eine Verlängerung der Westmole sowie der Bau eines neuen Hafenbeckens erforderlich.&lt;br /&gt;
:Das Hafen-Bassin war 450m lang, 100m breit und 4,6m tief.&lt;br /&gt;
:Außerdem wurde die Mole um 133m verlängert und erhielt an ihrem Kopf eine Leuchtbake.&lt;br /&gt;
:Die Arbeiten wurden so auf Hochdrück gefördert, daß am 26.Juni 1886 die Eröffnung der Strecke von Neustrelitz über Rostock-Warnemünde nach Gedser erfolge.&lt;br /&gt;
:Die neue Verbindung verlief über eine Distanz von 24,3 Seemeilen oder 45 km.&lt;br /&gt;
:Die zwei 12 Knoten schnellen Raddampfer &amp;quot;Kaiser Wilhelm&amp;quot; und &amp;quot;König Christian&amp;quot; übernahmen die Verkehrsverbindung.&lt;br /&gt;
:Von dänischer Seite wurden die &amp;quot;Freya&amp;quot; und Anfang der 90er Jahre die &amp;quot;Edda&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
:Ab 1.Mai 1892 wurde auch eine Nachtverbindung eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Mit der Herstellung einer schnellen Verbindung ins Binnenlande, besonders zur Reichshauptstadt Berlin nahm auch der Urlauberverkehr einen großen Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen.jpg|Warnemünde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Trajekt Prins Christian um 1910.JPG|Warnemünde Trajekt Prins Christian um 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die Trajektverbindung (Transport mit Eisenbahn) ab 1903=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verkehr auf der Postdampferroute, die im Jahre 1894 mit der Besitzübernahme in die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn unter Landeshoheit kam, nahm eine sprunghafte Entwicklung ihren Lauf.&lt;br /&gt;
:Für den Personenverkehr, wie auch den Güterverkehr war für Personen der Umstieg von der Bahn aufs Schiff bzw. die ständige Umladung des Frachtgut ein umständliches und zeitraubendes  Hindernis. Dem entsprang der Gedanke die Verkehrsbrücke zwischen Deutschland und Dänemark in eine Trajektverbindung umzuwandeln.&lt;br /&gt;
:Der Baubeginn für dieses deutsch-dänische Gemeinschaftsprojekt war im September 1900 an den beiden jeweiligen Fährhäfen.&lt;br /&gt;
:Am 30.September 1903 fand deren feierliche Eröffnung unter der persönlichen Teilnahme von Kronprinz Christian (X.) und dem mecklenburgischen Großherzog Friedrich Franz IV. statt.&lt;br /&gt;
:Der Fährbetrieb wurde zunächst mit vier Schiffen, der &amp;quot;Großherzog Friedrich-Franz&amp;quot;, der &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot;, der &amp;quot;Prinzessin Alexandrine und der &amp;quot;Prinz Christian&amp;quot; eröffnet.&lt;br /&gt;
:Das war der Beginn für eine unkomplizierte, schnelle und kostengünstige Seeverbindung zwischen Deutschland und Skandinavien.&lt;br /&gt;
:Hatten die Postdampfer in ihrem letzten Betriebsjahr rund 4000 t Güter befördert, so bewältigten die vier neuen Trajektfähren im gleichen Zeitraum das 20fache.&lt;br /&gt;
:Die Zahl der beförderten Personen schnellte von 50 000 auf 80 000.&lt;br /&gt;
:Um deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen wurden die beiden Radfähren 1906 auf eine Gesamtlände von jeweils 104m verlänger.&lt;br /&gt;
:Raddampfer waren grundsätzlich nicht für Eisfahrten tauglich, so entschloß man sich eine eistüchtige Ostseefähre, die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; zu bauen. Das Fahrzeugdeck war zweigleisig und konnte 15 Güterwagen aufnehmen. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; war bis 1945 im Einsatz.&lt;br /&gt;
:1922 nahm dänischerseits die &amp;quot;Danmark&amp;quot; ihren Betrieb auf. In der Zeit ihrer Inn-Dienst-Stellung war sie mit einer Kapazität für 15 Güterwagen und 1100 Passagiere, die größte und leistungsfähigste Dampffähre im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
:Auf deutscher Seite folgte 1926 die Inbetriebnahme der Hochssefähre &amp;quot;Schwerin&amp;quot;. Sie übertraf technisch und beim Reisekomfort alles Dagewesene im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;250px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Wmde.Dampffährverbindung.jpg|Warnemünde Dampffährverbindung 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Sommerfahrplan 1937.jpg|Sommer-Fahrplan der Bahnverbindung Berlin-Kopenhagen via Warnemünde und Gedser 1937&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Zwischen den Weltkriegen entwickelte sich der Verkehr über die Ostsee nach Skandinavien sprunghaft.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende setzte schließlich auch dem Fährverkehr auf lange Zeit ein Ende.&lt;br /&gt;
:Am 1.Mai 1945 wurde der Fährverkehr auf der Linie Warnemünde-Gedser eingestellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Warnemünde Fähre Interim Fähre nach Trelleborg 1959.jpg|thumb|400px|rechts|schwedische Fähre zu Beginn der 50er Jahre, Interimbetrieb vor Wiederinbetriebnahme des Hafens Sassnitz]]&lt;br /&gt;
:Die deutschen Fährschiffe &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; und &amp;quot;Schwerin&amp;quot; waren verloren. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; interniert und die &amp;quot;Schwerin&amp;quot; durch Bomben zerstört.&lt;br /&gt;
:Die ersten Fährschiffe die nach Kriegsende in Warnemünde anlegten kamen aus dem schwedischen Trelleborg hierher, da der Saßnitzer Fährhafen wegen des zerstörten Hafens und des gesprengten Rügendammes nicht angelaufen werden konnte.&lt;br /&gt;
:Erst am 10. Mai 1947 wurde der Fährbetrieb wieder aufgenommen. &lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; begann man zunächst nur Bedarfsfahrten auszuführen.&lt;br /&gt;
:Erst in den 60er Jahren kam mit dem Umbau des westlichen Fährbetts und dem Einsatz des DDR-Fährschiffes &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; und dem dänischen Fährschiff &amp;quot;Kong Frederik&amp;quot; der Trajektverkehr zu neuem Leben.&lt;br /&gt;
:Ab 1990 erreichte die Frequentierung der Fähren im Güterverkehr, wie auch im Personenverkehr einen nie dagewesenen Höhepunkt erlebte, was angesichts der erwachsenden und nicht mehr beherrschbaren Verkehrsprobleme auf der binnenseitigen Verkehrsanbindung nach Warnemünde zum Ende des Fährverkehrs in Warnemünde führte.&lt;br /&gt;
:Der stetig wachsende Passagier- und Güterverkehr und die unzureichende Hafenanbindung führten 1995 zur Umverlagerung der Fähranbindung in den Rostocker Überseehafen.&lt;br /&gt;
:Das Ein- und Auslaufen der Fähren zum Überrseehafen, auf der Warnemünder Mittelmole zu beobachten ist dagegen bis in unsere Tage für die Warnemünder und ihre Gäste zum wichtigen Event geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Fährverbindung Warnemünde - Gedser und die Eisenbahn (1903 - 1995)=====&lt;br /&gt;
[[Datei:1900 Bauplan Fährhafen Kerner.jpg|thumb|500px|rechts|1900 Bauplan des Trajekt-Fähranlegers von Hafenbaudirektor K. Kerner Quelle: Archiv Heimatmuseum Warnemünde]]&lt;br /&gt;
;1903 &lt;br /&gt;
* [[Einweihung der Dampffähren-Verbindung Warnemünde - Gedser]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903, 30. September&lt;br /&gt;
:Mit dem eingleisigen Radfährschiff &amp;quot;Friedrich Franz IV.&amp;quot; verlässt erstmalig eine Eisenbahnfähre den Hafen von Warnemünde via Gedser.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig wird das Schwesterschiff &amp;quot;Prinsesse Alexandrine&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926, Dezember&lt;br /&gt;
:Erste Fahrt des Passagierfährschiffes &amp;quot;Schwerin&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Als &amp;quot;Schwan der Ostsee&amp;quot; gewinnt die neue Fähre schnell Berühmtheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 17. März&lt;br /&gt;
:Die dänische Widerstandsbewegung sprengt die Fähre &amp;quot;Danmark&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sie wird zu Kriegsende wieder gehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963 &lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Eisenbahnfähre &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; im Dienst&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
;Auszug aus der damals in Bremen erscheinenden Wochenzeitschrift der mecklenb. Landsmannschaft &amp;quot;Unser Mecklenburg&amp;quot; im Stil der damaligen (west-)deutschen Zeit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963, 23. Mai&lt;br /&gt;
:Werftdirektor Kurt Dunkelmann übergibt den Fährschiff-Neubau &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; an die Deutsche Reichsbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968, 14. April&lt;br /&gt;
:In den Mittagsstunden läuft das Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; Warnemünde letztmalig an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1995, 24. September&lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; verlässt letztmalig ein Trajekt auf der Ostseelinie Warnemünde - Gedser den Fährhafen von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Eine Ära hat ihr Ende gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stromfähre über den Seekanal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Warnemündere Bahnhofes, der Fährbecken für die Trajektverbindung und dem dazu notwendigen Bahndamm über den alten Strom in Höhe des Warnemünder Zollhauses, war eine völlig neue Zufahrt für den Warnemünder Hafen ereforderlich.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig mußten die nun östlich des neuen Seekanals gelegenen Teile der Stadt Rostock (Hohe Düne, Markgrafenheide, Rostocker Heide) Verbindung zum Verkehrsnetz haben.&lt;br /&gt;
:Der Bau einer Flussfähre war unumgänglich geworden.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar nach dem umfassenden Umbau der Hafenanlagen und des Seekanals wurde mit einer improvisierten floßartigen Fähre, die per Seilverbindung die Seiten wechselte, eine auf kurze Zeit ausgelegte Interimsverbindung geschaffen.&lt;br /&gt;
:Sie wurde nach Bedarf durch die Personenfähre &amp;quot;Maischolle&amp;quot; ergänzt. Nachts wurde die Überfahrt mit einem Ruderboot bewerkstelligt, um die Betriebskosten gering zu halten. Bei allen folgenden Entwicklungen im Fährausbau wurde der nächtliche Ruderbootverkehr bis in die 50er Jahre beibehalten.&lt;br /&gt;
: Mit der Erweiterung des 1913/14 errichteten Flugplatzes auf Hohe Düne und der bald nach dem Ende des ersten Weltkrieges dort schnell wachsenden Flugzeugindustrie, reichte die nötdürftige Verkehrsverbindung nicht mehr aus und es mussten neue, bedarfsgerechte Lösungen gefunden werden&lt;br /&gt;
:Der zeitweilig ins Auge gefaßte Bau einer über den &amp;quot;Neuen Strom&amp;quot; führenden Schwebefähre, konnte wegen der für die ungehinderte Schifffahrt vorzuhaltende Höhe nicht weiter verfolgt werden.&lt;br /&gt;
:So verfiel man auf die Lösung durch eine Kettenfähre, die dann bis 1955/56 zuverlässig unseren Dienst versah.&lt;br /&gt;
:Ältere östliche Anlieger-Bewohner wissen noch zu berichten, daß sie auch wiederholt nach Kettenrissen als antriebsloses Wasserfahrzeug auf die Ostsee abgetrieben und mittels Schlepper wieder &amp;quot;eingefangen&amp;quot; werden mußte.&lt;br /&gt;
:Zum Glück kam es dabei nie zu Personenschäden und es ging glimpflich ab.&lt;br /&gt;
:Der Bau des Rostocker Überseehafens ab 26.Oktober 1957 und der fast zeitgleiche Bau der Marinebasis Hohe Düne erforderte wiederum neue Lösungen. Dazu wurden auf beiden Seiten des Seekanals kleine Fährbecken mit Anlegesteg erbaut.&lt;br /&gt;
:Bis zur Fertigstellung der neuen Flußfähre &amp;quot;Ostsee&amp;quot; wurden die 1955 im Rahmen des &amp;quot;Nationalen Aufbauwerkes&amp;quot; gebauten Gehlsdorfer Fähren &amp;quot;Willi Schröder&amp;quot; und &amp;quot;Albert Schmidt&amp;quot; eingesetzt. Alle drei Fähren blieben lange im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Strandbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Enenkel &amp;quot;Die vergessene Bahn - Die elektrische Strandbahn Warnemünde-Markgrafenheide 1910-1945&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Seenotrettungsstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Seenotrettungsstation Warnemünde&amp;quot; von Erwin Seppelt in Marinekalender 1983]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde, die Nr. 1 unter den deutschen Kreuzfahrthäfen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Badeort==&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Werbung.JPG|thumb|300px|rechts|Werbung für das Ostseebad 1936]]&lt;br /&gt;
===Über die Anfänge des Badewesens in Warnemünde===&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
Im Sommer des Jahres 1885 führt der Weg rund 5000 Erholung suchende „Berliners“, also Badegäste nach Warnemünde. Das Badewesen hatte in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Veränderung und Entwicklung des Küstenortes zur Folge gehabt. &lt;br /&gt;
;Einige Meilensteine bis dahin seien hier genannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1828  Hinter der Ostmole wird ein Damenbad mit zwei Zellen geschaffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1834 Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1835 Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1866 Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels Neptun)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1872 Zerstörung aller Bäder bei der Novemberflut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1873 Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Badetourismus ist zum bedeutenden Wirtschaftszweig Warnemündes geworden, als der hier ansässige Kaufmann A. Bruger mit seinem Pressebeitrag „Badeplauderei“ im „Anzeiger für die Ostseebäder Warnemünde, Heiligendamm, Groß-Müritz, Wustrow“ am 6.Juli 1885 für Aufregung und lebhafte Diskussion im Ort sorgt. Übrigens weisen die Diskussionsinhalte bemerkenswerte Parallelen zu unseren Tagen auf und eine unterhaltsame Beschreibung des Lokalcolorits jener Tage in Warnemünde ist es in jedem Falle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schreibt: &lt;br /&gt;
;„Das Seebad Warnemünde, dessen Besuch von Jahr zu Jahr mehr zunimmt, gehört jetzt schon, und mit Recht, zu den besuchtesten Ostseebädern. In der That findet man selbst in den viel genannten und fashionabelsten Ostseebädern Misdroy, Häringsdorf und Colberg nicht eine solche Anzahl hübsch und anmuthig gelegener und mit so vielem Comfort eingerichteter Privatwohnungen wie in Warnemünde, und gar die großen Hotels dieses Badeortes können nicht nur wegen ihrer schönen Lage in unmittelbarer Nähe der See, sondern auch wegen ihrer vortrefflichen Einrichtung und Leitung, den gelobtesten Hotels in den sogenannten großen Bädern an die Seite gestellt werden. …“ &lt;br /&gt;
:Bruger stellt Vergleiche mit den in damaliger Zeit etabliertesten Ostseebädern und ihren Angeboten an und kommt zu dem Schluß: &lt;br /&gt;
:„Nur an Einem fehlt es in Warnemünde, und dieser Mangel macht sich von Jahr zu Jahr mehr fühlbar, das ist eine Badedirection, welche die Aufgabe hat, dem Fremden in Bezug auf die Wohnungen Auskunft zu geben und für das Amusement der Badegäste zu sorgen. Seitens der Stadtverwaltung, welcher zugleich auch die Verwaltung  des Fleckens Warnemünde unterstellt ist, geschieht sehr wenig für die Hebung des Bades als solches  und gar nichts für die Annehmlichkeit und Bequemlichkeit der Gäste. Insbesondere könnte man füglich die Anforderung stellen, daß in einem so frequenten Bade die Badeeinrichtungen besser wären. …“  &lt;br /&gt;
:Seine im Beitrag folgenden Beschreibungen über den praktischen Ablauf des Badelebens und den damit verbundenen Dienstleistungen jener Zeit lassen uns heute an  freies Baden gewöhnte Strandbesucher schmunzeln: &lt;br /&gt;
:„Die Zellen im Damenbade, deren Anzahl in der Hauptsaison nicht im Entferntesten dem Bedürfniß entspricht, sind zum größten Theil völlig dunkel und besitzen mit Ausnahme der wenigen gemauerten, anstatt des Fensters nur eine etwa 1 Fuß (28 cm) große Öffnung in der Rückwand, welche, wie in den Hühnerställen (Legeställen) auf dem Lande mit einem hölzernen Schieber geschlossen wird. &lt;br /&gt;
:Will der Badegast sich nun nicht im Finstern anziehen, was immerhin seine Schwierigkeiten hat, so muß er jenen Schieber öffnen und erhält nun durch diese Öffnung und das gegenüber in gleicher Höhe befindliche Loch in der Thür, dessen einstiger Zweck nicht erfindlich ist, die intensivste Zugluft, die man sich wünschen kann. &lt;br /&gt;
:Die Kleider, welche man an der weißgetünchten Wand der Zelle aufzuhängen hat, zieht man mit Kalk beschmutzt wieder an. :Handgroße Spiegel sind allerdings in den Zellen vorhanden, sie hängen aber entweder zu hoch oder zu niedrig, wenn man von „hängen“ überhaupt  sprechen kann, da sie fest genagelt sind. &lt;br /&gt;
:Im Uebrigen  ist das Glas völlig fleckig und blind, und zeigt dem Hineinschauenden entweder nichts oder ein völlig verzerrtes Antlitz. &lt;br /&gt;
:Eine Wanne zum Abspülen der Füße ist nicht vorhanden, und doch wäre diese um so mehr am Platz, als der auf der Brücke und auf den ins Wasser führenden Treppen befindliche Leinwandläufer stets beschmutzt mit dickem grünem Schlamm. …“ &lt;br /&gt;
:Auch an dem betreuenden Personal der beiden Bäder hat der Kaufmann mancherlei zu kritisieren: &lt;br /&gt;
:„Die Bedienung der Badenden ist ebenso mangelhaft wie die Einrichtung der Zellen. &lt;br /&gt;
:Allerdings umdrängen im Herren- wie im Damenbade eine Menge Menschen den neu hinzugekommenen Badegast und bieten ihre Dienste an. &lt;br /&gt;
:Es beschränken sich aber die Dienstleistungen in der Regel ausschließlich auf das Trocknen und Aufbewahren der Badewäsche. :Das sorgfältigste der Gesundheit und dem Wohlbefinden so notwendige Frottieren der Haut unterbleibt entweder ganz oder es wird von dem Badediener (respective der Badedienerin ) gewissermaßen im Vorübergehen auf dem Badesteg vorgenommen. &lt;br /&gt;
:Die Bedienenden haben in der Regel so vielen Badegästen ihre Dienste verdingt, daß es für sie eine Unmöglichkeit ist, jeden Einzelnen in die Zelle zu begleiten und ihm  dort beim Ankleiden behilflich zu sein. &lt;br /&gt;
:Dies und noch vieles Andere, sind Übelstände, welche jeder Badegast unangenehm empfindet. …“  &lt;br /&gt;
:Alle Kritik an der Situation im „Baderegiment“ von Warnemünde führt Bremer schließlich zu der Forderung: &lt;br /&gt;
:„Von Seiten der Stadt müßte in Bezug auf die Einrichtung der Zellen, der Bedienung der Badegäste etc. , ein festes Reglement aufgestellt werden, dessen Innehaltung zu überwachen  und zu controllieren Sache des Bade-Direktors wäre, der in jedem größeren Seebade für die Sommermonate angestellt ist, und dessen Abwesenheit sich in Warnemünde, auch in Bezug auf das Miethen der Wohnungen, das Arrangement der Vergnügungen etc. von Jahr zu Jahr mehr fühlbar macht.“                                                     :Schon wenige Tage darauf reagiert der Hotelbesitzer C. Hübner, gleichzeitiger Betreiber von Damen- und Herrenbad mit unverhohlener Wut: &lt;br /&gt;
:„Wenn ich beipflichte, daß wenn in unserem Orte für die Dauer der Saison eine Badedirektion existirte, es in vielen Dingen besser stehen würde wie zur Zeit, so ist es doch sehr zu bedauern, daß eine Einrichtung, die nicht besser, einfacher und reinlicher sein kann, wie unsere Badeanstalt, einer Kritik unterworfen wird. &lt;br /&gt;
:Was den Punkt anbetrifft, daß eine Badedirektion fehle, um Fremden betreffend Auskunft zu geben, so findet auch jetzt jedes an die nicht existierende Badedirektion gerichtete Schreiben sofortige Beantwortung und wird ihm gerne Rath ertheilt.“                                                                                                                                                    :Es hatte sich in der Vergangenheit eingebürgert, daß der Postbote Briefschaften, die an die Badedirektion adressiert waren zur Auskunft und Bearbeitung an das Hotel Hübner, eben das größte Haus am Platze gab, wo sie dann bearbeitet wurden. &lt;br /&gt;
:Waren im eigenen Haus keine Unterkünfte frei hatte, leitete man sie dann an die anderen Hoteliers des Ortes weiter. &lt;br /&gt;
:Was verständlicherweise deren Unmut weckte. &lt;br /&gt;
:Hübner führt weiter aus: &lt;br /&gt;
:„…daß Amusements bis jetzt ohne eine Badedirektion stattfanden, so z.B. die Stromfahrten, welche doch nur von Privatpersonen (auf Hübners Rechnung) angeregt wurden und in jeder Weise rege Beteiligung fand.“                                                                                                                               :„Was nun die Einrichtung unserer Badeanstalten betrifft, so fehlt es in denselben durchaus nicht an Luft und Licht, denn jedem , der sich in denselben seiner Kleider entledigen respective sich ankleiden will, ist es gestattet, die Thüre der Zelle offen zu stellen, so oft er entweder des Lichtes oder der Luft entbehrt, doch thun wohl solche, die sich vor einem Luftzuge scheuen besser, wenn sie im Hause bleiben und ein warmes Bad von 30 bis 40 Grad nehmen. …“ &lt;br /&gt;
:Was die angebotenen Dienstleistungen angeht bemerkt Hübner: &lt;br /&gt;
:„…Zum Abtrocknen und Frottiren der Badenden befinden sich in der Badeanstalt 2 kräftige junge Männer, auf jeder Seite einer, die gewiß ihrer Aufgabe gewachsen sind und willig tun, was von ihnen der Badende verlangt.“ &lt;br /&gt;
:Als Resümé schließt der Hotelier an: &lt;br /&gt;
:„Fragen wir uns nun zum Schlusse, zu welchem Preise ist ein Bad in Warnemünde, und zu welchem Preise ist ein Bad in Häringsdorf oder Colberg zu haben: &lt;br /&gt;
:...ein Bad kostet in Warnemünde 20 Pf., in Colberg 40 Pf. Und in Häringsdorf sogar 75 Pf., so gelangen wir zu der Einsicht, daß Warnemünde bei solchen niedrigen Preisen stolz darauf sein kann, eine solche Badeanstalt zu besitzen, und gewiß in dieser Hinsicht den anderen Seebädern ebenbürtig dasteht.“                                 &lt;br /&gt;
:Auch Kaufmann Bruger fühlt sich nun noch zu einer Erwiderung bemüßigt: &lt;br /&gt;
:„Freilich geht es auch ohne Badedirektion, wie  Herr „C.H.“ zu beweisen sich bemüht. &lt;br /&gt;
:Es kommt hier wie überall im Leben nur auf die Ansprüche, die man erhebt, und auf den Platz den man einnehmen und behaupten will. &lt;br /&gt;
:Warnemünde gehört zu den besuchtesten Ostseebädern, es stellt sich mit Recht „Häringsdorf und Colberg“ gleich, da darf es auch bezüglich  seiner Badeeinrichtungen nicht so weit hinter den genannten Bädern zurückstehen, wie dies doch in Wahrheit der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Wem die Bade-Einrichtungen als die „besten“ erscheinen und er sogar „stolz“ darauf ist, dem zeugt dies von einer nachahmungswürdigen Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit, welche leider das die Bäder besuchende, größtentheils wohlhabende Publikum nicht zu besitzen pflegt. &lt;br /&gt;
:Wem es nichts ausmacht bei offener Zellenthür vor zahllosen Zuschauern aus- und anzukleiden, wem die fleckigen blinden Spiegel genügen, wem es nicht unangenehm ist, die mit Sand und Schlamm beschmutzten Füße ohne vorherige Reinigung in dem Badelaken abzutrocknen, wer endlich die Bedienung bei dem Verlassen des Bades nicht entbehrt, der könnte sich füglich auch ganz ohne Zelle behelfen und hätte dabei die Freude, an jedem Bade 20 Pf. Zu sparen. &lt;br /&gt;
:Die Badegäste, vorzugsweise die Damen, sind indessen leider so verwöhnt, daß sie es vorziehen sich bei geschlossener Tür und nicht im Finstern anzuziehen. …und sie haben sogar das Bedürfnis in ihrer Zelle von einer Dienerin abgerieben zu werden. … es ist mir unverständlich, weshalb man solche Mängel nicht rügen soll, weil die Badeanstalt sich in den Händen einer Privatperson befindet. &lt;br /&gt;
:Die letztere würde jedenfalls in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sie hier gründliche Abhülfe schafft. &lt;br /&gt;
:… Wenn de Besitzer der Badeanstalt, an welcher er die genannten Verbesserungen vorgenommen hat, dagegen einen etwas höheren Preis für die Bäder verlangt, so wird das Publikum dies nur billig finden. &lt;br /&gt;
:Wer sich den Luxus einer Badereise gestatten und für eine Wohnung täglich 5 – 12 Mark Miethe zahlen kann, dem wird es wahrlich auf die 20 Pf. nicht ankommen, um welche er vielleicht das tägliche Bad theurer bezahlen muß und Warnemünde wird durch Verbesserung seiner Badeeinrichtungen wesentlich gewinnen.“   &lt;br /&gt;
:Es läßt sich heute nicht mehr aufklären, ob dieser öffentlich ausgetragene Disput mit dazu beigetragen hat, daß drei Jahre darauf auf Initiative und unter Leitung des Rostocker Bürgermeisters Dr. Paschen im Jahre 1888 für Warnemünde eine amtliche Badeverwaltung eingerichtet wurde. &lt;br /&gt;
:Ein Denkanstoß dazu war es gewiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Kurhaus von Gustav Berringer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das im Dessauer Bauhausstil errichtete Kurhaus an der Strandpromenade wurde 1914 begonnen.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges waren die Grundmauern des Gebäudes ca. 2m aus dem Boden gewachsen.&lt;br /&gt;
:Durch Krieg und Inflation unterbrochen fand der Bau seine Fertigstellung erst 14 Jahre später im Jahre 1928.&lt;br /&gt;
:Um den Bau finanzierbar und umsetzbar zu machen übernahm die Hansestadt Rostock im Jahre 1913 die Bauträgerschaft und beauftragte ihren Stadtbaudirektor, den Diplomingenieur Gustav Wilhelm Berringer, mit der Projektierung.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war der Bau an der Promenade bereits 2 Meter gewachsen, bis die Baustelle kriegsbedingt stillgelegt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gustav Wilhelm Berringer&lt;br /&gt;
:Er wurde am 17.Februar 1880 in Rostock geboren und entstammte einer seit Generationen in Rostock ansässigen Bäcker- und Konditorenfamilie.&lt;br /&gt;
:Bis 1905 studierte er Hochbau in München, Dresden und Berlin-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Berringer schuf den Entwurf für die frühere Gewerbeschule in der Parkstraße und wirkte seit 1924 im Verein für Rostocks Altertümer unter anderem als Museumswart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weiterbau ab 1922&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1922/23 begann eine weitere Etappe. Der Kurhausgarten mit dem Musikpavillion, der Wandelhalle und der Lesehalle entstand.&lt;br /&gt;
:1927 standen für die Fertigstellung des Kurhauses 525.000 Mark zur Verfügung&lt;br /&gt;
:Am 24.Mai 1828 fand die festliche Eröffnung des Kurhauses begangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Laufe des zweiten Weltkrieges wurde das Kurhaus in ein Tarnnetz gehüllt.&lt;br /&gt;
:Nach den Bombadements auf Rostock im April 1942 wurden im Keller des Gebäudes Bauteile für die Ernst Heinkel Flugzeugwerke gefertigt.&lt;br /&gt;
:In den oberen Etagen befand sich deren Konstruktionsbüro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Betrieb nach dem zweiten Weltkrieg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach Ende des zweiten Weltkrieges, etwa ab 1950 begann sich im Kurhaus ein breites Veranstaltungsangebot zu entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Hotel Neptun====&lt;br /&gt;
Von 1969 bis 1971 wurde das Hotel vom städtischen Wohnungsbaukombinat und dem schwedischen Unternehmen SIAB errichtet und im Frühjahr 1971 eröffnet. Die Architekten hatten den Bau so geplant, dass alle Zimmer einen Meerblick haben. Neben einem Meerwasserschwimmbad direkt in der 2. Etage des Hotels gab es eine angeschlossene Meerwasserschwimmhalle mit Wellenanlage und die Sky-Bar in der 19. Etage, in der das Dach für den &amp;quot;Tanz unter Sternen&amp;quot; geöffnet werden konnte. Im Keller des Hotels befand sich die erste Diskothek der DDR. Bis 1990 war das &amp;quot;Neptun&amp;quot; Vertragshotel der Handelsorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026 08. Juni  Ostseezeitung von  Ben Brümmer&lt;br /&gt;
:;55 Jahre „Neptun“: Ostalgie hat ihren Preis&lt;br /&gt;
Doppelzimmer im Warnemünder Luxushotel kosten heute 180 Euro mehr als vor zehn Jahren / DDR-Flair inklusive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hotel „Neptun“ in Warnemünde ist eines der berühmtesten Devisenhotels der DDR-Geschichte. In diesem Jahr feiert die Rostocker Luxusherberge ihr 55. Jubiläum – groß, laut und mit viel Tamtam. Am Sonnabend (6. Juni) steht eine Gala mit Menü, Dessertbüfett und Livemusik auf dem Programm. Moderiert wird der Abend von DDR-Unterhaltungsikone Wolfgang „Lippi“ Lippert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zu unserer Jubiläums-Gala wollen wir uns in Schale werfen. Dann glänzen insgesamt 55 Balkone in einem goldenen Gewand“, sagte Generalmanager Guido Zöllick Ende Mai.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung im Jahr 1971 punktet das 64 Meter hohe Fünf-Sterne-Haus mit Luxus und Extravaganz im beliebten Ferienort. Im Laufe der Jahre konnte das Hotel jedoch nicht nur positiv auffallen. Im Volksmund wird das „Neptun“ nämlich auch als „Stasi-Hotel“ bezeichnet. Der Grund: Die Bleibe arbeitete eng mit dem Geheimdienst der DDR und seinen Machenschaften zusammen. In der Nobelherberge, die von 1971 bis 2007 vom Direktor Klaus Wenzel geleitet wurde, sollen vor allem West-Gäste auf ihren Zimmern ausgehorcht und spioniert worden sein. Das Haus wertet die Spitzeleien heute sachlich als Teil der historischen Entwicklung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am kontinuierlichen Erfolg des „Neptuns“ hat das jedoch nichts geändert. Der gewisse DDR-Charme von damals überzeugt die Urlauber bis heute. Die Sky-Bar im obersten Stockwerk, der Wellnessbereich mit Schwimmbad, die hoteleigene Diskothek sowie die legendäre Broiler-Bar sind nach wie vor wahre Gäste-Magneten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Spaß hat seinen Preis. Ein Doppelzimmer in der Etage fünf bis neun wird von Freitag (5. Juni) auf Samstag ab 349 Euro angeboten. Das Hotel arbeitet mit flexiblen Preisen. Die Kosten variieren dabei je nach Nachfrage, Wochenenden, Feiertagen und Ferienzeit. Unter der Woche war das gleiche Zimmer daher noch ab 284 Euro zu haben – ein Unterschied von mindestens 65 Euro. Für Zimmer auf den Etagen zehn bis 18 wäre noch mal ein Aufschlag fällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum vor fünf Jahren war das Doppelzimmer noch ab 194 Euro erhältlich. Vor zehn Jahren mussten zwei Personen mindestens 169 Euro für eine Übernachtung im „Neptun“ zahlen – ein Unterschied von 180 Euro zum heutigen Preis. Das ergibt eine Recherche mit dem Online-Archiv „Wayback Machine“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim „Rügen-Hotel“ in [[Sassnitz auf Rügen|Sassnitz]], einem weiteren beliebten Anlaufpunkt seit DDR-Zeiten, sind flexible Zimmerpreise gängig. Es gilt als Pilotprojekt vor dem Bau des berühmten „Neptuns“. Ein schwedisches Unternehmen hatte das Hotel 1969 fertiggestellt – ebenfalls mit Sky- und Broiler-Bar. Anschließend startete der Bau in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz einer umfassenden Sanierung in den vergangenen drei Jahren ist im „Rügen-Hotel“ weiter der typische DDR-Kult zu erkennen. „In den Fluren hängen überall alte Bauzeichnungen aus den 60er Jahren. Ein Teil des originalen Bartresens aus der alten Sky-Bar steht im Haus. Ein Zeitstrahl im Flur erzählt die Geschichte des Hauses“, meint ein Sprecher des Hotels. Außerdem können Gäste in Vitrinen alte Speisekarten, Stoffmuster, Postkarten und weitere Erinnerungen aus DDR-Zeiten erkunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Hotels, die schon damals beliebte Ferienunterkünfte waren und bis heute mit Ostalgie punkten, sind auch das Selliner „Cliff-Hotel“ auf [[Insel Rügen|Rügen]], das Hotel „John Brinckmann“ in [[Boltenhagen]] sowie das „Strandhotel Fischland“ im Ostseebad [[Nienhagen, Ostseebad|Nienhagen]]. Letzteres wurde 1968 als exklusives Gästehaus für Regierungsmitglieder der DDR und internationale Staatsgäste errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Menge Staats- und Stargäste durfte auch schon das „Neptun“ in Warnemünde begrüßen. Im &#039;&#039;&#039;338-Zimmer&#039;&#039;&#039;-Koloss übernachteten unter anderem schon das niederländische Königspaar Máxima und Willem-Alexander, die Ex-Bundeskanzler Angela Merkel und Helmut Schmidt sowie die Musiker Udo Lindenberg, Roland Kaiser und Fußballer Franz Beckenbauer. Insgesamt waren bislang rund 2,2 Millionen Gäste aus 122 Ländern im Warnemünder Luxushaus zu Gast. In den 55 Jahren wurden dabei fast neun Millionen Übernachtungen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Industriestandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Werften in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem heutigen Gelände der MV Werft, begann nach Kriegsende 1945 die Geschichte der Warnowwerft. Während der unmittelbaren Nachkriegszeit, wurden die vorhandenen Überreste der alten Krögerwerft zum Bau von Fischkuttern für die Besatzungsmacht aus der Sowjetunion genutzt. Die Krögerwerft in Warnemünde war in den Jahren 1939 – 1945 vor allem für den Bau von Flugsicherungsbooten zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den neuen Namen „Warnowwerft“, sowie eine damit verbundene Eigenständigkeit, erhielt die VEB Warnowwerft Warnemünde am 01. August 1948. Die Werft konzentrierte sich in der Folgezeit auf die Reparaturen von Schiffen.&lt;br /&gt;
Ein Umschwung erfuhr die Werft ab 1951, als fortan neben den Reparaturarbeiten, der Neubau von Schiffen dazukam. So wurde unter anderem der Neubau des Segelschulschiffes Wilhelm Pieck abgeschlossen und mit der Produktion von Serienschiffen begonnen. Die Warnowwerft entwickelte sich zu der größten Schiffbauproduktionsstätte der DDR. Die Schiffe wurden in erster Linie für die Handelsflotte der DDR verwendet, aber auch im Ausland erfuhr die Werft einen Aufschwung und lieferte Schiffe an die UdSSR, Jugoslawien, China, Rumänien und in die Tschechoslowakei. Eine besondere Beziehung pflegten die Werfteigner aber auch zu dem unmittelbaren Nachbarn, der Bundesrepublik Deutschland, die die regelmäßig Handelsschiffe ausgeliefert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1959 erfolgte ein Zusammenschluss der Werften der DDR, zur Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Schiffbau. Diese Vereinigung blieb bis 1979 erhalten und entwickelte sich fortan zum Kombinat Schiffbau Rostock. Zwischen 1948 bis 1989 wurden unter anderem Fischkutter, Stückgutfrachter, Schlepper, Schwimmkräne und Containerschiffe gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands, änderten sich auch die Umstände der Werft. Im Zuge der Wirtschaftsreformen während der Wendezeit, wurde am 1. Juni 1990 der VEB Warnowwerft Warnemünde in eine Kapitalgesellschaft überführt und agierte als Warnowwerft Warnemünde GmbH. Im Oktober 1992 erfolgte der Verkauf der Werft an den norwegischen Gesellschafter Kvaerner, der die Werft in den Jahren 1993 – 95 modernisierte. Die Werft operierte bis 2001 unter dem Namen Kvaerner Warnow Werft GmbH. Highlights der Kvaerner Werft stellten beispielsweise der letzte konventionelle Stapellauf am 30. Juni 1995 oder der Bau der Bohrinsel „Stena Don“ 2001 dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von wirtschaftlichen Problemen und damit verbundenen Zusammenschlüssen mehrerer Konzerne, wechselte der Name der Werft in den Folgejahren mehrfach. So entstand 2008 die Aker Yards Ostsee und 2007, nach einer erneuten Umstrukturierung, die Wadan Yards. Den dramatischen Höhepunkt dieser schwierigen Zeit, stellte am 5. Juni 2009 der Insolvenzantrag der deutschen Unternehmensteile der Wadan Yards Group AS dar. Die Werft wurde anschließend vom russischen Investor Witali Jussufow übernommen, der über die durch ihn ins Leben gerufene „Nordic Yards“, die Vermögensgegenstände der deutschen Wadan-Unternehmensteile erwarb. Seit Juli 2016 fungiert die Warnemünder Werft in der Unternehmensgruppe MV Werften und beteiligt sich unter anderem an dem Bau verschiedener Sektionen für Kreuzfahrtschiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kroegerwerft um 1938.jpg|Das Gelände der ehemaligen Krögerwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Werft Kabelkrananlage.JPG|Die Kabelkrananlage der Warnowwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kvaerner Werft.jpg|Nach der Wende: die Kvaerner-Werft&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Fliegerei und Flugzeugbau in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zivile Anfänge der Fliegerei in Warnemünde====&lt;br /&gt;
;1912&lt;br /&gt;
;Der Deutsche Luftflottenverein plant auf dem &amp;quot;Neuen Land&amp;quot; an der Grenze zur Groß-Kleiner Feldmark eine Luftschiffwerft zu errichten. Das Projekt kommt jedoch nicht über die Planungsphase hinaus. &lt;br /&gt;
:(Quelle: AHR KFC SO &amp;quot;Groß-Klein&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Wurde mit dem Bau des Land- und Wasserflugplatzes am Breitling auf der Hohen Düne begonnen.&lt;br /&gt;
:Die militärisch günstige Lage mit dem ruhigen Breitling und der direkten Anbindung an die Ostsee war damals entscheidend für die Auswahl des Platzes.&lt;br /&gt;
Das Gelände wurde zunächst aufgespült und befestigt.&lt;br /&gt;
:Ab 1914 wurden dann Gebäude wie Hangare, Werkstätten u.a. gebaut, eine Marinefliegerstation eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Einige kleine Unternehmen siedelten sich an.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz konnte auch von zivilen Fliegern benutzt werden.&lt;br /&gt;
; [[Der Warnemünder Wasserflugplatz 1914]] (Rostocker Anzeiger Juli 1914)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Seeflieger-Versuchskommando (1914-1917)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1914.jpg|thumb |200px|rechts|Warnemünde Werbung 1914]]&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:August - Die Kaiserlich Deutsche Marine übernimmt den Warnemünder Flugplatz mit dem vorhandenen Bestand unmittelbar nach der Mobilmachung&lt;br /&gt;
:Es wird neues Fluggerät für die Marine erprobt.&lt;br /&gt;
:Deren Eröffnung erfolgte im Rahmen der Austragung des 2. Deutschen Wasserflugzeug-Wettbewerb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ort Gründung der Firma &amp;quot;Luftverkehr Sablatnig&amp;quot; mit dem Konstrukteur Dr. Hans Seehase&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1915&lt;br /&gt;
:Im Dünenwald unmittelbar östlich der Stromfähre werden zwei Unterkunftsbaracken errichtet.&lt;br /&gt;
:Im Laufe des Sommers wird der technische Bereich wesentlich ausgebaut. So entstand u.a. die 72,5m x 26m sowie 16m hohe Halle IV. Ihre Tore hatten jeweils eine Breite von 7,25m und nahmen die Hallenbreite zum Breitling hin ein.&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des Jahres folgen auf der Nehrung , Kasernen, ein Offiziershaus, ein Wirtschaftsgebäude, das Deck-Offizierhaus und die Krankenstation&lt;br /&gt;
:Zur Ostsee hin wurde neben der bereits Vorhandenen eine weitere hölzerne Ablaufbahn für das Zuwasserlassen der Seeflügzeuge angelegt&lt;br /&gt;
:Während des Kriegsverlaufes wuchs die Zahl der Hallen von drei auf zwölf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1917&lt;br /&gt;
:Auf dem aufgefüllten Gelände am Laak-Kanal wird die Firma &amp;quot;Flugzeugbau Friedrichshafen Gmbh&amp;quot; angesiedelt. Sie geht 1925 in den Besitz der Arado-Werke über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am Ende des Krieges  sind auf der Fliegerstation bis zu 1500 Mann und 60 Offiziere stationiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1920&lt;br /&gt;
:Gemäß des Versailler Vertrages erfolgte der Abriß von sechs Hallen und weiterer Gebäude. Zwei Hallen waren bereits im Kriegsverlauf abgebrannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Heinkel-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
[[Presse-Beitrag der NNN vom 1.12.2022 zum Beginn der Heinkelwerke ]] &lt;br /&gt;
;1922, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Gründung der Ernst Heinkel Flugzeugwerke&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Heinkel Werbung um 1930.jpg|thumb|400px|rechts|Warnemünde Heinkel Werbung 1930]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Arado-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[https://www.arado196.de/geschichtliches/arado-flugzeugwerke/ private Internetseite zur Arado-Geschichte  ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Arado Logo 1939.jpg|Warnemünde Arado Logo 1939&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Arado Schuldverschreibung 1942.jpg|Warnemünde Arado Schuldverschreibung 1942&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde und Hohe Düne und deren maritime Militärstandorte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marine in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote.jpg| thumb|500px|rechts|Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die militärische Nutzung der Hohen Düne nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die 4. Flottille====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die 4. Flottille]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost)====&lt;br /&gt;
* [[Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Forschungsstandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ingenieurhochschule für Seefahrt (IHS)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seehydrographischer Dienst der DDR===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Seezeichenwesen in der DDR]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seewetterdienststelle Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Seewetterdienststelle Warnemünde&amp;quot; Vilkner, Hans In: Natur und Heimat (1957), 8, S.244-246]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Institut für Meereskunde/ Institut für Ostseeforschung (IOW)===&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Meereskundlichen Berichten&amp;quot; (Nr. 111 2019) ist unter der Autorenschaft von Dr. Wolfgang Matthäus nachfolgender Aufsatz erschienen.&lt;br /&gt;
Wir danken dem Autor für seine Erlaubnis diesen Beitrag an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen.&lt;br /&gt;
Bitte beachten sie die Wahrung der zu Beginn des Beitrages angegebenen Veröffentlichungs- und Autorenrechte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Medium:Mattheus warnemünde iow.pdf |Die Anfänge der meeresgeologischen und Küstenforschung in Warnemünde (1950 - 1970)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sturmfluten und Küstenschutz in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge des Küstenschutzes in Warnemünde durch Prof. L. Karsten und Forstinspektor Becker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Karstens Schriften zu seinen Versuchen der Dünenbefestigung in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemündes Kampf gegen Flut und Sand===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschaeden Warnemuende 1913 14.jpg|thumb|300px|rechts|Am Tag danach - Begutachtung der Schäden der zum Jahreswechsel 1913/14 gewüteten Sturmflut an der Warnemünder Strandpromenade]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sturmfluten stellten für den kleinen Küstenort Warnemünde in den vergangen Jahrzehnten mehrfach große Gefahren dar. Besonders schwer traf es den Ort in den Jahren 1825, 1872, 1903 und 1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zu Beginn des Jahres 1825 wurde Warnemünde von einer Sturmflut erfasst. die sich über den Bereich der Dünen und der Moorwiesen ihren Weg bahnte. Insgesamt wurden 18 der 150 Häuser komplett zerstört und immerhin 74 zum Teil schwer beschädigt. Das Wasser stieg zu seinem Höhepunkt auf 2,52 Meter über die Normalhöhe und trug gut 80 Prozent der Dünenanlagen ab.&lt;br /&gt;
Am schlimmsten in der jüngeren Geschichte wurde Warnemünde 1872 getroffen, als das Wasser 2,80 Meter über Normal stieg und in Warnemünde sowie Diedrichshagen große Schäden verursachte. Verheerende Folgen hatte die Sturmflut von 1872 auch für die ortsansässige Schifffahrt, die sich im Winterstand befand und durch das Hochwasser auf den Feldern trieb.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1625 - Warnemünde und die Sturmflut am 10. Februar (Auszug aus H.F.Beckers &amp;quot;Chronik der Rostocker Heide&amp;quot; 1839)====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Den 10. Febr. 1625  stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen die bis an die Wolken reichten. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Febr. bei gemäßigterem Sturm fast bis zur derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten; das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung; zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die große Novemberflut 1872 in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflut 1872 Gedenktafel Warnemuende.jpg|thumb|350px|rechts|Gedenktafel für die Sturmflut 1872 in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
:Über die Sturmflut von 1872 erfährt man oft den Nimbus, daß sie die größte Hochwasserkatastrophe gewesen sei, die unsere Ostseeküste hier je gesehen hat. &lt;br /&gt;
:Das ist zwar nicht richtig, führt aber dazu, das dieses Natur-Ereignis bei bodenständigen Küstenbewohnern in den Familien-Erinnerungen bis in unsere Tage fest verankert ist.&lt;br /&gt;
:Die Allerheiligenflut (1. November 1304), mehr als fünfhundert zuvor, und noch weitere, waren den Quellen zufolge  höher und verheerender. &lt;br /&gt;
:Sie liegt für das Erinnerungsvermögen der Menschen zu weit zurück und ist für die Statistiken der Wissenschaft nicht mehr detailliert fassbar.&lt;br /&gt;
:Was nun die Flut vom 12. bis 14. November 1872 so finden sich in den Archiven kaum bildliche Darstellungen der Hochwasserereignisse und ihrer Folgen, dafür aber eine große Vielzahl an Zeitzeugenberichten und die sind oft besonders bildlich in ihrer zeitnahen Beschreibung.&lt;br /&gt;
:Gustav Quade, berühmt geworden durch seine dreibändige „Mecklenburgische Vaterlandskunde“, hat in den Monaten unmittelbar nach der Katastrophe in der Region Rostock und Warnemünde solche Zeitzeugenberichte gesammelt, wo immer er ihrer habhaft werden konnte. &lt;br /&gt;
:Davon möchte ich hier einiges in Auszügen wiedergeben, das uns bis heute berührt:&lt;br /&gt;
:„Am Nachmittag des 12. November stand schon die See auf dem Fahrdamm der Vorderreihe. &lt;br /&gt;
:Einige vorsichtige Warnemünder zogen daher ihre Jollen näher aufs trockene Land und befestigten die Boote an den Bäumen. &lt;br /&gt;
:Allgemein ging man zu Bett, da mit einem Fallen des Wassers auf das bestimmteste gerechnet wurde. &lt;br /&gt;
:In der Nacht wuchs der Sturm zum Orkan. &lt;br /&gt;
:Lotsenkommandeur Jantzen, der die Gefahr von seinem Hause am Strom, hart an der See, aus erkannte, schickte noch in der Nacht die Nachtwächter im Ort herum, um die Einwohner zu wecken.&lt;br /&gt;
:Um 3 Uhr morgens war alles auf den Beinen. Der Sturm raste mit unverminderter Stärke weiter. &lt;br /&gt;
:Die Ziegel fielen haufenweis von den Dachstühlen, ganze Dächer wurden zuweilen abgehoben. &lt;br /&gt;
:Unzählige Veranden und Fensterscheiben gingen in Stücke. &lt;br /&gt;
:Einige Einwohner versuchten noch die Boote in Sicherheit zu bringen. Alles vergeblich. &lt;br /&gt;
:Als es gegen ½ 8 Uhr morgens Tag wurde, waren beide Baken auf den Molenköpfen verschwunden, die Molen standen ganz unter Wasser, die Bismarkpromenade mit der Grotte und die Badeanstalten waren beinahe zerstört.&lt;br /&gt;
:Gegen 8 Uhr morgens durchbrach das Wasser die Dünen westlich vom Ort und vereinigte sich über das Diedrichshäger-Moor und die Laak mit dem Breitling. :Warnemünde lag auf einer Insel, deren Umfang mit dem Steigen des Wassers immer kleiner wurde. &lt;br /&gt;
:Am Rostocker Ende drang bald darauf das Wasser in die Häuser, die Bewohner flüchteten in die neuerbaute Kirche. &lt;br /&gt;
:Unterdessen hatten die Wogen die Gebäude des Bauhofes erreicht, nachdem sie die dahinter liegenden Dünen durchbrochen hatten. &lt;br /&gt;
:Die Familie des dort wohnenden Zimmermeisters schwebte in höchster Lebensgefahr. &lt;br /&gt;
:Der Aufenthalt in den Häusern war unmöglich, die 6 Personen flüchteten auf einen Hausboden. &lt;br /&gt;
:Die Überfahrt in einem Rettungsboot zu wagen, war unmöglich. &lt;br /&gt;
:Der rasend einlaufende Strom hätte das Boot sofort zerschlagen und seine Insassen in höchste Lebensgefahr versetzt. &lt;br /&gt;
:Man brachte daher den Raketenapparat an das Zollamt und der Lotsenkommandeur schoß eine Leine zum Bauhof hinüber. &lt;br /&gt;
:6 kühne Männer mit Namen Baade, Borgwardt, Jungmann, Jürß, Radloff und Schmidt, sprangen in das Boot und ruderten es durch den mit Balken und Schiffstrümmern bedeckten Strom hinüber zum Bauhof und retteten die ganze Familie des Bauhofsaufsehers.&lt;br /&gt;
:Das Wasser stieg immer weiter, von Süden und Westen drang es in den Ort ein.&lt;br /&gt;
:Die Mühlenstraße mit der Mühle, die südliche Hälfte der Anlagen, die Kirche, wo die Flüchtlinge schließlich auf die Bänke steigen mußten und die 4. und 3. Reihe (Anastasia- und Friedrich-Franz-Straße) standen bis in die späten Nachmittagsstunden ganz unter Wasser.&lt;br /&gt;
:… Im Orte selbst blieb nur die Schanze, der Georginenplatz und der nördliche Teil der Anlagen trocken. &lt;br /&gt;
:Auf diesen kleinen Raum drängten sich bis zur einbrechenden Dunkelheit etwa 1600 Menschen zusammen, mit Todesangst im Herzen.&lt;br /&gt;
:Gegen 3 Uhr nachmittags ging der Wind nach Osten und wurde schwächer, das Wasser steigt nicht weiter. Niemand war verunglückt.&lt;br /&gt;
:… Am 14. November konnte man die Verwüstungen erkennen. Die Uferstraße am Strom war mit Holz, Booten, Seesand, Möbeln und Trümmern jeglicher Art bedeckt.&lt;br /&gt;
:Auf der Reede trieben 5 Schiffe mit schweren Havarien, 3 andere hatten die Masten gekappt. &lt;br /&gt;
:Sie wurden von dem alten Dampfer „Stadt Rostock“ in den Hafen geschleppt. &lt;br /&gt;
:… Die Molenspitzen waren spurlos verschwunden. &lt;br /&gt;
:...Das Erdreich an der Schanze war fortgespült und der Strudel hatte eine tiefe Bucht im Durchgang von Hotel Rohn gemacht. &lt;br /&gt;
:... Die Veranden schienen in der Luft zu hängen, und nur den festen Grundmauern des Hauses des Lotsenkommandeurs Jantzen neben dem Greifenbad war es zu danken, daß diese Häuser nicht völlig eingestürzt waren. &lt;br /&gt;
:Die Bismark-Promenade war verschwunden.“&lt;br /&gt;
:Die Küstenschützer bezeichnen diese Sturmflut heute ganz profan als „Bemessungshochwasser“, was bedeutet, das die in den einzelnen Küstenorten unterschiedlichen Wasserstände, wie auch die Spezifik des Vordringens des Meerwassers jenen Jahres als Messlatte für Küstenschutz-bauten und -maßnahmen herangezogen werden. &lt;br /&gt;
:Diese Naturkatastrophe steht aber auch für die seit nun eineinhalb Jahrhunderten anhaltende Messung und statistische Erfassung der Wasserstände und Wetterereignisse der Ostsee an der deutschen Küste als der „Nullpunkt“ und Beginn.&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschutzwand Warnemuende 2020.jpg|thumb|350px|rechts|Die neue Warnemünder Sturmflutschutzwand am Alten Strom südlich der Bahnhofsbrücke im Frühjahr 2020]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903 blieb Warnemünde von der Sturmflut nahezu unberührt, wohingegen es die Rostocker Altstadt und den gesamten Bereich des Stadthafens besonders schlimm traf, was an der Fahrrinne lag. &lt;br /&gt;
:Das Wasser suchte sich seinen Weg entlang des Breitlings und der Warnow und bedrohte fortan insbesondere die Altstadt. &lt;br /&gt;
:Bei der Rostocker Bevölkerung sorgte dies für einige Empörung und stellte die Politik vor Schwierigkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Warnemünde wurde 1913/14 wieder hart von Überflutungen getroffen. &lt;br /&gt;
:So wurde die Promenade über eine Distanz von 300 Metern komplett zerstört und weggespült. &lt;br /&gt;
:Neben der Promenade erfasste das Hochwasser im Januar 1914 einen Großteil der Strandvillen hinter der Promenade und erstreckte sich bis zum Neuen Friedhof.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sturmfluten und Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warnemünde und der Sand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Becker-Spruch, Wind und Sand, Dünenbefestigung , Molensand, Sand tragen, Sand als Exportgut, Ballastsand&lt;br /&gt;
;(TID 2026 ?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Straßen, Wege und Umwege - Von Milchsteg und Kuhbrücke zur Stadtautobahn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Postwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen|Im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten aus Warnemünde|Bedeutende Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgenommen wurden Personen, die in Warnemünde geboren oder verstorben sind, beziehungsweise in einem persönlichen Lebensabschnitt zeitweise in besonderer Beziehung zum Ort standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Der Warnemünder Sven Lorenzen hat die ersten 12 Tafeln auf einer Internetseite dokumentiert: [http://sven-lorenzen.de/tafeln.html Warnemünder Gedenktafeln]. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde|Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Volkskunde==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünder Volkskunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in Warnemünde, Unterwarnow- und Breitling-Gebiet==&lt;br /&gt;
* [[Flurnamen in Warnemünde und Umgebung|Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[ + Arbeitsordner Warnemünde]]  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronistenkontakt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph Wegner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mailto:kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156145</id>
		<title>Chronologie und fortlaufende Ortschronik von Warnemünde</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156145"/>
		<updated>2026-09-13T21:03:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Warnemünde während des ersten Weltkrieges 1914-1918 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Warnemünde&lt;br /&gt;
 | zeit = ab 1160 fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Autoren Christoph Wegner, Wilfried Steinmüller, Ronald Piechulek, Achim Schade&lt;br /&gt;
 | erstellung = seit 2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie und Geschichte von Warnemünde&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}==Der Küstenort Warnemünde chronologisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwendete Quellen-Kürzel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MUB   = Mecklenburgisches Urkundenbuch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LHA  = Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BGR R = Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock; Register zu Band 1 - 20 mit einer &#039;&#039;&#039;Zeittafel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(Das aufgeführte Ereignis findet sich jeweils unter dem angegebenen Datum in der &#039;&#039;&#039;Zeittafel des Registers&#039;&#039;&#039;, dem Kürzel ist die Jahrgangsnummer der oben genannten Beiträge mit Seiten-Angaben hinzugefügt )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC  = Krausesche Fundchronik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HA  = Heidearchiv Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RA  = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und Frühgeschichte===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten (KFC Wmde Mp45 397-381)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mittelalter bis zur Christianisierung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160&lt;br /&gt;
:Der dänische Chronist Saxo Grammaticus beschreibt die Seeschlacht auf dem Gudacra (Breitling) zwischen den Wenden und der dänischen Flotte unter König Waldemar und Bischof Absalon von Roskilde. (BGR R; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2 ; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,17)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===spätes Mittelalter 1200 bis zur Reformation 1517===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] &lt;br /&gt;
:betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige, verzichtet auf seine Rechte an den im Hafen der Rostocker gestrandeten Schiffen, verheißt den freien Verkehr vorbehaltlich des fürstlichen Zolles nicht zu stören, verleiht die Fischereigerechtigkeit für die Unterwarnow und das Stadtrecht für die Markscheide der Rostocker. &lt;br /&gt;
:In dieser Kaufurkunde erfolgt auch &#039;&#039;&#039;Warnemündes Ersterwähnung&#039;&#039;&#039;. Die Stadt Rostock erhält das Strandrecht in &#039;&#039;&#039;ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; am &#039;&#039;&#039;rechten&#039;&#039;&#039; Warnow-Ufer.  &#039;&#039;(also östlich Taterhörn)&#039;&#039; (BGR R &#039;&#039;&#039;3b&#039;&#039;&#039;,6.24 Nr.32; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,1f,6; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,35; &#039;&#039;&#039;14&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
;Das Kürzel (Mgh) am jeweiligen Ereignis, weist darauf hin, das es am zwischen 1252 und 1478 existierenden &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot;&#039;&#039;&#039; an der alten Warnowmündung zwei Kilometer östlich der heutigen Ortslage Warnemünde stattgefunden hat. &lt;br /&gt;
:Das parallel am heutigen Standort Warnemündes gelegene Fischerdorf dagegen wird erstmalig im Jahr 1262 erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1257/58&lt;br /&gt;
:Ältester Beweis für das Vorhandensein Warnemündes durch Erwähnung eines Hauses daselbst. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1262, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte am Hafen Warnemünde. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;17. Dez.&lt;br /&gt;
:die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig Urkunden in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich Borwin III. verleiht den Rostockern das städtische Recht in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; (!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.6) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;) 2 Mark Silber (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278, 21. Dez.&lt;br /&gt;
:Fürst Woldemar verspricht daß bis nach Warnemünde und bis ans Meer hinunter überall in einer Meile Entfernung vom Fluss keine Festung errichtet werden soll. (HA) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Steinen für den &#039;&#039;&#039;Hafenbau&#039;&#039;&#039; in Warnemünde in einer Kämmereirechnung. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1286, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock erwirbt aus fürstlichem Besitz den Pagenwerder. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,21.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch Rötger Horn den &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; (&amp;quot;von der Tonne bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 Ellen &#039;&#039;(12 Fuß, etwa 4 Meter)&#039;&#039; bringen. (MUB Nr.1977 BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XV; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300 April&lt;br /&gt;
:Die mecklenburgischen Fürsten Heinrich I. der Pilger und Heinrich II. der Löwe halten sich im &#039;&#039;&#039;fürstlichen Warnemünde&#039;&#039;&#039; auf. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark belehnt Fürst Nikolaus von Rostock als Schutz gegen die Feinde des Fürsten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1301, 28. Juli&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300-1314&lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Rostocker Warnemünde&#039;&#039;&#039; ist Hauptschauplatz der Kämpfe König Erichs von Dänemark, Markgraf Albrechts von Brandenburg, Fürst Heinrichs von Mecklenburg u.A., gegen die Stadt Rostock. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 2. Mai&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark wiederum in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1307, 1. November&lt;br /&gt;
:(nach anderen Quellen auch &#039;&#039;&#039;1304&#039;&#039;&#039;) Die Allerheiligen-Flut überflutet die gesamte Dünen-Nehrung von Diedrichshagen bis zur Rostocker Heide. Ihr Scheitelwert soll 14 Fuß (ca. 4,6 m) über dem normalen Wasserstand betragen haben.  (BGR R)&lt;br /&gt;
:Als Folge der Flut wird die Warnow-Mündung auf eine Länge von ca. 500 Meter gänzlich verschüttet. Nach der Flut wird der Warnow an anderer Stelle durch den ersten künstlichen Nehrungsdurchstich eine neue Mündung und ein erneuter Hafenzugang geschaffen &#039;&#039;&#039;(das erste Tief)&#039;&#039;&#039;. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1309, 14. Aug.&lt;br /&gt;
:Heinrich der Löwe in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,16; &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,8.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311, nach dem 16. Sept.&lt;br /&gt;
:Der von König Erich zum Hauptmann (capitaneus) des Landes Rostock ernannte Fürst Heinrich der Löwe sperrt den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039;, indem er auf jeder Seite des Stromes einen hölzernen Turm errichtet und zwischen den Türmen eine Brücke erbaut. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311/12&lt;br /&gt;
:Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Rostocker brennen das &#039;&#039;&#039;fürstliche Dorf&#039;&#039;&#039; Warnemünde nieder. &lt;br /&gt;
:bis Mai Die Rostocker bauen einen neuen Turm auf der Ostseite &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; (!!) Stromes aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche und des im Bau befindlichen Petriturmes in Rostock. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,15f. &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XI.XII &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,14f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7ff.11f.56.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 23. Juni&lt;br /&gt;
:König Erik klagt darüber das nicht nur die Kirche, sondern auch der Ort und besonders das Haus, das er für sich und die Markgrafen &#039;&#039;(von Brandenburg)&#039;&#039; gebaut habe, zerstört sei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;30. Juli &lt;br /&gt;
:Belagerung Rostocks und des Turmes in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039;(!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde durch Dänenkönig Erik Menved. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Juli&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Heinrich von Mecklenburg sperrt das Tief unterhalb des Turmes. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;9. September&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Übergabe nach der Belagerung. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;September/Oktober&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Verbündeten bauen den eroberten Turm durch Hinzufügung von 4 kleinen Türmen einer Mauer und eines Grabens zu einer Festung aus und halten sie gemeinsam besetzt (später Dänscheburg/ dän. Danskeborg) (BGR R; KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:In den Beschwerden des dänischen Königs heißt es das diese (Die Rostocker) vor der Übergabe von Warnemünde den Ort und die Kirche verbrannt und das Haus, das der König für sich und den Markgrafen Waldemar von Brandenburg erbaut, niedergebrochen hätten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erich verabredet mit dem Markgrafen Waldemar von Brandenburg, daß die Summe, die sie dafür durch Verhandlung von den Rostockern bekommen würden, daß der vor Warnemünde erbaute Turm wieder abgebrochen und nie wieder aufgebaut werden dürfe, gleichmäßig zwischen ihnen geteilt werden solle. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 15. Dez.&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock unterwirft sich dem König Erich und dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und verspricht u.A. in Warnemünde eine schöne hölzerne Kirche zu bauen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Der Markgraf Waldemar von Brandenburg verkauft seine Hälfte des Warnemünder Turms an den König von Dänemark, der damit in den Besitz des ganzen Turms gelangt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1314, 25. Nov.&lt;br /&gt;
:Tod des Fürsten Nikolaus von Rostock, des letzten Fürsten aus der Rostocker Linie. Das Lehen fällt an den dänischen König zurück (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317 7. Januar&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit Ausnahme des &#039;&#039;&#039;Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R &#039;&#039;&#039;1d&#039;&#039;&#039;,3. &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;25. November&lt;br /&gt;
:Friede von Templin mit dem brandenburgischen Markgrafen Waldemar. Laut Friedensvertrag belehnt Erik von Dänemark Heinrich (II.) von Mecklenburg mit der Herrschaft Rostock, außer Warnemünde und der Dänscheburg. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark stirbt und Fürst Heinrich (II.) besetzt die Dänenburg. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322, 24. September&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich II. von Mecklenburg verkauft das  &amp;quot;Haus und den Turm&amp;quot; an die Stadt zum Abbruch, die eigentlich dem dänischen Vogt Niels Olufsen gehören und durch Heinrich wiederrechtlich besetzt worden war. (MUB 4377, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70.f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Stadt erwirbt von Heinrich II. von Mecklenburg das &#039;&#039;&#039;fürstliche&#039;&#039;&#039; Dorf (villa) Warnemünde mit dem ganzen &#039;&#039;&#039;westlichen&#039;&#039;&#039; Warnowufer (das damals am Taterhörn auf der hohen Düne lag, bis an die Grenze von Diedrichshagen, mit Eigentumsrecht, voller Gerichtsbarkeit, mit Gestattung der Anwendung des Lübischen Rechts, Fischereigerechtigkeit bis in die See hinaus, behält sich aber das Patronatsrecht vor. (KFC) Das heutige, ehemals fürstliche Warnemünde wird &#039;&#039;&#039;damit Rostocker Stadtbesitz&#039;&#039;&#039;. (MUB 4423, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.14)&lt;br /&gt;
:21. Mai - Heinrich II. erkennt zu Nyköbing auf Falster vvon König Christoph an, das &#039;&#039;&#039;erbliche&#039;&#039;&#039; Lehen (vorher nur Pfandlehen) am Land Rostock von der Krone Dänemarks erhalten zu haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7. April&lt;br /&gt;
:In einem Rostocker Stadtbuch findet sich die Notiz, daß Warnemünde freies Eigentum der Stadt sei, die daselbst die volle Gerichtsbarkeit ausübe und ihr die Abgaben und Einnahmen zukämen. Die Warnemünder Renterverhältnisse (?) würde der Rat in Ordnung bringen. Obwohl somit Warnemünde ganz zu Rostock gehörte, finden wir auch in der Folgezeit die Mecklenburgischen Fürsten häufig dort. Auch bleibt es noch längere Zeit der Versammlungsort für die Truppen, die dem Dänenkönig zu Hilfe gesandt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1337&lt;br /&gt;
:Verfestung des Knappen Vicke Valkenhagen, weil er Strandgut bei Warnemünde geraubt, also in das Strandrecht Rostocks eingegriffen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1339, 5. Nov.&lt;br /&gt;
:Anlegung eines eigenen Stadtbuchs für Warnemünde, Kassebohm und Barnstorf.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348, 19. Sept.&lt;br /&gt;
:Erwähnung eines (verstorbenen) Dieners des Warnemünder Vogts und einer von ihm benutzten Wiese. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lucerna&amp;quot; (Laterne) von Warnemünde erwähnt. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1349, 22. Febr. - 1350, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Kämmereirechnung erwähnt den Bau von Befestigungswerken in Warnemünde, die, wie aus der Kämmereirechnung von 1363/64 hervorgeht, zum Schutz der Leuchte dienten. Auch wird der Baum in Warnemünde genannt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1350, 24. Aug. &lt;br /&gt;
:Bruchstück einer Rechnung in dem als Einnahme u.A. 7 Mark de collecta in Warnemünde vorkommen. Daß die Gesamtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes jährlich 7 Mark betrug. (zeigt der Vertrag von 1359, 18.Dec. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1359, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Vertrag des Rostocker Rats mit den Warnemündern (&amp;quot;burgenses in Warnemunde&amp;quot;) über Dienste und Schoß. Die Warnemünder sollen jederzeit unentgeltlich zu den städtischen Bauten in Warnemünde helfen und andere notwendige Dienste leisten. Der Rat sagt ihnen dafür zu, daß die von altersher auf 7 Mark festgesetzte Gesammtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes nicht erhöht werden soll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1381, 22. Febr. bis 1882, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Erste erhaltene Gewettsrechnung, in der die bisher in den Kämmereirechnungen vorkommenden Ausgaben für Warnemünde erscheinen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Blockhaus und &#039;&#039;&#039;Burg&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475, 23. April&lt;br /&gt;
:Kaiser Friedrich III. bewilligt den Meckl. Herzögen einen Zoll zwischen Rostock und Warnemünde, doch verzichtet Herzog Heinrich mit seinen Söhnen &#039;&#039;&#039;1476, am 23. April&#039;&#039;&#039; auf die Erhebung, weil sie den Rechten und Freiheiten der Stadt zuwiderläuft. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen auf eine Tiefe von 6 Ellen bringen und verbreitern. (BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XVf.67f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Während der Domfehde nehmen die Meckl. Herzöge am 24. Juli 1487 den Ort. Am 1. August der &#039;&#039;&#039;befestigte Leuchtturm&#039;&#039;&#039; vom Herzog genommen, Warnemünde und die dortigen Befestigungen zerstört, die Dachziegel als Beute hinweggeführt. (KFC)und(BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,16. &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,36f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1494&lt;br /&gt;
:Erwähnung der Warnemünder Vitte (Fischerlager) in Falsterbo, neben der Rostocker Vitte. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1495, 17. März&lt;br /&gt;
:Die Herzöge nehmen Warnemünde ein, arretieren die Rostocker Schiffe und verbieten Ein- und Ausfuhr. Bau von Befestigungswerken zur Sperrung des Hafens. (KFC und BGR R ) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:10. April&lt;br /&gt;
:Waffenstillstand; die Herzöge verpflichten sich Warnemünde nicht wieder zu befestigen. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:7. Dezember&lt;br /&gt;
:Vergleich zwischen den Herzögen und der Stadt. Die Herzöge behalten sich vor, &#039;&#039;&#039;die Befestigung um den Leuchtturm zu zerstören.&#039;&#039;&#039; Sie betrachten es seitdem als ihr Recht, daß ohne ihre Genehmigung keine Befestigung in Warnemünde angelegt werden darf, geben aber Warnemünde an Rostock zurück. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71f) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1496, 28. Februar&lt;br /&gt;
:Die Herzöge geben der Stadt die Erlaubnis zur Erhebung einer Bieraccise. Als Grund wird u.A. aufgeführt, daß Mittel zur Instandsetzung des Hafens und des Neuen Tiefs gebraucht würden. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1510, 27. Juli/2. August&lt;br /&gt;
:Die Herzöge protestieren gegen den Bau eines Blockhauses, der durch den Krieg mit Dänemark veranlaßt ist. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,72)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:9. August&lt;br /&gt;
:Der Krieg der Städte gegen König Johann von Dänemark hat die Herzöge von Mecklenburg veranlaßt, den Rostockern die Errichtung eines Block- und Korbhauses (Feuerkorb als Leuchtsignal) zu Warnemünde zu gestatten, unter der Bedingung, daß diese Befestigungen nach Beendigung der Fehde wieder abgebrochen werde.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519, &lt;br /&gt;
:Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1522, 27. August&lt;br /&gt;
:Auch als Rostock gemeinsam mit Lübeck Gustav Wasa eine Flotte zu Hülfe sandte wird in Warnemünde ein Korbhaus (Feuerkorb als Leuchtsignal) eingerichtet.  (in 14 Tagen vollendet). (BGR R) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535&lt;br /&gt;
:Neue Verhandlungen mit den Herzögen wegen Errichtung einer Schanze oder eines Korbhauses zum Schutz des Warnemünder Hafens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535, 10. Juni&lt;br /&gt;
:Die Stadt soll sich dem Herzog verpflichten, das Korbhaus, das sie bauen will, nach Beendigung des Krieges der wendischen Städte gegen den Herzog von Holstein wieder zu zerstören. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1560&lt;br /&gt;
:Vogtseid für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Die Dänen unter König Friedrich von Dänemark sperren den Hafen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 21. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus beschweret sich bei den Beamten zu Dobberan, daß die Doberanschen Bäcker ihr Brodt nach Warnemünde brächten und daselbst zum praejudice der hiesigen Bäcker, denen Warnemündern in ihren Häusern feil böte; bitten, solches abzustellen.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 8. August&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus an den auf der Rhede von Warnemünde mit vier Schiffen liegenden dänischen Admiral Jürgen Appelgarde, darin sich Senatus beschweret, daß das dänische Schiffsvolk die Schwäne auf der Warnow schösse.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:gegen Ende des Jahres zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde liegenden Dänischen Blockade-Schiffe. (Becker Kirchspielchronik Röv.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe und trieb sie ans Gestade des Meers. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung, wonach hinfürder kein Warnemünder Schiffahrt treiben soll, ohne besondee Erlaubnis des Gewetts. Diejenigen Warnemünder, die zur Zeit die Schiffahrt betrieben, durften dabei bleiben, mußten aber einen Knecht halten, der während ihrer Abwesenheit die Fischerei und die Wache zu besorgen hatte. (KFC)&lt;br /&gt;
:- ebenso Gewettsordnung, wonach in Warnemünde außer dem Vogt und dem Barbier nicht mehr als 8 Krüge sein sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579&lt;br /&gt;
:Warnemünde brennt bis auf wenige Häuser ab. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1580&lt;br /&gt;
:Festsetzung des Bürgereides für Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erst jetzt beginnt die Zusammenlegung des Fischerortes durch die Ansiedlung des Hafens am heutigen Alten Strom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1582 4. Juli&lt;br /&gt;
:Herstellung des neuen Tiefs (= alter Strom ?) beendet. Der dabei gemachte Versuch das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Steinriff&amp;quot; im Strom&#039;&#039;&#039; zu durchbrechen wurde nur in geringem Maße erreicht. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1583&lt;br /&gt;
:Erneute Sperrung des Warnemünder Hafens durch dänische Kriegsschiffe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586, Juni-Juli&lt;br /&gt;
:Verhandlungen mit Herzog Ulrich, aus denen ersichtlich ist, daß die Landesherrn in Warnemünde ein Absteigequartier besaßen. Es wird die Einrichtung eines Kellers und die vom Herzog gewünschte Verlegung der Küche erwähnt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:&amp;quot;XXV Octobris hatt ein Erbar Rhat nebenst den verordneten Bürgern bey der Accise Kasten beschlossen das sie auf kunftigen dri Jahr zu Warnemünde eine weitere Luchte bauwen lassen wollten&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Ratsprotokoll Bernhard Scharffenbergs 1586-1598 Seite 131“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1593, 7. März&lt;br /&gt;
:Wiederholung der Verordnung wegen der Schiffahrt vom 20. Februar 1577. Wer sich nicht fügen will, soll bis zum nächsten Ostern mit allem seinem Gut nach Rostock ziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603, 29. Sept.&lt;br /&gt;
:Bestallung des Vogtes Peter Lange. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Den Warnemündern wird durch Ratsbeschluß den Warnemündern der Schiffbau verboten (1610 wird Bootsbau gestattet). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 18. Mai&lt;br /&gt;
:Anordnung einer Schonzeit für Vögel und Wild. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1609, 16. Jan.&lt;br /&gt;
:Ratsbeschluß, wonach zu Warnemünde der Wadenzug einem jeden freistehen soll und &amp;quot;niemandt einigen Ordt der fischerey in der Sehe für sein eigenthumb zu vortheidigen gestattet sein soll.&amp;quot; die Weddeherren sollen die Anlegung neuer Wadenzüge begünstigen, da im Vorjahre nur 3 Heringswaden auf 2 Zügen in Betrieb gewesen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1613, 6. Febr.&lt;br /&gt;
:Jochhim Evers in Warnemünde wird der Bootsbau in seinem Hause gestattet. Auch soll er in Notfällen Schiffsreparaturen vornehmen dürfen, wenn keine Rostocker Schiffszimmerleute anwesend sind. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1619, 11./12. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Verlöbnis-, Hochzeits- Kindtaufs- und Feuerordnung für Warnemünde vom 13. Januar wird in Warnemünde in der Vogtei den sämtlichen Warnemündern vorgelesen, resp. von der Kanzel publiciert. Nach der Feuerordnnung sollen die Feuerstallen jährlich besichtigt werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1621, 10. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Bestrafung Fite Kempes zeigt, daß den Warnemündern das Fischen im Strom verboten war. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Febr.&lt;br /&gt;
:war die bekannte schreckliche Überschwemmung zu Rostock und in der Umgegend, davon in dem *[[&amp;quot;Etwas von gelehrten Rostockschen Nachrichten&amp;quot;  4.Jahrg. Nr.898 i.J. 1740]] eine ausführliche Nachricht abgedruckt sich findet.&lt;br /&gt;
:In Warnemünde wurden 74 der 150 Häuser des Ortes zerstört.&lt;br /&gt;
:In hiesiger Gegend soll ein großer Theil der Waldung unter Wasser gestanden haben, ja es soll das Wasser in Niederungen bis Blankenhagen  vorgedrungen seyn. Die Wasserhöhe des Maaßes war 14 Fuß &#039;&#039;(rund 4,60 m)&#039;&#039; über den mittlern Stand gestiegen. Die Meierey auf dem Moorhof (vorh. Moor genannt) stand völlig im Wasser, Pferde und Ochsen ertranken, die Bewohner saßen 3 Tage im Dach auf dem Heu. Zu Warnemünde wurden von 150 dortigen Häusern 18 an der Düne gänzlich weggerissen und 74 stark beschädiget ; viele Schiffe zertrümmert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 15. Februar&lt;br /&gt;
:Warnemünde durch den wallensteinschen Oberst St. Julian besetzt. Bau einer Schanze. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 9. März&lt;br /&gt;
:Warnemünde wird durch dänische Kriegsschiffe blockiert und bombardiert. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1631, Juli/August&#039;&lt;br /&gt;
:Angriff der kaiserlichen und der herzoglichen Truppen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 27. August Eroberung der Schanze durch Herzog Johann Albrecht und Oberst Lohausen. Abzug der Kaiserlichen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 28. August Die Schweden besetzen die Schanze allein. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 30. August Der schwedische Generalkommissar Erik Anderssen richtet im Einverständnis mit den aus der Verbannung zurückgekehrten Herzögen eine Zollstelle in Warnemünde ein. Sie bestand mit Unterbrechungen bis ins 18. Jahrhundert. (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632, 29. Februar&lt;br /&gt;
:Durch Vertrag zwischen Gustav Adolf und den mecklenburgischen Herzögen bleibt der schwedische Zoll in Warnemünde bestehen. Schweden halten die Schanze besetzt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1634, 3. Nov.&lt;br /&gt;
:Die Vernehmung einiger Warnemünder Fischer durch die Gewettsherren beweist, daß man noch damals nach Falsterbo zum Heringsfang zog und daß die Warnemünder verpflichtet waren, ihn mitzumachen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1637, 29. April&lt;br /&gt;
:Ausbesserung der Schwedenschanze (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1638, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Kaiserlichen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1639, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Rostockern demoliert, aber gleich darauf von den Schweden zurückerobert und wieder hergestellt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1646, 1. und 7. März, sowie 1647, 7. Jan.&lt;br /&gt;
:Mandate gegen das Karpfen und Hecht angeln. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1648&lt;br /&gt;
:Westphälischer Friede. Vergebliches Bemühen der Stadt Rostock, den Warnemünder Schwedenzoll zu beseitigen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1660 8. März&lt;br /&gt;
:Im schwedisch-polnischen Krieg Besatzung der Schwedenschanze von kaiserlichen Truppen zur Übergabe gezwungen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 23./24. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze von den Kaiserlichen unter Montecuculi zerstört. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 19. April &lt;br /&gt;
:Die kaiserlichen Truppen ziehen aus Warnemünde ab. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1661 Juni&lt;br /&gt;
:Die Schweden bauen eine neue Schanze auf der Ostseite von Warnemünde beim Zimmerhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1664, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot, daß aus der See kommende Schiffe in Warnemünde liegen bleiben, dort löschen und laden und Zimmern laßen, ohne mit ihren Waaren an die Stadt zu kommen.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665 25. März&lt;br /&gt;
:Die Schweden vertreiben die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665, 23. Sept.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot der Leinenweberei in Warnemünde&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1666, 31. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wiederholung des Mandats vom 12. Febr. 1664 mit Zusatz über die dem Vogt von den Schiffen zu zahlenden Gebühren.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 20. Aug.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder werden an die alte Observanz (1359, 18. Dez.) erinnert, wonach sie jederzeit Fuhren und Hülfe bei den notwendigen Bauten zu leisten haben. Wenn sie sich darin willig zeigen, wird ihnen das Aalstechen auf dem Breitling bis nach Großen Klein (mit gewissen Einschränkungen) sowie das Obstverfahren mit kleinen Böten gestattet, falls sie das Obst in Rostock einkaufen. Auch soll ihnen erlaubt sein, Rostocker Bier und Gartengewächse über die See in einige Klipphäfen zu bringen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 19. Dezember&lt;br /&gt;
:Feststellung, wieviel Bootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 13. April&lt;br /&gt;
:Wiederholung des Verbots der Leinenweberei in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 14. April&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Mandat betreff die Schonzeit für Wild und Vögel&amp;quot; (vgl. 1606, 18. Mai); &amp;quot;Verbot des Brachens (Kalfaterns), Bauens und Klopfens an den Schiffen während Barsche, Brachsen und andere Fische einziehen.&amp;quot;; &amp;quot;Verbot Schweine frei umherlaufen zu lassen&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. Nov.&lt;br /&gt;
:Erneutes Verbot des Fischharkens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. und 20. Nov.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot die Krüge bis in die Nacht offen zu halten.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1672, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot für die Warnemünder, Mehl von fremden Müllern zu kaufen. Das Mehl soll in der Stadt gemahlen und in der Stadt die Accise davon entrichtet sein.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 11. Febr.&lt;br /&gt;
:Auf E.E. Rats Dekret ermahnen die Gewettsherrn den Vogt, auf das Brotbacken beßer Obacht zu geben. Er erklärt, sein Bestes zu tun aber nicht verhindern zu können, wenn die Leute in der Stadt backten. Es soll offenbar in Warnemünde in den dortigen Backstuben gebacken werden. (Vgl. 1679, 29.März) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 29. März&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Fuhren nach Dänemark und andern Orten von den Warnemündern der Reihe nach besorgt werden sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675 16./17. Juli&lt;br /&gt;
:Die neue Schwedenschanze von den Brandenburgern besetzt. Die Gewettsherren ergreifen vom Vogtei-Gebäude wieder Besitz. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676 Januar&lt;br /&gt;
:Warnemünde geht durch Vertrag an die Dänen über; die Schanze im Osten wird geschleift. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676,19. Dec.&lt;br /&gt;
:Feststellung, wievielBoootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1677, 26. Januar&lt;br /&gt;
:E.E.Ratsordnung für Warnemünde; sie enthält mehrere Paragraphen über anständiges Benehmen auf der Vogtei, Bestimmungen über die Nachtwache, das Verbot, Vieh auf die Hegewiesen zu treiben, die Mahnung zur Ordnung beim Lotsen- und Bergungsdienst sowie beim übersetzten von Reisenden nach Dänemark u. A. . (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 7. Januar&lt;br /&gt;
:Festsetzung über Fracht- und Fuhrlohn für Überfahrten nach Dänemark (Gjedser). (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 29. Mai&lt;br /&gt;
:Gewettsdekret, das u.A. einschärft, &amp;quot;das Brod nach altem Herkommen in Warnemünde im Vogteibackhause und nicht in Rostock backen zu laßen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 25. Juni&lt;br /&gt;
:Revision der Gewichte der Warnemünder Händler durch den Gewettsdiener. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1680, 5. Febr.&lt;br /&gt;
:Regelung der Warnemünder Bootfahrt mit Passagieren nach Dänemark und Schonen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:Besichtigung von Warnemünde durch den schwedischen Generalfeldmarschall Graf Königsmarck wegen Wiedereinrichtung des Zolls. Protest der Stadt Rostock. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 5. März&lt;br /&gt;
:Ein schwedisches Kriegsschiff erscheint in Warnemünde, um den Zoll wieder zu erheben. Die Stadt Rostock verweigert die Öffnung des Hafenbaumes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. April&lt;br /&gt;
:Verhandlungen des Gewetts mit dem schwedischen Kapitän und dem Licentmeister. Der Kapitän erklärt, er bleibe solange vor Warnemünde liegen um den Zoll zu erheben, bis dafür andere Vorkehr getroffen sei. Der Licentmeister erklärt, er habe den Zoll in derselben Weise zu erheben wie bis 1671 geschehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 3. Mai&lt;br /&gt;
:Auf die Klagen der Rostocker Fischer, daß der Brachsenfang von Warnemünde sehr gestört würde, weist das Gewett den Vogt an, den Warnemündern das Fischen &amp;quot;Vor der See&amp;quot; und im Strom und die Zimmerei an Schiffen zu untersagen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 12. Januar&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 21. Febr.&lt;br /&gt;
:Verordnung des Gewetts wonach, wer in Warnemünde Bier &amp;quot;einlegen&amp;quot; will, es beim Vogt anmelden und der Stadt die Accise entrichten muß. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;dto.&lt;br /&gt;
:Jürgen Knutsen wird in Warnemünde als Frei-Leinenweber zugelassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 4. Mai&lt;br /&gt;
:Befehl an den Vogt, seiner Instruktion gemäß darauf zu achten, daß die Schiffe den Ballast ein Stück Weges von den Dünen und dem Bollwerk entfernt auswerfen lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Schiffer in Warnemünde, deren Böte mehr als 2 Last Güter fahren können, solche sofort &amp;quot;hinweg thun&amp;quot; oder aber nach Rostock ziehen sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Unter dem Vorsitz des Gewetts vergleichen sich die Warnemünder Fischer und Schiffer mit den Deputierten des Schonenfahrergelags und sämtliche Rostocker Kaufleuten und Seefahrern wegen der beim Aus- und Einbringen von Schiffen und Leichtern durch die Warnemünder zu erhebenden Gebühren. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, Oktober&lt;br /&gt;
:Wird in Warnemünde ein Bürger und Krämer erwähnt, woraus hervorgeht, das damals in unserem Hafenorte nicht bloß Haken (von Höker = Händler, der auf der Straße oder in einer Bude Waren mit geringem Umsatz verkauft, Kleinhändler) sondern mindestens auch ein Krämer geduldet wurde. Die &amp;quot;Freyhakerey&amp;quot;, d.h. der Handel mit allerhand &amp;quot;Hakenwaaren&amp;quot; wie Hering, Butter, Käse, Fischwerk, Talglichten und dergleichen wurde vom Gewett häufig in Warnemünde vergeben und zwar meist auf Lebenszeit nicht nur für de Antragsteller, sondern auch für dessen Frau. Grade über die vielen Höker klagt obiger Krämer, daß sie ihm das Geschäft verderben. Er hat deshalb den Thranverkauf mit aufgenommen. Dies aber wollen die Rostocker Schuster wieder nicht leiden, und so bekommt die Sache zur Entscheidung vor das Gewett. Letzteres entscheidet für den Krämer (Johann Jörcke) und verleiht ihm &amp;quot;die freyheit mit thran zu handelen&amp;quot; da Jörcke einmal &amp;quot;ein fast abgelebter alter Mann&amp;quot;, ferner der Thranhandel in Warnemünde nicht der Schusterrrolle wiederspreche und endlich Warnemünde zwei Meilen von der Stadt entfernt sei, so daß Jörckes Handel mit &amp;quot;Thran wahren&amp;quot; dem Schusteramte nicht schaden könne. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 16. Nov.&lt;br /&gt;
:wird der Wismarsche Barbiergeselle Hinrich Roth &amp;quot;in betracht desselben wohl erlernten und geübten Chirurgiekunst auf Fürbitte seines Stiefvaters,&amp;quot; eines Warnemünder Bürgers, vom Gewett als &amp;quot;Frey Barbier&amp;quot; in Warnemünde zugelassen. (Ein Barbier kommt in Warnemünde schon 1577 vor. 1819 wird später darüber geklagt, daß in Warnemünde kein Chirurg sei.) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1700, vor dem 20. Sept.&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde bei dessen Bekämpfung Rostocker Stadtsoldaten mitgeholfen haben, weshalb ihnen durch Ratsdekret vom 20. September eine Belohnung zugesprochen wird. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1716&lt;br /&gt;
:Peter der Große mit einer Flotte vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1718, 26. Februar&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde durch den 20 Häuser zerstört werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1721&lt;br /&gt;
:4. Juli - Verordnung daß zu Warnemünde, wie auch auf der Stadt und Hospital-Dörfer kein ander als Rostocker Bier verschenkt werden soll. (UA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1729, 21. April&lt;br /&gt;
:E.E. Raths-Verordnung  &amp;quot;Wie es zu Warnemünde mit Ein- und Ausbringung frembder Schiffe und Fahr-Zeuge, im gleichen mit Lösch- und Beladung  der auff der Rhede liegenden, und dann auch mit gestrandeten Schiffen, deren Waaren und Gütern gehalten werden soll.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1735, Mai&lt;br /&gt;
:Während der Wirren unter Karl Leopold und Christian Ludwig ließ letzterer als Kaiserlicher Kommissar Warnemünde von Schwarzburger Kommissionstruppen besetzen, mußte dieselben aber auf Beschwerde der Stadt wegen Verletzung ihres Garnisonsrechtes wieder zurückziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1740&lt;br /&gt;
:ging der Schwedenzoll zu Warnemünde in den Pfandbesitz des Herzogs Carl Leopold über.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1755&lt;br /&gt;
:Vermessung Warnemündes und Aufstellung eines Feldregisters durch den &#039;&#039;&#039;Stadtkassen Sekretär Tarnow&#039;&#039;&#039;. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1756, 27. Januar&lt;br /&gt;
:Gewettsverordnung : Fremde Schiffe müssen während der Winterlage in Warnemünde vom Bollwerk abbleiben. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767&lt;br /&gt;
:Durchbruch der See auf der Ostseite.&#039;&#039;(Hohe Düne)&#039;&#039; (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1769, 27. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Bürgerschaft erhält vom Rat die Erlaubnis, eine neue Schule einzurichten, da der Küster im Rechnen und Schreiben nicht gehörig unterrichten kann.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1779, 18. Febr.&lt;br /&gt;
:Gesuch der Warnemünder, die neu zu erbauenden Häuser nicht zwischen Vorder- und Hinterreihe setzen zulassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1781, 25. Mai&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E.Raths der Stadt Rostock Lotsen-Ordnung für den Hafen Warnemünde.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1782, 17. Juli&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung wegen des von den kleinen Schiffen zu erlegenden Lotsengeldes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784&lt;br /&gt;
:Vorschlag des Warnemünders Joh.Lange zwischen der Vorderreihe und dem Bollwerk eine Reihe von Querhäusern errichten zu lassen, da sich sonst keine geeigneten Bauplätze fänden. - Abschlägiger Bescheid trotz mehrfacher Wiederholung. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, seit 19. Januar&lt;br /&gt;
:Verbote, die neu zu erbauenden Häuser in Warnemünde mit Stroh zu decken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, 6. Okt.&lt;br /&gt;
:Verordnung, daß die fremden Schiffe nur in Rostock Winterlager halten dürfen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1785, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Verordnung daß die Warnemünder nicht mit eigenen Schiffen Schiffahrt treiben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796, 15.Jan.&lt;br /&gt;
:E.E.Rat schlägt der Bürgerschaft die Anstellung eines Dünenwächters zur Bewachung der Warnemünder Dünen vor. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1797, seit&lt;br /&gt;
:wurden besonders auf den Rat des Prof. Dr. Franz Christian Lorenz Karsten, Anpflanzungsversuche auf den Dünen zwischen Warnemünde und Diedrichshagen gemacht. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, Ende April, Anfang Mai&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker schickt seine Waldarbeiter aus der Rostocker Heide nach Warnemünde um 4000 Akazien (&amp;quot;Scheinakazien&amp;quot;= Robinien) sowie eine ungezählte Anzahl an Weiden und Pappeln zu pflanzen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 24. Juli&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Instruktion für den Dünenwärter&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1800&lt;br /&gt;
: Johann Christian Friedrich Wundemann erwähnt Warnemünde in dem 1800 erschienenen 1.Teil seines Buches &amp;quot;Mecklenburg in Hinsicht auf Kultur, Kunst und Geschmack&amp;quot; nur als Ausflugsort der Rostocker, ohne des Seebades zu gedenken. Warnemünde wurde demnach damals noch nicht als Badeort benutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Auszug daraus]]  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801&lt;br /&gt;
:lag die englische Flotte unter Admiral Nelson während des dänischen Feldzuges und dem Kopenhagen-Bombardement zur Verproviantierung vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802&lt;br /&gt;
:Verhandlungen über die Bebauung des Ostufers, weil es auf dem Westufer an Bauplätzen mangele. - Der Rat beschließt laut Decret vom 3. November 1802, die Sache vorläufig auf sich beruhen zu lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802, 30. Nov.&lt;br /&gt;
:Der Rat erläßt eine revidierte Lotsenordnung für den Hafen Warnemünde nebst Erläuterungen dazu. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1803, 26. Juni&lt;br /&gt;
:Schweden verzichtet endgültig auf den Warnemünder Zoll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804, 28. März&lt;br /&gt;
:Verordnung wegen des von den Schiffern zu entrichtenden Ballast- und Baggergeldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 2. Januar&lt;br /&gt;
:Ratsordnung betr. des Ballastgeldes für Warnemünde und die Rhede.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 21. November/19. Dezember&lt;br /&gt;
:Einführung der Kontinentalsperre, Sperrung der mecklenburgischen Häfen. (Warnemünde ist dann abwechselnd bis 1812 von französischen und mecklenburgischen Truppen besetzt, um die Sperre durchzuführen.) (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1809, 25. Mai&lt;br /&gt;
:Alle in Warnemünde befindlichen Schiffe werden durch das Schillsche Corps beschlagnahmt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;26. Mai&lt;br /&gt;
:Holländische Truppen als Verfolger der Schillschen Truppen in Warnemünde. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1810, 4. Juni&lt;br /&gt;
:schoß die auf der Rhede liegende engl. Fregatte Fishguard einen 16Pfünder auf Warnemünde ab, da der franz. Kaper Turet dort ein beschlagnahmtes Schiff mit engl. Waren eingeschleppt hatte. Die Kugel durchdrang das Kirchendach und fiel im Garten eines Hauses am südl. Ende der Hinterreihe zu Boden. &lt;br /&gt;
:Sie hat ein Kaliber von ca. 10cm und wiegt 17kg. Sie befindet sich im Warnemünder  Museum. (KFC Wmde I p26)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1811, 5. April&lt;br /&gt;
:ordnet der Marschall Eckmühl den Bau von zwei Batterien bei Wismar und in Warnemünde an, die nach Art von Redouten in der Mitte ein Blockhaus, ringsherum Gräben erhalten sollten.(BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1812, 2. März&lt;br /&gt;
:Die Batterien in Warnemünde von den französischen Truppen den mecklenburgischen Truppen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- Juli&lt;br /&gt;
:Für das französische Militär muß eine Warmbadeanstalt errichtet werden. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813, 23. März&lt;br /&gt;
:Aufhebung der Kontinentalsperre; Öffnung der Häfen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- August&lt;br /&gt;
:Die englische Flotte auf der Warnemünder Reede. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 26. August&lt;br /&gt;
:die Engländer zerstören und sprengen Blockhaus und Redoute. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
;1817&lt;br /&gt;
:Das Warnemünde von den Einheimischen bereits als Seebad benutzt ward, ergiebt sich aus den Erinnerungen des Forstinspectors Becker. Dieser schreibt 1817: &amp;quot;Im Junius hielten wir uns vier Wochen zu Warnemünde auf und badeten.&amp;quot; (das Baden in der Ostsee betrieb Becker bereits nachweislich spätestens ab 1798, als er dazu Baderegeln veröffentlichte. Ob er da bereits in Warnemünde weilt ist bislang offen.)(BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:War Warnemünde nach einem Aufsatze des Prof. G.H. Masius ohne alle ärztliche und wundärztliche Hilfe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 24. Mai&lt;br /&gt;
:Verordnung Betreffs die Anmeldung der Fremden, auch diejenigen, die als Badegäste kommen. - Es waren in Warnemünde in diesem Jahre schon über 100 Badegäste (Formey, &amp;quot;Die Seebäder und Heilquellen zu Doberan und Warnemünde im Sommer 1822&amp;quot; in Hufelands &amp;quot;Journal der praktischen Arzneykunde&amp;quot; Bd.55, Stück 4.) Über die Badeeinrichtung heißt es ebenda: &amp;quot;Weder Badewagen, noch irgend eine zur Bequemlichkeit der Badenden  gereichende Vorkehrung ist vorhanden. Jeder Badelustige eilt in den Fluten des offenen Meeres um Erquickung oder Heilung zu finden. Der Ort ist ein Eigenthum der Stadt Rostock, dessen Magistrat, um alle Rivalität mit dem fürstlichen Doberan zu vermeiden, jede dahin lockende Einrichtung absichtlich unterläßt. Dessen ohngeachtet nimmt die Frequenz der Badegäste mit einem jeden Jahre zu.&amp;quot; &amp;quot;Dieser Badeort ziehet durch seine Lieblichkeit und die Ruhe, die dort herrscht, alle diejenigen hin, welche entfernt vom prachtvollen Geräusche Doberans die Seebäder im Genusse der schönen Natur gebrauchen wollen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:Erscheint zu Ehren von Prof. F.C.L. Karsten ein Kupferstich mit Rostocker Landschaftsbildern, auf dem auch der Entwicklungsstand der 1799 in Warnemünde gepflanzten Robinien-Bestände dargestellt ist. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825&lt;br /&gt;
:Stiftung des Gewettssekretärs Karsten für Wittwen und Waisen verunglückter Warnemünder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1827, 14. Juni&lt;br /&gt;
:Besuch des Großherzogs Friedrich-Franz I. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1828&lt;br /&gt;
:Errichtung eines Damenbades &amp;quot;aus zwei geräumigen Badehäuschen bestehend&amp;quot; auf den sogenannten Kisten an der Ostseite edes Hafens, und zwar als Privatunternehmen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1830-1850&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1830 bis Anfang 1850 wurden die Dünen in Warnemünde geebnet, die Täler ausgefüllt, wuchsen ganz neue Häuserreihen zweistöckig, &amp;quot;modern&amp;quot;, empor, und wurden die neuen Gasthäuser, der Pavillion, das Gesellschaftshaus und Hübners-Hotel, angelegt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 23. Febr.&lt;br /&gt;
:weist das Gewett in einem Bericht noch auf das Fehlen ärztlicher Hilfe hin. - Seit ca. 1831 war dann Friedrich Wilhelm Schütz praktischer Wundarzt und Geburtshelfer daselbst. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833&lt;br /&gt;
:wird die Dünen-Pflege durch das Bauamt übernommen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1834, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Dampfschiffahrt zwischen Rostock und Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten. &lt;br /&gt;
:Die Zahl der Badegäste steigt infolgedessen in diesem Jahre schon auf über 1000 Personen.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835, 22. April&lt;br /&gt;
:Der Rat publiziert eine neue Lotsenordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835&lt;br /&gt;
:Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837, 8. Oktober&lt;br /&gt;
:Durchstich des Pagenwerders vom Breitling zum Warnemünder Strom vollendet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1843&lt;br /&gt;
:In den letzten Jahren waren durchschnittlich 1400 Badegäste in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1853, 14. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E. Raths der Stadt Rostock Hafen-Ordnung&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1857, 15. April&lt;br /&gt;
:[https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Datei:Wmde_Schiffsungl%C3%BCck_Laager_Anzeiger_April_1857.jpg Schiffsunglück auf der Warnow]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1859, seit&lt;br /&gt;
:besteht die Chaussee-Verbindung Rostocks mit Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1860&lt;br /&gt;
:Der Jurist Moritz Wiggers veröffentlicht seine Verteidigungsschrift [https://books.google.de/books?id=XyFWAAAAcAAJ&amp;amp;dq=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;f=false|&#039;&#039;&amp;quot;Nothwendigkeit einer gründlichen Reform der wirtschaftlichen Zustände in dem Hafenorte Warnemünde - Eine Verteidigung der Rechte der Warnemünder Bürgerschaft vom geschichtlichen, staatsrechtlichen und volkswirtschaftlichen Standpunkte&amp;quot;&#039;&#039;] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863&lt;br /&gt;
:Warnemünde erhält eine Telegraphenstation. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1865&lt;br /&gt;
:Einführung der Straßenbeleuchtung in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866&lt;br /&gt;
:Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels &amp;quot;Neptun&amp;quot;). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866-1871&lt;br /&gt;
:Bau der neuen Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stationiert in Warnemünde 2 Rettungsboote nebst Raketenapparat. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867, seit&lt;br /&gt;
:Wird wegen der Erbauung eines neuen Leuchtturmes verhandelt und die Platzfrage erwogen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1870/71&lt;br /&gt;
:Während des Deutsch-Französischen Krieges wird der Warnemünder Hafen zeitweilig von einer französischen Panzerschiffs-Flotte blockiert.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, 12./13. November&lt;br /&gt;
:Große Sturmflut, die viel Schaden anrichtet, u.a. Zerstörung aller Bäder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1873&lt;br /&gt;
:Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1874&lt;br /&gt;
:Abbruch der alten Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1875&lt;br /&gt;
:Beim Kaisermanöver war Flottenparade vor Kaiser Wilhelm I. auf der Warnemünder Reede. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1876&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte Kirchhof am Strande&amp;quot; wird geschlossen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1886&lt;br /&gt;
:[[Warnemünde erhält Straßennamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:Eröffnung des neuen Hafenbassins beim Bahnhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903&lt;br /&gt;
:Das alte Tief (ostwärts bei der Hohen-Düne) wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907&lt;br /&gt;
:Der alte Friedhof wird eingeebnet und in eine Parkanlage verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910, Januar&lt;br /&gt;
:Baubeginn der Strandbahn auf der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1918, 5. November&lt;br /&gt;
:Torpedoboote der aufständischen Kieler Schul-Halbflottille laufen unter roter Flagge in den Warnemünder Hafen ein. Deren Obermaate berufen in den Warnemünder Marineeinrichtungen Versammlungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6. November&lt;br /&gt;
:Auf die Kieler Initiative hin gründet sich ein Soldatenrat, die Matrosen der Flugzeugstation, der Vorpostenhalbflottille &amp;quot;West&amp;quot; und der 7. Halbflottille weigern sich in See zu gehen und noch länger Dienst zu tun. (RA 8.11.1918)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht neben dem Warnemünder Leuchtturm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erster alliierter Bombenangriff auf Warnemünde. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, April&lt;br /&gt;
:Bombardement auf Rostock und Warnemünde. Brände, Zerstörung und Verwüstung am Güterbahnhof, Hotel Reichshof und den Arado- sowie Heinkel-Flugzeugwerken. Eine Brandbombe trifft die Kirche und es kommt zu Brandschäden am Kircheninventar. Im Ergebnis werden der Christophorus und der Danziger Flügelaltar nach Hanstorf ausgelagert. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 8./9. Mai&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 7./8. September&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 23. Juli&lt;br /&gt;
:Die US-Airforce bombardiert Warnemünde zum wiederholten Male (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 29. Juli&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1944, 9. April&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 22. April&lt;br /&gt;
:Die beiden letzten Maschinen der Lufthansa, zwei JU-52 starteten aus dem eingekesselten Berlin schon unter Beschuss durch sowjetische Truppen. Dort unmittelbar vor der Eroberung des Rollfeldes gestartet erreichen sie Warnemünde. Sie konnten noch sicher und heil auf dem Fliegerhorst landen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Ein Feuer zerstört den (alten) &amp;quot;Teepott&amp;quot; (Teepavillon)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heinkel Betriebsgelände auf der Hohen Düne um 1927.jpg|Das Heinkel-Betriebsgelände um 1927 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde US Airforce 23.7.1943.jpg|US-Airforce Aufklärung des Bombardements vom 23.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:US Luftbild 27 B17 Warnemünde Angriff 29 7 1943 95th 100th BG a.JPG|US-Airforce 27 amerikanische B-17 Bomber im Anflug auf Warnemünde beim Bombardement vom 29.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1947, 13. Mai&lt;br /&gt;
:Der ausgelagerte Altar und die Christophorus-Plastik werden vom Auslagerungsort Hanstorf geholt und wieder in die Kirche gebracht. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968&lt;br /&gt;
:Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten. Maßgeblich unter der Leitung von Architekt Ulrich Müther und Stadtplaner Erich Kaufmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde seit der Wiedervereinigung===&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018, 22. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Umbau des Warnemünder Bahnhofs wird begonnen (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2019, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Die RoRo-Fähre der Reederei Transfennica gerät beim Einlaufen in der Hafeneinfahrt auf Grund und legt sich quer zwischen Ost- und Westmole, so das der gesammte Schiffsverkehr unterbrochen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2023/2024===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 1.September&lt;br /&gt;
:Im Rahmen des planmäßigen Aufbaus des Marine-Arsenals am ehemaligen MV-Werften-Standort wird die ehemalige Fregatte &amp;quot;Köln&amp;quot; im Trockendock saniert, zudem das Taucherschulboot &amp;quot;Baltrum&amp;quot;, das Wohnboot &amp;quot;Knurrhahn&amp;quot; und das Ex-Minenjagdboot &amp;quot;Auerbach&amp;quot;. Etwa 450 Mitarbeiter sind derzeit beschäftigt.&lt;br /&gt;
:Zudem laufen Verhandlungen, dass das belgische Unternehmen &amp;quot;Smulders&amp;quot; auf einem Teil des Werftgeländes, dass das Bundesverteidigungsministerium für das Marinearsenal gekauft hatte, Plattformen für die Offshore-Windbranche gebaut werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 4. September&lt;br /&gt;
:Der traditionsreiche Warnemünder Fischkutter &amp;quot;Chemnitz&amp;quot; wird wegen mangelnder Seetüchtigkeit von einem Schlepper in die Werft Rammin nach Barth begleitet. Zeitpunkt für Rückkehr nach Sanierung ungewiss. In den letzten Jahren wurden bereits die Kutter &amp;quot;Ueckermünde&amp;quot;, &amp;quot;Hanno Günther&amp;quot;, Zufriedenheit&amp;quot;, &amp;quot;Barth&amp;quot; und &amp;quot;Doberan&amp;quot; verschrottet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. September&lt;br /&gt;
:Mit einem Fest wird das 120-jährige Brückenjubiläum gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 16. September&lt;br /&gt;
:Am Riesenrad auf der Warnemünder Mittelmole wird das Oktoberfest mit dem traditionellen Fassanstich eingeläutet. Die Bayrischen Wochen dauern hier noch bis zum 8. Oktober.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 22. September&lt;br /&gt;
:Bei einem Besuch im Marinearsenal Warnemünde gab Verteidigungsminister Bois Pistorius &amp;quot;grünes Licht&amp;quot; für die Ansiedlung des belgischen Stahlbauunternehmens Smulders für den Bau von Konverterplattformen in direkter Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 26. September&lt;br /&gt;
:Der Stelzenbagger &amp;quot;Nicolaj SAJ&amp;quot; beendet die mehrwöchigen Ausbaggerungsarbeiten im Bereich der Warnemünder Westmole. Aus der sog. &amp;quot;Sandfalle&amp;quot; wurden ca. 45.000 m³ Sand ausgehoben. Diese hält die durch die Küstenströmung mitgeführten Sedimente zurück um eine Versandung des Fahrwassers zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Vom 29.09. bis 3.10. finden bereits zum elften Mal die &amp;quot;Stephan-Jantzen-Tage&amp;quot; in Warnemünde statt. Organisatoren der Veranstaltungen zu Ehren des legendären Warnemünder Seenotretters sind Andreas (Doc) Buhse und Knut Linke von der Agentur Kulturmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Auf der Hohen Düne übergibt Fregattenkapitänin Bianca Seifert am 29.09.23 nach gut 22 Monaten das Kommando über die Besatzung der Korvette &amp;quot;Bravo&amp;quot; an den 34-jährigen Korvettenkapitän Benjamin Bachmann ab. Bianca Seifert war die erste Kommandantin einer Korvette der Deutschen Marine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 30. September&lt;br /&gt;
:8. Ehrenamtsball der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und des Landkreises Rostock für Ehrenamtliche im Bereich der Behindertenhilfe, chronischen Erkrankungen und Selbsthilfe im Kurhaus Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Saisonende für die Rettungsschwimmer*innen und ihre wichtige eherenamtliche Arbeit an den Rostocker Stränden. In diesem Jahr gab es 328 Einsätze, davon 52 im Rettungsdienst. 21 Mal mussten Menschen aus der Ostsee gerettet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn der Sanierungsarbeiten des Liegeplatzes (LP 23) des Seenotrettungskreuzers der DGzRS am Westufer des Alten Stromes. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2024 geplant und soll ca. 1,1 Mio € betragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 3. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Verein &amp;quot;Tiere in Not Warnemünde&amp;quot; begeht sein 30. Jubiläum, den Barbara Linkis (84) seinerzeit gründete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Oktober&lt;br /&gt;
:1. Rostocker Blaulichttag am 7. Oktober in Warnemünde&lt;br /&gt;
:Um über die Tätigkeiten der Blaulichtorganisationen in Rostock zu informieren, findet erstmals diese Veranstaltung auf der Promenade, dem Leuchtturmvorplatz in Warnemünde sowie am Hauptturm der Wasserwacht, Höhe Hotel Neptun, statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 70.000. Besucher auf dem Warnemünder Leuchtturm wird der 14-jährige Dresdner Robert Klaus durch die Schatzmeisterin Ingelore Morenz und Andreas Herpoldt vom Leuchtturmverein begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 13. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 10.000. Gast des Jahres wird der Magdeburger Karl Geßler (80) willkommen geheißen. Er weilte mit seiner Frau Doris und Freunden zu einem Urlaub in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 14. Oktober&lt;br /&gt;
:In Warnemünde findet das 25. Kutterpullen statt. Bereits zum 2. Mal findet es am südlichen Ende des Alten Stromes statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein feiert im Kurhaus gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt den 125. Geburtstag des Warnemünder Leuchtturmes.&lt;br /&gt;
:Die Verleger Matthias Redieck und Achim Schade editieren dazu eine Sonderausgabe des Tidingsbringers &amp;quot;30 aus 125&amp;quot;  30 Geschichten aus 125 Jahren.&lt;br /&gt;
:Bis zum Jubiläum hatte der Leuchtturm über das Jahr 70 000 Besucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 20. und 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Eine schwere Strumflut wütet an der westlichen Ostseeküste. Auch Rostock trifft Starkregen. Der Wasserstand der Warnow am Mühlendamm zeigt beispielsweise ein Plus von 1,52 Metern über Null. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Pflanzaktion in der Rostocker Heide: Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück nimmt als Schirmherrin daran teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:Baustart für die langerwartete Umgestaltung des Warnemünder Georginenplatzes. Das Grünamt will im Zuge dieser Maßnahme die Versiegelung des Platzes mit Betonplatten und -mauern aufheben. Stattdessen soll ein geschwungener, naturverträglicher, wassergebundener Weg entstehen, sowie Schmuckbeete mit Dahlien (früher Georginen) angelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:Wegen dringender Wartungs- und Reparaturarbeiten muss die 120 Jahre alte historische Drehbrücke über den Alten Strom eine knappe Stunde gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. Oktober&lt;br /&gt;
:Vom 27.10. bis 04.12.2023 ist der Zugverkehr zwischen Rostock und Warnemünde unterbrochen und wird durch Schienenersatzverkehr (SEV) sichergestellt. Grund sind Gleisarbeiten zur Modernisierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur. Die Fahrzeit des SEV beträgt 50 statt 21 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Mit dem Anlegen der AidaMar geht die Kreuzfahrtsaison 2023 in Warnemünde zu Ende. In dieser Saison gingen lauf Rostock-Port 411.000 Kreuzfahrtgäste bei 133 Schiffsanläufen mit 30 Kreuzfahrtschiffen an und von Bord. Dies waren 6 Anläufe weniger als 2022 aber 40% mehr Kreuzfahrtgäste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Oktober&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Rostocker Eisbademeisters&amp;quot; starten am Warnemünder Strand in ihre neue Badesaison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn des Abrisses des ehemaligen Ärztehauses Wachtlerstraße 11. Durch die Wiro soll auf diesem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit 9 Mietwohnungen zwischen 80-125 m² errichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Heinz Plautz, Gründungsmitglied des Leuchtturmvereins tritt nach 30 Jahren aktiver Vereinsarbeit und einem Alter von 87 Jahren vom aktiven Dienst am Leuchtturm zurück, bleibt aber dem Verein weiter erhalten. Mit seinem zeichnerischen Talent hat er von allen seinen Kollegen eine Portraitzeichnung angefertigt, wie auch von dem verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Klaus Möller und dem amtierenden Vorsitzenden Mathias Stagat. Mehr als 100 großformatige Banner hat er für die beliebten Leuchtturm-Hochzeiten gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. November&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park Warnemünde findet eine Gedenkstunde für die auf See Gebliebenen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. November&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder und ehem. Fischer Karl-Heinz Ruschau (90) und seine Frau Erna (91) begehen nach einem ereignisreichen Leben ihre Gnaden- bzw. Platinhochzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 28.November&lt;br /&gt;
:Der 28.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 2. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 2. Dezember&lt;br /&gt;
:Am 2. Dezember um 12 Uhr öffnet der bisher größte Weihnachtsmarkt auf dem Warnemünder Kirchenplatz vor der Kirche. Der mittlerweile 14. Weihnachtsmarkt, organisiert durch den Handels- und Gewerbeverein Warnemünde, wird statt 11 nun 16 Stände haben. Außer montags und dienstags wird er bis zum 01. Januar 2024 geöffnet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 5. Dezember&lt;br /&gt;
:Nach 37 Jahren, 490 Ausstellungen mit 750 Künstlern schließt die Galerie Möller am Strom 68 für immer. Galeristin Ulrike Sabine Möller und ihr Mann Peter gehen in den wohlverdienten Ruhestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Dezember&lt;br /&gt;
:Zwischen dem 7. und 21. Dezember findet der traditionelle Weihnachtsbaumverkauf in der Rostocker Heide, an der Alten Forstbaumschule in Rostock-Hinrichshagen, statt. Jedes Jahr werden bis zu 1800 Bäume verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 8. Dezember&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Traditionsfirma &amp;quot;Meißner Elektronic&amp;quot; in der Mühlenstraße 12 feiert 75. Geschäftsjubiläum. Axel Meißner eröffnete die Firma für den Verkauf und Reparatur von Radiogeräten in der Poststraße 17. &lt;br /&gt;
:1954 hielten Fernsehgeräte Einzug ins Sortiment. Sohn Wilhelm Meißner führte das Geschäft bis 2022. Enkel Sven machte 1993 seine Prüfung zum Funkmechanikermeister. Seit Anfang der 1990er Jahre befindet sich das Geschäft an der heutigen Adresse. Seit 2022 ist Peter Jakel Geschäftsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 12. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein spendet aus den Einnahmen der bisherigen Turmbesuche insgesamt 9 000 Euro an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.&lt;br /&gt;
:Das Geld fließt in den Neubau eines Schuppens, der vor dem Seenotkreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; liegen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Bahnhof ist Spitzenreiter im Fahrgäste-Ranking der besten Bahnhöfe Deutschlands.&lt;br /&gt;
:Laut einer Analyse gehört der Warnemünder Bahnhof zu den beliebtesten in ganz Deutschland, zusammen mit den Stationen Brandenburger Tor und Mexikoplatz Berlin, Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und Landungsbrücken in Hamburg erhielt der Bahnhof 144 561 Bewertungen und damit 4,6 von 5 möglichen Sternen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Dezember&lt;br /&gt;
:Die älteste Warnemünderin und Rostockerin Gertrud Blohm ist friedlich in ihrem Warnemünder Zuhause eingeschlafen. Am 7.September feierte sie in ihrer Warnemünder Wohnung, in der sie bis zu ihrem Lebensende wohnte, ihren 111. Geburtstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. als Betreiberverein hat sein gestecktes Ziel von jährlich 10.000 Besuchern wieder erreicht und konnte im Heimatmuseum bis Jahresende 12.193 Besucher begrüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Jahresende&lt;br /&gt;
:Die 1910 eröffnete traditionsreiche Gaststätte &amp;quot;Forsthaus Markgrafenheide&amp;quot; beendet nach 113 Jahren ihren Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Neujahr&lt;br /&gt;
:Für das Jahr 2023 werden 2.156.422 Übernachtungen verbucht, das zweithöchste Ergebnis seit der Wendezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Januar&lt;br /&gt;
:Zum 24. Turmleuchten strömten erneut rund 45.000 Zuschauer. Veranstaltet von der Hanseatischen Eventagentur und dem Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. und unterstützt von zahlreichen Sponsoren und Partnern, ist das diesjährige Turmleuchten wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Jahresanfang schließt der 1995 eröffnete REWE-Markt an der Stadtautobahn für eine umfassende Sanierung. Nach dem geplanten Abschluss der Sanierung im 2. Quartal soll es wieder eine Fleischtheke geben und sog. Self-Checkout-Kassen neu eingeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3. Januar&lt;br /&gt;
:Laut Rudolf Kemnitz vom Deutschen Wetterdienst war das Jahr 2023 mit einer Durchschnittstemperatur in Warnemünde von 10,85°C das zweitwärmste Jahr seit 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. Januar&lt;br /&gt;
:Die Bäckereikette &amp;quot;Lila Bäcker&amp;quot; geht ins Insolvenzverfahren. Von den 232 Filialen sollen 160 erhalten bleiben. Darunter sind auch die beiden gut frequentierten Filialen in Warnemünde, Mühlenstr. 44 und Am Bahnhof 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 10. Januar&lt;br /&gt;
:Durch einen Warnstreik der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) kommt es auch vom 10.-12.1.24 zum Ausfall des gesamten Bahnverkehrs zwischen Warnemünde und Rostock Hbf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Januar&lt;br /&gt;
:Nach einem UN-Unifil-Einsatz vor der libanesischen Küste ist die Korvette &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; wieder zurück in ihrem Marinestützpunkt Warnemünde-Hohe Düne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Jetzt ist endgültig Schluss! Lila Bäcker schließt zum 1. Februar alle seine Filialen. Darunter auch die beiden Filialen in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12.Februar&lt;br /&gt;
:Mit dem 174 Meter langen Versorgungsschiff &amp;quot;Bonn&amp;quot; liegt in dieser Woche das größte Schiff der Bundesmarine im Trockendock der Bundesmarine.&lt;br /&gt;
:Das Trockendock ist insgesamt 320 Meter lang und 54 Meter breit. Damit können dort sämtliche Einheiten der Deutschen Marine gedockt werden. Im laufenden Jahr sollen noch die Korvetten &amp;quot;Erfurt&amp;quot; und &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; sowie der Tender &amp;quot;Rhein&amp;quot; instandgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Februar/März&lt;br /&gt;
:Der portugiesische Bagger &amp;quot;Fernao de Magalhaes&amp;quot;, 139 Meter lang, 29 Meter breit, kann mit der Kraft von 10 000 PS selbst festes Gestein bis zu einer Tiefe von 35 Metern entfernen. Er baggert den Seekanal auf eine Tiefe von 16,5 Metern aus.&lt;br /&gt;
:Damit sollen zukünftig &#039;&#039;&#039;Tanker&#039;&#039;&#039; von bis zu 15 Metern Tiefgang in den Rostocker Hafen einfahren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. März&lt;br /&gt;
:Zu einem Osterspaziergang im Revier Schnatermann lädt das Stadtforstamt Interessierte ein. Dabei können die Teilnehmer bei einer geführten Wanderung die Vielfalt und Besonderheiten dieses Teiles der Heide erleben, der sich gerade im zeitigen Frühjahr von einer seiner schönsten Seiten zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 25. April&lt;br /&gt;
:Auf der Neptun-Werft erfolgt die Kiellegung für ein weiteres Versorgungsschiff für die Deutsche Marine.&lt;br /&gt;
:Es ist bereits das zweite Kriegsschiff der neuen Klasse 707 binnen eines Jahres dessen Bau begonnen worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. April&lt;br /&gt;
:Mit dem &amp;quot;Warnemünder Frühlingslandgang&amp;quot; (fast 30 Jahre als &amp;quot;Stromerwachen&amp;quot; bekannt) wird traditionell die Warnemünder Sommersaison eröffnet. Auf der Warnemünder Promenade befindet sich eine maritime Bummelmeile mit Kunsthandwerk und Gastronomie. Die Warnemünder Bademeisters beenden an diesem Tag ihre Badesaison.&lt;br /&gt;
:Führung über den Neuen Friedhof Warnemünde: Das Begräbnisareal ist in den 1920er-Jahren angelegt worden. Es umfasst heute eine Fläche von knapp fünf Hektar. Zahlreiche Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Einige von ihnen, darunter Handwerker, Wissenschaftler, Händler, Ärzte, Abenteurer, werden beim Rundgang mit der Historikerin Dr. Antje Krause näher vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. bis 12. Mai&lt;br /&gt;
:Das diesjährige Kleinkunstfest findet auf dem Leuchtturmvorplatz und entlang der Seepromenade statt. Kleinkunst unterschiedlicher Art, Spaß, Unterhaltung, Mitmachaktionen, Überraschungen, kleine Köstlichkeiten und auch ein Händlermarkt gehören dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Mai&lt;br /&gt;
:In der Yachthafenresidenz Hohe Düne findet die 29. Landesmeisterschaft der Auszubildenden des Gastgewerbes statt. Die hier als Beste gekürten Teilnehmer und angehenden Köche treten danach als &amp;quot;Mannschaft Mecklenburg-Vorpommern&amp;quot; bei der angehenden Jugendmeisterschaft im Herbstin Bonn an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 15. Mai&lt;br /&gt;
:Nach über 5 Monaten Umbauzeit wird der Warnemünder REWE-Markt an der Stadtautobahn mit einer großen Feier wiedereröffnet. Mehr als vier Millionen Euro hat die Rewe Group in den Standort investiert und dabei auf neue Konzepte gesetzt, sagt Norbert Richartz, Vertriebsleiter Region Ost bei Rewe. Bis zur Insolvenz hatte der Lila Bäcker den Bäckereistand samt Café im Warnemünder Markt betrieben. Diesen hat nun die Bäckerei von Allwörden übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Mai&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Reparaturarbeiten durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. Mai&lt;br /&gt;
:Distinguished Gentleman&#039;s Ride in Warnemünde: Am Pfingstsonntag ist Warnemünde wieder Teil eines Spektakels, bei dem sich stilbewusste Motorradfahrerinnen und -fahrer zusammenfinden. Die Teilnehmer der weltweiten Bewegung sammeln Spenden für die Erforschung und Behandlung von Männerkrankheiten und tragen so dazu bei, Leben zu retten. Die Fahrt geht vom Neuen Markt in Rostock über mehrere Stadtteile bis nach Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Mai&lt;br /&gt;
:Warnemünder Schiffe auf Pazifik-Mission&lt;br /&gt;
:Die in Hohe Düne stationierten Schiffe, Versorgungsschiff &amp;quot;Frankfurt am Main&amp;quot; und Fregatte &amp;quot;Baden-Württemberg&amp;quot; sind auf der Reise rund um die Welt um in der Nato-Pazifik-Mission die brisante Straße von Taiwan zu durchqueren. &amp;quot;Deutschland will mit der Mission vor allem sein Interesse an den Entwicklungen in der indo-pazifischen Region unterstreichen und seine Solidarität mit den Wertepartnern wie Japan oder Singapur zeigen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Der frisch sanierte Warnemünder Georginenplatz wird am 18. Juni 2024 von Rostocks Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde eingeweiht. Die Neugestaltung des denkmalgeschützten Areals hatte sich an dessen ursprünglicher Optik aus den 1920er-Jahren orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Juni&lt;br /&gt;
:Beim dritten Summer Open auf dem Golfplatz in Warnemünde kamen 1170 Euro an Spenden zusammen mit denen das Rostocker Frauenhaus unterstützt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. Juli&lt;br /&gt;
:Mit dem traditionellen Festumzug, dem 21. &amp;quot;Niegen Warnemünder Ümgang&amp;quot; mit ca. 2500 aktiven Mitwirkenden, vom Leuchtturm beginnend, durch die Alexandrinenstraße, Kirchenplatz, wird die 86. Warnemünder Woche, eines der größten Segelereignisse an der deutschen Ostseeküste, von der Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger im Warnemünder Kurhausgarten mit einem Fassbieranstich eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Juli&lt;br /&gt;
:Das Marinearsenal in Warnemünde soll binnen drei bis fünf Jahren &amp;quot;kriegstüchtig&amp;quot; werden erklärt der Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) am Rande eines Besuches in Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. Juli&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park wird anlässlich des 150. Todestages von Fritz Reuter (1810-1874) wieder eine Warnemünder Fritz-Reuter-Eiche eingeweiht. &lt;br /&gt;
:Das von Museumsverein, Leuchtturmverein, Warnemünde-Verein und Trachtengruppe initiierte &amp;quot;Erinnerungsensemble&amp;quot; besteht neben der über 100 Jahre alten Eiche aus einem Markierungsstein, einer zweisprachigen Infotafel sowie einer Bank. Die Einweihung fand unter reger Teilnahme der Warnemünder Vereine und Bevölkerung statt.&lt;br /&gt;
:Der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. lädt Freunde und Partner und Wegbegleiter anlässlich des 30-jährigen Bestehens zu einer Ausfahrt mit einem historischen Segelschiff, der Kogge „Wissemara“ ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. Juli&lt;br /&gt;
:Bilanz am Ende der 86. Warnemünder Woche&lt;br /&gt;
:Sportlich waren die Segelwettbewerbe die Glanzlichter, 15 Regatten verschiedener Schiffsklassen,&lt;br /&gt;
:Events der 1. und 2. Segelbundesliga, sowie die Sailing Champions League standen an.&lt;br /&gt;
:Mehr als 800 Sportler in rund 400 Booten hatten sich angemeldet.&lt;br /&gt;
:Den Ausgang bildete ein Drachenbootfestival mit rund 1200 Sportlern&lt;br /&gt;
:Eine Flaute und eine Unwetterwarnung störten kurzzeitig deren Abläufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 27. Juli&lt;br /&gt;
:Im Kurhausgarten findet das erste &amp;quot;Buntes Meer Festival&amp;quot;, eine Mischung aus Kunstmarkt, Konzert und Unterhaltung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Juli&lt;br /&gt;
:Bundesratspräsidentin Manuela Schwesig (SPD) reist zu den Olympischen Spielen nach Paris.&lt;br /&gt;
:Dort wirbt sie für das Segelrevier Rostock-Warnemünde im Falle einer deutschen Bewerbung für Olympia. Dafür gibt es einen Beschluss des Landtages.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 31. Juli&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Fischereikutterverein „Jugend zur See“ verabschiedet sich von seinem Fischkutter „Pasewalk“, einem der letzten bislang fahrtüchtigen Warnemünder 17-m-Kutter. Der vor allem bei Kindern und Jugendlichen für seine Freizeit-Piratenfahrten beliebte Kutter liegt derzeit auf dem Trockenen im Fischereihafen Bramow und soll für den symbolischen Preis von einem Euro verkauft werden, so der Vereinsvorsitzende Norbert Ripka. Als Grund nannte er zu hohe Kosten für die notwendige wiederkehrende Klassifizierung des über 70 Jahren alten Traditionsschiffes. Der 17 Meter lange und 5,60 Meter breite Kutter wurde 1950 auf der VEB Boddenwerft Damgarten gebaut. Der Fischkutterverein ist ein anerkannter Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 2. August&lt;br /&gt;
:Am Strand von Warnemünde startet das 2. High-Seaciety-Festival mit drei Tagen Livemusik und Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7.bis 11. August &lt;br /&gt;
:Die 33. Hanse Sail begeistert rund 500.000 Besucher, 138 Traditionssegler waren dabei.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Gorch Fock II&amp;quot;, das Segelschulschiff  der Marine läuft um 10.00 Uhr in Warnemünde ein und ist am Passagierkai 1 bis zum 11. August eines der Glanzlichter der diesjährigen Hansesail.&lt;br /&gt;
:Am ersten Tag der Hanse Sail startet vom süddänischen Nysted die große Haikutter-Regatta. Die alten Fischerboote segeln auf dem schnellsten Wege nach Warnemünde und laufen am Abend am Ziel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. August&lt;br /&gt;
:Auf einer Marinebarkasse der Bundesmarine, im  Stützpunkt Hohe Düne stationiert, bricht ein Brand aus. Der Brand brach aus ungeklärter Ursache im Führerhaus, die dicken Rauchschwaden waren von hoher See aus über 3 km weit zu sehen. Die zwei an Bord befindlichen Mannschaftsmitglieder wurden von der Wasserschutzpolizei unverletzt gerettet und der Brand konnte gelöscht werden. Auch der Seenotrettungskreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; war an dem Rettungseinsatz beteiligt. Der Havarist wurde in den Marine-Stützpunkt geschleppt.&lt;br /&gt;
:Die Polizei hatte eine Gruppe Ladendiebe auf frischer Tat ertappt, die zuvor beobachtet wurden, wie sie Textilien von Ständern verschiedener Geschäfte am Alten Strom stahlen. Mit Unterstützung der Bundespolizei konnten Beamte die Diebe am Warnemünder Bahnhof stellen. Sie trugen die gestohlenen Kleidungsstücke zum Teil bereits am Leib und hatten vor der Tat bereits einen Platzverweis wegen Randalierens erhalten. Die Diebe waren der Polizei nicht unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Hochsee-Racer macht in Warnemünde Station.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Offshore-Racer&amp;quot;des Teams &amp;quot;Next Generation Sailing&amp;quot; machte in der Marina Hohe Düne fest und übernahm dort den Namen des neuen Sponsors &amp;quot;Task Engineering&amp;quot; eines deutsch-dänischen Unternehmens. Das Boot ist ein reines Rennboot und bis zu 30 Knoten schnell. Es ist einzig dazu gebaut Hochseerennen zu bestreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Auf dem Leuchtturm wurde der 50.000. Jubiläumsgast begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. bis 25. August&lt;br /&gt;
:Europas Top-Athleten messen sich bei &amp;quot;Battle The Beach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Strand ist drei Tage lang Schauplatz eines sportlichen Großereignisses in der sechsten Runde. 560 Athleten aus ganz Europa messen sich in verschiedenen Disziplinen wie Gewichtheben, Triatlon, Wassersport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,26. August&lt;br /&gt;
:Nach der im September 2023 beschlossenen Erhöhung und Ausweitung der Kurabgabe auf das gesamte Stadtgebiet klingelt es ordentlich in der Stadtkasse.&lt;br /&gt;
:Zwischen September2023 und Juli 2024 flossen insgesamt 4,5 Millionen Euro in die Stadtkasse. Davon entfallen 2,014 Millionen Euro auf Warnemünde, 817.000 Euro auf Markrafenheide und 332.000 Euro auf Diedrichshagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2024/2025===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 8. September&lt;br /&gt;
:Das Heimatmuseum Warnemünde nimmt auch in diesem Jahr am deutschlandweit organisierten &amp;quot;Tag des offenen Denkmals&amp;quot; teil und präsentiert im Heimatmuseum zusammen mit der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. sowie dem Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum M-V e.V. den „Thementag Archäologie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. bis 13. September&lt;br /&gt;
:8. Rostocker Großmotorentagung in der Yachthafenresidenz Hohe Düne. Sie steht unter dem Motto: „Die Zukunft der Großmotoren – Neue Technologien und Kraftstoffoptionen: Die Wege zur sauberen Schifffahrt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. September&lt;br /&gt;
:wurde der Dreh-Test der 120 Jahre alten Warnemünder Bahnhofsbrücke, unter Anwesenheit mehrerer tausend Besucher, als Herzstück des jährlichen Büchenfestes zu einem erlebenswerten Spektakel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 20. September&lt;br /&gt;
:Auftakt im Rahmen der MeerBeats-Tour 2024 von Warnemünde nach Hamburg mit Mein Schiff 7. &lt;br /&gt;
Auf dem Schiff findet an diesem Tag die MV Cruise Conference statt. Außerdem treten Die Fantastischen Vier am 20. September 2024 auf. Sie sind dann auch bei der nachfolgenden Reise nach Hamburg dabei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. September&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. September&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. September&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. September&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. September&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.-6. Oktober&lt;br /&gt;
:Für die Stephan-Jantzen Tage – Namensgeber ist der legendäre Warnemünder Lotsenkapitän – wird der Platz vor dem Warnemünder Leuchtturm zum Hauptveranstaltungsort. Zu den Höhepunkten gehört die Aufführung der Stephan-Jantzen-Suite. Für die Besucher ist viel Musik, Kultur und maritimes Flair zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Am 9. Oktober 2024 besteht der Museumsverein Warnemünde e.V. seit 20 Jahren. Mit großem Engagement haben sich die Vereinsmitglieder um Vorsitzenden Uwe Heimhardt für dieses Kleinod in Warnemünde eingesetzt. Im Mai 2017 hat Christoph Wegner die Leitung des Museums übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Nachmittag prallt eine Fähre wegen eines Maschinenausfalls auf den Fähranleger in Hohe Düne. Drei Menschen wurden dabei verletzt. Bereits am Abend kann der Fährbetrieb nach Reparatur wieder aufgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:14. Pflanzaktion „Bürger für Bäume“: In gemeinsamer Aktion initiieren der Zoo und das Stadtforstamt eine Aufforstungskampagne in der Rostocker Heide. Insgesamt werden 5.000 Traubeneichen-, Esskastanien-, Roterlen-, Ebereschen- und Buchensetzlinge in die Erde gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
:Die Initiative DigitalTeilhabe in Warnemünde lädt Senior*innen und Interessierte zum Digital-Thementagen „iPhone&amp;amp;Smartphone“ in den Gemeindesaal der Evangelischen Kirche ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Oktober&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Dafür ist dieser Überweg wegen der Drehung der Brücke für eine halbe Stunde gesperrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. November&lt;br /&gt;
:Nach zwei Jahren umfassenden Arbeitens ist die Vertiefung des Seekanals Warnemünde auf 16 km Länge abgeschlossen. Um die durchgehende Tiefe der Baltic-Max-Norm (17 m Tiefgang) zu erreichen, investierte der Bund ca. 100 Mio. Euro in das Projekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 5. bis 7. November&lt;br /&gt;
:5. Rostock Ocean Convention meets Hydro 2024: Vom 5. bis 7. November 2024 findet die internationale hydrographische Konferenz und Ausstellung HYDRO 2024 statt. Es werden aktuelle Trends, neueste Entwicklungen und Projekte der Unterwassertechnologie gezeigt. Die Veranstaltung bietet mehr als 190 Teilnehmern, Referenten und Partnern eine Kommunikationsplattform. Im Yachthafen Hohe Düne sind dabei beispielsweise spannende Bootsvorführungen unterschiedlicher Anbieter zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. November&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. feiert in der Cafeteria und Eventlocation &amp;quot;Laak 5&amp;quot; mit einer Vielzahl seiner Mitglieder sein 20-jähriges Bestehen. Der Verein hat zum 1.1.2005 die Betriebsführung des Heimatmuseums übernommen und kann seither auf eine überaus erfolgreiche Entwicklung des Heimatmuseums zurückblicken. Neben Grußworten anderer Warnemünder Vereine äußerten sich auch Sigrid Hecht (Chefin des städtischen Eigenbetriebs KOE) und die neue Kulturamtsleiterin Anne-Katrin Bicher positiv über die Entwicklung des Museums und versprachen auch in Zukunft die Geschicke des Museumsvereins tatkräftig zu unterstützen&lt;br /&gt;
. &lt;br /&gt;
;2024, 8. November&lt;br /&gt;
:Inklusives Unternehmerfrühstück im DOCK INN. Es geht darum wie man Menschen mit Behinderung besser im Berufsalltag integrieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 17. November&lt;br /&gt;
:Kranzniederlegung an der Gedenkstätte „Für alle auf See Gebliebenen“, organisiert von der Nautischen Kameradschaft Poseidon e.V., im Stephan-Jantzen-Park.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. und 20. November&lt;br /&gt;
:3. Lotsenkonferenz der Bundeslotsenkammer im Technologiepark Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Es geht dabei u.a. um 70 Jahre Seelotsgesetz &amp;amp; 70 Jahre Bundeslotsenkammer und um einen Kerninhalt des Seelotsgesetzes, nämlich die neu strukturierte :Seelotsenausbildung 2024. In Kooperation mit den Hochschulen Wismar/Warnemünde und Flensburg wird erstmalig eine hochqualifizierte Seelotsenausbildung in Form eines Masterstudienganges angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Obdachlosengala in Warnemünde: Bereits zum siebenten Mal lädt das Hostel „Dock in“ 160 Bedürftige zum Weihnachtsschmaus. Unter den 50 Helferinnen und Helfern war diesmal als Überraschungsgast Monchi, der Frontman der bekannten Rockband Feine Sahne Fischfilet.&lt;br /&gt;
:Zu einem stimmungsvollen Start in die Vorweihnachtszeit lädt das 22. Adventssingen am Warnemünder Leuchtturm ein. Erneut sorgt der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. mit einem Programm voller Musik für unvergessliche Momente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.Dezember&lt;br /&gt;
:Der 29.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 7. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. bis 21.. Dezember&lt;br /&gt;
:Traditioneller Weihnachtsbaumverkauf in Hinrichshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,23.Dezember&lt;br /&gt;
:In der abgelaufenen Saison wurden in Warnemünde 148 Schiffsanläufe von 38 Kreuzfahrschiffen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025,1.Januar&lt;br /&gt;
:Das zum 25. Mal statt zu findende Neujahrsfest des Turmleuchtens wurde wegen Sturm nur wenige Stunden vor Beginn abgesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.-3. Februar&lt;br /&gt;
:Die Fregatte &amp;quot;Nordrhein-Westfalen&amp;quot; der Bundesmarine liegt für drei Tage an der Passagierkai-Promenade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Februar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde, die Initiative DigitalTeilhabe lädt Seniorinnen, Senioren und Interessierte zu Digital-Thementagen „iPhone, Smartphone &amp;amp; Co&amp;quot; ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Beginn der Bauarbeiten: Neue Mittelinsel soll Querung der Richard-Wagner-Straße erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.März&lt;br /&gt;
:65.000 Menschen besuchen das nachgeholte 25. Turmleuchten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 25. März&lt;br /&gt;
:Es wird natürlich bunter - Saisonbepflanzung startet in Warnemünde, 10.365 Pflanzen kommen kurz nach Sonnenaufgang in den Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. April&lt;br /&gt;
:Beidseitig der Rostocker Straße werden Radverkehrsanlagen ausgebaut bzw. neu markiert, die gesamte Baumaßnahme erfolgt in vier Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt beginnt am Knoten Richard-Wagner-Straße und führt zur Johann-Sebastian-Bach-Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 12. April&lt;br /&gt;
:Von April bis Oktober 2025 dreht sich das XXL-Riesenrad in Warnemünde. Mit dem „Eye 55“ (was für eine Höhe von 55 m steht) auf der Mittelmole hat man eine tolle Aussicht über das Seebad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. April&lt;br /&gt;
:Beginn der diesjährigen Warnemünder Kreuzfahrtsaison mit dem Anlauf der „AIDAmar“. Bislang sind für 2025 von 23 Kreuzfahrtreedereien 167 Anläufe von 36 Kreuzfahrtschiffen angemeldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 16. April&lt;br /&gt;
:Mit einem abwechslungsreichen Programm, einer Mischung aus Geschichte und Kultur starten die beliebten Warnemünder Museumsabende im Heimatmuseum Warnemünde in die nächste Saison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. April&lt;br /&gt;
:Vom 17. April bis zum 2. November zeigen Künstler aus aller Welt Sandskulpturen zu den „Geheimnissen der sieben Weltmeere“ im Rahmen der 15. Sandwelt in Warnemünde am Pier 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 19. April&lt;br /&gt;
:Die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde entzündet das traditionelle Osterfeuer am Strand unterhalb des Leuchtturms. Die anschließende Fackelwanderung entlang des Alten Stroms wird von der „Sax’n Anhalt VIP Band“ begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 28. April&lt;br /&gt;
:Die neue automatische Versenkpolleranlage in der Warnemünder Kirchenstraße geht in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einem Konzert des Landespolizeiorchesters startet die Meeresbrise-Konzertreihe in die fünfte Saison. Bis Ende September sollen noch 22 Konzerte im Kurhausgarten OpenAir folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 14. Mai&lt;br /&gt;
:Eine neue öffentliche WC-Anlage wird am Strandaufgang 18, auf Höhe des Strandwegs 14 installiert. Zwei große Kräne müssen zum Einsatz kommen, um das Modul mit einem Gewicht von rund 35 Tonnen hinter der Düne zu platzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einer feierlichen Zeremonie wird die neue Sportschule Warnemünde auf der Mittelmole offiziell eröffnet. Der Neubau hat rund 31,8 Millionen Euro gekostet. Der Gebäudekomplex bietet Sportlern aller Disziplinen ideale Bedingungen. Außerdem soll die Sportschule künftig eine zentrale Rolle bei der Durchführung von Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Warnemünder Woche oder Segelregatten auf Bundesebene spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Mai&lt;br /&gt;
:Der sanierte und modernisierte Liegeplatz 23 im Alten Strom sowie das neue Betriebsgebäude für den Seenotrettungskreuzer ARKONA der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden offiziell durch den Hafensenator Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Hafenkapitän Falk Zachau sowie DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler und Mario Lange, Vormann der ARKONA, in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für den neuen Anleger belaufen sich auf 1,1 Mio. Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 30.Mai&lt;br /&gt;
:Am Liegplatz 23, des Seenotkreuzers &amp;quot;Arkona&amp;quot;, am alten Strom, wird ein neues Betriebsgebäude der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 31. Mai&lt;br /&gt;
:Einweihung des multifunktionalen Beachsportfeldes für die Sportarten Beachsoccer, Beachvolleyball und Beachhandball im Sportpark Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juni&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der „SeaDream 2“. Das Luxusschiff mit 108 Metern Länge und 14 Metern Breite (Baujahr 1985) ähnelt eher einer Yacht und bietet Platz für maximal 112 Gäste in 56 Kabinen bei einer Besatzungsstärke von etwa 100 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juni&lt;br /&gt;
:Die „Sky Princess“ der Reederei Princess Cruises ist mit einer Länge von etwa 330 Metern und einer Bruttoraumzahl von 145.281 das längste und größte der 2025 in Warnemünde anlandenden Kreuzfahrtschiffe. Der Ozeanriese bietet Platz für 3660 Passagiere. Auf 19 Decks gibt es 1830 Kabinen, acht Restaurants, zehn Bars, mehrere Lounges, ein Theater, einen Spa-Bereich sowie vier Pools und acht Whirlpools. Am 22.7. erfolgt ein zweiter Anlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.Juni&lt;br /&gt;
:Mehr als 30 Schiffe verschiedener NATO-Mitgliedsländer haben in Warnemünde und Hohe Düne festgemacht um von hier aus zur zweiwöchigen Großübung Manöver Baltops (Baltic Operation) zu starten.&lt;br /&gt;
:Größtes teilnehmendes Kriegsschiff ist der US-Zerstörer &amp;quot;USS Mount Whitney&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das Auslaufen der Schiffe wird auch von Protesten begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 18. bis 20. Juni&lt;br /&gt;
:33. Nordische Baumtage. Eines der Themen ist „Stadtgrün im Klimawandel“. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock im Warnemünder Technologiepark durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt mit dem Diplomatischen Korps nach Mecklenburg-Vorpommern und empfängt dafür am 24. Juni in Warnemünde an Bord der Gorch Fock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VISTA / Reederei Oceana Cruises Länge: 241,10 m Breite: 32,31 m&lt;br /&gt;
Gewicht: 67.817 BRZ Baujahr: 2023 Passagiere: 1.218 (max. 1.469)&lt;br /&gt;
:Neue Runde für die „Warnemünder Abende“. Mit der Vortragsreihe des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung werden spannende Einblicke in die Geheimnisse eines einzigartigen Lebensraums gewährt. Einmal monatlich, immer donnerstags. finden ab 4. September im großen Vortragssaal des IOW in der Seestraße 15 weitere Veranstaltungen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juli&lt;br /&gt;
:Im Heimatmuseum Warnemünde wird die Sonderausstellung &amp;quot;Ob die Möwen manchmal an mich denken? Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee&amp;quot; eröffnet. Kuratorin der Ausstellung ist die Journalistin sowie Autorin des gleichnamigen Buches Dr. Kristine von Soden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.-13. Juli&lt;br /&gt;
:87. Warnemünder Woche mit dem &amp;quot;Niegen Ümgang&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. Juli&lt;br /&gt;
:Doppelanlauf der Kreuzfahrtschiffe MSC Poesia und der Nordstjernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Juli&lt;br /&gt;
:Das schon legendäre Open Air am Meer „Rauch auf dem Wasser“ lädt zum 21. Mal in den Warnemünder Kurhausgarten ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 8. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VIKING SATURN / Reederei Viking Ocean Cruises. Sie befindet sich auf einer zweiwöchigen Reise von Bergen in Norwegen nach Stockholm in Schweden. Das Schiff ist 227 Meter lang und für 930 Passagiere ausgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der ILMA / Reederei Ritz-Carlton Yacht Collection. Die Luxus-Kreuzfahrtyacht ist ein 241 Meter langes Schiff, das 456 Passagiere beherbergen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 6. August&lt;br /&gt;
:Erstmals in MV werden von Menschen aufgezogene Sandregenpfeifer ausgewildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. -10. August&lt;br /&gt;
:An der 34. Hansesail nehmen über 120 Schiffe teil. Die Sail hat rund eine halbe Million Besucher und ist damit das weltweit größte Treffen historischer Segelschiffe. Anführendes Flaggschiff ist in diesem Jahr die Dreimastbark &amp;quot;Belem&amp;quot; aus Frankreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. August&lt;br /&gt;
:Zum 13. Mal ist die Strand Arena Schauplatz der Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft. Im Finale holen sich die Beach Royals Düsseldorf den Titel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 20. August&lt;br /&gt;
:Die am Vortag havarierte „Nordstjernen“ kann am Nachmittag Warnemünde wieder verlassen. Das historische Hurtigruten-Schiff hatte am Abend beim Ablegen am Cruise Center eine Böschung gerammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 21. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf „Le Lape’rouse“, Reederei Compagnie Du Ponant. Auf diesem kleineren Kreuzfahrtschiff finden 184 Passagiere Platz, es ist 131 Meter lang und 2018 gebaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2025/2026===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. September&lt;br /&gt;
:Unter dem Motto „Gesund älter werden in Rostock“ startet der 5. Senioreninformationstag anlässlich der Tage der Regeneration in Warnemünde am Leuchtturm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. September&lt;br /&gt;
:Bundeskanzler Merz besucht erstmals die Marine in Hohe Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. September&lt;br /&gt;
:40 Schiffe aus 14 Nationen mit 2700 Soldatinnen und Soldaten nehmen am Marinemanöver Northern Coasts teil. Vom 29. August bis 12. September 2025 üben multinationale Seestreitkräfte unter deutscher Leitung in der Ostsee. In Warnemünde hat das Versorgungsschiff VIRSAITIS (A 53), ein Marineschiff Lettische Marine festgemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 15. September&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Brauerei &amp;quot;Hoppen un Molt&amp;quot; feiert ihr 10-jähriges Bestehen.&lt;br /&gt;
;29.Oktober&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, seit Oktober 2004 Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V., erhält im Zuge einer kleinen Feierstunde im Heimatmuseum für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement den Stiftungspreis der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Oktober&lt;br /&gt;
:Stephan Frey wird neuer Pastor in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Oktober&lt;br /&gt;
:Feierliche Grundsteinlegung für ein Parkhaus in Hohe Düne. - Wegen des Wegfalls des bisherigen Mieter-Parkplatzes im Bereich Hohe Dünne 22-27, hier sollen zusätzliche Wohnungen entstehen, errichtet die Goldbeck Nordost GmbH auf rund 4.000 Quadratmetern Fläche insgesamt 220 Anwohnerparkplätze. &lt;br /&gt;
:Die Fertigstellung des Parkhauses ist für Mitte 2026 geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5. November &lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrschiff &amp;quot;Aidadiva&amp;quot; legt am Liegeplatz 7 an und beschließt mit ihrem Anlauf die diesjährige Kreuzfahrtsaison.&lt;br /&gt;
:Insgesamt sind über das Jahr 592.000 Seereisende  (2024: 532.000) von 35 Kreuzfahrtschiffen (2024: 37) in Warnemünde an und von Bord gegangen.&lt;br /&gt;
:Das größte Schiff in dieser Saison war die &amp;quot;Sky Princess&amp;quot; mit einer Länge von 330 Metern und einer Kapazität von rund 3700 Passagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. November&lt;br /&gt;
:Die Bürgerinitiative &amp;quot;Rettet den Küstenwald&amp;quot; verhindert die Fällung der 100-jährigen Kastanie in der Rostocker Straße und setzt deren Aufnahme in die Liste der geschützten Bäume durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. November&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V. erhält den Ehrenpreis um besondere Verdienste um die Bewahrung  und Vermittlung mecklenburgischen Kulturerbes der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:Auf die Warnemünder Kinder wartet am Martinstag ein schöner Brauch. In bewährter Kooperation laden die Ev.-Luth. Kirchgemeinde und die Tourismuszentrale an diesem Tag zum Sankt-Martins-Umzug ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. November&lt;br /&gt;
:Das Riesenrad auf der Mittelmole wird abgebaut und stellt seinen Betrieb endgültig ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1025, 27. November&lt;br /&gt;
:Der dreißigste Band des &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird vom Verlag Redieck und Schade, gemeinsam mit dem Leuchtturmverein Warnemünde präsentiert. Somit erscheint erscheint dieser beliebteste Warnemünde-Almanach nunmehr ununterbrochen seit drei Jahrzehnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Dezember&lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrtschiff „Amadea“ der Reederei Phönix Reisen beendet die Kreuzfahrtsaison in Warnmünde. Das durch die ZDF-Sendung «Das Traumschiff» bekannte 193 Meter lange Schiff bietet Platz für 570 Passagiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. November&lt;br /&gt;
:Im Hotel Neptun in Warnemünde lädt der NDR Jazztime Bigband Ball Mecklenburg-Vorpommern zu einem stilvollen Abend voller Musik und Unterhaltung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 29. November&lt;br /&gt;
:Eröffnungstag des traditionellen Weihnachts- und Neujahrsmarktes Warnemünde auf dem Warnemünder Kirchenplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 5. Januar&lt;br /&gt;
:Brand im Erdgeschoss eines Hauses &amp;quot;Am Strom&amp;quot;. An dem knapp 2 Stunden dauernden Einsatz waren insgesamt 34 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde und des Rettungsdienstes beteiligt. Verletzte waren nicht zu beklagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 30. Januar&lt;br /&gt;
:In Berlin hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner die Kampagne mit dem Titel „Berlin gewinnt mit Olympia“ vorgestellt. Die Bundeshauptstadt setzt mit ihrer Bewerbung um die Austragung Olympischer Sommerspiele für 2036, 2040 oder 2044 auf Rostock-Warnemünde als Standort für die olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe.&lt;br /&gt;
;Rostock verbietet per Ratsbeschluß privates Feuerwerk am Warnemünder Ostseestrand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. März&lt;br /&gt;
:Erstmals seit Bestehen des Marinearsenals Warnemünde wird mit U34 , eines der 6 U-Boote vom Typ U212a hier überholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 14.März&lt;br /&gt;
:Die Tourismuszentrale veröffentlicht die Besucherzahl des Jahres 2025. mit 2.317.693 Übernachtungen wird hier der 2019 aufgestellte Rekord übertroffen, womit Rostock an erster Stelle für das Land Mecklenburf-Vorpommern liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.März&lt;br /&gt;
:Das Ausfugsschiff MS Baltica wird nach dreißig Dienstjahren in Warnemünde außer Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 26. März&lt;br /&gt;
:Lotsenältermann Andreas Krüger wird nach 25 Jahren Arbeit als Seelotse in den Ruhestand verabschiedet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 28. März&lt;br /&gt;
:Die AIDAdiva eröffnet die Kreuzfahrsaison&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 1. April&lt;br /&gt;
:Steffen Herz (58) übernimmt die Leitung der Verkehrszentrale Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12.April&lt;br /&gt;
:Warnemünde hat wieder ein neues Riesenrad. die Schaustellerfamilie Geisler hat auf der Mittelmole mit dem 55 Meter hohen Riesenrad, in dem sich 42 klimatisierte, geschlossene Riesengondeln befinden, damit neben Teepott und Leuchtturm ein weiteres Wahrzeichen hinzugefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 9.Juni&lt;br /&gt;
:-Zu seinem 55ten Geburtstag präsentiert sich das Hotel Neptun mit 55 von dem Künstler Joerg Waerner vergoldeten Balkonen.&lt;br /&gt;
:-Wiederum weht die verliehene Blaue Flagge als Zeichen für geprüfte Wasserqualität sowie für Infrastruktur und Sicherheitsstandards an Warnemündes Stränden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. Juni&lt;br /&gt;
:-Beim ehemaligen Zollhafen wird mit dem ersten Rammschlag das Startzeichen für einen zukünftigen, rund zehn Hektar großen maritimen Gewerbepark gegeben.&lt;br /&gt;
:-Die Neptun-Werft erhält einen Milliardenauftrag über zwei schwimmende Umspannwerke für Offshore-Windparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.-18.Juli&lt;br /&gt;
:Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft richtet erstmals die Internationalen Deutschen Ocean Meisterschaften aus. 270 TRettungssprortlerinnen und Rettungssportler aus 39 Vereinen kämpfen am Hauptstrand von Warnemünde um die ersten deutschen Meistertitel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 18. Juli&lt;br /&gt;
:Nur drei Monate nach der Eröffnung im April muß das &amp;quot;Französische Dorf&amp;quot;, eine Gastro-Einheit im französischen Stil wieder schließen und Abgebaut werden. :Lediglich das Riesenrad &amp;quot;Wheel of Excenllence&amp;quot; bleibt weiterhin im Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 21. Juli&lt;br /&gt;
:Bei einem Badeunfall in der Ostsee ist ein 33-Jähriger ums Leben gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, ab 27.Juli&lt;br /&gt;
:heißt es wieder &amp;quot;Leinen los&amp;quot; und die Reederei Adler-Schiffe startet regelmäßig Fahrten zwischen Kühlungsborn und Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026,2.August&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der vierzigtausendste Besucher zur Tumbesteigung begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 6.-9. August&lt;br /&gt;
:Vier Tage lang stand Warnemünde ganz im Zeichen der Seefahrt. Rund 500.000 Menschen besuchten die 35. Hansesail und erlebten rund 120 historische Schiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Marksteine==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ersterwähnung des Namens in der Kaufurkunde der Rostocker Heide am 25. März 1252===&lt;br /&gt;
In den Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts vorkommende Namensbezeichnungen:&lt;br /&gt;
Warnemunde, Warnemonde, Wernemunde, Wernowemunde, Werneminde, Wernemynne, Warneminne, Varneminde, Verneminde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warnemündes Bedeutung für die Stadt Rostock tritt bereits mit der ersten Urkunde hervor, in der der Ort genannt wird. Am 25. März 1252 verkauft Fürst Borwin III. der Stadt Rostock die heutige Rostocker Heide und verleiht ihr außer anderen Freiheiten auch die Fischereigerechtigkeit auf der gesamten Unterwarnow, von der Petri-Brücke bis &#039;&#039;(zum Hafen!)&#039;&#039; Warnemünde und über den Hafen hinaus bis ins Meer.&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre später, am 12. Oktober 1264 überträgt Fürst Borwin alle seine Rechte &#039;&#039;&#039;über den Hafen zu Warnemünde &#039;&#039;&#039; (!) auf die Stadt. &lt;br /&gt;
*[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit dieser ersten Nennung des Namens Warnemünde am Rande der Rostocker Heide ist &lt;br /&gt;
eindeutig der &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; gemeint.&lt;br /&gt;
:Das erste sicher auf den Fischerort Warnemünde und die dortige fürstliche Vogtei&lt;br /&gt;
:bezogene Datum liegt 16 Jahre später:&lt;br /&gt;
;1268, 17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
:Das bezieht sich dann auf die bereits existierende, bis 1323 noch fürstliche Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
In verschiedenen historischen Quellenwerken wird eine erste Erwähnung Warnemündes im Jahre 1195 in dänischen Dokumenten angeführt.&lt;br /&gt;
Intensive Suchen nach diesen Dokumenten in der jüngeren Vergangenheit blieben aber bislang ergebnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1323 - Die Stadt Rostock kauft das Fischerdorf Warnemünde vom mecklenburgischen Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Urkunde mit Siegel für Warnemünde (Quelle- Barnewitz).jpg |450px|rechts|thumb| Warnemünde Kaufvertrag vom 11. März 1323 (Quelle: Barnewitz)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vor 1314 kaufte die Stadt Rostock das Dorf Barnstorf als ersten größeren Landerwerb, &lt;br /&gt;
:1323 kam als nächstes das Fischerdorf Warnemünde hinzu, das die Stadt vom Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen käuflich erwarb.&lt;br /&gt;
:Der Landesfürst hatte durch vorangegangene Kriege einen hohen Schuldenberg angehäuft und brauchte dringend Geld.&lt;br /&gt;
:So bescheinigte er den Rostockern am 11. März des genannten Jahres:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wir haben jenseits des Warnowflusses den ... Ratsherren und Gemeinde das Dorf Warnemünde mit Grund und Boden, jedem hohen und niederen Gericht - ausgenommen das Patronatsrecht für uns und unsere Erben - bis an die Grenzen des Dorfes Diedrichshagen, so weit es in der Länge und der Breite nach erstreckt, übertragen und überlassen es den Gegenwärtigen zu dauerndem Besitz, dergestalt, das sie in den oben bezeichneten Grenzen sich des vollen lübischen Rechtes erfreuen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wieviel die Rostocker für Warnemünde zahlten wissen wir nicht.&lt;br /&gt;
:Der Stadt aber mußte daran gelegen sein, den Ort in ihre Hände zu bekommen.&lt;br /&gt;
: (Hans Bernitt 1956)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urkunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warnowmündung, &amp;quot;Alter Strom&amp;quot;, &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot;, neuer &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot; - Wasserverbindungen über die Jahrhunderte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Karte zu 1323 (bearbeitet).jpg|Karte der östlichen Grenzziehung zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide nach den Verträgen von 1252 und 1323&lt;br /&gt;
Datei:RH Markgrafenheide Taterhörn Schmettau ost west.jpg|RH östlichster Punkt von Warnemünde und westlichster Punkt der Rostocker Heide bis 1922 Grafik: Willi Kolp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Alte Strom 1902===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In seinem Ursprung ist der Alte Strom einer von mehreren Warnow-Ausflüssen, ursprünglich als seichtes Rinnsal, das sich durch den Boden einer harten, Stein durchsetzten [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide#+_Die_Eisrandlage_Nr.8 Mergelbank] seinen Weg zur Ostsee bahnte. In der Anfangszeit Warnemündes nur für kleine Boote passierbar.&lt;br /&gt;
:Eine alte Überlieferung berichtet:&lt;br /&gt;
:Nahe der heutigen Vogtei wohnte ein Mensch, der Leute gegen Bezahlung auf seinem Rücken über den Strom trug. Eine Darstellung dieses Mannes ist in der Warnemünder Kirche zu besichtigen.&lt;br /&gt;
:Die Durchfahrt für größere Schiffe erfolgte etwa zwei Kilometer östlich vom Alten Strom, durch das Alte Tief.&lt;br /&gt;
:Bis 1487 genügte das Alte Tief den Ansprüchen der damaligen Seefahrt.&lt;br /&gt;
:Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts, unter großem baulichem Aufwand der Vertiefung des Wasserlaufes, um den Alten Strom schiffbar zu machen. &lt;br /&gt;
:In der Folge dieser Maßnahme begann der Prozess, den Fischerort Warnemünde und den Warnemünder Hafen der Stadt Rostock an einem Ort zu vereinen.&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Seekanals zu Beginn des 20.Jahrhunderts verlor schließlich der Alte Strom seine Bedeutung als Hafenzufahrt für den Rostocker Hafen.&lt;br /&gt;
:Fischerboote, Warnemünder Jollen, Fahrgastschiffe und Sportboote prägen seither das Bild des Stroms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hohe Düne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Hohe Düne&amp;quot; trennt den Breitling von der Ostsee.&lt;br /&gt;
:Sie ist eine ca. 400 m breite und etwa 3000 m lange Nehrung.&lt;br /&gt;
:Der Breitling ist eine Flußerweiterung der Warnow in ihrem Mündungsgebiet geändert, so daß dieses Gebiet ein flacher und sumpfiger Landstrich war.&lt;br /&gt;
:In Strandnähe gab es aber hohe Sanddünen.&lt;br /&gt;
:Die Entwicklung der Hohen Düne ist eng verbunden mit dem Seekanal, einem 1903 fertiggestellten Durchstich durch den Westteil der Hohen Düne, dem der 1304 &lt;br /&gt;
:bei einer Sturmflut verschüttete Hauptmündungsarm  und zwei weiter östlich gelegene, nicht mehr vorhandene, Durchstichtiefs voran gingen.&lt;br /&gt;
:Der Seekanal ermöglichte großen Seeschiffen die Zufahrt großer Seeschiffe in den Hafen Rostock und den Hafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Der etwa 60m breite Seekanal wurde durch Ausbaggern  eines Teils der Hohen Düne geschaffen. Er wurde durch den Bau einer neuen Ostmole begrenzt.&lt;br /&gt;
:Die Uferzone  östlich der neuen Mole und Hohe Düne  wurde zum Teil aufgespült, ebenso wie auch das Gelände des späteren Arado-Flugzeugwerkes.&lt;br /&gt;
:Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet noch als Warnemünde-Ost bzw. als Warnemünder Wiesen bezeichnet.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vörreeg und Achterreeg - Das alte Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Isenbart Karte 1719.jpg|thumb|600px|rechts|Die &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; und &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; in der  Warnemünde Isenbarth-Karte 1719]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch vor zwei Jahrhunderten bestand das Fischerdorf Warnemünde nur aus zwei unregelmäßig angelegten, der Windung des seichten Stromes folgenden Häuserreihen. &lt;br /&gt;
:Im Volksmund wird von Alters her die unmittelbar am alten Strom gelegene Reihe als &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; (&amp;quot;Vorderreihe&amp;quot;) und die parallel dahinter gelegene &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; (Hinterreihe&amp;quot;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Das alte Warnemünder Haus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Kulturgeschichtliches aus Warnemünde - Zum Warnemünder Hausbau&amp;quot; BRG 1915]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder und sein Haus]] Karl Baumgarten In: Natur und Heimat, Bd. 1 (1952), 1, S.19-20&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Lau &amp;quot;Das Warnemünder Haus - eine Volksbauweise in Mecklenburg&amp;quot; Auszug aus &amp;quot;Denkmale der Technikgeschichte in Mecklenburg und Vorpommern, Verlag Redieck und Schade 1997]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Heimatmuseum Warnemünde====&lt;br /&gt;
[[Datei:Heimatmuseum 1933.jpg|thumb|300px|rechts|Eröffnung des Heimatmuseums am 1. Juli 1933]]&lt;br /&gt;
:Um 1900 wurde eine zusammen getragene Sammlung provisorisch in einem kleinen Raum am Georginenplatz gezeigt.&lt;br /&gt;
:Danach befand sich die Ausstellung im Schulhais in der FritzReuter-Strasse.&lt;br /&gt;
:In der Alexandrinenstraße 31 befindet sich seit 1933 das Heimatmuseum Warnemünde. Das Museum ist in einem typischen Warnemünder Haus untergebracht. &lt;br /&gt;
:Man geht davon aus, dass es sich bei der Urform des Warnemünder Fischerhauses um ein abseitenloses Niedersachsenhaus handelt. &lt;br /&gt;
:Da Baugrund im Ort rar war, bekamen Haus und Grundstück ein selbständiges Gepräge. Die Grundstücke waren in der Regel 26 bis 28 Fuß breit (ca. 7,50 m). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Warnemünder Haus bestand ursprünglich aus einem Raum mit offener Herdstelle, in dem später eine &amp;quot;Vörstuw&amp;quot;, eine &amp;quot;Koek&amp;quot; und eine &amp;quot;Achterstuw&amp;quot; neben einer seitlichen Diele eingefügt wurden. &lt;br /&gt;
:Zur Erweiterung des Hauses entstanden hinten schmale Anbauten als Unterkunft für die Eltern (Altenteil) sowie einiges Vieh (häufig eine Kuh).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzte Besitzerin des Hauses in der Alexandrinenstraße 31 war Fräulein Christine Jungmann. Da sie unverheiratet und ohne Erben war, verkaufte sie das Haus an die Stadt Rostock zum Zweck der Einrichtung des Heimatmuseums. Den Anstoß zur Einrichtung eines Museums hatte es bereits 1914 gegeben. Auf einer Sitzung des Plattdeutschen Vereins für Warnemünde und Umgebung am 12. Februar wurde beschlossen: &amp;quot;Der Verein möge die Sammlung aller geschichtlich und kulturgeschichtlich wichtigen Sachen betreiben. Es ist hohe Zeit, daß man jetzt damit anfängt. Von Händlern wird ungemein viel weggeschleppt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem Sammlungsaufruf folgten zahlreiche Warnemünder. Innerhalb kürzester Zeit kamen hunderte von Objekten zusammen. Erster Bewahrer der Sammlung wurde Adolph Ahrens, Lehrer und Direktor an der Fritz-Reuter-Schule. Ihm war es auch zu verdanken, dass die Sammlung von Anfang an der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Auf dem Boden der Fritz-Reuter-Schule dienten ab 1915 ein Zimmer und ein kleiner Vorraum als Museum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den aktivsten Förderern des Museums zählten außerdem Friedrich Barnewitz, Ernst Strübing, Johannes Gosselck und der Fischer Heinrich Holtfreter. Wissenschaftliche Unterstützung erhielten die Warnemünder Museumsgründer auch vom mecklenburgischen Volkskundler Richard Wossidlo.&lt;br /&gt;
* [[Zur Gründung des Heimatmuseums Warnemünde (Ausschnitt aus Mecklenburg - Zeitschrift des HeimatbundesJ.28 Heft 1 1933]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Vogtei====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:Vogtei Warnemuende Gemaelde Johannes Werner.JPG|thumb|450px|rechts|Die Vogtei auf einem Gemälde von Johannes Werner (1914)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Das Gebäude der Vogtei]]&lt;br /&gt;
:Die Vogtei markiert den historischen Ortsmittelpunkt von Warnemünde, am alten Strom.&lt;br /&gt;
:Sie ist das älteste erhaltene Gebäude von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Das Haus wurde 1605 auf den Grundmauern eines Vorgängergebäudes erbaut, dessen Funktion bis heute nicht endgültig geklärt ist. &lt;br /&gt;
:So gibt es Thesen von einer mittelalterlichen fürstlichen Vogtei (Erstnachweis 1268), sowie folgend auch einer königlich dänischen Residenz unter Dänenkönig Erik Menved zwischen 1304 und 1319.&lt;br /&gt;
[https://danmarkshistorien.lex.dk/Erik_Menved,_1274-1319 Erik Menved im Lexikon der Geschichte Dänemarks]&lt;br /&gt;
:Seit dem Erwerb Warnemündes 1323 durch die Hansestadt Rostock steht der Ort unter hansestädtischer Verwaltung und Rechtsaufsicht eines städtischen Vogtes, der die Weisungen und Verordnungen der Stadt am Ort durchzusetzen hatte.&lt;br /&gt;
:Ab 1472 ist das Gebäude als Dienstwohnsitz der Rostocker Vögte (warscheinlich 35 auf einander folgende Vögte) nachweisbar.&lt;br /&gt;
:Das zweistöckige Gebäude war über mehrere Jahrhunderte hinweg das einzige Gebäude inmitten der &amp;quot;Vörreeg&amp;quot;, das mit der Traufseite zur Straße steht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Aufgaben des Vogtes (Stand 22.4.1906):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- wichtigste Aufgabe: Ortspolizeibehörde&lt;br /&gt;
:- bevollmächtigt, Steuern und Abgaben zu erheben und ggf. einzutreiben&lt;br /&gt;
:- Vollstreckung der von ihm verhängten Strafen bei Zuwiderhandlungen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Armenkollegiums&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Gemeindewaisenrates und des Schulvorstandes&lt;br /&gt;
:- Beteiligung an der Badeverwaltung &lt;br /&gt;
:- Schätzungs- und Einzugshoheit für Grundsteuern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weitere in der Vogtei angesiedelte Aufgaben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Gästehaus für die Hansestadt Rostock, aber auch offene Herberge und Gasthaus (daher auch 1832 Anbau eines Küchenhauses)&lt;br /&gt;
:- ab 11.3.1606 Verkaufsmonopol für den Verkauf von Rheinwein, Meth, Aquavit und anderen hochprozentigen alkoholischen Getränken&lt;br /&gt;
:- ab zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Sitz der Badeverwaltung.&lt;br /&gt;
:- 1888 erfolgte die letzte Einsetzung eines Vogtes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marksteine in der Geschichte der Vogtei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675, Februar stand das Wasser im Gebäude 3 Fuß hoch, so daß man &amp;quot;die höchste Treppe vor der Stube erreichet, mit Böten durch die Zimmer fahren konnte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1665 vertrieben die Schweden die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675 Als der Kurfürst von Brandenburg in Warnemünde einzog richteten die Schweden ein Geschütz auf die Vogtei. Die Salve schlug in das Gebäude ein und tötete den Adjutanten des Kurfürsten. Unmittelbar darauf eroberten die Brandenburger die Schwedenschanze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1996 Bei Beginn der Restaurierung des Gebäudes wurden alte Malereien entdeckt, deren älteste auf ein Alter von rund 600 Jahren datiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1999, 26.März, nach fünfjährigem Leerstand und Rekonstruktion öffnet das Haus des Gastes in der Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Warnemünder Drehbrücke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bis 1903 mußte der Alte Strom noch mit Fischerbooten überquert werden.&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Hafenumbauten 1900 bis 1903 änderte sich dann einiges.&lt;br /&gt;
:Der neue Bahnhof und die 1903 eröffnete Eisenbahnfährverbindung machten den Bau einer festen Verbindung beider Ufer notwendig.&lt;br /&gt;
:In Höhe der Vogtei wurde 1903 die Drehbrücke fertggestellt, deren Brückenkonstruktion die von der Firma Ostermann aus Meppen geliefert worden war.&lt;br /&gt;
:Um den Verkehr über die Brücke zu regeln, gelangte eine Brückenordnung zur Anwendung, in der unter Anderem folgendes verankert war.&lt;br /&gt;
;1. Über die Brücke darf nur im Schritt gefahren oder geritten werden.&lt;br /&gt;
;2. Fußgänger haben sich auf der Brücke stets rechts zu halten.&lt;br /&gt;
;3. Solange die Zugänge zu der Brücke durch Ketten geschlossen sind, darf diese nicht betreten werden.&lt;br /&gt;
;Bei Zuwiderhandlung werden Geld- und Haftstafen verhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schiffsführer, die mit ihren Schiffen die Brücke passieren wollen, mußten dem Lotsenkommandeur Angaben zum Schiff machen und dieser bestimmte dann Zeit und Art des Durchfahrens.&lt;br /&gt;
:Natürlich war auch eine Gebühr für das Öffnen der Drehbrücke fällig.&lt;br /&gt;
:Während der Nachtzeit und an Sonn- und Feiertagen wurde die Brücke nicht geöffnet.&lt;br /&gt;
:Bis in die 1930er Jahre war der Drehmechanismus der Brücke noch täglich im Betrieb.&lt;br /&gt;
:Besonders in den Sommermonaten war und ist die Drehbrücke beliebter Treffpunkt der Warnemünder, die ein Zimmer vermieten wollten oder mit ihren Handwagen nach ihren anreisenden Gästen Ausschau hielten.&lt;br /&gt;
:Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sogar der Transitverkehr nach Dänemark über die Brücke geleitet.&lt;br /&gt;
:1982 erfolgte eine Reparatur und Rekonstruktion des inzwischen technischen Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur-Warnemünder sind besondere Menschen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünder Paar.jpg|thumb|350px|rechts|Warnemünder Paar]]&lt;br /&gt;
====Die Rostocker beschneiden die Rechte der Warnemünder====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Die mittelalterlichen Zünfte Rostocks rechneten zu ihren Vorrechten, daß im Bannkreis ihrer Stadt weder Handwerk noch Handel betrieben werden durfte. Sie suchten die dadurch gewonnene Monopolstellung unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Zum Bannkreis Rostocks zählte auch der Hafenort Warnemünde sowie die städtischen Dörfer in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:Als im hanseatischen Rostock die Schiffahrt blühte, fanden auch Warnemünder Einwohner darin ihren Verdienst. Sie besaßen in der Hauptsache kleine Boote, doch führten sie in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts bereits Fahrten nach Schweden durch . Das läßt schon auf größere Ausmaße der Schiffe schließen. Um die Mitte des Jahrhunderts wird von Schiffern berichtet, die in Warnemünde ansässig und aus der dortigen Bevölkerung hervorgegangen waren. Ihre Zahl vermehrte sich schnell. Damals war in den Seefahrt treibenden Kreisen des Hafenortes ein gewisser Wohlstand anzutreffen, was aus dem reichen Besitz der Warnemünder Kirche an Silbergerät und Bargeld ersichtlich ist.&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Handel war damals im Absinken begriffen. Bis dahin hatten die Rostocker Kaufleute und Schiffer wenig gegen die Entwicklung Warnemündes einzuwenden. Bei den geringeren Verdienstmöglichkeiten wurde das anders. Man sah in der Warnemünder Schiffahrt nunmehr eine Konkurrenz, die manbeseitigen wollte. Die Möglichkeit dazu war gegeben; denn der Rostocker, von den Besitzbürgern gebildete Rat herrschte auch über Warnemünde. Die Einwohner des Hafenortes konnten wohl das Rostocker Bürgerrecht erwerben, waren abere ohne Mitbestimmungsrecht.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1565&#039;&#039;&#039; vereinigten sich in Rostock die beiden Kompanien der Schonen- und Bergenfahrer, deren Bedeutung stark gefallen war, zur Schiffergesellschaft. Die neue Berufsorganisation strebte sofort danach, die Schiffahrt und den Handel der Warnemünder zu unterbinden. Ihre dahin gehenden Wünsche wurden in einem Statutenentwurf festgelggt und damit begründet, daß Warnemünde lediglich ein Fischerlager darstelle. Bald darauf reichte die Schiffergesellschaft beim Rostocker Rat eine Klage gegen die Warnemünder Einwohner ein, daß sie den Rostocker Schiffern ihre Nahrung entziehen. Obgleich die Warnemünder auf ihr Gewohnheitsrecht hinweisen konnten, daß sie schon seit langem ungehindert ausgeübt hatten, bestimmte das Urteil des Rates vom &#039;&#039;&#039;14. April 1567&#039;&#039;&#039;, daß sie für Seefahrtzwecke nur kleine Boote mit Dollbord benutzen durften. Jegliche Schiffahrt mit Schuten oder &amp;quot;verbauten&amp;quot; Booten sollte ihnen untersagt, jedoch auf den Kleinschiffen die Verfrachtung von Kaufmannsgütern gestattet sein.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1574&#039;&#039;&#039; reichten die Rostocker Schiffer zwei weitere Beschwerdeschriften gegen die Warnemünder ein. Am &#039;&#039;&#039;20. Februar 1577&#039;&#039;&#039; beschränkte der Rat die Anzahl der für Warnemünde zugelassenen Schiffer. Außer 33 namentlich genannten, die bis dahin schon als Schiffer tätig gewesen waren, sollte sich niemand &amp;quot;Schuten edder böthe mehr tholegen, kopen edder buwen, ane der ersamenweddeherrn ... vorweten und willen&amp;quot;. Den Zugelassenen wurden noch besondere Bedingungen auferlegt: sie sollten jederzeit im Hafen drei Boote segelfertig halten, &amp;quot;damit frombde lüde mögen awergeföret&amp;quot;, d.h. nach Dänemark gebracht werden könnten. Weiter sollten sie Knechte halten, die in ihrer Abwesenheit zu fischen und den Rostockern Fische auf den Markt zu liefern hatten. Eine Besetzung frei werdender Schifferstellen sollte nur mit Genehmigung der Gewettsherren erfolgen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Warnemünder durften nicht Kapitän, Reeder oder Schiffseigner sein====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;20. November 1581&#039;&#039;&#039; unternahmen die Rostocker Schiffer einen neuen Vorstoß. Sie forderten in einer Eingabe, daß in Warnemünde weder Seefahrt noch Handel getrieben werden dürfe; wer sich weiterhin samit befassen wolle, müsse nach Rostock ziehen. Das 100-Männer-Kollegium trat am &#039;&#039;&#039;6. März 1584&#039;&#039;&#039; dem Verlangen bei. Es erklärte sogar, als der Rat mit seiner Entscheidung zögerte, im &#039;&#039;&#039;Januar 1585&#039;&#039;&#039;, keine Steuern bewilligen zu wollen. Die Rostocker Schiffer wandten sich außerdem am &#039;&#039;&#039;2. März 1585&#039;&#039;&#039; an Herzog Ulrich, der sich auf ihre Seite stellte. Nun erließ der Rat am &#039;&#039;&#039;15. März&#039;&#039;&#039; ein völliges Schiffahrtsverbot für die Warnemünder Einwohner. Sie sollten bei einer Strafe von 40 Talern innerhalb von 14 Tagen ihre sämtlichen Schuten und Boote verkaufen.&lt;br /&gt;
:Zur Ausführung des Entscheids kam es vorerst noch nicht. Die Warnemünder gingen an das Land- und Hofgericht in Güstrow, jedoch ohne Erfolg. Es bestätigte das Verbot des Rates. Dann wandten sie sich am &#039;&#039;&#039;18. Oktober 1586&#039;&#039;&#039; an das Reichskammergericht in Speyer. dort blieb der Fall lange liegen. Die Zahl der konzessionierten Warnemünder Schiffer war bis &#039;&#039;&#039;1590&#039;&#039;&#039; auf 20 zurückgegangen. Da beschloß der Rat, jeden, der sich außer ihnen mit der Führung eines Schiffes befasse, mit 50 Talern Strafe zu belegen.&lt;br /&gt;
:Er mußte im Jahre &#039;&#039;&#039;1597&#039;&#039;&#039; jedoch feststellen, daß trotz seiner Einschränkungsbestimmungen die Anzahl der Schiffer in Warnemünde auf 54 gestiegen war. Darauf ordnete er am &#039;&#039;&#039;25. Februar&#039;&#039;&#039; an, daß neue Schiffe nur mit seiner Genehmigung gebaut werden dürften. Die Erlaubnis der Weddeherren genügte nicht mehr. Die ledigen Schiffer sollten nach Rostock ziehen und die verbleibenden alten sich nicht mehr mit Warenhandel abgeben. Da der Rat aber den Warnemünder Schiffern nicht traute, so ließ er jeden von ihnen in jedem Jahre erklären und mit einem Eide bekräftigen, daß er nicht den ihm verbotenen Warenhandel betrieben habe.&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;31. Dezember 1604&#039;&#039;&#039; schränkte der Rat die Schiffahrt der zugelassenen Warnemünder nochmals ein. Sie durften fortan nur ein einziges Boot besitzen, nicht mehr als 30 Last laden und nicht über den Sund hinaus fahren. Die jungen Schiffer sollten nach Rostock ziehen. Da der Prozeß vor dem Reichskammergericht nicht aus der Stelle kam und nur Kosten verursachte, auch wenig Aussicht auf einen guten Ausgang vorhanden war, so nahmen schließlich am &#039;&#039;&#039;1. Februar 1606&#039;&#039;&#039; die Warnemündere ihre Klage zurück, zwanzig Jahre nachdem sie sie eingereicht hatten. Sie erklärten, sich dem Willen des Rates zu fügen, das heißt, in die Stadt zu ziehen. Der größte Teil der Schiffer zog nun aus Warnemünde fort. Einige blieben. Im &#039;&#039;&#039;Juli 1622&#039;&#039;&#039; erhielten auf ihre Bitte endlich 5 Schiffer die jederzeit  widerrufliche Genehmigung, in Warnemünde wohnen und Schiffahrt treiben zu dürfen.&lt;br /&gt;
:Die Wirkung der einschneidenden Handels- und Schiffahrtsbeschränkung machte sich bald in Warnemünde bemerkbar. Das Steuerregister von &#039;&#039;&#039;1623&#039;&#039;&#039; berichtet in dem kleinen Ort von 12 wüsten Hausstellen. Die ehemaligen Besitzer waren fortgezogen.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder versuchten im Laufe der Zeit immer wieder, das Verbot des Rates zu umgehen. Während des Siebenjährigen Krieges beschwerten sich Rostocker Bürger, daß in Warnemünde schon wieder Warenhandel bettrieben worden sei. Daraufhin untersagte der Rat am &#039;&#039;&#039;27. April 1764&#039;&#039;&#039; den Warnemündern nochmals jegliche Schiffahrt. Der Vogt wurde angewiesen dort keinerlei Handel zuzulassen. Im Jahre &#039;&#039;&#039;1768&#039;&#039;&#039; wurde das Verbot erneuert und den Einwohnern strengstens befohlen, den Ankauf und die Verladung von Backobst, Wolle, Flachs und anderen ländlichen Erzeugnissen hionfort zu unterlassen. Aber schon &#039;&#039;&#039;1777&#039;&#039;&#039; gab es wieder ein paar Schiffer in Warnemünde. Die Schiffergesellschaft ruhte indessen nicht und erreichte, daß der Rat in seiner Verordnung vom &#039;&#039;&#039;26. Oktober 1785&#039;&#039;&#039; ihnen die Ausübung ihres Gewerbes in Warnemünde unmöglich machte. Wiederum wurde verfügt, daß die Warnemünder Bevölkerung nur fischen, auf fremden Schiffen als Matrosen fahren und Lotsendienste verrichten durfte. Auf eigenen Schiffen zu fahren blieb ihnen verboten. Im folgenden Jahre unterband der Rat den Warnemündern auch den Frachtverkehr auf der Unterwarnow zwischen Warnemünde und Rostock. Wiederum gab es Abwanderung aus dem Hafenort, zum Teil sogar nach dem Fischland, während andere Einwohner dem Rat ein Schnippchen schlugen, indem sie das Ribnitzer Bürgerrecht erwarben, aber in Warnemünde wohnen blieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Diebereien der Warnemünder====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Das Rostocker Gewett, städtische Behörde für Hafen und Schiffahrt, Handel und Gewerbe, hatte auch den Hafenort Warnemünde zu verwalten und als Niedergericht die in Warnemünde auftretenden Streitfälle zu verhandeln. Deshalb hielt es regelmäßige Gerichtstage in Warnemünde ab.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlichsten Vergehen, die zur Verhandlung standen, waren unzweifelhaft Eigentumsdelikte. Es wurden Steine und Holz von den sogenannten Stein- und Moddekisten, die zur Uferbefestigung und zum Schutz gegen Versandung des Fahrwassers aufgestellt wurden, entwendet. Holz stahl man natürlich auch in der nahen Heide. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1772&#039;&#039;&#039; ist ein Palisadenwerk von der Schanze bis zu den Steinkisten erwähnt, von dem die Warnemünder ständig Holz stahlen. &lt;br /&gt;
:Zahlreich sind auch Fälle von Diebereien am Strand. Daneben fallen noch Klagen wegen rückständiger Zahlungen auf, zum Beispiel durch den Pastor, und auch die Hebamme klagte gegen zahlungssäumige Wöchnerinnen.&lt;br /&gt;
:Diese Prozesse bestätigen aber nicht die Warnemünder als &amp;quot;Langfinger&amp;quot;. Hinter ihnen verbirgt sich die große Armut der Menschen. Was sollten sie auch machen, gab es doch so weit das Auge reichte nur Sand und Seewasser. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1847&#039;&#039;&#039; bat zum Beispiel der Warnemünder Vogt Meyer um Lieferung von verbilligtem Roggen für die in äußerste Not geratene Warnemünder Bevölkerung. In diesem Jahr hatte weder Feuer, noch Wasser, noch Militär, die Menschen heimgesucht. Es war also für die Warnemünder ein ganz normales Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Regelmäßige Böhnhasenjagden der Rostocker Zünfte in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Weiter durften in Warnemünde weder Schlachter, noch Müller oder Bäcker wohnen. &lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zwischen den Rostocker Stadtbehörden und den Warnemündern blieb gespannt. Immer wieder suchte man sich über die auferlegten Beschränkungen hinwegzusetzen.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Zünfte übernahmen mit Vorliebe in Warnemünde die Verfolgung heimlich arbeitender Handwerker. Es kam oft zu sogenannten Böhnhasenjagden (auf illegale Handwerker, die nicht Zunft-Mitglied waren). &lt;br /&gt;
:Noch als Warnemünde Badeort wurde, sträubten sich die Rostocker Zünfte, dort Handwerker zuzulassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rat bezeichnete im Jahre &#039;&#039;&#039;1854&#039;&#039;&#039; den Hafenort Warnemünde als &amp;quot;eine zum Vorteile der Stadt Rostock, weil dieser untertänige, in Unterordnung gehaltene Kommüne&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Erst &#039;&#039;&#039;1861&#039;&#039;&#039; wurde das Schiffahrtsverbot aufgehoben. &lt;br /&gt;
:Bis ein Bäcker in Warnemünde sein Handwerk ausüben durfte, wurde es &#039;&#039;&#039;1865&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Und &#039;&#039;&#039;1866&#039;&#039;&#039; ließen die Rostocker Handwerksämter endlich zu, daß dort eine Mühle erbaut werden konnte und erstmalig ein Schlachter seinen Betrieb eröffnen durfte. &lt;br /&gt;
:Durch das &#039;&#039;&#039;Notgewerbegesetz des Norddeutschen Bundes&#039;&#039;&#039;  von &#039;&#039;&#039;1867&#039;&#039;&#039; fielen dann die letzten Beschränkungen für Warnemünde. Damit war die jahrhundertelange Unterdrückung der Bevölkerung des Hafenortes beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erst mit der Reichseinigung 1871 fielen die Beschränkungen denen die Warnemünder unterlagen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie hatte dazu geführt, daß die Warnemünder auf manchen  Verdienst der möglich gewesen wäre, verzichten mußten, daß sie in manchen Dingen geradezu ausgebeutet wurden und zu Einkaufen in Rostock weite und nicht immer gefahrlose Fahrten zu unternehmen gezwungen waren. Die Kehrseite war, daß sich in den Warnemünder Familien eine vielseitige Handgeschicklichkeit entwickelte. Gerade weil manche Dinge des täglichen Gebrauchs am Orte nicht zu haben waren, fertigte man sie selbst an. Der Haß gegen die Rostocker machte sich noch lange bemerkbar. Er kam auch in der vielgebrauchten Redensart zum Ausdruck: &amp;quot;Schmiet´n Diewel in´n Strom! un lat´n driwen, is´n Rostocker!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schweden, Franzosen,Engländer und Russen - Warnemünde in Kriegszeiten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Schwedenschanze und der schwedische Zoll===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Warnemünder Zoll&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch den Vertrag vom 29.11.1632 zwischen Gustav Adolf und den mecklenburischen Herzögen Adolf Friedrich I. und Johann Albrecht II. nahm dieser Zoll seinen Anfang. Warnemünde wurde an die Schweden abgetreten und ihnen zugleich das Recht eingeräumt, hier von aus- und eingehenden Fahrzeugen eine Abgabe zu erheben, von der den Herzögen 1 Prozent als Lizentquote zugesichert wurde. Mit dem Prager Frieden, dem sich auch die mecklenburgischen Herzöge angeschlossen hatten, trat eine Wendung ein, indem die Schweden nun Mecklenburg als Feindesgebiet behandelten, und das Land für einige Jahre Tummelplatz der feindlichen Armeen wurde. Im Jahre 1638 kam es zum Kampf um die Warnemünder Schanze, und die Schweden sahen sich genötigt, diese Befestigung den Kaiserlichen zu überlassen. Bald aber wandte sich das Blatt. Die Kaiserlichen mussten Mecklenburg räumen, und der Kommandant von Warnemünde verließ heimlich auf einem dänischen Schiff die Schanze, nachdem er sie den Rostockern übergeben hatte.  Diese versuchten nun das Schanzwerk zu zerstören, wurden aber daran von den Schweden gehindert, die es von neuem eroberten und befestigten und darauf fortfuhren, den Zoll zu erheben. Dieser Zustand hat dann bis zum Westfälischen Frieden und darüber hinaus bestanden, denn alle Versuche der Herzöge und der Rostocker, während der Friedensverhandlungen eine klare Bestimmung hierüber in die Friedensartikel hineinzubringen, waren vergeblich. So ist es dahin gekommen, dass noch bis ins 18 Jahrhundert hinein dieser Zoll erhoben werden konnte zum Schaden für Rostocker Handel und Schifffahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der schwedische Zoll in Warnemünde in den Jahren 1632-1654&amp;quot; Alexander Pries 1914]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.google.de/books/edition/Motiven_warumb_die_Cron_Schweden_den_War/w79YAAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=zoll+warnem%C3%BCnde&amp;amp;printsec=frontcover Warum die Cron Schweden...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während der Franzosenzeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1809 - Schillsche Truppen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Im Stadtarchiv der Hansestadt findet sich ein umfangreiches Aktenstück aus der Franzosenzeit, also der Besetzung durch napoleonische Truppen zwischen 1806 und 1813. &lt;br /&gt;
:In diesem Dokumentenbestand ist auch der vom 29. Mai 1809 datierte ausführliche Bericht des Warnemünder Vogtes Lange enthalten. &lt;br /&gt;
:Er berichtet was sich am Rande des in der deutschen Geschichtsschreibung oft heroisch geschilderten Kriegszuge Ferdinand von Schills mit seinem Bataillon Husaren rund um den alten Strom zutrug: &lt;br /&gt;
:„Dienstag d. 23. (Mai) gegen Mittag sprengten 4 Husaren vom von Schillschen Corps hinten an die Voigtey und fragten nach dem commandirenden Officier in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Es trat der Herr Lieutenant v. Horn heraus, welcher sogleich befragt ward, ob er diesen Platz dem Schillschen Corps übergeben wolle ?“ &lt;br /&gt;
:Der antwortete: „Der Platz sey allenthalben offen, und könne er denselben mit seinen Invaliden nicht verteidigen.“ &lt;br /&gt;
:Daraufhin wies man den 4 Husaren Quartiere bei Warnemünder Bürgern an. &lt;br /&gt;
:Deren Pferde bezogen den Stall beim Bürger Grimm. Am darauf folgenden Mittag erschienen weitere 14 Mann unter dem Kommando eines Sergeanten, der erklärte, das er nun Besitz von Warnemünde nehme. &lt;br /&gt;
:Leutnant von Horn entgegnete darauf, das er Befehl habe nicht von seinem Posten zu weichen. &lt;br /&gt;
:Der Sergeant erwiderte, dass er durchaus an seiner Seite weiter auf seinem Platz bleiben könne. &lt;br /&gt;
:Vor dem Einmarsch der Husaren hatte der Leutnant Schildwachen vor allen in Warnemünde liegenden Schiffen postiert. &lt;br /&gt;
:Um einer Entwaffnung zuvor zu kommen ließ er bei ihnen nun heimlich alle Patronen einsammeln und so die Gewehre unbrauchbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Aber die Maßnahme half nichts. Die Husaren entwaffneten die Rostocker Wachen trotzdem. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tag traf Graf von Moltke, ein Schillscher Stabsoffizier mit weiteren 14 Mann, teils Kavallerie, teils Infanterie hier ein. &lt;br /&gt;
:Auch für sie musste nun ein Quartier gefunden werden. &lt;br /&gt;
:Der veranlasste nun, das drei requirierte Kutter-Boote in die See vor die Hafeneinfahrt gelegt wurden. &lt;br /&gt;
:Fortan war auch den Fischern das Auslaufen verboten. &lt;br /&gt;
:Ein Schillscher Bataillonsschreiber brachte schließlich aus Rostock an von Moltke die Order alle hier liegenden Schiffe zu begutachten und festzulegen.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Tage belief sich die Zahl der so erlangten Schiffe auf 22. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den hiesigen Lotsenkommandeur Weisung, bei Strafandrohung von 50 Hieben, dass er die Räumung der Wasserfahrzeuge zu organisieren habe. &lt;br /&gt;
:Anschließend sollen sodann auf drei der Schiffe Pferdeställe eingebaut werden. &lt;br /&gt;
:Bald darauf rückt von Rostock der Schillsche Leutnant  von Hagen mit 12 Mann an, um nun mit Verspätung den Leutnant von Horn doch noch zu arretieren. &lt;br /&gt;
:Auch müssen die Rostocker Wachsoldaten jetzt den letzten Rest an Ausrüstung und Uniform abliefern. &lt;br /&gt;
:Der Lotsenkommandeur schien außerstande, den Einbau der Pferdeställe in die Schiffe zu organisieren. &lt;br /&gt;
:So sandte man kurzerhand ein Boot in den Breitling. Hier arbeitete gerade eine Reihe von Zimmerleuten an den Steinkisten der Molenbauwerke. &lt;br /&gt;
:Unter Androhung, sie im Wiedersetzungsfalle umgehend zu erschießen zwang man sie nun auf die Schiffe zwecks Einbau der Pferdeställe. &lt;br /&gt;
:Es mangelte jedoch an Material. Polier Stark musste nun angeben was gebraucht wurde. &lt;br /&gt;
:Das erforderliche Holz brachte man in Warnemünde bald zusammen, aber es mangelte an Nägeln. &lt;br /&gt;
:Zwischenzeitlich setzte aus Rostock ein Strom an Waffen, Proviant und Husaren aus Rostock ein. &lt;br /&gt;
:Allein acht Wagen mit Gewehren, Piken und Munition waren in Rostock requiriert worden. Deren Verladungen scheiterten an dem fehlenden Umbau der Schiffe. Der Umbau wiederum an den noch nicht aus Rostock eingetroffenen Nägeln. &lt;br /&gt;
:Als schließlich Schills Adjudant von Baersch in Warnemünde eintraf um die Einschiffung von Truppen auf den requirierten Schiffen  zu kommandieren, sprach der ein Machtwort und ließ jede verfügbare Hand dazu kommandieren, aus Umzäunungen, Steganlagen und Gebäuden alle sichtbaren Nägel herauszuziehen und für die Stallanlagen auf den Schiffen zu gewinnen. &lt;br /&gt;
:Es kam auch eine ansehnliche Menge zusammen, allein die Zimmerleute erklärten sie alle für unbrauchbar. &lt;br /&gt;
:So wurde schließlich ein Kavallerist nach Groß Klein gesandt, um dort von einem Schmied  ausreichend Nägel zu holen. Zwischenzeitlich beklagten sich die Schiffseigentümer bei Baersch, wer ihnen den Verlust der Schiffe ersetze? &lt;br /&gt;
:Baersch sicherte zu, das Schill ihnen alles ersetze. &lt;br /&gt;
:Nach einem Tag trafen schließlich auch die Nägel ein und die Arbeit an den Pferdeställen begann. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den Vogt Lange die Weisung alle in den Warnemünder Häusern verfügbaren Töpfe und Pfannen zu requirieren und für die Truppen auf die Schiffe zu bringen, was bei den Bewohnern zu großem Wehklagen Anlaß bot. Man schickte auch Requirierungstrupps in die Dörfer der Umgebung um Futter und Lebensmittel zu beschlagnahmen. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann die Einschiffung der Husaren und ihrer Pferde. &lt;br /&gt;
:Gegen Abend erreichte den Kommandeur von Baersch die Meldung, das einige Husaren der Witwe Heberer ihren Wein mit Gewalt aus dem Keller geholt hatten. Der Kommandeur eilte sogleich mit einem weiteren Offizier  dorthin um die Marodeure zu verhaften. &lt;br /&gt;
:Einer von ihnen widersetzte sich und ward von von Baersch noch am Ort exekutiert und vor dem Haus verscharrt. &lt;br /&gt;
:Kurz darauf  erklärt von Baersch dem Vogt, dass er dessen Dienstmädchen Lene als Köchin mit auf sein Schiff nehmen wolle. &lt;br /&gt;
:Die entzog sich dem aber sogleich durch Flucht und versteckte sich zunächst im Pfarrhaus. &lt;br /&gt;
:Die Anzahl der höheren Offiziere, die in der Vogtei Quartier bezogen hatten und sich zwangsweise am Tisch des Vogtes Lange beköstigen ließen stieg unablässig. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann man bereits einzelne Schiffe auf die Reede auszuschiffen. &lt;br /&gt;
:Das zwei der erfahrenen heimischen Schiffer nacheinander die Segler auf eine Untiefe von Einheimischen „Lichtbogen“ genannt, auflaufen ließen, war sicher nicht deren Unerfahrenheit zuzuschreiben. Viel Zeit kostete nun deren Bergung um auch für die anderen Segler die Hafenzufahrt passierbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Am 28. Mai morgens hatten holländische Truppen Warnemünde von Westen her erreicht und versuchten nun durch Beschuß die gegnerischen Schillschen Truppen am Auslaufen zu hindern. &lt;br /&gt;
:15 Schiffe lagen bereits auf Reede. Das sechzehnte, geführt vom Schiffer Maas aus Rostock segelte eine viertel Stunde lang unter starkem Beschuß aus der Hafenausfahrt. &lt;br /&gt;
:Den Holländern gelang es nicht im weichen Dünensand die Kanonen richtig auszurichten, so dass sie immer wieder nur die Segel des Schiffes trafen. &lt;br /&gt;
:Zwei weitere Schiffe mit Husaren an Bord lagen noch in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Da ihnen die Ausfahrt offensichtlich nicht mehr gelingen würde, flüchteten die Schillschen an Land über den Strom und die Hohe Düne in die Rostocker Heide. &lt;br /&gt;
:22 Der Husaren gerieten jedoch bei der anschließenden Verfolgungsjagd noch in Gefangenschaft der Holländer. &lt;br /&gt;
:Ein Teil der holländischen Truppen quartierte sich nun in den Warnemünder Häusern ein und ließ sogleich erneut Lebensmittel requirieren. &lt;br /&gt;
:Einen Tag später ließen sie sich jedoch zur Hohen Düne übersetzen um die Schillschen Truppen weiter in Richtung Stralsund zu verfolgen. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tage war Warnemünde wieder militärfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1810 - Im Frühsommer des Jahres war die Franzosenherrschaft an der Ostseeküste so schwach, daß die Engländer kleinere Landungen wagten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 3. Juni war ein nach Russland bestimmtes, amerikanisches Schiff von einem in Warnemünde stationierten französischen Kaper aufgebracht worden. Als Reaktion landete eine englische Marine-Einheit, eroberte Kaperschiff &#039;&#039;&#039;und&#039;&#039;&#039; Beuteschiff. Sie entführten sodann beide aus dem Hafen. Die schwache mecklenburgische Wachmannschaft hatte sofort nach der Landung die Flucht ergriffen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Redoute 1912.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde Redoute (1912)]]&lt;br /&gt;
:Dieses Ereignis veranlasste den französischen Marschall Eckmühl dazu, umgehend stärkere, ausschließlich französische Truppen in Warnemünde zu stationieren. Damit einher ging sein Befehl an die Stadt Rostock, unverzüglich den Bau verschiedener Befestigungsanlagen in Warnemünde abzusichern und zu finanzieren. &lt;br /&gt;
:Um die Befestigungsanlagen mit einer Redoute als Kern in Warnemünde in kurzer Zeit herzustellen, hatte die Stadt Erdarbeiter, Zimmerleute und andere Handwerker aller Art, sowie sämtliches Bauholz aus der Rostocker Heide zu stellen. Die Bürgerschaft war zunächst unentschlossen. &lt;br /&gt;
:Am 7. September gibt das erste Quartier in der Beschluß-Findung dazu folgende Stellungnahme ab. „...ein außerordentlicher Holzhieb scheitert bereits daran, das nichts mehr zu entscheiden ist, außer, wie er praktisch ausgeübt werden kann. Besser ist, noch einmal den Forstinspektor Becker zu befragen und ihn ein Konzept fertigen zu lassen. ...“ &lt;br /&gt;
:Das zweite Quartier hat darauf nur noch zu erwidern, daß man den Holzeinschlag vorrangig in den Rövershäger Waldungen ausführen solle, da aus den damals ebenfalls im Rostocker Besitz befindlichen Willershäger Waldungen die Anfuhrkosten zu hoch seien. &lt;br /&gt;
:Die Entscheidung war somit gefallen und der Forstinspektor erhielt freie Hand. Noch in derselben Woche begannen alle seine Waldarbeiter in den Trassen der abgesteckten, zukünftigen Waldschneisen, das gesamte für den Warnemünder Redouten-Bau benötigte Holz einzuschlagen und damit es sich auch leicht transportieren ließ, gleich einen guten Untergrund für die Fuhrwege herzurichten. &lt;br /&gt;
:So entstanden nach einander die Meiershausstellenschneise von Wiethagen nach Meiershausstelle, die Trasse der heutigen Bäderstraße, als Forstweg, von Hinrichshagen nach Torfbrücke, sowie die Schneise vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise). Der unfertige Landweg von Hinrichshagen nach Markgrafenheide bekam nun als Transportweg zur Warnemünder Baustelle eine besondere Wichtigkeit und konnte 11 Jahre nach seinem Baubeginn, dem ursprünglichen Plan entsprechend, fertiggestellt werden und Beispiel gebend solide ausgeführt werden. &lt;br /&gt;
:Nach Abschluss der Bauarbeiten war selbst das bis dahin permanent opponierende zweite Quartier nunmehr von der Sinnhaftigkeit des entstandenen Wegenetzes überzeugt und machte der Forstverwaltung sogar Vorwürfe, warum man damit nicht schon eher begonnen habe. Von 1791 bis 1811 hatten sie dieses Projekt stets verhindert.&lt;br /&gt;
:Der Bau der Warnemünder Redoute zog sich bis Februar 1812 hin. Nur vierzehn Monate später, am Ende der Franzosenzeit, beschlossen die Hundertmänner am 12. April 1813 bereits den Abriss der Redoute. Da sich die Umsetzung des Abrisses aber laufend verzögerte, landeten schließlich am  26. August rund 100 Engländer, schickten die Bürgerwache der Warnemünder nachhause  und „demolierten“ die Redoute. Am folgenden Tage beendeten sie ihr Zerstörungswerk endgültig und sprengten die gesamte Anlage. &lt;br /&gt;
:Zwei Wochen darauf besichtigte die Stadtverwaltung die Trümmerstätte und befand: „..daß die Redoute sich nicht mehr ähnlich war.“ Beckers Waldschneisen dagegen haben bis in unsere Tage Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während des ersten Weltkrieges 1914-1918===&lt;br /&gt;
KFC 577&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erlebnisbericht eines damals 17jährigen Güstrower Gymnasiasten am 1.August 1914&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Am Nachmittag besichtigten wir das drei Wochen zuvor eingeweihte Brinckman-Denkmal.&lt;br /&gt;
:Bald darauf war, wie immer das Konzert der Rostocker Stadt-Theaterkapelle unter Leitung von Kapellmeister Schulz. &lt;br /&gt;
:Und weil es draußen so schön heiß war, zeigte sich der schattige Kurgarten gerammelt voll.&lt;br /&gt;
:Die Leute waren vergnügt und zufrieden.&lt;br /&gt;
:So gegen halb sechs wurden die Leute plötzlich ganz still, reckten die Köpfe und sprangen auf.&lt;br /&gt;
:Die Musik brach mitten im Stück ab.&lt;br /&gt;
:Durch die Gartenpforte kamen in Uniform ein Leutnant, ein Trommler, ein paar Mann, und bauten sich vor dem Musikpallion auf.&lt;br /&gt;
:Mucksmäuschenstill war es im Garten, als die Soldaten mit Trommelschlag abmarschierten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Als die Versammelten Minuten darauf in allgemeinen Jubel verfielen, lag es all ihrer Vorstellungskraft fern, das in dieser Stunde vier Kriegsjahre angebrochen waren, die an Grauen, Tod und Zerstörung alles Dagewesene übertreffen sollten.&lt;br /&gt;
:Wenige Stunden danach heulten die Schiffs-Sirenen über das sonst stille Warnemünde, vom Zollhafen kam in langsamer Fahrt eine U-Boot-Halbflottille den Alten Strom seewärts herauf.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auch U-9 unter dem später zum Kriegshelden glorifizierten Kapitänleutnant Weddigen war unter ihnen.&lt;br /&gt;
:Das Hurra der allgemeinen Kriegshysterie begleitete deren Ausfahrt.&lt;br /&gt;
:Am anderen Morgen war Warnemünde wie ausgestorben, die Baustelle mt den ersten Mauern des gerade begonnenen neuen Kurhauses lag nun für lange verweist, die Uhren gingen fortan in auch in Warnemünde anders.&lt;br /&gt;
:Einen jungen Fotorafn traf es dabei noch ganz persönlich.&lt;br /&gt;
:Angesichts der vielen Sommerfrischler  bereitete er die Eröffnung eines Fotoateliers vor.&lt;br /&gt;
:Auch einen kleinen Bankkredit hatte er dazu erkämpft.&lt;br /&gt;
:Aus Gram über die entschwindenden Urlauber vertrank er den Kredit.&lt;br /&gt;
:Tage später verpflichtete eine Kriegsverordnung dazu, Reisepässe mit Foto zu versehen.&lt;br /&gt;
:Für ein Atelier, um nun die riesige Nachfrage zu befriedigen, hatte er kein Geld mehr.&lt;br /&gt;
:Schon ein Jahr darauf war die Hysterie allgemeiner Ernüchterung gewichen.&lt;br /&gt;
:Selbst weit entfernt von der Front begannen Leid und Not spürbar zu werden.&lt;br /&gt;
:Warnemünde mit seiner Fährverbindung via Dänemark, dem Land wo Milch und Honig fließen, übte nun eine neue Anziehungskraft aus.&lt;br /&gt;
:Mehrmals täglich verließen Eisenbahnwaggons beladen mit Kohlen, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Obst, Fisch oder Zucker den Bauch der Fähre aus Dänemark.&lt;br /&gt;
:Im Ort kursierten geflügelte Sätze wie: &amp;quot;&amp;quot;Kohlen werden nicht geklaut sondern mitgebracht.&amp;quot;, &amp;quot;Wi hebben dragen as de Immen&amp;quot;, man war findig genug, sich auf dem Rangierbahnhof Zugang zu der nahrhaften Ladung der Waggons zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor wieren männigmal mier Addebors as Poggen.&amp;quot; Wenn eine Kartoffel-Ladung geplündert wurde.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder verstanden es, sich diese Quelle zu erschließen und ihr Los zu erleichtern.&lt;br /&gt;
:&amp;quot; Nicht selten gab es gar ein ein stilles Bündnis mit den Bahnangestellten.&lt;br /&gt;
:Im dezember 1915 stellte man so Ertappte vor Gericht.&lt;br /&gt;
:Unter den 39 Angeklagten aus Warnemünde und Umgebung waren allein 19 Bankangestellte.&lt;br /&gt;
:Die Anzahl der Diebstähle war nicht mehr feststellbar.&lt;br /&gt;
:Schuld nicht mehr persönlich zuordenbar, so dass [[das Verfahren]] schließlich im Sande verlief.&lt;br /&gt;
KFC 45 560-566 KFC 46 171-324 153S. Anklageschrift&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
====Die Bahnberaubungen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
HG&lt;br /&gt;
[[Protokoll des Gerichtsverfahrens]] einfügen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde in der Zeit des dritten Reiches und des zweiten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Franzosenlager auf der Hohen Düne====&lt;br /&gt;
(Quelle Dr. Reno Stutz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====* [[Das Kriegsende In Warnemünde am 1. Mai 1945]]====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Hafen mit Leuchtfeuern und Molen==&lt;br /&gt;
===Die erste Leuchte am Ost-Ende der Hohen Düne ab 1323 bis warscheinlich 1487===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Warnemünder Leuchtturm in  &amp;quot;die Wahrhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberuhmten alten See- und Hensestadt Rostock&amp;quot; von 1578 bis 1586 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1832 Bevor der Leuchtturm kam===&lt;br /&gt;
(Wilfried Steinmüller) (WG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Offensichtlich war ursprünglich ein hölzerner Bau geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Planung Leuchtturm Freim Abendbl Januar 1832.jpg|Eine Zeitungsmeldung im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; Januar 1832&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde die Leuchte um 1870.jpg|Die Leuchte, der 1836 erbaute Vorgänger unseres heutigen Leuchtturms, links daneben der Signalmast&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturm, das Wahrzeichen von Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemuende Leuchtturm im Bau.jpg|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm im Bau 1897/98]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leuchtturm Warnemuende vor 1905.JPG|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm vor 1905]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1898 wurde der Warnemünder Leuchtturm, heute wohl wichtigstes Wahrzeichen des Ostseebades seiner Bestimmung übergeben. Versucht man die Wurzeln seiner Entstehung zu ergründen,  entdeckt man in alten Quellen bald, daß die Überlegungen zur Errichtung eines solchen Bauwerkes schon viel weiter zurückliegen.&lt;br /&gt;
:Auch in den Zeitungen des 19. Jahrhunderts wiederspiegelt sich dieses Thema. &lt;br /&gt;
:So weiß das &amp;quot;Freimütige Abendblatt&amp;quot; in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts dazu folgendes zu berichten: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hinsichtlich der jüngst von hier gemeldeten Absicht, ein Feuersignal im Warnemünder Seehafen anzulegen, ist es allgemein zu bedauern, daß man weit davon entfernt scheint, die Ideen zum Grunde zu legen, die der verstorbene sehr unterrichtete und hellsehende Schiffskapitän Eichmann, ehemaliger Lehrer der Nautik hieselbst, in einer höchsten Ortes vor etwa 6 Jahren von ihm über die Frage an welchem Punkte der mecklenburgischen Seeküste es am vorteilhaftesten wäre einen ordentlichen Leuchtturm zu errichten, erforderten und eingereichten, überaus wohlgearbeiteten Denkschrift, über die, seiner Meinung nach, in Warnemünde allein am allernützlichsten und unentbehrlichsten zu verfügende Errichtung eines solchen Leuchtturms entwickelt hat. Der Referent hat dies Memoire damals gelesen, und erinnert sich noch mit Vergnügen der lichtvollen mündlichen Erläuterungen des einsichtsvollen Verfassers, so wie der Wärme, mit der er den seit einigen Jahren neugebaueten und mit englischen Leuchtinstrumenten versehenen Leuchtturm zu Cuxhafen als das vortreffliche Modell pries, dem man in Warnemünde zu folgen hätte. Aber freilich steht die hohe Nützlichkeit, ja unentbehrliche Nothwendigkeit einer solchen Anstalt, so wie ihre dem Muster nacheifernde Vortrefflichkeit, die der Referent vor fünf Jahren stundenlang zu untersuchen und zu bewundern Gelegenheit hatte, auch im Verhältnis zu den sehr erheblichen Kosten, die die Nachahmung zu Warnemünde erfordern würde; Kosten zu denen, wenn dieser Gedanke je ins Leben träte, Fürst und Land, aus den entscheidenden Gründen wahren Gemeinwohls, auf die Hälfte oder doch ein Drittel beisteuern müßten und könnten.&lt;br /&gt;
:Rostock den 30. Januar 1832&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Immer wieder bieten die so &amp;quot;hellseherischen&amp;quot; Gedanken jenes Kapitäns  Eichmann Stoff zur Diskussion über die längst fällige Errichtung eines Leuchtturmes und man kann ihn wohl getrost als geistigen Vater eines solchen Bauwerkes bezeichnen. Auch sonst bietet sein Wirken in Warnemünde noch reichliche Betätigungsfeld für die Warnemünder Geschichtsforscher.&lt;br /&gt;
:Der Anstoß war gegeben, aber bis zur Realisierung verging noch viel Zeit und das Thema bot im Freimütigen Abendblatt auch weiterhin reichlich Lesestoff, wie hier zum Beispiel drei Jahre darauf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was die schon vor mehreren Jahren beantragte Anlegung eines Leuchtturmes am Eingange des Warnemünder Hafens betrifft, so scheint diese Angelegenheit, obgleich sie, wie man erfährt, sowohl von den Seiten des Handels- als des Schifferstandes als sehr dringend empfohlen und von demselben auch bereits verschiedene annehmliche Offerten gemacht sein sollen, doch ganz in den Hintergrund gestellt zu werden, und vielleicht nur aus dem einzigen Grunde, weil die Rostocker Schiffahrt seit Jahrhunderten schon ohne Leuchtturm bestanden hat. Wohin aber sollen solche Grundsätze führen ? Man überzeuge sich doch endlich von der Nützlichkeit, ja von den Notwendigkeit dieser Einrichtung! Eben wegen des Mangels derselben scheiterte noch jüngst wiederum ein Schiff; denn das Ansegeln an die mecklenburgische Küste bei irgend trüber Witterung, besonders bei starkem Sturm und Seegange ist bekanntlich sehr gefährlich. Unsere Baubehörde wird deshalb wenn sie sich auch in dieser Hinsicht des Raths sachkundiger Männer bedient, gewiß keinen Anstand nehmen, auch diesem Gegenstande seine Erledigung zu verschaffen, zumal da bei den vorseienden Hafenbauten gewiß der Bau eines solchen Leuchtthurmes auf eine zweckmäßige und vieleicht minder kostspielige Art als sonst zur Ausführung gebracht werden kann.&lt;br /&gt;
:Rostock den 29. December 1835&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Folgejahr schließlich scheint die Sache in Gang zu kommen denn in der Augustausgabe steht zu lesen: :&amp;quot;Bei der am 16.des Monats stattgefundenen Grundsteinlegung zu dem auf der Düne Warnemünde´s zu erbauenden Leuchtthurm war leider der Mehrzahl der hier Anwesenden Fremden der zu dieser feierlichen Handlung angesetzte Zeitpunkt fremd geblieben, weshalb nur ein kleiner Teil derselben auf der bezeichneten Anhöhe sich versammelt hatte. Befremden mußte es wohl allgemein, daß von der obersten städtischen Behörde nichts geschehen war um diesem Actus auch in seiner äußerlichen Form eine festliche Bedeutung zu geben, das auch nicht eines ihrer Mitglieder gekommen war, um die Theilnahme an einem Werke an den Tag zu legen, welches dem Vaterlande zur Ehre und so vielen zur Rettung und zum Heile gegründet werden sollte. Freuen müssen wir uns aber andererseits, daß dennoch diese Handlung nicht ohne eine gewisse Solenität &#039;&#039;(Feierlichkeit)&#039;&#039; vollzogen wurde. Es hatte nämlich eine Dame aus Rostock (C.v.W.) diesen Gegenstand in einem Gedichte besungen, welches auf allgemeines Begehren ein gerade anwesender, sehr beliebter Redner, Herr Candidat Bartsch aus Rostock, nachdem er einige, dem Gegenstande angemessene Worte vorausgeschickt, auf eine dem Inhalte des Gedichtes vollkommen entsprechende Weise recitierte. Nachdem hierauf von dem Herrn Administranten des Baues ein Toast unter dem Klange der Gläser ausgebracht worden, wurde diese eben so einfache als ansprechende Feier beendigt. Wie es heißt, erreicht der Bau, unter der Leitung des Stadtbaumeisters Herrn Schwedtler, noch vor dem Winter seine Vollendung.&lt;br /&gt;
:Warnemünde d. 19. August 1836&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leider nennt uns die Zeitung jener Tage den Verfasser der Zeilen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1897/98 der Bau des Warnemünder Leuchtturms====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Nebel mussten Sondermaßnahmen durchgeführt werden (Hornsignale, Glocke, Nebelkanone). Die Entwicklung der Rostocker Segelschiffflotte zur größten im Ostseeraum mit 372 Schiffen im Jahre 1878 machte einen weiteren Ausbau der Hafeneinrichtungen zwingend notwendig. So wurde bereits im Jahre 1862 dem Rat der Stadt Rostock ein Entwurf vorgelegt zum Umbau der Hafenleuchte in Warnemünde zu einem vollständigen Leuchtturm mit prismatischem Laternenhaus. Aber erst im Jahre 1897/98 kam es dann zum Bau des Leuchtturms in seiner jetzigen Form. Davor waren durch Streitigkeiten über die Notwendigkeit und die Finanzierung des Leuchtturms mehr als 30 Jahre ins Land gegangen. Erbaut wurde der Turm unter der Leitung des Rostocker Hafenbaumeisters Karl Friedrich Kerner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Leuchtturm mit Signalmast 1904.jpg|thumb|600px|links|Der neue Leuchtturm und links daneben der Wetteranzeiger-Signalmast 1904]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde1904 Handskizze Ludwig Krause Bedeutung der Signale am Mast.jpg|thumb|450px|rechts|Handskizze des Historikers Ludwig Krause über die Bedeutung der Signale am Mast neben der Leuchte 1904]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Feuer wurde zunächst mit Petroleum betrieben, das aus dem Petroleumkeller, in dem 4 Petroleumbottiche untergebracht waren, heraufgepumpt werden musste. Im Jahre 1917 wurde das Licht auf Gas umgestellt. Um 1927 wurde der Leuchtturm auf elektrisches Licht umgestellt. Die Lampentypen wurden ständig dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Heute wird der Turm mit einer 250W/230V HQL-Lampe betrieben.&lt;br /&gt;
Das Linsensystem wurde von der Firma Picht &amp;amp; Co. Rathenow geliefert und eingebaut und tut noch heute in unveränderter Form seine Dienste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Auszug aus: &amp;quot;Verschwunden - Vergessen - Bewahrt, Denkmale der Rostocker Technikgeschichte&amp;quot; Hans-Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 1995  &lt;br /&gt;
*[[&amp;quot;Leuchtturm Warnemünde&amp;quot; Hans Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 2013&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=sYbcAokrAQw  Gerd Lau MV1 TV]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1968 Die Symbiose von Teepott und Leuchtturm als Warnemünder Wahrzeichen====&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1936.jpg |thumb|250px|rechts|Warnemünde mit Leuchtturm und Teepavillon 1936]]&lt;br /&gt;
;1926 Der runde &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht&lt;br /&gt;
:neben dem Warnemünder Leuchtturm in unmittelbarer Nachbarschaft, den der Volksmund schon bald nach seiner Eröffnung &amp;quot;Teepott&amp;quot; nannte. &lt;br /&gt;
:Er brannte 1945 ab.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Der Architekt Ulrich Müther und der Hyparschalenbau&lt;br /&gt;
;noch fortsetzen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Teepott 1979 OKR.jpg|400px|thumb|rechts|Inneres des Teepotts 1979]]&lt;br /&gt;
;1967/68 Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten.&lt;br /&gt;
: Eine Architektengruppe des Wohnungsbaukombinates Rostock um Stadtplaner Erich Kaufmann entwickelte das Gebäude des &amp;quot;Teepotts&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die statische Konstruktion eines Hyparschalenbaus erstellte dazu der Konstrukteur Ulrich Müther aus Binz. Die Dachkonstruktion besteht aus einer Membranschale, die Last der 1000 m2 umfassenden Dachfläche ruht auf nur drei Auflagenpunkten. Die Dachschale hat eine Dicke von 7cm.&lt;br /&gt;
:Die künstlerische Gestaltung führten Achim Kühn, Inge Jastram und Felix Büttner aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Teepott seit der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. &lt;br /&gt;
:Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Molen und Seezeichen===&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Becker beschreibt den Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen &lt;br /&gt;
:(Freimüthiges Abendblatt 1826):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;500px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 a wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen a&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 b wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fischerei==&lt;br /&gt;
(u.a. Warnemünder Jolle) noch einpflegen&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts===&lt;br /&gt;
:Niemand der nach Warnemünde kann sich dem besonderen Flair des Alten Stromes und des Fischereihafens an seinen beiden Ufern entziehen.&lt;br /&gt;
:Allein schon der Duft von frischem Räucherfisch zieht die Touristen magisch an.&lt;br /&gt;
:Lang ist die Tradition der Fischerei in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bereits 1494 befuhren nicht weniger als 30 Warnemünder Fischer ihre Fangplätze in der Ostsee und leisteten ihre Abgaben an den dänischen Vogt auf Schonen. Sie befuhren bzw. befischten die gesante südwestliche Ostsee.&lt;br /&gt;
:Die größte Länge der damaligen Fischerboote betrug ca. 6,30m und 2,20 Breite.&lt;br /&gt;
:Ab 1880 mußten die Fischer Registriernummern an Booten und Segeln führen, 1917 ergänzt durch &amp;quot;WA&amp;quot; vor der Registriernummer.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder selbst befaßten sich ungern mit dem Bootsbau und überließen das den Tischlern und Stellmachern aus Groß-Klein.&lt;br /&gt;
:Gefischt wure mit Stellnetzen, Waden Reusen, Angeln und Eisen.&lt;br /&gt;
:Die Netze und Angeln wurden in Warnemünde gefertigt und in der heutigen Friedrich-Franz-Straße entstand die erste 250m Reiferbahn.&lt;br /&gt;
:Aber nicht nur gefischt wurde von den Warnemündern sondern sie verkauften ihre Fänge zu großen Teilen auch selbst.&lt;br /&gt;
:In erster Linieg boten sie ihre Fänge regelmäßig auf dem Rostocker Markt an.&lt;br /&gt;
:Da der Markt bereits um 8.00 Uhr öffnete, mußte die Ausfahr zum einholen der Netze schon morgens zwischen 1 und 2 Uhr erfolgen.&lt;br /&gt;
:Leider wurden nie Aufzeichnungen über Fangmengen und erzielte Preise gemacht.&lt;br /&gt;
:Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wares den Warnemünder Fischern per Rostocker Edikt strikt untersagt auf dem Breitling zu fischen. Das war den Rostocker Fischern, die ihren Standort uweit der Petribrücke hatten, vorbehalten.&lt;br /&gt;
:Wenn aber Rostocke fischer nach Warnemünd kamen, hieß es &amp;quot;Vorsicht die Türken kommen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das hatte aber nichts mit Bewohnern die aus der Türkei kamen zu tun,sondern ein einstiger Rostocker Fischmeister hieß Thürk und wurde zum Namensgeber dieses Ökelnamens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 50iger Jahren wurde in Warnemünde eine sehr leistungsfähige FPG (Fischerei-Produktionsgenossenschaft) gegründet.&lt;br /&gt;
:Es entstand eine neue Löschhalle zur Übernahme des gerade angelandeten Fisches und eine Fischverarbeitungsstätte.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlich angelandeten Fische waren Ostsee-Hering, Dorsch, Steinbutt, Scholle und Lachs.&lt;br /&gt;
:Edelfische gingen in den Export, Hering und Dorsch kamen in die genossenschaftseigenen Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Fischverwertungsgenossenschaft Warnemuende.JPG|Fischverwertungsgenossenschaft Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:FPG Warnemuende.JPG|Fischerei-Produktionsgenossenschaft (FPG) Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:Fischverarbeitung Warnemuende.JPG|Fischverarbeitung in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem Umbruch 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1990 verzeichnete die heimische Fischerei wegen der einströmenden Fisch-Importe, besonders aus Holland, mit der Kutterfischerei in Warnemünde rapide bergab.&lt;br /&gt;
:Heute gibt es nur noch drei privae Kutterfischer, die ums Überleben kämpfen.&lt;br /&gt;
:Eine Reihe der darüber hinaus verbliebenen Kutter führen oft Angeltouren für die zahlreichen Touristen durch.&lt;br /&gt;
:Deren Tour-Angebote sind sehr beliebt und sind meist lange voraus ausgebucht.&lt;br /&gt;
:Trotz des Niederganges der Küstenfischerei ist das Flair eines Fischereihafens geblieben und dort fangfrischen Fisch geräuchert oder als Bismark-Hering angeboten haben auch eine zusätzliche Anziehungskraft Warnemünde und die Fischer zu besuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Lotsenwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Lotsenordnung von 1782]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Lotse und das Einlaufen in den Hafen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Lotsenordnung 1782 01.jpg|300px| rechts| Die Rostocker Lotsenordnung von 1782 a]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Schwierigkeit der Hafeneinfahrten erforderte, dass das Schiff von einem Spezialisten in den Hafen geführt wurde, der alle Tücken des Fahrwassers genau kannte, das ist der Lotse.&lt;br /&gt;
:Seine Verantwortung ist groß, größer als sie Brinckmans humoristische Charakteristik im „Kasper Ohm“ erkennen läßt: „Loots is´n Loots ´n Kierl, de sein Schuldigkeit doon mööt, Haaben rin un Haaben ruut, süs ward he oewer Buurd smäten, un doför kriggt he sein Betalung!“&lt;br /&gt;
:Weit draußen vor der Hafeneinfahrt warten  die Lotsenboote bei jedem Wetter auf Schiffe, die den Hafen anlaufen wollen.&lt;br /&gt;
:Über die Tätigkeit der heimischen Lotsen wird mancherlei erzählt:&lt;br /&gt;
:Fiew Lotsen wieren hier in Warnemünd in´t Boot. Dree bleben langsiet un maakten naher dat Schipp fast. Twee stegen oewer.&lt;br /&gt;
:De Warnmünner Lotsen säden, wenn se an Buurd güngen: Klaas, gah du an´t Stier, ik gah an´t Kommdier („Ich regier“, ich gebe die Kommandos).&lt;br /&gt;
:De Lotsen smus´ten solang´rüm up´t Schipp bi´n Kaptain, un güngen nich ihrer von´t  Schipp, bet se´n Foi kreegen.&lt;br /&gt;
:Näherte sich ein Schiff der Warnemünder Reede, dann fuhren in einem Eifer, Geld zu verdienen, die Lotsen oft schon aus, ehe das Schiff die Lotsenflagge zeigte, dann gab es aber gelegentlich bittere Enttäuschung.&lt;br /&gt;
:Wenn de Warnmünner Lootsen ruutführt wieren mit ehr Boot un dat Schipp denn oewer Stagg güng un na buten fohrt, denn schüllen de Lotsen „Dat is´n Heichler“ („Das ist ein Heuchler“, er tat nur so, als wollte er den Hafen anlaufen.)&lt;br /&gt;
:Wi Lotsen säden, wenn en Schipp oewerkrüzen ded`vör.nHaben: „Dat is´n Bidewinner (Das Schiff segelt bei dem Winde).&lt;br /&gt;
:Wenn es so stürmisch war, dass die Lotsen nicht hinauskamen, gab es ein Aushilfsmittel, das Schiff in den Hafen zu lotsen, denn würd de Windbaak bruukt.&lt;br /&gt;
:Dat wier up´t Warnmünner Spill ´ne Flagg mit´n langen Staken, dor winkten se mit.&lt;br /&gt;
:Wenn slicht Wäder wier, dat de Lotsen nich ruutgahn künnen, würd mit de Windbaak winkt.&lt;br /&gt;
:Wo de henwinkt, dor mööt he´t Roder henleggen.&lt;br /&gt;
:Wenn hoges Wäder wier un de Strom dull uutloopen ded, würden mit de Windbaak Tecken gäben.&lt;br /&gt;
:Wenn dat Schipp to läg´stüern ded´, würd dormit  winkt, he süll na de anner  Siet stüern.&lt;br /&gt;
:Wnn keen Wind wier un de Strom in War´münn  hart utloopen ded´, dat dat Schipp dor nich gegenankünn, denn müßten de ollen Lotsen dat Schipp rintrecken. Denn geew de Schipper´n Soopji uut.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren Lotsen, dee all up´t Ollendeel wieren. &lt;br /&gt;
:Früher wier dat jo all schier un glatt an´n Strom (es ist gemeint, dass am Strom entlang habe ein glatter Weg geführt.)&lt;br /&gt;
:De Lien würd an´n Mast bunnen.&lt;br /&gt;
:De Treckers hadden´n Trecksädel, dor wier´n höltern Knoop aan.&lt;br /&gt;
:Wenn´n Schipp fastkeem bi de Infohrt, würd dat Gangspill dreiht, dorbi würd ok sungen.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl, dorbi müßt he sik mit de Bost upleggen. Dat keem vöör, dat he dorbi ringahn ded´ in´t Water.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren vier bet söß Mann, oder twee Pier tröken.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl. &lt;br /&gt;
:(Richard Wossidlo WRQG 1940 )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende===&lt;br /&gt;
* [[Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende|Warnemünder Lotsenkapitän Stefan Jantzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Zollwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zollamt am südlichen Ende der Häuserreihe am Strom wurde 1891/92, wahrscheinlich vom Stadtbaumeister Gustav Dehn erbaut. (WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Zollwesen in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde um 1900 der Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Kaiserliche Zollamt.jpg|Der kaiserliche Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Zollamt.&lt;br /&gt;
Datei:AK Zollamt Warnemuende circa 1917.jpg|Das Zollamt auf einer Ansichtskarte 1917.&lt;br /&gt;
Datei:Zollamt Warnemuende circa 1990er.jpg|Das Gebäude des ehemaligen Zollamtes in den 1990er Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Kirchen und die drei Friedhöfe von Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Jahrhunderte sind in Warnemünde mindestens vier Kirchen nachweisbar.  Zwei frühe Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert fielen den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Rostock und den Dänen zum Opfer.&lt;br /&gt;
Die erste steinerne Kirche wurde um 1280 wahrscheinlich auf Veranlassung des Doberaner Klosters erbaut, was zur Folge hatte, das das Kloster auch über eine sehr lange Zeit deren Kirchenpatronat inne hatte. Als Rostocker die Kirche nach einem Sieg gegen die Dänen abbrannten, wurde dieser Frevel sogar dem Papst in Rom gemeldet. &lt;br /&gt;
Die Stadt wurde im Dezember 1312 mit dem Bau einer neuen hölzernen Kirche beauftragt, die aber ebenfalls durch Feuer zerstört wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die alte Kirche mit ihrem Friedhof bei der Vogtei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Vorläufer der heutigen Kirche war ein Gotteshaus, das ganz in der Nähe des Alten Stroms einige Meter nördlich von der Vogtei stand und Anfang des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut worden war.&lt;br /&gt;
:Sie hatte an der Südseite zwei Anbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der &amp;quot;Alte Kirchhof am Strande&amp;quot;===&lt;br /&gt;
:noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die neue Kirche===&lt;br /&gt;
:Da die Einwohnerzahl von Warnemünde ständig wuchs und die alte Kirche (&amp;quot;Fischerkirche&amp;quot;) zunehmend baufällig wurde, begann im September 1867 die Errichtung eines neuen Gotteshauses. &lt;br /&gt;
:Am 1.10.1871 fand in Gegenwart des Großherzogs Friedrich Franz II. die feierliche Einweihung statt. &lt;br /&gt;
:Das Gotteshaus entstand nach einem Entwurf des Rostocker Baumeisters Wilhelm Wachenhusen. &lt;br /&gt;
:Der kreuzförmige Backsteinbau birgt wichtige Bestandteile von der Innenausstattung der alten Warnemünder Kirche. &lt;br /&gt;
:Zu den bemerkenswetesten Gegenständen dürfte die überlebensgroße Schnitzfigur des heiligen Christophorus (Ende 15.Jh.) gehören. &lt;br /&gt;
:Die alte &amp;quot;Fischerkirche&amp;quot; wurde 1874 abgerissen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Geschichte am Rande:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Das zum Kirchspiel Warnemünde gehörende Dorf Diedrichshagen, das zuvor noch in Schwaan eingepfarrt war, kam nach dem Dreißigjährigen Krieg unter das Dach der Warnemünder Kirche.&lt;br /&gt;
:Dort in der alten Kirche am Ufer des &amp;quot;Alten Stroms&amp;quot;, befand sich vor der Ostwand die geschnitzte, überlebensgroße Figur des heiligen Christophorus.&lt;br /&gt;
:Als 1871 nun die neue Kirche fertiggestellt war, sollte die große Figur nicht mehr übernommen werden.&lt;br /&gt;
:Besonders die Diedrichshäger Pfarrkinder protestierten dagegen und erklärten, ohne Christophorus würden sie keine Ababen mehr leisten, sondern sich selbst eine Kirche bauen.&lt;br /&gt;
:Sie waren alter Überlieferung gemäß hier nur so lange eingepfarrt, wie die Figur im Gotteshaus stünde.&lt;br /&gt;
:Die Kirchenleitung gab klein bei, und der Schutzpatron der Reisenden blieb dem Gotteshaus und uns bis heute erhalten.&lt;br /&gt;
* [http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/fullscreen/PPN407465633d2731312e30312e30312e27_40636c6173736e756d3d273236312e27_407369673d2733352f3320303227/1/ Grundriß der neuen Kirche]&lt;br /&gt;
* [[Die neue Warnemünder Kirche im Schlie Bd.1 S.285-291]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Kirchenplatz um 1875 a.jpg|Kirchenplatz mit neuer Kirche um 1875&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünder Pfarrkirche um 1900.jpg|Die Warnemünder Pfarrkirche um 1900&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Inventarteile die aus der Vorgängerkirche übernommen wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Schnitzalter von 1475 (angeblich eine Danzige Arbeit, über See nach Warnemünde verschifft)&lt;br /&gt;
:Im Schrein befinden sich zwei Gruppen von Heiligen jeweils unter Maßwerkbaldachinen, dazu 3 Heilige in den Flügelaußenseiten.&lt;br /&gt;
:- Kanzel mit Schalldeckel von 1591&lt;br /&gt;
:- Heiliger Christophorus - monumentale Schnitfigur vom Anfang des 16. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder machten ihn zum Schutzheiligen des Ortes&lt;br /&gt;
:Einer Legende nach sollte der Christophorus Tränen vergießen können.&lt;br /&gt;
:Einer weiteren Legende nach lebte in der Frühzeit Warnemündes in der Nähe der Vogtei ein Mann, der Leute bei Bedarf gegen einen kleinen Obolus über den damals noch flachen Strom trug. Er galt als Sinnbild des Warnemünder Christophorus.&lt;br /&gt;
:- Altargemälde mit Kreuzigungszene von Gustav Stever um 1870&lt;br /&gt;
:- Zwei Pastorenporträts: J.Albinus gest. 1670 und N.Bims gest. 1724&lt;br /&gt;
:- Gestühlwangen mit Inschriften und Hausmarken 16.-18.Jh.&lt;br /&gt;
:- Truhe von 1620&lt;br /&gt;
:- Glocke von 1434&lt;br /&gt;
:- Votivschiffe von 1820 und 1885 (Dankesgabe von in Seenot geratenen und geretteten Seeleuten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei der Sturmflut vom 12.-14. November 1872 retteten sich viele Einwohner in die Kirche, als Warnemünde nach dem Durchbruch der Dünen westlich des Ortes wie auf einer Insel lag. Zuletzt mußten die Geretteten auf die Bänke steigen, während draußen Lotsenkommandeur Stephan Jantzen  mit seinen Lotsen Menschen aus unmittelbarer Gefahr rettete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der neue Friedhof===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Denkmalgeschichten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für John Brinckman im Warnemünder Kurpark===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Brinckman Stein b.JPG|thumb|450px|rechts|Warnemünde Brinckman-Stein im Kurpark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Ein Dichter und sein Gedenkstein - John Brinckman kam zur Kur ins Seebad&amp;quot;====&lt;br /&gt;
:(Autor: Ronald Piechulek in Ostsee-Zeitung 22.11.2002)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 18. September 2001 wurde der John Brinckman-Gedenkstein am Kurhausgarten gegenüber dem Institut für Ostseeforschung &#039;&#039;(nach 1914 zum zweiten Mal)&#039;&#039; eingeweiht.&lt;br /&gt;
:Zum Dichter und zur Geschichte des Steins recherchierte der Warnemünder Ortschronist Ronald Piechulek:&lt;br /&gt;
:John Frederick Brinckman wurde am 3.Juli 1814 in der Rostocker Koßfelder Straße als zweiter Sohn einer Kapitänsfamilie geboren. Er war sieben Jahre alt, als Warnemünde erstmals als Badeort erwähnt wurde. John Brinckman der sich zur Seefahrt hingezogen fühlt, erlebte, wie im Jahre 1834 der Dampfer &amp;quot;Rostock-Packet&amp;quot; seine regelmäßigen Fahrten zwischen Warnemünde und der Stadt aufnahm 1834 ließ er sich an der Rostocker Universität immatrikulieren und studierte bis 1837 Jura und Philosophie. Die akademische Laufbahn fand ein jähes Ende, als John Brinckman am 26.September 1838 wegen &amp;quot;versuchter Stiftung eines verbotenen Vereins&amp;quot; an der hiesigen Universität zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Diese Strafe brauchte er aufgrund eines Gnadenerlasses des Großherzoges jedoch nicht zu verbüßen.&lt;br /&gt;
:Diese und andere Erlebnisse bewogen Brinckman. 1839 seiner Heimatstadt den Rücken zu kehren und in den USA sein Glück zu versuchen. Das Heimweh und die Nichterfüllung seiner Wünsche und Vorstellung ließen aber John Brinckman 1842 nach Mecklenburg zurückkehren. Nach mehreren Anstellungen in verschiedenen mecklenburgischen KLeinstädten führte ihn sein Weg nach Güstrow, das nun seine Wahlheimat werden sollte. Dennoch zog es ihn immer wieder nach Rostock zurück.&lt;br /&gt;
:Brinckman weilte von 1850 bis 1870 jeweils in den Sommerferien in Warnemünde anfangs allein, später mit der gesamten Familie. &lt;br /&gt;
:Sie fand Unterkunft in dem Haus am Strom Nr. 35.&lt;br /&gt;
:Seine schwankende Gesundheit zwang den Dichter, in den letzten Lebensjahren dem eindringlichen Rat seines Arztes zu folgen und in Warnemünde , das für seine Heilkuhren berühmt war, Erholung zu suchen.&lt;br /&gt;
:Bei den Warnemündern war Brinckman ein gern gesehener Gast. Am Tage saß er stundenlang am alten Strom, snackte mit den Fischern und Lotsen Platt und ließ sich von ihnen Geschichten erzählen, die sicherlich einmal in seinen Werken Niederschlag finden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Wihred, hollen bi de Enthüllungvon den &amp;quot;John Brinckman-Steen&amp;quot;, in Warn´münn von H. Burmeister-Rostock&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
;(Weiherede gehalten bei der Enthüllung von dem &amp;quot;John Brinckman-Stein&amp;quot;, in Warnemünde von H.Burmeister_Rostock]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 38 am 16.Juni 1914 S.335/336)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;John Brinckman - Taun´n 100. Geburtstag (3.Juli 1914)&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 34, 4.Juli 1914)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Reuter-Stein und die Reuter-Eiche bei der Sedan-Wiese===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche erfolgte anlässlich des 100. Geburtstages der Schriftstellers am 6. November 1910. Stein und Eiche befanden sich an der damaligen Sedan-Wiese. Diese Wiese, die an den vorentscheidenden Sieg der deutschen Armee nahe der französischen Stadt Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870/71 erinnern sollte, befand sich westlich des damals neuen Warnemünder Friedhofs und heutigen „Stephan Jantzen-Parks“. Zur Einweihung findet sich in der Rostocker Zeitung vom 8. November 1910 eine Meldung über „Die Reuter-Jubiläumsfeier des Plattdeutschen Vereins in Warnemünde“. Darin heißt es: „In unmittelbarer Nähe der Küste, etwas unterhalb der Dünen pflanzte der Plattdeutsche Verein in Warnemünde zum Andenken an den Dichter eine Eiche und setzte dazu einen Denkstein mit einer Inschrift. Die Feier fand unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft statt. Ein stattlicher Festzug bewegte sich vom Vereinslokal zu dem in Aussicht genommenen Platz in den neuen Anlagen. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden des Plattdeutschen Landesverbandes, Herrn Burmeister aus Rostock, übernahm Vogt Rechtsanwalt Beselin im Namen des Ortes Eiche und Denkmal. (…)“&lt;br /&gt;
Der Stein mit dem Namen und den Lebensdaten des Heimatdichters sollte die Eiche markieren. Es ist derzeit unklar, ob die ursprünglich gepflanzte Eiche noch existiert. Ungeklärt ist auch, was aus dem Stein wurde. Wie bei anderen Gedenksteinen aus Warnemünde, hält sich auch hier das Gerücht er sei im Fundament des Neptunhotels verbaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.jpg|Ansichtskarte mit Gruppenfoto des Plattdeutschen Vereins zur Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche 1910.&lt;br /&gt;
Datei:Ausschnitt AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.JPG|Reuter-Stein und Reuter-Eiche in Nahaufnahme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pressemeldung zur Vorbereitung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche im Rostocker Anzeiger vom 27.10.1910]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Fritz Reuter-Stein vor der Warnemünder Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Reuter-Stein Warnemuende.jpg|Der Warnemünder Reuter-Stein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bismarck-Stein auf der Promenade===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck Spoek-Stein Warnemuende.jpg|Der Bismarck-Stein vor seiner Aufstellung&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck-Stein Warnemuende.JPG|Der Bismarck-Stein auf einer alten Postkarte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) erhielt auch in Warnemünde Ehrungen und Denkmäler. So wurden unter anderem die Promenade und die anliegende Heinrich-Heine-Straße nach ihm benannt. Eine weitere Würdigung erhielt Bismarck in Warnemünde in der Form eines Gedenksteines, der am 25. August 1907 auf der Promenade feierlich eingeweiht wurde. Verbunden mit verschiedenen Ehrerbietungen, Reden und Kranzniederlegungen, wurde der Gedenkstein festlich enthüllt. Das Denkmal fand seinen Standort mitten auf der belebten Promenade und war mit dem Schriftzug „Bismarck zum Gedächtnis“ verziert.  Durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde dem Bismarck-Gedenkstein nach Kriegsende zunächst sein Schriftzug entfernt, bevor er 1968 endgültig von der Promenade verschwand. Versuche, den schweren Koloss an einen anderen Standort zu verlegen scheiterten und hatten die Sprengung des ehemaligen Denkmals zur Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Einweihung 1927.jpg|Einweihung des Kriegerdenkmals 1927&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Namen.jpg|Kriegerdenkmal Warnemünde: Blick auf die Namensliste&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Abriss.JPG|Kriegerdenkmal Warnemünde: Abrissarbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund SVZ 23te Januar 2006 a.jpg|thumb|450px|links|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ 23. Januar 2006]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund OZ 27te Januar 2006.jpg|thumb|600px|rechts|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ  2006]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Geinitz-Stein an der Stoltera===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Geinitz-Stein Warnemuende.JPG|Der Geinitz-Stein an der Stolteraa&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eugen Geinitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Gedenktafeln===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten auf den Warnemünder Gedenktafeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Opfer von Krieg und Gewalt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kunst im öffentlichen Raum in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Denkm%C3%A4ler,_Brunnen_und_Skulpturen_in_Rostock Wikipedia-Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Rostock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Planetenweg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder Planetenwanderweg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionspflege, Kultur und Vereinsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Reichsgründung 1871 entfaltete sich auch in Warnemünde ein reges Vereinsleben: Gesangsvereine, Ortsinteressenverein, Sportvereine etc. gründeten sich. Der erste Verein in Warnemünde, der eindeutig der Traditionspflege zuzuordnen ist, war der 1902 gegründete &amp;quot;Plattdeutsche Verein für Warnemünde und Umgegend&amp;quot;. In der Zeit der DDR waren es verschiedene Zirkel der Warnowwerft und insbesondere der Kulturbund der DDR, die die Kulturarbeit im Ort maßgeblich prägten. Nach der Wiedervereinigung kam es zu zahlreichen Vereinsgründungen, z.B. der Gemeinnützige Verein für Warnemünde e.V. (kurz Warnemünde-Verein), der Warnemünder Sportverein e.V. oder auch der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. (kurz Leuchtturm-Verein). Einige Vereine sehen sich dabei in der Tradition mit ihren historischen Vorläufern, wie z.B. der Warnemünder Segel-Club e.V. und der Tennisverein Blau-Weiß Warnemünde e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Klaashahns===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1963 waren es acht junge Segler aus der Betriebssportgemeinschaft der Warnowwerft, die zusammen kamen, um die Abende gemeinsam mit dem Singen von Seemannsliedern und Shantys zu verbringen. Sie selbst fanden Gefallen daran und auch zufällige Zuhörer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Auftritt der Sänger fand am 7. Mai 1964 im Warnemünder Veteranenclub mit großem Erfolg statt. Erst danach beschloss man, eine Shantygruppe zu bilden und sich den Namen „De Klaashahns“ zu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründungsmitglieder der Shantygruppe waren: &lt;br /&gt;
Edwin Lenz, Uwe Jahnke, Kurt Jahnke, Dietrich Zager, Siegfried May, Helmut May, Christian Rösler, Lutz Buchmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Trachtengruppe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trachtengruppe wurde 1976 gegründet und setzt sich seither für die Erhaltung und Pflege der Traditionen des Ortes ein. Dazu gehören insbesondere die alten Volkstänze, aber auch die niederdeutsche Sprache. Bei ihren Auftritten tragen die Mitglieder Trachten, wie sie um 1840 in Warnemünde getragen wurden. Einmal jährlich im Juli organisiert die Trachtengruppe das &amp;quot;Warnemünder Trachtentreffen&amp;quot;. Die Mitglieder der Trachtengruppe präsentieren seit 1976 im Zuge des &amp;quot;Warnemünder Ümgangs&amp;quot; historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Ümgang===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brauch des „Ümgangs“ geht zurück ins 14. Jahrhundert. In jedem zweiten Jahr wurde der Öllermann, der Wortführer des Altermänner-Kollegiums, gewählt. Gleichzeitig wurden die Steuereinkünfte von den Bürgerältesten abgerechnet.&lt;br /&gt;
Anschließend führte ein Umzug vorbei an Pfarre und Vogtei durch den Ort – auch gedacht als Repräsentanz der Warnemünder gegenüber Rostock. Diesen Brauch pflegte man bis 1850, in vereinfachter Form sogar bis 1909.&lt;br /&gt;
Als Bestandteil des Warnemünder Sommerfestes, heute im Rahmen der Warnemünder Woche, wird seit 1976 der „Warnemünder Umgang“ (seit 2001 „Nieger Ümgang“) durchgeführt.&lt;br /&gt;
Mitglieder der 1976 gegründeten Warnemünder Trachtengruppe verkörpern seither historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen. &lt;br /&gt;
Seit 1979 werden auch die sogenannten Ümgangsstäbe mitgeführt. Sie symbolisieren die drei wichtigsten Warnemünder Berufsstände: Fischer, Schiffer und Schiffbauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 01.jpg|Ümgang 1979.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1986.jpg|Ümgang 1986.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 02.jpg|Auf der Bühne am Leuchtturm, 1979.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünde-Verein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturmverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot;. Keimzelle für die Entstehung des Fördervereins war der Wunsch den Leuchtturm nach der Wende von 1989/90 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hauptinitiator hierbei war der damalige Rostocker Denkmalpfleger Gerhard Lau. Er und andere Enthusiasten, die sich schnell für diese Idee begeistern konnten, überzeugten den Bürgermeister der Stadt Rostock und das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) von dieser Idee.&lt;br /&gt;
Da weder die Stadt noch das WSA Personal hatten, um den Turm zu betreuen, wurde am 22. April 1994 daher der &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot; gegründet.&lt;br /&gt;
Das WSA, die Hansestadt Rostock und der „Leuchtturmverein“ einigten sich zugleich auf die Schließung eines Überlassungsvertrages zur Bewirtschaftung des Leuchtturms, der am 24. April 1994 direkt vor dem Leuchtturm unterzeichnet wurde. Der Turm ist seither unter der Obhut der Warnemünder Leuchtturmmänner wieder für alle geöffnet die den Aufstieg wagen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Einst und jetzt ein Stück Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der ursprüngliche &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine kleine Warnemünder Jolle rudert von schnellen kräftigen Schlägen getrieben die Warnow herauf.&lt;br /&gt;
:In dem Boot sitzt ein Mann mit seiner Frau. Schon von weitem wird es in Rostock als das des Tidingsbringers erkannt und spannungsvoll erwartet. Jetzt schießt es an das Bollwerk heran. Ein kleiner Mann springt ans Ufer, der Schweiß perlt ihm von der Stirn.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was gibts Neues, Jungmann, wer ist heute binnengekommen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Aber vergeblich sind alle Fragen. Der Tidingsbringer weiß genau, von wem er den klingenden Lohn für seine Neuigkeiten zu erwarten hat. Keine Sekunde darf verlorengehen, an niemand die Nachricht, die er bringt, vorzeitig verraten werden.&lt;br /&gt;
:Atemlos eilt er durch das Fischertor und verschwindet in der Strandstraße. Zuerst klopft er an die Tür des Steuermanns Schütz.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gute Nachricht Frau Schütz, Kapitän Lembke ist mit der Anna Maria im Ansegeln vor Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Ihr Mann wrd heute abend noch in den Hafen kommen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Diese dankt hocherfreut und lässt ein Silberstück in die Hand des Tidingsbringers gleiten.&lt;br /&gt;
:Weiter führt ihn sein Weg jetzt zur Wohnung des Kapitäns Krahnstöver und von dort zu den anderen Schiffer- und Steuermannsfamilien, denen er gleichfalls die freudige Mitteilung  machen kann, dass günstiger Wind die Schiffe mit ihren Angehörigen auf Warnemünde zusteuern lässt.&lt;br /&gt;
:Der letzte Gang gilt den weiter im Innern der Stadt gelegenen Kontoren der Reeder. Hier nimmter sich schon etwas mehr Zeit zur ausführlichen Berichterstattung, denn er ist sicher, dass ihm nun keiner mehr mit der Meldung der neuesten Schiffsnachrichten zuvorkommen wird.&lt;br /&gt;
:Bevor nach 1850 wegen des langen und beschwerlichen Landweges die Dampfer zum Hauptverkehrsmittel wurden und 1863 der Anschluss Warnemündes an das Telegrafennetz erfolgte, gab es zwei besoldete Tidingsbringer (auch Tidungenbringer) als Nachrichtenübermittler zwischen Rostock und seinem Vorhafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Über Bewegungen im Rostocker Schiffsverkehr, über Abgangszeiten, Bestimmungsort und mutmaßliche Rückkehr wussten diese genauso Bescheid, wie über Namen, Größe, Takelung und Kapitäne der Fahrzeuge, die sie mit dem Fernrohr durch Besonderheiten an Rumpf oder Takelage erkannten.&lt;br /&gt;
:(Auszug aus: Tidingsbringer - Ein Warnemünder Bäderjournal&amp;quot; Jahrgang 01 1996/1997 S.129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Im Jahre 1995 trafen sich Mitglieder des Leuchtturmvereins Warnemünde e.V. mit den beiden Verlegern Dr. Mathias Redieck und Achim Schade um einen neuen Tidingsbringer aus der Taufe zu heben, diesmal nicht vordergründig mit dem Ziel den Seemannsfamilien und Schiffsreedern Ankünfte oder Abreisen von Schiffen und ihren Besatzungen zu vermelden, sondern um alte und neue Nachrichten aus Warnemünde weit ins Land zu übermitteln.&lt;br /&gt;
:Damals ahnten sie nicht, das dieses, jährlich zwischen zwei Buchdeckeln randvoll mit spannenden &amp;quot;Tidings&amp;quot; &#039;&#039;(Nachrichten)&#039;&#039; gefüllte Medium in den nun folgenden zweieinhalb Jahrzehnten, seine Nachrichten hinaus bis nach Japan, Australien, Afrika und Amerika tragen wird. Selbst nach 30 Jahren (Stand 2025) halten noch immer viele Autoren Geschichte und Geschichten um Warnemünde und seine Menschen fest, bis eines Tages, warscheinlich wieder abgelöst durch neue Medien, auch wieder eine neue Form der Nachrichtenübermittlung wachsen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Warnemünder Geschichte(n) in mehr als 20 Bänden]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Tidingsbringer - Register der Band-Inhalte]] von Band 1- Band 25&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Segel-Club===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 gegründet ist der WSC seit 1926 Organisator und Veranstalter der Warnemünder Woche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Sportverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Edvard Munch Haus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Museumsverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Schulwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
(in Bearbeitung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schule wird für Warnemünde schon im 16. und 17. Jahrhundert erwähnt. Friedrich Barnewitz schreibt in seiner Ortschronik (1925), dass 1578 ein Schulmeister erwähnt wird und 1619 eine neue Schule errichtet wurde. Bis 1836 handelt es sich, wie vielerorts, um eine einklassige Schule. Barnewitz schreibt, dass die Warnemünder ihre Kinder nach eigenem Gutdünken zur Schule bzw. zum Küster schickten (beim Küster waren meist die 4- bis 6-jährigen Kinder). Die älteren Kinder mussten häufig durch Arbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Um 1800 überzeugte Pastor Schmiedekampf die Warnemünder ihre Kinder wenigstens von November bis Ostern zweimal wöchentlich zur Schule zu schicken. 1899 kam es zur Einrichtung einer Knabenschule. Am 1.4.1915 wurde die neue Schule in Fritz-Reuter-Straße eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Fritz Reuter-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Heinrich Heine-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerk in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Mühle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Mühle.jpg|thumb|300px|rechts|Die Warnemünder Mühle]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vom Fischer-, Lotsen- und Hafenort zum Ostseebad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fähren nach Dänemark===&lt;br /&gt;
=====Die Post- und Passagier-Schiffsverbindung nach Dänemark ab 1886 bis 1903=====&lt;br /&gt;
:(NHG)&lt;br /&gt;
:Von Entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Ostseebades Warnemünde war der Bau einer Eisenbahnverbindung von Neustrelitz mitten durch Mecklenburg nach Warnemünde, wo ein Brückenschlag nach Dänemark hergestellt werden sollte.&lt;br /&gt;
:Um eine rasche und sichere Einfahrt der Postdampfer zu gewährleisten, waren umfangreiche Bauten in Warnemünde nötig.&lt;br /&gt;
:Zunächst war eine Vertiefung der Fahrrinne und eine Verlängerung der Westmole sowie der Bau eines neuen Hafenbeckens erforderlich.&lt;br /&gt;
:Das Hafen-Bassin war 450m lang, 100m breit und 4,6m tief.&lt;br /&gt;
:Außerdem wurde die Mole um 133m verlängert und erhielt an ihrem Kopf eine Leuchtbake.&lt;br /&gt;
:Die Arbeiten wurden so auf Hochdrück gefördert, daß am 26.Juni 1886 die Eröffnung der Strecke von Neustrelitz über Rostock-Warnemünde nach Gedser erfolge.&lt;br /&gt;
:Die neue Verbindung verlief über eine Distanz von 24,3 Seemeilen oder 45 km.&lt;br /&gt;
:Die zwei 12 Knoten schnellen Raddampfer &amp;quot;Kaiser Wilhelm&amp;quot; und &amp;quot;König Christian&amp;quot; übernahmen die Verkehrsverbindung.&lt;br /&gt;
:Von dänischer Seite wurden die &amp;quot;Freya&amp;quot; und Anfang der 90er Jahre die &amp;quot;Edda&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
:Ab 1.Mai 1892 wurde auch eine Nachtverbindung eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Mit der Herstellung einer schnellen Verbindung ins Binnenlande, besonders zur Reichshauptstadt Berlin nahm auch der Urlauberverkehr einen großen Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen.jpg|Warnemünde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Trajekt Prins Christian um 1910.JPG|Warnemünde Trajekt Prins Christian um 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die Trajektverbindung (Transport mit Eisenbahn) ab 1903=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verkehr auf der Postdampferroute, die im Jahre 1894 mit der Besitzübernahme in die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn unter Landeshoheit kam, nahm eine sprunghafte Entwicklung ihren Lauf.&lt;br /&gt;
:Für den Personenverkehr, wie auch den Güterverkehr war für Personen der Umstieg von der Bahn aufs Schiff bzw. die ständige Umladung des Frachtgut ein umständliches und zeitraubendes  Hindernis. Dem entsprang der Gedanke die Verkehrsbrücke zwischen Deutschland und Dänemark in eine Trajektverbindung umzuwandeln.&lt;br /&gt;
:Der Baubeginn für dieses deutsch-dänische Gemeinschaftsprojekt war im September 1900 an den beiden jeweiligen Fährhäfen.&lt;br /&gt;
:Am 30.September 1903 fand deren feierliche Eröffnung unter der persönlichen Teilnahme von Kronprinz Christian (X.) und dem mecklenburgischen Großherzog Friedrich Franz IV. statt.&lt;br /&gt;
:Der Fährbetrieb wurde zunächst mit vier Schiffen, der &amp;quot;Großherzog Friedrich-Franz&amp;quot;, der &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot;, der &amp;quot;Prinzessin Alexandrine und der &amp;quot;Prinz Christian&amp;quot; eröffnet.&lt;br /&gt;
:Das war der Beginn für eine unkomplizierte, schnelle und kostengünstige Seeverbindung zwischen Deutschland und Skandinavien.&lt;br /&gt;
:Hatten die Postdampfer in ihrem letzten Betriebsjahr rund 4000 t Güter befördert, so bewältigten die vier neuen Trajektfähren im gleichen Zeitraum das 20fache.&lt;br /&gt;
:Die Zahl der beförderten Personen schnellte von 50 000 auf 80 000.&lt;br /&gt;
:Um deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen wurden die beiden Radfähren 1906 auf eine Gesamtlände von jeweils 104m verlänger.&lt;br /&gt;
:Raddampfer waren grundsätzlich nicht für Eisfahrten tauglich, so entschloß man sich eine eistüchtige Ostseefähre, die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; zu bauen. Das Fahrzeugdeck war zweigleisig und konnte 15 Güterwagen aufnehmen. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; war bis 1945 im Einsatz.&lt;br /&gt;
:1922 nahm dänischerseits die &amp;quot;Danmark&amp;quot; ihren Betrieb auf. In der Zeit ihrer Inn-Dienst-Stellung war sie mit einer Kapazität für 15 Güterwagen und 1100 Passagiere, die größte und leistungsfähigste Dampffähre im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
:Auf deutscher Seite folgte 1926 die Inbetriebnahme der Hochssefähre &amp;quot;Schwerin&amp;quot;. Sie übertraf technisch und beim Reisekomfort alles Dagewesene im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;250px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Wmde.Dampffährverbindung.jpg|Warnemünde Dampffährverbindung 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Sommerfahrplan 1937.jpg|Sommer-Fahrplan der Bahnverbindung Berlin-Kopenhagen via Warnemünde und Gedser 1937&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Zwischen den Weltkriegen entwickelte sich der Verkehr über die Ostsee nach Skandinavien sprunghaft.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende setzte schließlich auch dem Fährverkehr auf lange Zeit ein Ende.&lt;br /&gt;
:Am 1.Mai 1945 wurde der Fährverkehr auf der Linie Warnemünde-Gedser eingestellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Warnemünde Fähre Interim Fähre nach Trelleborg 1959.jpg|thumb|400px|rechts|schwedische Fähre zu Beginn der 50er Jahre, Interimbetrieb vor Wiederinbetriebnahme des Hafens Sassnitz]]&lt;br /&gt;
:Die deutschen Fährschiffe &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; und &amp;quot;Schwerin&amp;quot; waren verloren. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; interniert und die &amp;quot;Schwerin&amp;quot; durch Bomben zerstört.&lt;br /&gt;
:Die ersten Fährschiffe die nach Kriegsende in Warnemünde anlegten kamen aus dem schwedischen Trelleborg hierher, da der Saßnitzer Fährhafen wegen des zerstörten Hafens und des gesprengten Rügendammes nicht angelaufen werden konnte.&lt;br /&gt;
:Erst am 10. Mai 1947 wurde der Fährbetrieb wieder aufgenommen. &lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; begann man zunächst nur Bedarfsfahrten auszuführen.&lt;br /&gt;
:Erst in den 60er Jahren kam mit dem Umbau des westlichen Fährbetts und dem Einsatz des DDR-Fährschiffes &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; und dem dänischen Fährschiff &amp;quot;Kong Frederik&amp;quot; der Trajektverkehr zu neuem Leben.&lt;br /&gt;
:Ab 1990 erreichte die Frequentierung der Fähren im Güterverkehr, wie auch im Personenverkehr einen nie dagewesenen Höhepunkt erlebte, was angesichts der erwachsenden und nicht mehr beherrschbaren Verkehrsprobleme auf der binnenseitigen Verkehrsanbindung nach Warnemünde zum Ende des Fährverkehrs in Warnemünde führte.&lt;br /&gt;
:Der stetig wachsende Passagier- und Güterverkehr und die unzureichende Hafenanbindung führten 1995 zur Umverlagerung der Fähranbindung in den Rostocker Überseehafen.&lt;br /&gt;
:Das Ein- und Auslaufen der Fähren zum Überrseehafen, auf der Warnemünder Mittelmole zu beobachten ist dagegen bis in unsere Tage für die Warnemünder und ihre Gäste zum wichtigen Event geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Fährverbindung Warnemünde - Gedser und die Eisenbahn (1903 - 1995)=====&lt;br /&gt;
[[Datei:1900 Bauplan Fährhafen Kerner.jpg|thumb|500px|rechts|1900 Bauplan des Trajekt-Fähranlegers von Hafenbaudirektor K. Kerner Quelle: Archiv Heimatmuseum Warnemünde]]&lt;br /&gt;
;1903 &lt;br /&gt;
* [[Einweihung der Dampffähren-Verbindung Warnemünde - Gedser]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903, 30. September&lt;br /&gt;
:Mit dem eingleisigen Radfährschiff &amp;quot;Friedrich Franz IV.&amp;quot; verlässt erstmalig eine Eisenbahnfähre den Hafen von Warnemünde via Gedser.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig wird das Schwesterschiff &amp;quot;Prinsesse Alexandrine&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926, Dezember&lt;br /&gt;
:Erste Fahrt des Passagierfährschiffes &amp;quot;Schwerin&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Als &amp;quot;Schwan der Ostsee&amp;quot; gewinnt die neue Fähre schnell Berühmtheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 17. März&lt;br /&gt;
:Die dänische Widerstandsbewegung sprengt die Fähre &amp;quot;Danmark&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sie wird zu Kriegsende wieder gehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963 &lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Eisenbahnfähre &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; im Dienst&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
;Auszug aus der damals in Bremen erscheinenden Wochenzeitschrift der mecklenb. Landsmannschaft &amp;quot;Unser Mecklenburg&amp;quot; im Stil der damaligen (west-)deutschen Zeit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963, 23. Mai&lt;br /&gt;
:Werftdirektor Kurt Dunkelmann übergibt den Fährschiff-Neubau &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; an die Deutsche Reichsbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968, 14. April&lt;br /&gt;
:In den Mittagsstunden läuft das Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; Warnemünde letztmalig an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1995, 24. September&lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; verlässt letztmalig ein Trajekt auf der Ostseelinie Warnemünde - Gedser den Fährhafen von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Eine Ära hat ihr Ende gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stromfähre über den Seekanal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Warnemündere Bahnhofes, der Fährbecken für die Trajektverbindung und dem dazu notwendigen Bahndamm über den alten Strom in Höhe des Warnemünder Zollhauses, war eine völlig neue Zufahrt für den Warnemünder Hafen ereforderlich.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig mußten die nun östlich des neuen Seekanals gelegenen Teile der Stadt Rostock (Hohe Düne, Markgrafenheide, Rostocker Heide) Verbindung zum Verkehrsnetz haben.&lt;br /&gt;
:Der Bau einer Flussfähre war unumgänglich geworden.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar nach dem umfassenden Umbau der Hafenanlagen und des Seekanals wurde mit einer improvisierten floßartigen Fähre, die per Seilverbindung die Seiten wechselte, eine auf kurze Zeit ausgelegte Interimsverbindung geschaffen.&lt;br /&gt;
:Sie wurde nach Bedarf durch die Personenfähre &amp;quot;Maischolle&amp;quot; ergänzt. Nachts wurde die Überfahrt mit einem Ruderboot bewerkstelligt, um die Betriebskosten gering zu halten. Bei allen folgenden Entwicklungen im Fährausbau wurde der nächtliche Ruderbootverkehr bis in die 50er Jahre beibehalten.&lt;br /&gt;
: Mit der Erweiterung des 1913/14 errichteten Flugplatzes auf Hohe Düne und der bald nach dem Ende des ersten Weltkrieges dort schnell wachsenden Flugzeugindustrie, reichte die nötdürftige Verkehrsverbindung nicht mehr aus und es mussten neue, bedarfsgerechte Lösungen gefunden werden&lt;br /&gt;
:Der zeitweilig ins Auge gefaßte Bau einer über den &amp;quot;Neuen Strom&amp;quot; führenden Schwebefähre, konnte wegen der für die ungehinderte Schifffahrt vorzuhaltende Höhe nicht weiter verfolgt werden.&lt;br /&gt;
:So verfiel man auf die Lösung durch eine Kettenfähre, die dann bis 1955/56 zuverlässig unseren Dienst versah.&lt;br /&gt;
:Ältere östliche Anlieger-Bewohner wissen noch zu berichten, daß sie auch wiederholt nach Kettenrissen als antriebsloses Wasserfahrzeug auf die Ostsee abgetrieben und mittels Schlepper wieder &amp;quot;eingefangen&amp;quot; werden mußte.&lt;br /&gt;
:Zum Glück kam es dabei nie zu Personenschäden und es ging glimpflich ab.&lt;br /&gt;
:Der Bau des Rostocker Überseehafens ab 26.Oktober 1957 und der fast zeitgleiche Bau der Marinebasis Hohe Düne erforderte wiederum neue Lösungen. Dazu wurden auf beiden Seiten des Seekanals kleine Fährbecken mit Anlegesteg erbaut.&lt;br /&gt;
:Bis zur Fertigstellung der neuen Flußfähre &amp;quot;Ostsee&amp;quot; wurden die 1955 im Rahmen des &amp;quot;Nationalen Aufbauwerkes&amp;quot; gebauten Gehlsdorfer Fähren &amp;quot;Willi Schröder&amp;quot; und &amp;quot;Albert Schmidt&amp;quot; eingesetzt. Alle drei Fähren blieben lange im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Strandbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Enenkel &amp;quot;Die vergessene Bahn - Die elektrische Strandbahn Warnemünde-Markgrafenheide 1910-1945&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Seenotrettungsstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Seenotrettungsstation Warnemünde&amp;quot; von Erwin Seppelt in Marinekalender 1983]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde, die Nr. 1 unter den deutschen Kreuzfahrthäfen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Badeort==&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Werbung.JPG|thumb|300px|rechts|Werbung für das Ostseebad 1936]]&lt;br /&gt;
===Über die Anfänge des Badewesens in Warnemünde===&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
Im Sommer des Jahres 1885 führt der Weg rund 5000 Erholung suchende „Berliners“, also Badegäste nach Warnemünde. Das Badewesen hatte in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Veränderung und Entwicklung des Küstenortes zur Folge gehabt. &lt;br /&gt;
;Einige Meilensteine bis dahin seien hier genannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1828  Hinter der Ostmole wird ein Damenbad mit zwei Zellen geschaffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1834 Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1835 Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1866 Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels Neptun)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1872 Zerstörung aller Bäder bei der Novemberflut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1873 Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Badetourismus ist zum bedeutenden Wirtschaftszweig Warnemündes geworden, als der hier ansässige Kaufmann A. Bruger mit seinem Pressebeitrag „Badeplauderei“ im „Anzeiger für die Ostseebäder Warnemünde, Heiligendamm, Groß-Müritz, Wustrow“ am 6.Juli 1885 für Aufregung und lebhafte Diskussion im Ort sorgt. Übrigens weisen die Diskussionsinhalte bemerkenswerte Parallelen zu unseren Tagen auf und eine unterhaltsame Beschreibung des Lokalcolorits jener Tage in Warnemünde ist es in jedem Falle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schreibt: &lt;br /&gt;
;„Das Seebad Warnemünde, dessen Besuch von Jahr zu Jahr mehr zunimmt, gehört jetzt schon, und mit Recht, zu den besuchtesten Ostseebädern. In der That findet man selbst in den viel genannten und fashionabelsten Ostseebädern Misdroy, Häringsdorf und Colberg nicht eine solche Anzahl hübsch und anmuthig gelegener und mit so vielem Comfort eingerichteter Privatwohnungen wie in Warnemünde, und gar die großen Hotels dieses Badeortes können nicht nur wegen ihrer schönen Lage in unmittelbarer Nähe der See, sondern auch wegen ihrer vortrefflichen Einrichtung und Leitung, den gelobtesten Hotels in den sogenannten großen Bädern an die Seite gestellt werden. …“ &lt;br /&gt;
:Bruger stellt Vergleiche mit den in damaliger Zeit etabliertesten Ostseebädern und ihren Angeboten an und kommt zu dem Schluß: &lt;br /&gt;
:„Nur an Einem fehlt es in Warnemünde, und dieser Mangel macht sich von Jahr zu Jahr mehr fühlbar, das ist eine Badedirection, welche die Aufgabe hat, dem Fremden in Bezug auf die Wohnungen Auskunft zu geben und für das Amusement der Badegäste zu sorgen. Seitens der Stadtverwaltung, welcher zugleich auch die Verwaltung  des Fleckens Warnemünde unterstellt ist, geschieht sehr wenig für die Hebung des Bades als solches  und gar nichts für die Annehmlichkeit und Bequemlichkeit der Gäste. Insbesondere könnte man füglich die Anforderung stellen, daß in einem so frequenten Bade die Badeeinrichtungen besser wären. …“  &lt;br /&gt;
:Seine im Beitrag folgenden Beschreibungen über den praktischen Ablauf des Badelebens und den damit verbundenen Dienstleistungen jener Zeit lassen uns heute an  freies Baden gewöhnte Strandbesucher schmunzeln: &lt;br /&gt;
:„Die Zellen im Damenbade, deren Anzahl in der Hauptsaison nicht im Entferntesten dem Bedürfniß entspricht, sind zum größten Theil völlig dunkel und besitzen mit Ausnahme der wenigen gemauerten, anstatt des Fensters nur eine etwa 1 Fuß (28 cm) große Öffnung in der Rückwand, welche, wie in den Hühnerställen (Legeställen) auf dem Lande mit einem hölzernen Schieber geschlossen wird. &lt;br /&gt;
:Will der Badegast sich nun nicht im Finstern anziehen, was immerhin seine Schwierigkeiten hat, so muß er jenen Schieber öffnen und erhält nun durch diese Öffnung und das gegenüber in gleicher Höhe befindliche Loch in der Thür, dessen einstiger Zweck nicht erfindlich ist, die intensivste Zugluft, die man sich wünschen kann. &lt;br /&gt;
:Die Kleider, welche man an der weißgetünchten Wand der Zelle aufzuhängen hat, zieht man mit Kalk beschmutzt wieder an. :Handgroße Spiegel sind allerdings in den Zellen vorhanden, sie hängen aber entweder zu hoch oder zu niedrig, wenn man von „hängen“ überhaupt  sprechen kann, da sie fest genagelt sind. &lt;br /&gt;
:Im Uebrigen  ist das Glas völlig fleckig und blind, und zeigt dem Hineinschauenden entweder nichts oder ein völlig verzerrtes Antlitz. &lt;br /&gt;
:Eine Wanne zum Abspülen der Füße ist nicht vorhanden, und doch wäre diese um so mehr am Platz, als der auf der Brücke und auf den ins Wasser führenden Treppen befindliche Leinwandläufer stets beschmutzt mit dickem grünem Schlamm. …“ &lt;br /&gt;
:Auch an dem betreuenden Personal der beiden Bäder hat der Kaufmann mancherlei zu kritisieren: &lt;br /&gt;
:„Die Bedienung der Badenden ist ebenso mangelhaft wie die Einrichtung der Zellen. &lt;br /&gt;
:Allerdings umdrängen im Herren- wie im Damenbade eine Menge Menschen den neu hinzugekommenen Badegast und bieten ihre Dienste an. &lt;br /&gt;
:Es beschränken sich aber die Dienstleistungen in der Regel ausschließlich auf das Trocknen und Aufbewahren der Badewäsche. :Das sorgfältigste der Gesundheit und dem Wohlbefinden so notwendige Frottieren der Haut unterbleibt entweder ganz oder es wird von dem Badediener (respective der Badedienerin ) gewissermaßen im Vorübergehen auf dem Badesteg vorgenommen. &lt;br /&gt;
:Die Bedienenden haben in der Regel so vielen Badegästen ihre Dienste verdingt, daß es für sie eine Unmöglichkeit ist, jeden Einzelnen in die Zelle zu begleiten und ihm  dort beim Ankleiden behilflich zu sein. &lt;br /&gt;
:Dies und noch vieles Andere, sind Übelstände, welche jeder Badegast unangenehm empfindet. …“  &lt;br /&gt;
:Alle Kritik an der Situation im „Baderegiment“ von Warnemünde führt Bremer schließlich zu der Forderung: &lt;br /&gt;
:„Von Seiten der Stadt müßte in Bezug auf die Einrichtung der Zellen, der Bedienung der Badegäste etc. , ein festes Reglement aufgestellt werden, dessen Innehaltung zu überwachen  und zu controllieren Sache des Bade-Direktors wäre, der in jedem größeren Seebade für die Sommermonate angestellt ist, und dessen Abwesenheit sich in Warnemünde, auch in Bezug auf das Miethen der Wohnungen, das Arrangement der Vergnügungen etc. von Jahr zu Jahr mehr fühlbar macht.“                                                     :Schon wenige Tage darauf reagiert der Hotelbesitzer C. Hübner, gleichzeitiger Betreiber von Damen- und Herrenbad mit unverhohlener Wut: &lt;br /&gt;
:„Wenn ich beipflichte, daß wenn in unserem Orte für die Dauer der Saison eine Badedirektion existirte, es in vielen Dingen besser stehen würde wie zur Zeit, so ist es doch sehr zu bedauern, daß eine Einrichtung, die nicht besser, einfacher und reinlicher sein kann, wie unsere Badeanstalt, einer Kritik unterworfen wird. &lt;br /&gt;
:Was den Punkt anbetrifft, daß eine Badedirektion fehle, um Fremden betreffend Auskunft zu geben, so findet auch jetzt jedes an die nicht existierende Badedirektion gerichtete Schreiben sofortige Beantwortung und wird ihm gerne Rath ertheilt.“                                                                                                                                                    :Es hatte sich in der Vergangenheit eingebürgert, daß der Postbote Briefschaften, die an die Badedirektion adressiert waren zur Auskunft und Bearbeitung an das Hotel Hübner, eben das größte Haus am Platze gab, wo sie dann bearbeitet wurden. &lt;br /&gt;
:Waren im eigenen Haus keine Unterkünfte frei hatte, leitete man sie dann an die anderen Hoteliers des Ortes weiter. &lt;br /&gt;
:Was verständlicherweise deren Unmut weckte. &lt;br /&gt;
:Hübner führt weiter aus: &lt;br /&gt;
:„…daß Amusements bis jetzt ohne eine Badedirektion stattfanden, so z.B. die Stromfahrten, welche doch nur von Privatpersonen (auf Hübners Rechnung) angeregt wurden und in jeder Weise rege Beteiligung fand.“                                                                                                                               :„Was nun die Einrichtung unserer Badeanstalten betrifft, so fehlt es in denselben durchaus nicht an Luft und Licht, denn jedem , der sich in denselben seiner Kleider entledigen respective sich ankleiden will, ist es gestattet, die Thüre der Zelle offen zu stellen, so oft er entweder des Lichtes oder der Luft entbehrt, doch thun wohl solche, die sich vor einem Luftzuge scheuen besser, wenn sie im Hause bleiben und ein warmes Bad von 30 bis 40 Grad nehmen. …“ &lt;br /&gt;
:Was die angebotenen Dienstleistungen angeht bemerkt Hübner: &lt;br /&gt;
:„…Zum Abtrocknen und Frottiren der Badenden befinden sich in der Badeanstalt 2 kräftige junge Männer, auf jeder Seite einer, die gewiß ihrer Aufgabe gewachsen sind und willig tun, was von ihnen der Badende verlangt.“ &lt;br /&gt;
:Als Resümé schließt der Hotelier an: &lt;br /&gt;
:„Fragen wir uns nun zum Schlusse, zu welchem Preise ist ein Bad in Warnemünde, und zu welchem Preise ist ein Bad in Häringsdorf oder Colberg zu haben: &lt;br /&gt;
:...ein Bad kostet in Warnemünde 20 Pf., in Colberg 40 Pf. Und in Häringsdorf sogar 75 Pf., so gelangen wir zu der Einsicht, daß Warnemünde bei solchen niedrigen Preisen stolz darauf sein kann, eine solche Badeanstalt zu besitzen, und gewiß in dieser Hinsicht den anderen Seebädern ebenbürtig dasteht.“                                 &lt;br /&gt;
:Auch Kaufmann Bruger fühlt sich nun noch zu einer Erwiderung bemüßigt: &lt;br /&gt;
:„Freilich geht es auch ohne Badedirektion, wie  Herr „C.H.“ zu beweisen sich bemüht. &lt;br /&gt;
:Es kommt hier wie überall im Leben nur auf die Ansprüche, die man erhebt, und auf den Platz den man einnehmen und behaupten will. &lt;br /&gt;
:Warnemünde gehört zu den besuchtesten Ostseebädern, es stellt sich mit Recht „Häringsdorf und Colberg“ gleich, da darf es auch bezüglich  seiner Badeeinrichtungen nicht so weit hinter den genannten Bädern zurückstehen, wie dies doch in Wahrheit der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Wem die Bade-Einrichtungen als die „besten“ erscheinen und er sogar „stolz“ darauf ist, dem zeugt dies von einer nachahmungswürdigen Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit, welche leider das die Bäder besuchende, größtentheils wohlhabende Publikum nicht zu besitzen pflegt. &lt;br /&gt;
:Wem es nichts ausmacht bei offener Zellenthür vor zahllosen Zuschauern aus- und anzukleiden, wem die fleckigen blinden Spiegel genügen, wem es nicht unangenehm ist, die mit Sand und Schlamm beschmutzten Füße ohne vorherige Reinigung in dem Badelaken abzutrocknen, wer endlich die Bedienung bei dem Verlassen des Bades nicht entbehrt, der könnte sich füglich auch ganz ohne Zelle behelfen und hätte dabei die Freude, an jedem Bade 20 Pf. Zu sparen. &lt;br /&gt;
:Die Badegäste, vorzugsweise die Damen, sind indessen leider so verwöhnt, daß sie es vorziehen sich bei geschlossener Tür und nicht im Finstern anzuziehen. …und sie haben sogar das Bedürfnis in ihrer Zelle von einer Dienerin abgerieben zu werden. … es ist mir unverständlich, weshalb man solche Mängel nicht rügen soll, weil die Badeanstalt sich in den Händen einer Privatperson befindet. &lt;br /&gt;
:Die letztere würde jedenfalls in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sie hier gründliche Abhülfe schafft. &lt;br /&gt;
:… Wenn de Besitzer der Badeanstalt, an welcher er die genannten Verbesserungen vorgenommen hat, dagegen einen etwas höheren Preis für die Bäder verlangt, so wird das Publikum dies nur billig finden. &lt;br /&gt;
:Wer sich den Luxus einer Badereise gestatten und für eine Wohnung täglich 5 – 12 Mark Miethe zahlen kann, dem wird es wahrlich auf die 20 Pf. nicht ankommen, um welche er vielleicht das tägliche Bad theurer bezahlen muß und Warnemünde wird durch Verbesserung seiner Badeeinrichtungen wesentlich gewinnen.“   &lt;br /&gt;
:Es läßt sich heute nicht mehr aufklären, ob dieser öffentlich ausgetragene Disput mit dazu beigetragen hat, daß drei Jahre darauf auf Initiative und unter Leitung des Rostocker Bürgermeisters Dr. Paschen im Jahre 1888 für Warnemünde eine amtliche Badeverwaltung eingerichtet wurde. &lt;br /&gt;
:Ein Denkanstoß dazu war es gewiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Kurhaus von Gustav Berringer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das im Dessauer Bauhausstil errichtete Kurhaus an der Strandpromenade wurde 1914 begonnen.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges waren die Grundmauern des Gebäudes ca. 2m aus dem Boden gewachsen.&lt;br /&gt;
:Durch Krieg und Inflation unterbrochen fand der Bau seine Fertigstellung erst 14 Jahre später im Jahre 1928.&lt;br /&gt;
:Um den Bau finanzierbar und umsetzbar zu machen übernahm die Hansestadt Rostock im Jahre 1913 die Bauträgerschaft und beauftragte ihren Stadtbaudirektor, den Diplomingenieur Gustav Wilhelm Berringer, mit der Projektierung.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war der Bau an der Promenade bereits 2 Meter gewachsen, bis die Baustelle kriegsbedingt stillgelegt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gustav Wilhelm Berringer&lt;br /&gt;
:Er wurde am 17.Februar 1880 in Rostock geboren und entstammte einer seit Generationen in Rostock ansässigen Bäcker- und Konditorenfamilie.&lt;br /&gt;
:Bis 1905 studierte er Hochbau in München, Dresden und Berlin-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Berringer schuf den Entwurf für die frühere Gewerbeschule in der Parkstraße und wirkte seit 1924 im Verein für Rostocks Altertümer unter anderem als Museumswart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weiterbau ab 1922&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1922/23 begann eine weitere Etappe. Der Kurhausgarten mit dem Musikpavillion, der Wandelhalle und der Lesehalle entstand.&lt;br /&gt;
:1927 standen für die Fertigstellung des Kurhauses 525.000 Mark zur Verfügung&lt;br /&gt;
:Am 24.Mai 1828 fand die festliche Eröffnung des Kurhauses begangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Laufe des zweiten Weltkrieges wurde das Kurhaus in ein Tarnnetz gehüllt.&lt;br /&gt;
:Nach den Bombadements auf Rostock im April 1942 wurden im Keller des Gebäudes Bauteile für die Ernst Heinkel Flugzeugwerke gefertigt.&lt;br /&gt;
:In den oberen Etagen befand sich deren Konstruktionsbüro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Betrieb nach dem zweiten Weltkrieg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach Ende des zweiten Weltkrieges, etwa ab 1950 begann sich im Kurhaus ein breites Veranstaltungsangebot zu entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Hotel Neptun====&lt;br /&gt;
Von 1969 bis 1971 wurde das Hotel vom städtischen Wohnungsbaukombinat und dem schwedischen Unternehmen SIAB errichtet und im Frühjahr 1971 eröffnet. Die Architekten hatten den Bau so geplant, dass alle Zimmer einen Meerblick haben. Neben einem Meerwasserschwimmbad direkt in der 2. Etage des Hotels gab es eine angeschlossene Meerwasserschwimmhalle mit Wellenanlage und die Sky-Bar in der 19. Etage, in der das Dach für den &amp;quot;Tanz unter Sternen&amp;quot; geöffnet werden konnte. Im Keller des Hotels befand sich die erste Diskothek der DDR. Bis 1990 war das &amp;quot;Neptun&amp;quot; Vertragshotel der Handelsorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026 08. Juni  Ostseezeitung von  Ben Brümmer&lt;br /&gt;
:;55 Jahre „Neptun“: Ostalgie hat ihren Preis&lt;br /&gt;
Doppelzimmer im Warnemünder Luxushotel kosten heute 180 Euro mehr als vor zehn Jahren / DDR-Flair inklusive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hotel „Neptun“ in Warnemünde ist eines der berühmtesten Devisenhotels der DDR-Geschichte. In diesem Jahr feiert die Rostocker Luxusherberge ihr 55. Jubiläum – groß, laut und mit viel Tamtam. Am Sonnabend (6. Juni) steht eine Gala mit Menü, Dessertbüfett und Livemusik auf dem Programm. Moderiert wird der Abend von DDR-Unterhaltungsikone Wolfgang „Lippi“ Lippert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zu unserer Jubiläums-Gala wollen wir uns in Schale werfen. Dann glänzen insgesamt 55 Balkone in einem goldenen Gewand“, sagte Generalmanager Guido Zöllick Ende Mai.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung im Jahr 1971 punktet das 64 Meter hohe Fünf-Sterne-Haus mit Luxus und Extravaganz im beliebten Ferienort. Im Laufe der Jahre konnte das Hotel jedoch nicht nur positiv auffallen. Im Volksmund wird das „Neptun“ nämlich auch als „Stasi-Hotel“ bezeichnet. Der Grund: Die Bleibe arbeitete eng mit dem Geheimdienst der DDR und seinen Machenschaften zusammen. In der Nobelherberge, die von 1971 bis 2007 vom Direktor Klaus Wenzel geleitet wurde, sollen vor allem West-Gäste auf ihren Zimmern ausgehorcht und spioniert worden sein. Das Haus wertet die Spitzeleien heute sachlich als Teil der historischen Entwicklung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am kontinuierlichen Erfolg des „Neptuns“ hat das jedoch nichts geändert. Der gewisse DDR-Charme von damals überzeugt die Urlauber bis heute. Die Sky-Bar im obersten Stockwerk, der Wellnessbereich mit Schwimmbad, die hoteleigene Diskothek sowie die legendäre Broiler-Bar sind nach wie vor wahre Gäste-Magneten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Spaß hat seinen Preis. Ein Doppelzimmer in der Etage fünf bis neun wird von Freitag (5. Juni) auf Samstag ab 349 Euro angeboten. Das Hotel arbeitet mit flexiblen Preisen. Die Kosten variieren dabei je nach Nachfrage, Wochenenden, Feiertagen und Ferienzeit. Unter der Woche war das gleiche Zimmer daher noch ab 284 Euro zu haben – ein Unterschied von mindestens 65 Euro. Für Zimmer auf den Etagen zehn bis 18 wäre noch mal ein Aufschlag fällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum vor fünf Jahren war das Doppelzimmer noch ab 194 Euro erhältlich. Vor zehn Jahren mussten zwei Personen mindestens 169 Euro für eine Übernachtung im „Neptun“ zahlen – ein Unterschied von 180 Euro zum heutigen Preis. Das ergibt eine Recherche mit dem Online-Archiv „Wayback Machine“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim „Rügen-Hotel“ in [[Sassnitz auf Rügen|Sassnitz]], einem weiteren beliebten Anlaufpunkt seit DDR-Zeiten, sind flexible Zimmerpreise gängig. Es gilt als Pilotprojekt vor dem Bau des berühmten „Neptuns“. Ein schwedisches Unternehmen hatte das Hotel 1969 fertiggestellt – ebenfalls mit Sky- und Broiler-Bar. Anschließend startete der Bau in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz einer umfassenden Sanierung in den vergangenen drei Jahren ist im „Rügen-Hotel“ weiter der typische DDR-Kult zu erkennen. „In den Fluren hängen überall alte Bauzeichnungen aus den 60er Jahren. Ein Teil des originalen Bartresens aus der alten Sky-Bar steht im Haus. Ein Zeitstrahl im Flur erzählt die Geschichte des Hauses“, meint ein Sprecher des Hotels. Außerdem können Gäste in Vitrinen alte Speisekarten, Stoffmuster, Postkarten und weitere Erinnerungen aus DDR-Zeiten erkunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Hotels, die schon damals beliebte Ferienunterkünfte waren und bis heute mit Ostalgie punkten, sind auch das Selliner „Cliff-Hotel“ auf [[Insel Rügen|Rügen]], das Hotel „John Brinckmann“ in [[Boltenhagen]] sowie das „Strandhotel Fischland“ im Ostseebad [[Nienhagen, Ostseebad|Nienhagen]]. Letzteres wurde 1968 als exklusives Gästehaus für Regierungsmitglieder der DDR und internationale Staatsgäste errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Menge Staats- und Stargäste durfte auch schon das „Neptun“ in Warnemünde begrüßen. Im &#039;&#039;&#039;338-Zimmer&#039;&#039;&#039;-Koloss übernachteten unter anderem schon das niederländische Königspaar Máxima und Willem-Alexander, die Ex-Bundeskanzler Angela Merkel und Helmut Schmidt sowie die Musiker Udo Lindenberg, Roland Kaiser und Fußballer Franz Beckenbauer. Insgesamt waren bislang rund 2,2 Millionen Gäste aus 122 Ländern im Warnemünder Luxushaus zu Gast. In den 55 Jahren wurden dabei fast neun Millionen Übernachtungen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Industriestandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Werften in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem heutigen Gelände der MV Werft, begann nach Kriegsende 1945 die Geschichte der Warnowwerft. Während der unmittelbaren Nachkriegszeit, wurden die vorhandenen Überreste der alten Krögerwerft zum Bau von Fischkuttern für die Besatzungsmacht aus der Sowjetunion genutzt. Die Krögerwerft in Warnemünde war in den Jahren 1939 – 1945 vor allem für den Bau von Flugsicherungsbooten zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den neuen Namen „Warnowwerft“, sowie eine damit verbundene Eigenständigkeit, erhielt die VEB Warnowwerft Warnemünde am 01. August 1948. Die Werft konzentrierte sich in der Folgezeit auf die Reparaturen von Schiffen.&lt;br /&gt;
Ein Umschwung erfuhr die Werft ab 1951, als fortan neben den Reparaturarbeiten, der Neubau von Schiffen dazukam. So wurde unter anderem der Neubau des Segelschulschiffes Wilhelm Pieck abgeschlossen und mit der Produktion von Serienschiffen begonnen. Die Warnowwerft entwickelte sich zu der größten Schiffbauproduktionsstätte der DDR. Die Schiffe wurden in erster Linie für die Handelsflotte der DDR verwendet, aber auch im Ausland erfuhr die Werft einen Aufschwung und lieferte Schiffe an die UdSSR, Jugoslawien, China, Rumänien und in die Tschechoslowakei. Eine besondere Beziehung pflegten die Werfteigner aber auch zu dem unmittelbaren Nachbarn, der Bundesrepublik Deutschland, die die regelmäßig Handelsschiffe ausgeliefert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1959 erfolgte ein Zusammenschluss der Werften der DDR, zur Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Schiffbau. Diese Vereinigung blieb bis 1979 erhalten und entwickelte sich fortan zum Kombinat Schiffbau Rostock. Zwischen 1948 bis 1989 wurden unter anderem Fischkutter, Stückgutfrachter, Schlepper, Schwimmkräne und Containerschiffe gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands, änderten sich auch die Umstände der Werft. Im Zuge der Wirtschaftsreformen während der Wendezeit, wurde am 1. Juni 1990 der VEB Warnowwerft Warnemünde in eine Kapitalgesellschaft überführt und agierte als Warnowwerft Warnemünde GmbH. Im Oktober 1992 erfolgte der Verkauf der Werft an den norwegischen Gesellschafter Kvaerner, der die Werft in den Jahren 1993 – 95 modernisierte. Die Werft operierte bis 2001 unter dem Namen Kvaerner Warnow Werft GmbH. Highlights der Kvaerner Werft stellten beispielsweise der letzte konventionelle Stapellauf am 30. Juni 1995 oder der Bau der Bohrinsel „Stena Don“ 2001 dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von wirtschaftlichen Problemen und damit verbundenen Zusammenschlüssen mehrerer Konzerne, wechselte der Name der Werft in den Folgejahren mehrfach. So entstand 2008 die Aker Yards Ostsee und 2007, nach einer erneuten Umstrukturierung, die Wadan Yards. Den dramatischen Höhepunkt dieser schwierigen Zeit, stellte am 5. Juni 2009 der Insolvenzantrag der deutschen Unternehmensteile der Wadan Yards Group AS dar. Die Werft wurde anschließend vom russischen Investor Witali Jussufow übernommen, der über die durch ihn ins Leben gerufene „Nordic Yards“, die Vermögensgegenstände der deutschen Wadan-Unternehmensteile erwarb. Seit Juli 2016 fungiert die Warnemünder Werft in der Unternehmensgruppe MV Werften und beteiligt sich unter anderem an dem Bau verschiedener Sektionen für Kreuzfahrtschiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kroegerwerft um 1938.jpg|Das Gelände der ehemaligen Krögerwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Werft Kabelkrananlage.JPG|Die Kabelkrananlage der Warnowwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kvaerner Werft.jpg|Nach der Wende: die Kvaerner-Werft&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Fliegerei und Flugzeugbau in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zivile Anfänge der Fliegerei in Warnemünde====&lt;br /&gt;
;1912&lt;br /&gt;
;Der Deutsche Luftflottenverein plant auf dem &amp;quot;Neuen Land&amp;quot; an der Grenze zur Groß-Kleiner Feldmark eine Luftschiffwerft zu errichten. Das Projekt kommt jedoch nicht über die Planungsphase hinaus. &lt;br /&gt;
:(Quelle: AHR KFC SO &amp;quot;Groß-Klein&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Wurde mit dem Bau des Land- und Wasserflugplatzes am Breitling auf der Hohen Düne begonnen.&lt;br /&gt;
:Die militärisch günstige Lage mit dem ruhigen Breitling und der direkten Anbindung an die Ostsee war damals entscheidend für die Auswahl des Platzes.&lt;br /&gt;
Das Gelände wurde zunächst aufgespült und befestigt.&lt;br /&gt;
:Ab 1914 wurden dann Gebäude wie Hangare, Werkstätten u.a. gebaut, eine Marinefliegerstation eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Einige kleine Unternehmen siedelten sich an.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz konnte auch von zivilen Fliegern benutzt werden.&lt;br /&gt;
; [[Der Warnemünder Wasserflugplatz 1914]] (Rostocker Anzeiger Juli 1914)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Seeflieger-Versuchskommando (1914-1917)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1914.jpg|thumb |200px|rechts|Warnemünde Werbung 1914]]&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:August - Die Kaiserlich Deutsche Marine übernimmt den Warnemünder Flugplatz mit dem vorhandenen Bestand unmittelbar nach der Mobilmachung&lt;br /&gt;
:Es wird neues Fluggerät für die Marine erprobt.&lt;br /&gt;
:Deren Eröffnung erfolgte im Rahmen der Austragung des 2. Deutschen Wasserflugzeug-Wettbewerb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ort Gründung der Firma &amp;quot;Luftverkehr Sablatnig&amp;quot; mit dem Konstrukteur Dr. Hans Seehase&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1915&lt;br /&gt;
:Im Dünenwald unmittelbar östlich der Stromfähre werden zwei Unterkunftsbaracken errichtet.&lt;br /&gt;
:Im Laufe des Sommers wird der technische Bereich wesentlich ausgebaut. So entstand u.a. die 72,5m x 26m sowie 16m hohe Halle IV. Ihre Tore hatten jeweils eine Breite von 7,25m und nahmen die Hallenbreite zum Breitling hin ein.&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des Jahres folgen auf der Nehrung , Kasernen, ein Offiziershaus, ein Wirtschaftsgebäude, das Deck-Offizierhaus und die Krankenstation&lt;br /&gt;
:Zur Ostsee hin wurde neben der bereits Vorhandenen eine weitere hölzerne Ablaufbahn für das Zuwasserlassen der Seeflügzeuge angelegt&lt;br /&gt;
:Während des Kriegsverlaufes wuchs die Zahl der Hallen von drei auf zwölf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1917&lt;br /&gt;
:Auf dem aufgefüllten Gelände am Laak-Kanal wird die Firma &amp;quot;Flugzeugbau Friedrichshafen Gmbh&amp;quot; angesiedelt. Sie geht 1925 in den Besitz der Arado-Werke über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am Ende des Krieges  sind auf der Fliegerstation bis zu 1500 Mann und 60 Offiziere stationiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1920&lt;br /&gt;
:Gemäß des Versailler Vertrages erfolgte der Abriß von sechs Hallen und weiterer Gebäude. Zwei Hallen waren bereits im Kriegsverlauf abgebrannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Heinkel-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
[[Presse-Beitrag der NNN vom 1.12.2022 zum Beginn der Heinkelwerke ]] &lt;br /&gt;
;1922, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Gründung der Ernst Heinkel Flugzeugwerke&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Heinkel Werbung um 1930.jpg|thumb|400px|rechts|Warnemünde Heinkel Werbung 1930]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Arado-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[https://www.arado196.de/geschichtliches/arado-flugzeugwerke/ private Internetseite zur Arado-Geschichte  ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Arado Logo 1939.jpg|Warnemünde Arado Logo 1939&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Arado Schuldverschreibung 1942.jpg|Warnemünde Arado Schuldverschreibung 1942&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde und Hohe Düne und deren maritime Militärstandorte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marine in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote.jpg| thumb|500px|rechts|Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die militärische Nutzung der Hohen Düne nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die 4. Flottille====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die 4. Flottille]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost)====&lt;br /&gt;
* [[Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Forschungsstandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ingenieurhochschule für Seefahrt (IHS)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seehydrographischer Dienst der DDR===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Seezeichenwesen in der DDR]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seewetterdienststelle Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Seewetterdienststelle Warnemünde&amp;quot; Vilkner, Hans In: Natur und Heimat (1957), 8, S.244-246]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Institut für Meereskunde/ Institut für Ostseeforschung (IOW)===&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Meereskundlichen Berichten&amp;quot; (Nr. 111 2019) ist unter der Autorenschaft von Dr. Wolfgang Matthäus nachfolgender Aufsatz erschienen.&lt;br /&gt;
Wir danken dem Autor für seine Erlaubnis diesen Beitrag an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen.&lt;br /&gt;
Bitte beachten sie die Wahrung der zu Beginn des Beitrages angegebenen Veröffentlichungs- und Autorenrechte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Medium:Mattheus warnemünde iow.pdf |Die Anfänge der meeresgeologischen und Küstenforschung in Warnemünde (1950 - 1970)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sturmfluten und Küstenschutz in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge des Küstenschutzes in Warnemünde durch Prof. L. Karsten und Forstinspektor Becker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Karstens Schriften zu seinen Versuchen der Dünenbefestigung in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemündes Kampf gegen Flut und Sand===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschaeden Warnemuende 1913 14.jpg|thumb|300px|rechts|Am Tag danach - Begutachtung der Schäden der zum Jahreswechsel 1913/14 gewüteten Sturmflut an der Warnemünder Strandpromenade]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sturmfluten stellten für den kleinen Küstenort Warnemünde in den vergangen Jahrzehnten mehrfach große Gefahren dar. Besonders schwer traf es den Ort in den Jahren 1825, 1872, 1903 und 1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zu Beginn des Jahres 1825 wurde Warnemünde von einer Sturmflut erfasst. die sich über den Bereich der Dünen und der Moorwiesen ihren Weg bahnte. Insgesamt wurden 18 der 150 Häuser komplett zerstört und immerhin 74 zum Teil schwer beschädigt. Das Wasser stieg zu seinem Höhepunkt auf 2,52 Meter über die Normalhöhe und trug gut 80 Prozent der Dünenanlagen ab.&lt;br /&gt;
Am schlimmsten in der jüngeren Geschichte wurde Warnemünde 1872 getroffen, als das Wasser 2,80 Meter über Normal stieg und in Warnemünde sowie Diedrichshagen große Schäden verursachte. Verheerende Folgen hatte die Sturmflut von 1872 auch für die ortsansässige Schifffahrt, die sich im Winterstand befand und durch das Hochwasser auf den Feldern trieb.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1625 - Warnemünde und die Sturmflut am 10. Februar (Auszug aus H.F.Beckers &amp;quot;Chronik der Rostocker Heide&amp;quot; 1839)====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Den 10. Febr. 1625  stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen die bis an die Wolken reichten. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Febr. bei gemäßigterem Sturm fast bis zur derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten; das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung; zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die große Novemberflut 1872 in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflut 1872 Gedenktafel Warnemuende.jpg|thumb|350px|rechts|Gedenktafel für die Sturmflut 1872 in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
:Über die Sturmflut von 1872 erfährt man oft den Nimbus, daß sie die größte Hochwasserkatastrophe gewesen sei, die unsere Ostseeküste hier je gesehen hat. &lt;br /&gt;
:Das ist zwar nicht richtig, führt aber dazu, das dieses Natur-Ereignis bei bodenständigen Küstenbewohnern in den Familien-Erinnerungen bis in unsere Tage fest verankert ist.&lt;br /&gt;
:Die Allerheiligenflut (1. November 1304), mehr als fünfhundert zuvor, und noch weitere, waren den Quellen zufolge  höher und verheerender. &lt;br /&gt;
:Sie liegt für das Erinnerungsvermögen der Menschen zu weit zurück und ist für die Statistiken der Wissenschaft nicht mehr detailliert fassbar.&lt;br /&gt;
:Was nun die Flut vom 12. bis 14. November 1872 so finden sich in den Archiven kaum bildliche Darstellungen der Hochwasserereignisse und ihrer Folgen, dafür aber eine große Vielzahl an Zeitzeugenberichten und die sind oft besonders bildlich in ihrer zeitnahen Beschreibung.&lt;br /&gt;
:Gustav Quade, berühmt geworden durch seine dreibändige „Mecklenburgische Vaterlandskunde“, hat in den Monaten unmittelbar nach der Katastrophe in der Region Rostock und Warnemünde solche Zeitzeugenberichte gesammelt, wo immer er ihrer habhaft werden konnte. &lt;br /&gt;
:Davon möchte ich hier einiges in Auszügen wiedergeben, das uns bis heute berührt:&lt;br /&gt;
:„Am Nachmittag des 12. November stand schon die See auf dem Fahrdamm der Vorderreihe. &lt;br /&gt;
:Einige vorsichtige Warnemünder zogen daher ihre Jollen näher aufs trockene Land und befestigten die Boote an den Bäumen. &lt;br /&gt;
:Allgemein ging man zu Bett, da mit einem Fallen des Wassers auf das bestimmteste gerechnet wurde. &lt;br /&gt;
:In der Nacht wuchs der Sturm zum Orkan. &lt;br /&gt;
:Lotsenkommandeur Jantzen, der die Gefahr von seinem Hause am Strom, hart an der See, aus erkannte, schickte noch in der Nacht die Nachtwächter im Ort herum, um die Einwohner zu wecken.&lt;br /&gt;
:Um 3 Uhr morgens war alles auf den Beinen. Der Sturm raste mit unverminderter Stärke weiter. &lt;br /&gt;
:Die Ziegel fielen haufenweis von den Dachstühlen, ganze Dächer wurden zuweilen abgehoben. &lt;br /&gt;
:Unzählige Veranden und Fensterscheiben gingen in Stücke. &lt;br /&gt;
:Einige Einwohner versuchten noch die Boote in Sicherheit zu bringen. Alles vergeblich. &lt;br /&gt;
:Als es gegen ½ 8 Uhr morgens Tag wurde, waren beide Baken auf den Molenköpfen verschwunden, die Molen standen ganz unter Wasser, die Bismarkpromenade mit der Grotte und die Badeanstalten waren beinahe zerstört.&lt;br /&gt;
:Gegen 8 Uhr morgens durchbrach das Wasser die Dünen westlich vom Ort und vereinigte sich über das Diedrichshäger-Moor und die Laak mit dem Breitling. :Warnemünde lag auf einer Insel, deren Umfang mit dem Steigen des Wassers immer kleiner wurde. &lt;br /&gt;
:Am Rostocker Ende drang bald darauf das Wasser in die Häuser, die Bewohner flüchteten in die neuerbaute Kirche. &lt;br /&gt;
:Unterdessen hatten die Wogen die Gebäude des Bauhofes erreicht, nachdem sie die dahinter liegenden Dünen durchbrochen hatten. &lt;br /&gt;
:Die Familie des dort wohnenden Zimmermeisters schwebte in höchster Lebensgefahr. &lt;br /&gt;
:Der Aufenthalt in den Häusern war unmöglich, die 6 Personen flüchteten auf einen Hausboden. &lt;br /&gt;
:Die Überfahrt in einem Rettungsboot zu wagen, war unmöglich. &lt;br /&gt;
:Der rasend einlaufende Strom hätte das Boot sofort zerschlagen und seine Insassen in höchste Lebensgefahr versetzt. &lt;br /&gt;
:Man brachte daher den Raketenapparat an das Zollamt und der Lotsenkommandeur schoß eine Leine zum Bauhof hinüber. &lt;br /&gt;
:6 kühne Männer mit Namen Baade, Borgwardt, Jungmann, Jürß, Radloff und Schmidt, sprangen in das Boot und ruderten es durch den mit Balken und Schiffstrümmern bedeckten Strom hinüber zum Bauhof und retteten die ganze Familie des Bauhofsaufsehers.&lt;br /&gt;
:Das Wasser stieg immer weiter, von Süden und Westen drang es in den Ort ein.&lt;br /&gt;
:Die Mühlenstraße mit der Mühle, die südliche Hälfte der Anlagen, die Kirche, wo die Flüchtlinge schließlich auf die Bänke steigen mußten und die 4. und 3. Reihe (Anastasia- und Friedrich-Franz-Straße) standen bis in die späten Nachmittagsstunden ganz unter Wasser.&lt;br /&gt;
:… Im Orte selbst blieb nur die Schanze, der Georginenplatz und der nördliche Teil der Anlagen trocken. &lt;br /&gt;
:Auf diesen kleinen Raum drängten sich bis zur einbrechenden Dunkelheit etwa 1600 Menschen zusammen, mit Todesangst im Herzen.&lt;br /&gt;
:Gegen 3 Uhr nachmittags ging der Wind nach Osten und wurde schwächer, das Wasser steigt nicht weiter. Niemand war verunglückt.&lt;br /&gt;
:… Am 14. November konnte man die Verwüstungen erkennen. Die Uferstraße am Strom war mit Holz, Booten, Seesand, Möbeln und Trümmern jeglicher Art bedeckt.&lt;br /&gt;
:Auf der Reede trieben 5 Schiffe mit schweren Havarien, 3 andere hatten die Masten gekappt. &lt;br /&gt;
:Sie wurden von dem alten Dampfer „Stadt Rostock“ in den Hafen geschleppt. &lt;br /&gt;
:… Die Molenspitzen waren spurlos verschwunden. &lt;br /&gt;
:...Das Erdreich an der Schanze war fortgespült und der Strudel hatte eine tiefe Bucht im Durchgang von Hotel Rohn gemacht. &lt;br /&gt;
:... Die Veranden schienen in der Luft zu hängen, und nur den festen Grundmauern des Hauses des Lotsenkommandeurs Jantzen neben dem Greifenbad war es zu danken, daß diese Häuser nicht völlig eingestürzt waren. &lt;br /&gt;
:Die Bismark-Promenade war verschwunden.“&lt;br /&gt;
:Die Küstenschützer bezeichnen diese Sturmflut heute ganz profan als „Bemessungshochwasser“, was bedeutet, das die in den einzelnen Küstenorten unterschiedlichen Wasserstände, wie auch die Spezifik des Vordringens des Meerwassers jenen Jahres als Messlatte für Küstenschutz-bauten und -maßnahmen herangezogen werden. &lt;br /&gt;
:Diese Naturkatastrophe steht aber auch für die seit nun eineinhalb Jahrhunderten anhaltende Messung und statistische Erfassung der Wasserstände und Wetterereignisse der Ostsee an der deutschen Küste als der „Nullpunkt“ und Beginn.&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschutzwand Warnemuende 2020.jpg|thumb|350px|rechts|Die neue Warnemünder Sturmflutschutzwand am Alten Strom südlich der Bahnhofsbrücke im Frühjahr 2020]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903 blieb Warnemünde von der Sturmflut nahezu unberührt, wohingegen es die Rostocker Altstadt und den gesamten Bereich des Stadthafens besonders schlimm traf, was an der Fahrrinne lag. &lt;br /&gt;
:Das Wasser suchte sich seinen Weg entlang des Breitlings und der Warnow und bedrohte fortan insbesondere die Altstadt. &lt;br /&gt;
:Bei der Rostocker Bevölkerung sorgte dies für einige Empörung und stellte die Politik vor Schwierigkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Warnemünde wurde 1913/14 wieder hart von Überflutungen getroffen. &lt;br /&gt;
:So wurde die Promenade über eine Distanz von 300 Metern komplett zerstört und weggespült. &lt;br /&gt;
:Neben der Promenade erfasste das Hochwasser im Januar 1914 einen Großteil der Strandvillen hinter der Promenade und erstreckte sich bis zum Neuen Friedhof.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sturmfluten und Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warnemünde und der Sand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Becker-Spruch, Wind und Sand, Dünenbefestigung , Molensand, Sand tragen, Sand als Exportgut, Ballastsand&lt;br /&gt;
;(TID 2026 ?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Straßen, Wege und Umwege - Von Milchsteg und Kuhbrücke zur Stadtautobahn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Postwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen|Im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten aus Warnemünde|Bedeutende Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgenommen wurden Personen, die in Warnemünde geboren oder verstorben sind, beziehungsweise in einem persönlichen Lebensabschnitt zeitweise in besonderer Beziehung zum Ort standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Der Warnemünder Sven Lorenzen hat die ersten 12 Tafeln auf einer Internetseite dokumentiert: [http://sven-lorenzen.de/tafeln.html Warnemünder Gedenktafeln]. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde|Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Volkskunde==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünder Volkskunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in Warnemünde, Unterwarnow- und Breitling-Gebiet==&lt;br /&gt;
* [[Flurnamen in Warnemünde und Umgebung|Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[ + Arbeitsordner Warnemünde]]  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronistenkontakt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph Wegner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mailto:kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156144</id>
		<title>Chronologie und fortlaufende Ortschronik von Warnemünde</title>
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		<updated>2026-09-13T20:47:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Warnemünde während des ersten Weltkrieges 1914-1918 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Warnemünde&lt;br /&gt;
 | zeit = ab 1160 fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Autoren Christoph Wegner, Wilfried Steinmüller, Ronald Piechulek, Achim Schade&lt;br /&gt;
 | erstellung = seit 2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie und Geschichte von Warnemünde&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}==Der Küstenort Warnemünde chronologisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwendete Quellen-Kürzel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MUB   = Mecklenburgisches Urkundenbuch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LHA  = Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BGR R = Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock; Register zu Band 1 - 20 mit einer &#039;&#039;&#039;Zeittafel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(Das aufgeführte Ereignis findet sich jeweils unter dem angegebenen Datum in der &#039;&#039;&#039;Zeittafel des Registers&#039;&#039;&#039;, dem Kürzel ist die Jahrgangsnummer der oben genannten Beiträge mit Seiten-Angaben hinzugefügt )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC  = Krausesche Fundchronik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HA  = Heidearchiv Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RA  = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und Frühgeschichte===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten (KFC Wmde Mp45 397-381)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mittelalter bis zur Christianisierung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160&lt;br /&gt;
:Der dänische Chronist Saxo Grammaticus beschreibt die Seeschlacht auf dem Gudacra (Breitling) zwischen den Wenden und der dänischen Flotte unter König Waldemar und Bischof Absalon von Roskilde. (BGR R; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2 ; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,17)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===spätes Mittelalter 1200 bis zur Reformation 1517===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] &lt;br /&gt;
:betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige, verzichtet auf seine Rechte an den im Hafen der Rostocker gestrandeten Schiffen, verheißt den freien Verkehr vorbehaltlich des fürstlichen Zolles nicht zu stören, verleiht die Fischereigerechtigkeit für die Unterwarnow und das Stadtrecht für die Markscheide der Rostocker. &lt;br /&gt;
:In dieser Kaufurkunde erfolgt auch &#039;&#039;&#039;Warnemündes Ersterwähnung&#039;&#039;&#039;. Die Stadt Rostock erhält das Strandrecht in &#039;&#039;&#039;ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; am &#039;&#039;&#039;rechten&#039;&#039;&#039; Warnow-Ufer.  &#039;&#039;(also östlich Taterhörn)&#039;&#039; (BGR R &#039;&#039;&#039;3b&#039;&#039;&#039;,6.24 Nr.32; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,1f,6; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,35; &#039;&#039;&#039;14&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
;Das Kürzel (Mgh) am jeweiligen Ereignis, weist darauf hin, das es am zwischen 1252 und 1478 existierenden &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot;&#039;&#039;&#039; an der alten Warnowmündung zwei Kilometer östlich der heutigen Ortslage Warnemünde stattgefunden hat. &lt;br /&gt;
:Das parallel am heutigen Standort Warnemündes gelegene Fischerdorf dagegen wird erstmalig im Jahr 1262 erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1257/58&lt;br /&gt;
:Ältester Beweis für das Vorhandensein Warnemündes durch Erwähnung eines Hauses daselbst. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1262, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte am Hafen Warnemünde. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;17. Dez.&lt;br /&gt;
:die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig Urkunden in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich Borwin III. verleiht den Rostockern das städtische Recht in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; (!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.6) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;) 2 Mark Silber (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278, 21. Dez.&lt;br /&gt;
:Fürst Woldemar verspricht daß bis nach Warnemünde und bis ans Meer hinunter überall in einer Meile Entfernung vom Fluss keine Festung errichtet werden soll. (HA) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Steinen für den &#039;&#039;&#039;Hafenbau&#039;&#039;&#039; in Warnemünde in einer Kämmereirechnung. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1286, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock erwirbt aus fürstlichem Besitz den Pagenwerder. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,21.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch Rötger Horn den &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; (&amp;quot;von der Tonne bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 Ellen &#039;&#039;(12 Fuß, etwa 4 Meter)&#039;&#039; bringen. (MUB Nr.1977 BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XV; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300 April&lt;br /&gt;
:Die mecklenburgischen Fürsten Heinrich I. der Pilger und Heinrich II. der Löwe halten sich im &#039;&#039;&#039;fürstlichen Warnemünde&#039;&#039;&#039; auf. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark belehnt Fürst Nikolaus von Rostock als Schutz gegen die Feinde des Fürsten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1301, 28. Juli&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300-1314&lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Rostocker Warnemünde&#039;&#039;&#039; ist Hauptschauplatz der Kämpfe König Erichs von Dänemark, Markgraf Albrechts von Brandenburg, Fürst Heinrichs von Mecklenburg u.A., gegen die Stadt Rostock. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 2. Mai&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark wiederum in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1307, 1. November&lt;br /&gt;
:(nach anderen Quellen auch &#039;&#039;&#039;1304&#039;&#039;&#039;) Die Allerheiligen-Flut überflutet die gesamte Dünen-Nehrung von Diedrichshagen bis zur Rostocker Heide. Ihr Scheitelwert soll 14 Fuß (ca. 4,6 m) über dem normalen Wasserstand betragen haben.  (BGR R)&lt;br /&gt;
:Als Folge der Flut wird die Warnow-Mündung auf eine Länge von ca. 500 Meter gänzlich verschüttet. Nach der Flut wird der Warnow an anderer Stelle durch den ersten künstlichen Nehrungsdurchstich eine neue Mündung und ein erneuter Hafenzugang geschaffen &#039;&#039;&#039;(das erste Tief)&#039;&#039;&#039;. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1309, 14. Aug.&lt;br /&gt;
:Heinrich der Löwe in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,16; &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,8.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311, nach dem 16. Sept.&lt;br /&gt;
:Der von König Erich zum Hauptmann (capitaneus) des Landes Rostock ernannte Fürst Heinrich der Löwe sperrt den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039;, indem er auf jeder Seite des Stromes einen hölzernen Turm errichtet und zwischen den Türmen eine Brücke erbaut. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311/12&lt;br /&gt;
:Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Rostocker brennen das &#039;&#039;&#039;fürstliche Dorf&#039;&#039;&#039; Warnemünde nieder. &lt;br /&gt;
:bis Mai Die Rostocker bauen einen neuen Turm auf der Ostseite &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; (!!) Stromes aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche und des im Bau befindlichen Petriturmes in Rostock. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,15f. &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XI.XII &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,14f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7ff.11f.56.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 23. Juni&lt;br /&gt;
:König Erik klagt darüber das nicht nur die Kirche, sondern auch der Ort und besonders das Haus, das er für sich und die Markgrafen &#039;&#039;(von Brandenburg)&#039;&#039; gebaut habe, zerstört sei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;30. Juli &lt;br /&gt;
:Belagerung Rostocks und des Turmes in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039;(!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde durch Dänenkönig Erik Menved. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Juli&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Heinrich von Mecklenburg sperrt das Tief unterhalb des Turmes. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;9. September&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Übergabe nach der Belagerung. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;September/Oktober&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Verbündeten bauen den eroberten Turm durch Hinzufügung von 4 kleinen Türmen einer Mauer und eines Grabens zu einer Festung aus und halten sie gemeinsam besetzt (später Dänscheburg/ dän. Danskeborg) (BGR R; KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:In den Beschwerden des dänischen Königs heißt es das diese (Die Rostocker) vor der Übergabe von Warnemünde den Ort und die Kirche verbrannt und das Haus, das der König für sich und den Markgrafen Waldemar von Brandenburg erbaut, niedergebrochen hätten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erich verabredet mit dem Markgrafen Waldemar von Brandenburg, daß die Summe, die sie dafür durch Verhandlung von den Rostockern bekommen würden, daß der vor Warnemünde erbaute Turm wieder abgebrochen und nie wieder aufgebaut werden dürfe, gleichmäßig zwischen ihnen geteilt werden solle. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 15. Dez.&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock unterwirft sich dem König Erich und dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und verspricht u.A. in Warnemünde eine schöne hölzerne Kirche zu bauen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Der Markgraf Waldemar von Brandenburg verkauft seine Hälfte des Warnemünder Turms an den König von Dänemark, der damit in den Besitz des ganzen Turms gelangt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1314, 25. Nov.&lt;br /&gt;
:Tod des Fürsten Nikolaus von Rostock, des letzten Fürsten aus der Rostocker Linie. Das Lehen fällt an den dänischen König zurück (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317 7. Januar&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit Ausnahme des &#039;&#039;&#039;Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R &#039;&#039;&#039;1d&#039;&#039;&#039;,3. &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;25. November&lt;br /&gt;
:Friede von Templin mit dem brandenburgischen Markgrafen Waldemar. Laut Friedensvertrag belehnt Erik von Dänemark Heinrich (II.) von Mecklenburg mit der Herrschaft Rostock, außer Warnemünde und der Dänscheburg. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark stirbt und Fürst Heinrich (II.) besetzt die Dänenburg. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322, 24. September&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich II. von Mecklenburg verkauft das  &amp;quot;Haus und den Turm&amp;quot; an die Stadt zum Abbruch, die eigentlich dem dänischen Vogt Niels Olufsen gehören und durch Heinrich wiederrechtlich besetzt worden war. (MUB 4377, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70.f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Stadt erwirbt von Heinrich II. von Mecklenburg das &#039;&#039;&#039;fürstliche&#039;&#039;&#039; Dorf (villa) Warnemünde mit dem ganzen &#039;&#039;&#039;westlichen&#039;&#039;&#039; Warnowufer (das damals am Taterhörn auf der hohen Düne lag, bis an die Grenze von Diedrichshagen, mit Eigentumsrecht, voller Gerichtsbarkeit, mit Gestattung der Anwendung des Lübischen Rechts, Fischereigerechtigkeit bis in die See hinaus, behält sich aber das Patronatsrecht vor. (KFC) Das heutige, ehemals fürstliche Warnemünde wird &#039;&#039;&#039;damit Rostocker Stadtbesitz&#039;&#039;&#039;. (MUB 4423, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.14)&lt;br /&gt;
:21. Mai - Heinrich II. erkennt zu Nyköbing auf Falster vvon König Christoph an, das &#039;&#039;&#039;erbliche&#039;&#039;&#039; Lehen (vorher nur Pfandlehen) am Land Rostock von der Krone Dänemarks erhalten zu haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7. April&lt;br /&gt;
:In einem Rostocker Stadtbuch findet sich die Notiz, daß Warnemünde freies Eigentum der Stadt sei, die daselbst die volle Gerichtsbarkeit ausübe und ihr die Abgaben und Einnahmen zukämen. Die Warnemünder Renterverhältnisse (?) würde der Rat in Ordnung bringen. Obwohl somit Warnemünde ganz zu Rostock gehörte, finden wir auch in der Folgezeit die Mecklenburgischen Fürsten häufig dort. Auch bleibt es noch längere Zeit der Versammlungsort für die Truppen, die dem Dänenkönig zu Hilfe gesandt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1337&lt;br /&gt;
:Verfestung des Knappen Vicke Valkenhagen, weil er Strandgut bei Warnemünde geraubt, also in das Strandrecht Rostocks eingegriffen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1339, 5. Nov.&lt;br /&gt;
:Anlegung eines eigenen Stadtbuchs für Warnemünde, Kassebohm und Barnstorf.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348, 19. Sept.&lt;br /&gt;
:Erwähnung eines (verstorbenen) Dieners des Warnemünder Vogts und einer von ihm benutzten Wiese. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lucerna&amp;quot; (Laterne) von Warnemünde erwähnt. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1349, 22. Febr. - 1350, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Kämmereirechnung erwähnt den Bau von Befestigungswerken in Warnemünde, die, wie aus der Kämmereirechnung von 1363/64 hervorgeht, zum Schutz der Leuchte dienten. Auch wird der Baum in Warnemünde genannt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1350, 24. Aug. &lt;br /&gt;
:Bruchstück einer Rechnung in dem als Einnahme u.A. 7 Mark de collecta in Warnemünde vorkommen. Daß die Gesamtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes jährlich 7 Mark betrug. (zeigt der Vertrag von 1359, 18.Dec. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1359, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Vertrag des Rostocker Rats mit den Warnemündern (&amp;quot;burgenses in Warnemunde&amp;quot;) über Dienste und Schoß. Die Warnemünder sollen jederzeit unentgeltlich zu den städtischen Bauten in Warnemünde helfen und andere notwendige Dienste leisten. Der Rat sagt ihnen dafür zu, daß die von altersher auf 7 Mark festgesetzte Gesammtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes nicht erhöht werden soll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1381, 22. Febr. bis 1882, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Erste erhaltene Gewettsrechnung, in der die bisher in den Kämmereirechnungen vorkommenden Ausgaben für Warnemünde erscheinen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Blockhaus und &#039;&#039;&#039;Burg&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475, 23. April&lt;br /&gt;
:Kaiser Friedrich III. bewilligt den Meckl. Herzögen einen Zoll zwischen Rostock und Warnemünde, doch verzichtet Herzog Heinrich mit seinen Söhnen &#039;&#039;&#039;1476, am 23. April&#039;&#039;&#039; auf die Erhebung, weil sie den Rechten und Freiheiten der Stadt zuwiderläuft. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen auf eine Tiefe von 6 Ellen bringen und verbreitern. (BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XVf.67f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Während der Domfehde nehmen die Meckl. Herzöge am 24. Juli 1487 den Ort. Am 1. August der &#039;&#039;&#039;befestigte Leuchtturm&#039;&#039;&#039; vom Herzog genommen, Warnemünde und die dortigen Befestigungen zerstört, die Dachziegel als Beute hinweggeführt. (KFC)und(BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,16. &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,36f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1494&lt;br /&gt;
:Erwähnung der Warnemünder Vitte (Fischerlager) in Falsterbo, neben der Rostocker Vitte. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1495, 17. März&lt;br /&gt;
:Die Herzöge nehmen Warnemünde ein, arretieren die Rostocker Schiffe und verbieten Ein- und Ausfuhr. Bau von Befestigungswerken zur Sperrung des Hafens. (KFC und BGR R ) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:10. April&lt;br /&gt;
:Waffenstillstand; die Herzöge verpflichten sich Warnemünde nicht wieder zu befestigen. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:7. Dezember&lt;br /&gt;
:Vergleich zwischen den Herzögen und der Stadt. Die Herzöge behalten sich vor, &#039;&#039;&#039;die Befestigung um den Leuchtturm zu zerstören.&#039;&#039;&#039; Sie betrachten es seitdem als ihr Recht, daß ohne ihre Genehmigung keine Befestigung in Warnemünde angelegt werden darf, geben aber Warnemünde an Rostock zurück. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71f) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1496, 28. Februar&lt;br /&gt;
:Die Herzöge geben der Stadt die Erlaubnis zur Erhebung einer Bieraccise. Als Grund wird u.A. aufgeführt, daß Mittel zur Instandsetzung des Hafens und des Neuen Tiefs gebraucht würden. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1510, 27. Juli/2. August&lt;br /&gt;
:Die Herzöge protestieren gegen den Bau eines Blockhauses, der durch den Krieg mit Dänemark veranlaßt ist. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,72)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:9. August&lt;br /&gt;
:Der Krieg der Städte gegen König Johann von Dänemark hat die Herzöge von Mecklenburg veranlaßt, den Rostockern die Errichtung eines Block- und Korbhauses (Feuerkorb als Leuchtsignal) zu Warnemünde zu gestatten, unter der Bedingung, daß diese Befestigungen nach Beendigung der Fehde wieder abgebrochen werde.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519, &lt;br /&gt;
:Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1522, 27. August&lt;br /&gt;
:Auch als Rostock gemeinsam mit Lübeck Gustav Wasa eine Flotte zu Hülfe sandte wird in Warnemünde ein Korbhaus (Feuerkorb als Leuchtsignal) eingerichtet.  (in 14 Tagen vollendet). (BGR R) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535&lt;br /&gt;
:Neue Verhandlungen mit den Herzögen wegen Errichtung einer Schanze oder eines Korbhauses zum Schutz des Warnemünder Hafens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535, 10. Juni&lt;br /&gt;
:Die Stadt soll sich dem Herzog verpflichten, das Korbhaus, das sie bauen will, nach Beendigung des Krieges der wendischen Städte gegen den Herzog von Holstein wieder zu zerstören. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1560&lt;br /&gt;
:Vogtseid für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Die Dänen unter König Friedrich von Dänemark sperren den Hafen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 21. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus beschweret sich bei den Beamten zu Dobberan, daß die Doberanschen Bäcker ihr Brodt nach Warnemünde brächten und daselbst zum praejudice der hiesigen Bäcker, denen Warnemündern in ihren Häusern feil böte; bitten, solches abzustellen.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 8. August&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus an den auf der Rhede von Warnemünde mit vier Schiffen liegenden dänischen Admiral Jürgen Appelgarde, darin sich Senatus beschweret, daß das dänische Schiffsvolk die Schwäne auf der Warnow schösse.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:gegen Ende des Jahres zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde liegenden Dänischen Blockade-Schiffe. (Becker Kirchspielchronik Röv.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe und trieb sie ans Gestade des Meers. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung, wonach hinfürder kein Warnemünder Schiffahrt treiben soll, ohne besondee Erlaubnis des Gewetts. Diejenigen Warnemünder, die zur Zeit die Schiffahrt betrieben, durften dabei bleiben, mußten aber einen Knecht halten, der während ihrer Abwesenheit die Fischerei und die Wache zu besorgen hatte. (KFC)&lt;br /&gt;
:- ebenso Gewettsordnung, wonach in Warnemünde außer dem Vogt und dem Barbier nicht mehr als 8 Krüge sein sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579&lt;br /&gt;
:Warnemünde brennt bis auf wenige Häuser ab. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1580&lt;br /&gt;
:Festsetzung des Bürgereides für Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erst jetzt beginnt die Zusammenlegung des Fischerortes durch die Ansiedlung des Hafens am heutigen Alten Strom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1582 4. Juli&lt;br /&gt;
:Herstellung des neuen Tiefs (= alter Strom ?) beendet. Der dabei gemachte Versuch das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Steinriff&amp;quot; im Strom&#039;&#039;&#039; zu durchbrechen wurde nur in geringem Maße erreicht. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1583&lt;br /&gt;
:Erneute Sperrung des Warnemünder Hafens durch dänische Kriegsschiffe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586, Juni-Juli&lt;br /&gt;
:Verhandlungen mit Herzog Ulrich, aus denen ersichtlich ist, daß die Landesherrn in Warnemünde ein Absteigequartier besaßen. Es wird die Einrichtung eines Kellers und die vom Herzog gewünschte Verlegung der Küche erwähnt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:&amp;quot;XXV Octobris hatt ein Erbar Rhat nebenst den verordneten Bürgern bey der Accise Kasten beschlossen das sie auf kunftigen dri Jahr zu Warnemünde eine weitere Luchte bauwen lassen wollten&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Ratsprotokoll Bernhard Scharffenbergs 1586-1598 Seite 131“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1593, 7. März&lt;br /&gt;
:Wiederholung der Verordnung wegen der Schiffahrt vom 20. Februar 1577. Wer sich nicht fügen will, soll bis zum nächsten Ostern mit allem seinem Gut nach Rostock ziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603, 29. Sept.&lt;br /&gt;
:Bestallung des Vogtes Peter Lange. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Den Warnemündern wird durch Ratsbeschluß den Warnemündern der Schiffbau verboten (1610 wird Bootsbau gestattet). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 18. Mai&lt;br /&gt;
:Anordnung einer Schonzeit für Vögel und Wild. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1609, 16. Jan.&lt;br /&gt;
:Ratsbeschluß, wonach zu Warnemünde der Wadenzug einem jeden freistehen soll und &amp;quot;niemandt einigen Ordt der fischerey in der Sehe für sein eigenthumb zu vortheidigen gestattet sein soll.&amp;quot; die Weddeherren sollen die Anlegung neuer Wadenzüge begünstigen, da im Vorjahre nur 3 Heringswaden auf 2 Zügen in Betrieb gewesen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1613, 6. Febr.&lt;br /&gt;
:Jochhim Evers in Warnemünde wird der Bootsbau in seinem Hause gestattet. Auch soll er in Notfällen Schiffsreparaturen vornehmen dürfen, wenn keine Rostocker Schiffszimmerleute anwesend sind. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1619, 11./12. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Verlöbnis-, Hochzeits- Kindtaufs- und Feuerordnung für Warnemünde vom 13. Januar wird in Warnemünde in der Vogtei den sämtlichen Warnemündern vorgelesen, resp. von der Kanzel publiciert. Nach der Feuerordnnung sollen die Feuerstallen jährlich besichtigt werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1621, 10. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Bestrafung Fite Kempes zeigt, daß den Warnemündern das Fischen im Strom verboten war. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Febr.&lt;br /&gt;
:war die bekannte schreckliche Überschwemmung zu Rostock und in der Umgegend, davon in dem *[[&amp;quot;Etwas von gelehrten Rostockschen Nachrichten&amp;quot;  4.Jahrg. Nr.898 i.J. 1740]] eine ausführliche Nachricht abgedruckt sich findet.&lt;br /&gt;
:In Warnemünde wurden 74 der 150 Häuser des Ortes zerstört.&lt;br /&gt;
:In hiesiger Gegend soll ein großer Theil der Waldung unter Wasser gestanden haben, ja es soll das Wasser in Niederungen bis Blankenhagen  vorgedrungen seyn. Die Wasserhöhe des Maaßes war 14 Fuß &#039;&#039;(rund 4,60 m)&#039;&#039; über den mittlern Stand gestiegen. Die Meierey auf dem Moorhof (vorh. Moor genannt) stand völlig im Wasser, Pferde und Ochsen ertranken, die Bewohner saßen 3 Tage im Dach auf dem Heu. Zu Warnemünde wurden von 150 dortigen Häusern 18 an der Düne gänzlich weggerissen und 74 stark beschädiget ; viele Schiffe zertrümmert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 15. Februar&lt;br /&gt;
:Warnemünde durch den wallensteinschen Oberst St. Julian besetzt. Bau einer Schanze. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 9. März&lt;br /&gt;
:Warnemünde wird durch dänische Kriegsschiffe blockiert und bombardiert. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1631, Juli/August&#039;&lt;br /&gt;
:Angriff der kaiserlichen und der herzoglichen Truppen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 27. August Eroberung der Schanze durch Herzog Johann Albrecht und Oberst Lohausen. Abzug der Kaiserlichen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 28. August Die Schweden besetzen die Schanze allein. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 30. August Der schwedische Generalkommissar Erik Anderssen richtet im Einverständnis mit den aus der Verbannung zurückgekehrten Herzögen eine Zollstelle in Warnemünde ein. Sie bestand mit Unterbrechungen bis ins 18. Jahrhundert. (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632, 29. Februar&lt;br /&gt;
:Durch Vertrag zwischen Gustav Adolf und den mecklenburgischen Herzögen bleibt der schwedische Zoll in Warnemünde bestehen. Schweden halten die Schanze besetzt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1634, 3. Nov.&lt;br /&gt;
:Die Vernehmung einiger Warnemünder Fischer durch die Gewettsherren beweist, daß man noch damals nach Falsterbo zum Heringsfang zog und daß die Warnemünder verpflichtet waren, ihn mitzumachen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1637, 29. April&lt;br /&gt;
:Ausbesserung der Schwedenschanze (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1638, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Kaiserlichen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1639, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Rostockern demoliert, aber gleich darauf von den Schweden zurückerobert und wieder hergestellt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1646, 1. und 7. März, sowie 1647, 7. Jan.&lt;br /&gt;
:Mandate gegen das Karpfen und Hecht angeln. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1648&lt;br /&gt;
:Westphälischer Friede. Vergebliches Bemühen der Stadt Rostock, den Warnemünder Schwedenzoll zu beseitigen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1660 8. März&lt;br /&gt;
:Im schwedisch-polnischen Krieg Besatzung der Schwedenschanze von kaiserlichen Truppen zur Übergabe gezwungen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 23./24. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze von den Kaiserlichen unter Montecuculi zerstört. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 19. April &lt;br /&gt;
:Die kaiserlichen Truppen ziehen aus Warnemünde ab. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1661 Juni&lt;br /&gt;
:Die Schweden bauen eine neue Schanze auf der Ostseite von Warnemünde beim Zimmerhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1664, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot, daß aus der See kommende Schiffe in Warnemünde liegen bleiben, dort löschen und laden und Zimmern laßen, ohne mit ihren Waaren an die Stadt zu kommen.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665 25. März&lt;br /&gt;
:Die Schweden vertreiben die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665, 23. Sept.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot der Leinenweberei in Warnemünde&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1666, 31. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wiederholung des Mandats vom 12. Febr. 1664 mit Zusatz über die dem Vogt von den Schiffen zu zahlenden Gebühren.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 20. Aug.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder werden an die alte Observanz (1359, 18. Dez.) erinnert, wonach sie jederzeit Fuhren und Hülfe bei den notwendigen Bauten zu leisten haben. Wenn sie sich darin willig zeigen, wird ihnen das Aalstechen auf dem Breitling bis nach Großen Klein (mit gewissen Einschränkungen) sowie das Obstverfahren mit kleinen Böten gestattet, falls sie das Obst in Rostock einkaufen. Auch soll ihnen erlaubt sein, Rostocker Bier und Gartengewächse über die See in einige Klipphäfen zu bringen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 19. Dezember&lt;br /&gt;
:Feststellung, wieviel Bootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 13. April&lt;br /&gt;
:Wiederholung des Verbots der Leinenweberei in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 14. April&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Mandat betreff die Schonzeit für Wild und Vögel&amp;quot; (vgl. 1606, 18. Mai); &amp;quot;Verbot des Brachens (Kalfaterns), Bauens und Klopfens an den Schiffen während Barsche, Brachsen und andere Fische einziehen.&amp;quot;; &amp;quot;Verbot Schweine frei umherlaufen zu lassen&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. Nov.&lt;br /&gt;
:Erneutes Verbot des Fischharkens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. und 20. Nov.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot die Krüge bis in die Nacht offen zu halten.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1672, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot für die Warnemünder, Mehl von fremden Müllern zu kaufen. Das Mehl soll in der Stadt gemahlen und in der Stadt die Accise davon entrichtet sein.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 11. Febr.&lt;br /&gt;
:Auf E.E. Rats Dekret ermahnen die Gewettsherrn den Vogt, auf das Brotbacken beßer Obacht zu geben. Er erklärt, sein Bestes zu tun aber nicht verhindern zu können, wenn die Leute in der Stadt backten. Es soll offenbar in Warnemünde in den dortigen Backstuben gebacken werden. (Vgl. 1679, 29.März) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 29. März&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Fuhren nach Dänemark und andern Orten von den Warnemündern der Reihe nach besorgt werden sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675 16./17. Juli&lt;br /&gt;
:Die neue Schwedenschanze von den Brandenburgern besetzt. Die Gewettsherren ergreifen vom Vogtei-Gebäude wieder Besitz. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676 Januar&lt;br /&gt;
:Warnemünde geht durch Vertrag an die Dänen über; die Schanze im Osten wird geschleift. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676,19. Dec.&lt;br /&gt;
:Feststellung, wievielBoootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1677, 26. Januar&lt;br /&gt;
:E.E.Ratsordnung für Warnemünde; sie enthält mehrere Paragraphen über anständiges Benehmen auf der Vogtei, Bestimmungen über die Nachtwache, das Verbot, Vieh auf die Hegewiesen zu treiben, die Mahnung zur Ordnung beim Lotsen- und Bergungsdienst sowie beim übersetzten von Reisenden nach Dänemark u. A. . (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 7. Januar&lt;br /&gt;
:Festsetzung über Fracht- und Fuhrlohn für Überfahrten nach Dänemark (Gjedser). (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 29. Mai&lt;br /&gt;
:Gewettsdekret, das u.A. einschärft, &amp;quot;das Brod nach altem Herkommen in Warnemünde im Vogteibackhause und nicht in Rostock backen zu laßen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 25. Juni&lt;br /&gt;
:Revision der Gewichte der Warnemünder Händler durch den Gewettsdiener. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1680, 5. Febr.&lt;br /&gt;
:Regelung der Warnemünder Bootfahrt mit Passagieren nach Dänemark und Schonen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:Besichtigung von Warnemünde durch den schwedischen Generalfeldmarschall Graf Königsmarck wegen Wiedereinrichtung des Zolls. Protest der Stadt Rostock. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 5. März&lt;br /&gt;
:Ein schwedisches Kriegsschiff erscheint in Warnemünde, um den Zoll wieder zu erheben. Die Stadt Rostock verweigert die Öffnung des Hafenbaumes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. April&lt;br /&gt;
:Verhandlungen des Gewetts mit dem schwedischen Kapitän und dem Licentmeister. Der Kapitän erklärt, er bleibe solange vor Warnemünde liegen um den Zoll zu erheben, bis dafür andere Vorkehr getroffen sei. Der Licentmeister erklärt, er habe den Zoll in derselben Weise zu erheben wie bis 1671 geschehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 3. Mai&lt;br /&gt;
:Auf die Klagen der Rostocker Fischer, daß der Brachsenfang von Warnemünde sehr gestört würde, weist das Gewett den Vogt an, den Warnemündern das Fischen &amp;quot;Vor der See&amp;quot; und im Strom und die Zimmerei an Schiffen zu untersagen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 12. Januar&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 21. Febr.&lt;br /&gt;
:Verordnung des Gewetts wonach, wer in Warnemünde Bier &amp;quot;einlegen&amp;quot; will, es beim Vogt anmelden und der Stadt die Accise entrichten muß. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;dto.&lt;br /&gt;
:Jürgen Knutsen wird in Warnemünde als Frei-Leinenweber zugelassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 4. Mai&lt;br /&gt;
:Befehl an den Vogt, seiner Instruktion gemäß darauf zu achten, daß die Schiffe den Ballast ein Stück Weges von den Dünen und dem Bollwerk entfernt auswerfen lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Schiffer in Warnemünde, deren Böte mehr als 2 Last Güter fahren können, solche sofort &amp;quot;hinweg thun&amp;quot; oder aber nach Rostock ziehen sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Unter dem Vorsitz des Gewetts vergleichen sich die Warnemünder Fischer und Schiffer mit den Deputierten des Schonenfahrergelags und sämtliche Rostocker Kaufleuten und Seefahrern wegen der beim Aus- und Einbringen von Schiffen und Leichtern durch die Warnemünder zu erhebenden Gebühren. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, Oktober&lt;br /&gt;
:Wird in Warnemünde ein Bürger und Krämer erwähnt, woraus hervorgeht, das damals in unserem Hafenorte nicht bloß Haken (von Höker = Händler, der auf der Straße oder in einer Bude Waren mit geringem Umsatz verkauft, Kleinhändler) sondern mindestens auch ein Krämer geduldet wurde. Die &amp;quot;Freyhakerey&amp;quot;, d.h. der Handel mit allerhand &amp;quot;Hakenwaaren&amp;quot; wie Hering, Butter, Käse, Fischwerk, Talglichten und dergleichen wurde vom Gewett häufig in Warnemünde vergeben und zwar meist auf Lebenszeit nicht nur für de Antragsteller, sondern auch für dessen Frau. Grade über die vielen Höker klagt obiger Krämer, daß sie ihm das Geschäft verderben. Er hat deshalb den Thranverkauf mit aufgenommen. Dies aber wollen die Rostocker Schuster wieder nicht leiden, und so bekommt die Sache zur Entscheidung vor das Gewett. Letzteres entscheidet für den Krämer (Johann Jörcke) und verleiht ihm &amp;quot;die freyheit mit thran zu handelen&amp;quot; da Jörcke einmal &amp;quot;ein fast abgelebter alter Mann&amp;quot;, ferner der Thranhandel in Warnemünde nicht der Schusterrrolle wiederspreche und endlich Warnemünde zwei Meilen von der Stadt entfernt sei, so daß Jörckes Handel mit &amp;quot;Thran wahren&amp;quot; dem Schusteramte nicht schaden könne. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 16. Nov.&lt;br /&gt;
:wird der Wismarsche Barbiergeselle Hinrich Roth &amp;quot;in betracht desselben wohl erlernten und geübten Chirurgiekunst auf Fürbitte seines Stiefvaters,&amp;quot; eines Warnemünder Bürgers, vom Gewett als &amp;quot;Frey Barbier&amp;quot; in Warnemünde zugelassen. (Ein Barbier kommt in Warnemünde schon 1577 vor. 1819 wird später darüber geklagt, daß in Warnemünde kein Chirurg sei.) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1700, vor dem 20. Sept.&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde bei dessen Bekämpfung Rostocker Stadtsoldaten mitgeholfen haben, weshalb ihnen durch Ratsdekret vom 20. September eine Belohnung zugesprochen wird. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1716&lt;br /&gt;
:Peter der Große mit einer Flotte vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1718, 26. Februar&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde durch den 20 Häuser zerstört werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1721&lt;br /&gt;
:4. Juli - Verordnung daß zu Warnemünde, wie auch auf der Stadt und Hospital-Dörfer kein ander als Rostocker Bier verschenkt werden soll. (UA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1729, 21. April&lt;br /&gt;
:E.E. Raths-Verordnung  &amp;quot;Wie es zu Warnemünde mit Ein- und Ausbringung frembder Schiffe und Fahr-Zeuge, im gleichen mit Lösch- und Beladung  der auff der Rhede liegenden, und dann auch mit gestrandeten Schiffen, deren Waaren und Gütern gehalten werden soll.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1735, Mai&lt;br /&gt;
:Während der Wirren unter Karl Leopold und Christian Ludwig ließ letzterer als Kaiserlicher Kommissar Warnemünde von Schwarzburger Kommissionstruppen besetzen, mußte dieselben aber auf Beschwerde der Stadt wegen Verletzung ihres Garnisonsrechtes wieder zurückziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1740&lt;br /&gt;
:ging der Schwedenzoll zu Warnemünde in den Pfandbesitz des Herzogs Carl Leopold über.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1755&lt;br /&gt;
:Vermessung Warnemündes und Aufstellung eines Feldregisters durch den &#039;&#039;&#039;Stadtkassen Sekretär Tarnow&#039;&#039;&#039;. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1756, 27. Januar&lt;br /&gt;
:Gewettsverordnung : Fremde Schiffe müssen während der Winterlage in Warnemünde vom Bollwerk abbleiben. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767&lt;br /&gt;
:Durchbruch der See auf der Ostseite.&#039;&#039;(Hohe Düne)&#039;&#039; (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1769, 27. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Bürgerschaft erhält vom Rat die Erlaubnis, eine neue Schule einzurichten, da der Küster im Rechnen und Schreiben nicht gehörig unterrichten kann.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1779, 18. Febr.&lt;br /&gt;
:Gesuch der Warnemünder, die neu zu erbauenden Häuser nicht zwischen Vorder- und Hinterreihe setzen zulassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1781, 25. Mai&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E.Raths der Stadt Rostock Lotsen-Ordnung für den Hafen Warnemünde.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1782, 17. Juli&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung wegen des von den kleinen Schiffen zu erlegenden Lotsengeldes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784&lt;br /&gt;
:Vorschlag des Warnemünders Joh.Lange zwischen der Vorderreihe und dem Bollwerk eine Reihe von Querhäusern errichten zu lassen, da sich sonst keine geeigneten Bauplätze fänden. - Abschlägiger Bescheid trotz mehrfacher Wiederholung. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, seit 19. Januar&lt;br /&gt;
:Verbote, die neu zu erbauenden Häuser in Warnemünde mit Stroh zu decken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, 6. Okt.&lt;br /&gt;
:Verordnung, daß die fremden Schiffe nur in Rostock Winterlager halten dürfen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1785, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Verordnung daß die Warnemünder nicht mit eigenen Schiffen Schiffahrt treiben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796, 15.Jan.&lt;br /&gt;
:E.E.Rat schlägt der Bürgerschaft die Anstellung eines Dünenwächters zur Bewachung der Warnemünder Dünen vor. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1797, seit&lt;br /&gt;
:wurden besonders auf den Rat des Prof. Dr. Franz Christian Lorenz Karsten, Anpflanzungsversuche auf den Dünen zwischen Warnemünde und Diedrichshagen gemacht. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, Ende April, Anfang Mai&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker schickt seine Waldarbeiter aus der Rostocker Heide nach Warnemünde um 4000 Akazien (&amp;quot;Scheinakazien&amp;quot;= Robinien) sowie eine ungezählte Anzahl an Weiden und Pappeln zu pflanzen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 24. Juli&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Instruktion für den Dünenwärter&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1800&lt;br /&gt;
: Johann Christian Friedrich Wundemann erwähnt Warnemünde in dem 1800 erschienenen 1.Teil seines Buches &amp;quot;Mecklenburg in Hinsicht auf Kultur, Kunst und Geschmack&amp;quot; nur als Ausflugsort der Rostocker, ohne des Seebades zu gedenken. Warnemünde wurde demnach damals noch nicht als Badeort benutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Auszug daraus]]  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801&lt;br /&gt;
:lag die englische Flotte unter Admiral Nelson während des dänischen Feldzuges und dem Kopenhagen-Bombardement zur Verproviantierung vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802&lt;br /&gt;
:Verhandlungen über die Bebauung des Ostufers, weil es auf dem Westufer an Bauplätzen mangele. - Der Rat beschließt laut Decret vom 3. November 1802, die Sache vorläufig auf sich beruhen zu lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802, 30. Nov.&lt;br /&gt;
:Der Rat erläßt eine revidierte Lotsenordnung für den Hafen Warnemünde nebst Erläuterungen dazu. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1803, 26. Juni&lt;br /&gt;
:Schweden verzichtet endgültig auf den Warnemünder Zoll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804, 28. März&lt;br /&gt;
:Verordnung wegen des von den Schiffern zu entrichtenden Ballast- und Baggergeldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 2. Januar&lt;br /&gt;
:Ratsordnung betr. des Ballastgeldes für Warnemünde und die Rhede.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 21. November/19. Dezember&lt;br /&gt;
:Einführung der Kontinentalsperre, Sperrung der mecklenburgischen Häfen. (Warnemünde ist dann abwechselnd bis 1812 von französischen und mecklenburgischen Truppen besetzt, um die Sperre durchzuführen.) (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1809, 25. Mai&lt;br /&gt;
:Alle in Warnemünde befindlichen Schiffe werden durch das Schillsche Corps beschlagnahmt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;26. Mai&lt;br /&gt;
:Holländische Truppen als Verfolger der Schillschen Truppen in Warnemünde. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1810, 4. Juni&lt;br /&gt;
:schoß die auf der Rhede liegende engl. Fregatte Fishguard einen 16Pfünder auf Warnemünde ab, da der franz. Kaper Turet dort ein beschlagnahmtes Schiff mit engl. Waren eingeschleppt hatte. Die Kugel durchdrang das Kirchendach und fiel im Garten eines Hauses am südl. Ende der Hinterreihe zu Boden. &lt;br /&gt;
:Sie hat ein Kaliber von ca. 10cm und wiegt 17kg. Sie befindet sich im Warnemünder  Museum. (KFC Wmde I p26)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1811, 5. April&lt;br /&gt;
:ordnet der Marschall Eckmühl den Bau von zwei Batterien bei Wismar und in Warnemünde an, die nach Art von Redouten in der Mitte ein Blockhaus, ringsherum Gräben erhalten sollten.(BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1812, 2. März&lt;br /&gt;
:Die Batterien in Warnemünde von den französischen Truppen den mecklenburgischen Truppen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- Juli&lt;br /&gt;
:Für das französische Militär muß eine Warmbadeanstalt errichtet werden. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813, 23. März&lt;br /&gt;
:Aufhebung der Kontinentalsperre; Öffnung der Häfen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- August&lt;br /&gt;
:Die englische Flotte auf der Warnemünder Reede. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 26. August&lt;br /&gt;
:die Engländer zerstören und sprengen Blockhaus und Redoute. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
;1817&lt;br /&gt;
:Das Warnemünde von den Einheimischen bereits als Seebad benutzt ward, ergiebt sich aus den Erinnerungen des Forstinspectors Becker. Dieser schreibt 1817: &amp;quot;Im Junius hielten wir uns vier Wochen zu Warnemünde auf und badeten.&amp;quot; (das Baden in der Ostsee betrieb Becker bereits nachweislich spätestens ab 1798, als er dazu Baderegeln veröffentlichte. Ob er da bereits in Warnemünde weilt ist bislang offen.)(BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:War Warnemünde nach einem Aufsatze des Prof. G.H. Masius ohne alle ärztliche und wundärztliche Hilfe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 24. Mai&lt;br /&gt;
:Verordnung Betreffs die Anmeldung der Fremden, auch diejenigen, die als Badegäste kommen. - Es waren in Warnemünde in diesem Jahre schon über 100 Badegäste (Formey, &amp;quot;Die Seebäder und Heilquellen zu Doberan und Warnemünde im Sommer 1822&amp;quot; in Hufelands &amp;quot;Journal der praktischen Arzneykunde&amp;quot; Bd.55, Stück 4.) Über die Badeeinrichtung heißt es ebenda: &amp;quot;Weder Badewagen, noch irgend eine zur Bequemlichkeit der Badenden  gereichende Vorkehrung ist vorhanden. Jeder Badelustige eilt in den Fluten des offenen Meeres um Erquickung oder Heilung zu finden. Der Ort ist ein Eigenthum der Stadt Rostock, dessen Magistrat, um alle Rivalität mit dem fürstlichen Doberan zu vermeiden, jede dahin lockende Einrichtung absichtlich unterläßt. Dessen ohngeachtet nimmt die Frequenz der Badegäste mit einem jeden Jahre zu.&amp;quot; &amp;quot;Dieser Badeort ziehet durch seine Lieblichkeit und die Ruhe, die dort herrscht, alle diejenigen hin, welche entfernt vom prachtvollen Geräusche Doberans die Seebäder im Genusse der schönen Natur gebrauchen wollen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:Erscheint zu Ehren von Prof. F.C.L. Karsten ein Kupferstich mit Rostocker Landschaftsbildern, auf dem auch der Entwicklungsstand der 1799 in Warnemünde gepflanzten Robinien-Bestände dargestellt ist. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825&lt;br /&gt;
:Stiftung des Gewettssekretärs Karsten für Wittwen und Waisen verunglückter Warnemünder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1827, 14. Juni&lt;br /&gt;
:Besuch des Großherzogs Friedrich-Franz I. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1828&lt;br /&gt;
:Errichtung eines Damenbades &amp;quot;aus zwei geräumigen Badehäuschen bestehend&amp;quot; auf den sogenannten Kisten an der Ostseite edes Hafens, und zwar als Privatunternehmen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1830-1850&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1830 bis Anfang 1850 wurden die Dünen in Warnemünde geebnet, die Täler ausgefüllt, wuchsen ganz neue Häuserreihen zweistöckig, &amp;quot;modern&amp;quot;, empor, und wurden die neuen Gasthäuser, der Pavillion, das Gesellschaftshaus und Hübners-Hotel, angelegt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 23. Febr.&lt;br /&gt;
:weist das Gewett in einem Bericht noch auf das Fehlen ärztlicher Hilfe hin. - Seit ca. 1831 war dann Friedrich Wilhelm Schütz praktischer Wundarzt und Geburtshelfer daselbst. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833&lt;br /&gt;
:wird die Dünen-Pflege durch das Bauamt übernommen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1834, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Dampfschiffahrt zwischen Rostock und Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten. &lt;br /&gt;
:Die Zahl der Badegäste steigt infolgedessen in diesem Jahre schon auf über 1000 Personen.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835, 22. April&lt;br /&gt;
:Der Rat publiziert eine neue Lotsenordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835&lt;br /&gt;
:Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837, 8. Oktober&lt;br /&gt;
:Durchstich des Pagenwerders vom Breitling zum Warnemünder Strom vollendet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1843&lt;br /&gt;
:In den letzten Jahren waren durchschnittlich 1400 Badegäste in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1853, 14. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E. Raths der Stadt Rostock Hafen-Ordnung&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1857, 15. April&lt;br /&gt;
:[https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Datei:Wmde_Schiffsungl%C3%BCck_Laager_Anzeiger_April_1857.jpg Schiffsunglück auf der Warnow]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1859, seit&lt;br /&gt;
:besteht die Chaussee-Verbindung Rostocks mit Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1860&lt;br /&gt;
:Der Jurist Moritz Wiggers veröffentlicht seine Verteidigungsschrift [https://books.google.de/books?id=XyFWAAAAcAAJ&amp;amp;dq=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;f=false|&#039;&#039;&amp;quot;Nothwendigkeit einer gründlichen Reform der wirtschaftlichen Zustände in dem Hafenorte Warnemünde - Eine Verteidigung der Rechte der Warnemünder Bürgerschaft vom geschichtlichen, staatsrechtlichen und volkswirtschaftlichen Standpunkte&amp;quot;&#039;&#039;] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863&lt;br /&gt;
:Warnemünde erhält eine Telegraphenstation. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1865&lt;br /&gt;
:Einführung der Straßenbeleuchtung in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866&lt;br /&gt;
:Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels &amp;quot;Neptun&amp;quot;). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866-1871&lt;br /&gt;
:Bau der neuen Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stationiert in Warnemünde 2 Rettungsboote nebst Raketenapparat. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867, seit&lt;br /&gt;
:Wird wegen der Erbauung eines neuen Leuchtturmes verhandelt und die Platzfrage erwogen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1870/71&lt;br /&gt;
:Während des Deutsch-Französischen Krieges wird der Warnemünder Hafen zeitweilig von einer französischen Panzerschiffs-Flotte blockiert.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, 12./13. November&lt;br /&gt;
:Große Sturmflut, die viel Schaden anrichtet, u.a. Zerstörung aller Bäder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1873&lt;br /&gt;
:Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1874&lt;br /&gt;
:Abbruch der alten Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1875&lt;br /&gt;
:Beim Kaisermanöver war Flottenparade vor Kaiser Wilhelm I. auf der Warnemünder Reede. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1876&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte Kirchhof am Strande&amp;quot; wird geschlossen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1886&lt;br /&gt;
:[[Warnemünde erhält Straßennamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:Eröffnung des neuen Hafenbassins beim Bahnhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903&lt;br /&gt;
:Das alte Tief (ostwärts bei der Hohen-Düne) wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907&lt;br /&gt;
:Der alte Friedhof wird eingeebnet und in eine Parkanlage verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910, Januar&lt;br /&gt;
:Baubeginn der Strandbahn auf der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1918, 5. November&lt;br /&gt;
:Torpedoboote der aufständischen Kieler Schul-Halbflottille laufen unter roter Flagge in den Warnemünder Hafen ein. Deren Obermaate berufen in den Warnemünder Marineeinrichtungen Versammlungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6. November&lt;br /&gt;
:Auf die Kieler Initiative hin gründet sich ein Soldatenrat, die Matrosen der Flugzeugstation, der Vorpostenhalbflottille &amp;quot;West&amp;quot; und der 7. Halbflottille weigern sich in See zu gehen und noch länger Dienst zu tun. (RA 8.11.1918)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht neben dem Warnemünder Leuchtturm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erster alliierter Bombenangriff auf Warnemünde. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, April&lt;br /&gt;
:Bombardement auf Rostock und Warnemünde. Brände, Zerstörung und Verwüstung am Güterbahnhof, Hotel Reichshof und den Arado- sowie Heinkel-Flugzeugwerken. Eine Brandbombe trifft die Kirche und es kommt zu Brandschäden am Kircheninventar. Im Ergebnis werden der Christophorus und der Danziger Flügelaltar nach Hanstorf ausgelagert. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 8./9. Mai&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 7./8. September&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 23. Juli&lt;br /&gt;
:Die US-Airforce bombardiert Warnemünde zum wiederholten Male (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 29. Juli&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1944, 9. April&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 22. April&lt;br /&gt;
:Die beiden letzten Maschinen der Lufthansa, zwei JU-52 starteten aus dem eingekesselten Berlin schon unter Beschuss durch sowjetische Truppen. Dort unmittelbar vor der Eroberung des Rollfeldes gestartet erreichen sie Warnemünde. Sie konnten noch sicher und heil auf dem Fliegerhorst landen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Ein Feuer zerstört den (alten) &amp;quot;Teepott&amp;quot; (Teepavillon)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heinkel Betriebsgelände auf der Hohen Düne um 1927.jpg|Das Heinkel-Betriebsgelände um 1927 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde US Airforce 23.7.1943.jpg|US-Airforce Aufklärung des Bombardements vom 23.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:US Luftbild 27 B17 Warnemünde Angriff 29 7 1943 95th 100th BG a.JPG|US-Airforce 27 amerikanische B-17 Bomber im Anflug auf Warnemünde beim Bombardement vom 29.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1947, 13. Mai&lt;br /&gt;
:Der ausgelagerte Altar und die Christophorus-Plastik werden vom Auslagerungsort Hanstorf geholt und wieder in die Kirche gebracht. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968&lt;br /&gt;
:Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten. Maßgeblich unter der Leitung von Architekt Ulrich Müther und Stadtplaner Erich Kaufmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde seit der Wiedervereinigung===&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018, 22. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Umbau des Warnemünder Bahnhofs wird begonnen (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2019, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Die RoRo-Fähre der Reederei Transfennica gerät beim Einlaufen in der Hafeneinfahrt auf Grund und legt sich quer zwischen Ost- und Westmole, so das der gesammte Schiffsverkehr unterbrochen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2023/2024===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 1.September&lt;br /&gt;
:Im Rahmen des planmäßigen Aufbaus des Marine-Arsenals am ehemaligen MV-Werften-Standort wird die ehemalige Fregatte &amp;quot;Köln&amp;quot; im Trockendock saniert, zudem das Taucherschulboot &amp;quot;Baltrum&amp;quot;, das Wohnboot &amp;quot;Knurrhahn&amp;quot; und das Ex-Minenjagdboot &amp;quot;Auerbach&amp;quot;. Etwa 450 Mitarbeiter sind derzeit beschäftigt.&lt;br /&gt;
:Zudem laufen Verhandlungen, dass das belgische Unternehmen &amp;quot;Smulders&amp;quot; auf einem Teil des Werftgeländes, dass das Bundesverteidigungsministerium für das Marinearsenal gekauft hatte, Plattformen für die Offshore-Windbranche gebaut werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 4. September&lt;br /&gt;
:Der traditionsreiche Warnemünder Fischkutter &amp;quot;Chemnitz&amp;quot; wird wegen mangelnder Seetüchtigkeit von einem Schlepper in die Werft Rammin nach Barth begleitet. Zeitpunkt für Rückkehr nach Sanierung ungewiss. In den letzten Jahren wurden bereits die Kutter &amp;quot;Ueckermünde&amp;quot;, &amp;quot;Hanno Günther&amp;quot;, Zufriedenheit&amp;quot;, &amp;quot;Barth&amp;quot; und &amp;quot;Doberan&amp;quot; verschrottet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. September&lt;br /&gt;
:Mit einem Fest wird das 120-jährige Brückenjubiläum gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 16. September&lt;br /&gt;
:Am Riesenrad auf der Warnemünder Mittelmole wird das Oktoberfest mit dem traditionellen Fassanstich eingeläutet. Die Bayrischen Wochen dauern hier noch bis zum 8. Oktober.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 22. September&lt;br /&gt;
:Bei einem Besuch im Marinearsenal Warnemünde gab Verteidigungsminister Bois Pistorius &amp;quot;grünes Licht&amp;quot; für die Ansiedlung des belgischen Stahlbauunternehmens Smulders für den Bau von Konverterplattformen in direkter Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 26. September&lt;br /&gt;
:Der Stelzenbagger &amp;quot;Nicolaj SAJ&amp;quot; beendet die mehrwöchigen Ausbaggerungsarbeiten im Bereich der Warnemünder Westmole. Aus der sog. &amp;quot;Sandfalle&amp;quot; wurden ca. 45.000 m³ Sand ausgehoben. Diese hält die durch die Küstenströmung mitgeführten Sedimente zurück um eine Versandung des Fahrwassers zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Vom 29.09. bis 3.10. finden bereits zum elften Mal die &amp;quot;Stephan-Jantzen-Tage&amp;quot; in Warnemünde statt. Organisatoren der Veranstaltungen zu Ehren des legendären Warnemünder Seenotretters sind Andreas (Doc) Buhse und Knut Linke von der Agentur Kulturmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Auf der Hohen Düne übergibt Fregattenkapitänin Bianca Seifert am 29.09.23 nach gut 22 Monaten das Kommando über die Besatzung der Korvette &amp;quot;Bravo&amp;quot; an den 34-jährigen Korvettenkapitän Benjamin Bachmann ab. Bianca Seifert war die erste Kommandantin einer Korvette der Deutschen Marine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 30. September&lt;br /&gt;
:8. Ehrenamtsball der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und des Landkreises Rostock für Ehrenamtliche im Bereich der Behindertenhilfe, chronischen Erkrankungen und Selbsthilfe im Kurhaus Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Saisonende für die Rettungsschwimmer*innen und ihre wichtige eherenamtliche Arbeit an den Rostocker Stränden. In diesem Jahr gab es 328 Einsätze, davon 52 im Rettungsdienst. 21 Mal mussten Menschen aus der Ostsee gerettet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn der Sanierungsarbeiten des Liegeplatzes (LP 23) des Seenotrettungskreuzers der DGzRS am Westufer des Alten Stromes. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2024 geplant und soll ca. 1,1 Mio € betragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 3. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Verein &amp;quot;Tiere in Not Warnemünde&amp;quot; begeht sein 30. Jubiläum, den Barbara Linkis (84) seinerzeit gründete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Oktober&lt;br /&gt;
:1. Rostocker Blaulichttag am 7. Oktober in Warnemünde&lt;br /&gt;
:Um über die Tätigkeiten der Blaulichtorganisationen in Rostock zu informieren, findet erstmals diese Veranstaltung auf der Promenade, dem Leuchtturmvorplatz in Warnemünde sowie am Hauptturm der Wasserwacht, Höhe Hotel Neptun, statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 70.000. Besucher auf dem Warnemünder Leuchtturm wird der 14-jährige Dresdner Robert Klaus durch die Schatzmeisterin Ingelore Morenz und Andreas Herpoldt vom Leuchtturmverein begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 13. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 10.000. Gast des Jahres wird der Magdeburger Karl Geßler (80) willkommen geheißen. Er weilte mit seiner Frau Doris und Freunden zu einem Urlaub in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 14. Oktober&lt;br /&gt;
:In Warnemünde findet das 25. Kutterpullen statt. Bereits zum 2. Mal findet es am südlichen Ende des Alten Stromes statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein feiert im Kurhaus gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt den 125. Geburtstag des Warnemünder Leuchtturmes.&lt;br /&gt;
:Die Verleger Matthias Redieck und Achim Schade editieren dazu eine Sonderausgabe des Tidingsbringers &amp;quot;30 aus 125&amp;quot;  30 Geschichten aus 125 Jahren.&lt;br /&gt;
:Bis zum Jubiläum hatte der Leuchtturm über das Jahr 70 000 Besucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 20. und 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Eine schwere Strumflut wütet an der westlichen Ostseeküste. Auch Rostock trifft Starkregen. Der Wasserstand der Warnow am Mühlendamm zeigt beispielsweise ein Plus von 1,52 Metern über Null. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Pflanzaktion in der Rostocker Heide: Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück nimmt als Schirmherrin daran teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:Baustart für die langerwartete Umgestaltung des Warnemünder Georginenplatzes. Das Grünamt will im Zuge dieser Maßnahme die Versiegelung des Platzes mit Betonplatten und -mauern aufheben. Stattdessen soll ein geschwungener, naturverträglicher, wassergebundener Weg entstehen, sowie Schmuckbeete mit Dahlien (früher Georginen) angelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:Wegen dringender Wartungs- und Reparaturarbeiten muss die 120 Jahre alte historische Drehbrücke über den Alten Strom eine knappe Stunde gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. Oktober&lt;br /&gt;
:Vom 27.10. bis 04.12.2023 ist der Zugverkehr zwischen Rostock und Warnemünde unterbrochen und wird durch Schienenersatzverkehr (SEV) sichergestellt. Grund sind Gleisarbeiten zur Modernisierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur. Die Fahrzeit des SEV beträgt 50 statt 21 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Mit dem Anlegen der AidaMar geht die Kreuzfahrtsaison 2023 in Warnemünde zu Ende. In dieser Saison gingen lauf Rostock-Port 411.000 Kreuzfahrtgäste bei 133 Schiffsanläufen mit 30 Kreuzfahrtschiffen an und von Bord. Dies waren 6 Anläufe weniger als 2022 aber 40% mehr Kreuzfahrtgäste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Oktober&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Rostocker Eisbademeisters&amp;quot; starten am Warnemünder Strand in ihre neue Badesaison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn des Abrisses des ehemaligen Ärztehauses Wachtlerstraße 11. Durch die Wiro soll auf diesem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit 9 Mietwohnungen zwischen 80-125 m² errichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Heinz Plautz, Gründungsmitglied des Leuchtturmvereins tritt nach 30 Jahren aktiver Vereinsarbeit und einem Alter von 87 Jahren vom aktiven Dienst am Leuchtturm zurück, bleibt aber dem Verein weiter erhalten. Mit seinem zeichnerischen Talent hat er von allen seinen Kollegen eine Portraitzeichnung angefertigt, wie auch von dem verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Klaus Möller und dem amtierenden Vorsitzenden Mathias Stagat. Mehr als 100 großformatige Banner hat er für die beliebten Leuchtturm-Hochzeiten gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. November&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park Warnemünde findet eine Gedenkstunde für die auf See Gebliebenen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. November&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder und ehem. Fischer Karl-Heinz Ruschau (90) und seine Frau Erna (91) begehen nach einem ereignisreichen Leben ihre Gnaden- bzw. Platinhochzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 28.November&lt;br /&gt;
:Der 28.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 2. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 2. Dezember&lt;br /&gt;
:Am 2. Dezember um 12 Uhr öffnet der bisher größte Weihnachtsmarkt auf dem Warnemünder Kirchenplatz vor der Kirche. Der mittlerweile 14. Weihnachtsmarkt, organisiert durch den Handels- und Gewerbeverein Warnemünde, wird statt 11 nun 16 Stände haben. Außer montags und dienstags wird er bis zum 01. Januar 2024 geöffnet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 5. Dezember&lt;br /&gt;
:Nach 37 Jahren, 490 Ausstellungen mit 750 Künstlern schließt die Galerie Möller am Strom 68 für immer. Galeristin Ulrike Sabine Möller und ihr Mann Peter gehen in den wohlverdienten Ruhestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Dezember&lt;br /&gt;
:Zwischen dem 7. und 21. Dezember findet der traditionelle Weihnachtsbaumverkauf in der Rostocker Heide, an der Alten Forstbaumschule in Rostock-Hinrichshagen, statt. Jedes Jahr werden bis zu 1800 Bäume verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 8. Dezember&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Traditionsfirma &amp;quot;Meißner Elektronic&amp;quot; in der Mühlenstraße 12 feiert 75. Geschäftsjubiläum. Axel Meißner eröffnete die Firma für den Verkauf und Reparatur von Radiogeräten in der Poststraße 17. &lt;br /&gt;
:1954 hielten Fernsehgeräte Einzug ins Sortiment. Sohn Wilhelm Meißner führte das Geschäft bis 2022. Enkel Sven machte 1993 seine Prüfung zum Funkmechanikermeister. Seit Anfang der 1990er Jahre befindet sich das Geschäft an der heutigen Adresse. Seit 2022 ist Peter Jakel Geschäftsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 12. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein spendet aus den Einnahmen der bisherigen Turmbesuche insgesamt 9 000 Euro an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.&lt;br /&gt;
:Das Geld fließt in den Neubau eines Schuppens, der vor dem Seenotkreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; liegen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Bahnhof ist Spitzenreiter im Fahrgäste-Ranking der besten Bahnhöfe Deutschlands.&lt;br /&gt;
:Laut einer Analyse gehört der Warnemünder Bahnhof zu den beliebtesten in ganz Deutschland, zusammen mit den Stationen Brandenburger Tor und Mexikoplatz Berlin, Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und Landungsbrücken in Hamburg erhielt der Bahnhof 144 561 Bewertungen und damit 4,6 von 5 möglichen Sternen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Dezember&lt;br /&gt;
:Die älteste Warnemünderin und Rostockerin Gertrud Blohm ist friedlich in ihrem Warnemünder Zuhause eingeschlafen. Am 7.September feierte sie in ihrer Warnemünder Wohnung, in der sie bis zu ihrem Lebensende wohnte, ihren 111. Geburtstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. als Betreiberverein hat sein gestecktes Ziel von jährlich 10.000 Besuchern wieder erreicht und konnte im Heimatmuseum bis Jahresende 12.193 Besucher begrüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Jahresende&lt;br /&gt;
:Die 1910 eröffnete traditionsreiche Gaststätte &amp;quot;Forsthaus Markgrafenheide&amp;quot; beendet nach 113 Jahren ihren Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Neujahr&lt;br /&gt;
:Für das Jahr 2023 werden 2.156.422 Übernachtungen verbucht, das zweithöchste Ergebnis seit der Wendezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Januar&lt;br /&gt;
:Zum 24. Turmleuchten strömten erneut rund 45.000 Zuschauer. Veranstaltet von der Hanseatischen Eventagentur und dem Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. und unterstützt von zahlreichen Sponsoren und Partnern, ist das diesjährige Turmleuchten wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Jahresanfang schließt der 1995 eröffnete REWE-Markt an der Stadtautobahn für eine umfassende Sanierung. Nach dem geplanten Abschluss der Sanierung im 2. Quartal soll es wieder eine Fleischtheke geben und sog. Self-Checkout-Kassen neu eingeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3. Januar&lt;br /&gt;
:Laut Rudolf Kemnitz vom Deutschen Wetterdienst war das Jahr 2023 mit einer Durchschnittstemperatur in Warnemünde von 10,85°C das zweitwärmste Jahr seit 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. Januar&lt;br /&gt;
:Die Bäckereikette &amp;quot;Lila Bäcker&amp;quot; geht ins Insolvenzverfahren. Von den 232 Filialen sollen 160 erhalten bleiben. Darunter sind auch die beiden gut frequentierten Filialen in Warnemünde, Mühlenstr. 44 und Am Bahnhof 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 10. Januar&lt;br /&gt;
:Durch einen Warnstreik der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) kommt es auch vom 10.-12.1.24 zum Ausfall des gesamten Bahnverkehrs zwischen Warnemünde und Rostock Hbf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Januar&lt;br /&gt;
:Nach einem UN-Unifil-Einsatz vor der libanesischen Küste ist die Korvette &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; wieder zurück in ihrem Marinestützpunkt Warnemünde-Hohe Düne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Jetzt ist endgültig Schluss! Lila Bäcker schließt zum 1. Februar alle seine Filialen. Darunter auch die beiden Filialen in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12.Februar&lt;br /&gt;
:Mit dem 174 Meter langen Versorgungsschiff &amp;quot;Bonn&amp;quot; liegt in dieser Woche das größte Schiff der Bundesmarine im Trockendock der Bundesmarine.&lt;br /&gt;
:Das Trockendock ist insgesamt 320 Meter lang und 54 Meter breit. Damit können dort sämtliche Einheiten der Deutschen Marine gedockt werden. Im laufenden Jahr sollen noch die Korvetten &amp;quot;Erfurt&amp;quot; und &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; sowie der Tender &amp;quot;Rhein&amp;quot; instandgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Februar/März&lt;br /&gt;
:Der portugiesische Bagger &amp;quot;Fernao de Magalhaes&amp;quot;, 139 Meter lang, 29 Meter breit, kann mit der Kraft von 10 000 PS selbst festes Gestein bis zu einer Tiefe von 35 Metern entfernen. Er baggert den Seekanal auf eine Tiefe von 16,5 Metern aus.&lt;br /&gt;
:Damit sollen zukünftig &#039;&#039;&#039;Tanker&#039;&#039;&#039; von bis zu 15 Metern Tiefgang in den Rostocker Hafen einfahren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. März&lt;br /&gt;
:Zu einem Osterspaziergang im Revier Schnatermann lädt das Stadtforstamt Interessierte ein. Dabei können die Teilnehmer bei einer geführten Wanderung die Vielfalt und Besonderheiten dieses Teiles der Heide erleben, der sich gerade im zeitigen Frühjahr von einer seiner schönsten Seiten zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 25. April&lt;br /&gt;
:Auf der Neptun-Werft erfolgt die Kiellegung für ein weiteres Versorgungsschiff für die Deutsche Marine.&lt;br /&gt;
:Es ist bereits das zweite Kriegsschiff der neuen Klasse 707 binnen eines Jahres dessen Bau begonnen worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. April&lt;br /&gt;
:Mit dem &amp;quot;Warnemünder Frühlingslandgang&amp;quot; (fast 30 Jahre als &amp;quot;Stromerwachen&amp;quot; bekannt) wird traditionell die Warnemünder Sommersaison eröffnet. Auf der Warnemünder Promenade befindet sich eine maritime Bummelmeile mit Kunsthandwerk und Gastronomie. Die Warnemünder Bademeisters beenden an diesem Tag ihre Badesaison.&lt;br /&gt;
:Führung über den Neuen Friedhof Warnemünde: Das Begräbnisareal ist in den 1920er-Jahren angelegt worden. Es umfasst heute eine Fläche von knapp fünf Hektar. Zahlreiche Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Einige von ihnen, darunter Handwerker, Wissenschaftler, Händler, Ärzte, Abenteurer, werden beim Rundgang mit der Historikerin Dr. Antje Krause näher vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. bis 12. Mai&lt;br /&gt;
:Das diesjährige Kleinkunstfest findet auf dem Leuchtturmvorplatz und entlang der Seepromenade statt. Kleinkunst unterschiedlicher Art, Spaß, Unterhaltung, Mitmachaktionen, Überraschungen, kleine Köstlichkeiten und auch ein Händlermarkt gehören dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Mai&lt;br /&gt;
:In der Yachthafenresidenz Hohe Düne findet die 29. Landesmeisterschaft der Auszubildenden des Gastgewerbes statt. Die hier als Beste gekürten Teilnehmer und angehenden Köche treten danach als &amp;quot;Mannschaft Mecklenburg-Vorpommern&amp;quot; bei der angehenden Jugendmeisterschaft im Herbstin Bonn an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 15. Mai&lt;br /&gt;
:Nach über 5 Monaten Umbauzeit wird der Warnemünder REWE-Markt an der Stadtautobahn mit einer großen Feier wiedereröffnet. Mehr als vier Millionen Euro hat die Rewe Group in den Standort investiert und dabei auf neue Konzepte gesetzt, sagt Norbert Richartz, Vertriebsleiter Region Ost bei Rewe. Bis zur Insolvenz hatte der Lila Bäcker den Bäckereistand samt Café im Warnemünder Markt betrieben. Diesen hat nun die Bäckerei von Allwörden übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Mai&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Reparaturarbeiten durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. Mai&lt;br /&gt;
:Distinguished Gentleman&#039;s Ride in Warnemünde: Am Pfingstsonntag ist Warnemünde wieder Teil eines Spektakels, bei dem sich stilbewusste Motorradfahrerinnen und -fahrer zusammenfinden. Die Teilnehmer der weltweiten Bewegung sammeln Spenden für die Erforschung und Behandlung von Männerkrankheiten und tragen so dazu bei, Leben zu retten. Die Fahrt geht vom Neuen Markt in Rostock über mehrere Stadtteile bis nach Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Mai&lt;br /&gt;
:Warnemünder Schiffe auf Pazifik-Mission&lt;br /&gt;
:Die in Hohe Düne stationierten Schiffe, Versorgungsschiff &amp;quot;Frankfurt am Main&amp;quot; und Fregatte &amp;quot;Baden-Württemberg&amp;quot; sind auf der Reise rund um die Welt um in der Nato-Pazifik-Mission die brisante Straße von Taiwan zu durchqueren. &amp;quot;Deutschland will mit der Mission vor allem sein Interesse an den Entwicklungen in der indo-pazifischen Region unterstreichen und seine Solidarität mit den Wertepartnern wie Japan oder Singapur zeigen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Der frisch sanierte Warnemünder Georginenplatz wird am 18. Juni 2024 von Rostocks Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde eingeweiht. Die Neugestaltung des denkmalgeschützten Areals hatte sich an dessen ursprünglicher Optik aus den 1920er-Jahren orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Juni&lt;br /&gt;
:Beim dritten Summer Open auf dem Golfplatz in Warnemünde kamen 1170 Euro an Spenden zusammen mit denen das Rostocker Frauenhaus unterstützt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. Juli&lt;br /&gt;
:Mit dem traditionellen Festumzug, dem 21. &amp;quot;Niegen Warnemünder Ümgang&amp;quot; mit ca. 2500 aktiven Mitwirkenden, vom Leuchtturm beginnend, durch die Alexandrinenstraße, Kirchenplatz, wird die 86. Warnemünder Woche, eines der größten Segelereignisse an der deutschen Ostseeküste, von der Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger im Warnemünder Kurhausgarten mit einem Fassbieranstich eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Juli&lt;br /&gt;
:Das Marinearsenal in Warnemünde soll binnen drei bis fünf Jahren &amp;quot;kriegstüchtig&amp;quot; werden erklärt der Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) am Rande eines Besuches in Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. Juli&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park wird anlässlich des 150. Todestages von Fritz Reuter (1810-1874) wieder eine Warnemünder Fritz-Reuter-Eiche eingeweiht. &lt;br /&gt;
:Das von Museumsverein, Leuchtturmverein, Warnemünde-Verein und Trachtengruppe initiierte &amp;quot;Erinnerungsensemble&amp;quot; besteht neben der über 100 Jahre alten Eiche aus einem Markierungsstein, einer zweisprachigen Infotafel sowie einer Bank. Die Einweihung fand unter reger Teilnahme der Warnemünder Vereine und Bevölkerung statt.&lt;br /&gt;
:Der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. lädt Freunde und Partner und Wegbegleiter anlässlich des 30-jährigen Bestehens zu einer Ausfahrt mit einem historischen Segelschiff, der Kogge „Wissemara“ ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. Juli&lt;br /&gt;
:Bilanz am Ende der 86. Warnemünder Woche&lt;br /&gt;
:Sportlich waren die Segelwettbewerbe die Glanzlichter, 15 Regatten verschiedener Schiffsklassen,&lt;br /&gt;
:Events der 1. und 2. Segelbundesliga, sowie die Sailing Champions League standen an.&lt;br /&gt;
:Mehr als 800 Sportler in rund 400 Booten hatten sich angemeldet.&lt;br /&gt;
:Den Ausgang bildete ein Drachenbootfestival mit rund 1200 Sportlern&lt;br /&gt;
:Eine Flaute und eine Unwetterwarnung störten kurzzeitig deren Abläufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 27. Juli&lt;br /&gt;
:Im Kurhausgarten findet das erste &amp;quot;Buntes Meer Festival&amp;quot;, eine Mischung aus Kunstmarkt, Konzert und Unterhaltung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Juli&lt;br /&gt;
:Bundesratspräsidentin Manuela Schwesig (SPD) reist zu den Olympischen Spielen nach Paris.&lt;br /&gt;
:Dort wirbt sie für das Segelrevier Rostock-Warnemünde im Falle einer deutschen Bewerbung für Olympia. Dafür gibt es einen Beschluss des Landtages.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 31. Juli&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Fischereikutterverein „Jugend zur See“ verabschiedet sich von seinem Fischkutter „Pasewalk“, einem der letzten bislang fahrtüchtigen Warnemünder 17-m-Kutter. Der vor allem bei Kindern und Jugendlichen für seine Freizeit-Piratenfahrten beliebte Kutter liegt derzeit auf dem Trockenen im Fischereihafen Bramow und soll für den symbolischen Preis von einem Euro verkauft werden, so der Vereinsvorsitzende Norbert Ripka. Als Grund nannte er zu hohe Kosten für die notwendige wiederkehrende Klassifizierung des über 70 Jahren alten Traditionsschiffes. Der 17 Meter lange und 5,60 Meter breite Kutter wurde 1950 auf der VEB Boddenwerft Damgarten gebaut. Der Fischkutterverein ist ein anerkannter Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 2. August&lt;br /&gt;
:Am Strand von Warnemünde startet das 2. High-Seaciety-Festival mit drei Tagen Livemusik und Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7.bis 11. August &lt;br /&gt;
:Die 33. Hanse Sail begeistert rund 500.000 Besucher, 138 Traditionssegler waren dabei.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Gorch Fock II&amp;quot;, das Segelschulschiff  der Marine läuft um 10.00 Uhr in Warnemünde ein und ist am Passagierkai 1 bis zum 11. August eines der Glanzlichter der diesjährigen Hansesail.&lt;br /&gt;
:Am ersten Tag der Hanse Sail startet vom süddänischen Nysted die große Haikutter-Regatta. Die alten Fischerboote segeln auf dem schnellsten Wege nach Warnemünde und laufen am Abend am Ziel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. August&lt;br /&gt;
:Auf einer Marinebarkasse der Bundesmarine, im  Stützpunkt Hohe Düne stationiert, bricht ein Brand aus. Der Brand brach aus ungeklärter Ursache im Führerhaus, die dicken Rauchschwaden waren von hoher See aus über 3 km weit zu sehen. Die zwei an Bord befindlichen Mannschaftsmitglieder wurden von der Wasserschutzpolizei unverletzt gerettet und der Brand konnte gelöscht werden. Auch der Seenotrettungskreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; war an dem Rettungseinsatz beteiligt. Der Havarist wurde in den Marine-Stützpunkt geschleppt.&lt;br /&gt;
:Die Polizei hatte eine Gruppe Ladendiebe auf frischer Tat ertappt, die zuvor beobachtet wurden, wie sie Textilien von Ständern verschiedener Geschäfte am Alten Strom stahlen. Mit Unterstützung der Bundespolizei konnten Beamte die Diebe am Warnemünder Bahnhof stellen. Sie trugen die gestohlenen Kleidungsstücke zum Teil bereits am Leib und hatten vor der Tat bereits einen Platzverweis wegen Randalierens erhalten. Die Diebe waren der Polizei nicht unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Hochsee-Racer macht in Warnemünde Station.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Offshore-Racer&amp;quot;des Teams &amp;quot;Next Generation Sailing&amp;quot; machte in der Marina Hohe Düne fest und übernahm dort den Namen des neuen Sponsors &amp;quot;Task Engineering&amp;quot; eines deutsch-dänischen Unternehmens. Das Boot ist ein reines Rennboot und bis zu 30 Knoten schnell. Es ist einzig dazu gebaut Hochseerennen zu bestreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Auf dem Leuchtturm wurde der 50.000. Jubiläumsgast begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. bis 25. August&lt;br /&gt;
:Europas Top-Athleten messen sich bei &amp;quot;Battle The Beach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Strand ist drei Tage lang Schauplatz eines sportlichen Großereignisses in der sechsten Runde. 560 Athleten aus ganz Europa messen sich in verschiedenen Disziplinen wie Gewichtheben, Triatlon, Wassersport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,26. August&lt;br /&gt;
:Nach der im September 2023 beschlossenen Erhöhung und Ausweitung der Kurabgabe auf das gesamte Stadtgebiet klingelt es ordentlich in der Stadtkasse.&lt;br /&gt;
:Zwischen September2023 und Juli 2024 flossen insgesamt 4,5 Millionen Euro in die Stadtkasse. Davon entfallen 2,014 Millionen Euro auf Warnemünde, 817.000 Euro auf Markrafenheide und 332.000 Euro auf Diedrichshagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2024/2025===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 8. September&lt;br /&gt;
:Das Heimatmuseum Warnemünde nimmt auch in diesem Jahr am deutschlandweit organisierten &amp;quot;Tag des offenen Denkmals&amp;quot; teil und präsentiert im Heimatmuseum zusammen mit der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. sowie dem Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum M-V e.V. den „Thementag Archäologie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. bis 13. September&lt;br /&gt;
:8. Rostocker Großmotorentagung in der Yachthafenresidenz Hohe Düne. Sie steht unter dem Motto: „Die Zukunft der Großmotoren – Neue Technologien und Kraftstoffoptionen: Die Wege zur sauberen Schifffahrt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. September&lt;br /&gt;
:wurde der Dreh-Test der 120 Jahre alten Warnemünder Bahnhofsbrücke, unter Anwesenheit mehrerer tausend Besucher, als Herzstück des jährlichen Büchenfestes zu einem erlebenswerten Spektakel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 20. September&lt;br /&gt;
:Auftakt im Rahmen der MeerBeats-Tour 2024 von Warnemünde nach Hamburg mit Mein Schiff 7. &lt;br /&gt;
Auf dem Schiff findet an diesem Tag die MV Cruise Conference statt. Außerdem treten Die Fantastischen Vier am 20. September 2024 auf. Sie sind dann auch bei der nachfolgenden Reise nach Hamburg dabei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. September&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. September&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. September&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. September&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. September&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.-6. Oktober&lt;br /&gt;
:Für die Stephan-Jantzen Tage – Namensgeber ist der legendäre Warnemünder Lotsenkapitän – wird der Platz vor dem Warnemünder Leuchtturm zum Hauptveranstaltungsort. Zu den Höhepunkten gehört die Aufführung der Stephan-Jantzen-Suite. Für die Besucher ist viel Musik, Kultur und maritimes Flair zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Am 9. Oktober 2024 besteht der Museumsverein Warnemünde e.V. seit 20 Jahren. Mit großem Engagement haben sich die Vereinsmitglieder um Vorsitzenden Uwe Heimhardt für dieses Kleinod in Warnemünde eingesetzt. Im Mai 2017 hat Christoph Wegner die Leitung des Museums übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Nachmittag prallt eine Fähre wegen eines Maschinenausfalls auf den Fähranleger in Hohe Düne. Drei Menschen wurden dabei verletzt. Bereits am Abend kann der Fährbetrieb nach Reparatur wieder aufgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:14. Pflanzaktion „Bürger für Bäume“: In gemeinsamer Aktion initiieren der Zoo und das Stadtforstamt eine Aufforstungskampagne in der Rostocker Heide. Insgesamt werden 5.000 Traubeneichen-, Esskastanien-, Roterlen-, Ebereschen- und Buchensetzlinge in die Erde gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
:Die Initiative DigitalTeilhabe in Warnemünde lädt Senior*innen und Interessierte zum Digital-Thementagen „iPhone&amp;amp;Smartphone“ in den Gemeindesaal der Evangelischen Kirche ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Oktober&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Dafür ist dieser Überweg wegen der Drehung der Brücke für eine halbe Stunde gesperrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. November&lt;br /&gt;
:Nach zwei Jahren umfassenden Arbeitens ist die Vertiefung des Seekanals Warnemünde auf 16 km Länge abgeschlossen. Um die durchgehende Tiefe der Baltic-Max-Norm (17 m Tiefgang) zu erreichen, investierte der Bund ca. 100 Mio. Euro in das Projekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 5. bis 7. November&lt;br /&gt;
:5. Rostock Ocean Convention meets Hydro 2024: Vom 5. bis 7. November 2024 findet die internationale hydrographische Konferenz und Ausstellung HYDRO 2024 statt. Es werden aktuelle Trends, neueste Entwicklungen und Projekte der Unterwassertechnologie gezeigt. Die Veranstaltung bietet mehr als 190 Teilnehmern, Referenten und Partnern eine Kommunikationsplattform. Im Yachthafen Hohe Düne sind dabei beispielsweise spannende Bootsvorführungen unterschiedlicher Anbieter zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. November&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. feiert in der Cafeteria und Eventlocation &amp;quot;Laak 5&amp;quot; mit einer Vielzahl seiner Mitglieder sein 20-jähriges Bestehen. Der Verein hat zum 1.1.2005 die Betriebsführung des Heimatmuseums übernommen und kann seither auf eine überaus erfolgreiche Entwicklung des Heimatmuseums zurückblicken. Neben Grußworten anderer Warnemünder Vereine äußerten sich auch Sigrid Hecht (Chefin des städtischen Eigenbetriebs KOE) und die neue Kulturamtsleiterin Anne-Katrin Bicher positiv über die Entwicklung des Museums und versprachen auch in Zukunft die Geschicke des Museumsvereins tatkräftig zu unterstützen&lt;br /&gt;
. &lt;br /&gt;
;2024, 8. November&lt;br /&gt;
:Inklusives Unternehmerfrühstück im DOCK INN. Es geht darum wie man Menschen mit Behinderung besser im Berufsalltag integrieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 17. November&lt;br /&gt;
:Kranzniederlegung an der Gedenkstätte „Für alle auf See Gebliebenen“, organisiert von der Nautischen Kameradschaft Poseidon e.V., im Stephan-Jantzen-Park.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. und 20. November&lt;br /&gt;
:3. Lotsenkonferenz der Bundeslotsenkammer im Technologiepark Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Es geht dabei u.a. um 70 Jahre Seelotsgesetz &amp;amp; 70 Jahre Bundeslotsenkammer und um einen Kerninhalt des Seelotsgesetzes, nämlich die neu strukturierte :Seelotsenausbildung 2024. In Kooperation mit den Hochschulen Wismar/Warnemünde und Flensburg wird erstmalig eine hochqualifizierte Seelotsenausbildung in Form eines Masterstudienganges angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Obdachlosengala in Warnemünde: Bereits zum siebenten Mal lädt das Hostel „Dock in“ 160 Bedürftige zum Weihnachtsschmaus. Unter den 50 Helferinnen und Helfern war diesmal als Überraschungsgast Monchi, der Frontman der bekannten Rockband Feine Sahne Fischfilet.&lt;br /&gt;
:Zu einem stimmungsvollen Start in die Vorweihnachtszeit lädt das 22. Adventssingen am Warnemünder Leuchtturm ein. Erneut sorgt der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. mit einem Programm voller Musik für unvergessliche Momente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.Dezember&lt;br /&gt;
:Der 29.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 7. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. bis 21.. Dezember&lt;br /&gt;
:Traditioneller Weihnachtsbaumverkauf in Hinrichshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,23.Dezember&lt;br /&gt;
:In der abgelaufenen Saison wurden in Warnemünde 148 Schiffsanläufe von 38 Kreuzfahrschiffen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025,1.Januar&lt;br /&gt;
:Das zum 25. Mal statt zu findende Neujahrsfest des Turmleuchtens wurde wegen Sturm nur wenige Stunden vor Beginn abgesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.-3. Februar&lt;br /&gt;
:Die Fregatte &amp;quot;Nordrhein-Westfalen&amp;quot; der Bundesmarine liegt für drei Tage an der Passagierkai-Promenade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Februar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde, die Initiative DigitalTeilhabe lädt Seniorinnen, Senioren und Interessierte zu Digital-Thementagen „iPhone, Smartphone &amp;amp; Co&amp;quot; ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Beginn der Bauarbeiten: Neue Mittelinsel soll Querung der Richard-Wagner-Straße erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.März&lt;br /&gt;
:65.000 Menschen besuchen das nachgeholte 25. Turmleuchten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 25. März&lt;br /&gt;
:Es wird natürlich bunter - Saisonbepflanzung startet in Warnemünde, 10.365 Pflanzen kommen kurz nach Sonnenaufgang in den Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. April&lt;br /&gt;
:Beidseitig der Rostocker Straße werden Radverkehrsanlagen ausgebaut bzw. neu markiert, die gesamte Baumaßnahme erfolgt in vier Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt beginnt am Knoten Richard-Wagner-Straße und führt zur Johann-Sebastian-Bach-Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 12. April&lt;br /&gt;
:Von April bis Oktober 2025 dreht sich das XXL-Riesenrad in Warnemünde. Mit dem „Eye 55“ (was für eine Höhe von 55 m steht) auf der Mittelmole hat man eine tolle Aussicht über das Seebad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. April&lt;br /&gt;
:Beginn der diesjährigen Warnemünder Kreuzfahrtsaison mit dem Anlauf der „AIDAmar“. Bislang sind für 2025 von 23 Kreuzfahrtreedereien 167 Anläufe von 36 Kreuzfahrtschiffen angemeldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 16. April&lt;br /&gt;
:Mit einem abwechslungsreichen Programm, einer Mischung aus Geschichte und Kultur starten die beliebten Warnemünder Museumsabende im Heimatmuseum Warnemünde in die nächste Saison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. April&lt;br /&gt;
:Vom 17. April bis zum 2. November zeigen Künstler aus aller Welt Sandskulpturen zu den „Geheimnissen der sieben Weltmeere“ im Rahmen der 15. Sandwelt in Warnemünde am Pier 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 19. April&lt;br /&gt;
:Die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde entzündet das traditionelle Osterfeuer am Strand unterhalb des Leuchtturms. Die anschließende Fackelwanderung entlang des Alten Stroms wird von der „Sax’n Anhalt VIP Band“ begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 28. April&lt;br /&gt;
:Die neue automatische Versenkpolleranlage in der Warnemünder Kirchenstraße geht in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einem Konzert des Landespolizeiorchesters startet die Meeresbrise-Konzertreihe in die fünfte Saison. Bis Ende September sollen noch 22 Konzerte im Kurhausgarten OpenAir folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 14. Mai&lt;br /&gt;
:Eine neue öffentliche WC-Anlage wird am Strandaufgang 18, auf Höhe des Strandwegs 14 installiert. Zwei große Kräne müssen zum Einsatz kommen, um das Modul mit einem Gewicht von rund 35 Tonnen hinter der Düne zu platzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einer feierlichen Zeremonie wird die neue Sportschule Warnemünde auf der Mittelmole offiziell eröffnet. Der Neubau hat rund 31,8 Millionen Euro gekostet. Der Gebäudekomplex bietet Sportlern aller Disziplinen ideale Bedingungen. Außerdem soll die Sportschule künftig eine zentrale Rolle bei der Durchführung von Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Warnemünder Woche oder Segelregatten auf Bundesebene spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Mai&lt;br /&gt;
:Der sanierte und modernisierte Liegeplatz 23 im Alten Strom sowie das neue Betriebsgebäude für den Seenotrettungskreuzer ARKONA der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden offiziell durch den Hafensenator Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Hafenkapitän Falk Zachau sowie DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler und Mario Lange, Vormann der ARKONA, in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für den neuen Anleger belaufen sich auf 1,1 Mio. Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 30.Mai&lt;br /&gt;
:Am Liegplatz 23, des Seenotkreuzers &amp;quot;Arkona&amp;quot;, am alten Strom, wird ein neues Betriebsgebäude der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 31. Mai&lt;br /&gt;
:Einweihung des multifunktionalen Beachsportfeldes für die Sportarten Beachsoccer, Beachvolleyball und Beachhandball im Sportpark Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juni&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der „SeaDream 2“. Das Luxusschiff mit 108 Metern Länge und 14 Metern Breite (Baujahr 1985) ähnelt eher einer Yacht und bietet Platz für maximal 112 Gäste in 56 Kabinen bei einer Besatzungsstärke von etwa 100 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juni&lt;br /&gt;
:Die „Sky Princess“ der Reederei Princess Cruises ist mit einer Länge von etwa 330 Metern und einer Bruttoraumzahl von 145.281 das längste und größte der 2025 in Warnemünde anlandenden Kreuzfahrtschiffe. Der Ozeanriese bietet Platz für 3660 Passagiere. Auf 19 Decks gibt es 1830 Kabinen, acht Restaurants, zehn Bars, mehrere Lounges, ein Theater, einen Spa-Bereich sowie vier Pools und acht Whirlpools. Am 22.7. erfolgt ein zweiter Anlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.Juni&lt;br /&gt;
:Mehr als 30 Schiffe verschiedener NATO-Mitgliedsländer haben in Warnemünde und Hohe Düne festgemacht um von hier aus zur zweiwöchigen Großübung Manöver Baltops (Baltic Operation) zu starten.&lt;br /&gt;
:Größtes teilnehmendes Kriegsschiff ist der US-Zerstörer &amp;quot;USS Mount Whitney&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das Auslaufen der Schiffe wird auch von Protesten begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 18. bis 20. Juni&lt;br /&gt;
:33. Nordische Baumtage. Eines der Themen ist „Stadtgrün im Klimawandel“. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock im Warnemünder Technologiepark durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt mit dem Diplomatischen Korps nach Mecklenburg-Vorpommern und empfängt dafür am 24. Juni in Warnemünde an Bord der Gorch Fock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VISTA / Reederei Oceana Cruises Länge: 241,10 m Breite: 32,31 m&lt;br /&gt;
Gewicht: 67.817 BRZ Baujahr: 2023 Passagiere: 1.218 (max. 1.469)&lt;br /&gt;
:Neue Runde für die „Warnemünder Abende“. Mit der Vortragsreihe des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung werden spannende Einblicke in die Geheimnisse eines einzigartigen Lebensraums gewährt. Einmal monatlich, immer donnerstags. finden ab 4. September im großen Vortragssaal des IOW in der Seestraße 15 weitere Veranstaltungen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juli&lt;br /&gt;
:Im Heimatmuseum Warnemünde wird die Sonderausstellung &amp;quot;Ob die Möwen manchmal an mich denken? Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee&amp;quot; eröffnet. Kuratorin der Ausstellung ist die Journalistin sowie Autorin des gleichnamigen Buches Dr. Kristine von Soden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.-13. Juli&lt;br /&gt;
:87. Warnemünder Woche mit dem &amp;quot;Niegen Ümgang&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. Juli&lt;br /&gt;
:Doppelanlauf der Kreuzfahrtschiffe MSC Poesia und der Nordstjernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Juli&lt;br /&gt;
:Das schon legendäre Open Air am Meer „Rauch auf dem Wasser“ lädt zum 21. Mal in den Warnemünder Kurhausgarten ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 8. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VIKING SATURN / Reederei Viking Ocean Cruises. Sie befindet sich auf einer zweiwöchigen Reise von Bergen in Norwegen nach Stockholm in Schweden. Das Schiff ist 227 Meter lang und für 930 Passagiere ausgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der ILMA / Reederei Ritz-Carlton Yacht Collection. Die Luxus-Kreuzfahrtyacht ist ein 241 Meter langes Schiff, das 456 Passagiere beherbergen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 6. August&lt;br /&gt;
:Erstmals in MV werden von Menschen aufgezogene Sandregenpfeifer ausgewildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. -10. August&lt;br /&gt;
:An der 34. Hansesail nehmen über 120 Schiffe teil. Die Sail hat rund eine halbe Million Besucher und ist damit das weltweit größte Treffen historischer Segelschiffe. Anführendes Flaggschiff ist in diesem Jahr die Dreimastbark &amp;quot;Belem&amp;quot; aus Frankreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. August&lt;br /&gt;
:Zum 13. Mal ist die Strand Arena Schauplatz der Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft. Im Finale holen sich die Beach Royals Düsseldorf den Titel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 20. August&lt;br /&gt;
:Die am Vortag havarierte „Nordstjernen“ kann am Nachmittag Warnemünde wieder verlassen. Das historische Hurtigruten-Schiff hatte am Abend beim Ablegen am Cruise Center eine Böschung gerammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 21. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf „Le Lape’rouse“, Reederei Compagnie Du Ponant. Auf diesem kleineren Kreuzfahrtschiff finden 184 Passagiere Platz, es ist 131 Meter lang und 2018 gebaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2025/2026===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. September&lt;br /&gt;
:Unter dem Motto „Gesund älter werden in Rostock“ startet der 5. Senioreninformationstag anlässlich der Tage der Regeneration in Warnemünde am Leuchtturm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. September&lt;br /&gt;
:Bundeskanzler Merz besucht erstmals die Marine in Hohe Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. September&lt;br /&gt;
:40 Schiffe aus 14 Nationen mit 2700 Soldatinnen und Soldaten nehmen am Marinemanöver Northern Coasts teil. Vom 29. August bis 12. September 2025 üben multinationale Seestreitkräfte unter deutscher Leitung in der Ostsee. In Warnemünde hat das Versorgungsschiff VIRSAITIS (A 53), ein Marineschiff Lettische Marine festgemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 15. September&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Brauerei &amp;quot;Hoppen un Molt&amp;quot; feiert ihr 10-jähriges Bestehen.&lt;br /&gt;
;29.Oktober&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, seit Oktober 2004 Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V., erhält im Zuge einer kleinen Feierstunde im Heimatmuseum für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement den Stiftungspreis der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Oktober&lt;br /&gt;
:Stephan Frey wird neuer Pastor in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Oktober&lt;br /&gt;
:Feierliche Grundsteinlegung für ein Parkhaus in Hohe Düne. - Wegen des Wegfalls des bisherigen Mieter-Parkplatzes im Bereich Hohe Dünne 22-27, hier sollen zusätzliche Wohnungen entstehen, errichtet die Goldbeck Nordost GmbH auf rund 4.000 Quadratmetern Fläche insgesamt 220 Anwohnerparkplätze. &lt;br /&gt;
:Die Fertigstellung des Parkhauses ist für Mitte 2026 geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5. November &lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrschiff &amp;quot;Aidadiva&amp;quot; legt am Liegeplatz 7 an und beschließt mit ihrem Anlauf die diesjährige Kreuzfahrtsaison.&lt;br /&gt;
:Insgesamt sind über das Jahr 592.000 Seereisende  (2024: 532.000) von 35 Kreuzfahrtschiffen (2024: 37) in Warnemünde an und von Bord gegangen.&lt;br /&gt;
:Das größte Schiff in dieser Saison war die &amp;quot;Sky Princess&amp;quot; mit einer Länge von 330 Metern und einer Kapazität von rund 3700 Passagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. November&lt;br /&gt;
:Die Bürgerinitiative &amp;quot;Rettet den Küstenwald&amp;quot; verhindert die Fällung der 100-jährigen Kastanie in der Rostocker Straße und setzt deren Aufnahme in die Liste der geschützten Bäume durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. November&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V. erhält den Ehrenpreis um besondere Verdienste um die Bewahrung  und Vermittlung mecklenburgischen Kulturerbes der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:Auf die Warnemünder Kinder wartet am Martinstag ein schöner Brauch. In bewährter Kooperation laden die Ev.-Luth. Kirchgemeinde und die Tourismuszentrale an diesem Tag zum Sankt-Martins-Umzug ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. November&lt;br /&gt;
:Das Riesenrad auf der Mittelmole wird abgebaut und stellt seinen Betrieb endgültig ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1025, 27. November&lt;br /&gt;
:Der dreißigste Band des &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird vom Verlag Redieck und Schade, gemeinsam mit dem Leuchtturmverein Warnemünde präsentiert. Somit erscheint erscheint dieser beliebteste Warnemünde-Almanach nunmehr ununterbrochen seit drei Jahrzehnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Dezember&lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrtschiff „Amadea“ der Reederei Phönix Reisen beendet die Kreuzfahrtsaison in Warnmünde. Das durch die ZDF-Sendung «Das Traumschiff» bekannte 193 Meter lange Schiff bietet Platz für 570 Passagiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. November&lt;br /&gt;
:Im Hotel Neptun in Warnemünde lädt der NDR Jazztime Bigband Ball Mecklenburg-Vorpommern zu einem stilvollen Abend voller Musik und Unterhaltung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 29. November&lt;br /&gt;
:Eröffnungstag des traditionellen Weihnachts- und Neujahrsmarktes Warnemünde auf dem Warnemünder Kirchenplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 5. Januar&lt;br /&gt;
:Brand im Erdgeschoss eines Hauses &amp;quot;Am Strom&amp;quot;. An dem knapp 2 Stunden dauernden Einsatz waren insgesamt 34 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde und des Rettungsdienstes beteiligt. Verletzte waren nicht zu beklagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 30. Januar&lt;br /&gt;
:In Berlin hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner die Kampagne mit dem Titel „Berlin gewinnt mit Olympia“ vorgestellt. Die Bundeshauptstadt setzt mit ihrer Bewerbung um die Austragung Olympischer Sommerspiele für 2036, 2040 oder 2044 auf Rostock-Warnemünde als Standort für die olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe.&lt;br /&gt;
;Rostock verbietet per Ratsbeschluß privates Feuerwerk am Warnemünder Ostseestrand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. März&lt;br /&gt;
:Erstmals seit Bestehen des Marinearsenals Warnemünde wird mit U34 , eines der 6 U-Boote vom Typ U212a hier überholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 14.März&lt;br /&gt;
:Die Tourismuszentrale veröffentlicht die Besucherzahl des Jahres 2025. mit 2.317.693 Übernachtungen wird hier der 2019 aufgestellte Rekord übertroffen, womit Rostock an erster Stelle für das Land Mecklenburf-Vorpommern liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.März&lt;br /&gt;
:Das Ausfugsschiff MS Baltica wird nach dreißig Dienstjahren in Warnemünde außer Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 26. März&lt;br /&gt;
:Lotsenältermann Andreas Krüger wird nach 25 Jahren Arbeit als Seelotse in den Ruhestand verabschiedet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 28. März&lt;br /&gt;
:Die AIDAdiva eröffnet die Kreuzfahrsaison&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 1. April&lt;br /&gt;
:Steffen Herz (58) übernimmt die Leitung der Verkehrszentrale Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12.April&lt;br /&gt;
:Warnemünde hat wieder ein neues Riesenrad. die Schaustellerfamilie Geisler hat auf der Mittelmole mit dem 55 Meter hohen Riesenrad, in dem sich 42 klimatisierte, geschlossene Riesengondeln befinden, damit neben Teepott und Leuchtturm ein weiteres Wahrzeichen hinzugefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 9.Juni&lt;br /&gt;
:-Zu seinem 55ten Geburtstag präsentiert sich das Hotel Neptun mit 55 von dem Künstler Joerg Waerner vergoldeten Balkonen.&lt;br /&gt;
:-Wiederum weht die verliehene Blaue Flagge als Zeichen für geprüfte Wasserqualität sowie für Infrastruktur und Sicherheitsstandards an Warnemündes Stränden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. Juni&lt;br /&gt;
:-Beim ehemaligen Zollhafen wird mit dem ersten Rammschlag das Startzeichen für einen zukünftigen, rund zehn Hektar großen maritimen Gewerbepark gegeben.&lt;br /&gt;
:-Die Neptun-Werft erhält einen Milliardenauftrag über zwei schwimmende Umspannwerke für Offshore-Windparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.-18.Juli&lt;br /&gt;
:Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft richtet erstmals die Internationalen Deutschen Ocean Meisterschaften aus. 270 TRettungssprortlerinnen und Rettungssportler aus 39 Vereinen kämpfen am Hauptstrand von Warnemünde um die ersten deutschen Meistertitel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 18. Juli&lt;br /&gt;
:Nur drei Monate nach der Eröffnung im April muß das &amp;quot;Französische Dorf&amp;quot;, eine Gastro-Einheit im französischen Stil wieder schließen und Abgebaut werden. :Lediglich das Riesenrad &amp;quot;Wheel of Excenllence&amp;quot; bleibt weiterhin im Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 21. Juli&lt;br /&gt;
:Bei einem Badeunfall in der Ostsee ist ein 33-Jähriger ums Leben gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, ab 27.Juli&lt;br /&gt;
:heißt es wieder &amp;quot;Leinen los&amp;quot; und die Reederei Adler-Schiffe startet regelmäßig Fahrten zwischen Kühlungsborn und Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026,2.August&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der vierzigtausendste Besucher zur Tumbesteigung begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 6.-9. August&lt;br /&gt;
:Vier Tage lang stand Warnemünde ganz im Zeichen der Seefahrt. Rund 500.000 Menschen besuchten die 35. Hansesail und erlebten rund 120 historische Schiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Marksteine==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ersterwähnung des Namens in der Kaufurkunde der Rostocker Heide am 25. März 1252===&lt;br /&gt;
In den Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts vorkommende Namensbezeichnungen:&lt;br /&gt;
Warnemunde, Warnemonde, Wernemunde, Wernowemunde, Werneminde, Wernemynne, Warneminne, Varneminde, Verneminde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warnemündes Bedeutung für die Stadt Rostock tritt bereits mit der ersten Urkunde hervor, in der der Ort genannt wird. Am 25. März 1252 verkauft Fürst Borwin III. der Stadt Rostock die heutige Rostocker Heide und verleiht ihr außer anderen Freiheiten auch die Fischereigerechtigkeit auf der gesamten Unterwarnow, von der Petri-Brücke bis &#039;&#039;(zum Hafen!)&#039;&#039; Warnemünde und über den Hafen hinaus bis ins Meer.&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre später, am 12. Oktober 1264 überträgt Fürst Borwin alle seine Rechte &#039;&#039;&#039;über den Hafen zu Warnemünde &#039;&#039;&#039; (!) auf die Stadt. &lt;br /&gt;
*[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit dieser ersten Nennung des Namens Warnemünde am Rande der Rostocker Heide ist &lt;br /&gt;
eindeutig der &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; gemeint.&lt;br /&gt;
:Das erste sicher auf den Fischerort Warnemünde und die dortige fürstliche Vogtei&lt;br /&gt;
:bezogene Datum liegt 16 Jahre später:&lt;br /&gt;
;1268, 17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
:Das bezieht sich dann auf die bereits existierende, bis 1323 noch fürstliche Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
In verschiedenen historischen Quellenwerken wird eine erste Erwähnung Warnemündes im Jahre 1195 in dänischen Dokumenten angeführt.&lt;br /&gt;
Intensive Suchen nach diesen Dokumenten in der jüngeren Vergangenheit blieben aber bislang ergebnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1323 - Die Stadt Rostock kauft das Fischerdorf Warnemünde vom mecklenburgischen Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Urkunde mit Siegel für Warnemünde (Quelle- Barnewitz).jpg |450px|rechts|thumb| Warnemünde Kaufvertrag vom 11. März 1323 (Quelle: Barnewitz)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vor 1314 kaufte die Stadt Rostock das Dorf Barnstorf als ersten größeren Landerwerb, &lt;br /&gt;
:1323 kam als nächstes das Fischerdorf Warnemünde hinzu, das die Stadt vom Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen käuflich erwarb.&lt;br /&gt;
:Der Landesfürst hatte durch vorangegangene Kriege einen hohen Schuldenberg angehäuft und brauchte dringend Geld.&lt;br /&gt;
:So bescheinigte er den Rostockern am 11. März des genannten Jahres:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wir haben jenseits des Warnowflusses den ... Ratsherren und Gemeinde das Dorf Warnemünde mit Grund und Boden, jedem hohen und niederen Gericht - ausgenommen das Patronatsrecht für uns und unsere Erben - bis an die Grenzen des Dorfes Diedrichshagen, so weit es in der Länge und der Breite nach erstreckt, übertragen und überlassen es den Gegenwärtigen zu dauerndem Besitz, dergestalt, das sie in den oben bezeichneten Grenzen sich des vollen lübischen Rechtes erfreuen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wieviel die Rostocker für Warnemünde zahlten wissen wir nicht.&lt;br /&gt;
:Der Stadt aber mußte daran gelegen sein, den Ort in ihre Hände zu bekommen.&lt;br /&gt;
: (Hans Bernitt 1956)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urkunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warnowmündung, &amp;quot;Alter Strom&amp;quot;, &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot;, neuer &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot; - Wasserverbindungen über die Jahrhunderte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Karte zu 1323 (bearbeitet).jpg|Karte der östlichen Grenzziehung zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide nach den Verträgen von 1252 und 1323&lt;br /&gt;
Datei:RH Markgrafenheide Taterhörn Schmettau ost west.jpg|RH östlichster Punkt von Warnemünde und westlichster Punkt der Rostocker Heide bis 1922 Grafik: Willi Kolp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Alte Strom 1902===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In seinem Ursprung ist der Alte Strom einer von mehreren Warnow-Ausflüssen, ursprünglich als seichtes Rinnsal, das sich durch den Boden einer harten, Stein durchsetzten [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide#+_Die_Eisrandlage_Nr.8 Mergelbank] seinen Weg zur Ostsee bahnte. In der Anfangszeit Warnemündes nur für kleine Boote passierbar.&lt;br /&gt;
:Eine alte Überlieferung berichtet:&lt;br /&gt;
:Nahe der heutigen Vogtei wohnte ein Mensch, der Leute gegen Bezahlung auf seinem Rücken über den Strom trug. Eine Darstellung dieses Mannes ist in der Warnemünder Kirche zu besichtigen.&lt;br /&gt;
:Die Durchfahrt für größere Schiffe erfolgte etwa zwei Kilometer östlich vom Alten Strom, durch das Alte Tief.&lt;br /&gt;
:Bis 1487 genügte das Alte Tief den Ansprüchen der damaligen Seefahrt.&lt;br /&gt;
:Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts, unter großem baulichem Aufwand der Vertiefung des Wasserlaufes, um den Alten Strom schiffbar zu machen. &lt;br /&gt;
:In der Folge dieser Maßnahme begann der Prozess, den Fischerort Warnemünde und den Warnemünder Hafen der Stadt Rostock an einem Ort zu vereinen.&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Seekanals zu Beginn des 20.Jahrhunderts verlor schließlich der Alte Strom seine Bedeutung als Hafenzufahrt für den Rostocker Hafen.&lt;br /&gt;
:Fischerboote, Warnemünder Jollen, Fahrgastschiffe und Sportboote prägen seither das Bild des Stroms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hohe Düne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Hohe Düne&amp;quot; trennt den Breitling von der Ostsee.&lt;br /&gt;
:Sie ist eine ca. 400 m breite und etwa 3000 m lange Nehrung.&lt;br /&gt;
:Der Breitling ist eine Flußerweiterung der Warnow in ihrem Mündungsgebiet geändert, so daß dieses Gebiet ein flacher und sumpfiger Landstrich war.&lt;br /&gt;
:In Strandnähe gab es aber hohe Sanddünen.&lt;br /&gt;
:Die Entwicklung der Hohen Düne ist eng verbunden mit dem Seekanal, einem 1903 fertiggestellten Durchstich durch den Westteil der Hohen Düne, dem der 1304 &lt;br /&gt;
:bei einer Sturmflut verschüttete Hauptmündungsarm  und zwei weiter östlich gelegene, nicht mehr vorhandene, Durchstichtiefs voran gingen.&lt;br /&gt;
:Der Seekanal ermöglichte großen Seeschiffen die Zufahrt großer Seeschiffe in den Hafen Rostock und den Hafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Der etwa 60m breite Seekanal wurde durch Ausbaggern  eines Teils der Hohen Düne geschaffen. Er wurde durch den Bau einer neuen Ostmole begrenzt.&lt;br /&gt;
:Die Uferzone  östlich der neuen Mole und Hohe Düne  wurde zum Teil aufgespült, ebenso wie auch das Gelände des späteren Arado-Flugzeugwerkes.&lt;br /&gt;
:Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet noch als Warnemünde-Ost bzw. als Warnemünder Wiesen bezeichnet.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vörreeg und Achterreeg - Das alte Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Isenbart Karte 1719.jpg|thumb|600px|rechts|Die &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; und &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; in der  Warnemünde Isenbarth-Karte 1719]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch vor zwei Jahrhunderten bestand das Fischerdorf Warnemünde nur aus zwei unregelmäßig angelegten, der Windung des seichten Stromes folgenden Häuserreihen. &lt;br /&gt;
:Im Volksmund wird von Alters her die unmittelbar am alten Strom gelegene Reihe als &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; (&amp;quot;Vorderreihe&amp;quot;) und die parallel dahinter gelegene &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; (Hinterreihe&amp;quot;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Das alte Warnemünder Haus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Kulturgeschichtliches aus Warnemünde - Zum Warnemünder Hausbau&amp;quot; BRG 1915]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder und sein Haus]] Karl Baumgarten In: Natur und Heimat, Bd. 1 (1952), 1, S.19-20&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Lau &amp;quot;Das Warnemünder Haus - eine Volksbauweise in Mecklenburg&amp;quot; Auszug aus &amp;quot;Denkmale der Technikgeschichte in Mecklenburg und Vorpommern, Verlag Redieck und Schade 1997]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Heimatmuseum Warnemünde====&lt;br /&gt;
[[Datei:Heimatmuseum 1933.jpg|thumb|300px|rechts|Eröffnung des Heimatmuseums am 1. Juli 1933]]&lt;br /&gt;
:Um 1900 wurde eine zusammen getragene Sammlung provisorisch in einem kleinen Raum am Georginenplatz gezeigt.&lt;br /&gt;
:Danach befand sich die Ausstellung im Schulhais in der FritzReuter-Strasse.&lt;br /&gt;
:In der Alexandrinenstraße 31 befindet sich seit 1933 das Heimatmuseum Warnemünde. Das Museum ist in einem typischen Warnemünder Haus untergebracht. &lt;br /&gt;
:Man geht davon aus, dass es sich bei der Urform des Warnemünder Fischerhauses um ein abseitenloses Niedersachsenhaus handelt. &lt;br /&gt;
:Da Baugrund im Ort rar war, bekamen Haus und Grundstück ein selbständiges Gepräge. Die Grundstücke waren in der Regel 26 bis 28 Fuß breit (ca. 7,50 m). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Warnemünder Haus bestand ursprünglich aus einem Raum mit offener Herdstelle, in dem später eine &amp;quot;Vörstuw&amp;quot;, eine &amp;quot;Koek&amp;quot; und eine &amp;quot;Achterstuw&amp;quot; neben einer seitlichen Diele eingefügt wurden. &lt;br /&gt;
:Zur Erweiterung des Hauses entstanden hinten schmale Anbauten als Unterkunft für die Eltern (Altenteil) sowie einiges Vieh (häufig eine Kuh).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzte Besitzerin des Hauses in der Alexandrinenstraße 31 war Fräulein Christine Jungmann. Da sie unverheiratet und ohne Erben war, verkaufte sie das Haus an die Stadt Rostock zum Zweck der Einrichtung des Heimatmuseums. Den Anstoß zur Einrichtung eines Museums hatte es bereits 1914 gegeben. Auf einer Sitzung des Plattdeutschen Vereins für Warnemünde und Umgebung am 12. Februar wurde beschlossen: &amp;quot;Der Verein möge die Sammlung aller geschichtlich und kulturgeschichtlich wichtigen Sachen betreiben. Es ist hohe Zeit, daß man jetzt damit anfängt. Von Händlern wird ungemein viel weggeschleppt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem Sammlungsaufruf folgten zahlreiche Warnemünder. Innerhalb kürzester Zeit kamen hunderte von Objekten zusammen. Erster Bewahrer der Sammlung wurde Adolph Ahrens, Lehrer und Direktor an der Fritz-Reuter-Schule. Ihm war es auch zu verdanken, dass die Sammlung von Anfang an der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Auf dem Boden der Fritz-Reuter-Schule dienten ab 1915 ein Zimmer und ein kleiner Vorraum als Museum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den aktivsten Förderern des Museums zählten außerdem Friedrich Barnewitz, Ernst Strübing, Johannes Gosselck und der Fischer Heinrich Holtfreter. Wissenschaftliche Unterstützung erhielten die Warnemünder Museumsgründer auch vom mecklenburgischen Volkskundler Richard Wossidlo.&lt;br /&gt;
* [[Zur Gründung des Heimatmuseums Warnemünde (Ausschnitt aus Mecklenburg - Zeitschrift des HeimatbundesJ.28 Heft 1 1933]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Vogtei====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:Vogtei Warnemuende Gemaelde Johannes Werner.JPG|thumb|450px|rechts|Die Vogtei auf einem Gemälde von Johannes Werner (1914)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Das Gebäude der Vogtei]]&lt;br /&gt;
:Die Vogtei markiert den historischen Ortsmittelpunkt von Warnemünde, am alten Strom.&lt;br /&gt;
:Sie ist das älteste erhaltene Gebäude von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Das Haus wurde 1605 auf den Grundmauern eines Vorgängergebäudes erbaut, dessen Funktion bis heute nicht endgültig geklärt ist. &lt;br /&gt;
:So gibt es Thesen von einer mittelalterlichen fürstlichen Vogtei (Erstnachweis 1268), sowie folgend auch einer königlich dänischen Residenz unter Dänenkönig Erik Menved zwischen 1304 und 1319.&lt;br /&gt;
[https://danmarkshistorien.lex.dk/Erik_Menved,_1274-1319 Erik Menved im Lexikon der Geschichte Dänemarks]&lt;br /&gt;
:Seit dem Erwerb Warnemündes 1323 durch die Hansestadt Rostock steht der Ort unter hansestädtischer Verwaltung und Rechtsaufsicht eines städtischen Vogtes, der die Weisungen und Verordnungen der Stadt am Ort durchzusetzen hatte.&lt;br /&gt;
:Ab 1472 ist das Gebäude als Dienstwohnsitz der Rostocker Vögte (warscheinlich 35 auf einander folgende Vögte) nachweisbar.&lt;br /&gt;
:Das zweistöckige Gebäude war über mehrere Jahrhunderte hinweg das einzige Gebäude inmitten der &amp;quot;Vörreeg&amp;quot;, das mit der Traufseite zur Straße steht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Aufgaben des Vogtes (Stand 22.4.1906):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- wichtigste Aufgabe: Ortspolizeibehörde&lt;br /&gt;
:- bevollmächtigt, Steuern und Abgaben zu erheben und ggf. einzutreiben&lt;br /&gt;
:- Vollstreckung der von ihm verhängten Strafen bei Zuwiderhandlungen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Armenkollegiums&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Gemeindewaisenrates und des Schulvorstandes&lt;br /&gt;
:- Beteiligung an der Badeverwaltung &lt;br /&gt;
:- Schätzungs- und Einzugshoheit für Grundsteuern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weitere in der Vogtei angesiedelte Aufgaben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Gästehaus für die Hansestadt Rostock, aber auch offene Herberge und Gasthaus (daher auch 1832 Anbau eines Küchenhauses)&lt;br /&gt;
:- ab 11.3.1606 Verkaufsmonopol für den Verkauf von Rheinwein, Meth, Aquavit und anderen hochprozentigen alkoholischen Getränken&lt;br /&gt;
:- ab zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Sitz der Badeverwaltung.&lt;br /&gt;
:- 1888 erfolgte die letzte Einsetzung eines Vogtes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marksteine in der Geschichte der Vogtei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675, Februar stand das Wasser im Gebäude 3 Fuß hoch, so daß man &amp;quot;die höchste Treppe vor der Stube erreichet, mit Böten durch die Zimmer fahren konnte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1665 vertrieben die Schweden die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675 Als der Kurfürst von Brandenburg in Warnemünde einzog richteten die Schweden ein Geschütz auf die Vogtei. Die Salve schlug in das Gebäude ein und tötete den Adjutanten des Kurfürsten. Unmittelbar darauf eroberten die Brandenburger die Schwedenschanze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1996 Bei Beginn der Restaurierung des Gebäudes wurden alte Malereien entdeckt, deren älteste auf ein Alter von rund 600 Jahren datiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1999, 26.März, nach fünfjährigem Leerstand und Rekonstruktion öffnet das Haus des Gastes in der Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Warnemünder Drehbrücke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bis 1903 mußte der Alte Strom noch mit Fischerbooten überquert werden.&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Hafenumbauten 1900 bis 1903 änderte sich dann einiges.&lt;br /&gt;
:Der neue Bahnhof und die 1903 eröffnete Eisenbahnfährverbindung machten den Bau einer festen Verbindung beider Ufer notwendig.&lt;br /&gt;
:In Höhe der Vogtei wurde 1903 die Drehbrücke fertggestellt, deren Brückenkonstruktion die von der Firma Ostermann aus Meppen geliefert worden war.&lt;br /&gt;
:Um den Verkehr über die Brücke zu regeln, gelangte eine Brückenordnung zur Anwendung, in der unter Anderem folgendes verankert war.&lt;br /&gt;
;1. Über die Brücke darf nur im Schritt gefahren oder geritten werden.&lt;br /&gt;
;2. Fußgänger haben sich auf der Brücke stets rechts zu halten.&lt;br /&gt;
;3. Solange die Zugänge zu der Brücke durch Ketten geschlossen sind, darf diese nicht betreten werden.&lt;br /&gt;
;Bei Zuwiderhandlung werden Geld- und Haftstafen verhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schiffsführer, die mit ihren Schiffen die Brücke passieren wollen, mußten dem Lotsenkommandeur Angaben zum Schiff machen und dieser bestimmte dann Zeit und Art des Durchfahrens.&lt;br /&gt;
:Natürlich war auch eine Gebühr für das Öffnen der Drehbrücke fällig.&lt;br /&gt;
:Während der Nachtzeit und an Sonn- und Feiertagen wurde die Brücke nicht geöffnet.&lt;br /&gt;
:Bis in die 1930er Jahre war der Drehmechanismus der Brücke noch täglich im Betrieb.&lt;br /&gt;
:Besonders in den Sommermonaten war und ist die Drehbrücke beliebter Treffpunkt der Warnemünder, die ein Zimmer vermieten wollten oder mit ihren Handwagen nach ihren anreisenden Gästen Ausschau hielten.&lt;br /&gt;
:Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sogar der Transitverkehr nach Dänemark über die Brücke geleitet.&lt;br /&gt;
:1982 erfolgte eine Reparatur und Rekonstruktion des inzwischen technischen Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur-Warnemünder sind besondere Menschen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünder Paar.jpg|thumb|350px|rechts|Warnemünder Paar]]&lt;br /&gt;
====Die Rostocker beschneiden die Rechte der Warnemünder====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Die mittelalterlichen Zünfte Rostocks rechneten zu ihren Vorrechten, daß im Bannkreis ihrer Stadt weder Handwerk noch Handel betrieben werden durfte. Sie suchten die dadurch gewonnene Monopolstellung unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Zum Bannkreis Rostocks zählte auch der Hafenort Warnemünde sowie die städtischen Dörfer in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:Als im hanseatischen Rostock die Schiffahrt blühte, fanden auch Warnemünder Einwohner darin ihren Verdienst. Sie besaßen in der Hauptsache kleine Boote, doch führten sie in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts bereits Fahrten nach Schweden durch . Das läßt schon auf größere Ausmaße der Schiffe schließen. Um die Mitte des Jahrhunderts wird von Schiffern berichtet, die in Warnemünde ansässig und aus der dortigen Bevölkerung hervorgegangen waren. Ihre Zahl vermehrte sich schnell. Damals war in den Seefahrt treibenden Kreisen des Hafenortes ein gewisser Wohlstand anzutreffen, was aus dem reichen Besitz der Warnemünder Kirche an Silbergerät und Bargeld ersichtlich ist.&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Handel war damals im Absinken begriffen. Bis dahin hatten die Rostocker Kaufleute und Schiffer wenig gegen die Entwicklung Warnemündes einzuwenden. Bei den geringeren Verdienstmöglichkeiten wurde das anders. Man sah in der Warnemünder Schiffahrt nunmehr eine Konkurrenz, die manbeseitigen wollte. Die Möglichkeit dazu war gegeben; denn der Rostocker, von den Besitzbürgern gebildete Rat herrschte auch über Warnemünde. Die Einwohner des Hafenortes konnten wohl das Rostocker Bürgerrecht erwerben, waren abere ohne Mitbestimmungsrecht.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1565&#039;&#039;&#039; vereinigten sich in Rostock die beiden Kompanien der Schonen- und Bergenfahrer, deren Bedeutung stark gefallen war, zur Schiffergesellschaft. Die neue Berufsorganisation strebte sofort danach, die Schiffahrt und den Handel der Warnemünder zu unterbinden. Ihre dahin gehenden Wünsche wurden in einem Statutenentwurf festgelggt und damit begründet, daß Warnemünde lediglich ein Fischerlager darstelle. Bald darauf reichte die Schiffergesellschaft beim Rostocker Rat eine Klage gegen die Warnemünder Einwohner ein, daß sie den Rostocker Schiffern ihre Nahrung entziehen. Obgleich die Warnemünder auf ihr Gewohnheitsrecht hinweisen konnten, daß sie schon seit langem ungehindert ausgeübt hatten, bestimmte das Urteil des Rates vom &#039;&#039;&#039;14. April 1567&#039;&#039;&#039;, daß sie für Seefahrtzwecke nur kleine Boote mit Dollbord benutzen durften. Jegliche Schiffahrt mit Schuten oder &amp;quot;verbauten&amp;quot; Booten sollte ihnen untersagt, jedoch auf den Kleinschiffen die Verfrachtung von Kaufmannsgütern gestattet sein.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1574&#039;&#039;&#039; reichten die Rostocker Schiffer zwei weitere Beschwerdeschriften gegen die Warnemünder ein. Am &#039;&#039;&#039;20. Februar 1577&#039;&#039;&#039; beschränkte der Rat die Anzahl der für Warnemünde zugelassenen Schiffer. Außer 33 namentlich genannten, die bis dahin schon als Schiffer tätig gewesen waren, sollte sich niemand &amp;quot;Schuten edder böthe mehr tholegen, kopen edder buwen, ane der ersamenweddeherrn ... vorweten und willen&amp;quot;. Den Zugelassenen wurden noch besondere Bedingungen auferlegt: sie sollten jederzeit im Hafen drei Boote segelfertig halten, &amp;quot;damit frombde lüde mögen awergeföret&amp;quot;, d.h. nach Dänemark gebracht werden könnten. Weiter sollten sie Knechte halten, die in ihrer Abwesenheit zu fischen und den Rostockern Fische auf den Markt zu liefern hatten. Eine Besetzung frei werdender Schifferstellen sollte nur mit Genehmigung der Gewettsherren erfolgen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Warnemünder durften nicht Kapitän, Reeder oder Schiffseigner sein====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;20. November 1581&#039;&#039;&#039; unternahmen die Rostocker Schiffer einen neuen Vorstoß. Sie forderten in einer Eingabe, daß in Warnemünde weder Seefahrt noch Handel getrieben werden dürfe; wer sich weiterhin samit befassen wolle, müsse nach Rostock ziehen. Das 100-Männer-Kollegium trat am &#039;&#039;&#039;6. März 1584&#039;&#039;&#039; dem Verlangen bei. Es erklärte sogar, als der Rat mit seiner Entscheidung zögerte, im &#039;&#039;&#039;Januar 1585&#039;&#039;&#039;, keine Steuern bewilligen zu wollen. Die Rostocker Schiffer wandten sich außerdem am &#039;&#039;&#039;2. März 1585&#039;&#039;&#039; an Herzog Ulrich, der sich auf ihre Seite stellte. Nun erließ der Rat am &#039;&#039;&#039;15. März&#039;&#039;&#039; ein völliges Schiffahrtsverbot für die Warnemünder Einwohner. Sie sollten bei einer Strafe von 40 Talern innerhalb von 14 Tagen ihre sämtlichen Schuten und Boote verkaufen.&lt;br /&gt;
:Zur Ausführung des Entscheids kam es vorerst noch nicht. Die Warnemünder gingen an das Land- und Hofgericht in Güstrow, jedoch ohne Erfolg. Es bestätigte das Verbot des Rates. Dann wandten sie sich am &#039;&#039;&#039;18. Oktober 1586&#039;&#039;&#039; an das Reichskammergericht in Speyer. dort blieb der Fall lange liegen. Die Zahl der konzessionierten Warnemünder Schiffer war bis &#039;&#039;&#039;1590&#039;&#039;&#039; auf 20 zurückgegangen. Da beschloß der Rat, jeden, der sich außer ihnen mit der Führung eines Schiffes befasse, mit 50 Talern Strafe zu belegen.&lt;br /&gt;
:Er mußte im Jahre &#039;&#039;&#039;1597&#039;&#039;&#039; jedoch feststellen, daß trotz seiner Einschränkungsbestimmungen die Anzahl der Schiffer in Warnemünde auf 54 gestiegen war. Darauf ordnete er am &#039;&#039;&#039;25. Februar&#039;&#039;&#039; an, daß neue Schiffe nur mit seiner Genehmigung gebaut werden dürften. Die Erlaubnis der Weddeherren genügte nicht mehr. Die ledigen Schiffer sollten nach Rostock ziehen und die verbleibenden alten sich nicht mehr mit Warenhandel abgeben. Da der Rat aber den Warnemünder Schiffern nicht traute, so ließ er jeden von ihnen in jedem Jahre erklären und mit einem Eide bekräftigen, daß er nicht den ihm verbotenen Warenhandel betrieben habe.&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;31. Dezember 1604&#039;&#039;&#039; schränkte der Rat die Schiffahrt der zugelassenen Warnemünder nochmals ein. Sie durften fortan nur ein einziges Boot besitzen, nicht mehr als 30 Last laden und nicht über den Sund hinaus fahren. Die jungen Schiffer sollten nach Rostock ziehen. Da der Prozeß vor dem Reichskammergericht nicht aus der Stelle kam und nur Kosten verursachte, auch wenig Aussicht auf einen guten Ausgang vorhanden war, so nahmen schließlich am &#039;&#039;&#039;1. Februar 1606&#039;&#039;&#039; die Warnemündere ihre Klage zurück, zwanzig Jahre nachdem sie sie eingereicht hatten. Sie erklärten, sich dem Willen des Rates zu fügen, das heißt, in die Stadt zu ziehen. Der größte Teil der Schiffer zog nun aus Warnemünde fort. Einige blieben. Im &#039;&#039;&#039;Juli 1622&#039;&#039;&#039; erhielten auf ihre Bitte endlich 5 Schiffer die jederzeit  widerrufliche Genehmigung, in Warnemünde wohnen und Schiffahrt treiben zu dürfen.&lt;br /&gt;
:Die Wirkung der einschneidenden Handels- und Schiffahrtsbeschränkung machte sich bald in Warnemünde bemerkbar. Das Steuerregister von &#039;&#039;&#039;1623&#039;&#039;&#039; berichtet in dem kleinen Ort von 12 wüsten Hausstellen. Die ehemaligen Besitzer waren fortgezogen.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder versuchten im Laufe der Zeit immer wieder, das Verbot des Rates zu umgehen. Während des Siebenjährigen Krieges beschwerten sich Rostocker Bürger, daß in Warnemünde schon wieder Warenhandel bettrieben worden sei. Daraufhin untersagte der Rat am &#039;&#039;&#039;27. April 1764&#039;&#039;&#039; den Warnemündern nochmals jegliche Schiffahrt. Der Vogt wurde angewiesen dort keinerlei Handel zuzulassen. Im Jahre &#039;&#039;&#039;1768&#039;&#039;&#039; wurde das Verbot erneuert und den Einwohnern strengstens befohlen, den Ankauf und die Verladung von Backobst, Wolle, Flachs und anderen ländlichen Erzeugnissen hionfort zu unterlassen. Aber schon &#039;&#039;&#039;1777&#039;&#039;&#039; gab es wieder ein paar Schiffer in Warnemünde. Die Schiffergesellschaft ruhte indessen nicht und erreichte, daß der Rat in seiner Verordnung vom &#039;&#039;&#039;26. Oktober 1785&#039;&#039;&#039; ihnen die Ausübung ihres Gewerbes in Warnemünde unmöglich machte. Wiederum wurde verfügt, daß die Warnemünder Bevölkerung nur fischen, auf fremden Schiffen als Matrosen fahren und Lotsendienste verrichten durfte. Auf eigenen Schiffen zu fahren blieb ihnen verboten. Im folgenden Jahre unterband der Rat den Warnemündern auch den Frachtverkehr auf der Unterwarnow zwischen Warnemünde und Rostock. Wiederum gab es Abwanderung aus dem Hafenort, zum Teil sogar nach dem Fischland, während andere Einwohner dem Rat ein Schnippchen schlugen, indem sie das Ribnitzer Bürgerrecht erwarben, aber in Warnemünde wohnen blieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Diebereien der Warnemünder====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Das Rostocker Gewett, städtische Behörde für Hafen und Schiffahrt, Handel und Gewerbe, hatte auch den Hafenort Warnemünde zu verwalten und als Niedergericht die in Warnemünde auftretenden Streitfälle zu verhandeln. Deshalb hielt es regelmäßige Gerichtstage in Warnemünde ab.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlichsten Vergehen, die zur Verhandlung standen, waren unzweifelhaft Eigentumsdelikte. Es wurden Steine und Holz von den sogenannten Stein- und Moddekisten, die zur Uferbefestigung und zum Schutz gegen Versandung des Fahrwassers aufgestellt wurden, entwendet. Holz stahl man natürlich auch in der nahen Heide. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1772&#039;&#039;&#039; ist ein Palisadenwerk von der Schanze bis zu den Steinkisten erwähnt, von dem die Warnemünder ständig Holz stahlen. &lt;br /&gt;
:Zahlreich sind auch Fälle von Diebereien am Strand. Daneben fallen noch Klagen wegen rückständiger Zahlungen auf, zum Beispiel durch den Pastor, und auch die Hebamme klagte gegen zahlungssäumige Wöchnerinnen.&lt;br /&gt;
:Diese Prozesse bestätigen aber nicht die Warnemünder als &amp;quot;Langfinger&amp;quot;. Hinter ihnen verbirgt sich die große Armut der Menschen. Was sollten sie auch machen, gab es doch so weit das Auge reichte nur Sand und Seewasser. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1847&#039;&#039;&#039; bat zum Beispiel der Warnemünder Vogt Meyer um Lieferung von verbilligtem Roggen für die in äußerste Not geratene Warnemünder Bevölkerung. In diesem Jahr hatte weder Feuer, noch Wasser, noch Militär, die Menschen heimgesucht. Es war also für die Warnemünder ein ganz normales Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Regelmäßige Böhnhasenjagden der Rostocker Zünfte in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Weiter durften in Warnemünde weder Schlachter, noch Müller oder Bäcker wohnen. &lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zwischen den Rostocker Stadtbehörden und den Warnemündern blieb gespannt. Immer wieder suchte man sich über die auferlegten Beschränkungen hinwegzusetzen.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Zünfte übernahmen mit Vorliebe in Warnemünde die Verfolgung heimlich arbeitender Handwerker. Es kam oft zu sogenannten Böhnhasenjagden (auf illegale Handwerker, die nicht Zunft-Mitglied waren). &lt;br /&gt;
:Noch als Warnemünde Badeort wurde, sträubten sich die Rostocker Zünfte, dort Handwerker zuzulassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rat bezeichnete im Jahre &#039;&#039;&#039;1854&#039;&#039;&#039; den Hafenort Warnemünde als &amp;quot;eine zum Vorteile der Stadt Rostock, weil dieser untertänige, in Unterordnung gehaltene Kommüne&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Erst &#039;&#039;&#039;1861&#039;&#039;&#039; wurde das Schiffahrtsverbot aufgehoben. &lt;br /&gt;
:Bis ein Bäcker in Warnemünde sein Handwerk ausüben durfte, wurde es &#039;&#039;&#039;1865&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Und &#039;&#039;&#039;1866&#039;&#039;&#039; ließen die Rostocker Handwerksämter endlich zu, daß dort eine Mühle erbaut werden konnte und erstmalig ein Schlachter seinen Betrieb eröffnen durfte. &lt;br /&gt;
:Durch das &#039;&#039;&#039;Notgewerbegesetz des Norddeutschen Bundes&#039;&#039;&#039;  von &#039;&#039;&#039;1867&#039;&#039;&#039; fielen dann die letzten Beschränkungen für Warnemünde. Damit war die jahrhundertelange Unterdrückung der Bevölkerung des Hafenortes beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erst mit der Reichseinigung 1871 fielen die Beschränkungen denen die Warnemünder unterlagen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie hatte dazu geführt, daß die Warnemünder auf manchen  Verdienst der möglich gewesen wäre, verzichten mußten, daß sie in manchen Dingen geradezu ausgebeutet wurden und zu Einkaufen in Rostock weite und nicht immer gefahrlose Fahrten zu unternehmen gezwungen waren. Die Kehrseite war, daß sich in den Warnemünder Familien eine vielseitige Handgeschicklichkeit entwickelte. Gerade weil manche Dinge des täglichen Gebrauchs am Orte nicht zu haben waren, fertigte man sie selbst an. Der Haß gegen die Rostocker machte sich noch lange bemerkbar. Er kam auch in der vielgebrauchten Redensart zum Ausdruck: &amp;quot;Schmiet´n Diewel in´n Strom! un lat´n driwen, is´n Rostocker!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schweden, Franzosen,Engländer und Russen - Warnemünde in Kriegszeiten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Schwedenschanze und der schwedische Zoll===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Warnemünder Zoll&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch den Vertrag vom 29.11.1632 zwischen Gustav Adolf und den mecklenburischen Herzögen Adolf Friedrich I. und Johann Albrecht II. nahm dieser Zoll seinen Anfang. Warnemünde wurde an die Schweden abgetreten und ihnen zugleich das Recht eingeräumt, hier von aus- und eingehenden Fahrzeugen eine Abgabe zu erheben, von der den Herzögen 1 Prozent als Lizentquote zugesichert wurde. Mit dem Prager Frieden, dem sich auch die mecklenburgischen Herzöge angeschlossen hatten, trat eine Wendung ein, indem die Schweden nun Mecklenburg als Feindesgebiet behandelten, und das Land für einige Jahre Tummelplatz der feindlichen Armeen wurde. Im Jahre 1638 kam es zum Kampf um die Warnemünder Schanze, und die Schweden sahen sich genötigt, diese Befestigung den Kaiserlichen zu überlassen. Bald aber wandte sich das Blatt. Die Kaiserlichen mussten Mecklenburg räumen, und der Kommandant von Warnemünde verließ heimlich auf einem dänischen Schiff die Schanze, nachdem er sie den Rostockern übergeben hatte.  Diese versuchten nun das Schanzwerk zu zerstören, wurden aber daran von den Schweden gehindert, die es von neuem eroberten und befestigten und darauf fortfuhren, den Zoll zu erheben. Dieser Zustand hat dann bis zum Westfälischen Frieden und darüber hinaus bestanden, denn alle Versuche der Herzöge und der Rostocker, während der Friedensverhandlungen eine klare Bestimmung hierüber in die Friedensartikel hineinzubringen, waren vergeblich. So ist es dahin gekommen, dass noch bis ins 18 Jahrhundert hinein dieser Zoll erhoben werden konnte zum Schaden für Rostocker Handel und Schifffahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der schwedische Zoll in Warnemünde in den Jahren 1632-1654&amp;quot; Alexander Pries 1914]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.google.de/books/edition/Motiven_warumb_die_Cron_Schweden_den_War/w79YAAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=zoll+warnem%C3%BCnde&amp;amp;printsec=frontcover Warum die Cron Schweden...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während der Franzosenzeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1809 - Schillsche Truppen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Im Stadtarchiv der Hansestadt findet sich ein umfangreiches Aktenstück aus der Franzosenzeit, also der Besetzung durch napoleonische Truppen zwischen 1806 und 1813. &lt;br /&gt;
:In diesem Dokumentenbestand ist auch der vom 29. Mai 1809 datierte ausführliche Bericht des Warnemünder Vogtes Lange enthalten. &lt;br /&gt;
:Er berichtet was sich am Rande des in der deutschen Geschichtsschreibung oft heroisch geschilderten Kriegszuge Ferdinand von Schills mit seinem Bataillon Husaren rund um den alten Strom zutrug: &lt;br /&gt;
:„Dienstag d. 23. (Mai) gegen Mittag sprengten 4 Husaren vom von Schillschen Corps hinten an die Voigtey und fragten nach dem commandirenden Officier in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Es trat der Herr Lieutenant v. Horn heraus, welcher sogleich befragt ward, ob er diesen Platz dem Schillschen Corps übergeben wolle ?“ &lt;br /&gt;
:Der antwortete: „Der Platz sey allenthalben offen, und könne er denselben mit seinen Invaliden nicht verteidigen.“ &lt;br /&gt;
:Daraufhin wies man den 4 Husaren Quartiere bei Warnemünder Bürgern an. &lt;br /&gt;
:Deren Pferde bezogen den Stall beim Bürger Grimm. Am darauf folgenden Mittag erschienen weitere 14 Mann unter dem Kommando eines Sergeanten, der erklärte, das er nun Besitz von Warnemünde nehme. &lt;br /&gt;
:Leutnant von Horn entgegnete darauf, das er Befehl habe nicht von seinem Posten zu weichen. &lt;br /&gt;
:Der Sergeant erwiderte, dass er durchaus an seiner Seite weiter auf seinem Platz bleiben könne. &lt;br /&gt;
:Vor dem Einmarsch der Husaren hatte der Leutnant Schildwachen vor allen in Warnemünde liegenden Schiffen postiert. &lt;br /&gt;
:Um einer Entwaffnung zuvor zu kommen ließ er bei ihnen nun heimlich alle Patronen einsammeln und so die Gewehre unbrauchbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Aber die Maßnahme half nichts. Die Husaren entwaffneten die Rostocker Wachen trotzdem. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tag traf Graf von Moltke, ein Schillscher Stabsoffizier mit weiteren 14 Mann, teils Kavallerie, teils Infanterie hier ein. &lt;br /&gt;
:Auch für sie musste nun ein Quartier gefunden werden. &lt;br /&gt;
:Der veranlasste nun, das drei requirierte Kutter-Boote in die See vor die Hafeneinfahrt gelegt wurden. &lt;br /&gt;
:Fortan war auch den Fischern das Auslaufen verboten. &lt;br /&gt;
:Ein Schillscher Bataillonsschreiber brachte schließlich aus Rostock an von Moltke die Order alle hier liegenden Schiffe zu begutachten und festzulegen.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Tage belief sich die Zahl der so erlangten Schiffe auf 22. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den hiesigen Lotsenkommandeur Weisung, bei Strafandrohung von 50 Hieben, dass er die Räumung der Wasserfahrzeuge zu organisieren habe. &lt;br /&gt;
:Anschließend sollen sodann auf drei der Schiffe Pferdeställe eingebaut werden. &lt;br /&gt;
:Bald darauf rückt von Rostock der Schillsche Leutnant  von Hagen mit 12 Mann an, um nun mit Verspätung den Leutnant von Horn doch noch zu arretieren. &lt;br /&gt;
:Auch müssen die Rostocker Wachsoldaten jetzt den letzten Rest an Ausrüstung und Uniform abliefern. &lt;br /&gt;
:Der Lotsenkommandeur schien außerstande, den Einbau der Pferdeställe in die Schiffe zu organisieren. &lt;br /&gt;
:So sandte man kurzerhand ein Boot in den Breitling. Hier arbeitete gerade eine Reihe von Zimmerleuten an den Steinkisten der Molenbauwerke. &lt;br /&gt;
:Unter Androhung, sie im Wiedersetzungsfalle umgehend zu erschießen zwang man sie nun auf die Schiffe zwecks Einbau der Pferdeställe. &lt;br /&gt;
:Es mangelte jedoch an Material. Polier Stark musste nun angeben was gebraucht wurde. &lt;br /&gt;
:Das erforderliche Holz brachte man in Warnemünde bald zusammen, aber es mangelte an Nägeln. &lt;br /&gt;
:Zwischenzeitlich setzte aus Rostock ein Strom an Waffen, Proviant und Husaren aus Rostock ein. &lt;br /&gt;
:Allein acht Wagen mit Gewehren, Piken und Munition waren in Rostock requiriert worden. Deren Verladungen scheiterten an dem fehlenden Umbau der Schiffe. Der Umbau wiederum an den noch nicht aus Rostock eingetroffenen Nägeln. &lt;br /&gt;
:Als schließlich Schills Adjudant von Baersch in Warnemünde eintraf um die Einschiffung von Truppen auf den requirierten Schiffen  zu kommandieren, sprach der ein Machtwort und ließ jede verfügbare Hand dazu kommandieren, aus Umzäunungen, Steganlagen und Gebäuden alle sichtbaren Nägel herauszuziehen und für die Stallanlagen auf den Schiffen zu gewinnen. &lt;br /&gt;
:Es kam auch eine ansehnliche Menge zusammen, allein die Zimmerleute erklärten sie alle für unbrauchbar. &lt;br /&gt;
:So wurde schließlich ein Kavallerist nach Groß Klein gesandt, um dort von einem Schmied  ausreichend Nägel zu holen. Zwischenzeitlich beklagten sich die Schiffseigentümer bei Baersch, wer ihnen den Verlust der Schiffe ersetze? &lt;br /&gt;
:Baersch sicherte zu, das Schill ihnen alles ersetze. &lt;br /&gt;
:Nach einem Tag trafen schließlich auch die Nägel ein und die Arbeit an den Pferdeställen begann. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den Vogt Lange die Weisung alle in den Warnemünder Häusern verfügbaren Töpfe und Pfannen zu requirieren und für die Truppen auf die Schiffe zu bringen, was bei den Bewohnern zu großem Wehklagen Anlaß bot. Man schickte auch Requirierungstrupps in die Dörfer der Umgebung um Futter und Lebensmittel zu beschlagnahmen. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann die Einschiffung der Husaren und ihrer Pferde. &lt;br /&gt;
:Gegen Abend erreichte den Kommandeur von Baersch die Meldung, das einige Husaren der Witwe Heberer ihren Wein mit Gewalt aus dem Keller geholt hatten. Der Kommandeur eilte sogleich mit einem weiteren Offizier  dorthin um die Marodeure zu verhaften. &lt;br /&gt;
:Einer von ihnen widersetzte sich und ward von von Baersch noch am Ort exekutiert und vor dem Haus verscharrt. &lt;br /&gt;
:Kurz darauf  erklärt von Baersch dem Vogt, dass er dessen Dienstmädchen Lene als Köchin mit auf sein Schiff nehmen wolle. &lt;br /&gt;
:Die entzog sich dem aber sogleich durch Flucht und versteckte sich zunächst im Pfarrhaus. &lt;br /&gt;
:Die Anzahl der höheren Offiziere, die in der Vogtei Quartier bezogen hatten und sich zwangsweise am Tisch des Vogtes Lange beköstigen ließen stieg unablässig. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann man bereits einzelne Schiffe auf die Reede auszuschiffen. &lt;br /&gt;
:Das zwei der erfahrenen heimischen Schiffer nacheinander die Segler auf eine Untiefe von Einheimischen „Lichtbogen“ genannt, auflaufen ließen, war sicher nicht deren Unerfahrenheit zuzuschreiben. Viel Zeit kostete nun deren Bergung um auch für die anderen Segler die Hafenzufahrt passierbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Am 28. Mai morgens hatten holländische Truppen Warnemünde von Westen her erreicht und versuchten nun durch Beschuß die gegnerischen Schillschen Truppen am Auslaufen zu hindern. &lt;br /&gt;
:15 Schiffe lagen bereits auf Reede. Das sechzehnte, geführt vom Schiffer Maas aus Rostock segelte eine viertel Stunde lang unter starkem Beschuß aus der Hafenausfahrt. &lt;br /&gt;
:Den Holländern gelang es nicht im weichen Dünensand die Kanonen richtig auszurichten, so dass sie immer wieder nur die Segel des Schiffes trafen. &lt;br /&gt;
:Zwei weitere Schiffe mit Husaren an Bord lagen noch in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Da ihnen die Ausfahrt offensichtlich nicht mehr gelingen würde, flüchteten die Schillschen an Land über den Strom und die Hohe Düne in die Rostocker Heide. &lt;br /&gt;
:22 Der Husaren gerieten jedoch bei der anschließenden Verfolgungsjagd noch in Gefangenschaft der Holländer. &lt;br /&gt;
:Ein Teil der holländischen Truppen quartierte sich nun in den Warnemünder Häusern ein und ließ sogleich erneut Lebensmittel requirieren. &lt;br /&gt;
:Einen Tag später ließen sie sich jedoch zur Hohen Düne übersetzen um die Schillschen Truppen weiter in Richtung Stralsund zu verfolgen. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tage war Warnemünde wieder militärfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1810 - Im Frühsommer des Jahres war die Franzosenherrschaft an der Ostseeküste so schwach, daß die Engländer kleinere Landungen wagten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 3. Juni war ein nach Russland bestimmtes, amerikanisches Schiff von einem in Warnemünde stationierten französischen Kaper aufgebracht worden. Als Reaktion landete eine englische Marine-Einheit, eroberte Kaperschiff &#039;&#039;&#039;und&#039;&#039;&#039; Beuteschiff. Sie entführten sodann beide aus dem Hafen. Die schwache mecklenburgische Wachmannschaft hatte sofort nach der Landung die Flucht ergriffen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Redoute 1912.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde Redoute (1912)]]&lt;br /&gt;
:Dieses Ereignis veranlasste den französischen Marschall Eckmühl dazu, umgehend stärkere, ausschließlich französische Truppen in Warnemünde zu stationieren. Damit einher ging sein Befehl an die Stadt Rostock, unverzüglich den Bau verschiedener Befestigungsanlagen in Warnemünde abzusichern und zu finanzieren. &lt;br /&gt;
:Um die Befestigungsanlagen mit einer Redoute als Kern in Warnemünde in kurzer Zeit herzustellen, hatte die Stadt Erdarbeiter, Zimmerleute und andere Handwerker aller Art, sowie sämtliches Bauholz aus der Rostocker Heide zu stellen. Die Bürgerschaft war zunächst unentschlossen. &lt;br /&gt;
:Am 7. September gibt das erste Quartier in der Beschluß-Findung dazu folgende Stellungnahme ab. „...ein außerordentlicher Holzhieb scheitert bereits daran, das nichts mehr zu entscheiden ist, außer, wie er praktisch ausgeübt werden kann. Besser ist, noch einmal den Forstinspektor Becker zu befragen und ihn ein Konzept fertigen zu lassen. ...“ &lt;br /&gt;
:Das zweite Quartier hat darauf nur noch zu erwidern, daß man den Holzeinschlag vorrangig in den Rövershäger Waldungen ausführen solle, da aus den damals ebenfalls im Rostocker Besitz befindlichen Willershäger Waldungen die Anfuhrkosten zu hoch seien. &lt;br /&gt;
:Die Entscheidung war somit gefallen und der Forstinspektor erhielt freie Hand. Noch in derselben Woche begannen alle seine Waldarbeiter in den Trassen der abgesteckten, zukünftigen Waldschneisen, das gesamte für den Warnemünder Redouten-Bau benötigte Holz einzuschlagen und damit es sich auch leicht transportieren ließ, gleich einen guten Untergrund für die Fuhrwege herzurichten. &lt;br /&gt;
:So entstanden nach einander die Meiershausstellenschneise von Wiethagen nach Meiershausstelle, die Trasse der heutigen Bäderstraße, als Forstweg, von Hinrichshagen nach Torfbrücke, sowie die Schneise vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise). Der unfertige Landweg von Hinrichshagen nach Markgrafenheide bekam nun als Transportweg zur Warnemünder Baustelle eine besondere Wichtigkeit und konnte 11 Jahre nach seinem Baubeginn, dem ursprünglichen Plan entsprechend, fertiggestellt werden und Beispiel gebend solide ausgeführt werden. &lt;br /&gt;
:Nach Abschluss der Bauarbeiten war selbst das bis dahin permanent opponierende zweite Quartier nunmehr von der Sinnhaftigkeit des entstandenen Wegenetzes überzeugt und machte der Forstverwaltung sogar Vorwürfe, warum man damit nicht schon eher begonnen habe. Von 1791 bis 1811 hatten sie dieses Projekt stets verhindert.&lt;br /&gt;
:Der Bau der Warnemünder Redoute zog sich bis Februar 1812 hin. Nur vierzehn Monate später, am Ende der Franzosenzeit, beschlossen die Hundertmänner am 12. April 1813 bereits den Abriss der Redoute. Da sich die Umsetzung des Abrisses aber laufend verzögerte, landeten schließlich am  26. August rund 100 Engländer, schickten die Bürgerwache der Warnemünder nachhause  und „demolierten“ die Redoute. Am folgenden Tage beendeten sie ihr Zerstörungswerk endgültig und sprengten die gesamte Anlage. &lt;br /&gt;
:Zwei Wochen darauf besichtigte die Stadtverwaltung die Trümmerstätte und befand: „..daß die Redoute sich nicht mehr ähnlich war.“ Beckers Waldschneisen dagegen haben bis in unsere Tage Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während des ersten Weltkrieges 1914-1918===&lt;br /&gt;
KFC 577&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Wie am 1. August 1914 in Warnemünde Erich Kästner ein Pazifist wurde&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erlebnisbericht eines damals 17jährigen Güstrower Gymnasiasten am 1.August 1914&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Am Nachmittag besichtigten wir das drei Wochen zuvor eingeweihte Brinckman-Denkmal.&lt;br /&gt;
:Bald darauf war, wie immer das Konzert der Rostocker Stadt-Theaterkapelle unter Leitung von Kapellmeister Schulz. &lt;br /&gt;
:Und weil es draußen so schön heiß war, zeigte sich der schattige Kurgarten gerammelt voll.&lt;br /&gt;
:Die Leute waren vergnügt und zufrieden.&lt;br /&gt;
:So gegen halb sechs wurden die Leute plötzlich ganz still, reckten die Köpfe und sprangen auf.&lt;br /&gt;
:Die Musik brach mitten im Stück ab.&lt;br /&gt;
:Durch die Gartenpforte kamen in Uniform ein Leutnant, ein Trommler, ein paar Mann, und bauten sich vor dem Musikpallion auf.&lt;br /&gt;
:Mucksmäuschenstill war es im Garten, als die Soldaten mit Trommelschlag abmarschierten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Als die Versammelten Minuten darauf in allgemeinen Jubel verfielen, lag es all ihrer Vorstellungskraft fern, das in dieser Stunde vier Kriegsjahre angebrochen waren, die an Grauen, Tod und Zerstörung alles Dagewesene übertreffen sollten.&lt;br /&gt;
:Wenige Stunden danach heulten die Schiffs-Sirenen über das sonst stille Warnemünde, vom Zollhafen kam in langsamer Fahrt eine U-Boot-Halbflottille den Alten Strom seewärts herauf.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auch U-9 unter dem später zum Kriegshelden glorifizierten Kapitänleutnant Weddigen war unter ihnen.&lt;br /&gt;
:Das Hurra der allgemeinen Kriegshysterie begleitete deren Ausfahrt.&lt;br /&gt;
:Am anderen Morgen war Warnemünde wie ausgestorben, die Baustelle mt den ersten Mauern des gerade begonnenen neuen Kurhauses lag nun für lange verweist, die Uhren gingen fortan in auch in Warnemünde anders.&lt;br /&gt;
:Einen jungen Fotorafn traf es dabei noch ganz persönlich.&lt;br /&gt;
:Angesichts der vielen Sommerfrischler  bereitete er die Eröffnung eines Fotoateliers vor.&lt;br /&gt;
:Auch einen kleinen Bankkredit hatte er dazu erkämpft.&lt;br /&gt;
:Aus Gram über die entschwindenden Urlauber vertrank er den Kredit.&lt;br /&gt;
:Tage später verpflichtete eine Kriegsverordnung dazu, Reisepässe mit Foto zu versehen.&lt;br /&gt;
:Für ein Atelier, um nun die riesige Nachfrage zu befriedigen, hatte er kein Geld mehr.&lt;br /&gt;
:Schon ein Jahr darauf war die Hysterie allgemeiner Ernüchterung gewichen.&lt;br /&gt;
:Selbst weit entfernt von der Front begannen Leid und Not spürbar zu werden.&lt;br /&gt;
:Warnemünde mit seiner Fährverbindung via Dänemark, dem Land wo Milch und Honig fließen, übte nun eine neue Anziehungskraft aus.&lt;br /&gt;
:Mehrmals täglich verließen Eisenbahnwaggons beladen mit Kohlen, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Obst, Fisch oder Zucker den Bauch der Fähre aus Dänemark.&lt;br /&gt;
:Im Ort kursierten geflügelte Sätze wie: &amp;quot;&amp;quot;Kohlen werden nicht geklaut sondern mitgebracht.&amp;quot;, &amp;quot;Wi hebben dragen as de Immen&amp;quot;, man war findig genug, sich auf dem Rangierbahnhof Zugang zu der nahrhaften Ladung der Waggons zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor wieren männigmal mier Addebors as Poggen.&amp;quot; Wenn eine Kartoffel-Ladung geplündert wurde.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder verstanden es, sich diese Quelle zu erschließen und ihr Los zu erleichtern.&lt;br /&gt;
:&amp;quot; Nicht selten gab es gar ein ein stilles Bündnis mit den Bahnangestellten.&lt;br /&gt;
:Im dezember 1915 stellte man so Ertappte vor Gericht.&lt;br /&gt;
:Unter den 39 Angeklagten aus Warnemünde und Umgebung waren allein 19 Bankangestellte.&lt;br /&gt;
:Die Anzahl der Diebstähle war nicht mehr feststellbar.&lt;br /&gt;
:Schuld nicht mehr persönlich zuordenbar, so dass [[das Verfahren]] schließlich im Sande verlief.&lt;br /&gt;
KFC 45 560-566 KFC 46 171-324 153S. Anklageschrift&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
====Die Bahnberaubungen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
HG&lt;br /&gt;
[[Protokoll des Gerichtsverfahrens]] einfügen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde in der Zeit des dritten Reiches und des zweiten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Franzosenlager auf der Hohen Düne====&lt;br /&gt;
(Quelle Dr. Reno Stutz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====* [[Das Kriegsende In Warnemünde am 1. Mai 1945]]====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Hafen mit Leuchtfeuern und Molen==&lt;br /&gt;
===Die erste Leuchte am Ost-Ende der Hohen Düne ab 1323 bis warscheinlich 1487===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Warnemünder Leuchtturm in  &amp;quot;die Wahrhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberuhmten alten See- und Hensestadt Rostock&amp;quot; von 1578 bis 1586 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1832 Bevor der Leuchtturm kam===&lt;br /&gt;
(Wilfried Steinmüller) (WG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Offensichtlich war ursprünglich ein hölzerner Bau geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Planung Leuchtturm Freim Abendbl Januar 1832.jpg|Eine Zeitungsmeldung im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; Januar 1832&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde die Leuchte um 1870.jpg|Die Leuchte, der 1836 erbaute Vorgänger unseres heutigen Leuchtturms, links daneben der Signalmast&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturm, das Wahrzeichen von Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemuende Leuchtturm im Bau.jpg|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm im Bau 1897/98]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leuchtturm Warnemuende vor 1905.JPG|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm vor 1905]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1898 wurde der Warnemünder Leuchtturm, heute wohl wichtigstes Wahrzeichen des Ostseebades seiner Bestimmung übergeben. Versucht man die Wurzeln seiner Entstehung zu ergründen,  entdeckt man in alten Quellen bald, daß die Überlegungen zur Errichtung eines solchen Bauwerkes schon viel weiter zurückliegen.&lt;br /&gt;
:Auch in den Zeitungen des 19. Jahrhunderts wiederspiegelt sich dieses Thema. &lt;br /&gt;
:So weiß das &amp;quot;Freimütige Abendblatt&amp;quot; in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts dazu folgendes zu berichten: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hinsichtlich der jüngst von hier gemeldeten Absicht, ein Feuersignal im Warnemünder Seehafen anzulegen, ist es allgemein zu bedauern, daß man weit davon entfernt scheint, die Ideen zum Grunde zu legen, die der verstorbene sehr unterrichtete und hellsehende Schiffskapitän Eichmann, ehemaliger Lehrer der Nautik hieselbst, in einer höchsten Ortes vor etwa 6 Jahren von ihm über die Frage an welchem Punkte der mecklenburgischen Seeküste es am vorteilhaftesten wäre einen ordentlichen Leuchtturm zu errichten, erforderten und eingereichten, überaus wohlgearbeiteten Denkschrift, über die, seiner Meinung nach, in Warnemünde allein am allernützlichsten und unentbehrlichsten zu verfügende Errichtung eines solchen Leuchtturms entwickelt hat. Der Referent hat dies Memoire damals gelesen, und erinnert sich noch mit Vergnügen der lichtvollen mündlichen Erläuterungen des einsichtsvollen Verfassers, so wie der Wärme, mit der er den seit einigen Jahren neugebaueten und mit englischen Leuchtinstrumenten versehenen Leuchtturm zu Cuxhafen als das vortreffliche Modell pries, dem man in Warnemünde zu folgen hätte. Aber freilich steht die hohe Nützlichkeit, ja unentbehrliche Nothwendigkeit einer solchen Anstalt, so wie ihre dem Muster nacheifernde Vortrefflichkeit, die der Referent vor fünf Jahren stundenlang zu untersuchen und zu bewundern Gelegenheit hatte, auch im Verhältnis zu den sehr erheblichen Kosten, die die Nachahmung zu Warnemünde erfordern würde; Kosten zu denen, wenn dieser Gedanke je ins Leben träte, Fürst und Land, aus den entscheidenden Gründen wahren Gemeinwohls, auf die Hälfte oder doch ein Drittel beisteuern müßten und könnten.&lt;br /&gt;
:Rostock den 30. Januar 1832&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Immer wieder bieten die so &amp;quot;hellseherischen&amp;quot; Gedanken jenes Kapitäns  Eichmann Stoff zur Diskussion über die längst fällige Errichtung eines Leuchtturmes und man kann ihn wohl getrost als geistigen Vater eines solchen Bauwerkes bezeichnen. Auch sonst bietet sein Wirken in Warnemünde noch reichliche Betätigungsfeld für die Warnemünder Geschichtsforscher.&lt;br /&gt;
:Der Anstoß war gegeben, aber bis zur Realisierung verging noch viel Zeit und das Thema bot im Freimütigen Abendblatt auch weiterhin reichlich Lesestoff, wie hier zum Beispiel drei Jahre darauf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was die schon vor mehreren Jahren beantragte Anlegung eines Leuchtturmes am Eingange des Warnemünder Hafens betrifft, so scheint diese Angelegenheit, obgleich sie, wie man erfährt, sowohl von den Seiten des Handels- als des Schifferstandes als sehr dringend empfohlen und von demselben auch bereits verschiedene annehmliche Offerten gemacht sein sollen, doch ganz in den Hintergrund gestellt zu werden, und vielleicht nur aus dem einzigen Grunde, weil die Rostocker Schiffahrt seit Jahrhunderten schon ohne Leuchtturm bestanden hat. Wohin aber sollen solche Grundsätze führen ? Man überzeuge sich doch endlich von der Nützlichkeit, ja von den Notwendigkeit dieser Einrichtung! Eben wegen des Mangels derselben scheiterte noch jüngst wiederum ein Schiff; denn das Ansegeln an die mecklenburgische Küste bei irgend trüber Witterung, besonders bei starkem Sturm und Seegange ist bekanntlich sehr gefährlich. Unsere Baubehörde wird deshalb wenn sie sich auch in dieser Hinsicht des Raths sachkundiger Männer bedient, gewiß keinen Anstand nehmen, auch diesem Gegenstande seine Erledigung zu verschaffen, zumal da bei den vorseienden Hafenbauten gewiß der Bau eines solchen Leuchtthurmes auf eine zweckmäßige und vieleicht minder kostspielige Art als sonst zur Ausführung gebracht werden kann.&lt;br /&gt;
:Rostock den 29. December 1835&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Folgejahr schließlich scheint die Sache in Gang zu kommen denn in der Augustausgabe steht zu lesen: :&amp;quot;Bei der am 16.des Monats stattgefundenen Grundsteinlegung zu dem auf der Düne Warnemünde´s zu erbauenden Leuchtthurm war leider der Mehrzahl der hier Anwesenden Fremden der zu dieser feierlichen Handlung angesetzte Zeitpunkt fremd geblieben, weshalb nur ein kleiner Teil derselben auf der bezeichneten Anhöhe sich versammelt hatte. Befremden mußte es wohl allgemein, daß von der obersten städtischen Behörde nichts geschehen war um diesem Actus auch in seiner äußerlichen Form eine festliche Bedeutung zu geben, das auch nicht eines ihrer Mitglieder gekommen war, um die Theilnahme an einem Werke an den Tag zu legen, welches dem Vaterlande zur Ehre und so vielen zur Rettung und zum Heile gegründet werden sollte. Freuen müssen wir uns aber andererseits, daß dennoch diese Handlung nicht ohne eine gewisse Solenität &#039;&#039;(Feierlichkeit)&#039;&#039; vollzogen wurde. Es hatte nämlich eine Dame aus Rostock (C.v.W.) diesen Gegenstand in einem Gedichte besungen, welches auf allgemeines Begehren ein gerade anwesender, sehr beliebter Redner, Herr Candidat Bartsch aus Rostock, nachdem er einige, dem Gegenstande angemessene Worte vorausgeschickt, auf eine dem Inhalte des Gedichtes vollkommen entsprechende Weise recitierte. Nachdem hierauf von dem Herrn Administranten des Baues ein Toast unter dem Klange der Gläser ausgebracht worden, wurde diese eben so einfache als ansprechende Feier beendigt. Wie es heißt, erreicht der Bau, unter der Leitung des Stadtbaumeisters Herrn Schwedtler, noch vor dem Winter seine Vollendung.&lt;br /&gt;
:Warnemünde d. 19. August 1836&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leider nennt uns die Zeitung jener Tage den Verfasser der Zeilen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1897/98 der Bau des Warnemünder Leuchtturms====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Nebel mussten Sondermaßnahmen durchgeführt werden (Hornsignale, Glocke, Nebelkanone). Die Entwicklung der Rostocker Segelschiffflotte zur größten im Ostseeraum mit 372 Schiffen im Jahre 1878 machte einen weiteren Ausbau der Hafeneinrichtungen zwingend notwendig. So wurde bereits im Jahre 1862 dem Rat der Stadt Rostock ein Entwurf vorgelegt zum Umbau der Hafenleuchte in Warnemünde zu einem vollständigen Leuchtturm mit prismatischem Laternenhaus. Aber erst im Jahre 1897/98 kam es dann zum Bau des Leuchtturms in seiner jetzigen Form. Davor waren durch Streitigkeiten über die Notwendigkeit und die Finanzierung des Leuchtturms mehr als 30 Jahre ins Land gegangen. Erbaut wurde der Turm unter der Leitung des Rostocker Hafenbaumeisters Karl Friedrich Kerner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Leuchtturm mit Signalmast 1904.jpg|thumb|600px|links|Der neue Leuchtturm und links daneben der Wetteranzeiger-Signalmast 1904]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde1904 Handskizze Ludwig Krause Bedeutung der Signale am Mast.jpg|thumb|450px|rechts|Handskizze des Historikers Ludwig Krause über die Bedeutung der Signale am Mast neben der Leuchte 1904]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Feuer wurde zunächst mit Petroleum betrieben, das aus dem Petroleumkeller, in dem 4 Petroleumbottiche untergebracht waren, heraufgepumpt werden musste. Im Jahre 1917 wurde das Licht auf Gas umgestellt. Um 1927 wurde der Leuchtturm auf elektrisches Licht umgestellt. Die Lampentypen wurden ständig dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Heute wird der Turm mit einer 250W/230V HQL-Lampe betrieben.&lt;br /&gt;
Das Linsensystem wurde von der Firma Picht &amp;amp; Co. Rathenow geliefert und eingebaut und tut noch heute in unveränderter Form seine Dienste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Auszug aus: &amp;quot;Verschwunden - Vergessen - Bewahrt, Denkmale der Rostocker Technikgeschichte&amp;quot; Hans-Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 1995  &lt;br /&gt;
*[[&amp;quot;Leuchtturm Warnemünde&amp;quot; Hans Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 2013&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=sYbcAokrAQw  Gerd Lau MV1 TV]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1968 Die Symbiose von Teepott und Leuchtturm als Warnemünder Wahrzeichen====&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1936.jpg |thumb|250px|rechts|Warnemünde mit Leuchtturm und Teepavillon 1936]]&lt;br /&gt;
;1926 Der runde &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht&lt;br /&gt;
:neben dem Warnemünder Leuchtturm in unmittelbarer Nachbarschaft, den der Volksmund schon bald nach seiner Eröffnung &amp;quot;Teepott&amp;quot; nannte. &lt;br /&gt;
:Er brannte 1945 ab.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Der Architekt Ulrich Müther und der Hyparschalenbau&lt;br /&gt;
;noch fortsetzen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Teepott 1979 OKR.jpg|400px|thumb|rechts|Inneres des Teepotts 1979]]&lt;br /&gt;
;1967/68 Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten.&lt;br /&gt;
: Eine Architektengruppe des Wohnungsbaukombinates Rostock um Stadtplaner Erich Kaufmann entwickelte das Gebäude des &amp;quot;Teepotts&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die statische Konstruktion eines Hyparschalenbaus erstellte dazu der Konstrukteur Ulrich Müther aus Binz. Die Dachkonstruktion besteht aus einer Membranschale, die Last der 1000 m2 umfassenden Dachfläche ruht auf nur drei Auflagenpunkten. Die Dachschale hat eine Dicke von 7cm.&lt;br /&gt;
:Die künstlerische Gestaltung führten Achim Kühn, Inge Jastram und Felix Büttner aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Teepott seit der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. &lt;br /&gt;
:Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Molen und Seezeichen===&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Becker beschreibt den Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen &lt;br /&gt;
:(Freimüthiges Abendblatt 1826):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;500px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 a wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen a&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 b wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fischerei==&lt;br /&gt;
(u.a. Warnemünder Jolle) noch einpflegen&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts===&lt;br /&gt;
:Niemand der nach Warnemünde kann sich dem besonderen Flair des Alten Stromes und des Fischereihafens an seinen beiden Ufern entziehen.&lt;br /&gt;
:Allein schon der Duft von frischem Räucherfisch zieht die Touristen magisch an.&lt;br /&gt;
:Lang ist die Tradition der Fischerei in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bereits 1494 befuhren nicht weniger als 30 Warnemünder Fischer ihre Fangplätze in der Ostsee und leisteten ihre Abgaben an den dänischen Vogt auf Schonen. Sie befuhren bzw. befischten die gesante südwestliche Ostsee.&lt;br /&gt;
:Die größte Länge der damaligen Fischerboote betrug ca. 6,30m und 2,20 Breite.&lt;br /&gt;
:Ab 1880 mußten die Fischer Registriernummern an Booten und Segeln führen, 1917 ergänzt durch &amp;quot;WA&amp;quot; vor der Registriernummer.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder selbst befaßten sich ungern mit dem Bootsbau und überließen das den Tischlern und Stellmachern aus Groß-Klein.&lt;br /&gt;
:Gefischt wure mit Stellnetzen, Waden Reusen, Angeln und Eisen.&lt;br /&gt;
:Die Netze und Angeln wurden in Warnemünde gefertigt und in der heutigen Friedrich-Franz-Straße entstand die erste 250m Reiferbahn.&lt;br /&gt;
:Aber nicht nur gefischt wurde von den Warnemündern sondern sie verkauften ihre Fänge zu großen Teilen auch selbst.&lt;br /&gt;
:In erster Linieg boten sie ihre Fänge regelmäßig auf dem Rostocker Markt an.&lt;br /&gt;
:Da der Markt bereits um 8.00 Uhr öffnete, mußte die Ausfahr zum einholen der Netze schon morgens zwischen 1 und 2 Uhr erfolgen.&lt;br /&gt;
:Leider wurden nie Aufzeichnungen über Fangmengen und erzielte Preise gemacht.&lt;br /&gt;
:Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wares den Warnemünder Fischern per Rostocker Edikt strikt untersagt auf dem Breitling zu fischen. Das war den Rostocker Fischern, die ihren Standort uweit der Petribrücke hatten, vorbehalten.&lt;br /&gt;
:Wenn aber Rostocke fischer nach Warnemünd kamen, hieß es &amp;quot;Vorsicht die Türken kommen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das hatte aber nichts mit Bewohnern die aus der Türkei kamen zu tun,sondern ein einstiger Rostocker Fischmeister hieß Thürk und wurde zum Namensgeber dieses Ökelnamens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 50iger Jahren wurde in Warnemünde eine sehr leistungsfähige FPG (Fischerei-Produktionsgenossenschaft) gegründet.&lt;br /&gt;
:Es entstand eine neue Löschhalle zur Übernahme des gerade angelandeten Fisches und eine Fischverarbeitungsstätte.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlich angelandeten Fische waren Ostsee-Hering, Dorsch, Steinbutt, Scholle und Lachs.&lt;br /&gt;
:Edelfische gingen in den Export, Hering und Dorsch kamen in die genossenschaftseigenen Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Fischverwertungsgenossenschaft Warnemuende.JPG|Fischverwertungsgenossenschaft Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:FPG Warnemuende.JPG|Fischerei-Produktionsgenossenschaft (FPG) Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:Fischverarbeitung Warnemuende.JPG|Fischverarbeitung in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem Umbruch 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1990 verzeichnete die heimische Fischerei wegen der einströmenden Fisch-Importe, besonders aus Holland, mit der Kutterfischerei in Warnemünde rapide bergab.&lt;br /&gt;
:Heute gibt es nur noch drei privae Kutterfischer, die ums Überleben kämpfen.&lt;br /&gt;
:Eine Reihe der darüber hinaus verbliebenen Kutter führen oft Angeltouren für die zahlreichen Touristen durch.&lt;br /&gt;
:Deren Tour-Angebote sind sehr beliebt und sind meist lange voraus ausgebucht.&lt;br /&gt;
:Trotz des Niederganges der Küstenfischerei ist das Flair eines Fischereihafens geblieben und dort fangfrischen Fisch geräuchert oder als Bismark-Hering angeboten haben auch eine zusätzliche Anziehungskraft Warnemünde und die Fischer zu besuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Lotsenwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Lotsenordnung von 1782]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Lotse und das Einlaufen in den Hafen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Lotsenordnung 1782 01.jpg|300px| rechts| Die Rostocker Lotsenordnung von 1782 a]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Schwierigkeit der Hafeneinfahrten erforderte, dass das Schiff von einem Spezialisten in den Hafen geführt wurde, der alle Tücken des Fahrwassers genau kannte, das ist der Lotse.&lt;br /&gt;
:Seine Verantwortung ist groß, größer als sie Brinckmans humoristische Charakteristik im „Kasper Ohm“ erkennen läßt: „Loots is´n Loots ´n Kierl, de sein Schuldigkeit doon mööt, Haaben rin un Haaben ruut, süs ward he oewer Buurd smäten, un doför kriggt he sein Betalung!“&lt;br /&gt;
:Weit draußen vor der Hafeneinfahrt warten  die Lotsenboote bei jedem Wetter auf Schiffe, die den Hafen anlaufen wollen.&lt;br /&gt;
:Über die Tätigkeit der heimischen Lotsen wird mancherlei erzählt:&lt;br /&gt;
:Fiew Lotsen wieren hier in Warnemünd in´t Boot. Dree bleben langsiet un maakten naher dat Schipp fast. Twee stegen oewer.&lt;br /&gt;
:De Warnmünner Lotsen säden, wenn se an Buurd güngen: Klaas, gah du an´t Stier, ik gah an´t Kommdier („Ich regier“, ich gebe die Kommandos).&lt;br /&gt;
:De Lotsen smus´ten solang´rüm up´t Schipp bi´n Kaptain, un güngen nich ihrer von´t  Schipp, bet se´n Foi kreegen.&lt;br /&gt;
:Näherte sich ein Schiff der Warnemünder Reede, dann fuhren in einem Eifer, Geld zu verdienen, die Lotsen oft schon aus, ehe das Schiff die Lotsenflagge zeigte, dann gab es aber gelegentlich bittere Enttäuschung.&lt;br /&gt;
:Wenn de Warnmünner Lootsen ruutführt wieren mit ehr Boot un dat Schipp denn oewer Stagg güng un na buten fohrt, denn schüllen de Lotsen „Dat is´n Heichler“ („Das ist ein Heuchler“, er tat nur so, als wollte er den Hafen anlaufen.)&lt;br /&gt;
:Wi Lotsen säden, wenn en Schipp oewerkrüzen ded`vör.nHaben: „Dat is´n Bidewinner (Das Schiff segelt bei dem Winde).&lt;br /&gt;
:Wenn es so stürmisch war, dass die Lotsen nicht hinauskamen, gab es ein Aushilfsmittel, das Schiff in den Hafen zu lotsen, denn würd de Windbaak bruukt.&lt;br /&gt;
:Dat wier up´t Warnmünner Spill ´ne Flagg mit´n langen Staken, dor winkten se mit.&lt;br /&gt;
:Wenn slicht Wäder wier, dat de Lotsen nich ruutgahn künnen, würd mit de Windbaak winkt.&lt;br /&gt;
:Wo de henwinkt, dor mööt he´t Roder henleggen.&lt;br /&gt;
:Wenn hoges Wäder wier un de Strom dull uutloopen ded, würden mit de Windbaak Tecken gäben.&lt;br /&gt;
:Wenn dat Schipp to läg´stüern ded´, würd dormit  winkt, he süll na de anner  Siet stüern.&lt;br /&gt;
:Wnn keen Wind wier un de Strom in War´münn  hart utloopen ded´, dat dat Schipp dor nich gegenankünn, denn müßten de ollen Lotsen dat Schipp rintrecken. Denn geew de Schipper´n Soopji uut.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren Lotsen, dee all up´t Ollendeel wieren. &lt;br /&gt;
:Früher wier dat jo all schier un glatt an´n Strom (es ist gemeint, dass am Strom entlang habe ein glatter Weg geführt.)&lt;br /&gt;
:De Lien würd an´n Mast bunnen.&lt;br /&gt;
:De Treckers hadden´n Trecksädel, dor wier´n höltern Knoop aan.&lt;br /&gt;
:Wenn´n Schipp fastkeem bi de Infohrt, würd dat Gangspill dreiht, dorbi würd ok sungen.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl, dorbi müßt he sik mit de Bost upleggen. Dat keem vöör, dat he dorbi ringahn ded´ in´t Water.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren vier bet söß Mann, oder twee Pier tröken.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl. &lt;br /&gt;
:(Richard Wossidlo WRQG 1940 )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende===&lt;br /&gt;
* [[Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende|Warnemünder Lotsenkapitän Stefan Jantzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Zollwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zollamt am südlichen Ende der Häuserreihe am Strom wurde 1891/92, wahrscheinlich vom Stadtbaumeister Gustav Dehn erbaut. (WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Zollwesen in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde um 1900 der Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Kaiserliche Zollamt.jpg|Der kaiserliche Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Zollamt.&lt;br /&gt;
Datei:AK Zollamt Warnemuende circa 1917.jpg|Das Zollamt auf einer Ansichtskarte 1917.&lt;br /&gt;
Datei:Zollamt Warnemuende circa 1990er.jpg|Das Gebäude des ehemaligen Zollamtes in den 1990er Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Kirchen und die drei Friedhöfe von Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Jahrhunderte sind in Warnemünde mindestens vier Kirchen nachweisbar.  Zwei frühe Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert fielen den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Rostock und den Dänen zum Opfer.&lt;br /&gt;
Die erste steinerne Kirche wurde um 1280 wahrscheinlich auf Veranlassung des Doberaner Klosters erbaut, was zur Folge hatte, das das Kloster auch über eine sehr lange Zeit deren Kirchenpatronat inne hatte. Als Rostocker die Kirche nach einem Sieg gegen die Dänen abbrannten, wurde dieser Frevel sogar dem Papst in Rom gemeldet. &lt;br /&gt;
Die Stadt wurde im Dezember 1312 mit dem Bau einer neuen hölzernen Kirche beauftragt, die aber ebenfalls durch Feuer zerstört wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die alte Kirche mit ihrem Friedhof bei der Vogtei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Vorläufer der heutigen Kirche war ein Gotteshaus, das ganz in der Nähe des Alten Stroms einige Meter nördlich von der Vogtei stand und Anfang des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut worden war.&lt;br /&gt;
:Sie hatte an der Südseite zwei Anbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der &amp;quot;Alte Kirchhof am Strande&amp;quot;===&lt;br /&gt;
:noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die neue Kirche===&lt;br /&gt;
:Da die Einwohnerzahl von Warnemünde ständig wuchs und die alte Kirche (&amp;quot;Fischerkirche&amp;quot;) zunehmend baufällig wurde, begann im September 1867 die Errichtung eines neuen Gotteshauses. &lt;br /&gt;
:Am 1.10.1871 fand in Gegenwart des Großherzogs Friedrich Franz II. die feierliche Einweihung statt. &lt;br /&gt;
:Das Gotteshaus entstand nach einem Entwurf des Rostocker Baumeisters Wilhelm Wachenhusen. &lt;br /&gt;
:Der kreuzförmige Backsteinbau birgt wichtige Bestandteile von der Innenausstattung der alten Warnemünder Kirche. &lt;br /&gt;
:Zu den bemerkenswetesten Gegenständen dürfte die überlebensgroße Schnitzfigur des heiligen Christophorus (Ende 15.Jh.) gehören. &lt;br /&gt;
:Die alte &amp;quot;Fischerkirche&amp;quot; wurde 1874 abgerissen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Geschichte am Rande:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Das zum Kirchspiel Warnemünde gehörende Dorf Diedrichshagen, das zuvor noch in Schwaan eingepfarrt war, kam nach dem Dreißigjährigen Krieg unter das Dach der Warnemünder Kirche.&lt;br /&gt;
:Dort in der alten Kirche am Ufer des &amp;quot;Alten Stroms&amp;quot;, befand sich vor der Ostwand die geschnitzte, überlebensgroße Figur des heiligen Christophorus.&lt;br /&gt;
:Als 1871 nun die neue Kirche fertiggestellt war, sollte die große Figur nicht mehr übernommen werden.&lt;br /&gt;
:Besonders die Diedrichshäger Pfarrkinder protestierten dagegen und erklärten, ohne Christophorus würden sie keine Ababen mehr leisten, sondern sich selbst eine Kirche bauen.&lt;br /&gt;
:Sie waren alter Überlieferung gemäß hier nur so lange eingepfarrt, wie die Figur im Gotteshaus stünde.&lt;br /&gt;
:Die Kirchenleitung gab klein bei, und der Schutzpatron der Reisenden blieb dem Gotteshaus und uns bis heute erhalten.&lt;br /&gt;
* [http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/fullscreen/PPN407465633d2731312e30312e30312e27_40636c6173736e756d3d273236312e27_407369673d2733352f3320303227/1/ Grundriß der neuen Kirche]&lt;br /&gt;
* [[Die neue Warnemünder Kirche im Schlie Bd.1 S.285-291]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Kirchenplatz um 1875 a.jpg|Kirchenplatz mit neuer Kirche um 1875&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünder Pfarrkirche um 1900.jpg|Die Warnemünder Pfarrkirche um 1900&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Inventarteile die aus der Vorgängerkirche übernommen wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Schnitzalter von 1475 (angeblich eine Danzige Arbeit, über See nach Warnemünde verschifft)&lt;br /&gt;
:Im Schrein befinden sich zwei Gruppen von Heiligen jeweils unter Maßwerkbaldachinen, dazu 3 Heilige in den Flügelaußenseiten.&lt;br /&gt;
:- Kanzel mit Schalldeckel von 1591&lt;br /&gt;
:- Heiliger Christophorus - monumentale Schnitfigur vom Anfang des 16. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder machten ihn zum Schutzheiligen des Ortes&lt;br /&gt;
:Einer Legende nach sollte der Christophorus Tränen vergießen können.&lt;br /&gt;
:Einer weiteren Legende nach lebte in der Frühzeit Warnemündes in der Nähe der Vogtei ein Mann, der Leute bei Bedarf gegen einen kleinen Obolus über den damals noch flachen Strom trug. Er galt als Sinnbild des Warnemünder Christophorus.&lt;br /&gt;
:- Altargemälde mit Kreuzigungszene von Gustav Stever um 1870&lt;br /&gt;
:- Zwei Pastorenporträts: J.Albinus gest. 1670 und N.Bims gest. 1724&lt;br /&gt;
:- Gestühlwangen mit Inschriften und Hausmarken 16.-18.Jh.&lt;br /&gt;
:- Truhe von 1620&lt;br /&gt;
:- Glocke von 1434&lt;br /&gt;
:- Votivschiffe von 1820 und 1885 (Dankesgabe von in Seenot geratenen und geretteten Seeleuten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei der Sturmflut vom 12.-14. November 1872 retteten sich viele Einwohner in die Kirche, als Warnemünde nach dem Durchbruch der Dünen westlich des Ortes wie auf einer Insel lag. Zuletzt mußten die Geretteten auf die Bänke steigen, während draußen Lotsenkommandeur Stephan Jantzen  mit seinen Lotsen Menschen aus unmittelbarer Gefahr rettete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der neue Friedhof===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Denkmalgeschichten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für John Brinckman im Warnemünder Kurpark===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Brinckman Stein b.JPG|thumb|450px|rechts|Warnemünde Brinckman-Stein im Kurpark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Ein Dichter und sein Gedenkstein - John Brinckman kam zur Kur ins Seebad&amp;quot;====&lt;br /&gt;
:(Autor: Ronald Piechulek in Ostsee-Zeitung 22.11.2002)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 18. September 2001 wurde der John Brinckman-Gedenkstein am Kurhausgarten gegenüber dem Institut für Ostseeforschung &#039;&#039;(nach 1914 zum zweiten Mal)&#039;&#039; eingeweiht.&lt;br /&gt;
:Zum Dichter und zur Geschichte des Steins recherchierte der Warnemünder Ortschronist Ronald Piechulek:&lt;br /&gt;
:John Frederick Brinckman wurde am 3.Juli 1814 in der Rostocker Koßfelder Straße als zweiter Sohn einer Kapitänsfamilie geboren. Er war sieben Jahre alt, als Warnemünde erstmals als Badeort erwähnt wurde. John Brinckman der sich zur Seefahrt hingezogen fühlt, erlebte, wie im Jahre 1834 der Dampfer &amp;quot;Rostock-Packet&amp;quot; seine regelmäßigen Fahrten zwischen Warnemünde und der Stadt aufnahm 1834 ließ er sich an der Rostocker Universität immatrikulieren und studierte bis 1837 Jura und Philosophie. Die akademische Laufbahn fand ein jähes Ende, als John Brinckman am 26.September 1838 wegen &amp;quot;versuchter Stiftung eines verbotenen Vereins&amp;quot; an der hiesigen Universität zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Diese Strafe brauchte er aufgrund eines Gnadenerlasses des Großherzoges jedoch nicht zu verbüßen.&lt;br /&gt;
:Diese und andere Erlebnisse bewogen Brinckman. 1839 seiner Heimatstadt den Rücken zu kehren und in den USA sein Glück zu versuchen. Das Heimweh und die Nichterfüllung seiner Wünsche und Vorstellung ließen aber John Brinckman 1842 nach Mecklenburg zurückkehren. Nach mehreren Anstellungen in verschiedenen mecklenburgischen KLeinstädten führte ihn sein Weg nach Güstrow, das nun seine Wahlheimat werden sollte. Dennoch zog es ihn immer wieder nach Rostock zurück.&lt;br /&gt;
:Brinckman weilte von 1850 bis 1870 jeweils in den Sommerferien in Warnemünde anfangs allein, später mit der gesamten Familie. &lt;br /&gt;
:Sie fand Unterkunft in dem Haus am Strom Nr. 35.&lt;br /&gt;
:Seine schwankende Gesundheit zwang den Dichter, in den letzten Lebensjahren dem eindringlichen Rat seines Arztes zu folgen und in Warnemünde , das für seine Heilkuhren berühmt war, Erholung zu suchen.&lt;br /&gt;
:Bei den Warnemündern war Brinckman ein gern gesehener Gast. Am Tage saß er stundenlang am alten Strom, snackte mit den Fischern und Lotsen Platt und ließ sich von ihnen Geschichten erzählen, die sicherlich einmal in seinen Werken Niederschlag finden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Wihred, hollen bi de Enthüllungvon den &amp;quot;John Brinckman-Steen&amp;quot;, in Warn´münn von H. Burmeister-Rostock&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
;(Weiherede gehalten bei der Enthüllung von dem &amp;quot;John Brinckman-Stein&amp;quot;, in Warnemünde von H.Burmeister_Rostock]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 38 am 16.Juni 1914 S.335/336)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;John Brinckman - Taun´n 100. Geburtstag (3.Juli 1914)&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 34, 4.Juli 1914)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Reuter-Stein und die Reuter-Eiche bei der Sedan-Wiese===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche erfolgte anlässlich des 100. Geburtstages der Schriftstellers am 6. November 1910. Stein und Eiche befanden sich an der damaligen Sedan-Wiese. Diese Wiese, die an den vorentscheidenden Sieg der deutschen Armee nahe der französischen Stadt Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870/71 erinnern sollte, befand sich westlich des damals neuen Warnemünder Friedhofs und heutigen „Stephan Jantzen-Parks“. Zur Einweihung findet sich in der Rostocker Zeitung vom 8. November 1910 eine Meldung über „Die Reuter-Jubiläumsfeier des Plattdeutschen Vereins in Warnemünde“. Darin heißt es: „In unmittelbarer Nähe der Küste, etwas unterhalb der Dünen pflanzte der Plattdeutsche Verein in Warnemünde zum Andenken an den Dichter eine Eiche und setzte dazu einen Denkstein mit einer Inschrift. Die Feier fand unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft statt. Ein stattlicher Festzug bewegte sich vom Vereinslokal zu dem in Aussicht genommenen Platz in den neuen Anlagen. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden des Plattdeutschen Landesverbandes, Herrn Burmeister aus Rostock, übernahm Vogt Rechtsanwalt Beselin im Namen des Ortes Eiche und Denkmal. (…)“&lt;br /&gt;
Der Stein mit dem Namen und den Lebensdaten des Heimatdichters sollte die Eiche markieren. Es ist derzeit unklar, ob die ursprünglich gepflanzte Eiche noch existiert. Ungeklärt ist auch, was aus dem Stein wurde. Wie bei anderen Gedenksteinen aus Warnemünde, hält sich auch hier das Gerücht er sei im Fundament des Neptunhotels verbaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.jpg|Ansichtskarte mit Gruppenfoto des Plattdeutschen Vereins zur Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche 1910.&lt;br /&gt;
Datei:Ausschnitt AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.JPG|Reuter-Stein und Reuter-Eiche in Nahaufnahme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pressemeldung zur Vorbereitung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche im Rostocker Anzeiger vom 27.10.1910]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Fritz Reuter-Stein vor der Warnemünder Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Reuter-Stein Warnemuende.jpg|Der Warnemünder Reuter-Stein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bismarck-Stein auf der Promenade===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck Spoek-Stein Warnemuende.jpg|Der Bismarck-Stein vor seiner Aufstellung&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck-Stein Warnemuende.JPG|Der Bismarck-Stein auf einer alten Postkarte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) erhielt auch in Warnemünde Ehrungen und Denkmäler. So wurden unter anderem die Promenade und die anliegende Heinrich-Heine-Straße nach ihm benannt. Eine weitere Würdigung erhielt Bismarck in Warnemünde in der Form eines Gedenksteines, der am 25. August 1907 auf der Promenade feierlich eingeweiht wurde. Verbunden mit verschiedenen Ehrerbietungen, Reden und Kranzniederlegungen, wurde der Gedenkstein festlich enthüllt. Das Denkmal fand seinen Standort mitten auf der belebten Promenade und war mit dem Schriftzug „Bismarck zum Gedächtnis“ verziert.  Durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde dem Bismarck-Gedenkstein nach Kriegsende zunächst sein Schriftzug entfernt, bevor er 1968 endgültig von der Promenade verschwand. Versuche, den schweren Koloss an einen anderen Standort zu verlegen scheiterten und hatten die Sprengung des ehemaligen Denkmals zur Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Einweihung 1927.jpg|Einweihung des Kriegerdenkmals 1927&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Namen.jpg|Kriegerdenkmal Warnemünde: Blick auf die Namensliste&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Abriss.JPG|Kriegerdenkmal Warnemünde: Abrissarbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund SVZ 23te Januar 2006 a.jpg|thumb|450px|links|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ 23. Januar 2006]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund OZ 27te Januar 2006.jpg|thumb|600px|rechts|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ  2006]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Geinitz-Stein an der Stoltera===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Geinitz-Stein Warnemuende.JPG|Der Geinitz-Stein an der Stolteraa&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eugen Geinitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Gedenktafeln===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten auf den Warnemünder Gedenktafeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Opfer von Krieg und Gewalt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kunst im öffentlichen Raum in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Denkm%C3%A4ler,_Brunnen_und_Skulpturen_in_Rostock Wikipedia-Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Rostock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Planetenweg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder Planetenwanderweg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionspflege, Kultur und Vereinsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Reichsgründung 1871 entfaltete sich auch in Warnemünde ein reges Vereinsleben: Gesangsvereine, Ortsinteressenverein, Sportvereine etc. gründeten sich. Der erste Verein in Warnemünde, der eindeutig der Traditionspflege zuzuordnen ist, war der 1902 gegründete &amp;quot;Plattdeutsche Verein für Warnemünde und Umgegend&amp;quot;. In der Zeit der DDR waren es verschiedene Zirkel der Warnowwerft und insbesondere der Kulturbund der DDR, die die Kulturarbeit im Ort maßgeblich prägten. Nach der Wiedervereinigung kam es zu zahlreichen Vereinsgründungen, z.B. der Gemeinnützige Verein für Warnemünde e.V. (kurz Warnemünde-Verein), der Warnemünder Sportverein e.V. oder auch der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. (kurz Leuchtturm-Verein). Einige Vereine sehen sich dabei in der Tradition mit ihren historischen Vorläufern, wie z.B. der Warnemünder Segel-Club e.V. und der Tennisverein Blau-Weiß Warnemünde e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Klaashahns===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1963 waren es acht junge Segler aus der Betriebssportgemeinschaft der Warnowwerft, die zusammen kamen, um die Abende gemeinsam mit dem Singen von Seemannsliedern und Shantys zu verbringen. Sie selbst fanden Gefallen daran und auch zufällige Zuhörer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Auftritt der Sänger fand am 7. Mai 1964 im Warnemünder Veteranenclub mit großem Erfolg statt. Erst danach beschloss man, eine Shantygruppe zu bilden und sich den Namen „De Klaashahns“ zu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründungsmitglieder der Shantygruppe waren: &lt;br /&gt;
Edwin Lenz, Uwe Jahnke, Kurt Jahnke, Dietrich Zager, Siegfried May, Helmut May, Christian Rösler, Lutz Buchmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Trachtengruppe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trachtengruppe wurde 1976 gegründet und setzt sich seither für die Erhaltung und Pflege der Traditionen des Ortes ein. Dazu gehören insbesondere die alten Volkstänze, aber auch die niederdeutsche Sprache. Bei ihren Auftritten tragen die Mitglieder Trachten, wie sie um 1840 in Warnemünde getragen wurden. Einmal jährlich im Juli organisiert die Trachtengruppe das &amp;quot;Warnemünder Trachtentreffen&amp;quot;. Die Mitglieder der Trachtengruppe präsentieren seit 1976 im Zuge des &amp;quot;Warnemünder Ümgangs&amp;quot; historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Ümgang===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brauch des „Ümgangs“ geht zurück ins 14. Jahrhundert. In jedem zweiten Jahr wurde der Öllermann, der Wortführer des Altermänner-Kollegiums, gewählt. Gleichzeitig wurden die Steuereinkünfte von den Bürgerältesten abgerechnet.&lt;br /&gt;
Anschließend führte ein Umzug vorbei an Pfarre und Vogtei durch den Ort – auch gedacht als Repräsentanz der Warnemünder gegenüber Rostock. Diesen Brauch pflegte man bis 1850, in vereinfachter Form sogar bis 1909.&lt;br /&gt;
Als Bestandteil des Warnemünder Sommerfestes, heute im Rahmen der Warnemünder Woche, wird seit 1976 der „Warnemünder Umgang“ (seit 2001 „Nieger Ümgang“) durchgeführt.&lt;br /&gt;
Mitglieder der 1976 gegründeten Warnemünder Trachtengruppe verkörpern seither historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen. &lt;br /&gt;
Seit 1979 werden auch die sogenannten Ümgangsstäbe mitgeführt. Sie symbolisieren die drei wichtigsten Warnemünder Berufsstände: Fischer, Schiffer und Schiffbauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 01.jpg|Ümgang 1979.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1986.jpg|Ümgang 1986.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 02.jpg|Auf der Bühne am Leuchtturm, 1979.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünde-Verein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturmverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot;. Keimzelle für die Entstehung des Fördervereins war der Wunsch den Leuchtturm nach der Wende von 1989/90 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hauptinitiator hierbei war der damalige Rostocker Denkmalpfleger Gerhard Lau. Er und andere Enthusiasten, die sich schnell für diese Idee begeistern konnten, überzeugten den Bürgermeister der Stadt Rostock und das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) von dieser Idee.&lt;br /&gt;
Da weder die Stadt noch das WSA Personal hatten, um den Turm zu betreuen, wurde am 22. April 1994 daher der &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot; gegründet.&lt;br /&gt;
Das WSA, die Hansestadt Rostock und der „Leuchtturmverein“ einigten sich zugleich auf die Schließung eines Überlassungsvertrages zur Bewirtschaftung des Leuchtturms, der am 24. April 1994 direkt vor dem Leuchtturm unterzeichnet wurde. Der Turm ist seither unter der Obhut der Warnemünder Leuchtturmmänner wieder für alle geöffnet die den Aufstieg wagen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Einst und jetzt ein Stück Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der ursprüngliche &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine kleine Warnemünder Jolle rudert von schnellen kräftigen Schlägen getrieben die Warnow herauf.&lt;br /&gt;
:In dem Boot sitzt ein Mann mit seiner Frau. Schon von weitem wird es in Rostock als das des Tidingsbringers erkannt und spannungsvoll erwartet. Jetzt schießt es an das Bollwerk heran. Ein kleiner Mann springt ans Ufer, der Schweiß perlt ihm von der Stirn.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was gibts Neues, Jungmann, wer ist heute binnengekommen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Aber vergeblich sind alle Fragen. Der Tidingsbringer weiß genau, von wem er den klingenden Lohn für seine Neuigkeiten zu erwarten hat. Keine Sekunde darf verlorengehen, an niemand die Nachricht, die er bringt, vorzeitig verraten werden.&lt;br /&gt;
:Atemlos eilt er durch das Fischertor und verschwindet in der Strandstraße. Zuerst klopft er an die Tür des Steuermanns Schütz.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gute Nachricht Frau Schütz, Kapitän Lembke ist mit der Anna Maria im Ansegeln vor Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Ihr Mann wrd heute abend noch in den Hafen kommen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Diese dankt hocherfreut und lässt ein Silberstück in die Hand des Tidingsbringers gleiten.&lt;br /&gt;
:Weiter führt ihn sein Weg jetzt zur Wohnung des Kapitäns Krahnstöver und von dort zu den anderen Schiffer- und Steuermannsfamilien, denen er gleichfalls die freudige Mitteilung  machen kann, dass günstiger Wind die Schiffe mit ihren Angehörigen auf Warnemünde zusteuern lässt.&lt;br /&gt;
:Der letzte Gang gilt den weiter im Innern der Stadt gelegenen Kontoren der Reeder. Hier nimmter sich schon etwas mehr Zeit zur ausführlichen Berichterstattung, denn er ist sicher, dass ihm nun keiner mehr mit der Meldung der neuesten Schiffsnachrichten zuvorkommen wird.&lt;br /&gt;
:Bevor nach 1850 wegen des langen und beschwerlichen Landweges die Dampfer zum Hauptverkehrsmittel wurden und 1863 der Anschluss Warnemündes an das Telegrafennetz erfolgte, gab es zwei besoldete Tidingsbringer (auch Tidungenbringer) als Nachrichtenübermittler zwischen Rostock und seinem Vorhafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Über Bewegungen im Rostocker Schiffsverkehr, über Abgangszeiten, Bestimmungsort und mutmaßliche Rückkehr wussten diese genauso Bescheid, wie über Namen, Größe, Takelung und Kapitäne der Fahrzeuge, die sie mit dem Fernrohr durch Besonderheiten an Rumpf oder Takelage erkannten.&lt;br /&gt;
:(Auszug aus: Tidingsbringer - Ein Warnemünder Bäderjournal&amp;quot; Jahrgang 01 1996/1997 S.129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Im Jahre 1995 trafen sich Mitglieder des Leuchtturmvereins Warnemünde e.V. mit den beiden Verlegern Dr. Mathias Redieck und Achim Schade um einen neuen Tidingsbringer aus der Taufe zu heben, diesmal nicht vordergründig mit dem Ziel den Seemannsfamilien und Schiffsreedern Ankünfte oder Abreisen von Schiffen und ihren Besatzungen zu vermelden, sondern um alte und neue Nachrichten aus Warnemünde weit ins Land zu übermitteln.&lt;br /&gt;
:Damals ahnten sie nicht, das dieses, jährlich zwischen zwei Buchdeckeln randvoll mit spannenden &amp;quot;Tidings&amp;quot; &#039;&#039;(Nachrichten)&#039;&#039; gefüllte Medium in den nun folgenden zweieinhalb Jahrzehnten, seine Nachrichten hinaus bis nach Japan, Australien, Afrika und Amerika tragen wird. Selbst nach 30 Jahren (Stand 2025) halten noch immer viele Autoren Geschichte und Geschichten um Warnemünde und seine Menschen fest, bis eines Tages, warscheinlich wieder abgelöst durch neue Medien, auch wieder eine neue Form der Nachrichtenübermittlung wachsen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Warnemünder Geschichte(n) in mehr als 20 Bänden]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Tidingsbringer - Register der Band-Inhalte]] von Band 1- Band 25&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Segel-Club===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 gegründet ist der WSC seit 1926 Organisator und Veranstalter der Warnemünder Woche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Sportverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Edvard Munch Haus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Museumsverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Schulwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
(in Bearbeitung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schule wird für Warnemünde schon im 16. und 17. Jahrhundert erwähnt. Friedrich Barnewitz schreibt in seiner Ortschronik (1925), dass 1578 ein Schulmeister erwähnt wird und 1619 eine neue Schule errichtet wurde. Bis 1836 handelt es sich, wie vielerorts, um eine einklassige Schule. Barnewitz schreibt, dass die Warnemünder ihre Kinder nach eigenem Gutdünken zur Schule bzw. zum Küster schickten (beim Küster waren meist die 4- bis 6-jährigen Kinder). Die älteren Kinder mussten häufig durch Arbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Um 1800 überzeugte Pastor Schmiedekampf die Warnemünder ihre Kinder wenigstens von November bis Ostern zweimal wöchentlich zur Schule zu schicken. 1899 kam es zur Einrichtung einer Knabenschule. Am 1.4.1915 wurde die neue Schule in Fritz-Reuter-Straße eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Fritz Reuter-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Heinrich Heine-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerk in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Mühle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Mühle.jpg|thumb|300px|rechts|Die Warnemünder Mühle]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vom Fischer-, Lotsen- und Hafenort zum Ostseebad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fähren nach Dänemark===&lt;br /&gt;
=====Die Post- und Passagier-Schiffsverbindung nach Dänemark ab 1886 bis 1903=====&lt;br /&gt;
:(NHG)&lt;br /&gt;
:Von Entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Ostseebades Warnemünde war der Bau einer Eisenbahnverbindung von Neustrelitz mitten durch Mecklenburg nach Warnemünde, wo ein Brückenschlag nach Dänemark hergestellt werden sollte.&lt;br /&gt;
:Um eine rasche und sichere Einfahrt der Postdampfer zu gewährleisten, waren umfangreiche Bauten in Warnemünde nötig.&lt;br /&gt;
:Zunächst war eine Vertiefung der Fahrrinne und eine Verlängerung der Westmole sowie der Bau eines neuen Hafenbeckens erforderlich.&lt;br /&gt;
:Das Hafen-Bassin war 450m lang, 100m breit und 4,6m tief.&lt;br /&gt;
:Außerdem wurde die Mole um 133m verlängert und erhielt an ihrem Kopf eine Leuchtbake.&lt;br /&gt;
:Die Arbeiten wurden so auf Hochdrück gefördert, daß am 26.Juni 1886 die Eröffnung der Strecke von Neustrelitz über Rostock-Warnemünde nach Gedser erfolge.&lt;br /&gt;
:Die neue Verbindung verlief über eine Distanz von 24,3 Seemeilen oder 45 km.&lt;br /&gt;
:Die zwei 12 Knoten schnellen Raddampfer &amp;quot;Kaiser Wilhelm&amp;quot; und &amp;quot;König Christian&amp;quot; übernahmen die Verkehrsverbindung.&lt;br /&gt;
:Von dänischer Seite wurden die &amp;quot;Freya&amp;quot; und Anfang der 90er Jahre die &amp;quot;Edda&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
:Ab 1.Mai 1892 wurde auch eine Nachtverbindung eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Mit der Herstellung einer schnellen Verbindung ins Binnenlande, besonders zur Reichshauptstadt Berlin nahm auch der Urlauberverkehr einen großen Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen.jpg|Warnemünde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Trajekt Prins Christian um 1910.JPG|Warnemünde Trajekt Prins Christian um 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die Trajektverbindung (Transport mit Eisenbahn) ab 1903=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verkehr auf der Postdampferroute, die im Jahre 1894 mit der Besitzübernahme in die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn unter Landeshoheit kam, nahm eine sprunghafte Entwicklung ihren Lauf.&lt;br /&gt;
:Für den Personenverkehr, wie auch den Güterverkehr war für Personen der Umstieg von der Bahn aufs Schiff bzw. die ständige Umladung des Frachtgut ein umständliches und zeitraubendes  Hindernis. Dem entsprang der Gedanke die Verkehrsbrücke zwischen Deutschland und Dänemark in eine Trajektverbindung umzuwandeln.&lt;br /&gt;
:Der Baubeginn für dieses deutsch-dänische Gemeinschaftsprojekt war im September 1900 an den beiden jeweiligen Fährhäfen.&lt;br /&gt;
:Am 30.September 1903 fand deren feierliche Eröffnung unter der persönlichen Teilnahme von Kronprinz Christian (X.) und dem mecklenburgischen Großherzog Friedrich Franz IV. statt.&lt;br /&gt;
:Der Fährbetrieb wurde zunächst mit vier Schiffen, der &amp;quot;Großherzog Friedrich-Franz&amp;quot;, der &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot;, der &amp;quot;Prinzessin Alexandrine und der &amp;quot;Prinz Christian&amp;quot; eröffnet.&lt;br /&gt;
:Das war der Beginn für eine unkomplizierte, schnelle und kostengünstige Seeverbindung zwischen Deutschland und Skandinavien.&lt;br /&gt;
:Hatten die Postdampfer in ihrem letzten Betriebsjahr rund 4000 t Güter befördert, so bewältigten die vier neuen Trajektfähren im gleichen Zeitraum das 20fache.&lt;br /&gt;
:Die Zahl der beförderten Personen schnellte von 50 000 auf 80 000.&lt;br /&gt;
:Um deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen wurden die beiden Radfähren 1906 auf eine Gesamtlände von jeweils 104m verlänger.&lt;br /&gt;
:Raddampfer waren grundsätzlich nicht für Eisfahrten tauglich, so entschloß man sich eine eistüchtige Ostseefähre, die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; zu bauen. Das Fahrzeugdeck war zweigleisig und konnte 15 Güterwagen aufnehmen. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; war bis 1945 im Einsatz.&lt;br /&gt;
:1922 nahm dänischerseits die &amp;quot;Danmark&amp;quot; ihren Betrieb auf. In der Zeit ihrer Inn-Dienst-Stellung war sie mit einer Kapazität für 15 Güterwagen und 1100 Passagiere, die größte und leistungsfähigste Dampffähre im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
:Auf deutscher Seite folgte 1926 die Inbetriebnahme der Hochssefähre &amp;quot;Schwerin&amp;quot;. Sie übertraf technisch und beim Reisekomfort alles Dagewesene im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;250px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Wmde.Dampffährverbindung.jpg|Warnemünde Dampffährverbindung 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Sommerfahrplan 1937.jpg|Sommer-Fahrplan der Bahnverbindung Berlin-Kopenhagen via Warnemünde und Gedser 1937&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Zwischen den Weltkriegen entwickelte sich der Verkehr über die Ostsee nach Skandinavien sprunghaft.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende setzte schließlich auch dem Fährverkehr auf lange Zeit ein Ende.&lt;br /&gt;
:Am 1.Mai 1945 wurde der Fährverkehr auf der Linie Warnemünde-Gedser eingestellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Warnemünde Fähre Interim Fähre nach Trelleborg 1959.jpg|thumb|400px|rechts|schwedische Fähre zu Beginn der 50er Jahre, Interimbetrieb vor Wiederinbetriebnahme des Hafens Sassnitz]]&lt;br /&gt;
:Die deutschen Fährschiffe &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; und &amp;quot;Schwerin&amp;quot; waren verloren. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; interniert und die &amp;quot;Schwerin&amp;quot; durch Bomben zerstört.&lt;br /&gt;
:Die ersten Fährschiffe die nach Kriegsende in Warnemünde anlegten kamen aus dem schwedischen Trelleborg hierher, da der Saßnitzer Fährhafen wegen des zerstörten Hafens und des gesprengten Rügendammes nicht angelaufen werden konnte.&lt;br /&gt;
:Erst am 10. Mai 1947 wurde der Fährbetrieb wieder aufgenommen. &lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; begann man zunächst nur Bedarfsfahrten auszuführen.&lt;br /&gt;
:Erst in den 60er Jahren kam mit dem Umbau des westlichen Fährbetts und dem Einsatz des DDR-Fährschiffes &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; und dem dänischen Fährschiff &amp;quot;Kong Frederik&amp;quot; der Trajektverkehr zu neuem Leben.&lt;br /&gt;
:Ab 1990 erreichte die Frequentierung der Fähren im Güterverkehr, wie auch im Personenverkehr einen nie dagewesenen Höhepunkt erlebte, was angesichts der erwachsenden und nicht mehr beherrschbaren Verkehrsprobleme auf der binnenseitigen Verkehrsanbindung nach Warnemünde zum Ende des Fährverkehrs in Warnemünde führte.&lt;br /&gt;
:Der stetig wachsende Passagier- und Güterverkehr und die unzureichende Hafenanbindung führten 1995 zur Umverlagerung der Fähranbindung in den Rostocker Überseehafen.&lt;br /&gt;
:Das Ein- und Auslaufen der Fähren zum Überrseehafen, auf der Warnemünder Mittelmole zu beobachten ist dagegen bis in unsere Tage für die Warnemünder und ihre Gäste zum wichtigen Event geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Fährverbindung Warnemünde - Gedser und die Eisenbahn (1903 - 1995)=====&lt;br /&gt;
[[Datei:1900 Bauplan Fährhafen Kerner.jpg|thumb|500px|rechts|1900 Bauplan des Trajekt-Fähranlegers von Hafenbaudirektor K. Kerner Quelle: Archiv Heimatmuseum Warnemünde]]&lt;br /&gt;
;1903 &lt;br /&gt;
* [[Einweihung der Dampffähren-Verbindung Warnemünde - Gedser]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903, 30. September&lt;br /&gt;
:Mit dem eingleisigen Radfährschiff &amp;quot;Friedrich Franz IV.&amp;quot; verlässt erstmalig eine Eisenbahnfähre den Hafen von Warnemünde via Gedser.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig wird das Schwesterschiff &amp;quot;Prinsesse Alexandrine&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926, Dezember&lt;br /&gt;
:Erste Fahrt des Passagierfährschiffes &amp;quot;Schwerin&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Als &amp;quot;Schwan der Ostsee&amp;quot; gewinnt die neue Fähre schnell Berühmtheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 17. März&lt;br /&gt;
:Die dänische Widerstandsbewegung sprengt die Fähre &amp;quot;Danmark&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sie wird zu Kriegsende wieder gehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963 &lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Eisenbahnfähre &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; im Dienst&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
;Auszug aus der damals in Bremen erscheinenden Wochenzeitschrift der mecklenb. Landsmannschaft &amp;quot;Unser Mecklenburg&amp;quot; im Stil der damaligen (west-)deutschen Zeit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963, 23. Mai&lt;br /&gt;
:Werftdirektor Kurt Dunkelmann übergibt den Fährschiff-Neubau &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; an die Deutsche Reichsbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968, 14. April&lt;br /&gt;
:In den Mittagsstunden läuft das Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; Warnemünde letztmalig an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1995, 24. September&lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; verlässt letztmalig ein Trajekt auf der Ostseelinie Warnemünde - Gedser den Fährhafen von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Eine Ära hat ihr Ende gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stromfähre über den Seekanal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Warnemündere Bahnhofes, der Fährbecken für die Trajektverbindung und dem dazu notwendigen Bahndamm über den alten Strom in Höhe des Warnemünder Zollhauses, war eine völlig neue Zufahrt für den Warnemünder Hafen ereforderlich.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig mußten die nun östlich des neuen Seekanals gelegenen Teile der Stadt Rostock (Hohe Düne, Markgrafenheide, Rostocker Heide) Verbindung zum Verkehrsnetz haben.&lt;br /&gt;
:Der Bau einer Flussfähre war unumgänglich geworden.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar nach dem umfassenden Umbau der Hafenanlagen und des Seekanals wurde mit einer improvisierten floßartigen Fähre, die per Seilverbindung die Seiten wechselte, eine auf kurze Zeit ausgelegte Interimsverbindung geschaffen.&lt;br /&gt;
:Sie wurde nach Bedarf durch die Personenfähre &amp;quot;Maischolle&amp;quot; ergänzt. Nachts wurde die Überfahrt mit einem Ruderboot bewerkstelligt, um die Betriebskosten gering zu halten. Bei allen folgenden Entwicklungen im Fährausbau wurde der nächtliche Ruderbootverkehr bis in die 50er Jahre beibehalten.&lt;br /&gt;
: Mit der Erweiterung des 1913/14 errichteten Flugplatzes auf Hohe Düne und der bald nach dem Ende des ersten Weltkrieges dort schnell wachsenden Flugzeugindustrie, reichte die nötdürftige Verkehrsverbindung nicht mehr aus und es mussten neue, bedarfsgerechte Lösungen gefunden werden&lt;br /&gt;
:Der zeitweilig ins Auge gefaßte Bau einer über den &amp;quot;Neuen Strom&amp;quot; führenden Schwebefähre, konnte wegen der für die ungehinderte Schifffahrt vorzuhaltende Höhe nicht weiter verfolgt werden.&lt;br /&gt;
:So verfiel man auf die Lösung durch eine Kettenfähre, die dann bis 1955/56 zuverlässig unseren Dienst versah.&lt;br /&gt;
:Ältere östliche Anlieger-Bewohner wissen noch zu berichten, daß sie auch wiederholt nach Kettenrissen als antriebsloses Wasserfahrzeug auf die Ostsee abgetrieben und mittels Schlepper wieder &amp;quot;eingefangen&amp;quot; werden mußte.&lt;br /&gt;
:Zum Glück kam es dabei nie zu Personenschäden und es ging glimpflich ab.&lt;br /&gt;
:Der Bau des Rostocker Überseehafens ab 26.Oktober 1957 und der fast zeitgleiche Bau der Marinebasis Hohe Düne erforderte wiederum neue Lösungen. Dazu wurden auf beiden Seiten des Seekanals kleine Fährbecken mit Anlegesteg erbaut.&lt;br /&gt;
:Bis zur Fertigstellung der neuen Flußfähre &amp;quot;Ostsee&amp;quot; wurden die 1955 im Rahmen des &amp;quot;Nationalen Aufbauwerkes&amp;quot; gebauten Gehlsdorfer Fähren &amp;quot;Willi Schröder&amp;quot; und &amp;quot;Albert Schmidt&amp;quot; eingesetzt. Alle drei Fähren blieben lange im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Strandbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Enenkel &amp;quot;Die vergessene Bahn - Die elektrische Strandbahn Warnemünde-Markgrafenheide 1910-1945&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Seenotrettungsstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Seenotrettungsstation Warnemünde&amp;quot; von Erwin Seppelt in Marinekalender 1983]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde, die Nr. 1 unter den deutschen Kreuzfahrthäfen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Badeort==&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Werbung.JPG|thumb|300px|rechts|Werbung für das Ostseebad 1936]]&lt;br /&gt;
===Über die Anfänge des Badewesens in Warnemünde===&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
Im Sommer des Jahres 1885 führt der Weg rund 5000 Erholung suchende „Berliners“, also Badegäste nach Warnemünde. Das Badewesen hatte in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Veränderung und Entwicklung des Küstenortes zur Folge gehabt. &lt;br /&gt;
;Einige Meilensteine bis dahin seien hier genannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1828  Hinter der Ostmole wird ein Damenbad mit zwei Zellen geschaffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1834 Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1835 Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1866 Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels Neptun)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1872 Zerstörung aller Bäder bei der Novemberflut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1873 Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Badetourismus ist zum bedeutenden Wirtschaftszweig Warnemündes geworden, als der hier ansässige Kaufmann A. Bruger mit seinem Pressebeitrag „Badeplauderei“ im „Anzeiger für die Ostseebäder Warnemünde, Heiligendamm, Groß-Müritz, Wustrow“ am 6.Juli 1885 für Aufregung und lebhafte Diskussion im Ort sorgt. Übrigens weisen die Diskussionsinhalte bemerkenswerte Parallelen zu unseren Tagen auf und eine unterhaltsame Beschreibung des Lokalcolorits jener Tage in Warnemünde ist es in jedem Falle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schreibt: &lt;br /&gt;
;„Das Seebad Warnemünde, dessen Besuch von Jahr zu Jahr mehr zunimmt, gehört jetzt schon, und mit Recht, zu den besuchtesten Ostseebädern. In der That findet man selbst in den viel genannten und fashionabelsten Ostseebädern Misdroy, Häringsdorf und Colberg nicht eine solche Anzahl hübsch und anmuthig gelegener und mit so vielem Comfort eingerichteter Privatwohnungen wie in Warnemünde, und gar die großen Hotels dieses Badeortes können nicht nur wegen ihrer schönen Lage in unmittelbarer Nähe der See, sondern auch wegen ihrer vortrefflichen Einrichtung und Leitung, den gelobtesten Hotels in den sogenannten großen Bädern an die Seite gestellt werden. …“ &lt;br /&gt;
:Bruger stellt Vergleiche mit den in damaliger Zeit etabliertesten Ostseebädern und ihren Angeboten an und kommt zu dem Schluß: &lt;br /&gt;
:„Nur an Einem fehlt es in Warnemünde, und dieser Mangel macht sich von Jahr zu Jahr mehr fühlbar, das ist eine Badedirection, welche die Aufgabe hat, dem Fremden in Bezug auf die Wohnungen Auskunft zu geben und für das Amusement der Badegäste zu sorgen. Seitens der Stadtverwaltung, welcher zugleich auch die Verwaltung  des Fleckens Warnemünde unterstellt ist, geschieht sehr wenig für die Hebung des Bades als solches  und gar nichts für die Annehmlichkeit und Bequemlichkeit der Gäste. Insbesondere könnte man füglich die Anforderung stellen, daß in einem so frequenten Bade die Badeeinrichtungen besser wären. …“  &lt;br /&gt;
:Seine im Beitrag folgenden Beschreibungen über den praktischen Ablauf des Badelebens und den damit verbundenen Dienstleistungen jener Zeit lassen uns heute an  freies Baden gewöhnte Strandbesucher schmunzeln: &lt;br /&gt;
:„Die Zellen im Damenbade, deren Anzahl in der Hauptsaison nicht im Entferntesten dem Bedürfniß entspricht, sind zum größten Theil völlig dunkel und besitzen mit Ausnahme der wenigen gemauerten, anstatt des Fensters nur eine etwa 1 Fuß (28 cm) große Öffnung in der Rückwand, welche, wie in den Hühnerställen (Legeställen) auf dem Lande mit einem hölzernen Schieber geschlossen wird. &lt;br /&gt;
:Will der Badegast sich nun nicht im Finstern anziehen, was immerhin seine Schwierigkeiten hat, so muß er jenen Schieber öffnen und erhält nun durch diese Öffnung und das gegenüber in gleicher Höhe befindliche Loch in der Thür, dessen einstiger Zweck nicht erfindlich ist, die intensivste Zugluft, die man sich wünschen kann. &lt;br /&gt;
:Die Kleider, welche man an der weißgetünchten Wand der Zelle aufzuhängen hat, zieht man mit Kalk beschmutzt wieder an. :Handgroße Spiegel sind allerdings in den Zellen vorhanden, sie hängen aber entweder zu hoch oder zu niedrig, wenn man von „hängen“ überhaupt  sprechen kann, da sie fest genagelt sind. &lt;br /&gt;
:Im Uebrigen  ist das Glas völlig fleckig und blind, und zeigt dem Hineinschauenden entweder nichts oder ein völlig verzerrtes Antlitz. &lt;br /&gt;
:Eine Wanne zum Abspülen der Füße ist nicht vorhanden, und doch wäre diese um so mehr am Platz, als der auf der Brücke und auf den ins Wasser führenden Treppen befindliche Leinwandläufer stets beschmutzt mit dickem grünem Schlamm. …“ &lt;br /&gt;
:Auch an dem betreuenden Personal der beiden Bäder hat der Kaufmann mancherlei zu kritisieren: &lt;br /&gt;
:„Die Bedienung der Badenden ist ebenso mangelhaft wie die Einrichtung der Zellen. &lt;br /&gt;
:Allerdings umdrängen im Herren- wie im Damenbade eine Menge Menschen den neu hinzugekommenen Badegast und bieten ihre Dienste an. &lt;br /&gt;
:Es beschränken sich aber die Dienstleistungen in der Regel ausschließlich auf das Trocknen und Aufbewahren der Badewäsche. :Das sorgfältigste der Gesundheit und dem Wohlbefinden so notwendige Frottieren der Haut unterbleibt entweder ganz oder es wird von dem Badediener (respective der Badedienerin ) gewissermaßen im Vorübergehen auf dem Badesteg vorgenommen. &lt;br /&gt;
:Die Bedienenden haben in der Regel so vielen Badegästen ihre Dienste verdingt, daß es für sie eine Unmöglichkeit ist, jeden Einzelnen in die Zelle zu begleiten und ihm  dort beim Ankleiden behilflich zu sein. &lt;br /&gt;
:Dies und noch vieles Andere, sind Übelstände, welche jeder Badegast unangenehm empfindet. …“  &lt;br /&gt;
:Alle Kritik an der Situation im „Baderegiment“ von Warnemünde führt Bremer schließlich zu der Forderung: &lt;br /&gt;
:„Von Seiten der Stadt müßte in Bezug auf die Einrichtung der Zellen, der Bedienung der Badegäste etc. , ein festes Reglement aufgestellt werden, dessen Innehaltung zu überwachen  und zu controllieren Sache des Bade-Direktors wäre, der in jedem größeren Seebade für die Sommermonate angestellt ist, und dessen Abwesenheit sich in Warnemünde, auch in Bezug auf das Miethen der Wohnungen, das Arrangement der Vergnügungen etc. von Jahr zu Jahr mehr fühlbar macht.“                                                     :Schon wenige Tage darauf reagiert der Hotelbesitzer C. Hübner, gleichzeitiger Betreiber von Damen- und Herrenbad mit unverhohlener Wut: &lt;br /&gt;
:„Wenn ich beipflichte, daß wenn in unserem Orte für die Dauer der Saison eine Badedirektion existirte, es in vielen Dingen besser stehen würde wie zur Zeit, so ist es doch sehr zu bedauern, daß eine Einrichtung, die nicht besser, einfacher und reinlicher sein kann, wie unsere Badeanstalt, einer Kritik unterworfen wird. &lt;br /&gt;
:Was den Punkt anbetrifft, daß eine Badedirektion fehle, um Fremden betreffend Auskunft zu geben, so findet auch jetzt jedes an die nicht existierende Badedirektion gerichtete Schreiben sofortige Beantwortung und wird ihm gerne Rath ertheilt.“                                                                                                                                                    :Es hatte sich in der Vergangenheit eingebürgert, daß der Postbote Briefschaften, die an die Badedirektion adressiert waren zur Auskunft und Bearbeitung an das Hotel Hübner, eben das größte Haus am Platze gab, wo sie dann bearbeitet wurden. &lt;br /&gt;
:Waren im eigenen Haus keine Unterkünfte frei hatte, leitete man sie dann an die anderen Hoteliers des Ortes weiter. &lt;br /&gt;
:Was verständlicherweise deren Unmut weckte. &lt;br /&gt;
:Hübner führt weiter aus: &lt;br /&gt;
:„…daß Amusements bis jetzt ohne eine Badedirektion stattfanden, so z.B. die Stromfahrten, welche doch nur von Privatpersonen (auf Hübners Rechnung) angeregt wurden und in jeder Weise rege Beteiligung fand.“                                                                                                                               :„Was nun die Einrichtung unserer Badeanstalten betrifft, so fehlt es in denselben durchaus nicht an Luft und Licht, denn jedem , der sich in denselben seiner Kleider entledigen respective sich ankleiden will, ist es gestattet, die Thüre der Zelle offen zu stellen, so oft er entweder des Lichtes oder der Luft entbehrt, doch thun wohl solche, die sich vor einem Luftzuge scheuen besser, wenn sie im Hause bleiben und ein warmes Bad von 30 bis 40 Grad nehmen. …“ &lt;br /&gt;
:Was die angebotenen Dienstleistungen angeht bemerkt Hübner: &lt;br /&gt;
:„…Zum Abtrocknen und Frottiren der Badenden befinden sich in der Badeanstalt 2 kräftige junge Männer, auf jeder Seite einer, die gewiß ihrer Aufgabe gewachsen sind und willig tun, was von ihnen der Badende verlangt.“ &lt;br /&gt;
:Als Resümé schließt der Hotelier an: &lt;br /&gt;
:„Fragen wir uns nun zum Schlusse, zu welchem Preise ist ein Bad in Warnemünde, und zu welchem Preise ist ein Bad in Häringsdorf oder Colberg zu haben: &lt;br /&gt;
:...ein Bad kostet in Warnemünde 20 Pf., in Colberg 40 Pf. Und in Häringsdorf sogar 75 Pf., so gelangen wir zu der Einsicht, daß Warnemünde bei solchen niedrigen Preisen stolz darauf sein kann, eine solche Badeanstalt zu besitzen, und gewiß in dieser Hinsicht den anderen Seebädern ebenbürtig dasteht.“                                 &lt;br /&gt;
:Auch Kaufmann Bruger fühlt sich nun noch zu einer Erwiderung bemüßigt: &lt;br /&gt;
:„Freilich geht es auch ohne Badedirektion, wie  Herr „C.H.“ zu beweisen sich bemüht. &lt;br /&gt;
:Es kommt hier wie überall im Leben nur auf die Ansprüche, die man erhebt, und auf den Platz den man einnehmen und behaupten will. &lt;br /&gt;
:Warnemünde gehört zu den besuchtesten Ostseebädern, es stellt sich mit Recht „Häringsdorf und Colberg“ gleich, da darf es auch bezüglich  seiner Badeeinrichtungen nicht so weit hinter den genannten Bädern zurückstehen, wie dies doch in Wahrheit der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Wem die Bade-Einrichtungen als die „besten“ erscheinen und er sogar „stolz“ darauf ist, dem zeugt dies von einer nachahmungswürdigen Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit, welche leider das die Bäder besuchende, größtentheils wohlhabende Publikum nicht zu besitzen pflegt. &lt;br /&gt;
:Wem es nichts ausmacht bei offener Zellenthür vor zahllosen Zuschauern aus- und anzukleiden, wem die fleckigen blinden Spiegel genügen, wem es nicht unangenehm ist, die mit Sand und Schlamm beschmutzten Füße ohne vorherige Reinigung in dem Badelaken abzutrocknen, wer endlich die Bedienung bei dem Verlassen des Bades nicht entbehrt, der könnte sich füglich auch ganz ohne Zelle behelfen und hätte dabei die Freude, an jedem Bade 20 Pf. Zu sparen. &lt;br /&gt;
:Die Badegäste, vorzugsweise die Damen, sind indessen leider so verwöhnt, daß sie es vorziehen sich bei geschlossener Tür und nicht im Finstern anzuziehen. …und sie haben sogar das Bedürfnis in ihrer Zelle von einer Dienerin abgerieben zu werden. … es ist mir unverständlich, weshalb man solche Mängel nicht rügen soll, weil die Badeanstalt sich in den Händen einer Privatperson befindet. &lt;br /&gt;
:Die letztere würde jedenfalls in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sie hier gründliche Abhülfe schafft. &lt;br /&gt;
:… Wenn de Besitzer der Badeanstalt, an welcher er die genannten Verbesserungen vorgenommen hat, dagegen einen etwas höheren Preis für die Bäder verlangt, so wird das Publikum dies nur billig finden. &lt;br /&gt;
:Wer sich den Luxus einer Badereise gestatten und für eine Wohnung täglich 5 – 12 Mark Miethe zahlen kann, dem wird es wahrlich auf die 20 Pf. nicht ankommen, um welche er vielleicht das tägliche Bad theurer bezahlen muß und Warnemünde wird durch Verbesserung seiner Badeeinrichtungen wesentlich gewinnen.“   &lt;br /&gt;
:Es läßt sich heute nicht mehr aufklären, ob dieser öffentlich ausgetragene Disput mit dazu beigetragen hat, daß drei Jahre darauf auf Initiative und unter Leitung des Rostocker Bürgermeisters Dr. Paschen im Jahre 1888 für Warnemünde eine amtliche Badeverwaltung eingerichtet wurde. &lt;br /&gt;
:Ein Denkanstoß dazu war es gewiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Kurhaus von Gustav Berringer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das im Dessauer Bauhausstil errichtete Kurhaus an der Strandpromenade wurde 1914 begonnen.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges waren die Grundmauern des Gebäudes ca. 2m aus dem Boden gewachsen.&lt;br /&gt;
:Durch Krieg und Inflation unterbrochen fand der Bau seine Fertigstellung erst 14 Jahre später im Jahre 1928.&lt;br /&gt;
:Um den Bau finanzierbar und umsetzbar zu machen übernahm die Hansestadt Rostock im Jahre 1913 die Bauträgerschaft und beauftragte ihren Stadtbaudirektor, den Diplomingenieur Gustav Wilhelm Berringer, mit der Projektierung.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war der Bau an der Promenade bereits 2 Meter gewachsen, bis die Baustelle kriegsbedingt stillgelegt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gustav Wilhelm Berringer&lt;br /&gt;
:Er wurde am 17.Februar 1880 in Rostock geboren und entstammte einer seit Generationen in Rostock ansässigen Bäcker- und Konditorenfamilie.&lt;br /&gt;
:Bis 1905 studierte er Hochbau in München, Dresden und Berlin-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Berringer schuf den Entwurf für die frühere Gewerbeschule in der Parkstraße und wirkte seit 1924 im Verein für Rostocks Altertümer unter anderem als Museumswart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weiterbau ab 1922&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1922/23 begann eine weitere Etappe. Der Kurhausgarten mit dem Musikpavillion, der Wandelhalle und der Lesehalle entstand.&lt;br /&gt;
:1927 standen für die Fertigstellung des Kurhauses 525.000 Mark zur Verfügung&lt;br /&gt;
:Am 24.Mai 1828 fand die festliche Eröffnung des Kurhauses begangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Laufe des zweiten Weltkrieges wurde das Kurhaus in ein Tarnnetz gehüllt.&lt;br /&gt;
:Nach den Bombadements auf Rostock im April 1942 wurden im Keller des Gebäudes Bauteile für die Ernst Heinkel Flugzeugwerke gefertigt.&lt;br /&gt;
:In den oberen Etagen befand sich deren Konstruktionsbüro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Betrieb nach dem zweiten Weltkrieg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach Ende des zweiten Weltkrieges, etwa ab 1950 begann sich im Kurhaus ein breites Veranstaltungsangebot zu entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Hotel Neptun====&lt;br /&gt;
Von 1969 bis 1971 wurde das Hotel vom städtischen Wohnungsbaukombinat und dem schwedischen Unternehmen SIAB errichtet und im Frühjahr 1971 eröffnet. Die Architekten hatten den Bau so geplant, dass alle Zimmer einen Meerblick haben. Neben einem Meerwasserschwimmbad direkt in der 2. Etage des Hotels gab es eine angeschlossene Meerwasserschwimmhalle mit Wellenanlage und die Sky-Bar in der 19. Etage, in der das Dach für den &amp;quot;Tanz unter Sternen&amp;quot; geöffnet werden konnte. Im Keller des Hotels befand sich die erste Diskothek der DDR. Bis 1990 war das &amp;quot;Neptun&amp;quot; Vertragshotel der Handelsorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026 08. Juni  Ostseezeitung von  Ben Brümmer&lt;br /&gt;
:;55 Jahre „Neptun“: Ostalgie hat ihren Preis&lt;br /&gt;
Doppelzimmer im Warnemünder Luxushotel kosten heute 180 Euro mehr als vor zehn Jahren / DDR-Flair inklusive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hotel „Neptun“ in Warnemünde ist eines der berühmtesten Devisenhotels der DDR-Geschichte. In diesem Jahr feiert die Rostocker Luxusherberge ihr 55. Jubiläum – groß, laut und mit viel Tamtam. Am Sonnabend (6. Juni) steht eine Gala mit Menü, Dessertbüfett und Livemusik auf dem Programm. Moderiert wird der Abend von DDR-Unterhaltungsikone Wolfgang „Lippi“ Lippert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zu unserer Jubiläums-Gala wollen wir uns in Schale werfen. Dann glänzen insgesamt 55 Balkone in einem goldenen Gewand“, sagte Generalmanager Guido Zöllick Ende Mai.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung im Jahr 1971 punktet das 64 Meter hohe Fünf-Sterne-Haus mit Luxus und Extravaganz im beliebten Ferienort. Im Laufe der Jahre konnte das Hotel jedoch nicht nur positiv auffallen. Im Volksmund wird das „Neptun“ nämlich auch als „Stasi-Hotel“ bezeichnet. Der Grund: Die Bleibe arbeitete eng mit dem Geheimdienst der DDR und seinen Machenschaften zusammen. In der Nobelherberge, die von 1971 bis 2007 vom Direktor Klaus Wenzel geleitet wurde, sollen vor allem West-Gäste auf ihren Zimmern ausgehorcht und spioniert worden sein. Das Haus wertet die Spitzeleien heute sachlich als Teil der historischen Entwicklung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am kontinuierlichen Erfolg des „Neptuns“ hat das jedoch nichts geändert. Der gewisse DDR-Charme von damals überzeugt die Urlauber bis heute. Die Sky-Bar im obersten Stockwerk, der Wellnessbereich mit Schwimmbad, die hoteleigene Diskothek sowie die legendäre Broiler-Bar sind nach wie vor wahre Gäste-Magneten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Spaß hat seinen Preis. Ein Doppelzimmer in der Etage fünf bis neun wird von Freitag (5. Juni) auf Samstag ab 349 Euro angeboten. Das Hotel arbeitet mit flexiblen Preisen. Die Kosten variieren dabei je nach Nachfrage, Wochenenden, Feiertagen und Ferienzeit. Unter der Woche war das gleiche Zimmer daher noch ab 284 Euro zu haben – ein Unterschied von mindestens 65 Euro. Für Zimmer auf den Etagen zehn bis 18 wäre noch mal ein Aufschlag fällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum vor fünf Jahren war das Doppelzimmer noch ab 194 Euro erhältlich. Vor zehn Jahren mussten zwei Personen mindestens 169 Euro für eine Übernachtung im „Neptun“ zahlen – ein Unterschied von 180 Euro zum heutigen Preis. Das ergibt eine Recherche mit dem Online-Archiv „Wayback Machine“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim „Rügen-Hotel“ in [[Sassnitz auf Rügen|Sassnitz]], einem weiteren beliebten Anlaufpunkt seit DDR-Zeiten, sind flexible Zimmerpreise gängig. Es gilt als Pilotprojekt vor dem Bau des berühmten „Neptuns“. Ein schwedisches Unternehmen hatte das Hotel 1969 fertiggestellt – ebenfalls mit Sky- und Broiler-Bar. Anschließend startete der Bau in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz einer umfassenden Sanierung in den vergangenen drei Jahren ist im „Rügen-Hotel“ weiter der typische DDR-Kult zu erkennen. „In den Fluren hängen überall alte Bauzeichnungen aus den 60er Jahren. Ein Teil des originalen Bartresens aus der alten Sky-Bar steht im Haus. Ein Zeitstrahl im Flur erzählt die Geschichte des Hauses“, meint ein Sprecher des Hotels. Außerdem können Gäste in Vitrinen alte Speisekarten, Stoffmuster, Postkarten und weitere Erinnerungen aus DDR-Zeiten erkunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Hotels, die schon damals beliebte Ferienunterkünfte waren und bis heute mit Ostalgie punkten, sind auch das Selliner „Cliff-Hotel“ auf [[Insel Rügen|Rügen]], das Hotel „John Brinckmann“ in [[Boltenhagen]] sowie das „Strandhotel Fischland“ im Ostseebad [[Nienhagen, Ostseebad|Nienhagen]]. Letzteres wurde 1968 als exklusives Gästehaus für Regierungsmitglieder der DDR und internationale Staatsgäste errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Menge Staats- und Stargäste durfte auch schon das „Neptun“ in Warnemünde begrüßen. Im &#039;&#039;&#039;338-Zimmer&#039;&#039;&#039;-Koloss übernachteten unter anderem schon das niederländische Königspaar Máxima und Willem-Alexander, die Ex-Bundeskanzler Angela Merkel und Helmut Schmidt sowie die Musiker Udo Lindenberg, Roland Kaiser und Fußballer Franz Beckenbauer. Insgesamt waren bislang rund 2,2 Millionen Gäste aus 122 Ländern im Warnemünder Luxushaus zu Gast. In den 55 Jahren wurden dabei fast neun Millionen Übernachtungen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Industriestandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Werften in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem heutigen Gelände der MV Werft, begann nach Kriegsende 1945 die Geschichte der Warnowwerft. Während der unmittelbaren Nachkriegszeit, wurden die vorhandenen Überreste der alten Krögerwerft zum Bau von Fischkuttern für die Besatzungsmacht aus der Sowjetunion genutzt. Die Krögerwerft in Warnemünde war in den Jahren 1939 – 1945 vor allem für den Bau von Flugsicherungsbooten zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den neuen Namen „Warnowwerft“, sowie eine damit verbundene Eigenständigkeit, erhielt die VEB Warnowwerft Warnemünde am 01. August 1948. Die Werft konzentrierte sich in der Folgezeit auf die Reparaturen von Schiffen.&lt;br /&gt;
Ein Umschwung erfuhr die Werft ab 1951, als fortan neben den Reparaturarbeiten, der Neubau von Schiffen dazukam. So wurde unter anderem der Neubau des Segelschulschiffes Wilhelm Pieck abgeschlossen und mit der Produktion von Serienschiffen begonnen. Die Warnowwerft entwickelte sich zu der größten Schiffbauproduktionsstätte der DDR. Die Schiffe wurden in erster Linie für die Handelsflotte der DDR verwendet, aber auch im Ausland erfuhr die Werft einen Aufschwung und lieferte Schiffe an die UdSSR, Jugoslawien, China, Rumänien und in die Tschechoslowakei. Eine besondere Beziehung pflegten die Werfteigner aber auch zu dem unmittelbaren Nachbarn, der Bundesrepublik Deutschland, die die regelmäßig Handelsschiffe ausgeliefert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1959 erfolgte ein Zusammenschluss der Werften der DDR, zur Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Schiffbau. Diese Vereinigung blieb bis 1979 erhalten und entwickelte sich fortan zum Kombinat Schiffbau Rostock. Zwischen 1948 bis 1989 wurden unter anderem Fischkutter, Stückgutfrachter, Schlepper, Schwimmkräne und Containerschiffe gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands, änderten sich auch die Umstände der Werft. Im Zuge der Wirtschaftsreformen während der Wendezeit, wurde am 1. Juni 1990 der VEB Warnowwerft Warnemünde in eine Kapitalgesellschaft überführt und agierte als Warnowwerft Warnemünde GmbH. Im Oktober 1992 erfolgte der Verkauf der Werft an den norwegischen Gesellschafter Kvaerner, der die Werft in den Jahren 1993 – 95 modernisierte. Die Werft operierte bis 2001 unter dem Namen Kvaerner Warnow Werft GmbH. Highlights der Kvaerner Werft stellten beispielsweise der letzte konventionelle Stapellauf am 30. Juni 1995 oder der Bau der Bohrinsel „Stena Don“ 2001 dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von wirtschaftlichen Problemen und damit verbundenen Zusammenschlüssen mehrerer Konzerne, wechselte der Name der Werft in den Folgejahren mehrfach. So entstand 2008 die Aker Yards Ostsee und 2007, nach einer erneuten Umstrukturierung, die Wadan Yards. Den dramatischen Höhepunkt dieser schwierigen Zeit, stellte am 5. Juni 2009 der Insolvenzantrag der deutschen Unternehmensteile der Wadan Yards Group AS dar. Die Werft wurde anschließend vom russischen Investor Witali Jussufow übernommen, der über die durch ihn ins Leben gerufene „Nordic Yards“, die Vermögensgegenstände der deutschen Wadan-Unternehmensteile erwarb. Seit Juli 2016 fungiert die Warnemünder Werft in der Unternehmensgruppe MV Werften und beteiligt sich unter anderem an dem Bau verschiedener Sektionen für Kreuzfahrtschiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kroegerwerft um 1938.jpg|Das Gelände der ehemaligen Krögerwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Werft Kabelkrananlage.JPG|Die Kabelkrananlage der Warnowwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kvaerner Werft.jpg|Nach der Wende: die Kvaerner-Werft&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Fliegerei und Flugzeugbau in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zivile Anfänge der Fliegerei in Warnemünde====&lt;br /&gt;
;1912&lt;br /&gt;
;Der Deutsche Luftflottenverein plant auf dem &amp;quot;Neuen Land&amp;quot; an der Grenze zur Groß-Kleiner Feldmark eine Luftschiffwerft zu errichten. Das Projekt kommt jedoch nicht über die Planungsphase hinaus. &lt;br /&gt;
:(Quelle: AHR KFC SO &amp;quot;Groß-Klein&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Wurde mit dem Bau des Land- und Wasserflugplatzes am Breitling auf der Hohen Düne begonnen.&lt;br /&gt;
:Die militärisch günstige Lage mit dem ruhigen Breitling und der direkten Anbindung an die Ostsee war damals entscheidend für die Auswahl des Platzes.&lt;br /&gt;
Das Gelände wurde zunächst aufgespült und befestigt.&lt;br /&gt;
:Ab 1914 wurden dann Gebäude wie Hangare, Werkstätten u.a. gebaut, eine Marinefliegerstation eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Einige kleine Unternehmen siedelten sich an.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz konnte auch von zivilen Fliegern benutzt werden.&lt;br /&gt;
; [[Der Warnemünder Wasserflugplatz 1914]] (Rostocker Anzeiger Juli 1914)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Seeflieger-Versuchskommando (1914-1917)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1914.jpg|thumb |200px|rechts|Warnemünde Werbung 1914]]&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:August - Die Kaiserlich Deutsche Marine übernimmt den Warnemünder Flugplatz mit dem vorhandenen Bestand unmittelbar nach der Mobilmachung&lt;br /&gt;
:Es wird neues Fluggerät für die Marine erprobt.&lt;br /&gt;
:Deren Eröffnung erfolgte im Rahmen der Austragung des 2. Deutschen Wasserflugzeug-Wettbewerb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ort Gründung der Firma &amp;quot;Luftverkehr Sablatnig&amp;quot; mit dem Konstrukteur Dr. Hans Seehase&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1915&lt;br /&gt;
:Im Dünenwald unmittelbar östlich der Stromfähre werden zwei Unterkunftsbaracken errichtet.&lt;br /&gt;
:Im Laufe des Sommers wird der technische Bereich wesentlich ausgebaut. So entstand u.a. die 72,5m x 26m sowie 16m hohe Halle IV. Ihre Tore hatten jeweils eine Breite von 7,25m und nahmen die Hallenbreite zum Breitling hin ein.&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des Jahres folgen auf der Nehrung , Kasernen, ein Offiziershaus, ein Wirtschaftsgebäude, das Deck-Offizierhaus und die Krankenstation&lt;br /&gt;
:Zur Ostsee hin wurde neben der bereits Vorhandenen eine weitere hölzerne Ablaufbahn für das Zuwasserlassen der Seeflügzeuge angelegt&lt;br /&gt;
:Während des Kriegsverlaufes wuchs die Zahl der Hallen von drei auf zwölf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1917&lt;br /&gt;
:Auf dem aufgefüllten Gelände am Laak-Kanal wird die Firma &amp;quot;Flugzeugbau Friedrichshafen Gmbh&amp;quot; angesiedelt. Sie geht 1925 in den Besitz der Arado-Werke über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am Ende des Krieges  sind auf der Fliegerstation bis zu 1500 Mann und 60 Offiziere stationiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1920&lt;br /&gt;
:Gemäß des Versailler Vertrages erfolgte der Abriß von sechs Hallen und weiterer Gebäude. Zwei Hallen waren bereits im Kriegsverlauf abgebrannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Heinkel-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
[[Presse-Beitrag der NNN vom 1.12.2022 zum Beginn der Heinkelwerke ]] &lt;br /&gt;
;1922, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Gründung der Ernst Heinkel Flugzeugwerke&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Heinkel Werbung um 1930.jpg|thumb|400px|rechts|Warnemünde Heinkel Werbung 1930]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Arado-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[https://www.arado196.de/geschichtliches/arado-flugzeugwerke/ private Internetseite zur Arado-Geschichte  ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Arado Logo 1939.jpg|Warnemünde Arado Logo 1939&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Arado Schuldverschreibung 1942.jpg|Warnemünde Arado Schuldverschreibung 1942&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde und Hohe Düne und deren maritime Militärstandorte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marine in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote.jpg| thumb|500px|rechts|Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die militärische Nutzung der Hohen Düne nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die 4. Flottille====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die 4. Flottille]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost)====&lt;br /&gt;
* [[Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Forschungsstandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ingenieurhochschule für Seefahrt (IHS)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seehydrographischer Dienst der DDR===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Seezeichenwesen in der DDR]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seewetterdienststelle Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Seewetterdienststelle Warnemünde&amp;quot; Vilkner, Hans In: Natur und Heimat (1957), 8, S.244-246]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Institut für Meereskunde/ Institut für Ostseeforschung (IOW)===&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Meereskundlichen Berichten&amp;quot; (Nr. 111 2019) ist unter der Autorenschaft von Dr. Wolfgang Matthäus nachfolgender Aufsatz erschienen.&lt;br /&gt;
Wir danken dem Autor für seine Erlaubnis diesen Beitrag an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen.&lt;br /&gt;
Bitte beachten sie die Wahrung der zu Beginn des Beitrages angegebenen Veröffentlichungs- und Autorenrechte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Medium:Mattheus warnemünde iow.pdf |Die Anfänge der meeresgeologischen und Küstenforschung in Warnemünde (1950 - 1970)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sturmfluten und Küstenschutz in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge des Küstenschutzes in Warnemünde durch Prof. L. Karsten und Forstinspektor Becker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Karstens Schriften zu seinen Versuchen der Dünenbefestigung in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemündes Kampf gegen Flut und Sand===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschaeden Warnemuende 1913 14.jpg|thumb|300px|rechts|Am Tag danach - Begutachtung der Schäden der zum Jahreswechsel 1913/14 gewüteten Sturmflut an der Warnemünder Strandpromenade]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sturmfluten stellten für den kleinen Küstenort Warnemünde in den vergangen Jahrzehnten mehrfach große Gefahren dar. Besonders schwer traf es den Ort in den Jahren 1825, 1872, 1903 und 1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zu Beginn des Jahres 1825 wurde Warnemünde von einer Sturmflut erfasst. die sich über den Bereich der Dünen und der Moorwiesen ihren Weg bahnte. Insgesamt wurden 18 der 150 Häuser komplett zerstört und immerhin 74 zum Teil schwer beschädigt. Das Wasser stieg zu seinem Höhepunkt auf 2,52 Meter über die Normalhöhe und trug gut 80 Prozent der Dünenanlagen ab.&lt;br /&gt;
Am schlimmsten in der jüngeren Geschichte wurde Warnemünde 1872 getroffen, als das Wasser 2,80 Meter über Normal stieg und in Warnemünde sowie Diedrichshagen große Schäden verursachte. Verheerende Folgen hatte die Sturmflut von 1872 auch für die ortsansässige Schifffahrt, die sich im Winterstand befand und durch das Hochwasser auf den Feldern trieb.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1625 - Warnemünde und die Sturmflut am 10. Februar (Auszug aus H.F.Beckers &amp;quot;Chronik der Rostocker Heide&amp;quot; 1839)====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Den 10. Febr. 1625  stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen die bis an die Wolken reichten. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Febr. bei gemäßigterem Sturm fast bis zur derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten; das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung; zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die große Novemberflut 1872 in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflut 1872 Gedenktafel Warnemuende.jpg|thumb|350px|rechts|Gedenktafel für die Sturmflut 1872 in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
:Über die Sturmflut von 1872 erfährt man oft den Nimbus, daß sie die größte Hochwasserkatastrophe gewesen sei, die unsere Ostseeküste hier je gesehen hat. &lt;br /&gt;
:Das ist zwar nicht richtig, führt aber dazu, das dieses Natur-Ereignis bei bodenständigen Küstenbewohnern in den Familien-Erinnerungen bis in unsere Tage fest verankert ist.&lt;br /&gt;
:Die Allerheiligenflut (1. November 1304), mehr als fünfhundert zuvor, und noch weitere, waren den Quellen zufolge  höher und verheerender. &lt;br /&gt;
:Sie liegt für das Erinnerungsvermögen der Menschen zu weit zurück und ist für die Statistiken der Wissenschaft nicht mehr detailliert fassbar.&lt;br /&gt;
:Was nun die Flut vom 12. bis 14. November 1872 so finden sich in den Archiven kaum bildliche Darstellungen der Hochwasserereignisse und ihrer Folgen, dafür aber eine große Vielzahl an Zeitzeugenberichten und die sind oft besonders bildlich in ihrer zeitnahen Beschreibung.&lt;br /&gt;
:Gustav Quade, berühmt geworden durch seine dreibändige „Mecklenburgische Vaterlandskunde“, hat in den Monaten unmittelbar nach der Katastrophe in der Region Rostock und Warnemünde solche Zeitzeugenberichte gesammelt, wo immer er ihrer habhaft werden konnte. &lt;br /&gt;
:Davon möchte ich hier einiges in Auszügen wiedergeben, das uns bis heute berührt:&lt;br /&gt;
:„Am Nachmittag des 12. November stand schon die See auf dem Fahrdamm der Vorderreihe. &lt;br /&gt;
:Einige vorsichtige Warnemünder zogen daher ihre Jollen näher aufs trockene Land und befestigten die Boote an den Bäumen. &lt;br /&gt;
:Allgemein ging man zu Bett, da mit einem Fallen des Wassers auf das bestimmteste gerechnet wurde. &lt;br /&gt;
:In der Nacht wuchs der Sturm zum Orkan. &lt;br /&gt;
:Lotsenkommandeur Jantzen, der die Gefahr von seinem Hause am Strom, hart an der See, aus erkannte, schickte noch in der Nacht die Nachtwächter im Ort herum, um die Einwohner zu wecken.&lt;br /&gt;
:Um 3 Uhr morgens war alles auf den Beinen. Der Sturm raste mit unverminderter Stärke weiter. &lt;br /&gt;
:Die Ziegel fielen haufenweis von den Dachstühlen, ganze Dächer wurden zuweilen abgehoben. &lt;br /&gt;
:Unzählige Veranden und Fensterscheiben gingen in Stücke. &lt;br /&gt;
:Einige Einwohner versuchten noch die Boote in Sicherheit zu bringen. Alles vergeblich. &lt;br /&gt;
:Als es gegen ½ 8 Uhr morgens Tag wurde, waren beide Baken auf den Molenköpfen verschwunden, die Molen standen ganz unter Wasser, die Bismarkpromenade mit der Grotte und die Badeanstalten waren beinahe zerstört.&lt;br /&gt;
:Gegen 8 Uhr morgens durchbrach das Wasser die Dünen westlich vom Ort und vereinigte sich über das Diedrichshäger-Moor und die Laak mit dem Breitling. :Warnemünde lag auf einer Insel, deren Umfang mit dem Steigen des Wassers immer kleiner wurde. &lt;br /&gt;
:Am Rostocker Ende drang bald darauf das Wasser in die Häuser, die Bewohner flüchteten in die neuerbaute Kirche. &lt;br /&gt;
:Unterdessen hatten die Wogen die Gebäude des Bauhofes erreicht, nachdem sie die dahinter liegenden Dünen durchbrochen hatten. &lt;br /&gt;
:Die Familie des dort wohnenden Zimmermeisters schwebte in höchster Lebensgefahr. &lt;br /&gt;
:Der Aufenthalt in den Häusern war unmöglich, die 6 Personen flüchteten auf einen Hausboden. &lt;br /&gt;
:Die Überfahrt in einem Rettungsboot zu wagen, war unmöglich. &lt;br /&gt;
:Der rasend einlaufende Strom hätte das Boot sofort zerschlagen und seine Insassen in höchste Lebensgefahr versetzt. &lt;br /&gt;
:Man brachte daher den Raketenapparat an das Zollamt und der Lotsenkommandeur schoß eine Leine zum Bauhof hinüber. &lt;br /&gt;
:6 kühne Männer mit Namen Baade, Borgwardt, Jungmann, Jürß, Radloff und Schmidt, sprangen in das Boot und ruderten es durch den mit Balken und Schiffstrümmern bedeckten Strom hinüber zum Bauhof und retteten die ganze Familie des Bauhofsaufsehers.&lt;br /&gt;
:Das Wasser stieg immer weiter, von Süden und Westen drang es in den Ort ein.&lt;br /&gt;
:Die Mühlenstraße mit der Mühle, die südliche Hälfte der Anlagen, die Kirche, wo die Flüchtlinge schließlich auf die Bänke steigen mußten und die 4. und 3. Reihe (Anastasia- und Friedrich-Franz-Straße) standen bis in die späten Nachmittagsstunden ganz unter Wasser.&lt;br /&gt;
:… Im Orte selbst blieb nur die Schanze, der Georginenplatz und der nördliche Teil der Anlagen trocken. &lt;br /&gt;
:Auf diesen kleinen Raum drängten sich bis zur einbrechenden Dunkelheit etwa 1600 Menschen zusammen, mit Todesangst im Herzen.&lt;br /&gt;
:Gegen 3 Uhr nachmittags ging der Wind nach Osten und wurde schwächer, das Wasser steigt nicht weiter. Niemand war verunglückt.&lt;br /&gt;
:… Am 14. November konnte man die Verwüstungen erkennen. Die Uferstraße am Strom war mit Holz, Booten, Seesand, Möbeln und Trümmern jeglicher Art bedeckt.&lt;br /&gt;
:Auf der Reede trieben 5 Schiffe mit schweren Havarien, 3 andere hatten die Masten gekappt. &lt;br /&gt;
:Sie wurden von dem alten Dampfer „Stadt Rostock“ in den Hafen geschleppt. &lt;br /&gt;
:… Die Molenspitzen waren spurlos verschwunden. &lt;br /&gt;
:...Das Erdreich an der Schanze war fortgespült und der Strudel hatte eine tiefe Bucht im Durchgang von Hotel Rohn gemacht. &lt;br /&gt;
:... Die Veranden schienen in der Luft zu hängen, und nur den festen Grundmauern des Hauses des Lotsenkommandeurs Jantzen neben dem Greifenbad war es zu danken, daß diese Häuser nicht völlig eingestürzt waren. &lt;br /&gt;
:Die Bismark-Promenade war verschwunden.“&lt;br /&gt;
:Die Küstenschützer bezeichnen diese Sturmflut heute ganz profan als „Bemessungshochwasser“, was bedeutet, das die in den einzelnen Küstenorten unterschiedlichen Wasserstände, wie auch die Spezifik des Vordringens des Meerwassers jenen Jahres als Messlatte für Küstenschutz-bauten und -maßnahmen herangezogen werden. &lt;br /&gt;
:Diese Naturkatastrophe steht aber auch für die seit nun eineinhalb Jahrhunderten anhaltende Messung und statistische Erfassung der Wasserstände und Wetterereignisse der Ostsee an der deutschen Küste als der „Nullpunkt“ und Beginn.&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschutzwand Warnemuende 2020.jpg|thumb|350px|rechts|Die neue Warnemünder Sturmflutschutzwand am Alten Strom südlich der Bahnhofsbrücke im Frühjahr 2020]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903 blieb Warnemünde von der Sturmflut nahezu unberührt, wohingegen es die Rostocker Altstadt und den gesamten Bereich des Stadthafens besonders schlimm traf, was an der Fahrrinne lag. &lt;br /&gt;
:Das Wasser suchte sich seinen Weg entlang des Breitlings und der Warnow und bedrohte fortan insbesondere die Altstadt. &lt;br /&gt;
:Bei der Rostocker Bevölkerung sorgte dies für einige Empörung und stellte die Politik vor Schwierigkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Warnemünde wurde 1913/14 wieder hart von Überflutungen getroffen. &lt;br /&gt;
:So wurde die Promenade über eine Distanz von 300 Metern komplett zerstört und weggespült. &lt;br /&gt;
:Neben der Promenade erfasste das Hochwasser im Januar 1914 einen Großteil der Strandvillen hinter der Promenade und erstreckte sich bis zum Neuen Friedhof.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sturmfluten und Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warnemünde und der Sand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Becker-Spruch, Wind und Sand, Dünenbefestigung , Molensand, Sand tragen, Sand als Exportgut, Ballastsand&lt;br /&gt;
;(TID 2026 ?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Straßen, Wege und Umwege - Von Milchsteg und Kuhbrücke zur Stadtautobahn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Postwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen|Im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten aus Warnemünde|Bedeutende Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgenommen wurden Personen, die in Warnemünde geboren oder verstorben sind, beziehungsweise in einem persönlichen Lebensabschnitt zeitweise in besonderer Beziehung zum Ort standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Der Warnemünder Sven Lorenzen hat die ersten 12 Tafeln auf einer Internetseite dokumentiert: [http://sven-lorenzen.de/tafeln.html Warnemünder Gedenktafeln]. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde|Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Volkskunde==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünder Volkskunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in Warnemünde, Unterwarnow- und Breitling-Gebiet==&lt;br /&gt;
* [[Flurnamen in Warnemünde und Umgebung|Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[ + Arbeitsordner Warnemünde]]  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronistenkontakt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph Wegner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mailto:kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156143</id>
		<title>Chronologie und fortlaufende Ortschronik von Warnemünde</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Chronologie_und_fortlaufende_Ortschronik_von_Warnem%C3%BCnde&amp;diff=156143"/>
		<updated>2026-09-13T20:46:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Warnemünde während des ersten Weltkrieges 1914-1918 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortschronik&lt;br /&gt;
 | ort = Warnemünde&lt;br /&gt;
 | zeit = ab 1160 fortlaufend&lt;br /&gt;
 | urheberrechte = Autoren Christoph Wegner, Wilfried Steinmüller, Ronald Piechulek, Achim Schade&lt;br /&gt;
 | erstellung = seit 2017&lt;br /&gt;
 | publikation = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
 | inhalt = Chronologie und Geschichte von Warnemünde&lt;br /&gt;
 | status = unveröffentlicht&lt;br /&gt;
}}==Der Küstenort Warnemünde chronologisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwendete Quellen-Kürzel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MUB   = Mecklenburgisches Urkundenbuch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AHR  = Archiv der Hansestadt Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LHA  = Landeshauptarchiv Schwerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BGR R = Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock; Register zu Band 1 - 20 mit einer &#039;&#039;&#039;Zeittafel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(Das aufgeführte Ereignis findet sich jeweils unter dem angegebenen Datum in der &#039;&#039;&#039;Zeittafel des Registers&#039;&#039;&#039;, dem Kürzel ist die Jahrgangsnummer der oben genannten Beiträge mit Seiten-Angaben hinzugefügt )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC  = Krausesche Fundchronik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HA  = Heidearchiv Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RA  = Rostocker Anzeiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur- und Frühgeschichte===&lt;br /&gt;
;noch bearbeiten (KFC Wmde Mp45 397-381)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mittelalter bis zur Christianisierung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1160&lt;br /&gt;
:Der dänische Chronist Saxo Grammaticus beschreibt die Seeschlacht auf dem Gudacra (Breitling) zwischen den Wenden und der dänischen Flotte unter König Waldemar und Bischof Absalon von Roskilde. (BGR R; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2 ; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,17)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===spätes Mittelalter 1200 bis zur Reformation 1517===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]] &lt;br /&gt;
:betreffend die Bewidmung der neu angelegten Stadt Rostock mit dem Lübischen Rechte vom 24. Juni 1218 und verkauft der Stadt die Rostocker Heide für 450 Mark wendischer Pfennige, verzichtet auf seine Rechte an den im Hafen der Rostocker gestrandeten Schiffen, verheißt den freien Verkehr vorbehaltlich des fürstlichen Zolles nicht zu stören, verleiht die Fischereigerechtigkeit für die Unterwarnow und das Stadtrecht für die Markscheide der Rostocker. &lt;br /&gt;
:In dieser Kaufurkunde erfolgt auch &#039;&#039;&#039;Warnemündes Ersterwähnung&#039;&#039;&#039;. Die Stadt Rostock erhält das Strandrecht in &#039;&#039;&#039;ihrem Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; am &#039;&#039;&#039;rechten&#039;&#039;&#039; Warnow-Ufer.  &#039;&#039;(also östlich Taterhörn)&#039;&#039; (BGR R &#039;&#039;&#039;3b&#039;&#039;&#039;,6.24 Nr.32; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,1f,6; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,35; &#039;&#039;&#039;14&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
;Das Kürzel (Mgh) am jeweiligen Ereignis, weist darauf hin, das es am zwischen 1252 und 1478 existierenden &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot;&#039;&#039;&#039; an der alten Warnowmündung zwei Kilometer östlich der heutigen Ortslage Warnemünde stattgefunden hat. &lt;br /&gt;
:Das parallel am heutigen Standort Warnemündes gelegene Fischerdorf dagegen wird erstmalig im Jahr 1262 erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1257/58&lt;br /&gt;
:Ältester Beweis für das Vorhandensein Warnemündes durch Erwähnung eines Hauses daselbst. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1262, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Borwin III. überträgt der Stadt seine Rechte am Hafen Warnemünde. Das westliche Ufer verbleibt im fürstlichen Besitz. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:;17. Dez.&lt;br /&gt;
:die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig Urkunden in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1264, 12. Oktober&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich Borwin III. verleiht den Rostockern das städtische Recht in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039; (!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.6) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1268&lt;br /&gt;
:Dietrich von Raven vermacht dem Hafen (&amp;quot;ad portum in Warnemünde&amp;quot;) 2 Mark Silber (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1278, 21. Dez.&lt;br /&gt;
:Fürst Woldemar verspricht daß bis nach Warnemünde und bis ans Meer hinunter überall in einer Meile Entfernung vom Fluss keine Festung errichtet werden soll. (HA) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1283&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Steinen für den &#039;&#039;&#039;Hafenbau&#039;&#039;&#039; in Warnemünde in einer Kämmereirechnung. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1286, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock erwirbt aus fürstlichem Besitz den Pagenwerder. (BGR R &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,21.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1288&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt durch Rötger Horn den &#039;&#039;&#039;Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; (&amp;quot;von der Tonne bis ins offene Meer hinaus&amp;quot;) auf eine Tiefe von 6 Ellen &#039;&#039;(12 Fuß, etwa 4 Meter)&#039;&#039; bringen. (MUB Nr.1977 BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XV; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300 April&lt;br /&gt;
:Die mecklenburgischen Fürsten Heinrich I. der Pilger und Heinrich II. der Löwe halten sich im &#039;&#039;&#039;fürstlichen Warnemünde&#039;&#039;&#039; auf. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark belehnt Fürst Nikolaus von Rostock als Schutz gegen die Feinde des Fürsten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1301, 28. Juli&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1300-1314&lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Rostocker Warnemünde&#039;&#039;&#039; ist Hauptschauplatz der Kämpfe König Erichs von Dänemark, Markgraf Albrechts von Brandenburg, Fürst Heinrichs von Mecklenburg u.A., gegen die Stadt Rostock. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304, 2. Mai&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark wiederum in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1307, 1. November&lt;br /&gt;
:(nach anderen Quellen auch &#039;&#039;&#039;1304&#039;&#039;&#039;) Die Allerheiligen-Flut überflutet die gesamte Dünen-Nehrung von Diedrichshagen bis zur Rostocker Heide. Ihr Scheitelwert soll 14 Fuß (ca. 4,6 m) über dem normalen Wasserstand betragen haben.  (BGR R)&lt;br /&gt;
:Als Folge der Flut wird die Warnow-Mündung auf eine Länge von ca. 500 Meter gänzlich verschüttet. Nach der Flut wird der Warnow an anderer Stelle durch den ersten künstlichen Nehrungsdurchstich eine neue Mündung und ein erneuter Hafenzugang geschaffen &#039;&#039;&#039;(das erste Tief)&#039;&#039;&#039;. &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1309, 14. Aug.&lt;br /&gt;
:Heinrich der Löwe in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark in Warnemünde. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,16; &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,15; &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,8.56)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311, nach dem 16. Sept.&lt;br /&gt;
:Der von König Erich zum Hauptmann (capitaneus) des Landes Rostock ernannte Fürst Heinrich der Löwe sperrt den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039;, indem er auf jeder Seite des Stromes einen hölzernen Turm errichtet und zwischen den Türmen eine Brücke erbaut. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1311/12&lt;br /&gt;
:Die Rostocker zerstören die beiden Befestigungen &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Rostocker brennen das &#039;&#039;&#039;fürstliche Dorf&#039;&#039;&#039; Warnemünde nieder. &lt;br /&gt;
:bis Mai Die Rostocker bauen einen neuen Turm auf der Ostseite &#039;&#039;&#039;ihres&#039;&#039;&#039; (!!) Stromes aus den Steinen des Turmes der abgebrannten Pfarrkirche und des im Bau befindlichen Petriturmes in Rostock. (BGR R &#039;&#039;&#039;1a&#039;&#039;&#039;,15f. &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XI.XII &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;4d&#039;&#039;&#039;,14f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,7ff.11f.56.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 23. Juni&lt;br /&gt;
:König Erik klagt darüber das nicht nur die Kirche, sondern auch der Ort und besonders das Haus, das er für sich und die Markgrafen &#039;&#039;(von Brandenburg)&#039;&#039; gebaut habe, zerstört sei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;30. Juli &lt;br /&gt;
:Belagerung Rostocks und des Turmes in &#039;&#039;&#039;ihrem&#039;&#039;&#039;(!!) &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; Warnemünde durch Dänenkönig Erik Menved. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Juli&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Heinrich von Mecklenburg sperrt das Tief unterhalb des Turmes. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;9. September&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Übergabe nach der Belagerung. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;September/Oktober&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Die Verbündeten bauen den eroberten Turm durch Hinzufügung von 4 kleinen Türmen einer Mauer und eines Grabens zu einer Festung aus und halten sie gemeinsam besetzt (später Dänscheburg/ dän. Danskeborg) (BGR R; KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:In den Beschwerden des dänischen Königs heißt es das diese (Die Rostocker) vor der Übergabe von Warnemünde den Ort und die Kirche verbrannt und das Haus, das der König für sich und den Markgrafen Waldemar von Brandenburg erbaut, niedergebrochen hätten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erich verabredet mit dem Markgrafen Waldemar von Brandenburg, daß die Summe, die sie dafür durch Verhandlung von den Rostockern bekommen würden, daß der vor Warnemünde erbaute Turm wieder abgebrochen und nie wieder aufgebaut werden dürfe, gleichmäßig zwischen ihnen geteilt werden solle. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1312, 15. Dez.&lt;br /&gt;
:Die Stadt Rostock unterwirft sich dem König Erich und dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und verspricht u.A. in Warnemünde eine schöne hölzerne Kirche zu bauen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1313, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Der Markgraf Waldemar von Brandenburg verkauft seine Hälfte des Warnemünder Turms an den König von Dänemark, der damit in den Besitz des ganzen Turms gelangt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1314, 25. Nov.&lt;br /&gt;
:Tod des Fürsten Nikolaus von Rostock, des letzten Fürsten aus der Rostocker Linie. Das Lehen fällt an den dänischen König zurück (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1317 7. Januar&lt;br /&gt;
:König Erich von Dänemark verleiht dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und seinen Erben das Land Rostock mit Ausnahme des &#039;&#039;&#039;Schlosses Danskeborrig&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde, das sich in Pfandbesitz des Marschalls Niels Olaffson befindet. Dieses dänische Schloß wird noch wiederholt erwähnt. Auf ihm saß jedenfalls auch der Capitaneus Eskil Grüp von dem wir einen undatierten Brief an den Rostocker Rat besitzen. (MUB 3871, KFC, BGR R &#039;&#039;&#039;1d&#039;&#039;&#039;,3. &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;25. November&lt;br /&gt;
:Friede von Templin mit dem brandenburgischen Markgrafen Waldemar. Laut Friedensvertrag belehnt Erik von Dänemark Heinrich (II.) von Mecklenburg mit der Herrschaft Rostock, außer Warnemünde und der Dänscheburg. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1319, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:König Erik von Dänemark stirbt und Fürst Heinrich (II.) besetzt die Dänenburg. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1322, 24. September&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich II. von Mecklenburg verkauft das  &amp;quot;Haus und den Turm&amp;quot; an die Stadt zum Abbruch, die eigentlich dem dänischen Vogt Niels Olufsen gehören und durch Heinrich wiederrechtlich besetzt worden war. (MUB 4377, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,70.f. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,14.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1323, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Stadt erwirbt von Heinrich II. von Mecklenburg das &#039;&#039;&#039;fürstliche&#039;&#039;&#039; Dorf (villa) Warnemünde mit dem ganzen &#039;&#039;&#039;westlichen&#039;&#039;&#039; Warnowufer (das damals am Taterhörn auf der hohen Düne lag, bis an die Grenze von Diedrichshagen, mit Eigentumsrecht, voller Gerichtsbarkeit, mit Gestattung der Anwendung des Lübischen Rechts, Fischereigerechtigkeit bis in die See hinaus, behält sich aber das Patronatsrecht vor. (KFC) Das heutige, ehemals fürstliche Warnemünde wird &#039;&#039;&#039;damit Rostocker Stadtbesitz&#039;&#039;&#039;. (MUB 4423, BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;4b&#039;&#039;&#039;,1. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,2.14)&lt;br /&gt;
:21. Mai - Heinrich II. erkennt zu Nyköbing auf Falster vvon König Christoph an, das &#039;&#039;&#039;erbliche&#039;&#039;&#039; Lehen (vorher nur Pfandlehen) am Land Rostock von der Krone Dänemarks erhalten zu haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 7. April&lt;br /&gt;
:In einem Rostocker Stadtbuch findet sich die Notiz, daß Warnemünde freies Eigentum der Stadt sei, die daselbst die volle Gerichtsbarkeit ausübe und ihr die Abgaben und Einnahmen zukämen. Die Warnemünder Renterverhältnisse (?) würde der Rat in Ordnung bringen. Obwohl somit Warnemünde ganz zu Rostock gehörte, finden wir auch in der Folgezeit die Mecklenburgischen Fürsten häufig dort. Auch bleibt es noch längere Zeit der Versammlungsort für die Truppen, die dem Dänenkönig zu Hilfe gesandt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1337&lt;br /&gt;
:Verfestung des Knappen Vicke Valkenhagen, weil er Strandgut bei Warnemünde geraubt, also in das Strandrecht Rostocks eingegriffen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1339, 5. Nov.&lt;br /&gt;
:Anlegung eines eigenen Stadtbuchs für Warnemünde, Kassebohm und Barnstorf.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348, 19. Sept.&lt;br /&gt;
:Erwähnung eines (verstorbenen) Dieners des Warnemünder Vogts und einer von ihm benutzten Wiese. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lucerna&amp;quot; (Laterne) von Warnemünde erwähnt. (BGR R) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1349, 22. Febr. - 1350, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Kämmereirechnung erwähnt den Bau von Befestigungswerken in Warnemünde, die, wie aus der Kämmereirechnung von 1363/64 hervorgeht, zum Schutz der Leuchte dienten. Auch wird der Baum in Warnemünde genannt. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1350, 24. Aug. &lt;br /&gt;
:Bruchstück einer Rechnung in dem als Einnahme u.A. 7 Mark de collecta in Warnemünde vorkommen. Daß die Gesamtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes jährlich 7 Mark betrug. (zeigt der Vertrag von 1359, 18.Dec. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1359, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Vertrag des Rostocker Rats mit den Warnemündern (&amp;quot;burgenses in Warnemunde&amp;quot;) über Dienste und Schoß. Die Warnemünder sollen jederzeit unentgeltlich zu den städtischen Bauten in Warnemünde helfen und andere notwendige Dienste leisten. Der Rat sagt ihnen dafür zu, daß die von altersher auf 7 Mark festgesetzte Gesammtsumme des von Warnemünde aufzubringenden Schoßes nicht erhöht werden soll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1381, 22. Febr. bis 1882, 22. Febr.&lt;br /&gt;
:Erste erhaltene Gewettsrechnung, in der die bisher in den Kämmereirechnungen vorkommenden Ausgaben für Warnemünde erscheinen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1430&lt;br /&gt;
:Während der Streitigkeiten zwischen dem alten und neuen Rat zu Rostock sperrte die Herzogin Katharina von Mecklenburg den Warnemünder &#039;&#039;&#039;Hafen&#039;&#039;&#039; durch Verfestung von Schiffen und &#039;&#039;&#039;brennt den Ort nieder&#039;&#039;&#039;. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475&lt;br /&gt;
:Erwähnung von Blockhaus und &#039;&#039;&#039;Burg&#039;&#039;&#039; zu Warnemünde. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1475, 23. April&lt;br /&gt;
:Kaiser Friedrich III. bewilligt den Meckl. Herzögen einen Zoll zwischen Rostock und Warnemünde, doch verzichtet Herzog Heinrich mit seinen Söhnen &#039;&#039;&#039;1476, am 23. April&#039;&#039;&#039; auf die Erhebung, weil sie den Rechten und Freiheiten der Stadt zuwiderläuft. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1485, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Der Rat läßt den Hafen auf eine Tiefe von 6 Ellen bringen und verbreitern. (BGR R &#039;&#039;&#039;3a&#039;&#039;&#039;,XVf.67f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1487&lt;br /&gt;
:Während der Domfehde nehmen die Meckl. Herzöge am 24. Juli 1487 den Ort. Am 1. August der &#039;&#039;&#039;befestigte Leuchtturm&#039;&#039;&#039; vom Herzog genommen, Warnemünde und die dortigen Befestigungen zerstört, die Dachziegel als Beute hinweggeführt. (KFC)und(BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71. &#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;,16. &#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;,36f.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1494&lt;br /&gt;
:Erwähnung der Warnemünder Vitte (Fischerlager) in Falsterbo, neben der Rostocker Vitte. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1495, 17. März&lt;br /&gt;
:Die Herzöge nehmen Warnemünde ein, arretieren die Rostocker Schiffe und verbieten Ein- und Ausfuhr. Bau von Befestigungswerken zur Sperrung des Hafens. (KFC und BGR R ) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:10. April&lt;br /&gt;
:Waffenstillstand; die Herzöge verpflichten sich Warnemünde nicht wieder zu befestigen. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71.) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:7. Dezember&lt;br /&gt;
:Vergleich zwischen den Herzögen und der Stadt. Die Herzöge behalten sich vor, &#039;&#039;&#039;die Befestigung um den Leuchtturm zu zerstören.&#039;&#039;&#039; Sie betrachten es seitdem als ihr Recht, daß ohne ihre Genehmigung keine Befestigung in Warnemünde angelegt werden darf, geben aber Warnemünde an Rostock zurück. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,71f) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1496, 28. Februar&lt;br /&gt;
:Die Herzöge geben der Stadt die Erlaubnis zur Erhebung einer Bieraccise. Als Grund wird u.A. aufgeführt, daß Mittel zur Instandsetzung des Hafens und des Neuen Tiefs gebraucht würden. (KFC) &#039;&#039;&#039;(Mgh)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1510, 27. Juli/2. August&lt;br /&gt;
:Die Herzöge protestieren gegen den Bau eines Blockhauses, der durch den Krieg mit Dänemark veranlaßt ist. (BGR R &#039;&#039;&#039;3c&#039;&#039;&#039;,72)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:9. August&lt;br /&gt;
:Der Krieg der Städte gegen König Johann von Dänemark hat die Herzöge von Mecklenburg veranlaßt, den Rostockern die Errichtung eines Block- und Korbhauses (Feuerkorb als Leuchtsignal) zu Warnemünde zu gestatten, unter der Bedingung, daß diese Befestigungen nach Beendigung der Fehde wieder abgebrochen werde.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformation und Nachreformationszeit (1517 bis 1648)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1519, &lt;br /&gt;
:Verwüstung des Tiefs und Hafens bei einer &#039;&#039;&#039;Sturmflut&#039;&#039;&#039; (KFC)&lt;br /&gt;
:-23. Mai  Ausbesserung des &amp;quot;Neuen Tiefs&amp;quot; (zwischen 1487 und 1519 entstanden) (BGR R)&lt;br /&gt;
:-Holzlieferung beim Bau von Bollwerken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1522, 27. August&lt;br /&gt;
:Auch als Rostock gemeinsam mit Lübeck Gustav Wasa eine Flotte zu Hülfe sandte wird in Warnemünde ein Korbhaus (Feuerkorb als Leuchtsignal) eingerichtet.  (in 14 Tagen vollendet). (BGR R) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535&lt;br /&gt;
:Neue Verhandlungen mit den Herzögen wegen Errichtung einer Schanze oder eines Korbhauses zum Schutz des Warnemünder Hafens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1535, 10. Juni&lt;br /&gt;
:Die Stadt soll sich dem Herzog verpflichten, das Korbhaus, das sie bauen will, nach Beendigung des Krieges der wendischen Städte gegen den Herzog von Holstein wieder zu zerstören. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1560&lt;br /&gt;
:Vogtseid für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:Die Dänen unter König Friedrich von Dänemark sperren den Hafen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 21. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus beschweret sich bei den Beamten zu Dobberan, daß die Doberanschen Bäcker ihr Brodt nach Warnemünde brächten und daselbst zum praejudice der hiesigen Bäcker, denen Warnemündern in ihren Häusern feil böte; bitten, solches abzustellen.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573, 8. August&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Senatus an den auf der Rhede von Warnemünde mit vier Schiffen liegenden dänischen Admiral Jürgen Appelgarde, darin sich Senatus beschweret, daß das dänische Schiffsvolk die Schwäne auf der Warnow schösse.&amp;quot; (Extractum Libri Missivarum de anno 1573)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1573&lt;br /&gt;
:gegen Ende des Jahres zerstörte ein Sturm die vor Warnemünde liegenden Dänischen Blockade-Schiffe. (Becker Kirchspielchronik Röv.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577&lt;br /&gt;
:Zerstörte ein heftiger Sturm 200 Schiffe und trieb sie ans Gestade des Meers. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1577, 20. Febr.&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung, wonach hinfürder kein Warnemünder Schiffahrt treiben soll, ohne besondee Erlaubnis des Gewetts. Diejenigen Warnemünder, die zur Zeit die Schiffahrt betrieben, durften dabei bleiben, mußten aber einen Knecht halten, der während ihrer Abwesenheit die Fischerei und die Wache zu besorgen hatte. (KFC)&lt;br /&gt;
:- ebenso Gewettsordnung, wonach in Warnemünde außer dem Vogt und dem Barbier nicht mehr als 8 Krüge sein sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579&lt;br /&gt;
:Warnemünde brennt bis auf wenige Häuser ab. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1580&lt;br /&gt;
:Festsetzung des Bürgereides für Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erst jetzt beginnt die Zusammenlegung des Fischerortes durch die Ansiedlung des Hafens am heutigen Alten Strom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1582 4. Juli&lt;br /&gt;
:Herstellung des neuen Tiefs (= alter Strom ?) beendet. Der dabei gemachte Versuch das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Steinriff&amp;quot; im Strom&#039;&#039;&#039; zu durchbrechen wurde nur in geringem Maße erreicht. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1583&lt;br /&gt;
:Erneute Sperrung des Warnemünder Hafens durch dänische Kriegsschiffe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1586, Juni-Juli&lt;br /&gt;
:Verhandlungen mit Herzog Ulrich, aus denen ersichtlich ist, daß die Landesherrn in Warnemünde ein Absteigequartier besaßen. Es wird die Einrichtung eines Kellers und die vom Herzog gewünschte Verlegung der Küche erwähnt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1588, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:&amp;quot;XXV Octobris hatt ein Erbar Rhat nebenst den verordneten Bürgern bey der Accise Kasten beschlossen das sie auf kunftigen dri Jahr zu Warnemünde eine weitere Luchte bauwen lassen wollten&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Ratsprotokoll Bernhard Scharffenbergs 1586-1598 Seite 131“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1593, 7. März&lt;br /&gt;
:Wiederholung der Verordnung wegen der Schiffahrt vom 20. Februar 1577. Wer sich nicht fügen will, soll bis zum nächsten Ostern mit allem seinem Gut nach Rostock ziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1603, 29. Sept.&lt;br /&gt;
:Bestallung des Vogtes Peter Lange. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Den Warnemündern wird durch Ratsbeschluß den Warnemündern der Schiffbau verboten (1610 wird Bootsbau gestattet). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1606, 18. Mai&lt;br /&gt;
:Anordnung einer Schonzeit für Vögel und Wild. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1609, 16. Jan.&lt;br /&gt;
:Ratsbeschluß, wonach zu Warnemünde der Wadenzug einem jeden freistehen soll und &amp;quot;niemandt einigen Ordt der fischerey in der Sehe für sein eigenthumb zu vortheidigen gestattet sein soll.&amp;quot; die Weddeherren sollen die Anlegung neuer Wadenzüge begünstigen, da im Vorjahre nur 3 Heringswaden auf 2 Zügen in Betrieb gewesen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1613, 6. Febr.&lt;br /&gt;
:Jochhim Evers in Warnemünde wird der Bootsbau in seinem Hause gestattet. Auch soll er in Notfällen Schiffsreparaturen vornehmen dürfen, wenn keine Rostocker Schiffszimmerleute anwesend sind. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1619, 11./12. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Verlöbnis-, Hochzeits- Kindtaufs- und Feuerordnung für Warnemünde vom 13. Januar wird in Warnemünde in der Vogtei den sämtlichen Warnemündern vorgelesen, resp. von der Kanzel publiciert. Nach der Feuerordnnung sollen die Feuerstallen jährlich besichtigt werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1621, 10. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Bestrafung Fite Kempes zeigt, daß den Warnemündern das Fischen im Strom verboten war. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1625, 10./11. Febr.&lt;br /&gt;
:war die bekannte schreckliche Überschwemmung zu Rostock und in der Umgegend, davon in dem *[[&amp;quot;Etwas von gelehrten Rostockschen Nachrichten&amp;quot;  4.Jahrg. Nr.898 i.J. 1740]] eine ausführliche Nachricht abgedruckt sich findet.&lt;br /&gt;
:In Warnemünde wurden 74 der 150 Häuser des Ortes zerstört.&lt;br /&gt;
:In hiesiger Gegend soll ein großer Theil der Waldung unter Wasser gestanden haben, ja es soll das Wasser in Niederungen bis Blankenhagen  vorgedrungen seyn. Die Wasserhöhe des Maaßes war 14 Fuß &#039;&#039;(rund 4,60 m)&#039;&#039; über den mittlern Stand gestiegen. Die Meierey auf dem Moorhof (vorh. Moor genannt) stand völlig im Wasser, Pferde und Ochsen ertranken, die Bewohner saßen 3 Tage im Dach auf dem Heu. Zu Warnemünde wurden von 150 dortigen Häusern 18 an der Düne gänzlich weggerissen und 74 stark beschädiget ; viele Schiffe zertrümmert. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 15. Februar&lt;br /&gt;
:Warnemünde durch den wallensteinschen Oberst St. Julian besetzt. Bau einer Schanze. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1628, 9. März&lt;br /&gt;
:Warnemünde wird durch dänische Kriegsschiffe blockiert und bombardiert. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1631, Juli/August&#039;&lt;br /&gt;
:Angriff der kaiserlichen und der herzoglichen Truppen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 27. August Eroberung der Schanze durch Herzog Johann Albrecht und Oberst Lohausen. Abzug der Kaiserlichen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 28. August Die Schweden besetzen die Schanze allein. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 30. August Der schwedische Generalkommissar Erik Anderssen richtet im Einverständnis mit den aus der Verbannung zurückgekehrten Herzögen eine Zollstelle in Warnemünde ein. Sie bestand mit Unterbrechungen bis ins 18. Jahrhundert. (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632, 29. Februar&lt;br /&gt;
:Durch Vertrag zwischen Gustav Adolf und den mecklenburgischen Herzögen bleibt der schwedische Zoll in Warnemünde bestehen. Schweden halten die Schanze besetzt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1634, 3. Nov.&lt;br /&gt;
:Die Vernehmung einiger Warnemünder Fischer durch die Gewettsherren beweist, daß man noch damals nach Falsterbo zum Heringsfang zog und daß die Warnemünder verpflichtet waren, ihn mitzumachen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1637, 29. April&lt;br /&gt;
:Ausbesserung der Schwedenschanze (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1638, 11. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Kaiserlichen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1639, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze den Rostockern demoliert, aber gleich darauf von den Schweden zurückerobert und wieder hergestellt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1646, 1. und 7. März, sowie 1647, 7. Jan.&lt;br /&gt;
:Mandate gegen das Karpfen und Hecht angeln. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1648&lt;br /&gt;
:Westphälischer Friede. Vergebliches Bemühen der Stadt Rostock, den Warnemünder Schwedenzoll zu beseitigen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1660 8. März&lt;br /&gt;
:Im schwedisch-polnischen Krieg Besatzung der Schwedenschanze von kaiserlichen Truppen zur Übergabe gezwungen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 23./24. März&lt;br /&gt;
:Die Schwedenschanze von den Kaiserlichen unter Montecuculi zerstört. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 19. April &lt;br /&gt;
:Die kaiserlichen Truppen ziehen aus Warnemünde ab. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1661 Juni&lt;br /&gt;
:Die Schweden bauen eine neue Schanze auf der Ostseite von Warnemünde beim Zimmerhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1664, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot, daß aus der See kommende Schiffe in Warnemünde liegen bleiben, dort löschen und laden und Zimmern laßen, ohne mit ihren Waaren an die Stadt zu kommen.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665 25. März&lt;br /&gt;
:Die Schweden vertreiben die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1665, 23. Sept.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot der Leinenweberei in Warnemünde&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1666, 31. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wiederholung des Mandats vom 12. Febr. 1664 mit Zusatz über die dem Vogt von den Schiffen zu zahlenden Gebühren.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 20. Aug.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder werden an die alte Observanz (1359, 18. Dez.) erinnert, wonach sie jederzeit Fuhren und Hülfe bei den notwendigen Bauten zu leisten haben. Wenn sie sich darin willig zeigen, wird ihnen das Aalstechen auf dem Breitling bis nach Großen Klein (mit gewissen Einschränkungen) sowie das Obstverfahren mit kleinen Böten gestattet, falls sie das Obst in Rostock einkaufen. Auch soll ihnen erlaubt sein, Rostocker Bier und Gartengewächse über die See in einige Klipphäfen zu bringen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1667, 19. Dezember&lt;br /&gt;
:Feststellung, wieviel Bootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 13. April&lt;br /&gt;
:Wiederholung des Verbots der Leinenweberei in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1668, 14. April&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Mandat betreff die Schonzeit für Wild und Vögel&amp;quot; (vgl. 1606, 18. Mai); &amp;quot;Verbot des Brachens (Kalfaterns), Bauens und Klopfens an den Schiffen während Barsche, Brachsen und andere Fische einziehen.&amp;quot;; &amp;quot;Verbot Schweine frei umherlaufen zu lassen&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. Nov.&lt;br /&gt;
:Erneutes Verbot des Fischharkens. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1669, 7. und 20. Nov.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot die Krüge bis in die Nacht offen zu halten.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1672, 9. Okt.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Verbot für die Warnemünder, Mehl von fremden Müllern zu kaufen. Das Mehl soll in der Stadt gemahlen und in der Stadt die Accise davon entrichtet sein.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 11. Febr.&lt;br /&gt;
:Auf E.E. Rats Dekret ermahnen die Gewettsherrn den Vogt, auf das Brotbacken beßer Obacht zu geben. Er erklärt, sein Bestes zu tun aber nicht verhindern zu können, wenn die Leute in der Stadt backten. Es soll offenbar in Warnemünde in den dortigen Backstuben gebacken werden. (Vgl. 1679, 29.März) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1673, 29. März&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Fuhren nach Dänemark und andern Orten von den Warnemündern der Reihe nach besorgt werden sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1675 16./17. Juli&lt;br /&gt;
:Die neue Schwedenschanze von den Brandenburgern besetzt. Die Gewettsherren ergreifen vom Vogtei-Gebäude wieder Besitz. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676 Januar&lt;br /&gt;
:Warnemünde geht durch Vertrag an die Dänen über; die Schanze im Osten wird geschleift. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1676,19. Dec.&lt;br /&gt;
:Feststellung, wievielBoootsschiffer in Warnemünde wären und wieviel Lotsen ihre Böte tragen könnten. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1677, 26. Januar&lt;br /&gt;
:E.E.Ratsordnung für Warnemünde; sie enthält mehrere Paragraphen über anständiges Benehmen auf der Vogtei, Bestimmungen über die Nachtwache, das Verbot, Vieh auf die Hegewiesen zu treiben, die Mahnung zur Ordnung beim Lotsen- und Bergungsdienst sowie beim übersetzten von Reisenden nach Dänemark u. A. . (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 7. Januar&lt;br /&gt;
:Festsetzung über Fracht- und Fuhrlohn für Überfahrten nach Dänemark (Gjedser). (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 29. Mai&lt;br /&gt;
:Gewettsdekret, das u.A. einschärft, &amp;quot;das Brod nach altem Herkommen in Warnemünde im Vogteibackhause und nicht in Rostock backen zu laßen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1679, 25. Juni&lt;br /&gt;
:Revision der Gewichte der Warnemünder Händler durch den Gewettsdiener. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1680, 5. Febr.&lt;br /&gt;
:Regelung der Warnemünder Bootfahrt mit Passagieren nach Dänemark und Schonen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. Febr.&lt;br /&gt;
:Besichtigung von Warnemünde durch den schwedischen Generalfeldmarschall Graf Königsmarck wegen Wiedereinrichtung des Zolls. Protest der Stadt Rostock. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 5. März&lt;br /&gt;
:Ein schwedisches Kriegsschiff erscheint in Warnemünde, um den Zoll wieder zu erheben. Die Stadt Rostock verweigert die Öffnung des Hafenbaumes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 12. April&lt;br /&gt;
:Verhandlungen des Gewetts mit dem schwedischen Kapitän und dem Licentmeister. Der Kapitän erklärt, er bleibe solange vor Warnemünde liegen um den Zoll zu erheben, bis dafür andere Vorkehr getroffen sei. Der Licentmeister erklärt, er habe den Zoll in derselben Weise zu erheben wie bis 1671 geschehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1681, 3. Mai&lt;br /&gt;
:Auf die Klagen der Rostocker Fischer, daß der Brachsenfang von Warnemünde sehr gestört würde, weist das Gewett den Vogt an, den Warnemündern das Fischen &amp;quot;Vor der See&amp;quot; und im Strom und die Zimmerei an Schiffen zu untersagen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 12. Januar&lt;br /&gt;
:Hochzeitsordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1682, 21. Febr.&lt;br /&gt;
:Verordnung des Gewetts wonach, wer in Warnemünde Bier &amp;quot;einlegen&amp;quot; will, es beim Vogt anmelden und der Stadt die Accise entrichten muß. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;dto.&lt;br /&gt;
:Jürgen Knutsen wird in Warnemünde als Frei-Leinenweber zugelassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 4. Mai&lt;br /&gt;
:Befehl an den Vogt, seiner Instruktion gemäß darauf zu achten, daß die Schiffe den Ballast ein Stück Weges von den Dünen und dem Bollwerk entfernt auswerfen lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Ratsdekret, wonach die Schiffer in Warnemünde, deren Böte mehr als 2 Last Güter fahren können, solche sofort &amp;quot;hinweg thun&amp;quot; oder aber nach Rostock ziehen sollen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Unter dem Vorsitz des Gewetts vergleichen sich die Warnemünder Fischer und Schiffer mit den Deputierten des Schonenfahrergelags und sämtliche Rostocker Kaufleuten und Seefahrern wegen der beim Aus- und Einbringen von Schiffen und Leichtern durch die Warnemünder zu erhebenden Gebühren. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, Oktober&lt;br /&gt;
:Wird in Warnemünde ein Bürger und Krämer erwähnt, woraus hervorgeht, das damals in unserem Hafenorte nicht bloß Haken (von Höker = Händler, der auf der Straße oder in einer Bude Waren mit geringem Umsatz verkauft, Kleinhändler) sondern mindestens auch ein Krämer geduldet wurde. Die &amp;quot;Freyhakerey&amp;quot;, d.h. der Handel mit allerhand &amp;quot;Hakenwaaren&amp;quot; wie Hering, Butter, Käse, Fischwerk, Talglichten und dergleichen wurde vom Gewett häufig in Warnemünde vergeben und zwar meist auf Lebenszeit nicht nur für de Antragsteller, sondern auch für dessen Frau. Grade über die vielen Höker klagt obiger Krämer, daß sie ihm das Geschäft verderben. Er hat deshalb den Thranverkauf mit aufgenommen. Dies aber wollen die Rostocker Schuster wieder nicht leiden, und so bekommt die Sache zur Entscheidung vor das Gewett. Letzteres entscheidet für den Krämer (Johann Jörcke) und verleiht ihm &amp;quot;die freyheit mit thran zu handelen&amp;quot; da Jörcke einmal &amp;quot;ein fast abgelebter alter Mann&amp;quot;, ferner der Thranhandel in Warnemünde nicht der Schusterrrolle wiederspreche und endlich Warnemünde zwei Meilen von der Stadt entfernt sei, so daß Jörckes Handel mit &amp;quot;Thran wahren&amp;quot; dem Schusteramte nicht schaden könne. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1686, 16. Nov.&lt;br /&gt;
:wird der Wismarsche Barbiergeselle Hinrich Roth &amp;quot;in betracht desselben wohl erlernten und geübten Chirurgiekunst auf Fürbitte seines Stiefvaters,&amp;quot; eines Warnemünder Bürgers, vom Gewett als &amp;quot;Frey Barbier&amp;quot; in Warnemünde zugelassen. (Ein Barbier kommt in Warnemünde schon 1577 vor. 1819 wird später darüber geklagt, daß in Warnemünde kein Chirurg sei.) (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1700, vor dem 20. Sept.&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde bei dessen Bekämpfung Rostocker Stadtsoldaten mitgeholfen haben, weshalb ihnen durch Ratsdekret vom 20. September eine Belohnung zugesprochen wird. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1716&lt;br /&gt;
:Peter der Große mit einer Flotte vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1718, 26. Februar&lt;br /&gt;
:Brand in Warnemünde durch den 20 Häuser zerstört werden. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1721&lt;br /&gt;
:4. Juli - Verordnung daß zu Warnemünde, wie auch auf der Stadt und Hospital-Dörfer kein ander als Rostocker Bier verschenkt werden soll. (UA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1729, 21. April&lt;br /&gt;
:E.E. Raths-Verordnung  &amp;quot;Wie es zu Warnemünde mit Ein- und Ausbringung frembder Schiffe und Fahr-Zeuge, im gleichen mit Lösch- und Beladung  der auff der Rhede liegenden, und dann auch mit gestrandeten Schiffen, deren Waaren und Gütern gehalten werden soll.&amp;quot;  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1735, Mai&lt;br /&gt;
:Während der Wirren unter Karl Leopold und Christian Ludwig ließ letzterer als Kaiserlicher Kommissar Warnemünde von Schwarzburger Kommissionstruppen besetzen, mußte dieselben aber auf Beschwerde der Stadt wegen Verletzung ihres Garnisonsrechtes wieder zurückziehen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1740&lt;br /&gt;
:ging der Schwedenzoll zu Warnemünde in den Pfandbesitz des Herzogs Carl Leopold über.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1755&lt;br /&gt;
:Vermessung Warnemündes und Aufstellung eines Feldregisters durch den &#039;&#039;&#039;Stadtkassen Sekretär Tarnow&#039;&#039;&#039;. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1756, 27. Januar&lt;br /&gt;
:Gewettsverordnung : Fremde Schiffe müssen während der Winterlage in Warnemünde vom Bollwerk abbleiben. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1767&lt;br /&gt;
:Durchbruch der See auf der Ostseite.&#039;&#039;(Hohe Düne)&#039;&#039; (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1769, 27. Febr.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Bürgerschaft erhält vom Rat die Erlaubnis, eine neue Schule einzurichten, da der Küster im Rechnen und Schreiben nicht gehörig unterrichten kann.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1779, 18. Febr.&lt;br /&gt;
:Gesuch der Warnemünder, die neu zu erbauenden Häuser nicht zwischen Vorder- und Hinterreihe setzen zulassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1781, 25. Mai&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E.Raths der Stadt Rostock Lotsen-Ordnung für den Hafen Warnemünde.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1782, 17. Juli&lt;br /&gt;
:Ratsverordnung wegen des von den kleinen Schiffen zu erlegenden Lotsengeldes. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784&lt;br /&gt;
:Vorschlag des Warnemünders Joh.Lange zwischen der Vorderreihe und dem Bollwerk eine Reihe von Querhäusern errichten zu lassen, da sich sonst keine geeigneten Bauplätze fänden. - Abschlägiger Bescheid trotz mehrfacher Wiederholung. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, seit 19. Januar&lt;br /&gt;
:Verbote, die neu zu erbauenden Häuser in Warnemünde mit Stroh zu decken. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1784, 6. Okt.&lt;br /&gt;
:Verordnung, daß die fremden Schiffe nur in Rostock Winterlager halten dürfen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1785, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:Verordnung daß die Warnemünder nicht mit eigenen Schiffen Schiffahrt treiben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1796, 15.Jan.&lt;br /&gt;
:E.E.Rat schlägt der Bürgerschaft die Anstellung eines Dünenwächters zur Bewachung der Warnemünder Dünen vor. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1797, seit&lt;br /&gt;
:wurden besonders auf den Rat des Prof. Dr. Franz Christian Lorenz Karsten, Anpflanzungsversuche auf den Dünen zwischen Warnemünde und Diedrichshagen gemacht. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, Ende April, Anfang Mai&lt;br /&gt;
:Forstinspektor Becker schickt seine Waldarbeiter aus der Rostocker Heide nach Warnemünde um 4000 Akazien (&amp;quot;Scheinakazien&amp;quot;= Robinien) sowie eine ungezählte Anzahl an Weiden und Pappeln zu pflanzen. (KFC) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799, 24. Juli&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Instruktion für den Dünenwärter&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1800&lt;br /&gt;
: Johann Christian Friedrich Wundemann erwähnt Warnemünde in dem 1800 erschienenen 1.Teil seines Buches &amp;quot;Mecklenburg in Hinsicht auf Kultur, Kunst und Geschmack&amp;quot; nur als Ausflugsort der Rostocker, ohne des Seebades zu gedenken. Warnemünde wurde demnach damals noch nicht als Badeort benutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Auszug daraus]]  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801&lt;br /&gt;
:lag die englische Flotte unter Admiral Nelson während des dänischen Feldzuges und dem Kopenhagen-Bombardement zur Verproviantierung vor Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802&lt;br /&gt;
:Verhandlungen über die Bebauung des Ostufers, weil es auf dem Westufer an Bauplätzen mangele. - Der Rat beschließt laut Decret vom 3. November 1802, die Sache vorläufig auf sich beruhen zu lassen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1802, 30. Nov.&lt;br /&gt;
:Der Rat erläßt eine revidierte Lotsenordnung für den Hafen Warnemünde nebst Erläuterungen dazu. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1803, 26. Juni&lt;br /&gt;
:Schweden verzichtet endgültig auf den Warnemünder Zoll. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1804, 28. März&lt;br /&gt;
:Verordnung wegen des von den Schiffern zu entrichtenden Ballast- und Baggergeldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 2. Januar&lt;br /&gt;
:Ratsordnung betr. des Ballastgeldes für Warnemünde und die Rhede.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1806, 21. November/19. Dezember&lt;br /&gt;
:Einführung der Kontinentalsperre, Sperrung der mecklenburgischen Häfen. (Warnemünde ist dann abwechselnd bis 1812 von französischen und mecklenburgischen Truppen besetzt, um die Sperre durchzuführen.) (KFC) (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1809, 25. Mai&lt;br /&gt;
:Alle in Warnemünde befindlichen Schiffe werden durch das Schillsche Corps beschlagnahmt. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;26. Mai&lt;br /&gt;
:Holländische Truppen als Verfolger der Schillschen Truppen in Warnemünde. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1810, 4. Juni&lt;br /&gt;
:schoß die auf der Rhede liegende engl. Fregatte Fishguard einen 16Pfünder auf Warnemünde ab, da der franz. Kaper Turet dort ein beschlagnahmtes Schiff mit engl. Waren eingeschleppt hatte. Die Kugel durchdrang das Kirchendach und fiel im Garten eines Hauses am südl. Ende der Hinterreihe zu Boden. &lt;br /&gt;
:Sie hat ein Kaliber von ca. 10cm und wiegt 17kg. Sie befindet sich im Warnemünder  Museum. (KFC Wmde I p26)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1811, 5. April&lt;br /&gt;
:ordnet der Marschall Eckmühl den Bau von zwei Batterien bei Wismar und in Warnemünde an, die nach Art von Redouten in der Mitte ein Blockhaus, ringsherum Gräben erhalten sollten.(BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1812, 2. März&lt;br /&gt;
:Die Batterien in Warnemünde von den französischen Truppen den mecklenburgischen Truppen übergeben. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- Juli&lt;br /&gt;
:Für das französische Militär muß eine Warmbadeanstalt errichtet werden. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1813, 23. März&lt;br /&gt;
:Aufhebung der Kontinentalsperre; Öffnung der Häfen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- August&lt;br /&gt;
:Die englische Flotte auf der Warnemünder Reede. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;- 26. August&lt;br /&gt;
:die Engländer zerstören und sprengen Blockhaus und Redoute. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bis zur Reichseinigung (bis 1871)===&lt;br /&gt;
;1817&lt;br /&gt;
:Das Warnemünde von den Einheimischen bereits als Seebad benutzt ward, ergiebt sich aus den Erinnerungen des Forstinspectors Becker. Dieser schreibt 1817: &amp;quot;Im Junius hielten wir uns vier Wochen zu Warnemünde auf und badeten.&amp;quot; (das Baden in der Ostsee betrieb Becker bereits nachweislich spätestens ab 1798, als er dazu Baderegeln veröffentlichte. Ob er da bereits in Warnemünde weilt ist bislang offen.)(BFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1819&lt;br /&gt;
:War Warnemünde nach einem Aufsatze des Prof. G.H. Masius ohne alle ärztliche und wundärztliche Hilfe. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822, 24. Mai&lt;br /&gt;
:Verordnung Betreffs die Anmeldung der Fremden, auch diejenigen, die als Badegäste kommen. - Es waren in Warnemünde in diesem Jahre schon über 100 Badegäste (Formey, &amp;quot;Die Seebäder und Heilquellen zu Doberan und Warnemünde im Sommer 1822&amp;quot; in Hufelands &amp;quot;Journal der praktischen Arzneykunde&amp;quot; Bd.55, Stück 4.) Über die Badeeinrichtung heißt es ebenda: &amp;quot;Weder Badewagen, noch irgend eine zur Bequemlichkeit der Badenden  gereichende Vorkehrung ist vorhanden. Jeder Badelustige eilt in den Fluten des offenen Meeres um Erquickung oder Heilung zu finden. Der Ort ist ein Eigenthum der Stadt Rostock, dessen Magistrat, um alle Rivalität mit dem fürstlichen Doberan zu vermeiden, jede dahin lockende Einrichtung absichtlich unterläßt. Dessen ohngeachtet nimmt die Frequenz der Badegäste mit einem jeden Jahre zu.&amp;quot; &amp;quot;Dieser Badeort ziehet durch seine Lieblichkeit und die Ruhe, die dort herrscht, alle diejenigen hin, welche entfernt vom prachtvollen Geräusche Doberans die Seebäder im Genusse der schönen Natur gebrauchen wollen.&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:Erscheint zu Ehren von Prof. F.C.L. Karsten ein Kupferstich mit Rostocker Landschaftsbildern, auf dem auch der Entwicklungsstand der 1799 in Warnemünde gepflanzten Robinien-Bestände dargestellt ist. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1825&lt;br /&gt;
:Stiftung des Gewettssekretärs Karsten für Wittwen und Waisen verunglückter Warnemünder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1827, 14. Juni&lt;br /&gt;
:Besuch des Großherzogs Friedrich-Franz I. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1828&lt;br /&gt;
:Errichtung eines Damenbades &amp;quot;aus zwei geräumigen Badehäuschen bestehend&amp;quot; auf den sogenannten Kisten an der Ostseite edes Hafens, und zwar als Privatunternehmen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1830-1850&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1830 bis Anfang 1850 wurden die Dünen in Warnemünde geebnet, die Täler ausgefüllt, wuchsen ganz neue Häuserreihen zweistöckig, &amp;quot;modern&amp;quot;, empor, und wurden die neuen Gasthäuser, der Pavillion, das Gesellschaftshaus und Hübners-Hotel, angelegt. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1831, 23. Febr.&lt;br /&gt;
:weist das Gewett in einem Bericht noch auf das Fehlen ärztlicher Hilfe hin. - Seit ca. 1831 war dann Friedrich Wilhelm Schütz praktischer Wundarzt und Geburtshelfer daselbst. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833&lt;br /&gt;
:wird die Dünen-Pflege durch das Bauamt übernommen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1834, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Dampfschiffahrt zwischen Rostock und Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten. &lt;br /&gt;
:Die Zahl der Badegäste steigt infolgedessen in diesem Jahre schon auf über 1000 Personen.(KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835, 22. April&lt;br /&gt;
:Der Rat publiziert eine neue Lotsenordnung für Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1835&lt;br /&gt;
:Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1837, 8. Oktober&lt;br /&gt;
:Durchstich des Pagenwerders vom Breitling zum Warnemünder Strom vollendet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1843&lt;br /&gt;
:In den letzten Jahren waren durchschnittlich 1400 Badegäste in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1853, 14. März&lt;br /&gt;
:&amp;quot;E.E. Raths der Stadt Rostock Hafen-Ordnung&amp;quot; (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1857, 15. April&lt;br /&gt;
:[https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Datei:Wmde_Schiffsungl%C3%BCck_Laager_Anzeiger_April_1857.jpg Schiffsunglück auf der Warnow]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1859, seit&lt;br /&gt;
:besteht die Chaussee-Verbindung Rostocks mit Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1860&lt;br /&gt;
:Der Jurist Moritz Wiggers veröffentlicht seine Verteidigungsschrift [https://books.google.de/books?id=XyFWAAAAcAAJ&amp;amp;dq=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q=moritz%20wiggers%20warnem%C3%BCnde&amp;amp;f=false|&#039;&#039;&amp;quot;Nothwendigkeit einer gründlichen Reform der wirtschaftlichen Zustände in dem Hafenorte Warnemünde - Eine Verteidigung der Rechte der Warnemünder Bürgerschaft vom geschichtlichen, staatsrechtlichen und volkswirtschaftlichen Standpunkte&amp;quot;&#039;&#039;] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1863&lt;br /&gt;
:Warnemünde erhält eine Telegraphenstation. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1865&lt;br /&gt;
:Einführung der Straßenbeleuchtung in Warnemünde. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866&lt;br /&gt;
:Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels &amp;quot;Neptun&amp;quot;). (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1866-1871&lt;br /&gt;
:Bau der neuen Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stationiert in Warnemünde 2 Rettungsboote nebst Raketenapparat. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867, seit&lt;br /&gt;
:Wird wegen der Erbauung eines neuen Leuchtturmes verhandelt und die Platzfrage erwogen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1870/71&lt;br /&gt;
:Während des Deutsch-Französischen Krieges wird der Warnemünder Hafen zeitweilig von einer französischen Panzerschiffs-Flotte blockiert.  (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1918===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1872, 12./13. November&lt;br /&gt;
:Große Sturmflut, die viel Schaden anrichtet, u.a. Zerstörung aller Bäder. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1873&lt;br /&gt;
:Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1874&lt;br /&gt;
:Abbruch der alten Kirche. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1875&lt;br /&gt;
:Beim Kaisermanöver war Flottenparade vor Kaiser Wilhelm I. auf der Warnemünder Reede. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1876&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte Kirchhof am Strande&amp;quot; wird geschlossen. (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1886&lt;br /&gt;
:[[Warnemünde erhält Straßennamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1887&lt;br /&gt;
:Eröffnung des neuen Hafenbassins beim Bahnhof. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903&lt;br /&gt;
:Das alte Tief (ostwärts bei der Hohen-Düne) wird bei den Hafenbauten zugeschüttet. (BGR R)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1907&lt;br /&gt;
:Der alte Friedhof wird eingeebnet und in eine Parkanlage verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910, Januar&lt;br /&gt;
:Baubeginn der Strandbahn auf der Hohen Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1918, 5. November&lt;br /&gt;
:Torpedoboote der aufständischen Kieler Schul-Halbflottille laufen unter roter Flagge in den Warnemünder Hafen ein. Deren Obermaate berufen in den Warnemünder Marineeinrichtungen Versammlungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6. November&lt;br /&gt;
:Auf die Kieler Initiative hin gründet sich ein Soldatenrat, die Matrosen der Flugzeugstation, der Vorpostenhalbflottille &amp;quot;West&amp;quot; und der 7. Halbflottille weigern sich in See zu gehen und noch länger Dienst zu tun. (RA 8.11.1918)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Deutsches Reich bis 1945===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht neben dem Warnemünder Leuchtturm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1940, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erster alliierter Bombenangriff auf Warnemünde. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, April&lt;br /&gt;
:Bombardement auf Rostock und Warnemünde. Brände, Zerstörung und Verwüstung am Güterbahnhof, Hotel Reichshof und den Arado- sowie Heinkel-Flugzeugwerken. Eine Brandbombe trifft die Kirche und es kommt zu Brandschäden am Kircheninventar. Im Ergebnis werden der Christophorus und der Danziger Flügelaltar nach Hanstorf ausgelagert. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 8./9. Mai&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1942, 7./8. September&lt;br /&gt;
:alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 23. Juli&lt;br /&gt;
:Die US-Airforce bombardiert Warnemünde zum wiederholten Male (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1943, 29. Juli&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1944, 9. April&lt;br /&gt;
:Alliierter Bombenangriff auf Warnemünde (HA WS MM)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 22. April&lt;br /&gt;
:Die beiden letzten Maschinen der Lufthansa, zwei JU-52 starteten aus dem eingekesselten Berlin schon unter Beschuss durch sowjetische Truppen. Dort unmittelbar vor der Eroberung des Rollfeldes gestartet erreichen sie Warnemünde. Sie konnten noch sicher und heil auf dem Fliegerhorst landen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Ein Feuer zerstört den (alten) &amp;quot;Teepott&amp;quot; (Teepavillon)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heinkel Betriebsgelände auf der Hohen Düne um 1927.jpg|Das Heinkel-Betriebsgelände um 1927 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde US Airforce 23.7.1943.jpg|US-Airforce Aufklärung des Bombardements vom 23.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:US Luftbild 27 B17 Warnemünde Angriff 29 7 1943 95th 100th BG a.JPG|US-Airforce 27 amerikanische B-17 Bomber im Anflug auf Warnemünde beim Bombardement vom 29.7.1943 (Quelle: Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===SBZ und DDR bis 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1947, 13. Mai&lt;br /&gt;
:Der ausgelagerte Altar und die Christophorus-Plastik werden vom Auslagerungsort Hanstorf geholt und wieder in die Kirche gebracht. (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968&lt;br /&gt;
:Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten. Maßgeblich unter der Leitung von Architekt Ulrich Müther und Stadtplaner Erich Kaufmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde seit der Wiedervereinigung===&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018, 22. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Umbau des Warnemünder Bahnhofs wird begonnen (HA WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2019, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Die RoRo-Fähre der Reederei Transfennica gerät beim Einlaufen in der Hafeneinfahrt auf Grund und legt sich quer zwischen Ost- und Westmole, so das der gesammte Schiffsverkehr unterbrochen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2023/2024===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 1.September&lt;br /&gt;
:Im Rahmen des planmäßigen Aufbaus des Marine-Arsenals am ehemaligen MV-Werften-Standort wird die ehemalige Fregatte &amp;quot;Köln&amp;quot; im Trockendock saniert, zudem das Taucherschulboot &amp;quot;Baltrum&amp;quot;, das Wohnboot &amp;quot;Knurrhahn&amp;quot; und das Ex-Minenjagdboot &amp;quot;Auerbach&amp;quot;. Etwa 450 Mitarbeiter sind derzeit beschäftigt.&lt;br /&gt;
:Zudem laufen Verhandlungen, dass das belgische Unternehmen &amp;quot;Smulders&amp;quot; auf einem Teil des Werftgeländes, dass das Bundesverteidigungsministerium für das Marinearsenal gekauft hatte, Plattformen für die Offshore-Windbranche gebaut werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 4. September&lt;br /&gt;
:Der traditionsreiche Warnemünder Fischkutter &amp;quot;Chemnitz&amp;quot; wird wegen mangelnder Seetüchtigkeit von einem Schlepper in die Werft Rammin nach Barth begleitet. Zeitpunkt für Rückkehr nach Sanierung ungewiss. In den letzten Jahren wurden bereits die Kutter &amp;quot;Ueckermünde&amp;quot;, &amp;quot;Hanno Günther&amp;quot;, Zufriedenheit&amp;quot;, &amp;quot;Barth&amp;quot; und &amp;quot;Doberan&amp;quot; verschrottet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. September&lt;br /&gt;
:Mit einem Fest wird das 120-jährige Brückenjubiläum gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 16. September&lt;br /&gt;
:Am Riesenrad auf der Warnemünder Mittelmole wird das Oktoberfest mit dem traditionellen Fassanstich eingeläutet. Die Bayrischen Wochen dauern hier noch bis zum 8. Oktober.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 22. September&lt;br /&gt;
:Bei einem Besuch im Marinearsenal Warnemünde gab Verteidigungsminister Bois Pistorius &amp;quot;grünes Licht&amp;quot; für die Ansiedlung des belgischen Stahlbauunternehmens Smulders für den Bau von Konverterplattformen in direkter Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 26. September&lt;br /&gt;
:Der Stelzenbagger &amp;quot;Nicolaj SAJ&amp;quot; beendet die mehrwöchigen Ausbaggerungsarbeiten im Bereich der Warnemünder Westmole. Aus der sog. &amp;quot;Sandfalle&amp;quot; wurden ca. 45.000 m³ Sand ausgehoben. Diese hält die durch die Küstenströmung mitgeführten Sedimente zurück um eine Versandung des Fahrwassers zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Vom 29.09. bis 3.10. finden bereits zum elften Mal die &amp;quot;Stephan-Jantzen-Tage&amp;quot; in Warnemünde statt. Organisatoren der Veranstaltungen zu Ehren des legendären Warnemünder Seenotretters sind Andreas (Doc) Buhse und Knut Linke von der Agentur Kulturmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. September&lt;br /&gt;
:Auf der Hohen Düne übergibt Fregattenkapitänin Bianca Seifert am 29.09.23 nach gut 22 Monaten das Kommando über die Besatzung der Korvette &amp;quot;Bravo&amp;quot; an den 34-jährigen Korvettenkapitän Benjamin Bachmann ab. Bianca Seifert war die erste Kommandantin einer Korvette der Deutschen Marine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 30. September&lt;br /&gt;
:8. Ehrenamtsball der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und des Landkreises Rostock für Ehrenamtliche im Bereich der Behindertenhilfe, chronischen Erkrankungen und Selbsthilfe im Kurhaus Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Saisonende für die Rettungsschwimmer*innen und ihre wichtige eherenamtliche Arbeit an den Rostocker Stränden. In diesem Jahr gab es 328 Einsätze, davon 52 im Rettungsdienst. 21 Mal mussten Menschen aus der Ostsee gerettet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn der Sanierungsarbeiten des Liegeplatzes (LP 23) des Seenotrettungskreuzers der DGzRS am Westufer des Alten Stromes. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2024 geplant und soll ca. 1,1 Mio € betragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 3. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Verein &amp;quot;Tiere in Not Warnemünde&amp;quot; begeht sein 30. Jubiläum, den Barbara Linkis (84) seinerzeit gründete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Oktober&lt;br /&gt;
:1. Rostocker Blaulichttag am 7. Oktober in Warnemünde&lt;br /&gt;
:Um über die Tätigkeiten der Blaulichtorganisationen in Rostock zu informieren, findet erstmals diese Veranstaltung auf der Promenade, dem Leuchtturmvorplatz in Warnemünde sowie am Hauptturm der Wasserwacht, Höhe Hotel Neptun, statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 70.000. Besucher auf dem Warnemünder Leuchtturm wird der 14-jährige Dresdner Robert Klaus durch die Schatzmeisterin Ingelore Morenz und Andreas Herpoldt vom Leuchtturmverein begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 13. Oktober&lt;br /&gt;
:Als 10.000. Gast des Jahres wird der Magdeburger Karl Geßler (80) willkommen geheißen. Er weilte mit seiner Frau Doris und Freunden zu einem Urlaub in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 14. Oktober&lt;br /&gt;
:In Warnemünde findet das 25. Kutterpullen statt. Bereits zum 2. Mal findet es am südlichen Ende des Alten Stromes statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. Oktober&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein feiert im Kurhaus gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt den 125. Geburtstag des Warnemünder Leuchtturmes.&lt;br /&gt;
:Die Verleger Matthias Redieck und Achim Schade editieren dazu eine Sonderausgabe des Tidingsbringers &amp;quot;30 aus 125&amp;quot;  30 Geschichten aus 125 Jahren.&lt;br /&gt;
:Bis zum Jubiläum hatte der Leuchtturm über das Jahr 70 000 Besucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 20. und 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Eine schwere Strumflut wütet an der westlichen Ostseeküste. Auch Rostock trifft Starkregen. Der Wasserstand der Warnow am Mühlendamm zeigt beispielsweise ein Plus von 1,52 Metern über Null. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:Pflanzaktion in der Rostocker Heide: Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück nimmt als Schirmherrin daran teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:Baustart für die langerwartete Umgestaltung des Warnemünder Georginenplatzes. Das Grünamt will im Zuge dieser Maßnahme die Versiegelung des Platzes mit Betonplatten und -mauern aufheben. Stattdessen soll ein geschwungener, naturverträglicher, wassergebundener Weg entstehen, sowie Schmuckbeete mit Dahlien (früher Georginen) angelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 25. Oktober&lt;br /&gt;
:Wegen dringender Wartungs- und Reparaturarbeiten muss die 120 Jahre alte historische Drehbrücke über den Alten Strom eine knappe Stunde gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. Oktober&lt;br /&gt;
:Vom 27.10. bis 04.12.2023 ist der Zugverkehr zwischen Rostock und Warnemünde unterbrochen und wird durch Schienenersatzverkehr (SEV) sichergestellt. Grund sind Gleisarbeiten zur Modernisierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur. Die Fahrzeit des SEV beträgt 50 statt 21 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Mit dem Anlegen der AidaMar geht die Kreuzfahrtsaison 2023 in Warnemünde zu Ende. In dieser Saison gingen lauf Rostock-Port 411.000 Kreuzfahrtgäste bei 133 Schiffsanläufen mit 30 Kreuzfahrtschiffen an und von Bord. Dies waren 6 Anläufe weniger als 2022 aber 40% mehr Kreuzfahrtgäste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Oktober&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Rostocker Eisbademeisters&amp;quot; starten am Warnemünder Strand in ihre neue Badesaison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Beginn des Abrisses des ehemaligen Ärztehauses Wachtlerstraße 11. Durch die Wiro soll auf diesem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit 9 Mietwohnungen zwischen 80-125 m² errichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Ende Oktober&lt;br /&gt;
:Heinz Plautz, Gründungsmitglied des Leuchtturmvereins tritt nach 30 Jahren aktiver Vereinsarbeit und einem Alter von 87 Jahren vom aktiven Dienst am Leuchtturm zurück, bleibt aber dem Verein weiter erhalten. Mit seinem zeichnerischen Talent hat er von allen seinen Kollegen eine Portraitzeichnung angefertigt, wie auch von dem verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Klaus Möller und dem amtierenden Vorsitzenden Mathias Stagat. Mehr als 100 großformatige Banner hat er für die beliebten Leuchtturm-Hochzeiten gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 19. November&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park Warnemünde findet eine Gedenkstunde für die auf See Gebliebenen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 27. November&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder und ehem. Fischer Karl-Heinz Ruschau (90) und seine Frau Erna (91) begehen nach einem ereignisreichen Leben ihre Gnaden- bzw. Platinhochzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 28.November&lt;br /&gt;
:Der 28.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 2. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 2. Dezember&lt;br /&gt;
:Am 2. Dezember um 12 Uhr öffnet der bisher größte Weihnachtsmarkt auf dem Warnemünder Kirchenplatz vor der Kirche. Der mittlerweile 14. Weihnachtsmarkt, organisiert durch den Handels- und Gewerbeverein Warnemünde, wird statt 11 nun 16 Stände haben. Außer montags und dienstags wird er bis zum 01. Januar 2024 geöffnet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 5. Dezember&lt;br /&gt;
:Nach 37 Jahren, 490 Ausstellungen mit 750 Künstlern schließt die Galerie Möller am Strom 68 für immer. Galeristin Ulrike Sabine Möller und ihr Mann Peter gehen in den wohlverdienten Ruhestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 7. Dezember&lt;br /&gt;
:Zwischen dem 7. und 21. Dezember findet der traditionelle Weihnachtsbaumverkauf in der Rostocker Heide, an der Alten Forstbaumschule in Rostock-Hinrichshagen, statt. Jedes Jahr werden bis zu 1800 Bäume verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 8. Dezember&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Traditionsfirma &amp;quot;Meißner Elektronic&amp;quot; in der Mühlenstraße 12 feiert 75. Geschäftsjubiläum. Axel Meißner eröffnete die Firma für den Verkauf und Reparatur von Radiogeräten in der Poststraße 17. &lt;br /&gt;
:1954 hielten Fernsehgeräte Einzug ins Sortiment. Sohn Wilhelm Meißner führte das Geschäft bis 2022. Enkel Sven machte 1993 seine Prüfung zum Funkmechanikermeister. Seit Anfang der 1990er Jahre befindet sich das Geschäft an der heutigen Adresse. Seit 2022 ist Peter Jakel Geschäftsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 12. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Leuchtturmverein spendet aus den Einnahmen der bisherigen Turmbesuche insgesamt 9 000 Euro an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.&lt;br /&gt;
:Das Geld fließt in den Neubau eines Schuppens, der vor dem Seenotkreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; liegen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 18. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Bahnhof ist Spitzenreiter im Fahrgäste-Ranking der besten Bahnhöfe Deutschlands.&lt;br /&gt;
:Laut einer Analyse gehört der Warnemünder Bahnhof zu den beliebtesten in ganz Deutschland, zusammen mit den Stationen Brandenburger Tor und Mexikoplatz Berlin, Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und Landungsbrücken in Hamburg erhielt der Bahnhof 144 561 Bewertungen und damit 4,6 von 5 möglichen Sternen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 29. Dezember&lt;br /&gt;
:Die älteste Warnemünderin und Rostockerin Gertrud Blohm ist friedlich in ihrem Warnemünder Zuhause eingeschlafen. Am 7.September feierte sie in ihrer Warnemünder Wohnung, in der sie bis zu ihrem Lebensende wohnte, ihren 111. Geburtstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, 31. Dezember&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. als Betreiberverein hat sein gestecktes Ziel von jährlich 10.000 Besuchern wieder erreicht und konnte im Heimatmuseum bis Jahresende 12.193 Besucher begrüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2023, Jahresende&lt;br /&gt;
:Die 1910 eröffnete traditionsreiche Gaststätte &amp;quot;Forsthaus Markgrafenheide&amp;quot; beendet nach 113 Jahren ihren Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Neujahr&lt;br /&gt;
:Für das Jahr 2023 werden 2.156.422 Übernachtungen verbucht, das zweithöchste Ergebnis seit der Wendezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Januar&lt;br /&gt;
:Zum 24. Turmleuchten strömten erneut rund 45.000 Zuschauer. Veranstaltet von der Hanseatischen Eventagentur und dem Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. und unterstützt von zahlreichen Sponsoren und Partnern, ist das diesjährige Turmleuchten wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Jahresanfang schließt der 1995 eröffnete REWE-Markt an der Stadtautobahn für eine umfassende Sanierung. Nach dem geplanten Abschluss der Sanierung im 2. Quartal soll es wieder eine Fleischtheke geben und sog. Self-Checkout-Kassen neu eingeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3. Januar&lt;br /&gt;
:Laut Rudolf Kemnitz vom Deutschen Wetterdienst war das Jahr 2023 mit einer Durchschnittstemperatur in Warnemünde von 10,85°C das zweitwärmste Jahr seit 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. Januar&lt;br /&gt;
:Die Bäckereikette &amp;quot;Lila Bäcker&amp;quot; geht ins Insolvenzverfahren. Von den 232 Filialen sollen 160 erhalten bleiben. Darunter sind auch die beiden gut frequentierten Filialen in Warnemünde, Mühlenstr. 44 und Am Bahnhof 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 10. Januar&lt;br /&gt;
:Durch einen Warnstreik der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) kommt es auch vom 10.-12.1.24 zum Ausfall des gesamten Bahnverkehrs zwischen Warnemünde und Rostock Hbf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Januar&lt;br /&gt;
:Nach einem UN-Unifil-Einsatz vor der libanesischen Küste ist die Korvette &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; wieder zurück in ihrem Marinestützpunkt Warnemünde-Hohe Düne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Februar&lt;br /&gt;
:Jetzt ist endgültig Schluss! Lila Bäcker schließt zum 1. Februar alle seine Filialen. Darunter auch die beiden Filialen in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12.Februar&lt;br /&gt;
:Mit dem 174 Meter langen Versorgungsschiff &amp;quot;Bonn&amp;quot; liegt in dieser Woche das größte Schiff der Bundesmarine im Trockendock der Bundesmarine.&lt;br /&gt;
:Das Trockendock ist insgesamt 320 Meter lang und 54 Meter breit. Damit können dort sämtliche Einheiten der Deutschen Marine gedockt werden. Im laufenden Jahr sollen noch die Korvetten &amp;quot;Erfurt&amp;quot; und &amp;quot;Oldenburg&amp;quot; sowie der Tender &amp;quot;Rhein&amp;quot; instandgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Februar/März&lt;br /&gt;
:Der portugiesische Bagger &amp;quot;Fernao de Magalhaes&amp;quot;, 139 Meter lang, 29 Meter breit, kann mit der Kraft von 10 000 PS selbst festes Gestein bis zu einer Tiefe von 35 Metern entfernen. Er baggert den Seekanal auf eine Tiefe von 16,5 Metern aus.&lt;br /&gt;
:Damit sollen zukünftig &#039;&#039;&#039;Tanker&#039;&#039;&#039; von bis zu 15 Metern Tiefgang in den Rostocker Hafen einfahren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. März&lt;br /&gt;
:Zu einem Osterspaziergang im Revier Schnatermann lädt das Stadtforstamt Interessierte ein. Dabei können die Teilnehmer bei einer geführten Wanderung die Vielfalt und Besonderheiten dieses Teiles der Heide erleben, der sich gerade im zeitigen Frühjahr von einer seiner schönsten Seiten zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 25. April&lt;br /&gt;
:Auf der Neptun-Werft erfolgt die Kiellegung für ein weiteres Versorgungsschiff für die Deutsche Marine.&lt;br /&gt;
:Es ist bereits das zweite Kriegsschiff der neuen Klasse 707 binnen eines Jahres dessen Bau begonnen worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. April&lt;br /&gt;
:Mit dem &amp;quot;Warnemünder Frühlingslandgang&amp;quot; (fast 30 Jahre als &amp;quot;Stromerwachen&amp;quot; bekannt) wird traditionell die Warnemünder Sommersaison eröffnet. Auf der Warnemünder Promenade befindet sich eine maritime Bummelmeile mit Kunsthandwerk und Gastronomie. Die Warnemünder Bademeisters beenden an diesem Tag ihre Badesaison.&lt;br /&gt;
:Führung über den Neuen Friedhof Warnemünde: Das Begräbnisareal ist in den 1920er-Jahren angelegt worden. Es umfasst heute eine Fläche von knapp fünf Hektar. Zahlreiche Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Einige von ihnen, darunter Handwerker, Wissenschaftler, Händler, Ärzte, Abenteurer, werden beim Rundgang mit der Historikerin Dr. Antje Krause näher vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. bis 12. Mai&lt;br /&gt;
:Das diesjährige Kleinkunstfest findet auf dem Leuchtturmvorplatz und entlang der Seepromenade statt. Kleinkunst unterschiedlicher Art, Spaß, Unterhaltung, Mitmachaktionen, Überraschungen, kleine Köstlichkeiten und auch ein Händlermarkt gehören dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Mai&lt;br /&gt;
:In der Yachthafenresidenz Hohe Düne findet die 29. Landesmeisterschaft der Auszubildenden des Gastgewerbes statt. Die hier als Beste gekürten Teilnehmer und angehenden Köche treten danach als &amp;quot;Mannschaft Mecklenburg-Vorpommern&amp;quot; bei der angehenden Jugendmeisterschaft im Herbstin Bonn an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 15. Mai&lt;br /&gt;
:Nach über 5 Monaten Umbauzeit wird der Warnemünder REWE-Markt an der Stadtautobahn mit einer großen Feier wiedereröffnet. Mehr als vier Millionen Euro hat die Rewe Group in den Standort investiert und dabei auf neue Konzepte gesetzt, sagt Norbert Richartz, Vertriebsleiter Region Ost bei Rewe. Bis zur Insolvenz hatte der Lila Bäcker den Bäckereistand samt Café im Warnemünder Markt betrieben. Diesen hat nun die Bäckerei von Allwörden übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Mai&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Reparaturarbeiten durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. Mai&lt;br /&gt;
:Distinguished Gentleman&#039;s Ride in Warnemünde: Am Pfingstsonntag ist Warnemünde wieder Teil eines Spektakels, bei dem sich stilbewusste Motorradfahrerinnen und -fahrer zusammenfinden. Die Teilnehmer der weltweiten Bewegung sammeln Spenden für die Erforschung und Behandlung von Männerkrankheiten und tragen so dazu bei, Leben zu retten. Die Fahrt geht vom Neuen Markt in Rostock über mehrere Stadtteile bis nach Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Mai&lt;br /&gt;
:Warnemünder Schiffe auf Pazifik-Mission&lt;br /&gt;
:Die in Hohe Düne stationierten Schiffe, Versorgungsschiff &amp;quot;Frankfurt am Main&amp;quot; und Fregatte &amp;quot;Baden-Württemberg&amp;quot; sind auf der Reise rund um die Welt um in der Nato-Pazifik-Mission die brisante Straße von Taiwan zu durchqueren. &amp;quot;Deutschland will mit der Mission vor allem sein Interesse an den Entwicklungen in der indo-pazifischen Region unterstreichen und seine Solidarität mit den Wertepartnern wie Japan oder Singapur zeigen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 18. Juni&lt;br /&gt;
:Der frisch sanierte Warnemünder Georginenplatz wird am 18. Juni 2024 von Rostocks Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde eingeweiht. Die Neugestaltung des denkmalgeschützten Areals hatte sich an dessen ursprünglicher Optik aus den 1920er-Jahren orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, Juni&lt;br /&gt;
:Beim dritten Summer Open auf dem Golfplatz in Warnemünde kamen 1170 Euro an Spenden zusammen mit denen das Rostocker Frauenhaus unterstützt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. Juli&lt;br /&gt;
:Mit dem traditionellen Festumzug, dem 21. &amp;quot;Niegen Warnemünder Ümgang&amp;quot; mit ca. 2500 aktiven Mitwirkenden, vom Leuchtturm beginnend, durch die Alexandrinenstraße, Kirchenplatz, wird die 86. Warnemünder Woche, eines der größten Segelereignisse an der deutschen Ostseeküste, von der Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger im Warnemünder Kurhausgarten mit einem Fassbieranstich eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 11. Juli&lt;br /&gt;
:Das Marinearsenal in Warnemünde soll binnen drei bis fünf Jahren &amp;quot;kriegstüchtig&amp;quot; werden erklärt der Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) am Rande eines Besuches in Rostock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. Juli&lt;br /&gt;
:Im Stephan-Jantzen-Park wird anlässlich des 150. Todestages von Fritz Reuter (1810-1874) wieder eine Warnemünder Fritz-Reuter-Eiche eingeweiht. &lt;br /&gt;
:Das von Museumsverein, Leuchtturmverein, Warnemünde-Verein und Trachtengruppe initiierte &amp;quot;Erinnerungsensemble&amp;quot; besteht neben der über 100 Jahre alten Eiche aus einem Markierungsstein, einer zweisprachigen Infotafel sowie einer Bank. Die Einweihung fand unter reger Teilnahme der Warnemünder Vereine und Bevölkerung statt.&lt;br /&gt;
:Der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. lädt Freunde und Partner und Wegbegleiter anlässlich des 30-jährigen Bestehens zu einer Ausfahrt mit einem historischen Segelschiff, der Kogge „Wissemara“ ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. Juli&lt;br /&gt;
:Bilanz am Ende der 86. Warnemünder Woche&lt;br /&gt;
:Sportlich waren die Segelwettbewerbe die Glanzlichter, 15 Regatten verschiedener Schiffsklassen,&lt;br /&gt;
:Events der 1. und 2. Segelbundesliga, sowie die Sailing Champions League standen an.&lt;br /&gt;
:Mehr als 800 Sportler in rund 400 Booten hatten sich angemeldet.&lt;br /&gt;
:Den Ausgang bildete ein Drachenbootfestival mit rund 1200 Sportlern&lt;br /&gt;
:Eine Flaute und eine Unwetterwarnung störten kurzzeitig deren Abläufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 27. Juli&lt;br /&gt;
:Im Kurhausgarten findet das erste &amp;quot;Buntes Meer Festival&amp;quot;, eine Mischung aus Kunstmarkt, Konzert und Unterhaltung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Juli&lt;br /&gt;
:Bundesratspräsidentin Manuela Schwesig (SPD) reist zu den Olympischen Spielen nach Paris.&lt;br /&gt;
:Dort wirbt sie für das Segelrevier Rostock-Warnemünde im Falle einer deutschen Bewerbung für Olympia. Dafür gibt es einen Beschluss des Landtages.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 31. Juli&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Fischereikutterverein „Jugend zur See“ verabschiedet sich von seinem Fischkutter „Pasewalk“, einem der letzten bislang fahrtüchtigen Warnemünder 17-m-Kutter. Der vor allem bei Kindern und Jugendlichen für seine Freizeit-Piratenfahrten beliebte Kutter liegt derzeit auf dem Trockenen im Fischereihafen Bramow und soll für den symbolischen Preis von einem Euro verkauft werden, so der Vereinsvorsitzende Norbert Ripka. Als Grund nannte er zu hohe Kosten für die notwendige wiederkehrende Klassifizierung des über 70 Jahren alten Traditionsschiffes. Der 17 Meter lange und 5,60 Meter breite Kutter wurde 1950 auf der VEB Boddenwerft Damgarten gebaut. Der Fischkutterverein ist ein anerkannter Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 2. August&lt;br /&gt;
:Am Strand von Warnemünde startet das 2. High-Seaciety-Festival mit drei Tagen Livemusik und Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7.bis 11. August &lt;br /&gt;
:Die 33. Hanse Sail begeistert rund 500.000 Besucher, 138 Traditionssegler waren dabei.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Gorch Fock II&amp;quot;, das Segelschulschiff  der Marine läuft um 10.00 Uhr in Warnemünde ein und ist am Passagierkai 1 bis zum 11. August eines der Glanzlichter der diesjährigen Hansesail.&lt;br /&gt;
:Am ersten Tag der Hanse Sail startet vom süddänischen Nysted die große Haikutter-Regatta. Die alten Fischerboote segeln auf dem schnellsten Wege nach Warnemünde und laufen am Abend am Ziel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. August&lt;br /&gt;
:Auf einer Marinebarkasse der Bundesmarine, im  Stützpunkt Hohe Düne stationiert, bricht ein Brand aus. Der Brand brach aus ungeklärter Ursache im Führerhaus, die dicken Rauchschwaden waren von hoher See aus über 3 km weit zu sehen. Die zwei an Bord befindlichen Mannschaftsmitglieder wurden von der Wasserschutzpolizei unverletzt gerettet und der Brand konnte gelöscht werden. Auch der Seenotrettungskreuzer &amp;quot;Arkona&amp;quot; war an dem Rettungseinsatz beteiligt. Der Havarist wurde in den Marine-Stützpunkt geschleppt.&lt;br /&gt;
:Die Polizei hatte eine Gruppe Ladendiebe auf frischer Tat ertappt, die zuvor beobachtet wurden, wie sie Textilien von Ständern verschiedener Geschäfte am Alten Strom stahlen. Mit Unterstützung der Bundespolizei konnten Beamte die Diebe am Warnemünder Bahnhof stellen. Sie trugen die gestohlenen Kleidungsstücke zum Teil bereits am Leib und hatten vor der Tat bereits einen Platzverweis wegen Randalierens erhalten. Die Diebe waren der Polizei nicht unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Hochsee-Racer macht in Warnemünde Station.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Offshore-Racer&amp;quot;des Teams &amp;quot;Next Generation Sailing&amp;quot; machte in der Marina Hohe Düne fest und übernahm dort den Namen des neuen Sponsors &amp;quot;Task Engineering&amp;quot; eines deutsch-dänischen Unternehmens. Das Boot ist ein reines Rennboot und bis zu 30 Knoten schnell. Es ist einzig dazu gebaut Hochseerennen zu bestreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. August&lt;br /&gt;
:Auf dem Leuchtturm wurde der 50.000. Jubiläumsgast begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. bis 25. August&lt;br /&gt;
:Europas Top-Athleten messen sich bei &amp;quot;Battle The Beach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Strand ist drei Tage lang Schauplatz eines sportlichen Großereignisses in der sechsten Runde. 560 Athleten aus ganz Europa messen sich in verschiedenen Disziplinen wie Gewichtheben, Triatlon, Wassersport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,26. August&lt;br /&gt;
:Nach der im September 2023 beschlossenen Erhöhung und Ausweitung der Kurabgabe auf das gesamte Stadtgebiet klingelt es ordentlich in der Stadtkasse.&lt;br /&gt;
:Zwischen September2023 und Juli 2024 flossen insgesamt 4,5 Millionen Euro in die Stadtkasse. Davon entfallen 2,014 Millionen Euro auf Warnemünde, 817.000 Euro auf Markrafenheide und 332.000 Euro auf Diedrichshagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2024/2025===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 8. September&lt;br /&gt;
:Das Heimatmuseum Warnemünde nimmt auch in diesem Jahr am deutschlandweit organisierten &amp;quot;Tag des offenen Denkmals&amp;quot; teil und präsentiert im Heimatmuseum zusammen mit der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. sowie dem Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum M-V e.V. den „Thementag Archäologie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 12. bis 13. September&lt;br /&gt;
:8. Rostocker Großmotorentagung in der Yachthafenresidenz Hohe Düne. Sie steht unter dem Motto: „Die Zukunft der Großmotoren – Neue Technologien und Kraftstoffoptionen: Die Wege zur sauberen Schifffahrt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 14. September&lt;br /&gt;
:wurde der Dreh-Test der 120 Jahre alten Warnemünder Bahnhofsbrücke, unter Anwesenheit mehrerer tausend Besucher, als Herzstück des jährlichen Büchenfestes zu einem erlebenswerten Spektakel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 20. September&lt;br /&gt;
:Auftakt im Rahmen der MeerBeats-Tour 2024 von Warnemünde nach Hamburg mit Mein Schiff 7. &lt;br /&gt;
Auf dem Schiff findet an diesem Tag die MV Cruise Conference statt. Außerdem treten Die Fantastischen Vier am 20. September 2024 auf. Sie sind dann auch bei der nachfolgenden Reise nach Hamburg dabei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. September&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. September&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. September&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. September&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. September&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.-6. Oktober&lt;br /&gt;
:Für die Stephan-Jantzen Tage – Namensgeber ist der legendäre Warnemünder Lotsenkapitän – wird der Platz vor dem Warnemünder Leuchtturm zum Hauptveranstaltungsort. Zu den Höhepunkten gehört die Aufführung der Stephan-Jantzen-Suite. Für die Besucher ist viel Musik, Kultur und maritimes Flair zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 9. Oktober&lt;br /&gt;
:Am 9. Oktober 2024 besteht der Museumsverein Warnemünde e.V. seit 20 Jahren. Mit großem Engagement haben sich die Vereinsmitglieder um Vorsitzenden Uwe Heimhardt für dieses Kleinod in Warnemünde eingesetzt. Im Mai 2017 hat Christoph Wegner die Leitung des Museums übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 16. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Nachmittag prallt eine Fähre wegen eines Maschinenausfalls auf den Fähranleger in Hohe Düne. Drei Menschen wurden dabei verletzt. Bereits am Abend kann der Fährbetrieb nach Reparatur wieder aufgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 21. Oktober&lt;br /&gt;
:World Cleanup Day (Küstenputztag). Um unsere Küste von Dingen zu säubern, die da nicht hingehören, treffen sich erneut engagierte Telnehmer, u.a. in der Wiedenortschneise in Torfbrücke, dem Strandresort in Markgrafenheide, am Strand in Hohe Düne, am Schnatermann, an der Jugendherberge und am Warnemünder Leuchtturm. An allen Rostocker Einsatzorten zusammengenommen wird von den etwa 300 Teilnehmern rund eine Tonne Müll gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 23. Oktober&lt;br /&gt;
:In der Kirchenstraße wird eine Versenkpolleranlage in der Zufahrt zur Fußgängerzone errichtet. Dafür muss die Einmündung zum Kirchplatz für 2 Monate für Fahrzeuge gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. Oktober&lt;br /&gt;
:14. Pflanzaktion „Bürger für Bäume“: In gemeinsamer Aktion initiieren der Zoo und das Stadtforstamt eine Aufforstungskampagne in der Rostocker Heide. Insgesamt werden 5.000 Traubeneichen-, Esskastanien-, Roterlen-, Ebereschen- und Buchensetzlinge in die Erde gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 26. bis 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Letztmalig in diesem Jahr präsentiert sich der Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchenplatz mit vielfältigen Angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 28. Oktober&lt;br /&gt;
:Das Motorschiff Nordstjernen (dt. Polarstern) läuft erstmals in Warnemünde ein. Es ist ein denkmalgeschütztes norwegisches Passagierschiff, das zwischen 1956 und 2012 auf der Hurtigrute eingesetzt war. Inzwischen wird es vorrangig für klassische Kreuzfahrten genutzt und soll Warnemünde in diesem Jahr noch 2x anlaufen.&lt;br /&gt;
:Zum zweiten Mal ist in Markgrafenheide ein „Tag der Sinne“ zu erleben. An dem Aktionstag dreht sich fast alles ums Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Tasten. Und das meist auf unterhaltsame Weise für Groß und Klein.&lt;br /&gt;
:Die Initiative DigitalTeilhabe in Warnemünde lädt Senior*innen und Interessierte zum Digital-Thementagen „iPhone&amp;amp;Smartphone“ in den Gemeindesaal der Evangelischen Kirche ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 29. Oktober&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der 70.000. Besucher begrüßt. Gerhard Kehl aus Rostock freut sich gemeinsam mit seiner Familie über die unerwartete Überraschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 30. Oktober&lt;br /&gt;
:An der denkmalgeschützten Drehbrücke in Warnemünde werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Dafür ist dieser Überweg wegen der Drehung der Brücke für eine halbe Stunde gesperrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 4. November&lt;br /&gt;
:Nach zwei Jahren umfassenden Arbeitens ist die Vertiefung des Seekanals Warnemünde auf 16 km Länge abgeschlossen. Um die durchgehende Tiefe der Baltic-Max-Norm (17 m Tiefgang) zu erreichen, investierte der Bund ca. 100 Mio. Euro in das Projekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 5. bis 7. November&lt;br /&gt;
:5. Rostock Ocean Convention meets Hydro 2024: Vom 5. bis 7. November 2024 findet die internationale hydrographische Konferenz und Ausstellung HYDRO 2024 statt. Es werden aktuelle Trends, neueste Entwicklungen und Projekte der Unterwassertechnologie gezeigt. Die Veranstaltung bietet mehr als 190 Teilnehmern, Referenten und Partnern eine Kommunikationsplattform. Im Yachthafen Hohe Düne sind dabei beispielsweise spannende Bootsvorführungen unterschiedlicher Anbieter zu erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 7. November&lt;br /&gt;
:Der Museumsverein Warnemünde e.V. feiert in der Cafeteria und Eventlocation &amp;quot;Laak 5&amp;quot; mit einer Vielzahl seiner Mitglieder sein 20-jähriges Bestehen. Der Verein hat zum 1.1.2005 die Betriebsführung des Heimatmuseums übernommen und kann seither auf eine überaus erfolgreiche Entwicklung des Heimatmuseums zurückblicken. Neben Grußworten anderer Warnemünder Vereine äußerten sich auch Sigrid Hecht (Chefin des städtischen Eigenbetriebs KOE) und die neue Kulturamtsleiterin Anne-Katrin Bicher positiv über die Entwicklung des Museums und versprachen auch in Zukunft die Geschicke des Museumsvereins tatkräftig zu unterstützen&lt;br /&gt;
. &lt;br /&gt;
;2024, 8. November&lt;br /&gt;
:Inklusives Unternehmerfrühstück im DOCK INN. Es geht darum wie man Menschen mit Behinderung besser im Berufsalltag integrieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 17. November&lt;br /&gt;
:Kranzniederlegung an der Gedenkstätte „Für alle auf See Gebliebenen“, organisiert von der Nautischen Kameradschaft Poseidon e.V., im Stephan-Jantzen-Park.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 19. und 20. November&lt;br /&gt;
:3. Lotsenkonferenz der Bundeslotsenkammer im Technologiepark Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Es geht dabei u.a. um 70 Jahre Seelotsgesetz &amp;amp; 70 Jahre Bundeslotsenkammer und um einen Kerninhalt des Seelotsgesetzes, nämlich die neu strukturierte :Seelotsenausbildung 2024. In Kooperation mit den Hochschulen Wismar/Warnemünde und Flensburg wird erstmalig eine hochqualifizierte Seelotsenausbildung in Form eines Masterstudienganges angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Obdachlosengala in Warnemünde: Bereits zum siebenten Mal lädt das Hostel „Dock in“ 160 Bedürftige zum Weihnachtsschmaus. Unter den 50 Helferinnen und Helfern war diesmal als Überraschungsgast Monchi, der Frontman der bekannten Rockband Feine Sahne Fischfilet.&lt;br /&gt;
:Zu einem stimmungsvollen Start in die Vorweihnachtszeit lädt das 22. Adventssingen am Warnemünder Leuchtturm ein. Erneut sorgt der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. mit einem Programm voller Musik für unvergessliche Momente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 3.Dezember&lt;br /&gt;
:Der 29.Band des Bäderjournals &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird im Neptun-Hotel präsentiert.&lt;br /&gt;
:am Samstag dem 7. Dezember, dem Tag vor dem ersten Advent beginnt in der Buchhandlung Krakow traditionell der Verkauf des Journals mit einer Autoren-Signierstunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024, 6. bis 21.. Dezember&lt;br /&gt;
:Traditioneller Weihnachtsbaumverkauf in Hinrichshagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2024,23.Dezember&lt;br /&gt;
:In der abgelaufenen Saison wurden in Warnemünde 148 Schiffsanläufe von 38 Kreuzfahrschiffen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025,1.Januar&lt;br /&gt;
:Das zum 25. Mal statt zu findende Neujahrsfest des Turmleuchtens wurde wegen Sturm nur wenige Stunden vor Beginn abgesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Januar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.-3. Februar&lt;br /&gt;
:Die Fregatte &amp;quot;Nordrhein-Westfalen&amp;quot; der Bundesmarine liegt für drei Tage an der Passagierkai-Promenade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Februar&lt;br /&gt;
:Digital-Thementag für Seniorinnen und Senioren in Warnemünde, die Initiative DigitalTeilhabe lädt Seniorinnen, Senioren und Interessierte zu Digital-Thementagen „iPhone, Smartphone &amp;amp; Co&amp;quot; ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Februar&lt;br /&gt;
:Beginn der Bauarbeiten: Neue Mittelinsel soll Querung der Richard-Wagner-Straße erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1.März&lt;br /&gt;
:65.000 Menschen besuchen das nachgeholte 25. Turmleuchten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 25. März&lt;br /&gt;
:Es wird natürlich bunter - Saisonbepflanzung startet in Warnemünde, 10.365 Pflanzen kommen kurz nach Sonnenaufgang in den Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. April&lt;br /&gt;
:Beidseitig der Rostocker Straße werden Radverkehrsanlagen ausgebaut bzw. neu markiert, die gesamte Baumaßnahme erfolgt in vier Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt beginnt am Knoten Richard-Wagner-Straße und führt zur Johann-Sebastian-Bach-Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 12. April&lt;br /&gt;
:Von April bis Oktober 2025 dreht sich das XXL-Riesenrad in Warnemünde. Mit dem „Eye 55“ (was für eine Höhe von 55 m steht) auf der Mittelmole hat man eine tolle Aussicht über das Seebad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. April&lt;br /&gt;
:Beginn der diesjährigen Warnemünder Kreuzfahrtsaison mit dem Anlauf der „AIDAmar“. Bislang sind für 2025 von 23 Kreuzfahrtreedereien 167 Anläufe von 36 Kreuzfahrtschiffen angemeldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 16. April&lt;br /&gt;
:Mit einem abwechslungsreichen Programm, einer Mischung aus Geschichte und Kultur starten die beliebten Warnemünder Museumsabende im Heimatmuseum Warnemünde in die nächste Saison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. April&lt;br /&gt;
:Vom 17. April bis zum 2. November zeigen Künstler aus aller Welt Sandskulpturen zu den „Geheimnissen der sieben Weltmeere“ im Rahmen der 15. Sandwelt in Warnemünde am Pier 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 19. April&lt;br /&gt;
:Die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde entzündet das traditionelle Osterfeuer am Strand unterhalb des Leuchtturms. Die anschließende Fackelwanderung entlang des Alten Stroms wird von der „Sax’n Anhalt VIP Band“ begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 28. April&lt;br /&gt;
:Die neue automatische Versenkpolleranlage in der Warnemünder Kirchenstraße geht in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einem Konzert des Landespolizeiorchesters startet die Meeresbrise-Konzertreihe in die fünfte Saison. Bis Ende September sollen noch 22 Konzerte im Kurhausgarten OpenAir folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 14. Mai&lt;br /&gt;
:Eine neue öffentliche WC-Anlage wird am Strandaufgang 18, auf Höhe des Strandwegs 14 installiert. Zwei große Kräne müssen zum Einsatz kommen, um das Modul mit einem Gewicht von rund 35 Tonnen hinter der Düne zu platzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. Mai&lt;br /&gt;
:Mit einer feierlichen Zeremonie wird die neue Sportschule Warnemünde auf der Mittelmole offiziell eröffnet. Der Neubau hat rund 31,8 Millionen Euro gekostet. Der Gebäudekomplex bietet Sportlern aller Disziplinen ideale Bedingungen. Außerdem soll die Sportschule künftig eine zentrale Rolle bei der Durchführung von Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Warnemünder Woche oder Segelregatten auf Bundesebene spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 27. Mai&lt;br /&gt;
:Der sanierte und modernisierte Liegeplatz 23 im Alten Strom sowie das neue Betriebsgebäude für den Seenotrettungskreuzer ARKONA der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden offiziell durch den Hafensenator Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Hafenkapitän Falk Zachau sowie DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler und Mario Lange, Vormann der ARKONA, in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für den neuen Anleger belaufen sich auf 1,1 Mio. Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 30.Mai&lt;br /&gt;
:Am Liegplatz 23, des Seenotkreuzers &amp;quot;Arkona&amp;quot;, am alten Strom, wird ein neues Betriebsgebäude der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 31. Mai&lt;br /&gt;
:Einweihung des multifunktionalen Beachsportfeldes für die Sportarten Beachsoccer, Beachvolleyball und Beachhandball im Sportpark Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juni&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der „SeaDream 2“. Das Luxusschiff mit 108 Metern Länge und 14 Metern Breite (Baujahr 1985) ähnelt eher einer Yacht und bietet Platz für maximal 112 Gäste in 56 Kabinen bei einer Besatzungsstärke von etwa 100 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juni&lt;br /&gt;
:Die „Sky Princess“ der Reederei Princess Cruises ist mit einer Länge von etwa 330 Metern und einer Bruttoraumzahl von 145.281 das längste und größte der 2025 in Warnemünde anlandenden Kreuzfahrtschiffe. Der Ozeanriese bietet Platz für 3660 Passagiere. Auf 19 Decks gibt es 1830 Kabinen, acht Restaurants, zehn Bars, mehrere Lounges, ein Theater, einen Spa-Bereich sowie vier Pools und acht Whirlpools. Am 22.7. erfolgt ein zweiter Anlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.Juni&lt;br /&gt;
:Mehr als 30 Schiffe verschiedener NATO-Mitgliedsländer haben in Warnemünde und Hohe Düne festgemacht um von hier aus zur zweiwöchigen Großübung Manöver Baltops (Baltic Operation) zu starten.&lt;br /&gt;
:Größtes teilnehmendes Kriegsschiff ist der US-Zerstörer &amp;quot;USS Mount Whitney&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das Auslaufen der Schiffe wird auch von Protesten begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 18. bis 20. Juni&lt;br /&gt;
:33. Nordische Baumtage. Eines der Themen ist „Stadtgrün im Klimawandel“. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock im Warnemünder Technologiepark durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 24. Juni&lt;br /&gt;
:Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt mit dem Diplomatischen Korps nach Mecklenburg-Vorpommern und empfängt dafür am 24. Juni in Warnemünde an Bord der Gorch Fock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 3. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VISTA / Reederei Oceana Cruises Länge: 241,10 m Breite: 32,31 m&lt;br /&gt;
Gewicht: 67.817 BRZ Baujahr: 2023 Passagiere: 1.218 (max. 1.469)&lt;br /&gt;
:Neue Runde für die „Warnemünder Abende“. Mit der Vortragsreihe des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung werden spannende Einblicke in die Geheimnisse eines einzigartigen Lebensraums gewährt. Einmal monatlich, immer donnerstags. finden ab 4. September im großen Vortragssaal des IOW in der Seestraße 15 weitere Veranstaltungen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. Juli&lt;br /&gt;
:Im Heimatmuseum Warnemünde wird die Sonderausstellung &amp;quot;Ob die Möwen manchmal an mich denken? Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee&amp;quot; eröffnet. Kuratorin der Ausstellung ist die Journalistin sowie Autorin des gleichnamigen Buches Dr. Kristine von Soden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5.-13. Juli&lt;br /&gt;
:87. Warnemünder Woche mit dem &amp;quot;Niegen Ümgang&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. Juli&lt;br /&gt;
:Doppelanlauf der Kreuzfahrtschiffe MSC Poesia und der Nordstjernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Juli&lt;br /&gt;
:Das schon legendäre Open Air am Meer „Rauch auf dem Wasser“ lädt zum 21. Mal in den Warnemünder Kurhausgarten ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 8. Juli&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der VIKING SATURN / Reederei Viking Ocean Cruises. Sie befindet sich auf einer zweiwöchigen Reise von Bergen in Norwegen nach Stockholm in Schweden. Das Schiff ist 227 Meter lang und für 930 Passagiere ausgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf der ILMA / Reederei Ritz-Carlton Yacht Collection. Die Luxus-Kreuzfahrtyacht ist ein 241 Meter langes Schiff, das 456 Passagiere beherbergen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 6. August&lt;br /&gt;
:Erstmals in MV werden von Menschen aufgezogene Sandregenpfeifer ausgewildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. -10. August&lt;br /&gt;
:An der 34. Hansesail nehmen über 120 Schiffe teil. Die Sail hat rund eine halbe Million Besucher und ist damit das weltweit größte Treffen historischer Segelschiffe. Anführendes Flaggschiff ist in diesem Jahr die Dreimastbark &amp;quot;Belem&amp;quot; aus Frankreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. August&lt;br /&gt;
:Zum 13. Mal ist die Strand Arena Schauplatz der Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft. Im Finale holen sich die Beach Royals Düsseldorf den Titel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 20. August&lt;br /&gt;
:Die am Vortag havarierte „Nordstjernen“ kann am Nachmittag Warnemünde wieder verlassen. Das historische Hurtigruten-Schiff hatte am Abend beim Ablegen am Cruise Center eine Böschung gerammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 21. August&lt;br /&gt;
:Erstanlauf „Le Lape’rouse“, Reederei Compagnie Du Ponant. Auf diesem kleineren Kreuzfahrtschiff finden 184 Passagiere Platz, es ist 131 Meter lang und 2018 gebaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2025/2026===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 4. September&lt;br /&gt;
:Unter dem Motto „Gesund älter werden in Rostock“ startet der 5. Senioreninformationstag anlässlich der Tage der Regeneration in Warnemünde am Leuchtturm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. September&lt;br /&gt;
:Bundeskanzler Merz besucht erstmals die Marine in Hohe Düne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. September&lt;br /&gt;
:40 Schiffe aus 14 Nationen mit 2700 Soldatinnen und Soldaten nehmen am Marinemanöver Northern Coasts teil. Vom 29. August bis 12. September 2025 üben multinationale Seestreitkräfte unter deutscher Leitung in der Ostsee. In Warnemünde hat das Versorgungsschiff VIRSAITIS (A 53), ein Marineschiff Lettische Marine festgemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 15. September&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder Brauerei &amp;quot;Hoppen un Molt&amp;quot; feiert ihr 10-jähriges Bestehen.&lt;br /&gt;
;29.Oktober&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, seit Oktober 2004 Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V., erhält im Zuge einer kleinen Feierstunde im Heimatmuseum für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement den Stiftungspreis der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 1. Oktober&lt;br /&gt;
:Stephan Frey wird neuer Pastor in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 10. Oktober&lt;br /&gt;
:Feierliche Grundsteinlegung für ein Parkhaus in Hohe Düne. - Wegen des Wegfalls des bisherigen Mieter-Parkplatzes im Bereich Hohe Dünne 22-27, hier sollen zusätzliche Wohnungen entstehen, errichtet die Goldbeck Nordost GmbH auf rund 4.000 Quadratmetern Fläche insgesamt 220 Anwohnerparkplätze. &lt;br /&gt;
:Die Fertigstellung des Parkhauses ist für Mitte 2026 geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 5. November &lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrschiff &amp;quot;Aidadiva&amp;quot; legt am Liegeplatz 7 an und beschließt mit ihrem Anlauf die diesjährige Kreuzfahrtsaison.&lt;br /&gt;
:Insgesamt sind über das Jahr 592.000 Seereisende  (2024: 532.000) von 35 Kreuzfahrtschiffen (2024: 37) in Warnemünde an und von Bord gegangen.&lt;br /&gt;
:Das größte Schiff in dieser Saison war die &amp;quot;Sky Princess&amp;quot; mit einer Länge von 330 Metern und einer Kapazität von rund 3700 Passagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 7. November&lt;br /&gt;
:Die Bürgerinitiative &amp;quot;Rettet den Küstenwald&amp;quot; verhindert die Fällung der 100-jährigen Kastanie in der Rostocker Straße und setzt deren Aufnahme in die Liste der geschützten Bäume durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 11. November&lt;br /&gt;
:Uwe Heimhardt, Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde e.V. erhält den Ehrenpreis um besondere Verdienste um die Bewahrung  und Vermittlung mecklenburgischen Kulturerbes der Stiftung Mecklenburg.&lt;br /&gt;
:Auf die Warnemünder Kinder wartet am Martinstag ein schöner Brauch. In bewährter Kooperation laden die Ev.-Luth. Kirchgemeinde und die Tourismuszentrale an diesem Tag zum Sankt-Martins-Umzug ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 13. November&lt;br /&gt;
:Das Riesenrad auf der Mittelmole wird abgebaut und stellt seinen Betrieb endgültig ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1025, 27. November&lt;br /&gt;
:Der dreißigste Band des &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; wird vom Verlag Redieck und Schade, gemeinsam mit dem Leuchtturmverein Warnemünde präsentiert. Somit erscheint erscheint dieser beliebteste Warnemünde-Almanach nunmehr ununterbrochen seit drei Jahrzehnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 17. Dezember&lt;br /&gt;
:Das Kreuzfahrtschiff „Amadea“ der Reederei Phönix Reisen beendet die Kreuzfahrtsaison in Warnmünde. Das durch die ZDF-Sendung «Das Traumschiff» bekannte 193 Meter lange Schiff bietet Platz für 570 Passagiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 22. November&lt;br /&gt;
:Im Hotel Neptun in Warnemünde lädt der NDR Jazztime Bigband Ball Mecklenburg-Vorpommern zu einem stilvollen Abend voller Musik und Unterhaltung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2025, 29. November&lt;br /&gt;
:Eröffnungstag des traditionellen Weihnachts- und Neujahrsmarktes Warnemünde auf dem Warnemünder Kirchenplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 5. Januar&lt;br /&gt;
:Brand im Erdgeschoss eines Hauses &amp;quot;Am Strom&amp;quot;. An dem knapp 2 Stunden dauernden Einsatz waren insgesamt 34 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde und des Rettungsdienstes beteiligt. Verletzte waren nicht zu beklagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 30. Januar&lt;br /&gt;
:In Berlin hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner die Kampagne mit dem Titel „Berlin gewinnt mit Olympia“ vorgestellt. Die Bundeshauptstadt setzt mit ihrer Bewerbung um die Austragung Olympischer Sommerspiele für 2036, 2040 oder 2044 auf Rostock-Warnemünde als Standort für die olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe.&lt;br /&gt;
;Rostock verbietet per Ratsbeschluß privates Feuerwerk am Warnemünder Ostseestrand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. März&lt;br /&gt;
:Erstmals seit Bestehen des Marinearsenals Warnemünde wird mit U34 , eines der 6 U-Boote vom Typ U212a hier überholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 14.März&lt;br /&gt;
:Die Tourismuszentrale veröffentlicht die Besucherzahl des Jahres 2025. mit 2.317.693 Übernachtungen wird hier der 2019 aufgestellte Rekord übertroffen, womit Rostock an erster Stelle für das Land Mecklenburf-Vorpommern liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.März&lt;br /&gt;
:Das Ausfugsschiff MS Baltica wird nach dreißig Dienstjahren in Warnemünde außer Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 26. März&lt;br /&gt;
:Lotsenältermann Andreas Krüger wird nach 25 Jahren Arbeit als Seelotse in den Ruhestand verabschiedet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 28. März&lt;br /&gt;
:Die AIDAdiva eröffnet die Kreuzfahrsaison&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 1. April&lt;br /&gt;
:Steffen Herz (58) übernimmt die Leitung der Verkehrszentrale Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12.April&lt;br /&gt;
:Warnemünde hat wieder ein neues Riesenrad. die Schaustellerfamilie Geisler hat auf der Mittelmole mit dem 55 Meter hohen Riesenrad, in dem sich 42 klimatisierte, geschlossene Riesengondeln befinden, damit neben Teepott und Leuchtturm ein weiteres Wahrzeichen hinzugefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 9.Juni&lt;br /&gt;
:-Zu seinem 55ten Geburtstag präsentiert sich das Hotel Neptun mit 55 von dem Künstler Joerg Waerner vergoldeten Balkonen.&lt;br /&gt;
:-Wiederum weht die verliehene Blaue Flagge als Zeichen für geprüfte Wasserqualität sowie für Infrastruktur und Sicherheitsstandards an Warnemündes Stränden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 12. Juni&lt;br /&gt;
:-Beim ehemaligen Zollhafen wird mit dem ersten Rammschlag das Startzeichen für einen zukünftigen, rund zehn Hektar großen maritimen Gewerbepark gegeben.&lt;br /&gt;
:-Die Neptun-Werft erhält einen Milliardenauftrag über zwei schwimmende Umspannwerke für Offshore-Windparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 16.-18.Juli&lt;br /&gt;
:Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft richtet erstmals die Internationalen Deutschen Ocean Meisterschaften aus. 270 TRettungssprortlerinnen und Rettungssportler aus 39 Vereinen kämpfen am Hauptstrand von Warnemünde um die ersten deutschen Meistertitel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 18. Juli&lt;br /&gt;
:Nur drei Monate nach der Eröffnung im April muß das &amp;quot;Französische Dorf&amp;quot;, eine Gastro-Einheit im französischen Stil wieder schließen und Abgebaut werden. :Lediglich das Riesenrad &amp;quot;Wheel of Excenllence&amp;quot; bleibt weiterhin im Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 21. Juli&lt;br /&gt;
:Bei einem Badeunfall in der Ostsee ist ein 33-Jähriger ums Leben gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, ab 27.Juli&lt;br /&gt;
:heißt es wieder &amp;quot;Leinen los&amp;quot; und die Reederei Adler-Schiffe startet regelmäßig Fahrten zwischen Kühlungsborn und Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026,2.August&lt;br /&gt;
:Am Leuchtturm wird der vierzigtausendste Besucher zur Tumbesteigung begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026, 6.-9. August&lt;br /&gt;
:Vier Tage lang stand Warnemünde ganz im Zeichen der Seefahrt. Rund 500.000 Menschen besuchten die 35. Hansesail und erlebten rund 120 historische Schiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Marksteine==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ersterwähnung des Namens in der Kaufurkunde der Rostocker Heide am 25. März 1252===&lt;br /&gt;
In den Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts vorkommende Namensbezeichnungen:&lt;br /&gt;
Warnemunde, Warnemonde, Wernemunde, Wernowemunde, Werneminde, Wernemynne, Warneminne, Varneminde, Verneminde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warnemündes Bedeutung für die Stadt Rostock tritt bereits mit der ersten Urkunde hervor, in der der Ort genannt wird. Am 25. März 1252 verkauft Fürst Borwin III. der Stadt Rostock die heutige Rostocker Heide und verleiht ihr außer anderen Freiheiten auch die Fischereigerechtigkeit auf der gesamten Unterwarnow, von der Petri-Brücke bis &#039;&#039;(zum Hafen!)&#039;&#039; Warnemünde und über den Hafen hinaus bis ins Meer.&lt;br /&gt;
Zwölf Jahre später, am 12. Oktober 1264 überträgt Fürst Borwin alle seine Rechte &#039;&#039;&#039;über den Hafen zu Warnemünde &#039;&#039;&#039; (!) auf die Stadt. &lt;br /&gt;
*[[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mit dieser ersten Nennung des Namens Warnemünde am Rande der Rostocker Heide ist &lt;br /&gt;
eindeutig der &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; gemeint.&lt;br /&gt;
:Das erste sicher auf den Fischerort Warnemünde und die dortige fürstliche Vogtei&lt;br /&gt;
:bezogene Datum liegt 16 Jahre später:&lt;br /&gt;
;1268, 17.Dez.&lt;br /&gt;
:Die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig urkunden im &#039;&#039;&#039;fürstlichen&#039;&#039;&#039;  Warnemünde. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
:Das bezieht sich dann auf die bereits existierende, bis 1323 noch fürstliche Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
In verschiedenen historischen Quellenwerken wird eine erste Erwähnung Warnemündes im Jahre 1195 in dänischen Dokumenten angeführt.&lt;br /&gt;
Intensive Suchen nach diesen Dokumenten in der jüngeren Vergangenheit blieben aber bislang ergebnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1323 - Die Stadt Rostock kauft das Fischerdorf Warnemünde vom mecklenburgischen Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Urkunde mit Siegel für Warnemünde (Quelle- Barnewitz).jpg |450px|rechts|thumb| Warnemünde Kaufvertrag vom 11. März 1323 (Quelle: Barnewitz)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vor 1314 kaufte die Stadt Rostock das Dorf Barnstorf als ersten größeren Landerwerb, &lt;br /&gt;
:1323 kam als nächstes das Fischerdorf Warnemünde hinzu, das die Stadt vom Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen käuflich erwarb.&lt;br /&gt;
:Der Landesfürst hatte durch vorangegangene Kriege einen hohen Schuldenberg angehäuft und brauchte dringend Geld.&lt;br /&gt;
:So bescheinigte er den Rostockern am 11. März des genannten Jahres:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wir haben jenseits des Warnowflusses den ... Ratsherren und Gemeinde das Dorf Warnemünde mit Grund und Boden, jedem hohen und niederen Gericht - ausgenommen das Patronatsrecht für uns und unsere Erben - bis an die Grenzen des Dorfes Diedrichshagen, so weit es in der Länge und der Breite nach erstreckt, übertragen und überlassen es den Gegenwärtigen zu dauerndem Besitz, dergestalt, das sie in den oben bezeichneten Grenzen sich des vollen lübischen Rechtes erfreuen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wieviel die Rostocker für Warnemünde zahlten wissen wir nicht.&lt;br /&gt;
:Der Stadt aber mußte daran gelegen sein, den Ort in ihre Hände zu bekommen.&lt;br /&gt;
: (Hans Bernitt 1956)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urkunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warnowmündung, &amp;quot;Alter Strom&amp;quot;, &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot;, neuer &amp;quot;Neuer Strom&amp;quot; - Wasserverbindungen über die Jahrhunderte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Karte zu 1323 (bearbeitet).jpg|Karte der östlichen Grenzziehung zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide nach den Verträgen von 1252 und 1323&lt;br /&gt;
Datei:RH Markgrafenheide Taterhörn Schmettau ost west.jpg|RH östlichster Punkt von Warnemünde und westlichster Punkt der Rostocker Heide bis 1922 Grafik: Willi Kolp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Alte Strom 1902===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In seinem Ursprung ist der Alte Strom einer von mehreren Warnow-Ausflüssen, ursprünglich als seichtes Rinnsal, das sich durch den Boden einer harten, Stein durchsetzten [https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide#+_Die_Eisrandlage_Nr.8 Mergelbank] seinen Weg zur Ostsee bahnte. In der Anfangszeit Warnemündes nur für kleine Boote passierbar.&lt;br /&gt;
:Eine alte Überlieferung berichtet:&lt;br /&gt;
:Nahe der heutigen Vogtei wohnte ein Mensch, der Leute gegen Bezahlung auf seinem Rücken über den Strom trug. Eine Darstellung dieses Mannes ist in der Warnemünder Kirche zu besichtigen.&lt;br /&gt;
:Die Durchfahrt für größere Schiffe erfolgte etwa zwei Kilometer östlich vom Alten Strom, durch das Alte Tief.&lt;br /&gt;
:Bis 1487 genügte das Alte Tief den Ansprüchen der damaligen Seefahrt.&lt;br /&gt;
:Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts, unter großem baulichem Aufwand der Vertiefung des Wasserlaufes, um den Alten Strom schiffbar zu machen. &lt;br /&gt;
:In der Folge dieser Maßnahme begann der Prozess, den Fischerort Warnemünde und den Warnemünder Hafen der Stadt Rostock an einem Ort zu vereinen.&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Seekanals zu Beginn des 20.Jahrhunderts verlor schließlich der Alte Strom seine Bedeutung als Hafenzufahrt für den Rostocker Hafen.&lt;br /&gt;
:Fischerboote, Warnemünder Jollen, Fahrgastschiffe und Sportboote prägen seither das Bild des Stroms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hohe Düne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Hohe Düne&amp;quot; trennt den Breitling von der Ostsee.&lt;br /&gt;
:Sie ist eine ca. 400 m breite und etwa 3000 m lange Nehrung.&lt;br /&gt;
:Der Breitling ist eine Flußerweiterung der Warnow in ihrem Mündungsgebiet geändert, so daß dieses Gebiet ein flacher und sumpfiger Landstrich war.&lt;br /&gt;
:In Strandnähe gab es aber hohe Sanddünen.&lt;br /&gt;
:Die Entwicklung der Hohen Düne ist eng verbunden mit dem Seekanal, einem 1903 fertiggestellten Durchstich durch den Westteil der Hohen Düne, dem der 1304 &lt;br /&gt;
:bei einer Sturmflut verschüttete Hauptmündungsarm  und zwei weiter östlich gelegene, nicht mehr vorhandene, Durchstichtiefs voran gingen.&lt;br /&gt;
:Der Seekanal ermöglichte großen Seeschiffen die Zufahrt großer Seeschiffe in den Hafen Rostock und den Hafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Der etwa 60m breite Seekanal wurde durch Ausbaggern  eines Teils der Hohen Düne geschaffen. Er wurde durch den Bau einer neuen Ostmole begrenzt.&lt;br /&gt;
:Die Uferzone  östlich der neuen Mole und Hohe Düne  wurde zum Teil aufgespült, ebenso wie auch das Gelände des späteren Arado-Flugzeugwerkes.&lt;br /&gt;
:Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet noch als Warnemünde-Ost bzw. als Warnemünder Wiesen bezeichnet.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vörreeg und Achterreeg - Das alte Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Isenbart Karte 1719.jpg|thumb|600px|rechts|Die &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; und &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; in der  Warnemünde Isenbarth-Karte 1719]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch vor zwei Jahrhunderten bestand das Fischerdorf Warnemünde nur aus zwei unregelmäßig angelegten, der Windung des seichten Stromes folgenden Häuserreihen. &lt;br /&gt;
:Im Volksmund wird von Alters her die unmittelbar am alten Strom gelegene Reihe als &amp;quot;Vörreeg&amp;quot; (&amp;quot;Vorderreihe&amp;quot;) und die parallel dahinter gelegene &amp;quot;Achterreeg&amp;quot; (Hinterreihe&amp;quot;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Das alte Warnemünder Haus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Kulturgeschichtliches aus Warnemünde - Zum Warnemünder Hausbau&amp;quot; BRG 1915]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder und sein Haus]] Karl Baumgarten In: Natur und Heimat, Bd. 1 (1952), 1, S.19-20&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Lau &amp;quot;Das Warnemünder Haus - eine Volksbauweise in Mecklenburg&amp;quot; Auszug aus &amp;quot;Denkmale der Technikgeschichte in Mecklenburg und Vorpommern, Verlag Redieck und Schade 1997]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Heimatmuseum Warnemünde====&lt;br /&gt;
[[Datei:Heimatmuseum 1933.jpg|thumb|300px|rechts|Eröffnung des Heimatmuseums am 1. Juli 1933]]&lt;br /&gt;
:Um 1900 wurde eine zusammen getragene Sammlung provisorisch in einem kleinen Raum am Georginenplatz gezeigt.&lt;br /&gt;
:Danach befand sich die Ausstellung im Schulhais in der FritzReuter-Strasse.&lt;br /&gt;
:In der Alexandrinenstraße 31 befindet sich seit 1933 das Heimatmuseum Warnemünde. Das Museum ist in einem typischen Warnemünder Haus untergebracht. &lt;br /&gt;
:Man geht davon aus, dass es sich bei der Urform des Warnemünder Fischerhauses um ein abseitenloses Niedersachsenhaus handelt. &lt;br /&gt;
:Da Baugrund im Ort rar war, bekamen Haus und Grundstück ein selbständiges Gepräge. Die Grundstücke waren in der Regel 26 bis 28 Fuß breit (ca. 7,50 m). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Warnemünder Haus bestand ursprünglich aus einem Raum mit offener Herdstelle, in dem später eine &amp;quot;Vörstuw&amp;quot;, eine &amp;quot;Koek&amp;quot; und eine &amp;quot;Achterstuw&amp;quot; neben einer seitlichen Diele eingefügt wurden. &lt;br /&gt;
:Zur Erweiterung des Hauses entstanden hinten schmale Anbauten als Unterkunft für die Eltern (Altenteil) sowie einiges Vieh (häufig eine Kuh).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzte Besitzerin des Hauses in der Alexandrinenstraße 31 war Fräulein Christine Jungmann. Da sie unverheiratet und ohne Erben war, verkaufte sie das Haus an die Stadt Rostock zum Zweck der Einrichtung des Heimatmuseums. Den Anstoß zur Einrichtung eines Museums hatte es bereits 1914 gegeben. Auf einer Sitzung des Plattdeutschen Vereins für Warnemünde und Umgebung am 12. Februar wurde beschlossen: &amp;quot;Der Verein möge die Sammlung aller geschichtlich und kulturgeschichtlich wichtigen Sachen betreiben. Es ist hohe Zeit, daß man jetzt damit anfängt. Von Händlern wird ungemein viel weggeschleppt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem Sammlungsaufruf folgten zahlreiche Warnemünder. Innerhalb kürzester Zeit kamen hunderte von Objekten zusammen. Erster Bewahrer der Sammlung wurde Adolph Ahrens, Lehrer und Direktor an der Fritz-Reuter-Schule. Ihm war es auch zu verdanken, dass die Sammlung von Anfang an der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Auf dem Boden der Fritz-Reuter-Schule dienten ab 1915 ein Zimmer und ein kleiner Vorraum als Museum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den aktivsten Förderern des Museums zählten außerdem Friedrich Barnewitz, Ernst Strübing, Johannes Gosselck und der Fischer Heinrich Holtfreter. Wissenschaftliche Unterstützung erhielten die Warnemünder Museumsgründer auch vom mecklenburgischen Volkskundler Richard Wossidlo.&lt;br /&gt;
* [[Zur Gründung des Heimatmuseums Warnemünde (Ausschnitt aus Mecklenburg - Zeitschrift des HeimatbundesJ.28 Heft 1 1933]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Vogtei====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:Vogtei Warnemuende Gemaelde Johannes Werner.JPG|thumb|450px|rechts|Die Vogtei auf einem Gemälde von Johannes Werner (1914)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Das Gebäude der Vogtei]]&lt;br /&gt;
:Die Vogtei markiert den historischen Ortsmittelpunkt von Warnemünde, am alten Strom.&lt;br /&gt;
:Sie ist das älteste erhaltene Gebäude von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Das Haus wurde 1605 auf den Grundmauern eines Vorgängergebäudes erbaut, dessen Funktion bis heute nicht endgültig geklärt ist. &lt;br /&gt;
:So gibt es Thesen von einer mittelalterlichen fürstlichen Vogtei (Erstnachweis 1268), sowie folgend auch einer königlich dänischen Residenz unter Dänenkönig Erik Menved zwischen 1304 und 1319.&lt;br /&gt;
[https://danmarkshistorien.lex.dk/Erik_Menved,_1274-1319 Erik Menved im Lexikon der Geschichte Dänemarks]&lt;br /&gt;
:Seit dem Erwerb Warnemündes 1323 durch die Hansestadt Rostock steht der Ort unter hansestädtischer Verwaltung und Rechtsaufsicht eines städtischen Vogtes, der die Weisungen und Verordnungen der Stadt am Ort durchzusetzen hatte.&lt;br /&gt;
:Ab 1472 ist das Gebäude als Dienstwohnsitz der Rostocker Vögte (warscheinlich 35 auf einander folgende Vögte) nachweisbar.&lt;br /&gt;
:Das zweistöckige Gebäude war über mehrere Jahrhunderte hinweg das einzige Gebäude inmitten der &amp;quot;Vörreeg&amp;quot;, das mit der Traufseite zur Straße steht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Aufgaben des Vogtes (Stand 22.4.1906):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- wichtigste Aufgabe: Ortspolizeibehörde&lt;br /&gt;
:- bevollmächtigt, Steuern und Abgaben zu erheben und ggf. einzutreiben&lt;br /&gt;
:- Vollstreckung der von ihm verhängten Strafen bei Zuwiderhandlungen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Armenkollegiums&lt;br /&gt;
:- Vorsitz des Gemeindewaisenrates und des Schulvorstandes&lt;br /&gt;
:- Beteiligung an der Badeverwaltung &lt;br /&gt;
:- Schätzungs- und Einzugshoheit für Grundsteuern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weitere in der Vogtei angesiedelte Aufgaben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Gästehaus für die Hansestadt Rostock, aber auch offene Herberge und Gasthaus (daher auch 1832 Anbau eines Küchenhauses)&lt;br /&gt;
:- ab 11.3.1606 Verkaufsmonopol für den Verkauf von Rheinwein, Meth, Aquavit und anderen hochprozentigen alkoholischen Getränken&lt;br /&gt;
:- ab zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Sitz der Badeverwaltung.&lt;br /&gt;
:- 1888 erfolgte die letzte Einsetzung eines Vogtes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marksteine in der Geschichte der Vogtei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675, Februar stand das Wasser im Gebäude 3 Fuß hoch, so daß man &amp;quot;die höchste Treppe vor der Stube erreichet, mit Böten durch die Zimmer fahren konnte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1665 vertrieben die Schweden die Rostocker Stadtsoldaten aus der Vogtei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1675 Als der Kurfürst von Brandenburg in Warnemünde einzog richteten die Schweden ein Geschütz auf die Vogtei. Die Salve schlug in das Gebäude ein und tötete den Adjutanten des Kurfürsten. Unmittelbar darauf eroberten die Brandenburger die Schwedenschanze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1996 Bei Beginn der Restaurierung des Gebäudes wurden alte Malereien entdeckt, deren älteste auf ein Alter von rund 600 Jahren datiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- 1999, 26.März, nach fünfjährigem Leerstand und Rekonstruktion öffnet das Haus des Gastes in der Vogtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Warnemünder Drehbrücke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bis 1903 mußte der Alte Strom noch mit Fischerbooten überquert werden.&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Hafenumbauten 1900 bis 1903 änderte sich dann einiges.&lt;br /&gt;
:Der neue Bahnhof und die 1903 eröffnete Eisenbahnfährverbindung machten den Bau einer festen Verbindung beider Ufer notwendig.&lt;br /&gt;
:In Höhe der Vogtei wurde 1903 die Drehbrücke fertggestellt, deren Brückenkonstruktion die von der Firma Ostermann aus Meppen geliefert worden war.&lt;br /&gt;
:Um den Verkehr über die Brücke zu regeln, gelangte eine Brückenordnung zur Anwendung, in der unter Anderem folgendes verankert war.&lt;br /&gt;
;1. Über die Brücke darf nur im Schritt gefahren oder geritten werden.&lt;br /&gt;
;2. Fußgänger haben sich auf der Brücke stets rechts zu halten.&lt;br /&gt;
;3. Solange die Zugänge zu der Brücke durch Ketten geschlossen sind, darf diese nicht betreten werden.&lt;br /&gt;
;Bei Zuwiderhandlung werden Geld- und Haftstafen verhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schiffsführer, die mit ihren Schiffen die Brücke passieren wollen, mußten dem Lotsenkommandeur Angaben zum Schiff machen und dieser bestimmte dann Zeit und Art des Durchfahrens.&lt;br /&gt;
:Natürlich war auch eine Gebühr für das Öffnen der Drehbrücke fällig.&lt;br /&gt;
:Während der Nachtzeit und an Sonn- und Feiertagen wurde die Brücke nicht geöffnet.&lt;br /&gt;
:Bis in die 1930er Jahre war der Drehmechanismus der Brücke noch täglich im Betrieb.&lt;br /&gt;
:Besonders in den Sommermonaten war und ist die Drehbrücke beliebter Treffpunkt der Warnemünder, die ein Zimmer vermieten wollten oder mit ihren Handwagen nach ihren anreisenden Gästen Ausschau hielten.&lt;br /&gt;
:Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sogar der Transitverkehr nach Dänemark über die Brücke geleitet.&lt;br /&gt;
:1982 erfolgte eine Reparatur und Rekonstruktion des inzwischen technischen Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ur-Warnemünder sind besondere Menschen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünder Paar.jpg|thumb|350px|rechts|Warnemünder Paar]]&lt;br /&gt;
====Die Rostocker beschneiden die Rechte der Warnemünder====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Die mittelalterlichen Zünfte Rostocks rechneten zu ihren Vorrechten, daß im Bannkreis ihrer Stadt weder Handwerk noch Handel betrieben werden durfte. Sie suchten die dadurch gewonnene Monopolstellung unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Zum Bannkreis Rostocks zählte auch der Hafenort Warnemünde sowie die städtischen Dörfer in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:Als im hanseatischen Rostock die Schiffahrt blühte, fanden auch Warnemünder Einwohner darin ihren Verdienst. Sie besaßen in der Hauptsache kleine Boote, doch führten sie in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts bereits Fahrten nach Schweden durch . Das läßt schon auf größere Ausmaße der Schiffe schließen. Um die Mitte des Jahrhunderts wird von Schiffern berichtet, die in Warnemünde ansässig und aus der dortigen Bevölkerung hervorgegangen waren. Ihre Zahl vermehrte sich schnell. Damals war in den Seefahrt treibenden Kreisen des Hafenortes ein gewisser Wohlstand anzutreffen, was aus dem reichen Besitz der Warnemünder Kirche an Silbergerät und Bargeld ersichtlich ist.&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Handel war damals im Absinken begriffen. Bis dahin hatten die Rostocker Kaufleute und Schiffer wenig gegen die Entwicklung Warnemündes einzuwenden. Bei den geringeren Verdienstmöglichkeiten wurde das anders. Man sah in der Warnemünder Schiffahrt nunmehr eine Konkurrenz, die manbeseitigen wollte. Die Möglichkeit dazu war gegeben; denn der Rostocker, von den Besitzbürgern gebildete Rat herrschte auch über Warnemünde. Die Einwohner des Hafenortes konnten wohl das Rostocker Bürgerrecht erwerben, waren abere ohne Mitbestimmungsrecht.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1565&#039;&#039;&#039; vereinigten sich in Rostock die beiden Kompanien der Schonen- und Bergenfahrer, deren Bedeutung stark gefallen war, zur Schiffergesellschaft. Die neue Berufsorganisation strebte sofort danach, die Schiffahrt und den Handel der Warnemünder zu unterbinden. Ihre dahin gehenden Wünsche wurden in einem Statutenentwurf festgelggt und damit begründet, daß Warnemünde lediglich ein Fischerlager darstelle. Bald darauf reichte die Schiffergesellschaft beim Rostocker Rat eine Klage gegen die Warnemünder Einwohner ein, daß sie den Rostocker Schiffern ihre Nahrung entziehen. Obgleich die Warnemünder auf ihr Gewohnheitsrecht hinweisen konnten, daß sie schon seit langem ungehindert ausgeübt hatten, bestimmte das Urteil des Rates vom &#039;&#039;&#039;14. April 1567&#039;&#039;&#039;, daß sie für Seefahrtzwecke nur kleine Boote mit Dollbord benutzen durften. Jegliche Schiffahrt mit Schuten oder &amp;quot;verbauten&amp;quot; Booten sollte ihnen untersagt, jedoch auf den Kleinschiffen die Verfrachtung von Kaufmannsgütern gestattet sein.&lt;br /&gt;
:Im Jahre &#039;&#039;&#039;1574&#039;&#039;&#039; reichten die Rostocker Schiffer zwei weitere Beschwerdeschriften gegen die Warnemünder ein. Am &#039;&#039;&#039;20. Februar 1577&#039;&#039;&#039; beschränkte der Rat die Anzahl der für Warnemünde zugelassenen Schiffer. Außer 33 namentlich genannten, die bis dahin schon als Schiffer tätig gewesen waren, sollte sich niemand &amp;quot;Schuten edder böthe mehr tholegen, kopen edder buwen, ane der ersamenweddeherrn ... vorweten und willen&amp;quot;. Den Zugelassenen wurden noch besondere Bedingungen auferlegt: sie sollten jederzeit im Hafen drei Boote segelfertig halten, &amp;quot;damit frombde lüde mögen awergeföret&amp;quot;, d.h. nach Dänemark gebracht werden könnten. Weiter sollten sie Knechte halten, die in ihrer Abwesenheit zu fischen und den Rostockern Fische auf den Markt zu liefern hatten. Eine Besetzung frei werdender Schifferstellen sollte nur mit Genehmigung der Gewettsherren erfolgen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Warnemünder durften nicht Kapitän, Reeder oder Schiffseigner sein====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;20. November 1581&#039;&#039;&#039; unternahmen die Rostocker Schiffer einen neuen Vorstoß. Sie forderten in einer Eingabe, daß in Warnemünde weder Seefahrt noch Handel getrieben werden dürfe; wer sich weiterhin samit befassen wolle, müsse nach Rostock ziehen. Das 100-Männer-Kollegium trat am &#039;&#039;&#039;6. März 1584&#039;&#039;&#039; dem Verlangen bei. Es erklärte sogar, als der Rat mit seiner Entscheidung zögerte, im &#039;&#039;&#039;Januar 1585&#039;&#039;&#039;, keine Steuern bewilligen zu wollen. Die Rostocker Schiffer wandten sich außerdem am &#039;&#039;&#039;2. März 1585&#039;&#039;&#039; an Herzog Ulrich, der sich auf ihre Seite stellte. Nun erließ der Rat am &#039;&#039;&#039;15. März&#039;&#039;&#039; ein völliges Schiffahrtsverbot für die Warnemünder Einwohner. Sie sollten bei einer Strafe von 40 Talern innerhalb von 14 Tagen ihre sämtlichen Schuten und Boote verkaufen.&lt;br /&gt;
:Zur Ausführung des Entscheids kam es vorerst noch nicht. Die Warnemünder gingen an das Land- und Hofgericht in Güstrow, jedoch ohne Erfolg. Es bestätigte das Verbot des Rates. Dann wandten sie sich am &#039;&#039;&#039;18. Oktober 1586&#039;&#039;&#039; an das Reichskammergericht in Speyer. dort blieb der Fall lange liegen. Die Zahl der konzessionierten Warnemünder Schiffer war bis &#039;&#039;&#039;1590&#039;&#039;&#039; auf 20 zurückgegangen. Da beschloß der Rat, jeden, der sich außer ihnen mit der Führung eines Schiffes befasse, mit 50 Talern Strafe zu belegen.&lt;br /&gt;
:Er mußte im Jahre &#039;&#039;&#039;1597&#039;&#039;&#039; jedoch feststellen, daß trotz seiner Einschränkungsbestimmungen die Anzahl der Schiffer in Warnemünde auf 54 gestiegen war. Darauf ordnete er am &#039;&#039;&#039;25. Februar&#039;&#039;&#039; an, daß neue Schiffe nur mit seiner Genehmigung gebaut werden dürften. Die Erlaubnis der Weddeherren genügte nicht mehr. Die ledigen Schiffer sollten nach Rostock ziehen und die verbleibenden alten sich nicht mehr mit Warenhandel abgeben. Da der Rat aber den Warnemünder Schiffern nicht traute, so ließ er jeden von ihnen in jedem Jahre erklären und mit einem Eide bekräftigen, daß er nicht den ihm verbotenen Warenhandel betrieben habe.&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;31. Dezember 1604&#039;&#039;&#039; schränkte der Rat die Schiffahrt der zugelassenen Warnemünder nochmals ein. Sie durften fortan nur ein einziges Boot besitzen, nicht mehr als 30 Last laden und nicht über den Sund hinaus fahren. Die jungen Schiffer sollten nach Rostock ziehen. Da der Prozeß vor dem Reichskammergericht nicht aus der Stelle kam und nur Kosten verursachte, auch wenig Aussicht auf einen guten Ausgang vorhanden war, so nahmen schließlich am &#039;&#039;&#039;1. Februar 1606&#039;&#039;&#039; die Warnemündere ihre Klage zurück, zwanzig Jahre nachdem sie sie eingereicht hatten. Sie erklärten, sich dem Willen des Rates zu fügen, das heißt, in die Stadt zu ziehen. Der größte Teil der Schiffer zog nun aus Warnemünde fort. Einige blieben. Im &#039;&#039;&#039;Juli 1622&#039;&#039;&#039; erhielten auf ihre Bitte endlich 5 Schiffer die jederzeit  widerrufliche Genehmigung, in Warnemünde wohnen und Schiffahrt treiben zu dürfen.&lt;br /&gt;
:Die Wirkung der einschneidenden Handels- und Schiffahrtsbeschränkung machte sich bald in Warnemünde bemerkbar. Das Steuerregister von &#039;&#039;&#039;1623&#039;&#039;&#039; berichtet in dem kleinen Ort von 12 wüsten Hausstellen. Die ehemaligen Besitzer waren fortgezogen.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder versuchten im Laufe der Zeit immer wieder, das Verbot des Rates zu umgehen. Während des Siebenjährigen Krieges beschwerten sich Rostocker Bürger, daß in Warnemünde schon wieder Warenhandel bettrieben worden sei. Daraufhin untersagte der Rat am &#039;&#039;&#039;27. April 1764&#039;&#039;&#039; den Warnemündern nochmals jegliche Schiffahrt. Der Vogt wurde angewiesen dort keinerlei Handel zuzulassen. Im Jahre &#039;&#039;&#039;1768&#039;&#039;&#039; wurde das Verbot erneuert und den Einwohnern strengstens befohlen, den Ankauf und die Verladung von Backobst, Wolle, Flachs und anderen ländlichen Erzeugnissen hionfort zu unterlassen. Aber schon &#039;&#039;&#039;1777&#039;&#039;&#039; gab es wieder ein paar Schiffer in Warnemünde. Die Schiffergesellschaft ruhte indessen nicht und erreichte, daß der Rat in seiner Verordnung vom &#039;&#039;&#039;26. Oktober 1785&#039;&#039;&#039; ihnen die Ausübung ihres Gewerbes in Warnemünde unmöglich machte. Wiederum wurde verfügt, daß die Warnemünder Bevölkerung nur fischen, auf fremden Schiffen als Matrosen fahren und Lotsendienste verrichten durfte. Auf eigenen Schiffen zu fahren blieb ihnen verboten. Im folgenden Jahre unterband der Rat den Warnemündern auch den Frachtverkehr auf der Unterwarnow zwischen Warnemünde und Rostock. Wiederum gab es Abwanderung aus dem Hafenort, zum Teil sogar nach dem Fischland, während andere Einwohner dem Rat ein Schnippchen schlugen, indem sie das Ribnitzer Bürgerrecht erwarben, aber in Warnemünde wohnen blieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Diebereien der Warnemünder====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Das Rostocker Gewett, städtische Behörde für Hafen und Schiffahrt, Handel und Gewerbe, hatte auch den Hafenort Warnemünde zu verwalten und als Niedergericht die in Warnemünde auftretenden Streitfälle zu verhandeln. Deshalb hielt es regelmäßige Gerichtstage in Warnemünde ab.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlichsten Vergehen, die zur Verhandlung standen, waren unzweifelhaft Eigentumsdelikte. Es wurden Steine und Holz von den sogenannten Stein- und Moddekisten, die zur Uferbefestigung und zum Schutz gegen Versandung des Fahrwassers aufgestellt wurden, entwendet. Holz stahl man natürlich auch in der nahen Heide. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1772&#039;&#039;&#039; ist ein Palisadenwerk von der Schanze bis zu den Steinkisten erwähnt, von dem die Warnemünder ständig Holz stahlen. &lt;br /&gt;
:Zahlreich sind auch Fälle von Diebereien am Strand. Daneben fallen noch Klagen wegen rückständiger Zahlungen auf, zum Beispiel durch den Pastor, und auch die Hebamme klagte gegen zahlungssäumige Wöchnerinnen.&lt;br /&gt;
:Diese Prozesse bestätigen aber nicht die Warnemünder als &amp;quot;Langfinger&amp;quot;. Hinter ihnen verbirgt sich die große Armut der Menschen. Was sollten sie auch machen, gab es doch so weit das Auge reichte nur Sand und Seewasser. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1847&#039;&#039;&#039; bat zum Beispiel der Warnemünder Vogt Meyer um Lieferung von verbilligtem Roggen für die in äußerste Not geratene Warnemünder Bevölkerung. In diesem Jahr hatte weder Feuer, noch Wasser, noch Militär, die Menschen heimgesucht. Es war also für die Warnemünder ein ganz normales Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Regelmäßige Böhnhasenjagden der Rostocker Zünfte in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Weiter durften in Warnemünde weder Schlachter, noch Müller oder Bäcker wohnen. &lt;br /&gt;
:Das Verhältnis zwischen den Rostocker Stadtbehörden und den Warnemündern blieb gespannt. Immer wieder suchte man sich über die auferlegten Beschränkungen hinwegzusetzen.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker Zünfte übernahmen mit Vorliebe in Warnemünde die Verfolgung heimlich arbeitender Handwerker. Es kam oft zu sogenannten Böhnhasenjagden (auf illegale Handwerker, die nicht Zunft-Mitglied waren). &lt;br /&gt;
:Noch als Warnemünde Badeort wurde, sträubten sich die Rostocker Zünfte, dort Handwerker zuzulassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rat bezeichnete im Jahre &#039;&#039;&#039;1854&#039;&#039;&#039; den Hafenort Warnemünde als &amp;quot;eine zum Vorteile der Stadt Rostock, weil dieser untertänige, in Unterordnung gehaltene Kommüne&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:Erst &#039;&#039;&#039;1861&#039;&#039;&#039; wurde das Schiffahrtsverbot aufgehoben. &lt;br /&gt;
:Bis ein Bäcker in Warnemünde sein Handwerk ausüben durfte, wurde es &#039;&#039;&#039;1865&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
:Und &#039;&#039;&#039;1866&#039;&#039;&#039; ließen die Rostocker Handwerksämter endlich zu, daß dort eine Mühle erbaut werden konnte und erstmalig ein Schlachter seinen Betrieb eröffnen durfte. &lt;br /&gt;
:Durch das &#039;&#039;&#039;Notgewerbegesetz des Norddeutschen Bundes&#039;&#039;&#039;  von &#039;&#039;&#039;1867&#039;&#039;&#039; fielen dann die letzten Beschränkungen für Warnemünde. Damit war die jahrhundertelange Unterdrückung der Bevölkerung des Hafenortes beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erst mit der Reichseinigung 1871 fielen die Beschränkungen denen die Warnemünder unterlagen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sie hatte dazu geführt, daß die Warnemünder auf manchen  Verdienst der möglich gewesen wäre, verzichten mußten, daß sie in manchen Dingen geradezu ausgebeutet wurden und zu Einkaufen in Rostock weite und nicht immer gefahrlose Fahrten zu unternehmen gezwungen waren. Die Kehrseite war, daß sich in den Warnemünder Familien eine vielseitige Handgeschicklichkeit entwickelte. Gerade weil manche Dinge des täglichen Gebrauchs am Orte nicht zu haben waren, fertigte man sie selbst an. Der Haß gegen die Rostocker machte sich noch lange bemerkbar. Er kam auch in der vielgebrauchten Redensart zum Ausdruck: &amp;quot;Schmiet´n Diewel in´n Strom! un lat´n driwen, is´n Rostocker!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schweden, Franzosen,Engländer und Russen - Warnemünde in Kriegszeiten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Schwedenschanze und der schwedische Zoll===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Warnemünder Zoll&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch den Vertrag vom 29.11.1632 zwischen Gustav Adolf und den mecklenburischen Herzögen Adolf Friedrich I. und Johann Albrecht II. nahm dieser Zoll seinen Anfang. Warnemünde wurde an die Schweden abgetreten und ihnen zugleich das Recht eingeräumt, hier von aus- und eingehenden Fahrzeugen eine Abgabe zu erheben, von der den Herzögen 1 Prozent als Lizentquote zugesichert wurde. Mit dem Prager Frieden, dem sich auch die mecklenburgischen Herzöge angeschlossen hatten, trat eine Wendung ein, indem die Schweden nun Mecklenburg als Feindesgebiet behandelten, und das Land für einige Jahre Tummelplatz der feindlichen Armeen wurde. Im Jahre 1638 kam es zum Kampf um die Warnemünder Schanze, und die Schweden sahen sich genötigt, diese Befestigung den Kaiserlichen zu überlassen. Bald aber wandte sich das Blatt. Die Kaiserlichen mussten Mecklenburg räumen, und der Kommandant von Warnemünde verließ heimlich auf einem dänischen Schiff die Schanze, nachdem er sie den Rostockern übergeben hatte.  Diese versuchten nun das Schanzwerk zu zerstören, wurden aber daran von den Schweden gehindert, die es von neuem eroberten und befestigten und darauf fortfuhren, den Zoll zu erheben. Dieser Zustand hat dann bis zum Westfälischen Frieden und darüber hinaus bestanden, denn alle Versuche der Herzöge und der Rostocker, während der Friedensverhandlungen eine klare Bestimmung hierüber in die Friedensartikel hineinzubringen, waren vergeblich. So ist es dahin gekommen, dass noch bis ins 18 Jahrhundert hinein dieser Zoll erhoben werden konnte zum Schaden für Rostocker Handel und Schifffahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der schwedische Zoll in Warnemünde in den Jahren 1632-1654&amp;quot; Alexander Pries 1914]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.google.de/books/edition/Motiven_warumb_die_Cron_Schweden_den_War/w79YAAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=zoll+warnem%C3%BCnde&amp;amp;printsec=frontcover Warum die Cron Schweden...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während der Franzosenzeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1809 - Schillsche Truppen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Im Stadtarchiv der Hansestadt findet sich ein umfangreiches Aktenstück aus der Franzosenzeit, also der Besetzung durch napoleonische Truppen zwischen 1806 und 1813. &lt;br /&gt;
:In diesem Dokumentenbestand ist auch der vom 29. Mai 1809 datierte ausführliche Bericht des Warnemünder Vogtes Lange enthalten. &lt;br /&gt;
:Er berichtet was sich am Rande des in der deutschen Geschichtsschreibung oft heroisch geschilderten Kriegszuge Ferdinand von Schills mit seinem Bataillon Husaren rund um den alten Strom zutrug: &lt;br /&gt;
:„Dienstag d. 23. (Mai) gegen Mittag sprengten 4 Husaren vom von Schillschen Corps hinten an die Voigtey und fragten nach dem commandirenden Officier in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Es trat der Herr Lieutenant v. Horn heraus, welcher sogleich befragt ward, ob er diesen Platz dem Schillschen Corps übergeben wolle ?“ &lt;br /&gt;
:Der antwortete: „Der Platz sey allenthalben offen, und könne er denselben mit seinen Invaliden nicht verteidigen.“ &lt;br /&gt;
:Daraufhin wies man den 4 Husaren Quartiere bei Warnemünder Bürgern an. &lt;br /&gt;
:Deren Pferde bezogen den Stall beim Bürger Grimm. Am darauf folgenden Mittag erschienen weitere 14 Mann unter dem Kommando eines Sergeanten, der erklärte, das er nun Besitz von Warnemünde nehme. &lt;br /&gt;
:Leutnant von Horn entgegnete darauf, das er Befehl habe nicht von seinem Posten zu weichen. &lt;br /&gt;
:Der Sergeant erwiderte, dass er durchaus an seiner Seite weiter auf seinem Platz bleiben könne. &lt;br /&gt;
:Vor dem Einmarsch der Husaren hatte der Leutnant Schildwachen vor allen in Warnemünde liegenden Schiffen postiert. &lt;br /&gt;
:Um einer Entwaffnung zuvor zu kommen ließ er bei ihnen nun heimlich alle Patronen einsammeln und so die Gewehre unbrauchbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Aber die Maßnahme half nichts. Die Husaren entwaffneten die Rostocker Wachen trotzdem. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tag traf Graf von Moltke, ein Schillscher Stabsoffizier mit weiteren 14 Mann, teils Kavallerie, teils Infanterie hier ein. &lt;br /&gt;
:Auch für sie musste nun ein Quartier gefunden werden. &lt;br /&gt;
:Der veranlasste nun, das drei requirierte Kutter-Boote in die See vor die Hafeneinfahrt gelegt wurden. &lt;br /&gt;
:Fortan war auch den Fischern das Auslaufen verboten. &lt;br /&gt;
:Ein Schillscher Bataillonsschreiber brachte schließlich aus Rostock an von Moltke die Order alle hier liegenden Schiffe zu begutachten und festzulegen.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Tage belief sich die Zahl der so erlangten Schiffe auf 22. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den hiesigen Lotsenkommandeur Weisung, bei Strafandrohung von 50 Hieben, dass er die Räumung der Wasserfahrzeuge zu organisieren habe. &lt;br /&gt;
:Anschließend sollen sodann auf drei der Schiffe Pferdeställe eingebaut werden. &lt;br /&gt;
:Bald darauf rückt von Rostock der Schillsche Leutnant  von Hagen mit 12 Mann an, um nun mit Verspätung den Leutnant von Horn doch noch zu arretieren. &lt;br /&gt;
:Auch müssen die Rostocker Wachsoldaten jetzt den letzten Rest an Ausrüstung und Uniform abliefern. &lt;br /&gt;
:Der Lotsenkommandeur schien außerstande, den Einbau der Pferdeställe in die Schiffe zu organisieren. &lt;br /&gt;
:So sandte man kurzerhand ein Boot in den Breitling. Hier arbeitete gerade eine Reihe von Zimmerleuten an den Steinkisten der Molenbauwerke. &lt;br /&gt;
:Unter Androhung, sie im Wiedersetzungsfalle umgehend zu erschießen zwang man sie nun auf die Schiffe zwecks Einbau der Pferdeställe. &lt;br /&gt;
:Es mangelte jedoch an Material. Polier Stark musste nun angeben was gebraucht wurde. &lt;br /&gt;
:Das erforderliche Holz brachte man in Warnemünde bald zusammen, aber es mangelte an Nägeln. &lt;br /&gt;
:Zwischenzeitlich setzte aus Rostock ein Strom an Waffen, Proviant und Husaren aus Rostock ein. &lt;br /&gt;
:Allein acht Wagen mit Gewehren, Piken und Munition waren in Rostock requiriert worden. Deren Verladungen scheiterten an dem fehlenden Umbau der Schiffe. Der Umbau wiederum an den noch nicht aus Rostock eingetroffenen Nägeln. &lt;br /&gt;
:Als schließlich Schills Adjudant von Baersch in Warnemünde eintraf um die Einschiffung von Truppen auf den requirierten Schiffen  zu kommandieren, sprach der ein Machtwort und ließ jede verfügbare Hand dazu kommandieren, aus Umzäunungen, Steganlagen und Gebäuden alle sichtbaren Nägel herauszuziehen und für die Stallanlagen auf den Schiffen zu gewinnen. &lt;br /&gt;
:Es kam auch eine ansehnliche Menge zusammen, allein die Zimmerleute erklärten sie alle für unbrauchbar. &lt;br /&gt;
:So wurde schließlich ein Kavallerist nach Groß Klein gesandt, um dort von einem Schmied  ausreichend Nägel zu holen. Zwischenzeitlich beklagten sich die Schiffseigentümer bei Baersch, wer ihnen den Verlust der Schiffe ersetze? &lt;br /&gt;
:Baersch sicherte zu, das Schill ihnen alles ersetze. &lt;br /&gt;
:Nach einem Tag trafen schließlich auch die Nägel ein und die Arbeit an den Pferdeställen begann. &lt;br /&gt;
:Nun erging an den Vogt Lange die Weisung alle in den Warnemünder Häusern verfügbaren Töpfe und Pfannen zu requirieren und für die Truppen auf die Schiffe zu bringen, was bei den Bewohnern zu großem Wehklagen Anlaß bot. Man schickte auch Requirierungstrupps in die Dörfer der Umgebung um Futter und Lebensmittel zu beschlagnahmen. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann die Einschiffung der Husaren und ihrer Pferde. &lt;br /&gt;
:Gegen Abend erreichte den Kommandeur von Baersch die Meldung, das einige Husaren der Witwe Heberer ihren Wein mit Gewalt aus dem Keller geholt hatten. Der Kommandeur eilte sogleich mit einem weiteren Offizier  dorthin um die Marodeure zu verhaften. &lt;br /&gt;
:Einer von ihnen widersetzte sich und ward von von Baersch noch am Ort exekutiert und vor dem Haus verscharrt. &lt;br /&gt;
:Kurz darauf  erklärt von Baersch dem Vogt, dass er dessen Dienstmädchen Lene als Köchin mit auf sein Schiff nehmen wolle. &lt;br /&gt;
:Die entzog sich dem aber sogleich durch Flucht und versteckte sich zunächst im Pfarrhaus. &lt;br /&gt;
:Die Anzahl der höheren Offiziere, die in der Vogtei Quartier bezogen hatten und sich zwangsweise am Tisch des Vogtes Lange beköstigen ließen stieg unablässig. &lt;br /&gt;
:Inzwischen begann man bereits einzelne Schiffe auf die Reede auszuschiffen. &lt;br /&gt;
:Das zwei der erfahrenen heimischen Schiffer nacheinander die Segler auf eine Untiefe von Einheimischen „Lichtbogen“ genannt, auflaufen ließen, war sicher nicht deren Unerfahrenheit zuzuschreiben. Viel Zeit kostete nun deren Bergung um auch für die anderen Segler die Hafenzufahrt passierbar zu machen. &lt;br /&gt;
:Am 28. Mai morgens hatten holländische Truppen Warnemünde von Westen her erreicht und versuchten nun durch Beschuß die gegnerischen Schillschen Truppen am Auslaufen zu hindern. &lt;br /&gt;
:15 Schiffe lagen bereits auf Reede. Das sechzehnte, geführt vom Schiffer Maas aus Rostock segelte eine viertel Stunde lang unter starkem Beschuß aus der Hafenausfahrt. &lt;br /&gt;
:Den Holländern gelang es nicht im weichen Dünensand die Kanonen richtig auszurichten, so dass sie immer wieder nur die Segel des Schiffes trafen. &lt;br /&gt;
:Zwei weitere Schiffe mit Husaren an Bord lagen noch in Warnemünde. &lt;br /&gt;
:Da ihnen die Ausfahrt offensichtlich nicht mehr gelingen würde, flüchteten die Schillschen an Land über den Strom und die Hohe Düne in die Rostocker Heide. &lt;br /&gt;
:22 Der Husaren gerieten jedoch bei der anschließenden Verfolgungsjagd noch in Gefangenschaft der Holländer. &lt;br /&gt;
:Ein Teil der holländischen Truppen quartierte sich nun in den Warnemünder Häusern ein und ließ sogleich erneut Lebensmittel requirieren. &lt;br /&gt;
:Einen Tag später ließen sie sich jedoch zur Hohen Düne übersetzen um die Schillschen Truppen weiter in Richtung Stralsund zu verfolgen. &lt;br /&gt;
:Am darauf folgenden Tage war Warnemünde wieder militärfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1810 - Im Frühsommer des Jahres war die Franzosenherrschaft an der Ostseeküste so schwach, daß die Engländer kleinere Landungen wagten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 3. Juni war ein nach Russland bestimmtes, amerikanisches Schiff von einem in Warnemünde stationierten französischen Kaper aufgebracht worden. Als Reaktion landete eine englische Marine-Einheit, eroberte Kaperschiff &#039;&#039;&#039;und&#039;&#039;&#039; Beuteschiff. Sie entführten sodann beide aus dem Hafen. Die schwache mecklenburgische Wachmannschaft hatte sofort nach der Landung die Flucht ergriffen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Redoute 1912.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde Redoute (1912)]]&lt;br /&gt;
:Dieses Ereignis veranlasste den französischen Marschall Eckmühl dazu, umgehend stärkere, ausschließlich französische Truppen in Warnemünde zu stationieren. Damit einher ging sein Befehl an die Stadt Rostock, unverzüglich den Bau verschiedener Befestigungsanlagen in Warnemünde abzusichern und zu finanzieren. &lt;br /&gt;
:Um die Befestigungsanlagen mit einer Redoute als Kern in Warnemünde in kurzer Zeit herzustellen, hatte die Stadt Erdarbeiter, Zimmerleute und andere Handwerker aller Art, sowie sämtliches Bauholz aus der Rostocker Heide zu stellen. Die Bürgerschaft war zunächst unentschlossen. &lt;br /&gt;
:Am 7. September gibt das erste Quartier in der Beschluß-Findung dazu folgende Stellungnahme ab. „...ein außerordentlicher Holzhieb scheitert bereits daran, das nichts mehr zu entscheiden ist, außer, wie er praktisch ausgeübt werden kann. Besser ist, noch einmal den Forstinspektor Becker zu befragen und ihn ein Konzept fertigen zu lassen. ...“ &lt;br /&gt;
:Das zweite Quartier hat darauf nur noch zu erwidern, daß man den Holzeinschlag vorrangig in den Rövershäger Waldungen ausführen solle, da aus den damals ebenfalls im Rostocker Besitz befindlichen Willershäger Waldungen die Anfuhrkosten zu hoch seien. &lt;br /&gt;
:Die Entscheidung war somit gefallen und der Forstinspektor erhielt freie Hand. Noch in derselben Woche begannen alle seine Waldarbeiter in den Trassen der abgesteckten, zukünftigen Waldschneisen, das gesamte für den Warnemünder Redouten-Bau benötigte Holz einzuschlagen und damit es sich auch leicht transportieren ließ, gleich einen guten Untergrund für die Fuhrwege herzurichten. &lt;br /&gt;
:So entstanden nach einander die Meiershausstellenschneise von Wiethagen nach Meiershausstelle, die Trasse der heutigen Bäderstraße, als Forstweg, von Hinrichshagen nach Torfbrücke, sowie die Schneise vom Mönkortsbaum nach den Wiesen und Schnatermann (die heutige Bauernwiesenschneise). Der unfertige Landweg von Hinrichshagen nach Markgrafenheide bekam nun als Transportweg zur Warnemünder Baustelle eine besondere Wichtigkeit und konnte 11 Jahre nach seinem Baubeginn, dem ursprünglichen Plan entsprechend, fertiggestellt werden und Beispiel gebend solide ausgeführt werden. &lt;br /&gt;
:Nach Abschluss der Bauarbeiten war selbst das bis dahin permanent opponierende zweite Quartier nunmehr von der Sinnhaftigkeit des entstandenen Wegenetzes überzeugt und machte der Forstverwaltung sogar Vorwürfe, warum man damit nicht schon eher begonnen habe. Von 1791 bis 1811 hatten sie dieses Projekt stets verhindert.&lt;br /&gt;
:Der Bau der Warnemünder Redoute zog sich bis Februar 1812 hin. Nur vierzehn Monate später, am Ende der Franzosenzeit, beschlossen die Hundertmänner am 12. April 1813 bereits den Abriss der Redoute. Da sich die Umsetzung des Abrisses aber laufend verzögerte, landeten schließlich am  26. August rund 100 Engländer, schickten die Bürgerwache der Warnemünder nachhause  und „demolierten“ die Redoute. Am folgenden Tage beendeten sie ihr Zerstörungswerk endgültig und sprengten die gesamte Anlage. &lt;br /&gt;
:Zwei Wochen darauf besichtigte die Stadtverwaltung die Trümmerstätte und befand: „..daß die Redoute sich nicht mehr ähnlich war.“ Beckers Waldschneisen dagegen haben bis in unsere Tage Bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzosenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde während des ersten Weltkrieges 1914-1918===&lt;br /&gt;
KFC 577&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Wie am 1. August 1914 in Warnemünde Erich Kästner ein Pazifist wurde&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Erlebnisbericht eines damals 17jährigen Güstrower Gymnasiasten am 1.August 1914&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Am Nachmittag besichtigten wir das drei Wochen zuvor eingeweihte Brinckman-Denkmal.&lt;br /&gt;
:Bald darauf war, wie immer das Konzert der Rostocker Stadt-Theaterkapelle unter Leitung von Kapellmeister Schulz. &lt;br /&gt;
:Und weil es draußen so schön heiß war, zeigte sich der schattige Kurgarten gerammelt voll.&lt;br /&gt;
:Die Leute waren vergnügt und zufrieden.&lt;br /&gt;
:So gegen halb sechs wurden die Leute plötzlich ganz still, reckten die Köpfe und sprangen auf.&lt;br /&gt;
:Die Musik brach mitten im Stück ab.&lt;br /&gt;
:Durch die Gartenpforte kamen in Uniform ein Leutnant, ein Trommler, ein paar Mann, und bauten sich vor dem Musikpallion auf.&lt;br /&gt;
:Mucksmäuschenstill war es im Garten, als die Soldaten mit Trommelschlag abmarschierten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Als die Versammelten Minuten darauf in allgemeinen Jubel verfielen, lag es all ihrer Vorstellungskraft fern, das in dieser Stunde vier Kriegsjahre angebrochen waren, die an Grauen, Tod und Zerstörung alles Dagewesene übertreffen sollten.&lt;br /&gt;
:Wenige Stunden danach heulten die Schiffs-Sirenen über das sonst stille Warnemünde, vom Zollhafen kam in langsamer Fahrt eine U-Boot-Halbflottille den Alten Strom seewärts herauf.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auch U-9 unter dem später zum Kriegshelden glorifizierten Kapitänleutnant Weddigen war unter ihnen.&lt;br /&gt;
:Das Hurra der allgemeinen Kriegshysterie begleitete deren Ausfahrt.&lt;br /&gt;
:Am anderen Morgen war Warnemünde wie ausgestorben, die Baustelle mt den ersten Mauern des gerade begonnenen neuen Kurhauses lag nun für lange verweist, die Uhren gingen fortan in auch in Warnemünde anders.&lt;br /&gt;
:Einen jungen Fotorafn traf es dabei noch ganz persönlich.&lt;br /&gt;
:Angesichts der vielen Sommerfrischler  bereitete er die Eröffnung eines Fotoateliers vor.&lt;br /&gt;
:Auch einen kleinen Bankkredit hatte er dazu erkämpft.&lt;br /&gt;
:Aus Gram über die entschwindenden Urlauber vertrank er den Kredit.&lt;br /&gt;
:Tage später verpflichtete eine Kriegsverordnung dazu, Reisepässe mit Foto zu versehen.&lt;br /&gt;
:Für ein Atelier, um nun die riesige Nachfrage zu befriedigen, hatte er kein Geld mehr.&lt;br /&gt;
:Schon ein Jahr darauf war die Hysterie allgemeiner Ernüchterung gewichen.&lt;br /&gt;
:Selbst weit entfernt von der Front begannen Leid und Not spürbar zu werden.&lt;br /&gt;
:Warnemünde mit seiner Fährverbindung via Dänemark, dem Land wo Milch und Honig fließen, übte nun eine neue Anziehungskraft aus.&lt;br /&gt;
:Mehrmals täglich verließen Eisenbahnwaggons beladen mit Kohlen, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Obst, Fisch oder Zucker den Bauch der Fähre aus Dänemark.&lt;br /&gt;
:Im Ort kursierten geflügelte Sätze wie: &amp;quot;&amp;quot;Kohlen werden nicht geklaut sondern mitgebracht.&amp;quot;, &amp;quot;Wi hebben dragen as de Immen&amp;quot;, man war findig genug, sich auf dem Rangierbahnhof Zugang zu der nahrhaften Ladung der Waggons zu verschaffen.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor wieren männigmal mier Addebors as Poggen.&amp;quot; Wenn eine Kartoffel-Ladung geplündert wurde.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder verstanden es, sich diese Quelle zu erschließen und ihr Los zu erleichtern.&lt;br /&gt;
:&amp;quot; Nicht selten gab es gar ein ein stilles Bündnis mit den Bahnangestellten.&lt;br /&gt;
:Im dezember 1915 stellte man so Ertappte vor Gericht.&lt;br /&gt;
:Unter den 39 Angeklagten aus Warnemünde und Umgebung waren allein 19 Bankangestellte.&lt;br /&gt;
:Die Anzahl der Diebstähle war nicht mehr feststellbar.&lt;br /&gt;
:Schuld nicht mehr persönlich zuordenbar, so dass [[das Verfahren]] schließlich im Sande verlief.&lt;br /&gt;
KFC 45 560-566 KFC 46 171-324 153S.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
====Die Bahnberaubungen in Warnemünde====&lt;br /&gt;
HG&lt;br /&gt;
[[Protokoll des Gerichtsverfahrens]] einfügen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde in der Zeit des dritten Reiches und des zweiten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Franzosenlager auf der Hohen Düne====&lt;br /&gt;
(Quelle Dr. Reno Stutz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====* [[Das Kriegsende In Warnemünde am 1. Mai 1945]]====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Hafen mit Leuchtfeuern und Molen==&lt;br /&gt;
===Die erste Leuchte am Ost-Ende der Hohen Düne ab 1323 bis warscheinlich 1487===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der Warnemünder Leuchtturm in  &amp;quot;die Wahrhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberuhmten alten See- und Hensestadt Rostock&amp;quot; von 1578 bis 1586 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle.jpg|thumb|300px|rechts|Warnemünde 1586 Leuchtturm Ausschnitt Vicke Schorler Rolle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1832 Bevor der Leuchtturm kam===&lt;br /&gt;
(Wilfried Steinmüller) (WG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Offensichtlich war ursprünglich ein hölzerner Bau geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Planung Leuchtturm Freim Abendbl Januar 1832.jpg|Eine Zeitungsmeldung im &amp;quot;Freimüthigen Abendblatt&amp;quot; Januar 1832&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde die Leuchte um 1870.jpg|Die Leuchte, der 1836 erbaute Vorgänger unseres heutigen Leuchtturms, links daneben der Signalmast&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturm, das Wahrzeichen von Warnemünde===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemuende Leuchtturm im Bau.jpg|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm im Bau 1897/98]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leuchtturm Warnemuende vor 1905.JPG|thumb|250px|rechts|Der Leuchtturm vor 1905]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1898 wurde der Warnemünder Leuchtturm, heute wohl wichtigstes Wahrzeichen des Ostseebades seiner Bestimmung übergeben. Versucht man die Wurzeln seiner Entstehung zu ergründen,  entdeckt man in alten Quellen bald, daß die Überlegungen zur Errichtung eines solchen Bauwerkes schon viel weiter zurückliegen.&lt;br /&gt;
:Auch in den Zeitungen des 19. Jahrhunderts wiederspiegelt sich dieses Thema. &lt;br /&gt;
:So weiß das &amp;quot;Freimütige Abendblatt&amp;quot; in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts dazu folgendes zu berichten: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hinsichtlich der jüngst von hier gemeldeten Absicht, ein Feuersignal im Warnemünder Seehafen anzulegen, ist es allgemein zu bedauern, daß man weit davon entfernt scheint, die Ideen zum Grunde zu legen, die der verstorbene sehr unterrichtete und hellsehende Schiffskapitän Eichmann, ehemaliger Lehrer der Nautik hieselbst, in einer höchsten Ortes vor etwa 6 Jahren von ihm über die Frage an welchem Punkte der mecklenburgischen Seeküste es am vorteilhaftesten wäre einen ordentlichen Leuchtturm zu errichten, erforderten und eingereichten, überaus wohlgearbeiteten Denkschrift, über die, seiner Meinung nach, in Warnemünde allein am allernützlichsten und unentbehrlichsten zu verfügende Errichtung eines solchen Leuchtturms entwickelt hat. Der Referent hat dies Memoire damals gelesen, und erinnert sich noch mit Vergnügen der lichtvollen mündlichen Erläuterungen des einsichtsvollen Verfassers, so wie der Wärme, mit der er den seit einigen Jahren neugebaueten und mit englischen Leuchtinstrumenten versehenen Leuchtturm zu Cuxhafen als das vortreffliche Modell pries, dem man in Warnemünde zu folgen hätte. Aber freilich steht die hohe Nützlichkeit, ja unentbehrliche Nothwendigkeit einer solchen Anstalt, so wie ihre dem Muster nacheifernde Vortrefflichkeit, die der Referent vor fünf Jahren stundenlang zu untersuchen und zu bewundern Gelegenheit hatte, auch im Verhältnis zu den sehr erheblichen Kosten, die die Nachahmung zu Warnemünde erfordern würde; Kosten zu denen, wenn dieser Gedanke je ins Leben träte, Fürst und Land, aus den entscheidenden Gründen wahren Gemeinwohls, auf die Hälfte oder doch ein Drittel beisteuern müßten und könnten.&lt;br /&gt;
:Rostock den 30. Januar 1832&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Immer wieder bieten die so &amp;quot;hellseherischen&amp;quot; Gedanken jenes Kapitäns  Eichmann Stoff zur Diskussion über die längst fällige Errichtung eines Leuchtturmes und man kann ihn wohl getrost als geistigen Vater eines solchen Bauwerkes bezeichnen. Auch sonst bietet sein Wirken in Warnemünde noch reichliche Betätigungsfeld für die Warnemünder Geschichtsforscher.&lt;br /&gt;
:Der Anstoß war gegeben, aber bis zur Realisierung verging noch viel Zeit und das Thema bot im Freimütigen Abendblatt auch weiterhin reichlich Lesestoff, wie hier zum Beispiel drei Jahre darauf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was die schon vor mehreren Jahren beantragte Anlegung eines Leuchtturmes am Eingange des Warnemünder Hafens betrifft, so scheint diese Angelegenheit, obgleich sie, wie man erfährt, sowohl von den Seiten des Handels- als des Schifferstandes als sehr dringend empfohlen und von demselben auch bereits verschiedene annehmliche Offerten gemacht sein sollen, doch ganz in den Hintergrund gestellt zu werden, und vielleicht nur aus dem einzigen Grunde, weil die Rostocker Schiffahrt seit Jahrhunderten schon ohne Leuchtturm bestanden hat. Wohin aber sollen solche Grundsätze führen ? Man überzeuge sich doch endlich von der Nützlichkeit, ja von den Notwendigkeit dieser Einrichtung! Eben wegen des Mangels derselben scheiterte noch jüngst wiederum ein Schiff; denn das Ansegeln an die mecklenburgische Küste bei irgend trüber Witterung, besonders bei starkem Sturm und Seegange ist bekanntlich sehr gefährlich. Unsere Baubehörde wird deshalb wenn sie sich auch in dieser Hinsicht des Raths sachkundiger Männer bedient, gewiß keinen Anstand nehmen, auch diesem Gegenstande seine Erledigung zu verschaffen, zumal da bei den vorseienden Hafenbauten gewiß der Bau eines solchen Leuchtthurmes auf eine zweckmäßige und vieleicht minder kostspielige Art als sonst zur Ausführung gebracht werden kann.&lt;br /&gt;
:Rostock den 29. December 1835&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Folgejahr schließlich scheint die Sache in Gang zu kommen denn in der Augustausgabe steht zu lesen: :&amp;quot;Bei der am 16.des Monats stattgefundenen Grundsteinlegung zu dem auf der Düne Warnemünde´s zu erbauenden Leuchtthurm war leider der Mehrzahl der hier Anwesenden Fremden der zu dieser feierlichen Handlung angesetzte Zeitpunkt fremd geblieben, weshalb nur ein kleiner Teil derselben auf der bezeichneten Anhöhe sich versammelt hatte. Befremden mußte es wohl allgemein, daß von der obersten städtischen Behörde nichts geschehen war um diesem Actus auch in seiner äußerlichen Form eine festliche Bedeutung zu geben, das auch nicht eines ihrer Mitglieder gekommen war, um die Theilnahme an einem Werke an den Tag zu legen, welches dem Vaterlande zur Ehre und so vielen zur Rettung und zum Heile gegründet werden sollte. Freuen müssen wir uns aber andererseits, daß dennoch diese Handlung nicht ohne eine gewisse Solenität &#039;&#039;(Feierlichkeit)&#039;&#039; vollzogen wurde. Es hatte nämlich eine Dame aus Rostock (C.v.W.) diesen Gegenstand in einem Gedichte besungen, welches auf allgemeines Begehren ein gerade anwesender, sehr beliebter Redner, Herr Candidat Bartsch aus Rostock, nachdem er einige, dem Gegenstande angemessene Worte vorausgeschickt, auf eine dem Inhalte des Gedichtes vollkommen entsprechende Weise recitierte. Nachdem hierauf von dem Herrn Administranten des Baues ein Toast unter dem Klange der Gläser ausgebracht worden, wurde diese eben so einfache als ansprechende Feier beendigt. Wie es heißt, erreicht der Bau, unter der Leitung des Stadtbaumeisters Herrn Schwedtler, noch vor dem Winter seine Vollendung.&lt;br /&gt;
:Warnemünde d. 19. August 1836&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leider nennt uns die Zeitung jener Tage den Verfasser der Zeilen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1897/98 der Bau des Warnemünder Leuchtturms====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Nebel mussten Sondermaßnahmen durchgeführt werden (Hornsignale, Glocke, Nebelkanone). Die Entwicklung der Rostocker Segelschiffflotte zur größten im Ostseeraum mit 372 Schiffen im Jahre 1878 machte einen weiteren Ausbau der Hafeneinrichtungen zwingend notwendig. So wurde bereits im Jahre 1862 dem Rat der Stadt Rostock ein Entwurf vorgelegt zum Umbau der Hafenleuchte in Warnemünde zu einem vollständigen Leuchtturm mit prismatischem Laternenhaus. Aber erst im Jahre 1897/98 kam es dann zum Bau des Leuchtturms in seiner jetzigen Form. Davor waren durch Streitigkeiten über die Notwendigkeit und die Finanzierung des Leuchtturms mehr als 30 Jahre ins Land gegangen. Erbaut wurde der Turm unter der Leitung des Rostocker Hafenbaumeisters Karl Friedrich Kerner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Leuchtturm mit Signalmast 1904.jpg|thumb|600px|links|Der neue Leuchtturm und links daneben der Wetteranzeiger-Signalmast 1904]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde1904 Handskizze Ludwig Krause Bedeutung der Signale am Mast.jpg|thumb|450px|rechts|Handskizze des Historikers Ludwig Krause über die Bedeutung der Signale am Mast neben der Leuchte 1904]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Feuer wurde zunächst mit Petroleum betrieben, das aus dem Petroleumkeller, in dem 4 Petroleumbottiche untergebracht waren, heraufgepumpt werden musste. Im Jahre 1917 wurde das Licht auf Gas umgestellt. Um 1927 wurde der Leuchtturm auf elektrisches Licht umgestellt. Die Lampentypen wurden ständig dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Heute wird der Turm mit einer 250W/230V HQL-Lampe betrieben.&lt;br /&gt;
Das Linsensystem wurde von der Firma Picht &amp;amp; Co. Rathenow geliefert und eingebaut und tut noch heute in unveränderter Form seine Dienste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Auszug aus: &amp;quot;Verschwunden - Vergessen - Bewahrt, Denkmale der Rostocker Technikgeschichte&amp;quot; Hans-Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 1995  &lt;br /&gt;
*[[&amp;quot;Leuchtturm Warnemünde&amp;quot; Hans Joachim Luttermann]] Verlag Redieck und Schade 2013&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=sYbcAokrAQw  Gerd Lau MV1 TV]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1968 Die Symbiose von Teepott und Leuchtturm als Warnemünder Wahrzeichen====&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1936.jpg |thumb|250px|rechts|Warnemünde mit Leuchtturm und Teepavillon 1936]]&lt;br /&gt;
;1926 Der runde &amp;quot;alte&amp;quot; Teepavillon mit Terrassen und Kuppeldächern entsteht&lt;br /&gt;
:neben dem Warnemünder Leuchtturm in unmittelbarer Nachbarschaft, den der Volksmund schon bald nach seiner Eröffnung &amp;quot;Teepott&amp;quot; nannte. &lt;br /&gt;
:Er brannte 1945 ab.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Der Architekt Ulrich Müther und der Hyparschalenbau&lt;br /&gt;
;noch fortsetzen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Teepott 1979 OKR.jpg|400px|thumb|rechts|Inneres des Teepotts 1979]]&lt;br /&gt;
;1967/68 Anlässlich des 750. Geburtstages von Rostock lässt die Stadt den Teepott als Hyparschalen-Bau errichten.&lt;br /&gt;
: Eine Architektengruppe des Wohnungsbaukombinates Rostock um Stadtplaner Erich Kaufmann entwickelte das Gebäude des &amp;quot;Teepotts&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die statische Konstruktion eines Hyparschalenbaus erstellte dazu der Konstrukteur Ulrich Müther aus Binz. Die Dachkonstruktion besteht aus einer Membranschale, die Last der 1000 m2 umfassenden Dachfläche ruht auf nur drei Auflagenpunkten. Die Dachschale hat eine Dicke von 7cm.&lt;br /&gt;
:Die künstlerische Gestaltung führten Achim Kühn, Inge Jastram und Felix Büttner aus&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Teepott seit der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1991&lt;br /&gt;
:Der Teepott wird geschlossen, geht in Privateigentum über und steht 10 Jahre leer. &lt;br /&gt;
:Ein geplanter Abriss wird jedoch verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001/02&lt;br /&gt;
:Die Übernahme durch Rostocker Gastronomieunternehmer und einem Bauunternehmer erfolgt.&lt;br /&gt;
:Es folgt die Entkernung und der Umbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2015&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen Scanhaus Marlow kauft den Teepott&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2018&lt;br /&gt;
:Verleihung des Titels &amp;quot;Historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieur-Baukunst&amp;quot; wird dem Teepott zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Molen und Seezeichen===&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Becker beschreibt den Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen &lt;br /&gt;
:(Freimüthiges Abendblatt 1826):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;500px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 a wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen a&lt;br /&gt;
Datei:Becker Bau der Seekisten FA 1826 b wmde.jpg|Bau der Seekisten für die Warnemünder Molen b&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fischerei==&lt;br /&gt;
(u.a. Warnemünder Jolle) noch einpflegen&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts===&lt;br /&gt;
:Niemand der nach Warnemünde kann sich dem besonderen Flair des Alten Stromes und des Fischereihafens an seinen beiden Ufern entziehen.&lt;br /&gt;
:Allein schon der Duft von frischem Räucherfisch zieht die Touristen magisch an.&lt;br /&gt;
:Lang ist die Tradition der Fischerei in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bereits 1494 befuhren nicht weniger als 30 Warnemünder Fischer ihre Fangplätze in der Ostsee und leisteten ihre Abgaben an den dänischen Vogt auf Schonen. Sie befuhren bzw. befischten die gesante südwestliche Ostsee.&lt;br /&gt;
:Die größte Länge der damaligen Fischerboote betrug ca. 6,30m und 2,20 Breite.&lt;br /&gt;
:Ab 1880 mußten die Fischer Registriernummern an Booten und Segeln führen, 1917 ergänzt durch &amp;quot;WA&amp;quot; vor der Registriernummer.&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder selbst befaßten sich ungern mit dem Bootsbau und überließen das den Tischlern und Stellmachern aus Groß-Klein.&lt;br /&gt;
:Gefischt wure mit Stellnetzen, Waden Reusen, Angeln und Eisen.&lt;br /&gt;
:Die Netze und Angeln wurden in Warnemünde gefertigt und in der heutigen Friedrich-Franz-Straße entstand die erste 250m Reiferbahn.&lt;br /&gt;
:Aber nicht nur gefischt wurde von den Warnemündern sondern sie verkauften ihre Fänge zu großen Teilen auch selbst.&lt;br /&gt;
:In erster Linieg boten sie ihre Fänge regelmäßig auf dem Rostocker Markt an.&lt;br /&gt;
:Da der Markt bereits um 8.00 Uhr öffnete, mußte die Ausfahr zum einholen der Netze schon morgens zwischen 1 und 2 Uhr erfolgen.&lt;br /&gt;
:Leider wurden nie Aufzeichnungen über Fangmengen und erzielte Preise gemacht.&lt;br /&gt;
:Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wares den Warnemünder Fischern per Rostocker Edikt strikt untersagt auf dem Breitling zu fischen. Das war den Rostocker Fischern, die ihren Standort uweit der Petribrücke hatten, vorbehalten.&lt;br /&gt;
:Wenn aber Rostocke fischer nach Warnemünd kamen, hieß es &amp;quot;Vorsicht die Türken kommen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das hatte aber nichts mit Bewohnern die aus der Türkei kamen zu tun,sondern ein einstiger Rostocker Fischmeister hieß Thürk und wurde zum Namensgeber dieses Ökelnamens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den 50iger Jahren wurde in Warnemünde eine sehr leistungsfähige FPG (Fischerei-Produktionsgenossenschaft) gegründet.&lt;br /&gt;
:Es entstand eine neue Löschhalle zur Übernahme des gerade angelandeten Fisches und eine Fischverarbeitungsstätte.&lt;br /&gt;
:Die hauptsächlich angelandeten Fische waren Ostsee-Hering, Dorsch, Steinbutt, Scholle und Lachs.&lt;br /&gt;
:Edelfische gingen in den Export, Hering und Dorsch kamen in die genossenschaftseigenen Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Fischverwertungsgenossenschaft Warnemuende.JPG|Fischverwertungsgenossenschaft Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:FPG Warnemuende.JPG|Fischerei-Produktionsgenossenschaft (FPG) Warnemünde&lt;br /&gt;
Datei:Fischverarbeitung Warnemuende.JPG|Fischverarbeitung in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Fischerei nach dem Umbruch 1990===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1990 verzeichnete die heimische Fischerei wegen der einströmenden Fisch-Importe, besonders aus Holland, mit der Kutterfischerei in Warnemünde rapide bergab.&lt;br /&gt;
:Heute gibt es nur noch drei privae Kutterfischer, die ums Überleben kämpfen.&lt;br /&gt;
:Eine Reihe der darüber hinaus verbliebenen Kutter führen oft Angeltouren für die zahlreichen Touristen durch.&lt;br /&gt;
:Deren Tour-Angebote sind sehr beliebt und sind meist lange voraus ausgebucht.&lt;br /&gt;
:Trotz des Niederganges der Küstenfischerei ist das Flair eines Fischereihafens geblieben und dort fangfrischen Fisch geräuchert oder als Bismark-Hering angeboten haben auch eine zusätzliche Anziehungskraft Warnemünde und die Fischer zu besuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Lotsenwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Die Rostocker Lotsenordnung von 1782]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Lotse und das Einlaufen in den Hafen&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Lotsenordnung 1782 01.jpg|300px| rechts| Die Rostocker Lotsenordnung von 1782 a]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Schwierigkeit der Hafeneinfahrten erforderte, dass das Schiff von einem Spezialisten in den Hafen geführt wurde, der alle Tücken des Fahrwassers genau kannte, das ist der Lotse.&lt;br /&gt;
:Seine Verantwortung ist groß, größer als sie Brinckmans humoristische Charakteristik im „Kasper Ohm“ erkennen läßt: „Loots is´n Loots ´n Kierl, de sein Schuldigkeit doon mööt, Haaben rin un Haaben ruut, süs ward he oewer Buurd smäten, un doför kriggt he sein Betalung!“&lt;br /&gt;
:Weit draußen vor der Hafeneinfahrt warten  die Lotsenboote bei jedem Wetter auf Schiffe, die den Hafen anlaufen wollen.&lt;br /&gt;
:Über die Tätigkeit der heimischen Lotsen wird mancherlei erzählt:&lt;br /&gt;
:Fiew Lotsen wieren hier in Warnemünd in´t Boot. Dree bleben langsiet un maakten naher dat Schipp fast. Twee stegen oewer.&lt;br /&gt;
:De Warnmünner Lotsen säden, wenn se an Buurd güngen: Klaas, gah du an´t Stier, ik gah an´t Kommdier („Ich regier“, ich gebe die Kommandos).&lt;br /&gt;
:De Lotsen smus´ten solang´rüm up´t Schipp bi´n Kaptain, un güngen nich ihrer von´t  Schipp, bet se´n Foi kreegen.&lt;br /&gt;
:Näherte sich ein Schiff der Warnemünder Reede, dann fuhren in einem Eifer, Geld zu verdienen, die Lotsen oft schon aus, ehe das Schiff die Lotsenflagge zeigte, dann gab es aber gelegentlich bittere Enttäuschung.&lt;br /&gt;
:Wenn de Warnmünner Lootsen ruutführt wieren mit ehr Boot un dat Schipp denn oewer Stagg güng un na buten fohrt, denn schüllen de Lotsen „Dat is´n Heichler“ („Das ist ein Heuchler“, er tat nur so, als wollte er den Hafen anlaufen.)&lt;br /&gt;
:Wi Lotsen säden, wenn en Schipp oewerkrüzen ded`vör.nHaben: „Dat is´n Bidewinner (Das Schiff segelt bei dem Winde).&lt;br /&gt;
:Wenn es so stürmisch war, dass die Lotsen nicht hinauskamen, gab es ein Aushilfsmittel, das Schiff in den Hafen zu lotsen, denn würd de Windbaak bruukt.&lt;br /&gt;
:Dat wier up´t Warnmünner Spill ´ne Flagg mit´n langen Staken, dor winkten se mit.&lt;br /&gt;
:Wenn slicht Wäder wier, dat de Lotsen nich ruutgahn künnen, würd mit de Windbaak winkt.&lt;br /&gt;
:Wo de henwinkt, dor mööt he´t Roder henleggen.&lt;br /&gt;
:Wenn hoges Wäder wier un de Strom dull uutloopen ded, würden mit de Windbaak Tecken gäben.&lt;br /&gt;
:Wenn dat Schipp to läg´stüern ded´, würd dormit  winkt, he süll na de anner  Siet stüern.&lt;br /&gt;
:Wnn keen Wind wier un de Strom in War´münn  hart utloopen ded´, dat dat Schipp dor nich gegenankünn, denn müßten de ollen Lotsen dat Schipp rintrecken. Denn geew de Schipper´n Soopji uut.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren Lotsen, dee all up´t Ollendeel wieren. &lt;br /&gt;
:Früher wier dat jo all schier un glatt an´n Strom (es ist gemeint, dass am Strom entlang habe ein glatter Weg geführt.)&lt;br /&gt;
:De Lien würd an´n Mast bunnen.&lt;br /&gt;
:De Treckers hadden´n Trecksädel, dor wier´n höltern Knoop aan.&lt;br /&gt;
:Wenn´n Schipp fastkeem bi de Infohrt, würd dat Gangspill dreiht, dorbi würd ok sungen.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl, dorbi müßt he sik mit de Bost upleggen. Dat keem vöör, dat he dorbi ringahn ded´ in´t Water.&lt;br /&gt;
:De Treckers wieren vier bet söß Mann, oder twee Pier tröken.&lt;br /&gt;
:An jede Siet güng een mit´n Prickpahl. &lt;br /&gt;
:(Richard Wossidlo WRQG 1940 )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende===&lt;br /&gt;
* [[Besonders Vormann Stephan Jantzen wurde zur Legende|Warnemünder Lotsenkapitän Stefan Jantzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Zollwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zollamt am südlichen Ende der Häuserreihe am Strom wurde 1891/92, wahrscheinlich vom Stadtbaumeister Gustav Dehn erbaut. (WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Zollwesen in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Wmde um 1900 der Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Kaiserliche Zollamt.jpg|Der kaiserliche Postdampfer Kaiser Wilhelm passiert das Zollamt.&lt;br /&gt;
Datei:AK Zollamt Warnemuende circa 1917.jpg|Das Zollamt auf einer Ansichtskarte 1917.&lt;br /&gt;
Datei:Zollamt Warnemuende circa 1990er.jpg|Das Gebäude des ehemaligen Zollamtes in den 1990er Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Kirchen und die drei Friedhöfe von Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Jahrhunderte sind in Warnemünde mindestens vier Kirchen nachweisbar.  Zwei frühe Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert fielen den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Rostock und den Dänen zum Opfer.&lt;br /&gt;
Die erste steinerne Kirche wurde um 1280 wahrscheinlich auf Veranlassung des Doberaner Klosters erbaut, was zur Folge hatte, das das Kloster auch über eine sehr lange Zeit deren Kirchenpatronat inne hatte. Als Rostocker die Kirche nach einem Sieg gegen die Dänen abbrannten, wurde dieser Frevel sogar dem Papst in Rom gemeldet. &lt;br /&gt;
Die Stadt wurde im Dezember 1312 mit dem Bau einer neuen hölzernen Kirche beauftragt, die aber ebenfalls durch Feuer zerstört wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die alte Kirche mit ihrem Friedhof bei der Vogtei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Vorläufer der heutigen Kirche war ein Gotteshaus, das ganz in der Nähe des Alten Stroms einige Meter nördlich von der Vogtei stand und Anfang des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut worden war.&lt;br /&gt;
:Sie hatte an der Südseite zwei Anbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der &amp;quot;Alte Kirchhof am Strande&amp;quot;===&lt;br /&gt;
:noch bearbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die neue Kirche===&lt;br /&gt;
:Da die Einwohnerzahl von Warnemünde ständig wuchs und die alte Kirche (&amp;quot;Fischerkirche&amp;quot;) zunehmend baufällig wurde, begann im September 1867 die Errichtung eines neuen Gotteshauses. &lt;br /&gt;
:Am 1.10.1871 fand in Gegenwart des Großherzogs Friedrich Franz II. die feierliche Einweihung statt. &lt;br /&gt;
:Das Gotteshaus entstand nach einem Entwurf des Rostocker Baumeisters Wilhelm Wachenhusen. &lt;br /&gt;
:Der kreuzförmige Backsteinbau birgt wichtige Bestandteile von der Innenausstattung der alten Warnemünder Kirche. &lt;br /&gt;
:Zu den bemerkenswetesten Gegenständen dürfte die überlebensgroße Schnitzfigur des heiligen Christophorus (Ende 15.Jh.) gehören. &lt;br /&gt;
:Die alte &amp;quot;Fischerkirche&amp;quot; wurde 1874 abgerissen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Geschichte am Rande:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Das zum Kirchspiel Warnemünde gehörende Dorf Diedrichshagen, das zuvor noch in Schwaan eingepfarrt war, kam nach dem Dreißigjährigen Krieg unter das Dach der Warnemünder Kirche.&lt;br /&gt;
:Dort in der alten Kirche am Ufer des &amp;quot;Alten Stroms&amp;quot;, befand sich vor der Ostwand die geschnitzte, überlebensgroße Figur des heiligen Christophorus.&lt;br /&gt;
:Als 1871 nun die neue Kirche fertiggestellt war, sollte die große Figur nicht mehr übernommen werden.&lt;br /&gt;
:Besonders die Diedrichshäger Pfarrkinder protestierten dagegen und erklärten, ohne Christophorus würden sie keine Ababen mehr leisten, sondern sich selbst eine Kirche bauen.&lt;br /&gt;
:Sie waren alter Überlieferung gemäß hier nur so lange eingepfarrt, wie die Figur im Gotteshaus stünde.&lt;br /&gt;
:Die Kirchenleitung gab klein bei, und der Schutzpatron der Reisenden blieb dem Gotteshaus und uns bis heute erhalten.&lt;br /&gt;
* [http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/fullscreen/PPN407465633d2731312e30312e30312e27_40636c6173736e756d3d273236312e27_407369673d2733352f3320303227/1/ Grundriß der neuen Kirche]&lt;br /&gt;
* [[Die neue Warnemünder Kirche im Schlie Bd.1 S.285-291]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Kirchenplatz um 1875 a.jpg|Kirchenplatz mit neuer Kirche um 1875&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünder Pfarrkirche um 1900.jpg|Die Warnemünder Pfarrkirche um 1900&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Inventarteile die aus der Vorgängerkirche übernommen wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:- Schnitzalter von 1475 (angeblich eine Danzige Arbeit, über See nach Warnemünde verschifft)&lt;br /&gt;
:Im Schrein befinden sich zwei Gruppen von Heiligen jeweils unter Maßwerkbaldachinen, dazu 3 Heilige in den Flügelaußenseiten.&lt;br /&gt;
:- Kanzel mit Schalldeckel von 1591&lt;br /&gt;
:- Heiliger Christophorus - monumentale Schnitfigur vom Anfang des 16. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
:Die Warnemünder machten ihn zum Schutzheiligen des Ortes&lt;br /&gt;
:Einer Legende nach sollte der Christophorus Tränen vergießen können.&lt;br /&gt;
:Einer weiteren Legende nach lebte in der Frühzeit Warnemündes in der Nähe der Vogtei ein Mann, der Leute bei Bedarf gegen einen kleinen Obolus über den damals noch flachen Strom trug. Er galt als Sinnbild des Warnemünder Christophorus.&lt;br /&gt;
:- Altargemälde mit Kreuzigungszene von Gustav Stever um 1870&lt;br /&gt;
:- Zwei Pastorenporträts: J.Albinus gest. 1670 und N.Bims gest. 1724&lt;br /&gt;
:- Gestühlwangen mit Inschriften und Hausmarken 16.-18.Jh.&lt;br /&gt;
:- Truhe von 1620&lt;br /&gt;
:- Glocke von 1434&lt;br /&gt;
:- Votivschiffe von 1820 und 1885 (Dankesgabe von in Seenot geratenen und geretteten Seeleuten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei der Sturmflut vom 12.-14. November 1872 retteten sich viele Einwohner in die Kirche, als Warnemünde nach dem Durchbruch der Dünen westlich des Ortes wie auf einer Insel lag. Zuletzt mußten die Geretteten auf die Bänke steigen, während draußen Lotsenkommandeur Stephan Jantzen  mit seinen Lotsen Menschen aus unmittelbarer Gefahr rettete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Der neue Friedhof===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Denkmalgeschichten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für John Brinckman im Warnemünder Kurpark===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Brinckman Stein b.JPG|thumb|450px|rechts|Warnemünde Brinckman-Stein im Kurpark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Ein Dichter und sein Gedenkstein - John Brinckman kam zur Kur ins Seebad&amp;quot;====&lt;br /&gt;
:(Autor: Ronald Piechulek in Ostsee-Zeitung 22.11.2002)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 18. September 2001 wurde der John Brinckman-Gedenkstein am Kurhausgarten gegenüber dem Institut für Ostseeforschung &#039;&#039;(nach 1914 zum zweiten Mal)&#039;&#039; eingeweiht.&lt;br /&gt;
:Zum Dichter und zur Geschichte des Steins recherchierte der Warnemünder Ortschronist Ronald Piechulek:&lt;br /&gt;
:John Frederick Brinckman wurde am 3.Juli 1814 in der Rostocker Koßfelder Straße als zweiter Sohn einer Kapitänsfamilie geboren. Er war sieben Jahre alt, als Warnemünde erstmals als Badeort erwähnt wurde. John Brinckman der sich zur Seefahrt hingezogen fühlt, erlebte, wie im Jahre 1834 der Dampfer &amp;quot;Rostock-Packet&amp;quot; seine regelmäßigen Fahrten zwischen Warnemünde und der Stadt aufnahm 1834 ließ er sich an der Rostocker Universität immatrikulieren und studierte bis 1837 Jura und Philosophie. Die akademische Laufbahn fand ein jähes Ende, als John Brinckman am 26.September 1838 wegen &amp;quot;versuchter Stiftung eines verbotenen Vereins&amp;quot; an der hiesigen Universität zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Diese Strafe brauchte er aufgrund eines Gnadenerlasses des Großherzoges jedoch nicht zu verbüßen.&lt;br /&gt;
:Diese und andere Erlebnisse bewogen Brinckman. 1839 seiner Heimatstadt den Rücken zu kehren und in den USA sein Glück zu versuchen. Das Heimweh und die Nichterfüllung seiner Wünsche und Vorstellung ließen aber John Brinckman 1842 nach Mecklenburg zurückkehren. Nach mehreren Anstellungen in verschiedenen mecklenburgischen KLeinstädten führte ihn sein Weg nach Güstrow, das nun seine Wahlheimat werden sollte. Dennoch zog es ihn immer wieder nach Rostock zurück.&lt;br /&gt;
:Brinckman weilte von 1850 bis 1870 jeweils in den Sommerferien in Warnemünde anfangs allein, später mit der gesamten Familie. &lt;br /&gt;
:Sie fand Unterkunft in dem Haus am Strom Nr. 35.&lt;br /&gt;
:Seine schwankende Gesundheit zwang den Dichter, in den letzten Lebensjahren dem eindringlichen Rat seines Arztes zu folgen und in Warnemünde , das für seine Heilkuhren berühmt war, Erholung zu suchen.&lt;br /&gt;
:Bei den Warnemündern war Brinckman ein gern gesehener Gast. Am Tage saß er stundenlang am alten Strom, snackte mit den Fischern und Lotsen Platt und ließ sich von ihnen Geschichten erzählen, die sicherlich einmal in seinen Werken Niederschlag finden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;Wihred, hollen bi de Enthüllungvon den &amp;quot;John Brinckman-Steen&amp;quot;, in Warn´münn von H. Burmeister-Rostock&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
;(Weiherede gehalten bei der Enthüllung von dem &amp;quot;John Brinckman-Stein&amp;quot;, in Warnemünde von H.Burmeister_Rostock]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 38 am 16.Juni 1914 S.335/336)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[&amp;quot;John Brinckman - Taun´n 100. Geburtstag (3.Juli 1914)&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
: (Erschienen in &amp;quot;Die Heimat&amp;quot; Nr. 34, 4.Juli 1914)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Reuter-Stein und die Reuter-Eiche bei der Sedan-Wiese===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche erfolgte anlässlich des 100. Geburtstages der Schriftstellers am 6. November 1910. Stein und Eiche befanden sich an der damaligen Sedan-Wiese. Diese Wiese, die an den vorentscheidenden Sieg der deutschen Armee nahe der französischen Stadt Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870/71 erinnern sollte, befand sich westlich des damals neuen Warnemünder Friedhofs und heutigen „Stephan Jantzen-Parks“. Zur Einweihung findet sich in der Rostocker Zeitung vom 8. November 1910 eine Meldung über „Die Reuter-Jubiläumsfeier des Plattdeutschen Vereins in Warnemünde“. Darin heißt es: „In unmittelbarer Nähe der Küste, etwas unterhalb der Dünen pflanzte der Plattdeutsche Verein in Warnemünde zum Andenken an den Dichter eine Eiche und setzte dazu einen Denkstein mit einer Inschrift. Die Feier fand unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft statt. Ein stattlicher Festzug bewegte sich vom Vereinslokal zu dem in Aussicht genommenen Platz in den neuen Anlagen. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden des Plattdeutschen Landesverbandes, Herrn Burmeister aus Rostock, übernahm Vogt Rechtsanwalt Beselin im Namen des Ortes Eiche und Denkmal. (…)“&lt;br /&gt;
Der Stein mit dem Namen und den Lebensdaten des Heimatdichters sollte die Eiche markieren. Es ist derzeit unklar, ob die ursprünglich gepflanzte Eiche noch existiert. Ungeklärt ist auch, was aus dem Stein wurde. Wie bei anderen Gedenksteinen aus Warnemünde, hält sich auch hier das Gerücht er sei im Fundament des Neptunhotels verbaut worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.jpg|Ansichtskarte mit Gruppenfoto des Plattdeutschen Vereins zur Einweihung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche 1910.&lt;br /&gt;
Datei:Ausschnitt AK Einweihung Reuter-Eiche 1910.JPG|Reuter-Stein und Reuter-Eiche in Nahaufnahme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pressemeldung zur Vorbereitung von Reuter-Stein und Reuter-Eiche im Rostocker Anzeiger vom 27.10.1910]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Fritz Reuter-Stein vor der Warnemünder Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Reuter-Stein Warnemuende.jpg|Der Warnemünder Reuter-Stein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bismarck-Stein auf der Promenade===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck Spoek-Stein Warnemuende.jpg|Der Bismarck-Stein vor seiner Aufstellung&lt;br /&gt;
Datei:Bismarck-Stein Warnemuende.JPG|Der Bismarck-Stein auf einer alten Postkarte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) erhielt auch in Warnemünde Ehrungen und Denkmäler. So wurden unter anderem die Promenade und die anliegende Heinrich-Heine-Straße nach ihm benannt. Eine weitere Würdigung erhielt Bismarck in Warnemünde in der Form eines Gedenksteines, der am 25. August 1907 auf der Promenade feierlich eingeweiht wurde. Verbunden mit verschiedenen Ehrerbietungen, Reden und Kranzniederlegungen, wurde der Gedenkstein festlich enthüllt. Das Denkmal fand seinen Standort mitten auf der belebten Promenade und war mit dem Schriftzug „Bismarck zum Gedächtnis“ verziert.  Durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde dem Bismarck-Gedenkstein nach Kriegsende zunächst sein Schriftzug entfernt, bevor er 1968 endgültig von der Promenade verschwand. Versuche, den schweren Koloss an einen anderen Standort zu verlegen scheiterten und hatten die Sprengung des ehemaligen Denkmals zur Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Einweihung 1927.jpg|Einweihung des Kriegerdenkmals 1927&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Namen.jpg|Kriegerdenkmal Warnemünde: Blick auf die Namensliste&lt;br /&gt;
Datei:Kriegerdenkmal Warnemuende Abriss.JPG|Kriegerdenkmal Warnemünde: Abrissarbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund SVZ 23te Januar 2006 a.jpg|thumb|450px|links|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ 23. Januar 2006]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundamentfund OZ 27te Januar 2006.jpg|thumb|600px|rechts|Presseartikel über Fundamentfunde SVZ  2006]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Geinitz-Stein an der Stoltera===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Geinitz-Stein Warnemuende.JPG|Der Geinitz-Stein an der Stolteraa&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eugen Geinitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Gedenktafeln===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten auf den Warnemünder Gedenktafeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Opfer von Krieg und Gewalt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kunst im öffentlichen Raum in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Denkm%C3%A4ler,_Brunnen_und_Skulpturen_in_Rostock Wikipedia-Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Rostock]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Planetenweg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der Warnemünder Planetenwanderweg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Traditionspflege, Kultur und Vereinsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Reichsgründung 1871 entfaltete sich auch in Warnemünde ein reges Vereinsleben: Gesangsvereine, Ortsinteressenverein, Sportvereine etc. gründeten sich. Der erste Verein in Warnemünde, der eindeutig der Traditionspflege zuzuordnen ist, war der 1902 gegründete &amp;quot;Plattdeutsche Verein für Warnemünde und Umgegend&amp;quot;. In der Zeit der DDR waren es verschiedene Zirkel der Warnowwerft und insbesondere der Kulturbund der DDR, die die Kulturarbeit im Ort maßgeblich prägten. Nach der Wiedervereinigung kam es zu zahlreichen Vereinsgründungen, z.B. der Gemeinnützige Verein für Warnemünde e.V. (kurz Warnemünde-Verein), der Warnemünder Sportverein e.V. oder auch der Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. (kurz Leuchtturm-Verein). Einige Vereine sehen sich dabei in der Tradition mit ihren historischen Vorläufern, wie z.B. der Warnemünder Segel-Club e.V. und der Tennisverein Blau-Weiß Warnemünde e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Klaashahns===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1963 waren es acht junge Segler aus der Betriebssportgemeinschaft der Warnowwerft, die zusammen kamen, um die Abende gemeinsam mit dem Singen von Seemannsliedern und Shantys zu verbringen. Sie selbst fanden Gefallen daran und auch zufällige Zuhörer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Auftritt der Sänger fand am 7. Mai 1964 im Warnemünder Veteranenclub mit großem Erfolg statt. Erst danach beschloss man, eine Shantygruppe zu bilden und sich den Namen „De Klaashahns“ zu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründungsmitglieder der Shantygruppe waren: &lt;br /&gt;
Edwin Lenz, Uwe Jahnke, Kurt Jahnke, Dietrich Zager, Siegfried May, Helmut May, Christian Rösler, Lutz Buchmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Trachtengruppe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trachtengruppe wurde 1976 gegründet und setzt sich seither für die Erhaltung und Pflege der Traditionen des Ortes ein. Dazu gehören insbesondere die alten Volkstänze, aber auch die niederdeutsche Sprache. Bei ihren Auftritten tragen die Mitglieder Trachten, wie sie um 1840 in Warnemünde getragen wurden. Einmal jährlich im Juli organisiert die Trachtengruppe das &amp;quot;Warnemünder Trachtentreffen&amp;quot;. Die Mitglieder der Trachtengruppe präsentieren seit 1976 im Zuge des &amp;quot;Warnemünder Ümgangs&amp;quot; historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünder Ümgang===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brauch des „Ümgangs“ geht zurück ins 14. Jahrhundert. In jedem zweiten Jahr wurde der Öllermann, der Wortführer des Altermänner-Kollegiums, gewählt. Gleichzeitig wurden die Steuereinkünfte von den Bürgerältesten abgerechnet.&lt;br /&gt;
Anschließend führte ein Umzug vorbei an Pfarre und Vogtei durch den Ort – auch gedacht als Repräsentanz der Warnemünder gegenüber Rostock. Diesen Brauch pflegte man bis 1850, in vereinfachter Form sogar bis 1909.&lt;br /&gt;
Als Bestandteil des Warnemünder Sommerfestes, heute im Rahmen der Warnemünder Woche, wird seit 1976 der „Warnemünder Umgang“ (seit 2001 „Nieger Ümgang“) durchgeführt.&lt;br /&gt;
Mitglieder der 1976 gegründeten Warnemünder Trachtengruppe verkörpern seither historische Figuren, wie den Tidingsbringer, Wuurdholler, Öllermänner, Polizisten, Hegediener und Fischersfrauen. &lt;br /&gt;
Seit 1979 werden auch die sogenannten Ümgangsstäbe mitgeführt. Sie symbolisieren die drei wichtigsten Warnemünder Berufsstände: Fischer, Schiffer und Schiffbauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 01.jpg|Ümgang 1979.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1986.jpg|Ümgang 1986.&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuender Uemgang 1979 02.jpg|Auf der Bühne am Leuchtturm, 1979.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünde-Verein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Leuchtturmverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot;. Keimzelle für die Entstehung des Fördervereins war der Wunsch den Leuchtturm nach der Wende von 1989/90 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hauptinitiator hierbei war der damalige Rostocker Denkmalpfleger Gerhard Lau. Er und andere Enthusiasten, die sich schnell für diese Idee begeistern konnten, überzeugten den Bürgermeister der Stadt Rostock und das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) von dieser Idee.&lt;br /&gt;
Da weder die Stadt noch das WSA Personal hatten, um den Turm zu betreuen, wurde am 22. April 1994 daher der &amp;quot;Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V.&amp;quot; gegründet.&lt;br /&gt;
Das WSA, die Hansestadt Rostock und der „Leuchtturmverein“ einigten sich zugleich auf die Schließung eines Überlassungsvertrages zur Bewirtschaftung des Leuchtturms, der am 24. April 1994 direkt vor dem Leuchtturm unterzeichnet wurde. Der Turm ist seither unter der Obhut der Warnemünder Leuchtturmmänner wieder für alle geöffnet die den Aufstieg wagen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Einst und jetzt ein Stück Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der ursprüngliche &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Eine kleine Warnemünder Jolle rudert von schnellen kräftigen Schlägen getrieben die Warnow herauf.&lt;br /&gt;
:In dem Boot sitzt ein Mann mit seiner Frau. Schon von weitem wird es in Rostock als das des Tidingsbringers erkannt und spannungsvoll erwartet. Jetzt schießt es an das Bollwerk heran. Ein kleiner Mann springt ans Ufer, der Schweiß perlt ihm von der Stirn.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was gibts Neues, Jungmann, wer ist heute binnengekommen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Aber vergeblich sind alle Fragen. Der Tidingsbringer weiß genau, von wem er den klingenden Lohn für seine Neuigkeiten zu erwarten hat. Keine Sekunde darf verlorengehen, an niemand die Nachricht, die er bringt, vorzeitig verraten werden.&lt;br /&gt;
:Atemlos eilt er durch das Fischertor und verschwindet in der Strandstraße. Zuerst klopft er an die Tür des Steuermanns Schütz.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gute Nachricht Frau Schütz, Kapitän Lembke ist mit der Anna Maria im Ansegeln vor Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Ihr Mann wrd heute abend noch in den Hafen kommen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Diese dankt hocherfreut und lässt ein Silberstück in die Hand des Tidingsbringers gleiten.&lt;br /&gt;
:Weiter führt ihn sein Weg jetzt zur Wohnung des Kapitäns Krahnstöver und von dort zu den anderen Schiffer- und Steuermannsfamilien, denen er gleichfalls die freudige Mitteilung  machen kann, dass günstiger Wind die Schiffe mit ihren Angehörigen auf Warnemünde zusteuern lässt.&lt;br /&gt;
:Der letzte Gang gilt den weiter im Innern der Stadt gelegenen Kontoren der Reeder. Hier nimmter sich schon etwas mehr Zeit zur ausführlichen Berichterstattung, denn er ist sicher, dass ihm nun keiner mehr mit der Meldung der neuesten Schiffsnachrichten zuvorkommen wird.&lt;br /&gt;
:Bevor nach 1850 wegen des langen und beschwerlichen Landweges die Dampfer zum Hauptverkehrsmittel wurden und 1863 der Anschluss Warnemündes an das Telegrafennetz erfolgte, gab es zwei besoldete Tidingsbringer (auch Tidungenbringer) als Nachrichtenübermittler zwischen Rostock und seinem Vorhafen Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Über Bewegungen im Rostocker Schiffsverkehr, über Abgangszeiten, Bestimmungsort und mutmaßliche Rückkehr wussten diese genauso Bescheid, wie über Namen, Größe, Takelung und Kapitäne der Fahrzeuge, die sie mit dem Fernrohr durch Besonderheiten an Rumpf oder Takelage erkannten.&lt;br /&gt;
:(Auszug aus: Tidingsbringer - Ein Warnemünder Bäderjournal&amp;quot; Jahrgang 01 1996/1997 S.129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Im Jahre 1995 trafen sich Mitglieder des Leuchtturmvereins Warnemünde e.V. mit den beiden Verlegern Dr. Mathias Redieck und Achim Schade um einen neuen Tidingsbringer aus der Taufe zu heben, diesmal nicht vordergründig mit dem Ziel den Seemannsfamilien und Schiffsreedern Ankünfte oder Abreisen von Schiffen und ihren Besatzungen zu vermelden, sondern um alte und neue Nachrichten aus Warnemünde weit ins Land zu übermitteln.&lt;br /&gt;
:Damals ahnten sie nicht, das dieses, jährlich zwischen zwei Buchdeckeln randvoll mit spannenden &amp;quot;Tidings&amp;quot; &#039;&#039;(Nachrichten)&#039;&#039; gefüllte Medium in den nun folgenden zweieinhalb Jahrzehnten, seine Nachrichten hinaus bis nach Japan, Australien, Afrika und Amerika tragen wird. Selbst nach 30 Jahren (Stand 2025) halten noch immer viele Autoren Geschichte und Geschichten um Warnemünde und seine Menschen fest, bis eines Tages, warscheinlich wieder abgelöst durch neue Medien, auch wieder eine neue Form der Nachrichtenübermittlung wachsen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Der &amp;quot;Tidingsbringer&amp;quot; - Warnemünder Geschichte(n) in mehr als 20 Bänden]]&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Tidingsbringer - Register der Band-Inhalte]] von Band 1- Band 25&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Segel-Club===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 gegründet ist der WSC seit 1926 Organisator und Veranstalter der Warnemünder Woche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Warnemünder Sportverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Edvard Munch Haus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Museumsverein===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Schulwesen in Warnemünde==&lt;br /&gt;
(in Bearbeitung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schule wird für Warnemünde schon im 16. und 17. Jahrhundert erwähnt. Friedrich Barnewitz schreibt in seiner Ortschronik (1925), dass 1578 ein Schulmeister erwähnt wird und 1619 eine neue Schule errichtet wurde. Bis 1836 handelt es sich, wie vielerorts, um eine einklassige Schule. Barnewitz schreibt, dass die Warnemünder ihre Kinder nach eigenem Gutdünken zur Schule bzw. zum Küster schickten (beim Küster waren meist die 4- bis 6-jährigen Kinder). Die älteren Kinder mussten häufig durch Arbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Um 1800 überzeugte Pastor Schmiedekampf die Warnemünder ihre Kinder wenigstens von November bis Ostern zweimal wöchentlich zur Schule zu schicken. 1899 kam es zur Einrichtung einer Knabenschule. Am 1.4.1915 wurde die neue Schule in Fritz-Reuter-Straße eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Fritz Reuter-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Heinrich Heine-Schule===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerk in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Mühle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Mühle.jpg|thumb|300px|rechts|Die Warnemünder Mühle]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vom Fischer-, Lotsen- und Hafenort zum Ostseebad==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fähren nach Dänemark===&lt;br /&gt;
=====Die Post- und Passagier-Schiffsverbindung nach Dänemark ab 1886 bis 1903=====&lt;br /&gt;
:(NHG)&lt;br /&gt;
:Von Entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Ostseebades Warnemünde war der Bau einer Eisenbahnverbindung von Neustrelitz mitten durch Mecklenburg nach Warnemünde, wo ein Brückenschlag nach Dänemark hergestellt werden sollte.&lt;br /&gt;
:Um eine rasche und sichere Einfahrt der Postdampfer zu gewährleisten, waren umfangreiche Bauten in Warnemünde nötig.&lt;br /&gt;
:Zunächst war eine Vertiefung der Fahrrinne und eine Verlängerung der Westmole sowie der Bau eines neuen Hafenbeckens erforderlich.&lt;br /&gt;
:Das Hafen-Bassin war 450m lang, 100m breit und 4,6m tief.&lt;br /&gt;
:Außerdem wurde die Mole um 133m verlängert und erhielt an ihrem Kopf eine Leuchtbake.&lt;br /&gt;
:Die Arbeiten wurden so auf Hochdrück gefördert, daß am 26.Juni 1886 die Eröffnung der Strecke von Neustrelitz über Rostock-Warnemünde nach Gedser erfolge.&lt;br /&gt;
:Die neue Verbindung verlief über eine Distanz von 24,3 Seemeilen oder 45 km.&lt;br /&gt;
:Die zwei 12 Knoten schnellen Raddampfer &amp;quot;Kaiser Wilhelm&amp;quot; und &amp;quot;König Christian&amp;quot; übernahmen die Verkehrsverbindung.&lt;br /&gt;
:Von dänischer Seite wurden die &amp;quot;Freya&amp;quot; und Anfang der 90er Jahre die &amp;quot;Edda&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
:Ab 1.Mai 1892 wurde auch eine Nachtverbindung eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Mit der Herstellung einer schnellen Verbindung ins Binnenlande, besonders zur Reichshauptstadt Berlin nahm auch der Urlauberverkehr einen großen Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen.jpg|Warnemünde Postdampfer Kaiser Wilhelm vor 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:0 Wmde Trajekt Prins Christian um 1910.JPG|Warnemünde Trajekt Prins Christian um 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die Trajektverbindung (Transport mit Eisenbahn) ab 1903=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verkehr auf der Postdampferroute, die im Jahre 1894 mit der Besitzübernahme in die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn unter Landeshoheit kam, nahm eine sprunghafte Entwicklung ihren Lauf.&lt;br /&gt;
:Für den Personenverkehr, wie auch den Güterverkehr war für Personen der Umstieg von der Bahn aufs Schiff bzw. die ständige Umladung des Frachtgut ein umständliches und zeitraubendes  Hindernis. Dem entsprang der Gedanke die Verkehrsbrücke zwischen Deutschland und Dänemark in eine Trajektverbindung umzuwandeln.&lt;br /&gt;
:Der Baubeginn für dieses deutsch-dänische Gemeinschaftsprojekt war im September 1900 an den beiden jeweiligen Fährhäfen.&lt;br /&gt;
:Am 30.September 1903 fand deren feierliche Eröffnung unter der persönlichen Teilnahme von Kronprinz Christian (X.) und dem mecklenburgischen Großherzog Friedrich Franz IV. statt.&lt;br /&gt;
:Der Fährbetrieb wurde zunächst mit vier Schiffen, der &amp;quot;Großherzog Friedrich-Franz&amp;quot;, der &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot;, der &amp;quot;Prinzessin Alexandrine und der &amp;quot;Prinz Christian&amp;quot; eröffnet.&lt;br /&gt;
:Das war der Beginn für eine unkomplizierte, schnelle und kostengünstige Seeverbindung zwischen Deutschland und Skandinavien.&lt;br /&gt;
:Hatten die Postdampfer in ihrem letzten Betriebsjahr rund 4000 t Güter befördert, so bewältigten die vier neuen Trajektfähren im gleichen Zeitraum das 20fache.&lt;br /&gt;
:Die Zahl der beförderten Personen schnellte von 50 000 auf 80 000.&lt;br /&gt;
:Um deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen wurden die beiden Radfähren 1906 auf eine Gesamtlände von jeweils 104m verlänger.&lt;br /&gt;
:Raddampfer waren grundsätzlich nicht für Eisfahrten tauglich, so entschloß man sich eine eistüchtige Ostseefähre, die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; zu bauen. Das Fahrzeugdeck war zweigleisig und konnte 15 Güterwagen aufnehmen. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; war bis 1945 im Einsatz.&lt;br /&gt;
:1922 nahm dänischerseits die &amp;quot;Danmark&amp;quot; ihren Betrieb auf. In der Zeit ihrer Inn-Dienst-Stellung war sie mit einer Kapazität für 15 Güterwagen und 1100 Passagiere, die größte und leistungsfähigste Dampffähre im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
:Auf deutscher Seite folgte 1926 die Inbetriebnahme der Hochssefähre &amp;quot;Schwerin&amp;quot;. Sie übertraf technisch und beim Reisekomfort alles Dagewesene im Ostseeraum.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;250px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Wmde.Dampffährverbindung.jpg|Warnemünde Dampffährverbindung 1903 Berlin Kopenhagen&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Sommerfahrplan 1937.jpg|Sommer-Fahrplan der Bahnverbindung Berlin-Kopenhagen via Warnemünde und Gedser 1937&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Zwischen den Weltkriegen entwickelte sich der Verkehr über die Ostsee nach Skandinavien sprunghaft.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende setzte schließlich auch dem Fährverkehr auf lange Zeit ein Ende.&lt;br /&gt;
:Am 1.Mai 1945 wurde der Fährverkehr auf der Linie Warnemünde-Gedser eingestellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Warnemünde Fähre Interim Fähre nach Trelleborg 1959.jpg|thumb|400px|rechts|schwedische Fähre zu Beginn der 50er Jahre, Interimbetrieb vor Wiederinbetriebnahme des Hafens Sassnitz]]&lt;br /&gt;
:Die deutschen Fährschiffe &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; und &amp;quot;Schwerin&amp;quot; waren verloren. Die &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; interniert und die &amp;quot;Schwerin&amp;quot; durch Bomben zerstört.&lt;br /&gt;
:Die ersten Fährschiffe die nach Kriegsende in Warnemünde anlegten kamen aus dem schwedischen Trelleborg hierher, da der Saßnitzer Fährhafen wegen des zerstörten Hafens und des gesprengten Rügendammes nicht angelaufen werden konnte.&lt;br /&gt;
:Erst am 10. Mai 1947 wurde der Fährbetrieb wieder aufgenommen. &lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; begann man zunächst nur Bedarfsfahrten auszuführen.&lt;br /&gt;
:Erst in den 60er Jahren kam mit dem Umbau des westlichen Fährbetts und dem Einsatz des DDR-Fährschiffes &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; und dem dänischen Fährschiff &amp;quot;Kong Frederik&amp;quot; der Trajektverkehr zu neuem Leben.&lt;br /&gt;
:Ab 1990 erreichte die Frequentierung der Fähren im Güterverkehr, wie auch im Personenverkehr einen nie dagewesenen Höhepunkt erlebte, was angesichts der erwachsenden und nicht mehr beherrschbaren Verkehrsprobleme auf der binnenseitigen Verkehrsanbindung nach Warnemünde zum Ende des Fährverkehrs in Warnemünde führte.&lt;br /&gt;
:Der stetig wachsende Passagier- und Güterverkehr und die unzureichende Hafenanbindung führten 1995 zur Umverlagerung der Fähranbindung in den Rostocker Überseehafen.&lt;br /&gt;
:Das Ein- und Auslaufen der Fähren zum Überrseehafen, auf der Warnemünder Mittelmole zu beobachten ist dagegen bis in unsere Tage für die Warnemünder und ihre Gäste zum wichtigen Event geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Fährverbindung Warnemünde - Gedser und die Eisenbahn (1903 - 1995)=====&lt;br /&gt;
[[Datei:1900 Bauplan Fährhafen Kerner.jpg|thumb|500px|rechts|1900 Bauplan des Trajekt-Fähranlegers von Hafenbaudirektor K. Kerner Quelle: Archiv Heimatmuseum Warnemünde]]&lt;br /&gt;
;1903 &lt;br /&gt;
* [[Einweihung der Dampffähren-Verbindung Warnemünde - Gedser]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903, 30. September&lt;br /&gt;
:Mit dem eingleisigen Radfährschiff &amp;quot;Friedrich Franz IV.&amp;quot; verlässt erstmalig eine Eisenbahnfähre den Hafen von Warnemünde via Gedser.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig wird das Schwesterschiff &amp;quot;Prinsesse Alexandrine&amp;quot; in Dienst gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1926, Dezember&lt;br /&gt;
:Erste Fahrt des Passagierfährschiffes &amp;quot;Schwerin&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Als &amp;quot;Schwan der Ostsee&amp;quot; gewinnt die neue Fähre schnell Berühmtheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1945, 17. März&lt;br /&gt;
:Die dänische Widerstandsbewegung sprengt die Fähre &amp;quot;Danmark&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sie wird zu Kriegsende wieder gehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963 &lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Eisenbahnfähre &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; im Dienst&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
;Auszug aus der damals in Bremen erscheinenden Wochenzeitschrift der mecklenb. Landsmannschaft &amp;quot;Unser Mecklenburg&amp;quot; im Stil der damaligen (west-)deutschen Zeit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1963, 23. Mai&lt;br /&gt;
:Werftdirektor Kurt Dunkelmann übergibt den Fährschiff-Neubau &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; an die Deutsche Reichsbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1968, 14. April&lt;br /&gt;
:In den Mittagsstunden läuft das Fährschiff &amp;quot;Danmark&amp;quot; Warnemünde letztmalig an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1995, 24. September&lt;br /&gt;
:Mit dem Fährschiff &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; verlässt letztmalig ein Trajekt auf der Ostseelinie Warnemünde - Gedser den Fährhafen von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Eine Ära hat ihr Ende gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stromfähre über den Seekanal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit dem Bau des Warnemündere Bahnhofes, der Fährbecken für die Trajektverbindung und dem dazu notwendigen Bahndamm über den alten Strom in Höhe des Warnemünder Zollhauses, war eine völlig neue Zufahrt für den Warnemünder Hafen ereforderlich.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig mußten die nun östlich des neuen Seekanals gelegenen Teile der Stadt Rostock (Hohe Düne, Markgrafenheide, Rostocker Heide) Verbindung zum Verkehrsnetz haben.&lt;br /&gt;
:Der Bau einer Flussfähre war unumgänglich geworden.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar nach dem umfassenden Umbau der Hafenanlagen und des Seekanals wurde mit einer improvisierten floßartigen Fähre, die per Seilverbindung die Seiten wechselte, eine auf kurze Zeit ausgelegte Interimsverbindung geschaffen.&lt;br /&gt;
:Sie wurde nach Bedarf durch die Personenfähre &amp;quot;Maischolle&amp;quot; ergänzt. Nachts wurde die Überfahrt mit einem Ruderboot bewerkstelligt, um die Betriebskosten gering zu halten. Bei allen folgenden Entwicklungen im Fährausbau wurde der nächtliche Ruderbootverkehr bis in die 50er Jahre beibehalten.&lt;br /&gt;
: Mit der Erweiterung des 1913/14 errichteten Flugplatzes auf Hohe Düne und der bald nach dem Ende des ersten Weltkrieges dort schnell wachsenden Flugzeugindustrie, reichte die nötdürftige Verkehrsverbindung nicht mehr aus und es mussten neue, bedarfsgerechte Lösungen gefunden werden&lt;br /&gt;
:Der zeitweilig ins Auge gefaßte Bau einer über den &amp;quot;Neuen Strom&amp;quot; führenden Schwebefähre, konnte wegen der für die ungehinderte Schifffahrt vorzuhaltende Höhe nicht weiter verfolgt werden.&lt;br /&gt;
:So verfiel man auf die Lösung durch eine Kettenfähre, die dann bis 1955/56 zuverlässig unseren Dienst versah.&lt;br /&gt;
:Ältere östliche Anlieger-Bewohner wissen noch zu berichten, daß sie auch wiederholt nach Kettenrissen als antriebsloses Wasserfahrzeug auf die Ostsee abgetrieben und mittels Schlepper wieder &amp;quot;eingefangen&amp;quot; werden mußte.&lt;br /&gt;
:Zum Glück kam es dabei nie zu Personenschäden und es ging glimpflich ab.&lt;br /&gt;
:Der Bau des Rostocker Überseehafens ab 26.Oktober 1957 und der fast zeitgleiche Bau der Marinebasis Hohe Düne erforderte wiederum neue Lösungen. Dazu wurden auf beiden Seiten des Seekanals kleine Fährbecken mit Anlegesteg erbaut.&lt;br /&gt;
:Bis zur Fertigstellung der neuen Flußfähre &amp;quot;Ostsee&amp;quot; wurden die 1955 im Rahmen des &amp;quot;Nationalen Aufbauwerkes&amp;quot; gebauten Gehlsdorfer Fähren &amp;quot;Willi Schröder&amp;quot; und &amp;quot;Albert Schmidt&amp;quot; eingesetzt. Alle drei Fähren blieben lange im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Strandbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Enenkel &amp;quot;Die vergessene Bahn - Die elektrische Strandbahn Warnemünde-Markgrafenheide 1910-1945&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Warnemünder Seenotrettungsstation===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Seenotrettungsstation Warnemünde&amp;quot; von Erwin Seppelt in Marinekalender 1983]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemünde, die Nr. 1 unter den deutschen Kreuzfahrthäfen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Badeort==&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Werbung.JPG|thumb|300px|rechts|Werbung für das Ostseebad 1936]]&lt;br /&gt;
===Über die Anfänge des Badewesens in Warnemünde===&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
Im Sommer des Jahres 1885 führt der Weg rund 5000 Erholung suchende „Berliners“, also Badegäste nach Warnemünde. Das Badewesen hatte in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Veränderung und Entwicklung des Küstenortes zur Folge gehabt. &lt;br /&gt;
;Einige Meilensteine bis dahin seien hier genannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1828  Hinter der Ostmole wird ein Damenbad mit zwei Zellen geschaffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1834 Dr. Schütz lässt ein Warmbadehaus im Ortszentrum errichten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1835 Bau eines Herrenbades (auf der Höhe des 1853 erbauten Hotels Hübner) und eines Damenbades (auf der Höhe des heutigen Kurhauses) mit Zellen für jeweils 20 Personen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1866 Verlegung des Herrenbades nach Westen (auf die Höhe des heutigen Hotels Neptun)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1872 Zerstörung aller Bäder bei der Novemberflut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1873 Wiederaufbau beider Bäder an den vorherigen Standorten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Badetourismus ist zum bedeutenden Wirtschaftszweig Warnemündes geworden, als der hier ansässige Kaufmann A. Bruger mit seinem Pressebeitrag „Badeplauderei“ im „Anzeiger für die Ostseebäder Warnemünde, Heiligendamm, Groß-Müritz, Wustrow“ am 6.Juli 1885 für Aufregung und lebhafte Diskussion im Ort sorgt. Übrigens weisen die Diskussionsinhalte bemerkenswerte Parallelen zu unseren Tagen auf und eine unterhaltsame Beschreibung des Lokalcolorits jener Tage in Warnemünde ist es in jedem Falle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schreibt: &lt;br /&gt;
;„Das Seebad Warnemünde, dessen Besuch von Jahr zu Jahr mehr zunimmt, gehört jetzt schon, und mit Recht, zu den besuchtesten Ostseebädern. In der That findet man selbst in den viel genannten und fashionabelsten Ostseebädern Misdroy, Häringsdorf und Colberg nicht eine solche Anzahl hübsch und anmuthig gelegener und mit so vielem Comfort eingerichteter Privatwohnungen wie in Warnemünde, und gar die großen Hotels dieses Badeortes können nicht nur wegen ihrer schönen Lage in unmittelbarer Nähe der See, sondern auch wegen ihrer vortrefflichen Einrichtung und Leitung, den gelobtesten Hotels in den sogenannten großen Bädern an die Seite gestellt werden. …“ &lt;br /&gt;
:Bruger stellt Vergleiche mit den in damaliger Zeit etabliertesten Ostseebädern und ihren Angeboten an und kommt zu dem Schluß: &lt;br /&gt;
:„Nur an Einem fehlt es in Warnemünde, und dieser Mangel macht sich von Jahr zu Jahr mehr fühlbar, das ist eine Badedirection, welche die Aufgabe hat, dem Fremden in Bezug auf die Wohnungen Auskunft zu geben und für das Amusement der Badegäste zu sorgen. Seitens der Stadtverwaltung, welcher zugleich auch die Verwaltung  des Fleckens Warnemünde unterstellt ist, geschieht sehr wenig für die Hebung des Bades als solches  und gar nichts für die Annehmlichkeit und Bequemlichkeit der Gäste. Insbesondere könnte man füglich die Anforderung stellen, daß in einem so frequenten Bade die Badeeinrichtungen besser wären. …“  &lt;br /&gt;
:Seine im Beitrag folgenden Beschreibungen über den praktischen Ablauf des Badelebens und den damit verbundenen Dienstleistungen jener Zeit lassen uns heute an  freies Baden gewöhnte Strandbesucher schmunzeln: &lt;br /&gt;
:„Die Zellen im Damenbade, deren Anzahl in der Hauptsaison nicht im Entferntesten dem Bedürfniß entspricht, sind zum größten Theil völlig dunkel und besitzen mit Ausnahme der wenigen gemauerten, anstatt des Fensters nur eine etwa 1 Fuß (28 cm) große Öffnung in der Rückwand, welche, wie in den Hühnerställen (Legeställen) auf dem Lande mit einem hölzernen Schieber geschlossen wird. &lt;br /&gt;
:Will der Badegast sich nun nicht im Finstern anziehen, was immerhin seine Schwierigkeiten hat, so muß er jenen Schieber öffnen und erhält nun durch diese Öffnung und das gegenüber in gleicher Höhe befindliche Loch in der Thür, dessen einstiger Zweck nicht erfindlich ist, die intensivste Zugluft, die man sich wünschen kann. &lt;br /&gt;
:Die Kleider, welche man an der weißgetünchten Wand der Zelle aufzuhängen hat, zieht man mit Kalk beschmutzt wieder an. :Handgroße Spiegel sind allerdings in den Zellen vorhanden, sie hängen aber entweder zu hoch oder zu niedrig, wenn man von „hängen“ überhaupt  sprechen kann, da sie fest genagelt sind. &lt;br /&gt;
:Im Uebrigen  ist das Glas völlig fleckig und blind, und zeigt dem Hineinschauenden entweder nichts oder ein völlig verzerrtes Antlitz. &lt;br /&gt;
:Eine Wanne zum Abspülen der Füße ist nicht vorhanden, und doch wäre diese um so mehr am Platz, als der auf der Brücke und auf den ins Wasser führenden Treppen befindliche Leinwandläufer stets beschmutzt mit dickem grünem Schlamm. …“ &lt;br /&gt;
:Auch an dem betreuenden Personal der beiden Bäder hat der Kaufmann mancherlei zu kritisieren: &lt;br /&gt;
:„Die Bedienung der Badenden ist ebenso mangelhaft wie die Einrichtung der Zellen. &lt;br /&gt;
:Allerdings umdrängen im Herren- wie im Damenbade eine Menge Menschen den neu hinzugekommenen Badegast und bieten ihre Dienste an. &lt;br /&gt;
:Es beschränken sich aber die Dienstleistungen in der Regel ausschließlich auf das Trocknen und Aufbewahren der Badewäsche. :Das sorgfältigste der Gesundheit und dem Wohlbefinden so notwendige Frottieren der Haut unterbleibt entweder ganz oder es wird von dem Badediener (respective der Badedienerin ) gewissermaßen im Vorübergehen auf dem Badesteg vorgenommen. &lt;br /&gt;
:Die Bedienenden haben in der Regel so vielen Badegästen ihre Dienste verdingt, daß es für sie eine Unmöglichkeit ist, jeden Einzelnen in die Zelle zu begleiten und ihm  dort beim Ankleiden behilflich zu sein. &lt;br /&gt;
:Dies und noch vieles Andere, sind Übelstände, welche jeder Badegast unangenehm empfindet. …“  &lt;br /&gt;
:Alle Kritik an der Situation im „Baderegiment“ von Warnemünde führt Bremer schließlich zu der Forderung: &lt;br /&gt;
:„Von Seiten der Stadt müßte in Bezug auf die Einrichtung der Zellen, der Bedienung der Badegäste etc. , ein festes Reglement aufgestellt werden, dessen Innehaltung zu überwachen  und zu controllieren Sache des Bade-Direktors wäre, der in jedem größeren Seebade für die Sommermonate angestellt ist, und dessen Abwesenheit sich in Warnemünde, auch in Bezug auf das Miethen der Wohnungen, das Arrangement der Vergnügungen etc. von Jahr zu Jahr mehr fühlbar macht.“                                                     :Schon wenige Tage darauf reagiert der Hotelbesitzer C. Hübner, gleichzeitiger Betreiber von Damen- und Herrenbad mit unverhohlener Wut: &lt;br /&gt;
:„Wenn ich beipflichte, daß wenn in unserem Orte für die Dauer der Saison eine Badedirektion existirte, es in vielen Dingen besser stehen würde wie zur Zeit, so ist es doch sehr zu bedauern, daß eine Einrichtung, die nicht besser, einfacher und reinlicher sein kann, wie unsere Badeanstalt, einer Kritik unterworfen wird. &lt;br /&gt;
:Was den Punkt anbetrifft, daß eine Badedirektion fehle, um Fremden betreffend Auskunft zu geben, so findet auch jetzt jedes an die nicht existierende Badedirektion gerichtete Schreiben sofortige Beantwortung und wird ihm gerne Rath ertheilt.“                                                                                                                                                    :Es hatte sich in der Vergangenheit eingebürgert, daß der Postbote Briefschaften, die an die Badedirektion adressiert waren zur Auskunft und Bearbeitung an das Hotel Hübner, eben das größte Haus am Platze gab, wo sie dann bearbeitet wurden. &lt;br /&gt;
:Waren im eigenen Haus keine Unterkünfte frei hatte, leitete man sie dann an die anderen Hoteliers des Ortes weiter. &lt;br /&gt;
:Was verständlicherweise deren Unmut weckte. &lt;br /&gt;
:Hübner führt weiter aus: &lt;br /&gt;
:„…daß Amusements bis jetzt ohne eine Badedirektion stattfanden, so z.B. die Stromfahrten, welche doch nur von Privatpersonen (auf Hübners Rechnung) angeregt wurden und in jeder Weise rege Beteiligung fand.“                                                                                                                               :„Was nun die Einrichtung unserer Badeanstalten betrifft, so fehlt es in denselben durchaus nicht an Luft und Licht, denn jedem , der sich in denselben seiner Kleider entledigen respective sich ankleiden will, ist es gestattet, die Thüre der Zelle offen zu stellen, so oft er entweder des Lichtes oder der Luft entbehrt, doch thun wohl solche, die sich vor einem Luftzuge scheuen besser, wenn sie im Hause bleiben und ein warmes Bad von 30 bis 40 Grad nehmen. …“ &lt;br /&gt;
:Was die angebotenen Dienstleistungen angeht bemerkt Hübner: &lt;br /&gt;
:„…Zum Abtrocknen und Frottiren der Badenden befinden sich in der Badeanstalt 2 kräftige junge Männer, auf jeder Seite einer, die gewiß ihrer Aufgabe gewachsen sind und willig tun, was von ihnen der Badende verlangt.“ &lt;br /&gt;
:Als Resümé schließt der Hotelier an: &lt;br /&gt;
:„Fragen wir uns nun zum Schlusse, zu welchem Preise ist ein Bad in Warnemünde, und zu welchem Preise ist ein Bad in Häringsdorf oder Colberg zu haben: &lt;br /&gt;
:...ein Bad kostet in Warnemünde 20 Pf., in Colberg 40 Pf. Und in Häringsdorf sogar 75 Pf., so gelangen wir zu der Einsicht, daß Warnemünde bei solchen niedrigen Preisen stolz darauf sein kann, eine solche Badeanstalt zu besitzen, und gewiß in dieser Hinsicht den anderen Seebädern ebenbürtig dasteht.“                                 &lt;br /&gt;
:Auch Kaufmann Bruger fühlt sich nun noch zu einer Erwiderung bemüßigt: &lt;br /&gt;
:„Freilich geht es auch ohne Badedirektion, wie  Herr „C.H.“ zu beweisen sich bemüht. &lt;br /&gt;
:Es kommt hier wie überall im Leben nur auf die Ansprüche, die man erhebt, und auf den Platz den man einnehmen und behaupten will. &lt;br /&gt;
:Warnemünde gehört zu den besuchtesten Ostseebädern, es stellt sich mit Recht „Häringsdorf und Colberg“ gleich, da darf es auch bezüglich  seiner Badeeinrichtungen nicht so weit hinter den genannten Bädern zurückstehen, wie dies doch in Wahrheit der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Wem die Bade-Einrichtungen als die „besten“ erscheinen und er sogar „stolz“ darauf ist, dem zeugt dies von einer nachahmungswürdigen Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit, welche leider das die Bäder besuchende, größtentheils wohlhabende Publikum nicht zu besitzen pflegt. &lt;br /&gt;
:Wem es nichts ausmacht bei offener Zellenthür vor zahllosen Zuschauern aus- und anzukleiden, wem die fleckigen blinden Spiegel genügen, wem es nicht unangenehm ist, die mit Sand und Schlamm beschmutzten Füße ohne vorherige Reinigung in dem Badelaken abzutrocknen, wer endlich die Bedienung bei dem Verlassen des Bades nicht entbehrt, der könnte sich füglich auch ganz ohne Zelle behelfen und hätte dabei die Freude, an jedem Bade 20 Pf. Zu sparen. &lt;br /&gt;
:Die Badegäste, vorzugsweise die Damen, sind indessen leider so verwöhnt, daß sie es vorziehen sich bei geschlossener Tür und nicht im Finstern anzuziehen. …und sie haben sogar das Bedürfnis in ihrer Zelle von einer Dienerin abgerieben zu werden. … es ist mir unverständlich, weshalb man solche Mängel nicht rügen soll, weil die Badeanstalt sich in den Händen einer Privatperson befindet. &lt;br /&gt;
:Die letztere würde jedenfalls in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sie hier gründliche Abhülfe schafft. &lt;br /&gt;
:… Wenn de Besitzer der Badeanstalt, an welcher er die genannten Verbesserungen vorgenommen hat, dagegen einen etwas höheren Preis für die Bäder verlangt, so wird das Publikum dies nur billig finden. &lt;br /&gt;
:Wer sich den Luxus einer Badereise gestatten und für eine Wohnung täglich 5 – 12 Mark Miethe zahlen kann, dem wird es wahrlich auf die 20 Pf. nicht ankommen, um welche er vielleicht das tägliche Bad theurer bezahlen muß und Warnemünde wird durch Verbesserung seiner Badeeinrichtungen wesentlich gewinnen.“   &lt;br /&gt;
:Es läßt sich heute nicht mehr aufklären, ob dieser öffentlich ausgetragene Disput mit dazu beigetragen hat, daß drei Jahre darauf auf Initiative und unter Leitung des Rostocker Bürgermeisters Dr. Paschen im Jahre 1888 für Warnemünde eine amtliche Badeverwaltung eingerichtet wurde. &lt;br /&gt;
:Ein Denkanstoß dazu war es gewiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Kurhaus von Gustav Berringer====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Das im Dessauer Bauhausstil errichtete Kurhaus an der Strandpromenade wurde 1914 begonnen.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges waren die Grundmauern des Gebäudes ca. 2m aus dem Boden gewachsen.&lt;br /&gt;
:Durch Krieg und Inflation unterbrochen fand der Bau seine Fertigstellung erst 14 Jahre später im Jahre 1928.&lt;br /&gt;
:Um den Bau finanzierbar und umsetzbar zu machen übernahm die Hansestadt Rostock im Jahre 1913 die Bauträgerschaft und beauftragte ihren Stadtbaudirektor, den Diplomingenieur Gustav Wilhelm Berringer, mit der Projektierung.&lt;br /&gt;
:Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war der Bau an der Promenade bereits 2 Meter gewachsen, bis die Baustelle kriegsbedingt stillgelegt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gustav Wilhelm Berringer&lt;br /&gt;
:Er wurde am 17.Februar 1880 in Rostock geboren und entstammte einer seit Generationen in Rostock ansässigen Bäcker- und Konditorenfamilie.&lt;br /&gt;
:Bis 1905 studierte er Hochbau in München, Dresden und Berlin-Charlottenburg&lt;br /&gt;
:Berringer schuf den Entwurf für die frühere Gewerbeschule in der Parkstraße und wirkte seit 1924 im Verein für Rostocks Altertümer unter anderem als Museumswart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Weiterbau ab 1922&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In den Jahren 1922/23 begann eine weitere Etappe. Der Kurhausgarten mit dem Musikpavillion, der Wandelhalle und der Lesehalle entstand.&lt;br /&gt;
:1927 standen für die Fertigstellung des Kurhauses 525.000 Mark zur Verfügung&lt;br /&gt;
:Am 24.Mai 1828 fand die festliche Eröffnung des Kurhauses begangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Im Laufe des zweiten Weltkrieges wurde das Kurhaus in ein Tarnnetz gehüllt.&lt;br /&gt;
:Nach den Bombadements auf Rostock im April 1942 wurden im Keller des Gebäudes Bauteile für die Ernst Heinkel Flugzeugwerke gefertigt.&lt;br /&gt;
:In den oberen Etagen befand sich deren Konstruktionsbüro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Betrieb nach dem zweiten Weltkrieg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach Ende des zweiten Weltkrieges, etwa ab 1950 begann sich im Kurhaus ein breites Veranstaltungsangebot zu entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Hotel Neptun====&lt;br /&gt;
Von 1969 bis 1971 wurde das Hotel vom städtischen Wohnungsbaukombinat und dem schwedischen Unternehmen SIAB errichtet und im Frühjahr 1971 eröffnet. Die Architekten hatten den Bau so geplant, dass alle Zimmer einen Meerblick haben. Neben einem Meerwasserschwimmbad direkt in der 2. Etage des Hotels gab es eine angeschlossene Meerwasserschwimmhalle mit Wellenanlage und die Sky-Bar in der 19. Etage, in der das Dach für den &amp;quot;Tanz unter Sternen&amp;quot; geöffnet werden konnte. Im Keller des Hotels befand sich die erste Diskothek der DDR. Bis 1990 war das &amp;quot;Neptun&amp;quot; Vertragshotel der Handelsorganisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2026 08. Juni  Ostseezeitung von  Ben Brümmer&lt;br /&gt;
:;55 Jahre „Neptun“: Ostalgie hat ihren Preis&lt;br /&gt;
Doppelzimmer im Warnemünder Luxushotel kosten heute 180 Euro mehr als vor zehn Jahren / DDR-Flair inklusive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hotel „Neptun“ in Warnemünde ist eines der berühmtesten Devisenhotels der DDR-Geschichte. In diesem Jahr feiert die Rostocker Luxusherberge ihr 55. Jubiläum – groß, laut und mit viel Tamtam. Am Sonnabend (6. Juni) steht eine Gala mit Menü, Dessertbüfett und Livemusik auf dem Programm. Moderiert wird der Abend von DDR-Unterhaltungsikone Wolfgang „Lippi“ Lippert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zu unserer Jubiläums-Gala wollen wir uns in Schale werfen. Dann glänzen insgesamt 55 Balkone in einem goldenen Gewand“, sagte Generalmanager Guido Zöllick Ende Mai.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung im Jahr 1971 punktet das 64 Meter hohe Fünf-Sterne-Haus mit Luxus und Extravaganz im beliebten Ferienort. Im Laufe der Jahre konnte das Hotel jedoch nicht nur positiv auffallen. Im Volksmund wird das „Neptun“ nämlich auch als „Stasi-Hotel“ bezeichnet. Der Grund: Die Bleibe arbeitete eng mit dem Geheimdienst der DDR und seinen Machenschaften zusammen. In der Nobelherberge, die von 1971 bis 2007 vom Direktor Klaus Wenzel geleitet wurde, sollen vor allem West-Gäste auf ihren Zimmern ausgehorcht und spioniert worden sein. Das Haus wertet die Spitzeleien heute sachlich als Teil der historischen Entwicklung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am kontinuierlichen Erfolg des „Neptuns“ hat das jedoch nichts geändert. Der gewisse DDR-Charme von damals überzeugt die Urlauber bis heute. Die Sky-Bar im obersten Stockwerk, der Wellnessbereich mit Schwimmbad, die hoteleigene Diskothek sowie die legendäre Broiler-Bar sind nach wie vor wahre Gäste-Magneten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Spaß hat seinen Preis. Ein Doppelzimmer in der Etage fünf bis neun wird von Freitag (5. Juni) auf Samstag ab 349 Euro angeboten. Das Hotel arbeitet mit flexiblen Preisen. Die Kosten variieren dabei je nach Nachfrage, Wochenenden, Feiertagen und Ferienzeit. Unter der Woche war das gleiche Zimmer daher noch ab 284 Euro zu haben – ein Unterschied von mindestens 65 Euro. Für Zimmer auf den Etagen zehn bis 18 wäre noch mal ein Aufschlag fällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum vor fünf Jahren war das Doppelzimmer noch ab 194 Euro erhältlich. Vor zehn Jahren mussten zwei Personen mindestens 169 Euro für eine Übernachtung im „Neptun“ zahlen – ein Unterschied von 180 Euro zum heutigen Preis. Das ergibt eine Recherche mit dem Online-Archiv „Wayback Machine“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim „Rügen-Hotel“ in [[Sassnitz auf Rügen|Sassnitz]], einem weiteren beliebten Anlaufpunkt seit DDR-Zeiten, sind flexible Zimmerpreise gängig. Es gilt als Pilotprojekt vor dem Bau des berühmten „Neptuns“. Ein schwedisches Unternehmen hatte das Hotel 1969 fertiggestellt – ebenfalls mit Sky- und Broiler-Bar. Anschließend startete der Bau in Warnemünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz einer umfassenden Sanierung in den vergangenen drei Jahren ist im „Rügen-Hotel“ weiter der typische DDR-Kult zu erkennen. „In den Fluren hängen überall alte Bauzeichnungen aus den 60er Jahren. Ein Teil des originalen Bartresens aus der alten Sky-Bar steht im Haus. Ein Zeitstrahl im Flur erzählt die Geschichte des Hauses“, meint ein Sprecher des Hotels. Außerdem können Gäste in Vitrinen alte Speisekarten, Stoffmuster, Postkarten und weitere Erinnerungen aus DDR-Zeiten erkunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Hotels, die schon damals beliebte Ferienunterkünfte waren und bis heute mit Ostalgie punkten, sind auch das Selliner „Cliff-Hotel“ auf [[Insel Rügen|Rügen]], das Hotel „John Brinckmann“ in [[Boltenhagen]] sowie das „Strandhotel Fischland“ im Ostseebad [[Nienhagen, Ostseebad|Nienhagen]]. Letzteres wurde 1968 als exklusives Gästehaus für Regierungsmitglieder der DDR und internationale Staatsgäste errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Menge Staats- und Stargäste durfte auch schon das „Neptun“ in Warnemünde begrüßen. Im &#039;&#039;&#039;338-Zimmer&#039;&#039;&#039;-Koloss übernachteten unter anderem schon das niederländische Königspaar Máxima und Willem-Alexander, die Ex-Bundeskanzler Angela Merkel und Helmut Schmidt sowie die Musiker Udo Lindenberg, Roland Kaiser und Fußballer Franz Beckenbauer. Insgesamt waren bislang rund 2,2 Millionen Gäste aus 122 Ländern im Warnemünder Luxushaus zu Gast. In den 55 Jahren wurden dabei fast neun Millionen Übernachtungen registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Industriestandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Werften in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem heutigen Gelände der MV Werft, begann nach Kriegsende 1945 die Geschichte der Warnowwerft. Während der unmittelbaren Nachkriegszeit, wurden die vorhandenen Überreste der alten Krögerwerft zum Bau von Fischkuttern für die Besatzungsmacht aus der Sowjetunion genutzt. Die Krögerwerft in Warnemünde war in den Jahren 1939 – 1945 vor allem für den Bau von Flugsicherungsbooten zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den neuen Namen „Warnowwerft“, sowie eine damit verbundene Eigenständigkeit, erhielt die VEB Warnowwerft Warnemünde am 01. August 1948. Die Werft konzentrierte sich in der Folgezeit auf die Reparaturen von Schiffen.&lt;br /&gt;
Ein Umschwung erfuhr die Werft ab 1951, als fortan neben den Reparaturarbeiten, der Neubau von Schiffen dazukam. So wurde unter anderem der Neubau des Segelschulschiffes Wilhelm Pieck abgeschlossen und mit der Produktion von Serienschiffen begonnen. Die Warnowwerft entwickelte sich zu der größten Schiffbauproduktionsstätte der DDR. Die Schiffe wurden in erster Linie für die Handelsflotte der DDR verwendet, aber auch im Ausland erfuhr die Werft einen Aufschwung und lieferte Schiffe an die UdSSR, Jugoslawien, China, Rumänien und in die Tschechoslowakei. Eine besondere Beziehung pflegten die Werfteigner aber auch zu dem unmittelbaren Nachbarn, der Bundesrepublik Deutschland, die die regelmäßig Handelsschiffe ausgeliefert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1959 erfolgte ein Zusammenschluss der Werften der DDR, zur Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Schiffbau. Diese Vereinigung blieb bis 1979 erhalten und entwickelte sich fortan zum Kombinat Schiffbau Rostock. Zwischen 1948 bis 1989 wurden unter anderem Fischkutter, Stückgutfrachter, Schlepper, Schwimmkräne und Containerschiffe gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands, änderten sich auch die Umstände der Werft. Im Zuge der Wirtschaftsreformen während der Wendezeit, wurde am 1. Juni 1990 der VEB Warnowwerft Warnemünde in eine Kapitalgesellschaft überführt und agierte als Warnowwerft Warnemünde GmbH. Im Oktober 1992 erfolgte der Verkauf der Werft an den norwegischen Gesellschafter Kvaerner, der die Werft in den Jahren 1993 – 95 modernisierte. Die Werft operierte bis 2001 unter dem Namen Kvaerner Warnow Werft GmbH. Highlights der Kvaerner Werft stellten beispielsweise der letzte konventionelle Stapellauf am 30. Juni 1995 oder der Bau der Bohrinsel „Stena Don“ 2001 dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von wirtschaftlichen Problemen und damit verbundenen Zusammenschlüssen mehrerer Konzerne, wechselte der Name der Werft in den Folgejahren mehrfach. So entstand 2008 die Aker Yards Ostsee und 2007, nach einer erneuten Umstrukturierung, die Wadan Yards. Den dramatischen Höhepunkt dieser schwierigen Zeit, stellte am 5. Juni 2009 der Insolvenzantrag der deutschen Unternehmensteile der Wadan Yards Group AS dar. Die Werft wurde anschließend vom russischen Investor Witali Jussufow übernommen, der über die durch ihn ins Leben gerufene „Nordic Yards“, die Vermögensgegenstände der deutschen Wadan-Unternehmensteile erwarb. Seit Juli 2016 fungiert die Warnemünder Werft in der Unternehmensgruppe MV Werften und beteiligt sich unter anderem an dem Bau verschiedener Sektionen für Kreuzfahrtschiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;300px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kroegerwerft um 1938.jpg|Das Gelände der ehemaligen Krögerwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Werft Kabelkrananlage.JPG|Die Kabelkrananlage der Warnowwerft&lt;br /&gt;
Datei:Warnemuende Kvaerner Werft.jpg|Nach der Wende: die Kvaerner-Werft&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Fliegerei und Flugzeugbau in Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zivile Anfänge der Fliegerei in Warnemünde====&lt;br /&gt;
;1912&lt;br /&gt;
;Der Deutsche Luftflottenverein plant auf dem &amp;quot;Neuen Land&amp;quot; an der Grenze zur Groß-Kleiner Feldmark eine Luftschiffwerft zu errichten. Das Projekt kommt jedoch nicht über die Planungsphase hinaus. &lt;br /&gt;
:(Quelle: AHR KFC SO &amp;quot;Groß-Klein&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1913&lt;br /&gt;
:Wurde mit dem Bau des Land- und Wasserflugplatzes am Breitling auf der Hohen Düne begonnen.&lt;br /&gt;
:Die militärisch günstige Lage mit dem ruhigen Breitling und der direkten Anbindung an die Ostsee war damals entscheidend für die Auswahl des Platzes.&lt;br /&gt;
Das Gelände wurde zunächst aufgespült und befestigt.&lt;br /&gt;
:Ab 1914 wurden dann Gebäude wie Hangare, Werkstätten u.a. gebaut, eine Marinefliegerstation eingerichtet.&lt;br /&gt;
:Einige kleine Unternehmen siedelten sich an.&lt;br /&gt;
:Der Flugplatz konnte auch von zivilen Fliegern benutzt werden.&lt;br /&gt;
; [[Der Warnemünder Wasserflugplatz 1914]] (Rostocker Anzeiger Juli 1914)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Seeflieger-Versuchskommando (1914-1917)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde Werbung 1914.jpg|thumb |200px|rechts|Warnemünde Werbung 1914]]&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:August - Die Kaiserlich Deutsche Marine übernimmt den Warnemünder Flugplatz mit dem vorhandenen Bestand unmittelbar nach der Mobilmachung&lt;br /&gt;
:Es wird neues Fluggerät für die Marine erprobt.&lt;br /&gt;
:Deren Eröffnung erfolgte im Rahmen der Austragung des 2. Deutschen Wasserflugzeug-Wettbewerb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am Ort Gründung der Firma &amp;quot;Luftverkehr Sablatnig&amp;quot; mit dem Konstrukteur Dr. Hans Seehase&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1915&lt;br /&gt;
:Im Dünenwald unmittelbar östlich der Stromfähre werden zwei Unterkunftsbaracken errichtet.&lt;br /&gt;
:Im Laufe des Sommers wird der technische Bereich wesentlich ausgebaut. So entstand u.a. die 72,5m x 26m sowie 16m hohe Halle IV. Ihre Tore hatten jeweils eine Breite von 7,25m und nahmen die Hallenbreite zum Breitling hin ein.&lt;br /&gt;
:Gegen Ende des Jahres folgen auf der Nehrung , Kasernen, ein Offiziershaus, ein Wirtschaftsgebäude, das Deck-Offizierhaus und die Krankenstation&lt;br /&gt;
:Zur Ostsee hin wurde neben der bereits Vorhandenen eine weitere hölzerne Ablaufbahn für das Zuwasserlassen der Seeflügzeuge angelegt&lt;br /&gt;
:Während des Kriegsverlaufes wuchs die Zahl der Hallen von drei auf zwölf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1917&lt;br /&gt;
:Auf dem aufgefüllten Gelände am Laak-Kanal wird die Firma &amp;quot;Flugzeugbau Friedrichshafen Gmbh&amp;quot; angesiedelt. Sie geht 1925 in den Besitz der Arado-Werke über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Am Ende des Krieges  sind auf der Fliegerstation bis zu 1500 Mann und 60 Offiziere stationiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1920&lt;br /&gt;
:Gemäß des Versailler Vertrages erfolgte der Abriß von sechs Hallen und weiterer Gebäude. Zwei Hallen waren bereits im Kriegsverlauf abgebrannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Heinkel-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
[[Presse-Beitrag der NNN vom 1.12.2022 zum Beginn der Heinkelwerke ]] &lt;br /&gt;
;1922, 1. Dezember&lt;br /&gt;
:Gründung der Ernst Heinkel Flugzeugwerke&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Heinkel Werbung um 1930.jpg|thumb|400px|rechts|Warnemünde Heinkel Werbung 1930]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Arado-Flugzeugwerke====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;[https://www.arado196.de/geschichtliches/arado-flugzeugwerke/ private Internetseite zur Arado-Geschichte  ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Warnemünde Arado Logo 1939.jpg|Warnemünde Arado Logo 1939&lt;br /&gt;
Datei:Wmde Arado Schuldverschreibung 1942.jpg|Warnemünde Arado Schuldverschreibung 1942&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde und Hohe Düne und deren maritime Militärstandorte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marine in Warnemünde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote.jpg| thumb|500px|rechts|Wmde RA 7 1 1909 Torpedoboote]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die militärische Nutzung der Hohen Düne nach dem zweiten Weltkrieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die 4. Flottille====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die 4. Flottille]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost)====&lt;br /&gt;
* [[Marinestützpunktkommando (MStpKdo) und Marineabschnittskommando Ost (MAKdo Ost) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde als Forschungsstandort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ingenieurhochschule für Seefahrt (IHS)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seehydrographischer Dienst der DDR===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Das Seezeichenwesen in der DDR]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Seewetterdienststelle Warnemünde===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Seewetterdienststelle Warnemünde&amp;quot; Vilkner, Hans In: Natur und Heimat (1957), 8, S.244-246]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Institut für Meereskunde/ Institut für Ostseeforschung (IOW)===&lt;br /&gt;
In den &amp;quot;Meereskundlichen Berichten&amp;quot; (Nr. 111 2019) ist unter der Autorenschaft von Dr. Wolfgang Matthäus nachfolgender Aufsatz erschienen.&lt;br /&gt;
Wir danken dem Autor für seine Erlaubnis diesen Beitrag an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen.&lt;br /&gt;
Bitte beachten sie die Wahrung der zu Beginn des Beitrages angegebenen Veröffentlichungs- und Autorenrechte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Medium:Mattheus warnemünde iow.pdf |Die Anfänge der meeresgeologischen und Küstenforschung in Warnemünde (1950 - 1970)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sturmfluten und Küstenschutz in Warnemünde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge des Küstenschutzes in Warnemünde durch Prof. L. Karsten und Forstinspektor Becker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Prof. Karstens Schriften zu seinen Versuchen der Dünenbefestigung in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warnemündes Kampf gegen Flut und Sand===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschaeden Warnemuende 1913 14.jpg|thumb|300px|rechts|Am Tag danach - Begutachtung der Schäden der zum Jahreswechsel 1913/14 gewüteten Sturmflut an der Warnemünder Strandpromenade]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sturmfluten stellten für den kleinen Küstenort Warnemünde in den vergangen Jahrzehnten mehrfach große Gefahren dar. Besonders schwer traf es den Ort in den Jahren 1825, 1872, 1903 und 1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zu Beginn des Jahres 1825 wurde Warnemünde von einer Sturmflut erfasst. die sich über den Bereich der Dünen und der Moorwiesen ihren Weg bahnte. Insgesamt wurden 18 der 150 Häuser komplett zerstört und immerhin 74 zum Teil schwer beschädigt. Das Wasser stieg zu seinem Höhepunkt auf 2,52 Meter über die Normalhöhe und trug gut 80 Prozent der Dünenanlagen ab.&lt;br /&gt;
Am schlimmsten in der jüngeren Geschichte wurde Warnemünde 1872 getroffen, als das Wasser 2,80 Meter über Normal stieg und in Warnemünde sowie Diedrichshagen große Schäden verursachte. Verheerende Folgen hatte die Sturmflut von 1872 auch für die ortsansässige Schifffahrt, die sich im Winterstand befand und durch das Hochwasser auf den Feldern trieb.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1625 - Warnemünde und die Sturmflut am 10. Februar (Auszug aus H.F.Beckers &amp;quot;Chronik der Rostocker Heide&amp;quot; 1839)====&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
:Den 10. Febr. 1625  stand der Wind von Morgen bis Mittag südlich und es war stilles Wetter, als plötzlich um 8 Uhr vormittags die Ostsee so stark in die Warnow drang daß ohnerachtet der Windstille die derzeit vorhanden sieben Strandbrücken und das ganze Warnowufer bis an die Strandthore zur Überraschung der Meteorologen und Seefahrer überschwemmt wurde. &lt;br /&gt;
:Es herrscht bekanntlich in der Ostsee keine bemerkbare regelmäßige Ebbe und Fluth, jedoch verändert sich der Wasserstand zuweilen in der Art, daß die sonst niedriger liegende Ostsee in den Warnow Fluß eintritt oder wie man sagt der Strom einläuft, welches gewöhnlich bei Nordost oder Nordwind der Fall ist. &lt;br /&gt;
:Es vermutheten daher die Schiffer daß ein Sturm aus Nordost im Meere herrschend sey, und diese Vermuthung ward bald zur Gewißheit. &lt;br /&gt;
:Mittags um ein Uhr trat ein Orkan ein, mit Schnee, Hagel und Regen verbunden. &lt;br /&gt;
:Zuerst kam der Wind aus Osten, dann drehete er sich nach Nordosten. &lt;br /&gt;
:Es stürmte den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch bis am Morgen den 11. Febr. &lt;br /&gt;
:Die Warnemünder sahen das Meer in einer so heftigen Bewegung, daß sie die Wellen mit Wasserbergen verglichen die bis an die Wolken reichten. &lt;br /&gt;
:Der Sturm war so heftig, daß Reisende weder fahren noch gehen noch stehen konnten, und sich bei den Schneewirbeln auf die Erde niederwerfen mußten um athmen zu können. &lt;br /&gt;
:Da schönes warmes Wetter voraufgegangen war, so wirkte die eingetretene eisige Kälte so stark auf den menschlichen Körper, daß mehrere Menschen erstarreten und verhindert wurden sich von dem überschwemmten Lande zu retten. &lt;br /&gt;
:Die Fluth erreichte abends 5 Uhr bei Rostock den höchsten Stand, und blieb bis Nachts 2 Uhr also 9 Stunden in dieser Höhe, welche den mittleren Waßerstand 14 Fuß überstiegen hatte. &lt;br /&gt;
:Nach 2 Uhr sank das Wasser, stieg aber am 14. Febr. bei gemäßigterem Sturm fast bis zur derselben Höhe. &lt;br /&gt;
:Dies Unwetter traf mit gleicher Wasserhöhe auch Greifswald, Stralsund, Wismar und Lübeck. &lt;br /&gt;
:Die Folgen dieser Sturmflut waren schrecklich. &lt;br /&gt;
:In und um Rostock fand man nach Ablauf des Waßers, daß der Hafen selbst fahrbar geblieben, daß, aber die Waßerwerke, woran man über 20 Jahre gearbeitet, sehr ruinirt waren. &lt;br /&gt;
:Die Dünen, an deren Erhaltung man derzeit erhebliche Kosten verwandt hatte, waren vom Stromgraben bis Warnemünde und von hier bis Diedrichshagen vom Meerwaßer überstiegen, zerrißen und niedergestürzet. &lt;br /&gt;
:Die von Eichenholz mit starken eisernen Klammern verbundenen und mit großen Steinen beschwereten Kisten, sowohl am Meer als im Hafen und am Breitling waren gänzlich umgestürzet, die Steine ins Waßer gefallen, jedoch ohne das Fahrwaßer zu verschütten; das Kistenholz war zerbrochen, gänzlich weggeschwemmt und auf die Ufer von Marienehe und Bramow geworfen. &lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide waren eine große Menge Eichen, Buchen, Kiefern pp. umgeworfen. Die Dörfer Schmarl, Lütten und großen Klein, Marienehe, Redewisch pp. hatten an Häusern, Scheunen, Ställen Obstbäumen pp. sehr gelitten. &lt;br /&gt;
:Mehrere Gebäude waren umgestürzt und weggeschwemmt, viel Vieh ertrunken, Acker und Hausgeräthe weggetrieben. &lt;br /&gt;
:In dem Stadt Dorf Mohr, vermuthlich dem im Walde gelegenen Moorhof, welcher jetzt nicht mehr existirt aber auf die Reiter Charte bemerkt stehet, sind einige Pferde und Ochsen ertrunken. &lt;br /&gt;
:Die Menschen haben sich auf den Boden gerettet und dort drey Tage ohne Speise geseßen. &lt;br /&gt;
:Wie weit das Waßer in die Heide vorgedrungen ist nicht bemerkt worden, nach einer mündlichen Tradition soll es in Niedrigungen bis Blankenhagen vorgerückt seyn. &lt;br /&gt;
:Im Flecken Warnemünde sind von 150 Häusern 74 sehr beschädigt worden. &lt;br /&gt;
:Die Wände sind ausgefallen und nur die Ständer stehen geblieben. Alle Kisten, Betten, Bettstellen, Tische, Schränke pp. sind von den Fluthen weggerißen, 18 Häuser aber an der Nordseite bei der Laterne, gänzlich über den Haufen geworfen. &lt;br /&gt;
:Die steinerne Kirchhofs Mauer ist niedergestürzt, in der Kirche das Waßer drei Fuß hoch gestanden und durch die Vogtei hat man mit Böthen fahren können. :Die beiden aeltesten Bürgermeister Tancke und Schütte haben am 12. Febr. den Schaden in Warnemünde in Augenschein genommen und sich die Klagen der Warnemünder, denen von ihren geborgenen Sachen noch manches weggestohlen worden, vortragen laßen. &lt;br /&gt;
:Alle im Hafen gelegenen Schiffe, mit Ausnahme von zweien sind losgerißen, aneinander und gegen die Häuser geschleudert worden. &lt;br /&gt;
:Mehrere sind zertrümmert, 18 haben auf trockenem Boden vor den Häusern und der Voigtei gestanden, unter diesen ein Schiff von 100 Last mit voller Ladung; zwei Schütten hat man auf den Wiesen bei der alten Warnow gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(NHG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die große Novemberflut 1872 in Warnemünde====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflut 1872 Gedenktafel Warnemuende.jpg|thumb|350px|rechts|Gedenktafel für die Sturmflut 1872 in Warnemünde]]&lt;br /&gt;
:Über die Sturmflut von 1872 erfährt man oft den Nimbus, daß sie die größte Hochwasserkatastrophe gewesen sei, die unsere Ostseeküste hier je gesehen hat. &lt;br /&gt;
:Das ist zwar nicht richtig, führt aber dazu, das dieses Natur-Ereignis bei bodenständigen Küstenbewohnern in den Familien-Erinnerungen bis in unsere Tage fest verankert ist.&lt;br /&gt;
:Die Allerheiligenflut (1. November 1304), mehr als fünfhundert zuvor, und noch weitere, waren den Quellen zufolge  höher und verheerender. &lt;br /&gt;
:Sie liegt für das Erinnerungsvermögen der Menschen zu weit zurück und ist für die Statistiken der Wissenschaft nicht mehr detailliert fassbar.&lt;br /&gt;
:Was nun die Flut vom 12. bis 14. November 1872 so finden sich in den Archiven kaum bildliche Darstellungen der Hochwasserereignisse und ihrer Folgen, dafür aber eine große Vielzahl an Zeitzeugenberichten und die sind oft besonders bildlich in ihrer zeitnahen Beschreibung.&lt;br /&gt;
:Gustav Quade, berühmt geworden durch seine dreibändige „Mecklenburgische Vaterlandskunde“, hat in den Monaten unmittelbar nach der Katastrophe in der Region Rostock und Warnemünde solche Zeitzeugenberichte gesammelt, wo immer er ihrer habhaft werden konnte. &lt;br /&gt;
:Davon möchte ich hier einiges in Auszügen wiedergeben, das uns bis heute berührt:&lt;br /&gt;
:„Am Nachmittag des 12. November stand schon die See auf dem Fahrdamm der Vorderreihe. &lt;br /&gt;
:Einige vorsichtige Warnemünder zogen daher ihre Jollen näher aufs trockene Land und befestigten die Boote an den Bäumen. &lt;br /&gt;
:Allgemein ging man zu Bett, da mit einem Fallen des Wassers auf das bestimmteste gerechnet wurde. &lt;br /&gt;
:In der Nacht wuchs der Sturm zum Orkan. &lt;br /&gt;
:Lotsenkommandeur Jantzen, der die Gefahr von seinem Hause am Strom, hart an der See, aus erkannte, schickte noch in der Nacht die Nachtwächter im Ort herum, um die Einwohner zu wecken.&lt;br /&gt;
:Um 3 Uhr morgens war alles auf den Beinen. Der Sturm raste mit unverminderter Stärke weiter. &lt;br /&gt;
:Die Ziegel fielen haufenweis von den Dachstühlen, ganze Dächer wurden zuweilen abgehoben. &lt;br /&gt;
:Unzählige Veranden und Fensterscheiben gingen in Stücke. &lt;br /&gt;
:Einige Einwohner versuchten noch die Boote in Sicherheit zu bringen. Alles vergeblich. &lt;br /&gt;
:Als es gegen ½ 8 Uhr morgens Tag wurde, waren beide Baken auf den Molenköpfen verschwunden, die Molen standen ganz unter Wasser, die Bismarkpromenade mit der Grotte und die Badeanstalten waren beinahe zerstört.&lt;br /&gt;
:Gegen 8 Uhr morgens durchbrach das Wasser die Dünen westlich vom Ort und vereinigte sich über das Diedrichshäger-Moor und die Laak mit dem Breitling. :Warnemünde lag auf einer Insel, deren Umfang mit dem Steigen des Wassers immer kleiner wurde. &lt;br /&gt;
:Am Rostocker Ende drang bald darauf das Wasser in die Häuser, die Bewohner flüchteten in die neuerbaute Kirche. &lt;br /&gt;
:Unterdessen hatten die Wogen die Gebäude des Bauhofes erreicht, nachdem sie die dahinter liegenden Dünen durchbrochen hatten. &lt;br /&gt;
:Die Familie des dort wohnenden Zimmermeisters schwebte in höchster Lebensgefahr. &lt;br /&gt;
:Der Aufenthalt in den Häusern war unmöglich, die 6 Personen flüchteten auf einen Hausboden. &lt;br /&gt;
:Die Überfahrt in einem Rettungsboot zu wagen, war unmöglich. &lt;br /&gt;
:Der rasend einlaufende Strom hätte das Boot sofort zerschlagen und seine Insassen in höchste Lebensgefahr versetzt. &lt;br /&gt;
:Man brachte daher den Raketenapparat an das Zollamt und der Lotsenkommandeur schoß eine Leine zum Bauhof hinüber. &lt;br /&gt;
:6 kühne Männer mit Namen Baade, Borgwardt, Jungmann, Jürß, Radloff und Schmidt, sprangen in das Boot und ruderten es durch den mit Balken und Schiffstrümmern bedeckten Strom hinüber zum Bauhof und retteten die ganze Familie des Bauhofsaufsehers.&lt;br /&gt;
:Das Wasser stieg immer weiter, von Süden und Westen drang es in den Ort ein.&lt;br /&gt;
:Die Mühlenstraße mit der Mühle, die südliche Hälfte der Anlagen, die Kirche, wo die Flüchtlinge schließlich auf die Bänke steigen mußten und die 4. und 3. Reihe (Anastasia- und Friedrich-Franz-Straße) standen bis in die späten Nachmittagsstunden ganz unter Wasser.&lt;br /&gt;
:… Im Orte selbst blieb nur die Schanze, der Georginenplatz und der nördliche Teil der Anlagen trocken. &lt;br /&gt;
:Auf diesen kleinen Raum drängten sich bis zur einbrechenden Dunkelheit etwa 1600 Menschen zusammen, mit Todesangst im Herzen.&lt;br /&gt;
:Gegen 3 Uhr nachmittags ging der Wind nach Osten und wurde schwächer, das Wasser steigt nicht weiter. Niemand war verunglückt.&lt;br /&gt;
:… Am 14. November konnte man die Verwüstungen erkennen. Die Uferstraße am Strom war mit Holz, Booten, Seesand, Möbeln und Trümmern jeglicher Art bedeckt.&lt;br /&gt;
:Auf der Reede trieben 5 Schiffe mit schweren Havarien, 3 andere hatten die Masten gekappt. &lt;br /&gt;
:Sie wurden von dem alten Dampfer „Stadt Rostock“ in den Hafen geschleppt. &lt;br /&gt;
:… Die Molenspitzen waren spurlos verschwunden. &lt;br /&gt;
:...Das Erdreich an der Schanze war fortgespült und der Strudel hatte eine tiefe Bucht im Durchgang von Hotel Rohn gemacht. &lt;br /&gt;
:... Die Veranden schienen in der Luft zu hängen, und nur den festen Grundmauern des Hauses des Lotsenkommandeurs Jantzen neben dem Greifenbad war es zu danken, daß diese Häuser nicht völlig eingestürzt waren. &lt;br /&gt;
:Die Bismark-Promenade war verschwunden.“&lt;br /&gt;
:Die Küstenschützer bezeichnen diese Sturmflut heute ganz profan als „Bemessungshochwasser“, was bedeutet, das die in den einzelnen Küstenorten unterschiedlichen Wasserstände, wie auch die Spezifik des Vordringens des Meerwassers jenen Jahres als Messlatte für Küstenschutz-bauten und -maßnahmen herangezogen werden. &lt;br /&gt;
:Diese Naturkatastrophe steht aber auch für die seit nun eineinhalb Jahrhunderten anhaltende Messung und statistische Erfassung der Wasserstände und Wetterereignisse der Ostsee an der deutschen Küste als der „Nullpunkt“ und Beginn.&lt;br /&gt;
[[Datei:Sturmflutschutzwand Warnemuende 2020.jpg|thumb|350px|rechts|Die neue Warnemünder Sturmflutschutzwand am Alten Strom südlich der Bahnhofsbrücke im Frühjahr 2020]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1903 blieb Warnemünde von der Sturmflut nahezu unberührt, wohingegen es die Rostocker Altstadt und den gesamten Bereich des Stadthafens besonders schlimm traf, was an der Fahrrinne lag. &lt;br /&gt;
:Das Wasser suchte sich seinen Weg entlang des Breitlings und der Warnow und bedrohte fortan insbesondere die Altstadt. &lt;br /&gt;
:Bei der Rostocker Bevölkerung sorgte dies für einige Empörung und stellte die Politik vor Schwierigkeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Warnemünde wurde 1913/14 wieder hart von Überflutungen getroffen. &lt;br /&gt;
:So wurde die Promenade über eine Distanz von 300 Metern komplett zerstört und weggespült. &lt;br /&gt;
:Neben der Promenade erfasste das Hochwasser im Januar 1914 einen Großteil der Strandvillen hinter der Promenade und erstreckte sich bis zum Neuen Friedhof.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sturmfluten und Küstenschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warnemünde und der Sand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Becker-Spruch, Wind und Sand, Dünenbefestigung , Molensand, Sand tragen, Sand als Exportgut, Ballastsand&lt;br /&gt;
;(TID 2026 ?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Straßen, Wege und Umwege - Von Milchsteg und Kuhbrücke zur Stadtautobahn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Postwesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünde im Spiegel von Zeitgenossen|Im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Bedeutende Persönlichkeiten aus Warnemünde|Bedeutende Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgenommen wurden Personen, die in Warnemünde geboren oder verstorben sind, beziehungsweise in einem persönlichen Lebensabschnitt zeitweise in besonderer Beziehung zum Ort standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden einigen bedeutenden Persönlichkeiten Gedenktafeln gewidmet, die mit Unterstützung des Warnemünder Leuchtturmvereins an Gebäuden im Ort angebracht wurden. Der Warnemünder Sven Lorenzen hat die ersten 12 Tafeln auf einer Internetseite dokumentiert: [http://sven-lorenzen.de/tafeln.html Warnemünder Gedenktafeln]. Seit 2024/25 werden auf Initiative des Kulturausschusses des Ortsbeirates Warnemünde/Diedrichshagen weitere Gedenktafeln angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten zu Warnemünde|Sagen, Geschichten, Legenden, regionale Literatur und Anekdoten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnemünder Volkskunde==&lt;br /&gt;
* [[Warnemünder Volkskunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen in Warnemünde, Unterwarnow- und Breitling-Gebiet==&lt;br /&gt;
* [[Flurnamen in Warnemünde und Umgebung|Flurnamen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[ + Arbeitsordner Warnemünde]]  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronistenkontakt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christoph Wegner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mailto:kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Kern_des_%27%27%27Ortes%27%27%27_Markgrafenheide&amp;diff=156142</id>
		<title>Kern des &#039;&#039;&#039;Ortes&#039;&#039;&#039; Markgrafenheide</title>
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		<updated>2026-09-13T20:31:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Windfluechtermv: /* Siedlungsphase I - Auf der Mandelwiese (1252 bis 1478) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
* [[Revier Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;(Autor - Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Die Geschichte der Ortschaft Markgrafenheide&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
;(Autor - Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
====Das &amp;quot;+&amp;quot; ====&lt;br /&gt;
;Kapitel die im Inhaltsverzeichnis mit einem vorangestellten Plus (+) gekennzeichnet sind, befinden sich in Vorbereitung, &#039;&#039;&#039;bzw. deren Inhalt ist noch nicht vollständig eingepflegt.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wilfried Steinmüller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Markgrafenheide in Karten und auf Luftbildern==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Das Untersuchungsgebiet Radelsee M.jpg|thumb|400px|links|Karte1 des Markgrafenheider Gebietes]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Karte 4a Überlagerung 2.JPG|thumb|400px|rechts|Karte2 Kartenausschnitt des Markgrafenheider Gebietes von H. Neuendorff 1823, die deren Situation von 1323 bis 1823 zeigt, unterlegt mit Karte 1]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Markgrafenheide in Rostock a.jpg|thumb|40000px|links|Karte3 Die Verwaltungsgrenze Markgrafenheides als Rostocker Ortsteil (Karten-Auschnitt aus Wikipedia)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Markgrafenheide TOP Karte um ca 1927.jpg|thumb|500px|rechts|Markgrafenheide TOP Karte um ca 1927]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Geologie und Geographie des Warnow-Mündungsgebietes um Markgrafenheide==&lt;br /&gt;
:Vielerorts dominiert die Meinung, daß es sich bei der Hohen Düne um eine gänzlich durch Sanddünen bestehende Nehrung handelt.&lt;br /&gt;
:Bei genauerem hinsehen zeigt sich, das deren Morphologie viel differenzierter und ganz wesentlich durch eine Eisrandlage geprägt ist sowie die das Bild bestimmenden Dünen nur oberflächlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Warum der ürsprüngliche Warnowlauf in seinem Mündungsbereich so viele Krümmungen hatte.&lt;br /&gt;
:Zum  Verständnis der historischen Abläufe in der Markgrafenheider Region ist die Beachtung der geologischen Landschafts-Morphologie und deren  antropogener Einflüsse in den vergangenen siebenhundert Jahren unumgänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Mecklenburg erkennt man noch heute deutlich die einzelnen oder zu Ketten verbundenen Hügel der Endmoränen der letzten [[Eiszeit]], der Weichsel- oder Würm-Vereisung.&lt;br /&gt;
:Der Rückzug des Eises vor ca. 12.000 - 14.000 Jahren erfolgte nur langsam und wurde durch Pausen unterbrochen.&lt;br /&gt;
:Es entstanden verschiedene Eisrandlagen bzw. Stillstandslagen, die für geologische Zeitverhältnisse kurzzeitig die Südgrenze der Inlandsgletscher darstellten.&lt;br /&gt;
:Die Geologen Konrad Keilhack, Eugen Geinitz und Alexander Kaestner deffinierten und nummerierten insgesamt neun Stillstandslagen für das Gebiet Mecklenburgs.&lt;br /&gt;
:(siehe Karte)&lt;br /&gt;
:Für die Morphologie des Breitling-Gebietes und der benachbarten Nordöstlichen Heide Mecklenburgs ist hier &#039;&#039;&#039;die Eisrandlage Nr. 8 von prägender Bedeutung.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Unmittelbar östlich benachbart dieser Eisrandlage bildeten die Fließgewässer der Gletscher einen Stausee auf tonig-lehmigen Untergrund (der größte Teil dieses Seebeckens liegt infolge der postglazialen Litorina-Senkung heute unter der Meeresoberfläche).&lt;br /&gt;
:Die Schmelzwässer schütteten dieses Staubecken schließlich mit Sand auf, so daß in dem heute mit Wald bedeckten Gebiet fluviatile, also durch Fließgewässer aufgebaute Sande, später durch äolische Sande (Winddünen) überdeckt mit eingestreuten Moormulden das geologische Bild prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Eisrandlage Nr8 nach Keilhack.jpg|thumb|600px|rechts|Karte4 Die Eisrandlage Nr.8 gelb markiert nach Keilhack (HA)]]&lt;br /&gt;
=== Die Eisrandlage Nr.8===&lt;br /&gt;
:(Stichworte: Stillstandslage/ Stauwall/ Staubecken)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die bogenförmige Mergel-/Steinbarriere der Eisrandlage Nr.8 bildet den westlichen Trennwall des Sand-gefüllten Seebeckens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Zwischen der Heidebucht &#039;&#039;(Hütelmoor als überseeisches Rest-Areal des Seebeckens W.S.)&#039;&#039; und der Breitlingmulde muß durch den bei Markgrafenheide vorspringenden Sporn des Geschiebemergels eine Abgrenzung vorhanden gewesen sein.&amp;quot; &lt;br /&gt;
;(Dr. Otto Kolp &amp;quot;Nordöstl. Heide..&amp;quot; 1957 p15)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Geinitz 1901 Steinbank KFC p137.jpg|thumb|500px|rechts|]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Warnemünde Geinitz 1901 Steinbank KFC p138.jpg|thumb|500px|rechts|Warnemünde Geinitz 1901 Steinbank KFC p138]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Der Geologe Alexander Kastner beschreibt in seiner Arbeit wie die Mergelbank der Eisrandlage an die Sande des einstigen Schmelzwasserstromes grenzt.&lt;br /&gt;
:( * [[Alexander Kaestner &amp;quot;Die nordöstliche Heide Mecklenburgs nach ihrer geologischen Beschaffenheit und Entstehung&amp;quot; 1901 ]] Seite 16, mit Profil)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Auszüge aus der Arbeit -&lt;br /&gt;
[[Datei:0 RH Kaestner Heide geolog 16 Aus 1.jpg|thumb|560px|links|Kaestner Die nordöstliche Heide Ausschnitt 1 geologisches Profil zwischen Hinrichshagen und Warnemünde ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:0 RH Kaestner Heide geolog Tafel 2a a.jpg|thumb|500px|rechts|Kaestner Die nordöstliche Heide Ausschnitt 2 Profil ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:0 RH Kaestner Heide geolog 16 Aus 2.jpg|thumb|560px|links|Kaestner Die nordöstliche Heide Ausschnitt 3 ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Kaestner Heide geolog Tafel 2b a.jpg|thumb|400px|rechts|Kaestner Die nordöstliche Heide Ausschnitt 4 Legende Profil ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der natürliche Flußlauf im Mündungsbereich der Warnow muß sich um die Steinbarrieren im Geschiebemergel schlängeln, was zu einem mäanderförmigen Verlauf des Flußmüdungsarmes führte.&lt;br /&gt;
:Dadurch richtete sich unmittelbar an der Flußmündung eine Strömung entgegen der parallelen Küstenströmung in einer Schmelzwasserrinne der Eisrandlagen-Barriere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Aneinander grenzende Verquickung aus [[Sand-Ur]], überlagernde Dünen-Nehrung und eiszeitliche Barriere der Eisrandlage)&lt;br /&gt;
;Weiterführende Quellen-Literatur:&lt;br /&gt;
:-Geinitz, Eugen „Die Mecklenburgischen Höhenrücken (Geschiebestreifen) und ihre Beziehungen zur Eiszeit“ (1886) Stuttgart, Engelhorn 96 S. 3 Bl graph. Darst. 8°&lt;br /&gt;
:-Keilhack, H. „Die Stillstandslagen des letzten Inlandseises und die hydrographische Entwicklung im Zusammenhang mit der Litorinasenkung“ Jb. der Preußischen geologischen Landesanstalt Bd20 Berlin 1899&lt;br /&gt;
==== [[Ludwig Krause 1897 über Spuren der Steinbank am Alten Strom von Warnemünde (AHR KFC Wmde 45)]] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anmerkung&lt;br /&gt;
:Als Nachwirkung der [[Litorina-Senkung]] und der [[isostatischen Kippbewegung]] senkt sich die Küste im westlichen Ostseeraum in geringem Maße.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;( Nicht der Meeresspiegel steigt, sondern das Land senkt sich = postglaziale Niveauschwankungen)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antropogene Einflüsse auf das Breitling-Gebiet ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Auszug aus einem Gutachten zur Seekanal-Planung rund um den neuen Überseehafen seitens der &amp;quot;Forschungsanstalt für Schiffahrt&amp;quot; Berlin Alt-Stralau vom &#039;&#039;&#039;9.4.1957&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
* [[Auszug aus dem Gutachten]] &#039;&#039;&#039;!!!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:1958 Sprengungen der Mergelbank für den Seekanal am vorherigen Standort des Lotsenhauses.JPG|thumb|500px|rechts|1958 Sprengungen des Steinriffs für den Seekanal am vorherigen Standort des Lotsenhauses Foto: Archiv des Überseehafens]]&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der Geschiebemergel besitzt im Bereich von Warnemünde eine besonders große Härte.&lt;br /&gt;
:Das von der Wendestelle (km 13) bis zu den Molenköpfen reichende Hafengebiet, in dem das Fahrwasser z.Zt. 8,3m Tiefe besitzt, &#039;&#039;&#039;liegt, wie bereits eingangs erwähnt im Bereich einer Landbrücke, die sich nach der jüngsten Vereisung zwischen dem pleistozänen Kern der Stoltera, einer südwestlich des Leuchtturms befindlichen kleinen Geschiebemergel-Insel und der Rostocker Heide, und zwar zunächst weiter in See liegend, in Form eines Strandwalls gebildet hat.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Der Untergrund besteht auf dieser Strecke aus dem Geschiebemergel der Grundmoräne.&lt;br /&gt;
:Die natürliche Oberfläche des Steinriffs &#039;&#039;&#039;liegt am Südende des durch einen Landdurchstich geschaffenen Neuen Stroms&#039;&#039;&#039; (km 2,0) etwa 5m unter NN. Sie senkt sich ziemlich gleichmäßig in nördlicher Richtung bis auf etwa 7m unter NN am Ostmolenkopf, .. ebenso am Gebäude der Lotsenstation, darüber schlickige, zum Teil torfige, nach oben sandiger werdende Elemente der Litorina-Periode.&lt;br /&gt;
:Darüber holozäner Seesand der z.T. Torfeinlagerungen enthält.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Der anfallende Baggerboden besteht überwiegend aus dem sehr harten Geschiebemergel, in dem größere Blöcke vorkommen.&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;1957,1. November&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Anmerkung: An der Stelle des hier existierenden Steinriffs war es selbst unter schwierigsten Bedingungen kaum möglich den Durchbruch zu erreichen. So griff man hier wiederum, &#039;&#039;&#039;wie bereits 50 Jahre zuvor beim Kernerschen Ausbau von Fährhafen und Seekanal&#039;&#039;&#039;, zum Mittel der Sprengung (siehe oben stehendes Foto) zur Durchbrechung des Steinriffs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1958 Baggerung des neuen Seekanals auf der Höhe des seutigen Kreuzfahrterminals.JPG|thumb|550px|rechts|1958 Baggerung des neuen Seekanals auf der Höhe des heutigen Kreuzfahrterminals Foto.Archiv Überseehafen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom Spökstein zum Bismarkstein - Großgeschiebe (Findlinge) im Markgrafenheider Gebiet (Schnatermannstein, Tunn, Spökstein) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mehrere hundert Jahre lang hat neben dem Schnatermannstein am West-Ende des Kanals mit seinen Stackwerken im Breitling, ein weiterer großer eiszeitlicher Findling am Fahrwasserrand des Kanals zwischen Schnatermann und Radelsee am Endpunkt des Stackwerkes &#039;&#039;&#039;im Radelsee&#039;&#039;&#039; seinen Platz in der Geschichte gehabt. &lt;br /&gt;
:Beide Steine sind vor 1288 (Ersterwähnungjahr von der &amp;quot;Tunn&amp;quot;) an ihre jeweiligen Plätze gebracht worden, oder lagen bereits natürlich, aus dem Steinriff ausgewaschen am Platz. &lt;br /&gt;
:Sie wurden fortan praktischerweise als Landmarke und Grenzpunkt genutzt. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Die &amp;quot;Tunn&amp;quot;, später in &amp;quot;Spökstein&amp;quot; umbenannt markierte den Grenzpunkt an dem die Gebiete des bis 1323 fürstlichen Warnemünde, dem Besitz der beiden Hospitäler St.Georg und Zum Heiligen-Geist sowie der städtischen Rostocker Heide zusammentrafen.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Spökstein&amp;quot; am &amp;quot;Spökurt&amp;quot; hatte damit also die  Funktion eines Grenzsteines. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Der &amp;quot;Spökstein&amp;quot; lag, bis zu seiner Hebung 1882, exakt an jener Stelle, die schon 1325 als Lageort der &amp;quot;Tunn&amp;quot; an der östlichen Landspitze der St.Georg-Insel, der Einmündung des Warnow-Laufes in die Radel genannt wird.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Es ist davon auszugehen, daß die &amp;quot;Tunn&amp;quot; die in dieser Grenzfunktion in Dokumenten, insbesondere den Gewett-Akten des 14. bis 16. Jahrhunderts, mehrfach auftaucht, mit dem &amp;quot;Spökstein&amp;quot; identisch ist, da der Standort vor der Spitze der St. Georg-Insel mit der Lage-Beschreibung der Tunn in Rodger Horns Vertrag zu Ausbaggerung des Warnow-Laufes aus dem Jahre 1288 identisch ist. (siehe unten Karte 5)&lt;br /&gt;
:Der Schnatermann-Stein hingegen bildete die Grenzmarkierung zwischen den Hospital-Ländereien von [https://de.wikipedia.org/wiki/Hospital_St._Georg_(Rostock) St.Georg/St. Jürgen] (Gemarkungen Stuthof und Purkshof) sowie dem Moltke´schen-Landbesitz, verlief in der Verlängerung dann den Peezer-Bach entlang (südwestlich davon befindet sich der &amp;quot;Moltke-Winkel&amp;quot;).&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Schnatermannstein&amp;quot;, wie auch &amp;quot;Spökstein&amp;quot;, fixierten mit ihrem Platz gleichzeitig an den jeweils entgegen gesetzten Enden auch den Treidelweg auf dem Stackwerk der kleinen Radel, also zwischen Breitling und Radelsee. Der Verlauf des Stackwerkes markierte ebenfalls genau diese Eigentums-Grenze und teilte gleichzeitig die Wollkuhl. &lt;br /&gt;
:Genau auf dem Grenzverlauf befand sich der Treidelweg für den Holztransport von den vier Wasser-Verladeplätzen für das Heideholz zum Breitling hin.&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1882 wurde der Spökstein am Spökurt im Radelsee mit großem technischen Aufwand gehoben und nach Warnemünde transportiert. Er lag mehrere Jahre auf dem dortigen Bauhof, um schließlich als Bismark-Denkmal auf der Warnemünder Promenade zu neuem Leben erweckt zu werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:678 02 Hebung des Spöksteins 1882.jpg|400px|rechts|Antragsschreiben zur Hebung des Spöksteins 1882]]&lt;br /&gt;
;Text des nebenstehenden Schreibens:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;An das löbliche Bauamt zu Rostock&lt;br /&gt;
:In dem nach dem Schnatermann führenden Kanal befindet sich ein großer Stein, durch welchen die Passage insbesondere der den Kanal passirenden kleinen Dampfschiffe sehr wesentlich gefährdet wird.&lt;br /&gt;
:Dienstergebenst ersuchen wir das löbliche Bauamt, diesen Stein so bald als möglich entfernen zu lassen.  &lt;br /&gt;
:Rostock den 22. Juny 1882  &lt;br /&gt;
:Das Forstdepartement  &lt;br /&gt;
:Bearbeitungsvermerk: „erledigt“&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Spökurt Standort des Spöksteins.JPG|thumb|450px|links|Kartenauszug mit Spökurt, dem Standort des Spöksteins]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bismarck Spoek-Stein Warnemuende.jpg|thumb|450px|rechts|Der Spökstein, spätere Bismarck-Stein 1900 auf dem Warnemünder Bauhof]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bismarck-Stein Warnemuende.JPG|thumb|450px|links|Der Bismarck-Stein auf einer alten Postkarte]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Markgrafenheide als Chronologie&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
*[[Markgrafenheider Chronologie]] als Zusammenfassung der historischen Ereignisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Marksteine in der Geschichte der Region Markgrafenheide&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine Vorgeschichte aus der Breitling-Region - Die &amp;quot;Schlacht im Breitling&amp;quot; 1160 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die ersten geschriebenen Worte über das Gebiet rund um den Breitling sind in lateinischer Schrift verfasst.&lt;br /&gt;
:Der dänische Chronist [https://de.wikipedia.org/wiki/Saxo_Grammaticus  Saxo Grammaticus] begleitet seinen König Waldemar sowie Bischof Absalon von Roskilde &#039;&#039;(Mit dem Bischof als Heerführer !)&#039;&#039; bei einem Kriegszug gegen die Kessiner und hält die damaligen Ereignisse vom August 1160 schriftlich fest.&lt;br /&gt;
;(Saxo Grammaticus, Gesta Danorum Liber 14, lateinischer Text in Monumenta Germania ... M.G.S.S., S.29 S. 107ff ).&lt;br /&gt;
:Der Warnemünder Chronist Friedrich Barnewitz übersetzt 1919 daraus die Passage über die Schlacht auf dem Gudacra-Fluss ins Deutsche.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gudacra&amp;quot; war in jener Zeit die lateinische Bezeichnung für das verbreiterte Mündungsgebiet des Warnow-Flußes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Hier Barnewitz´s Übersetzung der Ereignisse im Bereich der Warnowmündung:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Von da &#039;&#039;(der dänischen Ostseeküste)&#039;&#039; wurde zum Gudacra-Fluss zu Schiff gefahren. Seine Mündung war zu seicht für große Schiffe, kleine konnten dagegen gewöhnlich durchfahren.&lt;br /&gt;
:Nachdem Anker geworfen worden war, ging daher der König auf ein anderes Schiff über, da das seinige infolge Flachheit des Stromes zu tief ging.&lt;br /&gt;
:Die bewegliche Flotte und die Schiffe, welche nicht so tief wie der Fluß gingen, griffen unter der Führung des Bischofs Absalon von Roeskilde die engen Krümmungen des Stromes an.&lt;br /&gt;
:Unter seiner Leitung gelangte die Flotte an eine Stelle, &#039;&#039;(die Radel)&#039;&#039; wo der Fluß sich verbreiterte und das Aussehen eines Sees bekam. So gelangte man bis an den Breitling, dessen enge Zugänge die Wenden mit einer zahlreichen Flotte gesperrt hatten, um den Dänen die Einfahrt zu verwehren.&lt;br /&gt;
:Die Dänen begannen einen ungestümen Angriff, doch liefen ihre Schiffe an den Sandbänken auf, da sie das Fahrwasser nicht kannten.&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;Anmerkung: Die Osthälfte des Breitlings war und ist ein seichtes Gewässer im Bereich des Steinriffs, das  eine schmale Flussrinne durchzog, während der westliche Teil aus einem vergleichsweise tiefen Trog-Gewässer besteht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Sofort sprangen die Dänen ins Wasser, um ihre Schiffe in tieferes Fahrwasser zu schieben, wobei ihnen die Ruderer mit allen Kräften halfen.&lt;br /&gt;
:Die Wenden benutzten den ihnen günstigen Augenblick und warfen unter dem Schutze ihrer Schiffe von oben ihre Geschosse auf die Dänen. Dann sprangen die Slaven sogar selbst ins Wasser, um die Dänen zu vertreiben.&lt;br /&gt;
:Die Dänen zogen sich rasch auf ihre Schiffe zurück und fanden das richtige Fahrwasser.&lt;br /&gt;
:Allen voran erzwang sich [https://de.wikipedia.org/wiki/Prislav  Prislav], ein &#039;&#039;(abtrünniger)&#039;&#039; Sohn Niklots mit zwei schwachen Fahrzeugen die Einfahrt in den Breitling.&lt;br /&gt;
:Das forderste Schiff lief wieder auf einer Sandbank auf, die Dänen beeilten sich, es wieder flott zu machen, dabei brach es jedoch unter dem Gewicht der Menschen mitten durch. &lt;br /&gt;
:Dieser Unfall konnte die Dänen in ihrem Vordringen nicht mehr aufhalten. Sie fanden endlich das Fahrwasser, die Flotte folgte nach, und die Dörfer um den Breitling gingen in Flammen auf.&lt;br /&gt;
:Beim Einbruch der Nacht kehrte Absalon zu König Waldemar zurück, der mit Sorge und Ungeduld seinen Ratgeber erwartete.&lt;br /&gt;
:Erfreut über die Siegesnachricht, schickte der König sein Schiff nach Dänemark zurück, stieg auf ein kleineres und fuhr am nächsten Tage zum Breitling hinauf. Dort gab er dem Suno den Befehl, alle Schlupfwinkel der Wenden am Breitling mit zwei Schiffen zu plündern.&lt;br /&gt;
:Dann wurde das von seinen Einwohnern verlassene Rostock ohne Schwierigkeit verbrannt. &lt;br /&gt;
:Auch den Götzen, dessen Standbild &#039;&#039;(warscheinlich bei Kessin)&#039;&#039; befahl er zu verbrennen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die erste namentliche Erwähnung des Warnow-Mündungsgebietes in der Kaufurkunde der Rostocker Heide vom 25.März 1252==&lt;br /&gt;
; * [[1252, 25. März  Borwin III., Fürst von Rostock, bestätigt der Stadt Rostock das Privilegium Borwin´s I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:aus dem Lateinischen übersetzter Auszug aus der Urkunde&lt;br /&gt;
; -Auszug aus der Grenzbeschreibung der Rostocker Heide in der Urkunde &lt;br /&gt;
; &amp;quot;...so an der Meeresküste entlang bis zum östlichen Ufer oder dem Wasser des Flusses von Warnemünde...&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grenzverlauf zwischen Rostocker Heide und Warnemünde 1323 Grafik Willi Kolp.jpg|thumb|500px|rechts| Karte8 Grenzverlauf zwischen Rostocker Heide und Warnemünde 1323]]&lt;br /&gt;
:Der einstige Verlauf des ursprünglichen Mündungsarmes der Warnow als die Grenze der Rostocker Heide wie sie im Vertragswerk beschrieben ist, blieb für das Markgrafenheider Gebiet von 1252 bis in das Jahr 1922 unverändert! (So auch in den hier verwendeten historischen Karten verzeichnet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der erste Hafen Rostocker-Warnemünde und die Danskeborg des Dänenkönigs [https://de.wikipedia.org/wiki/Erik_VI._(D%C3%A4nemark) Erik VI. Menved] auf dem Gebiet der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sowohl der 1252 erstmals erwähnte Hafen, als auch die ein gutes halbes Jahrhundert später erbaute &amp;quot;Danskeborg&amp;quot; befanden sich am rechten Warnowufer, also &#039;&#039;&#039;innerhalb&#039;&#039;&#039; des Vertragsgebietes des am 25. März 1252 abgeschlossenen Kaufvertrag der Rostocker Heide ! &lt;br /&gt;
:Siehe hier nachfolgend Karte29 im Kapitel 3.11 der Siedlungsgebiete beachten.)&lt;br /&gt;
:Der am Ende des Urkunden-Textes, &#039;&#039;&#039;ausdrücklich als Ratsherr der Stadt Rostock genannte&#039;&#039; &amp;quot;Ludolf von Warnemünde&amp;quot; muß also bereits eine Verwaltungsfunktion zum städtischen Hafen Warnemünde inne gehabt haben oder dort unter Umständen auch seinen Wohnsitz gehabt haben.&lt;br /&gt;
:Das in der Urkunde aufgeführte Privileg, &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Wenn aber in ihrem Hafen durch einen unerwarteten Zufall auf irgendeine Weise irgend ein Schiff zu Schaden kommt, erheben wir für uns an ihm oder an den Dingen die damit zusammenhängen, keinerlei Anspruch.&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, belegt damit, das ein im Rostocker Besitz befindlicher Hafen Warnemünde bereits existiert. (Also vor dem Warnemünde-Kauf 1323)&lt;br /&gt;
;Ob das Fischerdorf Warnemünde zu jenem Zeitpunkt an dem anderen, seichten, Warnow-Arm schon existiert, ist zwar warscheinlich, wird jedoch weder durch Dokumente, noch durch archäologische Funde am Standort, aus dem 13. Jahrhundert oder älter untermauert.&lt;br /&gt;
:Das erste eindeutig auf das fürstliche Warnemünde bezogene Datum ist der &#039;&#039;&#039;17. Dezember 1264&#039;&#039;&#039;, als die Herzöge Albrecht und Johann von Braunschweig im fürstlichen Warnemünde urkunden. (KFC Wmde)&lt;br /&gt;
;Während der Rostocker Fehde zwischen 1309 und 1312 urkundet hier auch der dänische König Erik Menved wiederholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[https://mvdok.lbmv.de/mjbrenderer?id=mvdok_document_00003015  Koppmann, Karl &amp;quot;Die Ereignisse in Rostock von 1311, September 17, bis 1314, Januar 21.]===&lt;br /&gt;
;erschienen in &amp;quot;Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 56 (1891), S. 33-62&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Hier wird der historische Kontext, in dessen Rahmen auch die Ereignisse um den Rostocker Hafen Warnemünde und der Bau der Danskeborg stattfanden, dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Beschreibung des Aufbaues der Danskeborg im November 1312]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Mündungsarme und Tiefe der Warnow durch die Hohe Düne ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Mgh Verschüttung der Warnowmündung und Tiefe.jpg|thumb|550px|rechts|Karte9 Verschüttung der Warnowmündung und Tiefe Grafik: Willi Kolp  ]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;A&lt;br /&gt;
:Hauptmündungsarm der Warnow (blaue Linienführung) bis zur Verschüttung durch die Große Flut 1304 (gelbe Fläche &#039;&#039;&#039;Z&#039;&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;B&lt;br /&gt;
:Erster Durchstich nach der Flutverschüttung - erstes Neues, später Altes Tief (1305 bis 1487)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;C &lt;br /&gt;
:Zweiter Durchstich &amp;quot;Neues Tief&amp;quot;, ab dann wird Tief &#039;&#039;&#039;B&#039;&#039;&#039; zum Alten Tief    (1487 bis um 1600)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;D&lt;br /&gt;
:noch unbesetzt&lt;br /&gt;
:Angesichts einiger Gewässer die  in der Schmettaukarte und auch anderen Karten sichtbar werden, liegt der Schluß nahe, daß es sich hier um Seegatts als Ergebnis früherer Sturmhochwasser handelt. &lt;br /&gt;
:Es ist aber auch nicht auszuschließen das in deren Existenzzeit zwischen Tief C und E hier ein weiteres bislang noch nicht verortbartes künstliches Tief gelegen hat.  &lt;br /&gt;
:Nähere Informationen zu derartigen Durchbrüchen in Dokumenten ließen sich bislang nicht finden und mögen bei weiteren Forschungen noch abgeklärt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;E&lt;br /&gt;
:Zunächst seichter (&amp;quot;durchschreitbarer&amp;quot;) natürlicher Nebenarm der Warnow.&lt;br /&gt;
:Ab 1487 schrittweiser, auf Grund der schwierigen geologischen Verhältnisse der [[Steinriffe]], nur langsam voranschreitende Versuche der Strom-Vertiefung und zunächst nur begrenzt schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;F&lt;br /&gt;
:&amp;quot;ole Döpe&amp;quot; - Ist, was Entstehung und Nutzung betrifft bislang ein nicht sicher datierbares Tief, das 1903 beim Kernerschen Hafenausbau verfüllt worden ist. &lt;br /&gt;
:Bei einigen Dokumenten ist nicht sicher einzuschätzen ob jeweils die &amp;quot;ole Döpe&amp;quot; oder der &amp;quot;Neue Strom&amp;quot; (heute der &amp;quot;Alte Strom&amp;quot;) gemeint ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Z&lt;br /&gt;
:Verschüttungsfläche des Mündungsarmes bei der Allerheiligenflut 1304&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1252, 25.März Strandrecht und Fischereigerechtigkeit &#039;&#039;&#039;&amp;quot;vom Hafen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; ins Meer hinaus (in der Heide-Urkunde und folgenden Vertrags-Dokumenten)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;In den Besitz des Fischerei-Rechtes auf der Unterwarnow gelangte Rostock im Jahre 1252. Borwin III. überließ damals der Stadt die Fischerei auf der Warnow bis Warnemünde und darüber hinaus auf dem offenen Meer, soweit die Witterung es gestattete. (Damit kann nur das Rostocker Warnemünde gemeint sen)&lt;br /&gt;
:Zitat aus der Heide-Kaufurkunde vom 25.März 1252 (Übersetzung aus dem Latein)&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Zur nämlichen Zeit verzichtet der Fürst Borwin auf jegliches Recht an den im Hafen der Stadt (in portu ipsorum = Rostocker Hafen Warnemünde) beschädigten Schiffen und überließ den Rostockern die Fischerei auf der Warnow von der Brücke bei der Petrikirche bis zur See und in die See hinein.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Ferner trat zur nämlichen Zeit der Fürst Borwin der Stadt seine &#039;&#039;&#039;Rechte im Hafen der Rostocker zu Warnemünde&#039;&#039;&#039; und in allen Grenzen der Stadt bis zur Markscheide ab (praeterea jura per portum ipsorum in Warnemunde et per omnes terminos dicte civitatis nostre versus campum, qui vulgariter markschede nuncupantur, sepe dictis burgensibus nostris damus cum sua utilitate eternaliter possidenda). &lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Strandrecht für den Rostocker Hafen&#039;&#039;&#039; ging ebenfalls im Jahre 1252 aus der Hand des Fürsten in die der Stadt über. In jenem Jahre versprach Fürst Borwin, daß er hinfort auf alle Rechte an den im Rostocker Hafen gestrandeten Schiffen verzichte.&lt;br /&gt;
;Alle hier aufgeführten Privilegien erstreckten sich über die 1252 im Heidekaufvertrag festgelegten Gebiete die sich nun in Rostocker Eigentum befanden.&lt;br /&gt;
;Die an der und östlich der Warnowmündung &#039;&#039;(damals noch am Taterhörn gelegen)&#039;&#039; und oblagen den Rostocker Bürgern. Die Bewohner des Fischer-Ortes Warnemünde  als noch fürstliche Untertanen dagegen hatten die Fischereigerechtigkeit und das Strandrecht westlich der Warnowmündung &lt;br /&gt;
:(Warnemünder westlich Taterhörn, Rostocker östlich Taterhörn entsprechend der Verträge von 1252 und 1323)&lt;br /&gt;
;Nach dieser Vertragslage teilte sich das Fischereirecht an der Küste. Westlich vom Taterhörn hatten die Warnemünder Fischer, als fürstliche Untertanen nach überkommenem Recht und östlich davon nunmehr die Rostocker Fischer, entsprechend den in der Heidekaufurkunde verankerten Bedingungen die jeweiligen Fischereirechte.&lt;br /&gt;
;Mit dem Kauf von Warnemünde 1323 seitens der Stadt Rostock änderte sich das und die Rostocker erhielten die gesamten Fischereirechte an der Küste von der Stoltera bis zur Stromgraben-Mündung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eine Flußmündung verschwindet - Sturmfluten verändern die Landschaft aber die Gemarkungsgrenze bleibt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Taterhörn - Westlichster Punkt der Rostocker Heide nach dem Kaufvertrag von 1252 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Markgrafenheide Taterhörn Schmettau ost west.jpg|thumb|550px|rechts|Karte10 Taterhörn ( östlichster Punkt von Warnemünde und westlichster Punkt der Rostocker Heide bis 1922 mit dem &#039;&#039;&#039;Grenzverlauf auf dem verschütteten Warnowmünungsarm zwischen den Gemarkungen von Warnemünde und der Rostocker Heide&#039;&#039;&#039; Grafik: Willi Kolp]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH UGR Sandscholle Taterhörn.jpg|thumb|500px|rechts| Karte11 RH UGR Die &#039;&#039;&#039;durch die Flut-Verschüttung 1304&#039;&#039;&#039; entstandene Sandscholle Taterhörn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Hört man in unseren Tagen den Namen „Taterhörn“, so fällt dem ortsansässigen Warnemünder meist nur der Name der so bezeichneten Bushaltestelle auf halber Strecke zwischen Hohe Düne und Markgrafenheide ein. In die Tiefe der Rostocker und Warnemünder Geschichte geschaut hat uns dieser Flurname viel zu erzählen.&lt;br /&gt;
:Beginnen wir mit der Erklärung dieses eigenartigen Flurnamens, der sich aus den Begriffen „Tater“ und „Hörn“ zusammensetzt.&lt;br /&gt;
:Das „Ethymologische Wörterbuch der deutschen Sprache von Friedrich Kluge (1910) klärt uns auf:&lt;br /&gt;
:„Der Begriff Horn/Hörn wird in der Geographie für mehr oder weniger spitze gebirgige  Erhebungen,  oder für spitz zulaufende Halbinseln an Meeresküsten und :Binnengewässern sowie deren Landspitzen verwendet.“  &lt;br /&gt;
:In unserem Falle wollen wir die auf das Meer bezogene Erkärung vorziehen, da Mecklenburg-Vorpommern bekanntlich nicht über bizarre Felsengebirge verfügt.&lt;br /&gt;
:Den plattdeutschen Begriff „Tater“ dagegen finden wir in Wossidlos Niederdeutschem Lexikon erklärt, nämlich daß mit diesem Wort bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts Zigeuner bezeichnet wurden. Im hochdeutschen zusammengesetzt bedeutet es also „Zigeuner-Kap bzw. Zigeuner-Halbinsel“.&lt;br /&gt;
:Die Örtlichkeit dieses Kap´s, zu jener Zeit noch ohne Nennung seines späteren Namens, wird erstmals im Kaufvertrag der Rostocker Heide vom 25.März 1252 genannt, in der geschrieben steht&lt;br /&gt;
:(Aus dem Lateinischen übersetzter Auszug der Grenzbeschreibung der Rostocker Heide in der Urkunde) :&lt;br /&gt;
:&amp;quot;...so an der Meeresküste entlang bis zum östlichen Ufer oder dem Wasser des Flusses von Warnemünde...&amp;quot;&lt;br /&gt;
:So, daß die westliche Grenze  der Rostocker Heide bis an das rechte (östliche) Ufer der Warnow-Mündung reicht, was fortan den westlichsten Grenzpunkt der Heide für die folgenden mehr als sieben Jahrhunderte und in jener Zeit auch den westlichen Grenzpunkt zum damals noch fürstlichen Warnemünde an der Küste des Rostocker Gebiets überhaupt markiert. &lt;br /&gt;
:Also Taterhörn war der Punkt an dem Warnemünde an die Rostocker Heide grenzte und markiert bis heute die Stelle, an der sich einst die natürliche Warnow-Mündung befand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:RH UGR Karte Auszug Sand Land Priwarder.JPG|thumb|500px|rechts| Karte12 Auszug Sand Land Priwater - die im 19.Jahrhundert nördlich des Radelsees zutage getretenen Kisten sind noch immer ein Zeugnis der Schließung des Alten Tiefs im Jahre 1487 (Neuendorff-Karte 1823)]]&lt;br /&gt;
:Da dieser Warnow-Flußlauf (bis 1323) auch die Grenzfunktion zwischen dem westlich gelegenen Gebiet der mecklenburgischen Landesfürsten und dem östlich gelegenen Rostocker Stadtgebiet (Rostocker Heide) war, wurde im verschütteten Bereich nach der Allerheiligenflut eine Grenzfeststellung erforderlich, die auch alsbald erfolgte. &lt;br /&gt;
;Anmerkung - Der Grenzverlauf ist im rechten Kartenausschnitt durch eine gestrichelte Linie gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1304 - Eine Mündung verschwindet, eine neue Mündung entsteht&lt;br /&gt;
:Am 1. November 1304 verheert die „Allerheiligenflut“ die gesamte südwestliche Ostseeküste (andere Quellen geben für die Allerheiligenflut auch das Jahr 1307 an).&lt;br /&gt;
:Der Mündungsarm der Warnow, der sich bislang als Flußschleife vom Breitling zum heutigen Radelsee, entstanden aus einer ehemaligen Flußbiegung der Warnow, die sich durch das Steinriff der Eisrandlage schlängelte, im großen Bogen zurück in Richtung Ostsee ergießt &#039;&#039;&#039;wird auf eine Länge von ca. 500 gänzlich zugespült&#039;&#039;&#039;, indem das Meer die hohen Dünen auf der Halbinsel Taterhörn in den Flußarm einspült. Die Folgen sind so schwerwiegend, daß der verschüttete Flußlauf-Abschnitt nicht wieder geöffnet werden kann. Neben dem Flurnamen Taterhörn für die ehemalige Halbinsel,  bezeichnet man die hier entstandene große Sandfläche fortan auch als das „Sand-Land“.&lt;br /&gt;
:Über rund 100 Ruten (1 Rostocker Rute = 4,62m) wurde die neue Landesgrenze nun mittels eingemessenen Grenzstangen durch die Tätigkeit einer fürstlich/städtischen Grenzkommission amtlich neu bestimmt.&lt;br /&gt;
:Diese Grenze, nach 1323 allerdings nicht mehr die Grenze zum Fürstentum, sondern als Abgrenzungen der zwei Vogteien (Stadtgebiete) unter einander, hatte bis 1923 Bestand. Erst mit der Erweiterung der Heinkelwerke hier auf der Hohen Düne 1923 wurde eine Reformierung der Verwaltungsgrenzen an dieser Stelle erforderlich.&lt;br /&gt;
;(siehe) Karte12 Flurname &amp;quot;Sand Land in Prä Water&amp;quot; (auch &amp;quot;Priwater&amp;quot;) bedeutet &amp;quot;Sand Land auf dem früheren Wasser&amp;quot; - Terrassenartige Fläche die auf Grund der fast Vegetationslosen feinsandigen Oberfläche weder zur Beweidung noch zum landwirtschaftlichen Anbau geeignet war.&lt;br /&gt;
:Unmittelbar benachbart finden wir noch die sehr ähnlichen Flurnamen &amp;quot;Lütt Pri&#039;&#039;&#039;werder&#039;&#039;&#039; und &amp;quot;Grot Pri&#039;&#039;&#039;werder&#039;&#039;&#039;&amp;quot;. Sie erinnern an zwei der drei an dieser Stelle bis in das 18. Jahrhundert gelegene Flußinseln.&lt;br /&gt;
:Die Vermessung der Grenze zu Beginn des 14.Jahrhunderts über die Sandscholle bleibt über mehr als sechshundert Jahre die Verwaltungsgrenze zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide, bis in das Jahr 1922.&lt;br /&gt;
:Die Warnow erhält nun &#039;&#039;&#039;erstmalig ein von Menschenhand geschaffenes Tief&#039;&#039;&#039; als neue Mündung, indem, an der schmalsten Stelle der einstigen Halbinsel, ein Durchstich zwischen Radelsee und Ostsee geschaffen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Das kleine fürstliche Fischerdorf Warnemünde lag in jener Zeit noch an einem seichten, nicht schiffbaren Nebenarm der Warnow, der sogar noch fußläufig durchquerbar war, so daß man selbst das Vieh hier hindurch auf die Weide treiben konnte.&lt;br /&gt;
:Da das Sand-Land am Taterhörn zur landwirtschaftlichen Nutzung ungeignet ist, bleibt es fortan als Brache liegen. &lt;br /&gt;
:(siehe dazu auch das Kapitel über die Eisrandlage Nr.8)&lt;br /&gt;
:Hier am Taterhörn  duldet die Stadt über lange Zeit hinweg, daß Tatern (niederdt. für Zigeuner) fernab von Rostock ungestört ihre Lager aufbauen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die &#039;&#039;&#039;Enklave&#039;&#039;&#039; (!) Taterhörn===&lt;br /&gt;
[[Datei:1909 Rövershäger Enclave am Taterhörn Hohe Düne Bühring Karte.JPG|thumb|400px|rechts|Karte13 Die Enklave Taterhörn in der Bühring-Karte 1909 (HA)]]&lt;br /&gt;
:1765 taucht der Name &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Taterhörn&amp;quot; erstmalig in einer Landkarte&#039;&#039;&#039; auf.&lt;br /&gt;
:Hatte das zur Rostocker Heide gehörende Taterhörn seinen Halbinsel-Status durch die Verschüttung des Flussabschnittes verloren, so blieben die Grundbesitz-Grenzen zwischen Warnemünde und der Rostocker Heide in der Struktur der einstigen Halbinsel unverändert erhalten. &lt;br /&gt;
:Der permanent durch Sturm und Küstenströmung verursachte Rückgang in diesem Küstenabschnitt trennte schließlich diesen Geländefortsatz von der Rostocker Heide und Taterhörn/Sand-Land waren ab Ende 18. Jahrhundert im Grundbesitz von der Rostocker Heide getrennt. Nun lag die Enklave an allen Seiten von den Warnemünder Besitzungen umschlossen, die Verbindung zum „Heide-Mutterland“ war verloren.&lt;br /&gt;
:Zwischen 1834 und 1839 wurden im Zuge einer Landreform die Wälder und Wiesen der Rostocker Heide von einander getrennt. Im wesentlichen erhielt die Rostocker Forstverwaltung die Waldflächen und die Weideflächen wurden auf die Heidedörfer aufgeteilt. Dabei erhielt das Dorf Rövershagen im besonderen größere Wiesenflächen rund um den Radelsee, so die Rövershäger Bauernwiesen, Postwiese, Große Wiese, Predigerwiese &#039;&#039;&#039;und eben Taterhörn&#039;&#039;&#039;, in ihren Besitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 1922 (erst) - neue Grenzziehung und das Ende von Taterhörn ===&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1922 siedeln sich auf der Hohen Düne die Ernst Heinkel Flugzeugwerke an. Hier liegt der Gründungsort der Werke. Die als Erweiterungsgebiet des Werksgeländes nach Osten beplanten Flächen dehnen sich in der Länge über mehr als die Hälfte der Fläche der Hohen Düne aus. Als sich den Bauplänen zur Werkserweiterung plötzlich ein Hindernis in den Weg stellt.&lt;br /&gt;
:Die Gemeinde Rövershagen blockiert das Bauvorhaben unter dem scharfen Protest, daß man die Rövershäger Grundbesitz-Verhältnisse der Enklave Taterhörn mißachte und deren Gemeindeland ungefragt überbauen will. Zunächst ist die Antwort der Rostocker Kämmerei, daß man den Besitz der Rövershäger Enklave schlicht übersehen hätte.&lt;br /&gt;
:Am 12.August 1922 richtet die Rostocker Kämmerei folgendes Schreiben an die inzwischen selbständig gewordene Gemeinde Rövershagen: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
;(nachfolgend Auszug aus dem Antwortschreiben der Kämmerei):&lt;br /&gt;
:´&lt;br /&gt;
; &#039;&#039;&#039;„Betr. Gemeindezugehörigkeit des Taterhörn&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Wir können den Einspruch der Gemeinde Rövershagen gegen die Zulegung des Taterhörn zum Gebiete der Stadt Rostock (Warnemünde) nicht als begründet anerkennen.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Das Taterhörn war früher ein Bestandteil der Ortschaft Rövershagen, zu dem auch die Rostocker Heide gehörte. &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Im  Jahre 1912 ist durch Ratsbekanntmachung vom 1.Juli 1912 bestimmt, daß die in der städtischen Forst belegenen, bisher zur Ortschaft Rövershagen gehörigen Wohnplätze Hinrichshagen, Markgrafenheide, Schnatermann, Wiethagen mit Teerschweelergehöft und Meyershausstelle unter der Bezeichnung „Heideortschaften“ zu einer selbständigen Ortschaft erhoben worden sind. …..&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Es war mit jener Bekanntmachung beabsichtigt, die genannten Wohnplätze mit zugehörigen Acker-, Wiesen- und Waldflächen von der Ortschaft Rövershagen los zu lösen. ...“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:*&lt;br /&gt;
:Letztlich stellte sich heraus, daß man bei den Besitz-Umschreibungen der Grundstücke an die neuen Heide-Orte, verbunden mit den nötigen Änderungen im Grundbuch, die Taterhörn-Enklave, die Rövershäger Grundbesitz-Insel inmitten des Warnemünder Landbesitzes, &#039;&#039;&#039;schlicht vergessen&#039;&#039;&#039; hatte.&lt;br /&gt;
:Man kann heute trefflich darüber spekulieren ob die Rostocker die Verhältnisse um die Enklave wirklich einfach nur „vergessen“ hatten.&lt;br /&gt;
:Jedoch  &#039;&#039;&#039;Grundbuch- und Kataster-Dokumente „vergessen nie“ und was im Grundbuch steht ist Gesetz.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Also waren die Rövershäger Eigentumsrechte verbrieft.&lt;br /&gt;
:Bis zur Klärung dieser misslichen Eigentumslage konnten die Heinkelwerke auf der hohen Düne jedenfalls nicht erweitert werden, so daß die Stadt Rostock zähneknirschend einen entschädigenden Vergleich mit den Rövershägern eingehen mußte.&lt;br /&gt;
:Sehr schnell nach dem Abschluß des Vergleichs wurde das Gebiet der Hohen Düne neu vermessen und dabei auch die seit 1252 unverändert gebliebene Verwaltungsgrenze zwischen Warnemünde und Markgrafenheide nun geändert und akribisch in gerader Linie zwischen Ostsee und Breitling neu festgelegt. &lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;Die Enklave Taterhörn verschwand von den Landkarten und das Dorf Rövershagen besaß fortan keinen eigenen Ostseestrand mehr.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kampf um die Warnowmündung 1309 - 1312==&lt;br /&gt;
;Dr. Eduard Mahn 1888&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;quot;Heinrich Borwin III., Herr zu Rostock, bestätigte 1264 der Stadt Rostock den Besitz des Hafens Warnemünde rechtsseitig der Warnow-Mündung &#039;&#039;(also innerhalb des Vertragsgebietes zum Kauf der Rostocker Heide 1252)&#039;&#039; und trat ihr alle seine Rechte an demselben ab, so daß von jetzt an der Hafen &amp;quot;portus Rostochiensis&amp;quot; genannt wurde.&lt;br /&gt;
:Während der folgenden Kriege zwischen Dänen und der Stadt Rostock erbaute König Erich von Dänemark 1311 auf dem rechten &#039;&#039;(östlichen)&#039;&#039; Ufer der Warnowmündung die Danskeborg, um die Rostocker besser in Schach zu halten, und sperrte im selben Jahre den Hafen Warnemünde vollständig.&lt;br /&gt;
:Er versenkte das Fahrwasser mit alten Schiffen, Steinen usw. und legte an beiden Ufern noch außerdem je einen befestigten hölzernen Turm an, welche durch eine Brücke mit einander in Verbindung standen.&lt;br /&gt;
:Die Rostocker aber zogen mit einem schwimmenden Turme, &amp;quot;Ebenhoch&amp;quot; genannt, die Warnow hinab, legten sch zwischen beide Türme, zerstörten die Befestigungen und ließen alle, die noch nicht durch Feuer oder das Schwert umgekommen waren, über die Klinge springen.&lt;br /&gt;
:Hierauf erbauten die Rostocker auf der Ostseite des Flusses eine steinerne Befestigung die schließlich von den Dänen eingenommen wurde.&lt;br /&gt;
:Die Kampfhandlungen endeten mit dem Friedensvertrag von 1312.&lt;br /&gt;
:Im Jahre 1323 kaufte Rostock das gesamte Gebiet westlich der Rostocker Heide mit dem Fischerdorf Warnemünde bis Diedrichshagen, mit dem Eigentum und aller Gerichtsbarkeit, von dem Fürsten Heinrich dem Löwen, in dessen alleinigen Besitz er nach des Dänenkönigs Tod gekommen war, schleifte die Burganlage und ließ von den fünf Türmen nur den Zentralturm stehen, um ihn fortan als Leuchtturm zu benutzen.&lt;br /&gt;
:Die letzten Reste dieses Turms wurden erst zu Beginn des 17.Jahrhunderts im dreißigjährigen Krieg endgültig zerstört.&lt;br /&gt;
:1430 wurde der Hafen durch Catharina von Mecklenburg und 1487 durch die Brüder Herzog Magnus II. und &#039;&#039;&#039;Herzog Baltasar von Mecklenburg bei den Fehden dieser Fürsten mit Rostock gleichfalls belagert und größtenteils verbrannt und der Hafen unwiderbringlich zerstört.&#039;&#039;&#039;&amp;quot; Was aber offenbar den Turm ausnahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Anmerkung:&#039;&#039;&#039; Die Kampfhandlungen im Jahre 1312 endeten auch deswegen, weil unmittelbar in jener Zeit eine Pestwelle das Rostocker Land heimsuchte. In den Annalen wird berichtet, daß neben den im Kampf Umgekommenen die Pest immer mehr Opfer forderte und auch dadurch die Belagerung ihr Ende fand. Es wird von mehreren Hundert Pest-Opfern am Ort des Geschehens berichtet.&lt;br /&gt;
:In den östlich des Kampfgebietes benachbart gelegenen Lehmkuhlen könnten sie ihr Grab gefunden haben. Genau zwischen den Flurnamen &amp;quot;In der Lehmkuhl&amp;quot; und &amp;quot;Lehmkuhl&amp;quot; findet sich der Flurname &amp;quot;Armenkirchhof&amp;quot;, der unter Umständen davon Zeugnis ablegt. (WS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Paul Babendererde &amp;quot;König Erik´s Heerfahrt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Paul Babendererde &amp;quot;König Erik´s Heerfahrt&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1323 - Die Stadt Rostock kauft das &#039;&#039;&#039;Fischerdorf&#039;&#039;&#039; Warnemünde vom mecklenburgischen Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Urkunde mit Siegel für Warnemünde (Quelle- Barnewitz).jpg |450px|rechts|thumb| Warnemünde Kaufvertrag vom 11. März 1323 (Quelle: Barnewitz)]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
:1323 Erst nach dem Ende der Rostocker Fehde kam das Fischerdorf Warnemünde in den Besitz der Hansestadt Rostock, das die Stadt vom Fürsten Heinrich (II.) dem Löwen käuflich erwarb.&lt;br /&gt;
;Anmerkung - Alle bis dahin in Dokumenten bekannten Namens-Nennungen &amp;quot;Warnemünde&amp;quot; beziehen sich durchgängig auf den &amp;quot;Rostocker Hafen Warnemünde&amp;quot; an der alten Warnow-Mündung beim Radelsee gelegen.&lt;br /&gt;
:Der Landesfürst hatte durch vorangegangene Kriege einen hohen Schuldenberg angehäuft und brauchte dringend Geld.&lt;br /&gt;
:So bescheinigte er den Rostockern am 11. März des genannten Jahres:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wir haben jenseits des Warnowflusses den ... Ratsherren und Gemeinde das Dorf Warnemünde mit Grund und Boden, jedem hohen und niederen Gericht - ausgenommen das Patronatsrecht für uns und unsere Erben - bis an die Grenzen des Dorfes Diedrichshagen, so weit es in der Länge und der Breite nach erstreckt, übertragen und überlassen es den Gegenwärtigen zu dauerndem Besitz, dergestalt, das sie in den oben bezeichneten Grenzen sich des vollen lübischen Rechtes erfreuen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wieviel die Rostocker für Warnemünde zahlten wissen wir nicht.&lt;br /&gt;
:Der Stadt aber mußte daran gelegen sein, den Ort in ihre Hände zu bekommen.&lt;br /&gt;
;Die bisherige Grenze zwischen der im fürstlichen Besitz befindlichen Gemarkung um das Fischerdorf Warnemünde und den im Vertragsgebiet des Kaufvertrages der Rostocker Heide liegenden &amp;quot;Rostocker Hafens Warnemünde&amp;quot; wurde fortan die Grenze der zwei hier neu entstehenden Rostocker Vogteien (und blieb sie bist 1922!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Siehe Karte8&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siedlungsphase I - Auf der Mandelwiese (1252 bis 1478) ==&lt;br /&gt;
;++ KFC Wmde 45 p515&lt;br /&gt;
==== Erster Nachweis von landwirtschaftlicher Nutzung der Wiesen rund um den Radelsee im Rostocker Kämmerei-Register vom 7.April 1325 (Meckl. Urkundenbuch, MUB, Dokument Nr. 4608)====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kämmereiregister der Stadt Rostock von 1325 ist das erste und älteste systematisierte Registerbuch in dem die Liegenschaften Rostocks mit Vermerk ihrer jeweiligen Nutzung umfassend aufgeführt sind.&lt;br /&gt;
;Titelseite des Kämmereiregisters Stadt Rostock vom 7.April 1325 (Ausschnitt aus Meckl. Urkundenbuch S. 253 Nr. 4608 Fol.1)&lt;br /&gt;
: [[Datei:RH UGR Titelseite 1325.jpg|thumb|450px|links|RH UGR Titelseite zu Kämmereiregister 1325]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Folio 13 Seitenauszug daraus, das Untersuchungsgebiet betreffend&lt;br /&gt;
[[Datei:RH UGR Ausschnitt Folio 13 zu Kämmereiregister 1325.jpg|thumb|500px|links|RH UGR Ausschnitt Folio 13 zu Kämmereiregister 1325]]&lt;br /&gt;
;Übersetzung des nebenstehenden Textauszuges&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig &#039;&#039;&#039;Übereignung&#039;&#039;&#039; zweier Wiesen an der Radel &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;&amp;quot;..Porswisz et magnum pratum..&amp;quot; (Porstwiese und Große Wiese)&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Nr.4 im nachfolgenden Orientierungsplan)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:sowie dreier Präbendewiesen &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;&amp;quot;...pratum Hovevischers dictum, item pratum Vokercini, item pratum Alberti Cusvelt..&amp;quot;&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Nr.5 im nachfolgenden Orientierungsplan)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:über die das Heilig-Geist Hospital verfügt, &#039;&#039;(die heutigen Purkshöfer-Wiesen)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:sowie die der Insel St.Georg &#039;&#039;(Nr.2 im nachfolgenden Orientierungsplan)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:gegenüber liegende Wiese &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Swineswoert&amp;quot;...&amp;quot;item pratum dictum Mandel apud aream, ubi turris quondem steterat.&amp;quot;&#039;&#039;&#039; &amp;quot;und &#039;&#039;&#039;hier benachbart die Mandel-Wiese&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;auf der die Reste des Turmes stehen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(Nr.3 im nachfolgenden Orientierungsplan)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
;Die Ruine des Mittelturmes ist also noch vorhanden, wärend dessen die vier kleineren Ecktürme und alle umfassenden Mauern offensichtlich nicht mehr existieren.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;(die beiden letztgenannten Wiesen machen die heutige Prediger-Wiese aus und liegen unmittelbar westlich neben der Großen Wiese am Moorkanal)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:(Fol.13 MUB 4608)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Anmerkungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1. 1325, 7.April erfolgt die Übereignung, als Präbandum, der dann so genannten St. Georg-Insel an das St. Georg-, bzw. St.Jürgen-Hospital. Das Hospital betreibt fortan auf der Insel eine isolierte Eigen-Bewirtschaftung durch Lepra-Kranke. Den auf der Insel lebenden Siechen waren zum Selbsterwerb von Viehfutter für die auf der Insel gehaltenen Tiere die am Stromgraben gelegenen &amp;quot;Seeken-Wiese&amp;quot; (Siechen-Wiese) und Heiligen-Höhlen-Wiese zugewiesen. Beides, wie auch die am Südrand der Rostocker Heide, ebenfalls zum St.Georg-Hospital gehörende Siechenkapelle (zwischen Oberhagen und Vogtshagen) und das ebenfalls zu Hospital gehörende Besitz Gut Purkshof wurden um 1552 säkularisiert (enteignet und aufgelöst).&lt;br /&gt;
:(Fol.13 MUB 4608)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2. Die Bezeichnung &amp;quot;Swineswoert&amp;quot; kommt von dem Begriff &amp;quot;Schweinewurt&amp;quot; (volkstümlich &amp;quot;Schweinskuhlen&amp;quot;) und bezeichnet kleingliedrige umwallte und eingehegte Schweins-Koben-Flächen zur individuellen Schweinehaltung. &lt;br /&gt;
:(Fol.13 MUB 4608)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Nr03 zu 1325 Erkl. Kämmereiregister.jpg|thumb|640px|rechts|Karte14 Orientierungsplan zur Wiesenverortung nach dem Kämmereiregister 1325]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Mandelwiese als Schlüssel zu den Ursprüngen - Warum eine Wiese nicht zu finden war ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Sie liegt in der Rostocker Heide und nicht wie oft angenommen in Warnemünde!&lt;br /&gt;
:Aus diesem Hintergrund wird sie auch nicht in den Warnemünder Wiesen-Verzeichnissen genannt, worin sie bei den Forschungen in der Vergangenheit immer gesucht worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Vier Mandeln auf dem Schild in der Heraldik.png|Heraldik - Vier Mandeln auf dem Schild&lt;br /&gt;
Datei:Mandelkreuz an einer Kirchensäule in Rövershagen.jpg|Mandelkreuz an einer Kirchensäule in Rövershagen&lt;br /&gt;
Datei:Mandel-Wappen auf einem Siegelring.jpg|Mandel-Wappen auf einem Siegelring&lt;br /&gt;
Datei:Ritter mit Mandel-Wappen im Schild.jpg|Ritter mit Mandel-Wappen im Schild&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Herkunft des Namens &amp;quot;Mandel&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Bis 1491 findet sich die &amp;quot;Mandel&amp;quot; als Begriff ausschließlich in der Heraldik und in der christlichen Ikonographie in der Gestalt von Ei-förmigen Rundungen, sowie als Maßeinheit (besonders für Eier, 1 Mandel = 15 Stück). Erst nach 1492 wird, im Zuge der großen geographischen Entdeckungen und der damit verbundenen Einfuhr der heute so genannten Mandel-Nuß aus Übersee auf Grund der Ähnlichkeit in ihrer Form ebenfalls dieser Name beigelegt.&lt;br /&gt;
;Somit muß der 1325 beurkundete Name der Mandel-Wiese ethymologisch im heraldisch/ christlichen Gebrauch seinen Ursprung haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mitte des 16. Jahrhunderts, in der Reformationszeit, wird die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Mandel-Wiese&amp;quot;&#039;&#039;&#039; der Rövershäger Pfarrstelle als [[Emolument]] zugeordnet und trägt fortan die Bezeichnung &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Prediger-Wiese&amp;quot;&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====zwei weitere Flurnamen für den Ort an der die Mandel-Wiese lag=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:historische Kartenausschnitte mit Flurnamenbezeichnungen auf der Fläche der Prediger-Wiese.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Tarnow Karte Auszug Vierrade 1796 ergänzt 1809 a.jpg|thumb|420px|links|Karte15 Tarnow Karte Auszug Vierrade gegenüber der St.Georg-Insel 1796 ergänzt 1809]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Tarnow Karte Auszug Quator Rotac 1796 ergänzt 1809 a.jpg|thumb|540px|rechts|Karte16 Tarnow Karte Auszug Quator Rotac 1796 ergänzt 1809 &amp;quot;Den Wall und Damm bey den Vierraden, welches Quator Rotac heißt&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Flurnamen &amp;quot;Vierraden&amp;quot; und &amp;quot;Quator Rotac&amp;quot; befinden sich &#039;&#039;&#039;exakt&#039;&#039;&#039; an der 1325 im Urkunden-Text beschriebenen Stelle &#039;&#039;&#039;inmitten der Mandel-Wiese&#039;&#039;&#039;, am Warnow-Ufer gegenüber der St.Georg-Insel. (siehe Ausschnitt oben folio 13 sowie Karte 15)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Vierraden&amp;quot; ist schlicht die deutsche Übersetzung von &amp;quot;Quator Rotac&amp;quot; aus dem Latein. Es bezieht sich direkt auf die Mandeln.&lt;br /&gt;
:Wenn wir &amp;quot;Vierraden&amp;quot; als vier Rundungen verstehen können und auf das Mandel-Schild des oben angeführten Ritters schauen, dann scheint es auch hier eine Verbindung zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Leucht-Feuer am Rostocker Hafen Warnemünde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1325, 27.Juli&lt;br /&gt;
:Fürst Heinrich der Löwe bestätigt in 7 Urkunden zu Warnemünde alle Freiheiten und Privilegien der Stadt.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Am &amp;quot;Alten Tief&amp;quot; wird eine Befestigung angelegt, von der Danskeborg werden Anlagen (alle ?) rund um den Mittelturm abgebrochen.&#039;&#039;&#039; Am Ufer der Hafenausfahrt wird in einem Holzgerüst (auf dem alten Burgturm) &#039;&#039;&#039;eine kupferne Leuchte an drei Ketten aufgehängt&#039;&#039;&#039;. Eine Abbildung der Leuchte  zeigt ein neuneckiges, käfigförmiges Gitterwerk mit Kuppeldach und einer Metallplatte, die das Licht des Feuers zurückwarf.&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wurde von Männern bewacht, die auch gleichzeitig Lotsendienste leisteten. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1348&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wird verbessert. (KFC Mgh )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1380&lt;br /&gt;
:Die Leuchte wird erneut verbessert. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1408&lt;br /&gt;
:Ein altes Feuer, ist am Warnemünder Hafen errichtet.&lt;br /&gt;
:Die erhaltene Urkunde darüber ist ein Bürgerbrief von 1408 und eine Stiftung, beide die Unterhaltug des schon vorhandenen Feuers betreffend.&lt;br /&gt;
:Das Feuer bestand aus Lichten, welche in einer Laterne auf oder an einem hohen Holzgerüst brannten.&lt;br /&gt;
:Das Feuer ist mit dem Dreißigjährigen Kriege verschwunden. (Hansische Geschichtsblätter 1986 S.168)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1437. Aug., 1. &lt;br /&gt;
:Der befestigte &#039;&#039;&#039;Leuchtturm im Rostocker Hafen Warnemünde&#039;&#039;&#039; wird nach zehntägigem Widerstand der Rostocker Besatzung vom Herzog genommen. (BGHR 3c,71.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1487 - Das  endgültige Ende des &amp;quot;Hafens Rostocker Warnemünde&amp;quot; am Rande (innerhalb!) der Rostocker Heide===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei der Domfehde, auch sogenannten [[&amp;quot;Rostocker Fehde&amp;quot;]] erobern die fürstlichen Truppen das Alte Tief östlich Taterhörn und den dahinter liegenden Rostocker Hafen,&lt;br /&gt;
:Sie lassen Ruinen-Mauern &#039;&#039;&#039;an dem&#039;&#039;&#039; dort noch stehenden, aus dem einstigen Burgturm hervorgegangenen Leuchtturm abbrechen, um mit dem Abrißmaterial den Durchstich zu schließen.&lt;br /&gt;
:Alle Gebäude und Bollwerke werden in Brand gesteckt und bis zur Wasserfläche niedergebrannt. ...de mure vör (!) der Luchten wart geworfen in dat Depe..&lt;br /&gt;
;Anmerkung: Die Leuchte war der Beschreibung nach offensichtlich nicht vom Abriss betroffen, sondern nur die Baulichkeiten um sie herum, inclusive der vier Ecktürme.&lt;br /&gt;
:Zwei gerade noch im Hafen liegende Schiffe aus Bergen wurden von den Herzoglichen geplündert und zerstört.&lt;br /&gt;
:Später kam noch ein &amp;quot;fangendes&amp;quot; ([[sperrendes]] ) Bollwerk hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;Hier liegt nach derzeitigem Recherchestand auch letztmalig die Erwähnung eines Hafens, Leuchtturmes oder einer Burg an diesem Ort&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:(Quelle: AHR 3.9. RO45 Nr.251-257)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mindestens bis Mitte des 19. Jahrhunderts ist dieser Wasserweg noch immer, auch als oft genutzter Schmuggler-Weg, eingeschränkt befahrbar und als Stankgraben in Resten bis heute vorhanden. (KFC)&lt;br /&gt;
:Sehr bald nach 1487 wird an der Westspitze des Taterhörns das &amp;quot;Neue Tief&amp;quot; angelegt und gleichzeitig der Versuch unternommen, beim einstigen fürstlichen Warnemünde den seichten Warnow-Nebenarm auf Schiffbarkeit für kleine Seefahrzeuge zu vertiefen. (KFC)&lt;br /&gt;
;1487 Erstmalige Erwähnung des heutigen &amp;quot;Alten Stroms&amp;quot; in Warnemünde als begrenzt schiffbare Hafenzufahrt! (KFC)&lt;br /&gt;
:Die komplizierten geologischen Verhältnisse setzen der Vertiefung mit damaligen Hilfsmitteln jedoch enge Grenzen in der Herstellung einer ansatzweisen Schiffbarkeit des &#039;&#039;(heutigen)&#039;&#039; Alten Stroms.&lt;br /&gt;
:(Dazu auch siehe Kapitel 2 &amp;quot;Zur Geologie und Geographie des Warnow-Mündung&amp;quot; -&amp;gt; Eisrandlage 8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Für die Zeit ab 1487 bis 1586 konnten bisher keine Dokumente zur Markgrafenheider Ortsgeschichte ermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;++ KFC 219/220&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siedlungsphase II - Der von Thor Balk gegründete Hof ( 1586 bis 1625)==&lt;br /&gt;
===Thor Balks Hof - Nach bisherigem Recherchestand die wohl erste Erwähnung des &#039;&#039;&#039;Ortsnamens&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Markgrafenheide&amp;quot;===&lt;br /&gt;
(KFC Mgh p3, 10-12)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mitteilung Dr. Koppmanns aus dem Ratsarchiv 1904:&lt;br /&gt;
:&amp;quot; Markgrafenheide ist 1586 vom Wasenmeister Johann Thor Balck angelegt. Er war bestallt die Dünen von Warnemünde bist Stolperort zu befestigen, mit Wasen zu belegen &#039;&#039;&#039;und das Alte Tief zu sichern&#039;&#039;&#039;. Die Stadt gewährte ihm dafür auf der Markgrafenheide einen Platz auf 12 Jahre um sich dort niederzulassen.&lt;br /&gt;
:Er baute ein Haus und richtete sich mit Vieh etc. dort ein.&lt;br /&gt;
:Als er abzog verkaufte er es. Der Käufer zahlte aber nicht.&lt;br /&gt;
:Da zog die Stadt es an sich und verpachtete es.&lt;br /&gt;
:Der Pächter pachtete die Schäfereien Müggenburg, Born, Moorhof und die Moore dazu.&lt;br /&gt;
:So entstand die Schäferei Markgrafenheide.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Der Flurname Schapstallhürn südlich der &amp;quot;alten Mündung&amp;quot; am Ende des Stinkengrabens markiert bis heute den Standort des Schafstalls, der vom Pächter errichtet worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579, 14.März&lt;br /&gt;
:Gelegentlich einer Ratsverhandlung mit den &amp;quot;verordneten Bürgern&amp;quot; über den Zustand der von ihnen verwalteten Landgüter tritt Jochim Barchmann, der Verordnete der Müggenburg, auf und sagt unter anderem, &#039;&#039;&#039;er wolle einen &amp;quot;Graffen&amp;quot; der Stadt zum Besten in die Heide &amp;quot;ziehen&amp;quot; und &amp;quot;das Depf zugleich buwen&amp;quot;.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:(Voß p129)&lt;br /&gt;
:Bei diesem Graffen und dem Tief handelt es sich um den Stinkengraben vom Heiligen See bis zur &amp;quot;Alten Mündung&amp;quot;, einem Durchstich &#039;&#039;(Tief)&#039;&#039; am Standort der hier lange nach den Ereignissen gelegenen Schofer-Bude. Die &amp;quot;alte Mündung&amp;quot; wurde bald nach der Anlegung des Moorkanals zwischen Hüttelmoor und Radelsee um 1760 wieder geschlossen.&lt;br /&gt;
:Es ist möglich, aber nicht gesichert, daß bei dieser Gelegenheit der Ortsname Markgrafenheide durch eine Verballhornung aus der Zusammenlegung der Worte &amp;quot;Moor&amp;quot;-&amp;quot;Graffen&amp;quot;-&amp;quot;Heide&amp;quot; entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1587&lt;br /&gt;
:Die Nachricht vom Ausbau des Torfgrabens für den Torf-Transport, jenes Kanals, der sich vom Tief &amp;quot;Alte Mündung&amp;quot; beim Schapstallhürn  durch das große Torfmoor zum Heiligen See hin erstreckt. &#039;&#039;&#039;(Der Prahm-Kanal zwischen Hütelmoor und Radelsee entstand erst 1760.)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Es ist ein Brief des Ratsherrn Dr. Friedrich Heine an den Rat folgenden Inhalts: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Der Rat habe ihn aufgefordert, alle die Unkosten, die er mit dem weiland Bürgermeister Thomas Gerdes für die Errichtung des &amp;quot;neuen Grabens in die Heide&amp;quot; aufgewandt habe, anzugeben. Bekanntlich habe er und Gerdes im Jahre 1579 (also im Jahre der oben mitgeteilten Ratsverhandlung), nachdem nach mehrmaligen Verhandlungen die Frage der Einträglichkeit des von Jochim Barchmann vorgeschlagenen Grabens verneint war, auf eigene Unkosten die Verfertigung des Grabens übernommen, und zwar unter der Bedingung: Würde sich später herausstellen, daß der Graben sich bezahlt mache, so solle die Stadt ihnen alle auf ihn gewendeten Unkosten erstatten, falls nicht, dann sollten sie &amp;quot;außer dem Schaden auch den Schimpf behalten&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:In diesen acht Jahren (1579 - 1587) sei aber der Nutzen des Kanals erwiesen: Von St. Jakob Ziegelhofe würden für die Herabführung des Torfes jährlich 50 fl. entrichtet, von Jochim Barchmann 100fl., der andere Ziegelhof müsse gleichfalls jährlich 100 fl. geben, so daß hieraus zusammen jährlich allein 250 fl. Einnahme sich ergäben, ohne das, was die zu zahlen hätten, die als Privat-Personen ihren Torf aus der Heide führten. (G.R. aus einer Gewetts-Rechnung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1585-1597  &amp;quot;Errichtung des Hofes Markgrafenheide durch Johann von der Balcken und Übernahme durch die Stadt&amp;quot; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Chronologie der Vorgänge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585, 25. November &lt;br /&gt;
:Kontrakt des Johann thor Balcken&lt;br /&gt;
:(&amp;quot;Wenn der 1587 bestellte Wasenmeister eher als städtischer Angestellter anzusehen ist und 1586 Markgrafenheide erstmals als bewohnter Ort erwähnt wird, dann war Johann von der Balck der erste Bewohner von Markgrafenheide. Sein Hof begründete somit den Ort.&amp;quot; (AHR 1.1.3.19. 1099 50 Blatt handschriftlich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1592, Juni&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; * [[Heiko Schäfer &amp;quot;Eine Wüstung des späten 16. und 17. Jahrhunderts im Weidenmoor bei Rostock 1986&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
;(gekürzter Grabungsbericht zu thor Balks Hof, Beitrag aus Küstenbilder 1986, 4 Seiten)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Moorhof OZ 25 1 1997.jpg|1000px|links|thumb| RH Moorhof beim Schlüsserdamm OZ 25 1 1997]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1986 Schäfer Wüstung Weidenmoor 53 a.jpg|500px|links|thumb|Karte17 RH Grabungsplan der Wüstung beim Schlüsserdamm im Weidenmoor 1986]]&lt;br /&gt;
[[Datei:RH Kartenauszug der Grabungsstelle.jpg|500px|rechts|thumb|Karte18 RH Kartenauszug mit der Grabungsstelle beim Schlüssermoordamm]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologische Funde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1593&lt;br /&gt;
:Johann Thor Balck beklagt sich über Jacob Schof und bittet dass die Stadt den Hof gegen Kündigung annehme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1594, 3. Oktober&lt;br /&gt;
:Marcus Franke fragt an, ob sich ...Markgrafenheide übernehmen .... von ihm mit Thor Balck geschlossener Vertrag übernehmen lasse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1597, 18.November&lt;br /&gt;
:Jakob Schof wünscht eventuell Markgrafenheide weiter zu pachten&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;(in AHR 1.1.3.19.-1063 1599 der richtige Name &amp;quot;Jakob Schof&amp;quot; genannt)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Für die Zeit von 1626 bis 1691  liegen zum Markgrafenheider Gebiet keine Dokumente vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siedlungsphase III - Vom Torfstecherkaten bis Forst-Ort (1691 bis 1800 und dann fortlaufend)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Wiesen-Nutzung des Markgrafenheider-Gebietes vom 17. bis ins 20. Jahrhundert====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:RH UGR Karte Wiesenabschnitte neu.jpg|thumb|550px|rechts|Karte19 Datei:RH UGR Karte 5 Wiesenabschnitte Nutzung im 16. bis 20. Jahrhundert (Nutzungsblocks)]]&lt;br /&gt;
:.&lt;br /&gt;
:.&lt;br /&gt;
;Übersichtskarte zur Gesamtnutzung der Wiesen im Radelsee-Gebiet.&lt;br /&gt;
; Anmerkung: Der Abschnitt E in der Karte betrifft Warnemünder Gebiet, die Warnemünder Wiesen werden in der Online-Chronik von Warnemünde bearbeitet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====(Abschnitt A in der Karte) Die zu den Bauern-Hufen und Kossatenstellen aufgeteilte Fläche=====&lt;br /&gt;
[[Datei:RH UGR Karte 6 Wiesen Block A.jpg|thumb|500px|rechts|Karte20 Kartenausschnitt der Wiesenkarte mit den roten Wiesennummern 210 bis 214 (Kartenblock &#039;&#039;&#039;A&#039;&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
:Hier steht der Wiesenbereich &amp;quot;Mandelwiese&amp;quot; 1325 zum Wiesenbereich &amp;quot;Prediger-Wiese&amp;quot; (rote Wiesennummer 211), &lt;br /&gt;
:der Wiesenbereich &amp;quot;Swineswoert&amp;quot; für die individuellen Wiesenbereiche der individuellen Tierhaltung der Mittelhäger Erbhöfe (rote Wiesennummer 212 a-o) sowie der Kossaten, hier besonders zur individuellen Schweinehaltung. &lt;br /&gt;
:Die Große Wiese dient der gemeinsamen Rinderhaltung der Mittel-Rövershäger Gemeinde-Herde. &lt;br /&gt;
:Die Niederhäger Hofwiese war vor der Abmeierung (Enteignung durch Überschuldung) der dortigen Höfe im 17. Jahrhundert jeweils den dortigen Einzelhöfen zugeteilt. &lt;br /&gt;
:Die  Folge-Struktur hatte bis 1950 Bestand.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====(Abschnitt B in der Karte) Die Gemeindeweiden, einstige Allmende=====&lt;br /&gt;
[[Datei:RH UGR Post bzw Porstwiese 1919.JPG|thumb|500px|rechts|Karte21 Kartenausschnitt Große Wiese (Ostteil und Porstwiese mit den roten Wiesennummern 62, 63, 65 und 68 (Kartenblock &#039;&#039;&#039;B&#039;&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
:Die Postwiese war ab Anfang des 14. Jahrhunderts bis zur Abmeierung (Enteignung durch Überschuldung) der Oberhäger Höfe im 17. Jahrhundert jeweils auf die dortigen Einzelhöfe aufgeteilt. &lt;br /&gt;
:Ab 18.Jahrhundert war sie dann eigentümlich die Guts-Weide des Oberhäger Stadtgutes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Über die Nutzungsanteile der Kätner steht in der Rövershäger Wirtschaftsordnung von 1767 geschrieben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;...Wogegen einem Käthner oder Einlieger den Sommer über auf der gemeinen Weyde 2 Kühe, und allenfalls ab und an, um der Erhaltung durch Zuzucht willen, noch eine junge Starke, so noch nicht gekalbet, 2 Schweine und 3 Schaaffe, durchaus aber keine Pferde zu halten erlaubet seyn soll, jedoch muß er das Heu zur Winter-Fütterung denen Pächtern nach Gewohnheit bezahlen, dagegen diese ihnen jährlich den Mist abfahren lassen, und dafür a Fuhder 4 Schillinge vergüten. ..&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Saisonverträge der Hirten für die Beweidung der Gemeinde- wie später auch der Gutswiesen liefen jährlich von Mariae Verkündigung (25.März) bis Martini (Martinstag 11.November)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====(Abschnitt C in der Karte) Die großen Hufen-Flächen für die Rövershäger Hagenhuf-Bauern=====&lt;br /&gt;
[[Datei:RH UGR C Karte 8 Rövershäger Hufenflächen.jpg|thumb|500px|rechts|Karte22 Wiesenkarte Rövershäger und Oberhäger Gemeindewiesen Registernummern 56 und 57 (Kartenblock &#039;&#039;&#039;C&#039;&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
:Die Rövershäger Bauernwiese beinhaltete vom 13. Jahrhundert bis 1950 die Hofwiesen der Mittel-Rövershäger Bauernhöfe.&lt;br /&gt;
:Deren Beweidungszyklen entsprachen denen der Rövershäger Gemeindeflächen (siehe B).&lt;br /&gt;
;Die Beweidung auf den einzelnen Hofflächen erfolgte jedoch in Eigenregie der einzelnen Bauern&lt;br /&gt;
:Zu jeder Hufe der eigentümlichen Bauernhöfe war hier ein Wiesenabschnitt aus den Wiesennummern 56/57 einem Mittel-Rövershäger Hof zugeordnet, dazu ein kleiner Wiesenteil aus Nr. 212 (siehe Abschnitt A) zur Schweinehaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====(Abschnitt D in der Karte) Die Purkshöfer Gemeindewiesen (ehemalige Präbanden-Wiesen des Heilig-Geist Hospitals)=====&lt;br /&gt;
[[Datei:RH UGR D Karte 9 Purkshöfer Gemeindewiesen a.jpg|thumb|400px|rechts|Karte23 Die Purkshäger Gemeindewiesen, bis 1552 Präbandenwiesen des Heilig-Geist Hospitals (Kartenblock &#039;&#039;&#039;D&#039;&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Purkshöfer Gemeindewiesen sind zu Beginn es 14. Jahrhunderts als Präbandum in den Besitz des Heilig-Geist-Hospitals gelangt.&lt;br /&gt;
:Präbanden oder auch Pfründner nannte man Pensionäre in Spitälern, in unserem Fall, jeweils im Heilig-Geist-Hospital sowie dem St. Jürgen Hospital (Hier die St.Georg-Insel)  die sich durch Einbringen eines Legats (Präbande) also Geldvermögen oder ländlichen Grundbesitz eine dauernde Alters-Unterkunft und Pflege gesichert hatten. &lt;br /&gt;
:Die Präbanden verbrachten dann ihren Lebensabend in Präbänden-Häusern (in Rostock jeweils im Heilig-Geist-Hof und der Pädagogien-Straße zwischen Kröpeliner- und Langer Straße, sowie der heutigen St. Jürgen-Straße).&lt;br /&gt;
:Die Hospitäler finanzierten mit den Erlösen aus der Bewirtschaftung der Grundbesitz-Pfründen ihre Armenhäuser und oft weit abseits gelegene Siechen-Einrichtungen und -häuser (So u.a. die Isolationsfläche für Lepra-Kranke auf der St. Georg-Insel am Rande des Radel-Sees). Dazu gehörten auch der zuvor private Wiesenbesitz an den später, mit der Reformation enteigneten, so genannten Purkshöfer Gemeindewiesen.&lt;br /&gt;
:Nach der Säkularisation waren sie eigentümlich und in der Weide-Bewirtschaftung aufgeteilt auf die Dörfer Jürgeshof und Purkshof.&lt;br /&gt;
;Anmerkung:&lt;br /&gt;
:Eine weitere derartige Isolierungseinrichtung der Rostocker Hospitäler war die Siechenkapelle am alten Landweg, an der Gemarkungsgrenze zwischen den Dörfern Vogtshagen und Rövershagen, dessen Gebäude um 1800 abgerissen wurde&lt;br /&gt;
:Die abgelegenen Seekenwiesen am Stromgraben, im Herzen der Rostocker Heide, standen den Siechen dieser Einrichtungen zur Eigenbewirtschaftung zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die drei Siedlungsphasen auf Markgrafenheider Gebiet im Überblick ==&lt;br /&gt;
: [[Datei:RH Mgh Karte 15 Siedlungsphasen.jpg|thumb|550px|rechts|Karte24 RH Mgh Die drei Siedlungsphasen auf Markgrafenheider Gebiet  Grafik: Willi Kolp]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Siedlungsphase 1 - An der alten Warnow-Mündung, am Rostocker Hafen und Danskeborg auf der Mandelwiese/Predigerwiese vor 1252 bis 1478 (SP 1) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Siedlungsphase 2 Der von Thor Balk gegründete Hof - 1586 bis 1625 (SP 2) ===&lt;br /&gt;
:Der Thor Balk-Hof mit seinen Folgebauten und folgenden Nutzern, sowie Schleuse, Schleusendamm und Brücke&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Siedlungsphase 3 Vom Torfstecherkaten zum Forst-Ort - 1691 bis 1800 und dann fortlaufend (SP 3) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;SP 3a &lt;br /&gt;
:ab 1692 Kossatenhof dazu 1798 das neue Forsthaus, der neue Straßendamm mit großer Brücke und Holzlager II&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;SP 3b &lt;br /&gt;
:ab 1688 Brandts-Jägerhaus -&amp;gt; ab 1760 Torfstecherkaten und Kanabrücke bis 1798 -&amp;gt; ab 1777 bis 1798 alte Baumwärterstelle und Holzlager III&lt;br /&gt;
:1777 - Nach dem Regulativ wird der Markgrafenheider Torfstecherkaten in eine Baumwärter-Wohnung umgewandelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;SP 3c &lt;br /&gt;
:Schafstall ab 1691 bis vor 1764 (Flurname am &amp;quot;Schapstallhürn&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== + Die einzelnen Forstgehöfte in Markgrafenheide==&lt;br /&gt;
KFC85ff&lt;br /&gt;
===== Das alte Forstgehöft am Milchsteg, Holzlager III, Einmündung Armenkirchhofschneise bis bald nach 1799=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:RH MGH Flurkarteauszug mit Grundriß altes Forsthaus 1924.jpg|thumb|350px|rechts|Karte25 Flurkartenauszug 1924 Lagegrundriß des im 18. Jahrhundert zunächst als Torfkaten erbauten ersten Forsthauses wo die Armenkirchofschneise an den Moorgraben stößt Quelle: Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;am westlichen Ende der Armenkirchhofschnese vor dem Moorgraben&lt;br /&gt;
:[https://www.ortschroniken-mv.de/index.php/Ludwig_Krause_%22Private_Ratsj%C3%A4germeister_im_16._und_17._Jahrhundert_S._37-43 Jäger Brandt Hof  (1588-1595 und 1668-1696 aktenkundig ) ] -&amp;gt; Torfstecherkaten (1760-1777) -&amp;gt; altes Forstgehöft (1777 - bis bald nach 1799) -&amp;gt; Holzlager III und Forstscheune (spätestens ab 1835 - 1945)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1777&lt;br /&gt;
:Nach dem Regulativ wird der Markgrafenheider Torfstecherkaten in eine &#039;&#039;&#039;Baumwärter-Wohnung&#039;&#039;&#039; umgewandelt&lt;br /&gt;
;1798.&lt;br /&gt;
:Forstinspector Becker erwähnt am Ort wieder eine Torfscheune. Sie stand offensichtlich in unmittelbarer Nachbarschaft des Baumwärter-Hauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1799&lt;br /&gt;
:Dem &#039;&#039;&#039;Holzwärter&#039;&#039;&#039; Wramp wird vom Forstgewett das Beherbergen Fremder streng untersagt. (AHR 1.1.1. Forstverwaltung Nr. 138)&lt;br /&gt;
:In der Planzeichnung für den Schneisenbau der neuen geraden Schneise von Hinrichshagen nach Markgrafenheide ist am Ende der Armenkirchhofschneise beim Moorkanal noch das Gebäude der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Baumwärter-Wohnung&amp;quot;&#039;&#039;&#039; eingezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801, 3.Nov.&lt;br /&gt;
:war ein heftiger Sturm, der die Torfscheune umwarf. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1927&lt;br /&gt;
:Auf der topographischen Karte von 1927 ist auf der Stelle des alten Forsthauses neben dem Holzlager II noch eine Forstscheune verzeichnet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Das neue Forstgehöft an der neuen Moorgraben-Brücke der heutigen Hinrichshäger Chausee, Holzlager II ab 1798=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:MGH Neues Forsthaus Plan 1906.jpg|thumb|550px|rechts|Karte26 Lageplan von 1909 des 1798 erbauten Forsthauses an der neu erbauten Straßenbrücke]]&lt;br /&gt;
: [[Datei:Mgh Das 1798 erbaute neue Forsthaus Foto von 1908.jpg|550px|thumb|rechts| Das 1798 in Markgrafeheide erbaute neue Forsthaus Foto von 1908 Quelle: Heidearchiv ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1815&lt;br /&gt;
:25.März - starb &#039;&#039;&#039;Holzwärter&#039;&#039;&#039; Carl Friedrich Wramp zu Markgrafenheide 68 Jahre alt. (BK)&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1822&lt;br /&gt;
:29.Dezember - erschoß sich der &#039;&#039;&#039;Holzwärter&#039;&#039;&#039; Johann Christian Nicolaus Grälert zu Markgrafenheide 43 Jahre alt aus Unachsamkeit als er mit einer geladenen vor sich gehaltenen Büchse die mit einander kämpfenden Hunde auseinandertreiben wollte. Vier Wochen später verunglückt auch dessen &#039;&#039;(namentlich nicht genannter)&#039;&#039; Nachfolger tödlich. (BK)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1823&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Holzwärter&#039;&#039;&#039; Russ(h)ow genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1833&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Holzwärter&#039;&#039;&#039; Kröger genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1868&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Jetzt ist hier eine &#039;&#039;&#039;Baumwärterstelle&#039;&#039;&#039;, deren Inhaber das dortige Holzlager und das auf dem Moorhofe unter Aufsicht hat, und zwei Kossaten.&amp;quot; &lt;br /&gt;
:(Archiv für Landeskunde 1868, p.258)&lt;br /&gt;
:Anmerkung von Ludwig Krause 1903, &amp;quot;So ist es noch heute, nur muß es statt &#039;&#039;&#039;Baumwärter&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Holzwärter&#039;&#039;&#039; heißen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1899&lt;br /&gt;
:2.März- &#039;&#039;&#039;Holzwärter&#039;&#039;&#039; A. Voß/ Markgrafenheide wird als Jäger zum Schnatermann versetzt.&lt;br /&gt;
:Nachfolger als Holzwärter wird der Hilfs-Jäger Hohenstein (ehem. Schnatermann). (KFC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1901&lt;br /&gt;
:14.April - &#039;&#039;&#039;Holzwärter&#039;&#039;&#039; Hohenstein wird von Markgrafenheide zum &#039;&#039;&#039;Stadtjäger&#039;&#039;&#039; nach Torfbrücke an Stelle des pensionierten Jägers Milhahn versetzt&lt;br /&gt;
:an seine Stelle tritt &#039;&#039;&#039;Holzwärter&#039;&#039;&#039; Köster von Lager V zu Rövershagen nach Markgrafenheide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:14.September - &#039;&#039;&#039;Jäger&#039;&#039;&#039; Gottschlich in Markgrafenheide im Rahmen der Neuregelungen der Gehälter von Jägern und Hilfsjägern erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 10.Juli&lt;br /&gt;
:[[Großbrand im Markgrafenheider Kruggehöft]] (Ende des alten Forsthauses)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Revier Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Das Restaurant &amp;quot;Forsthaus&amp;quot;===&lt;br /&gt;
KFC 101&lt;br /&gt;
: [[Datei:Mgh Cafe Forsthaus Bechlin 1930.jpg|550px|thumb|rechts| Das Restaurant und Cafe Forsthaus 1930 Quelle: Heidearchiv ]]&lt;br /&gt;
;1831, 16.Mai&lt;br /&gt;
:Am Himmelfahrtstag wird das neu erbaute Restaurant &amp;quot;Forsthaus Markgrafenheide&amp;quot; eröffnet&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Kossaten-Häuser==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Mgh Kossatengehöft um 1922.jpg|thumb|450px|rechts| Kossatenhäuser/Forstfuhrmannshof in Markgrafenheide]]&lt;br /&gt;
;Kossaten (auch Kätner) waren&lt;br /&gt;
:im Mittelalter und der frühen Neuzeit meist slawische, &lt;br /&gt;
:später deutsche Kleinbauern in Mecklenburg, Pommern und Brandenburg. &lt;br /&gt;
:Sie besaßen eine Kate (kleines Haus) mit wenig Land, oft am Dorfrand, &lt;br /&gt;
:und verdingten sich als Tagelöhner oder Handwerker auf Bauern- und Herrenhöfen, &lt;br /&gt;
:da ihr Land nicht zur Eigenversorgung ausreicht.&lt;br /&gt;
:Vielfach wurden Kossaten auch in Gebieten der Forstwirtschaft angesiedelt &lt;br /&gt;
:um Hand- und Spanndienste in der Waldbewirtschaftung, &lt;br /&gt;
[[Datei:Malchin Markgrafenheide Kartoffelsammlerinnen a oJ.jpg|thumb|450px|rechts|C.Malchin Markgrafenheide Kartoffelsammlerinnen Foto: W.Steinmüller]]&lt;br /&gt;
:Viehhaltung in der Waldweide sowie andere Forstarbeiten zu übernehmen.&lt;br /&gt;
:In der Rostocker Heide umfasste das besonders den Holzeinschlag, Forstfuhrwerks-Transporte, Graben und- Kanalbau (Stackwerke, Bollwerke u.a.) Prahmtreidel- und Floßtransporte.&lt;br /&gt;
:Die Kossaten hatten eine seitens der Stadt vertraglich festgelegt Zahl an verschiedenartigen Wirtschaftspferden zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:MGH Kossatenhäuser um 1914.jpg|MGH Kossatenhäuser um 1914 Foto Emil Goerke&lt;br /&gt;
Datei:KoWa1 MGH Kossatenhäuser 01.jpg|MGH Kossatenhäuser um 1950 01 Bildautor:Otto Kolp&lt;br /&gt;
Datei:KoWa1 MGH Kossatenhäuser 02.jpg|MGH Kossatenhäuser um 1950 02 Bildautor:Otto Kolp&lt;br /&gt;
Datei:KoWa1 MGH Kossatenhäuser 03.jpg|MGH Kossatenhäuser um 1950 03 Bildautor:Otto Kolp&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center/&amp;gt;&#039;&#039;Zum Navigieren Pfeiltasten verwenden! Zur Ansicht aller Bilder auf Symbol in der Mitte klicken!&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:KoWa1 MGH Kossatenhäuser 01.jpg|MGH Kossatenhäuser um 1950 01 Bildautor:Otto Kolp&lt;br /&gt;
Datei:KoWa1 MGH Kossatenhäuser 02.jpg|MGH Kossatenhäuser um 1950 02 Bildautor:Otto Kolp&lt;br /&gt;
Datei:KoWa1 MGH Kossatenhäuser 03.jpg|MGH Kossatenhäuser um 1950 03 Bildautor:Otto Kolp&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1813 Beckers Organisation des Landsturms 1813==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Am 11.November 1813 erhält Forstinspektor Becker vom Rostocker Gewett folgende befehlsförmige Anweisung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;&#039;&#039;Dem Forstinspec. Becker wird hierdurch commitieret zur Sicherheit der Seeküsten von der Torf Brücke bis nach Markgrafenheide und von da bis Warnemünde bei nächtlicher Zeit durch den Landsturm aus der Heide Güthern patrollieren zu laßen.&lt;br /&gt;
:11.Novbr.  Gewett ( Unterschrift)&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:(AHR 1.1.1. Forstverwaltung Nr. 539)&lt;br /&gt;
* [[Beckers Organisation des Landsturms 1813]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Küstenbewachung gegen die Einschleppung der Cholera 1831==&lt;br /&gt;
;Bericht vom Heideverweser Prang 1832&lt;br /&gt;
:&amp;quot;In Markgrafenheide lag die Küstenwache vom 12.Juni bis 15. Dezember 1831&lt;br /&gt;
:Der Sergeant lag beim Holzwärter Russow in Kost und Quartier, während die Leute von den beiden Kossaten Keding und Kopmann verpflegt wurden.&lt;br /&gt;
:Als Wachhaus hat eine dortige Fischerbude gedient.&lt;br /&gt;
:Anfang 1832, also nach Aufhebung der Küstenbewachung wurde das Holzwerk etc. der Baracke Nr.1 nach Markgrafenheide gebracht&amp;quot;&lt;br /&gt;
:(Worum es sich bei der Baracke 1. handelt ist unklar. Vieleicht wurde sie auf dem Anwesen des Holzwärters Russow deponiert?)&lt;br /&gt;
* [[Die Küstenbewachung gegen die Einschleppung der Cholera 1831 Quelle:KFC P119-122]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status von Markgrafenheide im Jahre 1890==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Auszug aus &amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe  Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; 1894:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039;&#039;Markgrafenheide&#039;&#039;&#039; ...Mit Rövershagen sind noch zu einer Gemeinde vereinigt die Forstorte der Rostocker Heide, bestehend aus den Forstgehöften Meyer´s Hausstelle bei Gelbensande und Schnatermann bei Rövershagen (1 Schankw.), 18 Einw. (1855), 12 Einw. (1890), Torfbrücke mit Waldhaus bei Müritz, 50 Einw.(1855), 26 Einw.(1890), und der Försterei Wiethagen bei Rövershagen , 97 Einwohner (1890), Hinrichshagen bei Rövershagen, Dorf, Schule, Forsthaus, Baumwärterei, 197 Einw. (1855), 232 Einw. (1890) und &#039;&#039;&#039;Markgrafenheide&#039;&#039;&#039; bei Rövershagen, Amt Ribnitz, Dorf, 2 Hauswirthe, 1 Holzwärter, 20 Einw.(1855),28 Einw.(1890)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Markgrafenheide&#039;&#039;&#039; steuert von 414,14, Mittel-Rövershagen, Rostocker Heide und Hinrichshagen von 5008,2, Niederhagen von 3397,10, Oberhagen von 2290,2 bonitirten Scheffeln.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== + Der Moorgraben und die vier Holzverladestationen auf Markgrafenheider Gebiet==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1774 Das Holzlager (später Holzlager III) wird an der Stelle des 1588 für den Jäger Brandt angelegten Jägerhofes eingerichtet.&lt;br /&gt;
:1799 wird das Forstgehöft an die südlich neu gebaute Straßenkreuzung, verbunden mit einem Brückenbau über den Moorkanal, mehrere hundert Meter nach Süden verlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die drei Brücken über den Moorgraben und die Stackwerke ===&lt;br /&gt;
(Straßenbrücke, Milchsteg und Jägersteg)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; + (weitere Brückenbilder einpflegen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Straßenbrücke====&lt;br /&gt;
,+ chronologisch folgende Brücken ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:Die erste 1799 erbaute Straßenbrücke.jpeg|thumb|550px|rechts|Die erste 1799 erbaute Straßenbrücke Bild - Carl Malchin um 1900, Foto - Wilfried Steinmüller]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:Carl Malchin Markgrafenheide um 1890.JPG|thumb|550px|rechts|Gemälde v Carl Malchin um 1903 (Quelle - Wikipedia, gemeinfrei) ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1799 neue Strassentrasse, von der Armenkirchhofschneise weg, umverlegt und dort Bogenbrücke mit Auffahrt-Böschung angelegt (Malchin-Brücke).&lt;br /&gt;
:Damit einhergehend wird auch das Forsthaus an die neue Straßenquerung über den Prahmgraben umverlegt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
: [[Datei:MGH Brücke am neuen Forsthaus 1906.jpg|thumb|500px|rechts|Bauplan der 1909 neu erbauten Straßenbrücke Quelle Wikipedia (gemeinfrei)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1909 ersetzt die zweite Bogenbrücke an gleicher Stelle die Erste.&lt;br /&gt;
:Sie ist fast baugleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die Zugbrücke&lt;br /&gt;
: [[Datei:Mgh Zugbrücke um 1920.jpg|thumb|600px|rechts|Die Zugbrücke um 1920 ]]&lt;br /&gt;
;1.Mai 1945&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Adolf Kuhlmann, Führer der ersten Frühbahn der Strandbahn bringt ein paar Hitlerjungen von dem sinnlosen Auftrag die hölzerne Klappbrücke über den Moorgraben zu sprengen ab. Dieser Frühzug war die letzte Fahrt der Strandbahn insgesamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Ob die Brücke am Kriegsende doch noch zerstört wurde oder was weiter geschah harrt noch der Aufklärung,&lt;br /&gt;
:Wenig später findet sich hier eine hölzerne Notbrücke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Der Milchsteg====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:RH Treidelwegpforte beim Milchsteg vor 1925.jpg|thumb|500px|rechts|Treidelwegpforte beim Milchsteg vor 1925 Quelle. Heidearchiv]]&lt;br /&gt;
: [[Datei:MGH Milchsteg 1952 Mittelteil nicht mehr klappbar Treidelweg vor den Eichen.jpg|thumb|500px|links| Milchsteg 1952 Mittelteil nicht mehr klappbar Treidelweg vor den Eichen, Blick von Süd (Foto: Otto Kolp 1957)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Der Milchsteg ersetzt die 1799 abgerissene erste Straßenbrücke am westlichen Ende der Armenkirchhofschneise.&lt;br /&gt;
:Bis 1925 war der Kernteil der Rostocker Heide von einem Gatter umgeben. So dass dieser Teil des Waldes nur über Schleusentore oder Durchgangspforten betreten werden konnte. Unmittelbar über den Treidelweg am Moorgraben entlang versperrte eine solche Pforte dem Wild den Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Der Jägersteg====&lt;br /&gt;
: [[Datei:Jägersteg mit Treidelweg 1920.jpg|thumb|530px|links|Der Jägersteg &#039;&#039;&#039;mit Treidelweg&#039;&#039;&#039; 1920 von Norden gesehen]]&lt;br /&gt;
: [[Datei:MGH Jägersteg Mittelteil noch klappbar 1930.jpg|thumb|500px|rechts|Der Jägersteg, noch klappbar, von Süden gesehen (Foto: Otto Kolp 1957]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die &amp;quot;Köhlerei&amp;quot;, der &amp;quot;Käsel&amp;quot;/&amp;quot;Kösel&amp;quot;, das &amp;quot;Hexenhaus&amp;quot;===&lt;br /&gt;
: (KFC p19)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [[Datei:Hexenhaus in Ahrens Kleinod S24 1920.jpg|500px| rechts|Hexenhaus in Ahrens Kleinod]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Es wurde bislang kein Nachweis darüber aufgefunden, daß das im Volksmund als &amp;quot;Kösel&amp;quot; bezeichnete kleine Häuschen am Moorgraben jemals zu einer Köhlerei oder Teerschweelerei gehört haben könnte. In einem Dokument des Forstdepartementes von 1882 wird es als Unterkunft für die Moorgraben-Flößer und Waldarbeiter aufgeführt. &lt;br /&gt;
:Nachweise von Köhlerei-Aktivitäten am Standort sind nicht vorhanden, ausgenommen eines Experimentes von 1845.&lt;br /&gt;
:Das für das Jahr &#039;&#039;&#039;1845&#039;&#039;&#039; dokumentierte Experiment aus Stechtorf Torfkohle herzustellen hielt nur einen Sommer lang an und scheiterte schon im Versuchs-Stadium Es führte nicht zur Schaffung baulicher Anlagen, wie manchmal angenommen wurde.&lt;br /&gt;
:Im übrigen lag der Meilerplatz dieses Versuches am Treidelweg auf der gegenüberliegenden östlichen Seite des Moorgrabens am Rande des Moores  neben der Holländerwiese.&lt;br /&gt;
:Der Kösel wird 1934 abgerissen.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anmerkung:&#039;&#039;&#039; Der Flurname &amp;quot;Köhlerei&amp;quot; taucht erstmals in einer Karte des Jahres &#039;&#039;&#039;1848&#039;&#039;&#039;, also drei Jahre nach dem Torfkohle-Experiment, auf, was die Vermutung nahelegt, das dieser Flurname hierin seinen Ursprung hat.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== + Die Fischerbuden und Wadenzüge==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Umfassender Beitrag zu den Fischerbuden und Wadenzügen von Volker Schmidt&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Die Fischerbuden vor der Rostocker Heide&amp;quot; Teil 1 und 2]] Autor-Volker Schmidt in Tidingsbringer Jg. 4 und 5 1999 bis 2001 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Markgrafenheide Buden KFC Ludwig Krause 1910.jpg|thumb|700px|rechts|Markgrafenheide Buden KFC Ludwig Krause 1910 ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
; + (KFC p70-72) &lt;br /&gt;
; + (siehe O. Kolp noch einarbeiten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Knieperbude===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:MGH Knieperbude F1.jpg| Knieperbude um 1913 (Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:Fort Hindenburg.jpg|Knieperbude als Fort Hindenburg 1919 Fotograf Rudolf Ahrens Warnemünde (Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Knieperbude und der &amp;quot;Wandervogel&amp;quot;-Verein====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges, nachdem man die Nutzung als Fischerhütte aufgegeben hatte, erhielt der Verein &amp;quot;Wandervogel&amp;quot; e.V. die Knieperbude als Landheim zur Nutzung. Der Verein war in jener Zeit eine der größten Dachorganisationen der organisierten Wanderbewegung im Deutschen Reich.&lt;br /&gt;
:Zu Pfingsten des Jahres 1914 fand hier das letzte reichsweite Deutschlandtreffen der &amp;quot;Wandervögel&amp;quot; statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: * [[Der &amp;quot;Wandervogeltag zu Pfingsten 1914 beim Rostocker Landheim in Markgrafenheide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nur wenige Wochen darauf, mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges am 28. Juni 1914 wurde das Anwesen schließlich vom Militär beschlagnahmt, mit einem Hohen Erdwall versehen und als Küsten-Wachposten mit dem hochtrabenden Namen &amp;quot;Fort Hindenburg&amp;quot; versehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== + Die Knieperbude verwandelt sich in &amp;quot;Fort Hindenburg&amp;quot;====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC MGH p69&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Adolf Ahrens 1918 Zur Knieperbude und Fort Hindenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Fort Hindenburg. Es hieß früher &amp;quot;Knieperbaud&amp;quot; und liegt in der Heide.&lt;br /&gt;
:15 Mann liegen zur Bewachung drin. Zur Sicherheit haben sie die alte Hütte mit Wall und Mauer und Graben umgeben. Einen Wachturm haben sie auch gebaut, damit sie aufs Meer sehen und ansegelnde Engländer entdecken können.&amp;quot;&lt;br /&gt;
: * [[Fort Hindenburg Auszug A. Ahrens 1918]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die Knieperbude und die Pfadfinder nach dem ersten Weltkrieg====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Bilderalbum O.Kolp)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Schoferbude===&lt;br /&gt;
(KFC MGH p71)&lt;br /&gt;
:Die Schoferbude gilt als die Älteste der Fischerbuden, sie lag unmittelbar an der Stelle des Schafstalles, dessen Existenz von 1691 bis vor 1764 nachgewiesen ist.&lt;br /&gt;
:Daher ist es naheliegend, daß es sich bei &amp;quot;Schoferbude&amp;quot; um eine Verballhornung von &amp;quot;Schäferbude&amp;quot; handelt.&lt;br /&gt;
:Ludwig Krause erwähnt bei der Schoferbude/ Alte Mündung ein in Resten noch vorhandenes&lt;br /&gt;
andenes Bollwerk, daß der Legende nach von den Vitalienbrüdern angelegt worden sein soll.   &lt;br /&gt;
:(KFC Moorhof p11)&lt;br /&gt;
:Es steht eher zu vermuten, daß es sich dabei um Reste der zwischen 1586 und 1760 bestehenden Schleuse an der Alten Mündung handelt. &lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:MGH Schoferbude 1.jpg|Markgrafenheide Schoferbude F1 (Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:MGH Schoferbude 2.jpg|Markgrafenheide Schoferbude F2 (Heidearchiv)&lt;br /&gt;
Datei:MGH Schoferbude 3.jpg|Markgrafenheide Schoferbude F3 (Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Rosenortbude===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:MGH Rosenortbude 1.jpg|MGH Rosenortbude 1 (Heidearchiv)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datei:H|Die später nach Torfbrücke umgesetzte Rosenortbude (Foto Otto Kolp 1950)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1882 &amp;quot;Der letzte Heidefischer - Hans Bödewig kämpfte gegen Wohnungsnot sowie Beamte und verlor&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
: (Jürgen Rabbel 2008)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&amp;quot;Es ist eine traurige Geschichte vom Fischer Hans Bödewig und man wagt nach der Aktenlage nicht zu entscheiden, ob wirklich nur Beamtenwillkür oder unverbesserlicher Starrsin zu diesem Schicksal führte.&lt;br /&gt;
:Eigentlich gab es 1882 auf Beschluß des Löblichen Forstdepartementes in der Rostocker Heide keine Einlieger mehr, die sich im Frühjahr wegen wichtiger Waldarbeiten vor der Küste der Heringsfischerei mit Waden und Reusen widmen durften.&lt;br /&gt;
:Doch auch die Warnemünder Fischer, einschließlich der Fischhändler hatten hier später Mangels guter Fänge längst aufgegeben, als sich am 1.August 1923 Hans Bödewig in Markgrafenheide als Fischer niederließ.&lt;br /&gt;
:Die Eltern des in Graal-Müritz Gebürtigen hatten durch die Inflation ihr Haus in Rostock verloren und waren mittellos.&lt;br /&gt;
:Als Gehilfe in der Stadt glaubte er sich und seine Eltern nicht ernähren zu können.&lt;br /&gt;
:Deshalb erwarb er ein Boot, und da für ein Netz das Geld nicht reichte, kaufte er Angelleinen für Dorsch und Flunder.&lt;br /&gt;
:Vorübergehend hielt er sich in einer von den &amp;quot;Wandervögeln&amp;quot; als Landheim benutzten ehemaligen Fischerbude auf, stellte aber beim Rostocker Rat den Antrag, sich mit einem &amp;quot;Stadtzuschuß&amp;quot; hinter den Dünen einen &amp;quot;Unterstand zum Nacht-bleiben&amp;quot; oder ein kleines Haus mit Geräteschuppen bauen zu dürfen.&lt;br /&gt;
:Dieser Antrag wurde ebenso abgewiesen wie das Wohnrecht in der vom Oberförster Mahler zugewiesenen &amp;quot;Köhlerhütte&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Auch der Hinweis auf die bestehende Wohnungsnotlage und die Existenzfrage machte auf die Beamten keinen Eindruck. &amp;quot;Der Fischer, oder vielmehr angebliche Fischer Bödewig habe in Rostock nur zur Untermiete gewohnt. Deshalb sollte ihm diese Hütte nicht dauernd zur Benutzung überlassen werden. Dann könne ja jeder Schuster oder Schneider auf den Einfall kommen, ein Haus in der Heide zu beanspruchen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wolle dieser Mann in der Ostsee fischen, solle er nach Warnemünde ziehen.&lt;br /&gt;
:Der ständige Aufethalt in der gedachten Hütte wurde Bödewig von der Forstverwaltung im Februar 1924 ebenso wenig genehmigt wie der Bau eines Schutzhauses.&lt;br /&gt;
:Schließlich überließ ihm im April der Forstinspector Bencard doch bis auf Widerruf die Hütte unter der Zusicherung, zeitweise Waldarbeiter und Flößer aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Räumung durch Forstbehörde angeordnet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Da seine Unterkunft im Winter nicht bewohnbar und ihm die Pacht der Hütte zum 1.Oktober 1925 gekündigt worden war, stellte Bödewig erneut einen Bauantrag &amp;quot;bei der Sandgrube&amp;quot; links neben der Warnemünder Chaussee. Wegen der guten Unterhaltung des Hauses und seiner Verdienste um den Forst bei Sturm und Ausbruch mehrerer Feuer wurde die Räumung auf den Sommer 1926 verlängert.&lt;br /&gt;
:Für den geplanten Bau erhielt er allerdings immer einen ablehnenden Bescheid mit dem internen Vermerk, &amp;quot;dem Antrag unter keinen Umständen Folge zu leisten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Nun bereits seit drei Jahren in der Hütte, gab er später zu, in einem Protestschreiben über die bestehenden Verhältnisse &amp;quot;nicht immer den richtigen Ton&amp;quot; gefunden zu haben.&lt;br /&gt;
:Bitter hatte er sich nämlich empört, man könne ja schließlich von den Herren in den überheizten Amtsstuben kein Verständnis für Leute erwarten, die der Staat vorher um ihr Vermögen betrog.&lt;br /&gt;
:Es müsse &amp;quot;Beamtenschikane&amp;quot; sein, wo er doch sich und seine Eltern mit der Kundschaft in den Heidedörfern durch Arbeit ordentlich ernähren kann.&lt;br /&gt;
:Eine Wohnung in Wiethagen nahm er nicht an, denn dort müsste er ohne Existenz nur &amp;quot;hungern und Hunger tut doch weh!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Für die Übernahme einer Fischerei am Saaler Bodden hatte er kein Geld, in Warnemünde waren schon zu viele Fischer verschuldet, in Graal fehle jede Absatzmöglichkeit, und um Almosen wollte er nicht betteln.&lt;br /&gt;
:Nach dem Motto &amp;quot;Not kennt kein Gebot!&amp;quot; weigerte sich Bödewig, woraufhin Stadtrat Dr.Altvater notfalls mit der Zwangsräumung drohte.&lt;br /&gt;
:Von der Landesregierung nicht unterstützt, wurde letztlich die Räumungsklage vom 25.August 1927 für Recht anerkannt und aufrecht erhalten.&lt;br /&gt;
:Notgedrungen räumte er die Hütte zum Dezember, &amp;quot;ohne die Polizei zu bemühen und der Öffentlichkeit ein Schauspiel zu geben&amp;quot;, und zog zu seinen Eltern nach Rostock.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fahrgastschiffahrt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Auszug aus: &amp;quot;Vom Dampfboot zum Seedampfer&amp;quot; Autor: Jürgen Rabbel   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[ Mit dem Motorboot &amp;quot;Princess&amp;quot; in die Heide&amp;quot; Autor Jürgen Rabbel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Moore auf Markgrafenheider Gebiet und ihre Bewirtschaftung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Gräben, Kanäle und Torfstiche im Großen Moor===&lt;br /&gt;
; + Auszüge aus Ludwig Krause KFC Markgrafenheide p30-35, BHC 78&lt;br /&gt;
: Kanäle, Stackwerke, Deiche, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Stinkengraben, Markgrafenheider-, &#039;&#039;&#039;Alter&#039;&#039;&#039; Moorhof-Graben und Schleusen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Datei:RH Mgh Moor Kanäle.jpg|thumb|550px|rechts|Karte27 Stinkengraben, Markgrafenheider-, Prahmgraben und Schleusen  Grafik: Willi Kolp]]&lt;br /&gt;
:[[Datei:RH Karte Stinkengraben 1761 2 mit Schleuse und Schlüsserdamm b.jpg|thumb|550px|rechts|RH Die 1761 erbaute Schleuse am Schlüsserdamm (Nr.2 in der Karte)]]&lt;br /&gt;
;Erklärung zur nebenstehenden Karte:&lt;br /&gt;
:´&lt;br /&gt;
:´&lt;br /&gt;
;Graben Nr.1 &lt;br /&gt;
;Ab 1579, 14.März (Der &amp;quot;Moor-Graffen&amp;quot;, Stintgraben oder Stinkengraben)&lt;br /&gt;
:Gelegentlich einer Ratsverhandlung mit den &amp;quot;verordneten Bürgern&amp;quot; über den Zustand der von ihnen verwalteten Landgüter tritt Jochim Barchmann, der Verordnete der Müggenburg, auf und sagt unter anderem, &#039;&#039;&#039;er wolle einen &amp;quot;Graffen&amp;quot; der Stadt zum Besten in die Heide &amp;quot;ziehen&amp;quot; und &amp;quot;das Depf zugleich buwen&amp;quot;.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:(Voß p129)&lt;br /&gt;
:Das &#039;&#039;&#039;Z&#039;&#039;&#039; in der nebenstehenden Karte markiert den Standort, an der darauf hin das &amp;quot;Depf&amp;quot;, das Tief als Verbindung zur Ostsee angelegt wurde.&lt;br /&gt;
:Bei diesem Graffen und dem Tief handelt es sich um den Stinkengraben vom Heiligen See bis zur &amp;quot;Alten Mündung&amp;quot;, dem Durchstich &#039;&#039;(Tief)&#039;&#039; am Standort der hier lange nach den Ereignissen gelegenen Schofer-Bude. &lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;alte Mündung&amp;quot; wurde bald nach der Anlage des Moorkanals zwischen Hüttelmoor und Radelsee zwischen 1760 und 1765 wieder geschlossen. &lt;br /&gt;
:An ihm befanden sich zwei Schleusen. &lt;br /&gt;
:Die erste Schleuse an der &amp;quot;Alten Mündung&amp;quot; sollte den sowohl den Durchstich bei Fluten sichern, hatte aber auch eine Rückstau-Funktion in Niedrigwasser-Phasen.&lt;br /&gt;
:Die zweite Schleuse befand sich am Schleusendamm unmittelbar neben dem Anwesen von Thor Balck. Sie hatte eine Übergangsbrücken- und Rückstau-Funktion.&lt;br /&gt;
;Anmerkung: Bis zur Schließung der &amp;quot;Alten Mündung&amp;quot; um 1760 wanderte der [[Stint]] in der Laichzeit durch den offenen Mündungsmund in den Graben (&amp;quot;Graffen&amp;quot;) ein. &lt;br /&gt;
:Selbiges geschah auch im bis 1487 den Radelsse mit der Ostsee verbindenden Stankgraben. &lt;br /&gt;
:Mit der Schließung der beiden Tiefe 1487 und 1760 verschwanden hier auch die Leichgebiete für den Stint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Graben Nr.2 (Prahm- oder Markgrafenheider-Graben)&lt;br /&gt;
;Ab 1760/61&lt;br /&gt;
:Die Kaufleute Paul Grube und Johann Georg Stypmann lassen den Moorkanal zwischen Radelsee und Hütelmoor als &#039;&#039;&#039;neue Durchstich-Trasse quer durch die feste Mergel-Barriere der [[Eisrandlage]]&#039;&#039;&#039; anlegen. (KFC Mgh)&lt;br /&gt;
:Sie durchschneiden dabei die &amp;quot;Große Wiese&amp;quot; und verbinden den Stinkengraben bei der alten Mündung &#039;&#039;&#039;erstmals&#039;&#039;&#039; mit dem Radelsee&lt;br /&gt;
:(Quelle: BHC/ Dolberg p15)&lt;br /&gt;
:1796 wurde im Prahmgraben eine Kastenschleuse (Karte Schleuse 3) angelegt p34&lt;br /&gt;
:Die bei der Jägerwiese angelegte Schleuse mehrere Aufgaben. Sie sollte einen Wasserrückstau erzeugen um bei Öffnung im Kanal einen Wasserschwall zu erzeugen, der beladenen Torf- bzw Holzprahmen eine leichtere Durchfahrt zu ermöglichen, im Hochwasser-Fall das einfließende Wasser vom Breitling/ Radelsee zurückhalten und hatte schließlich auch noch eine Brückenfunktion.&lt;br /&gt;
:Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstand hier der Jägersteg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Graben Nr.3 (der &amp;quot;Alte Moorhof-Graben&amp;quot;)&lt;br /&gt;
: Ab 1761 bis 1839&lt;br /&gt;
:Der Alte Moorhofgraben hatte die Aufgabe, den Bewohnern von Müggenburg und Hinrichshagen vom Wald her einen Zugang zu den Torfstichen beim Stinkengraben zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
:Als 1839 der umfangreich, geradlinig und gut schiffbare mit Stackwerken und Treidelweg angelegte Moorhof-Kanal  gebaut wurde verlor der &amp;quot;Alte Moorhof-Graben&amp;quot; seine Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Wasser-Communikationen in und mit der Rostocker Heide&amp;quot;====&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Becker &amp;quot;Wasser-Communikationen in und mit der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Torfmööre in der Rostocker Heide&amp;quot;====&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Becker &amp;quot;Torfmööre in der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kolp 1 1957 Auszug.jpeg|thumb|450px|rechts|Karte28 Der Stinkengraben in der Generalkarte von Otto Kolp 1957 incl. der Einzeichnung des schon lange nicht mehr existierenden Durchstiches &amp;quot;Alte Mündung&amp;quot; von 1579 (Kartenausschnitt)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kolp Nordöstliche Heide bei dem Sturmhochwasser im Januar 1954 wir der einstige Durchstich Alte Mündung freigespült.jpg|thumb|450px|rechts|Bei dem Sturmhochwasser im Januar 1954 wird der einstige Durchstich von 1579, die &amp;quot;Alte Mündung&amp;quot;, freigespült]]&lt;br /&gt;
;Forstinspektor Herrmann Friedrich Becker berichtet 1838 über die Kanalbauten in der Rostocker Heide:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Unsere Vorfahren haben &#039;&#039;&#039;1587 schon einmal einen Kanal vom neuen Durchstich &amp;quot;Alte Mündung&amp;quot; einen Kanal hinter den Dünen zum Heiligen See geschaffen&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:Dieser alte Kanal hat eine dramatische Gerschichte.&lt;br /&gt;
:Unter den Bürgervertretern, denen damals die Heide anvertraut war, befand sich ein früherer Schuster mit Namen Joachim Barchmann, ein Mann von ungeheuere Willenskraft.&lt;br /&gt;
:Er wollte die Torflager der Heide ausbeuten und brauchte für die Abfuhr einen Kanal, konnte aber keinen Ratsbeschluß darüber erreichen.&lt;br /&gt;
:Da überzeugte er den reichen Ratsherrn Dr.Heyne von den Aussichte seines Unternehmens so, daß der Ratsherr den Kanal mit eigenem Gelde erbaute.&lt;br /&gt;
:Barchmann pachtete die Moorgebiete der Heide  und richtete mit vielen Arbeitern eine eine große Torfstecherei ein.&lt;br /&gt;
:Das Unternehmen brachte durch den Kanal glänzenden Gewinn dem Ratsherrn wurden alle Kosten des Kanalbaus erstattet, und Barchmann hat bis an sein Lebensende die Stadt mit Torf versorgt.&lt;br /&gt;
:Dieser alte Kanal ging von der &amp;quot;Alten Mündung&amp;quot;, nördlich von Markgrafenheide zum Heiligen See.&lt;br /&gt;
:Er hieß in meiner Jugend &#039;&#039;&#039;Stinkgraben&#039;&#039;&#039; und war verfallen und verlandet.&lt;br /&gt;
:Ich habe von jeher einen neuen breiteren und tieferen Kanal gefordert.&lt;br /&gt;
:Er sollte dem Lauf des Stinkgrabens nur zum Teil folgen und nicht dort zur &#039;&#039;&#039;1760 verschlossenen alten Mündung, sondern über den damals gleichzeitig geschaffenen Prahmgraben&#039;&#039;&#039; auf direktem Wege vom Moorhof zum Radelsee und Breitling führen.&lt;br /&gt;
:Ich habe den Kanal in Berichten immer und immer wieder gefordert und habe betont, daß auf dem Wasserwege drei bis vier Mann die gleiche Menge Holz fortschaffen, für die auf schlechten Landwegen hundert Pferde und auf Chausseen dreißig Pferde nötig seien.&lt;br /&gt;
:Als ich nicht mehr allein stand, sondern Garthe als mein Adjunkt mir zur Seite wirkte, haben wir den Kampf um den Kanal wieder aufgenommen.&lt;br /&gt;
:Wir argumentierten , der Kanal werde uns mit einem Schlage wettbewerbsfähig machen.&lt;br /&gt;
:Der große Befürworter für den Kanal wurde Dr. Bencard.&lt;br /&gt;
:Am &#039;&#039;&#039;23. Mai 1838 wurde der Kanalbau nach einer bewegten Abstimmung genehmigt&#039;&#039;&#039; und das Forstdepartement beauftragt, ihn auszuführen.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig wurde beschlossen, das Holz auf dem Wasserwege nur auf Prahmen und nicht durch Flößerei fortzuschaffen, um das Fahrwasser der Warnow nicht zu versperren.&lt;br /&gt;
:Der Bau des Kanals hat nur ein Jahr gedauert.&lt;br /&gt;
:Gleichzeitig mit dem Kanal wurden Holzschuppen in Moorhof und Markgrafenheide errichtet und auf den Rostocker Werften Holzprahme gezimmert.&lt;br /&gt;
:Der ganze Holztransport auf gelangt an einem Tag  mit dem Prahm vom Moorhof in die Stadt. Vier  Männer sind als Besatzung nötig. Es sind sehr billige Touren.&lt;br /&gt;
:Wir haben neben den Holzprahmen auch Torfprahme gebaut und unsere alten Torflager wieder aufgeschlossen. Wir versuchen ein Experiment, den Torf teilweise im Walde zu verkohlen und zunächst nur die Torfkohle in die Stadt zu schaffen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1579, 14. März=== &lt;br /&gt;
:Gelegentlich einer Ratsverhandlung mit den &amp;quot;verordneten Bürgern&amp;quot; über den Zustand der von ihnen verwalteten Landgüter tritt Jochim Barchmann, der Verordnete der Müggenburg, auf und sagt unter anderem, er wolle einen &amp;quot;Graffen&amp;quot; der Stadt zum Besten in die Heide &amp;quot;ziehen&amp;quot; und &amp;quot;das Depf zugleich buwen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:(Gewettsrechnungen AHR über die Anlegung des &amp;quot;Stinkengrabens&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1579 Der Stinkengraben mündete bis 1761 in die Ostsee &#039;&#039;(&amp;quot;Alte Mündung&amp;quot; siehe Karte 28 von Kolp)&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
;1579, 14.März&lt;br /&gt;
:Gelegentlich einer Ratsverhandlung mit den &amp;quot;verordneten Bürgern&amp;quot; über den Zustand der von ihnen verwalteten Landgüter tritt Jochim Barchmann, der Verordnete der Müggenburg, auf und sagt unter anderem, er wolle einen &amp;quot;Graffen&amp;quot; der Stadt zum Besten in die Heide &amp;quot;ziehen&amp;quot; und &amp;quot;das Depf zugleich buwen&amp;quot;. (Voß p129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bei diesem Graffen und dem Tief handelt es sich um den Stinkengraben vom Heiligen See bis zur &amp;quot;Alten Mündung&amp;quot;, einem Durchstich am Standort der hier lange nach den Ereignissen gelegenen Schofer-Bude. Die &amp;quot;alte Mündung&amp;quot; wurde bald nach der Anlage des Moorkanals zwischen Hüttelmoor und Radelsee um 1760 wieder geschlossen.&lt;br /&gt;
:Es ist möglich, aber nicht gesichert, daß bei dieser Gelegenheit der Ortsname Markgrafenheide durch eine Verballhornung aus der Zusammenlegung der Worte &amp;quot;Moor&amp;quot;-&amp;quot;Graffen&amp;quot;-&amp;quot;Heide&amp;quot; entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1587&lt;br /&gt;
:Die Nachricht von der Erbauung des Torfgrabens , jenes Kanals, der aus dem Breitling bei Markgrafenheide bis zum großen Torfmoor sich erstreckt. &lt;br /&gt;
Es ist ein Brief des Ratsherrn Dr. Friedrich Heine an den Rat folgenden Inhalts: Der Rat habe ihn aufgefordert, alle die Unkosten, die er mit dem weiland Bürgermeister Thomas Gerdes für die Errichtung des &amp;quot;neuen Grabens in die Heide&amp;quot; aufgewandt habe, anzugeben. Bekanntlich habe er und Gerdes im Jahre 1579 (also im Jahre der oben mitgeteilten Ratsverhandlung), nachdem nach mehrmaligen Verhandlungen die Frage der Einträglichkeit des von Jochim Barchmann vorgeschlagenen Grabens verneint war, auf eigene Unkosten die Verfertigung des Grabens übernommen, und zwar unter der Bedingung: Würde sich später herausstellen, daß der Graben sich bezahlt mache, so solle die Stadt ihnen alle auf ihn gewendeten Unkosten erstatten, falls nicht, dann sollten sie &amp;quot;außer dem Schaden auch den Schimpf behalten&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:In diesen acht Jahren (1579 - 1587) sei aber der Nutzen des Kanals erwiesen: Von St. Jakob Ziegelhofe würden für die Herabführung des Torfes jährlich 50 fl. entrichtet, von Jochim Barchmann 100, der andere Ziegelhof müsse gleichfalls jährlich 100 fl. geben, so daß hieraus zusammen jährlich allein 250 fl. Einnahme sich ergäben, ohne das, was die zu zahlen hätten, die als Privat-Personen ihren Torf aus der Heide führten. (G.R.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;KFC p30-34 p48-50&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Torfgewinnung im Markgrafenheider Gebiet==&lt;br /&gt;
===Erster Versuch 1760 bis 1770===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;quot;In den Jahren von 1760 bis 1770 unternahmen zwei Rostocker Kaufleute, Jacob Georg Stypmann und Paul Grube, eine Torfstich aus dem Moor zu Marggrafenheide im Großen zur Ausführung zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt; &lt;br /&gt;
Datei:RH Karte Stinkengraben 1761 1 mit alter Mündung in die Ostsee.jpg|RH Karte Stinkengraben 1761 1 &#039;&#039;&#039;mit alter Mündung&#039;&#039;&#039; in die Ostsee&lt;br /&gt;
Datei:RH Karte Stinkengraben 1761 2 mit Schleuse und Schlüsserdamm.jpg|RH Karte Stinkengraben 1761 2 &#039;&#039;&#039;mit Schleuse und Schlüsserdamm&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Datei:RH Karte Stinkengraben 1761 3.jpg|RH Karte Stinkengraben 1761 3&lt;br /&gt;
Datei:RH Karte Stinkengraben 1761 4 Heiligensee Ende mit Treidler.jpg|RH Karte Stinkengraben 1761 4 Heiligensee Ende &#039;&#039;&#039;mit Treidler&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ihr Plan ging dahin, den Torf durch den Breitling nach Rostock zu transportieren.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Es war derzeit bereits der Stinkengraben vom Heiligen See bis zum Durchstich &amp;quot;Alte Mündung&amp;quot; am anderen Ende dieses Prahmgrabens vorhanden.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Durch diesen erhielt erhielt das Wasser seinen Abfluß unmittelbar in die Ostsee.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Der Transport durch die Ostsee und Warnemünde aber war zu weit und gefährlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Um nun vom Torfmoor zum Breitling kommen zu können, zogen sie vom Stinkengraben den sogenannten Prahmgraben durch ein höher gelegenes hartes mit Findlingen durchsetztes Mergelbank-Terrain bei Marggafenheide vorbei in die Radel &#039;&#039;(einer ehemaligen Flußschleife des alten Warnowlaufes)&#039;&#039;, welche mit dem Breitling in Verbindung steht, vertieften den Häbel, eine Sandscholle im Breitling,&#039;&#039;&#039; erbauten kleine Prahmen mit flachen Böden, ließen große Quantitäten Torf stechen, und zum Verkauf nach Rostock transportieren. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:RH MGH Plan zur Torferkundung Rothermann 1761.jpg|thumb|400px|rechts|Karte29 RH MGH Plan zur Torferkundung Rothermann 1761 Quelle AHR]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Im Jahre 1761 beauftragten Stypmann und Grube den Bad Sülzer Amtmann und Salinen-Direktor [[Johann Georg Koch]] ein Wirtschaftlichkeitsgutachten &lt;br /&gt;
über die ökonomischen Verhältnisse der Torfgewinnung im Hütelmoor zu verfertigen.&lt;br /&gt;
:Der Direktorialvermesser F.C.Rotermann erhielt den Auftrag zur Veranschaulichung des Gutachtens eine Übersichtskarte zu verfertigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Textübertragung aus der Kartusche von Rothermanns Karte:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Plan&lt;br /&gt;
:von dem Torff-Mohr ohnweit Marggrafenheide belegen,&lt;br /&gt;
:wie weit im vorrigen Jahre der Torff gestochen worden und noch Fernerhin kan gestochen werden&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Litt. A&#039;&#039;&#039; der Ort wo bisher der Torf gestochen ist beträgt 2.700 QR &#039;&#039;(Quadratruthen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Litt. B&#039;&#039;&#039; wo Fernerhin der Torff kann gestochen werden  13.000 QR&lt;br /&gt;
:abgenommen und Aufgetragen den 13. Juny Ad. 1761 von F.C.Rothermann &lt;br /&gt;
:und copiiert von B.J. Wibbernitz im July 1762&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Die in der Karte mit &#039;&#039;&#039;A&#039;&#039;&#039; gekennzeichnete Fläche ist im ersten Betriebsjahr abgestochen worden, während die mit &#039;&#039;&#039;B&#039;&#039;&#039; ausgewiesene Fläche noch zum Abstich verfügbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:MGH Treidler am Heiligen See ab 1761.jpg|thumb|600px|rechts|MGH Torfprahm-Treidler am Heiligen See ab 1761 (Kartenausschnitt aus obiger Karte)]]&lt;br /&gt;
:Der Torf fand aber keinen besonderen Beifall, &amp;quot;denn die Frauen waren nicht Patriotinnen genug, um seinen üblen Geruch unbemerkt zu lassen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Der Absatz stockte daher und die angelegten großen Kosten setzten die Unternehmer in Verlegenheit.&lt;br /&gt;
:Paul Grube starb und Stypmann, dem die ganze Schuld zufiel, machte Konkurs.&lt;br /&gt;
:(p50/51)&lt;br /&gt;
:Die Gläubiger, die den Kaufmann Dankwardt zum Curator bonorum ernannt hatten, wollten an diese Entreprise keine Kosten weiter verwenden, sondern ließen alles liegen wie es war.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:RH 1767 Insolvenz Stypmann.jpg|600px|thumb|right|Bekanntmachung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens gegen den Kaufmann Jacob Georg Stypmann nach dem gescheiterten Torfunternehmen 1767 ]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Der Stinkengraben war verstopft worden, und der Prahmgraben zerfiel jetzt auch.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Das Wasser, welches sich auf den Wiesen, und dem verstopften Prahmgraben nicht folgen konnte, brach jetzt wieder durch den Stinkengraben ins Meer und machte eine bedeutende Öffnung durch die Dünen.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Man stellte hierüber am 28. Dezember 1769 eine Besichtigung an und fand nicht nur den Prahmgraben sehr zugefallen, sondern auch  noch die alten Torfprahmen darin versunken, wodurch der Wasserlauf gänzlich stockte.&lt;br /&gt;
:Hätte man damals mit dem Wasserbau besser umzugehen gewußt, so würde man am billigsten und kürzesten zum Ziele gelangt sein, wenn man den Stinkengraben wieder geöffnet und gehörig befestigt hätte, allein dies schien zu gefährlich.&lt;br /&gt;
:Statt dadurch das Wasser wenigstens vorher abzulassen, wurde die Öffnung mit vielen Tannen, Tang und Soden möglchst gut verstopft, und man beschloß, den Prahmgraben wieder aufzuräumen und die versunkenen Prahmen wieder fortzuschaffen.&lt;br /&gt;
:Während des Winters ließ sich die Arbeit zweckmäßig nicht ausführen, es stand also das salzen Wasser lange auf den überschwemmten Wiesen und Holzflächen, wodurch das Holz der letzteren vertrocknete. &lt;br /&gt;
:(p.51)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zweiter Versuch 1782===&lt;br /&gt;
[[Datei:Mfg KoWa1 Treidelweg am Moorgraben 1952.jpg|thumb|400px|rechts|Mgh Der Treidelweg den Moorgraben entlang und die Moorgrabeneichen 1952 Foto:Otto Kolp]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mfg KoWa1 Treidelweg am Moorgraben 1952 a.jpg|thumb|400px|rechts|Mgh Der Treidelweg den Moorgraben entlang und die Moorgrabeneichen 1952 a Foto:Otto Kolp]]&lt;br /&gt;
: &amp;quot;Der Torfstich ruhte jetzt 13 Jahre, da ward er von der Bürgerschaft wieder in Anregung gebracht, und die Heidebürger, Gerber Gaartz und Riemer Pilatus, wurden zur Untersuchung der Torfmoore und Entwerfung zweckmäßiger Pläne nach der Heide gesandt. &lt;br /&gt;
:Diese fanden im Juni 1782 den Torfstich im Trinenmoore gänzlich unpassend, aber im Moor bei Marggrafenheide einen Torfvorrath, der die Stadt über 30 Jahre reichlich versorgen könne. Sie beorderten also sogleich, daß 200 000 Soden vorläufig gestochen würden.&lt;br /&gt;
:Dies geschah.&lt;br /&gt;
:Jetzt fragte es  sich wie solche zur Stadt geschafft werden sollten, &amp;quot;Da der Prahmgraben zwar als Wasserlauf diene, aber nicht mehr mit Böten und Prahmen zu befahren sei.&lt;br /&gt;
:Da die Schiffbarmachung des Prahmgrabens sich nach dem Anschlage auf 2144 Thaler belief, wollte man diese Kosten nicht daran wenden.&lt;br /&gt;
:Der Torf blieb daher auf dem Moore stehen, bis er teils zerviel, teils durch Wagen abgefahren ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
: (p.51)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dritter Versuch zur Torfgewinnung aus dem Markgrafenheider (!) Moor ab 1796===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Holzprahm für den Moorgraben 1.jpg|thumb|450px|rechts|Der Bauplan des Holzprahms 1 1799]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Holzprahm für den Moorgraben 2.jpg|thumb|450px|rechts|Der Bauplan des Holzprahms 2 1799]]&lt;br /&gt;
:Auszug aus der &amp;quot;Chronik der Rostocker Heide&amp;quot; Forstinspector Becker 1839 p. 80f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;... Man wandte sich daher wieder zum großen Torfmoor bei Markgrafenheide. Unterm 22.Apr. 1796 erging ein Commißorium den Pramgraben aufräumen und mit Holz aussetzen zu laßen, auch erfolgte unterm 27.Dec. 1798 der Auftrag eine Torfscheune auf dem Moor zu erbauen. ...&lt;br /&gt;
:&amp;quot;... Hiergegen erklärte sich aber das Heidedepartement aus dem Grund, weil es über dem Pramgraben mehr rechts eine hohe Brücke wollte bauen laßen, unter welcher ein großer Torfprahm nach dem Torfmoor durchfahren solle. &lt;br /&gt;
:Es bestand das Departement darauf, daß diese Richtung des Weges auf diese Brücke geführt werden solle. &#039;&#039;&#039;Dies geschah und die Brücke wurde gebauet, als aber der große Pram fertig geworden, paßirte er zwar bei Niederlegung des Mastbaumes die Brücke, fand aber beim Steigen und Fallen des Waßers beim Hebel und im Canal überall Hinderniße, der Zweck wurde verfehlt, die Brücke war aber gebauet und die Schneise durchgehauen und fertig.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Es erfolgten jetzt wiederholte Klagen derer die mit Heu über die Hohe Brücke fahren mußten; &#039;&#039;&#039;die Brücke wurde später abgenommen und niedriger gebauet&#039;&#039;&#039;. ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;... &#039;&#039;&#039;Während der Pramgraben aufgeräumt, eine Kastenschleuse darin angelegt, die Torfscheune errichtet und eine beträchtliche Menge Torf gestochen ward&#039;&#039;&#039;, bauete man in Rostock einen großen Prahm zum Transportiren der Soden. &lt;br /&gt;
:Damit nun dieser Pram ungehindert bis zum Moor gelangen könne, &#039;&#039;&#039;ward die Brücke über den Pramgraben abgebrochen und nach einem Platz gelegt deßen Ufer höher lagen und die Brücke bogenförmig geführt.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:Auch ward der Mastbaum des Prams so eingerichtet, daß er niedergelegt werden könnte, wenn er die Brücke paßirte. &lt;br /&gt;
:Nachdem alles zum Transport in Bereitschaft gesetzt war, traf der große Pram von Rostock ein. &lt;br /&gt;
:Er war bei hohem Waßer glücklich über den Häbel gegangen, paßirte die Schleuse, blieb aber leider da das Waßer etwas sank, bevor er das Moor erreichte im Moor-Graben stecken. &lt;br /&gt;
[[Datei:Markgrafenheide geriegter Torf 1805.jpg|thumb|450px|rechts|Verkaufsanzeige zu geriegtem Torf 1805]]&lt;br /&gt;
:Man decretirte zwar unter dem &#039;&#039;&#039;29ten Junius 1799&#039;&#039;&#039; daß der Graben so breit und tief gemacht werden solle, daß der Pram paßiren könne, allein es war voraus zu sehen, daß der Pram wenn er auf dem Moor beladen werde, die Rückreise nicht würde machen und nur bei hohem seltenen Waßerstand über den Häbel würde gehen können. Man war daher froh ihn unbeladen aus dem Canal wieder über den Häbel im Breitling zurückbringen zu können. Hier erhielt er in der Folge seinen Standpunkt, und der Torf ward ihm durch Böthe und einen gebauten kleineren Pram zugeführt. ...&amp;quot;&lt;br /&gt;
;Anmerkung: Der oben angeführte Pram wurde von der Rostocker Tischbein-Werft gebaut. Er hatte eine Länge von 60 Fuß, einer Breite von 10 Fuß (rund 20m x 3m) und konnte getreidelt werden, aber im tiefen, freien Gewässer auch segeln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1801, 3.Nov.&lt;br /&gt;
:war ein heftiger Sturm, der die Torfscheune umwarf. (BKC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Wasser-Communikationen in und mit der Rostocker Heide&amp;quot;====&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Becker &amp;quot;Wasser-Communikationen in und mit der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====&amp;quot;Torfmööre in der Rostocker Heide&amp;quot;====&lt;br /&gt;
* [[Hermann Friedrich Becker &amp;quot;Torfmööre in der Rostocker Heide&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + 1838 Kanal der Forsteinrichtung - Moorhöfer Kanal===&lt;br /&gt;
: [[Datei:RH MoorhofKanal mit Stackwerk und Treidelweg erbaut 1839.jpg|thumb|rechts|500px| Der von Forstinspektor H.F. Becker initiierte, 1839 erbaute Moorhof-Kanal, das am Kanalende befindliche&lt;br /&gt;
 befindliche Y-förmige Ende diente als Wendebecken des Prahmes.]]&lt;br /&gt;
;1833 - 1839&lt;br /&gt;
;Der ausgebaute begradigte Moor-Kanal wurde an Stelle des zuvor dort gelegenen (nicht geraden) Müggenburger_Grenzgrabens angelegt.&lt;br /&gt;
:Wie der Name sagt markierte Müggenburger-Grenzgraben bis dahin die Feldmarken-Grenze zwischen Müggenburg und Markgrafenheide.&lt;br /&gt;
:Sie war auch eine Grenze bei der Erteilung der Nutzungsrechte des Torfstechens.&lt;br /&gt;
:Holzverladeplatz Moorhof angelegt&lt;br /&gt;
:Im Zuge der Beckerschen Forsteinrichtung erfolgte ein umfassender Ausbau der Wasserwege für den Holztransport, incl. der Wiederherstellung des Moorkanals zwischen Hütelmoor und Radelsee und dem dann zum Holzplatz folgenden Moorhöfer-Kanal. (BKC)&lt;br /&gt;
:Der Kanal endete am Nordostrand des Moores mit einem Wende-Becken (das &amp;quot;Y&amp;quot;) an dem ein Gebäude errichtet wurde und ließ dort den Holzlagerplatz I &amp;quot;Moorhof&amp;quot; neu anlegen.&lt;br /&gt;
: (ob der Generationen zuvor am Hüttelmoor existierende Moorhof an gleicher Stelle existierte ist eher fraglich, da in allen zuvor erschienenen Landkarten keine Gebäude an diesem Ort eingezeichnet sind.)&lt;br /&gt;
:Fortan konnte mit Hilfe des Wende-Beckens das geschlagene Holz im ganzen Stamm geflößt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====1838 bis 1925 Flößen in der Rostocker Heide====&lt;br /&gt;
:* [[Datei:RH Goerke Fotoalb Rostocker Heide 16.jpg|rechts|thumb|600px| Flößer am Holzhof I Moorhof Foto von 1914]] Flößer am Holzhof I Moorhof Foto von 1914&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die früheste Erwähnung vom Flößen in der Rostocker Heide findet sich im Zukunftskonzept der Beckerschen Forsteinrichtung ab 1833.&lt;br /&gt;
:Die Flößerei endete abrupt mit der Eröffnung der Bahnstrecke Rövershagen - Graal-Müritz 1925.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:KFC p65&lt;br /&gt;
:Moorhöfer Kanal KFC p49/50&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== + Wanderherbergen und Wandervögel==&lt;br /&gt;
KFC 35-44&lt;br /&gt;
HG´s&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das &amp;quot;Braesig-Haus&amp;quot; - Herberge des Rostocker &amp;quot;Plattdeutscher Verein &amp;quot;Onkel Braesig&amp;quot;===&lt;br /&gt;
(Wilfried Steinmüller)&lt;br /&gt;
:Am 16.Februar 1925 erhält der &amp;quot;Plattdeutsche Verein Unkel Braesig&amp;quot; in Markgrafenheide ihr Vereinshaus zu  errichten.&lt;br /&gt;
:Im Genehmigungsbescheid heißt es unter Anderem:&lt;br /&gt;
:&amp;quot; Es soll ihnen gestattet sein, westlich der Knieperbude ein neun Meter langes und sechs Meter tiefes Waldhaus zu errichten und zu nutzen ...&lt;br /&gt;
;Am 27. Juni 1926 wurde endlich ein großes Einweihungsfest gefeiert.&lt;br /&gt;
:Im Hause war Platz für 40 Gäste, die ihr Nachtlager noch ganz spartanisch auf Strohsäcken fanden.&lt;br /&gt;
:Am Silvesterabend anno 1927 jedoch fingen einige Strohsachen Feuer.&lt;br /&gt;
:Mit Töpfen und Pfannen holten die Frauen in der kalten Dezembernacht Wasser aus der Ostsee.&lt;br /&gt;
:Bald war das Feuer gelöscht.&lt;br /&gt;
:Bis zum Beginn der dreißiger Jahre ginfg die Gesamtzahl der Herbergsbesucher schon in die Tausende, so dass im Jahre 1933 wieder viele Stunden dafür verwandt wurden, das Haus bedeutend zu erweitern.&lt;br /&gt;
:Mit dem Beginn des zwweiten Weltkrieges endete das fröhliche Leben in der Herberge der Braesig-Freunde.&lt;br /&gt;
:Fortan lag es verwaist hinter der Markgrafenheider Düne.&lt;br /&gt;
:Nach dem Krieg verbot die Besatzungsmacht den &amp;quot;Plattdeutschen Verein Onkel Braesig&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Das Haus mit seinem einstmals so vielfältigen Leben stand noch lange als Ruine an seinem Platz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Strandbahn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC p144-184&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; [[Norbert Enenkel &amp;quot;Die vergessene Bahn - Die elektrische Strandbahn Warnemünde-Markgrafenheide 1910-1945&amp;quot; ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Munitionslager ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Waldsiedlung ==&lt;br /&gt;
: [[Datei:RH Mgh Waldsiedlung 1938 Kolp.jpg|thumb|400px|rechts|Karte30 RH Mgh Waldsiedlung 1938 Kolp]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Ferienlager &amp;quot;Alexander Maressjew&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Markgrafenheider Schule ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Krüge und Gaststätten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Botanisches==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC 191-193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zoologisches==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KFC 196/197&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= + &#039;&#039;&#039;Sturmfluten und andere Katastrophen die Markgrafenheide heimsuchten&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
:KFC p67/68&lt;br /&gt;
:Barnewitz p117 &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Von 1730-1740 wurde Warnemünde von nicht weniger als 5 schweren Sturmfluten heimgesucht (1730, 31, 33, 37, 40) ...Am 17.Dezember 1730 durchbrachen die von einem starken Nordwest-Sturm aufgewühlten Wogen die Dünen am Ellerbruch, ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Markgrafenheide während der Sturmflut im November 1872===&lt;br /&gt;
(p67/68)&lt;br /&gt;
===Küstenschutz===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Lag der Hafen Warnemünde einst am Rande der Rostocker Heide auf heutigem Markgrafenheider Gebiet - 100 Jahre Suche nach der Antwort&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Lag der Hafen Warnemünde einst am Rande der Rostocker Heide - 100 Jahre Suche nach der Antwort]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Karten und Quellen zur Danskeborg-Frage===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier nachfolgend die Digitalisate der relevanten Publikationen zum &amp;quot;Danskeborg-Problem&amp;quot; bis 1940&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklfiv1925/383714443.pdf Ernst Dragendorff &amp;quot;Die Befestigungen Warnemündes&amp;quot; Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock, Bd.3 1902, 3, S.69-94]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Barnewitz und seine chronistischen Arbeiten zu Warnemünde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Krause &amp;quot;Alt-Warnemünde bei der Hohen Düne&amp;quot; in &amp;quot;Mecklenburger Warte&amp;quot; 11.März 1923]]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklfiv1925/382887514.pdf Ludwig Krause &amp;quot;Die alten Warnow-Mündungen und der ursprüngliche Rostocker Hafen zu Warnemünde&amp;quot; Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock, Bd.12 1924, S.1-16]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/mjbrenderer?id=mvdok_document_00003591 Kuno Voß &amp;quot;Der Seehafen der Stadt Rostock in seiner geschichtlichen Entwicklung bis zum dreißigjährigen Kriege&amp;quot; Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde Band 92 (1928) S.89-172]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklfiv1925/382899768.pdf Walter Johannes Schröder &amp;quot;Wo lag der älteste Rostocker Seehafen?&amp;quot; Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock, Bd.21 1939, S.20-28]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklfiv1925/38290009X.pdf Ludolf Fiesel &amp;quot;Grabungen nach dem ältesten Rostocker Seehafen und der Danskeborg&amp;quot; Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock, Bd.21 1939, S.29-32]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ludwig Krause]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Volkskunde, Sagen, Geschichten und Legenden zwischen Breitling und Heiligem See&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
; Klatthammel und Andere, &amp;quot;Frau Sage und Frau Wirklichkeit in der Rostocker Heide&amp;quot; KFC Mgh127 Heinz Gundlach&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Markgraf im goldenen Sarg===&lt;br /&gt;
:(HG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Um die Entstehung des Heide-Ortes Markgrafenheide rankt sich folgende Sage:&lt;br /&gt;
:In früheren Jahrhunderten, als die Dänen den Rostockern noch die Warnowmündung streitig machten, verbündeten sie sich mit den beiden brandenburgischen Markgrafen und weilten hier in der Gegend.&lt;br /&gt;
:Einer der Markgrafen verschied plötzlich auf der Jagd und wünschte sterbend, in der Heide begraben zu werden.&lt;br /&gt;
:Man erfüllte seinen Willen.&lt;br /&gt;
:Seine treue Gemahlin aber, der über diesen Verlust das Herz brechen wollte, ließ zu Ehren des Verstorbenen weit von Arabien her einen prächtigen Sarg, aus lauterem Golde gefertigt ünd über und über mit kostbaren Edelsteinen besetzt, kommen.&lt;br /&gt;
:Nachdem man den Leichnam in den kostbaren Sarg gelegt hatte und der tote Markgraf seinen letzten Weg antreten sollte, verband die Witwe allen am Leichenzug beteiligten die Augen.&lt;br /&gt;
:Seither heißt der Ort seiner geheimen letzten Ruhestätte die &amp;quot;Markgrafenheide&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:(KFC Mgh 18 und 127)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; &amp;quot;Namenssage und Namenserklärung (von Ludwig Krause)&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Zur Namenssage erzählte &#039;&#039;(Förster)&#039;&#039; Strömann zu Hinrichshagen (19.April 1902)&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Noch nicht festgestellt ist die Stelle, wo der Markgraf bei Markgrafenheide seinen Bruder ermordet.&lt;br /&gt;
:Ein Markgraf wohnte in Warnemünde und der andere in Markgrafenheide.&lt;br /&gt;
:Auf der Markgrafenheide lagerte wohl der Brandenburger Markgraf bei der Belagerung der Warnemünder Türme, am alten Warnowausfluß bei der Hohen Düne, im Kriege der Rostocker mit König Erich von Dänemark und dem Markgrafen von Brandenburg. (LKr)&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;quot;Spuggeborg&amp;quot; - lebt die Danskeborg in der Sagenwelt fort ? ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Spökurt Standort des Spöksteins.JPG|thumb|450px|rechts|Kartenauszug mit Spökurt, dem Standort des Spöksteins]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Der Spökurt am Eingang der Radel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dicht an de Tunn hollen“ hieß es Ende des 19.Jahrhunderts bei der Einfahrt in den Radelsee an der einstigen östlichen Landspitze der zwei Jahrhunderte zuvor verschwundenen St.Georg-Insel. &lt;br /&gt;
:Im Wasser des Radelsees, am Ost-Ende der Insel, ragte ein Riesenfindling aus dem Wasser und markierte nicht nur die als Spökurt bezeichnete Stelle, er dokumentierte zugleich den östlichsten Punkt von Warnemünde.&lt;br /&gt;
:Der &amp;quot;Spökstein&amp;quot; lag, bis zu seiner Hebung 1882, exakt an jener Stelle und nur einen Steinwurf von der Mandelwiese, auf der im Mittelalter die Danskeborg (Dänenburg) die Küstenlandschaft überragte. &lt;br /&gt;
:1427 ist man am gleichen Ort bereits wieder mit dem Bau einer neuen Burg beschäftigt. &lt;br /&gt;
:Sie führt in der Überlieferung den Namen &amp;quot;Spugeborch&amp;quot; (Spukburg). &lt;br /&gt;
:Mehrere Jahre wird an ihr gearbeitet. &lt;br /&gt;
:In den Rostocker Gewettsrechnungen des Jahres 1421 heißt es:&amp;quot;Item de spegeborch dale to nemende, dat dep unde dat nige (!!) bolwerk.&amp;quot; Andrerorts heißt die Burg Spugeborch&lt;br /&gt;
:1437 und 1439 wird sie als &amp;quot;nye borch&amp;quot; in Gewettsrechnungen genannt.&lt;br /&gt;
;Die Spökstelle&lt;br /&gt;
:in der Nähe des Radelsees zwischen Markgrafenheide und Schnatermann reitet des Nachts ein &#039;&#039;&#039;Mann ohne Kopf&#039;&#039;&#039; auf einem Schimmel umher.&lt;br /&gt;
: (KFC)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Sage vom Schnatermann===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Rostocker Stadtarchivar und Chronist Ludwig Krause hat im Jahre 1882 folgende überlieferte Geschichte vom Revierförster auf dem [[Revier Schnatermann]] Ludwig Köster berichten lassen:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Als der Breitling noch tief war, ging daselbst einst ein Schiff unter, von dem sich nur ein Mann auf einen großen, inmitten der Wasserfläche herausragenden, Stein retten konnte. &lt;br /&gt;
:Dort saß der Nichtschwimmer einige Tage in der Kälte, ohne alle Nahrung. &lt;br /&gt;
:Als man ihn schließlich fand und rettete, war er ganz verfroren und konnte vor Kälte schon nicht mehr reden, sondern mit zitternden Lippen nur noch schnattern.&lt;br /&gt;
:Der Stein, jener große hier bis heute den Wasserspiegel überragende Findling wurde fortan als Schnatermannstein bezeichnet und zum Namensgeber für die ganze östlich an den Breitling grenzende Waldregion.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Volkstümliche Legende zum Moor===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Über reale Spuren der Vitalienbrüder fehlt jeder historische Beleg.&lt;br /&gt;
:Es gibt in der Region die Überlieferung, daß die Seeräuber in der Rostocker Heide sich durch ein Bollwerk einen Stützpunkt geschaffen hätten.&lt;br /&gt;
:Verortet wurde die Legende im Bereich der Buhne 53, zwischen Schoferbude und alter Stinkengraben-Mündung. Ein Bollwerk in dieser Gegend ist historisch jedoch erst im Laufe des 16.Jahrhunderts angelegt worden um den Torfschiffern einen Zugang vom Kanal zur See zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Klatthammel===&lt;br /&gt;
:Vor Zeiten hüteten die Hirtenknaben die Pferde des Nachts in der Rostocker Heide.&lt;br /&gt;
:Einige derselben hatten ihren Weideplatz in der Nähe eines Bruches.&lt;br /&gt;
:Der Kälte wegen machten sie sich ein Feuer an .&lt;br /&gt;
:Um Mitternacht kommt aus dem Bruche immer eine von Wasser triefende Gestalt, welche die Jungens Klatthammel (Klatt = zotteliges verfilztes Wollfell oder Haar) geheißen haben.&lt;br /&gt;
:In einer Nacht ist ein Jäger bei ihnen.&lt;br /&gt;
:Jenes Wesen konnt wieder und wirtschaftet da bei ihnen herum, wovor sie sich nicht mehr gefürchtet haben, weil es ihnen nie etwas zu Leide getan hat.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Was ist das?&amp;quot; fragt der Jäger.&lt;br /&gt;
;:&amp;quot;Oh, das ist unser Klatthammel&amp;quot;, sagen die Hirtenknaben.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo willst du Geschöpf, hier hin?&amp;quot; sagt der Jäger.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes gebiete ich dir, daß du zur Ruhe gehst!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Das wollt ich nur hören&amp;quot;, antwortete er und ist darauf nicht wieder gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Auszug H.Gundlach &amp;quot;Sagen rund um Rostock&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Walpurgisnacht auf der Hohen Düne===&lt;br /&gt;
:In der Walpurgisnacht versammeln sich die Hexen auf Hog´ Dün. Ihre Festspeise ist das Lieblingsessen der Seeleute: &amp;quot;Braataal, Plummen un Klüüt&amp;quot; (Brataal, Pflaumen und Klöße)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schmuggelware===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Geschmuggelt wurde in Rostock von jeher. &lt;br /&gt;
:Bei Warnemünde hatten die Behörden die Unterwarnow durch ein langes Querholz verschlossen. &lt;br /&gt;
:Jedes einlaufende Schiff musste zuerst am Zollschuppen anlegen und wurde genau durchsucht. &lt;br /&gt;
:Die heiße Ware kam jedoch auf ganz anderem Wege an der Zollabfertigung vorbei in die Stadt. &lt;br /&gt;
:Wo heute Markgrafenheide liegt, befand sich ein zweiter Durchlass zwischen Breitling und Meer, sehr seicht und schlecht zu befahren. &lt;br /&gt;
:Es wurde erst beim Ausbau des Stadthafens zu Beginn des 20. Jahrhunderts zugeschüttet. &lt;br /&gt;
:Mit flachen Booten konnten Ortskundige diese Durchfahrt benutzen und in dunkler Nacht ihre Ware nach Rostock bringen. &lt;br /&gt;
:König aller Schmuggler war zu Beginn des 17. Jahrhunderts Klaus Maes. &lt;br /&gt;
:Er verzollte immer einen kleinen Teil seiner Waren in Warnemünde, verkaufte aber später weitaus mehr – nämlich auch die geschmuggelten Partien. &lt;br /&gt;
:Das fiel nicht auf denn er hatte sich für diese Art von Betrug eine Art von doppelter Buchführung eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== + Geschichten von Johannes Trojan===&lt;br /&gt;
:noch einarbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklfiv1925/382912829.pdf Karl Koppmann &amp;quot;Urkundliches zur Kulturgeschichte&amp;quot; Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock, Bd.3 1900, 1, S.67-70]==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= +[[ Flurnamen auf der Markgrafenheider Feldmark ]]=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: [Markgrafenheide bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Markgrafenheide ]&lt;br /&gt;
: [Markgrafenheide in: https://gov.genealogy.net/search/name?name=Markgrafenheide]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==[[+ Arbeitsdatei Markgrafenheide]] ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chronistenkontakt ==&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Windfluechtermv|Wilfried Steinmüller]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
windfluechterMV@gmail.com&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Windfluechtermv</name></author>
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