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	<title>Ortschroniken - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<title>Karstorf</title>
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		<updated>2025-04-08T07:54:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* 1427 - 1787 von der Osten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Karstorf OT der Gemeinde Hohen Demzin&lt;br /&gt;
 | plz = 17166&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Amt Mecklenburgische Schweiz&lt;br /&gt;
 | landkreis = Rostock&lt;br /&gt;
 | einwohner = ..?.. (2015)&lt;br /&gt;
 | lat= 53.6969&lt;br /&gt;
 | lon = 12.5411&lt;br /&gt;
}}Frank Herholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf Karstorf liegt in der Mecklenburgischen Schweiz an der Bundesstraße B 108 9 km südlich der Stadt [[Teterow]].&lt;br /&gt;
Aus Teilen des Dorfes entstanden die Orte Burg Schlitz und Görzhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411 Breite: 53.6969 Länge: 12.5411] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;iframe width=&amp;quot;625&amp;quot; height=&amp;quot;350&amp;quot; src=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/export/embed.html?bbox=12.526259422302248%2C53.69134495357858%2C12.555871009826662%2C53.70242298551734&amp;amp;amp;layer=mapnik&amp;amp;amp;marker=53.6968843339897%2C12.541065216064453&amp;quot; style=&amp;quot;border: 1px solid black&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/iframe&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;a href=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411&amp;quot;&amp;gt;-Größere Karte von Karstorf anzeigen-&amp;lt;/a&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurztext zum Ort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe  Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; &#039;&#039;&#039;1896&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seite 1104 ff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Burg Schlitz&#039;&#039;&#039; bei Hohen Demzin, 1 Meile südlich von Teterow unweit der Waren-Teterower-Chaussee. Hof, Schmiede mit Krug. 39 (15) Einw. Burg Schlitz ist ein durch seinen Park und seine Gartenanlagen, sowie durch die Schönheit und Großartigkeit der bergigen Landschaft bekanntes Schloß, welches auf einer hohen, gebirgsähnlichen, meilenweit sichtbaren, natürlichen Terrasse liegt und hoch über das ganze Malchiner Seebecken hervorragt. Der Schöpfer von Burg Schlitz war der Baron von Labes, der von dem preußischen Minister Grafen v. Schlitz genannt Görz, an Sohnes Statt angenommen wurde und darauf den Namen Graf v. Schlitz führte, welchen Namen auch sein Schwiegersohn, der zweite Besitzer, zu seinem Namen mit annahm. Burg Schlitz liegt auf der Feldmark von Karstorf, dem früheren Hauptgute, statt dessen 1817 Burg Schlitz als das Hauptgut anerkannt wurde, so daß Karstof nun eine Pertinenz von Burg Schlitz ist. Das Schloß, zu dem schon 1806 der Grundstein gelegt worden, wurde in Folge der Kriegszeiten erst 1823 ganz vollendet. Es ist dasselbe über 60 m lang, 17 m tief, 15 m hoch und aus drei mit einander durch Gallerien verbundenen Theilen bestehend, auf deren mittlerem sich ein Obelisk von nahezu 12 m Höhe erhebt, zu dessen Spitze von innen eine Treppe hinaufführt und von wo man eine der reizendsten Landschaften mit dem Malchiner und Kummerower See und einem Theil von Pommern übersieht. Mit einem guten Fernrohr erblickt man von hier über 70 Ortschaften. Im Schlosse selbst sind der im Geschmack des Mittelalters reich decorirte Rittersaal, die Bibliothek und verschiedene Kunst- und naturhistorische Sammlungen zu bemerken. In geringer Entfernung zur Seite des Schlosses findet man eine sehr schöne, dem Andenken der Adoptivmutter des Erbauers, der Gräfin Caroline von Schlitz-Görz geweihte Kapelle. Die Vorderseite der Bergterrasse, auf der das Schloß sich erhebt, ist mit Gehölz bestanden und von Luftwegen durchschnitten, die Rückseite des Schlosses wird durch einen schönen, parkartig zugerichteten Buchenwald, der 6 1/2 ha einnimmt und aus dem das blendend weiße Schloß sich scharf abhebt, begrenzt. Die ganze Umgegend des Schlosses besteht überhaupt aus schönen, großartig angelegten Partien, welche die größte Mannigfaltigkeit zeigen und worin außer den einheimischen über 50 Arten von ausländischen Bäumen und Gesträuchen vorhanden sind; auch die Landwege schmücken Alleen, Ruhestellen und kleine Denkmäler. Der letzteren sind überhaupt 36 und sie stören sowohl durch ihre Menge als auch durch die Selbstgefälligkeit, die der Erbauer - selbst sein Alpenstock ist in der Nische eines Monuments zu schauen -, durch sehr viele derselben an den Tag legt. Am Fuß des Schloßberges liegt das ansehnliche Gasthaus &amp;quot;Zum goldenen Frieden&amp;quot;. Hinter diesem Gasthause erstreckt sich ein zu Karlshof, der Meierei von Schorssow gehörendes Lustgehölz.&lt;br /&gt;
Der vorbenannte zweite Besitzer der Burg Schlitz, der Graf Heinrich v. Bassewitz, genannt von Schlitz, starb 1861. Seinem Willen gemäß sollte der älteste Sohn seines Bruders sein Erbe sein und in den Besitz einer von ihm intendirten Stiftung kommen, welche den Burg Schlitzer Güter-Complex und den Allodial-Nachlaß umfaßte. Doch da die Consense der zur Nachfolge im Lehn Berechtigten nicht erwirkt waren, so konnte die Stiftung nicht in Kraft treten. Die Lehngüter wurden von dem noch lebenden älteren Bruder und Senior der Familie, dem Grafen v. Bassewitz auf Perlin, Worensdorff ec. angenommen (Johannis 1862) und die übrigen Erben ausbezahlt. - Nach seinem bereits im Mai 1863 erfolgten Ableben kam sein einziger Sohn, der Graf Rudolph v. Bassewitz auf Raguth, dem auch Perlin zufiel, in den Besitz und es begann nun für die Burg Schlitzer Begüterung eine neue Zeit. Die Güter wurden nicht allein in landwirthschaftlicher Beziehung außerordentlich gehoben, es wurden auch auf sämmtlichen Höfen großartige Neubauten aufgeführt, darunter die große schöne Wassermühle zu Ziddorf; es erfolgte der Neubau des Hofes Karstorf mit prachtvollen Gewächshäusern, die Wiederaufrichtung der abgebrannten großen Hohen-Demziner Ziegelei u. A. Auch der Kirche zu Hohen-Demzin wandte der neue Besitzer sein Interesse zu. Im Jahre 1857 hatte dieselbe bereits einen sehr hübschen, ganz in Felsen aufgeführten Thurm erhalten, dessen schlanke, schiefergedeckte Spitze weithin über`s Land sichtbar ist. Im Jahr 1871 wurde nun auch die Kirche selbst von Grund auf neu erbaut und von der gräflichen Familie mit reichem Schmuck versehen, zu welchem der jetzige Besitzer, der Graf F. v. Bassewitz, im Jahre 1885 eine schöne neue Orgel hinzufügte. Letzterer übernahm die Güter nach dem im Jahr 1877 erfolgten Ableben seines Vaters. - Ein kostbares Denkmal des Verstorbenen aus carrarischem Mamor mit dem Medaillon-Bildniß desselben ist von seiner Wittwe, der Gräfin von Bassewitz, geb. Gräfin v. Bülow, in der oben erwähnten sog. Carolinen-Kapelle aufgestellt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Karstorf&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz, liegt am Fuße des Berges von Burg Schlitz südlich von diesem Ort an der Teterow-Warener-Chaussee. Hof mit 47 (83) Einw. Auf der Stelle eines späteren Herrenhauses, welches auch noch mit einem tiefen Wallgraben, über den eine Zugbrücke führte, umgeben war, stand eine alte Burg. In dem noch vorhandenen Gemäuer derselben sind jetzt Glashäuser mit französischer Obstbaumtreiberei eingerichtet. In der Nähe derselben liegen ausgedehnte Gewächshäuser, und am Rande der die Burg umgebenden Wiesen steht eine REihe schöner uralter Eichen, die nächst den Eichen im Ivenacker Thiergarten die größten in Mecklenburg sein dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Görzhausen&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz nahe (westlich) von Burg Schlitz zwischen dem 95 1/2 m hohen Alexanderberg und dem Nienhäger Forst in anmuthiger Lage. Rechts am Wege, der von Görzhausen nach Karstorf hinunterführt, befindet sich der 97 m hohe Röthelberg. Hof mit 89 (96) Einw.&lt;br /&gt;
Der Röthelberg ist die bedeutendste Anhöhe der ganzen Burg Schlitzer Hügelkette, ein vielbesuchter Aussichtspunkt mit einem Birkenwäldchen, von dem aus sich ein entzückendes Panorama darbietet, eins der anziehendsten der norddeutschen Tiefebene.&lt;br /&gt;
Görzhausen, Mitte dieses Jahrhunderts angelegt, hat seinen Namen vom Erbauer zu Ehren des Adoptivvaters des letzteren erhalten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Chronik=&lt;br /&gt;
===1427 - 1787 von der Osten===&lt;br /&gt;
Die von der Osten sind ein Uradelsgeschlecht, das in Pommern, im Baltikum und in Mecklenburg ansässig war. 1427 wurde Henneke von der Osten aus dem Haus Basepohl - Arenshagen als erster seiner Familie Besitzer von Karstorf. 1463 besaß ein weiterer Henneke das Dorf. Er war ein Wohltäter des Klosters Dargun und wurde auf der Denktafel von 1479 für den Ausbau der Klosterkirche als Besitzer &amp;quot;tho karstorpe&amp;quot; erwähnt, sein Wappen schmückte auch ein Glasfenster der Klosterkirche. 1653 stiftete Georg Wilhelm von der Osten aus dem Haus Schildberg der Kirche zu Hohen Demzin einen Kelch. Seit 1750 war Johann Dietrich von der Osten auf Karstorf Provisor des Klosters Dobbertin, 1762 wurde er Klosterhauptmann. 1768 waren seine persönlichen Finanzen so zerrüttet, dass er wegen betrügerischen Konkurses steckbrieflich gesucht wurde. 1771 wurde er inhaftiert und verurteilt, nach zwei Jahren Festungshaft in Dömitz 1773 zu Landesverweisung begnadigt. Er starb nach 1782 auf Rügen. 1787/88 verkauften die Gläubiger die Güter an Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1788 - 1791 Joachim Johann Heinrich von Müller===&lt;br /&gt;
Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen wurde zusammen mit seinem Vater Joachim Christoph 1753 geadelt, die Anerkennung in Mecklenburg erlangte er 1794. 1787/88 kaufte er aus der Konkursmasse des Johann Dietrich von der Osten die Güter Hohen Demzin und Karstorf. 1789 legte er den Lehnseid gegenüber dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin ab. Bereits 1791 verkaufte er die Güter an den Freiherrn Hans von Labes für 90.000 Taler weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 - 1831 Hans Graf von Schlitz===&lt;br /&gt;
===1831 - 1931 von Bassewitz===&lt;br /&gt;
===1931 - 1945 Emil Georg von Stauß===&lt;br /&gt;
Stauß wurde 6. Oktober 1877 in Friedrichstal (Württemberg) als Sohn des Hauptlehrers Georg Stauß und der Emma Rosine, geb. Müller geboren. Seine Mutter starb 1887, noch im gleichen Jahr heiratete sein Vater Lina Hanselmann. Er hatte 6 Geschwister und besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart bis 1893. Nach der schulischen Ausbildung absolvierte er eine 3jährige Banklehre bei der Königlich Württembergischen Hofbank in Stuttgart und blieb anschließend noch ein Jahr als Kommis (Kontorist, Handlungsgehilfe, kaufmännischer Angestellter). Anschließend leistete er seinen Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger im Württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga. 1898 ließ er sich zum Stenographielehrer ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 erhielt Stauß eine Anstellung bei der Deutschen Bank und arbeitete zunächst ein Jahr in der Kontokorrent- und der Ausrechnungsabteilung. Danach wechselte er als Buchhalter in das Sekretariat der Abteilung für das Kapitalmarktgeschäft. 1901 wurde er Privatsekretär von Georg von Siemens, der noch im gleichen Jahr verstarb. Mit dem Erwerb der rumänischen Erdölgesellschaft Steaua Romana 1903 stieg die Deutsche Bank in das lukrative Ölgeschäft ein. Dazu wurde die Deutsche Petroleum-AG (DPAG) gegründet, deren erster Direktor Stauß 1904 wurde. Als Transporteur des Öls diente die Shell Transport and Trading Company, an der unter anderem Sir Henry Deterding beteiligt war. Wahrscheinlich ist hier die Freundschaft zwischen beiden entstanden. 1915 wurde Stauß Vorstand der Deutschen Bank, Verwalter der Anatolischen Eisenbahngesellschaft – damit auch mit dem Ausbau der Bagdad-Bahn beschäftigt. In diese Zeit fällt auch der Völkermord des Osmanischen Reiches an den Armeniern und die Verstrickung der Eisenbahngesellschaft darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1913/14 ließ Stauß sich eine Villa in Berlin-Dahlem errichten, heiratete 1915 Karin Elisabeth geborene von Müller (geb. 1895). Das Paar hatte 4 Kinder: Georg Ferdinand, Sven Eugen, Karin Maria und Ulf Emil. Schwiegervater war der Admiral Georg Alexander von MÜller, Chef des Marinekabinetts und Generaladjutant des Kaisers. Von Müller pflegte Verbindungen zur Kaiserfamilie und zu Prinz Heinrich von Preußen. 1918 wurde Stauß in den württembergischen erblichen Adelsstand erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 wurde von Stauß Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP), 1919 war er als Wirtschaftsfachmann Mitglied der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versaille und Spa. 1925 erfolgte die Berufung in den Zentralausschuss der Reichsbank. Von 1930 - 32 saß er für die DVP im Reichstag, ab 1933 für die NSDAP, ohne deren Mitglied zu sein. 1934 wurde er zum Vizepräsidenten des Reichstags gewählt und erhielt die Ernennung zum preußischen Staatsrat. Er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und seit 1931 (trotz Mitgliedschaft in der DVP) in der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Reichsleitung der NSDAP tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorstand der Deutschen Bank war er der Hauptakteur bei der Fusion von Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG, er blieb lange Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft, ebenso hatte er diese Funktion bei BMW, der Lufthansa AG, der Ufa oder beim Bayrischen Lloyd inne. 1932 wechselte er auch bei der Deutschen Bank vom Vorstand in den Aufsichtsrat. In diesen Funktionen unterstützte er den Aufstieg der NSDAP.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Konkurs der Familie von Bassewitz auf Burg Schlitz erwarb die Mecklenburgische Landgesellschaft GmbH auf einer Auktion das Gut, um es zu parzellieren und aufzusiedeln. Durch die Wirtschaftskrise war das Deutsche Reich nicht mehr in der Lage, die dafür notwendigen Kredite bereitzustellen. Daher erbot sich die Landgesellschaft am 17. August 1931 gegenüber dem Justizministerium Mecklenburg-Schwerins einen zahlungsfähigen Käufer zu finden, der in die Rechte aus dem Meistgebot eintritt und dann den Zuschlag erhält. Das gelang sehr schnell, schon am 25. September 1931 beurkundete das Amtsgericht Teterow die Abtretung des Meistgebotes an von Stauß.&lt;br /&gt;
Am 3. Juni 1932 vermeldeten die Teterower Nachrichten: &amp;quot;Adolf Hitler fuhr gestern durch Teterow und verweilte etwa eine Stunde in Burg Schlitz zu einer Besprechung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Ernst Heinkel schreibt in seiner Autobiographie &amp;quot;Stürmisches Leben&amp;quot;  „Einer meiner „Nachbarn“ in Mecklenburg war der … Herr von Stauß. Er besaß etwa 70 km von Warnemünde entfernt ein 7000 Morgen großes Gut, Burg Schlitz, mit wunderbaren, über 500 Jahre alten, riesigen Eichen und einem an sich herrlich großen und trotzdem irgendwie gräulichen Schloss, in dem es keine Wasserleitung gab und in dem man ununterbrochen fror, weil nur ein Zimmer heizbar war und die Kälte eines Jahrhunderts in den Mauern nistete. In Warnemünde lag Stauß` Boot „Ulf II“ vor Anker. Stauß hielt fleißig Verbindung mit der Prominenz und versäumte es selten, mit seinen Gästen zu mir herüberzukommen, Flugzeuge zu besichtigen und möglichst schwäbische Maultaschen und Spätzle zu probieren. Im Übrigen war Stauß … ein munterer Jagdgenosse. Ich … verleitete Herrn von Stauß … (zu Jagdausflügen), der trotz modernster, für jede Modenschau geeigneter Jagdausrüstung bei unseren großen Hasentreibjagden in Teterow zwar selten einen Hasen traf, aber sonst der unverzagteste Jagdgenosse in jenen stürmischen Jahren war.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Teil seiner Vorgänger auf Burg Schlitz ließ von Stauß sein Wappen in der Kirche von Hohen Demzin anbringen. Die Feldscheune an der Straße nach Waren und Teterow trägt noch heute seine Initialen. Zentrale Erntedankfeste von Hohen Demzin, Karstorf und Görzhausen wurden in Burg Schlitz gefeiert. Außerdem hat er zur Sonnenwende 1933 ein Wehrkreuz auf dem Röthelberg - errichtet durch das F. A. D. Stahlhelmlager Görzhausen - eingeweiht. In Karstorf ist der Pferdestall zum Kinosaal umgebaut worden. Ufa-Filme wurden hier uraufgeführt. Der Schwanenteich war mit elektrischen Anlagen versehen worden, mit denen der Teich in wechselnde Farben getaucht wurde. Die Wege unterhalb des Schlossen wurden regelmäßig mit Sand von Stränden am Malchiner See bestreut. Der besonders für seine Tiermotive bekannte Münchner Bildhauer Emil Manz schuf 1933 die Bronzeplastik der Spielenden Bären. Diese ließ von Stauß anstelle einer Sonnenuhr vor dem Herrenhaus aufstellen. Ob sie tatsächlich ein Bezug zur Wahlheimat Berlin ist, dessen Wappentier ein Bär ist, bleibt fraglich.&lt;br /&gt;
Ebenfalls auf Initiative von von Stauß gehen die Kolonaden auf den beiden Verbindungstrakten der drei Hausflügel zurück. Die bedeutendste Veränderung ist sicher die Aufstellung des „Brunnens der drei tanzenden Mädchen“ von Walter Schott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil Georg von Stauß verstarb am 11. Dezember 1942 in Berlin-Schmargendorf im Martin-Luther-Krankenhaus nach kurzer, schwerer Krankheit. Adolf Hitler ordnete für den 16. Dezember einen Staatsakt an, der im Haus der Flieger („Görings kleiner Reichskanzlei“ – dem heutigen Berliner Abgeordnetenhaus) stattfand. Die Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walther Funk hielt die Trauerrede. Die Trauerfeier fand am 18. Dezember im Krematorium Berlin-Wilmersdorf statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harry Graf Kessler in seinem Tagebuch vom 30. Januar 1933: „Ich saß an einem kleinen Tisch zwischen ihm und dem berühmten Herrn von Stauß, früher von der Deutschen Bank, der sich dicke tat mit seinen intimen Beziehungen zu Hitler. Dieser habe ihm versprochen, er werde ihm den Wunsch, den er ihm zur Kenntnis bringt, erfüllen.“&lt;br /&gt;
Ulrich von Hassel in seinem Tagebuch vom 29. September 1938: „Vor dem Frühstück sah ich Stauß, der einer der ersten Wirtschaftler war, die zu Hitler gingen, jetzt in höchster Sorge und Angewidertheit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1945 - 1992 Enteignung und öffentliche Nutzung===&lt;br /&gt;
===Privatisierung und Eigentümer seit 1992===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Park und Denkmale==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ein Werk aus der Zeit der Empfindsamkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Park gehört zu den größten und schönsten in Mecklenburg-Vorpommern, umfasst rund 60 ha und wurde in der Zeit von 1800 bis 1830 durch Hans Graf von Schlitz angelegt. Nachfolgende Besitzer nahmen Ergänzungen und Änderungen vor. Die Gestaltung erfolgte als englischer Landschaftspark und umfasst den Teil unmittelbar um das Herrenhaus, den dahinter liegenden Teil um den Buchenberg mit dem Weg am Waldrand, an dem die Denkmale wie eine Perlenkette aufgereiht sind, die Anlagen um die ehemalige Wasserburg in Karstorf und läuft in Denkmalen an Wegen und Straßen aus. Die Steinsetzungen sind durchweg aus Granit und umfassen Themen philosophischen, vaterländischen und familiären Inhalts. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Reihe seltener Bäume und Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfolgte die Pflege durch die Besitzer, änderte sich dies mit der Bodenreform 1945. Die Bewohner des 1955 im Herrenhaus eingerichteten Seniorenheimes pflegten das unmittelbare Umfeld, weite Teile des Parks verwilderten dabei. 1963 erarbeitete der Gartenarchitekt Alfred Niendorf aus Ludwigslust im Auftrag des Rates des Kreises Planungen zur Sanierung des Parks und eine Bestandsliste der Bäume, aus Kostengründen unterblieb eine Sanierung des Parks. Zahlreiche Denkmale im Park waren zwischenzeitlich beschädigt, zerstört oder gestohlen. In den 1980er Jahren begannen Pflegearbeiten durch Genossenschaftsbauern der umliegenden LPGen und durch Schüler aus Schorssow. Von 1988 bis 1990 wurde der Park unter fachlicher Begleitung von Dipl. Garten- und Landschaftsarchitektin Charlotte Schmid und dem ehrenamtlichen Kreisdenkmalpfleger Architekt Dipl.-Ingenieur Anselm Wolter wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Gaststein oder Begrüßungsobelisk&#039;&#039;&#039; empfängt die Besucher an der Auffahrt zur Burg. Graf Schlitz ließ das 7 m hohe Monument 1816 errichten. An der Spitze ist das Motto des Grafen: WWWV - Wünsche wenig wirke viel - verewigt. Die Begrüßungsworte lauten: SKANDENS HOSPES GRATE URNAE HUIC CURAM TRADAS EXPORTAT H. COMES SCHLITZ MDCCCXVI - GAST DER DU HINAUFSTEIGST ÜBERGIB DIESER FREUNDLICHEN URNE DEINE SORGEN DAS WÜNSCHT H. GRAF SCHLITZ 1816. Die eiserne Urne ist gestohlen worden. 2017 wurde der Obelisk durch eine Linde zerstört und wieder aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite des Weges steht ein &#039;&#039;&#039;Wegweiser&#039;&#039;&#039; mit den Angaben zu den nächsten Orten, nordwärts: H.DEMZIN KOETHEL TETEROW, südwärts: KARSTORF ZIDDORF WAHREN und westwärts: BURG SCHLITZ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Eingangstor&#039;&#039;&#039; ist von 1993 nach dem Vorbild der Zäune um das Herrenhaus gefertigt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man der Lindenalle und biegt an ihrem Ende links ab, gelangt man zur &#039;&#039;&#039;Magdalenenlaube&#039;&#039;&#039;, eine Steinsetzung erinnert noch an den einstigen Lieblingsplatz von Magdalene Gräfin von Bassewitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biegt man dann rechts ab, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Blücher-Wellington-Denkmal&#039;&#039;&#039;. Die 5 m hohe Anlage besteht aus zwei Teilen. Der hintere verewigt auf der Säule die Namen der beiden Sieger in der Schlacht von Waterloo, darunter wird in einer Nische Napoleon durch gekreuzte Dreizacke - Symbole für Neptun, somit der Atlantische Ozean um Napoleons Verbannungsort St. Helena - gefangen gehalten. Die Inschrift erläutert dies: DEN DAEMON DER NOCH JUENGST TEUTONIENS FESSEL HIELT EIN FERNES FELSENEILAND BIRGT IHN GEKETTET ZERSPLITTERT IST DES TRUGES MACHT UND RECHT UND WAHRHEIT SIEGTEN AM XVIII JUNIUS UND XX NOVEMBER MLCCCXV. (Die beiden Daten beziehen sich auf die Schlacht von Waterloo am 18.Juni 1815 und auf den &amp;quot;Zweiten Pariser Frieden&amp;quot; vom 20. November 1815.) Die ursprüngliche Büste Napoleons war aus Marmor, die Büste von Gebhard Leberecht von Blücher, die im vorderen Teil des Denkmals stand, hingegen aus Eisen. Sie wurde 1945 in einer Abfallgrube entsorgt und erst 1999 wieder gefunden. Hinter der Büste war ein Caduceus oder Hermesstab angebracht, an den Seiten Siegerkränze. Die Inschrift lautet: VICTORIAE ET PACIS H COMES SCHLITZ EX VOTO MDCCCXVI - SIEG UND FRIEDEN H GRAF SCHLITZ EINGEWEIHT 1816. Es ist das erste Denkmal, das den beiden Feldherren errichtet wurde. Blücher bedankte sich 1818 in der Schlosschronik für die Errichtung des Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man dem Weg weiter, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Regensburgdenkmal&#039;&#039;&#039;. 1809 standen sich bei Regensburg zwei Verwandte in den Armeen Österreichs und Frankreichs gegenüber, in den anschließenden Gefechten töteten sie sich im Kampf gegenseitig. Dies berührte Hans Graf Schlitz und er ließ die Rüstungen der beiden in dem 4 m hohen Denkmal unterbringen. Auf der einen Seite des neogotischen Baues ist das Wappen des Grafen dargestellt: zwei schräge, dreigezinnte Balken für von Schlitz und darunter die Lilie für Labes. Auf der anderen Seite steht: DIE VORSEHUNG SCHUETZTE DIE MEINIGEN EISEN DIE KAEMPFENDEN NICHT H. GRAF SCHLITZ MDCCCXIV (1814) IM STURM VOR REGENSBURG WO MIR DIE THEUERSTEN LEBTEN LIESSEN SINKEND IM KAMPFE GEGENEINANDER ZWEI GEHARNISCHTE DIESE RÜSTUNG ZURUECK AM XXII APRIL MDCCCIX (22. April 1809). Auf der einen Seite des Denkmals steht eine Libanonzeder und auf der anderen ein Ginkgobaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bergan kommt man zum &#039;&#039;&#039;Brunnen der drei tanzenden Mädchen&#039;&#039;&#039;. Walter Schott schuf ab etwa 1900 diesen Brunnen, für den er 37mal probierte, die 3 Tänzerinnen passend zueinander zu formen. Diese - ursprünglich nur einmal vorhandene große Ausführung - wurde für den Berliner Zeitungsverleger und Kunstmäzen Rudolf Mosse geschaffen. Er ließ sie im Vorhof seiner Villa am Potsdamer Platz aufstellen. Vermutlich wurde das Vermögen der Mosse-Erben von den Nationalsozialisten enteignet. In die Villa zog die nationalsozialistische Akademie für Deutsches Recht (deren Mitglied der Burg Schlitz-Besitzer von Stauß gewesen ist), etwa 1934 wurde der Brunnen durch eine Löwen-Skulptur ersetzt und höchstwahrscheinlich der Brunnen nach Burg Schlitz verbracht. Hier wurde er 1962 bei einem Sturm schwer beschädigt und wieder in Stand gesetzt. Mittlerweile sind zahlreiche Kopien in aller Welt bekannt. Auch in der ehemaligen Berliner Villa von von Stauß befindet sich eine kleinere Ausgabe des Brunnens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von hier aus in Richtung Herrenhaus kommt man zur Laube &#039;&#039;&#039;LUISENS WAHL&#039;&#039;&#039; - einem Lieblingsplatz der Gräfin Schlitz. Die Laube wurde ursprünglich von zwei Buchen gebildet, heute sind es zwei Kastanien. Von hier aus konnte der Blick in Richtung der alten Wasserburg schweifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar vor dem Herrenhaus befindet sich die Skulpturengruppe der &#039;&#039;&#039;Spielenden Bären&#039;&#039;&#039; von Emil Manz von 1933, ein Bezug zum Berliner Wappentier - dem Hauptwohnsitz von von Stauß - ist naheliegend. Dies war im Ursprung der Standort einer Sonnenuhr, der kleine Amor ersetzte zeitweise die Bären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden kleinen Säulen an der Auffahrt waren einst von &#039;&#039;&#039;Amor und Psyche&#039;&#039;&#039; bekrönt und bildeten an ihrem ursprünglichen Standort in Richtung Park den offiziellen Eingang zum Garten unterhalb der Burg. Psyche wurde nach 1945 entwendet, Amor ereilte dieses Schicksal 1990. Im Kunsthandel tauchte eine solche Figur 2007 auf, wurde von der Kultur-Stiftung der Länder angekauft und dem Schadowhaus Berlin übergeben, in dessen Garten eine solche Plastik nachweisbar war. Der Dresdner Hof kaufte 1765 in Rom eine antike Marmorstatue des Amor an, die dann in der Gießerei Lauchhammer nachgegossen wurde. Eine leicht geänderte Fassung des Amor steht heute auch noch im Seifersdorfer Tal bei Dresden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Glashütte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Görzhausen==&lt;br /&gt;
==Skulpturenweg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Adamiak, Josef &amp;quot;Schlösser und Gärten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig 1975&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Anonym &amp;quot;Memoiren eines deutschen Staatsmannes aus den Jahren 1788 - 1816&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leipzig bei Friedrich Fleischer 1833&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Böhmer, Gerhard &amp;quot;Das Lebenslied des Grafen Hans von Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag der Buchdruckerei H. Müschen, Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Boroock, Willi &amp;quot;Chronik - Historische Betrachtung über die Burg Schlitz 1427 - 1945 Kreis Teterow&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1985 - 1990&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Brandt, Jürgen &amp;quot;Alt-Mecklenburgische Schlösser und Herrensitze&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag Ernst Wasmuth A. G. Berlin 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Burkhardt, Albert &amp;quot;Mitten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1983&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hermann, Anne und Anke &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992/93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hippauf, Renate und Luttmann, Jürgen &amp;quot;Spaziergänge in der Landschaft von Burg Schlitz - Ein Parkführer in 62 Denkmalen und 13 Skizzen&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Grafik, Druck &amp;amp; Verlag GmbH Stavenhagen 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Karge, Wolf (Hg.) &amp;quot;Biographisches Lexikon für Mecklenburg&amp;quot; Band 9 (Biographie Hans von Schlitz)&lt;br /&gt;
:Verlag Schmidt-Römhild Schwerin 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen und Wolter, Anselm &amp;quot;1801 - 2001 200 Jahre Görzhausen - Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte des Dorfes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;100 Jahre Bassewitz auf Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;Wappenbuch von Burg Schitz und Umgebung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Naschinski, Wilhelm &amp;quot;Der Dichter in Stein und Landschaft&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Mecklenburgische Monatshefte V. Jahrgang 1929 Mai, Carl Hinstorff Verlag Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Ossenberg-Engels GmbH Architekten und Ingenieure &amp;quot;Burg Schlitz - Dokumentation über die Gebäude und den Park der Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Parlow, Andreas &amp;quot;Einige Nachrichten über die wendische und gräfliche Familie von Bassewitz und ihre Güter&amp;quot;&lt;br /&gt;
:MFP-Verlag Tellow 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Rolf, Albert &amp;quot;Denkwürdigkeiten des Grafen Hans von Schlitz von den letzten Lebensjahren Josephs des II. bis zum Sturze Napoleon`s I.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:G. U. Rudolph`s Verlags-Buchhandlung Hamburg 1898&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Schlitz, Hans Graf von (ergänzt von Rudolph Graf von Bassewitz) &amp;quot;Chronik von Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1816 - 1890&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Steinhausen, Claus &amp;quot;Die historische Kulturlandschaft um Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz - Geschichte, Zustand und Entwicklungskonzept eines Beispiels der Landesverschönerung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wagner, Annalise &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Carolinum 48. Jg. Nr. 91 Hrsg. Altschülerschaft des ehemaligen Carolinum Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wolter, Anselm &amp;quot;Der Park Burg Schlitz- Rekonstruktion des Parkes in den Jahren 1988 bis 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1998&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Zippel, Kathrin und Maßmann, Wolfgang &amp;quot;Inventarisierung und Vorschläge zur Erhaltung der Steindenkmäler im Park Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontakte ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=115349</id>
		<title>Teterow fortlaufende Chronik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=115349"/>
		<updated>2024-08-10T12:56:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Ehrenmal in den Heidbergen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterows Geschichte als Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Steinzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Steinkiste&lt;br /&gt;
Die Steinkiste befindet sich im Hohen Holz. 1902 wurde sie bei Fällarbeiten entdeckt. Ein 18 m langer und 7 m breiter Hügel bedeckte die Steinkiste. Bei der Ausgrabung durch Bürgermeister Dr. Franz von Pentz fehlte bereits der Deckstein. Die Kammer ist 1 m lang und 0,8 m breit und war von einer Rollsteinpackung umgeben. Sie enthielt einige Scherben von Tongefäßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Großsteingrab&lt;br /&gt;
Das Großsteingrab befindet sich an der Chaussee nach Rostock. Der Deckstein enthält kleine, runde Vertiefungen (&amp;quot;Schälchen&amp;quot;), die mit kultischen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Ein weiterer Deckstein hat sich in die Kammer gesenkt. Bürgermeister Dr. Franz von Pentz hat hier einen Hohlmeißel, ein dicknackiges Beil, Keramik und Skelettreste ausgegraben, 1907 ließ er die Anlage mit Eichen einfrieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;3.Jahrtausend v.u.Z.&lt;br /&gt;
:Besiedlung der Insel im Teterower See&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Bronzezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzegeräte von Teterow&lt;br /&gt;
:Am 12. Dec. 1859 wurden zu Teterow vor dem rostocker Thore beim Planiren des Terrains neben dem Friedhofe von dem Herrn Maurermeister Pohlmann zu Teterow gefunden:&lt;br /&gt;
:2 Handbergen aus Bronze und&lt;br /&gt;
:2 spiralcylindrische Armringe, mit leichtem edlen Rost, vollständig erhalten, jedoch alle beim Herausnehmen zerbrochen, und vom Burgemeister und Rath der Stadt Teterow geschenkt&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1861&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hifthorn von Teterow&lt;br /&gt;
:Beim Ausmodden eines Sumpfes auf der Feldmark der Stadt Teterow ward ein Hifthorn aus Bronze gefunden, durch den Herrn Inspector Beneke zu Pampow bei Teterow erworben und von diesem dem Vereine zum Geschenke gemacht. Dieses interessante Stück des Alterthums bildet ein Seitenstück zu dem merkwürdigen Hifthorn von Wismar, welches im Jahresbericht III, S. 67 flgd. beschrieben und abgebildet ist; es hat nicht die interessanten Gravirungen des wismarschen Hornes, aber dieselben Verzierungen, und stammt mit diesem ohne Zweifel aus derselben Zeit. Auch hat das teterowsche Horn eine andere Einrichtung, indem es aus Einem Stücke, das wismarsche aber aus drei Stücken besteht und nur zum Beschlage eines natürlichen Hornes gedient hat.&lt;br /&gt;
:Das Horn von Teterow ist aus Bronze aus Einem Stücke gegossen. Es bildet das Mundstück und den mittlern Theil des Ganzen; die Schallmündung ist aus natürlichem Horn oder Metall angesetzt gewesen, wie die Nietlöcher am Ende beweisen. Das Ganze ist etwas gekrümmt, wie das wismarsche Horn, in grader Richtung 12&amp;quot; lang und am weiten Ende 3&amp;quot; im Durchmesser. In Entfernungen von ungefähr 1 1/4&amp;quot; ist es 9 Male durch zwei neben einander stehende, erhabene Reifen in 9 Felder getheilt; die Reifen sind mit eingravirten Schrägelinien verziert. Die Reifenpaare sind an beiden Seiten durch die bekannten, kleinen, mit Stempeln eingeschlagenen Dreiecke begrenzt; diese einer gewissen Zeit der Bronze=Periode eigenthümliche Verzierung ist durchaus charakteristisch, überall gleich und findet sich öfter. Durch diese Verzierungen steht das teterowsche Horn dem wismarschen in der Zeit ohne Zweifel gleich. Hat auch das teterowsche Horn weiter gar keine Verzierungen, so ist es doch im Charakter dem Mundstücke des wismarschen Hornes (abgebildet Lithographie zu Jahresber. III, Fig I.) völlig gleich. Auf dem 7ten Doppelreifen vom Mundstücke und dem 3ten von der Schallöffnung sitzt ein angegossener Ring zur Aufnahme einer Schnur.&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1848&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Scherbenfund in der Schulstraße&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen von Versorgungsleitungen entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks in der Schulstraße Scherben aus der Bronzezeit.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 07.10.2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzezeitliche Siedlung und Gräberfeld am Erlenbruch&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen einer Versorgungstrasse zwischen Erlenbruch und Stadtrandsiedlung stieß Stefan Benesch auf ein bronzezeitliches Gräberfeld mit Scherben und Leichenbrand. In der Nähe Reste von drei bronzezeitlichen Häusern.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 09.11.1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Eisenzeit==&lt;br /&gt;
;Wohnstätten&lt;br /&gt;
:Gefunden 1905&lt;br /&gt;
:In festem Boden, fast 2 m tief, massenweise Scherben, dabei auch Tierknochen und Brandschichten. Genaueres über die Anlage war nicht festzustellen&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Grab am Pudelberg 1905&lt;br /&gt;
:Auf dem Pudelberge in einer flachen, sandigen Kuppe mit Lehmmergelstreifen. Grab, dessen Grund 1,75 m tief rechteckig 2,70 X 2,90 m, eingefasst mit einer Steinnmauer von 0,90 m. Der Grund mit Steinen abgedeckt; auch über der Bestattung kleine Steinabdeckung und Quermauer; Holzspuren weisen auf eine Holzüberdeckung; von den Bestatteten (zwei, N - S) nur Spuren; die Zugehörigkeit der Beigaben nicht genau bestimmbar; anscheinend östliche Leiche: Schwert am Oberkörper, links in der Kopfgegend Glasgefäss und Tonbecher, zu Füssen Bronzeschale mit Buckelrand; zwischen der östlichen und westlichen Leiche in der Kopfgegend Würfel und Spielstein; westliche Leiche: rechts in der Halsgegend Pfeilbündel, zu Füssen Bronzegefäss&lt;br /&gt;
:Schwert: Das prächtige Stück steckt in einer Holzscheide, die mit einem erhabenen Mittelgrate verziert ist. Die Länge der Klinge beträgt 91,5 cm, die Breite oben 5,5, unten 4,5 cm. Die Scheide wird abgeschlossen durch einen halbrunden Silberbeschlag, an dem eine reich gemusterte überfassende Zwinge (Ortband) aus Silber z. T. vergoldet, und mit Niello verziert angebracht ist. Der Griffteil besteht aus einer flachen Griffangel, darüber geschoben eine spitzovale Parierplatte von 10,5 cm Länge. Vom Griff selbst ist leider nichts erhalten, als einige Holzspuren. Als Scheidenbeschlag wird gedient haben ein Stück Silberblech, welches sich der Wölbung der Scheide anpasst, ein silbernes Band, welches wohl den oberen Scheidenabsatz umfasst (Mundstück), und kleine Silberstreifen, vielleicht auch kleine runde Glasscheiben in einen Bronzering gefasst, von denen Bruchstücke erhalten sind.&lt;br /&gt;
:Pfeilspitzen: ein ganzes zusammengerostetes Bündel, mindestens 15 Stück, mit Holzschaft, stark, dreikantig, mit eingezogenen Seiten, 4,5 cm lang,&lt;br /&gt;
:Knochenwürfel: die Zahlen anders verteilt wie heute üblich 1:3, 2:5, 4:6,&lt;br /&gt;
:Spielstein: ein kleiner konischer Spielstein aus Knochen&lt;br /&gt;
:Glasgefäss: Bruchstücke eines Trinkbechers, sehr dünnes, farbloses Glas, belegt mit langgezogenen Glasfäden, welche oben und unten im spitzen Winkel zusammenlaufen und die Spuren der Vergoldung zeigen, der Rand leicht verstärkt, die Mündung etwa 10 cm weit; Reste eines nach aussen geneigten Fusses, Höhe etwa 18 bis 20 cm&lt;br /&gt;
:Bronzekessel: mit flachgewölbtem Boden, scharfer, tiefliegender Bauchkante, eingezogenem Oberteil, nach aussen gebogenem Rande, zwei fast dreieckign Henkelösen, Henkelband mit Strichverzierungen und aufgebogenen Enden. Innere Weite 26,5 cm, Randbreite 1 cm, Höhe 15,5 cm,&lt;br /&gt;
:Bronzene Schale mit gebuckeltem Rande: Wandung leicht nach innen geschweift, runde Standfläche aus nach aussen gebogenen Blechreifen, der Rand ausgebogen und mit von innen getriebenen Buckeln verziert. Innere Weite 26 cm, Randbreite 2 cm, Höhe 11 cm.&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gräberfeld der Germanen in der Niendorfer Furt&lt;br /&gt;
:Bei der Erweiterung eines Gewerbegebietes wurden durch Bodendenkmalpfleger Roland Ducks germanische Urnen mit Durchmessern zwischen 16,5 und 11 cm gefunden.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.10.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Germanischer Siedlungsplatz auf dem Sportplatz des Gymnasiums&lt;br /&gt;
:Bei Erdarbeiten auf dem Sportplatz des Gymnasiums entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks Keramiken und eine Reibplatte - zum Ausmahlen von Getreide.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.07.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Slawenzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6./7. Jahrhundert n.Ch.&lt;br /&gt;
:Slawische Einwanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;vom &#039;&#039;&#039;9. bis zum 12. Jahrhundert&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:existierte auf der heutigen &amp;quot;Burgwallinsel&amp;quot; im Teterower See eine in drei Bauperioden errichtete bedeutenden slawische Burganlage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Burgwall===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zusammenfassung der Grabungsergebnisse (Fundbeschreibung) von 1950 bis 1953:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf eine bestehende offene Siedlung folgten vom Ende des 9. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts drei Burgphasen.&lt;br /&gt;
:Eine 750m lange Brückenanlage verband die Burgwallinsel mit dem Festland.&lt;br /&gt;
:Sie bestand aus senkrechten Pfosten und schrägen Stützen, auf denen vierkantige Träger auflagen.&lt;br /&gt;
:Die Einzeljoche waren durch locker auf die Träger gelegte Unterzüge verbunden, auf denen die Bohlen lagen, die zusätzlich durch Rödeleisen verbunden waren und ein Geländer trugen.&lt;br /&gt;
:Die Brücke, für die ebenfalls drei Bauphasen nachzuweisen waren, traf im Süden vor dem 4m hohen Abschnittswall der 1,2 ha großen Vorburg auf die Insel.&lt;br /&gt;
:Ein zweiter Wall trennte Vor- und Hauptburg von einander. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der auf einer natürlichen Anhöhe gelegenen 0,6 ha großen Burg mit einer Innenfläche von 25 x 50 m ist durch Gruben, Teilen von Hauspflastern, Herdstellen und Backöfen nachgewiesen.&lt;br /&gt;
:Sie zeigte in der Hauptburg dicht Bebauung, in der Vorburg nur entlang der Wälle.&lt;br /&gt;
:Der Wall war in der ersten und zweiten Phase in Kastenbauweise errichtet, während der dritten Phase nur aus einer Palisade mit Planken, die die Vorderfront verstärkten bestand.&lt;br /&gt;
:Während es in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts, also nach der ersten Besiedlungsphase, zu einer Brandzerstörung kam, wurde die Burg schließlich im 12. Jahrhundert friedlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
:Bei den Funden überwiegt wendische Keramik der Menkendorfer Gruppe und Knochen.&lt;br /&gt;
:Keramikfunde der Teterower Gruppe werden dagegen in das 11. und 12. Jahrhundert datiert, bei der der Fundort beim Teterower Burgwall anmengebend für den Typ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Aus Archäologie folgt Korrektur der gängigen Geschichtsschreibung===&lt;br /&gt;
;Zu nachfolgend angeführten Quellen ist der Hinweis erforderlich, das die Mehrheit heute tätiger Historiker die Meinung vertritt, das es sich bei der Teterower Burganlage wohl eher nicht um die in frühen Quellen genannte Burg Othimars handelt und diese mehrheitlich mit der wendischen Burganlage von Behren-Lübchin in Verbindung gebracht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen vor den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514905980.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (2) Rudolf Asmus Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 1928 S.1-5 (&#039;&#039;&#039;Teil 1 ist 1926 in der Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; erschienen!&#039;&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906111.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (3)  Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (3.) Fortsetzung Rudolf Asmus. - In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 2, S.9-11]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906332.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (4.) Schluß Rudolf Asmus In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 3, S.17-19 ]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513452567.pdf Frühgeschichtliches und Vorgeschichtliches vom Teterower See Rudolf Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.354-359]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen während und nach den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Ein vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1950/51&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Landesamt für Denkmalpflege Schwerin (Hg.) &amp;quot;Denkmalpflege in Mecklenburg Jahrbuch 1951/52&amp;quot; S. 198 - 212, Sachsenverlag Dresden o. J.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Slawische Töpferei in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Volksdruckerei Ludwigslust 1964&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Der Holzbau bei den nordwestslawischen Stämmen vom 8. bis 12. Jahrhundert&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow (1950 - 1953) Forschungen auf einer slawischen Burg im See&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Gralow, Klaus-Dieter / Stange, Hartmuth (Hg.) &amp;quot;Ewald Schuldt - Archäologische Expeditionen im eigenen Land (1950 - 1984)&amp;quot; S. 7 - 48, Stock &amp;amp; Stein Verlag Schwerin 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1952/53&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin (Hg.) &amp;quot;Jahrbuch für Bodendenkmalpflege in Mecklenburg 1953&amp;quot; S. 84 - 107, Petermänken-Verlag Schwerin 1955&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow - Ein slawischer Burgwall in Mecklenburg&amp;quot; (Text- und Beilagenband)&lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1963&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1235&lt;br /&gt;
:Teterow ( slaw. &amp;quot;Birkhahnort&amp;quot;) erhält Stadtrecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Hoffmann : &lt;br /&gt;
Die Gründung der Stadt Teterow &lt;br /&gt;
In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 138-139 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit Penzlin ist die Reihe der Werleschen Städte, von denen uns Stiftungsbriefe erhalten sind, abgeschlossen. Man muß sich daher darauf beschränken, die Entstehung der übrigen Städte der Herrschaft Werle aus späteren Zeugnissen aufzuklären und ihr ungefähres Alter zu bestimmen. &lt;br /&gt;
:Teterow ist die Stadt, die uns in dieser Gruppe am frühesten als solche begegnet. &lt;br /&gt;
:Die Stadt liegt zwischen Güstrow und Malchin am Fuße der Heidberge. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1272 wird die Stadt zum erstenmal erwähnt (M.U.B. II, 1261). &lt;br /&gt;
:Anscheinend hat sie jedoch damals schon einige Zeit bestanden. &lt;br /&gt;
:Denn in diesem Jahr wird der Stadt das Dorf Baudorf mit 43 Hufen von Nikolaus von Werle verliehen. &lt;br /&gt;
:Diese Verleihung deutet darauf hin, daß der Stadt ihre bisherigen Besitzungen nicht mehr genügten, und wir können damit zugleich auch schon auf eine gewisse Blüte der Stadt schließen. &lt;br /&gt;
:Ferner erkennen wir auch aus derselben Urkunde des Jahres 1272, daß Teterow bei seiner Gründung durch Nikolaus von Werle Schweriner Stadtrecht verliehen wurde. &lt;br /&gt;
:Denn es heißt in ihr, daß die Ratmänner für sich den Friedensschilling benutzen sollten (Consules etiam suis vsibus pacis denarios usurpabunt). &lt;br /&gt;
:Da dieses Teterower Ratsprivileg genau dem des Schwerin-Güstrower Rechts entspricht, so können wir daraus schließen, daß auch sonst Schweriner Recht in Teterow galt. &lt;br /&gt;
:Ob damals, als die Stadt gegründet wurde, noch andere Siedlungen hier vorhanden waren, wissen wir nicht. &lt;br /&gt;
:Anscheinend ergibt sich aus der slawischen Namensform Teterow, daß hier einst ein slawisches Dorf vorhanden war. &lt;br /&gt;
:Vielleicht war Teterow auch der Name für den wendischen Burgwall, der noch heute auf der Insel im Teterower See erhalten ist. &lt;br /&gt;
:Schmaltz behauptet, daß das Teterower Kirchspiel bereits um 1226 gegründet worden ist (M.J.B. 73, S. 46). &lt;br /&gt;
:Es handelt sich dabei jedoch nur um Vermutungen. &lt;br /&gt;
:Reifferscheid hat die Entstehung der Teterower Kirche nach ihrem Stil erst in die Zeit um 1270 angesetzt (Reifferscheid a. a. O. S. 147 ff ). &lt;br /&gt;
:Die Stadt ist, wie aus dem Stadtplan hervorgeht, eine Gründung aus frischer Wurzel ( Plan der Stadt Teterow &amp;quot;fecit Teterow, 26. 2. 1753, Christian Adolf Reinhard, Senator&amp;quot;, im Besitz der Stadt Teterow ). &lt;br /&gt;
:Bereits Fritz hat auf den Teterower Grundriß als Beispiel eines Kolonial-Stadtplans hingewiesen (Fritz a. a. O. S. 27). &lt;br /&gt;
:Unter den sechs Ratmännern, deren Namen uns im Jahre 1288 genannt werden (M.U.B. III, 1959), ist anscheinend einer ein Slawe gewesen. &lt;br /&gt;
:Von den sechs Ratmännern sind drei als Deutsche anzusprechen, während wir bei den übrigen drei ihre Nationalität an ihrem Namen nicht erkennen können. &lt;br /&gt;
:Nach dieser Ratsherrnliste vom Jahre 1288 scheint die Zusammensetzung der frühesten Teterower Bevölkerung überwiegend deutscher Herkunft gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1250&lt;br /&gt;
:Teterow entstand in der Nähe einer einstigen wendischen Burganlage im Teterower See.&lt;br /&gt;
:Es ist unbekannt wann Teterow genau entstanden ist. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1272.&lt;br /&gt;
:Da der Baubeginn der Stadtkirche bauhistorisch auf die Zeit um 1280 gelegt werden kann, ist davon auszugehen, dass die Verleihung der Stadtrechte um 1250 erfolgten.&lt;br /&gt;
:Als offizielles Gründungsjahr wird jedoch seit dem 18. Jh. 1235 benannt. Dies entbehrt jedoch jeglichen Beweises und basiert lediglich darauf, dass Malchin nachweislich 1236 die Stadtrechte verliehen bekommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1272&lt;br /&gt;
:erste urkundliche Erwähnung Teterows &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;14.Jh.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde (wohl zur Zeit seiner größten Bedeutung) befestigt und erhielt seine schönen gotischen Stadttore. &lt;br /&gt;
:Fertigstellung der Stadtkirche St. Peter und Paul&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1316 &lt;br /&gt;
:Teterow kommt an die Herrschaft Werle-Parchim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1374 &lt;br /&gt;
:an die Herrschaft Werle-Güstrow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1436 &lt;br /&gt;
:Die Stadt kommt an das Haus Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reformation und Nachreformationszeit in Teterow (1517 bis 1648)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1540&lt;br /&gt;
:Beginn der Reformation in Teterow&lt;br /&gt;
:Entsprechend des Vermögens der Teterower Kirche verlief die Reformation nicht ohne Wiederstände, die Kalandsbrüderschaft mußte sogar aufgelöst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hexenprozesse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632&lt;br /&gt;
:erster großer Stadtbrand vernichtet ein Viertel aller Fachwerkhäuser, was den allgemeinen Niedergang Teterows beschleunigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1650&lt;br /&gt;
:Die Stadt hat nach dem 30-jährigen Krieg nur noch rund 300 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1699&lt;br /&gt;
:Pastor Felix Fiedler stiftet den Ertrag aus der Verpachtung von Äckern und Gärten zur Unterstützung armer Schulkinder (heutiger Schulkamp)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:G.S.C. Kirchhoff - Entdecker des Stärkezuckers - wird in Teterow geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur Reichseinigung (bis 1871) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:Edikt zur Aufhebung der Leibeigenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1836&lt;br /&gt;
:Teterow bekommt eine hölzerne Quellwasserleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1848&lt;br /&gt;
:Johann Heinrich von Thünen wird erster Ehrenbürger von Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1850&lt;br /&gt;
:Große Cholera-Epidemie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Die Stadt bekommt eine Telegraphenverbindung zu den Nachbarstädten Güstrow und Malchin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Auflösung der Zünfte und Gewerbefreiheit in ganz Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1918 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Dr. jur. Franz von Pentz wird Bürgermeister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1881&lt;br /&gt;
:Hermann Carl Friedrich Pogge wird zweiter Ehrenbürger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1894&lt;br /&gt;
:William Mantle, geborener Engländer und Gaswerksdirektor wird dritter Ehrenbürger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Einweihung des Rathauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Einweihung des Hechtbrunnens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1945 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1927&lt;br /&gt;
:Errichtung des Ehrenmals in den Heidbergen&lt;br /&gt;
:Bau des Wendenkruges auf der Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1929&lt;br /&gt;
:Mit der Einrichtung der Kurbelfähre ist die Burgwallinsel ständig erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Mit dem ersten Rennen wird der Bergring in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==SBZ und DDR bis 1990 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1950-1953&lt;br /&gt;
:Tiefgründige Untersuchung der Burgwallinsel im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungskampagnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;17.06.1953&lt;br /&gt;
:während des Volksaufstandes in der DDR kommt es auch in Teterow zu Demonstrationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1977&lt;br /&gt;
:Inbetriebnahme der neuen Seilzugfähre zur Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1981&lt;br /&gt;
:Hochwasser in Teterow  nach sintflutartigen Regenfällen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:Gründung des Heimatbundes - erste Vereinsgründung nach der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
:Die Verwaltung der Stadt zieht wieder in das Rathaus ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==die heutige Zeit in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001&lt;br /&gt;
:Die Barkasse &amp;quot;Regulus&amp;quot; unternimmt nach Versenkung 1945, Hebung mehr als 50 Jahre danach und anschließender Restaurierung, ihre erste Fahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Arena am Kellerholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Religionsgemeinschaften in Teterow==&lt;br /&gt;
:Die Gründung und Entwicklung der Stadt Teterow ist eng verbunden mit dem Wirken der römisch-katholischen Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Das zeigt das heute noch das Stadtbild dominierende Gebäude der St. Peter und Pauls Kirche an zentraler Stelle der neu gegründeten Stadt.&lt;br /&gt;
:Im Teterower Stadtbuch von 1665 - 1777 findet sich ein Hinweis, dass es in Teterow mehrere Kirchen und Kapellen sowie ein Filialkloster gegeben hat, die aber alle nach der Reformation verschwunden sind. Ihre genaue Lokalisierung ist heute kaum noch nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wird in Mecklenburg, zuerst in den größeren Städten, nach der Lehre Luthers gepredigt. Etwa 1530 wird auch in Teterow erstmalig lutherischer Gottesdienst abgehalten.&lt;br /&gt;
:1541 wird in Teterow Joachim Mesekow als festangestellter evangelischer Prediger genannt. Auf dem Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg wurde am 20. Juni 1549 offiziell die Einführung der Reformation in Mecklenburg verkündet. Das Datum gilt als Geburtstag der evangelischen Landeskirche. Die römisch-katholische wurde vollständig zurückgedrängt und spielte auch in Teterow über Jahrhunderte keine Rolle mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde===&lt;br /&gt;
:Zum Ende des 19. Jahrhunderts zeigt der Chronist der evangelischen St. Peter und Pauls Kirchengemeinde folgendes Bild auf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Zahl der Gemeindeglieder betrug nach der Zählung vom Dezember 1890: 7005 - nämlich 4781 Erwachsene, 2224 Kinder.&lt;br /&gt;
:Die Gesamtzahl der Einwohner des mit der Kirchengemeinde identischen Standesamtsbezirks Teterow betrug 7287, als waren 282 Personen nicht lutherischer Konfession, nämlich in der Stadt Teterow 74 Juden, 150 Katholiken und 1 Reformierter, außerdem 57 nicht lutherischer, wohl meistens katholischer Einwohner auf dem Lande.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Zur Kirchengemeinde Teterow gehörten Groß Roge, Klein Roge, Mieckow, Pampow, Groß Köthel, Klein Köthel und Grambzow.&lt;br /&gt;
:Als Schulaufsicht in den öffentlichen Schulen fungierten die beiden Pastoren des Pfarrbereiches.&lt;br /&gt;
:In Teterow waren das die lateinlose Realschule II. Ordnung mit 8 Lehrern und ca. 150 Schülern und die Bürger- und Volksschule mit 18 Lehrern und ca. 1050 Schülern, in Groß Roge die 2-klassige Domanialschule, in Groß Köthel die ritterschaftliche Schule im Verbund mit Klein Köthel und Grambzow, in Pampow eine ritterschaftliche Schule.&lt;br /&gt;
:Die Kinder aus Mieckow gingen nach Appelhagen, das zur Kirchgemeinde Thürkow gehörte. Die 1892 eingerichtete Gemeindepflege wurde von den Diakonissen verwaltet und der Dirigent des tödtischen Armenkollegiums war einer der beiden Pastoren.&lt;br /&gt;
:Zum Gemeindeleben gehörten auch die Anstalten der Inneren Mission und die geistlichen Vereine. Dazu zählten die Herberge zur Heimat in der Malchiner Straße seit1887, der 1899 gegründete christliche Männer- und Jünglingsverein, der Posaunenchor und seit 1900 der hiesige Lehrlings-Verein.&lt;br /&gt;
:Die im eigenen Haus auf dem Schulkamp 1888 gegründete Kleinkinderschule wurde von einer Diakonisse aus dem Stift Bethlehem geleitet.&lt;br /&gt;
:Im ebenfalls 1888 gegründeten Krankenhaus waren drei Diakonissen als Krankenschwestern tätig.&lt;br /&gt;
:In allen Einrichtungen und Vereinen waren die Pastoren in den Vorständen bzw. in der Leitung vertreten.&lt;br /&gt;
:Am 4. Dezember 1902 nahm der Landtag in Malchin die Verordnung betreffs die öffentliche Religionsausübung der reformierten und der römisch-katholischen Kirche in beiden Ständen an.&lt;br /&gt;
:Es wurde jedoch zur Bedingung gemacht, dass den Ständen eine landesherrliche Zusicherung erteilt werde, dass die Niederlassung von katholischen Orden und die Zulassung von Kongregationen und anderen Religionsgemeinschaften nur mit Zustimmung der Stände genehmigt werde, während von der Ritterschaft nur eine entsprechende Bitte an den Landesherren beschlossen wurde. (Teterower Nachrichten vom 6. Dezember 1902)&lt;br /&gt;
:Die protestantische Kirchengemeinde blieb weiterhin die größte und bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Stadt und spielte im gesellschaftlichen Leben eine herausragende Rolle, wie etwa bei der Weihe des neuen Friedhofs am 25. November 1908 oder der Einweihung des neuen Rathauses am 20. November 1910.&lt;br /&gt;
:Der Beginn und Verlauf des 1. Weltkrieges brachte auch für das Leben in der Kirchengemeinde enorme Belastungen. Zu Beginn der Mobilmachung kam es zu vermehrten Taufen und Kriegshochzeiten.&lt;br /&gt;
:Am 11 August 1914 fand im Rathaus eine Zusammenkunft statt, in der man über Möglichkeiten der Unterstützung der Kriegerangehörigen in Teterow beriet. Nach einem Plan, der von Pastor Schumacher nach Beratung mit dem Bürgermeister ausgearbeitet worden war, wurde in der Stadt die Kriegshilfstätigkeit organisiert.&lt;br /&gt;
:Im November 1914 kamen die ersten verwundeten Soldaten in das neu eingerichtete Lazarett. Durchschnittlich 50 Verwundete erhielten hier ihre ärztliche Behandlung und hilfreiche Betreuung durch Mitglieder der Kirchengemeinde. Am 7. März 1919 wurden mit einer kleinen Abschiedsfeier die letzten Patienten in ihre Heimatorte entlassen.&lt;br /&gt;
:Am 14. November 1914 trafen in der Stadt etwa 500 ostpreußische Flüchtlinge ein, die wegen des Einmarsches russischer Truppen ihre Heimat verlassen mussten. Sie wurden zum Teil von Familien in ihren Wohnungen aufgenommen, zum Teil aber auch in Gaststätten und Herbergen untergebracht. Sie wurden von der Kirchengemeinde aufgenommen, erhielten aber auch Seelsorge von einem ostpreußischen Pastor, der von Schwerin aus seine Landsleute betreute. Viele der Flüchtlinge waren nur dürftig gekleidet und ohne persönliche Habe geflohen. Für sie wurde eine Kleidersammlung organisiert. Im Frühjahr 1915, die letzten Mitte April, kehrten die Flüchtlinge in ihre Heimat zurück.&lt;br /&gt;
:Zu Pfingsten 1917 mussten die Zinnpfeifen der Orgel der Kriegswirtschaft zugeführt werden und am 28. Juni 1917 musste die größte der Kirchenglocken den Weg in den Schmelzofen nehmen.&lt;br /&gt;
:Im Winter 1917 wurde die Krippe als Stiftung des Fabrikbesitzers Müller begründet. Am 14. Juni 1918 wurde sie eröffnet. Zwei Diakonissen vom Stift Bethlehem übernahmen die Leitung und Betreuung der Einrichtung. Im Vorstand des Krippenvereins war Pastor Schumacher vertreten.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende und die Abschaffung der Monarchie bracht große Umwälzungen auch im Zusammenleben der Kommune mit sich. Der entthronte Großherzog war nicht mehr Oberbischof der Landeskirche.&lt;br /&gt;
:In der Kirchenchronik heißt es, dass im Januar 1919 in öffentlichen Zusammenkünften in der Stadt die Frage der Trennung von Kirche und Staat diskutiert wurde und dies in der neuen Landesverfassung festgeschrieben werden sollte.&lt;br /&gt;
:Am 11. August 1919 trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Sie brachte die Ablösung des landesherrlichen Kirchenregiments und schuf eine grundlegende Neuordnung des Verhältnisses des Staates zu den Kirchen (Art. 136 ff.). Da den Landeskirchen das volle Selbstbestimmungsrecht zugesprochen war, machte, es sich erforderlich, möglichst schnell eine Kirchenverfassung zu schaffen. In Mecklenburg-Strelitz wurde am 20. Juni 1920 durch den verfassunggebenden Kirchentag eine Kirchenverfassung beschlossen, in Mecklenburg-Schwerin erfolgte das am 12. Mai 1921. Am 23. November 1919, dem Ewigkeitssonntag, fand eine größere Gedächtnisfeier für die Gefallenen in der Kirche statt. Im Adventsbericht des Jahres 1919 ist vermerkt: &amp;quot;Im Kampf fürs Vaterland sind im Verlauf des Krieges im ganzen , soweit bekannt, gefallen: 224, ungerechnet die Vermißten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Dezember 1920 fand die erste Beratung betreffs Errichtung einer Kriegergedenktafel in der Kirche statt und am 22. November 1922 erfolgte die Einweihung der von Teterower Handwerkern geschaffenen Gedenktafel in der St. Peter und Pauls-Kirche.&lt;br /&gt;
:Am 7. Oktober 1923 wurde in Mecklenburg eine Gedenkfeieranlässlich des 400jährigen Bestehens des evangelischen Kirchenliedes durchgeführt. Im übrigen Deutschland waren diese Feiern wegen der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse abgesagt worden. Mecklenburg feierte demnach allein.&lt;br /&gt;
:Am 10. Mai 1924 fand eine erste Beratung über die Beschaffung neuer Glocken für die Kirche im Kirchgemeinderat statt.&lt;br /&gt;
:Am 8. Juni , dem 1. Pfingstfeiertag des gleichen Jahres, wurde das neue Geläut feierlich von Pastor Schumacher geweiht und die Glocken erklangen zum ersten Mal. Die Beschaffung der Glocken, die in Torgau gegossen worden waren, wurde durch Spenden ermöglicht. Die Liste der Spender ist lang.&lt;br /&gt;
:Im Oktober 1932 übernimmt Probst Schumacher die Seelsorge für die Bewohner des Altersheimes des Amtes Malchin in der Wilhelmstrasse ((heute Niels-Stensen-Straße).&lt;br /&gt;
:Die Wahl des Kirchgemeinderates am 23. Juli 1933 brachte große Veränderungen in der Kirchgemeinde. Dazu heißt es in der Chronik: &amp;quot;Es waren 2 Listen eingereicht, die eine von &amp;quot;Evangelium und Kirche&amp;quot;, die andere von den &amp;quot;deutschen Christen&amp;quot;, nachdem eine zuvor versuchte Einigung nicht zustande gekommen war. Die erste Liste erhielt 3 Sitze, die zweite 9. Die feierliche Einführung des Kirchgemeinderates durch Pastor Romberg fand im Hauptgottesdienst des 8. p. Trin.am 6. August statt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im November 1933 wurde Pastor Plahs in sein Amt eingeführt. Er war Vertreter der Deutschen Christen und Nationalsozialist. Am 1. April 1934 übernahm er den Vorsitz im Gemeindekirchenrat.&lt;br /&gt;
:Zum Gottesdienst am 1. Mai 1934 hatte er an Stelle des Lesepultes in der Kirche ein Hitlerbild angebracht, unter dem ein Treuespruch für Hitler stand. Das Hitlerbild verdeckte das Christusbild auf dem Altar für den Mittelgang.&lt;br /&gt;
:Die Deutschen Christen wollten den Nazismus und Faschismus im Christentum durch Erneuerung ihrer Kirche verkörpern. Der Naziideologie folgend, lehnten fanatische Pastoren das alte Testament als jüdisches Glaubensbekenntnis ab, und es wurde offen in der Kirche faschistisches Gedankengut gepredigt.&lt;br /&gt;
:Es kristallisierte sich aber in den Jahren heraus, dass der Staat das Christentum von Grund auf abzulehnen begann.&lt;br /&gt;
:In der Folge kam es zu wachsenden Unstimmigkeiten zwischen den Bekenntnischristen und den deutschen Christen. Von allen Seiten wurde massiv Druck auf die zu Pastor Romberg stehenden Gemeindeglieder ausgeübt. Die Stadtverwaltung, Polizeibehörden, die Gestapo und nicht zuletzt der Oberkirchenrat versuchten, die standhaften Gemeindeglieder und den Pastor einzuschüchtern.&lt;br /&gt;
:Pastor Romberg wurde verhaftet, nach Güstrow in Untersuchungshaft gebracht, es wurden Hausdurchsuchungen vorgenommen und persönliche Dinge beschlagnahmt.&lt;br /&gt;
:Auch die Pastoren, die für Pastor Plahs nachfolgend eingesetzt wurden, versuchten die Bekenntnischristen durch massiven Druck zum Aufgeben zu zwingen.&lt;br /&gt;
:Höhepunkt der Schikanen war, dass Pastor Romberg 7 Jahre und 3 Monate die Kirche nicht betreten durfte und bei Beerdigungen verstorbener Bekenntnischristen die Glocken nicht geläutet werden durften.&lt;br /&gt;
:Jahrelang erhielt Pastor Romberg kein Gehalt. Erst auf dem Klageweg musste ihm das Gehalt von 1935 bis 1940 ausgezahlt werden.&lt;br /&gt;
:Mehrmals sollte Pastor Romberg strafversetzt werden. Er und die Gemeinde wehrten sich stets dagegen, so dass er in Teterow blieb.&lt;br /&gt;
:Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Bibelstunden, Chorproben und Auftritte und andere Veranstaltungen konnten nur im Pfarrhaus, meist unter Anwesenheit der Polizei oder Gestapo stattfinden. Häufig wurden Verbote ausgesprochen.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1942 wurden die gottesdienstlichen Räume im Pfarrhaus vom Bürgermeister beschlagnahmt und Rostocker Bürger, die nach den schweren Luftangriffen ausgebombt waren, eingewiesen. Pastor Romberg hat darauf dem Gemeindekirchenrat mitgeteilt, dass er ab sofort seine Gottesdienste wieder in der Kirche halten werde. Ab dem 14. Juni 1942 beginnt sich das Gemeindeleben zu normalisieren und allmählich wächst die Gemeinde wieder zusammen.&lt;br /&gt;
:Bis zum Zusammenbruch des faschistischen Regimes musste Pastor Romberg aber mit seiner Bekenntnischristen-Gemeinde immer wieder Behinderungen, Erpressungs- und Verleumdungsversuche durch die Deutschen Christen und Versetzungsversuche in andere Orte abwehren. Teterow war im Land Mecklenburg zu einer der standhaftesten Bekenntnischristen-Gemeinden geworden.&lt;br /&gt;
:1945 schreibt die Gattin des Pastors Romberg in der Kirchenchronik: &amp;quot;Erschütterndes Flüchtlingselend! Alle Straßen und Plätze stehen voller Trecks. Hunderte suchen im Pfarrhaus Rat u. Hilfe. Die Zeit und die Angst lähmt. Aber die Arbeit geht weiter. Bibelstunden und Singeabende werden regelmäßig gehalten. Auch der Kirchenchor übt zu Karfreitag und Ostern. Der Kirchenbesuch steigt, die Angst treibt die Menschen doch zu Gott. Judika waren es ca. 250 Mensch in der Kirche.&lt;br /&gt;
:Eingesegnet sind Palmarum 29 Kinder von Pastor Reinwald, 18 Kinder von Pastor Romberg. Am 1. Ostertag waren über 500 Menschen in der Kirche, 21 Taufen. 2. Ostertag Pastor Reinwald. Die Feinde kommen immer näher.&lt;br /&gt;
:Am 1. Mai erwarten wir die Beschießung von Teterow, denn die Stadt soll bis zum Äußersten verteidigt werden. Am 30 April mittags Tieffliegerangriff, der 15 Todesopfer forderte. In er Nacht vom 30.4. auf 1.5. wurde Teterow eingenommen.&lt;br /&gt;
:Wie die Russen beim Einmarsch hausten, ist zur genüge bekannt. Es war hier auch nicht anders. 450 Menschen, später stieg die Zahl auf 600, also 5 % der Bevölkerung, hatte sich das Leben genommen, besonders junge Frauen und Mädchen. In den ersten Wochen rissen die Beerdigungen nicht ab. 150 - 200 Menschen wurden in 2 langen Massengräbern beigesetzt.&lt;br /&gt;
:Am 13. Mai konnte wieder Gottesdienst gehalten werden. Pastor Romberg sprach über das Wort: So demütigt euch unter der gewaltigen Hand Gottes. Am 27. Juni in dem schwer heimgesuchten Kl. Roge Gottesdienst im Freien. Vieh und Lebensmittel werden weggeschleppt oder zerstört. Die Ruhr bricht aus. Bald Hungertyphus. ... Säuglingssterblichkeit ungeheuer, jede Woche sterben 6 - 10. Die Glocken hören kaum auf zu läuten. Teterow ist Quarantänegebiet. Im Oktober laufen die Beerdigungen von morgens bis abends ohne Unterbrechungen. Im November scheint die Krankheit nachzulassen. In allen Schulen sind Typhuslazarette. Im Oktober begann in Noträumen der Unterricht wieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Am 7. Januar 1947 wurde Pastor Bernhard Romberg unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und auch der Stadtverwaltung auf dem Teterower Friedhof bestattet. Er wurde nur 51 Jahre alt. Am 2. September 1927 hatte er seinen Dienst in Teterow begonnen. Als standhafter bekennender Christ hat er als Gegner des Nationalsozialismus seine Gemeinde durch schwierige Zeiten geführt.&lt;br /&gt;
:In den Zeiten der Not versuchte die Kirchengemeinde, Kranken und Bedürftigen in der Stadt zu helfen. In der Pfarrhausküche wurde gekocht und Essen ausgegeben. 1948 konnten vom kirchlichen Hilfswerk bereitgestellte Lebensmittel an Tbc-Kranke ausgegeben werden. Im August wurden vom Hauptbüro des Hilfswerkes für 70 evakuierte Sachsenkinder Lebensmittel bereitgestellt. Des weiteren wurde in der Pfarre I eine Kinderspeisung für 57 unterernährte und Tbc-gefährdete Kinder durchgeführt. Dabei erhielt die Gemeinde von der Stadtverwaltung durch Bereitstellung von Feuerungsmaterial Unterstützung. Diese Speisungen wurden bis in das Jahr 1950 fortgesetzt. Die hierfür benötigten Produkte wurden zu großen Teil durch Spenden, auch aus den Dörfern des Kirchspiels bereitgestellt. Auch von der Teterower katholischen Kirchengemeinde kamen Lebensmittelspenden.&lt;br /&gt;
:1948 kam, gerade aus Kriegsgefangenschaft entlassen, Pastor Abshagen nach Teterow. Er organisierte den Aufbau der Jungen Gemeinde in Teterow, wo sich die Teterower Kinder und Jugendlichen in 14 - 16 Kreisen wöchentlich trafen, gemeinsam biblische Themen besprachen, spielten, Ausflüge unternahmen oder auch mit dem gemeindeeigenen Boot auf den See hinaus fuhren. Die Junge Gemeinde hatte für das Leben in der Kirchengemeinde eine große Bedeutung. 1954 wurde in den Schulen für die Jugendweihe geworben. Ein Jahr darauf nehmen in der DDR 4 % der Konfirmanden an der Jugendweihe teil.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1954 predigt in der Teterower Kirche der Pastor der bayrischen Patenkirche. 1966 verlässt die Gemeindeschwester Martha Stiegler infolge ihres hohen Alters nach über 40 Jahren Stadt und Gemeinde. Sie war eine allseits bekannte und beliebte Persönlichkeit. 1967 wird in der Kirche eine Jubiläumsreihe zur Reformation zu folgenden Themen gehalten: Reformation in Mecklenburg, Luther und Müntzer im Bauernkrieg, Vortrag über die schwedische Kirche, Luthers Lebenslauf, Einfluss der Reformation auf die deutsche Kultur. Am 20.06.1976 wurde Propst Abshagen nach 28 Dienstjahren in Teterow in den Ruhestand verabschiedet. Er verzog Anfang 1977 mit seiner Frau nach Rostock, wo er im Mai 1978 verstarb. Am 13. August 1978 wurde Pastor Dr. Martin Kuske in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Eine statistische Aufzählung in der Chronik zeigt auf, dass von 1965 bis 1982 die Zahl der Gottesdienstbesuche, Taufen, Konfirmationen, Trauungen und kirchliche Beerdigungen kontinuierlich zurück gegangen ist. Im Gegensatz dazu nehmen im gleichen Zeitraum die Zahl der Kollekten, Spenden und Opfer stark zu waren es 1965 ca. 10.000 M. kamen 1982 ca. 26.000 M. zusammen. In den Jahren von 1979 bis 1982 erfolgten umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten und Um- und Ausbauten an der Kirch und den Pfarrhäusern. &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1981 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den evangelischen Kirchen und der Staatsführung um die Friedensfrage. In Teterow haben Jugendliche aus der Jungen Gemeinde die Initiative verschiedener junger Christen unterstützt, einen Wehrersatzdienst im sozialen Bereich durchzuführen. Die betreffenden Jugendlichen wurden in der EOS (Erweiterte Oberschule) zur Verantwortung gezogen. Es kam zu harten Gesprächen. Von der Schule wurde aber niemand verwiesen, aber einige dieser Jugendlichen kamen seitdem nicht mehr zu Jungen Gemeinde. Pastor Kuske schreibt in der Chronik: &amp;quot;Von der Kirche wird erwartet, dass sie sich voll und ganz hinter die Friedenspolitik der DDR, zu der eine starke Armee gehört, stellt. Wir können das aber nur in solidarischer Kritik oder kritischer Solidarität. Wir meinen, dass wir vom Evangelium her ein eigenes Wort mitzubringen haben und werden das auch in Zukunft tun.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1984 kommt es zu Besuchen und Gegenbesuchen mit der Partnergemeinde Gräfelfing. Die Partnergemeinde spendet 20.000 Dachsteine für das Kirchendach. Mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützung der Dachdeckerfirma Wille konnte damit das Süddach des Langhauses eingedeckt werden. 1989 wird dann, ebenfalls mit gespendeten Dachsteinen aus der Partnergemeinde, das Norddach mit freiwilligen Helfern und der Firma Wille erneuert.&lt;br /&gt;
:Am 6. März 1987 wurde zum 100jährigen Geburtstag der Weltgebetstagsbewegung ein Festgottesdienst durchgeführt. Dazu eingeladen sind auch katholische und evangelisch-freikirchliche Gemeindeglieder. Am 19. Oktober 1989 findet das 1. Friedensgebet mit über 500 Leuten in der Kirche statt, weitere folgen am 2. und 9. November. Am 18. Januar 1990 findet ein Friedensgebet gegen die Kampfhandlungen am Golf statt. Mitarbeiter der Kirchengemeinde führten seit März 1990 Gespräche in Schulklassen und mit Lehrern, um Misstrauen und Vorurteile gegen die Einführung eines Religionsunterrichts zu entkräften.&lt;br /&gt;
:Am 6. Januar 1991 wurde mit einem Gottesdienst die Sozialstation Teterow feierlich eröffnet. Neun Gemeindeschwestern sind seither in der Stadt Teterow und den politischen Gemeinden Alt Sührkow, Gottin, Dalkendorf, Groß Roge und Groß Wokern tätig. Sie sind von der Kirche angestellt. Am 1. Juni beendet Pastor Christian Burchhard seinen Dienst, den er im November 1985 begonnen hatte.&lt;br /&gt;
:Am 24. Dezember 1990 erklangen die ersten Register der neuen Orgel. Die Finanzierung des Orgelbaues gestaltete sich, auch wegen der Währungsunion, sehr schwierig. Am 1. September 1991 kann die neue Orgel eingeweiht werden. Das Gewölbe über der Orgel wurde renoviert. 1991 wird das Pfarrhaus, Schulstraße 2 saniert. Im Oktober d. J. wird mit der Ausmalung des 2. Gewölbes im Kirchenschiff begonnen und zu Ostern 1992 fertiggestellt. Am 16. Mai 1993 wird Pastor Burkhardt Ebel in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1993 nahmen 37 Gemeindeglieder aus Teterow und Hohen Mistorf am Kirchentag in München teil und gestalteten einen viel beachteten Ausstellungsstand mit Fotos, Zeichnungen und Dokumentationen über das kirchliche Leben in einer mecklenburgischen Kleinstadt und einer Landgemeinde. Dabei war der Höhepunkt der Besuch des Bundespräsidenten von Weizsäcker am Stand. Am 23. Februar findet die Auftaktveranstaltung zum Jahr der Familie in der katholischen Kirche statt, auf der die Pastoren Kuske und Ebel eine Dialogpredigt halten. Am 24. Mai 1994 hielt Pastor Martin Kuske den letzten Gottesdienst in der Gemeinde. Er war von der Kirchenleitung der Landesbehörde zum Landespastor für Diakonie berufen worden. Am 9. Februar 1995 schied er durch eigene Hand aus dem Leben.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wird die Restaurierung der Altarfiguren abgeschlossen und der Altar wieder vervollständigt. Im Jahr 1994 entschied die Kirchenleitung, dass in den kleinen Städten wie Teterow nur noch eine Pfarrstelle besetzt wird. Am 25. Mai 1995 wird der erste gemeinsame Gottesdienst mit der Gemeinde Hohen Mistorf (Pastorin Gudrun Schmiedeberg) auf dem Silberberg im Ortsteil Teschow durchgeführt. Am 7. Januar 1996 findet der erste ökumenische Gottesdienst zur Allianzgebetswoche in den Räumen der evangelischen Freikirche statt.&lt;br /&gt;
:Iwan Rebroff (Hans Rolf Rippert), der einige Kinderjahre in der Nachkriegszeit in Teterow verlebte und damals auch im Kirchenchor bei Frau Vichel gesungen hatte, ab am 6. August 1997 ein Konzert in der Kirche. Seine Mutter war 1948 Mitglied des Gemeindekirchenrates und für die Spendensammlungen verantwortlich. Der erste ökumenische Gemeinderat findet am 4. September 1997 statt. Die Gemeinderäte der katholischen Gemeinde, der Freikirchlichen Gemeinde und der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde treffen sich. Dem ersten kennenlernen folgt eine Beratung über gemeinsame Projekte. In den Tagen vom 9. bis 19. November 1997 wurden Andachten zur ökumenischen Friedensdekade im Wechsel der drei Gemeinden der Stadt gehalten. Zum Abschluss wurde am Buß- und Bettag ein ökumenischer Bittgottesdienst für Frieden in der Welt in der katholischen Petruskirche gefeiert.&lt;br /&gt;
:Im Rathaussaal wird am 29. Januar 1998 der Förderkreis St. Peter-Paul´s Kirche gegründet. Zum 1. März 1998 erfolgte eine kirchliche Umgemeindung der Ortschaften, Niendorf und Pampow wechselten nach Hohen Mistorf, Grambzow und Groß Köthel nach Bülow und Appelhagen nach Thürkow / Warnkenhagen. Zum Erntedankfest am 1. Oktober 1998 kann nach der Ausmalung des 3. Gewölbejoches die Kirche wieder benutzt werden. Die Arbeiten sind vor allem aus Spendenmitteln finanziert worden. Im Jahr 2000 werden die Renovierungsarbeiten an der Kirche mit der Neueindeckung der drei Norddächer fortgesetzt.&lt;br /&gt;
:Über der Tafel der Gefallenen des I. Weltkrieges wird am 29. Oktober 2000 ein Gedenkkreuz für die Opfer des II. Weltkrieges montiert. Im Januar 2001 wird mit einem Festgottesdienst das 10jährige Bestehen der Diakoniesozialstation gefeiert. Am 11. Oktober 2001 weilt auf Einladung der Chor der jüdischen Gemeinde Schwerin in Teterow. Nach einem Forum im Rathaussaal findet anschießend ein jüdisches Chorkonzert in der Kirche statt. Zum Hechtfest 2002 gestaltet die Gemeinde gemeinsam mit der katholischen und der freikirchlichen Gemeinde eine gemeinsamen Wagen und nimmt am Umzug teil. Motto des Wagens: &amp;quot;Alle in einem Boot.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Von Januar bis April 2003 finden regelmäßig Friedensgebete gegen den Krieg statt, und es wird eine entsprechende Petition verfasst. Am 15. Februar nehmen Gemeindemitglieder zusammen mit anderen Kriegsgegnern aus der Stadt an der großen Anti-Kriegsdemonstration in Berlin teil. Im November 2003 wird das Organisten- und Küsterhaus am Kirchplatz nachjahrelangem Leerstand verkauft. Im August 2004 wird der Bauabschnitt an der Südseite der Kirche begonnen.&lt;br /&gt;
:Am 8. Mai 2005 war eingeladen zu einem Gedenkgottesdienst anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren. Beteiligt hatten sich die Gemeinden Hohen Mistorf und die Freikirchliche Gemeinde. Durch kurze Zeitzeugenberichte wurde der Gottesdienst lebendig und für die jungen Kirchenbesucher anschaulich. Am 6. August 2005 beteiligte sich die Gemeinde an der Aktion &amp;quot;Teterow offen&amp;quot;, ebenso auch am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2005 unter Mitwirkung des Fördervereins. Im Jahr 2006 wurde mit dem Abschluss der Außensanierung der 2. Bauabschnitt beendet. Im Chorraum wurden neue Buntglasfenster nachgestaltet, ein Toiletteneinbau erfolgte am Südeingang, und mit der Turmsanierung wurde der 3. Bauabschnitt begonnen.&lt;br /&gt;
:Im August 2006 fanden die 54. Internationalen Orgeltage das erste mal in Mecklenburg statt. Die 1. Station war die Orgel in der Kirche. 290 Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern nahmen daran teil. Im Oktober 2006 war ein ökumenischer Gesprächskreis in Rom. Pfarrer sturm von der katholischen Gemeinde Teterow hatte die Führung der Gruppe übernommen. Am 17. November 2006 wurde im Rathaus die Turmkugel geöffnet und der Inhalt in Vitrinen der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 10 Dezember wurde die neue Kugel mit dem bisherigen Inhalt und aktuellen Dokumenten gefüllt und versiegelt.&lt;br /&gt;
:Am Tag des offenen Denkmals 2007 informierte der Architekt Günther Maaß die interessierten Besucher über die bisherigen Sanierungsarbeiten und noch anstehende Aufgaben. Anschließend gab Diplomrestaurator Detlef Krohn einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Gewölbemalerei und informierte über den Stand der Restaurierungsarbeiten. Ein besonderer Höhepunkt ist seit Jahren in der Stadt der ökumenisch gestaltete Martinstag. 2007 wurde das Martinsspiel von der katholischen Gemeinde gestaltet.&lt;br /&gt;
:Denkwürdig war auch der Rathaustag 2008 mit allen Religionsgemeinschaften vor Ort zu der Thematik &amp;quot;Werte in der Gesellschaft&amp;quot;. Am 19. April 2008 führte die Gemeinde gemeinsam mit dem Heimatbund Teterow eine Exkursion nach Crivitz durch. Anlass war das Marienretabel, das 1959 an die Kirchengemeinde Crivitz ausgeliehen wurde und seitdem dort auf dem Altar angebracht ist. Im September 2008 begannen die Arbeiten am Fußboden und an den Bankheizungen der Kirche. Im Oktober 2008 besuchte eine Gemeindegruppe Gräfelfing, um das 30. Jubiläum der Gemeindepartnerschaft am 1. November 2008 mit den Gräfelfingern zu begehen. Am 22. November 2008 gab es eine ökumenische Feierstunde auf dem Friedhof, der vor 100 Jahren geweiht wurde. Beteiligt waren auch die katholische und die evangelisch-freikirchliche Gemeinde sowie die Freie Christengemeinde.&lt;br /&gt;
:Im Dezember 2008 konnte der 1. Abschnitt der Restaurierung der Gewölbemalerei im Chorraum abgeschlossen werden. Mit der Fortsetzung der Arbeiten im Jahr 2009 wird der 2. Abschnitt fertiggestellt. Am 18. Januar 2009 verließ Pastor Ebel die Kirchengemeinde Teterow, um seinen Dienst an der Schelfkirche in Schwerin zu verrichten. Nach dem Auszug des Pastors wird mit der grundlegenden Sanierung des Pfarrhauses in der Schulstraße begonnen. Bauschäden, die durch unsachgemäß ausgeführte Bauarbeiten entstanden sind, mussten beseitigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der städtische St. Georg-Friedhof===&lt;br /&gt;
Am 20 November 1927, dem Ewigkeitssonntag, wurde auf dem Friedhof die Christusfigur, die die Städtische Friedhofskommission den Gefallenen des 1. Weltkrieges gestiftet hat, an ihren Gräbern aufgestellt und durch Pastor Schumacher geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514907045.pdf Der St. Georg-Friedhof zu Teterow In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 9, S.67]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die katholische St. Petrus-Gemeinde in Teterow===&lt;br /&gt;
:Nachdem in der Mitte des 16. Jahrhunderts die evangelisch-lutherische Kirche in Mecklenburg zur Landeskirche erhoben wurde, spielte die römisch-katholische Kirche auch in Teterow keine Rolle mehr. Ob über die Jahrhunderte überhaupt in der Stadt noch Angehörige dieser Glaubensrichtung gelebt haben, ist bisher nicht nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Erst im 19. Jahrhundert werden wieder Katholiken als eine kleine Gruppe genannt. Dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt sich wieder eine kleine Schar Katholiken in der Stadt und in den umliegenden Orten zusammen zu finden. Die Teterower Nachrichten berichten am 31. März 1904 über die Rats- und Bürgersitzung vom 29. März: &amp;quot;... wurde mitgeteilt, daß vom hohen Ministerium gestattet worden ist, daß in hiesiger Stadt monatlich während der Anwesenheit ausländischer Schnitter in der Umgebung römisch-Katholischer Gottesdienst abgehalten wird, und wurde gleichzeitig die Petition hiesiger Katholiken auf Einräumung eines städtischen Lokals a. zur Abhaltung des Gottesdienstes und b. zur Erteilung des Religionsunterrichts vorgelegt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die erste katholische Messe nach der Reformation findet am Sonntag dem 24. April 1904 im Saal des damaligen Schützenhauses statt. Durch die Bemühungen des damaligen Schlosskaplans Hardinghaus (Matgendorf) gelang es gelegentlich den Saal vom Schützenhauswirt Julius Ehlert für diesen Zweck zu mieten. Regelmäßiger Religionsunterricht fand in der Privatwohnung eines Teterowers statt. In den nächsten Jahren erfolgte die geistliche Betreuung der kleinen Gemeinde von Rostock und Schwerin aus. Die katholischen Schnitterfamilien von den Gütern der Umgebung wurden in die Gemeindearbeit einbezogen.&lt;br /&gt;
:Während des Weltkrieges 1914 - 1918 waren durch neue Gesetze und Verordnungen größere Versammlungen verboten worden. Die monatlichen Gottesdienste im Schützenhaus konnten nicht mehr stattfinden. Man war wieder auf Zusammenkünfte in Privaträumen angewiesen. Im Verlauf des Krieges wurde der dritte Monatssonntag für katholische Gottesdienste freigegeben, auch für die ausländischen Fremdarbeiter. Nach dem Krieg wurde die Nutzung des Schützenhaussaales für Gottesdienste gekündigt. Es gelang der Gemeinde, in der Schulstraße 24 Räume für Gottesdienst und Religionsunterricht zu bekommen.&lt;br /&gt;
:Am 1. Februar 1922 wird Teterow Pfarrei und Pfarrer Kaschny der neue Seelsorger. Der Aufbau der neuen Pfarrei begann. Allmorgendlich war heilige Messe und Unterricht für die Kleinen, Katechese und abendliche Vorträge für die Erwachsenen. Die Räumlichkeiten wurden für die wachsende Gemeinde zu klein. Man nutzte die Gelegenheit, die in der Schulstraße 12 aufgegebenen Waschanstalt zu übernehmen, für Pfarrer Kaschny eine kleine Wohnung frei zu bekommen und die Räume der Waschanstalt zu einer bescheidenen Kapelle umzugestalten. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Kommunionskursen für Mädchen und Jungen gewidmet, deren Teilnehmerzahl bis zu 50 Kinder zählte. Für größere Veranstaltungen wie Erstkommunion und Firmung stellte die Stadtverwaltung die städtische Turnhalle zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Am 22. Januar 1927 erwirbt der bischöfliche Stuhl Osnabrück die ehemalige Maschinenfabrik Müller in der Wilhelmstraße (heute Niels-Stensen-Straße) und wird als Eigentum eingetragen. Das dazugehörige Villengrundstück in der heutigen Bahnhofstraße wird vom Bischof als Pfarramt bestimmt. Am 1. Februar 1927 gründen drei Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariä die 1. Schwesternniederlassung in Teterow nach der Reformation. Ein Kinder- und Säuglingsheim und eine Kommunikantenanstalt wurde eingerichtet. Am Weißen Sonntag 1927 findet die erste Erstkommunionsfeier und der erste Gottesdienst in der neuen Kirche, einer ehemaligen Lokomotivhalle, statt.&lt;br /&gt;
:Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten führte zu tiefgreifenden Veränderungen. Das Kinder- und Säuglingsheim wurde geschlossen, ebenso die Kommunikantenanstalt. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) zog ins Schwesternheim. Erst auf dem Prozesswege wurde das Heim zurückgegeben. Religionsunterricht konnte nur in kirchlichen Räumen abgehalten werden. 1941 - 1942 wird die Kirche renoviert und umgebaut, eine Kriegsgedächtnisstätte entsteht. Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945 in Teterow wird das gesamte Gelände von Kirche und Pfarramt verwüstet und als Flüchtlingslager beschlagnahmt. Pater Kautz und der Organist der evangelisch-lutherischen Kirche, Hans-Heinrich Stein, retten mit einem Ziehwagen drei Tage lang die verstreut liegenden  Paramente, Vasa sakra, Bücher, eine Monstranz, die Statue des Hl. Bruder Konrad und anderes mehr. Die Sachen werden im Turm der evangelisch-lutherischen Kirche eingelagert.&lt;br /&gt;
:Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist bereit, ihren Glaubensbrüdern zu helfen, und so finden in den folgenden Wochen die katholischen Gottesdienste unter ihrem Dach statt. Die Wiederinbetriebnahme der eigenen Einrichtungen nimmt alle Kräfte in Anspruch. Die vier Ordensschwestern betätigen sich im Typhus-Lazarett auf dem Schulkamp. Mit einfachen Mitteln wird das Heim für die vielen Waisenkinder wieder eingerichet. Die Kirche wird zum gottesdienstlichen Gebrauch von den Geistlichen unter Mithilfe der Gemeindeglieder wieder hergerichtet. Am 5. Mai 1947 hält Bischof Dr. Berning in Teterow die erste Nachkriegsfirmung.&lt;br /&gt;
:1964 wird vom Bischöflichen Amt in Schwerin ein Haus für Jugendseelsorge aufgebaut und 1967 ein Jugendseelsorger entsandt. Im Juni 1969 wird das alte Kirchengebäude abgerissen und ein gleicher Stelle ein neues Haus errichtet. Am 27. Juni 1971 weiht der Schweriner Bischof Theissing die neue Petri-Kirche in Teterow. Als Gäste nahmen der evangelisch-lutherische Probst Abshagen und Vertreter des Rates der Stadt Teterow teil. Das Kinderheim wird am 1. Januar 1975 aufgelöst und zu einem kirchlichen Feierabend- und Pflegeheim umgebaut und am 1. Mai 1975 eröffnet. 1977 findet am 2. Februar aus Anlass des 50. Jahrestages der Schwesternniederlassung und der Eröffnung des St. Ansgar-Heimes eine Jubiläumsfeier statt und am 17. April findet ein Gemeindefest zum 50. Jahrestag des Bestehens des Gotteshauses statt.&lt;br /&gt;
:Am 25. Januar 1990 wird eine Erklärung des Priesterrates des Bischöflichen Amtes Schwerin vom 3. Januar 1990 zur grundlegenden Reform des gesamten Bildungssystems mit 350 Unterschriften aus der St. Petrus-Gemeinde Teterow an das Volksbildungsministerium der DDR nach Berlin abgeschickt. Teterow war als Mittelpunkt des Landes Mecklenburg-Vorpommern schon immer Zentrum der katholischen Jugendarbeit. Das seit ca. 30 Jahren bestehende alte Jugendhaus genügte nach der politischen Wende im Staat nicht mehr den Anforderungen. Das Gebäude wurde zu klein. Unter maßgeblicher Beteiligung des Jugendpfarrers Ansgar Thim konnte 1995 auf dem Pampower Koppelberg das Bischof-Theissing-Haus als neue Begegnungsstätte für junge Menschen aus ganz Mecklenburg eröffnet werden.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wurde das katholische Pflegeheim St. Ansgar als Neubau fertiggestellt und unter großer öffentlicher Anteilnahme eingeweiht. Am 7. August 1999 erfolgte die Grundsteinlegung zur neuen Kirche St. Petrus. Im Mai 2000 erfolgte der Abriss der bisherigen Kirche. Die Einweihung des neuen Kirchenbaues nahm der Hamburger Erzbischof Dr. Averkamp am 30. Juni 2000 vor. In der Zeit zwischen dem Abriss der alten und der Weihe der neuen Kirche (1. bis 25. Juni) öffnete die evangelisch-lutherische Gemeinde ihre Kirche für die Andachten der katholischen Gemeinde. In seinem Grußwort zur Einweihung der Kirche sprach Bürgermeister Dr. Reinhard Dettmann: &amp;quot;Möge dieses Haus die Gemeinde und die Bürger der Stadt segnen und schützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dieser Segenswunsch drückt aus: Die Zeiten haben sich verändert. Vorbei sind die Jahrzehnte, da die Katholiken in einem Winkel der Stadt geduldet wurden und die Kirche ein Provisorium in einer ehemaligen Fabrikhalle war. Grüße überbrachte Pastor Ebel von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Pastor Schlag von der freikirchlichen Gemeinde übergab ein frisches Brot als Zeichen für gute Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jüdisches Leben in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Teterower Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Rathaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus von Teterow wurde 1910 errichtet. Es befindet sich im Stadtkern von Teterow, direkt am Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche St. Peter und Paul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Zeitpunkt für den Bau des ersten Rathauses ist nicht überliefert. Da der Bau der Kirche St. Peter und Paul gegen 1270 begann und Teterow 1272 erstmals urkundlich erwähnt wird, entstand vermutlich auch um diese Zeit ein erstes Rathaus. Am 18. August 1700 kam es nach dem Großbrand von 1632 zum zweiten Mal zu einer Feuersbrunst, die Teterow samt Rathaus in wenigen Stunden fast vollständig vernichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1708 wurde ein Rathaus im Stil des Barocks errichtet. Dieser Bau wurde 1909 abgerissen und es entstand bis 1910 am Marktplatz das heutige zweigeschossige neobarocke Rathaus. Großherzog Friedrich Franz IV. hatte dazu den Grundstein gelegt. Die Marktplatzseite des „dritten“ Rathauses gliedert sich auch in drei Teile mit je drei Fensterachsen. Durch den vorspringenden Mittelrisalit führt der Eingang. Das Gebäude hat ein Mansarddach, das ein offenes, barockes Türmchen überragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1945 wurde das Haus von der sowjetischen Kommandantur, vom Rat des Kreises und vom Polizeikreisamt genutzt. Die Stadtverwaltung residierte in dieser Zeit im ehemaligen Hotel &amp;quot;Erbgroßherzog&amp;quot; in der Malchiner Straße. Nach der Wende übernahm am 13. Februar 1990 die Stadtverwaltung wieder das Rathaus. Im November 1992 brach bei einem Orkan die Spitze des Rathaustürmchens mitsamt der vergoldeten Kugel ab und blieb in der Dachrinne hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus wurde um 1993 gründlich saniert. So auch das Balkongitter über dem Eingang, welches das neu gestaltete Stadtwappen farbenprächtig zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf dem Marktplatz befindet sich eine 1995 eingelassene Gedenkplatte, die den geographischen Mittelpunkt Mecklenburg-Vorpommerns kennzeichnet, und der an die Schildbürgerstreiche erinnernde Hechtbrunnen. Er wurde nach Entwürfen des Plauer Bildhauers Wilhelm Wandschneider gebaut und 1914 eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pfarrkirche St. Peter und Paul===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Pfarrkirche St. Peter und Paul ist eine dreischiffige Pseudobasilika aus Backstein mit zweijochigem , kreuzrippengewölbtem Rechteckchor, Nordsakristei und eingezogenem quadratischem Westturm.&lt;br /&gt;
:Chor und dreijochiges Landhaus wurden nach 1250 begonnen.&lt;br /&gt;
:Der Einzug der Schiffsgewölbe und Errichtung des Westturms erfolgten im 15. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Charakteristisch am Chor sind Lisenen, Rundbogenfriese und Deutsches Band, im Ostgiebel finden sich spitzbogige Blendenreihen und Kreuzblende, darunter in der Ostwand Dreifenstergruppe mit eingelegten Rundstäben. Blendendekore finden sich auch um Staffelgiebel der zweijochigen Nordsakristei und den beiden Obergeschossen des Westturmes.&lt;br /&gt;
:Die südliche Priesterpforte (durch die spätere Südsakristei verdeckt) mit reichem Blattschmuck an Kapitellen und Archivolten. Im Inneren die Kreuzrippengewölbe im Chor lagern auf Wandpfeilern mit Runddiensten, im Langhausmittelschiff auf achteckigen Pfeilern, das südliche Seitenschiff mit achteckigen Rippengewölben.&lt;br /&gt;
:1877/80 erfolgte eine umfassende Instandsetzung. Dabei wurde die Langhausnordwand mit Fenstern, Verbreiterung des nördlichen Seitenschiffes und einer zweiten Sakristei an der Südseite des Chrores versehen.&lt;br /&gt;
:Die Gewölbemalerei von 1350 wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts umfassend restauriert.&lt;br /&gt;
:Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament (Genesis sowie Leben und Passion Christi), zwei geharnischte Fürsten, Mischwesen und Tierdrolerien.&lt;br /&gt;
:Im Chor befindet sich ein sehr qualitätvoller vierflügeliger Schnitzaltar (um 1430) mit zentraler Marienkrönung sowie Apostelfiguren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513615962.pdf Die Peter-Paulskirche zu Teterow Karl Schmaltz In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.369-371]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616098.pdf Über die Decken- und Tafelmalereien der Pfarrkirche zu Teterow Oscar Gehrig In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.372]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul, deren Anfänge in das 13. Jahrhundert zurückreichen, bestanden vor der Stadt Kapellen. Die wichtigste war die nach 1300 errichtete Marienkapelle, die angeblich von Bischof Magnus von Kammin begründet wurde und gewisse Wallfahrtbedeutung erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Schulkampus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtmühle Teterows===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Eisenbahngeschichte===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Altstadt Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtbefestigung von Teterow mit den Stadtoren===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer ist an der bogenförmigen Führung der Ringstraßen noch erkennbar.&lt;br /&gt;
:Die Mauer selbst ist abgetragen bzw. überbaut.&lt;br /&gt;
:Von den ehemals drei Toren sind noch zwei erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rostocker Torturm====&lt;br /&gt;
:Das Tor ist ein mehrgeschossiger Backsteinbau des frühen 15.Jahrhunderts mit einem abgeschlossenen Satteldach zwischen Giebeln zur Stadt- und Feldseite, die spitzbogigen Durchfahrtsöffnungen nachträglich vergrößert. &lt;br /&gt;
:Der Turmkörper ist an der Stadtseite mit großer mittlerer Spitzbogenöffnung versehen, dem wohl im frühen 18.Jahrhundert durch eine Eisenkonstruktion zugesetzt worden war. &lt;br /&gt;
:Seitlich gerahmt von kleinen Blenden, sind die Staffelgiebel mit Maßwerkblenden versehen. &lt;br /&gt;
:Ihre oberen Abschlüsse wurden im 16. Jahrhundert verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Malchiner Torturm ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Malchiner Tor ist ein annähernd quadratischer Backsteinbau mit Stadt- und Feldseitengiebel sowie kleinteiligen, am Turmkörper zu horizontalen Bändern zusammengeschlossenem Baudekor, erbaut um die Mitte des 15. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Die spitzbogige Durchfahrt ist ebenfalls im 16. Jahrhundert vergrößert und dabei die Giebelabschlüsse verändert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Museen==&lt;br /&gt;
===Das Teterower Stadtmuseum===&lt;br /&gt;
;Das 1. Museum 1933 - 1945&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 27.09.1933:&lt;br /&gt;
:Heimatmuseum&lt;br /&gt;
:Ehrfurchtsvoll betritt die Räume,&lt;br /&gt;
:Wo Ureltern-Zeiten neu entstehen.&lt;br /&gt;
:Viel Kunst, Wissenschaft und Bräuche&lt;br /&gt;
:Wirst Du mit Bewunderung hier sehn!&lt;br /&gt;
:(Eine Karte mit dieser passenden Aufschrift heftete ein Unbekannter an die Eingangstür des Museums.)&lt;br /&gt;
:Teterow, 25. Sept. In kurzer schlichter Feier fand am gestrigen Sonntag Mittag im Gemeindesaal (im Gebäude der früheren Höheren Mädchenschule) die Einweihung des neuen Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Heimatbundes, Herr Lehrer a. D. Köpcke, begrüßte die anwesenden Ehrengäste, voran Herrn Professor Dr. Wossidlo, Waren, die Vertreter des Rates und der Stadtverordneten-Versammlung, die Mitglieder des Heimatbundes und die sonstigen Gäste mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
:Hochverehrte Anwesende!&lt;br /&gt;
:Wir haben uns hier heute versammelt, um das von der Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes Mecklenburg errichtete Museum zu eröffnen. Namens des Vorstandes dieser Ortsgruppe begrüße ich Sie herzlich und danke Ihnen für das Interesse, daß Sie durch Ihr Erscheinen der Museumssache entgegenbringen. Es ist mir eine besondere Freude, Herrn Prof. Dr. Wossidlo, der auf dem Gebiete der Volkskunde so Hervorragendes geleitstet hat, hier heute in unserer Mitte zu sehen. Ich danke Ihnen, Herr Professor, daß Sie trotz Ihrer augenblicklich anstrengenden Arbeit es möglich gemacht haben, unserer Eröffnungsfeier beizuwohnen. Ich begrüße dann besonders den Vertreter des Rates, den Herrn Bürgermeister Dr. Meyer und den Stadtverordnetenvorsteher Herrn Münter. Durch das Entgegenkommen unserer Stadtverwaltung ist es uns erst möglich geworden, hier ein Museum zu errichten. Ich möchte auch an dieser Stelle herzlichen Dank dafür aussprechen und damit gleichzeitig die Bitte verbinden: Rat und Bürgervertretung mögen auch in Zukunft dem Heimatmuseum ihr Wohlwollen erhalten und die Interessen desselben nach jeder Richtung hin fördern und unterstützen.&lt;br /&gt;
:Ganz besonders danke ich dem Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, dem Leiter unseres Museums, der durch seine unermüdliche und zähe Arbeit dasselbe hergerichtet hat. Ohne ihn wäre das Werk nicht in so kurzer Zeit zustandegekommen. Ihr Name, Herr Bartels, wird daher für immer mit dem Teterower Heimatmuseum verknüpft bleiben.&lt;br /&gt;
:Weiter danke ich all den Damen und Herren, die durch Hergabe von Museumsgegenständen und durch ihre unentgeltliche, opferwillige Arbeit uns in so reichem Maße unterstützt haben. Auch hier möchte ich die Bitte aussprechen: Lassen Sie die Ortsgruppe bei dem weiteren Ausbau des Werks nicht im Stich. Nur durch tatkräftige Mithilfe und Unterstützung aller Bevölkerungskreise wird es möglich sein, das Museum so zu erhalten und auszugestalten, daß es seinen Zweck voll erfüllen kann.&lt;br /&gt;
:Aber welches ist nun Zweck und Aufgabe eines Heimatmuseums? Ich möchte die Frage kurz dahin beantworten, daß ich sage: &amp;quot;Das Heimatmuseum soll dazu dienen, daß die Kultur einer früheren Zeit im Volke lebend bleibt.&amp;quot; Dies Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn die Gebrauchsgegenstände vergangener Jahrhunderte dem Volke immer wieder vor Augen geführt werden, und das geschieht am besten durch ein Ortsmuseum. Ich gebrauche hier den Ausdruck Ortsmuseum im Gegensatz zu Landesmuseum. Manche Menschen stehen nämlich auf dem Standpunkt, daß sie behaupten, ein Landesmuseum genüge für den vorhin erwähnten Zweck vollkommen. Wir haben in Schwerin ein vorzügliches Museum für volkskundliche Sachen, und darüber sind wir recht froh, und das wollen wir auch in keiner Weise mit unserem Vorgehen bekämpfen. Aber die meisten Menschen aus unserer Gegend kommen doch nur selten nach Schwerin, und wenn sie einmal hinkommen, so haben sie noch nicht genügend Zeit und Gelegenheit, das Landesmuseum zu besuchen. Da ist es doch ganz gewiß richtig, wenn auch überall in den kleineren Städten unseres Landes Heimatmuseen bestehen, wo die umwohnende Bevölkerung Gelegenheit hat, Volkskunde zu treiben. Auch für die Schulen ist es von großem Wert, wenn in der Nähe Stätten vorhanden sind, wo den Kindern ein Stück Vergangenheit gezeigt werden kann. Es ließe sich hierüber noch manches sagen, aber in Rücksicht auf die mir zur Verfügung stehende Zeit muß ich davon absehen. Unsere Nachbarstädte Güstrow, Malchin und Waren haben schon seit Jahren Heimatmuseen. Da darf auch Teterow hinter diesen Städten nicht zurückstehen. Ich denke hierbei auch an die Bestrebungen unseres Verkehrsvereins. In Wismar wurde in diesem Jahre gelegentlich der Landeshauptversammlung des Heimatbundes ein Ortsmuseum eröffnet. Dort stehen dem Museum 7 Räume zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Im nächsten Jahre findet die Landeshauptversammlung hier in Teterow statt. Ich hoffe, daß wir bis dahin noch einen 3. Raum bekommen. Sie werden nachher selbst sehen, daß die jetzt vorhandenen Räume nicht ausreichen.&lt;br /&gt;
:...&lt;br /&gt;
:Nach dem Redner sprach Herr Bürgermeister Dr. Meyer namens der Stadt Teterow dem Teterower Heimatbund, insbesondere dem Vorsitzenden und dem Leiter und Gestalter des Museums, Herrn Reichsbahnoberinspektor Bartels den herzlichen Dank für die wertvolle, im Interesse der Stadt geleistete Arbeit aus. Er sprach von dem großen Wert solcher Heimatmuseen für die Erhaltung alter heimatlicher Kultur und betonte, daß die Weiterarbeit zur Förderung dieses wichtigen Werkes in der Zukunft vor allem in den Händen der Schulen läge. Jedes Kind wüßte jetzt, wohin es zu gehen habe, mit einem irgendwo entdeckten Gegenstand aus früheren Zeiten. Er wünschte eine gute Weiterentwicklung des Museums.&lt;br /&gt;
:Anschließend nahm Herr Professor Wossidlo, Waren, der größte mecklenburgische Förderer der Erhaltung alten Kulturgutes, das Wort. Er dankte für die an ihn gerichteten Begrüßnungsworte und gab einen kleinen Abriß aus der weiteren Gestaltung der Förderung der Heimatmuseen. Die Leiter der meckl. Heimatmuseen werden demnächst in Schwerin zusammentreten, um über gegenseitigen Austausch von Dubletten in Verhandlungen zu treten. Er gab in seinen weiteren Ausführungen ein kleines Beispiel davon, wie leicht wertvolle Güter aus alter Zeit unter altes Eisen kommen können. In der sich dann anschließenden Besichtigung des Heimatmuseums gab der große Heimatkundler wertvolle Erläuterungen zu manchen der vorhandenen schönen Museumsstücke, darunter Sachen, die man, wie er sagte, im großen Schweriner Museum vorläufig noch schmerzlich vermisse.&lt;br /&gt;
:Das neue Heimat-Museum enthält heute schon einen ungeahnten Reichtum an ganz wertvollen Zeugen alter Zeit. Der ganze Aufbau und die Anordnung des neuen Heimatmuseums zeuge von großer Sachkenntnis, bekundete der Vater der Heimatmuseen. Wir werden in einem weiteren Artikel näher auf einzelne Teile unseres neuen Museums eingehen. Dankbar aber wollen wir auch an dieser Stelle unserer Freude darüber Ausdruck verleihen, daß wir nun endlich, nach langjährigem Bemühen (schon unter Herrn Bürgermeister, jetzigen Staatsminister Dr. Scharf wurde dieses Projekt im Verkehrsverein - durch ständiges Nachfassen des Herrn Studienrat Dr. Böhmer durch Wort und Schrift - viel behandelt, scheiterte damals aber immer an der Platzfrage) ein schönes Heimat-Museum haben. Ein Heimat-Museum mit einer Fülle von wertvollen Gegenständen, wie es mancher Teterower bestimmt nicht zu erwarten wagte. In Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, der von jeher ein großer Schwärmer für heimatliche Kulturgüter war, hat die Ortsgruppe den richtigen Leiter und Verwalter gefunden. Unter seiner Hand wird diese wertvolle Bereicherung des Schatzes Teterower Schaustücke eine sichere und stete Fortentwicklung nehmen. Wir Teterower schulden allen an dem Aufbau dieses Werkes Beteiligten herzlichen Dank.&lt;br /&gt;
:Außer den im Heimat-Museum an den Gegenständen genannten Spendern beteiligten sich in hochherziger und dankenswerter Weise an der Einrichtung des Museums die Firmen Gebr. H. u. C. Groß, Friedr. Dohr, Malermeister H. Peterß, Ramelow, E. Vick, H. Bastian, Tischlermeister Rüter, Renzel, Müschen, E. Schröder, Fritz Walter, Malermstr. A. Schröder versah den sehr bewunderten Herd mit naturgetreuen Farben. Sämtl. Arbeiten mit Ausnahme der eigenen Unkosten wurden ohne Berechnung ausgeführt. Bei der Reinigung und Herrichtung der z. T. sehr verstaubten Gegenstände ist Frau Hermann eine sehr wertvolle Hilfe gewesen.&lt;br /&gt;
:Das Heimat-Museum ist in dieser Woche nachmittags von 3 bis 5 Uhr und am kommenden Sonntag von 3 bis 5 Uhr zur kostenlosen Besichtigung freigegeben. Über die späteren Besichtigungszeiten werden noch nähere Bekanntmachungen folgen.&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 05.10.1933:&lt;br /&gt;
:Ein Spaziergang durch unser Heimat-Museum&lt;br /&gt;
:Ein Wunsch vieler Teterower ist mit der Schaffung unseres Heimat-Museums in Erfüllung gegangen. Fast zu spät ist dieser Wunsch Wahrheit geworden, denn jetzt erst erkennt man, daß so manches wertvolle Stück aus der Vergangenheit, das sonst Unterkommen in dem Museum gefunden hätte, aus Mißachtung oder Unverständnis in der Versenkung verschwunden und der Nachwelt verloren gegangen ist. Das ist aber natürlich nicht zu ändern. Wenn auch manches verloren ging, so hat sich seit der Eröffnung des Museums doch erwiesen, daß noch viel Wertvolles in irgendeiner Ecke verborgen liegt, ist doch dem Museum in den letzten Tagen schon so manches zugetragen worden, weil man weiß, daß es dort gut aufgehoben ist. Aber schon am Tage der Eröffnung war eine solche Fülle von Gegenständen aus alter Zeit da, daß die beiden vorläufig zur Verfügung stehenden Räume schon jetzt als &amp;quot;gefüllt&amp;quot; gelten könne. Es wurde uns erzählt, daß schon rund 800 Stücke im Museum untergebracht sind. Eine gewaltige Zahl, deren Ordnung und sachgemäße Unterbringung eine große Fülle von Arbeit gebracht hat. Wir wollen einmal sehen, was bis heute zusammengetragen ist.&lt;br /&gt;
:Wenn wir den ersten, kleinen Raum vom Flur der früheren Höheren Mädchenschule betreten, so schauen wir geradeaus auf eine alte Kannenborte, auf dem Töpfe und Teller in buntem Durcheinander untergebracht sind. Der &amp;quot;Seilpott&amp;quot; ist ein Zeuge früherer alter Töpferkunst. Neben der Borte hängt ein &amp;quot;Mangelholz&amp;quot;, mit dem die unermüdliche Hausfrau mühselig ihr Leinen glatt gemangelt hat. Die moderne Hausfrau wird mit Grauen an die harte Arbeit denken, die mit der Benutzung diese Holzes verbunden war. Auf der über die ganze Wand gehende Borte werden dem Beschauer alle Werkzeuge, die der Flachsbereitung dienen, vorgeführt. Wir sehen da in der Reihenfolge ihres Gebrauchs nebeneinandergereiht: Repel, Flachsbreche (Brake), Fuchtel. Eine Schwinge, die nun käme, fehlt noch. Es folgen Hechelstuhl, Spinnrad, Spulrad, Garnhaspel, Kreuzwinde, Garnwinde, Wollkratzer, Spinnrad und Wollhaspel. Früher waren es Gegenstände, die nicht nur in jedem Stadthause. Längst sind diese Zeiten dahin. Heute werden Spinnräder und sonstige Dinge wohl nur noch als Museumsstücke in einem Haushalt aufbewahrt. Den Kindern wird dann wohl erzählt: &amp;quot;An dem Spinnrad hat Eure Großmutter noch all das schöne Leinen selbst gesponnen!&amp;quot; Das ist das Einzige, was uns heute noch mit dieser Zeit verbindet. Wir modernen Menschen wollen nichts mehr mit dem groben, aber außerordentlich haltbaren Leinenzeug unserer Großeltern zu tun haben, sondern liegen lieber auf feinem Bettleinen und essen unser Mahl gern von feinen Damastdecken. Das grobe Leinen, das z. B. noch in der alten Wiege zu sehen und zu fühlen ist (der Bettbezug soll übrigens aus einer alten Schürze stammen, die das Museums-Direktor-Auge irgendwo entdeckt hat) wird immer seltener.&lt;br /&gt;
:Zwischen den Flachsbereitungs-Utensilien entdecken wir übrigens auch einige fast überbunte Ausmusterungs-Sträuche, die vor dem Kriege von den Ausgehobenen mit Stolz an ihren Hüten getragen wurden und allen Menschen kundtun sollten, daß sie bald in das stolze deutsche Heer einrücken würden.&lt;br /&gt;
:Werkzeug für Nagelschmiede und Stellmacher sind in großer Fülle vorhanden. Alte Uhren, Plätteisen, Holzschlittschuhe usw. Beachtenswert sind &amp;quot;Erzeugnisse der Panstorfer Glashütte&amp;quot;. Wer ahnte es bisher, daß in unserer nächsten Umgebung Glashäfen hergestellt wurden? Eine alte Hand-Nähmaschine führt uns für Jahrzehnte zurück noch weiter aber ein Steckkissen um Anschrauben. Wieviel leichter haben es unsere heutigen Kleiderkünstler doch gegen die Generation vorher. Alte Scheffel, (Rostocker- und Güstrower-), Dreschflegel und Gabel u. a. entdecken unsere Augen. Auch ein Lechel (Trinkfaß) fehl nicht. Ein Pfeifenbort hängt friedlich in der Ecke; ein Stück Möbel, das heute schon recht selten geworden, wenn es auch nicht ganz ausgestorben ist. Weiter sehen wir Däsen und Uenzel, alte Stallaternen, sogar einen alten Handstock, der gleichzeitig einmal ein richtiges Gewehr darstellte.&lt;br /&gt;
:Aber das Schönste dieses ersten Raumes - wir haben es absichtlich bisher noch gemieden - ist der waschechte alte, offene Herd, der von Künstlerhand in der linken Ecke eingebaut ist und uns ein Stück aus alter Zeit zeigt, an dem früher die Frau des Hauses die Speisen der ihr angetrauten Hungrigen bereitete, um die ihr angetrauten Küchlein satt zu kriegen. Die Augen der Hausfrauen leuchten, wenn sie diesen Zeugen alter Zeit sehen und manche der Aelteren erinnern sich sogar, auch einmal an einem solchen Herd gestanden und gearbeitet zu haben. Allerdings hat es wohl keine unter den Heutigen miterlebt, daß man in das rechts angebrachte Mauerloch (&amp;quot;Müerlock&amp;quot;) griff, um Feuerstein, Schwamm (&amp;quot;Tunner&amp;quot;) und Stahl zu ergreifen, um &amp;quot;Feuer zu schlagen&amp;quot;. Die heutige Generation kann mit diesem Werkzeug nicht mehr fertig werden. In diesem &amp;quot;Müerlock&amp;quot; entdeckt man auch die nicht entbehrliche &amp;quot;Funzel&amp;quot; (Lampe), die einmal ebenfalls unentbehrlich war.&lt;br /&gt;
:Nun wollen wir einmal einen Blick durch den &amp;quot;Schwibbogen&amp;quot; werfen. Wir entdecken dort verschiedene Kesselketten, die früher einmal heilig gewesen sein sollten, wie man uns erzählte. An diesen Kesselketten hingen die großen Kannen über dem offenen Feuer. Unser Auge entdeckt weiter an der Seite und über dem Herd Feuerhaken, Aufnehmer, alte Körbe, Mörser, kupferne Kannen, eine Riesen-Kartoffel-Reibe, alte Waagen, Essenkiepe (mit der das Essen früher aufs Feld nachgetragen wurde), Waschholz usw. Oben über dem Herd ist ein größerer Kaffeebrenner aufgestellt und an der rechten Seite hängt noch ein kleinerer.&lt;br /&gt;
:Jedes Stück trägt ein Stück Geschichte alter Zeit in sich und läßt unsere Gedanken wandern zu unsern Groß- und Urgroßeltern, die einmal inmitten dieser uns heute als Eigentümlichkeit anmutender Geschirre und Behälter gewirkt und geschafft und sich glücklich gefühlt haben. Daß in der Ecke hinter dem Herd auch ein Feuereimer hängt, ist selbstverständlich, denn um die Zeit, von der uns diese Werkzeuge erzählen, mußte jedes Haus im Besitz eines Feuereimers sein.&lt;br /&gt;
:Am Eingang direkt sehen wir schließlich noch einen Bürgerspieß, den jeder Bürger haben mußte. Außerdem hängen an dieser Seite einige verwitterte Wetterfahnen, deren älteste die Jahreszahl 1597 trägt. Ueber 300 Jahre Geschichte unserer Heimatstadt hat diese Wetterfahne erlebt. Wenn die erzählen könnte!&lt;br /&gt;
:Nicht alles in diesem kleinen ersten Raum haben wir &amp;quot;in die Feder gefaßt&amp;quot;, aber auch diese Aufzählung gibt schon einen kleinen Ueberblick über die reiche Fülle der schon im Heimat-Museum untergebrachten Gegenstände. ...&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 12.10.1933&lt;br /&gt;
:... Heute wollen wir unsere Wanderung fortsetzen und den zweiten Raum betreten.&lt;br /&gt;
:Gleich rechts an der Wand erblicken wir einen wohl über 2 m langen Glocken-Strang, der ganz mit Perlen besetzt ist. Er hat wohl einmal in einem vornehmen Hause an der Haustür gesessen, als die elektrischen Glocken noch unbekannt waren. Uns gegenüber zwischen den beiden Fenstern steht eine alte Wanduhr, die ihre 300 Jahre auf dem Nacken haben soll. Sie ist mit einem Spielwerk eingerichtet, das zur Zeit allerdings nicht funktioniert.&lt;br /&gt;
:Rechts neben der Tür steht ein großer Glasschrank, der angefüllt ist mit allerhand Erinnerungsstücken aus früherer Zeit, womit sich unsere Großmütter und Urgroßmütter &amp;quot;verschönt&amp;quot; haben. Riesige Hüte, anscheinend von großem Gewicht, wie man sie sich heute für diesen Zweck auf den zierlichen Köpfen gar nicht mehr vorstellen kann, werden uns hier gezeigt; bunte Hauben, wie wir sie heute nur noch bei den Großmütterchen finden, und bei diesen auch nur noch recht selten; alte Körbe, Krüge, Nippes, Tabakkästen usw. Oben auf dem Schrank ist das Modell des neuen Rathauses aufgestellt.&lt;br /&gt;
:Neben dem Schrank hängt das Wappen der alten Teterower Familie Willgoß. Es wird darauf hingewiesen, daß es aus England stammt. Danach ist die Familie Willgoß von der Insel jenseits des Kanals eingewandert. Wir finden an dieser Wand weiter ein Führungszeugnis über beim Militär abgeleistete Dienstzeit aus dem Jahre 1850 und Glückwünsche zum neuen Jahr. Früher wurden diese mehr oder weniger wertvollen Urkunden schön hinter Glas gelegt und in der sogenannten &amp;quot;guten Stube&amp;quot; aufgehängt.&lt;br /&gt;
:An der nächsten Wand ziehen uns besonders die Sammlungen aus dem Besitz des &amp;quot;großen Sohnes unserer Stadt&amp;quot; Herrn Kapitän Kaempff, an. Außer einem schönen Bild von Kapitän Kaempff hängt dort unter Glas ein Originalbrief Kaiser Wilhelms II. an seinen verdienten Kapitän. Aus seinem Nachlaß sind ferner vorhanden eine Schreibmappe aus Leder mit dem Photo seines Dampfers &amp;quot;Deutschland&amp;quot; (damals größter Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie), verschiedene Orden und Ehrenzeichen, darunter die Rettungsmedaille, die er sich für die Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 verdiente. Auf dem Etuis, in dem die Medaille lag, heißt es: &amp;quot;Dem 4. Offizier des Dampfschiffes &amp;quot;Gellert&amp;quot;, C. J. S. Kaempff, in ehrender Anerkennung für Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 auf der Rhede von Havre von der Direction der Hamburg Amerika Packetfahrt Act. Ges.&amp;quot;. Viele von uns Aelteren kennen noch sehr gut Herrn Kapitän Kaempff, diesen ausgesprochenen Seemanns-Typ, der längere Zeit vor dem Kriege in unserm Ort im Ruhestand lebte und dann nach Rostock verzog.&lt;br /&gt;
:Weiter haben hier die Innungen Gegenstände untergebracht. Die Metall-Innung ist mit großen Schlüsseln und Schlössern aufgefahren, die früher kunstvoll in den eigenen Werkstätten hergestellt wurden. Heute wohl eine Seltenheit, daß so ein Gegenstand noch mit der Hand hergestellt wird. - Ausgebreitet liegt auch hier eine Urkunde aus Kopenhagen, in der einem Johan Bollwagen bescheinigt wird, daß er dort als &amp;quot;Becker&amp;quot; gearbeitet hat. - Außer dem Metall-Stempel der Schuhmacher-Innung, liegt in diesem Glaskasten auch das &amp;quot;Wirtschaftsbuch vom St.-Jürgenstift Teterow&amp;quot;. Das interessanteste Stück unter diesen Urkunden ist aber die älteste Urkunde über Teterow aus dem Jahre 1272. Eine Uebersetzung dieser in Latein geschriebenen Urkunde liegt daneben aus dem Jahre 1751. - Unter dem Tisch steht eine Schuhmacher-Lade, ein Reibestein für Maler usw. Die Firmen Guhl und Renzel, die Kunstgewerbestätten unseres Ortes, sind mit einigen Prachtstücken aus ihren Werkstätten vertreten, die da zeigen, daß das Kunstgewerbe, die Handarbeit, doch noch nicht ganz von der Maschine verdrängt sind. Aus der früheren Färberei von Ad. Lindstaedt sind Drucksteine und Druckmuster ausgelegt. In diesem Teil des Museums werden wir also vertraut gemacht mit früheren Innungs-Gebräuchen und Leistungen. Diese Sammlung ist zwar noch recht schwach, aber der Anfang ist gemacht und wird sicher auch seine Fortsetzung erfahren. - Interessant ist auch noch eine Siegelsammlung. In dieser Sammlung finden wir die verschiedensten Siegel aller möglichen Behörden. Besonders in die Augen fällt ein Riesensiegel. Es ist das Kirchensiegel der St. Marien in Rostock.&lt;br /&gt;
:In den beiden Ecken dieser Wand sind ebenfalls freundliche Eckschränke untergebracht, die allerhand kleine Porzellan-Sammlungen usw. enthalten. Wir dürfen uns aber nicht zu sehr mit Einzelheiten befassen. Alte Lampen, eine Krimoline, bunte Hutschachteln und alle möglichen andern Dinge finden wir hier.&lt;br /&gt;
:Unser Augenmerk zieht aber das Schreibpult vor allem an sich. Es stammt aus dem Jahre 1813 und ist anscheinend in dem Freiheitskriege von einem fremden Krieger hier zurückgelassen. Es ist ein äußerst kunstvoll gearbeitetes Stück, in dem dutzende von Fächern auf kleiner Fläche untergebracht sind. Jeder Winkel ist außerordentlich geschickt ausgenutzt. Für &amp;quot;Leute vom Fach&amp;quot; ein außerordentlich wertvolles Stück, das man gesehen haben muß.&lt;br /&gt;
:In den Glaskästen auf Mitte des Raumes sind bunte Perlarbeiten aller Art: Geldbeutel, Handtaschen (Pompadoure) usw. ausgestellt. Alte Taschenuhren, Riesen-Haarschmuck, wie man ihn früher auf dem Kopf der Frauen prangen sah. Yet-Schmuck, Stickvorlagen usw., Alte Bibeln und Gesangbücher, Münzen aus dem 30jährigen Kriege, die vor längerer Zeit bei Ausgrabungen hier in einem Behälter gefunden wurden; Petschafte, Notgeld aus der Inflationszeit; bunte Glückwunsch-Karten zum Auseinanderklappen, wie sie früher einmal Brauch waren, Patenbriefe usw.&lt;br /&gt;
:An der Wand links von der Tür sind verschiedene Kupferstiche untergebracht, darunter der Kupferstich von der Ueberreichung des Teterower Ehrenbürgerrechtes an Herrn von Thünen auf Tellow am 11.6.1848. - Große Steinsammlungen und Bodenfunde aus der jüngeren Steinzeit liegen in den Kästen dieser Wand. Steinbeile - Pfeilspitzen - Faustbeile - Messer - Scherben der jüngeren Bronzezeit - Hakenpflug - Spindelsteine und Funde aus der alten Steinzeit. Ein prachtvolles Elchgeweih aus dem Rempliner Moor. - Das Geweih eines Moorhirsches aus der Thürkower Gegend. - Ein Pfahlrest, Holzkohle und Brandschutt von der Hausstelle auf dem Burgwall. - Wendisches Hufeisen und Speerspitze vom Burgwall. Topfscherben und Knochenreste und vieles andere. Reich ist die Zahl der Zeugen einer längst hinter uns liegenden Vergangenheit, die uns erzählen aus der Geschichte unserer Väter und Urväter. Es lohnt schon, sich einmel mit diesen Ueberbleibseln einer anderen Zeit zu beschäftigen.&lt;br /&gt;
:Im letzten Schrank dieses Raumes sehen wir alte Kacheln - einen Feierabendstein (der Schlußstein beim Hausbau) - Revolver - Pulverhörner - Maße - Gewichte - Gold- und Getreidewaage - Ellen - Säbel usw.&lt;br /&gt;
:Schließlich sind noch die Fahnen der Schuhmacher-Gesellen-Innung, der Maurer-Gesellen-Innung und des Gesangvereins Harmonia hier aufbewahrt, Hunderte von Zeugen der Vergangenheit liegen friedlich beisammen und sollen uns erinnern an Tage, die gewesen sind. Wir dürfen dankbar sein, daß wir in unserer Stadt nun eine Stätte haben, wo gewesene Dinge gehegt und gepflegt werden und nicht im Müllkasten spurlos verschwinden. Wir alle wollen helfen, daß diese Stätte der Erinnerung weiter ausgebaut werde zur Pflege des Heimatgedankens.&lt;br /&gt;
:Ostmecklenburgische Heimat Nr. 22 vom 18.11.1934&lt;br /&gt;
:Vor dem Heimatmuseum in Teterow&lt;br /&gt;
:In der Zeit nach dem Weltkriege entstanden in verschiedenen mecklenburgischen Städten Heimatmuseen, so auch im Osten unsers Landes, in Malchin 1927, in Waren 1930. Welches ist nun der Sinn und der Zweck dieser Museen? Kurz gesagt: Man will Stätten schaffen, wo Gegenstände einer früheren, vergangenen Kultur gesammelt und aufbewahrt werden. &amp;quot;Aber,&amp;quot; so wird vielleicht mancher fragen, &amp;quot;sind zur Erreichung dieses Ziels wirklich Ortsmuseen nötig? genügt dazu nicht das in Schwerin bestehende Landesmuseum?&amp;quot; Gewiß´, das Landesmuseum dient auch demselben Zweck, und wir freuen uns sehr, ein solches zu besitzen. Aber daneben können wir auch die Ortsmuseen nicht gut entbehren. Sie leisten uns bei der Durchführung der Heimatbundbestrebungen oft vorzügliche Dienste. Wie sich das im einzelnen auswirken kann, soll hier kurz etwas näher ausgeführt werden.&lt;br /&gt;
:Viele Menschen kommen nur selten nach Schwerin, und wenn sie wirklich einmal dahinkommen, haben sie keine Gelegenheit, das Museum aufzusuchen. Ganz anders liegt die Sache, wenn ein Museum in der Nähe ist. Da wird mancher durch einen guten Freund oder Bekannten veranlaßt, an der Besichtigung desselben teilzunehmen. Findet er dann Gefallen an dem dort Gebotenen, so kommt er zum 2. und 3. Male wieder, wie wir es hier in Teterow schon häufig erlebt haben. So ein Besuch regt aber auch zum Sammeln selbst an. Wie oft haben wir hier den Fall schon gehabt, daß die Leute, wenn sie diese oder jene Sachen sahen, freudestrahlend ausriefen: &amp;quot;So ein Ding haben wir auch noch zu Hause!&amp;quot; &amp;quot;Auf unsere Bitte, es dann doch dem  Museum zu schenken, waren sie meistens gleich bereit dazu. Auf diese Weise haben wir schon vieles bekommen, was sonst wohl in den meisten Fällen der Vernichtung anheimgefallen wäre. Gerade durch die Ortsmuseen wird ohne Zweifel der Sinn und das Verständnis für die Heimatbundarbeit ungemein geweckt und gefördert, und das sollte man nicht vergessen, wenn man von diesen Einrichtungen zuweilen etwas geringschätzig spricht.&lt;br /&gt;
:Weiter mag hier gleich erwähnt werden, daß die Heimatmuseen sich auch für die Schulen segensreich auswirken können. Im Unterricht muß heute mehr als bisher die frühere Kultur berücksichtigt werden. Da kommt es dem Lehrer sehr zu statten, wenn  er seine Schüler gelegentlich eines Wandertages in das Heimatmuseum der in der Nähe liegenden Stadt führt und ihnen dort all die Gegenstände zeigt, über die er zu ihnen im Unterricht gesprochen hat, wie z. B. über die Werkzeuge der Steinzeit, über altes Geschirr, über die Geräte bei der Flachsbearbeitung usw. Bilder werden die unmittelbare Anschauung der Gegenstände selbst nie voll und ganz ersetzen können.&lt;br /&gt;
:Das Teterower Museum wurde schon des öfteren von Schulklassen besucht, und die Lehrer haben mir hinterher wiederholt erklärt, daß ihre Schüler reichen Gewinn von der Besichtigung gehabt hätten. Die Schulen sollten daher bei jeder passenden Gelegenheit das in ihrer Nähe vorhandene Ortsmuseum aufsuchen und dort den Kindern die alten Kulturgegenstände vorführen. Das dafür aufgebrachte Opfer an Zeit wird ganz gewiß nicht umsonst gewesen sein. Wenn die Kinder des Abends von einem solchen Ausflug nach Hause kommen, werden sie den Eltern viel zu erzählen wissen von allem, was sie am Tage gehört und gesehen haben. So wird der Museumsgedanke in das Volk hineingetragen, und diese Tatsache trägt wiederum dazu bei, daß die Arbeit des Heimatbundes gefördert und unterstützt wird. Nach dem hier Ausgeführten darf der Heimatbundes in seinem eigenen Interesse nicht unterlassen, sich für die Schaffung und Einrichtung von Ortsmuseen tatkräftig einzusetzen. Daß die Ortsmuseen schließlich auch noch den Verkehrsinteressen einer Stadt dienstbar gemacht werden können, wird ohne weiteres einleuchten und bedarf daher keiner besonderen Begründung.&lt;br /&gt;
:Wie ist nun Teterow zu einem Heimatmuseum gekommen?&lt;br /&gt;
:Am 12. Mai 1932 schlossen sich die wenigen hier wohnenden Einzelmitglieder des Heimatbundes Mecklenburg zu einer Ortsgruppe zusammen, um so gemeinsam besser und erfolgreicher für die Bestrebungen des Bundes wirken zu können. Die Zahl der Mitglieder war anfangs sehr klein. Nur 10 Herren fanden sich für dies Arbeit zusammen. Trotzdem gingen sie mit frischem Mut an ihre Aufgabe, den Heimatbund in seiner Tätigkeit zu unterstützen, hinan. Heute zählt die Ortsgruppe Teterow bereits rund 70 Mitglieder. Bei der Aufstellung eines Arbeitsplanes wurde von vornherein die Errichtung eines Heimatmuseums in Teterow ins Auge gefaßt. Aber das war keine leichte Sache. Es war nichts vorhanden, weder Raum, weder Sachen, noch Geld. Ganz anders lagen die Verhältnisse in unserer Nachbarstadt Malchin. Da kaufte die Stadt für 3000 RM. die reichhaltige Sammlung des Lehrers Berg zur Herrichtung eines Museums, gab zum weiteren Ausbau desselben jährlich einige hundert Mark her und stellte außerdem 3 schöne Räume im Rathaus zur Verfügung. In Waren wurde das dortige Ortsmuseum von einem Museumsverein gegründet, der seine ganzen Beiträge zu diesem Zwecke opfert und dann weiter auch noch von der Stadt unterstützt wird. Weil die hiesige Ortsgruppe sich aber dem Landesverband angeschlossen hat, so gehen fast unsere gesamten Beiträge nach Schwerin, und für das Heimatmuseum bleiben nur geringe Geldmittel übrig. Die Stadt konnte uns wegen ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage mit Geld nicht unterstützen. So waren wir auf uns allein angewiesen.&lt;br /&gt;
:Alle Hindernisse konnten uns aber doch nicht bewegen unser Vorhaben betreffs eines Heimatmuseums aufzugeben. Als im Frühjahr 1933 die Stadt Teterow in entgegenkommender Weise zwei Räume im Gewerbeschulhause für ein Museum zur Verfügung stellte, da wurden von der Ortsgruppe alle Bedenken bei Seite gesetzt. Sie forderte durch einen Aufruf in der Zeitung und durch sonstige Bekanntmachung zur Hergabe geeigneter Sachen auf. Die Bevölkerung aus der Stadt und der Umgegend kam dieser Bitte mit großer Bereitwilligkeit nach und brachte uns viel Brauchbares für unsere Sammlung. In der Person des Reichsbahninspektors Willi Bartels fanden wir einen Herrn, der sich mit vielem Geschick und großem Eifer der Museumsangelegenheit widmete. Ihm haben wir es in der Hauptsache zu danken, daß das Unternehmen schon im Laufe des Sommers solche Fortschritte machte, daß wir allen Ernstes daran denken konnten, das Museum noch im Herbst zu eröffnen. Am Sonntag, dem 24. September 1933, fand in Gegenwart des Professors Dr. h. c. Wossidlo, des Bürgermeisters Dr. Meyer, des Stadtverordnetenvorstehers Münter und vieler Einwohner unserer Stadt die feierliche Eröffnung des Teterower Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe begrüßte die Festversammlung, dankte allen Stiftern von Museumsgaben für ihre Unterstützung und sprach dann über die Bedeutung der Ortsmuseen. Weitere Ansprachen hielten Bürgermeister Dr. Meyer und Professor Wossidlo. An die Eröffnungsfeier schloß sich unmittelbar die Besichtigung des Museums. Alle waren erstaunt, was hier in so kurzer Zeit an altem Kulturgut zusammengebracht worden war. Man konnte aber gleich feststellen, daß die vorhandenen Räume zur Unterbringung der vielen Sachen völlig unzureichend waren. Professor Dr. Wossidlow, der beste Kenner unserer heimischen Volkskultur, sprach sich über die damals bereits vorliegende Sammlung sehr lobend aus und wies auf manches wertvolle Stück in derselben besonders hin. Inzwischen sind viele Gegenstände neu hinzugekommen. Das Museum wirbt jetzt selbst für sich am besten. So wird uns manches alte Kulturstück angeboten, auf das die Leute erst bei einer Besichtigung des Museums aufmerksam wurden und dessen großen kulturellen Wert sie vorher nicht zu schätzen wußten. In diesem Zusammenhange mag darauf hingewiesen werden, daß das Teterower Museum fast ausschließlich Sachen aus unserer Stadt selbst oder deren näherer Umgebung enthält. Das ist nicht überall der Fall. In manchen Ortsmuseen findet man viele Gegenstände, die aus allen Teilen unseres Landes herbeigeholt sind. Das ist ganz gewiß nicht richtig und entspricht auch keineswegs dem Charakter eines Ortsmuseums. Solche Sachen gehören in ein Landesmuseum. Teterow darf daher mit Recht für sich in Anspruch nehmen, wirklich ein Museum für unsere ostmecklenburgische Heimat geschaffen zu haben.&lt;br /&gt;
:Wenn nun aber jemand gern erfahren möchte, welche Altertümer das Teterower Heimatmuseum heute nach einjährigem Bestehen bereits enthält, so kann ich diesem Wunsche nur zu einem kleinen Teil nachkommen. Die Frage läßt sich nämlich im Rahmen dieser Arbeit nicht ausführlich beantworten. Ich will aber versuchen, das Wichtigste, nach Gruppen geordnet, hierüber mitzuteilen. Wer aber einmal Gelegenheit hat, nach Teterow zu kommen, der sollte nicht versäumen, unser Museum aufzusuchen. Er wird sicherlich dort manches Sehenswerte vorfinden, besonders an volkskundlichen Sachen.&lt;br /&gt;
:Die Vorgeschichte ist in unserm Museum zur Zeit leider nur mit wenigen Stücken vertreten. Daraus soll man aber nun nicht den Schluß ziehen, als wären diese Sachen hier nur, in geringem Maße vorhanden. Gerade in der Teterower Gegend sind viele wertvolle Zeugen aus der Steinzeit aufgefunden. Aber sie sind nicht dem Heimatmuseum zugeführt. Sie befinden sich teils noch im Privatbesitz, teils sind sie durch Verkauf in andere Sammlungen gekommen.&lt;br /&gt;
:In der Abteilung &amp;quot;Trachten&amp;quot; sind besonders Hüte, Mützen und Tücher für Frauen aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert in recht schöner Aufmachung vorhanden. Sie geben uns ein anschauliches Bild von dem Geschmack der damaligen Mode. Sehr reichhaltig ist die Sammlung der Handarbeiten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Hier finden sich nach Professor Wossidlos Urteil sehr seltene und wertvolle Stücke. Aus der Zeit unserer Urgroßväter ist eine Kücheneinrichtung fast lückenlos zusammengestellt. Selbst ein offener Herd mit allem Beiwerk (Kesselhaken, Dreifuß, Grapen usw.) ist aufgebaut und läßt uns einen Blick in die damalige Küchenwirtschaft tun. Auch altes Töpfer- und Porzellangeschirr, wie es während dieses Zeitabschnitts in Gebrauch war, konnte noch aus Stadt und Umgegend herbeigeschafft und dadurch für die Nachwelt sichergestellt werden. Sämtliche Geräte zur Flachsbearbeitung bis auf Schwingblock u. Webstuhl hat das Teterower Museum in tadellosem Zustande aufzuweisen. Die Abteilungen: Handwerk, Landwirtschaft, Waffen, Münzen und altertümliche Hausgegenstände enthalten bereits jetzt eine stattliche Zahl von Einzelnummern und werden in nächster Zeit noch erheblichen Zuwachs bekommen.&lt;br /&gt;
:Von der Glasindustrie, die zu Anfang des vorigen Jahrhunderts noch in der Panstorfer Glashütte in Betrieb war, können hier verschiedene Stücke gezeigt werden, desgleichen auch von den früher in Teterow angefertigten Kunsttöpferwaren.&lt;br /&gt;
:Diese kleine Auslese aus dem Bestand der hiesigen Sammlung mag genügen, um zu zeigen, daß die Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes nach besten Kräften bemüht waren, ihr Museum zweckentsprechend aufzubauen. Große Sorge macht uns aber noch immer die Raumfrage. Seit der Eröffnung im vorigen Jahre sind uns so viele schöne Sachen gebracht, daß es uns wirklich Mühe macht, sie überhaupt noch unterzubringen, geschweige sie richtig und ordnungsgemäß aufzustellen. Wir werden deshalb in nächster Zeit die Frage ernstlich erwägen müssen, ob es im Interesse der Museumssache selbst nicht besser wäre, wenn die Ortsgruppe ihr Eigentumsrecht an die Stadt abtreten würde. Die Stadt kann für den Ausbau des Museums mehr Geldmittel zur Verfügung stellen, als wir bei dem geringen Ueberschuß von unsern Beiträgen jemals hergeben können. Vielleicht gelingt es der Ortsgruppe, diese Frage einmal einer glücklichen Lösung entgegenzuführen, damit das Teterower Heimatmuseum in keiner Weise hinter den andern Ortsmuseen unseres Landes zurücksteht.&lt;br /&gt;
:undatierter Zeitungsartikel zur ältesten Teterower Urkunde (verm. zwischen 1940 - 1945)&lt;br /&gt;
:... Bei Eröffnung des Teterower Heimatmuseums wurde sie als Leihgabe dorthin gegeben. Sie wurde zusammen mit einer mittelalterlichen Uebersetzung doppelseitig unter Glas gerahmt. Da sie das älteste und wertvollste Stück des Teterower Heimatmuseums ist, hat sie gegenwärtig an anderer Stelle einen sicheren Platz bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Feuerwehrmuseum===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
===Hospital St. Gertruden===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ehemalige Hospital St. Gertrud am Gertrudensteig ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===St.Jürgen Hospital===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Apotheken in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Teterower Feuerwehr==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Wirtschaftsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fischerei in  Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerkszünfte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verkehrsnetz in der Region Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen|Über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Teterower Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Vereinsgeschichte(n)==&lt;br /&gt;
===Die Teterower Schützenvereine===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bergring - Europas schönste Grasrennbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg007/484026143.pdf &amp;quot;Bergring Teterow (Meckl. Schweiz)&amp;quot; Gerhard Böhmer In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.7 (1931) 8 S.393-394]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/51368719X.pdf 12. Teterower Bergring-Rennen um den &amp;quot;Preis von Mecklenburg&amp;quot; In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 128 S.467]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513750924.pdf Der &amp;quot;Mecklenburgische Nürburgring&amp;quot; hält, was er verspricht In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 129 S.514] &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616616.pdf Bergring Teterow (Meckl. Schweiz) Carl Schröder In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.378-379]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Stiftungen 1900==&lt;br /&gt;
===Anthon-Stiftung===&lt;br /&gt;
:Diese, der Armenpflege, insbesondere zur Unterstützung verarmter Personen weiblichen Geschlechts, bestimmte Stiftung rührt wahrscheinlich von der im Jahre 1745 zu Nieköhr geborenen, im Jahre 1831 zu Teterow verstorbenen unverehelichten Friederike Anthon aus Teschow her. Die Stiftung wird von dem jedesmaligen ersten Prediger in Teterow verwaltet. Das Capitalvermögen beträgt jetzt 320 Mk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Burmeister-Lehnstift===&lt;br /&gt;
:Der aus Teterow gebürtige Bürgermeister Burmeister zu Ribnitz vermachte und gab in einem beim Magistrat zu Teterow niedergelegten schriftlichen Aufsatz d. d. Teterow den 29. September 1582 den armen Leuten zu Teterow mehrere Ackerstücke mit der Bestimmung und Vorschrift, daß die Prediger und Bürgermeister zu Teterow Patrone und Verwalter der Stiftung sein und die Ackerstücke vermiethen, die Aufkünfte aber an die Armen der Stadt Teterow vertheilen sollten.&lt;br /&gt;
:Die also gegründete Stiftung ist das noch bestehende Burmeister-Lehnstift. Über die Verhältnisse desselben ist zu bemerken, daß es anfänglich eine Art Privat-Armenanstalt unten dem stiftungsmäßigen Patronat war. Im Jahre 1821 reclamirte der Magistrat das Stift für die Stadt-Armencasse. In Folge landesherrlicher Determination vom 21. Januar 1823 aber wurde bestimmt, daß die bisherige abgesonderte Verwaltung fortbestehen, die Rechnungsablage aber nach bereits unterm 3. September 1795 Allerhöchst getroffener Bestimmung bei dem Superintendenten geschehen solle. Durch dieses Allerhöchste Rescript vom 3. September 1795 ist das Burmeister-Lehnstift der Aufsicht des competirenden Superintendenten sowohl hinsichtlich der Berechnung als auch hinsichtlich der Vermögens-Administration unterstellt und von der Zeit an als eine kirchliche Stiftung behandelt und angesehen, auch später als solche vom Großherzoglichen Ministerium für geistliche Angelegenheiten unterm 23. October 1854 ausdrücklich anerkannt worden.&lt;br /&gt;
:Patrone und Berechner der Stiftung sind der jedesmalige älteste Prediger und der jedesmalige Bürgermeister in Teterow. Die Einnahme der Casse besteht in Ackerpacht und in Zinsen von Capitalien; die Ausgabe, außer den Administrationskosten, in Zahlungen an die Armencasse, welche durchschnittlich 600 Mk. p. a. betragen. Diese Zahlungen geschehen in Folge der obengedachten Allerhöchsten Determination vom 21. Januar 1823, laut welcher die Überschüsse alle halbe Jahre um Ostern und Michaelis an das Armen-Collegium abgeliefert werden sollen. Das Vermögen beträgt gegenwärtig ca. 6000 Mk. in Capitalien und außerdem besitzt das Stift 10 Ackerstücke, welche eine Jahrespacht von fast 700 Mk. eintragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fiedlersches Schul- und Armenstift===&lt;br /&gt;
:Der Pastor Felix Fiedler in Teterow gründete daselbst durch Acte vom Tage Johannes des Täufers anno 1699 eine Stiftung zum Besten armer Schulkinder, für welche das Schulgeld aus den Auskünften eines legirten Camp-Ackers, des seitdem sogenannten Schulcamps, bezahlt werden sollte. Er verordnete zu &amp;quot;wahren rechtmößigen Patronen dieser Stiftung die beiden Herren Prediger und die beiden Herren Bürgermeister und deren successores im Amte&amp;quot;, und diesen wurde auch die Führung der Berechnung übertragen. Unterm 3. September 1795 wurde das Schulstift der Aufsicht des zuständigen Superintendenten sowohl hinsichtlich der Berechnung als auch hinsichtlich der Vermögensverwaltung unterstellt, und von der Zeit an wurde das Stift als eine kirchliche Stiftung behandelt und angesehen, auch unterm 12. August 1854 als solche vom Großherzoglichen Ministerium für geistliche Angelegenheiten ausdrücklich anerkannt.&lt;br /&gt;
:Der Schulcamp ist mit überbischöflicher Genehmigung vom 12. März 1858 an die Stadt Teterow zum Bau eines neuen Schulhauses vererbpachtet worden. Die Aufkünfte des Schulstifts, dessen Vermögen, einschließlich der capitalisirten Erbpacht, z. Z. ca. 13400 Mk. beträgt, werden an die städtische Schulcassa abgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Predigerwittwen-Stift===&lt;br /&gt;
:Dasselbe ist aus dem Armenstift, Burmeisters Lehn, hervorgegangen, indem es aus einem aus diesem Stift (mit Unrecht) abgesetzt, später aber restituirten Capitale (f. die Special-Schullehrer-Wittwencasse zu Teterow) etwa im Jahre 1709 gestiftet worden ist. Um diese Zeit wurde von den Erben des verstorbenen H. Adeler dessen Schuld an das Burmeister Lehnstift mit 57 Gulden 20 Schill. eingezahlt. Die Patrone dieses Stifts beschlossen, mit Zustimmung des damaligen Superintendenten Schaper, daß dies Geld nicht an Arme vertheilt, sondern zur Unterstützung Teterower Predigerwittwen ausgesetzt werden solle. Dies Capital von 57 Gulden 20 Schill., welches die Prediger aus ihren Mitteln zu 60 Gulden completirten, bildet den ersten Fonds zu dem Predigerwittwen-Stift, in Bezug auf welches die Patrone des Burmeister-Lehnstifts festsetzt:&lt;br /&gt;
:1. daß die Patrone des Burmeister-Lehnstifts auch über diese Wittwen-Hebungen bestellt sein und unter einander richtige Rechnung ablegen sollten;&lt;br /&gt;
:2. daß die Zinsen des Capitals, wenn keine Predigerwittwen vorhanden, zur Vermehrung des Capitals beigelegt werden sollten;&lt;br /&gt;
:3. daß, wenn eine Wittwe vorhanden sei, ihr die Zinsen jährlich gereichet und wenn mehrere Wittwen vorhanden seien, die Zinsen unter dieselben getheilt werden sollten.&lt;br /&gt;
:Dieser erste Fonds des Predigerwittwen-Stifts wurde nicht nur durch 100 Gulden, welche ein Wilgos demselben im Jahre 1719 legite, sondern auch dadurch vermehrt, daß verschiedene Überschüsse des Burmeister-Lehnstifts dem Wittwenstift zugerechnet sind.&lt;br /&gt;
:Durch landesherrliche Verfügung vom 3. September 1795 wurde das Stift der Aufsicht des zuständigen Superintendenten unterstellt. Patrone sind die beiden Prediger zu Teterow, von denen der jedesmalige älteste als Berechner fungirt. Das Stiftsvermögen beträgt jetzt ca. 20200 Mk. Es wird z. Z. eine Pastorenwittwe mit einer Pension von 360 Mk. unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Special-Schullehrerwittwen-Stift===&lt;br /&gt;
:Diese Stiftung ist im Jahre 1857 mit einem Capitale von 600 Thlr. Crt. (1800 Mk.) gegründet worden. Diese 600 Thlr. sind der Stiftung von dem Predigerwittwen-Stift in Teterow, welches dieselben als zu Unrecht aus dem Vermögen des Burmeister-Lehnstifts s. Z. empfangen hatte, überwiesen worden.&lt;br /&gt;
:Für die Verwaltung des Special-Schullehrerwittwen-Stifts, welchem unterm 27. April 1857 die Rechte einer juristischen Person ertheilt worden sind, normiren die am 27. März 1857 oberbischöflich bestätigten Statuten vom 17. März 1857. Nach denselben sind die Lehrer an der Teterower Bürger- und Volksschule beim Antritt einer in das obligate allgemeine Prediger- und Schullehrerwittwen-Institut recipirten Stelle, mögen sie verheirathet sein oder nicht, zum Beitritt in dieses Special-Stift und zur Zahlung eines Receptionsgeldes von 15 Mk. in die Specialcasse verpflichtet. Die Reception der Lehrer an der Teterower Realschule in dieses Stift ist nicht angängig. Jedes verheirathete oder verwittwete Mitglied zahlt einen Jahresbeitrag von 3 Mk. Von den jährlichen Zinsauskünften werden, wenn eine Wittwe vorhanden, 50 Procent, wenn mehrere Wittwen vorhanden, 75 Procent zur gleichmäßigen Vertheilung zu Wittwen-Pensionen verwendet. Die übrigen resp. 50 oder 25 Procent - sowie, wenn keine Wittwe vorhanden, die gesammte Zinsaufkunft - werden, nach Abzug der Verwaltungskosten, zum Capital geschlagen.&lt;br /&gt;
:Wer aus seinem Lehramte an der Teterower Bürger- und Volksschule, ohne pensionirt zu sein, dadurch ausscheidet, daß er solches niederlegt, z. B. auch im Falle eines Wegzuges, hört auf, ein Mitglied des Stifts zu sein. Ebenso scheidet derjenige als Mitglied aus, welcher seines Amtes entsetzt oder auch desselben durch Kündigung oder auf sonstige unfreiwillige Art durch seine Ortsbehörde verlustig geworden ist. Wittwen, die sich wieder verheirathen, verlieren ihre Pension. - Das Stift wird von den beiden Pastoren zu Teterow, dem Bürgermeister und dem ältesten Rathmann verwaltet. Das gegenwärtige Capitalvermögen hat eine Höhe von 10000 Mk. Die Mitgliederzahl beträgt 17. Unterstützung empfängt z. Z. eine Wittwe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(in: Die kirchlichen milden Stiftungen in Mecklenbur-Schwerin von E. Millies, Schwerin, Druck u. Verlag von Ed. Herberger&#039;s Buchdruckerei u. Verlagshandlung, 1900)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst im öffentlichen Raum Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Hechtbrunnen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was der Teterower Bürgermeister 1912 zum Brunnen schreibt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1912 richtet der Teterower Bürgermeister Dr. Müller ein amtliches Schreiben mit folgenden Worten an das Schweriner Kabinett, &amp;quot;Wie allgemein bekannt sein dürfte, werden die Teterower, besonders auswärts, immer mit der Frage geneckt: Hewwt Ji em all wedder?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Mit dieser Einführung erbittet er nunmehr die Genehmigung zur Aufstellung eines Brunnens mit Hecht, &amp;quot;der die Teterower in die Lage versetzen würde, diese Neckereien dann endlich zurückzuweisen, indem sie antworten können: Ja, wi hem´em, kiek em Di an, up´n Markt steiht he!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die Bürgermeister-Worte überzeugten und mit der bald darauf aus Schwerin erteilten Genehmigung konnten die Teterower Geld sammeln und einen Wettbewerb zu seiner Ausführung ausloben. &lt;br /&gt;
:Neun Architekten und Bildhauer schickten ihre Entwürfe.&lt;br /&gt;
:1200 Goldmark brachte die erste Sammelaktion ein.&lt;br /&gt;
:Der Entwurf des renomierten Mecklenburger Bildhauers Wilhelm Wandschneider überzeugte die Stadtvertreter besonders.&lt;br /&gt;
:Im November 1913 konnte der Bau des Brunnens aus Granit-Porphyr beginnen.&lt;br /&gt;
:Der Redakteur des &amp;quot;Kladderadatsch&amp;quot;, damals Deutschlands meistgelesene Satirezeitschrift, Paul Warnke, gebürtiger Lübzer und redaktioneller Amtsnachfolger von Johannes Trojan, lieferte den Text für die Randinschrift: &amp;quot;Wek Lüd sünd klauk un wek sünd daesig un wek de sünd wat aewernäsig. Lat´t er spijöken, Kinnings la´t! De Klock hett lüer´t, de Hekt is fat´t&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Teterower Zeitung&amp;quot; berichtet darüber: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Große Heiterkeit erregte es, als man in dem unteren Bassin einen kapitalen lebenden Hecht der an einem in den Landesfarben gehaltenen Band eine Glocke um den Hals trug, lustig umherschwimmen sah.&amp;quot; (TZ 19. Mai 1914)&lt;br /&gt;
:Seither trägt das kleine Kerlchen den übergroßen Hecht auf seinen Schultern zu Markte.&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde der Knabe im Schutze des neuen, dritten Rathauses zum ersten Wahrzeichen der Stadt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616489.pdf Unsachliches über Teterow Gisela Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.376-377]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg017/523388950.pdf Wandschneider plaudert aus seinem Leben : von Amerika nach Teterow Wilhelm Wandschneider In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.17 (1941) 198 S.114-115]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die verschobene Kirche===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Mittelpunkt (von MV?)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blüchers Pfeife===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower Katze===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Denkmale in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kriegerdenkmal===&lt;br /&gt;
:Auf Initiative des neu ins Amt berufenen Bürgermeisters Franz von Pentz wurde am 3. April 1881 der Teterower Verschönerungsverein gegründet. &lt;br /&gt;
:Eines der ersten Anliegen des Vereins war die Errichtung eines Kriegerdenkmals mit den Namen der toten Teterower Soldaten. Unterstützung fand der Verein dabei beim Kampfgenossen-Verein, der u. a. einen Programmabend für das zu errichtende Kriegerdenkmal veranstaltete, der Erlös betrug 130 M. Eine Lotterie mit Gewinn-Gegenständen von Arbeiten der Teterower Industrieschule sollte folgen. Einer der wesentlichen Unterstützer des Projektes war der Bauinspektor Wilhelm Müller, Besitzer einer Eisengießerei und Maschinenfabrik in Teterow. Er ließ auf seine Kosten die etwa 4 m lange Säule herstellen. Am 2. September 1882 - dem Jahrestag der Schlacht von Sedan - wurde die Einweihung auf dem Wilhelmsplatz (heute Platz des Friedens) vorgenommen. Eine zeitgenössische Beschreibung: &amp;quot;Auf einem Sockel von poliertem Granit erhebt sich eine ebenfalls granitne polierte Säule mit korinthischem Kapitäl. Auf demselben befindet sich die aus Chamotte gefertigte und vergoldete Figur einer Friedensgöttin, welche in der Linken einen Palmenzweig, in der Rechten einen Lorbeerkranz hält. Die Vorderseite des polierten Sockels trägt eine Tafel, auf welcher in vergoldeten Buchstaben die Namen der im Feldzuge 1870/71 aus hiesigem Amtsgerichtsbezirk gefallenen Krieger verzeichnet sind. Ein eisernes Kreuz mit der Inschrift &amp;quot;Mit Gott für Fürst und Vaterland&amp;quot; schmückt die Tafel, und unter demselben befinden sich folgende Namen:&lt;br /&gt;
:Heinrich Fiedler aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schmaedcke aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schenck aus Teterow&lt;br /&gt;
:Heinrich Schoenfeldt aus Nienhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Düsing aus Neu-Wockern&lt;br /&gt;
:Johann Rüger aus Bristow&lt;br /&gt;
:Christian Dabbert aus Baartz&lt;br /&gt;
:Johann Ernst aus Appelhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Krüger aus Vollrathsruhe&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1903 erfolgte die gärtnerische Anlage durch den Verschönerungsverein. 1908 gab es noch einen Beschluss der Rats- und Bürgersitzung im Frühjahr 1909 den Siegesengel neu vergolden zu lassen. Das dazu aufgestellte Gerüst wurde auch von jemandem genutzt, der den Palmzweig zerbrochen hatte. 1947 wurde dann das Denkmal zerstört, der Sockel auf dem St. Georgs Friedhof aufgestellt. Bildhauer Willy Freese und sein Sohn Karl-Heinz fertigten aus den Trümmern der Säule eine Kugel, die heute den Sockel krönt.&lt;br /&gt;
:Das Denkmal im Ganzen muss über 9 m hoch gewesen sein. Ein ähnliches Denkmal befand sich in Stavenhagen, wurde aber auch zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Bismarck-Denkmal===&lt;br /&gt;
:Mit dem Fund eines Felsens von 4,5 m Länge und 3 m Breite in der Pampower Feldmark kam im Januar 1900 die Idee auf, diesen für ein Bismarck-Denkmal nutzen zu wollen. Die Kosten dafür waren auf 500 M geschätzt worden und wurden per Listensammlung bereits Ende Januar erreicht. Vorgesehene Standorte dafür waren u. a. die Heidberge oder der Schulkamp, letztlich entschied man sich aber für den Friedrich-Franz-Platz - seinen heutigen Standort.&lt;br /&gt;
:Zum Abtransport wurde der Stein in seine heutige Form gebracht, mit einem Gewicht von 22,5 t. Mittels 4 Dampfpflug-Lokomobilen der Herren Jenke und Godow wurde er im Mai 1900 in die Stadt gebracht. Zu überwinden galt es dabei die Bedenken der Chausseebauverwaltung und auch die Eisenbahnverwaltung gestattete das Überqueren der Geleise erst nach Durchfahrt des letzten Zuges um 1.00 Uhr nachts. Am 8. Mai 1900 konnte er unter Musik der städtischen Kapelle abgeladen werden. Am 12. März trafen sich in Lembckes Lokal die Spender des Bismarck-Denkmals zur Auswertung.&lt;br /&gt;
:Die bis dahin entstandenen Kosten beliefen sich bereits auf 900 M, die Einnahmen betrugen nur 630 M. Trotzdem erschien den Beteiligten eine Finanzierung des Fehlbetrages möglich und die Idee für ein Medaillon-Bildnis des Fürsten Bismarck entstand. Nach Beratung am 26. März 1900 zwischen Bürgervertretung und Verwaltung wird diese beauftragt, ein Fundament für den Stein errichten zu lassen und der Bürgermeister kann von einer Spende in Höhe von 300 M von Herrn Hermann Paepcke aus Chicago für ein Bismarckmedaillon berichten. Bereits am 30. Mai 1900 begannen die Untermauerungsarbeiten für den Stein, dabei wurden Knochenreste des ehemaligen Friedhofes vor dem Gertrudenstift gefunden. Im September 1901 wurde dann die Vertiefung zur Aufnahme des Medaillons in den Stein gehauen. Im September 1901 kam der Verschönerungsverein zusammen und beschloss unter anderem, einen Klinkersteig am Bismarck-Denkmal verlegen zu lassen, was im September 1902 geschah. Noch im September 1901 wurde das Porträt des ehemaligen Kanzlers in den Stein eingelassen. Von einer offiziellen Einweihung lässt sich in den Zeitungen der Zeit nichts finden.&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich 1947 in Berlin die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (V.V.N.). Die Ortsgruppe des V.V.N. Teterow forderte für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Faschismus die Überlassung des Bismarcksteins. Da die Denkmalpflege keine Einwände hatte, konnte die Umnutzung erfolgen und zum 1. Mai 1949 übernahm die Stadt den Stein in ihren Schutz, das Bismarck-Medaillon kam ins Museum. (Mit der Auflösung des Museums wurde das Medaillon ins Museum nach Waren verbracht und verschwand dort). Mit der Errichtung des Denkmals am Mühlenteich 1969 hatte der V.V.N.-Stein ausgedient und erhielt 1977 eine Platte mit einigen Angaben. Auf Initiative des Heimatbundes Teterow e. V. konnte durch eine Spendensammlung am 31. Juli 1998 wieder ein Bismarck-Medaillon am Stein enthüllt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bismarckstein 1.jpg|thumb|350px|rechts|Bismark-Stein (Quelle: Stadtarchiv Teterow)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrenmal in den Heidbergen===&lt;br /&gt;
:Ursprünglich hatte schon der Baudirektor Gustav Hamann aus Schwerin - 1910 bei der Errichtung des Rathauses in Teterow weilend - einen Turm auf dem Teterower Heidberg errichten wollen. Die Lage über der Stadt bot eine gute Fernsicht und hätte auch den Tourismus in der Stadt weiter beleben können. Daher wandte er sich mit Schreiben vom 27. Januar 1910 an den Bürgermeister Schmidt mit dem Vorschlag, einen Aussichtsturm auf dem Heidberg zu errichten. Hamann wollte dazu kostenlos eine Zeichnung und einen Kostenvoranschlag zur Verfügung stellen. Nach Rücksprache mit Hamann wurde von der Rats- und Bürgersitzung die Einrichtung eines Baufonds bewilligt, in den bis 1926 70,89 Mark eingezahlt wurden. Am 26. November 1922 wurden die Gedenktafeln an die Gefallenen des 1. Weltkrieges der Kirchengemeinde in der Pfarrkirche eingeweiht, dies war der Anlass für Kriegerverein und Gewerbetreibende eine Würdigung für die Gefallenen in der Stadt anzuregen. Beide bildenten am 25. September 1924 ein Komitee, dem die Herren Molkereibesitzer Wickboldt, Major von Zeppelin auf Appelhagen, Bürgermeister Dr. Müller, Lehrer Köpcke, Kaufmann Ehrich, Gärtnereibesitzer Franz, Pastor Schumacher, Ihde, Kaufmann Bülow, Kämmereiberechner Rußdorf, Uhrmacher Mäting, Maurermeister Kohlert, Voß, Müschen, Vick und später auch Ackerbürger Hannemann angehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Spenden zum Bau stammten von Teterowern mittels Haussammlungen, kamen aber auch von ausgewanderten Familien (Hugo Altschwager aus Milwaukee, Erna Volkner aus Chicago), Zeitungsanzeigen, Benefizveranstaltungen und eine Lotterie brachten ebenfalls Geld ein. Die Inflation ließ das gesammelte Geld immer wieder zusammenschrumpfen. Molkereibesitzer Wickboldt dazu: &amp;quot;Immer wenn die Kommission glaubte nunmehr bald mit dem Bau beginnen zu können, war der Wert der Mark wieder geschwunden. Es mag als Kuriosa angeführt werden, das wir im Jahr 1923, um noch etwas von den Geldern zu retten, mit dem Restgeld eine Kiste Kognak kauften, um es wertbeständig anzulegen. Dies ist bei späteren Verlosungen auch wieder verwertet worden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur Standortfrage wendete sich die Kommission an den Heimatbund Mecklenburg, dieser empfahl den Stadtgartendirektor Schomburg als Sachverständigen, der mehrere Standorte untersuchte. Der Friedhof schien als Platz durchaus geeignet, da Hintergrund und Anlage bereits vorhanden waren, für größere Gedenkfeiern fehlte allerdings der Platz. Ein Platz auf dem Schulkamp kam wegen des kleinen Geländes nicht in Frage. Das Mühlenbruch böte genug Platz, hätte aber für ein Ehrenmal befestigt werden müssen. Der Halbkreisrasen gegenüber dem Bahnhof wäre &amp;quot;bedingt durch den Post- und Bahnhofsverkehr der Obhut des Publikums anvertraut&amp;quot; und somit geeignet. Der Heidberg schien für eine weit ins Land ragende Gedächtnisstätte geeignet. Der weite Weg könnte durch Fahrgelegenheiten absolviert werden und auch die &amp;quot;alte Herren-Kolonne&amp;quot; mit zum Teil über 80jährigen legte diesen Weg täglich zurück. Ein weiteres Argument war, dass der Heidberg der historische Platz für die Gedenkfeiern der Teterower sei. Die Sedan-Feier und auch die Feier 1813 hatten hier stattgefunden, an diesen Tagen brannten Holzstöße und fast ganz Teterow - Alt und Jung - waren hier versammelt. Daher beschloss die Denkmalkommission den Standort Heidberg und die Stadtverordnetenversammlung genehmigte im November die Freigabe des Platzes für ein Denkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Gestaltung erarbeitete die Kommission schon im Dezember 1925 Leitsätze und stellte diese den Vereinen zur Diskussion. Mit Verweis auf den Ernst-Moritz-Arndt-Turm in Bergen wurde eine Verbindung aus Aussichtsturm und Denkmal vorgeschlagen, entsprechende Entwürfe dazu wurden im Schaufenster des Kaufhauses Ramelow ausgestellt. Die Ausführung eines Turmes durch Teterower Firmen war ein weiteres Argument für diese Variante, da bei einer Skulptur ein auswertiger Künstler das Geld erhalten würde. Zahlreiche Künstler reichten dazu Entwürfe ein. Im November 1926 empfahl daher der Geheime Baurat Pries aus Schwerin (Mitglied des Ausschusses für Denkmalspflege und Denkmalsbau der Mecklenburg-Schwerinschen Regierung) der Kommission den Entwurf von Korff aus Laage, der daraufhin einstimmig angenommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch im Dezember 1926 erfolgten die Ausschreibungen, die Bauausführung übernimmt Maurermeister Krenzin aus Rostock, die Bauarbeiten die Maurermeister Kohlert und Rathcke aus Teterow. Zur Grundsteinlegung am 12. Juni 1927 konnte bei Gärtner Franz kostenlos Grünes zum Schmücken der Häuser abgeholt werden. Der Festzug versammelte sich um 15.30 Uhr auf dem Wilhelmsplatz (Platz des Friedens) und setzte sich um 16.00 Uhr in Bewegung. In den Grundstein war ein Bleibehälter eingelassen, der Geld, Briefmarken und Papiere enthielt. Nach den Ansprachen erfolgten die symbolischen Hammerschläge und das Spiel des Posaunenchores. Am Abend wurde zum Großen Festball im Hotel &amp;quot;Mecklenburger Hof&amp;quot; eingeladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Weihe des Ehrenmals am 25. September 1927 erfolgte in ähnlicher Form wie die Grundsteinlegung. Erwähnt wurden einige Baudetails: Höhe: 20,1 m, 114 Stufen, Schwertlänge: 8,5 m, Kosten über 18.000 RM, 104 Tage Bauzeit, 23.350 Ziegel und 50 t Zement wurden verbaut. Die Gestaltung des Umfeldes und die Anlage eines Weges wurde 1928 durch Teterower Vereine bewerkstelligt. Fortan wurde das Ehrenmal für Feiern und Kranzniederlegungen zum Ewigkeitssonntag und zur Tannenbergfeier (am 27. August - siegreichen Schlacht gegen Russland 1914) regelmäßig genutzt. Darüber hinaus war es auch Treffpunkt des Stahlhelmtages in Teterow am 14. und 15. Juni 1930, des Teterow-Malchiner-Schülertreffen am 24. Juni 1931 und des SA-Tages am 19. Juni 1932. Die Reden bei diesen Anlässen entsprachen mit dem üblichem Chauvinismus und Revanchismus der Zeit. Einen Höhepunkt des Missbrauchs erlebte das Ehrenmal dann mit dem Besuch Adolf Hitlers, der von hier am 19. September 1937 das Herbstmanöver der Wehrmacht beobachtete. 1939 erfolgte noch der Anbau der Wärterkabine mit Verkaufsstand und die Anbringung der Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen. Im 2. Weltkrieg befand sich im Umfeld eine Funkmessstation, das Ehrenmal lag im umliegenden Sperrgebiet und war somit nicht zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach 1945 verlor das Ehrenmal seinen Zweck als zentraler Gedächtnisort der Stadt an den VVN-Stein und später an das Denkmal am Mühlenteich. Ansichtskarten der Zeit bezeichnen es dann auch folgerichtig als &amp;quot;Aussichtsturm auf dem Heidberg&amp;quot;. Erst 1979 gab es die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt. Mit dem politischen Umbruch 1989/90 galten die anderen Denkmale als belastet und das Ehrenmal wurde wieder der zentrale Gedenkort Teterows. Die Bedeutung des Ehrenmals wurde auf alle Opfer von Krieg und Gewalt erweitert, die entsprechenden Tafeln 1999 angebracht. Zu jedem Volkstrauertag sind Teterower hier im Gedenken versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow, das Schilda Norddeutschlands?==&lt;br /&gt;
* [[Teterow, das Schilda Norddeutschlands?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Teterower Feldmark==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Flurnamen und Lokalbezeichnungen der Stadt und Feldmark Teterow&amp;quot; zusammengestellt und erläutert von Dr. Gerhard Böhmer Stand 1.1.1934]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=114069</id>
		<title>Teterow fortlaufende Chronik</title>
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		<updated>2024-06-20T14:02:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813) in Teterow */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterows Geschichte als Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Steinzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Steinkiste&lt;br /&gt;
Die Steinkiste befindet sich im Hohen Holz. 1902 wurde sie bei Fällarbeiten entdeckt. Ein 18 m langer und 7 m breiter Hügel bedeckte die Steinkiste. Bei der Ausgrabung durch Bürgermeister Dr. Franz von Pentz fehlte bereits der Deckstein. Die Kammer ist 1 m lang und 0,8 m breit und war von einer Rollsteinpackung umgeben. Sie enthielt einige Scherben von Tongefäßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Großsteingrab&lt;br /&gt;
Das Großsteingrab befindet sich an der Chaussee nach Rostock. Der Deckstein enthält kleine, runde Vertiefungen (&amp;quot;Schälchen&amp;quot;), die mit kultischen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Ein weiterer Deckstein hat sich in die Kammer gesenkt. Bürgermeister Dr. Franz von Pentz hat hier einen Hohlmeißel, ein dicknackiges Beil, Keramik und Skelettreste ausgegraben, 1907 ließ er die Anlage mit Eichen einfrieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;3.Jahrtausend v.u.Z.&lt;br /&gt;
:Besiedlung der Insel im Teterower See&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Bronzezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzegeräte von Teterow&lt;br /&gt;
:Am 12. Dec. 1859 wurden zu Teterow vor dem rostocker Thore beim Planiren des Terrains neben dem Friedhofe von dem Herrn Maurermeister Pohlmann zu Teterow gefunden:&lt;br /&gt;
:2 Handbergen aus Bronze und&lt;br /&gt;
:2 spiralcylindrische Armringe, mit leichtem edlen Rost, vollständig erhalten, jedoch alle beim Herausnehmen zerbrochen, und vom Burgemeister und Rath der Stadt Teterow geschenkt&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1861&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hifthorn von Teterow&lt;br /&gt;
:Beim Ausmodden eines Sumpfes auf der Feldmark der Stadt Teterow ward ein Hifthorn aus Bronze gefunden, durch den Herrn Inspector Beneke zu Pampow bei Teterow erworben und von diesem dem Vereine zum Geschenke gemacht. Dieses interessante Stück des Alterthums bildet ein Seitenstück zu dem merkwürdigen Hifthorn von Wismar, welches im Jahresbericht III, S. 67 flgd. beschrieben und abgebildet ist; es hat nicht die interessanten Gravirungen des wismarschen Hornes, aber dieselben Verzierungen, und stammt mit diesem ohne Zweifel aus derselben Zeit. Auch hat das teterowsche Horn eine andere Einrichtung, indem es aus Einem Stücke, das wismarsche aber aus drei Stücken besteht und nur zum Beschlage eines natürlichen Hornes gedient hat.&lt;br /&gt;
:Das Horn von Teterow ist aus Bronze aus Einem Stücke gegossen. Es bildet das Mundstück und den mittlern Theil des Ganzen; die Schallmündung ist aus natürlichem Horn oder Metall angesetzt gewesen, wie die Nietlöcher am Ende beweisen. Das Ganze ist etwas gekrümmt, wie das wismarsche Horn, in grader Richtung 12&amp;quot; lang und am weiten Ende 3&amp;quot; im Durchmesser. In Entfernungen von ungefähr 1 1/4&amp;quot; ist es 9 Male durch zwei neben einander stehende, erhabene Reifen in 9 Felder getheilt; die Reifen sind mit eingravirten Schrägelinien verziert. Die Reifenpaare sind an beiden Seiten durch die bekannten, kleinen, mit Stempeln eingeschlagenen Dreiecke begrenzt; diese einer gewissen Zeit der Bronze=Periode eigenthümliche Verzierung ist durchaus charakteristisch, überall gleich und findet sich öfter. Durch diese Verzierungen steht das teterowsche Horn dem wismarschen in der Zeit ohne Zweifel gleich. Hat auch das teterowsche Horn weiter gar keine Verzierungen, so ist es doch im Charakter dem Mundstücke des wismarschen Hornes (abgebildet Lithographie zu Jahresber. III, Fig I.) völlig gleich. Auf dem 7ten Doppelreifen vom Mundstücke und dem 3ten von der Schallöffnung sitzt ein angegossener Ring zur Aufnahme einer Schnur.&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1848&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Scherbenfund in der Schulstraße&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen von Versorgungsleitungen entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks in der Schulstraße Scherben aus der Bronzezeit.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 07.10.2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzezeitliche Siedlung und Gräberfeld am Erlenbruch&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen einer Versorgungstrasse zwischen Erlenbruch und Stadtrandsiedlung stieß Stefan Benesch auf ein bronzezeitliches Gräberfeld mit Scherben und Leichenbrand. In der Nähe Reste von drei bronzezeitlichen Häusern.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 09.11.1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Eisenzeit==&lt;br /&gt;
;Wohnstätten&lt;br /&gt;
:Gefunden 1905&lt;br /&gt;
:In festem Boden, fast 2 m tief, massenweise Scherben, dabei auch Tierknochen und Brandschichten. Genaueres über die Anlage war nicht festzustellen&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Grab am Pudelberg 1905&lt;br /&gt;
:Auf dem Pudelberge in einer flachen, sandigen Kuppe mit Lehmmergelstreifen. Grab, dessen Grund 1,75 m tief rechteckig 2,70 X 2,90 m, eingefasst mit einer Steinnmauer von 0,90 m. Der Grund mit Steinen abgedeckt; auch über der Bestattung kleine Steinabdeckung und Quermauer; Holzspuren weisen auf eine Holzüberdeckung; von den Bestatteten (zwei, N - S) nur Spuren; die Zugehörigkeit der Beigaben nicht genau bestimmbar; anscheinend östliche Leiche: Schwert am Oberkörper, links in der Kopfgegend Glasgefäss und Tonbecher, zu Füssen Bronzeschale mit Buckelrand; zwischen der östlichen und westlichen Leiche in der Kopfgegend Würfel und Spielstein; westliche Leiche: rechts in der Halsgegend Pfeilbündel, zu Füssen Bronzegefäss&lt;br /&gt;
:Schwert: Das prächtige Stück steckt in einer Holzscheide, die mit einem erhabenen Mittelgrate verziert ist. Die Länge der Klinge beträgt 91,5 cm, die Breite oben 5,5, unten 4,5 cm. Die Scheide wird abgeschlossen durch einen halbrunden Silberbeschlag, an dem eine reich gemusterte überfassende Zwinge (Ortband) aus Silber z. T. vergoldet, und mit Niello verziert angebracht ist. Der Griffteil besteht aus einer flachen Griffangel, darüber geschoben eine spitzovale Parierplatte von 10,5 cm Länge. Vom Griff selbst ist leider nichts erhalten, als einige Holzspuren. Als Scheidenbeschlag wird gedient haben ein Stück Silberblech, welches sich der Wölbung der Scheide anpasst, ein silbernes Band, welches wohl den oberen Scheidenabsatz umfasst (Mundstück), und kleine Silberstreifen, vielleicht auch kleine runde Glasscheiben in einen Bronzering gefasst, von denen Bruchstücke erhalten sind.&lt;br /&gt;
:Pfeilspitzen: ein ganzes zusammengerostetes Bündel, mindestens 15 Stück, mit Holzschaft, stark, dreikantig, mit eingezogenen Seiten, 4,5 cm lang,&lt;br /&gt;
:Knochenwürfel: die Zahlen anders verteilt wie heute üblich 1:3, 2:5, 4:6,&lt;br /&gt;
:Spielstein: ein kleiner konischer Spielstein aus Knochen&lt;br /&gt;
:Glasgefäss: Bruchstücke eines Trinkbechers, sehr dünnes, farbloses Glas, belegt mit langgezogenen Glasfäden, welche oben und unten im spitzen Winkel zusammenlaufen und die Spuren der Vergoldung zeigen, der Rand leicht verstärkt, die Mündung etwa 10 cm weit; Reste eines nach aussen geneigten Fusses, Höhe etwa 18 bis 20 cm&lt;br /&gt;
:Bronzekessel: mit flachgewölbtem Boden, scharfer, tiefliegender Bauchkante, eingezogenem Oberteil, nach aussen gebogenem Rande, zwei fast dreieckign Henkelösen, Henkelband mit Strichverzierungen und aufgebogenen Enden. Innere Weite 26,5 cm, Randbreite 1 cm, Höhe 15,5 cm,&lt;br /&gt;
:Bronzene Schale mit gebuckeltem Rande: Wandung leicht nach innen geschweift, runde Standfläche aus nach aussen gebogenen Blechreifen, der Rand ausgebogen und mit von innen getriebenen Buckeln verziert. Innere Weite 26 cm, Randbreite 2 cm, Höhe 11 cm.&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gräberfeld der Germanen in der Niendorfer Furt&lt;br /&gt;
:Bei der Erweiterung eines Gewerbegebietes wurden durch Bodendenkmalpfleger Roland Ducks germanische Urnen mit Durchmessern zwischen 16,5 und 11 cm gefunden.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.10.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Germanischer Siedlungsplatz auf dem Sportplatz des Gymnasiums&lt;br /&gt;
:Bei Erdarbeiten auf dem Sportplatz des Gymnasiums entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks Keramiken und eine Reibplatte - zum Ausmahlen von Getreide.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.07.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Slawenzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6./7. Jahrhundert n.Ch.&lt;br /&gt;
:Slawische Einwanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;vom &#039;&#039;&#039;9. bis zum 12. Jahrhundert&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:existierte auf der heutigen &amp;quot;Burgwallinsel&amp;quot; im Teterower See eine in drei Bauperioden errichtete bedeutenden slawische Burganlage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Burgwall===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zusammenfassung der Grabungsergebnisse (Fundbeschreibung) von 1950 bis 1953:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf eine bestehende offene Siedlung folgten vom Ende des 9. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts drei Burgphasen.&lt;br /&gt;
:Eine 750m lange Brückenanlage verband die Burgwallinsel mit dem Festland.&lt;br /&gt;
:Sie bestand aus senkrechten Pfosten und schrägen Stützen, auf denen vierkantige Träger auflagen.&lt;br /&gt;
:Die Einzeljoche waren durch locker auf die Träger gelegte Unterzüge verbunden, auf denen die Bohlen lagen, die zusätzlich durch Rödeleisen verbunden waren und ein Geländer trugen.&lt;br /&gt;
:Die Brücke, für die ebenfalls drei Bauphasen nachzuweisen waren, traf im Süden vor dem 4m hohen Abschnittswall der 1,2 ha großen Vorburg auf die Insel.&lt;br /&gt;
:Ein zweiter Wall trennte Vor- und Hauptburg von einander. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der auf einer natürlichen Anhöhe gelegenen 0,6 ha großen Burg mit einer Innenfläche von 25 x 50 m ist durch Gruben, Teilen von Hauspflastern, Herdstellen und Backöfen nachgewiesen.&lt;br /&gt;
:Sie zeigte in der Hauptburg dicht Bebauung, in der Vorburg nur entlang der Wälle.&lt;br /&gt;
:Der Wall war in der ersten und zweiten Phase in Kastenbauweise errichtet, während der dritten Phase nur aus einer Palisade mit Planken, die die Vorderfront verstärkten bestand.&lt;br /&gt;
:Während es in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts, also nach der ersten Besiedlungsphase, zu einer Brandzerstörung kam, wurde die Burg schließlich im 12. Jahrhundert friedlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
:Bei den Funden überwiegt wendische Keramik der Menkendorfer Gruppe und Knochen.&lt;br /&gt;
:Keramikfunde der Teterower Gruppe werden dagegen in das 11. und 12. Jahrhundert datiert, bei der der Fundort beim Teterower Burgwall anmengebend für den Typ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Aus Archäologie folgt Korrektur der gängigen Geschichtsschreibung===&lt;br /&gt;
;Zu nachfolgend angeführten Quellen ist der Hinweis erforderlich, das die Mehrheit heute tätiger Historiker die Meinung vertritt, das es sich bei der Teterower Burganlage wohl eher nicht um die in frühen Quellen genannte Burg Othimars handelt und diese mehrheitlich mit der wendischen Burganlage von Behren-Lübchin in Verbindung gebracht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen vor den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514905980.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (2) Rudolf Asmus Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 1928 S.1-5 (&#039;&#039;&#039;Teil 1 ist 1926 in der Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; erschienen!&#039;&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906111.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (3)  Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (3.) Fortsetzung Rudolf Asmus. - In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 2, S.9-11]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906332.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (4.) Schluß Rudolf Asmus In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 3, S.17-19 ]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513452567.pdf Frühgeschichtliches und Vorgeschichtliches vom Teterower See Rudolf Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.354-359]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen während und nach den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Ein vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1950/51&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Landesamt für Denkmalpflege Schwerin (Hg.) &amp;quot;Denkmalpflege in Mecklenburg Jahrbuch 1951/52&amp;quot; S. 198 - 212, Sachsenverlag Dresden o. J.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Slawische Töpferei in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Volksdruckerei Ludwigslust 1964&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Der Holzbau bei den nordwestslawischen Stämmen vom 8. bis 12. Jahrhundert&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow (1950 - 1953) Forschungen auf einer slawischen Burg im See&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Gralow, Klaus-Dieter / Stange, Hartmuth (Hg.) &amp;quot;Ewald Schuldt - Archäologische Expeditionen im eigenen Land (1950 - 1984)&amp;quot; S. 7 - 48, Stock &amp;amp; Stein Verlag Schwerin 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1952/53&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin (Hg.) &amp;quot;Jahrbuch für Bodendenkmalpflege in Mecklenburg 1953&amp;quot; S. 84 - 107, Petermänken-Verlag Schwerin 1955&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow - Ein slawischer Burgwall in Mecklenburg&amp;quot; (Text- und Beilagenband)&lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1963&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1235&lt;br /&gt;
:Teterow ( slaw. &amp;quot;Birkhahnort&amp;quot;) erhält Stadtrecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Hoffmann : &lt;br /&gt;
Die Gründung der Stadt Teterow &lt;br /&gt;
In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 138-139 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit Penzlin ist die Reihe der Werleschen Städte, von denen uns Stiftungsbriefe erhalten sind, abgeschlossen. Man muß sich daher darauf beschränken, die Entstehung der übrigen Städte der Herrschaft Werle aus späteren Zeugnissen aufzuklären und ihr ungefähres Alter zu bestimmen. &lt;br /&gt;
:Teterow ist die Stadt, die uns in dieser Gruppe am frühesten als solche begegnet. &lt;br /&gt;
:Die Stadt liegt zwischen Güstrow und Malchin am Fuße der Heidberge. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1272 wird die Stadt zum erstenmal erwähnt (M.U.B. II, 1261). &lt;br /&gt;
:Anscheinend hat sie jedoch damals schon einige Zeit bestanden. &lt;br /&gt;
:Denn in diesem Jahr wird der Stadt das Dorf Baudorf mit 43 Hufen von Nikolaus von Werle verliehen. &lt;br /&gt;
:Diese Verleihung deutet darauf hin, daß der Stadt ihre bisherigen Besitzungen nicht mehr genügten, und wir können damit zugleich auch schon auf eine gewisse Blüte der Stadt schließen. &lt;br /&gt;
:Ferner erkennen wir auch aus derselben Urkunde des Jahres 1272, daß Teterow bei seiner Gründung durch Nikolaus von Werle Schweriner Stadtrecht verliehen wurde. &lt;br /&gt;
:Denn es heißt in ihr, daß die Ratmänner für sich den Friedensschilling benutzen sollten (Consules etiam suis vsibus pacis denarios usurpabunt). &lt;br /&gt;
:Da dieses Teterower Ratsprivileg genau dem des Schwerin-Güstrower Rechts entspricht, so können wir daraus schließen, daß auch sonst Schweriner Recht in Teterow galt. &lt;br /&gt;
:Ob damals, als die Stadt gegründet wurde, noch andere Siedlungen hier vorhanden waren, wissen wir nicht. &lt;br /&gt;
:Anscheinend ergibt sich aus der slawischen Namensform Teterow, daß hier einst ein slawisches Dorf vorhanden war. &lt;br /&gt;
:Vielleicht war Teterow auch der Name für den wendischen Burgwall, der noch heute auf der Insel im Teterower See erhalten ist. &lt;br /&gt;
:Schmaltz behauptet, daß das Teterower Kirchspiel bereits um 1226 gegründet worden ist (M.J.B. 73, S. 46). &lt;br /&gt;
:Es handelt sich dabei jedoch nur um Vermutungen. &lt;br /&gt;
:Reifferscheid hat die Entstehung der Teterower Kirche nach ihrem Stil erst in die Zeit um 1270 angesetzt (Reifferscheid a. a. O. S. 147 ff ). &lt;br /&gt;
:Die Stadt ist, wie aus dem Stadtplan hervorgeht, eine Gründung aus frischer Wurzel ( Plan der Stadt Teterow &amp;quot;fecit Teterow, 26. 2. 1753, Christian Adolf Reinhard, Senator&amp;quot;, im Besitz der Stadt Teterow ). &lt;br /&gt;
:Bereits Fritz hat auf den Teterower Grundriß als Beispiel eines Kolonial-Stadtplans hingewiesen (Fritz a. a. O. S. 27). &lt;br /&gt;
:Unter den sechs Ratmännern, deren Namen uns im Jahre 1288 genannt werden (M.U.B. III, 1959), ist anscheinend einer ein Slawe gewesen. &lt;br /&gt;
:Von den sechs Ratmännern sind drei als Deutsche anzusprechen, während wir bei den übrigen drei ihre Nationalität an ihrem Namen nicht erkennen können. &lt;br /&gt;
:Nach dieser Ratsherrnliste vom Jahre 1288 scheint die Zusammensetzung der frühesten Teterower Bevölkerung überwiegend deutscher Herkunft gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1250&lt;br /&gt;
:Teterow entstand in der Nähe einer einstigen wendischen Burganlage im Teterower See.&lt;br /&gt;
:Es ist unbekannt wann Teterow genau entstanden ist. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1272.&lt;br /&gt;
:Da der Baubeginn der Stadtkirche bauhistorisch auf die Zeit um 1280 gelegt werden kann, ist davon auszugehen, dass die Verleihung der Stadtrechte um 1250 erfolgten.&lt;br /&gt;
:Als offizielles Gründungsjahr wird jedoch seit dem 18. Jh. 1235 benannt. Dies entbehrt jedoch jeglichen Beweises und basiert lediglich darauf, dass Malchin nachweislich 1236 die Stadtrechte verliehen bekommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1272&lt;br /&gt;
:erste urkundliche Erwähnung Teterows &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;14.Jh.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde (wohl zur Zeit seiner größten Bedeutung) befestigt und erhielt seine schönen gotischen Stadttore. &lt;br /&gt;
:Fertigstellung der Stadtkirche St. Peter und Paul&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1316 &lt;br /&gt;
:Teterow kommt an die Herrschaft Werle-Parchim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1374 &lt;br /&gt;
:an die Herrschaft Werle-Güstrow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1436 &lt;br /&gt;
:Die Stadt kommt an das Haus Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reformation und Nachreformationszeit in Teterow (1517 bis 1648)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1540&lt;br /&gt;
:Beginn der Reformation in Teterow&lt;br /&gt;
:Entsprechend des Vermögens der Teterower Kirche verlief die Reformation nicht ohne Wiederstände, die Kalandsbrüderschaft mußte sogar aufgelöst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hexenprozesse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632&lt;br /&gt;
:erster großer Stadtbrand vernichtet ein Viertel aller Fachwerkhäuser, was den allgemeinen Niedergang Teterows beschleunigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1650&lt;br /&gt;
:Die Stadt hat nach dem 30-jährigen Krieg nur noch rund 300 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1699&lt;br /&gt;
:Pastor Felix Fiedler stiftet den Ertrag aus der Verpachtung von Äckern und Gärten zur Unterstützung armer Schulkinder (heutiger Schulkamp)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:G.S.C. Kirchhoff - Entdecker des Stärkezuckers - wird in Teterow geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur Reichseinigung (bis 1871) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:Edikt zur Aufhebung der Leibeigenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1836&lt;br /&gt;
:Teterow bekommt eine hölzerne Quellwasserleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1848&lt;br /&gt;
:Johann Heinrich von Thünen wird erster Ehrenbürger von Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1850&lt;br /&gt;
:Große Cholera-Epidemie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Die Stadt bekommt eine Telegraphenverbindung zu den Nachbarstädten Güstrow und Malchin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Auflösung der Zünfte und Gewerbefreiheit in ganz Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1918 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Dr. jur. Franz von Pentz wird Bürgermeister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1881&lt;br /&gt;
:Hermann Carl Friedrich Pogge wird zweiter Ehrenbürger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1894&lt;br /&gt;
:William Mantle, geborener Engländer und Gaswerksdirektor wird dritter Ehrenbürger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Einweihung des Rathauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Einweihung des Hechtbrunnens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1945 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1927&lt;br /&gt;
:Errichtung des Ehrenmals in den Heidbergen&lt;br /&gt;
:Bau des Wendenkruges auf der Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1929&lt;br /&gt;
:Mit der Einrichtung der Kurbelfähre ist die Burgwallinsel ständig erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Mit dem ersten Rennen wird der Bergring in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==SBZ und DDR bis 1990 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1950-1953&lt;br /&gt;
:Tiefgründige Untersuchung der Burgwallinsel im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungskampagnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;17.06.1953&lt;br /&gt;
:während des Volksaufstandes in der DDR kommt es auch in Teterow zu Demonstrationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1977&lt;br /&gt;
:Inbetriebnahme der neuen Seilzugfähre zur Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1981&lt;br /&gt;
:Hochwasser in Teterow  nach sintflutartigen Regenfällen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:Gründung des Heimatbundes - erste Vereinsgründung nach der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
:Die Verwaltung der Stadt zieht wieder in das Rathaus ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==die heutige Zeit in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001&lt;br /&gt;
:Die Barkasse &amp;quot;Regulus&amp;quot; unternimmt nach Versenkung 1945, Hebung mehr als 50 Jahre danach und anschließender Restaurierung, ihre erste Fahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Arena am Kellerholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Religionsgemeinschaften in Teterow==&lt;br /&gt;
:Die Gründung und Entwicklung der Stadt Teterow ist eng verbunden mit dem Wirken der römisch-katholischen Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Das zeigt das heute noch das Stadtbild dominierende Gebäude der St. Peter und Pauls Kirche an zentraler Stelle der neu gegründeten Stadt.&lt;br /&gt;
:Im Teterower Stadtbuch von 1665 - 1777 findet sich ein Hinweis, dass es in Teterow mehrere Kirchen und Kapellen sowie ein Filialkloster gegeben hat, die aber alle nach der Reformation verschwunden sind. Ihre genaue Lokalisierung ist heute kaum noch nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wird in Mecklenburg, zuerst in den größeren Städten, nach der Lehre Luthers gepredigt. Etwa 1530 wird auch in Teterow erstmalig lutherischer Gottesdienst abgehalten.&lt;br /&gt;
:1541 wird in Teterow Joachim Mesekow als festangestellter evangelischer Prediger genannt. Auf dem Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg wurde am 20. Juni 1549 offiziell die Einführung der Reformation in Mecklenburg verkündet. Das Datum gilt als Geburtstag der evangelischen Landeskirche. Die römisch-katholische wurde vollständig zurückgedrängt und spielte auch in Teterow über Jahrhunderte keine Rolle mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde===&lt;br /&gt;
:Zum Ende des 19. Jahrhunderts zeigt der Chronist der evangelischen St. Peter und Pauls Kirchengemeinde folgendes Bild auf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Zahl der Gemeindeglieder betrug nach der Zählung vom Dezember 1890: 7005 - nämlich 4781 Erwachsene, 2224 Kinder.&lt;br /&gt;
:Die Gesamtzahl der Einwohner des mit der Kirchengemeinde identischen Standesamtsbezirks Teterow betrug 7287, als waren 282 Personen nicht lutherischer Konfession, nämlich in der Stadt Teterow 74 Juden, 150 Katholiken und 1 Reformierter, außerdem 57 nicht lutherischer, wohl meistens katholischer Einwohner auf dem Lande.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Zur Kirchengemeinde Teterow gehörten Groß Roge, Klein Roge, Mieckow, Pampow, Groß Köthel, Klein Köthel und Grambzow.&lt;br /&gt;
:Als Schulaufsicht in den öffentlichen Schulen fungierten die beiden Pastoren des Pfarrbereiches.&lt;br /&gt;
:In Teterow waren das die lateinlose Realschule II. Ordnung mit 8 Lehrern und ca. 150 Schülern und die Bürger- und Volksschule mit 18 Lehrern und ca. 1050 Schülern, in Groß Roge die 2-klassige Domanialschule, in Groß Köthel die ritterschaftliche Schule im Verbund mit Klein Köthel und Grambzow, in Pampow eine ritterschaftliche Schule.&lt;br /&gt;
:Die Kinder aus Mieckow gingen nach Appelhagen, das zur Kirchgemeinde Thürkow gehörte. Die 1892 eingerichtete Gemeindepflege wurde von den Diakonissen verwaltet und der Dirigent des tödtischen Armenkollegiums war einer der beiden Pastoren.&lt;br /&gt;
:Zum Gemeindeleben gehörten auch die Anstalten der Inneren Mission und die geistlichen Vereine. Dazu zählten die Herberge zur Heimat in der Malchiner Straße seit1887, der 1899 gegründete christliche Männer- und Jünglingsverein, der Posaunenchor und seit 1900 der hiesige Lehrlings-Verein.&lt;br /&gt;
:Die im eigenen Haus auf dem Schulkamp 1888 gegründete Kleinkinderschule wurde von einer Diakonisse aus dem Stift Bethlehem geleitet.&lt;br /&gt;
:Im ebenfalls 1888 gegründeten Krankenhaus waren drei Diakonissen als Krankenschwestern tätig.&lt;br /&gt;
:In allen Einrichtungen und Vereinen waren die Pastoren in den Vorständen bzw. in der Leitung vertreten.&lt;br /&gt;
:Am 4. Dezember 1902 nahm der Landtag in Malchin die Verordnung betreffs die öffentliche Religionsausübung der reformierten und der römisch-katholischen Kirche in beiden Ständen an.&lt;br /&gt;
:Es wurde jedoch zur Bedingung gemacht, dass den Ständen eine landesherrliche Zusicherung erteilt werde, dass die Niederlassung von katholischen Orden und die Zulassung von Kongregationen und anderen Religionsgemeinschaften nur mit Zustimmung der Stände genehmigt werde, während von der Ritterschaft nur eine entsprechende Bitte an den Landesherren beschlossen wurde. (Teterower Nachrichten vom 6. Dezember 1902)&lt;br /&gt;
:Die protestantische Kirchengemeinde blieb weiterhin die größte und bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Stadt und spielte im gesellschaftlichen Leben eine herausragende Rolle, wie etwa bei der Weihe des neuen Friedhofs am 25. November 1908 oder der Einweihung des neuen Rathauses am 20. November 1910.&lt;br /&gt;
:Der Beginn und Verlauf des 1. Weltkrieges brachte auch für das Leben in der Kirchengemeinde enorme Belastungen. Zu Beginn der Mobilmachung kam es zu vermehrten Taufen und Kriegshochzeiten.&lt;br /&gt;
:Am 11 August 1914 fand im Rathaus eine Zusammenkunft statt, in der man über Möglichkeiten der Unterstützung der Kriegerangehörigen in Teterow beriet. Nach einem Plan, der von Pastor Schumacher nach Beratung mit dem Bürgermeister ausgearbeitet worden war, wurde in der Stadt die Kriegshilfstätigkeit organisiert.&lt;br /&gt;
:Im November 1914 kamen die ersten verwundeten Soldaten in das neu eingerichtete Lazarett. Durchschnittlich 50 Verwundete erhielten hier ihre ärztliche Behandlung und hilfreiche Betreuung durch Mitglieder der Kirchengemeinde. Am 7. März 1919 wurden mit einer kleinen Abschiedsfeier die letzten Patienten in ihre Heimatorte entlassen.&lt;br /&gt;
:Am 14. November 1914 trafen in der Stadt etwa 500 ostpreußische Flüchtlinge ein, die wegen des Einmarsches russischer Truppen ihre Heimat verlassen mussten. Sie wurden zum Teil von Familien in ihren Wohnungen aufgenommen, zum Teil aber auch in Gaststätten und Herbergen untergebracht. Sie wurden von der Kirchengemeinde aufgenommen, erhielten aber auch Seelsorge von einem ostpreußischen Pastor, der von Schwerin aus seine Landsleute betreute. Viele der Flüchtlinge waren nur dürftig gekleidet und ohne persönliche Habe geflohen. Für sie wurde eine Kleidersammlung organisiert. Im Frühjahr 1915, die letzten Mitte April, kehrten die Flüchtlinge in ihre Heimat zurück.&lt;br /&gt;
:Zu Pfingsten 1917 mussten die Zinnpfeifen der Orgel der Kriegswirtschaft zugeführt werden und am 28. Juni 1917 musste die größte der Kirchenglocken den Weg in den Schmelzofen nehmen.&lt;br /&gt;
:Im Winter 1917 wurde die Krippe als Stiftung des Fabrikbesitzers Müller begründet. Am 14. Juni 1918 wurde sie eröffnet. Zwei Diakonissen vom Stift Bethlehem übernahmen die Leitung und Betreuung der Einrichtung. Im Vorstand des Krippenvereins war Pastor Schumacher vertreten.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende und die Abschaffung der Monarchie bracht große Umwälzungen auch im Zusammenleben der Kommune mit sich. Der entthronte Großherzog war nicht mehr Oberbischof der Landeskirche.&lt;br /&gt;
:In der Kirchenchronik heißt es, dass im Januar 1919 in öffentlichen Zusammenkünften in der Stadt die Frage der Trennung von Kirche und Staat diskutiert wurde und dies in der neuen Landesverfassung festgeschrieben werden sollte.&lt;br /&gt;
:Am 11. August 1919 trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Sie brachte die Ablösung des landesherrlichen Kirchenregiments und schuf eine grundlegende Neuordnung des Verhältnisses des Staates zu den Kirchen (Art. 136 ff.). Da den Landeskirchen das volle Selbstbestimmungsrecht zugesprochen war, machte, es sich erforderlich, möglichst schnell eine Kirchenverfassung zu schaffen. In Mecklenburg-Strelitz wurde am 20. Juni 1920 durch den verfassunggebenden Kirchentag eine Kirchenverfassung beschlossen, in Mecklenburg-Schwerin erfolgte das am 12. Mai 1921. Am 23. November 1919, dem Ewigkeitssonntag, fand eine größere Gedächtnisfeier für die Gefallenen in der Kirche statt. Im Adventsbericht des Jahres 1919 ist vermerkt: &amp;quot;Im Kampf fürs Vaterland sind im Verlauf des Krieges im ganzen , soweit bekannt, gefallen: 224, ungerechnet die Vermißten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Dezember 1920 fand die erste Beratung betreffs Errichtung einer Kriegergedenktafel in der Kirche statt und am 22. November 1922 erfolgte die Einweihung der von Teterower Handwerkern geschaffenen Gedenktafel in der St. Peter und Pauls-Kirche.&lt;br /&gt;
:Am 7. Oktober 1923 wurde in Mecklenburg eine Gedenkfeieranlässlich des 400jährigen Bestehens des evangelischen Kirchenliedes durchgeführt. Im übrigen Deutschland waren diese Feiern wegen der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse abgesagt worden. Mecklenburg feierte demnach allein.&lt;br /&gt;
:Am 10. Mai 1924 fand eine erste Beratung über die Beschaffung neuer Glocken für die Kirche im Kirchgemeinderat statt.&lt;br /&gt;
:Am 8. Juni , dem 1. Pfingstfeiertag des gleichen Jahres, wurde das neue Geläut feierlich von Pastor Schumacher geweiht und die Glocken erklangen zum ersten Mal. Die Beschaffung der Glocken, die in Torgau gegossen worden waren, wurde durch Spenden ermöglicht. Die Liste der Spender ist lang.&lt;br /&gt;
:Im Oktober 1932 übernimmt Probst Schumacher die Seelsorge für die Bewohner des Altersheimes des Amtes Malchin in der Wilhelmstrasse ((heute Niels-Stensen-Straße).&lt;br /&gt;
:Die Wahl des Kirchgemeinderates am 23. Juli 1933 brachte große Veränderungen in der Kirchgemeinde. Dazu heißt es in der Chronik: &amp;quot;Es waren 2 Listen eingereicht, die eine von &amp;quot;Evangelium und Kirche&amp;quot;, die andere von den &amp;quot;deutschen Christen&amp;quot;, nachdem eine zuvor versuchte Einigung nicht zustande gekommen war. Die erste Liste erhielt 3 Sitze, die zweite 9. Die feierliche Einführung des Kirchgemeinderates durch Pastor Romberg fand im Hauptgottesdienst des 8. p. Trin.am 6. August statt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im November 1933 wurde Pastor Plahs in sein Amt eingeführt. Er war Vertreter der Deutschen Christen und Nationalsozialist. Am 1. April 1934 übernahm er den Vorsitz im Gemeindekirchenrat.&lt;br /&gt;
:Zum Gottesdienst am 1. Mai 1934 hatte er an Stelle des Lesepultes in der Kirche ein Hitlerbild angebracht, unter dem ein Treuespruch für Hitler stand. Das Hitlerbild verdeckte das Christusbild auf dem Altar für den Mittelgang.&lt;br /&gt;
:Die Deutschen Christen wollten den Nazismus und Faschismus im Christentum durch Erneuerung ihrer Kirche verkörpern. Der Naziideologie folgend, lehnten fanatische Pastoren das alte Testament als jüdisches Glaubensbekenntnis ab, und es wurde offen in der Kirche faschistisches Gedankengut gepredigt.&lt;br /&gt;
:Es kristallisierte sich aber in den Jahren heraus, dass der Staat das Christentum von Grund auf abzulehnen begann.&lt;br /&gt;
:In der Folge kam es zu wachsenden Unstimmigkeiten zwischen den Bekenntnischristen und den deutschen Christen. Von allen Seiten wurde massiv Druck auf die zu Pastor Romberg stehenden Gemeindeglieder ausgeübt. Die Stadtverwaltung, Polizeibehörden, die Gestapo und nicht zuletzt der Oberkirchenrat versuchten, die standhaften Gemeindeglieder und den Pastor einzuschüchtern.&lt;br /&gt;
:Pastor Romberg wurde verhaftet, nach Güstrow in Untersuchungshaft gebracht, es wurden Hausdurchsuchungen vorgenommen und persönliche Dinge beschlagnahmt.&lt;br /&gt;
:Auch die Pastoren, die für Pastor Plahs nachfolgend eingesetzt wurden, versuchten die Bekenntnischristen durch massiven Druck zum Aufgeben zu zwingen.&lt;br /&gt;
:Höhepunkt der Schikanen war, dass Pastor Romberg 7 Jahre und 3 Monate die Kirche nicht betreten durfte und bei Beerdigungen verstorbener Bekenntnischristen die Glocken nicht geläutet werden durften.&lt;br /&gt;
:Jahrelang erhielt Pastor Romberg kein Gehalt. Erst auf dem Klageweg musste ihm das Gehalt von 1935 bis 1940 ausgezahlt werden.&lt;br /&gt;
:Mehrmals sollte Pastor Romberg strafversetzt werden. Er und die Gemeinde wehrten sich stets dagegen, so dass er in Teterow blieb.&lt;br /&gt;
:Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Bibelstunden, Chorproben und Auftritte und andere Veranstaltungen konnten nur im Pfarrhaus, meist unter Anwesenheit der Polizei oder Gestapo stattfinden. Häufig wurden Verbote ausgesprochen.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1942 wurden die gottesdienstlichen Räume im Pfarrhaus vom Bürgermeister beschlagnahmt und Rostocker Bürger, die nach den schweren Luftangriffen ausgebombt waren, eingewiesen. Pastor Romberg hat darauf dem Gemeindekirchenrat mitgeteilt, dass er ab sofort seine Gottesdienste wieder in der Kirche halten werde. Ab dem 14. Juni 1942 beginnt sich das Gemeindeleben zu normalisieren und allmählich wächst die Gemeinde wieder zusammen.&lt;br /&gt;
:Bis zum Zusammenbruch des faschistischen Regimes musste Pastor Romberg aber mit seiner Bekenntnischristen-Gemeinde immer wieder Behinderungen, Erpressungs- und Verleumdungsversuche durch die Deutschen Christen und Versetzungsversuche in andere Orte abwehren. Teterow war im Land Mecklenburg zu einer der standhaftesten Bekenntnischristen-Gemeinden geworden.&lt;br /&gt;
:1945 schreibt die Gattin des Pastors Romberg in der Kirchenchronik: &amp;quot;Erschütterndes Flüchtlingselend! Alle Straßen und Plätze stehen voller Trecks. Hunderte suchen im Pfarrhaus Rat u. Hilfe. Die Zeit und die Angst lähmt. Aber die Arbeit geht weiter. Bibelstunden und Singeabende werden regelmäßig gehalten. Auch der Kirchenchor übt zu Karfreitag und Ostern. Der Kirchenbesuch steigt, die Angst treibt die Menschen doch zu Gott. Judika waren es ca. 250 Mensch in der Kirche.&lt;br /&gt;
:Eingesegnet sind Palmarum 29 Kinder von Pastor Reinwald, 18 Kinder von Pastor Romberg. Am 1. Ostertag waren über 500 Menschen in der Kirche, 21 Taufen. 2. Ostertag Pastor Reinwald. Die Feinde kommen immer näher.&lt;br /&gt;
:Am 1. Mai erwarten wir die Beschießung von Teterow, denn die Stadt soll bis zum Äußersten verteidigt werden. Am 30 April mittags Tieffliegerangriff, der 15 Todesopfer forderte. In er Nacht vom 30.4. auf 1.5. wurde Teterow eingenommen.&lt;br /&gt;
:Wie die Russen beim Einmarsch hausten, ist zur genüge bekannt. Es war hier auch nicht anders. 450 Menschen, später stieg die Zahl auf 600, also 5 % der Bevölkerung, hatte sich das Leben genommen, besonders junge Frauen und Mädchen. In den ersten Wochen rissen die Beerdigungen nicht ab. 150 - 200 Menschen wurden in 2 langen Massengräbern beigesetzt.&lt;br /&gt;
:Am 13. Mai konnte wieder Gottesdienst gehalten werden. Pastor Romberg sprach über das Wort: So demütigt euch unter der gewaltigen Hand Gottes. Am 27. Juni in dem schwer heimgesuchten Kl. Roge Gottesdienst im Freien. Vieh und Lebensmittel werden weggeschleppt oder zerstört. Die Ruhr bricht aus. Bald Hungertyphus. ... Säuglingssterblichkeit ungeheuer, jede Woche sterben 6 - 10. Die Glocken hören kaum auf zu läuten. Teterow ist Quarantänegebiet. Im Oktober laufen die Beerdigungen von morgens bis abends ohne Unterbrechungen. Im November scheint die Krankheit nachzulassen. In allen Schulen sind Typhuslazarette. Im Oktober begann in Noträumen der Unterricht wieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Am 7. Januar 1947 wurde Pastor Bernhard Romberg unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und auch der Stadtverwaltung auf dem Teterower Friedhof bestattet. Er wurde nur 51 Jahre alt. Am 2. September 1927 hatte er seinen Dienst in Teterow begonnen. Als standhafter bekennender Christ hat er als Gegner des Nationalsozialismus seine Gemeinde durch schwierige Zeiten geführt.&lt;br /&gt;
:In den Zeiten der Not versuchte die Kirchengemeinde, Kranken und Bedürftigen in der Stadt zu helfen. In der Pfarrhausküche wurde gekocht und Essen ausgegeben. 1948 konnten vom kirchlichen Hilfswerk bereitgestellte Lebensmittel an Tbc-Kranke ausgegeben werden. Im August wurden vom Hauptbüro des Hilfswerkes für 70 evakuierte Sachsenkinder Lebensmittel bereitgestellt. Des weiteren wurde in der Pfarre I eine Kinderspeisung für 57 unterernährte und Tbc-gefährdete Kinder durchgeführt. Dabei erhielt die Gemeinde von der Stadtverwaltung durch Bereitstellung von Feuerungsmaterial Unterstützung. Diese Speisungen wurden bis in das Jahr 1950 fortgesetzt. Die hierfür benötigten Produkte wurden zu großen Teil durch Spenden, auch aus den Dörfern des Kirchspiels bereitgestellt. Auch von der Teterower katholischen Kirchengemeinde kamen Lebensmittelspenden.&lt;br /&gt;
:1948 kam, gerade aus Kriegsgefangenschaft entlassen, Pastor Abshagen nach Teterow. Er organisierte den Aufbau der Jungen Gemeinde in Teterow, wo sich die Teterower Kinder und Jugendlichen in 14 - 16 Kreisen wöchentlich trafen, gemeinsam biblische Themen besprachen, spielten, Ausflüge unternahmen oder auch mit dem gemeindeeigenen Boot auf den See hinaus fuhren. Die Junge Gemeinde hatte für das Leben in der Kirchengemeinde eine große Bedeutung. 1954 wurde in den Schulen für die Jugendweihe geworben. Ein Jahr darauf nehmen in der DDR 4 % der Konfirmanden an der Jugendweihe teil.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1954 predigt in der Teterower Kirche der Pastor der bayrischen Patenkirche. 1966 verlässt die Gemeindeschwester Martha Stiegler infolge ihres hohen Alters nach über 40 Jahren Stadt und Gemeinde. Sie war eine allseits bekannte und beliebte Persönlichkeit. 1967 wird in der Kirche eine Jubiläumsreihe zur Reformation zu folgenden Themen gehalten: Reformation in Mecklenburg, Luther und Müntzer im Bauernkrieg, Vortrag über die schwedische Kirche, Luthers Lebenslauf, Einfluss der Reformation auf die deutsche Kultur. Am 20.06.1976 wurde Propst Abshagen nach 28 Dienstjahren in Teterow in den Ruhestand verabschiedet. Er verzog Anfang 1977 mit seiner Frau nach Rostock, wo er im Mai 1978 verstarb. Am 13. August 1978 wurde Pastor Dr. Martin Kuske in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Eine statistische Aufzählung in der Chronik zeigt auf, dass von 1965 bis 1982 die Zahl der Gottesdienstbesuche, Taufen, Konfirmationen, Trauungen und kirchliche Beerdigungen kontinuierlich zurück gegangen ist. Im Gegensatz dazu nehmen im gleichen Zeitraum die Zahl der Kollekten, Spenden und Opfer stark zu waren es 1965 ca. 10.000 M. kamen 1982 ca. 26.000 M. zusammen. In den Jahren von 1979 bis 1982 erfolgten umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten und Um- und Ausbauten an der Kirch und den Pfarrhäusern. &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1981 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den evangelischen Kirchen und der Staatsführung um die Friedensfrage. In Teterow haben Jugendliche aus der Jungen Gemeinde die Initiative verschiedener junger Christen unterstützt, einen Wehrersatzdienst im sozialen Bereich durchzuführen. Die betreffenden Jugendlichen wurden in der EOS (Erweiterte Oberschule) zur Verantwortung gezogen. Es kam zu harten Gesprächen. Von der Schule wurde aber niemand verwiesen, aber einige dieser Jugendlichen kamen seitdem nicht mehr zu Jungen Gemeinde. Pastor Kuske schreibt in der Chronik: &amp;quot;Von der Kirche wird erwartet, dass sie sich voll und ganz hinter die Friedenspolitik der DDR, zu der eine starke Armee gehört, stellt. Wir können das aber nur in solidarischer Kritik oder kritischer Solidarität. Wir meinen, dass wir vom Evangelium her ein eigenes Wort mitzubringen haben und werden das auch in Zukunft tun.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1984 kommt es zu Besuchen und Gegenbesuchen mit der Partnergemeinde Gräfelfing. Die Partnergemeinde spendet 20.000 Dachsteine für das Kirchendach. Mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützung der Dachdeckerfirma Wille konnte damit das Süddach des Langhauses eingedeckt werden. 1989 wird dann, ebenfalls mit gespendeten Dachsteinen aus der Partnergemeinde, das Norddach mit freiwilligen Helfern und der Firma Wille erneuert.&lt;br /&gt;
:Am 6. März 1987 wurde zum 100jährigen Geburtstag der Weltgebetstagsbewegung ein Festgottesdienst durchgeführt. Dazu eingeladen sind auch katholische und evangelisch-freikirchliche Gemeindeglieder. Am 19. Oktober 1989 findet das 1. Friedensgebet mit über 500 Leuten in der Kirche statt, weitere folgen am 2. und 9. November. Am 18. Januar 1990 findet ein Friedensgebet gegen die Kampfhandlungen am Golf statt. Mitarbeiter der Kirchengemeinde führten seit März 1990 Gespräche in Schulklassen und mit Lehrern, um Misstrauen und Vorurteile gegen die Einführung eines Religionsunterrichts zu entkräften.&lt;br /&gt;
:Am 6. Januar 1991 wurde mit einem Gottesdienst die Sozialstation Teterow feierlich eröffnet. Neun Gemeindeschwestern sind seither in der Stadt Teterow und den politischen Gemeinden Alt Sührkow, Gottin, Dalkendorf, Groß Roge und Groß Wokern tätig. Sie sind von der Kirche angestellt. Am 1. Juni beendet Pastor Christian Burchhard seinen Dienst, den er im November 1985 begonnen hatte.&lt;br /&gt;
:Am 24. Dezember 1990 erklangen die ersten Register der neuen Orgel. Die Finanzierung des Orgelbaues gestaltete sich, auch wegen der Währungsunion, sehr schwierig. Am 1. September 1991 kann die neue Orgel eingeweiht werden. Das Gewölbe über der Orgel wurde renoviert. 1991 wird das Pfarrhaus, Schulstraße 2 saniert. Im Oktober d. J. wird mit der Ausmalung des 2. Gewölbes im Kirchenschiff begonnen und zu Ostern 1992 fertiggestellt. Am 16. Mai 1993 wird Pastor Burkhardt Ebel in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1993 nahmen 37 Gemeindeglieder aus Teterow und Hohen Mistorf am Kirchentag in München teil und gestalteten einen viel beachteten Ausstellungsstand mit Fotos, Zeichnungen und Dokumentationen über das kirchliche Leben in einer mecklenburgischen Kleinstadt und einer Landgemeinde. Dabei war der Höhepunkt der Besuch des Bundespräsidenten von Weizsäcker am Stand. Am 23. Februar findet die Auftaktveranstaltung zum Jahr der Familie in der katholischen Kirche statt, auf der die Pastoren Kuske und Ebel eine Dialogpredigt halten. Am 24. Mai 1994 hielt Pastor Martin Kuske den letzten Gottesdienst in der Gemeinde. Er war von der Kirchenleitung der Landesbehörde zum Landespastor für Diakonie berufen worden. Am 9. Februar 1995 schied er durch eigene Hand aus dem Leben.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wird die Restaurierung der Altarfiguren abgeschlossen und der Altar wieder vervollständigt. Im Jahr 1994 entschied die Kirchenleitung, dass in den kleinen Städten wie Teterow nur noch eine Pfarrstelle besetzt wird. Am 25. Mai 1995 wird der erste gemeinsame Gottesdienst mit der Gemeinde Hohen Mistorf (Pastorin Gudrun Schmiedeberg) auf dem Silberberg im Ortsteil Teschow durchgeführt. Am 7. Januar 1996 findet der erste ökumenische Gottesdienst zur Allianzgebetswoche in den Räumen der evangelischen Freikirche statt.&lt;br /&gt;
:Iwan Rebroff (Hans Rolf Rippert), der einige Kinderjahre in der Nachkriegszeit in Teterow verlebte und damals auch im Kirchenchor bei Frau Vichel gesungen hatte, ab am 6. August 1997 ein Konzert in der Kirche. Seine Mutter war 1948 Mitglied des Gemeindekirchenrates und für die Spendensammlungen verantwortlich. Der erste ökumenische Gemeinderat findet am 4. September 1997 statt. Die Gemeinderäte der katholischen Gemeinde, der Freikirchlichen Gemeinde und der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde treffen sich. Dem ersten kennenlernen folgt eine Beratung über gemeinsame Projekte. In den Tagen vom 9. bis 19. November 1997 wurden Andachten zur ökumenischen Friedensdekade im Wechsel der drei Gemeinden der Stadt gehalten. Zum Abschluss wurde am Buß- und Bettag ein ökumenischer Bittgottesdienst für Frieden in der Welt in der katholischen Petruskirche gefeiert.&lt;br /&gt;
:Im Rathaussaal wird am 29. Januar 1998 der Förderkreis St. Peter-Paul´s Kirche gegründet. Zum 1. März 1998 erfolgte eine kirchliche Umgemeindung der Ortschaften, Niendorf und Pampow wechselten nach Hohen Mistorf, Grambzow und Groß Köthel nach Bülow und Appelhagen nach Thürkow / Warnkenhagen. Zum Erntedankfest am 1. Oktober 1998 kann nach der Ausmalung des 3. Gewölbejoches die Kirche wieder benutzt werden. Die Arbeiten sind vor allem aus Spendenmitteln finanziert worden. Im Jahr 2000 werden die Renovierungsarbeiten an der Kirche mit der Neueindeckung der drei Norddächer fortgesetzt.&lt;br /&gt;
:Über der Tafel der Gefallenen des I. Weltkrieges wird am 29. Oktober 2000 ein Gedenkkreuz für die Opfer des II. Weltkrieges montiert. Im Januar 2001 wird mit einem Festgottesdienst das 10jährige Bestehen der Diakoniesozialstation gefeiert. Am 11. Oktober 2001 weilt auf Einladung der Chor der jüdischen Gemeinde Schwerin in Teterow. Nach einem Forum im Rathaussaal findet anschießend ein jüdisches Chorkonzert in der Kirche statt. Zum Hechtfest 2002 gestaltet die Gemeinde gemeinsam mit der katholischen und der freikirchlichen Gemeinde eine gemeinsamen Wagen und nimmt am Umzug teil. Motto des Wagens: &amp;quot;Alle in einem Boot.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Von Januar bis April 2003 finden regelmäßig Friedensgebete gegen den Krieg statt, und es wird eine entsprechende Petition verfasst. Am 15. Februar nehmen Gemeindemitglieder zusammen mit anderen Kriegsgegnern aus der Stadt an der großen Anti-Kriegsdemonstration in Berlin teil. Im November 2003 wird das Organisten- und Küsterhaus am Kirchplatz nachjahrelangem Leerstand verkauft. Im August 2004 wird der Bauabschnitt an der Südseite der Kirche begonnen.&lt;br /&gt;
:Am 8. Mai 2005 war eingeladen zu einem Gedenkgottesdienst anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren. Beteiligt hatten sich die Gemeinden Hohen Mistorf und die Freikirchliche Gemeinde. Durch kurze Zeitzeugenberichte wurde der Gottesdienst lebendig und für die jungen Kirchenbesucher anschaulich. Am 6. August 2005 beteiligte sich die Gemeinde an der Aktion &amp;quot;Teterow offen&amp;quot;, ebenso auch am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2005 unter Mitwirkung des Fördervereins. Im Jahr 2006 wurde mit dem Abschluss der Außensanierung der 2. Bauabschnitt beendet. Im Chorraum wurden neue Buntglasfenster nachgestaltet, ein Toiletteneinbau erfolgte am Südeingang, und mit der Turmsanierung wurde der 3. Bauabschnitt begonnen.&lt;br /&gt;
:Im August 2006 fanden die 54. Internationalen Orgeltage das erste mal in Mecklenburg statt. Die 1. Station war die Orgel in der Kirche. 290 Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern nahmen daran teil. Im Oktober 2006 war ein ökumenischer Gesprächskreis in Rom. Pfarrer sturm von der katholischen Gemeinde Teterow hatte die Führung der Gruppe übernommen. Am 17. November 2006 wurde im Rathaus die Turmkugel geöffnet und der Inhalt in Vitrinen der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 10 Dezember wurde die neue Kugel mit dem bisherigen Inhalt und aktuellen Dokumenten gefüllt und versiegelt.&lt;br /&gt;
:Am Tag des offenen Denkmals 2007 informierte der Architekt Günther Maaß die interessierten Besucher über die bisherigen Sanierungsarbeiten und noch anstehende Aufgaben. Anschließend gab Diplomrestaurator Detlef Krohn einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Gewölbemalerei und informierte über den Stand der Restaurierungsarbeiten. Ein besonderer Höhepunkt ist seit Jahren in der Stadt der ökumenisch gestaltete Martinstag. 2007 wurde das Martinsspiel von der katholischen Gemeinde gestaltet.&lt;br /&gt;
:Denkwürdig war auch der Rathaustag 2008 mit allen Religionsgemeinschaften vor Ort zu der Thematik &amp;quot;Werte in der Gesellschaft&amp;quot;. Am 19. April 2008 führte die Gemeinde gemeinsam mit dem Heimatbund Teterow eine Exkursion nach Crivitz durch. Anlass war das Marienretabel, das 1959 an die Kirchengemeinde Crivitz ausgeliehen wurde und seitdem dort auf dem Altar angebracht ist. Im September 2008 begannen die Arbeiten am Fußboden und an den Bankheizungen der Kirche. Im Oktober 2008 besuchte eine Gemeindegruppe Gräfelfing, um das 30. Jubiläum der Gemeindepartnerschaft am 1. November 2008 mit den Gräfelfingern zu begehen. Am 22. November 2008 gab es eine ökumenische Feierstunde auf dem Friedhof, der vor 100 Jahren geweiht wurde. Beteiligt waren auch die katholische und die evangelisch-freikirchliche Gemeinde sowie die Freie Christengemeinde.&lt;br /&gt;
:Im Dezember 2008 konnte der 1. Abschnitt der Restaurierung der Gewölbemalerei im Chorraum abgeschlossen werden. Mit der Fortsetzung der Arbeiten im Jahr 2009 wird der 2. Abschnitt fertiggestellt. Am 18. Januar 2009 verließ Pastor Ebel die Kirchengemeinde Teterow, um seinen Dienst an der Schelfkirche in Schwerin zu verrichten. Nach dem Auszug des Pastors wird mit der grundlegenden Sanierung des Pfarrhauses in der Schulstraße begonnen. Bauschäden, die durch unsachgemäß ausgeführte Bauarbeiten entstanden sind, mussten beseitigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der städtische St. Georg-Friedhof===&lt;br /&gt;
Am 20 November 1927, dem Ewigkeitssonntag, wurde auf dem Friedhof die Christusfigur, die die Städtische Friedhofskommission den Gefallenen des 1. Weltkrieges gestiftet hat, an ihren Gräbern aufgestellt und durch Pastor Schumacher geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514907045.pdf Der St. Georg-Friedhof zu Teterow In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 9, S.67]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die katholische St. Petrus-Gemeinde in Teterow===&lt;br /&gt;
:Nachdem in der Mitte des 16. Jahrhunderts die evangelisch-lutherische Kirche in Mecklenburg zur Landeskirche erhoben wurde, spielte die römisch-katholische Kirche auch in Teterow keine Rolle mehr. Ob über die Jahrhunderte überhaupt in der Stadt noch Angehörige dieser Glaubensrichtung gelebt haben, ist bisher nicht nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Erst im 19. Jahrhundert werden wieder Katholiken als eine kleine Gruppe genannt. Dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt sich wieder eine kleine Schar Katholiken in der Stadt und in den umliegenden Orten zusammen zu finden. Die Teterower Nachrichten berichten am 31. März 1904 über die Rats- und Bürgersitzung vom 29. März: &amp;quot;... wurde mitgeteilt, daß vom hohen Ministerium gestattet worden ist, daß in hiesiger Stadt monatlich während der Anwesenheit ausländischer Schnitter in der Umgebung römisch-Katholischer Gottesdienst abgehalten wird, und wurde gleichzeitig die Petition hiesiger Katholiken auf Einräumung eines städtischen Lokals a. zur Abhaltung des Gottesdienstes und b. zur Erteilung des Religionsunterrichts vorgelegt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die erste katholische Messe nach der Reformation findet am Sonntag dem 24. April 1904 im Saal des damaligen Schützenhauses statt. Durch die Bemühungen des damaligen Schlosskaplans Hardinghaus (Matgendorf) gelang es gelegentlich den Saal vom Schützenhauswirt Julius Ehlert für diesen Zweck zu mieten. Regelmäßiger Religionsunterricht fand in der Privatwohnung eines Teterowers statt. In den nächsten Jahren erfolgte die geistliche Betreuung der kleinen Gemeinde von Rostock und Schwerin aus. Die katholischen Schnitterfamilien von den Gütern der Umgebung wurden in die Gemeindearbeit einbezogen.&lt;br /&gt;
:Während des Weltkrieges 1914 - 1918 waren durch neue Gesetze und Verordnungen größere Versammlungen verboten worden. Die monatlichen Gottesdienste im Schützenhaus konnten nicht mehr stattfinden. Man war wieder auf Zusammenkünfte in Privaträumen angewiesen. Im Verlauf des Krieges wurde der dritte Monatssonntag für katholische Gottesdienste freigegeben, auch für die ausländischen Fremdarbeiter. Nach dem Krieg wurde die Nutzung des Schützenhaussaales für Gottesdienste gekündigt. Es gelang der Gemeinde, in der Schulstraße 24 Räume für Gottesdienst und Religionsunterricht zu bekommen.&lt;br /&gt;
:Am 1. Februar 1922 wird Teterow Pfarrei und Pfarrer Kaschny der neue Seelsorger. Der Aufbau der neuen Pfarrei begann. Allmorgendlich war heilige Messe und Unterricht für die Kleinen, Katechese und abendliche Vorträge für die Erwachsenen. Die Räumlichkeiten wurden für die wachsende Gemeinde zu klein. Man nutzte die Gelegenheit, die in der Schulstraße 12 aufgegebenen Waschanstalt zu übernehmen, für Pfarrer Kaschny eine kleine Wohnung frei zu bekommen und die Räume der Waschanstalt zu einer bescheidenen Kapelle umzugestalten. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Kommunionskursen für Mädchen und Jungen gewidmet, deren Teilnehmerzahl bis zu 50 Kinder zählte. Für größere Veranstaltungen wie Erstkommunion und Firmung stellte die Stadtverwaltung die städtische Turnhalle zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Am 22. Januar 1927 erwirbt der bischöfliche Stuhl Osnabrück die ehemalige Maschinenfabrik Müller in der Wilhelmstraße (heute Niels-Stensen-Straße) und wird als Eigentum eingetragen. Das dazugehörige Villengrundstück in der heutigen Bahnhofstraße wird vom Bischof als Pfarramt bestimmt. Am 1. Februar 1927 gründen drei Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariä die 1. Schwesternniederlassung in Teterow nach der Reformation. Ein Kinder- und Säuglingsheim und eine Kommunikantenanstalt wurde eingerichtet. Am Weißen Sonntag 1927 findet die erste Erstkommunionsfeier und der erste Gottesdienst in der neuen Kirche, einer ehemaligen Lokomotivhalle, statt.&lt;br /&gt;
:Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten führte zu tiefgreifenden Veränderungen. Das Kinder- und Säuglingsheim wurde geschlossen, ebenso die Kommunikantenanstalt. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) zog ins Schwesternheim. Erst auf dem Prozesswege wurde das Heim zurückgegeben. Religionsunterricht konnte nur in kirchlichen Räumen abgehalten werden. 1941 - 1942 wird die Kirche renoviert und umgebaut, eine Kriegsgedächtnisstätte entsteht. Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945 in Teterow wird das gesamte Gelände von Kirche und Pfarramt verwüstet und als Flüchtlingslager beschlagnahmt. Pater Kautz und der Organist der evangelisch-lutherischen Kirche, Hans-Heinrich Stein, retten mit einem Ziehwagen drei Tage lang die verstreut liegenden  Paramente, Vasa sakra, Bücher, eine Monstranz, die Statue des Hl. Bruder Konrad und anderes mehr. Die Sachen werden im Turm der evangelisch-lutherischen Kirche eingelagert.&lt;br /&gt;
:Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist bereit, ihren Glaubensbrüdern zu helfen, und so finden in den folgenden Wochen die katholischen Gottesdienste unter ihrem Dach statt. Die Wiederinbetriebnahme der eigenen Einrichtungen nimmt alle Kräfte in Anspruch. Die vier Ordensschwestern betätigen sich im Typhus-Lazarett auf dem Schulkamp. Mit einfachen Mitteln wird das Heim für die vielen Waisenkinder wieder eingerichet. Die Kirche wird zum gottesdienstlichen Gebrauch von den Geistlichen unter Mithilfe der Gemeindeglieder wieder hergerichtet. Am 5. Mai 1947 hält Bischof Dr. Berning in Teterow die erste Nachkriegsfirmung.&lt;br /&gt;
:1964 wird vom Bischöflichen Amt in Schwerin ein Haus für Jugendseelsorge aufgebaut und 1967 ein Jugendseelsorger entsandt. Im Juni 1969 wird das alte Kirchengebäude abgerissen und ein gleicher Stelle ein neues Haus errichtet. Am 27. Juni 1971 weiht der Schweriner Bischof Theissing die neue Petri-Kirche in Teterow. Als Gäste nahmen der evangelisch-lutherische Probst Abshagen und Vertreter des Rates der Stadt Teterow teil. Das Kinderheim wird am 1. Januar 1975 aufgelöst und zu einem kirchlichen Feierabend- und Pflegeheim umgebaut und am 1. Mai 1975 eröffnet. 1977 findet am 2. Februar aus Anlass des 50. Jahrestages der Schwesternniederlassung und der Eröffnung des St. Ansgar-Heimes eine Jubiläumsfeier statt und am 17. April findet ein Gemeindefest zum 50. Jahrestag des Bestehens des Gotteshauses statt.&lt;br /&gt;
:Am 25. Januar 1990 wird eine Erklärung des Priesterrates des Bischöflichen Amtes Schwerin vom 3. Januar 1990 zur grundlegenden Reform des gesamten Bildungssystems mit 350 Unterschriften aus der St. Petrus-Gemeinde Teterow an das Volksbildungsministerium der DDR nach Berlin abgeschickt. Teterow war als Mittelpunkt des Landes Mecklenburg-Vorpommern schon immer Zentrum der katholischen Jugendarbeit. Das seit ca. 30 Jahren bestehende alte Jugendhaus genügte nach der politischen Wende im Staat nicht mehr den Anforderungen. Das Gebäude wurde zu klein. Unter maßgeblicher Beteiligung des Jugendpfarrers Ansgar Thim konnte 1995 auf dem Pampower Koppelberg das Bischof-Theissing-Haus als neue Begegnungsstätte für junge Menschen aus ganz Mecklenburg eröffnet werden.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wurde das katholische Pflegeheim St. Ansgar als Neubau fertiggestellt und unter großer öffentlicher Anteilnahme eingeweiht. Am 7. August 1999 erfolgte die Grundsteinlegung zur neuen Kirche St. Petrus. Im Mai 2000 erfolgte der Abriss der bisherigen Kirche. Die Einweihung des neuen Kirchenbaues nahm der Hamburger Erzbischof Dr. Averkamp am 30. Juni 2000 vor. In der Zeit zwischen dem Abriss der alten und der Weihe der neuen Kirche (1. bis 25. Juni) öffnete die evangelisch-lutherische Gemeinde ihre Kirche für die Andachten der katholischen Gemeinde. In seinem Grußwort zur Einweihung der Kirche sprach Bürgermeister Dr. Reinhard Dettmann: &amp;quot;Möge dieses Haus die Gemeinde und die Bürger der Stadt segnen und schützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dieser Segenswunsch drückt aus: Die Zeiten haben sich verändert. Vorbei sind die Jahrzehnte, da die Katholiken in einem Winkel der Stadt geduldet wurden und die Kirche ein Provisorium in einer ehemaligen Fabrikhalle war. Grüße überbrachte Pastor Ebel von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Pastor Schlag von der freikirchlichen Gemeinde übergab ein frisches Brot als Zeichen für gute Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jüdisches Leben in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Teterower Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Rathaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus von Teterow wurde 1910 errichtet. Es befindet sich im Stadtkern von Teterow, direkt am Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche St. Peter und Paul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Zeitpunkt für den Bau des ersten Rathauses ist nicht überliefert. Da der Bau der Kirche St. Peter und Paul gegen 1270 begann und Teterow 1272 erstmals urkundlich erwähnt wird, entstand vermutlich auch um diese Zeit ein erstes Rathaus. Am 18. August 1700 kam es nach dem Großbrand von 1632 zum zweiten Mal zu einer Feuersbrunst, die Teterow samt Rathaus in wenigen Stunden fast vollständig vernichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1708 wurde ein Rathaus im Stil des Barocks errichtet. Dieser Bau wurde 1909 abgerissen und es entstand bis 1910 am Marktplatz das heutige zweigeschossige neobarocke Rathaus. Großherzog Friedrich Franz IV. hatte dazu den Grundstein gelegt. Die Marktplatzseite des „dritten“ Rathauses gliedert sich auch in drei Teile mit je drei Fensterachsen. Durch den vorspringenden Mittelrisalit führt der Eingang. Das Gebäude hat ein Mansarddach, das ein offenes, barockes Türmchen überragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1945 wurde das Haus von der sowjetischen Kommandantur, vom Rat des Kreises und vom Polizeikreisamt genutzt. Die Stadtverwaltung residierte in dieser Zeit im ehemaligen Hotel &amp;quot;Erbgroßherzog&amp;quot; in der Malchiner Straße. Nach der Wende übernahm am 13. Februar 1990 die Stadtverwaltung wieder das Rathaus. Im November 1992 brach bei einem Orkan die Spitze des Rathaustürmchens mitsamt der vergoldeten Kugel ab und blieb in der Dachrinne hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus wurde um 1993 gründlich saniert. So auch das Balkongitter über dem Eingang, welches das neu gestaltete Stadtwappen farbenprächtig zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf dem Marktplatz befindet sich eine 1995 eingelassene Gedenkplatte, die den geographischen Mittelpunkt Mecklenburg-Vorpommerns kennzeichnet, und der an die Schildbürgerstreiche erinnernde Hechtbrunnen. Er wurde nach Entwürfen des Plauer Bildhauers Wilhelm Wandschneider gebaut und 1914 eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pfarrkirche St. Peter und Paul===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Pfarrkirche St. Peter und Paul ist eine dreischiffige Pseudobasilika aus Backstein mit zweijochigem , kreuzrippengewölbtem Rechteckchor, Nordsakristei und eingezogenem quadratischem Westturm.&lt;br /&gt;
:Chor und dreijochiges Landhaus wurden nach 1250 begonnen.&lt;br /&gt;
:Der Einzug der Schiffsgewölbe und Errichtung des Westturms erfolgten im 15. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Charakteristisch am Chor sind Lisenen, Rundbogenfriese und Deutsches Band, im Ostgiebel finden sich spitzbogige Blendenreihen und Kreuzblende, darunter in der Ostwand Dreifenstergruppe mit eingelegten Rundstäben. Blendendekore finden sich auch um Staffelgiebel der zweijochigen Nordsakristei und den beiden Obergeschossen des Westturmes.&lt;br /&gt;
:Die südliche Priesterpforte (durch die spätere Südsakristei verdeckt) mit reichem Blattschmuck an Kapitellen und Archivolten. Im Inneren die Kreuzrippengewölbe im Chor lagern auf Wandpfeilern mit Runddiensten, im Langhausmittelschiff auf achteckigen Pfeilern, das südliche Seitenschiff mit achteckigen Rippengewölben.&lt;br /&gt;
:1877/80 erfolgte eine umfassende Instandsetzung. Dabei wurde die Langhausnordwand mit Fenstern, Verbreiterung des nördlichen Seitenschiffes und einer zweiten Sakristei an der Südseite des Chrores versehen.&lt;br /&gt;
:Die Gewölbemalerei von 1350 wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts umfassend restauriert.&lt;br /&gt;
:Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament (Genesis sowie Leben und Passion Christi), zwei geharnischte Fürsten, Mischwesen und Tierdrolerien.&lt;br /&gt;
:Im Chor befindet sich ein sehr qualitätvoller vierflügeliger Schnitzaltar (um 1430) mit zentraler Marienkrönung sowie Apostelfiguren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513615962.pdf Die Peter-Paulskirche zu Teterow Karl Schmaltz In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.369-371]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616098.pdf Über die Decken- und Tafelmalereien der Pfarrkirche zu Teterow Oscar Gehrig In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.372]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul, deren Anfänge in das 13. Jahrhundert zurückreichen, bestanden vor der Stadt Kapellen. Die wichtigste war die nach 1300 errichtete Marienkapelle, die angeblich von Bischof Magnus von Kammin begründet wurde und gewisse Wallfahrtbedeutung erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Schulkampus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtmühle Teterows===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Eisenbahngeschichte===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Altstadt Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtbefestigung von Teterow mit den Stadtoren===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer ist an der bogenförmigen Führung der Ringstraßen noch erkennbar.&lt;br /&gt;
:Die Mauer selbst ist abgetragen bzw. überbaut.&lt;br /&gt;
:Von den ehemals drei Toren sind noch zwei erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rostocker Torturm====&lt;br /&gt;
:Das Tor ist ein mehrgeschossiger Backsteinbau des frühen 15.Jahrhunderts mit einem abgeschlossenen Satteldach zwischen Giebeln zur Stadt- und Feldseite, die spitzbogigen Durchfahrtsöffnungen nachträglich vergrößert. &lt;br /&gt;
:Der Turmkörper ist an der Stadtseite mit großer mittlerer Spitzbogenöffnung versehen, dem wohl im frühen 18.Jahrhundert durch eine Eisenkonstruktion zugesetzt worden war. &lt;br /&gt;
:Seitlich gerahmt von kleinen Blenden, sind die Staffelgiebel mit Maßwerkblenden versehen. &lt;br /&gt;
:Ihre oberen Abschlüsse wurden im 16. Jahrhundert verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Malchiner Torturm ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Malchiner Tor ist ein annähernd quadratischer Backsteinbau mit Stadt- und Feldseitengiebel sowie kleinteiligen, am Turmkörper zu horizontalen Bändern zusammengeschlossenem Baudekor, erbaut um die Mitte des 15. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Die spitzbogige Durchfahrt ist ebenfalls im 16. Jahrhundert vergrößert und dabei die Giebelabschlüsse verändert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Museen==&lt;br /&gt;
===Das Teterower Stadtmuseum===&lt;br /&gt;
;Das 1. Museum 1933 - 1945&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 27.09.1933:&lt;br /&gt;
:Heimatmuseum&lt;br /&gt;
:Ehrfurchtsvoll betritt die Räume,&lt;br /&gt;
:Wo Ureltern-Zeiten neu entstehen.&lt;br /&gt;
:Viel Kunst, Wissenschaft und Bräuche&lt;br /&gt;
:Wirst Du mit Bewunderung hier sehn!&lt;br /&gt;
:(Eine Karte mit dieser passenden Aufschrift heftete ein Unbekannter an die Eingangstür des Museums.)&lt;br /&gt;
:Teterow, 25. Sept. In kurzer schlichter Feier fand am gestrigen Sonntag Mittag im Gemeindesaal (im Gebäude der früheren Höheren Mädchenschule) die Einweihung des neuen Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Heimatbundes, Herr Lehrer a. D. Köpcke, begrüßte die anwesenden Ehrengäste, voran Herrn Professor Dr. Wossidlo, Waren, die Vertreter des Rates und der Stadtverordneten-Versammlung, die Mitglieder des Heimatbundes und die sonstigen Gäste mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
:Hochverehrte Anwesende!&lt;br /&gt;
:Wir haben uns hier heute versammelt, um das von der Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes Mecklenburg errichtete Museum zu eröffnen. Namens des Vorstandes dieser Ortsgruppe begrüße ich Sie herzlich und danke Ihnen für das Interesse, daß Sie durch Ihr Erscheinen der Museumssache entgegenbringen. Es ist mir eine besondere Freude, Herrn Prof. Dr. Wossidlo, der auf dem Gebiete der Volkskunde so Hervorragendes geleitstet hat, hier heute in unserer Mitte zu sehen. Ich danke Ihnen, Herr Professor, daß Sie trotz Ihrer augenblicklich anstrengenden Arbeit es möglich gemacht haben, unserer Eröffnungsfeier beizuwohnen. Ich begrüße dann besonders den Vertreter des Rates, den Herrn Bürgermeister Dr. Meyer und den Stadtverordnetenvorsteher Herrn Münter. Durch das Entgegenkommen unserer Stadtverwaltung ist es uns erst möglich geworden, hier ein Museum zu errichten. Ich möchte auch an dieser Stelle herzlichen Dank dafür aussprechen und damit gleichzeitig die Bitte verbinden: Rat und Bürgervertretung mögen auch in Zukunft dem Heimatmuseum ihr Wohlwollen erhalten und die Interessen desselben nach jeder Richtung hin fördern und unterstützen.&lt;br /&gt;
:Ganz besonders danke ich dem Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, dem Leiter unseres Museums, der durch seine unermüdliche und zähe Arbeit dasselbe hergerichtet hat. Ohne ihn wäre das Werk nicht in so kurzer Zeit zustandegekommen. Ihr Name, Herr Bartels, wird daher für immer mit dem Teterower Heimatmuseum verknüpft bleiben.&lt;br /&gt;
:Weiter danke ich all den Damen und Herren, die durch Hergabe von Museumsgegenständen und durch ihre unentgeltliche, opferwillige Arbeit uns in so reichem Maße unterstützt haben. Auch hier möchte ich die Bitte aussprechen: Lassen Sie die Ortsgruppe bei dem weiteren Ausbau des Werks nicht im Stich. Nur durch tatkräftige Mithilfe und Unterstützung aller Bevölkerungskreise wird es möglich sein, das Museum so zu erhalten und auszugestalten, daß es seinen Zweck voll erfüllen kann.&lt;br /&gt;
:Aber welches ist nun Zweck und Aufgabe eines Heimatmuseums? Ich möchte die Frage kurz dahin beantworten, daß ich sage: &amp;quot;Das Heimatmuseum soll dazu dienen, daß die Kultur einer früheren Zeit im Volke lebend bleibt.&amp;quot; Dies Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn die Gebrauchsgegenstände vergangener Jahrhunderte dem Volke immer wieder vor Augen geführt werden, und das geschieht am besten durch ein Ortsmuseum. Ich gebrauche hier den Ausdruck Ortsmuseum im Gegensatz zu Landesmuseum. Manche Menschen stehen nämlich auf dem Standpunkt, daß sie behaupten, ein Landesmuseum genüge für den vorhin erwähnten Zweck vollkommen. Wir haben in Schwerin ein vorzügliches Museum für volkskundliche Sachen, und darüber sind wir recht froh, und das wollen wir auch in keiner Weise mit unserem Vorgehen bekämpfen. Aber die meisten Menschen aus unserer Gegend kommen doch nur selten nach Schwerin, und wenn sie einmal hinkommen, so haben sie noch nicht genügend Zeit und Gelegenheit, das Landesmuseum zu besuchen. Da ist es doch ganz gewiß richtig, wenn auch überall in den kleineren Städten unseres Landes Heimatmuseen bestehen, wo die umwohnende Bevölkerung Gelegenheit hat, Volkskunde zu treiben. Auch für die Schulen ist es von großem Wert, wenn in der Nähe Stätten vorhanden sind, wo den Kindern ein Stück Vergangenheit gezeigt werden kann. Es ließe sich hierüber noch manches sagen, aber in Rücksicht auf die mir zur Verfügung stehende Zeit muß ich davon absehen. Unsere Nachbarstädte Güstrow, Malchin und Waren haben schon seit Jahren Heimatmuseen. Da darf auch Teterow hinter diesen Städten nicht zurückstehen. Ich denke hierbei auch an die Bestrebungen unseres Verkehrsvereins. In Wismar wurde in diesem Jahre gelegentlich der Landeshauptversammlung des Heimatbundes ein Ortsmuseum eröffnet. Dort stehen dem Museum 7 Räume zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Im nächsten Jahre findet die Landeshauptversammlung hier in Teterow statt. Ich hoffe, daß wir bis dahin noch einen 3. Raum bekommen. Sie werden nachher selbst sehen, daß die jetzt vorhandenen Räume nicht ausreichen.&lt;br /&gt;
:...&lt;br /&gt;
:Nach dem Redner sprach Herr Bürgermeister Dr. Meyer namens der Stadt Teterow dem Teterower Heimatbund, insbesondere dem Vorsitzenden und dem Leiter und Gestalter des Museums, Herrn Reichsbahnoberinspektor Bartels den herzlichen Dank für die wertvolle, im Interesse der Stadt geleistete Arbeit aus. Er sprach von dem großen Wert solcher Heimatmuseen für die Erhaltung alter heimatlicher Kultur und betonte, daß die Weiterarbeit zur Förderung dieses wichtigen Werkes in der Zukunft vor allem in den Händen der Schulen läge. Jedes Kind wüßte jetzt, wohin es zu gehen habe, mit einem irgendwo entdeckten Gegenstand aus früheren Zeiten. Er wünschte eine gute Weiterentwicklung des Museums.&lt;br /&gt;
:Anschließend nahm Herr Professor Wossidlo, Waren, der größte mecklenburgische Förderer der Erhaltung alten Kulturgutes, das Wort. Er dankte für die an ihn gerichteten Begrüßnungsworte und gab einen kleinen Abriß aus der weiteren Gestaltung der Förderung der Heimatmuseen. Die Leiter der meckl. Heimatmuseen werden demnächst in Schwerin zusammentreten, um über gegenseitigen Austausch von Dubletten in Verhandlungen zu treten. Er gab in seinen weiteren Ausführungen ein kleines Beispiel davon, wie leicht wertvolle Güter aus alter Zeit unter altes Eisen kommen können. In der sich dann anschließenden Besichtigung des Heimatmuseums gab der große Heimatkundler wertvolle Erläuterungen zu manchen der vorhandenen schönen Museumsstücke, darunter Sachen, die man, wie er sagte, im großen Schweriner Museum vorläufig noch schmerzlich vermisse.&lt;br /&gt;
:Das neue Heimat-Museum enthält heute schon einen ungeahnten Reichtum an ganz wertvollen Zeugen alter Zeit. Der ganze Aufbau und die Anordnung des neuen Heimatmuseums zeuge von großer Sachkenntnis, bekundete der Vater der Heimatmuseen. Wir werden in einem weiteren Artikel näher auf einzelne Teile unseres neuen Museums eingehen. Dankbar aber wollen wir auch an dieser Stelle unserer Freude darüber Ausdruck verleihen, daß wir nun endlich, nach langjährigem Bemühen (schon unter Herrn Bürgermeister, jetzigen Staatsminister Dr. Scharf wurde dieses Projekt im Verkehrsverein - durch ständiges Nachfassen des Herrn Studienrat Dr. Böhmer durch Wort und Schrift - viel behandelt, scheiterte damals aber immer an der Platzfrage) ein schönes Heimat-Museum haben. Ein Heimat-Museum mit einer Fülle von wertvollen Gegenständen, wie es mancher Teterower bestimmt nicht zu erwarten wagte. In Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, der von jeher ein großer Schwärmer für heimatliche Kulturgüter war, hat die Ortsgruppe den richtigen Leiter und Verwalter gefunden. Unter seiner Hand wird diese wertvolle Bereicherung des Schatzes Teterower Schaustücke eine sichere und stete Fortentwicklung nehmen. Wir Teterower schulden allen an dem Aufbau dieses Werkes Beteiligten herzlichen Dank.&lt;br /&gt;
:Außer den im Heimat-Museum an den Gegenständen genannten Spendern beteiligten sich in hochherziger und dankenswerter Weise an der Einrichtung des Museums die Firmen Gebr. H. u. C. Groß, Friedr. Dohr, Malermeister H. Peterß, Ramelow, E. Vick, H. Bastian, Tischlermeister Rüter, Renzel, Müschen, E. Schröder, Fritz Walter, Malermstr. A. Schröder versah den sehr bewunderten Herd mit naturgetreuen Farben. Sämtl. Arbeiten mit Ausnahme der eigenen Unkosten wurden ohne Berechnung ausgeführt. Bei der Reinigung und Herrichtung der z. T. sehr verstaubten Gegenstände ist Frau Hermann eine sehr wertvolle Hilfe gewesen.&lt;br /&gt;
:Das Heimat-Museum ist in dieser Woche nachmittags von 3 bis 5 Uhr und am kommenden Sonntag von 3 bis 5 Uhr zur kostenlosen Besichtigung freigegeben. Über die späteren Besichtigungszeiten werden noch nähere Bekanntmachungen folgen.&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 05.10.1933:&lt;br /&gt;
:Ein Spaziergang durch unser Heimat-Museum&lt;br /&gt;
:Ein Wunsch vieler Teterower ist mit der Schaffung unseres Heimat-Museums in Erfüllung gegangen. Fast zu spät ist dieser Wunsch Wahrheit geworden, denn jetzt erst erkennt man, daß so manches wertvolle Stück aus der Vergangenheit, das sonst Unterkommen in dem Museum gefunden hätte, aus Mißachtung oder Unverständnis in der Versenkung verschwunden und der Nachwelt verloren gegangen ist. Das ist aber natürlich nicht zu ändern. Wenn auch manches verloren ging, so hat sich seit der Eröffnung des Museums doch erwiesen, daß noch viel Wertvolles in irgendeiner Ecke verborgen liegt, ist doch dem Museum in den letzten Tagen schon so manches zugetragen worden, weil man weiß, daß es dort gut aufgehoben ist. Aber schon am Tage der Eröffnung war eine solche Fülle von Gegenständen aus alter Zeit da, daß die beiden vorläufig zur Verfügung stehenden Räume schon jetzt als &amp;quot;gefüllt&amp;quot; gelten könne. Es wurde uns erzählt, daß schon rund 800 Stücke im Museum untergebracht sind. Eine gewaltige Zahl, deren Ordnung und sachgemäße Unterbringung eine große Fülle von Arbeit gebracht hat. Wir wollen einmal sehen, was bis heute zusammengetragen ist.&lt;br /&gt;
:Wenn wir den ersten, kleinen Raum vom Flur der früheren Höheren Mädchenschule betreten, so schauen wir geradeaus auf eine alte Kannenborte, auf dem Töpfe und Teller in buntem Durcheinander untergebracht sind. Der &amp;quot;Seilpott&amp;quot; ist ein Zeuge früherer alter Töpferkunst. Neben der Borte hängt ein &amp;quot;Mangelholz&amp;quot;, mit dem die unermüdliche Hausfrau mühselig ihr Leinen glatt gemangelt hat. Die moderne Hausfrau wird mit Grauen an die harte Arbeit denken, die mit der Benutzung diese Holzes verbunden war. Auf der über die ganze Wand gehende Borte werden dem Beschauer alle Werkzeuge, die der Flachsbereitung dienen, vorgeführt. Wir sehen da in der Reihenfolge ihres Gebrauchs nebeneinandergereiht: Repel, Flachsbreche (Brake), Fuchtel. Eine Schwinge, die nun käme, fehlt noch. Es folgen Hechelstuhl, Spinnrad, Spulrad, Garnhaspel, Kreuzwinde, Garnwinde, Wollkratzer, Spinnrad und Wollhaspel. Früher waren es Gegenstände, die nicht nur in jedem Stadthause. Längst sind diese Zeiten dahin. Heute werden Spinnräder und sonstige Dinge wohl nur noch als Museumsstücke in einem Haushalt aufbewahrt. Den Kindern wird dann wohl erzählt: &amp;quot;An dem Spinnrad hat Eure Großmutter noch all das schöne Leinen selbst gesponnen!&amp;quot; Das ist das Einzige, was uns heute noch mit dieser Zeit verbindet. Wir modernen Menschen wollen nichts mehr mit dem groben, aber außerordentlich haltbaren Leinenzeug unserer Großeltern zu tun haben, sondern liegen lieber auf feinem Bettleinen und essen unser Mahl gern von feinen Damastdecken. Das grobe Leinen, das z. B. noch in der alten Wiege zu sehen und zu fühlen ist (der Bettbezug soll übrigens aus einer alten Schürze stammen, die das Museums-Direktor-Auge irgendwo entdeckt hat) wird immer seltener.&lt;br /&gt;
:Zwischen den Flachsbereitungs-Utensilien entdecken wir übrigens auch einige fast überbunte Ausmusterungs-Sträuche, die vor dem Kriege von den Ausgehobenen mit Stolz an ihren Hüten getragen wurden und allen Menschen kundtun sollten, daß sie bald in das stolze deutsche Heer einrücken würden.&lt;br /&gt;
:Werkzeug für Nagelschmiede und Stellmacher sind in großer Fülle vorhanden. Alte Uhren, Plätteisen, Holzschlittschuhe usw. Beachtenswert sind &amp;quot;Erzeugnisse der Panstorfer Glashütte&amp;quot;. Wer ahnte es bisher, daß in unserer nächsten Umgebung Glashäfen hergestellt wurden? Eine alte Hand-Nähmaschine führt uns für Jahrzehnte zurück noch weiter aber ein Steckkissen um Anschrauben. Wieviel leichter haben es unsere heutigen Kleiderkünstler doch gegen die Generation vorher. Alte Scheffel, (Rostocker- und Güstrower-), Dreschflegel und Gabel u. a. entdecken unsere Augen. Auch ein Lechel (Trinkfaß) fehl nicht. Ein Pfeifenbort hängt friedlich in der Ecke; ein Stück Möbel, das heute schon recht selten geworden, wenn es auch nicht ganz ausgestorben ist. Weiter sehen wir Däsen und Uenzel, alte Stallaternen, sogar einen alten Handstock, der gleichzeitig einmal ein richtiges Gewehr darstellte.&lt;br /&gt;
:Aber das Schönste dieses ersten Raumes - wir haben es absichtlich bisher noch gemieden - ist der waschechte alte, offene Herd, der von Künstlerhand in der linken Ecke eingebaut ist und uns ein Stück aus alter Zeit zeigt, an dem früher die Frau des Hauses die Speisen der ihr angetrauten Hungrigen bereitete, um die ihr angetrauten Küchlein satt zu kriegen. Die Augen der Hausfrauen leuchten, wenn sie diesen Zeugen alter Zeit sehen und manche der Aelteren erinnern sich sogar, auch einmal an einem solchen Herd gestanden und gearbeitet zu haben. Allerdings hat es wohl keine unter den Heutigen miterlebt, daß man in das rechts angebrachte Mauerloch (&amp;quot;Müerlock&amp;quot;) griff, um Feuerstein, Schwamm (&amp;quot;Tunner&amp;quot;) und Stahl zu ergreifen, um &amp;quot;Feuer zu schlagen&amp;quot;. Die heutige Generation kann mit diesem Werkzeug nicht mehr fertig werden. In diesem &amp;quot;Müerlock&amp;quot; entdeckt man auch die nicht entbehrliche &amp;quot;Funzel&amp;quot; (Lampe), die einmal ebenfalls unentbehrlich war.&lt;br /&gt;
:Nun wollen wir einmal einen Blick durch den &amp;quot;Schwibbogen&amp;quot; werfen. Wir entdecken dort verschiedene Kesselketten, die früher einmal heilig gewesen sein sollten, wie man uns erzählte. An diesen Kesselketten hingen die großen Kannen über dem offenen Feuer. Unser Auge entdeckt weiter an der Seite und über dem Herd Feuerhaken, Aufnehmer, alte Körbe, Mörser, kupferne Kannen, eine Riesen-Kartoffel-Reibe, alte Waagen, Essenkiepe (mit der das Essen früher aufs Feld nachgetragen wurde), Waschholz usw. Oben über dem Herd ist ein größerer Kaffeebrenner aufgestellt und an der rechten Seite hängt noch ein kleinerer.&lt;br /&gt;
:Jedes Stück trägt ein Stück Geschichte alter Zeit in sich und läßt unsere Gedanken wandern zu unsern Groß- und Urgroßeltern, die einmal inmitten dieser uns heute als Eigentümlichkeit anmutender Geschirre und Behälter gewirkt und geschafft und sich glücklich gefühlt haben. Daß in der Ecke hinter dem Herd auch ein Feuereimer hängt, ist selbstverständlich, denn um die Zeit, von der uns diese Werkzeuge erzählen, mußte jedes Haus im Besitz eines Feuereimers sein.&lt;br /&gt;
:Am Eingang direkt sehen wir schließlich noch einen Bürgerspieß, den jeder Bürger haben mußte. Außerdem hängen an dieser Seite einige verwitterte Wetterfahnen, deren älteste die Jahreszahl 1597 trägt. Ueber 300 Jahre Geschichte unserer Heimatstadt hat diese Wetterfahne erlebt. Wenn die erzählen könnte!&lt;br /&gt;
:Nicht alles in diesem kleinen ersten Raum haben wir &amp;quot;in die Feder gefaßt&amp;quot;, aber auch diese Aufzählung gibt schon einen kleinen Ueberblick über die reiche Fülle der schon im Heimat-Museum untergebrachten Gegenstände. ...&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 12.10.1933&lt;br /&gt;
:... Heute wollen wir unsere Wanderung fortsetzen und den zweiten Raum betreten.&lt;br /&gt;
:Gleich rechts an der Wand erblicken wir einen wohl über 2 m langen Glocken-Strang, der ganz mit Perlen besetzt ist. Er hat wohl einmal in einem vornehmen Hause an der Haustür gesessen, als die elektrischen Glocken noch unbekannt waren. Uns gegenüber zwischen den beiden Fenstern steht eine alte Wanduhr, die ihre 300 Jahre auf dem Nacken haben soll. Sie ist mit einem Spielwerk eingerichtet, das zur Zeit allerdings nicht funktioniert.&lt;br /&gt;
:Rechts neben der Tür steht ein großer Glasschrank, der angefüllt ist mit allerhand Erinnerungsstücken aus früherer Zeit, womit sich unsere Großmütter und Urgroßmütter &amp;quot;verschönt&amp;quot; haben. Riesige Hüte, anscheinend von großem Gewicht, wie man sie sich heute für diesen Zweck auf den zierlichen Köpfen gar nicht mehr vorstellen kann, werden uns hier gezeigt; bunte Hauben, wie wir sie heute nur noch bei den Großmütterchen finden, und bei diesen auch nur noch recht selten; alte Körbe, Krüge, Nippes, Tabakkästen usw. Oben auf dem Schrank ist das Modell des neuen Rathauses aufgestellt.&lt;br /&gt;
:Neben dem Schrank hängt das Wappen der alten Teterower Familie Willgoß. Es wird darauf hingewiesen, daß es aus England stammt. Danach ist die Familie Willgoß von der Insel jenseits des Kanals eingewandert. Wir finden an dieser Wand weiter ein Führungszeugnis über beim Militär abgeleistete Dienstzeit aus dem Jahre 1850 und Glückwünsche zum neuen Jahr. Früher wurden diese mehr oder weniger wertvollen Urkunden schön hinter Glas gelegt und in der sogenannten &amp;quot;guten Stube&amp;quot; aufgehängt.&lt;br /&gt;
:An der nächsten Wand ziehen uns besonders die Sammlungen aus dem Besitz des &amp;quot;großen Sohnes unserer Stadt&amp;quot; Herrn Kapitän Kaempff, an. Außer einem schönen Bild von Kapitän Kaempff hängt dort unter Glas ein Originalbrief Kaiser Wilhelms II. an seinen verdienten Kapitän. Aus seinem Nachlaß sind ferner vorhanden eine Schreibmappe aus Leder mit dem Photo seines Dampfers &amp;quot;Deutschland&amp;quot; (damals größter Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie), verschiedene Orden und Ehrenzeichen, darunter die Rettungsmedaille, die er sich für die Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 verdiente. Auf dem Etuis, in dem die Medaille lag, heißt es: &amp;quot;Dem 4. Offizier des Dampfschiffes &amp;quot;Gellert&amp;quot;, C. J. S. Kaempff, in ehrender Anerkennung für Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 auf der Rhede von Havre von der Direction der Hamburg Amerika Packetfahrt Act. Ges.&amp;quot;. Viele von uns Aelteren kennen noch sehr gut Herrn Kapitän Kaempff, diesen ausgesprochenen Seemanns-Typ, der längere Zeit vor dem Kriege in unserm Ort im Ruhestand lebte und dann nach Rostock verzog.&lt;br /&gt;
:Weiter haben hier die Innungen Gegenstände untergebracht. Die Metall-Innung ist mit großen Schlüsseln und Schlössern aufgefahren, die früher kunstvoll in den eigenen Werkstätten hergestellt wurden. Heute wohl eine Seltenheit, daß so ein Gegenstand noch mit der Hand hergestellt wird. - Ausgebreitet liegt auch hier eine Urkunde aus Kopenhagen, in der einem Johan Bollwagen bescheinigt wird, daß er dort als &amp;quot;Becker&amp;quot; gearbeitet hat. - Außer dem Metall-Stempel der Schuhmacher-Innung, liegt in diesem Glaskasten auch das &amp;quot;Wirtschaftsbuch vom St.-Jürgenstift Teterow&amp;quot;. Das interessanteste Stück unter diesen Urkunden ist aber die älteste Urkunde über Teterow aus dem Jahre 1272. Eine Uebersetzung dieser in Latein geschriebenen Urkunde liegt daneben aus dem Jahre 1751. - Unter dem Tisch steht eine Schuhmacher-Lade, ein Reibestein für Maler usw. Die Firmen Guhl und Renzel, die Kunstgewerbestätten unseres Ortes, sind mit einigen Prachtstücken aus ihren Werkstätten vertreten, die da zeigen, daß das Kunstgewerbe, die Handarbeit, doch noch nicht ganz von der Maschine verdrängt sind. Aus der früheren Färberei von Ad. Lindstaedt sind Drucksteine und Druckmuster ausgelegt. In diesem Teil des Museums werden wir also vertraut gemacht mit früheren Innungs-Gebräuchen und Leistungen. Diese Sammlung ist zwar noch recht schwach, aber der Anfang ist gemacht und wird sicher auch seine Fortsetzung erfahren. - Interessant ist auch noch eine Siegelsammlung. In dieser Sammlung finden wir die verschiedensten Siegel aller möglichen Behörden. Besonders in die Augen fällt ein Riesensiegel. Es ist das Kirchensiegel der St. Marien in Rostock.&lt;br /&gt;
:In den beiden Ecken dieser Wand sind ebenfalls freundliche Eckschränke untergebracht, die allerhand kleine Porzellan-Sammlungen usw. enthalten. Wir dürfen uns aber nicht zu sehr mit Einzelheiten befassen. Alte Lampen, eine Krimoline, bunte Hutschachteln und alle möglichen andern Dinge finden wir hier.&lt;br /&gt;
:Unser Augenmerk zieht aber das Schreibpult vor allem an sich. Es stammt aus dem Jahre 1813 und ist anscheinend in dem Freiheitskriege von einem fremden Krieger hier zurückgelassen. Es ist ein äußerst kunstvoll gearbeitetes Stück, in dem dutzende von Fächern auf kleiner Fläche untergebracht sind. Jeder Winkel ist außerordentlich geschickt ausgenutzt. Für &amp;quot;Leute vom Fach&amp;quot; ein außerordentlich wertvolles Stück, das man gesehen haben muß.&lt;br /&gt;
:In den Glaskästen auf Mitte des Raumes sind bunte Perlarbeiten aller Art: Geldbeutel, Handtaschen (Pompadoure) usw. ausgestellt. Alte Taschenuhren, Riesen-Haarschmuck, wie man ihn früher auf dem Kopf der Frauen prangen sah. Yet-Schmuck, Stickvorlagen usw., Alte Bibeln und Gesangbücher, Münzen aus dem 30jährigen Kriege, die vor längerer Zeit bei Ausgrabungen hier in einem Behälter gefunden wurden; Petschafte, Notgeld aus der Inflationszeit; bunte Glückwunsch-Karten zum Auseinanderklappen, wie sie früher einmal Brauch waren, Patenbriefe usw.&lt;br /&gt;
:An der Wand links von der Tür sind verschiedene Kupferstiche untergebracht, darunter der Kupferstich von der Ueberreichung des Teterower Ehrenbürgerrechtes an Herrn von Thünen auf Tellow am 11.6.1848. - Große Steinsammlungen und Bodenfunde aus der jüngeren Steinzeit liegen in den Kästen dieser Wand. Steinbeile - Pfeilspitzen - Faustbeile - Messer - Scherben der jüngeren Bronzezeit - Hakenpflug - Spindelsteine und Funde aus der alten Steinzeit. Ein prachtvolles Elchgeweih aus dem Rempliner Moor. - Das Geweih eines Moorhirsches aus der Thürkower Gegend. - Ein Pfahlrest, Holzkohle und Brandschutt von der Hausstelle auf dem Burgwall. - Wendisches Hufeisen und Speerspitze vom Burgwall. Topfscherben und Knochenreste und vieles andere. Reich ist die Zahl der Zeugen einer längst hinter uns liegenden Vergangenheit, die uns erzählen aus der Geschichte unserer Väter und Urväter. Es lohnt schon, sich einmel mit diesen Ueberbleibseln einer anderen Zeit zu beschäftigen.&lt;br /&gt;
:Im letzten Schrank dieses Raumes sehen wir alte Kacheln - einen Feierabendstein (der Schlußstein beim Hausbau) - Revolver - Pulverhörner - Maße - Gewichte - Gold- und Getreidewaage - Ellen - Säbel usw.&lt;br /&gt;
:Schließlich sind noch die Fahnen der Schuhmacher-Gesellen-Innung, der Maurer-Gesellen-Innung und des Gesangvereins Harmonia hier aufbewahrt, Hunderte von Zeugen der Vergangenheit liegen friedlich beisammen und sollen uns erinnern an Tage, die gewesen sind. Wir dürfen dankbar sein, daß wir in unserer Stadt nun eine Stätte haben, wo gewesene Dinge gehegt und gepflegt werden und nicht im Müllkasten spurlos verschwinden. Wir alle wollen helfen, daß diese Stätte der Erinnerung weiter ausgebaut werde zur Pflege des Heimatgedankens.&lt;br /&gt;
:Ostmecklenburgische Heimat Nr. 22 vom 18.11.1934&lt;br /&gt;
:Vor dem Heimatmuseum in Teterow&lt;br /&gt;
:In der Zeit nach dem Weltkriege entstanden in verschiedenen mecklenburgischen Städten Heimatmuseen, so auch im Osten unsers Landes, in Malchin 1927, in Waren 1930. Welches ist nun der Sinn und der Zweck dieser Museen? Kurz gesagt: Man will Stätten schaffen, wo Gegenstände einer früheren, vergangenen Kultur gesammelt und aufbewahrt werden. &amp;quot;Aber,&amp;quot; so wird vielleicht mancher fragen, &amp;quot;sind zur Erreichung dieses Ziels wirklich Ortsmuseen nötig? genügt dazu nicht das in Schwerin bestehende Landesmuseum?&amp;quot; Gewiß´, das Landesmuseum dient auch demselben Zweck, und wir freuen uns sehr, ein solches zu besitzen. Aber daneben können wir auch die Ortsmuseen nicht gut entbehren. Sie leisten uns bei der Durchführung der Heimatbundbestrebungen oft vorzügliche Dienste. Wie sich das im einzelnen auswirken kann, soll hier kurz etwas näher ausgeführt werden.&lt;br /&gt;
:Viele Menschen kommen nur selten nach Schwerin, und wenn sie wirklich einmal dahinkommen, haben sie keine Gelegenheit, das Museum aufzusuchen. Ganz anders liegt die Sache, wenn ein Museum in der Nähe ist. Da wird mancher durch einen guten Freund oder Bekannten veranlaßt, an der Besichtigung desselben teilzunehmen. Findet er dann Gefallen an dem dort Gebotenen, so kommt er zum 2. und 3. Male wieder, wie wir es hier in Teterow schon häufig erlebt haben. So ein Besuch regt aber auch zum Sammeln selbst an. Wie oft haben wir hier den Fall schon gehabt, daß die Leute, wenn sie diese oder jene Sachen sahen, freudestrahlend ausriefen: &amp;quot;So ein Ding haben wir auch noch zu Hause!&amp;quot; &amp;quot;Auf unsere Bitte, es dann doch dem  Museum zu schenken, waren sie meistens gleich bereit dazu. Auf diese Weise haben wir schon vieles bekommen, was sonst wohl in den meisten Fällen der Vernichtung anheimgefallen wäre. Gerade durch die Ortsmuseen wird ohne Zweifel der Sinn und das Verständnis für die Heimatbundarbeit ungemein geweckt und gefördert, und das sollte man nicht vergessen, wenn man von diesen Einrichtungen zuweilen etwas geringschätzig spricht.&lt;br /&gt;
:Weiter mag hier gleich erwähnt werden, daß die Heimatmuseen sich auch für die Schulen segensreich auswirken können. Im Unterricht muß heute mehr als bisher die frühere Kultur berücksichtigt werden. Da kommt es dem Lehrer sehr zu statten, wenn  er seine Schüler gelegentlich eines Wandertages in das Heimatmuseum der in der Nähe liegenden Stadt führt und ihnen dort all die Gegenstände zeigt, über die er zu ihnen im Unterricht gesprochen hat, wie z. B. über die Werkzeuge der Steinzeit, über altes Geschirr, über die Geräte bei der Flachsbearbeitung usw. Bilder werden die unmittelbare Anschauung der Gegenstände selbst nie voll und ganz ersetzen können.&lt;br /&gt;
:Das Teterower Museum wurde schon des öfteren von Schulklassen besucht, und die Lehrer haben mir hinterher wiederholt erklärt, daß ihre Schüler reichen Gewinn von der Besichtigung gehabt hätten. Die Schulen sollten daher bei jeder passenden Gelegenheit das in ihrer Nähe vorhandene Ortsmuseum aufsuchen und dort den Kindern die alten Kulturgegenstände vorführen. Das dafür aufgebrachte Opfer an Zeit wird ganz gewiß nicht umsonst gewesen sein. Wenn die Kinder des Abends von einem solchen Ausflug nach Hause kommen, werden sie den Eltern viel zu erzählen wissen von allem, was sie am Tage gehört und gesehen haben. So wird der Museumsgedanke in das Volk hineingetragen, und diese Tatsache trägt wiederum dazu bei, daß die Arbeit des Heimatbundes gefördert und unterstützt wird. Nach dem hier Ausgeführten darf der Heimatbundes in seinem eigenen Interesse nicht unterlassen, sich für die Schaffung und Einrichtung von Ortsmuseen tatkräftig einzusetzen. Daß die Ortsmuseen schließlich auch noch den Verkehrsinteressen einer Stadt dienstbar gemacht werden können, wird ohne weiteres einleuchten und bedarf daher keiner besonderen Begründung.&lt;br /&gt;
:Wie ist nun Teterow zu einem Heimatmuseum gekommen?&lt;br /&gt;
:Am 12. Mai 1932 schlossen sich die wenigen hier wohnenden Einzelmitglieder des Heimatbundes Mecklenburg zu einer Ortsgruppe zusammen, um so gemeinsam besser und erfolgreicher für die Bestrebungen des Bundes wirken zu können. Die Zahl der Mitglieder war anfangs sehr klein. Nur 10 Herren fanden sich für dies Arbeit zusammen. Trotzdem gingen sie mit frischem Mut an ihre Aufgabe, den Heimatbund in seiner Tätigkeit zu unterstützen, hinan. Heute zählt die Ortsgruppe Teterow bereits rund 70 Mitglieder. Bei der Aufstellung eines Arbeitsplanes wurde von vornherein die Errichtung eines Heimatmuseums in Teterow ins Auge gefaßt. Aber das war keine leichte Sache. Es war nichts vorhanden, weder Raum, weder Sachen, noch Geld. Ganz anders lagen die Verhältnisse in unserer Nachbarstadt Malchin. Da kaufte die Stadt für 3000 RM. die reichhaltige Sammlung des Lehrers Berg zur Herrichtung eines Museums, gab zum weiteren Ausbau desselben jährlich einige hundert Mark her und stellte außerdem 3 schöne Räume im Rathaus zur Verfügung. In Waren wurde das dortige Ortsmuseum von einem Museumsverein gegründet, der seine ganzen Beiträge zu diesem Zwecke opfert und dann weiter auch noch von der Stadt unterstützt wird. Weil die hiesige Ortsgruppe sich aber dem Landesverband angeschlossen hat, so gehen fast unsere gesamten Beiträge nach Schwerin, und für das Heimatmuseum bleiben nur geringe Geldmittel übrig. Die Stadt konnte uns wegen ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage mit Geld nicht unterstützen. So waren wir auf uns allein angewiesen.&lt;br /&gt;
:Alle Hindernisse konnten uns aber doch nicht bewegen unser Vorhaben betreffs eines Heimatmuseums aufzugeben. Als im Frühjahr 1933 die Stadt Teterow in entgegenkommender Weise zwei Räume im Gewerbeschulhause für ein Museum zur Verfügung stellte, da wurden von der Ortsgruppe alle Bedenken bei Seite gesetzt. Sie forderte durch einen Aufruf in der Zeitung und durch sonstige Bekanntmachung zur Hergabe geeigneter Sachen auf. Die Bevölkerung aus der Stadt und der Umgegend kam dieser Bitte mit großer Bereitwilligkeit nach und brachte uns viel Brauchbares für unsere Sammlung. In der Person des Reichsbahninspektors Willi Bartels fanden wir einen Herrn, der sich mit vielem Geschick und großem Eifer der Museumsangelegenheit widmete. Ihm haben wir es in der Hauptsache zu danken, daß das Unternehmen schon im Laufe des Sommers solche Fortschritte machte, daß wir allen Ernstes daran denken konnten, das Museum noch im Herbst zu eröffnen. Am Sonntag, dem 24. September 1933, fand in Gegenwart des Professors Dr. h. c. Wossidlo, des Bürgermeisters Dr. Meyer, des Stadtverordnetenvorstehers Münter und vieler Einwohner unserer Stadt die feierliche Eröffnung des Teterower Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe begrüßte die Festversammlung, dankte allen Stiftern von Museumsgaben für ihre Unterstützung und sprach dann über die Bedeutung der Ortsmuseen. Weitere Ansprachen hielten Bürgermeister Dr. Meyer und Professor Wossidlo. An die Eröffnungsfeier schloß sich unmittelbar die Besichtigung des Museums. Alle waren erstaunt, was hier in so kurzer Zeit an altem Kulturgut zusammengebracht worden war. Man konnte aber gleich feststellen, daß die vorhandenen Räume zur Unterbringung der vielen Sachen völlig unzureichend waren. Professor Dr. Wossidlow, der beste Kenner unserer heimischen Volkskultur, sprach sich über die damals bereits vorliegende Sammlung sehr lobend aus und wies auf manches wertvolle Stück in derselben besonders hin. Inzwischen sind viele Gegenstände neu hinzugekommen. Das Museum wirbt jetzt selbst für sich am besten. So wird uns manches alte Kulturstück angeboten, auf das die Leute erst bei einer Besichtigung des Museums aufmerksam wurden und dessen großen kulturellen Wert sie vorher nicht zu schätzen wußten. In diesem Zusammenhange mag darauf hingewiesen werden, daß das Teterower Museum fast ausschließlich Sachen aus unserer Stadt selbst oder deren näherer Umgebung enthält. Das ist nicht überall der Fall. In manchen Ortsmuseen findet man viele Gegenstände, die aus allen Teilen unseres Landes herbeigeholt sind. Das ist ganz gewiß nicht richtig und entspricht auch keineswegs dem Charakter eines Ortsmuseums. Solche Sachen gehören in ein Landesmuseum. Teterow darf daher mit Recht für sich in Anspruch nehmen, wirklich ein Museum für unsere ostmecklenburgische Heimat geschaffen zu haben.&lt;br /&gt;
:Wenn nun aber jemand gern erfahren möchte, welche Altertümer das Teterower Heimatmuseum heute nach einjährigem Bestehen bereits enthält, so kann ich diesem Wunsche nur zu einem kleinen Teil nachkommen. Die Frage läßt sich nämlich im Rahmen dieser Arbeit nicht ausführlich beantworten. Ich will aber versuchen, das Wichtigste, nach Gruppen geordnet, hierüber mitzuteilen. Wer aber einmal Gelegenheit hat, nach Teterow zu kommen, der sollte nicht versäumen, unser Museum aufzusuchen. Er wird sicherlich dort manches Sehenswerte vorfinden, besonders an volkskundlichen Sachen.&lt;br /&gt;
:Die Vorgeschichte ist in unserm Museum zur Zeit leider nur mit wenigen Stücken vertreten. Daraus soll man aber nun nicht den Schluß ziehen, als wären diese Sachen hier nur, in geringem Maße vorhanden. Gerade in der Teterower Gegend sind viele wertvolle Zeugen aus der Steinzeit aufgefunden. Aber sie sind nicht dem Heimatmuseum zugeführt. Sie befinden sich teils noch im Privatbesitz, teils sind sie durch Verkauf in andere Sammlungen gekommen.&lt;br /&gt;
:In der Abteilung &amp;quot;Trachten&amp;quot; sind besonders Hüte, Mützen und Tücher für Frauen aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert in recht schöner Aufmachung vorhanden. Sie geben uns ein anschauliches Bild von dem Geschmack der damaligen Mode. Sehr reichhaltig ist die Sammlung der Handarbeiten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Hier finden sich nach Professor Wossidlos Urteil sehr seltene und wertvolle Stücke. Aus der Zeit unserer Urgroßväter ist eine Kücheneinrichtung fast lückenlos zusammengestellt. Selbst ein offener Herd mit allem Beiwerk (Kesselhaken, Dreifuß, Grapen usw.) ist aufgebaut und läßt uns einen Blick in die damalige Küchenwirtschaft tun. Auch altes Töpfer- und Porzellangeschirr, wie es während dieses Zeitabschnitts in Gebrauch war, konnte noch aus Stadt und Umgegend herbeigeschafft und dadurch für die Nachwelt sichergestellt werden. Sämtliche Geräte zur Flachsbearbeitung bis auf Schwingblock u. Webstuhl hat das Teterower Museum in tadellosem Zustande aufzuweisen. Die Abteilungen: Handwerk, Landwirtschaft, Waffen, Münzen und altertümliche Hausgegenstände enthalten bereits jetzt eine stattliche Zahl von Einzelnummern und werden in nächster Zeit noch erheblichen Zuwachs bekommen.&lt;br /&gt;
:Von der Glasindustrie, die zu Anfang des vorigen Jahrhunderts noch in der Panstorfer Glashütte in Betrieb war, können hier verschiedene Stücke gezeigt werden, desgleichen auch von den früher in Teterow angefertigten Kunsttöpferwaren.&lt;br /&gt;
:Diese kleine Auslese aus dem Bestand der hiesigen Sammlung mag genügen, um zu zeigen, daß die Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes nach besten Kräften bemüht waren, ihr Museum zweckentsprechend aufzubauen. Große Sorge macht uns aber noch immer die Raumfrage. Seit der Eröffnung im vorigen Jahre sind uns so viele schöne Sachen gebracht, daß es uns wirklich Mühe macht, sie überhaupt noch unterzubringen, geschweige sie richtig und ordnungsgemäß aufzustellen. Wir werden deshalb in nächster Zeit die Frage ernstlich erwägen müssen, ob es im Interesse der Museumssache selbst nicht besser wäre, wenn die Ortsgruppe ihr Eigentumsrecht an die Stadt abtreten würde. Die Stadt kann für den Ausbau des Museums mehr Geldmittel zur Verfügung stellen, als wir bei dem geringen Ueberschuß von unsern Beiträgen jemals hergeben können. Vielleicht gelingt es der Ortsgruppe, diese Frage einmal einer glücklichen Lösung entgegenzuführen, damit das Teterower Heimatmuseum in keiner Weise hinter den andern Ortsmuseen unseres Landes zurücksteht.&lt;br /&gt;
:undatierter Zeitungsartikel zur ältesten Teterower Urkunde (verm. zwischen 1940 - 1945)&lt;br /&gt;
:... Bei Eröffnung des Teterower Heimatmuseums wurde sie als Leihgabe dorthin gegeben. Sie wurde zusammen mit einer mittelalterlichen Uebersetzung doppelseitig unter Glas gerahmt. Da sie das älteste und wertvollste Stück des Teterower Heimatmuseums ist, hat sie gegenwärtig an anderer Stelle einen sicheren Platz bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Feuerwehrmuseum===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
===Hospital St. Gertruden===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ehemalige Hospital St. Gertrud am Gertrudensteig ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===St.Jürgen Hospital===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Apotheken in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Teterower Feuerwehr==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Wirtschaftsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fischerei in  Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerkszünfte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verkehrsnetz in der Region Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen|Über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Teterower Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Vereinsgeschichte(n)==&lt;br /&gt;
===Die Teterower Schützenvereine===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bergring - Europas schönste Grasrennbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg007/484026143.pdf &amp;quot;Bergring Teterow (Meckl. Schweiz)&amp;quot; Gerhard Böhmer In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.7 (1931) 8 S.393-394]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/51368719X.pdf 12. Teterower Bergring-Rennen um den &amp;quot;Preis von Mecklenburg&amp;quot; In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 128 S.467]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513750924.pdf Der &amp;quot;Mecklenburgische Nürburgring&amp;quot; hält, was er verspricht In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 129 S.514] &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616616.pdf Bergring Teterow (Meckl. Schweiz) Carl Schröder In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.378-379]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Stiftungen 1900==&lt;br /&gt;
===Anthon-Stiftung===&lt;br /&gt;
:Diese, der Armenpflege, insbesondere zur Unterstützung verarmter Personen weiblichen Geschlechts, bestimmte Stiftung rührt wahrscheinlich von der im Jahre 1745 zu Nieköhr geborenen, im Jahre 1831 zu Teterow verstorbenen unverehelichten Friederike Anthon aus Teschow her. Die Stiftung wird von dem jedesmaligen ersten Prediger in Teterow verwaltet. Das Capitalvermögen beträgt jetzt 320 Mk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Burmeister-Lehnstift===&lt;br /&gt;
:Der aus Teterow gebürtige Bürgermeister Burmeister zu Ribnitz vermachte und gab in einem beim Magistrat zu Teterow niedergelegten schriftlichen Aufsatz d. d. Teterow den 29. September 1582 den armen Leuten zu Teterow mehrere Ackerstücke mit der Bestimmung und Vorschrift, daß die Prediger und Bürgermeister zu Teterow Patrone und Verwalter der Stiftung sein und die Ackerstücke vermiethen, die Aufkünfte aber an die Armen der Stadt Teterow vertheilen sollten.&lt;br /&gt;
:Die also gegründete Stiftung ist das noch bestehende Burmeister-Lehnstift. Über die Verhältnisse desselben ist zu bemerken, daß es anfänglich eine Art Privat-Armenanstalt unten dem stiftungsmäßigen Patronat war. Im Jahre 1821 reclamirte der Magistrat das Stift für die Stadt-Armencasse. In Folge landesherrlicher Determination vom 21. Januar 1823 aber wurde bestimmt, daß die bisherige abgesonderte Verwaltung fortbestehen, die Rechnungsablage aber nach bereits unterm 3. September 1795 Allerhöchst getroffener Bestimmung bei dem Superintendenten geschehen solle. Durch dieses Allerhöchste Rescript vom 3. September 1795 ist das Burmeister-Lehnstift der Aufsicht des competirenden Superintendenten sowohl hinsichtlich der Berechnung als auch hinsichtlich der Vermögens-Administration unterstellt und von der Zeit an als eine kirchliche Stiftung behandelt und angesehen, auch später als solche vom Großherzoglichen Ministerium für geistliche Angelegenheiten unterm 23. October 1854 ausdrücklich anerkannt worden.&lt;br /&gt;
:Patrone und Berechner der Stiftung sind der jedesmalige älteste Prediger und der jedesmalige Bürgermeister in Teterow. Die Einnahme der Casse besteht in Ackerpacht und in Zinsen von Capitalien; die Ausgabe, außer den Administrationskosten, in Zahlungen an die Armencasse, welche durchschnittlich 600 Mk. p. a. betragen. Diese Zahlungen geschehen in Folge der obengedachten Allerhöchsten Determination vom 21. Januar 1823, laut welcher die Überschüsse alle halbe Jahre um Ostern und Michaelis an das Armen-Collegium abgeliefert werden sollen. Das Vermögen beträgt gegenwärtig ca. 6000 Mk. in Capitalien und außerdem besitzt das Stift 10 Ackerstücke, welche eine Jahrespacht von fast 700 Mk. eintragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fiedlersches Schul- und Armenstift===&lt;br /&gt;
:Der Pastor Felix Fiedler in Teterow gründete daselbst durch Acte vom Tage Johannes des Täufers anno 1699 eine Stiftung zum Besten armer Schulkinder, für welche das Schulgeld aus den Auskünften eines legirten Camp-Ackers, des seitdem sogenannten Schulcamps, bezahlt werden sollte. Er verordnete zu &amp;quot;wahren rechtmößigen Patronen dieser Stiftung die beiden Herren Prediger und die beiden Herren Bürgermeister und deren successores im Amte&amp;quot;, und diesen wurde auch die Führung der Berechnung übertragen. Unterm 3. September 1795 wurde das Schulstift der Aufsicht des zuständigen Superintendenten sowohl hinsichtlich der Berechnung als auch hinsichtlich der Vermögensverwaltung unterstellt, und von der Zeit an wurde das Stift als eine kirchliche Stiftung behandelt und angesehen, auch unterm 12. August 1854 als solche vom Großherzoglichen Ministerium für geistliche Angelegenheiten ausdrücklich anerkannt.&lt;br /&gt;
:Der Schulcamp ist mit überbischöflicher Genehmigung vom 12. März 1858 an die Stadt Teterow zum Bau eines neuen Schulhauses vererbpachtet worden. Die Aufkünfte des Schulstifts, dessen Vermögen, einschließlich der capitalisirten Erbpacht, z. Z. ca. 13400 Mk. beträgt, werden an die städtische Schulcassa abgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Predigerwittwen-Stift===&lt;br /&gt;
:Dasselbe ist aus dem Armenstift, Burmeisters Lehn, hervorgegangen, indem es aus einem aus diesem Stift (mit Unrecht) abgesetzt, später aber restituirten Capitale (f. die Special-Schullehrer-Wittwencasse zu Teterow) etwa im Jahre 1709 gestiftet worden ist. Um diese Zeit wurde von den Erben des verstorbenen H. Adeler dessen Schuld an das Burmeister Lehnstift mit 57 Gulden 20 Schill. eingezahlt. Die Patrone dieses Stifts beschlossen, mit Zustimmung des damaligen Superintendenten Schaper, daß dies Geld nicht an Arme vertheilt, sondern zur Unterstützung Teterower Predigerwittwen ausgesetzt werden solle. Dies Capital von 57 Gulden 20 Schill., welches die Prediger aus ihren Mitteln zu 60 Gulden completirten, bildet den ersten Fonds zu dem Predigerwittwen-Stift, in Bezug auf welches die Patrone des Burmeister-Lehnstifts festsetzt:&lt;br /&gt;
:1. daß die Patrone des Burmeister-Lehnstifts auch über diese Wittwen-Hebungen bestellt sein und unter einander richtige Rechnung ablegen sollten;&lt;br /&gt;
:2. daß die Zinsen des Capitals, wenn keine Predigerwittwen vorhanden, zur Vermehrung des Capitals beigelegt werden sollten;&lt;br /&gt;
:3. daß, wenn eine Wittwe vorhanden sei, ihr die Zinsen jährlich gereichet und wenn mehrere Wittwen vorhanden seien, die Zinsen unter dieselben getheilt werden sollten.&lt;br /&gt;
:Dieser erste Fonds des Predigerwittwen-Stifts wurde nicht nur durch 100 Gulden, welche ein Wilgos demselben im Jahre 1719 legite, sondern auch dadurch vermehrt, daß verschiedene Überschüsse des Burmeister-Lehnstifts dem Wittwenstift zugerechnet sind.&lt;br /&gt;
:Durch landesherrliche Verfügung vom 3. September 1795 wurde das Stift der Aufsicht des zuständigen Superintendenten unterstellt. Patrone sind die beiden Prediger zu Teterow, von denen der jedesmalige älteste als Berechner fungirt. Das Stiftsvermögen beträgt jetzt ca. 20200 Mk. Es wird z. Z. eine Pastorenwittwe mit einer Pension von 360 Mk. unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Special-Schullehrerwittwen-Stift===&lt;br /&gt;
:Diese Stiftung ist im Jahre 1857 mit einem Capitale von 600 Thlr. Crt. (1800 Mk.) gegründet worden. Diese 600 Thlr. sind der Stiftung von dem Predigerwittwen-Stift in Teterow, welches dieselben als zu Unrecht aus dem Vermögen des Burmeister-Lehnstifts s. Z. empfangen hatte, überwiesen worden.&lt;br /&gt;
:Für die Verwaltung des Special-Schullehrerwittwen-Stifts, welchem unterm 27. April 1857 die Rechte einer juristischen Person ertheilt worden sind, normiren die am 27. März 1857 oberbischöflich bestätigten Statuten vom 17. März 1857. Nach denselben sind die Lehrer an der Teterower Bürger- und Volksschule beim Antritt einer in das obligate allgemeine Prediger- und Schullehrerwittwen-Institut recipirten Stelle, mögen sie verheirathet sein oder nicht, zum Beitritt in dieses Special-Stift und zur Zahlung eines Receptionsgeldes von 15 Mk. in die Specialcasse verpflichtet. Die Reception der Lehrer an der Teterower Realschule in dieses Stift ist nicht angängig. Jedes verheirathete oder verwittwete Mitglied zahlt einen Jahresbeitrag von 3 Mk. Von den jährlichen Zinsauskünften werden, wenn eine Wittwe vorhanden, 50 Procent, wenn mehrere Wittwen vorhanden, 75 Procent zur gleichmäßigen Vertheilung zu Wittwen-Pensionen verwendet. Die übrigen resp. 50 oder 25 Procent - sowie, wenn keine Wittwe vorhanden, die gesammte Zinsaufkunft - werden, nach Abzug der Verwaltungskosten, zum Capital geschlagen.&lt;br /&gt;
:Wer aus seinem Lehramte an der Teterower Bürger- und Volksschule, ohne pensionirt zu sein, dadurch ausscheidet, daß er solches niederlegt, z. B. auch im Falle eines Wegzuges, hört auf, ein Mitglied des Stifts zu sein. Ebenso scheidet derjenige als Mitglied aus, welcher seines Amtes entsetzt oder auch desselben durch Kündigung oder auf sonstige unfreiwillige Art durch seine Ortsbehörde verlustig geworden ist. Wittwen, die sich wieder verheirathen, verlieren ihre Pension. - Das Stift wird von den beiden Pastoren zu Teterow, dem Bürgermeister und dem ältesten Rathmann verwaltet. Das gegenwärtige Capitalvermögen hat eine Höhe von 10000 Mk. Die Mitgliederzahl beträgt 17. Unterstützung empfängt z. Z. eine Wittwe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(in: Die kirchlichen milden Stiftungen in Mecklenbur-Schwerin von E. Millies, Schwerin, Druck u. Verlag von Ed. Herberger&#039;s Buchdruckerei u. Verlagshandlung, 1900)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst im öffentlichen Raum Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Hechtbrunnen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was der Teterower Bürgermeister 1912 zum Brunnen schreibt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1912 richtet der Teterower Bürgermeister Dr. Müller ein amtliches Schreiben mit folgenden Worten an das Schweriner Kabinett, &amp;quot;Wie allgemein bekannt sein dürfte, werden die Teterower, besonders auswärts, immer mit der Frage geneckt: Hewwt Ji em all wedder?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Mit dieser Einführung erbittet er nunmehr die Genehmigung zur Aufstellung eines Brunnens mit Hecht, &amp;quot;der die Teterower in die Lage versetzen würde, diese Neckereien dann endlich zurückzuweisen, indem sie antworten können: Ja, wi hem´em, kiek em Di an, up´n Markt steiht he!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die Bürgermeister-Worte überzeugten und mit der bald darauf aus Schwerin erteilten Genehmigung konnten die Teterower Geld sammeln und einen Wettbewerb zu seiner Ausführung ausloben. &lt;br /&gt;
:Neun Architekten und Bildhauer schickten ihre Entwürfe.&lt;br /&gt;
:1200 Goldmark brachte die erste Sammelaktion ein.&lt;br /&gt;
:Der Entwurf des renomierten Mecklenburger Bildhauers Wilhelm Wandschneider überzeugte die Stadtvertreter besonders.&lt;br /&gt;
:Im November 1913 konnte der Bau des Brunnens aus Granit-Porphyr beginnen.&lt;br /&gt;
:Der Redakteur des &amp;quot;Kladderadatsch&amp;quot;, damals Deutschlands meistgelesene Satirezeitschrift, Paul Warnke, gebürtiger Lübzer und redaktioneller Amtsnachfolger von Johannes Trojan, lieferte den Text für die Randinschrift: &amp;quot;Wek Lüd sünd klauk un wek sünd daesig un wek de sünd wat aewernäsig. Lat´t er spijöken, Kinnings la´t! De Klock hett lüer´t, de Hekt is fat´t&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Teterower Zeitung&amp;quot; berichtet darüber: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Große Heiterkeit erregte es, als man in dem unteren Bassin einen kapitalen lebenden Hecht der an einem in den Landesfarben gehaltenen Band eine Glocke um den Hals trug, lustig umherschwimmen sah.&amp;quot; (TZ 19. Mai 1914)&lt;br /&gt;
:Seither trägt das kleine Kerlchen den übergroßen Hecht auf seinen Schultern zu Markte.&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde der Knabe im Schutze des neuen, dritten Rathauses zum ersten Wahrzeichen der Stadt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616489.pdf Unsachliches über Teterow Gisela Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.376-377]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg017/523388950.pdf Wandschneider plaudert aus seinem Leben : von Amerika nach Teterow Wilhelm Wandschneider In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.17 (1941) 198 S.114-115]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die verschobene Kirche===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Mittelpunkt (von MV?)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blüchers Pfeife===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower Katze===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Denkmale in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kriegerdenkmal===&lt;br /&gt;
:Auf Initiative des neu ins Amt berufenen Bürgermeisters Franz von Pentz wurde am 3. April 1881 der Teterower Verschönerungsverein gegründet. &lt;br /&gt;
:Eines der ersten Anliegen des Vereins war die Errichtung eines Kriegerdenkmals mit den Namen der toten Teterower Soldaten. Unterstützung fand der Verein dabei beim Kampfgenossen-Verein, der u. a. einen Programmabend für das zu errichtende Kriegerdenkmal veranstaltete, der Erlös betrug 130 M. Eine Lotterie mit Gewinn-Gegenständen von Arbeiten der Teterower Industrieschule sollte folgen. Einer der wesentlichen Unterstützer des Projektes war der Bauinspektor Wilhelm Müller, Besitzer einer Eisengießerei und Maschinenfabrik in Teterow. Er ließ auf seine Kosten die etwa 4 m lange Säule herstellen. Am 2. September 1882 - dem Jahrestag der Schlacht von Sedan - wurde die Einweihung auf dem Wilhelmsplatz (heute Platz des Friedens) vorgenommen. Eine zeitgenössische Beschreibung: &amp;quot;Auf einem Sockel von poliertem Granit erhebt sich eine ebenfalls granitne polierte Säule mit korinthischem Kapitäl. Auf demselben befindet sich die aus Chamotte gefertigte und vergoldete Figur einer Friedensgöttin, welche in der Linken einen Palmenzweig, in der Rechten einen Lorbeerkranz hält. Die Vorderseite des polierten Sockels trägt eine Tafel, auf welcher in vergoldeten Buchstaben die Namen der im Feldzuge 1870/71 aus hiesigem Amtsgerichtsbezirk gefallenen Krieger verzeichnet sind. Ein eisernes Kreuz mit der Inschrift &amp;quot;Mit Gott für Fürst und Vaterland&amp;quot; schmückt die Tafel, und unter demselben befinden sich folgende Namen:&lt;br /&gt;
:Heinrich Fiedler aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schmaedcke aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schenck aus Teterow&lt;br /&gt;
:Heinrich Schoenfeldt aus Nienhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Düsing aus Neu-Wockern&lt;br /&gt;
:Johann Rüger aus Bristow&lt;br /&gt;
:Christian Dabbert aus Baartz&lt;br /&gt;
:Johann Ernst aus Appelhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Krüger aus Vollrathsruhe&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1903 erfolgte die gärtnerische Anlage durch den Verschönerungsverein. 1908 gab es noch einen Beschluss der Rats- und Bürgersitzung im Frühjahr 1909 den Siegesengel neu vergolden zu lassen. Das dazu aufgestellte Gerüst wurde auch von jemandem genutzt, der den Palmzweig zerbrochen hatte. 1947 wurde dann das Denkmal zerstört, der Sockel auf dem St. Georgs Friedhof aufgestellt. Bildhauer Willy Freese und sein Sohn Karl-Heinz fertigten aus den Trümmern der Säule eine Kugel, die heute den Sockel krönt.&lt;br /&gt;
:Das Denkmal im Ganzen muss über 9 m hoch gewesen sein. Ein ähnliches Denkmal befand sich in Stavenhagen, wurde aber auch zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Bismarck-Denkmal===&lt;br /&gt;
:Mit dem Fund eines Felsens von 4,5 m Länge und 3 m Breite in der Pampower Feldmark kam im Januar 1900 die Idee auf, diesen für ein Bismarck-Denkmal nutzen zu wollen. Die Kosten dafür waren auf 500 M geschätzt worden und wurden per Listensammlung bereits Ende Januar erreicht. Vorgesehene Standorte dafür waren u. a. die Heidberge oder der Schulkamp, letztlich entschied man sich aber für den Friedrich-Franz-Platz - seinen heutigen Standort.&lt;br /&gt;
:Zum Abtransport wurde der Stein in seine heutige Form gebracht, mit einem Gewicht von 22,5 t. Mittels 4 Dampfpflug-Lokomobilen der Herren Jenke und Godow wurde er im Mai 1900 in die Stadt gebracht. Zu überwinden galt es dabei die Bedenken der Chausseebauverwaltung und auch die Eisenbahnverwaltung gestattete das Überqueren der Geleise erst nach Durchfahrt des letzten Zuges um 1.00 Uhr nachts. Am 8. Mai 1900 konnte er unter Musik der städtischen Kapelle abgeladen werden. Am 12. März trafen sich in Lembckes Lokal die Spender des Bismarck-Denkmals zur Auswertung.&lt;br /&gt;
:Die bis dahin entstandenen Kosten beliefen sich bereits auf 900 M, die Einnahmen betrugen nur 630 M. Trotzdem erschien den Beteiligten eine Finanzierung des Fehlbetrages möglich und die Idee für ein Medaillon-Bildnis des Fürsten Bismarck entstand. Nach Beratung am 26. März 1900 zwischen Bürgervertretung und Verwaltung wird diese beauftragt, ein Fundament für den Stein errichten zu lassen und der Bürgermeister kann von einer Spende in Höhe von 300 M von Herrn Hermann Paepcke aus Chicago für ein Bismarckmedaillon berichten. Bereits am 30. Mai 1900 begannen die Untermauerungsarbeiten für den Stein, dabei wurden Knochenreste des ehemaligen Friedhofes vor dem Gertrudenstift gefunden. Im September 1901 wurde dann die Vertiefung zur Aufnahme des Medaillons in den Stein gehauen. Im September 1901 kam der Verschönerungsverein zusammen und beschloss unter anderem, einen Klinkersteig am Bismarck-Denkmal verlegen zu lassen, was im September 1902 geschah. Noch im September 1901 wurde das Porträt des ehemaligen Kanzlers in den Stein eingelassen. Von einer offiziellen Einweihung lässt sich in den Zeitungen der Zeit nichts finden.&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich 1947 in Berlin die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (V.V.N.). Die Ortsgruppe des V.V.N. Teterow forderte für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Faschismus die Überlassung des Bismarcksteins. Da die Denkmalpflege keine Einwände hatte, konnte die Umnutzung erfolgen und zum 1. Mai 1949 übernahm die Stadt den Stein in ihren Schutz, das Bismarck-Medaillon kam ins Museum. (Mit der Auflösung des Museums wurde das Medaillon ins Museum nach Waren verbracht und verschwand dort). Mit der Errichtung des Denkmals am Mühlenteich 1969 hatte der V.V.N.-Stein ausgedient und erhielt 1977 eine Platte mit einigen Angaben. Auf Initiative des Heimatbundes Teterow e. V. konnte durch eine Spendensammlung am 31. Juli 1998 wieder ein Bismarck-Medaillon am Stein enthüllt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bismarckstein 1.jpg|thumb|350px|rechts|Bismark-Stein (Quelle: Stadtarchiv Teterow)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrenmal in den Heidbergen===&lt;br /&gt;
:Ursprünglich hatte schon der Baudirektor Gustav Hamann aus Schwerin - 1910 bei der Errichtung des Rathauses in Teterow weilend - einen Turm auf dem Teterower Heidberg errichten wollen. Die Lage über der Stadt bot eine gute Fernsicht und hätte auch den Tourismus in der Stadt weiter beleben können. Daher wandte er sich mit Schreiben vom 27. Januar 1910 an den Bürgermeister Schmidt mit dem Vorschlag, einen Aussichtsturm auf dem Heidberg zu errichten. Hamann wollte dazu kostenlos eine Zeichnung und einen Kostenvoranschlag zur Verfügung stellen. Nach Rücksprache mit Hamann wurde von der Rats- und Bürgersitzung die Einrichtung eines Baufonds bewilligt, in den bis 1926 70,89 Mark eingezahlt wurden. Am 26. November 1922 wurden die Gedenktafeln an die Gefallenen des 1. Weltkrieges der Kirchengemeinde in der Pfarrkirche eingeweiht, dies war der Anlass für Kriegerverein und Gewerbetreibende eine Würdigung für die Gefallenen in der Stadt anzuregen. Beide bildenten am 25. September 1924 ein Komitee, dem die Herren Molkereibesitzer Wickboldt, Major von Zeppelin auf Appelhagen, Bürgermeister Dr. Müller, Lehrer Köpcke, Kaufmann Ehrich, Gärtnereibesitzer Franz, Pastor Schumacher, Ihde, Kaufmann Bülow, Kämmereiberechner Rußdorf, Uhrmacher Mäting, Maurermeister Kohlert, Voß, Müschen, Vick und später auch Ackerbürger Hannemann angehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Spenden zum Bau stammten von Teterowern mittels Haussammlungen, kamen aber auch von ausgewanderten Familien (Hugo Altschwager aus Milwaukee, Erna Volkner aus Chicago), Zeitungsanzeigen, Benefizveranstaltungen und eine Lotterie brachten ebenfalls Geld ein. Die Inflation ließ das gesammelte Geld immer wieder zusammenschrumpfen. Molkereibesitzer Wickboldt dazu: &amp;quot;Immer wenn die Kommission glaubte nunmehr bald mit dem Bau beginnen zu können, war der Wert der Mark wieder geschwunden. Es mag als Kuriosa angeführt werden, das wir im Jahr 1923, um noch etwas von den Geldern zu retten, mit dem Restgeld eine Kiste Kognak kauften, um es wertbeständig anzulegen. Dies ist bei späteren Verlosungen auch wieder verwertet worden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur Standortfrage wendete sich die Kommission an den Heimatbund Mecklenburg, dieser empfahl den Stadtgartendirektor Schomburg als Sachverständigen, der mehrere Standorte untersuchte. Der Friedhof schien als Platz durchaus geeignet, da Hintergrund und Anlage bereits vorhanden waren, für größere Gedenkfeiern fehlte allerdings der Platz. Ein Platz auf dem Schulkamp kam wegen des kleinen Geländes nicht in Frage. Das Mühlenbruch böte genug Platz, hätte aber für ein Ehrenmal befestigt werden müssen. Der Halbkreisrasen gegenüber dem Bahnhof wäre &amp;quot;bedingt durch den Post- und Bahnhofsverkehr der Obhut des Publikums anvertraut&amp;quot; und somit geeignet. Der Heidberg schien für eine weit ins Land ragende Gedächtnisstätte geeignet. Der weite Weg könnte durch Fahrgelegenheiten absolviert werden und auch die &amp;quot;alte Herren-Kolonne&amp;quot; mit zum Teil über 80jährigen legte diesen Weg täglich zurück. Ein weiteres Argument war, dass der Heidberg der historische Platz für die Gedenkfeiern der Teterower sei. Die Sedan-Feier und auch die Feier 1813 hatten hier stattgefunden, an diesen Tagen brannten Holzstöße und fast ganz Teterow - Alt und Jung - waren hier versammelt. Daher beschloss die Denkmalkommission den Standort Heidberg und die Stadtverordnetenversammlung genehmigte im November die Freigabe des Platzes für ein Denkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Gestaltung erarbeitete die Kommission schon im Dezember 1925 Leitsätze und stellte diese den Vereinen zur Diskussion. Mit Verweis auf den Ernst-Moritz-Arndt-Turm in Bergen wurde eine Verbindung aus Aussichtsturm und Denkmal vorgeschlagen, entsprechende Entwürfe dazu wurden im Schaufenster des Kaufhauses Ramelow ausgestellt. Die Ausführung eines Turmes durch Teterower Firmen war ein weiteres Argument für diese Variante, da bei einer Skulptur ein auswertiger Künstler das Geld erhalten würde. Zahlreiche Künstler reichten dazu Entwürfe ein. Im November 1926 empfahl daher der Geheime Baurat Pries aus Schwerin (Mitglied des Ausschusses für Denkmalspflege und Denkmalsbau der Mecklenburg-Schwerinschen Regierung) der Kommission den Entwurf von Korff aus Laage, der daraufhin einstimmig angenommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch im Dezember 1926 erfolgten die Ausschreibungen, die Bauausführung übernimmt Maurermeister Krenzin aus Rostock, die Bauarbeiten die Maurermeister Kohlert und Rathcke aus Teterow. Zur Grundsteinlegung am 12. Juni 1927 konnte bei Gärtner Franz kostenlos Grünes zum Schmücken der Häuser abgeholt werden. Der Festzug versammelte sich um 15.30 Uhr auf dem Wilhelmsplatz (Platz des Friedens) und setzte sich um 16.00 Uhr in Bewegung. In den Grundstein war ein Bleibehälter eingelassen, der Geld, Briefmarken und Papiere enthielt. Nach den Ansprachen erfolgten die symbolischen Hammerschläge und das Spiel des Posaunenchores. Am Abend wurde zum Großen Festball im Hotel &amp;quot;Mecklenburger Hof&amp;quot; eingeladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Weihe des Ehrenmals erfolgte in ähnlicher Form wie die Grundsteinlegung. Erwähnt wurden einige Baudetails: Höhe: 20,1 m, 114 Stufen, Schwertlänge: 8,5 m, Kosten über 18.000 RM, 104 Tage Bauzeit, 23.350 Ziegel und 50 t Zement wurden verbaut. Die Gestaltung des Umfeldes und die Anlage eines Weges wurde 1928 durch Teterower Vereine bewerkstelligt. Fortan wurde das Ehrenmal für Feiern und Kranzniederlegungen zum Ewigkeitssonntag und zur Tannenbergfeier (am 27. August - siegreichen Schlacht gegen Russland 1914) regelmäßig genutzt. Darüber hinaus war es auch Treffpunkt des Stahlhelmtages in Teterow am 14. und 15. Juni 1930, des Teterow-Malchiner-Schülertreffen am 24. Juni 1931 und des SA-Tages am 19. Juni 1932. Die Reden bei diesen Anlässen entsprachen mit dem üblichem Chauvinismus und Revanchismus der Zeit. Einen Höhepunkt des Missbrauchs erlebte das Ehrenmal dann mit dem Besuch Adolf Hitlers, der von hier am 19. September 1937 das Herbstmanöver der Wehrmacht beobachtete. 1939 erfolgte noch der Anbau der Wärterkabine mit Verkaufsstand und die Anbringung der Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen. Im 2. Weltkrieg befand sich im Umfeld eine Funkmessstation, das Ehrenmal lag im umliegenden Sperrgebiet und war somit nicht zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach 1945 verlor das Ehrenmal seinen Zweck als zentraler Gedächtnisort der Stadt an den VVN-Stein und später an das Denkmal am Mühlenteich. Ansichtskarten der Zeit bezeichnen es dann auch folgerichtig als &amp;quot;Aussichtsturm auf dem Heidberg&amp;quot;. Erst 1979 gab es die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt. Mit dem politischen Umbruch 1989/90 galten die anderen Denkmale als belastet und das Ehrenmal wurde wieder der zentrale Gedenkort Teterows. Die Bedeutung des Ehrenmals wurde auf alle Opfer von Krieg und Gewalt erweitert, die entsprechenden Tafeln 1999 angebracht. Zu jedem Volkstrauertag sind Teterower hier im Gedenken versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow, das Schilda Norddeutschlands?==&lt;br /&gt;
* [[Teterow, das Schilda Norddeutschlands?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Teterower Feldmark==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Flurnamen und Lokalbezeichnungen der Stadt und Feldmark Teterow&amp;quot; zusammengestellt und erläutert von Dr. Gerhard Böhmer Stand 1.1.1934]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112967</id>
		<title>Karstorf</title>
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		<updated>2024-05-27T05:22:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Park und Denkmale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Karstorf OT der Gemeinde Hohen Demzin&lt;br /&gt;
 | plz = 17166&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Amt Mecklenburgische Schweiz&lt;br /&gt;
 | landkreis = Rostock&lt;br /&gt;
 | einwohner = ..?.. (2015)&lt;br /&gt;
 | lat= 53.6969&lt;br /&gt;
 | lon = 12.5411&lt;br /&gt;
}}Frank Herholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf Karstorf liegt in der Mecklenburgischen Schweiz an der Bundesstraße B 108 9 km südlich der Stadt [[Teterow]].&lt;br /&gt;
Aus Teilen des Dorfes entstanden die Orte Burg Schlitz und Görzhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411 Breite: 53.6969 Länge: 12.5411] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;iframe width=&amp;quot;625&amp;quot; height=&amp;quot;350&amp;quot; src=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/export/embed.html?bbox=12.526259422302248%2C53.69134495357858%2C12.555871009826662%2C53.70242298551734&amp;amp;amp;layer=mapnik&amp;amp;amp;marker=53.6968843339897%2C12.541065216064453&amp;quot; style=&amp;quot;border: 1px solid black&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/iframe&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;a href=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411&amp;quot;&amp;gt;-Größere Karte von Karstorf anzeigen-&amp;lt;/a&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurztext zum Ort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe  Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; &#039;&#039;&#039;1896&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seite 1104 ff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Burg Schlitz&#039;&#039;&#039; bei Hohen Demzin, 1 Meile südlich von Teterow unweit der Waren-Teterower-Chaussee. Hof, Schmiede mit Krug. 39 (15) Einw. Burg Schlitz ist ein durch seinen Park und seine Gartenanlagen, sowie durch die Schönheit und Großartigkeit der bergigen Landschaft bekanntes Schloß, welches auf einer hohen, gebirgsähnlichen, meilenweit sichtbaren, natürlichen Terrasse liegt und hoch über das ganze Malchiner Seebecken hervorragt. Der Schöpfer von Burg Schlitz war der Baron von Labes, der von dem preußischen Minister Grafen v. Schlitz genannt Görz, an Sohnes Statt angenommen wurde und darauf den Namen Graf v. Schlitz führte, welchen Namen auch sein Schwiegersohn, der zweite Besitzer, zu seinem Namen mit annahm. Burg Schlitz liegt auf der Feldmark von Karstorf, dem früheren Hauptgute, statt dessen 1817 Burg Schlitz als das Hauptgut anerkannt wurde, so daß Karstof nun eine Pertinenz von Burg Schlitz ist. Das Schloß, zu dem schon 1806 der Grundstein gelegt worden, wurde in Folge der Kriegszeiten erst 1823 ganz vollendet. Es ist dasselbe über 60 m lang, 17 m tief, 15 m hoch und aus drei mit einander durch Gallerien verbundenen Theilen bestehend, auf deren mittlerem sich ein Obelisk von nahezu 12 m Höhe erhebt, zu dessen Spitze von innen eine Treppe hinaufführt und von wo man eine der reizendsten Landschaften mit dem Malchiner und Kummerower See und einem Theil von Pommern übersieht. Mit einem guten Fernrohr erblickt man von hier über 70 Ortschaften. Im Schlosse selbst sind der im Geschmack des Mittelalters reich decorirte Rittersaal, die Bibliothek und verschiedene Kunst- und naturhistorische Sammlungen zu bemerken. In geringer Entfernung zur Seite des Schlosses findet man eine sehr schöne, dem Andenken der Adoptivmutter des Erbauers, der Gräfin Caroline von Schlitz-Görz geweihte Kapelle. Die Vorderseite der Bergterrasse, auf der das Schloß sich erhebt, ist mit Gehölz bestanden und von Luftwegen durchschnitten, die Rückseite des Schlosses wird durch einen schönen, parkartig zugerichteten Buchenwald, der 6 1/2 ha einnimmt und aus dem das blendend weiße Schloß sich scharf abhebt, begrenzt. Die ganze Umgegend des Schlosses besteht überhaupt aus schönen, großartig angelegten Partien, welche die größte Mannigfaltigkeit zeigen und worin außer den einheimischen über 50 Arten von ausländischen Bäumen und Gesträuchen vorhanden sind; auch die Landwege schmücken Alleen, Ruhestellen und kleine Denkmäler. Der letzteren sind überhaupt 36 und sie stören sowohl durch ihre Menge als auch durch die Selbstgefälligkeit, die der Erbauer - selbst sein Alpenstock ist in der Nische eines Monuments zu schauen -, durch sehr viele derselben an den Tag legt. Am Fuß des Schloßberges liegt das ansehnliche Gasthaus &amp;quot;Zum goldenen Frieden&amp;quot;. Hinter diesem Gasthause erstreckt sich ein zu Karlshof, der Meierei von Schorssow gehörendes Lustgehölz.&lt;br /&gt;
Der vorbenannte zweite Besitzer der Burg Schlitz, der Graf Heinrich v. Bassewitz, genannt von Schlitz, starb 1861. Seinem Willen gemäß sollte der älteste Sohn seines Bruders sein Erbe sein und in den Besitz einer von ihm intendirten Stiftung kommen, welche den Burg Schlitzer Güter-Complex und den Allodial-Nachlaß umfaßte. Doch da die Consense der zur Nachfolge im Lehn Berechtigten nicht erwirkt waren, so konnte die Stiftung nicht in Kraft treten. Die Lehngüter wurden von dem noch lebenden älteren Bruder und Senior der Familie, dem Grafen v. Bassewitz auf Perlin, Worensdorff ec. angenommen (Johannis 1862) und die übrigen Erben ausbezahlt. - Nach seinem bereits im Mai 1863 erfolgten Ableben kam sein einziger Sohn, der Graf Rudolph v. Bassewitz auf Raguth, dem auch Perlin zufiel, in den Besitz und es begann nun für die Burg Schlitzer Begüterung eine neue Zeit. Die Güter wurden nicht allein in landwirthschaftlicher Beziehung außerordentlich gehoben, es wurden auch auf sämmtlichen Höfen großartige Neubauten aufgeführt, darunter die große schöne Wassermühle zu Ziddorf; es erfolgte der Neubau des Hofes Karstorf mit prachtvollen Gewächshäusern, die Wiederaufrichtung der abgebrannten großen Hohen-Demziner Ziegelei u. A. Auch der Kirche zu Hohen-Demzin wandte der neue Besitzer sein Interesse zu. Im Jahre 1857 hatte dieselbe bereits einen sehr hübschen, ganz in Felsen aufgeführten Thurm erhalten, dessen schlanke, schiefergedeckte Spitze weithin über`s Land sichtbar ist. Im Jahr 1871 wurde nun auch die Kirche selbst von Grund auf neu erbaut und von der gräflichen Familie mit reichem Schmuck versehen, zu welchem der jetzige Besitzer, der Graf F. v. Bassewitz, im Jahre 1885 eine schöne neue Orgel hinzufügte. Letzterer übernahm die Güter nach dem im Jahr 1877 erfolgten Ableben seines Vaters. - Ein kostbares Denkmal des Verstorbenen aus carrarischem Mamor mit dem Medaillon-Bildniß desselben ist von seiner Wittwe, der Gräfin von Bassewitz, geb. Gräfin v. Bülow, in der oben erwähnten sog. Carolinen-Kapelle aufgestellt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Karstorf&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz, liegt am Fuße des Berges von Burg Schlitz südlich von diesem Ort an der Teterow-Warener-Chaussee. Hof mit 47 (83) Einw. Auf der Stelle eines späteren Herrenhauses, welches auch noch mit einem tiefen Wallgraben, über den eine Zugbrücke führte, umgeben war, stand eine alte Burg. In dem noch vorhandenen Gemäuer derselben sind jetzt Glashäuser mit französischer Obstbaumtreiberei eingerichtet. In der Nähe derselben liegen ausgedehnte Gewächshäuser, und am Rande der die Burg umgebenden Wiesen steht eine REihe schöner uralter Eichen, die nächst den Eichen im Ivenacker Thiergarten die größten in Mecklenburg sein dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Görzhausen&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz nahe (westlich) von Burg Schlitz zwischen dem 95 1/2 m hohen Alexanderberg und dem Nienhäger Forst in anmuthiger Lage. Rechts am Wege, der von Görzhausen nach Karstorf hinunterführt, befindet sich der 97 m hohe Röthelberg. Hof mit 89 (96) Einw.&lt;br /&gt;
Der Röthelberg ist die bedeutendste Anhöhe der ganzen Burg Schlitzer Hügelkette, ein vielbesuchter Aussichtspunkt mit einem Birkenwäldchen, von dem aus sich ein entzückendes Panorama darbietet, eins der anziehendsten der norddeutschen Tiefebene.&lt;br /&gt;
Görzhausen, Mitte dieses Jahrhunderts angelegt, hat seinen Namen vom Erbauer zu Ehren des Adoptivvaters des letzteren erhalten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Chronik=&lt;br /&gt;
===1427 - 1787 von der Osten===&lt;br /&gt;
Die von der Osten sind ein Uradelsgeschlecht, das in Pommern, im Baltikum und in Mecklenburg ansässig war. 1427 wurde Henneke von der Osten aus dem Haus Basepohl - Arenshagen als erster seiner Familie Besitzer von Karstorf. 1463 besaß ein weiterer Henneke das Dorf. Er war ein Wohltäter des Klosters Dargun und wurde auf der Denktafel von 1479 für den Ausbau der Klosterkirche als Besitzer &amp;quot;tho karstorpe&amp;quot; erwähnt, sein Wappen schmückte auch ein Glasfenster der Klosterkirche. 1653 stiftete Georg Wilhelm von der Osten aus dem Haus Schildberg der Kirche zu Hohen Demzin einen Kelch. Seit 1750 war Johann Dietrich von der Osten auf Karstorf Provisor des Klosters Dobbertin, 1762 wurde er Klosterhauptmann. 1768 waren seine persönlichen Finanzen so zerrüttet, dass er wegen betrügerischen Konkurses steckbrieflich gesucht wurde. 1771 wurde er inhaftiert und verurteilt, nach zwei Jahren Festungshaft  in Dömitz 1773 zu Landesverweisung begnadigt. Er starb 1782 auf Rügen. 1787/88 verkauften die Gläubiger die Güter an Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1788 - 1791 Joachim Johann Heinrich von Müller===&lt;br /&gt;
Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen wurde zusammen mit seinem Vater Joachim Christoph 1753 geadelt, die Anerkennung in Mecklenburg erlangte er 1794. 1787/88 kaufte er aus der Konkursmasse des Johann Dietrich von der Osten die Güter Hohen Demzin und Karstorf. 1789 legte er den Lehnseid gegenüber dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin ab. Bereits 1791 verkaufte er die Güter an den Freiherrn Hans von Labes für 90.000 Taler weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 - 1831 Hans Graf von Schlitz===&lt;br /&gt;
===1831 - 1931 von Bassewitz===&lt;br /&gt;
===1931 - 1945 Emil Georg von Stauß===&lt;br /&gt;
Stauß wurde 6. Oktober 1877 in Friedrichstal (Württemberg) als Sohn des Hauptlehrers Georg Stauß und der Emma Rosine, geb. Müller geboren. Seine Mutter starb 1887, noch im gleichen Jahr heiratete sein Vater Lina Hanselmann. Er hatte 6 Geschwister und besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart bis 1893. Nach der schulischen Ausbildung absolvierte er eine 3jährige Banklehre bei der Königlich Württembergischen Hofbank in Stuttgart und blieb anschließend noch ein Jahr als Kommis (Kontorist, Handlungsgehilfe, kaufmännischer Angestellter). Anschließend leistete er seinen Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger im Württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga. 1898 ließ er sich zum Stenographielehrer ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 erhielt Stauß eine Anstellung bei der Deutschen Bank und arbeitete zunächst ein Jahr in der Kontokorrent- und der Ausrechnungsabteilung. Danach wechselte er als Buchhalter in das Sekretariat der Abteilung für das Kapitalmarktgeschäft. 1901 wurde er Privatsekretär von Georg von Siemens, der noch im gleichen Jahr verstarb. Mit dem Erwerb der rumänischen Erdölgesellschaft Steaua Romana 1903 stieg die Deutsche Bank in das lukrative Ölgeschäft ein. Dazu wurde die Deutsche Petroleum-AG (DPAG) gegründet, deren erster Direktor Stauß 1904 wurde. Als Transporteur des Öls diente die Shell Transport and Trading Company, an der unter anderem Sir Henry Deterding beteiligt war. Wahrscheinlich ist hier die Freundschaft zwischen beiden entstanden. 1915 wurde Stauß Vorstand der Deutschen Bank, Verwalter der Anatolischen Eisenbahngesellschaft – damit auch mit dem Ausbau der Bagdad-Bahn beschäftigt. In diese Zeit fällt auch der Völkermord des Osmanischen Reiches an den Armeniern und die Verstrickung der Eisenbahngesellschaft darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1913/14 ließ Stauß sich eine Villa in Berlin-Dahlem errichten, heiratete 1915 Karin Elisabeth geborene von Müller (geb. 1895). Das Paar hatte 4 Kinder: Georg Ferdinand, Sven Eugen, Karin Maria und Ulf Emil. Schwiegervater war der Admiral Georg Alexander von MÜller, Chef des Marinekabinetts und Generaladjutant des Kaisers. Von Müller pflegte Verbindungen zur Kaiserfamilie und zu Prinz Heinrich von Preußen. 1918 wurde Stauß in den württembergischen erblichen Adelsstand erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 wurde von Stauß Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP), 1919 war er als Wirtschaftsfachmann Mitglied der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versaille und Spa. 1925 erfolgte die Berufung in den Zentralausschuss der Reichsbank. Von 1930 - 32 saß er für die DVP im Reichstag, ab 1933 für die NSDAP, ohne deren Mitglied zu sein. 1934 wurde er zum Vizepräsidenten des Reichstags gewählt und erhielt die Ernennung zum preußischen Staatsrat. Er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und seit 1931 (trotz Mitgliedschaft in der DVP) in der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Reichsleitung der NSDAP tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorstand der Deutschen Bank war er der Hauptakteur bei der Fusion von Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG, er blieb lange Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft, ebenso hatte er diese Funktion bei BMW, der Lufthansa AG, der Ufa oder beim Bayrischen Lloyd inne. 1932 wechselte er auch bei der Deutschen Bank vom Vorstand in den Aufsichtsrat. In diesen Funktionen unterstützte er den Aufstieg der NSDAP.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Konkurs der Familie von Bassewitz auf Burg Schlitz erwarb die Mecklenburgische Landgesellschaft GmbH auf einer Auktion das Gut, um es zu parzellieren und aufzusiedeln. Durch die Wirtschaftskrise war das Deutsche Reich nicht mehr in der Lage, die dafür notwendigen Kredite bereitzustellen. Daher erbot sich die Landgesellschaft am 17. August 1931 gegenüber dem Justizministerium Mecklenburg-Schwerins einen zahlungsfähigen Käufer zu finden, der in die Rechte aus dem Meistgebot eintritt und dann den Zuschlag erhält. Das gelang sehr schnell, schon am 25. September 1931 beurkundete das Amtsgericht Teterow die Abtretung des Meistgebotes an von Stauß.&lt;br /&gt;
Am 3. Juni 1932 vermeldeten die Teterower Nachrichten: &amp;quot;Adolf Hitler fuhr gestern durch Teterow und verweilte etwa eine Stunde in Burg Schlitz zu einer Besprechung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Ernst Heinkel schreibt in seiner Autobiographie &amp;quot;Stürmisches Leben&amp;quot;  „Einer meiner „Nachbarn“ in Mecklenburg war der … Herr von Stauß. Er besaß etwa 70 km von Warnemünde entfernt ein 7000 Morgen großes Gut, Burg Schlitz, mit wunderbaren, über 500 Jahre alten, riesigen Eichen und einem an sich herrlich großen und trotzdem irgendwie gräulichen Schloss, in dem es keine Wasserleitung gab und in dem man ununterbrochen fror, weil nur ein Zimmer heizbar war und die Kälte eines Jahrhunderts in den Mauern nistete. In Warnemünde lag Stauß` Boot „Ulf II“ vor Anker. Stauß hielt fleißig Verbindung mit der Prominenz und versäumte es selten, mit seinen Gästen zu mir herüberzukommen, Flugzeuge zu besichtigen und möglichst schwäbische Maultaschen und Spätzle zu probieren. Im Übrigen war Stauß … ein munterer Jagdgenosse. Ich … verleitete Herrn von Stauß … (zu Jagdausflügen), der trotz modernster, für jede Modenschau geeigneter Jagdausrüstung bei unseren großen Hasentreibjagden in Teterow zwar selten einen Hasen traf, aber sonst der unverzagteste Jagdgenosse in jenen stürmischen Jahren war.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Teil seiner Vorgänger auf Burg Schlitz ließ von Stauß sein Wappen in der Kirche von Hohen Demzin anbringen. Die Feldscheune an der Straße nach Waren und Teterow trägt noch heute seine Initialen. Zentrale Erntedankfeste von Hohen Demzin, Karstorf und Görzhausen wurden in Burg Schlitz gefeiert. Außerdem hat er zur Sonnenwende 1933 ein Wehrkreuz auf dem Röthelberg - errichtet durch das F. A. D. Stahlhelmlager Görzhausen - eingeweiht. In Karstorf ist der Pferdestall zum Kinosaal umgebaut worden. Ufa-Filme wurden hier uraufgeführt. Der Schwanenteich war mit elektrischen Anlagen versehen worden, mit denen der Teich in wechselnde Farben getaucht wurde. Die Wege unterhalb des Schlossen wurden regelmäßig mit Sand von Stränden am Malchiner See bestreut. Der besonders für seine Tiermotive bekannte Münchner Bildhauer Emil Manz schuf 1933 die Bronzeplastik der Spielenden Bären. Diese ließ von Stauß anstelle einer Sonnenuhr vor dem Herrenhaus aufstellen. Ob sie tatsächlich ein Bezug zur Wahlheimat Berlin ist, dessen Wappentier ein Bär ist, bleibt fraglich.&lt;br /&gt;
Ebenfalls auf Initiative von von Stauß gehen die Kolonaden auf den beiden Verbindungstrakten der drei Hausflügel zurück. Die bedeutendste Veränderung ist sicher die Aufstellung des „Brunnens der drei tanzenden Mädchen“ von Walter Schott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil Georg von Stauß verstarb am 11. Dezember 1942 in Berlin-Schmargendorf im Martin-Luther-Krankenhaus nach kurzer, schwerer Krankheit. Adolf Hitler ordnete für den 16. Dezember einen Staatsakt an, der im Haus der Flieger („Görings kleiner Reichskanzlei“ – dem heutigen Berliner Abgeordnetenhaus) stattfand. Die Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walther Funk hielt die Trauerrede. Die Trauerfeier fand am 18. Dezember im Krematorium Berlin-Wilmersdorf statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harry Graf Kessler in seinem Tagebuch vom 30. Januar 1933: „Ich saß an einem kleinen Tisch zwischen ihm und dem berühmten Herrn von Stauß, früher von der Deutschen Bank, der sich dicke tat mit seinen intimen Beziehungen zu Hitler. Dieser habe ihm versprochen, er werde ihm den Wunsch, den er ihm zur Kenntnis bringt, erfüllen.“&lt;br /&gt;
Ulrich von Hassel in seinem Tagebuch vom 29. September 1938: „Vor dem Frühstück sah ich Stauß, der einer der ersten Wirtschaftler war, die zu Hitler gingen, jetzt in höchster Sorge und Angewidertheit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1945 - 1992 Enteignung und öffentliche Nutzung===&lt;br /&gt;
===Privatisierung und Eigentümer seit 1992===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Park und Denkmale==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ein Werk aus der Zeit der Empfindsamkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Park gehört zu den größten und schönsten in Mecklenburg-Vorpommern, umfasst rund 60 ha und wurde in der Zeit von 1800 bis 1830 durch Hans Graf von Schlitz angelegt. Nachfolgende Besitzer nahmen Ergänzungen und Änderungen vor. Die Gestaltung erfolgte als englischer Landschaftspark und umfasst den Teil unmittelbar um das Herrenhaus, den dahinter liegenden Teil um den Buchenberg mit dem Weg am Waldrand, an dem die Denkmale wie eine Perlenkette aufgereiht sind, die Anlagen um die ehemalige Wasserburg in Karstorf und läuft in Denkmalen an Wegen und Straßen aus. Die Steinsetzungen sind durchweg aus Granit und umfassen Themen philosophischen, vaterländischen und familiären Inhalts. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Reihe seltener Bäume und Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfolgte die Pflege durch die Besitzer, änderte sich dies mit der Bodenreform 1945. Die Bewohner des 1955 im Herrenhaus eingerichteten Seniorenheimes pflegten das unmittelbare Umfeld, weite Teile des Parks verwilderten dabei. 1963 erarbeitete der Gartenarchitekt Alfred Niendorf aus Ludwigslust im Auftrag des Rates des Kreises Planungen zur Sanierung des Parks und eine Bestandsliste der Bäume, aus Kostengründen unterblieb eine Sanierung des Parks. Zahlreiche Denkmale im Park waren zwischenzeitlich beschädigt, zerstört oder gestohlen. In den 1980er Jahren begannen Pflegearbeiten durch Genossenschaftsbauern der umliegenden LPGen und durch Schüler aus Schorssow. Von 1988 bis 1990 wurde der Park unter fachlicher Begleitung von Dipl. Garten- und Landschaftsarchitektin Charlotte Schmid und dem ehrenamtlichen Kreisdenkmalpfleger Architekt Dipl.-Ingenieur Anselm Wolter wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Gaststein oder Begrüßungsobelisk&#039;&#039;&#039; empfängt die Besucher an der Auffahrt zur Burg. Graf Schlitz ließ das 7 m hohe Monument 1816 errichten. An der Spitze ist das Motto des Grafen: WWWV - Wünsche wenig wirke viel - verewigt. Die Begrüßungsworte lauten: SKANDENS HOSPES GRATE URNAE HUIC CURAM TRADAS EXPORTAT H. COMES SCHLITZ MDCCCXVI - GAST DER DU HINAUFSTEIGST ÜBERGIB DIESER FREUNDLICHEN URNE DEINE SORGEN DAS WÜNSCHT H. GRAF SCHLITZ 1816. Die eiserne Urne ist gestohlen worden. 2017 wurde der Obelisk durch eine Linde zerstört und wieder aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite des Weges steht ein &#039;&#039;&#039;Wegweiser&#039;&#039;&#039; mit den Angaben zu den nächsten Orten, nordwärts: H.DEMZIN KOETHEL TETEROW, südwärts: KARSTORF ZIDDORF WAHREN und westwärts: BURG SCHLITZ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Eingangstor&#039;&#039;&#039; ist von 1993 nach dem Vorbild der Zäune um das Herrenhaus gefertigt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man der Lindenalle und biegt an ihrem Ende links ab, gelangt man zur &#039;&#039;&#039;Magdalenenlaube&#039;&#039;&#039;, eine Steinsetzung erinnert noch an den einstigen Lieblingsplatz von Magdalene Gräfin von Bassewitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biegt man dann rechts ab, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Blücher-Wellington-Denkmal&#039;&#039;&#039;. Die 5 m hohe Anlage besteht aus zwei Teilen. Der hintere verewigt auf der Säule die Namen der beiden Sieger in der Schlacht von Waterloo, darunter wird in einer Nische Napoleon durch gekreuzte Dreizacke - Symbole für Neptun, somit der Atlantische Ozean um Napoleons Verbannungsort St. Helena - gefangen gehalten. Die Inschrift erläutert dies: DEN DAEMON DER NOCH JUENGST TEUTONIENS FESSEL HIELT EIN FERNES FELSENEILAND BIRGT IHN GEKETTET ZERSPLITTERT IST DES TRUGES MACHT UND RECHT UND WAHRHEIT SIEGTEN AM XVIII JUNIUS UND XX NOVEMBER MLCCCXV. (Die beiden Daten beziehen sich auf die Schlacht von Waterloo am 18.Juni 1815 und auf den &amp;quot;Zweiten Pariser Frieden&amp;quot; vom 20. November 1815.) Die ursprüngliche Büste Napoleons war aus Marmor, die Büste von Gebhard Leberecht von Blücher, die im vorderen Teil des Denkmals stand, hingegen aus Eisen. Sie wurde 1945 in einer Abfallgrube entsorgt und erst 1999 wieder gefunden. Hinter der Büste war ein Caduceus oder Hermesstab angebracht, an den Seiten Siegerkränze. Die Inschrift lautet: VICTORIAE ET PACIS H COMES SCHLITZ EX VOTO MDCCCXVI - SIEG UND FRIEDEN H GRAF SCHLITZ EINGEWEIHT 1816. Es ist das erste Denkmal, das den beiden Feldherren errichtet wurde. Blücher bedankte sich 1818 in der Schlosschronik für die Errichtung des Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man dem Weg weiter, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Regensburgdenkmal&#039;&#039;&#039;. 1809 standen sich bei Regensburg zwei Verwandte in den Armeen Österreichs und Frankreichs gegenüber, in den anschließenden Gefechten töteten sie sich im Kampf gegenseitig. Dies berührte Hans Graf Schlitz und er ließ die Rüstungen der beiden in dem 4 m hohen Denkmal unterbringen. Auf der einen Seite des neogotischen Baues ist das Wappen des Grafen dargestellt: zwei schräge, dreigezinnte Balken für von Schlitz und darunter die Lilie für Labes. Auf der anderen Seite steht: DIE VORSEHUNG SCHUETZTE DIE MEINIGEN EISEN DIE KAEMPFENDEN NICHT H. GRAF SCHLITZ MDCCCXIV (1814) IM STURM VOR REGENSBURG WO MIR DIE THEUERSTEN LEBTEN LIESSEN SINKEND IM KAMPFE GEGENEINANDER ZWEI GEHARNISCHTE DIESE RÜSTUNG ZURUECK AM XXII APRIL MDCCCIX (22. April 1809). Auf der einen Seite des Denkmals steht eine Libanonzeder und auf der anderen ein Ginkgobaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bergan kommt man zum &#039;&#039;&#039;Brunnen der drei tanzenden Mädchen&#039;&#039;&#039;. Walter Schott schuf ab etwa 1900 diesen Brunnen, für den er 37mal probierte, die 3 Tänzerinnen passend zueinander zu formen. Diese - ursprünglich nur einmal vorhandene große Ausführung - wurde für den Berliner Zeitungsverleger und Kunstmäzen Rudolf Mosse geschaffen. Er ließ sie im Vorhof seiner Villa am Potsdamer Platz aufstellen. Vermutlich wurde das Vermögen der Mosse-Erben von den Nationalsozialisten enteignet. In die Villa zog die nationalsozialistische Akademie für Deutsches Recht (deren Mitglied der Burg Schlitz-Besitzer von Stauß gewesen ist), etwa 1934 wurde der Brunnen durch eine Löwen-Skulptur ersetzt und höchstwahrscheinlich der Brunnen nach Burg Schlitz verbracht. Hier wurde er 1962 bei einem Sturm schwer beschädigt und wieder in Stand gesetzt. Mittlerweile sind zahlreiche Kopien in aller Welt bekannt. Auch in der ehemaligen Berliner Villa von von Stauß befindet sich eine kleinere Ausgabe des Brunnens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von hier aus in Richtung Herrenhaus kommt man zur Laube &#039;&#039;&#039;LUISENS WAHL&#039;&#039;&#039; - einem Lieblingsplatz der Gräfin Schlitz. Die Laube wurde ursprünglich von zwei Buchen gebildet, heute sind es zwei Kastanien. Von hier aus konnte der Blick in Richtung der alten Wasserburg schweifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar vor dem Herrenhaus befindet sich die Skulpturengruppe der &#039;&#039;&#039;Spielenden Bären&#039;&#039;&#039; von Emil Manz von 1933, ein Bezug zum Berliner Wappentier - dem Hauptwohnsitz von von Stauß - ist naheliegend. Dies war im Ursprung der Standort einer Sonnenuhr, der kleine Amor ersetzte zeitweise die Bären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden kleinen Säulen an der Auffahrt waren einst von &#039;&#039;&#039;Amor und Psyche&#039;&#039;&#039; bekrönt und bildeten an ihrem ursprünglichen Standort in Richtung Park den offiziellen Eingang zum Garten unterhalb der Burg. Psyche wurde nach 1945 entwendet, Amor ereilte dieses Schicksal 1990. Im Kunsthandel tauchte eine solche Figur 2007 auf, wurde von der Kultur-Stiftung der Länder angekauft und dem Schadowhaus Berlin übergeben, in dessen Garten eine solche Plastik nachweisbar war. Der Dresdner Hof kaufte 1765 in Rom eine antike Marmorstatue des Amor an, die dann in der Gießerei Lauchhammer nachgegossen wurde. Eine leicht geänderte Fassung des Amor steht heute auch noch im Seifersdorfer Tal bei Dresden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Glashütte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Görzhausen==&lt;br /&gt;
==Skulpturenweg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Adamiak, Josef &amp;quot;Schlösser und Gärten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig 1975&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Anonym &amp;quot;Memoiren eines deutschen Staatsmannes aus den Jahren 1788 - 1816&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leipzig bei Friedrich Fleischer 1833&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Böhmer, Gerhard &amp;quot;Das Lebenslied des Grafen Hans von Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag der Buchdruckerei H. Müschen, Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Boroock, Willi &amp;quot;Chronik - Historische Betrachtung über die Burg Schlitz 1427 - 1945 Kreis Teterow&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1985 - 1990&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Brandt, Jürgen &amp;quot;Alt-Mecklenburgische Schlösser und Herrensitze&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag Ernst Wasmuth A. G. Berlin 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Burkhardt, Albert &amp;quot;Mitten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1983&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hermann, Anne und Anke &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992/93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hippauf, Renate und Luttmann, Jürgen &amp;quot;Spaziergänge in der Landschaft von Burg Schlitz - Ein Parkführer in 62 Denkmalen und 13 Skizzen&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Grafik, Druck &amp;amp; Verlag GmbH Stavenhagen 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Karge, Wolf (Hg.) &amp;quot;Biographisches Lexikon für Mecklenburg&amp;quot; Band 9 (Biographie Hans von Schlitz)&lt;br /&gt;
:Verlag Schmidt-Römhild Schwerin 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen und Wolter, Anselm &amp;quot;1801 - 2001 200 Jahre Görzhausen - Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte des Dorfes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;100 Jahre Bassewitz auf Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;Wappenbuch von Burg Schitz und Umgebung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Naschinski, Wilhelm &amp;quot;Der Dichter in Stein und Landschaft&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Mecklenburgische Monatshefte V. Jahrgang 1929 Mai, Carl Hinstorff Verlag Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Ossenberg-Engels GmbH Architekten und Ingenieure &amp;quot;Burg Schlitz - Dokumentation über die Gebäude und den Park der Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Parlow, Andreas &amp;quot;Einige Nachrichten über die wendische und gräfliche Familie von Bassewitz und ihre Güter&amp;quot;&lt;br /&gt;
:MFP-Verlag Tellow 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Rolf, Albert &amp;quot;Denkwürdigkeiten des Grafen Hans von Schlitz von den letzten Lebensjahren Josephs des II. bis zum Sturze Napoleon`s I.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:G. U. Rudolph`s Verlags-Buchhandlung Hamburg 1898&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Schlitz, Hans Graf von (ergänzt von Rudolph Graf von Bassewitz) &amp;quot;Chronik von Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1816 - 1890&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Steinhausen, Claus &amp;quot;Die historische Kulturlandschaft um Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz - Geschichte, Zustand und Entwicklungskonzept eines Beispiels der Landesverschönerung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wagner, Annalise &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Carolinum 48. Jg. Nr. 91 Hrsg. Altschülerschaft des ehemaligen Carolinum Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wolter, Anselm &amp;quot;Der Park Burg Schlitz- Rekonstruktion des Parkes in den Jahren 1988 bis 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1998&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Zippel, Kathrin und Maßmann, Wolfgang &amp;quot;Inventarisierung und Vorschläge zur Erhaltung der Steindenkmäler im Park Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontakte ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112907</id>
		<title>Karstorf</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112907"/>
		<updated>2024-05-26T08:57:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Park und Denkmale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Karstorf OT der Gemeinde Hohen Demzin&lt;br /&gt;
 | plz = 17166&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Amt Mecklenburgische Schweiz&lt;br /&gt;
 | landkreis = Rostock&lt;br /&gt;
 | einwohner = ..?.. (2015)&lt;br /&gt;
 | lat= 53.6969&lt;br /&gt;
 | lon = 12.5411&lt;br /&gt;
}}Frank Herholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf Karstorf liegt in der Mecklenburgischen Schweiz an der Bundesstraße B 108 9 km südlich der Stadt [[Teterow]].&lt;br /&gt;
Aus Teilen des Dorfes entstanden die Orte Burg Schlitz und Görzhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411 Breite: 53.6969 Länge: 12.5411] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;iframe width=&amp;quot;625&amp;quot; height=&amp;quot;350&amp;quot; src=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/export/embed.html?bbox=12.526259422302248%2C53.69134495357858%2C12.555871009826662%2C53.70242298551734&amp;amp;amp;layer=mapnik&amp;amp;amp;marker=53.6968843339897%2C12.541065216064453&amp;quot; style=&amp;quot;border: 1px solid black&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/iframe&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;a href=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411&amp;quot;&amp;gt;-Größere Karte von Karstorf anzeigen-&amp;lt;/a&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurztext zum Ort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe  Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; &#039;&#039;&#039;1896&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seite 1104 ff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Burg Schlitz&#039;&#039;&#039; bei Hohen Demzin, 1 Meile südlich von Teterow unweit der Waren-Teterower-Chaussee. Hof, Schmiede mit Krug. 39 (15) Einw. Burg Schlitz ist ein durch seinen Park und seine Gartenanlagen, sowie durch die Schönheit und Großartigkeit der bergigen Landschaft bekanntes Schloß, welches auf einer hohen, gebirgsähnlichen, meilenweit sichtbaren, natürlichen Terrasse liegt und hoch über das ganze Malchiner Seebecken hervorragt. Der Schöpfer von Burg Schlitz war der Baron von Labes, der von dem preußischen Minister Grafen v. Schlitz genannt Görz, an Sohnes Statt angenommen wurde und darauf den Namen Graf v. Schlitz führte, welchen Namen auch sein Schwiegersohn, der zweite Besitzer, zu seinem Namen mit annahm. Burg Schlitz liegt auf der Feldmark von Karstorf, dem früheren Hauptgute, statt dessen 1817 Burg Schlitz als das Hauptgut anerkannt wurde, so daß Karstof nun eine Pertinenz von Burg Schlitz ist. Das Schloß, zu dem schon 1806 der Grundstein gelegt worden, wurde in Folge der Kriegszeiten erst 1823 ganz vollendet. Es ist dasselbe über 60 m lang, 17 m tief, 15 m hoch und aus drei mit einander durch Gallerien verbundenen Theilen bestehend, auf deren mittlerem sich ein Obelisk von nahezu 12 m Höhe erhebt, zu dessen Spitze von innen eine Treppe hinaufführt und von wo man eine der reizendsten Landschaften mit dem Malchiner und Kummerower See und einem Theil von Pommern übersieht. Mit einem guten Fernrohr erblickt man von hier über 70 Ortschaften. Im Schlosse selbst sind der im Geschmack des Mittelalters reich decorirte Rittersaal, die Bibliothek und verschiedene Kunst- und naturhistorische Sammlungen zu bemerken. In geringer Entfernung zur Seite des Schlosses findet man eine sehr schöne, dem Andenken der Adoptivmutter des Erbauers, der Gräfin Caroline von Schlitz-Görz geweihte Kapelle. Die Vorderseite der Bergterrasse, auf der das Schloß sich erhebt, ist mit Gehölz bestanden und von Luftwegen durchschnitten, die Rückseite des Schlosses wird durch einen schönen, parkartig zugerichteten Buchenwald, der 6 1/2 ha einnimmt und aus dem das blendend weiße Schloß sich scharf abhebt, begrenzt. Die ganze Umgegend des Schlosses besteht überhaupt aus schönen, großartig angelegten Partien, welche die größte Mannigfaltigkeit zeigen und worin außer den einheimischen über 50 Arten von ausländischen Bäumen und Gesträuchen vorhanden sind; auch die Landwege schmücken Alleen, Ruhestellen und kleine Denkmäler. Der letzteren sind überhaupt 36 und sie stören sowohl durch ihre Menge als auch durch die Selbstgefälligkeit, die der Erbauer - selbst sein Alpenstock ist in der Nische eines Monuments zu schauen -, durch sehr viele derselben an den Tag legt. Am Fuß des Schloßberges liegt das ansehnliche Gasthaus &amp;quot;Zum goldenen Frieden&amp;quot;. Hinter diesem Gasthause erstreckt sich ein zu Karlshof, der Meierei von Schorssow gehörendes Lustgehölz.&lt;br /&gt;
Der vorbenannte zweite Besitzer der Burg Schlitz, der Graf Heinrich v. Bassewitz, genannt von Schlitz, starb 1861. Seinem Willen gemäß sollte der älteste Sohn seines Bruders sein Erbe sein und in den Besitz einer von ihm intendirten Stiftung kommen, welche den Burg Schlitzer Güter-Complex und den Allodial-Nachlaß umfaßte. Doch da die Consense der zur Nachfolge im Lehn Berechtigten nicht erwirkt waren, so konnte die Stiftung nicht in Kraft treten. Die Lehngüter wurden von dem noch lebenden älteren Bruder und Senior der Familie, dem Grafen v. Bassewitz auf Perlin, Worensdorff ec. angenommen (Johannis 1862) und die übrigen Erben ausbezahlt. - Nach seinem bereits im Mai 1863 erfolgten Ableben kam sein einziger Sohn, der Graf Rudolph v. Bassewitz auf Raguth, dem auch Perlin zufiel, in den Besitz und es begann nun für die Burg Schlitzer Begüterung eine neue Zeit. Die Güter wurden nicht allein in landwirthschaftlicher Beziehung außerordentlich gehoben, es wurden auch auf sämmtlichen Höfen großartige Neubauten aufgeführt, darunter die große schöne Wassermühle zu Ziddorf; es erfolgte der Neubau des Hofes Karstorf mit prachtvollen Gewächshäusern, die Wiederaufrichtung der abgebrannten großen Hohen-Demziner Ziegelei u. A. Auch der Kirche zu Hohen-Demzin wandte der neue Besitzer sein Interesse zu. Im Jahre 1857 hatte dieselbe bereits einen sehr hübschen, ganz in Felsen aufgeführten Thurm erhalten, dessen schlanke, schiefergedeckte Spitze weithin über`s Land sichtbar ist. Im Jahr 1871 wurde nun auch die Kirche selbst von Grund auf neu erbaut und von der gräflichen Familie mit reichem Schmuck versehen, zu welchem der jetzige Besitzer, der Graf F. v. Bassewitz, im Jahre 1885 eine schöne neue Orgel hinzufügte. Letzterer übernahm die Güter nach dem im Jahr 1877 erfolgten Ableben seines Vaters. - Ein kostbares Denkmal des Verstorbenen aus carrarischem Mamor mit dem Medaillon-Bildniß desselben ist von seiner Wittwe, der Gräfin von Bassewitz, geb. Gräfin v. Bülow, in der oben erwähnten sog. Carolinen-Kapelle aufgestellt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Karstorf&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz, liegt am Fuße des Berges von Burg Schlitz südlich von diesem Ort an der Teterow-Warener-Chaussee. Hof mit 47 (83) Einw. Auf der Stelle eines späteren Herrenhauses, welches auch noch mit einem tiefen Wallgraben, über den eine Zugbrücke führte, umgeben war, stand eine alte Burg. In dem noch vorhandenen Gemäuer derselben sind jetzt Glashäuser mit französischer Obstbaumtreiberei eingerichtet. In der Nähe derselben liegen ausgedehnte Gewächshäuser, und am Rande der die Burg umgebenden Wiesen steht eine REihe schöner uralter Eichen, die nächst den Eichen im Ivenacker Thiergarten die größten in Mecklenburg sein dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Görzhausen&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz nahe (westlich) von Burg Schlitz zwischen dem 95 1/2 m hohen Alexanderberg und dem Nienhäger Forst in anmuthiger Lage. Rechts am Wege, der von Görzhausen nach Karstorf hinunterführt, befindet sich der 97 m hohe Röthelberg. Hof mit 89 (96) Einw.&lt;br /&gt;
Der Röthelberg ist die bedeutendste Anhöhe der ganzen Burg Schlitzer Hügelkette, ein vielbesuchter Aussichtspunkt mit einem Birkenwäldchen, von dem aus sich ein entzückendes Panorama darbietet, eins der anziehendsten der norddeutschen Tiefebene.&lt;br /&gt;
Görzhausen, Mitte dieses Jahrhunderts angelegt, hat seinen Namen vom Erbauer zu Ehren des Adoptivvaters des letzteren erhalten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Chronik=&lt;br /&gt;
===1427 - 1787 von der Osten===&lt;br /&gt;
Die von der Osten sind ein Uradelsgeschlecht, das in Pommern, im Baltikum und in Mecklenburg ansässig war. 1427 wurde Henneke von der Osten aus dem Haus Basepohl - Arenshagen als erster seiner Familie Besitzer von Karstorf. 1463 besaß ein weiterer Henneke das Dorf. Er war ein Wohltäter des Klosters Dargun und wurde auf der Denktafel von 1479 für den Ausbau der Klosterkirche als Besitzer &amp;quot;tho karstorpe&amp;quot; erwähnt, sein Wappen schmückte auch ein Glasfenster der Klosterkirche. 1653 stiftete Georg Wilhelm von der Osten aus dem Haus Schildberg der Kirche zu Hohen Demzin einen Kelch. Seit 1750 war Johann Dietrich von der Osten auf Karstorf Provisor des Klosters Dobbertin, 1762 wurde er Klosterhauptmann. 1768 waren seine persönlichen Finanzen so zerrüttet, dass er wegen betrügerischen Konkurses steckbrieflich gesucht wurde. 1771 wurde er inhaftiert und verurteilt, nach zwei Jahren Festungshaft  in Dömitz 1773 zu Landesverweisung begnadigt. Er starb 1782 auf Rügen. 1787/88 verkauften die Gläubiger die Güter an Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1788 - 1791 Joachim Johann Heinrich von Müller===&lt;br /&gt;
Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen wurde zusammen mit seinem Vater Joachim Christoph 1753 geadelt, die Anerkennung in Mecklenburg erlangte er 1794. 1787/88 kaufte er aus der Konkursmasse des Johann Dietrich von der Osten die Güter Hohen Demzin und Karstorf. 1789 legte er den Lehnseid gegenüber dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin ab. Bereits 1791 verkaufte er die Güter an den Freiherrn Hans von Labes für 90.000 Taler weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 - 1831 Hans Graf von Schlitz===&lt;br /&gt;
===1831 - 1931 von Bassewitz===&lt;br /&gt;
===1931 - 1945 Emil Georg von Stauß===&lt;br /&gt;
Stauß wurde 6. Oktober 1877 in Friedrichstal (Württemberg) als Sohn des Hauptlehrers Georg Stauß und der Emma Rosine, geb. Müller geboren. Seine Mutter starb 1887, noch im gleichen Jahr heiratete sein Vater Lina Hanselmann. Er hatte 6 Geschwister und besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart bis 1893. Nach der schulischen Ausbildung absolvierte er eine 3jährige Banklehre bei der Königlich Württembergischen Hofbank in Stuttgart und blieb anschließend noch ein Jahr als Kommis (Kontorist, Handlungsgehilfe, kaufmännischer Angestellter). Anschließend leistete er seinen Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger im Württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga. 1898 ließ er sich zum Stenographielehrer ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 erhielt Stauß eine Anstellung bei der Deutschen Bank und arbeitete zunächst ein Jahr in der Kontokorrent- und der Ausrechnungsabteilung. Danach wechselte er als Buchhalter in das Sekretariat der Abteilung für das Kapitalmarktgeschäft. 1901 wurde er Privatsekretär von Georg von Siemens, der noch im gleichen Jahr verstarb. Mit dem Erwerb der rumänischen Erdölgesellschaft Steaua Romana 1903 stieg die Deutsche Bank in das lukrative Ölgeschäft ein. Dazu wurde die Deutsche Petroleum-AG (DPAG) gegründet, deren erster Direktor Stauß 1904 wurde. Als Transporteur des Öls diente die Shell Transport and Trading Company, an der unter anderem Sir Henry Deterding beteiligt war. Wahrscheinlich ist hier die Freundschaft zwischen beiden entstanden. 1915 wurde Stauß Vorstand der Deutschen Bank, Verwalter der Anatolischen Eisenbahngesellschaft – damit auch mit dem Ausbau der Bagdad-Bahn beschäftigt. In diese Zeit fällt auch der Völkermord des Osmanischen Reiches an den Armeniern und die Verstrickung der Eisenbahngesellschaft darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1913/14 ließ Stauß sich eine Villa in Berlin-Dahlem errichten, heiratete 1915 Karin Elisabeth geborene von Müller (geb. 1895). Das Paar hatte 4 Kinder: Georg Ferdinand, Sven Eugen, Karin Maria und Ulf Emil. Schwiegervater war der Admiral Georg Alexander von MÜller, Chef des Marinekabinetts und Generaladjutant des Kaisers. Von Müller pflegte Verbindungen zur Kaiserfamilie und zu Prinz Heinrich von Preußen. 1918 wurde Stauß in den württembergischen erblichen Adelsstand erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 wurde von Stauß Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP), 1919 war er als Wirtschaftsfachmann Mitglied der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versaille und Spa. 1925 erfolgte die Berufung in den Zentralausschuss der Reichsbank. Von 1930 - 32 saß er für die DVP im Reichstag, ab 1933 für die NSDAP, ohne deren Mitglied zu sein. 1934 wurde er zum Vizepräsidenten des Reichstags gewählt und erhielt die Ernennung zum preußischen Staatsrat. Er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und seit 1931 (trotz Mitgliedschaft in der DVP) in der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Reichsleitung der NSDAP tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorstand der Deutschen Bank war er der Hauptakteur bei der Fusion von Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG, er blieb lange Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft, ebenso hatte er diese Funktion bei BMW, der Lufthansa AG, der Ufa oder beim Bayrischen Lloyd inne. 1932 wechselte er auch bei der Deutschen Bank vom Vorstand in den Aufsichtsrat. In diesen Funktionen unterstützte er den Aufstieg der NSDAP.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Konkurs der Familie von Bassewitz auf Burg Schlitz erwarb die Mecklenburgische Landgesellschaft GmbH auf einer Auktion das Gut, um es zu parzellieren und aufzusiedeln. Durch die Wirtschaftskrise war das Deutsche Reich nicht mehr in der Lage, die dafür notwendigen Kredite bereitzustellen. Daher erbot sich die Landgesellschaft am 17. August 1931 gegenüber dem Justizministerium Mecklenburg-Schwerins einen zahlungsfähigen Käufer zu finden, der in die Rechte aus dem Meistgebot eintritt und dann den Zuschlag erhält. Das gelang sehr schnell, schon am 25. September 1931 beurkundete das Amtsgericht Teterow die Abtretung des Meistgebotes an von Stauß.&lt;br /&gt;
Am 3. Juni 1932 vermeldeten die Teterower Nachrichten: &amp;quot;Adolf Hitler fuhr gestern durch Teterow und verweilte etwa eine Stunde in Burg Schlitz zu einer Besprechung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Ernst Heinkel schreibt in seiner Autobiographie &amp;quot;Stürmisches Leben&amp;quot;  „Einer meiner „Nachbarn“ in Mecklenburg war der … Herr von Stauß. Er besaß etwa 70 km von Warnemünde entfernt ein 7000 Morgen großes Gut, Burg Schlitz, mit wunderbaren, über 500 Jahre alten, riesigen Eichen und einem an sich herrlich großen und trotzdem irgendwie gräulichen Schloss, in dem es keine Wasserleitung gab und in dem man ununterbrochen fror, weil nur ein Zimmer heizbar war und die Kälte eines Jahrhunderts in den Mauern nistete. In Warnemünde lag Stauß` Boot „Ulf II“ vor Anker. Stauß hielt fleißig Verbindung mit der Prominenz und versäumte es selten, mit seinen Gästen zu mir herüberzukommen, Flugzeuge zu besichtigen und möglichst schwäbische Maultaschen und Spätzle zu probieren. Im Übrigen war Stauß … ein munterer Jagdgenosse. Ich … verleitete Herrn von Stauß … (zu Jagdausflügen), der trotz modernster, für jede Modenschau geeigneter Jagdausrüstung bei unseren großen Hasentreibjagden in Teterow zwar selten einen Hasen traf, aber sonst der unverzagteste Jagdgenosse in jenen stürmischen Jahren war.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Teil seiner Vorgänger auf Burg Schlitz ließ von Stauß sein Wappen in der Kirche von Hohen Demzin anbringen. Die Feldscheune an der Straße nach Waren und Teterow trägt noch heute seine Initialen. Zentrale Erntedankfeste von Hohen Demzin, Karstorf und Görzhausen wurden in Burg Schlitz gefeiert. Außerdem hat er zur Sonnenwende 1933 ein Wehrkreuz auf dem Röthelberg - errichtet durch das F. A. D. Stahlhelmlager Görzhausen - eingeweiht. In Karstorf ist der Pferdestall zum Kinosaal umgebaut worden. Ufa-Filme wurden hier uraufgeführt. Der Schwanenteich war mit elektrischen Anlagen versehen worden, mit denen der Teich in wechselnde Farben getaucht wurde. Die Wege unterhalb des Schlossen wurden regelmäßig mit Sand von Stränden am Malchiner See bestreut. Der besonders für seine Tiermotive bekannte Münchner Bildhauer Emil Manz schuf 1933 die Bronzeplastik der Spielenden Bären. Diese ließ von Stauß anstelle einer Sonnenuhr vor dem Herrenhaus aufstellen. Ob sie tatsächlich ein Bezug zur Wahlheimat Berlin ist, dessen Wappentier ein Bär ist, bleibt fraglich.&lt;br /&gt;
Ebenfalls auf Initiative von von Stauß gehen die Kolonaden auf den beiden Verbindungstrakten der drei Hausflügel zurück. Die bedeutendste Veränderung ist sicher die Aufstellung des „Brunnens der drei tanzenden Mädchen“ von Walter Schott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil Georg von Stauß verstarb am 11. Dezember 1942 in Berlin-Schmargendorf im Martin-Luther-Krankenhaus nach kurzer, schwerer Krankheit. Adolf Hitler ordnete für den 16. Dezember einen Staatsakt an, der im Haus der Flieger („Görings kleiner Reichskanzlei“ – dem heutigen Berliner Abgeordnetenhaus) stattfand. Die Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walther Funk hielt die Trauerrede. Die Trauerfeier fand am 18. Dezember im Krematorium Berlin-Wilmersdorf statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harry Graf Kessler in seinem Tagebuch vom 30. Januar 1933: „Ich saß an einem kleinen Tisch zwischen ihm und dem berühmten Herrn von Stauß, früher von der Deutschen Bank, der sich dicke tat mit seinen intimen Beziehungen zu Hitler. Dieser habe ihm versprochen, er werde ihm den Wunsch, den er ihm zur Kenntnis bringt, erfüllen.“&lt;br /&gt;
Ulrich von Hassel in seinem Tagebuch vom 29. September 1938: „Vor dem Frühstück sah ich Stauß, der einer der ersten Wirtschaftler war, die zu Hitler gingen, jetzt in höchster Sorge und Angewidertheit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1945 - 1992 Enteignung und öffentliche Nutzung===&lt;br /&gt;
===Privatisierung und Eigentümer seit 1992===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Park und Denkmale==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ein Werk aus der Zeit der Empfindsamkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Park gehört zu den größten und schönsten in Mecklenburg-Vorpommern, umfasst rund 60 ha und wurde in der Zeit von 1800 bis 1830 durch Hans Graf von Schlitz angelegt. Nachfolgende Besitzer nahmen Ergänzungen und Änderungen vor. Die Gestaltung erfolgte als englischer Landschaftspark und umfasst den Teil unmittelbar um das Herrenhaus, den dahinter liegenden Teil um den Buchenberg mit dem Weg am Waldrand, an dem die Denkmale wie eine Perlenkette aufgereiht sind, die Anlagen um die ehemalige Wasserburg in Karstorf und läuft in Denkmalen an Wegen und Straßen aus. Die Steinsetzungen sind durchweg aus Granit und umfassen Themen philosophischen, vaterländischen und familiären Inhalts. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Reihe seltener Bäume und Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfolgte die Pflege durch die Besitzer, änderte sich dies mit der Bodenreform 1945. Die Bewohner des 1955 im Herrenhaus eingerichteten Seniorenheimes pflegten das unmittelbare Umfeld, weite Teile des Parks verwilderten dabei. 1963 erarbeitete der Gartenarchitekt Alfred Niendorf aus Ludwigslust im Auftrag des Rates des Kreises Planungen zur Sanierung des Parks und eine Bestandsliste der Bäume, aus Kostengründen unterblieb eine Sanierung des Parks. Zahlreiche Denkmale im Park waren zwischenzeitlich beschädigt, zerstört oder gestohlen. In den 1980er Jahren begannen Pflegearbeiten durch Genossenschaftsbauern der umliegenden LPGen und durch Schüler aus Schorssow. Von 1988 bis 1990 wurde der Park unter fachlicher Begleitung von Dipl. Garten- und Landschaftsarchitektin Charlotte Schmid und dem ehrenamtlichen Kreisdenkmalpfleger Architekt Dipl.-Ingenieur Anselm Wolter wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Gaststein oder Begrüßungsobelisk&#039;&#039;&#039; empfängt die Besucher an der Auffahrt zur Burg. Graf Schlitz ließ das 7 m hohe Monument 1816 errichten. An der Spitze ist das Motto des Grafen: WWWV - Wünsche wenig wirke viel - verewigt. Die Begrüßungsworte lauten: SKANDENS HOSPES GRATE URNAE HUIC CURAM TRADAS EXPORTAT H. COMES SCHLITZ MDCCCXVI - GAST DER DU HINAUFSTEIGST ÜBERGIB DIESER FREUNDLICHEN URNE DEINE SORGEN DAS WÜNSCHT H. GRAF SCHLITZ 1816. Die eiserne Urne ist gestohlen worden. 2017 wurde der Obelisk durch eine Linde zerstört und wieder aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite des Weges steht ein &#039;&#039;&#039;Wegweiser&#039;&#039;&#039; mit den Angaben zu den nächsten Orten, nordwärts: H.DEMZIN KOETHEL TETEROW, südwärts: KARSTORF ZIDDORF WAHREN und westwärts: BURG SCHLITZ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Eingangstor&#039;&#039;&#039; ist von 1993 nach dem Vorbild der Zäune um das Herrenhaus gefertigt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man der Lindenalle und biegt an ihrem Ende links ab, gelangt man zur &#039;&#039;&#039;Magdalenenlaube&#039;&#039;&#039;, eine Steinsetzung erinnert noch an den einstigen Lieblingsplatz von Magdalene Gräfin von Bassewitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biegt man dann rechts ab, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Blücher-Wellington-Denkmal&#039;&#039;&#039;. Die 5 m hohe Anlage besteht aus zwei Teilen. Der hintere verewigt auf der Säule die Namen der beiden Sieger in der Schlacht von Waterloo, darunter wird in einer Nische Napoleon durch gekreuzte Dreizacke - Symbole für Neptun, somit der Atlantische Ozean um Napoleons Verbannungsort St. Helena - gefangen gehalten. Die Inschrift erläutert dies: DEN DAEMON DER NOCH JUENGST TEUTONIENS FESSEL HIELT EIN FERNES FELSENEILAND BIRGT IHN GEKETTET ZERSPLITTERT IST DES TRUGES MACHT UND RECHT UND WAHRHEIT SIEGTEN AM XVIII JUNIUS UND XX NOVEMBER MLCCCXV. (Die beiden Daten beziehen sich auf die Schlacht von Waterloo am 18.Juni 1815 und auf den &amp;quot;Zweiten Pariser Frieden&amp;quot; vom 20. November 1815.) Die ursprüngliche Büste Napoleons war aus Marmor, die Büste von Gebhard Leberecht von Blücher, die im vorderen Teil des Denkmals stand, hingegen aus Eisen. Sie wurde 1945 in einer Abfallgrube entsorgt und erst 1999 wieder gefunden. Hinter der Büste war ein Caduceus oder Hermesstab angebracht, an den Seiten Siegerkränze. Die Inschrift lautet: VICTORIAE ET PACIS H COMES SCHLITZ EX VOTO MDCCCXVI - SIEG UND FRIEDEN H GRAF SCHLITZ EINGEWEIHT 1816. Es ist das erste Denkmal, das den beiden Feldherren errichtet wurde. Blücher bedankte sich 1818 in der Schlosschronik für die Errichtung des Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man dem Weg weiter, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Regensburgdenkmal&#039;&#039;&#039;. 1809 standen sich bei Regensburg zwei Verwandte in den Armeen Österreichs und Frankreichs gegenüber, in den anschließenden Gefechten töteten sie sich im Kampf gegenseitig. Dies berührte Hans Graf Schlitz und er ließ die Rüstungen der beiden in dem 4 m hohen Denkmal unterbringen. Auf der einen Seite des neogotischen Baues ist das Wappen des Grafen dargestellt: zwei schräge, dreigezinnte Balken für von Schlitz und darunter die Lilie für Labes. Auf der anderen Seite steht: DIE VORSEHUNG SCHUETZTE DIE MEINIGEN EISEN DIE KAEMPFENDEN NICHT H. GRAF SCHLITZ MDCCCXIV (1814) IM STURM VOR REGENSBURG WO MIR DIE THEUERSTEN LEBTEN LIESSEN SINKEND IM KAMPFE GEGENEINANDER ZWEI GEHARNISCHTE DIESE RÜSTUNG ZURUECK AM XXII APRIL MDCCCIX (22. April 1809). Auf der einen Seite des Denkmals steht eine Libanonzeder und auf der anderen ein Ginkgobaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bergan kommt man zum &#039;&#039;&#039;Brunnen der drei tanzenden Mädchen&#039;&#039;&#039;. Walter Schott schuf ab etwa 1900 diesen Brunnen, für den er 37mal probierte, die 3 Tänzerinnen passend zueinander zu formen. Diese - ursprünglich nur einmal vorhandene große Ausführung - wurde für den Berliner Zeitungsverleger und Kunstmäzen Rudolf Mosse geschaffen. Er ließ sie im Vorhof seiner Villa am Potsdamer Platz aufstellen. Vermutlich wurde das Vermögen der Mosse-Erben von den Nationalsozialisten enteignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von hier aus in Richtung Herrenhaus kommt man zur Laube &#039;&#039;&#039;LUISENS WAHL&#039;&#039;&#039; - einem Lieblingsplatz der Gräfin Schlitz. Die Laube wurde ursprünglich von zwei Buchen gebildet, heute sind es zwei Kastanien. Von hier aus konnte der Blick in Richtung der alten Wasserburg schweifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Glashütte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Görzhausen==&lt;br /&gt;
==Skulpturenweg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Adamiak, Josef &amp;quot;Schlösser und Gärten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig 1975&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Anonym &amp;quot;Memoiren eines deutschen Staatsmannes aus den Jahren 1788 - 1816&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leipzig bei Friedrich Fleischer 1833&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Böhmer, Gerhard &amp;quot;Das Lebenslied des Grafen Hans von Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag der Buchdruckerei H. Müschen, Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Boroock, Willi &amp;quot;Chronik - Historische Betrachtung über die Burg Schlitz 1427 - 1945 Kreis Teterow&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1985 - 1990&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Brandt, Jürgen &amp;quot;Alt-Mecklenburgische Schlösser und Herrensitze&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag Ernst Wasmuth A. G. Berlin 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Burkhardt, Albert &amp;quot;Mitten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1983&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hermann, Anne und Anke &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992/93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hippauf, Renate und Luttmann, Jürgen &amp;quot;Spaziergänge in der Landschaft von Burg Schlitz - Ein Parkführer in 62 Denkmalen und 13 Skizzen&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Grafik, Druck &amp;amp; Verlag GmbH Stavenhagen 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Karge, Wolf (Hg.) &amp;quot;Biographisches Lexikon für Mecklenburg&amp;quot; Band 9 (Biographie Hans von Schlitz)&lt;br /&gt;
:Verlag Schmidt-Römhild Schwerin 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen und Wolter, Anselm &amp;quot;1801 - 2001 200 Jahre Görzhausen - Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte des Dorfes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;100 Jahre Bassewitz auf Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;Wappenbuch von Burg Schitz und Umgebung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Naschinski, Wilhelm &amp;quot;Der Dichter in Stein und Landschaft&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Mecklenburgische Monatshefte V. Jahrgang 1929 Mai, Carl Hinstorff Verlag Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Ossenberg-Engels GmbH Architekten und Ingenieure &amp;quot;Burg Schlitz - Dokumentation über die Gebäude und den Park der Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Parlow, Andreas &amp;quot;Einige Nachrichten über die wendische und gräfliche Familie von Bassewitz und ihre Güter&amp;quot;&lt;br /&gt;
:MFP-Verlag Tellow 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Rolf, Albert &amp;quot;Denkwürdigkeiten des Grafen Hans von Schlitz von den letzten Lebensjahren Josephs des II. bis zum Sturze Napoleon`s I.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:G. U. Rudolph`s Verlags-Buchhandlung Hamburg 1898&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Schlitz, Hans Graf von (ergänzt von Rudolph Graf von Bassewitz) &amp;quot;Chronik von Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1816 - 1890&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Steinhausen, Claus &amp;quot;Die historische Kulturlandschaft um Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz - Geschichte, Zustand und Entwicklungskonzept eines Beispiels der Landesverschönerung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wagner, Annalise &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Carolinum 48. Jg. Nr. 91 Hrsg. Altschülerschaft des ehemaligen Carolinum Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wolter, Anselm &amp;quot;Der Park Burg Schlitz- Rekonstruktion des Parkes in den Jahren 1988 bis 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1998&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Zippel, Kathrin und Maßmann, Wolfgang &amp;quot;Inventarisierung und Vorschläge zur Erhaltung der Steindenkmäler im Park Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontakte ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112906</id>
		<title>Karstorf</title>
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		<updated>2024-05-26T08:56:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Park und Denkmale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Karstorf OT der Gemeinde Hohen Demzin&lt;br /&gt;
 | plz = 17166&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Amt Mecklenburgische Schweiz&lt;br /&gt;
 | landkreis = Rostock&lt;br /&gt;
 | einwohner = ..?.. (2015)&lt;br /&gt;
 | lat= 53.6969&lt;br /&gt;
 | lon = 12.5411&lt;br /&gt;
}}Frank Herholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf Karstorf liegt in der Mecklenburgischen Schweiz an der Bundesstraße B 108 9 km südlich der Stadt [[Teterow]].&lt;br /&gt;
Aus Teilen des Dorfes entstanden die Orte Burg Schlitz und Görzhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411 Breite: 53.6969 Länge: 12.5411] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;iframe width=&amp;quot;625&amp;quot; height=&amp;quot;350&amp;quot; src=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/export/embed.html?bbox=12.526259422302248%2C53.69134495357858%2C12.555871009826662%2C53.70242298551734&amp;amp;amp;layer=mapnik&amp;amp;amp;marker=53.6968843339897%2C12.541065216064453&amp;quot; style=&amp;quot;border: 1px solid black&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/iframe&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;a href=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411&amp;quot;&amp;gt;-Größere Karte von Karstorf anzeigen-&amp;lt;/a&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurztext zum Ort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe  Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; &#039;&#039;&#039;1896&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seite 1104 ff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Burg Schlitz&#039;&#039;&#039; bei Hohen Demzin, 1 Meile südlich von Teterow unweit der Waren-Teterower-Chaussee. Hof, Schmiede mit Krug. 39 (15) Einw. Burg Schlitz ist ein durch seinen Park und seine Gartenanlagen, sowie durch die Schönheit und Großartigkeit der bergigen Landschaft bekanntes Schloß, welches auf einer hohen, gebirgsähnlichen, meilenweit sichtbaren, natürlichen Terrasse liegt und hoch über das ganze Malchiner Seebecken hervorragt. Der Schöpfer von Burg Schlitz war der Baron von Labes, der von dem preußischen Minister Grafen v. Schlitz genannt Görz, an Sohnes Statt angenommen wurde und darauf den Namen Graf v. Schlitz führte, welchen Namen auch sein Schwiegersohn, der zweite Besitzer, zu seinem Namen mit annahm. Burg Schlitz liegt auf der Feldmark von Karstorf, dem früheren Hauptgute, statt dessen 1817 Burg Schlitz als das Hauptgut anerkannt wurde, so daß Karstof nun eine Pertinenz von Burg Schlitz ist. Das Schloß, zu dem schon 1806 der Grundstein gelegt worden, wurde in Folge der Kriegszeiten erst 1823 ganz vollendet. Es ist dasselbe über 60 m lang, 17 m tief, 15 m hoch und aus drei mit einander durch Gallerien verbundenen Theilen bestehend, auf deren mittlerem sich ein Obelisk von nahezu 12 m Höhe erhebt, zu dessen Spitze von innen eine Treppe hinaufführt und von wo man eine der reizendsten Landschaften mit dem Malchiner und Kummerower See und einem Theil von Pommern übersieht. Mit einem guten Fernrohr erblickt man von hier über 70 Ortschaften. Im Schlosse selbst sind der im Geschmack des Mittelalters reich decorirte Rittersaal, die Bibliothek und verschiedene Kunst- und naturhistorische Sammlungen zu bemerken. In geringer Entfernung zur Seite des Schlosses findet man eine sehr schöne, dem Andenken der Adoptivmutter des Erbauers, der Gräfin Caroline von Schlitz-Görz geweihte Kapelle. Die Vorderseite der Bergterrasse, auf der das Schloß sich erhebt, ist mit Gehölz bestanden und von Luftwegen durchschnitten, die Rückseite des Schlosses wird durch einen schönen, parkartig zugerichteten Buchenwald, der 6 1/2 ha einnimmt und aus dem das blendend weiße Schloß sich scharf abhebt, begrenzt. Die ganze Umgegend des Schlosses besteht überhaupt aus schönen, großartig angelegten Partien, welche die größte Mannigfaltigkeit zeigen und worin außer den einheimischen über 50 Arten von ausländischen Bäumen und Gesträuchen vorhanden sind; auch die Landwege schmücken Alleen, Ruhestellen und kleine Denkmäler. Der letzteren sind überhaupt 36 und sie stören sowohl durch ihre Menge als auch durch die Selbstgefälligkeit, die der Erbauer - selbst sein Alpenstock ist in der Nische eines Monuments zu schauen -, durch sehr viele derselben an den Tag legt. Am Fuß des Schloßberges liegt das ansehnliche Gasthaus &amp;quot;Zum goldenen Frieden&amp;quot;. Hinter diesem Gasthause erstreckt sich ein zu Karlshof, der Meierei von Schorssow gehörendes Lustgehölz.&lt;br /&gt;
Der vorbenannte zweite Besitzer der Burg Schlitz, der Graf Heinrich v. Bassewitz, genannt von Schlitz, starb 1861. Seinem Willen gemäß sollte der älteste Sohn seines Bruders sein Erbe sein und in den Besitz einer von ihm intendirten Stiftung kommen, welche den Burg Schlitzer Güter-Complex und den Allodial-Nachlaß umfaßte. Doch da die Consense der zur Nachfolge im Lehn Berechtigten nicht erwirkt waren, so konnte die Stiftung nicht in Kraft treten. Die Lehngüter wurden von dem noch lebenden älteren Bruder und Senior der Familie, dem Grafen v. Bassewitz auf Perlin, Worensdorff ec. angenommen (Johannis 1862) und die übrigen Erben ausbezahlt. - Nach seinem bereits im Mai 1863 erfolgten Ableben kam sein einziger Sohn, der Graf Rudolph v. Bassewitz auf Raguth, dem auch Perlin zufiel, in den Besitz und es begann nun für die Burg Schlitzer Begüterung eine neue Zeit. Die Güter wurden nicht allein in landwirthschaftlicher Beziehung außerordentlich gehoben, es wurden auch auf sämmtlichen Höfen großartige Neubauten aufgeführt, darunter die große schöne Wassermühle zu Ziddorf; es erfolgte der Neubau des Hofes Karstorf mit prachtvollen Gewächshäusern, die Wiederaufrichtung der abgebrannten großen Hohen-Demziner Ziegelei u. A. Auch der Kirche zu Hohen-Demzin wandte der neue Besitzer sein Interesse zu. Im Jahre 1857 hatte dieselbe bereits einen sehr hübschen, ganz in Felsen aufgeführten Thurm erhalten, dessen schlanke, schiefergedeckte Spitze weithin über`s Land sichtbar ist. Im Jahr 1871 wurde nun auch die Kirche selbst von Grund auf neu erbaut und von der gräflichen Familie mit reichem Schmuck versehen, zu welchem der jetzige Besitzer, der Graf F. v. Bassewitz, im Jahre 1885 eine schöne neue Orgel hinzufügte. Letzterer übernahm die Güter nach dem im Jahr 1877 erfolgten Ableben seines Vaters. - Ein kostbares Denkmal des Verstorbenen aus carrarischem Mamor mit dem Medaillon-Bildniß desselben ist von seiner Wittwe, der Gräfin von Bassewitz, geb. Gräfin v. Bülow, in der oben erwähnten sog. Carolinen-Kapelle aufgestellt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Karstorf&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz, liegt am Fuße des Berges von Burg Schlitz südlich von diesem Ort an der Teterow-Warener-Chaussee. Hof mit 47 (83) Einw. Auf der Stelle eines späteren Herrenhauses, welches auch noch mit einem tiefen Wallgraben, über den eine Zugbrücke führte, umgeben war, stand eine alte Burg. In dem noch vorhandenen Gemäuer derselben sind jetzt Glashäuser mit französischer Obstbaumtreiberei eingerichtet. In der Nähe derselben liegen ausgedehnte Gewächshäuser, und am Rande der die Burg umgebenden Wiesen steht eine REihe schöner uralter Eichen, die nächst den Eichen im Ivenacker Thiergarten die größten in Mecklenburg sein dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Görzhausen&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz nahe (westlich) von Burg Schlitz zwischen dem 95 1/2 m hohen Alexanderberg und dem Nienhäger Forst in anmuthiger Lage. Rechts am Wege, der von Görzhausen nach Karstorf hinunterführt, befindet sich der 97 m hohe Röthelberg. Hof mit 89 (96) Einw.&lt;br /&gt;
Der Röthelberg ist die bedeutendste Anhöhe der ganzen Burg Schlitzer Hügelkette, ein vielbesuchter Aussichtspunkt mit einem Birkenwäldchen, von dem aus sich ein entzückendes Panorama darbietet, eins der anziehendsten der norddeutschen Tiefebene.&lt;br /&gt;
Görzhausen, Mitte dieses Jahrhunderts angelegt, hat seinen Namen vom Erbauer zu Ehren des Adoptivvaters des letzteren erhalten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Chronik=&lt;br /&gt;
===1427 - 1787 von der Osten===&lt;br /&gt;
Die von der Osten sind ein Uradelsgeschlecht, das in Pommern, im Baltikum und in Mecklenburg ansässig war. 1427 wurde Henneke von der Osten aus dem Haus Basepohl - Arenshagen als erster seiner Familie Besitzer von Karstorf. 1463 besaß ein weiterer Henneke das Dorf. Er war ein Wohltäter des Klosters Dargun und wurde auf der Denktafel von 1479 für den Ausbau der Klosterkirche als Besitzer &amp;quot;tho karstorpe&amp;quot; erwähnt, sein Wappen schmückte auch ein Glasfenster der Klosterkirche. 1653 stiftete Georg Wilhelm von der Osten aus dem Haus Schildberg der Kirche zu Hohen Demzin einen Kelch. Seit 1750 war Johann Dietrich von der Osten auf Karstorf Provisor des Klosters Dobbertin, 1762 wurde er Klosterhauptmann. 1768 waren seine persönlichen Finanzen so zerrüttet, dass er wegen betrügerischen Konkurses steckbrieflich gesucht wurde. 1771 wurde er inhaftiert und verurteilt, nach zwei Jahren Festungshaft  in Dömitz 1773 zu Landesverweisung begnadigt. Er starb 1782 auf Rügen. 1787/88 verkauften die Gläubiger die Güter an Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1788 - 1791 Joachim Johann Heinrich von Müller===&lt;br /&gt;
Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen wurde zusammen mit seinem Vater Joachim Christoph 1753 geadelt, die Anerkennung in Mecklenburg erlangte er 1794. 1787/88 kaufte er aus der Konkursmasse des Johann Dietrich von der Osten die Güter Hohen Demzin und Karstorf. 1789 legte er den Lehnseid gegenüber dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin ab. Bereits 1791 verkaufte er die Güter an den Freiherrn Hans von Labes für 90.000 Taler weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 - 1831 Hans Graf von Schlitz===&lt;br /&gt;
===1831 - 1931 von Bassewitz===&lt;br /&gt;
===1931 - 1945 Emil Georg von Stauß===&lt;br /&gt;
Stauß wurde 6. Oktober 1877 in Friedrichstal (Württemberg) als Sohn des Hauptlehrers Georg Stauß und der Emma Rosine, geb. Müller geboren. Seine Mutter starb 1887, noch im gleichen Jahr heiratete sein Vater Lina Hanselmann. Er hatte 6 Geschwister und besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart bis 1893. Nach der schulischen Ausbildung absolvierte er eine 3jährige Banklehre bei der Königlich Württembergischen Hofbank in Stuttgart und blieb anschließend noch ein Jahr als Kommis (Kontorist, Handlungsgehilfe, kaufmännischer Angestellter). Anschließend leistete er seinen Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger im Württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga. 1898 ließ er sich zum Stenographielehrer ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 erhielt Stauß eine Anstellung bei der Deutschen Bank und arbeitete zunächst ein Jahr in der Kontokorrent- und der Ausrechnungsabteilung. Danach wechselte er als Buchhalter in das Sekretariat der Abteilung für das Kapitalmarktgeschäft. 1901 wurde er Privatsekretär von Georg von Siemens, der noch im gleichen Jahr verstarb. Mit dem Erwerb der rumänischen Erdölgesellschaft Steaua Romana 1903 stieg die Deutsche Bank in das lukrative Ölgeschäft ein. Dazu wurde die Deutsche Petroleum-AG (DPAG) gegründet, deren erster Direktor Stauß 1904 wurde. Als Transporteur des Öls diente die Shell Transport and Trading Company, an der unter anderem Sir Henry Deterding beteiligt war. Wahrscheinlich ist hier die Freundschaft zwischen beiden entstanden. 1915 wurde Stauß Vorstand der Deutschen Bank, Verwalter der Anatolischen Eisenbahngesellschaft – damit auch mit dem Ausbau der Bagdad-Bahn beschäftigt. In diese Zeit fällt auch der Völkermord des Osmanischen Reiches an den Armeniern und die Verstrickung der Eisenbahngesellschaft darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1913/14 ließ Stauß sich eine Villa in Berlin-Dahlem errichten, heiratete 1915 Karin Elisabeth geborene von Müller (geb. 1895). Das Paar hatte 4 Kinder: Georg Ferdinand, Sven Eugen, Karin Maria und Ulf Emil. Schwiegervater war der Admiral Georg Alexander von MÜller, Chef des Marinekabinetts und Generaladjutant des Kaisers. Von Müller pflegte Verbindungen zur Kaiserfamilie und zu Prinz Heinrich von Preußen. 1918 wurde Stauß in den württembergischen erblichen Adelsstand erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 wurde von Stauß Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP), 1919 war er als Wirtschaftsfachmann Mitglied der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versaille und Spa. 1925 erfolgte die Berufung in den Zentralausschuss der Reichsbank. Von 1930 - 32 saß er für die DVP im Reichstag, ab 1933 für die NSDAP, ohne deren Mitglied zu sein. 1934 wurde er zum Vizepräsidenten des Reichstags gewählt und erhielt die Ernennung zum preußischen Staatsrat. Er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und seit 1931 (trotz Mitgliedschaft in der DVP) in der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Reichsleitung der NSDAP tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorstand der Deutschen Bank war er der Hauptakteur bei der Fusion von Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG, er blieb lange Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft, ebenso hatte er diese Funktion bei BMW, der Lufthansa AG, der Ufa oder beim Bayrischen Lloyd inne. 1932 wechselte er auch bei der Deutschen Bank vom Vorstand in den Aufsichtsrat. In diesen Funktionen unterstützte er den Aufstieg der NSDAP.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Konkurs der Familie von Bassewitz auf Burg Schlitz erwarb die Mecklenburgische Landgesellschaft GmbH auf einer Auktion das Gut, um es zu parzellieren und aufzusiedeln. Durch die Wirtschaftskrise war das Deutsche Reich nicht mehr in der Lage, die dafür notwendigen Kredite bereitzustellen. Daher erbot sich die Landgesellschaft am 17. August 1931 gegenüber dem Justizministerium Mecklenburg-Schwerins einen zahlungsfähigen Käufer zu finden, der in die Rechte aus dem Meistgebot eintritt und dann den Zuschlag erhält. Das gelang sehr schnell, schon am 25. September 1931 beurkundete das Amtsgericht Teterow die Abtretung des Meistgebotes an von Stauß.&lt;br /&gt;
Am 3. Juni 1932 vermeldeten die Teterower Nachrichten: &amp;quot;Adolf Hitler fuhr gestern durch Teterow und verweilte etwa eine Stunde in Burg Schlitz zu einer Besprechung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Ernst Heinkel schreibt in seiner Autobiographie &amp;quot;Stürmisches Leben&amp;quot;  „Einer meiner „Nachbarn“ in Mecklenburg war der … Herr von Stauß. Er besaß etwa 70 km von Warnemünde entfernt ein 7000 Morgen großes Gut, Burg Schlitz, mit wunderbaren, über 500 Jahre alten, riesigen Eichen und einem an sich herrlich großen und trotzdem irgendwie gräulichen Schloss, in dem es keine Wasserleitung gab und in dem man ununterbrochen fror, weil nur ein Zimmer heizbar war und die Kälte eines Jahrhunderts in den Mauern nistete. In Warnemünde lag Stauß` Boot „Ulf II“ vor Anker. Stauß hielt fleißig Verbindung mit der Prominenz und versäumte es selten, mit seinen Gästen zu mir herüberzukommen, Flugzeuge zu besichtigen und möglichst schwäbische Maultaschen und Spätzle zu probieren. Im Übrigen war Stauß … ein munterer Jagdgenosse. Ich … verleitete Herrn von Stauß … (zu Jagdausflügen), der trotz modernster, für jede Modenschau geeigneter Jagdausrüstung bei unseren großen Hasentreibjagden in Teterow zwar selten einen Hasen traf, aber sonst der unverzagteste Jagdgenosse in jenen stürmischen Jahren war.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Teil seiner Vorgänger auf Burg Schlitz ließ von Stauß sein Wappen in der Kirche von Hohen Demzin anbringen. Die Feldscheune an der Straße nach Waren und Teterow trägt noch heute seine Initialen. Zentrale Erntedankfeste von Hohen Demzin, Karstorf und Görzhausen wurden in Burg Schlitz gefeiert. Außerdem hat er zur Sonnenwende 1933 ein Wehrkreuz auf dem Röthelberg - errichtet durch das F. A. D. Stahlhelmlager Görzhausen - eingeweiht. In Karstorf ist der Pferdestall zum Kinosaal umgebaut worden. Ufa-Filme wurden hier uraufgeführt. Der Schwanenteich war mit elektrischen Anlagen versehen worden, mit denen der Teich in wechselnde Farben getaucht wurde. Die Wege unterhalb des Schlossen wurden regelmäßig mit Sand von Stränden am Malchiner See bestreut. Der besonders für seine Tiermotive bekannte Münchner Bildhauer Emil Manz schuf 1933 die Bronzeplastik der Spielenden Bären. Diese ließ von Stauß anstelle einer Sonnenuhr vor dem Herrenhaus aufstellen. Ob sie tatsächlich ein Bezug zur Wahlheimat Berlin ist, dessen Wappentier ein Bär ist, bleibt fraglich.&lt;br /&gt;
Ebenfalls auf Initiative von von Stauß gehen die Kolonaden auf den beiden Verbindungstrakten der drei Hausflügel zurück. Die bedeutendste Veränderung ist sicher die Aufstellung des „Brunnens der drei tanzenden Mädchen“ von Walter Schott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil Georg von Stauß verstarb am 11. Dezember 1942 in Berlin-Schmargendorf im Martin-Luther-Krankenhaus nach kurzer, schwerer Krankheit. Adolf Hitler ordnete für den 16. Dezember einen Staatsakt an, der im Haus der Flieger („Görings kleiner Reichskanzlei“ – dem heutigen Berliner Abgeordnetenhaus) stattfand. Die Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walther Funk hielt die Trauerrede. Die Trauerfeier fand am 18. Dezember im Krematorium Berlin-Wilmersdorf statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harry Graf Kessler in seinem Tagebuch vom 30. Januar 1933: „Ich saß an einem kleinen Tisch zwischen ihm und dem berühmten Herrn von Stauß, früher von der Deutschen Bank, der sich dicke tat mit seinen intimen Beziehungen zu Hitler. Dieser habe ihm versprochen, er werde ihm den Wunsch, den er ihm zur Kenntnis bringt, erfüllen.“&lt;br /&gt;
Ulrich von Hassel in seinem Tagebuch vom 29. September 1938: „Vor dem Frühstück sah ich Stauß, der einer der ersten Wirtschaftler war, die zu Hitler gingen, jetzt in höchster Sorge und Angewidertheit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1945 - 1992 Enteignung und öffentliche Nutzung===&lt;br /&gt;
===Privatisierung und Eigentümer seit 1992===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Park und Denkmale==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ein Werk aus der Zeit der Empfindsamkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Park gehört zu den größten und schönsten in Mecklenburg-Vorpommern, umfasst rund 60 ha und wurde in der Zeit von 1800 bis 1830 durch Hans Graf von Schlitz angelegt. Nachfolgende Besitzer nahmen Ergänzungen und Änderungen vor. Die Gestaltung erfolgte als englischer Landschaftspark und umfasst den Teil unmittelbar um das Herrenhaus, den dahinter liegenden Teil um den Buchenberg mit dem Weg am Waldrand, an dem die Denkmale wie eine Perlenkette aufgereiht sind, die Anlagen um die ehemalige Wasserburg in Karstorf und läuft in Denkmalen an Wegen und Straßen aus. Die Steinsetzungen sind durchweg aus Granit und umfassen Themen philosophischen, vaterländischen und familiären Inhalts. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Reihe seltener Bäume und Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfolgte die Pflege durch die Besitzer, änderte sich dies mit der Bodenreform 1945. Die Bewohner des 1955 im Herrenhaus eingerichteten Seniorenheimes pflegten das unmittelbare Umfeld, weite Teile des Parks verwilderten dabei. 1963 erarbeitete der Gartenarchitekt Alfred Niendorf aus Ludwigslust im Auftrag des Rates des Kreises Planungen zur Sanierung des Parks und eine Bestandsliste der Bäume, aus Kostengründen unterblieb eine Sanierung des Parks. Zahlreiche Denkmale im Park waren zwischenzeitlich beschädigt, zerstört oder gestohlen. In den 1980er Jahren begannen Pflegearbeiten durch Genossenschaftsbauern der umliegenden LPGen und durch Schüler aus Schorssow. Von 1988 bis 1990 wurde der Park unter fachlicher Begleitung von Dipl. Garten- und Landschaftsarchitektin Charlotte Schmid und dem ehrenamtlichen Kreisdenkmalpfleger Architekt Dipl.-Ingenieur Anselm Wolter wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Gaststein oder Begrüßungsobelisk&#039;&#039;&#039; empfängt die Besucher an der Auffahrt zur Burg. Graf Schlitz ließ das 7 m hohe Monument 1816 errichten. An der Spitze ist das Motto des Grafen: WWWV - Wünsche wenig wirke viel - verewigt. Die Begrüßungsworte lauten: SKANDENS HOSPES GRATE URNAE HUIC CURAM TRADAS EXPORTAT H. COMES SCHLITZ MDCCCXVI - GAST DER DU HINAUFSTEIGST ÜBERGIB DIESER FREUNDLICHEN URNE DEINE SORGEN DAS WÜNSCHT H. GRAF SCHLITZ 1816. Die eiserne Urne ist gestohlen worden. 2017 wurde der Obelisk durch eine Linde zerstört und wieder aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite des Weges steht ein &#039;&#039;&#039;Wegweiser&#039;&#039;&#039; mit den Angaben zu den nächsten Orten, nordwärts: H.DEMZIN KOETHEL TETEROW, südwärts: KARSTORF ZIDDORF WAHREN und westwärts: BURG SCHLITZ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Eingangstor&#039;&#039;&#039; ist von 1993 nach dem Vorbild der Zäune um das Herrenhaus gefertigt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man der Lindenalle und biegt an ihrem Ende links ab, gelangt man zur &#039;&#039;&#039;Magdalenenlaube&#039;&#039;&#039;, eine Steinsetzung erinnert noch an den einstigen Lieblingsplatz von Magdalene Gräfin von Bassewitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biegt man dann rechts ab, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Blücher-Wellington-Denkmal&#039;&#039;&#039;. Die 5 m hohe Anlage besteht aus zwei Teilen. Der hintere verewigt auf der Säule die Namen der beiden Sieger in der Schlacht von Waterloo, darunter wird in einer Nische Napoleon durch gekreuzte Dreizacke - Symbole für Neptun, somit der Atlantische Ozean um Napoleons Verbannungsort St. Helena - gefangen gehalten. Die Inschrift erläutert dies: DEN DAEMON DER NOCH JUENGST TEUTONIENS FESSEL HIELT EIN FERNES FELSENEILAND BIRGT IHN GEKETTET ZERSPLITTERT IST DES TRUGES MACHT UND RECHT UND WAHRHEIT SIEGTEN AM XVIII JUNIUS UND XX NOVEMBER MLCCCXV. (Die beiden Daten beziehen sich auf die Schlacht von Waterloo am 18.Juni 1815 und auf den &amp;quot;Zweiten Pariser Frieden&amp;quot; vom 20. November 1815.) Die ursprüngliche Büste Napoleons war aus Marmor, die Büste von Gebhard Leberecht von Blücher, die im vorderen Teil des Denkmals stand, hingegen aus Eisen. Sie wurde 1945 in einer Abfallgrube entsorgt und erst 1999 wieder gefunden. Hinter der Büste war ein Caduceus oder Hermesstab angebracht, an den Seiten Siegerkränze. Die Inschrift lautet: VICTORIAE ET PACIS H COMES SCHLITZ EX VOTO MDCCCXVI - SIEG UND FRIEDEN H GRAF SCHLITZ EINGEWEIHT 1816. Es ist das erste Denkmal, das den beiden Feldherren errichtet wurde. Blücher bedankte sich 1818 in der Schlosschronik für die Errichtung des Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man dem Weg weiter, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Regensburgdenkmal&#039;&#039;&#039;. 1809 standen sich bei Regensburg zwei Verwandte in den Armeen Österreichs und Frankreichs gegenüber, in den anschließenden Gefechten töteten sie sich im Kampf gegenseitig. Dies berührte Hans Graf Schlitz und er ließ die Rüstungen der beiden in dem 4 m hohen Denkmal unterbringen. Auf der einen Seite des neogotischen Baues ist das Wappen des Grafen dargestellt: zwei schräge, dreigezinnte Balken für von Schlitz und darunter die Lilie für Labes. Auf der anderen Seite steht: DIE VORSEHUNG SCHUETZTE DIE MEINIGEN EISEN DIE KAEMPFENDEN NICHT H. GRAF SCHLITZ MDCCCXIV (1814) IM STURM VOR REGENSBURG WO MIR DIE THEUERSTEN LEBTEN LIESSEN SINKEND IM KAMPFE GEGENEINANDER ZWEI GEHARNISCHTE DIESE RÜSTUNG ZURUECK AM XXII APRIL MDCCCIX (22. April 1809). Auf der einen Seite des Denkmals steht eine Libanonzeder und auf der anderen ein Ginkgobaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bergan kommt man zum &#039;&#039;&#039;Brunnen der drei tanzenden Mädchen&#039;&#039;&#039;. Walter Schott schuf ab etwa 1900 diesen Brunnen, für den er 37mal probierte, die 3 Tänzerinnen passend zueinander zu formen. Diese - ursprünglich nur einmal vorhandene große Ausführung - wurde für den Berliner Zeitungsverleger und Kunstmäzen Rudolf Mosse geschaffen. Er ließ sie im Vorhof seiner Villa am Potsdamer Platz aufstellen. Vermutlich wurde das Vermögen der Mosse-Erben von den Nationalsozialisten enteignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von hier aus in Richtung Herrenhaus kommt man zur Laube &amp;quot;&amp;quot;&amp;quot;LUISENS WAHL&amp;quot;&amp;quot;&amp;quot; - einem Lieblingsplatz der Gräfin Schlitz. Die Laube wurde ursprünglich von zwei Buchen gebildet, heute sind es zwei Kastanien. Von hier aus konnte der Blick in Richtung der alten Wasserburg schweifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Glashütte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Görzhausen==&lt;br /&gt;
==Skulpturenweg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Adamiak, Josef &amp;quot;Schlösser und Gärten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig 1975&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Anonym &amp;quot;Memoiren eines deutschen Staatsmannes aus den Jahren 1788 - 1816&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leipzig bei Friedrich Fleischer 1833&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Böhmer, Gerhard &amp;quot;Das Lebenslied des Grafen Hans von Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag der Buchdruckerei H. Müschen, Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Boroock, Willi &amp;quot;Chronik - Historische Betrachtung über die Burg Schlitz 1427 - 1945 Kreis Teterow&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1985 - 1990&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Brandt, Jürgen &amp;quot;Alt-Mecklenburgische Schlösser und Herrensitze&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag Ernst Wasmuth A. G. Berlin 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Burkhardt, Albert &amp;quot;Mitten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1983&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hermann, Anne und Anke &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992/93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hippauf, Renate und Luttmann, Jürgen &amp;quot;Spaziergänge in der Landschaft von Burg Schlitz - Ein Parkführer in 62 Denkmalen und 13 Skizzen&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Grafik, Druck &amp;amp; Verlag GmbH Stavenhagen 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Karge, Wolf (Hg.) &amp;quot;Biographisches Lexikon für Mecklenburg&amp;quot; Band 9 (Biographie Hans von Schlitz)&lt;br /&gt;
:Verlag Schmidt-Römhild Schwerin 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen und Wolter, Anselm &amp;quot;1801 - 2001 200 Jahre Görzhausen - Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte des Dorfes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;100 Jahre Bassewitz auf Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;Wappenbuch von Burg Schitz und Umgebung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Naschinski, Wilhelm &amp;quot;Der Dichter in Stein und Landschaft&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Mecklenburgische Monatshefte V. Jahrgang 1929 Mai, Carl Hinstorff Verlag Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Ossenberg-Engels GmbH Architekten und Ingenieure &amp;quot;Burg Schlitz - Dokumentation über die Gebäude und den Park der Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Parlow, Andreas &amp;quot;Einige Nachrichten über die wendische und gräfliche Familie von Bassewitz und ihre Güter&amp;quot;&lt;br /&gt;
:MFP-Verlag Tellow 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Rolf, Albert &amp;quot;Denkwürdigkeiten des Grafen Hans von Schlitz von den letzten Lebensjahren Josephs des II. bis zum Sturze Napoleon`s I.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:G. U. Rudolph`s Verlags-Buchhandlung Hamburg 1898&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Schlitz, Hans Graf von (ergänzt von Rudolph Graf von Bassewitz) &amp;quot;Chronik von Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1816 - 1890&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Steinhausen, Claus &amp;quot;Die historische Kulturlandschaft um Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz - Geschichte, Zustand und Entwicklungskonzept eines Beispiels der Landesverschönerung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wagner, Annalise &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Carolinum 48. Jg. Nr. 91 Hrsg. Altschülerschaft des ehemaligen Carolinum Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wolter, Anselm &amp;quot;Der Park Burg Schlitz- Rekonstruktion des Parkes in den Jahren 1988 bis 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1998&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Zippel, Kathrin und Maßmann, Wolfgang &amp;quot;Inventarisierung und Vorschläge zur Erhaltung der Steindenkmäler im Park Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontakte ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112904</id>
		<title>Karstorf</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112904"/>
		<updated>2024-05-26T08:10:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Karstorf OT der Gemeinde Hohen Demzin&lt;br /&gt;
 | plz = 17166&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Amt Mecklenburgische Schweiz&lt;br /&gt;
 | landkreis = Rostock&lt;br /&gt;
 | einwohner = ..?.. (2015)&lt;br /&gt;
 | lat= 53.6969&lt;br /&gt;
 | lon = 12.5411&lt;br /&gt;
}}Frank Herholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf Karstorf liegt in der Mecklenburgischen Schweiz an der Bundesstraße B 108 9 km südlich der Stadt [[Teterow]].&lt;br /&gt;
Aus Teilen des Dorfes entstanden die Orte Burg Schlitz und Görzhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411 Breite: 53.6969 Länge: 12.5411] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;iframe width=&amp;quot;625&amp;quot; height=&amp;quot;350&amp;quot; src=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/export/embed.html?bbox=12.526259422302248%2C53.69134495357858%2C12.555871009826662%2C53.70242298551734&amp;amp;amp;layer=mapnik&amp;amp;amp;marker=53.6968843339897%2C12.541065216064453&amp;quot; style=&amp;quot;border: 1px solid black&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/iframe&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;a href=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411&amp;quot;&amp;gt;-Größere Karte von Karstorf anzeigen-&amp;lt;/a&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurztext zum Ort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe  Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; &#039;&#039;&#039;1896&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seite 1104 ff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Burg Schlitz&#039;&#039;&#039; bei Hohen Demzin, 1 Meile südlich von Teterow unweit der Waren-Teterower-Chaussee. Hof, Schmiede mit Krug. 39 (15) Einw. Burg Schlitz ist ein durch seinen Park und seine Gartenanlagen, sowie durch die Schönheit und Großartigkeit der bergigen Landschaft bekanntes Schloß, welches auf einer hohen, gebirgsähnlichen, meilenweit sichtbaren, natürlichen Terrasse liegt und hoch über das ganze Malchiner Seebecken hervorragt. Der Schöpfer von Burg Schlitz war der Baron von Labes, der von dem preußischen Minister Grafen v. Schlitz genannt Görz, an Sohnes Statt angenommen wurde und darauf den Namen Graf v. Schlitz führte, welchen Namen auch sein Schwiegersohn, der zweite Besitzer, zu seinem Namen mit annahm. Burg Schlitz liegt auf der Feldmark von Karstorf, dem früheren Hauptgute, statt dessen 1817 Burg Schlitz als das Hauptgut anerkannt wurde, so daß Karstof nun eine Pertinenz von Burg Schlitz ist. Das Schloß, zu dem schon 1806 der Grundstein gelegt worden, wurde in Folge der Kriegszeiten erst 1823 ganz vollendet. Es ist dasselbe über 60 m lang, 17 m tief, 15 m hoch und aus drei mit einander durch Gallerien verbundenen Theilen bestehend, auf deren mittlerem sich ein Obelisk von nahezu 12 m Höhe erhebt, zu dessen Spitze von innen eine Treppe hinaufführt und von wo man eine der reizendsten Landschaften mit dem Malchiner und Kummerower See und einem Theil von Pommern übersieht. Mit einem guten Fernrohr erblickt man von hier über 70 Ortschaften. Im Schlosse selbst sind der im Geschmack des Mittelalters reich decorirte Rittersaal, die Bibliothek und verschiedene Kunst- und naturhistorische Sammlungen zu bemerken. In geringer Entfernung zur Seite des Schlosses findet man eine sehr schöne, dem Andenken der Adoptivmutter des Erbauers, der Gräfin Caroline von Schlitz-Görz geweihte Kapelle. Die Vorderseite der Bergterrasse, auf der das Schloß sich erhebt, ist mit Gehölz bestanden und von Luftwegen durchschnitten, die Rückseite des Schlosses wird durch einen schönen, parkartig zugerichteten Buchenwald, der 6 1/2 ha einnimmt und aus dem das blendend weiße Schloß sich scharf abhebt, begrenzt. Die ganze Umgegend des Schlosses besteht überhaupt aus schönen, großartig angelegten Partien, welche die größte Mannigfaltigkeit zeigen und worin außer den einheimischen über 50 Arten von ausländischen Bäumen und Gesträuchen vorhanden sind; auch die Landwege schmücken Alleen, Ruhestellen und kleine Denkmäler. Der letzteren sind überhaupt 36 und sie stören sowohl durch ihre Menge als auch durch die Selbstgefälligkeit, die der Erbauer - selbst sein Alpenstock ist in der Nische eines Monuments zu schauen -, durch sehr viele derselben an den Tag legt. Am Fuß des Schloßberges liegt das ansehnliche Gasthaus &amp;quot;Zum goldenen Frieden&amp;quot;. Hinter diesem Gasthause erstreckt sich ein zu Karlshof, der Meierei von Schorssow gehörendes Lustgehölz.&lt;br /&gt;
Der vorbenannte zweite Besitzer der Burg Schlitz, der Graf Heinrich v. Bassewitz, genannt von Schlitz, starb 1861. Seinem Willen gemäß sollte der älteste Sohn seines Bruders sein Erbe sein und in den Besitz einer von ihm intendirten Stiftung kommen, welche den Burg Schlitzer Güter-Complex und den Allodial-Nachlaß umfaßte. Doch da die Consense der zur Nachfolge im Lehn Berechtigten nicht erwirkt waren, so konnte die Stiftung nicht in Kraft treten. Die Lehngüter wurden von dem noch lebenden älteren Bruder und Senior der Familie, dem Grafen v. Bassewitz auf Perlin, Worensdorff ec. angenommen (Johannis 1862) und die übrigen Erben ausbezahlt. - Nach seinem bereits im Mai 1863 erfolgten Ableben kam sein einziger Sohn, der Graf Rudolph v. Bassewitz auf Raguth, dem auch Perlin zufiel, in den Besitz und es begann nun für die Burg Schlitzer Begüterung eine neue Zeit. Die Güter wurden nicht allein in landwirthschaftlicher Beziehung außerordentlich gehoben, es wurden auch auf sämmtlichen Höfen großartige Neubauten aufgeführt, darunter die große schöne Wassermühle zu Ziddorf; es erfolgte der Neubau des Hofes Karstorf mit prachtvollen Gewächshäusern, die Wiederaufrichtung der abgebrannten großen Hohen-Demziner Ziegelei u. A. Auch der Kirche zu Hohen-Demzin wandte der neue Besitzer sein Interesse zu. Im Jahre 1857 hatte dieselbe bereits einen sehr hübschen, ganz in Felsen aufgeführten Thurm erhalten, dessen schlanke, schiefergedeckte Spitze weithin über`s Land sichtbar ist. Im Jahr 1871 wurde nun auch die Kirche selbst von Grund auf neu erbaut und von der gräflichen Familie mit reichem Schmuck versehen, zu welchem der jetzige Besitzer, der Graf F. v. Bassewitz, im Jahre 1885 eine schöne neue Orgel hinzufügte. Letzterer übernahm die Güter nach dem im Jahr 1877 erfolgten Ableben seines Vaters. - Ein kostbares Denkmal des Verstorbenen aus carrarischem Mamor mit dem Medaillon-Bildniß desselben ist von seiner Wittwe, der Gräfin von Bassewitz, geb. Gräfin v. Bülow, in der oben erwähnten sog. Carolinen-Kapelle aufgestellt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Karstorf&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz, liegt am Fuße des Berges von Burg Schlitz südlich von diesem Ort an der Teterow-Warener-Chaussee. Hof mit 47 (83) Einw. Auf der Stelle eines späteren Herrenhauses, welches auch noch mit einem tiefen Wallgraben, über den eine Zugbrücke führte, umgeben war, stand eine alte Burg. In dem noch vorhandenen Gemäuer derselben sind jetzt Glashäuser mit französischer Obstbaumtreiberei eingerichtet. In der Nähe derselben liegen ausgedehnte Gewächshäuser, und am Rande der die Burg umgebenden Wiesen steht eine REihe schöner uralter Eichen, die nächst den Eichen im Ivenacker Thiergarten die größten in Mecklenburg sein dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Görzhausen&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz nahe (westlich) von Burg Schlitz zwischen dem 95 1/2 m hohen Alexanderberg und dem Nienhäger Forst in anmuthiger Lage. Rechts am Wege, der von Görzhausen nach Karstorf hinunterführt, befindet sich der 97 m hohe Röthelberg. Hof mit 89 (96) Einw.&lt;br /&gt;
Der Röthelberg ist die bedeutendste Anhöhe der ganzen Burg Schlitzer Hügelkette, ein vielbesuchter Aussichtspunkt mit einem Birkenwäldchen, von dem aus sich ein entzückendes Panorama darbietet, eins der anziehendsten der norddeutschen Tiefebene.&lt;br /&gt;
Görzhausen, Mitte dieses Jahrhunderts angelegt, hat seinen Namen vom Erbauer zu Ehren des Adoptivvaters des letzteren erhalten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Chronik=&lt;br /&gt;
===1427 - 1787 von der Osten===&lt;br /&gt;
Die von der Osten sind ein Uradelsgeschlecht, das in Pommern, im Baltikum und in Mecklenburg ansässig war. 1427 wurde Henneke von der Osten aus dem Haus Basepohl - Arenshagen als erster seiner Familie Besitzer von Karstorf. 1463 besaß ein weiterer Henneke das Dorf. Er war ein Wohltäter des Klosters Dargun und wurde auf der Denktafel von 1479 für den Ausbau der Klosterkirche als Besitzer &amp;quot;tho karstorpe&amp;quot; erwähnt, sein Wappen schmückte auch ein Glasfenster der Klosterkirche. 1653 stiftete Georg Wilhelm von der Osten aus dem Haus Schildberg der Kirche zu Hohen Demzin einen Kelch. Seit 1750 war Johann Dietrich von der Osten auf Karstorf Provisor des Klosters Dobbertin, 1762 wurde er Klosterhauptmann. 1768 waren seine persönlichen Finanzen so zerrüttet, dass er wegen betrügerischen Konkurses steckbrieflich gesucht wurde. 1771 wurde er inhaftiert und verurteilt, nach zwei Jahren Festungshaft  in Dömitz 1773 zu Landesverweisung begnadigt. Er starb 1782 auf Rügen. 1787/88 verkauften die Gläubiger die Güter an Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1788 - 1791 Joachim Johann Heinrich von Müller===&lt;br /&gt;
Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen wurde zusammen mit seinem Vater Joachim Christoph 1753 geadelt, die Anerkennung in Mecklenburg erlangte er 1794. 1787/88 kaufte er aus der Konkursmasse des Johann Dietrich von der Osten die Güter Hohen Demzin und Karstorf. 1789 legte er den Lehnseid gegenüber dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin ab. Bereits 1791 verkaufte er die Güter an den Freiherrn Hans von Labes für 90.000 Taler weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 - 1831 Hans Graf von Schlitz===&lt;br /&gt;
===1831 - 1931 von Bassewitz===&lt;br /&gt;
===1931 - 1945 Emil Georg von Stauß===&lt;br /&gt;
Stauß wurde 6. Oktober 1877 in Friedrichstal (Württemberg) als Sohn des Hauptlehrers Georg Stauß und der Emma Rosine, geb. Müller geboren. Seine Mutter starb 1887, noch im gleichen Jahr heiratete sein Vater Lina Hanselmann. Er hatte 6 Geschwister und besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart bis 1893. Nach der schulischen Ausbildung absolvierte er eine 3jährige Banklehre bei der Königlich Württembergischen Hofbank in Stuttgart und blieb anschließend noch ein Jahr als Kommis (Kontorist, Handlungsgehilfe, kaufmännischer Angestellter). Anschließend leistete er seinen Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger im Württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga. 1898 ließ er sich zum Stenographielehrer ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 erhielt Stauß eine Anstellung bei der Deutschen Bank und arbeitete zunächst ein Jahr in der Kontokorrent- und der Ausrechnungsabteilung. Danach wechselte er als Buchhalter in das Sekretariat der Abteilung für das Kapitalmarktgeschäft. 1901 wurde er Privatsekretär von Georg von Siemens, der noch im gleichen Jahr verstarb. Mit dem Erwerb der rumänischen Erdölgesellschaft Steaua Romana 1903 stieg die Deutsche Bank in das lukrative Ölgeschäft ein. Dazu wurde die Deutsche Petroleum-AG (DPAG) gegründet, deren erster Direktor Stauß 1904 wurde. Als Transporteur des Öls diente die Shell Transport and Trading Company, an der unter anderem Sir Henry Deterding beteiligt war. Wahrscheinlich ist hier die Freundschaft zwischen beiden entstanden. 1915 wurde Stauß Vorstand der Deutschen Bank, Verwalter der Anatolischen Eisenbahngesellschaft – damit auch mit dem Ausbau der Bagdad-Bahn beschäftigt. In diese Zeit fällt auch der Völkermord des Osmanischen Reiches an den Armeniern und die Verstrickung der Eisenbahngesellschaft darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1913/14 ließ Stauß sich eine Villa in Berlin-Dahlem errichten, heiratete 1915 Karin Elisabeth geborene von Müller (geb. 1895). Das Paar hatte 4 Kinder: Georg Ferdinand, Sven Eugen, Karin Maria und Ulf Emil. Schwiegervater war der Admiral Georg Alexander von MÜller, Chef des Marinekabinetts und Generaladjutant des Kaisers. Von Müller pflegte Verbindungen zur Kaiserfamilie und zu Prinz Heinrich von Preußen. 1918 wurde Stauß in den württembergischen erblichen Adelsstand erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 wurde von Stauß Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP), 1919 war er als Wirtschaftsfachmann Mitglied der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versaille und Spa. 1925 erfolgte die Berufung in den Zentralausschuss der Reichsbank. Von 1930 - 32 saß er für die DVP im Reichstag, ab 1933 für die NSDAP, ohne deren Mitglied zu sein. 1934 wurde er zum Vizepräsidenten des Reichstags gewählt und erhielt die Ernennung zum preußischen Staatsrat. Er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und seit 1931 (trotz Mitgliedschaft in der DVP) in der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Reichsleitung der NSDAP tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorstand der Deutschen Bank war er der Hauptakteur bei der Fusion von Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG, er blieb lange Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft, ebenso hatte er diese Funktion bei BMW, der Lufthansa AG, der Ufa oder beim Bayrischen Lloyd inne. 1932 wechselte er auch bei der Deutschen Bank vom Vorstand in den Aufsichtsrat. In diesen Funktionen unterstützte er den Aufstieg der NSDAP.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Konkurs der Familie von Bassewitz auf Burg Schlitz erwarb die Mecklenburgische Landgesellschaft GmbH auf einer Auktion das Gut, um es zu parzellieren und aufzusiedeln. Durch die Wirtschaftskrise war das Deutsche Reich nicht mehr in der Lage, die dafür notwendigen Kredite bereitzustellen. Daher erbot sich die Landgesellschaft am 17. August 1931 gegenüber dem Justizministerium Mecklenburg-Schwerins einen zahlungsfähigen Käufer zu finden, der in die Rechte aus dem Meistgebot eintritt und dann den Zuschlag erhält. Das gelang sehr schnell, schon am 25. September 1931 beurkundete das Amtsgericht Teterow die Abtretung des Meistgebotes an von Stauß.&lt;br /&gt;
Am 3. Juni 1932 vermeldeten die Teterower Nachrichten: &amp;quot;Adolf Hitler fuhr gestern durch Teterow und verweilte etwa eine Stunde in Burg Schlitz zu einer Besprechung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Ernst Heinkel schreibt in seiner Autobiographie &amp;quot;Stürmisches Leben&amp;quot;  „Einer meiner „Nachbarn“ in Mecklenburg war der … Herr von Stauß. Er besaß etwa 70 km von Warnemünde entfernt ein 7000 Morgen großes Gut, Burg Schlitz, mit wunderbaren, über 500 Jahre alten, riesigen Eichen und einem an sich herrlich großen und trotzdem irgendwie gräulichen Schloss, in dem es keine Wasserleitung gab und in dem man ununterbrochen fror, weil nur ein Zimmer heizbar war und die Kälte eines Jahrhunderts in den Mauern nistete. In Warnemünde lag Stauß` Boot „Ulf II“ vor Anker. Stauß hielt fleißig Verbindung mit der Prominenz und versäumte es selten, mit seinen Gästen zu mir herüberzukommen, Flugzeuge zu besichtigen und möglichst schwäbische Maultaschen und Spätzle zu probieren. Im Übrigen war Stauß … ein munterer Jagdgenosse. Ich … verleitete Herrn von Stauß … (zu Jagdausflügen), der trotz modernster, für jede Modenschau geeigneter Jagdausrüstung bei unseren großen Hasentreibjagden in Teterow zwar selten einen Hasen traf, aber sonst der unverzagteste Jagdgenosse in jenen stürmischen Jahren war.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Teil seiner Vorgänger auf Burg Schlitz ließ von Stauß sein Wappen in der Kirche von Hohen Demzin anbringen. Die Feldscheune an der Straße nach Waren und Teterow trägt noch heute seine Initialen. Zentrale Erntedankfeste von Hohen Demzin, Karstorf und Görzhausen wurden in Burg Schlitz gefeiert. Außerdem hat er zur Sonnenwende 1933 ein Wehrkreuz auf dem Röthelberg - errichtet durch das F. A. D. Stahlhelmlager Görzhausen - eingeweiht. In Karstorf ist der Pferdestall zum Kinosaal umgebaut worden. Ufa-Filme wurden hier uraufgeführt. Der Schwanenteich war mit elektrischen Anlagen versehen worden, mit denen der Teich in wechselnde Farben getaucht wurde. Die Wege unterhalb des Schlossen wurden regelmäßig mit Sand von Stränden am Malchiner See bestreut. Der besonders für seine Tiermotive bekannte Münchner Bildhauer Emil Manz schuf 1933 die Bronzeplastik der Spielenden Bären. Diese ließ von Stauß anstelle einer Sonnenuhr vor dem Herrenhaus aufstellen. Ob sie tatsächlich ein Bezug zur Wahlheimat Berlin ist, dessen Wappentier ein Bär ist, bleibt fraglich.&lt;br /&gt;
Ebenfalls auf Initiative von von Stauß gehen die Kolonaden auf den beiden Verbindungstrakten der drei Hausflügel zurück. Die bedeutendste Veränderung ist sicher die Aufstellung des „Brunnens der drei tanzenden Mädchen“ von Walter Schott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil Georg von Stauß verstarb am 11. Dezember 1942 in Berlin-Schmargendorf im Martin-Luther-Krankenhaus nach kurzer, schwerer Krankheit. Adolf Hitler ordnete für den 16. Dezember einen Staatsakt an, der im Haus der Flieger („Görings kleiner Reichskanzlei“ – dem heutigen Berliner Abgeordnetenhaus) stattfand. Die Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walther Funk hielt die Trauerrede. Die Trauerfeier fand am 18. Dezember im Krematorium Berlin-Wilmersdorf statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harry Graf Kessler in seinem Tagebuch vom 30. Januar 1933: „Ich saß an einem kleinen Tisch zwischen ihm und dem berühmten Herrn von Stauß, früher von der Deutschen Bank, der sich dicke tat mit seinen intimen Beziehungen zu Hitler. Dieser habe ihm versprochen, er werde ihm den Wunsch, den er ihm zur Kenntnis bringt, erfüllen.“&lt;br /&gt;
Ulrich von Hassel in seinem Tagebuch vom 29. September 1938: „Vor dem Frühstück sah ich Stauß, der einer der ersten Wirtschaftler war, die zu Hitler gingen, jetzt in höchster Sorge und Angewidertheit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1945 - 1992 Enteignung und öffentliche Nutzung===&lt;br /&gt;
===Privatisierung und Eigentümer seit 1992===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Park und Denkmale==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ein Werk aus der Zeit der Empfindsamkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Park gehört zu den größten und schönsten in Mecklenburg-Vorpommern, umfasst rund 60 ha und wurde in der Zeit von 1800 bis 1830 durch Hans Graf von Schlitz angelegt. Nachfolgende Besitzer nahmen Ergänzungen und Änderungen vor. Die Gestaltung erfolgte als englischer Landschaftspark und umfasst den Teil unmittelbar um das Herrenhaus, den dahinter liegenden Teil um den Buchenberg mit dem Weg am Waldrand, an dem die Denkmale wie eine Perlenkette aufgereiht sind, die Anlagen um die ehemalige Wasserburg in Karstorf und läuft in Denkmalen an Wegen und Straßen aus. Die Steinsetzungen sind durchweg aus Granit und umfassen Themen philosophischen, vaterländischen und familiären Inhalts. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Reihe seltener Bäume und Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfolgte die Pflege durch die Besitzer, änderte sich dies mit der Bodenreform 1945. Die Bewohner des 1955 im Herrenhaus eingerichteten Seniorenheimes pflegten das unmittelbare Umfeld, weite Teile des Parks verwilderten dabei. 1963 erarbeitete der Gartenarchitekt Alfred Niendorf aus Ludwigslust im Auftrag des Rates des Kreises Planungen zur Sanierung des Parks und eine Bestandsliste der Bäume, aus Kostengründen unterblieb eine Sanierung des Parks. Zahlreiche Denkmale im Park waren zwischenzeitlich beschädigt, zerstört oder gestohlen. In den 1980er Jahren begannen Pflegearbeiten durch Genossenschaftsbauern der umliegenden LPGen und durch Schüler aus Schorssow. Von 1988 bis 1990 wurde der Park unter fachlicher Begleitung von Dipl. Garten- und Landschaftsarchitektin Charlotte Schmid und dem ehrenamtlichen Kreisdenkmalpfleger Architekt Dipl.-Ingenieur Anselm Wolter wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Gaststein oder Begrüßungsobelisk&#039;&#039;&#039; empfängt die Besucher an der Auffahrt zur Burg. Graf Schlitz ließ das 7 m hohe Monument 1816 errichten. An der Spitze ist das Motto des Grafen: WWWV - Wünsche wenig wirke viel - verewigt. Die Begrüßungsworte lauten: SKANDENS HOSPES GRATE URNAE HUIC CURAM TRADAS EXPORTAT H. COMES SCHLITZ MDCCCXVI - GAST DER DU HINAUFSTEIGST ÜBERGIB DIESER FREUNDLICHEN URNE DEINE SORGEN DAS WÜNSCHT H. GRAF SCHLITZ 1816. Die eiserne Urne ist gestohlen worden. 2017 wurde der Obelisk durch eine Linde zerstört und wieder aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite des Weges steht ein &#039;&#039;&#039;Wegweiser&#039;&#039;&#039; mit den Angaben zu den nächsten Orten, nordwärts: H.DEMZIN KOETHEL TETEROW, südwärts: KARSTORF ZIDDORF WAHREN und westwärts: BURG SCHLITZ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Eingangstor&#039;&#039;&#039; ist von 1993 nach dem Vorbild der Zäune um das Herrenhaus gefertigt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man der Lindenalle und biegt an ihrem Ende links ab, gelangt man zur &#039;&#039;&#039;Magdalenenlaube&#039;&#039;&#039;, eine Steinsetzung erinnert noch an den einstigen Lieblingsplatz von Magdalene Gräfin von Bassewitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biegt man dann rechts ab, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Blücher-Wellington-Denkmal&#039;&#039;&#039;. Die 5 m hohe Anlage besteht aus zwei Teilen. Der hintere verewigt auf der Säule die Namen der beiden Sieger in der Schlacht von Waterloo, darunter wird in einer Nische Napoleon durch gekreuzte Dreizacke - Symbole für Neptun, somit der Atlantische Ozean um Napoleons Verbannungsort St. Helena - gefangen gehalten. Die Inschrift erläutert dies: DEN DAEMON DER NOCH JUENGST TEUTONIENS FESSEL HIELT EIN FERNES FELSENEILAND BIRGT IHN GEKETTET ZERSPLITTERT IST DES TRUGES MACHT UND RECHT UND WAHRHEIT SIEGTEN AM XVIII JUNIUS UND XX NOVEMBER MLCCCXV. (Die beiden Daten beziehen sich auf die Schlacht von Waterloo am 18.Juni 1815 und auf den &amp;quot;Zweiten Pariser Frieden&amp;quot; vom 20. November 1815.) Die ursprüngliche Büste Napoleons war aus Marmor, die Büste von Gebhard Leberecht von Blücher, die im vorderen Teil des Denkmals stand, hingegen aus Eisen. Sie wurde 1945 in einer Abfallgrube entsorgt und erst 1999 wieder gefunden. Hinter der Büste war ein Caduceus oder Hermesstab angebracht, an den Seiten Siegerkränze. Die Inschrift lautet: VICTORIAE ET PACIS H COMES SCHLITZ EX VOTO MDCCCXVI - SIEG UND FRIEDEN H GRAF SCHLITZ EINGEWEIHT 1816. Es ist das erste Denkmal, das den beiden Feldherren errichtet wurde. Blücher bedankte sich 1818 in der Schlosschronik für die Errichtung des Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man dem Weg weiter, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Regensburgdenkmal&#039;&#039;&#039;. 1809 standen sich bei Regensburg zwei Verwandte in den Armeen Österreichs und Frankreichs gegenüber, in den anschließenden Gefechten töteten sie sich im Kampf gegenseitig. Dies berührte Hans Graf Schlitz und er ließ die Rüstungen der beiden in dem 4 m hohen Denkmal unterbringen. Auf der einen Seite des neogotischen Baues ist das Wappen des Grafen dargestellt: zwei schräge, dreigezinnte Balken für von Schlitz und darunter die Lilie für Labes. Auf der anderen Seite steht: DIE VORSEHUNG SCHUETZTE DIE MEINIGEN EISEN DIE KAEMPFENDEN NICHT H. GRAF SCHLITZ MDCCCXIV (1814) IM STURM VOR REGENSBURG WO MIR DIE THEUERSTEN LEBTEN LIESSEN SINKEND IM KAMPFE GEGENEINANDER ZWEI GEHARNISCHTE DIESE RÜSTUNG ZURUECK AM XXII APRIL MDCCCIX (22. April 1809). Auf der einen Seite des Denkmals steht eine Libanonzeder und auf der anderen ein Ginkgobaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Glashütte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Görzhausen==&lt;br /&gt;
==Skulpturenweg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Adamiak, Josef &amp;quot;Schlösser und Gärten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig 1975&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Anonym &amp;quot;Memoiren eines deutschen Staatsmannes aus den Jahren 1788 - 1816&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Leipzig bei Friedrich Fleischer 1833&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Böhmer, Gerhard &amp;quot;Das Lebenslied des Grafen Hans von Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag der Buchdruckerei H. Müschen, Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Boroock, Willi &amp;quot;Chronik - Historische Betrachtung über die Burg Schlitz 1427 - 1945 Kreis Teterow&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1985 - 1990&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Brandt, Jürgen &amp;quot;Alt-Mecklenburgische Schlösser und Herrensitze&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag Ernst Wasmuth A. G. Berlin 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Burkhardt, Albert &amp;quot;Mitten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1983&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hermann, Anne und Anke &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992/93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hippauf, Renate und Luttmann, Jürgen &amp;quot;Spaziergänge in der Landschaft von Burg Schlitz - Ein Parkführer in 62 Denkmalen und 13 Skizzen&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Grafik, Druck &amp;amp; Verlag GmbH Stavenhagen 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Karge, Wolf (Hg.) &amp;quot;Biographisches Lexikon für Mecklenburg&amp;quot; Band 9 (Biographie Hans von Schlitz)&lt;br /&gt;
:Verlag Schmidt-Römhild Schwerin 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen und Wolter, Anselm &amp;quot;1801 - 2001 200 Jahre Görzhausen - Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte des Dorfes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;100 Jahre Bassewitz auf Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;Wappenbuch von Burg Schitz und Umgebung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Naschinski, Wilhelm &amp;quot;Der Dichter in Stein und Landschaft&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Mecklenburgische Monatshefte V. Jahrgang 1929 Mai, Carl Hinstorff Verlag Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Ossenberg-Engels GmbH Architekten und Ingenieure &amp;quot;Burg Schlitz - Dokumentation über die Gebäude und den Park der Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Parlow, Andreas &amp;quot;Einige Nachrichten über die wendische und gräfliche Familie von Bassewitz und ihre Güter&amp;quot;&lt;br /&gt;
:MFP-Verlag Tellow 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Rolf, Albert &amp;quot;Denkwürdigkeiten des Grafen Hans von Schlitz von den letzten Lebensjahren Josephs des II. bis zum Sturze Napoleon`s I.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:G. U. Rudolph`s Verlags-Buchhandlung Hamburg 1898&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Schlitz, Hans Graf von (ergänzt von Rudolph Graf von Bassewitz) &amp;quot;Chronik von Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1816 - 1890&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Steinhausen, Claus &amp;quot;Die historische Kulturlandschaft um Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz - Geschichte, Zustand und Entwicklungskonzept eines Beispiels der Landesverschönerung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wagner, Annalise &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Carolinum 48. Jg. Nr. 91 Hrsg. Altschülerschaft des ehemaligen Carolinum Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wolter, Anselm &amp;quot;Der Park Burg Schlitz- Rekonstruktion des Parkes in den Jahren 1988 bis 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1998&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Zippel, Kathrin und Maßmann, Wolfgang &amp;quot;Inventarisierung und Vorschläge zur Erhaltung der Steindenkmäler im Park Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontakte ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112896</id>
		<title>Karstorf</title>
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		<updated>2024-05-26T07:52:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Karstorf OT der Gemeinde Hohen Demzin&lt;br /&gt;
 | plz = 17166&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Amt Mecklenburgische Schweiz&lt;br /&gt;
 | landkreis = Rostock&lt;br /&gt;
 | einwohner = ..?.. (2015)&lt;br /&gt;
 | lat= 53.6969&lt;br /&gt;
 | lon = 12.5411&lt;br /&gt;
}}Frank Herholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf Karstorf liegt in der Mecklenburgischen Schweiz an der Bundesstraße B 108 9 km südlich der Stadt [[Teterow]].&lt;br /&gt;
Aus Teilen des Dorfes entstanden die Orte Burg Schlitz und Görzhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411 Breite: 53.6969 Länge: 12.5411] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;iframe width=&amp;quot;625&amp;quot; height=&amp;quot;350&amp;quot; src=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/export/embed.html?bbox=12.526259422302248%2C53.69134495357858%2C12.555871009826662%2C53.70242298551734&amp;amp;amp;layer=mapnik&amp;amp;amp;marker=53.6968843339897%2C12.541065216064453&amp;quot; style=&amp;quot;border: 1px solid black&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/iframe&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;a href=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411&amp;quot;&amp;gt;-Größere Karte von Karstorf anzeigen-&amp;lt;/a&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurztext zum Ort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe  Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; &#039;&#039;&#039;1896&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seite 1104 ff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Burg Schlitz&#039;&#039;&#039; bei Hohen Demzin, 1 Meile südlich von Teterow unweit der Waren-Teterower-Chaussee. Hof, Schmiede mit Krug. 39 (15) Einw. Burg Schlitz ist ein durch seinen Park und seine Gartenanlagen, sowie durch die Schönheit und Großartigkeit der bergigen Landschaft bekanntes Schloß, welches auf einer hohen, gebirgsähnlichen, meilenweit sichtbaren, natürlichen Terrasse liegt und hoch über das ganze Malchiner Seebecken hervorragt. Der Schöpfer von Burg Schlitz war der Baron von Labes, der von dem preußischen Minister Grafen v. Schlitz genannt Görz, an Sohnes Statt angenommen wurde und darauf den Namen Graf v. Schlitz führte, welchen Namen auch sein Schwiegersohn, der zweite Besitzer, zu seinem Namen mit annahm. Burg Schlitz liegt auf der Feldmark von Karstorf, dem früheren Hauptgute, statt dessen 1817 Burg Schlitz als das Hauptgut anerkannt wurde, so daß Karstof nun eine Pertinenz von Burg Schlitz ist. Das Schloß, zu dem schon 1806 der Grundstein gelegt worden, wurde in Folge der Kriegszeiten erst 1823 ganz vollendet. Es ist dasselbe über 60 m lang, 17 m tief, 15 m hoch und aus drei mit einander durch Gallerien verbundenen Theilen bestehend, auf deren mittlerem sich ein Obelisk von nahezu 12 m Höhe erhebt, zu dessen Spitze von innen eine Treppe hinaufführt und von wo man eine der reizendsten Landschaften mit dem Malchiner und Kummerower See und einem Theil von Pommern übersieht. Mit einem guten Fernrohr erblickt man von hier über 70 Ortschaften. Im Schlosse selbst sind der im Geschmack des Mittelalters reich decorirte Rittersaal, die Bibliothek und verschiedene Kunst- und naturhistorische Sammlungen zu bemerken. In geringer Entfernung zur Seite des Schlosses findet man eine sehr schöne, dem Andenken der Adoptivmutter des Erbauers, der Gräfin Caroline von Schlitz-Görz geweihte Kapelle. Die Vorderseite der Bergterrasse, auf der das Schloß sich erhebt, ist mit Gehölz bestanden und von Luftwegen durchschnitten, die Rückseite des Schlosses wird durch einen schönen, parkartig zugerichteten Buchenwald, der 6 1/2 ha einnimmt und aus dem das blendend weiße Schloß sich scharf abhebt, begrenzt. Die ganze Umgegend des Schlosses besteht überhaupt aus schönen, großartig angelegten Partien, welche die größte Mannigfaltigkeit zeigen und worin außer den einheimischen über 50 Arten von ausländischen Bäumen und Gesträuchen vorhanden sind; auch die Landwege schmücken Alleen, Ruhestellen und kleine Denkmäler. Der letzteren sind überhaupt 36 und sie stören sowohl durch ihre Menge als auch durch die Selbstgefälligkeit, die der Erbauer - selbst sein Alpenstock ist in der Nische eines Monuments zu schauen -, durch sehr viele derselben an den Tag legt. Am Fuß des Schloßberges liegt das ansehnliche Gasthaus &amp;quot;Zum goldenen Frieden&amp;quot;. Hinter diesem Gasthause erstreckt sich ein zu Karlshof, der Meierei von Schorssow gehörendes Lustgehölz.&lt;br /&gt;
Der vorbenannte zweite Besitzer der Burg Schlitz, der Graf Heinrich v. Bassewitz, genannt von Schlitz, starb 1861. Seinem Willen gemäß sollte der älteste Sohn seines Bruders sein Erbe sein und in den Besitz einer von ihm intendirten Stiftung kommen, welche den Burg Schlitzer Güter-Complex und den Allodial-Nachlaß umfaßte. Doch da die Consense der zur Nachfolge im Lehn Berechtigten nicht erwirkt waren, so konnte die Stiftung nicht in Kraft treten. Die Lehngüter wurden von dem noch lebenden älteren Bruder und Senior der Familie, dem Grafen v. Bassewitz auf Perlin, Worensdorff ec. angenommen (Johannis 1862) und die übrigen Erben ausbezahlt. - Nach seinem bereits im Mai 1863 erfolgten Ableben kam sein einziger Sohn, der Graf Rudolph v. Bassewitz auf Raguth, dem auch Perlin zufiel, in den Besitz und es begann nun für die Burg Schlitzer Begüterung eine neue Zeit. Die Güter wurden nicht allein in landwirthschaftlicher Beziehung außerordentlich gehoben, es wurden auch auf sämmtlichen Höfen großartige Neubauten aufgeführt, darunter die große schöne Wassermühle zu Ziddorf; es erfolgte der Neubau des Hofes Karstorf mit prachtvollen Gewächshäusern, die Wiederaufrichtung der abgebrannten großen Hohen-Demziner Ziegelei u. A. Auch der Kirche zu Hohen-Demzin wandte der neue Besitzer sein Interesse zu. Im Jahre 1857 hatte dieselbe bereits einen sehr hübschen, ganz in Felsen aufgeführten Thurm erhalten, dessen schlanke, schiefergedeckte Spitze weithin über`s Land sichtbar ist. Im Jahr 1871 wurde nun auch die Kirche selbst von Grund auf neu erbaut und von der gräflichen Familie mit reichem Schmuck versehen, zu welchem der jetzige Besitzer, der Graf F. v. Bassewitz, im Jahre 1885 eine schöne neue Orgel hinzufügte. Letzterer übernahm die Güter nach dem im Jahr 1877 erfolgten Ableben seines Vaters. - Ein kostbares Denkmal des Verstorbenen aus carrarischem Mamor mit dem Medaillon-Bildniß desselben ist von seiner Wittwe, der Gräfin von Bassewitz, geb. Gräfin v. Bülow, in der oben erwähnten sog. Carolinen-Kapelle aufgestellt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Karstorf&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz, liegt am Fuße des Berges von Burg Schlitz südlich von diesem Ort an der Teterow-Warener-Chaussee. Hof mit 47 (83) Einw. Auf der Stelle eines späteren Herrenhauses, welches auch noch mit einem tiefen Wallgraben, über den eine Zugbrücke führte, umgeben war, stand eine alte Burg. In dem noch vorhandenen Gemäuer derselben sind jetzt Glashäuser mit französischer Obstbaumtreiberei eingerichtet. In der Nähe derselben liegen ausgedehnte Gewächshäuser, und am Rande der die Burg umgebenden Wiesen steht eine REihe schöner uralter Eichen, die nächst den Eichen im Ivenacker Thiergarten die größten in Mecklenburg sein dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Görzhausen&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz nahe (westlich) von Burg Schlitz zwischen dem 95 1/2 m hohen Alexanderberg und dem Nienhäger Forst in anmuthiger Lage. Rechts am Wege, der von Görzhausen nach Karstorf hinunterführt, befindet sich der 97 m hohe Röthelberg. Hof mit 89 (96) Einw.&lt;br /&gt;
Der Röthelberg ist die bedeutendste Anhöhe der ganzen Burg Schlitzer Hügelkette, ein vielbesuchter Aussichtspunkt mit einem Birkenwäldchen, von dem aus sich ein entzückendes Panorama darbietet, eins der anziehendsten der norddeutschen Tiefebene.&lt;br /&gt;
Görzhausen, Mitte dieses Jahrhunderts angelegt, hat seinen Namen vom Erbauer zu Ehren des Adoptivvaters des letzteren erhalten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Chronik=&lt;br /&gt;
===1427 - 1787 von der Osten===&lt;br /&gt;
Die von der Osten sind ein Uradelsgeschlecht, das in Pommern, im Baltikum und in Mecklenburg ansässig war. 1427 wurde Henneke von der Osten aus dem Haus Basepohl - Arenshagen als erster seiner Familie Besitzer von Karstorf. 1463 besaß ein weiterer Henneke das Dorf. Er war ein Wohltäter des Klosters Dargun und wurde auf der Denktafel von 1479 für den Ausbau der Klosterkirche als Besitzer &amp;quot;tho karstorpe&amp;quot; erwähnt, sein Wappen schmückte auch ein Glasfenster der Klosterkirche. 1653 stiftete Georg Wilhelm von der Osten aus dem Haus Schildberg der Kirche zu Hohen Demzin einen Kelch. Seit 1750 war Johann Dietrich von der Osten auf Karstorf Provisor des Klosters Dobbertin, 1762 wurde er Klosterhauptmann. 1768 waren seine persönlichen Finanzen so zerrüttet, dass er wegen betrügerischen Konkurses steckbrieflich gesucht wurde. 1771 wurde er inhaftiert und verurteilt, nach zwei Jahren Festungshaft  in Dömitz 1773 zu Landesverweisung begnadigt. Er starb 1782 auf Rügen. 1787/88 verkauften die Gläubiger die Güter an Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1788 - 1791 Joachim Johann Heinrich von Müller===&lt;br /&gt;
Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen wurde zusammen mit seinem Vater Joachim Christoph 1753 geadelt, die Anerkennung in Mecklenburg erlangte er 1794. 1787/88 kaufte er aus der Konkursmasse des Johann Dietrich von der Osten die Güter Hohen Demzin und Karstorf. 1789 legte er den Lehnseid gegenüber dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin ab. Bereits 1791 verkaufte er die Güter an den Freiherrn Hans von Labes für 90.000 Taler weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 - 1831 Hans Graf von Schlitz===&lt;br /&gt;
===1831 - 1931 von Bassewitz===&lt;br /&gt;
===1931 - 1945 Emil Georg von Stauß===&lt;br /&gt;
Stauß wurde 6. Oktober 1877 in Friedrichstal (Württemberg) als Sohn des Hauptlehrers Georg Stauß und der Emma Rosine, geb. Müller geboren. Seine Mutter starb 1887, noch im gleichen Jahr heiratete sein Vater Lina Hanselmann. Er hatte 6 Geschwister und besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart bis 1893. Nach der schulischen Ausbildung absolvierte er eine 3jährige Banklehre bei der Königlich Württembergischen Hofbank in Stuttgart und blieb anschließend noch ein Jahr als Kommis (Kontorist, Handlungsgehilfe, kaufmännischer Angestellter). Anschließend leistete er seinen Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger im Württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga. 1898 ließ er sich zum Stenographielehrer ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 erhielt Stauß eine Anstellung bei der Deutschen Bank und arbeitete zunächst ein Jahr in der Kontokorrent- und der Ausrechnungsabteilung. Danach wechselte er als Buchhalter in das Sekretariat der Abteilung für das Kapitalmarktgeschäft. 1901 wurde er Privatsekretär von Georg von Siemens, der noch im gleichen Jahr verstarb. Mit dem Erwerb der rumänischen Erdölgesellschaft Steaua Romana 1903 stieg die Deutsche Bank in das lukrative Ölgeschäft ein. Dazu wurde die Deutsche Petroleum-AG (DPAG) gegründet, deren erster Direktor Stauß 1904 wurde. Als Transporteur des Öls diente die Shell Transport and Trading Company, an der unter anderem Sir Henry Deterding beteiligt war. Wahrscheinlich ist hier die Freundschaft zwischen beiden entstanden. 1915 wurde Stauß Vorstand der Deutschen Bank, Verwalter der Anatolischen Eisenbahngesellschaft – damit auch mit dem Ausbau der Bagdad-Bahn beschäftigt. In diese Zeit fällt auch der Völkermord des Osmanischen Reiches an den Armeniern und die Verstrickung der Eisenbahngesellschaft darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1913/14 ließ Stauß sich eine Villa in Berlin-Dahlem errichten, heiratete 1915 Karin Elisabeth geborene von Müller (geb. 1895). Das Paar hatte 4 Kinder: Georg Ferdinand, Sven Eugen, Karin Maria und Ulf Emil. Schwiegervater war der Admiral Georg Alexander von MÜller, Chef des Marinekabinetts und Generaladjutant des Kaisers. Von Müller pflegte Verbindungen zur Kaiserfamilie und zu Prinz Heinrich von Preußen. 1918 wurde Stauß in den württembergischen erblichen Adelsstand erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 wurde von Stauß Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP), 1919 war er als Wirtschaftsfachmann Mitglied der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versaille und Spa. 1925 erfolgte die Berufung in den Zentralausschuss der Reichsbank. Von 1930 - 32 saß er für die DVP im Reichstag, ab 1933 für die NSDAP, ohne deren Mitglied zu sein. 1934 wurde er zum Vizepräsidenten des Reichstags gewählt und erhielt die Ernennung zum preußischen Staatsrat. Er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und seit 1931 (trotz Mitgliedschaft in der DVP) in der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Reichsleitung der NSDAP tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorstand der Deutschen Bank war er der Hauptakteur bei der Fusion von Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG, er blieb lange Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft, ebenso hatte er diese Funktion bei BMW, der Lufthansa AG, der Ufa oder beim Bayrischen Lloyd inne. 1932 wechselte er auch bei der Deutschen Bank vom Vorstand in den Aufsichtsrat. In diesen Funktionen unterstützte er den Aufstieg der NSDAP.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Konkurs der Familie von Bassewitz auf Burg Schlitz erwarb die Mecklenburgische Landgesellschaft GmbH auf einer Auktion das Gut, um es zu parzellieren und aufzusiedeln. Durch die Wirtschaftskrise war das Deutsche Reich nicht mehr in der Lage, die dafür notwendigen Kredite bereitzustellen. Daher erbot sich die Landgesellschaft am 17. August 1931 gegenüber dem Justizministerium Mecklenburg-Schwerins einen zahlungsfähigen Käufer zu finden, der in die Rechte aus dem Meistgebot eintritt und dann den Zuschlag erhält. Das gelang sehr schnell, schon am 25. September 1931 beurkundete das Amtsgericht Teterow die Abtretung des Meistgebotes an von Stauß.&lt;br /&gt;
Am 3. Juni 1932 vermeldeten die Teterower Nachrichten: &amp;quot;Adolf Hitler fuhr gestern durch Teterow und verweilte etwa eine Stunde in Burg Schlitz zu einer Besprechung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Ernst Heinkel schreibt in seiner Autobiographie &amp;quot;Stürmisches Leben&amp;quot;  „Einer meiner „Nachbarn“ in Mecklenburg war der … Herr von Stauß. Er besaß etwa 70 km von Warnemünde entfernt ein 7000 Morgen großes Gut, Burg Schlitz, mit wunderbaren, über 500 Jahre alten, riesigen Eichen und einem an sich herrlich großen und trotzdem irgendwie gräulichen Schloss, in dem es keine Wasserleitung gab und in dem man ununterbrochen fror, weil nur ein Zimmer heizbar war und die Kälte eines Jahrhunderts in den Mauern nistete. In Warnemünde lag Stauß` Boot „Ulf II“ vor Anker. Stauß hielt fleißig Verbindung mit der Prominenz und versäumte es selten, mit seinen Gästen zu mir herüberzukommen, Flugzeuge zu besichtigen und möglichst schwäbische Maultaschen und Spätzle zu probieren. Im Übrigen war Stauß … ein munterer Jagdgenosse. Ich … verleitete Herrn von Stauß … (zu Jagdausflügen), der trotz modernster, für jede Modenschau geeigneter Jagdausrüstung bei unseren großen Hasentreibjagden in Teterow zwar selten einen Hasen traf, aber sonst der unverzagteste Jagdgenosse in jenen stürmischen Jahren war.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Teil seiner Vorgänger auf Burg Schlitz ließ von Stauß sein Wappen in der Kirche von Hohen Demzin anbringen. Die Feldscheune an der Straße nach Waren und Teterow trägt noch heute seine Initialen. Zentrale Erntedankfeste von Hohen Demzin, Karstorf und Görzhausen wurden in Burg Schlitz gefeiert. Außerdem hat er zur Sonnenwende 1933 ein Wehrkreuz auf dem Röthelberg - errichtet durch das F. A. D. Stahlhelmlager Görzhausen - eingeweiht. In Karstorf ist der Pferdestall zum Kinosaal umgebaut worden. Ufa-Filme wurden hier uraufgeführt. Der Schwanenteich war mit elektrischen Anlagen versehen worden, mit denen der Teich in wechselnde Farben getaucht wurde. Die Wege unterhalb des Schlossen wurden regelmäßig mit Sand von Stränden am Malchiner See bestreut. Der besonders für seine Tiermotive bekannte Münchner Bildhauer Emil Manz schuf 1933 die Bronzeplastik der Spielenden Bären. Diese ließ von Stauß anstelle einer Sonnenuhr vor dem Herrenhaus aufstellen. Ob sie tatsächlich ein Bezug zur Wahlheimat Berlin ist, dessen Wappentier ein Bär ist, bleibt fraglich.&lt;br /&gt;
Ebenfalls auf Initiative von von Stauß gehen die Kolonaden auf den beiden Verbindungstrakten der drei Hausflügel zurück. Die bedeutendste Veränderung ist sicher die Aufstellung des „Brunnens der drei tanzenden Mädchen“ von Walter Schott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil Georg von Stauß verstarb am 11. Dezember 1942 in Berlin-Schmargendorf im Martin-Luther-Krankenhaus nach kurzer, schwerer Krankheit. Adolf Hitler ordnete für den 16. Dezember einen Staatsakt an, der im Haus der Flieger („Görings kleiner Reichskanzlei“ – dem heutigen Berliner Abgeordnetenhaus) stattfand. Die Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walther Funk hielt die Trauerrede. Die Trauerfeier fand am 18. Dezember im Krematorium Berlin-Wilmersdorf statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harry Graf Kessler in seinem Tagebuch vom 30. Januar 1933: „Ich saß an einem kleinen Tisch zwischen ihm und dem berühmten Herrn von Stauß, früher von der Deutschen Bank, der sich dicke tat mit seinen intimen Beziehungen zu Hitler. Dieser habe ihm versprochen, er werde ihm den Wunsch, den er ihm zur Kenntnis bringt, erfüllen.“&lt;br /&gt;
Ulrich von Hassel in seinem Tagebuch vom 29. September 1938: „Vor dem Frühstück sah ich Stauß, der einer der ersten Wirtschaftler war, die zu Hitler gingen, jetzt in höchster Sorge und Angewidertheit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1945 - 1992 Enteignung und öffentliche Nutzung===&lt;br /&gt;
===Privatisierung und Eigentümer seit 1992===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Park und Denkmale==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ein Werk aus der Zeit der Empfindsamkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Park gehört zu den größten und schönsten in Mecklenburg-Vorpommern, umfasst rund 60 ha und wurde in der Zeit von 1800 bis 1830 durch Hans Graf von Schlitz angelegt. Nachfolgende Besitzer nahmen Ergänzungen und Änderungen vor. Die Gestaltung erfolgte als englischer Landschaftspark und umfasst den Teil unmittelbar um das Herrenhaus, den dahinter liegenden Teil um den Buchenberg mit dem Weg am Waldrand, an dem die Denkmale wie eine Perlenkette aufgereiht sind, die Anlagen um die ehemalige Wasserburg in Karstorf und läuft in Denkmalen an Wegen und Straßen aus. Die Steinsetzungen sind durchweg aus Granit und umfassen Themen philosophischen, vaterländischen und familiären Inhalts. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Reihe seltener Bäume und Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfolgte die Pflege durch die Besitzer, änderte sich dies mit der Bodenreform 1945. Die Bewohner des 1955 im Herrenhaus eingerichteten Seniorenheimes pflegten das unmittelbare Umfeld, weite Teile des Parks verwilderten dabei. 1963 erarbeitete der Gartenarchitekt Alfred Niendorf aus Ludwigslust im Auftrag des Rates des Kreises Planungen zur Sanierung des Parks und eine Bestandsliste der Bäume, aus Kostengründen unterblieb eine Sanierung des Parks. Zahlreiche Denkmale im Park waren zwischenzeitlich beschädigt, zerstört oder gestohlen. In den 1980er Jahren begannen Pflegearbeiten durch Genossenschaftsbauern der umliegenden LPGen und durch Schüler aus Schorssow. Von 1988 bis 1990 wurde der Park unter fachlicher Begleitung von Dipl. Garten- und Landschaftsarchitektin Charlotte Schmid und dem ehrenamtlichen Kreisdenkmalpfleger Architekt Dipl.-Ingenieur Anselm Wolter wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Gaststein oder Begrüßungsobelisk&#039;&#039;&#039; empfängt die Besucher an der Auffahrt zur Burg. Graf Schlitz ließ das 7 m hohe Monument 1816 errichten. An der Spitze ist das Motto des Grafen: WWWV - Wünsche wenig wirke viel - verewigt. Die Begrüßungsworte lauten: SKANDENS HOSPES GRATE URNAE HUIC CURAM TRADAS EXPORTAT H. COMES SCHLITZ MDCCCXVI - GAST DER DU HINAUFSTEIGST ÜBERGIB DIESER FREUNDLICHEN URNE DEINE SORGEN DAS WÜNSCHT H. GRAF SCHLITZ 1816. Die eiserne Urne ist gestohlen worden. 2017 wurde der Obelisk durch eine Linde zerstört und wieder aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite des Weges steht ein &#039;&#039;&#039;Wegweiser&#039;&#039;&#039; mit den Angaben zu den nächsten Orten, nordwärts: H.DEMZIN KOETHEL TETEROW, südwärts: KARSTORF ZIDDORF WAHREN und westwärts: BURG SCHLITZ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Eingangstor&#039;&#039;&#039; ist von 1993 nach dem Vorbild der Zäune um das Herrenhaus gefertigt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man der Lindenalle und biegt an ihrem Ende links ab, gelangt man zur &#039;&#039;&#039;Magdalenenlaube&#039;&#039;&#039;, eine Steinsetzung erinnert noch an den einstigen Lieblingsplatz von Magdalene Gräfin von Bassewitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biegt man dann rechts ab, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Blücher-Wellington-Denkmal&#039;&#039;&#039;. Die 5 m hohe Anlage besteht aus zwei Teilen. Der hintere verewigt auf der Säule die Namen der beiden Sieger in der Schlacht von Waterloo, darunter wird in einer Nische Napoleon durch gekreuzte Dreizacke - Symbole für Neptun, somit der Atlantische Ozean um Napoleons Verbannungsort St. Helena - gefangen gehalten. Die Inschrift erläutert dies: DEN DAEMON DER NOCH JUENGST TEUTONIENS FESSEL HIELT EIN FERNES FELSENEILAND BIRGT IHN GEKETTET ZERSPLITTERT IST DES TRUGES MACHT UND RECHT UND WAHRHEIT SIEGTEN AM XVIII JUNIUS UND XX NOVEMBER MLCCCXV. (Die beiden Daten beziehen sich auf die Schlacht von Waterloo am 18.Juni 1815 und auf den &amp;quot;Zweiten Pariser Frieden&amp;quot; vom 20. November 1815.) Die ursprüngliche Büste Napoleons war aus Marmor, die Büste von Gebhard Leberecht von Blücher, die im vorderen Teil des Denkmals stand, hingegen aus Eisen. Sie wurde 1945 in einer Abfallgrube entsorgt und erst 1999 wieder gefunden. Hinter der Büste war ein Caduceus oder Hermesstab angebracht, an den Seiten Siegerkränze. Die Inschrift lautet: VICTORIAE ET PACIS H COMES SCHLITZ EX VOTO MDCCCXVI - SIEG UND FRIEDEN H GRAF SCHLITZ EINGEWEIHT 1816. Es ist das erste Denkmal, das den beiden Feldherren errichtet wurde. Blücher bedankte sich 1818 in der Schlosschronik für die Errichtung des Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man dem Weg weiter, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Regensburgdenkmal&#039;&#039;&#039;. 1809 standen sich bei Regensburg zwei Verwandte in den Armeen Österreichs und Frankreichs gegenüber, in den anschließenden Gefechten töteten sie sich im Kampf gegenseitig. Dies berührte Hans Graf Schlitz und er ließ die Rüstungen der beiden in dem 4 m hohen Denkmal unterbringen. Auf der einen Seite des neogotischen Baues ist das Wappen des Grafen dargestellt: zwei schräge, dreigezinnte Balken für von Schlitz und darunter die Lilie für Labes. Auf der anderen Seite steht: DIE VORSEHUNG SCHUETZTE DIE MEINIGEN EISEN DIE KAEMPFENDEN NICHT H. GRAF SCHLITZ MDCCCXIV (1814) IM STURM VOR REGENSBURG WO MIR DIE THEUERSTEN LEBTEN LIESSEN SINKEND IM KAMPFE GEGENEINANDER ZWEI GEHARNISCHTE DIESE RÜSTUNG ZURUECK AM XXII APRIL MDCCCIX (22. April 1809). Auf der einen Seite des Denkmals steht eine Libanonzeder und auf der anderen ein Ginkgobaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Glashütte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Görzhausen==&lt;br /&gt;
==Skulpturenweg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Adamiak, Josef &amp;quot;Schlösser und Gärten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig 1975&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Böhmer, Gerhard &amp;quot;Das Lebenslied des Grafen Hans von Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag der Buchdruckerei H. Müschen, Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Boroock, Willi &amp;quot;Chronik - Historische Betrachtung über die Burg Schlitz 1427 - 1945 Kreis Teterow&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1985 - 1990&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Brandt, Jürgen &amp;quot;Alt-Mecklenburgische Schlösser und Herrensitze&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag Ernst Wasmuth A. G. Berlin 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Burkhardt, Albert &amp;quot;Mitten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1983&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hermann, Anne und Anke &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992/93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hippauf, Renate und Luttmann, Jürgen &amp;quot;Spaziergänge in der Landschaft von Burg Schlitz - Ein Parkführer in 62 Denkmalen und 13 Skizzen&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Grafik, Druck &amp;amp; Verlag GmbH Stavenhagen 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Karge, Wolf (Hg.) &amp;quot;Biographisches Lexikon für Mecklenburg&amp;quot; Band 9 (Biographie Hans von Schlitz)&lt;br /&gt;
:Verlag Schmidt-Römhild Schwerin 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen und Wolter, Anselm &amp;quot;1801 - 2001 200 Jahre Görzhausen - Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte des Dorfes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;100 Jahre Bassewitz auf Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;Wappenbuch von Burg Schitz und Umgebung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Naschinski, Wilhelm &amp;quot;Der Dichter in Stein und Landschaft&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Mecklenburgische Monatshefte V. Jahrgang 1929 Mai, Carl Hinstorff Verlag Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Ossenberg-Engels GmbH Architekten und Ingenieure &amp;quot;Burg Schlitz - Dokumentation über die Gebäude und den Park der Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Parlow, Andreas &amp;quot;Einige Nachrichten über die wendische und gräfliche Familie von Bassewitz und ihre Güter&amp;quot;&lt;br /&gt;
:MFP-Verlag Tellow 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Rolf, Albert &amp;quot;Denkwürdigkeiten des Grafen Hans von Schlitz von den letzten Lebensjahren Josephs des II. bis zum Sturze Napoleon`s I.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:G. U. Rudolph`s Verlags-Buchhandlung Hamburg 1898&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Schlitz, Hans Graf von (ergänzt von Rudolph Graf von Bassewitz) &amp;quot;Chronik von Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1816 - 1890&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Steinhausen, Claus &amp;quot;Die historische Kulturlandschaft um Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz - Geschichte, Zustand und Entwicklungskonzept eines Beispiels der Landesverschönerung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wagner, Annalise &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Carolinum 48. Jg. Nr. 91 Hrsg. Altschülerschaft des ehemaligen Carolinum Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wolter, Anselm &amp;quot;Der Park Burg Schlitz- Rekonstruktion des Parkes in den Jahren 1988 bis 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1998&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Zippel, Kathrin und Maßmann, Wolfgang &amp;quot;Inventarisierung und Vorschläge zur Erhaltung der Steindenkmäler im Park Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontakte ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112893</id>
		<title>Karstorf</title>
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		<updated>2024-05-26T07:47:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Karstorf OT der Gemeinde Hohen Demzin&lt;br /&gt;
 | plz = 17166&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Amt Mecklenburgische Schweiz&lt;br /&gt;
 | landkreis = Rostock&lt;br /&gt;
 | einwohner = ..?.. (2015)&lt;br /&gt;
 | lat= 53.6969&lt;br /&gt;
 | lon = 12.5411&lt;br /&gt;
}}Frank Herholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf Karstorf liegt in der Mecklenburgischen Schweiz an der Bundesstraße B 108 9 km südlich der Stadt [[Teterow]].&lt;br /&gt;
Aus Teilen des Dorfes entstanden die Orte Burg Schlitz und Görzhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411 Breite: 53.6969 Länge: 12.5411] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;iframe width=&amp;quot;625&amp;quot; height=&amp;quot;350&amp;quot; src=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/export/embed.html?bbox=12.526259422302248%2C53.69134495357858%2C12.555871009826662%2C53.70242298551734&amp;amp;amp;layer=mapnik&amp;amp;amp;marker=53.6968843339897%2C12.541065216064453&amp;quot; style=&amp;quot;border: 1px solid black&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/iframe&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;a href=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411&amp;quot;&amp;gt;-Größere Karte von Karstorf anzeigen-&amp;lt;/a&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurztext zum Ort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe  Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; &#039;&#039;&#039;1896&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seite 1104 ff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Burg Schlitz&#039;&#039;&#039; bei Hohen Demzin, 1 Meile südlich von Teterow unweit der Waren-Teterower-Chaussee. Hof, Schmiede mit Krug. 39 (15) Einw. Burg Schlitz ist ein durch seinen Park und seine Gartenanlagen, sowie durch die Schönheit und Großartigkeit der bergigen Landschaft bekanntes Schloß, welches auf einer hohen, gebirgsähnlichen, meilenweit sichtbaren, natürlichen Terrasse liegt und hoch über das ganze Malchiner Seebecken hervorragt. Der Schöpfer von Burg Schlitz war der Baron von Labes, der von dem preußischen Minister Grafen v. Schlitz genannt Görz, an Sohnes Statt angenommen wurde und darauf den Namen Graf v. Schlitz führte, welchen Namen auch sein Schwiegersohn, der zweite Besitzer, zu seinem Namen mit annahm. Burg Schlitz liegt auf der Feldmark von Karstorf, dem früheren Hauptgute, statt dessen 1817 Burg Schlitz als das Hauptgut anerkannt wurde, so daß Karstof nun eine Pertinenz von Burg Schlitz ist. Das Schloß, zu dem schon 1806 der Grundstein gelegt worden, wurde in Folge der Kriegszeiten erst 1823 ganz vollendet. Es ist dasselbe über 60 m lang, 17 m tief, 15 m hoch und aus drei mit einander durch Gallerien verbundenen Theilen bestehend, auf deren mittlerem sich ein Obelisk von nahezu 12 m Höhe erhebt, zu dessen Spitze von innen eine Treppe hinaufführt und von wo man eine der reizendsten Landschaften mit dem Malchiner und Kummerower See und einem Theil von Pommern übersieht. Mit einem guten Fernrohr erblickt man von hier über 70 Ortschaften. Im Schlosse selbst sind der im Geschmack des Mittelalters reich decorirte Rittersaal, die Bibliothek und verschiedene Kunst- und naturhistorische Sammlungen zu bemerken. In geringer Entfernung zur Seite des Schlosses findet man eine sehr schöne, dem Andenken der Adoptivmutter des Erbauers, der Gräfin Caroline von Schlitz-Görz geweihte Kapelle. Die Vorderseite der Bergterrasse, auf der das Schloß sich erhebt, ist mit Gehölz bestanden und von Luftwegen durchschnitten, die Rückseite des Schlosses wird durch einen schönen, parkartig zugerichteten Buchenwald, der 6 1/2 ha einnimmt und aus dem das blendend weiße Schloß sich scharf abhebt, begrenzt. Die ganze Umgegend des Schlosses besteht überhaupt aus schönen, großartig angelegten Partien, welche die größte Mannigfaltigkeit zeigen und worin außer den einheimischen über 50 Arten von ausländischen Bäumen und Gesträuchen vorhanden sind; auch die Landwege schmücken Alleen, Ruhestellen und kleine Denkmäler. Der letzteren sind überhaupt 36 und sie stören sowohl durch ihre Menge als auch durch die Selbstgefälligkeit, die der Erbauer - selbst sein Alpenstock ist in der Nische eines Monuments zu schauen -, durch sehr viele derselben an den Tag legt. Am Fuß des Schloßberges liegt das ansehnliche Gasthaus &amp;quot;Zum goldenen Frieden&amp;quot;. Hinter diesem Gasthause erstreckt sich ein zu Karlshof, der Meierei von Schorssow gehörendes Lustgehölz.&lt;br /&gt;
Der vorbenannte zweite Besitzer der Burg Schlitz, der Graf Heinrich v. Bassewitz, genannt von Schlitz, starb 1861. Seinem Willen gemäß sollte der älteste Sohn seines Bruders sein Erbe sein und in den Besitz einer von ihm intendirten Stiftung kommen, welche den Burg Schlitzer Güter-Complex und den Allodial-Nachlaß umfaßte. Doch da die Consense der zur Nachfolge im Lehn Berechtigten nicht erwirkt waren, so konnte die Stiftung nicht in Kraft treten. Die Lehngüter wurden von dem noch lebenden älteren Bruder und Senior der Familie, dem Grafen v. Bassewitz auf Perlin, Worensdorff ec. angenommen (Johannis 1862) und die übrigen Erben ausbezahlt. - Nach seinem bereits im Mai 1863 erfolgten Ableben kam sein einziger Sohn, der Graf Rudolph v. Bassewitz auf Raguth, dem auch Perlin zufiel, in den Besitz und es begann nun für die Burg Schlitzer Begüterung eine neue Zeit. Die Güter wurden nicht allein in landwirthschaftlicher Beziehung außerordentlich gehoben, es wurden auch auf sämmtlichen Höfen großartige Neubauten aufgeführt, darunter die große schöne Wassermühle zu Ziddorf; es erfolgte der Neubau des Hofes Karstorf mit prachtvollen Gewächshäusern, die Wiederaufrichtung der abgebrannten großen Hohen-Demziner Ziegelei u. A. Auch der Kirche zu Hohen-Demzin wandte der neue Besitzer sein Interesse zu. Im Jahre 1857 hatte dieselbe bereits einen sehr hübschen, ganz in Felsen aufgeführten Thurm erhalten, dessen schlanke, schiefergedeckte Spitze weithin über`s Land sichtbar ist. Im Jahr 1871 wurde nun auch die Kirche selbst von Grund auf neu erbaut und von der gräflichen Familie mit reichem Schmuck versehen, zu welchem der jetzige Besitzer, der Graf F. v. Bassewitz, im Jahre 1885 eine schöne neue Orgel hinzufügte. Letzterer übernahm die Güter nach dem im Jahr 1877 erfolgten Ableben seines Vaters. - Ein kostbares Denkmal des Verstorbenen aus carrarischem Mamor mit dem Medaillon-Bildniß desselben ist von seiner Wittwe, der Gräfin von Bassewitz, geb. Gräfin v. Bülow, in der oben erwähnten sog. Carolinen-Kapelle aufgestellt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Karstorf&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz, liegt am Fuße des Berges von Burg Schlitz südlich von diesem Ort an der Teterow-Warener-Chaussee. Hof mit 47 (83) Einw. Auf der Stelle eines späteren Herrenhauses, welches auch noch mit einem tiefen Wallgraben, über den eine Zugbrücke führte, umgeben war, stand eine alte Burg. In dem noch vorhandenen Gemäuer derselben sind jetzt Glashäuser mit französischer Obstbaumtreiberei eingerichtet. In der Nähe derselben liegen ausgedehnte Gewächshäuser, und am Rande der die Burg umgebenden Wiesen steht eine REihe schöner uralter Eichen, die nächst den Eichen im Ivenacker Thiergarten die größten in Mecklenburg sein dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Görzhausen&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz nahe (westlich) von Burg Schlitz zwischen dem 95 1/2 m hohen Alexanderberg und dem Nienhäger Forst in anmuthiger Lage. Rechts am Wege, der von Görzhausen nach Karstorf hinunterführt, befindet sich der 97 m hohe Röthelberg. Hof mit 89 (96) Einw.&lt;br /&gt;
Der Röthelberg ist die bedeutendste Anhöhe der ganzen Burg Schlitzer Hügelkette, ein vielbesuchter Aussichtspunkt mit einem Birkenwäldchen, von dem aus sich ein entzückendes Panorama darbietet, eins der anziehendsten der norddeutschen Tiefebene.&lt;br /&gt;
Görzhausen, Mitte dieses Jahrhunderts angelegt, hat seinen Namen vom Erbauer zu Ehren des Adoptivvaters des letzteren erhalten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Chronik=&lt;br /&gt;
===1427 - 1787 von der Osten===&lt;br /&gt;
Die von der Osten sind ein Uradelsgeschlecht, das in Pommern, im Baltikum und in Mecklenburg ansässig war. 1427 wurde Henneke von der Osten aus dem Haus Basepohl - Arenshagen als erster seiner Familie Besitzer von Karstorf. 1463 besaß ein weiterer Henneke das Dorf. Er war ein Wohltäter des Klosters Dargun und wurde auf der Denktafel von 1479 für den Ausbau der Klosterkirche als Besitzer &amp;quot;tho karstorpe&amp;quot; erwähnt, sein Wappen schmückte auch ein Glasfenster der Klosterkirche. 1653 stiftete Georg Wilhelm von der Osten aus dem Haus Schildberg der Kirche zu Hohen Demzin einen Kelch. Seit 1750 war Johann Dietrich von der Osten auf Karstorf Provisor des Klosters Dobbertin, 1762 wurde er Klosterhauptmann. 1768 waren seine persönlichen Finanzen so zerrüttet, dass er wegen betrügerischen Konkurses steckbrieflich gesucht wurde. 1771 wurde er inhaftiert und verurteilt, nach zwei Jahren Festungshaft  in Dömitz 1773 zu Landesverweisung begnadigt. Er starb 1782 auf Rügen. 1787/88 verkauften die Gläubiger die Güter an Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1788 - 1791 Joachim Johann Heinrich von Müller===&lt;br /&gt;
Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen wurde zusammen mit seinem Vater Joachim Christoph 1753 geadelt, die Anerkennung in Mecklenburg erlangte er 1794. 1787/88 kaufte er aus der Konkursmasse des Johann Dietrich von der Osten die Güter Hohen Demzin und Karstorf. 1789 legte er den Lehnseid gegenüber dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin ab. Bereits 1791 verkaufte er die Güter an den Freiherrn Hans von Labes für 90.000 Taler weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 - 1831 Hans Graf von Schlitz===&lt;br /&gt;
===1831 - 1931 von Bassewitz===&lt;br /&gt;
===1931 - 1945 Emil Georg von Stauß===&lt;br /&gt;
Stauß wurde 6. Oktober 1877 in Friedrichstal (Württemberg) als Sohn des Hauptlehrers Georg Stauß und der Emma Rosine, geb. Müller geboren. Seine Mutter starb 1887, noch im gleichen Jahr heiratete sein Vater Lina Hanselmann. Er hatte 6 Geschwister und besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart bis 1893. Nach der schulischen Ausbildung absolvierte er eine 3jährige Banklehre bei der Königlich Württembergischen Hofbank in Stuttgart und blieb anschließend noch ein Jahr als Kommis (Kontorist, Handlungsgehilfe, kaufmännischer Angestellter). Anschließend leistete er seinen Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger im Württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga. 1898 ließ er sich zum Stenographielehrer ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 erhielt Stauß eine Anstellung bei der Deutschen Bank und arbeitete zunächst ein Jahr in der Kontokorrent- und der Ausrechnungsabteilung. Danach wechselte er als Buchhalter in das Sekretariat der Abteilung für das Kapitalmarktgeschäft. 1901 wurde er Privatsekretär von Georg von Siemens, der noch im gleichen Jahr verstarb. Mit dem Erwerb der rumänischen Erdölgesellschaft Steaua Romana 1903 stieg die Deutsche Bank in das lukrative Ölgeschäft ein. Dazu wurde die Deutsche Petroleum-AG (DPAG) gegründet, deren erster Direktor Stauß 1904 wurde. Als Transporteur des Öls diente die Shell Transport and Trading Company, an der unter anderem Sir Henry Deterding beteiligt war. Wahrscheinlich ist hier die Freundschaft zwischen beiden entstanden. 1915 wurde Stauß Vorstand der Deutschen Bank, Verwalter der Anatolischen Eisenbahngesellschaft – damit auch mit dem Ausbau der Bagdad-Bahn beschäftigt. In diese Zeit fällt auch der Völkermord des Osmanischen Reiches an den Armeniern und die Verstrickung der Eisenbahngesellschaft darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1913/14 ließ Stauß sich eine Villa in Berlin-Dahlem errichten, heiratete 1915 Karin Elisabeth geborene von Müller (geb. 1895). Das Paar hatte 4 Kinder: Georg Ferdinand, Sven Eugen, Karin Maria und Ulf Emil. Schwiegervater war der Admiral Georg Alexander von MÜller, Chef des Marinekabinetts und Generaladjutant des Kaisers. Von Müller pflegte Verbindungen zur Kaiserfamilie und zu Prinz Heinrich von Preußen. 1918 wurde Stauß in den württembergischen erblichen Adelsstand erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 wurde von Stauß Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP), 1919 war er als Wirtschaftsfachmann Mitglied der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versaille und Spa. 1925 erfolgte die Berufung in den Zentralausschuss der Reichsbank. Von 1930 - 32 saß er für die DVP im Reichstag, ab 1933 für die NSDAP, ohne deren Mitglied zu sein. 1934 wurde er zum Vizepräsidenten des Reichstags gewählt und erhielt die Ernennung zum preußischen Staatsrat. Er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und seit 1931 (trotz Mitgliedschaft in der DVP) in der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Reichsleitung der NSDAP tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorstand der Deutschen Bank war er der Hauptakteur bei der Fusion von Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG, er blieb lange Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft, ebenso hatte er diese Funktion bei BMW, der Lufthansa AG, der Ufa oder beim Bayrischen Lloyd inne. 1932 wechselte er auch bei der Deutschen Bank vom Vorstand in den Aufsichtsrat. In diesen Funktionen unterstützte er den Aufstieg der NSDAP.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Konkurs der Familie von Bassewitz auf Burg Schlitz erwarb die Mecklenburgische Landgesellschaft GmbH auf einer Auktion das Gut, um es zu parzellieren und aufzusiedeln. Durch die Wirtschaftskrise war das Deutsche Reich nicht mehr in der Lage, die dafür notwendigen Kredite bereitzustellen. Daher erbot sich die Landgesellschaft am 17. August 1931 gegenüber dem Justizministerium Mecklenburg-Schwerins einen zahlungsfähigen Käufer zu finden, der in die Rechte aus dem Meistgebot eintritt und dann den Zuschlag erhält. Das gelang sehr schnell, schon am 25. September 1931 beurkundete das Amtsgericht Teterow die Abtretung des Meistgebotes an von Stauß.&lt;br /&gt;
Am 3. Juni 1932 vermeldeten die Teterower Nachrichten: &amp;quot;Adolf Hitler fuhr gestern durch Teterow und verweilte etwa eine Stunde in Burg Schlitz zu einer Besprechung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Ernst Heinkel schreibt in seiner Autobiographie &amp;quot;Stürmisches Leben&amp;quot;  „Einer meiner „Nachbarn“ in Mecklenburg war der … Herr von Stauß. Er besaß etwa 70 km von Warnemünde entfernt ein 7000 Morgen großes Gut, Burg Schlitz, mit wunderbaren, über 500 Jahre alten, riesigen Eichen und einem an sich herrlich großen und trotzdem irgendwie gräulichen Schloss, in dem es keine Wasserleitung gab und in dem man ununterbrochen fror, weil nur ein Zimmer heizbar war und die Kälte eines Jahrhunderts in den Mauern nistete. In Warnemünde lag Stauß` Boot „Ulf II“ vor Anker. Stauß hielt fleißig Verbindung mit der Prominenz und versäumte es selten, mit seinen Gästen zu mir herüberzukommen, Flugzeuge zu besichtigen und möglichst schwäbische Maultaschen und Spätzle zu probieren. Im Übrigen war Stauß … ein munterer Jagdgenosse. Ich … verleitete Herrn von Stauß … (zu Jagdausflügen), der trotz modernster, für jede Modenschau geeigneter Jagdausrüstung bei unseren großen Hasentreibjagden in Teterow zwar selten einen Hasen traf, aber sonst der unverzagteste Jagdgenosse in jenen stürmischen Jahren war.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Teil seiner Vorgänger auf Burg Schlitz ließ von Stauß sein Wappen in der Kirche von Hohen Demzin anbringen. Die Feldscheune an der Straße nach Waren und Teterow trägt noch heute seine Initialen. Zentrale Erntedankfeste von Hohen Demzin, Karstorf und Görzhausen wurden in Burg Schlitz gefeiert. Außerdem hat er zur Sonnenwende 1933 ein Wehrkreuz auf dem Röthelberg - errichtet durch das F. A. D. Stahlhelmlager Görzhausen - eingeweiht. In Karstorf ist der Pferdestall zum Kinosaal umgebaut worden. Ufa-Filme wurden hier uraufgeführt. Der Schwanenteich war mit elektrischen Anlagen versehen worden, mit denen der Teich in wechselnde Farben getaucht wurde. Die Wege unterhalb des Schlossen wurden regelmäßig mit Sand von Stränden am Malchiner See bestreut. Der besonders für seine Tiermotive bekannte Münchner Bildhauer Emil Manz schuf 1933 die Bronzeplastik der Spielenden Bären. Diese ließ von Stauß anstelle einer Sonnenuhr vor dem Herrenhaus aufstellen. Ob sie tatsächlich ein Bezug zur Wahlheimat Berlin ist, dessen Wappentier ein Bär ist, bleibt fraglich.&lt;br /&gt;
Ebenfalls auf Initiative von von Stauß gehen die Kolonaden auf den beiden Verbindungstrakten der drei Hausflügel zurück. Die bedeutendste Veränderung ist sicher die Aufstellung des „Brunnens der drei tanzenden Mädchen“ von Walter Schott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil Georg von Stauß verstarb am 11. Dezember 1942 in Berlin-Schmargendorf im Martin-Luther-Krankenhaus nach kurzer, schwerer Krankheit. Adolf Hitler ordnete für den 16. Dezember einen Staatsakt an, der im Haus der Flieger („Görings kleiner Reichskanzlei“ – dem heutigen Berliner Abgeordnetenhaus) stattfand. Die Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walther Funk hielt die Trauerrede. Die Trauerfeier fand am 18. Dezember im Krematorium Berlin-Wilmersdorf statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harry Graf Kessler in seinem Tagebuch vom 30. Januar 1933: „Ich saß an einem kleinen Tisch zwischen ihm und dem berühmten Herrn von Stauß, früher von der Deutschen Bank, der sich dicke tat mit seinen intimen Beziehungen zu Hitler. Dieser habe ihm versprochen, er werde ihm den Wunsch, den er ihm zur Kenntnis bringt, erfüllen.“&lt;br /&gt;
Ulrich von Hassel in seinem Tagebuch vom 29. September 1938: „Vor dem Frühstück sah ich Stauß, der einer der ersten Wirtschaftler war, die zu Hitler gingen, jetzt in höchster Sorge und Angewidertheit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1945 - 1992 Enteignung und öffentliche Nutzung===&lt;br /&gt;
===Privatisierung und Eigentümer seit 1992===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Park und Denkmale==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ein Werk aus der Zeit der Empfindsamkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Park gehört zu den größten und schönsten in Mecklenburg-Vorpommern, umfasst rund 60 ha und wurde in der Zeit von 1800 bis 1830 durch Hans Graf von Schlitz angelegt. Nachfolgende Besitzer nahmen Ergänzungen und Änderungen vor. Die Gestaltung erfolgte als englischer Landschaftspark und umfasst den Teil unmittelbar um das Herrenhaus, den dahinter liegenden Teil um den Buchenberg mit dem Weg am Waldrand, an dem die Denkmale wie eine Perlenkette aufgereiht sind, die Anlagen um die ehemalige Wasserburg in Karstorf und läuft in Denkmalen an Wegen und Straßen aus. Die Steinsetzungen sind durchweg aus Granit und umfassen Themen philosophischen, vaterländischen und familiären Inhalts. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Reihe seltener Bäume und Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfolgte die Pflege durch die Besitzer, änderte sich dies mit der Bodenreform 1945. Die Bewohner des 1955 im Herrenhaus eingerichteten Seniorenheimes pflegten das unmittelbare Umfeld, weite Teile des Parks verwilderten dabei. 1963 erarbeitete der Gartenarchitekt Alfred Niendorf aus Ludwigslust im Auftrag des Rates des Kreises Planungen zur Sanierung des Parks und eine Bestandsliste der Bäume, aus Kostengründen unterblieb eine Sanierung des Parks. Zahlreiche Denkmale im Park waren zwischenzeitlich beschädigt, zerstört oder gestohlen. In den 1980er Jahren begannen Pflegearbeiten durch Genossenschaftsbauern der umliegenden LPGen und durch Schüler aus Schorssow. Von 1988 bis 1990 wurde der Park unter fachlicher Begleitung von Dipl. Garten- und Landschaftsarchitektin Charlotte Schmid und dem ehrenamtlichen Kreisdenkmalpfleger Architekt Dipl.-Ingenieur Anselm Wolter wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Gaststein oder Begrüßungsobelisk&#039;&#039;&#039; empfängt die Besucher an der Auffahrt zur Burg. Graf Schlitz ließ das 7 m hohe Monument 1816 errichten. An der Spitze ist das Motto des Grafen: WWWV - Wünsche wenig wirke viel - verewigt. Die Begrüßungsworte lauten: SKANDENS HOSPES GRATE URNAE HUIC CURAM TRADAS EXPORTAT H. COMES SCHLITZ MDCCCXVI - GAST DER DU HINAUFSTEIGST ÜBERGIB DIESER FREUNDLICHEN URNE DEINE SORGEN DAS WÜNSCHT H. GRAF SCHLITZ 1816. Die eiserne Urne ist gestohlen worden. 2017 wurde der Obelisk durch eine Linde zerstört und wieder aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite des Weges steht ein &#039;&#039;&#039;Wegweiser&#039;&#039;&#039; mit den Angaben zu den nächsten Orten, nordwärts: H.DEMZIN KOETHEL TETEROW, südwärts: KARSTORF ZIDDORF WAHREN und westwärts: BURG SCHLITZ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Eingangstor&#039;&#039;&#039; ist von 1993 nach dem Vorbild der Zäune um das Herrenhaus gefertigt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man der Lindenalle und biegt an ihrem Ende links ab, gelangt man zur &#039;&#039;&#039;Magdalenenlaube&#039;&#039;&#039;, eine Steinsetzung erinnert noch an den einstigen Lieblingsplatz von Magdalene Gräfin von Bassewitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biegt man dann rechts ab, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Blücher-Wellington-Denkmal&#039;&#039;&#039;. Die 5 m hohe Anlage besteht aus zwei Teilen. Der hintere verewigt auf der Säule die Namen der beiden Sieger in der Schlacht von Waterloo, darunter wird in einer Nische Napoleon durch gekreuzte Dreizacke - Symbole für Neptun, somit der Atlantische Ozean um Napoleons Verbannungsort St. Helena - gefangen gehalten. Die Inschrift erläutert dies: DEN DAEMON DER NOCH JUENGST TEUTONIENS FESSEL HIELT EIN FERNES FELSENEILAND BIRGT IHN GEKETTET ZERSPLITTERT IST DES TRUGES MACHT UND RECHT UND WAHRHEIT SIEGTEN AM XVIII JUNIUS UND XX NOVEMBER MLCCCXV. (Die beiden Daten beziehen sich auf die Schlacht von Waterloo am 18.Juni 1815 und auf den &amp;quot;Zweiten Pariser Frieden&amp;quot; vom 20. November 1815.) Die ursprüngliche Büste Napoleons war aus Marmor, die Büste von Gebhard Leberecht von Blücher, die im vorderen Teil des Denkmals stand, hingegen aus Eisen. Sie wurde 1945 in einer Abfallgrube entsorgt und erst 1999 wieder gefunden. Hinter der Büste war ein Caduceus oder Hermesstab angebracht, an den Seiten Siegerkränze. Die Inschrift lautet: VICTORIAE ET PACIS H COMES SCHLITZ EX VOTO MDCCCXVI - SIEG UND FRIEDEN H GRAF SCHLITZ EINGEWEIHT 1816. Es ist das erste Denkmal, das den beiden Feldherren errichtet wurde. Blücher bedankte sich 1818 in der Schlosschronik für die Errichtung des Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man dem Weg weiter, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Regensburgdenkmal&#039;&#039;&#039;. 1809 standen sich bei Regensburg zwei Verwandte in den Armeen Österreichs und Frankreichs gegenüber, in den anschließenden Gefechten töteten sie sich im Kampf gegenseitig. Dies berührte Hans Graf Schlitz und er ließ die Rüstungen der beiden in dem 4 m hohen Denkmal unterbringen. Auf der einen Seite des neogotischen Baues ist das Wappen des Grafen dargestellt: zwei schräge, dreigezinnte Balken für von Schlitz und darunter die Lilie für Labes. Auf der anderen Seite steht: DIE VORSEHUNG SCHUETZTE DIE MEINIGEN EISEN DIE KAEMPFENDEN NICHT H. GRAF SCHLITZ MDCCCXIV (1814) IM STURM VOR REGENSBURG WO MIR DIE THEUERSTEN LEBTEN LIESSEN SINKEND IM KAMPFE GEGENEINANDER ZWEI GEHARNISCHTE DIESE RÜSTUNG ZURUECK AM XXII APRIL MDCCCIX (22. April 1809). Auf der einen Seite des Denkmals steht eine Libanonzeder und auf der anderen ein Ginkgobaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Glashütte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Görzhausen==&lt;br /&gt;
==Skulpturenweg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Adamiak, Josef &amp;quot;Schlösser und Gärten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig 1975&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Böhmer, Gerhard &amp;quot;Das Lebenslied des Grafen Hans von Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag der Buchdruckerei H. Müschen, Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Boroock, Willi &amp;quot;Chronik - Historische Betrachtung über die Burg Schlitz 1427 - 1945 Kreis Teterow&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1985 - 1990&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Brandt, Jürgen &amp;quot;Alt-Mecklenburgische Schlösser und Herrensitze&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag Ernst Wasmuth A. G. Berlin 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Burkhardt, Albert &amp;quot;Mitten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1983&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hermann, Anne und Anke &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992/93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hippauf, Renate und Luttmann, Jürgen &amp;quot;Spaziergänge in der Landschaft von Burg Schlitz - Ein Parkführer in 62 Denkmalen und 13 Skizzen&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Grafik, Druck &amp;amp; Verlag GmbH Stavenhagen 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Karge, Wolf (Hg.) &amp;quot;Biographisches Lexikon für Mecklenburg&amp;quot; Band 9 (Biographie Hans von Schlitz)&lt;br /&gt;
:Verlag Schmidt-Römhild Schwerin 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen und Wolter, Anselm &amp;quot;1801 - 2001 200 Jahre Görzhausen - Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte des Dorfes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;100 Jahre Bassewitz auf Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;Wappenbuch von Burg Schitz und Umgebung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Naschinski, Wilhelm &amp;quot;Der Dichter in Stein und Landschaft&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Mecklenburgische Monatshefte V. Jahrgang Mai, Carl Hinstorff Verlag Rostock&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Ossenberg-Engels GmbH Architekten und Ingenieure &amp;quot;Burg Schlitz - Dokumentation über die Gebäude und den Park der Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Parlow, Andreas &amp;quot;Einige Nachrichten über die wendische und gräfliche Familie von Bassewitz und ihre Güter&amp;quot;&lt;br /&gt;
:MFP-Verlag Tellow 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Rolf, Albert &amp;quot;Denkwürdigkeiten des Grafen Hans von Schlitz von den letzten Lebensjahren Josephs des II. bis zum Sturze Napoleon`s I.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:G. U. Rudolph`s Verlags-Buchhandlung Hamburg 1898&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Schlitz, Hans Graf von (ergänzt von Rudolph Graf von Bassewitz) &amp;quot;Chronik von Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1816 - 1890&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Steinhausen, Claus &amp;quot;Die historische Kulturlandschaft um Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz - Geschichte, Zustand und Entwicklungskonzept eines Beispiels der Landesverschönerung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wagner, Annalise &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Carolinum 48. Jg. Nr. 91 Hrsg. Altschülerschaft des ehemaligen Carolinum Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wolter, Anselm &amp;quot;Der Park Burg Schlitz- Rekonstruktion des Parkes in den Jahren 1988 bis 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1998&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Zippel, Kathrin und Maßmann, Wolfgang &amp;quot;Inventarisierung und Vorschläge zur Erhaltung der Steindenkmäler im Park Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontakte ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112892</id>
		<title>Karstorf</title>
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		<updated>2024-05-26T07:36:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* 1931 - 1945 Emil Georg von Stauß */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Karstorf OT der Gemeinde Hohen Demzin&lt;br /&gt;
 | plz = 17166&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Amt Mecklenburgische Schweiz&lt;br /&gt;
 | landkreis = Rostock&lt;br /&gt;
 | einwohner = ..?.. (2015)&lt;br /&gt;
 | lat= 53.6969&lt;br /&gt;
 | lon = 12.5411&lt;br /&gt;
}}Frank Herholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf Karstorf liegt in der Mecklenburgischen Schweiz an der Bundesstraße B 108 9 km südlich der Stadt [[Teterow]].&lt;br /&gt;
Aus Teilen des Dorfes entstanden die Orte Burg Schlitz und Görzhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411 Breite: 53.6969 Länge: 12.5411] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;iframe width=&amp;quot;625&amp;quot; height=&amp;quot;350&amp;quot; src=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/export/embed.html?bbox=12.526259422302248%2C53.69134495357858%2C12.555871009826662%2C53.70242298551734&amp;amp;amp;layer=mapnik&amp;amp;amp;marker=53.6968843339897%2C12.541065216064453&amp;quot; style=&amp;quot;border: 1px solid black&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/iframe&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;a href=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411&amp;quot;&amp;gt;-Größere Karte von Karstorf anzeigen-&amp;lt;/a&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurztext zum Ort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe  Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; &#039;&#039;&#039;1896&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seite 1104 ff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Burg Schlitz&#039;&#039;&#039; bei Hohen Demzin, 1 Meile südlich von Teterow unweit der Waren-Teterower-Chaussee. Hof, Schmiede mit Krug. 39 (15) Einw. Burg Schlitz ist ein durch seinen Park und seine Gartenanlagen, sowie durch die Schönheit und Großartigkeit der bergigen Landschaft bekanntes Schloß, welches auf einer hohen, gebirgsähnlichen, meilenweit sichtbaren, natürlichen Terrasse liegt und hoch über das ganze Malchiner Seebecken hervorragt. Der Schöpfer von Burg Schlitz war der Baron von Labes, der von dem preußischen Minister Grafen v. Schlitz genannt Görz, an Sohnes Statt angenommen wurde und darauf den Namen Graf v. Schlitz führte, welchen Namen auch sein Schwiegersohn, der zweite Besitzer, zu seinem Namen mit annahm. Burg Schlitz liegt auf der Feldmark von Karstorf, dem früheren Hauptgute, statt dessen 1817 Burg Schlitz als das Hauptgut anerkannt wurde, so daß Karstof nun eine Pertinenz von Burg Schlitz ist. Das Schloß, zu dem schon 1806 der Grundstein gelegt worden, wurde in Folge der Kriegszeiten erst 1823 ganz vollendet. Es ist dasselbe über 60 m lang, 17 m tief, 15 m hoch und aus drei mit einander durch Gallerien verbundenen Theilen bestehend, auf deren mittlerem sich ein Obelisk von nahezu 12 m Höhe erhebt, zu dessen Spitze von innen eine Treppe hinaufführt und von wo man eine der reizendsten Landschaften mit dem Malchiner und Kummerower See und einem Theil von Pommern übersieht. Mit einem guten Fernrohr erblickt man von hier über 70 Ortschaften. Im Schlosse selbst sind der im Geschmack des Mittelalters reich decorirte Rittersaal, die Bibliothek und verschiedene Kunst- und naturhistorische Sammlungen zu bemerken. In geringer Entfernung zur Seite des Schlosses findet man eine sehr schöne, dem Andenken der Adoptivmutter des Erbauers, der Gräfin Caroline von Schlitz-Görz geweihte Kapelle. Die Vorderseite der Bergterrasse, auf der das Schloß sich erhebt, ist mit Gehölz bestanden und von Luftwegen durchschnitten, die Rückseite des Schlosses wird durch einen schönen, parkartig zugerichteten Buchenwald, der 6 1/2 ha einnimmt und aus dem das blendend weiße Schloß sich scharf abhebt, begrenzt. Die ganze Umgegend des Schlosses besteht überhaupt aus schönen, großartig angelegten Partien, welche die größte Mannigfaltigkeit zeigen und worin außer den einheimischen über 50 Arten von ausländischen Bäumen und Gesträuchen vorhanden sind; auch die Landwege schmücken Alleen, Ruhestellen und kleine Denkmäler. Der letzteren sind überhaupt 36 und sie stören sowohl durch ihre Menge als auch durch die Selbstgefälligkeit, die der Erbauer - selbst sein Alpenstock ist in der Nische eines Monuments zu schauen -, durch sehr viele derselben an den Tag legt. Am Fuß des Schloßberges liegt das ansehnliche Gasthaus &amp;quot;Zum goldenen Frieden&amp;quot;. Hinter diesem Gasthause erstreckt sich ein zu Karlshof, der Meierei von Schorssow gehörendes Lustgehölz.&lt;br /&gt;
Der vorbenannte zweite Besitzer der Burg Schlitz, der Graf Heinrich v. Bassewitz, genannt von Schlitz, starb 1861. Seinem Willen gemäß sollte der älteste Sohn seines Bruders sein Erbe sein und in den Besitz einer von ihm intendirten Stiftung kommen, welche den Burg Schlitzer Güter-Complex und den Allodial-Nachlaß umfaßte. Doch da die Consense der zur Nachfolge im Lehn Berechtigten nicht erwirkt waren, so konnte die Stiftung nicht in Kraft treten. Die Lehngüter wurden von dem noch lebenden älteren Bruder und Senior der Familie, dem Grafen v. Bassewitz auf Perlin, Worensdorff ec. angenommen (Johannis 1862) und die übrigen Erben ausbezahlt. - Nach seinem bereits im Mai 1863 erfolgten Ableben kam sein einziger Sohn, der Graf Rudolph v. Bassewitz auf Raguth, dem auch Perlin zufiel, in den Besitz und es begann nun für die Burg Schlitzer Begüterung eine neue Zeit. Die Güter wurden nicht allein in landwirthschaftlicher Beziehung außerordentlich gehoben, es wurden auch auf sämmtlichen Höfen großartige Neubauten aufgeführt, darunter die große schöne Wassermühle zu Ziddorf; es erfolgte der Neubau des Hofes Karstorf mit prachtvollen Gewächshäusern, die Wiederaufrichtung der abgebrannten großen Hohen-Demziner Ziegelei u. A. Auch der Kirche zu Hohen-Demzin wandte der neue Besitzer sein Interesse zu. Im Jahre 1857 hatte dieselbe bereits einen sehr hübschen, ganz in Felsen aufgeführten Thurm erhalten, dessen schlanke, schiefergedeckte Spitze weithin über`s Land sichtbar ist. Im Jahr 1871 wurde nun auch die Kirche selbst von Grund auf neu erbaut und von der gräflichen Familie mit reichem Schmuck versehen, zu welchem der jetzige Besitzer, der Graf F. v. Bassewitz, im Jahre 1885 eine schöne neue Orgel hinzufügte. Letzterer übernahm die Güter nach dem im Jahr 1877 erfolgten Ableben seines Vaters. - Ein kostbares Denkmal des Verstorbenen aus carrarischem Mamor mit dem Medaillon-Bildniß desselben ist von seiner Wittwe, der Gräfin von Bassewitz, geb. Gräfin v. Bülow, in der oben erwähnten sog. Carolinen-Kapelle aufgestellt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Karstorf&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz, liegt am Fuße des Berges von Burg Schlitz südlich von diesem Ort an der Teterow-Warener-Chaussee. Hof mit 47 (83) Einw. Auf der Stelle eines späteren Herrenhauses, welches auch noch mit einem tiefen Wallgraben, über den eine Zugbrücke führte, umgeben war, stand eine alte Burg. In dem noch vorhandenen Gemäuer derselben sind jetzt Glashäuser mit französischer Obstbaumtreiberei eingerichtet. In der Nähe derselben liegen ausgedehnte Gewächshäuser, und am Rande der die Burg umgebenden Wiesen steht eine REihe schöner uralter Eichen, die nächst den Eichen im Ivenacker Thiergarten die größten in Mecklenburg sein dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Görzhausen&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz nahe (westlich) von Burg Schlitz zwischen dem 95 1/2 m hohen Alexanderberg und dem Nienhäger Forst in anmuthiger Lage. Rechts am Wege, der von Görzhausen nach Karstorf hinunterführt, befindet sich der 97 m hohe Röthelberg. Hof mit 89 (96) Einw.&lt;br /&gt;
Der Röthelberg ist die bedeutendste Anhöhe der ganzen Burg Schlitzer Hügelkette, ein vielbesuchter Aussichtspunkt mit einem Birkenwäldchen, von dem aus sich ein entzückendes Panorama darbietet, eins der anziehendsten der norddeutschen Tiefebene.&lt;br /&gt;
Görzhausen, Mitte dieses Jahrhunderts angelegt, hat seinen Namen vom Erbauer zu Ehren des Adoptivvaters des letzteren erhalten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Chronik=&lt;br /&gt;
===1427 - 1787 von der Osten===&lt;br /&gt;
Die von der Osten sind ein Uradelsgeschlecht, das in Pommern, im Baltikum und in Mecklenburg ansässig war. 1427 wurde Henneke von der Osten aus dem Haus Basepohl - Arenshagen als erster seiner Familie Besitzer von Karstorf. 1463 besaß ein weiterer Henneke das Dorf. Er war ein Wohltäter des Klosters Dargun und wurde auf der Denktafel von 1479 für den Ausbau der Klosterkirche als Besitzer &amp;quot;tho karstorpe&amp;quot; erwähnt, sein Wappen schmückte auch ein Glasfenster der Klosterkirche. 1653 stiftete Georg Wilhelm von der Osten aus dem Haus Schildberg der Kirche zu Hohen Demzin einen Kelch. Seit 1750 war Johann Dietrich von der Osten auf Karstorf Provisor des Klosters Dobbertin, 1762 wurde er Klosterhauptmann. 1768 waren seine persönlichen Finanzen so zerrüttet, dass er wegen betrügerischen Konkurses steckbrieflich gesucht wurde. 1771 wurde er inhaftiert und verurteilt, nach zwei Jahren Festungshaft  in Dömitz 1773 zu Landesverweisung begnadigt. Er starb 1782 auf Rügen. 1787/88 verkauften die Gläubiger die Güter an Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1788 - 1791 Joachim Johann Heinrich von Müller===&lt;br /&gt;
Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen wurde zusammen mit seinem Vater Joachim Christoph 1753 geadelt, die Anerkennung in Mecklenburg erlangte er 1794. 1787/88 kaufte er aus der Konkursmasse des Johann Dietrich von der Osten die Güter Hohen Demzin und Karstorf. 1789 legte er den Lehnseid gegenüber dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin ab. Bereits 1791 verkaufte er die Güter an den Freiherrn Hans von Labes für 90.000 Taler weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 - 1831 Hans Graf von Schlitz===&lt;br /&gt;
===1831 - 1931 von Bassewitz===&lt;br /&gt;
===1931 - 1945 Emil Georg von Stauß===&lt;br /&gt;
Stauß wurde 6. Oktober 1877 in Friedrichstal (Württemberg) als Sohn des Hauptlehrers Georg Stauß und der Emma Rosine, geb. Müller geboren. Seine Mutter starb 1887, noch im gleichen Jahr heiratete sein Vater Lina Hanselmann. Er hatte 6 Geschwister und besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart bis 1893. Nach der schulischen Ausbildung absolvierte er eine 3jährige Banklehre bei der Königlich Württembergischen Hofbank in Stuttgart und blieb anschließend noch ein Jahr als Kommis (Kontorist, Handlungsgehilfe, kaufmännischer Angestellter). Anschließend leistete er seinen Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger im Württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga. 1898 ließ er sich zum Stenographielehrer ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 erhielt Stauß eine Anstellung bei der Deutschen Bank und arbeitete zunächst ein Jahr in der Kontokorrent- und der Ausrechnungsabteilung. Danach wechselte er als Buchhalter in das Sekretariat der Abteilung für das Kapitalmarktgeschäft. 1901 wurde er Privatsekretär von Georg von Siemens, der noch im gleichen Jahr verstarb. Mit dem Erwerb der rumänischen Erdölgesellschaft Steaua Romana 1903 stieg die Deutsche Bank in das lukrative Ölgeschäft ein. Dazu wurde die Deutsche Petroleum-AG (DPAG) gegründet, deren erster Direktor Stauß 1904 wurde. Als Transporteur des Öls diente die Shell Transport and Trading Company, an der unter anderem Sir Henry Deterding beteiligt war. Wahrscheinlich ist hier die Freundschaft zwischen beiden entstanden. 1915 wurde Stauß Vorstand der Deutschen Bank, Verwalter der Anatolischen Eisenbahngesellschaft – damit auch mit dem Ausbau der Bagdad-Bahn beschäftigt. In diese Zeit fällt auch der Völkermord des Osmanischen Reiches an den Armeniern und die Verstrickung der Eisenbahngesellschaft darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1913/14 ließ Stauß sich eine Villa in Berlin-Dahlem errichten, heiratete 1915 Karin Elisabeth geborene von Müller (geb. 1895). Das Paar hatte 4 Kinder: Georg Ferdinand, Sven Eugen, Karin Maria und Ulf Emil. Schwiegervater war der Admiral Georg Alexander von MÜller, Chef des Marinekabinetts und Generaladjutant des Kaisers. Von Müller pflegte Verbindungen zur Kaiserfamilie und zu Prinz Heinrich von Preußen. 1918 wurde Stauß in den württembergischen erblichen Adelsstand erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 wurde von Stauß Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP), 1919 war er als Wirtschaftsfachmann Mitglied der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versaille und Spa. 1925 erfolgte die Berufung in den Zentralausschuss der Reichsbank. Von 1930 - 32 saß er für die DVP im Reichstag, ab 1933 für die NSDAP, ohne deren Mitglied zu sein. 1934 wurde er zum Vizepräsidenten des Reichstags gewählt und erhielt die Ernennung zum preußischen Staatsrat. Er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und seit 1931 (trotz Mitgliedschaft in der DVP) in der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Reichsleitung der NSDAP tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorstand der Deutschen Bank war er der Hauptakteur bei der Fusion von Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG, er blieb lange Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft, ebenso hatte er diese Funktion bei BMW, der Lufthansa AG, der Ufa oder beim Bayrischen Lloyd inne. 1932 wechselte er auch bei der Deutschen Bank vom Vorstand in den Aufsichtsrat. In diesen Funktionen unterstützte er den Aufstieg der NSDAP.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Konkurs der Familie von Bassewitz auf Burg Schlitz erwarb die Mecklenburgische Landgesellschaft GmbH auf einer Auktion das Gut, um es zu parzellieren und aufzusiedeln. Durch die Wirtschaftskrise war das Deutsche Reich nicht mehr in der Lage, die dafür notwendigen Kredite bereitzustellen. Daher erbot sich die Landgesellschaft am 17. August 1931 gegenüber dem Justizministerium Mecklenburg-Schwerins einen zahlungsfähigen Käufer zu finden, der in die Rechte aus dem Meistgebot eintritt und dann den Zuschlag erhält. Das gelang sehr schnell, schon am 25. September 1931 beurkundete das Amtsgericht Teterow die Abtretung des Meistgebotes an von Stauß.&lt;br /&gt;
Am 3. Juni 1932 vermeldeten die Teterower Nachrichten: &amp;quot;Adolf Hitler fuhr gestern durch Teterow und verweilte etwa eine Stunde in Burg Schlitz zu einer Besprechung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Ernst Heinkel schreibt in seiner Autobiographie &amp;quot;Stürmisches Leben&amp;quot;  „Einer meiner „Nachbarn“ in Mecklenburg war der … Herr von Stauß. Er besaß etwa 70 km von Warnemünde entfernt ein 7000 Morgen großes Gut, Burg Schlitz, mit wunderbaren, über 500 Jahre alten, riesigen Eichen und einem an sich herrlich großen und trotzdem irgendwie gräulichen Schloss, in dem es keine Wasserleitung gab und in dem man ununterbrochen fror, weil nur ein Zimmer heizbar war und die Kälte eines Jahrhunderts in den Mauern nistete. In Warnemünde lag Stauß` Boot „Ulf II“ vor Anker. Stauß hielt fleißig Verbindung mit der Prominenz und versäumte es selten, mit seinen Gästen zu mir herüberzukommen, Flugzeuge zu besichtigen und möglichst schwäbische Maultaschen und Spätzle zu probieren. Im Übrigen war Stauß … ein munterer Jagdgenosse. Ich … verleitete Herrn von Stauß … (zu Jagdausflügen), der trotz modernster, für jede Modenschau geeigneter Jagdausrüstung bei unseren großen Hasentreibjagden in Teterow zwar selten einen Hasen traf, aber sonst der unverzagteste Jagdgenosse in jenen stürmischen Jahren war.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Teil seiner Vorgänger auf Burg Schlitz ließ von Stauß sein Wappen in der Kirche von Hohen Demzin anbringen. Die Feldscheune an der Straße nach Waren und Teterow trägt noch heute seine Initialen. Zentrale Erntedankfeste von Hohen Demzin, Karstorf und Görzhausen wurden in Burg Schlitz gefeiert. Außerdem hat er zur Sonnenwende 1933 ein Wehrkreuz auf dem Röthelberg - errichtet durch das F. A. D. Stahlhelmlager Görzhausen - eingeweiht. In Karstorf ist der Pferdestall zum Kinosaal umgebaut worden. Ufa-Filme wurden hier uraufgeführt. Der Schwanenteich war mit elektrischen Anlagen versehen worden, mit denen der Teich in wechselnde Farben getaucht wurde. Die Wege unterhalb des Schlossen wurden regelmäßig mit Sand von Stränden am Malchiner See bestreut. Der besonders für seine Tiermotive bekannte Münchner Bildhauer Emil Manz schuf 1933 die Bronzeplastik der Spielenden Bären. Diese ließ von Stauß anstelle einer Sonnenuhr vor dem Herrenhaus aufstellen. Ob sie tatsächlich ein Bezug zur Wahlheimat Berlin ist, dessen Wappentier ein Bär ist, bleibt fraglich.&lt;br /&gt;
Ebenfalls auf Initiative von von Stauß gehen die Kolonaden auf den beiden Verbindungstrakten der drei Hausflügel zurück. Die bedeutendste Veränderung ist sicher die Aufstellung des „Brunnens der drei tanzenden Mädchen“ von Walter Schott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil Georg von Stauß verstarb am 11. Dezember 1942 in Berlin-Schmargendorf im Martin-Luther-Krankenhaus nach kurzer, schwerer Krankheit. Adolf Hitler ordnete für den 16. Dezember einen Staatsakt an, der im Haus der Flieger („Görings kleiner Reichskanzlei“ – dem heutigen Berliner Abgeordnetenhaus) stattfand. Die Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walther Funk hielt die Trauerrede. Die Trauerfeier fand am 18. Dezember im Krematorium Berlin-Wilmersdorf statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harry Graf Kessler in seinem Tagebuch vom 30. Januar 1933: „Ich saß an einem kleinen Tisch zwischen ihm und dem berühmten Herrn von Stauß, früher von der Deutschen Bank, der sich dicke tat mit seinen intimen Beziehungen zu Hitler. Dieser habe ihm versprochen, er werde ihm den Wunsch, den er ihm zur Kenntnis bringt, erfüllen.“&lt;br /&gt;
Ulrich von Hassel in seinem Tagebuch vom 29. September 1938: „Vor dem Frühstück sah ich Stauß, der einer der ersten Wirtschaftler war, die zu Hitler gingen, jetzt in höchster Sorge und Angewidertheit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1945 - 1992 Enteignung und öffentliche Nutzung===&lt;br /&gt;
===Privatisierung und Eigentümer seit 1992===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Park und Denkmale==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ein Werk aus der Zeit der Empfindsamkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Park gehört zu den größten und schönsten in Mecklenburg-Vorpommern, umfasst rund 60 ha und wurde in der Zeit von 1800 bis 1830 durch Hans Graf von Schlitz angelegt. Nachfolgende Besitzer nahmen Ergänzungen und Änderungen vor. Die Gestaltung erfolgte als englischer Landschaftspark und umfasst den Teil unmittelbar um das Herrenhaus, den dahinter liegenden Teil um den Buchenberg mit dem Weg am Waldrand, an dem die Denkmale wie eine Perlenkette aufgereiht sind, die Anlagen um die ehemalige Wasserburg in Karstorf und läuft in Denkmalen an Wegen und Straßen aus. Die Steinsetzungen sind durchweg aus Granit und umfassen Themen philosophischen, vaterländischen und familiären Inhalts. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Reihe seltener Bäume und Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfolgte die Pflege durch die Besitzer, änderte sich dies mit der Bodenreform 1945. Die Bewohner des 1955 im Herrenhaus eingerichteten Seniorenheimes pflegten das unmittelbare Umfeld, weite Teile des Parks verwilderten dabei. 1963 erarbeitete der Gartenarchitekt Alfred Niendorf aus Ludwigslust im Auftrag des Rates des Kreises Planungen zur Sanierung des Parks und eine Bestandsliste der Bäume, aus Kostengründen unterblieb eine Sanierung des Parks. Zahlreiche Denkmale im Park waren zwischenzeitlich beschädigt, zerstört oder gestohlen. In den 1980er Jahren begannen Pflegearbeiten durch Genossenschaftsbauern der umliegenden LPGen und durch Schüler aus Schorssow. Von 1988 bis 1990 wurde der Park unter fachlicher Begleitung von Dipl. Garten- und Landschaftsarchitektin Charlotte Schmid und dem ehrenamtlichen Kreisdenkmalpfleger Architekt Dipl.-Ingenieur Anselm Wolter wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Gaststein oder Begrüßungsobelisk&#039;&#039;&#039; empfängt die Besucher an der Auffahrt zur Burg. Graf Schlitz ließ das 7 m hohe Monument 1816 errichten. An der Spitze ist das Motto des Grafen: WWWV - Wünsche wenig wirke viel - verewigt. Die Begrüßungsworte lauten: SKANDENS HOSPES GRATE URNAE HUIC CURAM TRADAS EXPORTAT H. COMES SCHLITZ MDCCCXVI - GAST DER DU HINAUFSTEIGST ÜBERGIB DIESER FREUNDLICHEN URNE DEINE SORGEN DAS WÜNSCHT H. GRAF SCHLITZ 1816. Die eiserne Urne ist gestohlen worden. 2017 wurde der Obelisk durch eine Linde zerstört und wieder aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite des Weges steht ein &#039;&#039;&#039;Wegweiser&#039;&#039;&#039; mit den Angaben zu den nächsten Orten, nordwärts: H.DEMZIN KOETHEL TETEROW, südwärts: KARSTORF ZIDDORF WAHREN und westwärts: BURG SCHLITZ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Eingangstor&#039;&#039;&#039; ist von 1993 nach dem Vorbild der Zäune um das Herrenhaus gefertigt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man der Lindenalle und biegt an ihrem Ende links ab, gelangt man zur &#039;&#039;&#039;Magdalenenlaube&#039;&#039;&#039;, eine Steinsetzung erinnert noch an den einstigen Lieblingsplatz von Magdalene Gräfin von Bassewitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biegt man dann rechts ab, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Blücher-Wellington-Denkmal&#039;&#039;&#039;. Die 5 m hohe Anlage besteht aus zwei Teilen. Der hintere verewigt auf der Säule die Namen der beiden Sieger in der Schlacht von Waterloo, darunter wird in einer Nische Napoleon durch gekreuzte Dreizacke - Symbole für Neptun, somit der Atlantische Ozean um Napoleons Verbannungsort St. Helena - gefangen gehalten. Die Inschrift erläutert dies: DEN DAEMON DER NOCH JUENGST TEUTONIENS FESSEL HIELT EIN FERNES FELSENEILAND BIRGT IHN GEKETTET ZERSPLITTERT IST DES TRUGES MACHT UND RECHT UND WAHRHEIT SIEGTEN AM XVIII JUNIUS UND XX NOVEMBER MLCCCXV. (Die beiden Daten beziehen sich auf die Schlacht von Waterloo am 18.Juni 1815 und auf den &amp;quot;Zweiten Pariser Frieden&amp;quot; vom 20. November 1815.) Die ursprüngliche Büste Napoleons war aus Marmor, die Büste von Gebhard Leberecht von Blücher, die im vorderen Teil des Denkmals stand, hingegen aus Eisen. Sie wurde 1945 in einer Abfallgrube entsorgt und erst 1999 wieder gefunden. Hinter der Büste war ein Caduceus oder Hermesstab angebracht, an den Seiten Siegerkränze. Die Inschrift lautet: VICTORIAE ET PACIS H COMES SCHLITZ EX VOTO MDCCCXVI - SIEG UND FRIEDEN H GRAF SCHLITZ EINGEWEIHT 1816. Es ist das erste Denkmal, das den beiden Feldherren errichtet wurde. Blücher bedankte sich 1818 in der Schlosschronik für die Errichtung des Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man dem Weg weiter, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Regensburgdenkmal&#039;&#039;&#039;. 1809 standen sich bei Regensburg zwei Verwandte in den Armeen Österreichs und Frankreichs gegenüber, in den anschließenden Gefechten töteten sie sich im Kampf gegenseitig. Dies berührte Hans Graf Schlitz und er ließ die Rüstungen der beiden in dem 4 m hohen Denkmal unterbringen. Auf der einen Seite des neogotischen Baues ist das Wappen des Grafen dargestellt: zwei schräge, dreigezinnte Balken für von Schlitz und darunter die Lilie für Labes. Auf der anderen Seite steht: DIE VORSEHUNG SCHUETZTE DIE MEINIGEN EISEN DIE KAEMPFENDEN NICHT H. GRAF SCHLITZ MDCCCXIV (1814) IM STURM VOR REGENSBURG WO MIR DIE THEUERSTEN LEBTEN LIESSEN SINKEND IM KAMPFE GEGENEINANDER ZWEI GEHARNISCHTE DIESE RÜSTUNG ZURUECK AM XXII APRIL MDCCCIX (22. April 1809). Auf der einen Seite des Denkmals steht eine Libanonzeder und auf der anderen ein Ginkgobaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Glashütte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Görzhausen==&lt;br /&gt;
==Skulpturenweg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Adamiak, Josef &amp;quot;Schlösser und Gärten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig 1975&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Böhmer, Gerhard &amp;quot;Das Lebenslied des Grafen Hans von Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag der Buchdruckerei H. Müschen, Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Boroock, Willi &amp;quot;Chronik - Historische Betrachtung über die Burg Schlitz 1427 - 1945 Kreis Teterow&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1985 - 1990&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Brandt, Jürgen &amp;quot;Alt-Mecklenburgische Schlösser und Herrensitze&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag Ernst Wasmuth A. G. Berlin 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Burkhardt, Albert &amp;quot;Mitten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1983&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hermann, Anne und Anke &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992/93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hippauf, Renate und Luttmann, Jürgen &amp;quot;Spaziergänge in der Landschaft von Burg Schlitz - Ein Parkführer in 62 Denkmalen und 13 Skizzen&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Grafik, Druck &amp;amp; Verlag GmbH Stavenhagen 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Karge, Wolf (Hg.) &amp;quot;Biographisches Lexikon für Mecklenburg&amp;quot; Band 9 (Biographie Hans von Schlitz)&lt;br /&gt;
:Verlag Schmidt-Römhild Schwerin 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen und Wolter, Anselm &amp;quot;1801 - 2001 200 Jahre Görzhausen - Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte des Dorfes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;100 Jahre Bassewitz auf Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;Wappenbuch von Burg Schitz und Umgebung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Ossenberg-Engels GmbH Architekten und Ingenieure &amp;quot;Burg Schlitz - Dokumentation über die Gebäude und den Park der Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Parlow, Andreas &amp;quot;Einige Nachrichten über die wendische und gräfliche Familie von Bassewitz und ihre Güter&amp;quot;&lt;br /&gt;
:MFP-Verlag Tellow 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Rolf, Albert &amp;quot;Denkwürdigkeiten des Grafen Hans von Schlitz von den letzten Lebensjahren Josephs des II. bis zum Sturze Napoleon`s I.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:G. U. Rudolph`s Verlags-Buchhandlung Hamburg 1898&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Schlitz, Hans Graf von (ergänzt von Rudolph Graf von Bassewitz) &amp;quot;Chronik von Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1816 - 1890&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Steinhausen, Claus &amp;quot;Die historische Kulturlandschaft um Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz - Geschichte, Zustand und Entwicklungskonzept eines Beispiels der Landesverschönerung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wagner, Annalise &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Carolinum 48. Jg. Nr. 91 Hrsg. Altschülerschaft des ehemaligen Carolinum Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wolter, Anselm &amp;quot;Der Park Burg Schlitz- Rekonstruktion des Parkes in den Jahren 1988 bis 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1998&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Zippel, Kathrin und Maßmann, Wolfgang &amp;quot;Inventarisierung und Vorschläge zur Erhaltung der Steindenkmäler im Park Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontakte ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112891</id>
		<title>Karstorf</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112891"/>
		<updated>2024-05-26T07:33:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* 1931 - 1945 Emil Georg von Stauß */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Karstorf OT der Gemeinde Hohen Demzin&lt;br /&gt;
 | plz = 17166&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Amt Mecklenburgische Schweiz&lt;br /&gt;
 | landkreis = Rostock&lt;br /&gt;
 | einwohner = ..?.. (2015)&lt;br /&gt;
 | lat= 53.6969&lt;br /&gt;
 | lon = 12.5411&lt;br /&gt;
}}Frank Herholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf Karstorf liegt in der Mecklenburgischen Schweiz an der Bundesstraße B 108 9 km südlich der Stadt [[Teterow]].&lt;br /&gt;
Aus Teilen des Dorfes entstanden die Orte Burg Schlitz und Görzhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411 Breite: 53.6969 Länge: 12.5411] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;iframe width=&amp;quot;625&amp;quot; height=&amp;quot;350&amp;quot; src=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/export/embed.html?bbox=12.526259422302248%2C53.69134495357858%2C12.555871009826662%2C53.70242298551734&amp;amp;amp;layer=mapnik&amp;amp;amp;marker=53.6968843339897%2C12.541065216064453&amp;quot; style=&amp;quot;border: 1px solid black&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/iframe&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;a href=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411&amp;quot;&amp;gt;-Größere Karte von Karstorf anzeigen-&amp;lt;/a&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurztext zum Ort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe  Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; &#039;&#039;&#039;1896&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seite 1104 ff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Burg Schlitz&#039;&#039;&#039; bei Hohen Demzin, 1 Meile südlich von Teterow unweit der Waren-Teterower-Chaussee. Hof, Schmiede mit Krug. 39 (15) Einw. Burg Schlitz ist ein durch seinen Park und seine Gartenanlagen, sowie durch die Schönheit und Großartigkeit der bergigen Landschaft bekanntes Schloß, welches auf einer hohen, gebirgsähnlichen, meilenweit sichtbaren, natürlichen Terrasse liegt und hoch über das ganze Malchiner Seebecken hervorragt. Der Schöpfer von Burg Schlitz war der Baron von Labes, der von dem preußischen Minister Grafen v. Schlitz genannt Görz, an Sohnes Statt angenommen wurde und darauf den Namen Graf v. Schlitz führte, welchen Namen auch sein Schwiegersohn, der zweite Besitzer, zu seinem Namen mit annahm. Burg Schlitz liegt auf der Feldmark von Karstorf, dem früheren Hauptgute, statt dessen 1817 Burg Schlitz als das Hauptgut anerkannt wurde, so daß Karstof nun eine Pertinenz von Burg Schlitz ist. Das Schloß, zu dem schon 1806 der Grundstein gelegt worden, wurde in Folge der Kriegszeiten erst 1823 ganz vollendet. Es ist dasselbe über 60 m lang, 17 m tief, 15 m hoch und aus drei mit einander durch Gallerien verbundenen Theilen bestehend, auf deren mittlerem sich ein Obelisk von nahezu 12 m Höhe erhebt, zu dessen Spitze von innen eine Treppe hinaufführt und von wo man eine der reizendsten Landschaften mit dem Malchiner und Kummerower See und einem Theil von Pommern übersieht. Mit einem guten Fernrohr erblickt man von hier über 70 Ortschaften. Im Schlosse selbst sind der im Geschmack des Mittelalters reich decorirte Rittersaal, die Bibliothek und verschiedene Kunst- und naturhistorische Sammlungen zu bemerken. In geringer Entfernung zur Seite des Schlosses findet man eine sehr schöne, dem Andenken der Adoptivmutter des Erbauers, der Gräfin Caroline von Schlitz-Görz geweihte Kapelle. Die Vorderseite der Bergterrasse, auf der das Schloß sich erhebt, ist mit Gehölz bestanden und von Luftwegen durchschnitten, die Rückseite des Schlosses wird durch einen schönen, parkartig zugerichteten Buchenwald, der 6 1/2 ha einnimmt und aus dem das blendend weiße Schloß sich scharf abhebt, begrenzt. Die ganze Umgegend des Schlosses besteht überhaupt aus schönen, großartig angelegten Partien, welche die größte Mannigfaltigkeit zeigen und worin außer den einheimischen über 50 Arten von ausländischen Bäumen und Gesträuchen vorhanden sind; auch die Landwege schmücken Alleen, Ruhestellen und kleine Denkmäler. Der letzteren sind überhaupt 36 und sie stören sowohl durch ihre Menge als auch durch die Selbstgefälligkeit, die der Erbauer - selbst sein Alpenstock ist in der Nische eines Monuments zu schauen -, durch sehr viele derselben an den Tag legt. Am Fuß des Schloßberges liegt das ansehnliche Gasthaus &amp;quot;Zum goldenen Frieden&amp;quot;. Hinter diesem Gasthause erstreckt sich ein zu Karlshof, der Meierei von Schorssow gehörendes Lustgehölz.&lt;br /&gt;
Der vorbenannte zweite Besitzer der Burg Schlitz, der Graf Heinrich v. Bassewitz, genannt von Schlitz, starb 1861. Seinem Willen gemäß sollte der älteste Sohn seines Bruders sein Erbe sein und in den Besitz einer von ihm intendirten Stiftung kommen, welche den Burg Schlitzer Güter-Complex und den Allodial-Nachlaß umfaßte. Doch da die Consense der zur Nachfolge im Lehn Berechtigten nicht erwirkt waren, so konnte die Stiftung nicht in Kraft treten. Die Lehngüter wurden von dem noch lebenden älteren Bruder und Senior der Familie, dem Grafen v. Bassewitz auf Perlin, Worensdorff ec. angenommen (Johannis 1862) und die übrigen Erben ausbezahlt. - Nach seinem bereits im Mai 1863 erfolgten Ableben kam sein einziger Sohn, der Graf Rudolph v. Bassewitz auf Raguth, dem auch Perlin zufiel, in den Besitz und es begann nun für die Burg Schlitzer Begüterung eine neue Zeit. Die Güter wurden nicht allein in landwirthschaftlicher Beziehung außerordentlich gehoben, es wurden auch auf sämmtlichen Höfen großartige Neubauten aufgeführt, darunter die große schöne Wassermühle zu Ziddorf; es erfolgte der Neubau des Hofes Karstorf mit prachtvollen Gewächshäusern, die Wiederaufrichtung der abgebrannten großen Hohen-Demziner Ziegelei u. A. Auch der Kirche zu Hohen-Demzin wandte der neue Besitzer sein Interesse zu. Im Jahre 1857 hatte dieselbe bereits einen sehr hübschen, ganz in Felsen aufgeführten Thurm erhalten, dessen schlanke, schiefergedeckte Spitze weithin über`s Land sichtbar ist. Im Jahr 1871 wurde nun auch die Kirche selbst von Grund auf neu erbaut und von der gräflichen Familie mit reichem Schmuck versehen, zu welchem der jetzige Besitzer, der Graf F. v. Bassewitz, im Jahre 1885 eine schöne neue Orgel hinzufügte. Letzterer übernahm die Güter nach dem im Jahr 1877 erfolgten Ableben seines Vaters. - Ein kostbares Denkmal des Verstorbenen aus carrarischem Mamor mit dem Medaillon-Bildniß desselben ist von seiner Wittwe, der Gräfin von Bassewitz, geb. Gräfin v. Bülow, in der oben erwähnten sog. Carolinen-Kapelle aufgestellt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Karstorf&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz, liegt am Fuße des Berges von Burg Schlitz südlich von diesem Ort an der Teterow-Warener-Chaussee. Hof mit 47 (83) Einw. Auf der Stelle eines späteren Herrenhauses, welches auch noch mit einem tiefen Wallgraben, über den eine Zugbrücke führte, umgeben war, stand eine alte Burg. In dem noch vorhandenen Gemäuer derselben sind jetzt Glashäuser mit französischer Obstbaumtreiberei eingerichtet. In der Nähe derselben liegen ausgedehnte Gewächshäuser, und am Rande der die Burg umgebenden Wiesen steht eine REihe schöner uralter Eichen, die nächst den Eichen im Ivenacker Thiergarten die größten in Mecklenburg sein dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Görzhausen&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz nahe (westlich) von Burg Schlitz zwischen dem 95 1/2 m hohen Alexanderberg und dem Nienhäger Forst in anmuthiger Lage. Rechts am Wege, der von Görzhausen nach Karstorf hinunterführt, befindet sich der 97 m hohe Röthelberg. Hof mit 89 (96) Einw.&lt;br /&gt;
Der Röthelberg ist die bedeutendste Anhöhe der ganzen Burg Schlitzer Hügelkette, ein vielbesuchter Aussichtspunkt mit einem Birkenwäldchen, von dem aus sich ein entzückendes Panorama darbietet, eins der anziehendsten der norddeutschen Tiefebene.&lt;br /&gt;
Görzhausen, Mitte dieses Jahrhunderts angelegt, hat seinen Namen vom Erbauer zu Ehren des Adoptivvaters des letzteren erhalten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Chronik=&lt;br /&gt;
===1427 - 1787 von der Osten===&lt;br /&gt;
Die von der Osten sind ein Uradelsgeschlecht, das in Pommern, im Baltikum und in Mecklenburg ansässig war. 1427 wurde Henneke von der Osten aus dem Haus Basepohl - Arenshagen als erster seiner Familie Besitzer von Karstorf. 1463 besaß ein weiterer Henneke das Dorf. Er war ein Wohltäter des Klosters Dargun und wurde auf der Denktafel von 1479 für den Ausbau der Klosterkirche als Besitzer &amp;quot;tho karstorpe&amp;quot; erwähnt, sein Wappen schmückte auch ein Glasfenster der Klosterkirche. 1653 stiftete Georg Wilhelm von der Osten aus dem Haus Schildberg der Kirche zu Hohen Demzin einen Kelch. Seit 1750 war Johann Dietrich von der Osten auf Karstorf Provisor des Klosters Dobbertin, 1762 wurde er Klosterhauptmann. 1768 waren seine persönlichen Finanzen so zerrüttet, dass er wegen betrügerischen Konkurses steckbrieflich gesucht wurde. 1771 wurde er inhaftiert und verurteilt, nach zwei Jahren Festungshaft  in Dömitz 1773 zu Landesverweisung begnadigt. Er starb 1782 auf Rügen. 1787/88 verkauften die Gläubiger die Güter an Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1788 - 1791 Joachim Johann Heinrich von Müller===&lt;br /&gt;
Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen wurde zusammen mit seinem Vater Joachim Christoph 1753 geadelt, die Anerkennung in Mecklenburg erlangte er 1794. 1787/88 kaufte er aus der Konkursmasse des Johann Dietrich von der Osten die Güter Hohen Demzin und Karstorf. 1789 legte er den Lehnseid gegenüber dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin ab. Bereits 1791 verkaufte er die Güter an den Freiherrn Hans von Labes für 90.000 Taler weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 - 1831 Hans Graf von Schlitz===&lt;br /&gt;
===1831 - 1931 von Bassewitz===&lt;br /&gt;
===1931 - 1945 Emil Georg von Stauß===&lt;br /&gt;
Stauß wurde 6. Oktober 1877 in Friedrichstal (Württemberg) als Sohn des Hauptlehrers Georg Stauß und der Emma Rosine, geb. Müller geboren. Seine Mutter starb 1887, noch im gleichen Jahr heiratete sein Vater Lina Hanselmann. Er hatte 6 Geschwister und besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart bis 1893. Nach der schulischen Ausbildung absolvierte er eine 3jährige Banklehre bei der Königlich Württembergischen Hofbank in Stuttgart und blieb anschließend noch ein Jahr als Kommis (Kontorist, Handlungsgehilfe, kaufmännischer Angestellter). Anschließend leistete er seinen Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger im Württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga. 1898 ließ er sich zum Stenographielehrer ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 erhielt Stauß eine Anstellung bei der Deutschen Bank und arbeitete zunächst ein Jahr in der Kontokorrent- und der Ausrechnungsabteilung. Danach wechselte er als Buchhalter in das Sekretariat der Abteilung für das Kapitalmarktgeschäft. 1901 wurde er Privatsekretär von Georg von Siemens, der noch im gleichen Jahr verstarb. Mit dem Erwerb der rumänischen Erdölgesellschaft Steaua Romana 1903 stieg die Deutsche Bank in das lukrative Ölgeschäft ein. Dazu wurde die Deutsche Petroleum-AG (DPAG) gegründet, deren erster Direktor Stauß 1904 wurde. Als Transporteur des Öls diente die Shell Transport and Trading Company, an der unter anderem Sir Henry Deterding beteiligt war. Wahrscheinlich ist hier die Freundschaft zwischen beiden entstanden. 1915 wurde Stauß Vorstand der Deutschen Bank, Verwalter der Anatolischen Eisenbahngesellschaft – damit auch mit dem Ausbau der Bagdad-Bahn beschäftigt. In diese Zeit fällt auch der Völkermord des Osmanischen Reiches an den Armeniern und die Verstrickung der Eisenbahngesellschaft darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1913/14 ließ Stauß sich eine Villa in Berlin-Dahlem errichten, heiratete 1915 Karin Elisabeth geborene von Müller (geb. 1895). Das Paar hatte 4 Kinder: Georg Ferdinand, Sven Eugen, Karin Maria und Ulf Emil. Schwiegervater war der Admiral Georg Alexander von MÜller, Chef des Marinekabinetts und Generaladjutant des Kaisers. Von Müller pflegte Verbindungen zur Kaiserfamilie und zu Prinz Heinrich von Preußen. 1918 wurde Stauß in den württembergischen erblichen Adelsstand erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 wurde von Stauß Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP), 1919 war er als Wirtschaftsfachmann Mitglied der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versaille und Spa. 1925 erfolgte die Berufung in den Zentralausschuss der Reichsbank. Von 1930 - 32 saß er für die DVP im Reichstag, ab 1933 für die NSDAP, ohne deren Mitglied zu sein. 1934 wurde er zum Vizepräsidenten des Reichstags gewählt und erhielt die Ernennung zum preußischen Staatsrat. Er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und seit 1931 (trotz Mitgliedschaft in der DVP) in der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Reichsleitung der NSDAP tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorstand der Deutschen Bank war er der Hauptakteur bei der Fusion von Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG, er blieb lange Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft, ebenso hatte er diese Funktion bei BMW, der Lufthansa AG, der Ufa oder beim Bayrischen Lloyd inne. 1932 wechselte er auch bei der Deutschen Bank vom Vorstand in den Aufsichtsrat. In diesen Funktionen unterstützte er den Aufstieg der NSDAP.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Konkurs der Familie von Bassewitz auf Burg Schlitz erwarb die Mecklenburgische Landgesellschaft GmbH auf einer Auktion das Gut, um es zu parzellieren und aufzusiedeln. Durch die Wirtschaftskrise war das Deutsche Reich nicht mehr in der Lage, die dafür notwendigen Kredite bereitzustellen. Daher erbot sich die Landgesellschaft am 17. August 1931 gegenüber dem Justizministerium Mecklenburg-Schwerins einen zahlungsfähigen Käufer zu finden, der in die Rechte aus dem Meistgebot eintritt und dann den Zuschlag erhält. Das gelang sehr schnell, schon am 25. September 1931 beurkundete das Amtsgericht Teterow die Abtretung des Meistgebotes an von Stauß.&lt;br /&gt;
Am 3. Juni 1932 vermeldeten die Teterower Nachrichten: &amp;quot;Adolf Hitler fuhr gestern durch Teterow und verweilte etwa eine Stunde in Burg Schlitz zu einer Besprechung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Ernst Heinkel schreibt in seiner Autobiographie &amp;quot;Stürmisches Leben&amp;quot;  „Einer meiner „Nachbarn“ in Mecklenburg war der … Herr von Stauß. Er besaß etwa 70 km von Warnemünde entfernt ein 7000 Morgen großes Gut, Burg Schlitz, mit wunderbaren, über 500 Jahre alten, riesigen Eichen und einem an sich herrlich großen und trotzdem irgendwie gräulichen Schloss, in dem es keine Wasserleitung gab und in dem man ununterbrochen fror, weil nur ein Zimmer heizbar war und die Kälte eines Jahrhunderts in den Mauern nistete. In Warnemünde lag Stauß` Boot „Ulf II“ vor Anker. Stauß hielt fleißig Verbindung mit der Prominenz und versäumte es selten, mit seinen Gästen zu mir herüberzukommen, Flugzeuge zu besichtigen und möglichst schwäbische Maultaschen und Spätzle zu probieren. Im Übrigen war Stauß … ein munterer Jagdgenosse. Ich … verleitete Herrn von Stauß … (zu Jagdausflügen), der trotz modernster, für jede Modenschau geeigneter Jagdausrüstung bei unseren großen Hasentreibjagden in Teterow zwar selten einen Hasen traf, aber sonst der unverzagteste Jagdgenosse in jenen stürmischen Jahren war.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Teil seiner Vorgänger auf Burg Schlitz ließ von Stauß sein Wappen in der Kirche von Hohen Demzin anbringen. Die Feldscheune an der Straße nach Waren und Teterow trägt noch heute seine Initialen. Zentrale Erntedankfeste von Hohen Demzin, Karstorf und Görzhausen wurden in Burg Schlitz gefeiert. Außerdem soll er zur Sonnenwende 1933 ein Wehrkreuz auf dem Röthelberg - errichtet durch das F. A. D. Stahlhelmlager Görzhausen - eingeweiht haben. In Karstorf ist der Pferdestall zum Kinosaal umgebaut worden. Ufa-Filme sollen hier uraufgeführt worden sein. Der Schwanenteich soll mit elektrischen Anlagen versehen worden sein, mit denen der Teich in wechselnde Farben getaucht wurde. Die Wege unterhalb des Schlossen wurden regelmäßig mit Sand von Stränden am Malchiner See bestreut. Der besonders für seine Tiermotive bekannte Münchner Bildhauer Emil Manz schuf 1933 die Bronzeplastik der Spielenden Bären. Diese ließ von Stauß anstelle einer Sonnenuhr vor dem Herrenhaus aufstellen. Ob sie tatsächlich ein Bezug zur Wahlheimat Berlin ist, dessen Wappentier ein Bär ist, bleibt fraglich.&lt;br /&gt;
Ebenfalls auf Initiative von von Stauß gehen die Kolonaden auf den beiden Verbindungstrakten der drei Hausflügel zurück. Die bedeutendste Veränderung ist sicher die Aufstellung des „Brunnens der drei tanzenden Mädchen“ von Walter Schott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil Georg von Stauß verstarb am 11. Dezember 1942 in Berlin-Schmargendorf im Martin-Luther-Krankenhaus nach kurzer, schwerer Krankheit. Adolf Hitler ordnete für den 16. Dezember einen Staatsakt an, der im Haus der Flieger („Görings kleiner Reichskanzlei“ – dem heutigen Berliner Abgeordnetenhaus) stattfand. Die Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walther Funk hielt die Trauerrede. Die Trauerfeier fand am 18. Dezember im Krematorium Berlin-Wilmersdorf statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harry Graf Kessler in seinem Tagebuch vom 30. Januar 1933: „Ich saß an einem kleinen Tisch zwischen ihm und dem berühmten Herrn von Stauß, früher von der Deutschen Bank, der sich dicke tat mit seinen intimen Beziehungen zu Hitler. Dieser habe ihm versprochen, er werde ihm den Wunsch, den er ihm zur Kenntnis bringt, erfüllen.“&lt;br /&gt;
Ulrich von Hassel in seinem Tagebuch vom 29. September 1938: „Vor dem Frühstück sah ich Stauß, der einer der ersten Wirtschaftler war, die zu Hitler gingen, jetzt in höchster Sorge und Angewidertheit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1945 - 1992 Enteignung und öffentliche Nutzung===&lt;br /&gt;
===Privatisierung und Eigentümer seit 1992===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Park und Denkmale==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ein Werk aus der Zeit der Empfindsamkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Park gehört zu den größten und schönsten in Mecklenburg-Vorpommern, umfasst rund 60 ha und wurde in der Zeit von 1800 bis 1830 durch Hans Graf von Schlitz angelegt. Nachfolgende Besitzer nahmen Ergänzungen und Änderungen vor. Die Gestaltung erfolgte als englischer Landschaftspark und umfasst den Teil unmittelbar um das Herrenhaus, den dahinter liegenden Teil um den Buchenberg mit dem Weg am Waldrand, an dem die Denkmale wie eine Perlenkette aufgereiht sind, die Anlagen um die ehemalige Wasserburg in Karstorf und läuft in Denkmalen an Wegen und Straßen aus. Die Steinsetzungen sind durchweg aus Granit und umfassen Themen philosophischen, vaterländischen und familiären Inhalts. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Reihe seltener Bäume und Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfolgte die Pflege durch die Besitzer, änderte sich dies mit der Bodenreform 1945. Die Bewohner des 1955 im Herrenhaus eingerichteten Seniorenheimes pflegten das unmittelbare Umfeld, weite Teile des Parks verwilderten dabei. 1963 erarbeitete der Gartenarchitekt Alfred Niendorf aus Ludwigslust im Auftrag des Rates des Kreises Planungen zur Sanierung des Parks und eine Bestandsliste der Bäume, aus Kostengründen unterblieb eine Sanierung des Parks. Zahlreiche Denkmale im Park waren zwischenzeitlich beschädigt, zerstört oder gestohlen. In den 1980er Jahren begannen Pflegearbeiten durch Genossenschaftsbauern der umliegenden LPGen und durch Schüler aus Schorssow. Von 1988 bis 1990 wurde der Park unter fachlicher Begleitung von Dipl. Garten- und Landschaftsarchitektin Charlotte Schmid und dem ehrenamtlichen Kreisdenkmalpfleger Architekt Dipl.-Ingenieur Anselm Wolter wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Gaststein oder Begrüßungsobelisk&#039;&#039;&#039; empfängt die Besucher an der Auffahrt zur Burg. Graf Schlitz ließ das 7 m hohe Monument 1816 errichten. An der Spitze ist das Motto des Grafen: WWWV - Wünsche wenig wirke viel - verewigt. Die Begrüßungsworte lauten: SKANDENS HOSPES GRATE URNAE HUIC CURAM TRADAS EXPORTAT H. COMES SCHLITZ MDCCCXVI - GAST DER DU HINAUFSTEIGST ÜBERGIB DIESER FREUNDLICHEN URNE DEINE SORGEN DAS WÜNSCHT H. GRAF SCHLITZ 1816. Die eiserne Urne ist gestohlen worden. 2017 wurde der Obelisk durch eine Linde zerstört und wieder aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite des Weges steht ein &#039;&#039;&#039;Wegweiser&#039;&#039;&#039; mit den Angaben zu den nächsten Orten, nordwärts: H.DEMZIN KOETHEL TETEROW, südwärts: KARSTORF ZIDDORF WAHREN und westwärts: BURG SCHLITZ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Eingangstor&#039;&#039;&#039; ist von 1993 nach dem Vorbild der Zäune um das Herrenhaus gefertigt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man der Lindenalle und biegt an ihrem Ende links ab, gelangt man zur &#039;&#039;&#039;Magdalenenlaube&#039;&#039;&#039;, eine Steinsetzung erinnert noch an den einstigen Lieblingsplatz von Magdalene Gräfin von Bassewitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biegt man dann rechts ab, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Blücher-Wellington-Denkmal&#039;&#039;&#039;. Die 5 m hohe Anlage besteht aus zwei Teilen. Der hintere verewigt auf der Säule die Namen der beiden Sieger in der Schlacht von Waterloo, darunter wird in einer Nische Napoleon durch gekreuzte Dreizacke - Symbole für Neptun, somit der Atlantische Ozean um Napoleons Verbannungsort St. Helena - gefangen gehalten. Die Inschrift erläutert dies: DEN DAEMON DER NOCH JUENGST TEUTONIENS FESSEL HIELT EIN FERNES FELSENEILAND BIRGT IHN GEKETTET ZERSPLITTERT IST DES TRUGES MACHT UND RECHT UND WAHRHEIT SIEGTEN AM XVIII JUNIUS UND XX NOVEMBER MLCCCXV. (Die beiden Daten beziehen sich auf die Schlacht von Waterloo am 18.Juni 1815 und auf den &amp;quot;Zweiten Pariser Frieden&amp;quot; vom 20. November 1815.) Die ursprüngliche Büste Napoleons war aus Marmor, die Büste von Gebhard Leberecht von Blücher, die im vorderen Teil des Denkmals stand, hingegen aus Eisen. Sie wurde 1945 in einer Abfallgrube entsorgt und erst 1999 wieder gefunden. Hinter der Büste war ein Caduceus oder Hermesstab angebracht, an den Seiten Siegerkränze. Die Inschrift lautet: VICTORIAE ET PACIS H COMES SCHLITZ EX VOTO MDCCCXVI - SIEG UND FRIEDEN H GRAF SCHLITZ EINGEWEIHT 1816. Es ist das erste Denkmal, das den beiden Feldherren errichtet wurde. Blücher bedankte sich 1818 in der Schlosschronik für die Errichtung des Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man dem Weg weiter, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Regensburgdenkmal&#039;&#039;&#039;. 1809 standen sich bei Regensburg zwei Verwandte in den Armeen Österreichs und Frankreichs gegenüber, in den anschließenden Gefechten töteten sie sich im Kampf gegenseitig. Dies berührte Hans Graf Schlitz und er ließ die Rüstungen der beiden in dem 4 m hohen Denkmal unterbringen. Auf der einen Seite des neogotischen Baues ist das Wappen des Grafen dargestellt: zwei schräge, dreigezinnte Balken für von Schlitz und darunter die Lilie für Labes. Auf der anderen Seite steht: DIE VORSEHUNG SCHUETZTE DIE MEINIGEN EISEN DIE KAEMPFENDEN NICHT H. GRAF SCHLITZ MDCCCXIV (1814) IM STURM VOR REGENSBURG WO MIR DIE THEUERSTEN LEBTEN LIESSEN SINKEND IM KAMPFE GEGENEINANDER ZWEI GEHARNISCHTE DIESE RÜSTUNG ZURUECK AM XXII APRIL MDCCCIX (22. April 1809). Auf der einen Seite des Denkmals steht eine Libanonzeder und auf der anderen ein Ginkgobaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Glashütte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Görzhausen==&lt;br /&gt;
==Skulpturenweg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Adamiak, Josef &amp;quot;Schlösser und Gärten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig 1975&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Böhmer, Gerhard &amp;quot;Das Lebenslied des Grafen Hans von Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag der Buchdruckerei H. Müschen, Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Boroock, Willi &amp;quot;Chronik - Historische Betrachtung über die Burg Schlitz 1427 - 1945 Kreis Teterow&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1985 - 1990&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Brandt, Jürgen &amp;quot;Alt-Mecklenburgische Schlösser und Herrensitze&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag Ernst Wasmuth A. G. Berlin 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Burkhardt, Albert &amp;quot;Mitten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1983&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hermann, Anne und Anke &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992/93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hippauf, Renate und Luttmann, Jürgen &amp;quot;Spaziergänge in der Landschaft von Burg Schlitz - Ein Parkführer in 62 Denkmalen und 13 Skizzen&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Grafik, Druck &amp;amp; Verlag GmbH Stavenhagen 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Karge, Wolf (Hg.) &amp;quot;Biographisches Lexikon für Mecklenburg&amp;quot; Band 9 (Biographie Hans von Schlitz)&lt;br /&gt;
:Verlag Schmidt-Römhild Schwerin 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen und Wolter, Anselm &amp;quot;1801 - 2001 200 Jahre Görzhausen - Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte des Dorfes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;100 Jahre Bassewitz auf Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;Wappenbuch von Burg Schitz und Umgebung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Ossenberg-Engels GmbH Architekten und Ingenieure &amp;quot;Burg Schlitz - Dokumentation über die Gebäude und den Park der Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Parlow, Andreas &amp;quot;Einige Nachrichten über die wendische und gräfliche Familie von Bassewitz und ihre Güter&amp;quot;&lt;br /&gt;
:MFP-Verlag Tellow 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Rolf, Albert &amp;quot;Denkwürdigkeiten des Grafen Hans von Schlitz von den letzten Lebensjahren Josephs des II. bis zum Sturze Napoleon`s I.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:G. U. Rudolph`s Verlags-Buchhandlung Hamburg 1898&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Schlitz, Hans Graf von (ergänzt von Rudolph Graf von Bassewitz) &amp;quot;Chronik von Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1816 - 1890&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Steinhausen, Claus &amp;quot;Die historische Kulturlandschaft um Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz - Geschichte, Zustand und Entwicklungskonzept eines Beispiels der Landesverschönerung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wagner, Annalise &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Carolinum 48. Jg. Nr. 91 Hrsg. Altschülerschaft des ehemaligen Carolinum Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wolter, Anselm &amp;quot;Der Park Burg Schlitz- Rekonstruktion des Parkes in den Jahren 1988 bis 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1998&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Zippel, Kathrin und Maßmann, Wolfgang &amp;quot;Inventarisierung und Vorschläge zur Erhaltung der Steindenkmäler im Park Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontakte ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112890</id>
		<title>Karstorf</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112890"/>
		<updated>2024-05-26T07:30:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* 1931 - 1945 Emil Georg von Stauß */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Karstorf OT der Gemeinde Hohen Demzin&lt;br /&gt;
 | plz = 17166&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Amt Mecklenburgische Schweiz&lt;br /&gt;
 | landkreis = Rostock&lt;br /&gt;
 | einwohner = ..?.. (2015)&lt;br /&gt;
 | lat= 53.6969&lt;br /&gt;
 | lon = 12.5411&lt;br /&gt;
}}Frank Herholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf Karstorf liegt in der Mecklenburgischen Schweiz an der Bundesstraße B 108 9 km südlich der Stadt [[Teterow]].&lt;br /&gt;
Aus Teilen des Dorfes entstanden die Orte Burg Schlitz und Görzhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411 Breite: 53.6969 Länge: 12.5411] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;iframe width=&amp;quot;625&amp;quot; height=&amp;quot;350&amp;quot; src=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/export/embed.html?bbox=12.526259422302248%2C53.69134495357858%2C12.555871009826662%2C53.70242298551734&amp;amp;amp;layer=mapnik&amp;amp;amp;marker=53.6968843339897%2C12.541065216064453&amp;quot; style=&amp;quot;border: 1px solid black&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/iframe&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;a href=&amp;quot;https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411&amp;quot;&amp;gt;-Größere Karte von Karstorf anzeigen-&amp;lt;/a&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurztext zum Ort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe  Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; &#039;&#039;&#039;1896&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seite 1104 ff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Burg Schlitz&#039;&#039;&#039; bei Hohen Demzin, 1 Meile südlich von Teterow unweit der Waren-Teterower-Chaussee. Hof, Schmiede mit Krug. 39 (15) Einw. Burg Schlitz ist ein durch seinen Park und seine Gartenanlagen, sowie durch die Schönheit und Großartigkeit der bergigen Landschaft bekanntes Schloß, welches auf einer hohen, gebirgsähnlichen, meilenweit sichtbaren, natürlichen Terrasse liegt und hoch über das ganze Malchiner Seebecken hervorragt. Der Schöpfer von Burg Schlitz war der Baron von Labes, der von dem preußischen Minister Grafen v. Schlitz genannt Görz, an Sohnes Statt angenommen wurde und darauf den Namen Graf v. Schlitz führte, welchen Namen auch sein Schwiegersohn, der zweite Besitzer, zu seinem Namen mit annahm. Burg Schlitz liegt auf der Feldmark von Karstorf, dem früheren Hauptgute, statt dessen 1817 Burg Schlitz als das Hauptgut anerkannt wurde, so daß Karstof nun eine Pertinenz von Burg Schlitz ist. Das Schloß, zu dem schon 1806 der Grundstein gelegt worden, wurde in Folge der Kriegszeiten erst 1823 ganz vollendet. Es ist dasselbe über 60 m lang, 17 m tief, 15 m hoch und aus drei mit einander durch Gallerien verbundenen Theilen bestehend, auf deren mittlerem sich ein Obelisk von nahezu 12 m Höhe erhebt, zu dessen Spitze von innen eine Treppe hinaufführt und von wo man eine der reizendsten Landschaften mit dem Malchiner und Kummerower See und einem Theil von Pommern übersieht. Mit einem guten Fernrohr erblickt man von hier über 70 Ortschaften. Im Schlosse selbst sind der im Geschmack des Mittelalters reich decorirte Rittersaal, die Bibliothek und verschiedene Kunst- und naturhistorische Sammlungen zu bemerken. In geringer Entfernung zur Seite des Schlosses findet man eine sehr schöne, dem Andenken der Adoptivmutter des Erbauers, der Gräfin Caroline von Schlitz-Görz geweihte Kapelle. Die Vorderseite der Bergterrasse, auf der das Schloß sich erhebt, ist mit Gehölz bestanden und von Luftwegen durchschnitten, die Rückseite des Schlosses wird durch einen schönen, parkartig zugerichteten Buchenwald, der 6 1/2 ha einnimmt und aus dem das blendend weiße Schloß sich scharf abhebt, begrenzt. Die ganze Umgegend des Schlosses besteht überhaupt aus schönen, großartig angelegten Partien, welche die größte Mannigfaltigkeit zeigen und worin außer den einheimischen über 50 Arten von ausländischen Bäumen und Gesträuchen vorhanden sind; auch die Landwege schmücken Alleen, Ruhestellen und kleine Denkmäler. Der letzteren sind überhaupt 36 und sie stören sowohl durch ihre Menge als auch durch die Selbstgefälligkeit, die der Erbauer - selbst sein Alpenstock ist in der Nische eines Monuments zu schauen -, durch sehr viele derselben an den Tag legt. Am Fuß des Schloßberges liegt das ansehnliche Gasthaus &amp;quot;Zum goldenen Frieden&amp;quot;. Hinter diesem Gasthause erstreckt sich ein zu Karlshof, der Meierei von Schorssow gehörendes Lustgehölz.&lt;br /&gt;
Der vorbenannte zweite Besitzer der Burg Schlitz, der Graf Heinrich v. Bassewitz, genannt von Schlitz, starb 1861. Seinem Willen gemäß sollte der älteste Sohn seines Bruders sein Erbe sein und in den Besitz einer von ihm intendirten Stiftung kommen, welche den Burg Schlitzer Güter-Complex und den Allodial-Nachlaß umfaßte. Doch da die Consense der zur Nachfolge im Lehn Berechtigten nicht erwirkt waren, so konnte die Stiftung nicht in Kraft treten. Die Lehngüter wurden von dem noch lebenden älteren Bruder und Senior der Familie, dem Grafen v. Bassewitz auf Perlin, Worensdorff ec. angenommen (Johannis 1862) und die übrigen Erben ausbezahlt. - Nach seinem bereits im Mai 1863 erfolgten Ableben kam sein einziger Sohn, der Graf Rudolph v. Bassewitz auf Raguth, dem auch Perlin zufiel, in den Besitz und es begann nun für die Burg Schlitzer Begüterung eine neue Zeit. Die Güter wurden nicht allein in landwirthschaftlicher Beziehung außerordentlich gehoben, es wurden auch auf sämmtlichen Höfen großartige Neubauten aufgeführt, darunter die große schöne Wassermühle zu Ziddorf; es erfolgte der Neubau des Hofes Karstorf mit prachtvollen Gewächshäusern, die Wiederaufrichtung der abgebrannten großen Hohen-Demziner Ziegelei u. A. Auch der Kirche zu Hohen-Demzin wandte der neue Besitzer sein Interesse zu. Im Jahre 1857 hatte dieselbe bereits einen sehr hübschen, ganz in Felsen aufgeführten Thurm erhalten, dessen schlanke, schiefergedeckte Spitze weithin über`s Land sichtbar ist. Im Jahr 1871 wurde nun auch die Kirche selbst von Grund auf neu erbaut und von der gräflichen Familie mit reichem Schmuck versehen, zu welchem der jetzige Besitzer, der Graf F. v. Bassewitz, im Jahre 1885 eine schöne neue Orgel hinzufügte. Letzterer übernahm die Güter nach dem im Jahr 1877 erfolgten Ableben seines Vaters. - Ein kostbares Denkmal des Verstorbenen aus carrarischem Mamor mit dem Medaillon-Bildniß desselben ist von seiner Wittwe, der Gräfin von Bassewitz, geb. Gräfin v. Bülow, in der oben erwähnten sog. Carolinen-Kapelle aufgestellt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Karstorf&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz, liegt am Fuße des Berges von Burg Schlitz südlich von diesem Ort an der Teterow-Warener-Chaussee. Hof mit 47 (83) Einw. Auf der Stelle eines späteren Herrenhauses, welches auch noch mit einem tiefen Wallgraben, über den eine Zugbrücke führte, umgeben war, stand eine alte Burg. In dem noch vorhandenen Gemäuer derselben sind jetzt Glashäuser mit französischer Obstbaumtreiberei eingerichtet. In der Nähe derselben liegen ausgedehnte Gewächshäuser, und am Rande der die Burg umgebenden Wiesen steht eine REihe schöner uralter Eichen, die nächst den Eichen im Ivenacker Thiergarten die größten in Mecklenburg sein dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Görzhausen&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz nahe (westlich) von Burg Schlitz zwischen dem 95 1/2 m hohen Alexanderberg und dem Nienhäger Forst in anmuthiger Lage. Rechts am Wege, der von Görzhausen nach Karstorf hinunterführt, befindet sich der 97 m hohe Röthelberg. Hof mit 89 (96) Einw.&lt;br /&gt;
Der Röthelberg ist die bedeutendste Anhöhe der ganzen Burg Schlitzer Hügelkette, ein vielbesuchter Aussichtspunkt mit einem Birkenwäldchen, von dem aus sich ein entzückendes Panorama darbietet, eins der anziehendsten der norddeutschen Tiefebene.&lt;br /&gt;
Görzhausen, Mitte dieses Jahrhunderts angelegt, hat seinen Namen vom Erbauer zu Ehren des Adoptivvaters des letzteren erhalten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Chronik=&lt;br /&gt;
===1427 - 1787 von der Osten===&lt;br /&gt;
Die von der Osten sind ein Uradelsgeschlecht, das in Pommern, im Baltikum und in Mecklenburg ansässig war. 1427 wurde Henneke von der Osten aus dem Haus Basepohl - Arenshagen als erster seiner Familie Besitzer von Karstorf. 1463 besaß ein weiterer Henneke das Dorf. Er war ein Wohltäter des Klosters Dargun und wurde auf der Denktafel von 1479 für den Ausbau der Klosterkirche als Besitzer &amp;quot;tho karstorpe&amp;quot; erwähnt, sein Wappen schmückte auch ein Glasfenster der Klosterkirche. 1653 stiftete Georg Wilhelm von der Osten aus dem Haus Schildberg der Kirche zu Hohen Demzin einen Kelch. Seit 1750 war Johann Dietrich von der Osten auf Karstorf Provisor des Klosters Dobbertin, 1762 wurde er Klosterhauptmann. 1768 waren seine persönlichen Finanzen so zerrüttet, dass er wegen betrügerischen Konkurses steckbrieflich gesucht wurde. 1771 wurde er inhaftiert und verurteilt, nach zwei Jahren Festungshaft  in Dömitz 1773 zu Landesverweisung begnadigt. Er starb 1782 auf Rügen. 1787/88 verkauften die Gläubiger die Güter an Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1788 - 1791 Joachim Johann Heinrich von Müller===&lt;br /&gt;
Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen wurde zusammen mit seinem Vater Joachim Christoph 1753 geadelt, die Anerkennung in Mecklenburg erlangte er 1794. 1787/88 kaufte er aus der Konkursmasse des Johann Dietrich von der Osten die Güter Hohen Demzin und Karstorf. 1789 legte er den Lehnseid gegenüber dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin ab. Bereits 1791 verkaufte er die Güter an den Freiherrn Hans von Labes für 90.000 Taler weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 - 1831 Hans Graf von Schlitz===&lt;br /&gt;
===1831 - 1931 von Bassewitz===&lt;br /&gt;
===1931 - 1945 Emil Georg von Stauß===&lt;br /&gt;
Stauß wurde 6. Oktober 1877 in Friedrichstal (Württemberg) als Sohn des Hauptlehrers Georg Stauß und der Emma Rosine, geb. Müller geboren. Seine Mutter starb 1887, noch im gleichen Jahr heiratete sein Vater Lina Hanselmann. Er hatte 6 Geschwister und besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart bis 1893. Nach der schulischen Ausbildung absolvierte er eine 3jährige Banklehre bei der Königlich Württembergischen Hofbank in Stuttgart und blieb anschließend noch ein Jahr als Kommis (Kontorist, Handlungsgehilfe, kaufmännischer Angestellter). Anschließend leistete er seinen Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger im Württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga. 1898 ließ er sich zum Stenographielehrer ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 erhielt Stauß eine Anstellung bei der Deutschen Bank und arbeitete zunächst ein Jahr in der Kontokorrent- und der Ausrechnungsabteilung. Danach wechselte er als Buchhalter in das Sekretariat der Abteilung für das Kapitalmarktgeschäft. 1901 wurde er Privatsekretär von Georg von Siemens, der noch im gleichen Jahr verstarb. Mit dem Erwerb der rumänischen Erdölgesellschaft Steaua Romana 1903 stieg die Deutsche Bank in das lukrative Ölgeschäft ein. Dazu wurde die Deutsche Petroleum-AG (DPAG) gegründet, deren erster Direktor Stauß 1904 wurde. Als Transporteur des Öls diente die Shell Transport and Trading Company, an der unter anderem Sir Henry Deterding beteiligt war. Wahrscheinlich ist hier die Freundschaft zwischen beiden entstanden. 1915 wurde Stauß Vorstand der Deutschen Bank, Verwalter der Anatolischen Eisenbahngesellschaft – damit auch mit dem Ausbau der Bagdad-Bahn beschäftigt. In diese Zeit fällt auch der Völkermord des Osmanischen Reiches an den Armeniern und die Verstrickung der Eisenbahngesellschaft darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1913/14 ließ Stauß sich eine Villa in Berlin-Dahlem errichten, heiratete 1915 Karin Elisabeth geborene von Müller (geb. 1895). Das Paar hatte 4 Kinder: Georg Ferdinand, Sven Eugen, Karin Maria und Ulf Emil. Schwiegervater war der Admiral Georg Alexander von MÜller, Chef des Marinekabinetts und Generaladjutant des Kaisers. Von Müller pflegte Verbindungen zur Kaiserfamilie und zu Prinz Heinrich von Preußen. 1918 wurde Stauß in den württembergischen erblichen Adelsstand erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 wurde von Stauß Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP), 1919 war er als Wirtschaftsfachmann Mitglied der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versaille und Spa. 1925 erfolgte die Berufung in den Zentralausschuss der Reichsbank. Von 1930 - 32 saß er für die DVP im Reichstag, ab 1933 für die NSDAP, ohne deren Mitglied zu sein. 1934 wurde er zum Vizepräsidenten des Reichstags gewählt und erhielt die Ernennung zum preußischen Staatsrat. Er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und seit 1931 (trotz Mitgliedschaft in der DVP) in der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Reichsleitung der NSDAP tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorstand der Deutschen Bank war er der Hauptakteur bei der Fusion von Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG, er blieb lange Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft, ebenso hatte er diese Funktion bei BMW, der Lufthansa AG, der Ufa oder beim Bayrischen Lloyd inne. 1932 wechselte er auch bei der Deutschen Bank vom Vorstand in den Aufsichtsrat. In diesen Funktionen unterstützte er den Aufstieg der NSDAP.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Konkurs der Familie von Bassewitz auf Burg Schlitz erwarb die Mecklenburgische Landgesellschaft GmbH auf einer Auktion das Gut, um es zu parzellieren und aufzusiedeln. Durch die Wirtschaftskrise war das Deutsche Reich nicht mehr in der Lage, die dafür notwendigen Kredite bereitzustellen. Daher erbot sich die Landgesellschaft am 17. August 1931 gegenüber dem Justizministerium Mecklenburg-Schwerins einen zahlungsfähigen Käufer zu finden, der in die Rechte aus dem Meistgebot eintritt und dann den Zuschlag erhält. Das gelang sehr schnell, schon am 25. September 1931 beurkundete das Amtsgericht Teterow die Abtretung des Meistgebotes an von Stauß.&lt;br /&gt;
Schon am 3. Juni 1932 vermeldeten die Teterower Nachrichten: &amp;quot;Adolf Hitler fuhr gestern durch Teterow und verweilte etwa eine Stunde in Burg Schlitz zu einer Besprechung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Ernst Heinkel schreibt in seiner Autobiographie &amp;quot;Stürmisches Leben&amp;quot;  „Einer meiner „Nachbarn“ in Mecklenburg war der … Herr von Stauß. Er besaß etwa 70 km von Warnemünde entfernt ein 7000 Morgen großes Gut, Burg Schlitz, mit wunderbaren, über 500 Jahre alten, riesigen Eichen und einem an sich herrlich großen und trotzdem irgendwie gräulichen Schloss, in dem es keine Wasserleitung gab und in dem man ununterbrochen fror, weil nur ein Zimmer heizbar war und die Kälte eines Jahrhunderts in den Mauern nistete. In Warnemünde lag Stauß` Boot „Ulf II“ vor Anker. Stauß hielt fleißig Verbindung mit der Prominenz und versäumte es selten, mit seinen Gästen zu mir herüberzukommen, Flugzeuge zu besichtigen und möglichst schwäbische Maultaschen und Spätzle zu probieren. Im Übrigen war Stauß … ein munterer Jagdgenosse. Ich … verleitete Herrn von Stauß … (zu Jagdausflügen), der trotz modernster, für jede Modenschau geeigneter Jagdausrüstung bei unseren großen Hasentreibjagden in Teterow zwar selten einen Hasen traf, aber sonst der unverzagteste Jagdgenosse in jenen stürmischen Jahren war.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Teil seiner Vorgänger auf Burg Schlitz ließ von Stauß sein Wappen in der Kirche von Hohen Demzin anbringen. Die Feldscheune an der Straße nach Waren und Teterow trägt noch heute seine Initialen. Zentrale Erntedankfeste von Hohen Demzin, Karstorf und Görzhausen wurden in Burg Schlitz gefeiert. Außerdem soll er zur Sonnenwende 1933 ein Wehrkreuz auf dem Röthelberg - errichtet durch das F. A. D. Stahlhelmlager Görzhausen - eingeweiht haben. In Karstorf ist der Pferdestall zum Kinosaal umgebaut worden. Ufa-Filme sollen hier uraufgeführt worden sein. Der Schwanenteich soll mit elektrischen Anlagen versehen worden sein, mit denen der Teich in wechselnde Farben getaucht wurde. Die Wege unterhalb des Schlossen wurden regelmäßig mit Sand von Stränden am Malchiner See bestreut. Der besonders für seine Tiermotive bekannte Münchner Bildhauer Emil Manz schuf 1933 die Bronzeplastik der Spielenden Bären. Diese ließ von Stauß anstelle einer Sonnenuhr vor dem Herrenhaus aufstellen. Ob sie tatsächlich ein Bezug zur Wahlheimat Berlin ist, dessen Wappentier ein Bär ist, bleibt fraglich.&lt;br /&gt;
Ebenfalls auf Initiative von von Stauß gehen die Kolonaden auf den beiden Verbindungstrakten der drei Hausflügel zurück. Die bedeutendste Veränderung ist sicher die Aufstellung des „Brunnens der drei tanzenden Mädchen“ von Walter Schott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil Georg von Stauß verstarb am 11. Dezember 1942 in Berlin-Schmargendorf im Martin-Luther-Krankenhaus nach kurzer, schwerer Krankheit. Adolf Hitler ordnete für den 16. Dezember einen Staatsakt an, der im Haus der Flieger („Görings kleiner Reichskanzlei“ – dem heutigen Berliner Abgeordnetenhaus) stattfand. Die Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walther Funk hielt die Trauerrede. Die Trauerfeier fand am 18. Dezember im Krematorium Berlin-Wilmersdorf statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harry Graf Kessler in seinem Tagebuch vom 30. Januar 1933: „Ich saß an einem kleinen Tisch zwischen ihm und dem berühmten Herrn von Stauß, früher von der Deutschen Bank, der sich dicke tat mit seinen intimen Beziehungen zu Hitler. Dieser habe ihm versprochen, er werde ihm den Wunsch, den er ihm zur Kenntnis bringt, erfüllen.“&lt;br /&gt;
Ulrich von Hassel in seinem Tagebuch vom 29. September 1938: „Vor dem Frühstück sah ich Stauß, der einer der ersten Wirtschaftler war, die zu Hitler gingen, jetzt in höchster Sorge und Angewidertheit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1945 - 1992 Enteignung und öffentliche Nutzung===&lt;br /&gt;
===Privatisierung und Eigentümer seit 1992===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Park und Denkmale==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ein Werk aus der Zeit der Empfindsamkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Park gehört zu den größten und schönsten in Mecklenburg-Vorpommern, umfasst rund 60 ha und wurde in der Zeit von 1800 bis 1830 durch Hans Graf von Schlitz angelegt. Nachfolgende Besitzer nahmen Ergänzungen und Änderungen vor. Die Gestaltung erfolgte als englischer Landschaftspark und umfasst den Teil unmittelbar um das Herrenhaus, den dahinter liegenden Teil um den Buchenberg mit dem Weg am Waldrand, an dem die Denkmale wie eine Perlenkette aufgereiht sind, die Anlagen um die ehemalige Wasserburg in Karstorf und läuft in Denkmalen an Wegen und Straßen aus. Die Steinsetzungen sind durchweg aus Granit und umfassen Themen philosophischen, vaterländischen und familiären Inhalts. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Reihe seltener Bäume und Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfolgte die Pflege durch die Besitzer, änderte sich dies mit der Bodenreform 1945. Die Bewohner des 1955 im Herrenhaus eingerichteten Seniorenheimes pflegten das unmittelbare Umfeld, weite Teile des Parks verwilderten dabei. 1963 erarbeitete der Gartenarchitekt Alfred Niendorf aus Ludwigslust im Auftrag des Rates des Kreises Planungen zur Sanierung des Parks und eine Bestandsliste der Bäume, aus Kostengründen unterblieb eine Sanierung des Parks. Zahlreiche Denkmale im Park waren zwischenzeitlich beschädigt, zerstört oder gestohlen. In den 1980er Jahren begannen Pflegearbeiten durch Genossenschaftsbauern der umliegenden LPGen und durch Schüler aus Schorssow. Von 1988 bis 1990 wurde der Park unter fachlicher Begleitung von Dipl. Garten- und Landschaftsarchitektin Charlotte Schmid und dem ehrenamtlichen Kreisdenkmalpfleger Architekt Dipl.-Ingenieur Anselm Wolter wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Gaststein oder Begrüßungsobelisk&#039;&#039;&#039; empfängt die Besucher an der Auffahrt zur Burg. Graf Schlitz ließ das 7 m hohe Monument 1816 errichten. An der Spitze ist das Motto des Grafen: WWWV - Wünsche wenig wirke viel - verewigt. Die Begrüßungsworte lauten: SKANDENS HOSPES GRATE URNAE HUIC CURAM TRADAS EXPORTAT H. COMES SCHLITZ MDCCCXVI - GAST DER DU HINAUFSTEIGST ÜBERGIB DIESER FREUNDLICHEN URNE DEINE SORGEN DAS WÜNSCHT H. GRAF SCHLITZ 1816. Die eiserne Urne ist gestohlen worden. 2017 wurde der Obelisk durch eine Linde zerstört und wieder aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite des Weges steht ein &#039;&#039;&#039;Wegweiser&#039;&#039;&#039; mit den Angaben zu den nächsten Orten, nordwärts: H.DEMZIN KOETHEL TETEROW, südwärts: KARSTORF ZIDDORF WAHREN und westwärts: BURG SCHLITZ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Eingangstor&#039;&#039;&#039; ist von 1993 nach dem Vorbild der Zäune um das Herrenhaus gefertigt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man der Lindenalle und biegt an ihrem Ende links ab, gelangt man zur &#039;&#039;&#039;Magdalenenlaube&#039;&#039;&#039;, eine Steinsetzung erinnert noch an den einstigen Lieblingsplatz von Magdalene Gräfin von Bassewitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biegt man dann rechts ab, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Blücher-Wellington-Denkmal&#039;&#039;&#039;. Die 5 m hohe Anlage besteht aus zwei Teilen. Der hintere verewigt auf der Säule die Namen der beiden Sieger in der Schlacht von Waterloo, darunter wird in einer Nische Napoleon durch gekreuzte Dreizacke - Symbole für Neptun, somit der Atlantische Ozean um Napoleons Verbannungsort St. Helena - gefangen gehalten. Die Inschrift erläutert dies: DEN DAEMON DER NOCH JUENGST TEUTONIENS FESSEL HIELT EIN FERNES FELSENEILAND BIRGT IHN GEKETTET ZERSPLITTERT IST DES TRUGES MACHT UND RECHT UND WAHRHEIT SIEGTEN AM XVIII JUNIUS UND XX NOVEMBER MLCCCXV. (Die beiden Daten beziehen sich auf die Schlacht von Waterloo am 18.Juni 1815 und auf den &amp;quot;Zweiten Pariser Frieden&amp;quot; vom 20. November 1815.) Die ursprüngliche Büste Napoleons war aus Marmor, die Büste von Gebhard Leberecht von Blücher, die im vorderen Teil des Denkmals stand, hingegen aus Eisen. Sie wurde 1945 in einer Abfallgrube entsorgt und erst 1999 wieder gefunden. Hinter der Büste war ein Caduceus oder Hermesstab angebracht, an den Seiten Siegerkränze. Die Inschrift lautet: VICTORIAE ET PACIS H COMES SCHLITZ EX VOTO MDCCCXVI - SIEG UND FRIEDEN H GRAF SCHLITZ EINGEWEIHT 1816. Es ist das erste Denkmal, das den beiden Feldherren errichtet wurde. Blücher bedankte sich 1818 in der Schlosschronik für die Errichtung des Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man dem Weg weiter, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Regensburgdenkmal&#039;&#039;&#039;. 1809 standen sich bei Regensburg zwei Verwandte in den Armeen Österreichs und Frankreichs gegenüber, in den anschließenden Gefechten töteten sie sich im Kampf gegenseitig. Dies berührte Hans Graf Schlitz und er ließ die Rüstungen der beiden in dem 4 m hohen Denkmal unterbringen. Auf der einen Seite des neogotischen Baues ist das Wappen des Grafen dargestellt: zwei schräge, dreigezinnte Balken für von Schlitz und darunter die Lilie für Labes. Auf der anderen Seite steht: DIE VORSEHUNG SCHUETZTE DIE MEINIGEN EISEN DIE KAEMPFENDEN NICHT H. GRAF SCHLITZ MDCCCXIV (1814) IM STURM VOR REGENSBURG WO MIR DIE THEUERSTEN LEBTEN LIESSEN SINKEND IM KAMPFE GEGENEINANDER ZWEI GEHARNISCHTE DIESE RÜSTUNG ZURUECK AM XXII APRIL MDCCCIX (22. April 1809). Auf der einen Seite des Denkmals steht eine Libanonzeder und auf der anderen ein Ginkgobaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Glashütte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Görzhausen==&lt;br /&gt;
==Skulpturenweg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Adamiak, Josef &amp;quot;Schlösser und Gärten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig 1975&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Böhmer, Gerhard &amp;quot;Das Lebenslied des Grafen Hans von Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag der Buchdruckerei H. Müschen, Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Boroock, Willi &amp;quot;Chronik - Historische Betrachtung über die Burg Schlitz 1427 - 1945 Kreis Teterow&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1985 - 1990&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Brandt, Jürgen &amp;quot;Alt-Mecklenburgische Schlösser und Herrensitze&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag Ernst Wasmuth A. G. Berlin 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Burkhardt, Albert &amp;quot;Mitten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1983&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hermann, Anne und Anke &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992/93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hippauf, Renate und Luttmann, Jürgen &amp;quot;Spaziergänge in der Landschaft von Burg Schlitz - Ein Parkführer in 62 Denkmalen und 13 Skizzen&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Grafik, Druck &amp;amp; Verlag GmbH Stavenhagen 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Karge, Wolf (Hg.) &amp;quot;Biographisches Lexikon für Mecklenburg&amp;quot; Band 9 (Biographie Hans von Schlitz)&lt;br /&gt;
:Verlag Schmidt-Römhild Schwerin 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen und Wolter, Anselm &amp;quot;1801 - 2001 200 Jahre Görzhausen - Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte des Dorfes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;100 Jahre Bassewitz auf Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;Wappenbuch von Burg Schitz und Umgebung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Ossenberg-Engels GmbH Architekten und Ingenieure &amp;quot;Burg Schlitz - Dokumentation über die Gebäude und den Park der Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Parlow, Andreas &amp;quot;Einige Nachrichten über die wendische und gräfliche Familie von Bassewitz und ihre Güter&amp;quot;&lt;br /&gt;
:MFP-Verlag Tellow 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Rolf, Albert &amp;quot;Denkwürdigkeiten des Grafen Hans von Schlitz von den letzten Lebensjahren Josephs des II. bis zum Sturze Napoleon`s I.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:G. U. Rudolph`s Verlags-Buchhandlung Hamburg 1898&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Schlitz, Hans Graf von (ergänzt von Rudolph Graf von Bassewitz) &amp;quot;Chronik von Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1816 - 1890&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Steinhausen, Claus &amp;quot;Die historische Kulturlandschaft um Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz - Geschichte, Zustand und Entwicklungskonzept eines Beispiels der Landesverschönerung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wagner, Annalise &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Carolinum 48. Jg. Nr. 91 Hrsg. Altschülerschaft des ehemaligen Carolinum Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wolter, Anselm &amp;quot;Der Park Burg Schlitz- Rekonstruktion des Parkes in den Jahren 1988 bis 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1998&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Zippel, Kathrin und Maßmann, Wolfgang &amp;quot;Inventarisierung und Vorschläge zur Erhaltung der Steindenkmäler im Park Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontakte ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Karstorf&amp;diff=112889</id>
		<title>Karstorf</title>
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		<updated>2024-05-26T07:29:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ort&lt;br /&gt;
 | name = Karstorf OT der Gemeinde Hohen Demzin&lt;br /&gt;
 | plz = 17166&lt;br /&gt;
 | verwaltungsamt = Amt Mecklenburgische Schweiz&lt;br /&gt;
 | landkreis = Rostock&lt;br /&gt;
 | einwohner = ..?.. (2015)&lt;br /&gt;
 | lat= 53.6969&lt;br /&gt;
 | lon = 12.5411&lt;br /&gt;
}}Frank Herholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf Karstorf liegt in der Mecklenburgischen Schweiz an der Bundesstraße B 108 9 km südlich der Stadt [[Teterow]].&lt;br /&gt;
Aus Teilen des Dorfes entstanden die Orte Burg Schlitz und Görzhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geographische Lage==&lt;br /&gt;
* Koordinaten: [https://www.openstreetmap.org/?mlat=53.6969&amp;amp;mlon=12.5411#map=16/53.6969/12.5411 Breite: 53.6969 Länge: 12.5411] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/html&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurztext zum Ort==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus &amp;quot;Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe  Ausgabe Gustav Quade&amp;quot; &#039;&#039;&#039;1896&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seite 1104 ff &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Burg Schlitz&#039;&#039;&#039; bei Hohen Demzin, 1 Meile südlich von Teterow unweit der Waren-Teterower-Chaussee. Hof, Schmiede mit Krug. 39 (15) Einw. Burg Schlitz ist ein durch seinen Park und seine Gartenanlagen, sowie durch die Schönheit und Großartigkeit der bergigen Landschaft bekanntes Schloß, welches auf einer hohen, gebirgsähnlichen, meilenweit sichtbaren, natürlichen Terrasse liegt und hoch über das ganze Malchiner Seebecken hervorragt. Der Schöpfer von Burg Schlitz war der Baron von Labes, der von dem preußischen Minister Grafen v. Schlitz genannt Görz, an Sohnes Statt angenommen wurde und darauf den Namen Graf v. Schlitz führte, welchen Namen auch sein Schwiegersohn, der zweite Besitzer, zu seinem Namen mit annahm. Burg Schlitz liegt auf der Feldmark von Karstorf, dem früheren Hauptgute, statt dessen 1817 Burg Schlitz als das Hauptgut anerkannt wurde, so daß Karstof nun eine Pertinenz von Burg Schlitz ist. Das Schloß, zu dem schon 1806 der Grundstein gelegt worden, wurde in Folge der Kriegszeiten erst 1823 ganz vollendet. Es ist dasselbe über 60 m lang, 17 m tief, 15 m hoch und aus drei mit einander durch Gallerien verbundenen Theilen bestehend, auf deren mittlerem sich ein Obelisk von nahezu 12 m Höhe erhebt, zu dessen Spitze von innen eine Treppe hinaufführt und von wo man eine der reizendsten Landschaften mit dem Malchiner und Kummerower See und einem Theil von Pommern übersieht. Mit einem guten Fernrohr erblickt man von hier über 70 Ortschaften. Im Schlosse selbst sind der im Geschmack des Mittelalters reich decorirte Rittersaal, die Bibliothek und verschiedene Kunst- und naturhistorische Sammlungen zu bemerken. In geringer Entfernung zur Seite des Schlosses findet man eine sehr schöne, dem Andenken der Adoptivmutter des Erbauers, der Gräfin Caroline von Schlitz-Görz geweihte Kapelle. Die Vorderseite der Bergterrasse, auf der das Schloß sich erhebt, ist mit Gehölz bestanden und von Luftwegen durchschnitten, die Rückseite des Schlosses wird durch einen schönen, parkartig zugerichteten Buchenwald, der 6 1/2 ha einnimmt und aus dem das blendend weiße Schloß sich scharf abhebt, begrenzt. Die ganze Umgegend des Schlosses besteht überhaupt aus schönen, großartig angelegten Partien, welche die größte Mannigfaltigkeit zeigen und worin außer den einheimischen über 50 Arten von ausländischen Bäumen und Gesträuchen vorhanden sind; auch die Landwege schmücken Alleen, Ruhestellen und kleine Denkmäler. Der letzteren sind überhaupt 36 und sie stören sowohl durch ihre Menge als auch durch die Selbstgefälligkeit, die der Erbauer - selbst sein Alpenstock ist in der Nische eines Monuments zu schauen -, durch sehr viele derselben an den Tag legt. Am Fuß des Schloßberges liegt das ansehnliche Gasthaus &amp;quot;Zum goldenen Frieden&amp;quot;. Hinter diesem Gasthause erstreckt sich ein zu Karlshof, der Meierei von Schorssow gehörendes Lustgehölz.&lt;br /&gt;
Der vorbenannte zweite Besitzer der Burg Schlitz, der Graf Heinrich v. Bassewitz, genannt von Schlitz, starb 1861. Seinem Willen gemäß sollte der älteste Sohn seines Bruders sein Erbe sein und in den Besitz einer von ihm intendirten Stiftung kommen, welche den Burg Schlitzer Güter-Complex und den Allodial-Nachlaß umfaßte. Doch da die Consense der zur Nachfolge im Lehn Berechtigten nicht erwirkt waren, so konnte die Stiftung nicht in Kraft treten. Die Lehngüter wurden von dem noch lebenden älteren Bruder und Senior der Familie, dem Grafen v. Bassewitz auf Perlin, Worensdorff ec. angenommen (Johannis 1862) und die übrigen Erben ausbezahlt. - Nach seinem bereits im Mai 1863 erfolgten Ableben kam sein einziger Sohn, der Graf Rudolph v. Bassewitz auf Raguth, dem auch Perlin zufiel, in den Besitz und es begann nun für die Burg Schlitzer Begüterung eine neue Zeit. Die Güter wurden nicht allein in landwirthschaftlicher Beziehung außerordentlich gehoben, es wurden auch auf sämmtlichen Höfen großartige Neubauten aufgeführt, darunter die große schöne Wassermühle zu Ziddorf; es erfolgte der Neubau des Hofes Karstorf mit prachtvollen Gewächshäusern, die Wiederaufrichtung der abgebrannten großen Hohen-Demziner Ziegelei u. A. Auch der Kirche zu Hohen-Demzin wandte der neue Besitzer sein Interesse zu. Im Jahre 1857 hatte dieselbe bereits einen sehr hübschen, ganz in Felsen aufgeführten Thurm erhalten, dessen schlanke, schiefergedeckte Spitze weithin über`s Land sichtbar ist. Im Jahr 1871 wurde nun auch die Kirche selbst von Grund auf neu erbaut und von der gräflichen Familie mit reichem Schmuck versehen, zu welchem der jetzige Besitzer, der Graf F. v. Bassewitz, im Jahre 1885 eine schöne neue Orgel hinzufügte. Letzterer übernahm die Güter nach dem im Jahr 1877 erfolgten Ableben seines Vaters. - Ein kostbares Denkmal des Verstorbenen aus carrarischem Mamor mit dem Medaillon-Bildniß desselben ist von seiner Wittwe, der Gräfin von Bassewitz, geb. Gräfin v. Bülow, in der oben erwähnten sog. Carolinen-Kapelle aufgestellt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Karstorf&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz, liegt am Fuße des Berges von Burg Schlitz südlich von diesem Ort an der Teterow-Warener-Chaussee. Hof mit 47 (83) Einw. Auf der Stelle eines späteren Herrenhauses, welches auch noch mit einem tiefen Wallgraben, über den eine Zugbrücke führte, umgeben war, stand eine alte Burg. In dem noch vorhandenen Gemäuer derselben sind jetzt Glashäuser mit französischer Obstbaumtreiberei eingerichtet. In der Nähe derselben liegen ausgedehnte Gewächshäuser, und am Rande der die Burg umgebenden Wiesen steht eine REihe schöner uralter Eichen, die nächst den Eichen im Ivenacker Thiergarten die größten in Mecklenburg sein dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Görzhausen&#039;&#039;&#039; bei Burg Schlitz nahe (westlich) von Burg Schlitz zwischen dem 95 1/2 m hohen Alexanderberg und dem Nienhäger Forst in anmuthiger Lage. Rechts am Wege, der von Görzhausen nach Karstorf hinunterführt, befindet sich der 97 m hohe Röthelberg. Hof mit 89 (96) Einw.&lt;br /&gt;
Der Röthelberg ist die bedeutendste Anhöhe der ganzen Burg Schlitzer Hügelkette, ein vielbesuchter Aussichtspunkt mit einem Birkenwäldchen, von dem aus sich ein entzückendes Panorama darbietet, eins der anziehendsten der norddeutschen Tiefebene.&lt;br /&gt;
Görzhausen, Mitte dieses Jahrhunderts angelegt, hat seinen Namen vom Erbauer zu Ehren des Adoptivvaters des letzteren erhalten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Chronik=&lt;br /&gt;
===1427 - 1787 von der Osten===&lt;br /&gt;
Die von der Osten sind ein Uradelsgeschlecht, das in Pommern, im Baltikum und in Mecklenburg ansässig war. 1427 wurde Henneke von der Osten aus dem Haus Basepohl - Arenshagen als erster seiner Familie Besitzer von Karstorf. 1463 besaß ein weiterer Henneke das Dorf. Er war ein Wohltäter des Klosters Dargun und wurde auf der Denktafel von 1479 für den Ausbau der Klosterkirche als Besitzer &amp;quot;tho karstorpe&amp;quot; erwähnt, sein Wappen schmückte auch ein Glasfenster der Klosterkirche. 1653 stiftete Georg Wilhelm von der Osten aus dem Haus Schildberg der Kirche zu Hohen Demzin einen Kelch. Seit 1750 war Johann Dietrich von der Osten auf Karstorf Provisor des Klosters Dobbertin, 1762 wurde er Klosterhauptmann. 1768 waren seine persönlichen Finanzen so zerrüttet, dass er wegen betrügerischen Konkurses steckbrieflich gesucht wurde. 1771 wurde er inhaftiert und verurteilt, nach zwei Jahren Festungshaft  in Dömitz 1773 zu Landesverweisung begnadigt. Er starb 1782 auf Rügen. 1787/88 verkauften die Gläubiger die Güter an Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1788 - 1791 Joachim Johann Heinrich von Müller===&lt;br /&gt;
Joachim Johann Heinrich von Müller auf Detershagen wurde zusammen mit seinem Vater Joachim Christoph 1753 geadelt, die Anerkennung in Mecklenburg erlangte er 1794. 1787/88 kaufte er aus der Konkursmasse des Johann Dietrich von der Osten die Güter Hohen Demzin und Karstorf. 1789 legte er den Lehnseid gegenüber dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin ab. Bereits 1791 verkaufte er die Güter an den Freiherrn Hans von Labes für 90.000 Taler weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1791 - 1831 Hans Graf von Schlitz===&lt;br /&gt;
===1831 - 1931 von Bassewitz===&lt;br /&gt;
===1931 - 1945 Emil Georg von Stauß===&lt;br /&gt;
Stauß wurde 6. Oktober 1877 in Friedrichstal (Württemberg) als Sohn des Hauptlehrers Georg Stauß und der Emma Rosine, geb. Müller geboren. Seine Mutter starb 1887, noch im gleichen Jahr heiratete sein Vater Lina Hanselmann. Er hatte 6 Geschwister und besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart bis 1893. Nach der schulischen Ausbildung absolvierte er eine 3jährige Banklehre bei der Königlich Württembergischen Hofbank in Stuttgart und blieb anschließend noch ein Jahr als Kommis (Kontorist, Handlungsgehilfe, kaufmännischer Angestellter). Anschließend leistete er seinen Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger im Württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga. 1898 ließ er sich zum Stenographielehrer ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 erhielt Stauß eine Anstellung bei der Deutschen Bank und arbeitete zunächst ein Jahr in der Kontokorrent- und der Ausrechnungsabteilung. Danach wechselte er als Buchhalter in das Sekretariat der Abteilung für das Kapitalmarktgeschäft. 1901 wurde er Privatsekretär von Georg von Siemens, der noch im gleichen Jahr verstarb. Mit dem Erwerb der rumänischen Erdölgesellschaft Steaua Romana 1903 stieg die Deutsche Bank in das lukrative Ölgeschäft ein. Dazu wurde die Deutsche Petroleum-AG (DPAG) gegründet, deren erster Direktor Stauß 1904 wurde. Als Transporteur des Öls diente die Shell Transport and Trading Company, an der unter anderem Sir Henry Deterding beteiligt war. Wahrscheinlich ist hier die Freundschaft zwischen beiden entstanden. 1915 wurde Stauß Vorstand der Deutschen Bank, Verwalter der Anatolischen Eisenbahngesellschaft – damit auch mit dem Ausbau der Bagdad-Bahn beschäftigt. In diese Zeit fällt auch der Völkermord des Osmanischen Reiches an den Armeniern und die Verstrickung der Eisenbahngesellschaft darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1913/14 ließ Stauß sich eine Villa in Berlin-Dahlem errichten, heiratete 1915 Karin Elisabeth geborene von Müller (geb. 1895). Das Paar hatte 4 Kinder: Georg Ferdinand, Sven Eugen, Karin Maria und Ulf Emil. Schwiegervater war der Admiral Georg Alexander von MÜller, Chef des Marinekabinetts und Generaladjutant des Kaisers. Von Müller pflegte Verbindungen zur Kaiserfamilie und zu Prinz Heinrich von Preußen. 1918 wurde Stauß in den württembergischen erblichen Adelsstand erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 wurde von Stauß Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP), 1919 war er als Wirtschaftsfachmann Mitglied der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versaille und Spa. 1925 erfolgte die Berufung in den Zentralausschuss der Reichsbank. Von 1930 - 32 saß er für die DVP im Reichstag, ab 1933 für die NSDAP, ohne deren Mitglied zu sein. 1934 wurde er zum Vizepräsidenten des Reichstags gewählt und erhielt die Ernennung zum preußischen Staatsrat. Er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und seit 1931 (trotz Mitgliedschaft in der DVP) in der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Reichsleitung der NSDAP tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorstand der Deutschen Bank war er der Hauptakteur bei der Fusion von Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG, er blieb lange Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft, ebenso hatte er diese Funktion bei BMW, der Lufthansa AG, der Ufa oder beim Bayrischen Lloyd inne. 1932 wechselte er auch bei der Deutschen Bank vom Vorstand in den Aufsichtsrat. In diesen Funktionen unterstützte er den Aufstieg der NSDAP.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Konkurs der Familie von Bassewitz auf Burg Schlitz erwarb die Mecklenburgische Landgesellschaft GmbH auf einer Auktion das Gut, um es zu parzellieren und aufzusiedeln. Durch die Wirtschaftskrise war das Deutsche Reich nicht mehr in der Lage, die dafür notwendigen Kredite bereitzustellen. Daher erbot sich die Landgesellschaft am 17. August 1931 gegenüber dem Justizministerium Mecklenburg-Schwerins einen zahlungsfähigen Käufer zu finden, der in die Rechte aus dem Meistgebot eintritt und dann den Zuschlag erhält. Das gelang sehr schnell, schon am 25. September 1931 beurkundete das Amtsgericht Teterow die Abtretung des Meistgebotes an von Stauß.&lt;br /&gt;
Schon am 3. Juni 1932 vermeldeten die Teterower Nachrichten: &amp;quot;Adolf Hitler fuhr gestern durch Teterow und verweilte etwa eine Stunde in Burg Schlitz zu einer Besprechung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Ernst Heinkel schreibt in seiner Autobiographie &amp;quot;Stürmisches Leben&amp;quot;  „Einer meiner „Nachbarn“ in Mecklenburg war der … Herr von Stauß. Er besaß etwa 70 km von Warnemünde entfernt ein 7000 Morgen großes Gut, Burg Schlitz, mit wunderbaren, über 500 Jahre alten, riesigen Eichen und einem an sich herrlich großen und trotzdem irgendwie gräulichen Schloss, in dem es keine Wasserleitung gab und in dem man ununterbrochen fror, weil nur ein Zimmer heizbar war und die Kälte eines Jahrhunderts in den Mauern nistete. In Warnemünde lag Stauß` Boot „Ulf II“ vor Anker. Stauß hielt fleißig Verbindung mit der Prominenz und versäumte es selten, mit seinen Gästen zu mir herüberzukommen, Flugzeuge zu besichtigen und möglichst schwäbische Maultaschen und Spätzle zu probieren. Im Übrigen war Stauß … ein munterer Jagdgenosse. Ich … verleitete Herrn von Stauß … (zu Jagdausflügen), der trotz modernster, für jede Modenschau geeigneter Jagdausrüstung bei unseren großen Hasentreibjagden in Teterow zwar selten einen Hasen traf, aber sonst der unverzagteste Jagdgenosse in jenen stürmischen Jahren war.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Teil seiner Vorgänger auf Burg Schlitz ließ von Stauß sein Wappen in der Kirche von Hohen Demzin anbringen. Die Feldscheune an der Straße nach Waren und Teterow trägt noch heute seine Initialen. Zentrale Erntedankfeste von Hohen Demzin, Karstorf und Görzhausen wurden in Burg Schlitz gefeiert. Außerdem soll er zur Sonnenwende 1933 ein Wehrkreuz auf dem Röthelberg - errichtet durch das F. A. D. Stahlhelmlager Görzhausen - eingeweiht haben. In Karstorf ist der Pferdestall zum Kinosaal umgebaut worden. Ufa-Filme sollen hier uraufgeführt worden sein. Der Schwanenteich soll mit elektrischen Anlagen versehen worden sein, mit denen der Teich in wechselnde Farben getaucht wurde. Die Wege unterhalb des Schlossen wurden regelmäßig mit Sand von Stränden am Malchiner See bestreut. Der besonders für seine Tiermotive bekannte Münchner Bildhauer Emil Manz schuf 1933 die Bronzeplastik der Spielenden Bären. Diese ließ von Stauß anstelle einer Sonnenuhr vor dem Herrenhaus aufstellen. Ob sie tatsächlich ein Bezug zur Wahlheimat Berlin ist, dessen Wappentier ein Bär ist, bleibt fraglich.&lt;br /&gt;
Ebenfalls auf Initiative von von Stauß gehen die Kolonaden auf den beiden Verbindungstrakten der drei Hausflügel zurück. Die bedeutendste Veränderung ist sicher die Aufstellung des „Brunnens der drei tanzenden Mädchen“ von Walter Schott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil Georg von Stauß verstarb am 11. Dezember 1942 in Berlin-Schmargendorf im Martin-Luther-Krankenhaus nach kurzer, schwerer Krankheit. Adolf Hitler ordnete für den 16. Dezember einen Staatsakt an, der im Haus der Flieger („Görings kleiner Reichskanzlei“ – dem heutigen Berliner Abgeordnetenhaus“) stattfand. Die Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walther Funk hielt die Trauerrede. Die Trauerfeier fand am 18. Dezember im Krematorium Berlin-Wilmersdorf statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harry Graf Kessler in seinem Tagebuch vom 30. Januar 1933: „Ich saß an einem kleinen Tisch zwischen ihm und dem berühmten Herrn von Stauß, früher von der Deutschen Bank, der sich dicke tat mit seinen intimen Beziehungen zu Hitler. Dieser habe ihm versprochen, er werde ihm den Wunsch, den er ihm zur Kenntnis bringt, erfüllen.“&lt;br /&gt;
Ulrich von Hassel in seinem Tagebuch vom 29. September 1938: „Vor dem Frühstück sah ich Stauß, der einer der ersten Wirtschaftler war, die zu Hitler gingen, jetzt in höchster Sorge und Angewidertheit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1945 - 1992 Enteignung und öffentliche Nutzung===&lt;br /&gt;
===Privatisierung und Eigentümer seit 1992===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Park und Denkmale==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ein Werk aus der Zeit der Empfindsamkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Park gehört zu den größten und schönsten in Mecklenburg-Vorpommern, umfasst rund 60 ha und wurde in der Zeit von 1800 bis 1830 durch Hans Graf von Schlitz angelegt. Nachfolgende Besitzer nahmen Ergänzungen und Änderungen vor. Die Gestaltung erfolgte als englischer Landschaftspark und umfasst den Teil unmittelbar um das Herrenhaus, den dahinter liegenden Teil um den Buchenberg mit dem Weg am Waldrand, an dem die Denkmale wie eine Perlenkette aufgereiht sind, die Anlagen um die ehemalige Wasserburg in Karstorf und läuft in Denkmalen an Wegen und Straßen aus. Die Steinsetzungen sind durchweg aus Granit und umfassen Themen philosophischen, vaterländischen und familiären Inhalts. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Reihe seltener Bäume und Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfolgte die Pflege durch die Besitzer, änderte sich dies mit der Bodenreform 1945. Die Bewohner des 1955 im Herrenhaus eingerichteten Seniorenheimes pflegten das unmittelbare Umfeld, weite Teile des Parks verwilderten dabei. 1963 erarbeitete der Gartenarchitekt Alfred Niendorf aus Ludwigslust im Auftrag des Rates des Kreises Planungen zur Sanierung des Parks und eine Bestandsliste der Bäume, aus Kostengründen unterblieb eine Sanierung des Parks. Zahlreiche Denkmale im Park waren zwischenzeitlich beschädigt, zerstört oder gestohlen. In den 1980er Jahren begannen Pflegearbeiten durch Genossenschaftsbauern der umliegenden LPGen und durch Schüler aus Schorssow. Von 1988 bis 1990 wurde der Park unter fachlicher Begleitung von Dipl. Garten- und Landschaftsarchitektin Charlotte Schmid und dem ehrenamtlichen Kreisdenkmalpfleger Architekt Dipl.-Ingenieur Anselm Wolter wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Gaststein oder Begrüßungsobelisk&#039;&#039;&#039; empfängt die Besucher an der Auffahrt zur Burg. Graf Schlitz ließ das 7 m hohe Monument 1816 errichten. An der Spitze ist das Motto des Grafen: WWWV - Wünsche wenig wirke viel - verewigt. Die Begrüßungsworte lauten: SKANDENS HOSPES GRATE URNAE HUIC CURAM TRADAS EXPORTAT H. COMES SCHLITZ MDCCCXVI - GAST DER DU HINAUFSTEIGST ÜBERGIB DIESER FREUNDLICHEN URNE DEINE SORGEN DAS WÜNSCHT H. GRAF SCHLITZ 1816. Die eiserne Urne ist gestohlen worden. 2017 wurde der Obelisk durch eine Linde zerstört und wieder aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite des Weges steht ein &#039;&#039;&#039;Wegweiser&#039;&#039;&#039; mit den Angaben zu den nächsten Orten, nordwärts: H.DEMZIN KOETHEL TETEROW, südwärts: KARSTORF ZIDDORF WAHREN und westwärts: BURG SCHLITZ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Eingangstor&#039;&#039;&#039; ist von 1993 nach dem Vorbild der Zäune um das Herrenhaus gefertigt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man der Lindenalle und biegt an ihrem Ende links ab, gelangt man zur &#039;&#039;&#039;Magdalenenlaube&#039;&#039;&#039;, eine Steinsetzung erinnert noch an den einstigen Lieblingsplatz von Magdalene Gräfin von Bassewitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biegt man dann rechts ab, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Blücher-Wellington-Denkmal&#039;&#039;&#039;. Die 5 m hohe Anlage besteht aus zwei Teilen. Der hintere verewigt auf der Säule die Namen der beiden Sieger in der Schlacht von Waterloo, darunter wird in einer Nische Napoleon durch gekreuzte Dreizacke - Symbole für Neptun, somit der Atlantische Ozean um Napoleons Verbannungsort St. Helena - gefangen gehalten. Die Inschrift erläutert dies: DEN DAEMON DER NOCH JUENGST TEUTONIENS FESSEL HIELT EIN FERNES FELSENEILAND BIRGT IHN GEKETTET ZERSPLITTERT IST DES TRUGES MACHT UND RECHT UND WAHRHEIT SIEGTEN AM XVIII JUNIUS UND XX NOVEMBER MLCCCXV. (Die beiden Daten beziehen sich auf die Schlacht von Waterloo am 18.Juni 1815 und auf den &amp;quot;Zweiten Pariser Frieden&amp;quot; vom 20. November 1815.) Die ursprüngliche Büste Napoleons war aus Marmor, die Büste von Gebhard Leberecht von Blücher, die im vorderen Teil des Denkmals stand, hingegen aus Eisen. Sie wurde 1945 in einer Abfallgrube entsorgt und erst 1999 wieder gefunden. Hinter der Büste war ein Caduceus oder Hermesstab angebracht, an den Seiten Siegerkränze. Die Inschrift lautet: VICTORIAE ET PACIS H COMES SCHLITZ EX VOTO MDCCCXVI - SIEG UND FRIEDEN H GRAF SCHLITZ EINGEWEIHT 1816. Es ist das erste Denkmal, das den beiden Feldherren errichtet wurde. Blücher bedankte sich 1818 in der Schlosschronik für die Errichtung des Denkmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man dem Weg weiter, gelangt man zum &#039;&#039;&#039;Regensburgdenkmal&#039;&#039;&#039;. 1809 standen sich bei Regensburg zwei Verwandte in den Armeen Österreichs und Frankreichs gegenüber, in den anschließenden Gefechten töteten sie sich im Kampf gegenseitig. Dies berührte Hans Graf Schlitz und er ließ die Rüstungen der beiden in dem 4 m hohen Denkmal unterbringen. Auf der einen Seite des neogotischen Baues ist das Wappen des Grafen dargestellt: zwei schräge, dreigezinnte Balken für von Schlitz und darunter die Lilie für Labes. Auf der anderen Seite steht: DIE VORSEHUNG SCHUETZTE DIE MEINIGEN EISEN DIE KAEMPFENDEN NICHT H. GRAF SCHLITZ MDCCCXIV (1814) IM STURM VOR REGENSBURG WO MIR DIE THEUERSTEN LEBTEN LIESSEN SINKEND IM KAMPFE GEGENEINANDER ZWEI GEHARNISCHTE DIESE RÜSTUNG ZURUECK AM XXII APRIL MDCCCIX (22. April 1809). Auf der einen Seite des Denkmals steht eine Libanonzeder und auf der anderen ein Ginkgobaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Glashütte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Görzhausen==&lt;br /&gt;
==Skulpturenweg==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortschroniken und Schriften zu Karstorf, Burg Schlitz und Görzhausen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Adamiak, Josef &amp;quot;Schlösser und Gärten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig 1975&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Böhmer, Gerhard &amp;quot;Das Lebenslied des Grafen Hans von Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag der Buchdruckerei H. Müschen, Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Boroock, Willi &amp;quot;Chronik - Historische Betrachtung über die Burg Schlitz 1427 - 1945 Kreis Teterow&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1985 - 1990&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Brandt, Jürgen &amp;quot;Alt-Mecklenburgische Schlösser und Herrensitze&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Verlag Ernst Wasmuth A. G. Berlin 1925&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Burkhardt, Albert &amp;quot;Mitten in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1983&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hermann, Anne und Anke &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992/93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Hippauf, Renate und Luttmann, Jürgen &amp;quot;Spaziergänge in der Landschaft von Burg Schlitz - Ein Parkführer in 62 Denkmalen und 13 Skizzen&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Grafik, Druck &amp;amp; Verlag GmbH Stavenhagen 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Karge, Wolf (Hg.) &amp;quot;Biographisches Lexikon für Mecklenburg&amp;quot; Band 9 (Biographie Hans von Schlitz)&lt;br /&gt;
:Verlag Schmidt-Römhild Schwerin 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen und Wolter, Anselm &amp;quot;1801 - 2001 200 Jahre Görzhausen - Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte des Dorfes&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;100 Jahre Bassewitz auf Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Luttmann, Jürgen &amp;quot;Wappenbuch von Burg Schitz und Umgebung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Ossenberg-Engels GmbH Architekten und Ingenieure &amp;quot;Burg Schlitz - Dokumentation über die Gebäude und den Park der Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Parlow, Andreas &amp;quot;Einige Nachrichten über die wendische und gräfliche Familie von Bassewitz und ihre Güter&amp;quot;&lt;br /&gt;
:MFP-Verlag Tellow 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Rolf, Albert &amp;quot;Denkwürdigkeiten des Grafen Hans von Schlitz von den letzten Lebensjahren Josephs des II. bis zum Sturze Napoleon`s I.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:G. U. Rudolph`s Verlags-Buchhandlung Hamburg 1898&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Schlitz, Hans Graf von (ergänzt von Rudolph Graf von Bassewitz) &amp;quot;Chronik von Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:erarbeitet 1816 - 1890&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Steinhausen, Claus &amp;quot;Die historische Kulturlandschaft um Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz - Geschichte, Zustand und Entwicklungskonzept eines Beispiels der Landesverschönerung&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wagner, Annalise &amp;quot;Burg Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in Carolinum 48. Jg. Nr. 91 Hrsg. Altschülerschaft des ehemaligen Carolinum Neustrelitz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Wolter, Anselm &amp;quot;Der Park Burg Schlitz- Rekonstruktion des Parkes in den Jahren 1988 bis 1990&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1998&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;-Zippel, Kathrin und Maßmann, Wolfgang &amp;quot;Inventarisierung und Vorschläge zur Erhaltung der Steindenkmäler im Park Schlitz&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Eigenverlag 1989&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontakte ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=112887</id>
		<title>Teterow fortlaufende Chronik</title>
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		<updated>2024-05-26T07:14:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Teterower Stiftungen 1900 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterows Geschichte als Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Steinzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Steinkiste&lt;br /&gt;
Die Steinkiste befindet sich im Hohen Holz. 1902 wurde sie bei Fällarbeiten entdeckt. Ein 18 m langer und 7 m breiter Hügel bedeckte die Steinkiste. Bei der Ausgrabung durch Bürgermeister Dr. Franz von Pentz fehlte bereits der Deckstein. Die Kammer ist 1 m lang und 0,8 m breit und war von einer Rollsteinpackung umgeben. Sie enthielt einige Scherben von Tongefäßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Großsteingrab&lt;br /&gt;
Das Großsteingrab befindet sich an der Chaussee nach Rostock. Der Deckstein enthält kleine, runde Vertiefungen (&amp;quot;Schälchen&amp;quot;), die mit kultischen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Ein weiterer Deckstein hat sich in die Kammer gesenkt. Bürgermeister Dr. Franz von Pentz hat hier einen Hohlmeißel, ein dicknackiges Beil, Keramik und Skelettreste ausgegraben, 1907 ließ er die Anlage mit Eichen einfrieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;3.Jahrtausend v.u.Z.&lt;br /&gt;
:Besiedlung der Insel im Teterower See&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Bronzezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzegeräte von Teterow&lt;br /&gt;
:Am 12. Dec. 1859 wurden zu Teterow vor dem rostocker Thore beim Planiren des Terrains neben dem Friedhofe von dem Herrn Maurermeister Pohlmann zu Teterow gefunden:&lt;br /&gt;
:2 Handbergen aus Bronze und&lt;br /&gt;
:2 spiralcylindrische Armringe, mit leichtem edlen Rost, vollständig erhalten, jedoch alle beim Herausnehmen zerbrochen, und vom Burgemeister und Rath der Stadt Teterow geschenkt&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1861&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hifthorn von Teterow&lt;br /&gt;
:Beim Ausmodden eines Sumpfes auf der Feldmark der Stadt Teterow ward ein Hifthorn aus Bronze gefunden, durch den Herrn Inspector Beneke zu Pampow bei Teterow erworben und von diesem dem Vereine zum Geschenke gemacht. Dieses interessante Stück des Alterthums bildet ein Seitenstück zu dem merkwürdigen Hifthorn von Wismar, welches im Jahresbericht III, S. 67 flgd. beschrieben und abgebildet ist; es hat nicht die interessanten Gravirungen des wismarschen Hornes, aber dieselben Verzierungen, und stammt mit diesem ohne Zweifel aus derselben Zeit. Auch hat das teterowsche Horn eine andere Einrichtung, indem es aus Einem Stücke, das wismarsche aber aus drei Stücken besteht und nur zum Beschlage eines natürlichen Hornes gedient hat.&lt;br /&gt;
:Das Horn von Teterow ist aus Bronze aus Einem Stücke gegossen. Es bildet das Mundstück und den mittlern Theil des Ganzen; die Schallmündung ist aus natürlichem Horn oder Metall angesetzt gewesen, wie die Nietlöcher am Ende beweisen. Das Ganze ist etwas gekrümmt, wie das wismarsche Horn, in grader Richtung 12&amp;quot; lang und am weiten Ende 3&amp;quot; im Durchmesser. In Entfernungen von ungefähr 1 1/4&amp;quot; ist es 9 Male durch zwei neben einander stehende, erhabene Reifen in 9 Felder getheilt; die Reifen sind mit eingravirten Schrägelinien verziert. Die Reifenpaare sind an beiden Seiten durch die bekannten, kleinen, mit Stempeln eingeschlagenen Dreiecke begrenzt; diese einer gewissen Zeit der Bronze=Periode eigenthümliche Verzierung ist durchaus charakteristisch, überall gleich und findet sich öfter. Durch diese Verzierungen steht das teterowsche Horn dem wismarschen in der Zeit ohne Zweifel gleich. Hat auch das teterowsche Horn weiter gar keine Verzierungen, so ist es doch im Charakter dem Mundstücke des wismarschen Hornes (abgebildet Lithographie zu Jahresber. III, Fig I.) völlig gleich. Auf dem 7ten Doppelreifen vom Mundstücke und dem 3ten von der Schallöffnung sitzt ein angegossener Ring zur Aufnahme einer Schnur.&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1848&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Scherbenfund in der Schulstraße&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen von Versorgungsleitungen entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks in der Schulstraße Scherben aus der Bronzezeit.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 07.10.2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzezeitliche Siedlung und Gräberfeld am Erlenbruch&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen einer Versorgungstrasse zwischen Erlenbruch und Stadtrandsiedlung stieß Stefan Benesch auf ein bronzezeitliches Gräberfeld mit Scherben und Leichenbrand. In der Nähe Reste von drei bronzezeitlichen Häusern.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 09.11.1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Eisenzeit==&lt;br /&gt;
;Wohnstätten&lt;br /&gt;
:Gefunden 1905&lt;br /&gt;
:In festem Boden, fast 2 m tief, massenweise Scherben, dabei auch Tierknochen und Brandschichten. Genaueres über die Anlage war nicht festzustellen&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Grab am Pudelberg 1905&lt;br /&gt;
:Auf dem Pudelberge in einer flachen, sandigen Kuppe mit Lehmmergelstreifen. Grab, dessen Grund 1,75 m tief rechteckig 2,70 X 2,90 m, eingefasst mit einer Steinnmauer von 0,90 m. Der Grund mit Steinen abgedeckt; auch über der Bestattung kleine Steinabdeckung und Quermauer; Holzspuren weisen auf eine Holzüberdeckung; von den Bestatteten (zwei, N - S) nur Spuren; die Zugehörigkeit der Beigaben nicht genau bestimmbar; anscheinend östliche Leiche: Schwert am Oberkörper, links in der Kopfgegend Glasgefäss und Tonbecher, zu Füssen Bronzeschale mit Buckelrand; zwischen der östlichen und westlichen Leiche in der Kopfgegend Würfel und Spielstein; westliche Leiche: rechts in der Halsgegend Pfeilbündel, zu Füssen Bronzegefäss&lt;br /&gt;
:Schwert: Das prächtige Stück steckt in einer Holzscheide, die mit einem erhabenen Mittelgrate verziert ist. Die Länge der Klinge beträgt 91,5 cm, die Breite oben 5,5, unten 4,5 cm. Die Scheide wird abgeschlossen durch einen halbrunden Silberbeschlag, an dem eine reich gemusterte überfassende Zwinge (Ortband) aus Silber z. T. vergoldet, und mit Niello verziert angebracht ist. Der Griffteil besteht aus einer flachen Griffangel, darüber geschoben eine spitzovale Parierplatte von 10,5 cm Länge. Vom Griff selbst ist leider nichts erhalten, als einige Holzspuren. Als Scheidenbeschlag wird gedient haben ein Stück Silberblech, welches sich der Wölbung der Scheide anpasst, ein silbernes Band, welches wohl den oberen Scheidenabsatz umfasst (Mundstück), und kleine Silberstreifen, vielleicht auch kleine runde Glasscheiben in einen Bronzering gefasst, von denen Bruchstücke erhalten sind.&lt;br /&gt;
:Pfeilspitzen: ein ganzes zusammengerostetes Bündel, mindestens 15 Stück, mit Holzschaft, stark, dreikantig, mit eingezogenen Seiten, 4,5 cm lang,&lt;br /&gt;
:Knochenwürfel: die Zahlen anders verteilt wie heute üblich 1:3, 2:5, 4:6,&lt;br /&gt;
:Spielstein: ein kleiner konischer Spielstein aus Knochen&lt;br /&gt;
:Glasgefäss: Bruchstücke eines Trinkbechers, sehr dünnes, farbloses Glas, belegt mit langgezogenen Glasfäden, welche oben und unten im spitzen Winkel zusammenlaufen und die Spuren der Vergoldung zeigen, der Rand leicht verstärkt, die Mündung etwa 10 cm weit; Reste eines nach aussen geneigten Fusses, Höhe etwa 18 bis 20 cm&lt;br /&gt;
:Bronzekessel: mit flachgewölbtem Boden, scharfer, tiefliegender Bauchkante, eingezogenem Oberteil, nach aussen gebogenem Rande, zwei fast dreieckign Henkelösen, Henkelband mit Strichverzierungen und aufgebogenen Enden. Innere Weite 26,5 cm, Randbreite 1 cm, Höhe 15,5 cm,&lt;br /&gt;
:Bronzene Schale mit gebuckeltem Rande: Wandung leicht nach innen geschweift, runde Standfläche aus nach aussen gebogenen Blechreifen, der Rand ausgebogen und mit von innen getriebenen Buckeln verziert. Innere Weite 26 cm, Randbreite 2 cm, Höhe 11 cm.&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gräberfeld der Germanen in der Niendorfer Furt&lt;br /&gt;
:Bei der Erweiterung eines Gewerbegebietes wurden durch Bodendenkmalpfleger Roland Ducks germanische Urnen mit Durchmessern zwischen 16,5 und 11 cm gefunden.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.10.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Germanischer Siedlungsplatz auf dem Sportplatz des Gymnasiums&lt;br /&gt;
:Bei Erdarbeiten auf dem Sportplatz des Gymnasiums entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks Keramiken und eine Reibplatte - zum Ausmahlen von Getreide.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.07.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Slawenzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6./7. Jahrhundert n.Ch.&lt;br /&gt;
:Slawische Einwanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;vom &#039;&#039;&#039;9. bis zum 12. Jahrhundert&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:existierte auf der heutigen &amp;quot;Burgwallinsel&amp;quot; im Teterower See eine in drei Bauperioden errichtete bedeutenden slawische Burganlage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Burgwall===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zusammenfassung der Grabungsergebnisse (Fundbeschreibung) von 1950 bis 1953:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf eine bestehende offene Siedlung folgten vom Ende des 9. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts drei Burgphasen.&lt;br /&gt;
:Eine 750m lange Brückenanlage verband die Burgwallinsel mit dem Festland.&lt;br /&gt;
:Sie bestand aus senkrechten Pfosten und schrägen Stützen, auf denen vierkantige Träger auflagen.&lt;br /&gt;
:Die Einzeljoche waren durch locker auf die Träger gelegte Unterzüge verbunden, auf denen die Bohlen lagen, die zusätzlich durch Rödeleisen verbunden waren und ein Geländer trugen.&lt;br /&gt;
:Die Brücke, für die ebenfalls drei Bauphasen nachzuweisen waren, traf im Süden vor dem 4m hohen Abschnittswall der 1,2 ha großen Vorburg auf die Insel.&lt;br /&gt;
:Ein zweiter Wall trennte Vor- und Hauptburg von einander. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der auf einer natürlichen Anhöhe gelegenen 0,6 ha großen Burg mit einer Innenfläche von 25 x 50 m ist durch Gruben, Teilen von Hauspflastern, Herdstellen und Backöfen nachgewiesen.&lt;br /&gt;
:Sie zeigte in der Hauptburg dicht Bebauung, in der Vorburg nur entlang der Wälle.&lt;br /&gt;
:Der Wall war in der ersten und zweiten Phase in Kastenbauweise errichtet, während der dritten Phase nur aus einer Palisade mit Planken, die die Vorderfront verstärkten bestand.&lt;br /&gt;
:Während es in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts, also nach der ersten Besiedlungsphase, zu einer Brandzerstörung kam, wurde die Burg schließlich im 12. Jahrhundert friedlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
:Bei den Funden überwiegt wendische Keramik der Menkendorfer Gruppe und Knochen.&lt;br /&gt;
:Keramikfunde der Teterower Gruppe werden dagegen in das 11. und 12. Jahrhundert datiert, bei der der Fundort beim Teterower Burgwall anmengebend für den Typ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Aus Archäologie folgt Korrektur der gängigen Geschichtsschreibung===&lt;br /&gt;
;Zu nachfolgend angeführten Quellen ist der Hinweis erforderlich, das die Mehrheit heute tätiger Historiker die Meinung vertritt, das es sich bei der Teterower Burganlage wohl eher nicht um die in frühen Quellen genannte Burg Othimars handelt und diese mehrheitlich mit der wendischen Burganlage von Behren-Lübchin in Verbindung gebracht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen vor den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514905980.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (2) Rudolf Asmus Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 1928 S.1-5 (&#039;&#039;&#039;Teil 1 ist 1926 in der Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; erschienen!&#039;&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906111.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (3)  Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (3.) Fortsetzung Rudolf Asmus. - In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 2, S.9-11]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906332.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (4.) Schluß Rudolf Asmus In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 3, S.17-19 ]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513452567.pdf Frühgeschichtliches und Vorgeschichtliches vom Teterower See Rudolf Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.354-359]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen während und nach den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Ein vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1950/51&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Landesamt für Denkmalpflege Schwerin (Hg.) &amp;quot;Denkmalpflege in Mecklenburg Jahrbuch 1951/52&amp;quot; S. 198 - 212, Sachsenverlag Dresden o. J.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Slawische Töpferei in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Volksdruckerei Ludwigslust 1964&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Der Holzbau bei den nordwestslawischen Stämmen vom 8. bis 12. Jahrhundert&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow (1950 - 1953) Forschungen auf einer slawischen Burg im See&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Gralow, Klaus-Dieter / Stange, Hartmuth (Hg.) &amp;quot;Ewald Schuldt - Archäologische Expeditionen im eigenen Land (1950 - 1984)&amp;quot; S. 7 - 48, Stock &amp;amp; Stein Verlag Schwerin 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1952/53&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin (Hg.) &amp;quot;Jahrbuch für Bodendenkmalpflege in Mecklenburg 1953&amp;quot; S. 84 - 107, Petermänken-Verlag Schwerin 1955&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow - Ein slawischer Burgwall in Mecklenburg&amp;quot; (Text- und Beilagenband)&lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1963&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1235&lt;br /&gt;
:Teterow ( slaw. &amp;quot;Birkhahnort&amp;quot;) erhält Stadtrecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Hoffmann : &lt;br /&gt;
Die Gründung der Stadt Teterow &lt;br /&gt;
In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 138-139 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit Penzlin ist die Reihe der Werleschen Städte, von denen uns Stiftungsbriefe erhalten sind, abgeschlossen. Man muß sich daher darauf beschränken, die Entstehung der übrigen Städte der Herrschaft Werle aus späteren Zeugnissen aufzuklären und ihr ungefähres Alter zu bestimmen. &lt;br /&gt;
:Teterow ist die Stadt, die uns in dieser Gruppe am frühesten als solche begegnet. &lt;br /&gt;
:Die Stadt liegt zwischen Güstrow und Malchin am Fuße der Heidberge. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1272 wird die Stadt zum erstenmal erwähnt (M.U.B. II, 1261). &lt;br /&gt;
:Anscheinend hat sie jedoch damals schon einige Zeit bestanden. &lt;br /&gt;
:Denn in diesem Jahr wird der Stadt das Dorf Baudorf mit 43 Hufen von Nikolaus von Werle verliehen. &lt;br /&gt;
:Diese Verleihung deutet darauf hin, daß der Stadt ihre bisherigen Besitzungen nicht mehr genügten, und wir können damit zugleich auch schon auf eine gewisse Blüte der Stadt schließen. &lt;br /&gt;
:Ferner erkennen wir auch aus derselben Urkunde des Jahres 1272, daß Teterow bei seiner Gründung durch Nikolaus von Werle Schweriner Stadtrecht verliehen wurde. &lt;br /&gt;
:Denn es heißt in ihr, daß die Ratmänner für sich den Friedensschilling benutzen sollten (Consules etiam suis vsibus pacis denarios usurpabunt). &lt;br /&gt;
:Da dieses Teterower Ratsprivileg genau dem des Schwerin-Güstrower Rechts entspricht, so können wir daraus schließen, daß auch sonst Schweriner Recht in Teterow galt. &lt;br /&gt;
:Ob damals, als die Stadt gegründet wurde, noch andere Siedlungen hier vorhanden waren, wissen wir nicht. &lt;br /&gt;
:Anscheinend ergibt sich aus der slawischen Namensform Teterow, daß hier einst ein slawisches Dorf vorhanden war. &lt;br /&gt;
:Vielleicht war Teterow auch der Name für den wendischen Burgwall, der noch heute auf der Insel im Teterower See erhalten ist. &lt;br /&gt;
:Schmaltz behauptet, daß das Teterower Kirchspiel bereits um 1226 gegründet worden ist (M.J.B. 73, S. 46). &lt;br /&gt;
:Es handelt sich dabei jedoch nur um Vermutungen. &lt;br /&gt;
:Reifferscheid hat die Entstehung der Teterower Kirche nach ihrem Stil erst in die Zeit um 1270 angesetzt (Reifferscheid a. a. O. S. 147 ff ). &lt;br /&gt;
:Die Stadt ist, wie aus dem Stadtplan hervorgeht, eine Gründung aus frischer Wurzel ( Plan der Stadt Teterow &amp;quot;fecit Teterow, 26. 2. 1753, Christian Adolf Reinhard, Senator&amp;quot;, im Besitz der Stadt Teterow ). &lt;br /&gt;
:Bereits Fritz hat auf den Teterower Grundriß als Beispiel eines Kolonial-Stadtplans hingewiesen (Fritz a. a. O. S. 27). &lt;br /&gt;
:Unter den sechs Ratmännern, deren Namen uns im Jahre 1288 genannt werden (M.U.B. III, 1959), ist anscheinend einer ein Slawe gewesen. &lt;br /&gt;
:Von den sechs Ratmännern sind drei als Deutsche anzusprechen, während wir bei den übrigen drei ihre Nationalität an ihrem Namen nicht erkennen können. &lt;br /&gt;
:Nach dieser Ratsherrnliste vom Jahre 1288 scheint die Zusammensetzung der frühesten Teterower Bevölkerung überwiegend deutscher Herkunft gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1250&lt;br /&gt;
:Teterow entstand in der Nähe einer einstigen wendischen Burganlage im Teterower See.&lt;br /&gt;
:Es ist unbekannt wann Teterow genau entstanden ist. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1272.&lt;br /&gt;
:Da der Baubeginn der Stadtkirche bauhistorisch auf die Zeit um 1280 gelegt werden kann, ist davon auszugehen, dass die Verleihung der Stadtrechte um 1250 erfolgten.&lt;br /&gt;
:Als offizielles Gründungsjahr wird jedoch seit dem 18. Jh. 1235 benannt. Dies entbehrt jedoch jeglichen Beweises und basiert lediglich darauf, dass Malchin nachweislich 1236 die Stadtrechte verliehen bekommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1272&lt;br /&gt;
:erste urkundliche Erwähnung Teterows &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;14.Jh.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde (wohl zur Zeit seiner größten Bedeutung) befestigt und erhielt seine schönen gotischen Stadttore. &lt;br /&gt;
:Fertigstellung der Stadtkirche St. Peter und Paul&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1316 &lt;br /&gt;
:Teterow kommt an die Herrschaft Werle-Parchim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1374 &lt;br /&gt;
:an die Herrschaft Werle-Güstrow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1436 &lt;br /&gt;
:Die Stadt kommt an das Haus Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reformation und Nachreformationszeit in Teterow (1517 bis 1648)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1540&lt;br /&gt;
:Beginn der Reformation in Teterow&lt;br /&gt;
:Entsprechend des Vermögens der Teterower Kirche verlief die Reformation nicht ohne Wiederstände, die Kalandsbrüderschaft mußte sogar aufgelöst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hexenprozesse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632&lt;br /&gt;
:erster großer Stadtbrand vernichtet ein Viertel aller Fachwerkhäuser, was den allgemeinen Niedergang Teterows beschleunigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1650&lt;br /&gt;
:Die Stadt hat nach dem 30-jährigen Krieg nur noch rund 300 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1680&lt;br /&gt;
:Pastor Felix Fiedler stiftet den Ertrag aus der Verpachtung von Äckern und Gärten zur Unterstützung armer Schulkinder (heutiger Schulkamp)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:G.S.C. Kirchhoff - Entdecker des Stärkezuckers - wird in Teterow geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur Reichseinigung (bis 1871) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:Edikt zur Aufhebung der Leibeigenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1836&lt;br /&gt;
:Teterow bekommt eine hölzerne Quellwasserleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1848&lt;br /&gt;
:Johann Heinrich von Thünen wird erster Ehrenbürger von Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1850&lt;br /&gt;
:Große Cholera-Epidemie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Die Stadt bekommt eine Telegraphenverbindung zu den Nachbarstädten Güstrow und Malchin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Auflösung der Zünfte und Gewerbefreiheit in ganz Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1918 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Dr. jur. Franz von Pentz wird Bürgermeister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1881&lt;br /&gt;
:Hermann Carl Friedrich Pogge wird zweiter Ehrenbürger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1894&lt;br /&gt;
:William Mantle, geborener Engländer und Gaswerksdirektor wird dritter Ehrenbürger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Einweihung des Rathauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Einweihung des Hechtbrunnens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1945 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1927&lt;br /&gt;
:Errichtung des Ehrenmals in den Heidbergen&lt;br /&gt;
:Bau des Wendenkruges auf der Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1929&lt;br /&gt;
:Mit der Einrichtung der Kurbelfähre ist die Burgwallinsel ständig erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Mit dem ersten Rennen wird der Bergring in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==SBZ und DDR bis 1990 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1950-1953&lt;br /&gt;
:Tiefgründige Untersuchung der Burgwallinsel im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungskampagnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;17.06.1953&lt;br /&gt;
:während des Volksaufstandes in der DDR kommt es auch in Teterow zu Demonstrationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1977&lt;br /&gt;
:Inbetriebnahme der neuen Seilzugfähre zur Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1981&lt;br /&gt;
:Hochwasser in Teterow  nach sintflutartigen Regenfällen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:Gründung des Heimatbundes - erste Vereinsgründung nach der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
:Die Verwaltung der Stadt zieht wieder in das Rathaus ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==die heutige Zeit in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001&lt;br /&gt;
:Die Barkasse &amp;quot;Regulus&amp;quot; unternimmt nach Versenkung 1945, Hebung mehr als 50 Jahre danach und anschließender Restaurierung, ihre erste Fahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Arena am Kellerholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Religionsgemeinschaften in Teterow==&lt;br /&gt;
:Die Gründung und Entwicklung der Stadt Teterow ist eng verbunden mit dem Wirken der römisch-katholischen Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Das zeigt das heute noch das Stadtbild dominierende Gebäude der St. Peter und Pauls Kirche an zentraler Stelle der neu gegründeten Stadt.&lt;br /&gt;
:Im Teterower Stadtbuch von 1665 - 1777 findet sich ein Hinweis, dass es in Teterow mehrere Kirchen und Kapellen sowie ein Filialkloster gegeben hat, die aber alle nach der Reformation verschwunden sind. Ihre genaue Lokalisierung ist heute kaum noch nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wird in Mecklenburg, zuerst in den größeren Städten, nach der Lehre Luthers gepredigt. Etwa 1530 wird auch in Teterow erstmalig lutherischer Gottesdienst abgehalten.&lt;br /&gt;
:1541 wird in Teterow Joachim Mesekow als festangestellter evangelischer Prediger genannt. Auf dem Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg wurde am 20. Juni 1549 offiziell die Einführung der Reformation in Mecklenburg verkündet. Das Datum gilt als Geburtstag der evangelischen Landeskirche. Die römisch-katholische wurde vollständig zurückgedrängt und spielte auch in Teterow über Jahrhunderte keine Rolle mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde===&lt;br /&gt;
:Zum Ende des 19. Jahrhunderts zeigt der Chronist der evangelischen St. Peter und Pauls Kirchengemeinde folgendes Bild auf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Zahl der Gemeindeglieder betrug nach der Zählung vom Dezember 1890: 7005 - nämlich 4781 Erwachsene, 2224 Kinder.&lt;br /&gt;
:Die Gesamtzahl der Einwohner des mit der Kirchengemeinde identischen Standesamtsbezirks Teterow betrug 7287, als waren 282 Personen nicht lutherischer Konfession, nämlich in der Stadt Teterow 74 Juden, 150 Katholiken und 1 Reformierter, außerdem 57 nicht lutherischer, wohl meistens katholischer Einwohner auf dem Lande.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Zur Kirchengemeinde Teterow gehörten Groß Roge, Klein Roge, Mieckow, Pampow, Groß Köthel, Klein Köthel und Grambzow.&lt;br /&gt;
:Als Schulaufsicht in den öffentlichen Schulen fungierten die beiden Pastoren des Pfarrbereiches.&lt;br /&gt;
:In Teterow waren das die lateinlose Realschule II. Ordnung mit 8 Lehrern und ca. 150 Schülern und die Bürger- und Volksschule mit 18 Lehrern und ca. 1050 Schülern, in Groß Roge die 2-klassige Domanialschule, in Groß Köthel die ritterschaftliche Schule im Verbund mit Klein Köthel und Grambzow, in Pampow eine ritterschaftliche Schule.&lt;br /&gt;
:Die Kinder aus Mieckow gingen nach Appelhagen, das zur Kirchgemeinde Thürkow gehörte. Die 1892 eingerichtete Gemeindepflege wurde von den Diakonissen verwaltet und der Dirigent des tödtischen Armenkollegiums war einer der beiden Pastoren.&lt;br /&gt;
:Zum Gemeindeleben gehörten auch die Anstalten der Inneren Mission und die geistlichen Vereine. Dazu zählten die Herberge zur Heimat in der Malchiner Straße seit1887, der 1899 gegründete christliche Männer- und Jünglingsverein, der Posaunenchor und seit 1900 der hiesige Lehrlings-Verein.&lt;br /&gt;
:Die im eigenen Haus auf dem Schulkamp 1888 gegründete Kleinkinderschule wurde von einer Diakonisse aus dem Stift Bethlehem geleitet.&lt;br /&gt;
:Im ebenfalls 1888 gegründeten Krankenhaus waren drei Diakonissen als Krankenschwestern tätig.&lt;br /&gt;
:In allen Einrichtungen und Vereinen waren die Pastoren in den Vorständen bzw. in der Leitung vertreten.&lt;br /&gt;
:Am 4. Dezember 1902 nahm der Landtag in Malchin die Verordnung betreffs die öffentliche Religionsausübung der reformierten und der römisch-katholischen Kirche in beiden Ständen an.&lt;br /&gt;
:Es wurde jedoch zur Bedingung gemacht, dass den Ständen eine landesherrliche Zusicherung erteilt werde, dass die Niederlassung von katholischen Orden und die Zulassung von Kongregationen und anderen Religionsgemeinschaften nur mit Zustimmung der Stände genehmigt werde, während von der Ritterschaft nur eine entsprechende Bitte an den Landesherren beschlossen wurde. (Teterower Nachrichten vom 6. Dezember 1902)&lt;br /&gt;
:Die protestantische Kirchengemeinde blieb weiterhin die größte und bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Stadt und spielte im gesellschaftlichen Leben eine herausragende Rolle, wie etwa bei der Weihe des neuen Friedhofs am 25. November 1908 oder der Einweihung des neuen Rathauses am 20. November 1910.&lt;br /&gt;
:Der Beginn und Verlauf des 1. Weltkrieges brachte auch für das Leben in der Kirchengemeinde enorme Belastungen. Zu Beginn der Mobilmachung kam es zu vermehrten Taufen und Kriegshochzeiten.&lt;br /&gt;
:Am 11 August 1914 fand im Rathaus eine Zusammenkunft statt, in der man über Möglichkeiten der Unterstützung der Kriegerangehörigen in Teterow beriet. Nach einem Plan, der von Pastor Schumacher nach Beratung mit dem Bürgermeister ausgearbeitet worden war, wurde in der Stadt die Kriegshilfstätigkeit organisiert.&lt;br /&gt;
:Im November 1914 kamen die ersten verwundeten Soldaten in das neu eingerichtete Lazarett. Durchschnittlich 50 Verwundete erhielten hier ihre ärztliche Behandlung und hilfreiche Betreuung durch Mitglieder der Kirchengemeinde. Am 7. März 1919 wurden mit einer kleinen Abschiedsfeier die letzten Patienten in ihre Heimatorte entlassen.&lt;br /&gt;
:Am 14. November 1914 trafen in der Stadt etwa 500 ostpreußische Flüchtlinge ein, die wegen des Einmarsches russischer Truppen ihre Heimat verlassen mussten. Sie wurden zum Teil von Familien in ihren Wohnungen aufgenommen, zum Teil aber auch in Gaststätten und Herbergen untergebracht. Sie wurden von der Kirchengemeinde aufgenommen, erhielten aber auch Seelsorge von einem ostpreußischen Pastor, der von Schwerin aus seine Landsleute betreute. Viele der Flüchtlinge waren nur dürftig gekleidet und ohne persönliche Habe geflohen. Für sie wurde eine Kleidersammlung organisiert. Im Frühjahr 1915, die letzten Mitte April, kehrten die Flüchtlinge in ihre Heimat zurück.&lt;br /&gt;
:Zu Pfingsten 1917 mussten die Zinnpfeifen der Orgel der Kriegswirtschaft zugeführt werden und am 28. Juni 1917 musste die größte der Kirchenglocken den Weg in den Schmelzofen nehmen.&lt;br /&gt;
:Im Winter 1917 wurde die Krippe als Stiftung des Fabrikbesitzers Müller begründet. Am 14. Juni 1918 wurde sie eröffnet. Zwei Diakonissen vom Stift Bethlehem übernahmen die Leitung und Betreuung der Einrichtung. Im Vorstand des Krippenvereins war Pastor Schumacher vertreten.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende und die Abschaffung der Monarchie bracht große Umwälzungen auch im Zusammenleben der Kommune mit sich. Der entthronte Großherzog war nicht mehr Oberbischof der Landeskirche.&lt;br /&gt;
:In der Kirchenchronik heißt es, dass im Januar 1919 in öffentlichen Zusammenkünften in der Stadt die Frage der Trennung von Kirche und Staat diskutiert wurde und dies in der neuen Landesverfassung festgeschrieben werden sollte.&lt;br /&gt;
:Am 11. August 1919 trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Sie brachte die Ablösung des landesherrlichen Kirchenregiments und schuf eine grundlegende Neuordnung des Verhältnisses des Staates zu den Kirchen (Art. 136 ff.). Da den Landeskirchen das volle Selbstbestimmungsrecht zugesprochen war, machte, es sich erforderlich, möglichst schnell eine Kirchenverfassung zu schaffen. In Mecklenburg-Strelitz wurde am 20. Juni 1920 durch den verfassunggebenden Kirchentag eine Kirchenverfassung beschlossen, in Mecklenburg-Schwerin erfolgte das am 12. Mai 1921. Am 23. November 1919, dem Ewigkeitssonntag, fand eine größere Gedächtnisfeier für die Gefallenen in der Kirche statt. Im Adventsbericht des Jahres 1919 ist vermerkt: &amp;quot;Im Kampf fürs Vaterland sind im Verlauf des Krieges im ganzen , soweit bekannt, gefallen: 224, ungerechnet die Vermißten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Dezember 1920 fand die erste Beratung betreffs Errichtung einer Kriegergedenktafel in der Kirche statt und am 22. November 1922 erfolgte die Einweihung der von Teterower Handwerkern geschaffenen Gedenktafel in der St. Peter und Pauls-Kirche.&lt;br /&gt;
:Am 7. Oktober 1923 wurde in Mecklenburg eine Gedenkfeieranlässlich des 400jährigen Bestehens des evangelischen Kirchenliedes durchgeführt. Im übrigen Deutschland waren diese Feiern wegen der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse abgesagt worden. Mecklenburg feierte demnach allein.&lt;br /&gt;
:Am 10. Mai 1924 fand eine erste Beratung über die Beschaffung neuer Glocken für die Kirche im Kirchgemeinderat statt.&lt;br /&gt;
:Am 8. Juni , dem 1. Pfingstfeiertag des gleichen Jahres, wurde das neue Geläut feierlich von Pastor Schumacher geweiht und die Glocken erklangen zum ersten Mal. Die Beschaffung der Glocken, die in Torgau gegossen worden waren, wurde durch Spenden ermöglicht. Die Liste der Spender ist lang.&lt;br /&gt;
:Im Oktober 1932 übernimmt Probst Schumacher die Seelsorge für die Bewohner des Altersheimes des Amtes Malchin in der Wilhelmstrasse ((heute Niels-Stensen-Straße).&lt;br /&gt;
:Die Wahl des Kirchgemeinderates am 23. Juli 1933 brachte große Veränderungen in der Kirchgemeinde. Dazu heißt es in der Chronik: &amp;quot;Es waren 2 Listen eingereicht, die eine von &amp;quot;Evangelium und Kirche&amp;quot;, die andere von den &amp;quot;deutschen Christen&amp;quot;, nachdem eine zuvor versuchte Einigung nicht zustande gekommen war. Die erste Liste erhielt 3 Sitze, die zweite 9. Die feierliche Einführung des Kirchgemeinderates durch Pastor Romberg fand im Hauptgottesdienst des 8. p. Trin.am 6. August statt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im November 1933 wurde Pastor Plahs in sein Amt eingeführt. Er war Vertreter der Deutschen Christen und Nationalsozialist. Am 1. April 1934 übernahm er den Vorsitz im Gemeindekirchenrat.&lt;br /&gt;
:Zum Gottesdienst am 1. Mai 1934 hatte er an Stelle des Lesepultes in der Kirche ein Hitlerbild angebracht, unter dem ein Treuespruch für Hitler stand. Das Hitlerbild verdeckte das Christusbild auf dem Altar für den Mittelgang.&lt;br /&gt;
:Die Deutschen Christen wollten den Nazismus und Faschismus im Christentum durch Erneuerung ihrer Kirche verkörpern. Der Naziideologie folgend, lehnten fanatische Pastoren das alte Testament als jüdisches Glaubensbekenntnis ab, und es wurde offen in der Kirche faschistisches Gedankengut gepredigt.&lt;br /&gt;
:Es kristallisierte sich aber in den Jahren heraus, dass der Staat das Christentum von Grund auf abzulehnen begann.&lt;br /&gt;
:In der Folge kam es zu wachsenden Unstimmigkeiten zwischen den Bekenntnischristen und den deutschen Christen. Von allen Seiten wurde massiv Druck auf die zu Pastor Romberg stehenden Gemeindeglieder ausgeübt. Die Stadtverwaltung, Polizeibehörden, die Gestapo und nicht zuletzt der Oberkirchenrat versuchten, die standhaften Gemeindeglieder und den Pastor einzuschüchtern.&lt;br /&gt;
:Pastor Romberg wurde verhaftet, nach Güstrow in Untersuchungshaft gebracht, es wurden Hausdurchsuchungen vorgenommen und persönliche Dinge beschlagnahmt.&lt;br /&gt;
:Auch die Pastoren, die für Pastor Plahs nachfolgend eingesetzt wurden, versuchten die Bekenntnischristen durch massiven Druck zum Aufgeben zu zwingen.&lt;br /&gt;
:Höhepunkt der Schikanen war, dass Pastor Romberg 7 Jahre und 3 Monate die Kirche nicht betreten durfte und bei Beerdigungen verstorbener Bekenntnischristen die Glocken nicht geläutet werden durften.&lt;br /&gt;
:Jahrelang erhielt Pastor Romberg kein Gehalt. Erst auf dem Klageweg musste ihm das Gehalt von 1935 bis 1940 ausgezahlt werden.&lt;br /&gt;
:Mehrmals sollte Pastor Romberg strafversetzt werden. Er und die Gemeinde wehrten sich stets dagegen, so dass er in Teterow blieb.&lt;br /&gt;
:Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Bibelstunden, Chorproben und Auftritte und andere Veranstaltungen konnten nur im Pfarrhaus, meist unter Anwesenheit der Polizei oder Gestapo stattfinden. Häufig wurden Verbote ausgesprochen.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1942 wurden die gottesdienstlichen Räume im Pfarrhaus vom Bürgermeister beschlagnahmt und Rostocker Bürger, die nach den schweren Luftangriffen ausgebombt waren, eingewiesen. Pastor Romberg hat darauf dem Gemeindekirchenrat mitgeteilt, dass er ab sofort seine Gottesdienste wieder in der Kirche halten werde. Ab dem 14. Juni 1942 beginnt sich das Gemeindeleben zu normalisieren und allmählich wächst die Gemeinde wieder zusammen.&lt;br /&gt;
:Bis zum Zusammenbruch des faschistischen Regimes musste Pastor Romberg aber mit seiner Bekenntnischristen-Gemeinde immer wieder Behinderungen, Erpressungs- und Verleumdungsversuche durch die Deutschen Christen und Versetzungsversuche in andere Orte abwehren. Teterow war im Land Mecklenburg zu einer der standhaftesten Bekenntnischristen-Gemeinden geworden.&lt;br /&gt;
:1945 schreibt die Gattin des Pastors Romberg in der Kirchenchronik: &amp;quot;Erschütterndes Flüchtlingselend! Alle Straßen und Plätze stehen voller Trecks. Hunderte suchen im Pfarrhaus Rat u. Hilfe. Die Zeit und die Angst lähmt. Aber die Arbeit geht weiter. Bibelstunden und Singeabende werden regelmäßig gehalten. Auch der Kirchenchor übt zu Karfreitag und Ostern. Der Kirchenbesuch steigt, die Angst treibt die Menschen doch zu Gott. Judika waren es ca. 250 Mensch in der Kirche.&lt;br /&gt;
:Eingesegnet sind Palmarum 29 Kinder von Pastor Reinwald, 18 Kinder von Pastor Romberg. Am 1. Ostertag waren über 500 Menschen in der Kirche, 21 Taufen. 2. Ostertag Pastor Reinwald. Die Feinde kommen immer näher.&lt;br /&gt;
:Am 1. Mai erwarten wir die Beschießung von Teterow, denn die Stadt soll bis zum Äußersten verteidigt werden. Am 30 April mittags Tieffliegerangriff, der 15 Todesopfer forderte. In er Nacht vom 30.4. auf 1.5. wurde Teterow eingenommen.&lt;br /&gt;
:Wie die Russen beim Einmarsch hausten, ist zur genüge bekannt. Es war hier auch nicht anders. 450 Menschen, später stieg die Zahl auf 600, also 5 % der Bevölkerung, hatte sich das Leben genommen, besonders junge Frauen und Mädchen. In den ersten Wochen rissen die Beerdigungen nicht ab. 150 - 200 Menschen wurden in 2 langen Massengräbern beigesetzt.&lt;br /&gt;
:Am 13. Mai konnte wieder Gottesdienst gehalten werden. Pastor Romberg sprach über das Wort: So demütigt euch unter der gewaltigen Hand Gottes. Am 27. Juni in dem schwer heimgesuchten Kl. Roge Gottesdienst im Freien. Vieh und Lebensmittel werden weggeschleppt oder zerstört. Die Ruhr bricht aus. Bald Hungertyphus. ... Säuglingssterblichkeit ungeheuer, jede Woche sterben 6 - 10. Die Glocken hören kaum auf zu läuten. Teterow ist Quarantänegebiet. Im Oktober laufen die Beerdigungen von morgens bis abends ohne Unterbrechungen. Im November scheint die Krankheit nachzulassen. In allen Schulen sind Typhuslazarette. Im Oktober begann in Noträumen der Unterricht wieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Am 7. Januar 1947 wurde Pastor Bernhard Romberg unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und auch der Stadtverwaltung auf dem Teterower Friedhof bestattet. Er wurde nur 51 Jahre alt. Am 2. September 1927 hatte er seinen Dienst in Teterow begonnen. Als standhafter bekennender Christ hat er als Gegner des Nationalsozialismus seine Gemeinde durch schwierige Zeiten geführt.&lt;br /&gt;
:In den Zeiten der Not versuchte die Kirchengemeinde, Kranken und Bedürftigen in der Stadt zu helfen. In der Pfarrhausküche wurde gekocht und Essen ausgegeben. 1948 konnten vom kirchlichen Hilfswerk bereitgestellte Lebensmittel an Tbc-Kranke ausgegeben werden. Im August wurden vom Hauptbüro des Hilfswerkes für 70 evakuierte Sachsenkinder Lebensmittel bereitgestellt. Des weiteren wurde in der Pfarre I eine Kinderspeisung für 57 unterernährte und Tbc-gefährdete Kinder durchgeführt. Dabei erhielt die Gemeinde von der Stadtverwaltung durch Bereitstellung von Feuerungsmaterial Unterstützung. Diese Speisungen wurden bis in das Jahr 1950 fortgesetzt. Die hierfür benötigten Produkte wurden zu großen Teil durch Spenden, auch aus den Dörfern des Kirchspiels bereitgestellt. Auch von der Teterower katholischen Kirchengemeinde kamen Lebensmittelspenden.&lt;br /&gt;
:1948 kam, gerade aus Kriegsgefangenschaft entlassen, Pastor Abshagen nach Teterow. Er organisierte den Aufbau der Jungen Gemeinde in Teterow, wo sich die Teterower Kinder und Jugendlichen in 14 - 16 Kreisen wöchentlich trafen, gemeinsam biblische Themen besprachen, spielten, Ausflüge unternahmen oder auch mit dem gemeindeeigenen Boot auf den See hinaus fuhren. Die Junge Gemeinde hatte für das Leben in der Kirchengemeinde eine große Bedeutung. 1954 wurde in den Schulen für die Jugendweihe geworben. Ein Jahr darauf nehmen in der DDR 4 % der Konfirmanden an der Jugendweihe teil.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1954 predigt in der Teterower Kirche der Pastor der bayrischen Patenkirche. 1966 verlässt die Gemeindeschwester Martha Stiegler infolge ihres hohen Alters nach über 40 Jahren Stadt und Gemeinde. Sie war eine allseits bekannte und beliebte Persönlichkeit. 1967 wird in der Kirche eine Jubiläumsreihe zur Reformation zu folgenden Themen gehalten: Reformation in Mecklenburg, Luther und Müntzer im Bauernkrieg, Vortrag über die schwedische Kirche, Luthers Lebenslauf, Einfluss der Reformation auf die deutsche Kultur. Am 20.06.1976 wurde Propst Abshagen nach 28 Dienstjahren in Teterow in den Ruhestand verabschiedet. Er verzog Anfang 1977 mit seiner Frau nach Rostock, wo er im Mai 1978 verstarb. Am 13. August 1978 wurde Pastor Dr. Martin Kuske in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Eine statistische Aufzählung in der Chronik zeigt auf, dass von 1965 bis 1982 die Zahl der Gottesdienstbesuche, Taufen, Konfirmationen, Trauungen und kirchliche Beerdigungen kontinuierlich zurück gegangen ist. Im Gegensatz dazu nehmen im gleichen Zeitraum die Zahl der Kollekten, Spenden und Opfer stark zu waren es 1965 ca. 10.000 M. kamen 1982 ca. 26.000 M. zusammen. In den Jahren von 1979 bis 1982 erfolgten umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten und Um- und Ausbauten an der Kirch und den Pfarrhäusern. &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1981 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den evangelischen Kirchen und der Staatsführung um die Friedensfrage. In Teterow haben Jugendliche aus der Jungen Gemeinde die Initiative verschiedener junger Christen unterstützt, einen Wehrersatzdienst im sozialen Bereich durchzuführen. Die betreffenden Jugendlichen wurden in der EOS (Erweiterte Oberschule) zur Verantwortung gezogen. Es kam zu harten Gesprächen. Von der Schule wurde aber niemand verwiesen, aber einige dieser Jugendlichen kamen seitdem nicht mehr zu Jungen Gemeinde. Pastor Kuske schreibt in der Chronik: &amp;quot;Von der Kirche wird erwartet, dass sie sich voll und ganz hinter die Friedenspolitik der DDR, zu der eine starke Armee gehört, stellt. Wir können das aber nur in solidarischer Kritik oder kritischer Solidarität. Wir meinen, dass wir vom Evangelium her ein eigenes Wort mitzubringen haben und werden das auch in Zukunft tun.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1984 kommt es zu Besuchen und Gegenbesuchen mit der Partnergemeinde Gräfelfing. Die Partnergemeinde spendet 20.000 Dachsteine für das Kirchendach. Mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützung der Dachdeckerfirma Wille konnte damit das Süddach des Langhauses eingedeckt werden. 1989 wird dann, ebenfalls mit gespendeten Dachsteinen aus der Partnergemeinde, das Norddach mit freiwilligen Helfern und der Firma Wille erneuert.&lt;br /&gt;
:Am 6. März 1987 wurde zum 100jährigen Geburtstag der Weltgebetstagsbewegung ein Festgottesdienst durchgeführt. Dazu eingeladen sind auch katholische und evangelisch-freikirchliche Gemeindeglieder. Am 19. Oktober 1989 findet das 1. Friedensgebet mit über 500 Leuten in der Kirche statt, weitere folgen am 2. und 9. November. Am 18. Januar 1990 findet ein Friedensgebet gegen die Kampfhandlungen am Golf statt. Mitarbeiter der Kirchengemeinde führten seit März 1990 Gespräche in Schulklassen und mit Lehrern, um Misstrauen und Vorurteile gegen die Einführung eines Religionsunterrichts zu entkräften.&lt;br /&gt;
:Am 6. Januar 1991 wurde mit einem Gottesdienst die Sozialstation Teterow feierlich eröffnet. Neun Gemeindeschwestern sind seither in der Stadt Teterow und den politischen Gemeinden Alt Sührkow, Gottin, Dalkendorf, Groß Roge und Groß Wokern tätig. Sie sind von der Kirche angestellt. Am 1. Juni beendet Pastor Christian Burchhard seinen Dienst, den er im November 1985 begonnen hatte.&lt;br /&gt;
:Am 24. Dezember 1990 erklangen die ersten Register der neuen Orgel. Die Finanzierung des Orgelbaues gestaltete sich, auch wegen der Währungsunion, sehr schwierig. Am 1. September 1991 kann die neue Orgel eingeweiht werden. Das Gewölbe über der Orgel wurde renoviert. 1991 wird das Pfarrhaus, Schulstraße 2 saniert. Im Oktober d. J. wird mit der Ausmalung des 2. Gewölbes im Kirchenschiff begonnen und zu Ostern 1992 fertiggestellt. Am 16. Mai 1993 wird Pastor Burkhardt Ebel in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1993 nahmen 37 Gemeindeglieder aus Teterow und Hohen Mistorf am Kirchentag in München teil und gestalteten einen viel beachteten Ausstellungsstand mit Fotos, Zeichnungen und Dokumentationen über das kirchliche Leben in einer mecklenburgischen Kleinstadt und einer Landgemeinde. Dabei war der Höhepunkt der Besuch des Bundespräsidenten von Weizsäcker am Stand. Am 23. Februar findet die Auftaktveranstaltung zum Jahr der Familie in der katholischen Kirche statt, auf der die Pastoren Kuske und Ebel eine Dialogpredigt halten. Am 24. Mai 1994 hielt Pastor Martin Kuske den letzten Gottesdienst in der Gemeinde. Er war von der Kirchenleitung der Landesbehörde zum Landespastor für Diakonie berufen worden. Am 9. Februar 1995 schied er durch eigene Hand aus dem Leben.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wird die Restaurierung der Altarfiguren abgeschlossen und der Altar wieder vervollständigt. Im Jahr 1994 entschied die Kirchenleitung, dass in den kleinen Städten wie Teterow nur noch eine Pfarrstelle besetzt wird. Am 25. Mai 1995 wird der erste gemeinsame Gottesdienst mit der Gemeinde Hohen Mistorf (Pastorin Gudrun Schmiedeberg) auf dem Silberberg im Ortsteil Teschow durchgeführt. Am 7. Januar 1996 findet der erste ökumenische Gottesdienst zur Allianzgebetswoche in den Räumen der evangelischen Freikirche statt.&lt;br /&gt;
:Iwan Rebroff (Hans Rolf Rippert), der einige Kinderjahre in der Nachkriegszeit in Teterow verlebte und damals auch im Kirchenchor bei Frau Vichel gesungen hatte, ab am 6. August 1997 ein Konzert in der Kirche. Seine Mutter war 1948 Mitglied des Gemeindekirchenrates und für die Spendensammlungen verantwortlich. Der erste ökumenische Gemeinderat findet am 4. September 1997 statt. Die Gemeinderäte der katholischen Gemeinde, der Freikirchlichen Gemeinde und der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde treffen sich. Dem ersten kennenlernen folgt eine Beratung über gemeinsame Projekte. In den Tagen vom 9. bis 19. November 1997 wurden Andachten zur ökumenischen Friedensdekade im Wechsel der drei Gemeinden der Stadt gehalten. Zum Abschluss wurde am Buß- und Bettag ein ökumenischer Bittgottesdienst für Frieden in der Welt in der katholischen Petruskirche gefeiert.&lt;br /&gt;
:Im Rathaussaal wird am 29. Januar 1998 der Förderkreis St. Peter-Paul´s Kirche gegründet. Zum 1. März 1998 erfolgte eine kirchliche Umgemeindung der Ortschaften, Niendorf und Pampow wechselten nach Hohen Mistorf, Grambzow und Groß Köthel nach Bülow und Appelhagen nach Thürkow / Warnkenhagen. Zum Erntedankfest am 1. Oktober 1998 kann nach der Ausmalung des 3. Gewölbejoches die Kirche wieder benutzt werden. Die Arbeiten sind vor allem aus Spendenmitteln finanziert worden. Im Jahr 2000 werden die Renovierungsarbeiten an der Kirche mit der Neueindeckung der drei Norddächer fortgesetzt.&lt;br /&gt;
:Über der Tafel der Gefallenen des I. Weltkrieges wird am 29. Oktober 2000 ein Gedenkkreuz für die Opfer des II. Weltkrieges montiert. Im Januar 2001 wird mit einem Festgottesdienst das 10jährige Bestehen der Diakoniesozialstation gefeiert. Am 11. Oktober 2001 weilt auf Einladung der Chor der jüdischen Gemeinde Schwerin in Teterow. Nach einem Forum im Rathaussaal findet anschießend ein jüdisches Chorkonzert in der Kirche statt. Zum Hechtfest 2002 gestaltet die Gemeinde gemeinsam mit der katholischen und der freikirchlichen Gemeinde eine gemeinsamen Wagen und nimmt am Umzug teil. Motto des Wagens: &amp;quot;Alle in einem Boot.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Von Januar bis April 2003 finden regelmäßig Friedensgebete gegen den Krieg statt, und es wird eine entsprechende Petition verfasst. Am 15. Februar nehmen Gemeindemitglieder zusammen mit anderen Kriegsgegnern aus der Stadt an der großen Anti-Kriegsdemonstration in Berlin teil. Im November 2003 wird das Organisten- und Küsterhaus am Kirchplatz nachjahrelangem Leerstand verkauft. Im August 2004 wird der Bauabschnitt an der Südseite der Kirche begonnen.&lt;br /&gt;
:Am 8. Mai 2005 war eingeladen zu einem Gedenkgottesdienst anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren. Beteiligt hatten sich die Gemeinden Hohen Mistorf und die Freikirchliche Gemeinde. Durch kurze Zeitzeugenberichte wurde der Gottesdienst lebendig und für die jungen Kirchenbesucher anschaulich. Am 6. August 2005 beteiligte sich die Gemeinde an der Aktion &amp;quot;Teterow offen&amp;quot;, ebenso auch am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2005 unter Mitwirkung des Fördervereins. Im Jahr 2006 wurde mit dem Abschluss der Außensanierung der 2. Bauabschnitt beendet. Im Chorraum wurden neue Buntglasfenster nachgestaltet, ein Toiletteneinbau erfolgte am Südeingang, und mit der Turmsanierung wurde der 3. Bauabschnitt begonnen.&lt;br /&gt;
:Im August 2006 fanden die 54. Internationalen Orgeltage das erste mal in Mecklenburg statt. Die 1. Station war die Orgel in der Kirche. 290 Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern nahmen daran teil. Im Oktober 2006 war ein ökumenischer Gesprächskreis in Rom. Pfarrer sturm von der katholischen Gemeinde Teterow hatte die Führung der Gruppe übernommen. Am 17. November 2006 wurde im Rathaus die Turmkugel geöffnet und der Inhalt in Vitrinen der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 10 Dezember wurde die neue Kugel mit dem bisherigen Inhalt und aktuellen Dokumenten gefüllt und versiegelt.&lt;br /&gt;
:Am Tag des offenen Denkmals 2007 informierte der Architekt Günther Maaß die interessierten Besucher über die bisherigen Sanierungsarbeiten und noch anstehende Aufgaben. Anschließend gab Diplomrestaurator Detlef Krohn einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Gewölbemalerei und informierte über den Stand der Restaurierungsarbeiten. Ein besonderer Höhepunkt ist seit Jahren in der Stadt der ökumenisch gestaltete Martinstag. 2007 wurde das Martinsspiel von der katholischen Gemeinde gestaltet.&lt;br /&gt;
:Denkwürdig war auch der Rathaustag 2008 mit allen Religionsgemeinschaften vor Ort zu der Thematik &amp;quot;Werte in der Gesellschaft&amp;quot;. Am 19. April 2008 führte die Gemeinde gemeinsam mit dem Heimatbund Teterow eine Exkursion nach Crivitz durch. Anlass war das Marienretabel, das 1959 an die Kirchengemeinde Crivitz ausgeliehen wurde und seitdem dort auf dem Altar angebracht ist. Im September 2008 begannen die Arbeiten am Fußboden und an den Bankheizungen der Kirche. Im Oktober 2008 besuchte eine Gemeindegruppe Gräfelfing, um das 30. Jubiläum der Gemeindepartnerschaft am 1. November 2008 mit den Gräfelfingern zu begehen. Am 22. November 2008 gab es eine ökumenische Feierstunde auf dem Friedhof, der vor 100 Jahren geweiht wurde. Beteiligt waren auch die katholische und die evangelisch-freikirchliche Gemeinde sowie die Freie Christengemeinde.&lt;br /&gt;
:Im Dezember 2008 konnte der 1. Abschnitt der Restaurierung der Gewölbemalerei im Chorraum abgeschlossen werden. Mit der Fortsetzung der Arbeiten im Jahr 2009 wird der 2. Abschnitt fertiggestellt. Am 18. Januar 2009 verließ Pastor Ebel die Kirchengemeinde Teterow, um seinen Dienst an der Schelfkirche in Schwerin zu verrichten. Nach dem Auszug des Pastors wird mit der grundlegenden Sanierung des Pfarrhauses in der Schulstraße begonnen. Bauschäden, die durch unsachgemäß ausgeführte Bauarbeiten entstanden sind, mussten beseitigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der städtische St. Georg-Friedhof===&lt;br /&gt;
Am 20 November 1927, dem Ewigkeitssonntag, wurde auf dem Friedhof die Christusfigur, die die Städtische Friedhofskommission den Gefallenen des 1. Weltkrieges gestiftet hat, an ihren Gräbern aufgestellt und durch Pastor Schumacher geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514907045.pdf Der St. Georg-Friedhof zu Teterow In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 9, S.67]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die katholische St. Petrus-Gemeinde in Teterow===&lt;br /&gt;
:Nachdem in der Mitte des 16. Jahrhunderts die evangelisch-lutherische Kirche in Mecklenburg zur Landeskirche erhoben wurde, spielte die römisch-katholische Kirche auch in Teterow keine Rolle mehr. Ob über die Jahrhunderte überhaupt in der Stadt noch Angehörige dieser Glaubensrichtung gelebt haben, ist bisher nicht nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Erst im 19. Jahrhundert werden wieder Katholiken als eine kleine Gruppe genannt. Dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt sich wieder eine kleine Schar Katholiken in der Stadt und in den umliegenden Orten zusammen zu finden. Die Teterower Nachrichten berichten am 31. März 1904 über die Rats- und Bürgersitzung vom 29. März: &amp;quot;... wurde mitgeteilt, daß vom hohen Ministerium gestattet worden ist, daß in hiesiger Stadt monatlich während der Anwesenheit ausländischer Schnitter in der Umgebung römisch-Katholischer Gottesdienst abgehalten wird, und wurde gleichzeitig die Petition hiesiger Katholiken auf Einräumung eines städtischen Lokals a. zur Abhaltung des Gottesdienstes und b. zur Erteilung des Religionsunterrichts vorgelegt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die erste katholische Messe nach der Reformation findet am Sonntag dem 24. April 1904 im Saal des damaligen Schützenhauses statt. Durch die Bemühungen des damaligen Schlosskaplans Hardinghaus (Matgendorf) gelang es gelegentlich den Saal vom Schützenhauswirt Julius Ehlert für diesen Zweck zu mieten. Regelmäßiger Religionsunterricht fand in der Privatwohnung eines Teterowers statt. In den nächsten Jahren erfolgte die geistliche Betreuung der kleinen Gemeinde von Rostock und Schwerin aus. Die katholischen Schnitterfamilien von den Gütern der Umgebung wurden in die Gemeindearbeit einbezogen.&lt;br /&gt;
:Während des Weltkrieges 1914 - 1918 waren durch neue Gesetze und Verordnungen größere Versammlungen verboten worden. Die monatlichen Gottesdienste im Schützenhaus konnten nicht mehr stattfinden. Man war wieder auf Zusammenkünfte in Privaträumen angewiesen. Im Verlauf des Krieges wurde der dritte Monatssonntag für katholische Gottesdienste freigegeben, auch für die ausländischen Fremdarbeiter. Nach dem Krieg wurde die Nutzung des Schützenhaussaales für Gottesdienste gekündigt. Es gelang der Gemeinde, in der Schulstraße 24 Räume für Gottesdienst und Religionsunterricht zu bekommen.&lt;br /&gt;
:Am 1. Februar 1922 wird Teterow Pfarrei und Pfarrer Kaschny der neue Seelsorger. Der Aufbau der neuen Pfarrei begann. Allmorgendlich war heilige Messe und Unterricht für die Kleinen, Katechese und abendliche Vorträge für die Erwachsenen. Die Räumlichkeiten wurden für die wachsende Gemeinde zu klein. Man nutzte die Gelegenheit, die in der Schulstraße 12 aufgegebenen Waschanstalt zu übernehmen, für Pfarrer Kaschny eine kleine Wohnung frei zu bekommen und die Räume der Waschanstalt zu einer bescheidenen Kapelle umzugestalten. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Kommunionskursen für Mädchen und Jungen gewidmet, deren Teilnehmerzahl bis zu 50 Kinder zählte. Für größere Veranstaltungen wie Erstkommunion und Firmung stellte die Stadtverwaltung die städtische Turnhalle zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Am 22. Januar 1927 erwirbt der bischöfliche Stuhl Osnabrück die ehemalige Maschinenfabrik Müller in der Wilhelmstraße (heute Niels-Stensen-Straße) und wird als Eigentum eingetragen. Das dazugehörige Villengrundstück in der heutigen Bahnhofstraße wird vom Bischof als Pfarramt bestimmt. Am 1. Februar 1927 gründen drei Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariä die 1. Schwesternniederlassung in Teterow nach der Reformation. Ein Kinder- und Säuglingsheim und eine Kommunikantenanstalt wurde eingerichtet. Am Weißen Sonntag 1927 findet die erste Erstkommunionsfeier und der erste Gottesdienst in der neuen Kirche, einer ehemaligen Lokomotivhalle, statt.&lt;br /&gt;
:Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten führte zu tiefgreifenden Veränderungen. Das Kinder- und Säuglingsheim wurde geschlossen, ebenso die Kommunikantenanstalt. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) zog ins Schwesternheim. Erst auf dem Prozesswege wurde das Heim zurückgegeben. Religionsunterricht konnte nur in kirchlichen Räumen abgehalten werden. 1941 - 1942 wird die Kirche renoviert und umgebaut, eine Kriegsgedächtnisstätte entsteht. Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945 in Teterow wird das gesamte Gelände von Kirche und Pfarramt verwüstet und als Flüchtlingslager beschlagnahmt. Pater Kautz und der Organist der evangelisch-lutherischen Kirche, Hans-Heinrich Stein, retten mit einem Ziehwagen drei Tage lang die verstreut liegenden  Paramente, Vasa sakra, Bücher, eine Monstranz, die Statue des Hl. Bruder Konrad und anderes mehr. Die Sachen werden im Turm der evangelisch-lutherischen Kirche eingelagert.&lt;br /&gt;
:Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist bereit, ihren Glaubensbrüdern zu helfen, und so finden in den folgenden Wochen die katholischen Gottesdienste unter ihrem Dach statt. Die Wiederinbetriebnahme der eigenen Einrichtungen nimmt alle Kräfte in Anspruch. Die vier Ordensschwestern betätigen sich im Typhus-Lazarett auf dem Schulkamp. Mit einfachen Mitteln wird das Heim für die vielen Waisenkinder wieder eingerichet. Die Kirche wird zum gottesdienstlichen Gebrauch von den Geistlichen unter Mithilfe der Gemeindeglieder wieder hergerichtet. Am 5. Mai 1947 hält Bischof Dr. Berning in Teterow die erste Nachkriegsfirmung.&lt;br /&gt;
:1964 wird vom Bischöflichen Amt in Schwerin ein Haus für Jugendseelsorge aufgebaut und 1967 ein Jugendseelsorger entsandt. Im Juni 1969 wird das alte Kirchengebäude abgerissen und ein gleicher Stelle ein neues Haus errichtet. Am 27. Juni 1971 weiht der Schweriner Bischof Theissing die neue Petri-Kirche in Teterow. Als Gäste nahmen der evangelisch-lutherische Probst Abshagen und Vertreter des Rates der Stadt Teterow teil. Das Kinderheim wird am 1. Januar 1975 aufgelöst und zu einem kirchlichen Feierabend- und Pflegeheim umgebaut und am 1. Mai 1975 eröffnet. 1977 findet am 2. Februar aus Anlass des 50. Jahrestages der Schwesternniederlassung und der Eröffnung des St. Ansgar-Heimes eine Jubiläumsfeier statt und am 17. April findet ein Gemeindefest zum 50. Jahrestag des Bestehens des Gotteshauses statt.&lt;br /&gt;
:Am 25. Januar 1990 wird eine Erklärung des Priesterrates des Bischöflichen Amtes Schwerin vom 3. Januar 1990 zur grundlegenden Reform des gesamten Bildungssystems mit 350 Unterschriften aus der St. Petrus-Gemeinde Teterow an das Volksbildungsministerium der DDR nach Berlin abgeschickt. Teterow war als Mittelpunkt des Landes Mecklenburg-Vorpommern schon immer Zentrum der katholischen Jugendarbeit. Das seit ca. 30 Jahren bestehende alte Jugendhaus genügte nach der politischen Wende im Staat nicht mehr den Anforderungen. Das Gebäude wurde zu klein. Unter maßgeblicher Beteiligung des Jugendpfarrers Ansgar Thim konnte 1995 auf dem Pampower Koppelberg das Bischof-Theissing-Haus als neue Begegnungsstätte für junge Menschen aus ganz Mecklenburg eröffnet werden.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wurde das katholische Pflegeheim St. Ansgar als Neubau fertiggestellt und unter großer öffentlicher Anteilnahme eingeweiht. Am 7. August 1999 erfolgte die Grundsteinlegung zur neuen Kirche St. Petrus. Im Mai 2000 erfolgte der Abriss der bisherigen Kirche. Die Einweihung des neuen Kirchenbaues nahm der Hamburger Erzbischof Dr. Averkamp am 30. Juni 2000 vor. In der Zeit zwischen dem Abriss der alten und der Weihe der neuen Kirche (1. bis 25. Juni) öffnete die evangelisch-lutherische Gemeinde ihre Kirche für die Andachten der katholischen Gemeinde. In seinem Grußwort zur Einweihung der Kirche sprach Bürgermeister Dr. Reinhard Dettmann: &amp;quot;Möge dieses Haus die Gemeinde und die Bürger der Stadt segnen und schützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dieser Segenswunsch drückt aus: Die Zeiten haben sich verändert. Vorbei sind die Jahrzehnte, da die Katholiken in einem Winkel der Stadt geduldet wurden und die Kirche ein Provisorium in einer ehemaligen Fabrikhalle war. Grüße überbrachte Pastor Ebel von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Pastor Schlag von der freikirchlichen Gemeinde übergab ein frisches Brot als Zeichen für gute Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jüdisches Leben in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Teterower Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Rathaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus von Teterow wurde 1910 errichtet. Es befindet sich im Stadtkern von Teterow, direkt am Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche St. Peter und Paul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Zeitpunkt für den Bau des ersten Rathauses ist nicht überliefert. Da der Bau der Kirche St. Peter und Paul gegen 1270 begann und Teterow 1272 erstmals urkundlich erwähnt wird, entstand vermutlich auch um diese Zeit ein erstes Rathaus. Am 18. August 1700 kam es nach dem Großbrand von 1632 zum zweiten Mal zu einer Feuersbrunst, die Teterow samt Rathaus in wenigen Stunden fast vollständig vernichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1708 wurde ein Rathaus im Stil des Barocks errichtet. Dieser Bau wurde 1909 abgerissen und es entstand bis 1910 am Marktplatz das heutige zweigeschossige neobarocke Rathaus. Großherzog Friedrich Franz IV. hatte dazu den Grundstein gelegt. Die Marktplatzseite des „dritten“ Rathauses gliedert sich auch in drei Teile mit je drei Fensterachsen. Durch den vorspringenden Mittelrisalit führt der Eingang. Das Gebäude hat ein Mansarddach, das ein offenes, barockes Türmchen überragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1945 wurde das Haus von der sowjetischen Kommandantur, vom Rat des Kreises und vom Polizeikreisamt genutzt. Die Stadtverwaltung residierte in dieser Zeit im ehemaligen Hotel &amp;quot;Erbgroßherzog&amp;quot; in der Malchiner Straße. Nach der Wende übernahm am 13. Februar 1990 die Stadtverwaltung wieder das Rathaus. Im November 1992 brach bei einem Orkan die Spitze des Rathaustürmchens mitsamt der vergoldeten Kugel ab und blieb in der Dachrinne hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus wurde um 1993 gründlich saniert. So auch das Balkongitter über dem Eingang, welches das neu gestaltete Stadtwappen farbenprächtig zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf dem Marktplatz befindet sich eine 1995 eingelassene Gedenkplatte, die den geographischen Mittelpunkt Mecklenburg-Vorpommerns kennzeichnet, und der an die Schildbürgerstreiche erinnernde Hechtbrunnen. Er wurde nach Entwürfen des Plauer Bildhauers Wilhelm Wandschneider gebaut und 1914 eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pfarrkirche St. Peter und Paul===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Pfarrkirche St. Peter und Paul ist eine dreischiffige Pseudobasilika aus Backstein mit zweijochigem , kreuzrippengewölbtem Rechteckchor, Nordsakristei und eingezogenem quadratischem Westturm.&lt;br /&gt;
:Chor und dreijochiges Landhaus wurden nach 1250 begonnen.&lt;br /&gt;
:Der Einzug der Schiffsgewölbe und Errichtung des Westturms erfolgten im 15. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Charakteristisch am Chor sind Lisenen, Rundbogenfriese und Deutsches Band, im Ostgiebel finden sich spitzbogige Blendenreihen und Kreuzblende, darunter in der Ostwand Dreifenstergruppe mit eingelegten Rundstäben. Blendendekore finden sich auch um Staffelgiebel der zweijochigen Nordsakristei und den beiden Obergeschossen des Westturmes.&lt;br /&gt;
:Die südliche Priesterpforte (durch die spätere Südsakristei verdeckt) mit reichem Blattschmuck an Kapitellen und Archivolten. Im Inneren die Kreuzrippengewölbe im Chor lagern auf Wandpfeilern mit Runddiensten, im Langhausmittelschiff auf achteckigen Pfeilern, das südliche Seitenschiff mit achteckigen Rippengewölben.&lt;br /&gt;
:1877/80 erfolgte eine umfassende Instandsetzung. Dabei wurde die Langhausnordwand mit Fenstern, Verbreiterung des nördlichen Seitenschiffes und einer zweiten Sakristei an der Südseite des Chrores versehen.&lt;br /&gt;
:Die Gewölbemalerei von 1350 wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts umfassend restauriert.&lt;br /&gt;
:Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament (Genesis sowie Leben und Passion Christi), zwei geharnischte Fürsten, Mischwesen und Tierdrolerien.&lt;br /&gt;
:Im Chor befindet sich ein sehr qualitätvoller vierflügeliger Schnitzaltar (um 1430) mit zentraler Marienkrönung sowie Apostelfiguren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513615962.pdf Die Peter-Paulskirche zu Teterow Karl Schmaltz In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.369-371]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616098.pdf Über die Decken- und Tafelmalereien der Pfarrkirche zu Teterow Oscar Gehrig In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.372]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul, deren Anfänge in das 13. Jahrhundert zurückreichen, bestanden vor der Stadt Kapellen. Die wichtigste war die nach 1300 errichtete Marienkapelle, die angeblich von Bischof Magnus von Kammin begründet wurde und gewisse Wallfahrtbedeutung erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Schulkampus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtmühle Teterows===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Eisenbahngeschichte===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Altstadt Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtbefestigung von Teterow mit den Stadtoren===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer ist an der bogenförmigen Führung der Ringstraßen noch erkennbar.&lt;br /&gt;
:Die Mauer selbst ist abgetragen bzw. überbaut.&lt;br /&gt;
:Von den ehemals drei Toren sind noch zwei erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rostocker Torturm====&lt;br /&gt;
:Das Tor ist ein mehrgeschossiger Backsteinbau des frühen 15.Jahrhunderts mit einem abgeschlossenen Satteldach zwischen Giebeln zur Stadt- und Feldseite, die spitzbogigen Durchfahrtsöffnungen nachträglich vergrößert. &lt;br /&gt;
:Der Turmkörper ist an der Stadtseite mit großer mittlerer Spitzbogenöffnung versehen, dem wohl im frühen 18.Jahrhundert durch eine Eisenkonstruktion zugesetzt worden war. &lt;br /&gt;
:Seitlich gerahmt von kleinen Blenden, sind die Staffelgiebel mit Maßwerkblenden versehen. &lt;br /&gt;
:Ihre oberen Abschlüsse wurden im 16. Jahrhundert verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Malchiner Torturm ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Malchiner Tor ist ein annähernd quadratischer Backsteinbau mit Stadt- und Feldseitengiebel sowie kleinteiligen, am Turmkörper zu horizontalen Bändern zusammengeschlossenem Baudekor, erbaut um die Mitte des 15. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Die spitzbogige Durchfahrt ist ebenfalls im 16. Jahrhundert vergrößert und dabei die Giebelabschlüsse verändert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Museen==&lt;br /&gt;
===Das Teterower Stadtmuseum===&lt;br /&gt;
;Das 1. Museum 1933 - 1945&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 27.09.1933:&lt;br /&gt;
:Heimatmuseum&lt;br /&gt;
:Ehrfurchtsvoll betritt die Räume,&lt;br /&gt;
:Wo Ureltern-Zeiten neu entstehen.&lt;br /&gt;
:Viel Kunst, Wissenschaft und Bräuche&lt;br /&gt;
:Wirst Du mit Bewunderung hier sehn!&lt;br /&gt;
:(Eine Karte mit dieser passenden Aufschrift heftete ein Unbekannter an die Eingangstür des Museums.)&lt;br /&gt;
:Teterow, 25. Sept. In kurzer schlichter Feier fand am gestrigen Sonntag Mittag im Gemeindesaal (im Gebäude der früheren Höheren Mädchenschule) die Einweihung des neuen Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Heimatbundes, Herr Lehrer a. D. Köpcke, begrüßte die anwesenden Ehrengäste, voran Herrn Professor Dr. Wossidlo, Waren, die Vertreter des Rates und der Stadtverordneten-Versammlung, die Mitglieder des Heimatbundes und die sonstigen Gäste mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
:Hochverehrte Anwesende!&lt;br /&gt;
:Wir haben uns hier heute versammelt, um das von der Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes Mecklenburg errichtete Museum zu eröffnen. Namens des Vorstandes dieser Ortsgruppe begrüße ich Sie herzlich und danke Ihnen für das Interesse, daß Sie durch Ihr Erscheinen der Museumssache entgegenbringen. Es ist mir eine besondere Freude, Herrn Prof. Dr. Wossidlo, der auf dem Gebiete der Volkskunde so Hervorragendes geleitstet hat, hier heute in unserer Mitte zu sehen. Ich danke Ihnen, Herr Professor, daß Sie trotz Ihrer augenblicklich anstrengenden Arbeit es möglich gemacht haben, unserer Eröffnungsfeier beizuwohnen. Ich begrüße dann besonders den Vertreter des Rates, den Herrn Bürgermeister Dr. Meyer und den Stadtverordnetenvorsteher Herrn Münter. Durch das Entgegenkommen unserer Stadtverwaltung ist es uns erst möglich geworden, hier ein Museum zu errichten. Ich möchte auch an dieser Stelle herzlichen Dank dafür aussprechen und damit gleichzeitig die Bitte verbinden: Rat und Bürgervertretung mögen auch in Zukunft dem Heimatmuseum ihr Wohlwollen erhalten und die Interessen desselben nach jeder Richtung hin fördern und unterstützen.&lt;br /&gt;
:Ganz besonders danke ich dem Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, dem Leiter unseres Museums, der durch seine unermüdliche und zähe Arbeit dasselbe hergerichtet hat. Ohne ihn wäre das Werk nicht in so kurzer Zeit zustandegekommen. Ihr Name, Herr Bartels, wird daher für immer mit dem Teterower Heimatmuseum verknüpft bleiben.&lt;br /&gt;
:Weiter danke ich all den Damen und Herren, die durch Hergabe von Museumsgegenständen und durch ihre unentgeltliche, opferwillige Arbeit uns in so reichem Maße unterstützt haben. Auch hier möchte ich die Bitte aussprechen: Lassen Sie die Ortsgruppe bei dem weiteren Ausbau des Werks nicht im Stich. Nur durch tatkräftige Mithilfe und Unterstützung aller Bevölkerungskreise wird es möglich sein, das Museum so zu erhalten und auszugestalten, daß es seinen Zweck voll erfüllen kann.&lt;br /&gt;
:Aber welches ist nun Zweck und Aufgabe eines Heimatmuseums? Ich möchte die Frage kurz dahin beantworten, daß ich sage: &amp;quot;Das Heimatmuseum soll dazu dienen, daß die Kultur einer früheren Zeit im Volke lebend bleibt.&amp;quot; Dies Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn die Gebrauchsgegenstände vergangener Jahrhunderte dem Volke immer wieder vor Augen geführt werden, und das geschieht am besten durch ein Ortsmuseum. Ich gebrauche hier den Ausdruck Ortsmuseum im Gegensatz zu Landesmuseum. Manche Menschen stehen nämlich auf dem Standpunkt, daß sie behaupten, ein Landesmuseum genüge für den vorhin erwähnten Zweck vollkommen. Wir haben in Schwerin ein vorzügliches Museum für volkskundliche Sachen, und darüber sind wir recht froh, und das wollen wir auch in keiner Weise mit unserem Vorgehen bekämpfen. Aber die meisten Menschen aus unserer Gegend kommen doch nur selten nach Schwerin, und wenn sie einmal hinkommen, so haben sie noch nicht genügend Zeit und Gelegenheit, das Landesmuseum zu besuchen. Da ist es doch ganz gewiß richtig, wenn auch überall in den kleineren Städten unseres Landes Heimatmuseen bestehen, wo die umwohnende Bevölkerung Gelegenheit hat, Volkskunde zu treiben. Auch für die Schulen ist es von großem Wert, wenn in der Nähe Stätten vorhanden sind, wo den Kindern ein Stück Vergangenheit gezeigt werden kann. Es ließe sich hierüber noch manches sagen, aber in Rücksicht auf die mir zur Verfügung stehende Zeit muß ich davon absehen. Unsere Nachbarstädte Güstrow, Malchin und Waren haben schon seit Jahren Heimatmuseen. Da darf auch Teterow hinter diesen Städten nicht zurückstehen. Ich denke hierbei auch an die Bestrebungen unseres Verkehrsvereins. In Wismar wurde in diesem Jahre gelegentlich der Landeshauptversammlung des Heimatbundes ein Ortsmuseum eröffnet. Dort stehen dem Museum 7 Räume zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Im nächsten Jahre findet die Landeshauptversammlung hier in Teterow statt. Ich hoffe, daß wir bis dahin noch einen 3. Raum bekommen. Sie werden nachher selbst sehen, daß die jetzt vorhandenen Räume nicht ausreichen.&lt;br /&gt;
:...&lt;br /&gt;
:Nach dem Redner sprach Herr Bürgermeister Dr. Meyer namens der Stadt Teterow dem Teterower Heimatbund, insbesondere dem Vorsitzenden und dem Leiter und Gestalter des Museums, Herrn Reichsbahnoberinspektor Bartels den herzlichen Dank für die wertvolle, im Interesse der Stadt geleistete Arbeit aus. Er sprach von dem großen Wert solcher Heimatmuseen für die Erhaltung alter heimatlicher Kultur und betonte, daß die Weiterarbeit zur Förderung dieses wichtigen Werkes in der Zukunft vor allem in den Händen der Schulen läge. Jedes Kind wüßte jetzt, wohin es zu gehen habe, mit einem irgendwo entdeckten Gegenstand aus früheren Zeiten. Er wünschte eine gute Weiterentwicklung des Museums.&lt;br /&gt;
:Anschließend nahm Herr Professor Wossidlo, Waren, der größte mecklenburgische Förderer der Erhaltung alten Kulturgutes, das Wort. Er dankte für die an ihn gerichteten Begrüßnungsworte und gab einen kleinen Abriß aus der weiteren Gestaltung der Förderung der Heimatmuseen. Die Leiter der meckl. Heimatmuseen werden demnächst in Schwerin zusammentreten, um über gegenseitigen Austausch von Dubletten in Verhandlungen zu treten. Er gab in seinen weiteren Ausführungen ein kleines Beispiel davon, wie leicht wertvolle Güter aus alter Zeit unter altes Eisen kommen können. In der sich dann anschließenden Besichtigung des Heimatmuseums gab der große Heimatkundler wertvolle Erläuterungen zu manchen der vorhandenen schönen Museumsstücke, darunter Sachen, die man, wie er sagte, im großen Schweriner Museum vorläufig noch schmerzlich vermisse.&lt;br /&gt;
:Das neue Heimat-Museum enthält heute schon einen ungeahnten Reichtum an ganz wertvollen Zeugen alter Zeit. Der ganze Aufbau und die Anordnung des neuen Heimatmuseums zeuge von großer Sachkenntnis, bekundete der Vater der Heimatmuseen. Wir werden in einem weiteren Artikel näher auf einzelne Teile unseres neuen Museums eingehen. Dankbar aber wollen wir auch an dieser Stelle unserer Freude darüber Ausdruck verleihen, daß wir nun endlich, nach langjährigem Bemühen (schon unter Herrn Bürgermeister, jetzigen Staatsminister Dr. Scharf wurde dieses Projekt im Verkehrsverein - durch ständiges Nachfassen des Herrn Studienrat Dr. Böhmer durch Wort und Schrift - viel behandelt, scheiterte damals aber immer an der Platzfrage) ein schönes Heimat-Museum haben. Ein Heimat-Museum mit einer Fülle von wertvollen Gegenständen, wie es mancher Teterower bestimmt nicht zu erwarten wagte. In Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, der von jeher ein großer Schwärmer für heimatliche Kulturgüter war, hat die Ortsgruppe den richtigen Leiter und Verwalter gefunden. Unter seiner Hand wird diese wertvolle Bereicherung des Schatzes Teterower Schaustücke eine sichere und stete Fortentwicklung nehmen. Wir Teterower schulden allen an dem Aufbau dieses Werkes Beteiligten herzlichen Dank.&lt;br /&gt;
:Außer den im Heimat-Museum an den Gegenständen genannten Spendern beteiligten sich in hochherziger und dankenswerter Weise an der Einrichtung des Museums die Firmen Gebr. H. u. C. Groß, Friedr. Dohr, Malermeister H. Peterß, Ramelow, E. Vick, H. Bastian, Tischlermeister Rüter, Renzel, Müschen, E. Schröder, Fritz Walter, Malermstr. A. Schröder versah den sehr bewunderten Herd mit naturgetreuen Farben. Sämtl. Arbeiten mit Ausnahme der eigenen Unkosten wurden ohne Berechnung ausgeführt. Bei der Reinigung und Herrichtung der z. T. sehr verstaubten Gegenstände ist Frau Hermann eine sehr wertvolle Hilfe gewesen.&lt;br /&gt;
:Das Heimat-Museum ist in dieser Woche nachmittags von 3 bis 5 Uhr und am kommenden Sonntag von 3 bis 5 Uhr zur kostenlosen Besichtigung freigegeben. Über die späteren Besichtigungszeiten werden noch nähere Bekanntmachungen folgen.&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 05.10.1933:&lt;br /&gt;
:Ein Spaziergang durch unser Heimat-Museum&lt;br /&gt;
:Ein Wunsch vieler Teterower ist mit der Schaffung unseres Heimat-Museums in Erfüllung gegangen. Fast zu spät ist dieser Wunsch Wahrheit geworden, denn jetzt erst erkennt man, daß so manches wertvolle Stück aus der Vergangenheit, das sonst Unterkommen in dem Museum gefunden hätte, aus Mißachtung oder Unverständnis in der Versenkung verschwunden und der Nachwelt verloren gegangen ist. Das ist aber natürlich nicht zu ändern. Wenn auch manches verloren ging, so hat sich seit der Eröffnung des Museums doch erwiesen, daß noch viel Wertvolles in irgendeiner Ecke verborgen liegt, ist doch dem Museum in den letzten Tagen schon so manches zugetragen worden, weil man weiß, daß es dort gut aufgehoben ist. Aber schon am Tage der Eröffnung war eine solche Fülle von Gegenständen aus alter Zeit da, daß die beiden vorläufig zur Verfügung stehenden Räume schon jetzt als &amp;quot;gefüllt&amp;quot; gelten könne. Es wurde uns erzählt, daß schon rund 800 Stücke im Museum untergebracht sind. Eine gewaltige Zahl, deren Ordnung und sachgemäße Unterbringung eine große Fülle von Arbeit gebracht hat. Wir wollen einmal sehen, was bis heute zusammengetragen ist.&lt;br /&gt;
:Wenn wir den ersten, kleinen Raum vom Flur der früheren Höheren Mädchenschule betreten, so schauen wir geradeaus auf eine alte Kannenborte, auf dem Töpfe und Teller in buntem Durcheinander untergebracht sind. Der &amp;quot;Seilpott&amp;quot; ist ein Zeuge früherer alter Töpferkunst. Neben der Borte hängt ein &amp;quot;Mangelholz&amp;quot;, mit dem die unermüdliche Hausfrau mühselig ihr Leinen glatt gemangelt hat. Die moderne Hausfrau wird mit Grauen an die harte Arbeit denken, die mit der Benutzung diese Holzes verbunden war. Auf der über die ganze Wand gehende Borte werden dem Beschauer alle Werkzeuge, die der Flachsbereitung dienen, vorgeführt. Wir sehen da in der Reihenfolge ihres Gebrauchs nebeneinandergereiht: Repel, Flachsbreche (Brake), Fuchtel. Eine Schwinge, die nun käme, fehlt noch. Es folgen Hechelstuhl, Spinnrad, Spulrad, Garnhaspel, Kreuzwinde, Garnwinde, Wollkratzer, Spinnrad und Wollhaspel. Früher waren es Gegenstände, die nicht nur in jedem Stadthause. Längst sind diese Zeiten dahin. Heute werden Spinnräder und sonstige Dinge wohl nur noch als Museumsstücke in einem Haushalt aufbewahrt. Den Kindern wird dann wohl erzählt: &amp;quot;An dem Spinnrad hat Eure Großmutter noch all das schöne Leinen selbst gesponnen!&amp;quot; Das ist das Einzige, was uns heute noch mit dieser Zeit verbindet. Wir modernen Menschen wollen nichts mehr mit dem groben, aber außerordentlich haltbaren Leinenzeug unserer Großeltern zu tun haben, sondern liegen lieber auf feinem Bettleinen und essen unser Mahl gern von feinen Damastdecken. Das grobe Leinen, das z. B. noch in der alten Wiege zu sehen und zu fühlen ist (der Bettbezug soll übrigens aus einer alten Schürze stammen, die das Museums-Direktor-Auge irgendwo entdeckt hat) wird immer seltener.&lt;br /&gt;
:Zwischen den Flachsbereitungs-Utensilien entdecken wir übrigens auch einige fast überbunte Ausmusterungs-Sträuche, die vor dem Kriege von den Ausgehobenen mit Stolz an ihren Hüten getragen wurden und allen Menschen kundtun sollten, daß sie bald in das stolze deutsche Heer einrücken würden.&lt;br /&gt;
:Werkzeug für Nagelschmiede und Stellmacher sind in großer Fülle vorhanden. Alte Uhren, Plätteisen, Holzschlittschuhe usw. Beachtenswert sind &amp;quot;Erzeugnisse der Panstorfer Glashütte&amp;quot;. Wer ahnte es bisher, daß in unserer nächsten Umgebung Glashäfen hergestellt wurden? Eine alte Hand-Nähmaschine führt uns für Jahrzehnte zurück noch weiter aber ein Steckkissen um Anschrauben. Wieviel leichter haben es unsere heutigen Kleiderkünstler doch gegen die Generation vorher. Alte Scheffel, (Rostocker- und Güstrower-), Dreschflegel und Gabel u. a. entdecken unsere Augen. Auch ein Lechel (Trinkfaß) fehl nicht. Ein Pfeifenbort hängt friedlich in der Ecke; ein Stück Möbel, das heute schon recht selten geworden, wenn es auch nicht ganz ausgestorben ist. Weiter sehen wir Däsen und Uenzel, alte Stallaternen, sogar einen alten Handstock, der gleichzeitig einmal ein richtiges Gewehr darstellte.&lt;br /&gt;
:Aber das Schönste dieses ersten Raumes - wir haben es absichtlich bisher noch gemieden - ist der waschechte alte, offene Herd, der von Künstlerhand in der linken Ecke eingebaut ist und uns ein Stück aus alter Zeit zeigt, an dem früher die Frau des Hauses die Speisen der ihr angetrauten Hungrigen bereitete, um die ihr angetrauten Küchlein satt zu kriegen. Die Augen der Hausfrauen leuchten, wenn sie diesen Zeugen alter Zeit sehen und manche der Aelteren erinnern sich sogar, auch einmal an einem solchen Herd gestanden und gearbeitet zu haben. Allerdings hat es wohl keine unter den Heutigen miterlebt, daß man in das rechts angebrachte Mauerloch (&amp;quot;Müerlock&amp;quot;) griff, um Feuerstein, Schwamm (&amp;quot;Tunner&amp;quot;) und Stahl zu ergreifen, um &amp;quot;Feuer zu schlagen&amp;quot;. Die heutige Generation kann mit diesem Werkzeug nicht mehr fertig werden. In diesem &amp;quot;Müerlock&amp;quot; entdeckt man auch die nicht entbehrliche &amp;quot;Funzel&amp;quot; (Lampe), die einmal ebenfalls unentbehrlich war.&lt;br /&gt;
:Nun wollen wir einmal einen Blick durch den &amp;quot;Schwibbogen&amp;quot; werfen. Wir entdecken dort verschiedene Kesselketten, die früher einmal heilig gewesen sein sollten, wie man uns erzählte. An diesen Kesselketten hingen die großen Kannen über dem offenen Feuer. Unser Auge entdeckt weiter an der Seite und über dem Herd Feuerhaken, Aufnehmer, alte Körbe, Mörser, kupferne Kannen, eine Riesen-Kartoffel-Reibe, alte Waagen, Essenkiepe (mit der das Essen früher aufs Feld nachgetragen wurde), Waschholz usw. Oben über dem Herd ist ein größerer Kaffeebrenner aufgestellt und an der rechten Seite hängt noch ein kleinerer.&lt;br /&gt;
:Jedes Stück trägt ein Stück Geschichte alter Zeit in sich und läßt unsere Gedanken wandern zu unsern Groß- und Urgroßeltern, die einmal inmitten dieser uns heute als Eigentümlichkeit anmutender Geschirre und Behälter gewirkt und geschafft und sich glücklich gefühlt haben. Daß in der Ecke hinter dem Herd auch ein Feuereimer hängt, ist selbstverständlich, denn um die Zeit, von der uns diese Werkzeuge erzählen, mußte jedes Haus im Besitz eines Feuereimers sein.&lt;br /&gt;
:Am Eingang direkt sehen wir schließlich noch einen Bürgerspieß, den jeder Bürger haben mußte. Außerdem hängen an dieser Seite einige verwitterte Wetterfahnen, deren älteste die Jahreszahl 1597 trägt. Ueber 300 Jahre Geschichte unserer Heimatstadt hat diese Wetterfahne erlebt. Wenn die erzählen könnte!&lt;br /&gt;
:Nicht alles in diesem kleinen ersten Raum haben wir &amp;quot;in die Feder gefaßt&amp;quot;, aber auch diese Aufzählung gibt schon einen kleinen Ueberblick über die reiche Fülle der schon im Heimat-Museum untergebrachten Gegenstände. ...&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 12.10.1933&lt;br /&gt;
:... Heute wollen wir unsere Wanderung fortsetzen und den zweiten Raum betreten.&lt;br /&gt;
:Gleich rechts an der Wand erblicken wir einen wohl über 2 m langen Glocken-Strang, der ganz mit Perlen besetzt ist. Er hat wohl einmal in einem vornehmen Hause an der Haustür gesessen, als die elektrischen Glocken noch unbekannt waren. Uns gegenüber zwischen den beiden Fenstern steht eine alte Wanduhr, die ihre 300 Jahre auf dem Nacken haben soll. Sie ist mit einem Spielwerk eingerichtet, das zur Zeit allerdings nicht funktioniert.&lt;br /&gt;
:Rechts neben der Tür steht ein großer Glasschrank, der angefüllt ist mit allerhand Erinnerungsstücken aus früherer Zeit, womit sich unsere Großmütter und Urgroßmütter &amp;quot;verschönt&amp;quot; haben. Riesige Hüte, anscheinend von großem Gewicht, wie man sie sich heute für diesen Zweck auf den zierlichen Köpfen gar nicht mehr vorstellen kann, werden uns hier gezeigt; bunte Hauben, wie wir sie heute nur noch bei den Großmütterchen finden, und bei diesen auch nur noch recht selten; alte Körbe, Krüge, Nippes, Tabakkästen usw. Oben auf dem Schrank ist das Modell des neuen Rathauses aufgestellt.&lt;br /&gt;
:Neben dem Schrank hängt das Wappen der alten Teterower Familie Willgoß. Es wird darauf hingewiesen, daß es aus England stammt. Danach ist die Familie Willgoß von der Insel jenseits des Kanals eingewandert. Wir finden an dieser Wand weiter ein Führungszeugnis über beim Militär abgeleistete Dienstzeit aus dem Jahre 1850 und Glückwünsche zum neuen Jahr. Früher wurden diese mehr oder weniger wertvollen Urkunden schön hinter Glas gelegt und in der sogenannten &amp;quot;guten Stube&amp;quot; aufgehängt.&lt;br /&gt;
:An der nächsten Wand ziehen uns besonders die Sammlungen aus dem Besitz des &amp;quot;großen Sohnes unserer Stadt&amp;quot; Herrn Kapitän Kaempff, an. Außer einem schönen Bild von Kapitän Kaempff hängt dort unter Glas ein Originalbrief Kaiser Wilhelms II. an seinen verdienten Kapitän. Aus seinem Nachlaß sind ferner vorhanden eine Schreibmappe aus Leder mit dem Photo seines Dampfers &amp;quot;Deutschland&amp;quot; (damals größter Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie), verschiedene Orden und Ehrenzeichen, darunter die Rettungsmedaille, die er sich für die Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 verdiente. Auf dem Etuis, in dem die Medaille lag, heißt es: &amp;quot;Dem 4. Offizier des Dampfschiffes &amp;quot;Gellert&amp;quot;, C. J. S. Kaempff, in ehrender Anerkennung für Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 auf der Rhede von Havre von der Direction der Hamburg Amerika Packetfahrt Act. Ges.&amp;quot;. Viele von uns Aelteren kennen noch sehr gut Herrn Kapitän Kaempff, diesen ausgesprochenen Seemanns-Typ, der längere Zeit vor dem Kriege in unserm Ort im Ruhestand lebte und dann nach Rostock verzog.&lt;br /&gt;
:Weiter haben hier die Innungen Gegenstände untergebracht. Die Metall-Innung ist mit großen Schlüsseln und Schlössern aufgefahren, die früher kunstvoll in den eigenen Werkstätten hergestellt wurden. Heute wohl eine Seltenheit, daß so ein Gegenstand noch mit der Hand hergestellt wird. - Ausgebreitet liegt auch hier eine Urkunde aus Kopenhagen, in der einem Johan Bollwagen bescheinigt wird, daß er dort als &amp;quot;Becker&amp;quot; gearbeitet hat. - Außer dem Metall-Stempel der Schuhmacher-Innung, liegt in diesem Glaskasten auch das &amp;quot;Wirtschaftsbuch vom St.-Jürgenstift Teterow&amp;quot;. Das interessanteste Stück unter diesen Urkunden ist aber die älteste Urkunde über Teterow aus dem Jahre 1272. Eine Uebersetzung dieser in Latein geschriebenen Urkunde liegt daneben aus dem Jahre 1751. - Unter dem Tisch steht eine Schuhmacher-Lade, ein Reibestein für Maler usw. Die Firmen Guhl und Renzel, die Kunstgewerbestätten unseres Ortes, sind mit einigen Prachtstücken aus ihren Werkstätten vertreten, die da zeigen, daß das Kunstgewerbe, die Handarbeit, doch noch nicht ganz von der Maschine verdrängt sind. Aus der früheren Färberei von Ad. Lindstaedt sind Drucksteine und Druckmuster ausgelegt. In diesem Teil des Museums werden wir also vertraut gemacht mit früheren Innungs-Gebräuchen und Leistungen. Diese Sammlung ist zwar noch recht schwach, aber der Anfang ist gemacht und wird sicher auch seine Fortsetzung erfahren. - Interessant ist auch noch eine Siegelsammlung. In dieser Sammlung finden wir die verschiedensten Siegel aller möglichen Behörden. Besonders in die Augen fällt ein Riesensiegel. Es ist das Kirchensiegel der St. Marien in Rostock.&lt;br /&gt;
:In den beiden Ecken dieser Wand sind ebenfalls freundliche Eckschränke untergebracht, die allerhand kleine Porzellan-Sammlungen usw. enthalten. Wir dürfen uns aber nicht zu sehr mit Einzelheiten befassen. Alte Lampen, eine Krimoline, bunte Hutschachteln und alle möglichen andern Dinge finden wir hier.&lt;br /&gt;
:Unser Augenmerk zieht aber das Schreibpult vor allem an sich. Es stammt aus dem Jahre 1813 und ist anscheinend in dem Freiheitskriege von einem fremden Krieger hier zurückgelassen. Es ist ein äußerst kunstvoll gearbeitetes Stück, in dem dutzende von Fächern auf kleiner Fläche untergebracht sind. Jeder Winkel ist außerordentlich geschickt ausgenutzt. Für &amp;quot;Leute vom Fach&amp;quot; ein außerordentlich wertvolles Stück, das man gesehen haben muß.&lt;br /&gt;
:In den Glaskästen auf Mitte des Raumes sind bunte Perlarbeiten aller Art: Geldbeutel, Handtaschen (Pompadoure) usw. ausgestellt. Alte Taschenuhren, Riesen-Haarschmuck, wie man ihn früher auf dem Kopf der Frauen prangen sah. Yet-Schmuck, Stickvorlagen usw., Alte Bibeln und Gesangbücher, Münzen aus dem 30jährigen Kriege, die vor längerer Zeit bei Ausgrabungen hier in einem Behälter gefunden wurden; Petschafte, Notgeld aus der Inflationszeit; bunte Glückwunsch-Karten zum Auseinanderklappen, wie sie früher einmal Brauch waren, Patenbriefe usw.&lt;br /&gt;
:An der Wand links von der Tür sind verschiedene Kupferstiche untergebracht, darunter der Kupferstich von der Ueberreichung des Teterower Ehrenbürgerrechtes an Herrn von Thünen auf Tellow am 11.6.1848. - Große Steinsammlungen und Bodenfunde aus der jüngeren Steinzeit liegen in den Kästen dieser Wand. Steinbeile - Pfeilspitzen - Faustbeile - Messer - Scherben der jüngeren Bronzezeit - Hakenpflug - Spindelsteine und Funde aus der alten Steinzeit. Ein prachtvolles Elchgeweih aus dem Rempliner Moor. - Das Geweih eines Moorhirsches aus der Thürkower Gegend. - Ein Pfahlrest, Holzkohle und Brandschutt von der Hausstelle auf dem Burgwall. - Wendisches Hufeisen und Speerspitze vom Burgwall. Topfscherben und Knochenreste und vieles andere. Reich ist die Zahl der Zeugen einer längst hinter uns liegenden Vergangenheit, die uns erzählen aus der Geschichte unserer Väter und Urväter. Es lohnt schon, sich einmel mit diesen Ueberbleibseln einer anderen Zeit zu beschäftigen.&lt;br /&gt;
:Im letzten Schrank dieses Raumes sehen wir alte Kacheln - einen Feierabendstein (der Schlußstein beim Hausbau) - Revolver - Pulverhörner - Maße - Gewichte - Gold- und Getreidewaage - Ellen - Säbel usw.&lt;br /&gt;
:Schließlich sind noch die Fahnen der Schuhmacher-Gesellen-Innung, der Maurer-Gesellen-Innung und des Gesangvereins Harmonia hier aufbewahrt, Hunderte von Zeugen der Vergangenheit liegen friedlich beisammen und sollen uns erinnern an Tage, die gewesen sind. Wir dürfen dankbar sein, daß wir in unserer Stadt nun eine Stätte haben, wo gewesene Dinge gehegt und gepflegt werden und nicht im Müllkasten spurlos verschwinden. Wir alle wollen helfen, daß diese Stätte der Erinnerung weiter ausgebaut werde zur Pflege des Heimatgedankens.&lt;br /&gt;
:Ostmecklenburgische Heimat Nr. 22 vom 18.11.1934&lt;br /&gt;
:Vor dem Heimatmuseum in Teterow&lt;br /&gt;
:In der Zeit nach dem Weltkriege entstanden in verschiedenen mecklenburgischen Städten Heimatmuseen, so auch im Osten unsers Landes, in Malchin 1927, in Waren 1930. Welches ist nun der Sinn und der Zweck dieser Museen? Kurz gesagt: Man will Stätten schaffen, wo Gegenstände einer früheren, vergangenen Kultur gesammelt und aufbewahrt werden. &amp;quot;Aber,&amp;quot; so wird vielleicht mancher fragen, &amp;quot;sind zur Erreichung dieses Ziels wirklich Ortsmuseen nötig? genügt dazu nicht das in Schwerin bestehende Landesmuseum?&amp;quot; Gewiß´, das Landesmuseum dient auch demselben Zweck, und wir freuen uns sehr, ein solches zu besitzen. Aber daneben können wir auch die Ortsmuseen nicht gut entbehren. Sie leisten uns bei der Durchführung der Heimatbundbestrebungen oft vorzügliche Dienste. Wie sich das im einzelnen auswirken kann, soll hier kurz etwas näher ausgeführt werden.&lt;br /&gt;
:Viele Menschen kommen nur selten nach Schwerin, und wenn sie wirklich einmal dahinkommen, haben sie keine Gelegenheit, das Museum aufzusuchen. Ganz anders liegt die Sache, wenn ein Museum in der Nähe ist. Da wird mancher durch einen guten Freund oder Bekannten veranlaßt, an der Besichtigung desselben teilzunehmen. Findet er dann Gefallen an dem dort Gebotenen, so kommt er zum 2. und 3. Male wieder, wie wir es hier in Teterow schon häufig erlebt haben. So ein Besuch regt aber auch zum Sammeln selbst an. Wie oft haben wir hier den Fall schon gehabt, daß die Leute, wenn sie diese oder jene Sachen sahen, freudestrahlend ausriefen: &amp;quot;So ein Ding haben wir auch noch zu Hause!&amp;quot; &amp;quot;Auf unsere Bitte, es dann doch dem  Museum zu schenken, waren sie meistens gleich bereit dazu. Auf diese Weise haben wir schon vieles bekommen, was sonst wohl in den meisten Fällen der Vernichtung anheimgefallen wäre. Gerade durch die Ortsmuseen wird ohne Zweifel der Sinn und das Verständnis für die Heimatbundarbeit ungemein geweckt und gefördert, und das sollte man nicht vergessen, wenn man von diesen Einrichtungen zuweilen etwas geringschätzig spricht.&lt;br /&gt;
:Weiter mag hier gleich erwähnt werden, daß die Heimatmuseen sich auch für die Schulen segensreich auswirken können. Im Unterricht muß heute mehr als bisher die frühere Kultur berücksichtigt werden. Da kommt es dem Lehrer sehr zu statten, wenn  er seine Schüler gelegentlich eines Wandertages in das Heimatmuseum der in der Nähe liegenden Stadt führt und ihnen dort all die Gegenstände zeigt, über die er zu ihnen im Unterricht gesprochen hat, wie z. B. über die Werkzeuge der Steinzeit, über altes Geschirr, über die Geräte bei der Flachsbearbeitung usw. Bilder werden die unmittelbare Anschauung der Gegenstände selbst nie voll und ganz ersetzen können.&lt;br /&gt;
:Das Teterower Museum wurde schon des öfteren von Schulklassen besucht, und die Lehrer haben mir hinterher wiederholt erklärt, daß ihre Schüler reichen Gewinn von der Besichtigung gehabt hätten. Die Schulen sollten daher bei jeder passenden Gelegenheit das in ihrer Nähe vorhandene Ortsmuseum aufsuchen und dort den Kindern die alten Kulturgegenstände vorführen. Das dafür aufgebrachte Opfer an Zeit wird ganz gewiß nicht umsonst gewesen sein. Wenn die Kinder des Abends von einem solchen Ausflug nach Hause kommen, werden sie den Eltern viel zu erzählen wissen von allem, was sie am Tage gehört und gesehen haben. So wird der Museumsgedanke in das Volk hineingetragen, und diese Tatsache trägt wiederum dazu bei, daß die Arbeit des Heimatbundes gefördert und unterstützt wird. Nach dem hier Ausgeführten darf der Heimatbundes in seinem eigenen Interesse nicht unterlassen, sich für die Schaffung und Einrichtung von Ortsmuseen tatkräftig einzusetzen. Daß die Ortsmuseen schließlich auch noch den Verkehrsinteressen einer Stadt dienstbar gemacht werden können, wird ohne weiteres einleuchten und bedarf daher keiner besonderen Begründung.&lt;br /&gt;
:Wie ist nun Teterow zu einem Heimatmuseum gekommen?&lt;br /&gt;
:Am 12. Mai 1932 schlossen sich die wenigen hier wohnenden Einzelmitglieder des Heimatbundes Mecklenburg zu einer Ortsgruppe zusammen, um so gemeinsam besser und erfolgreicher für die Bestrebungen des Bundes wirken zu können. Die Zahl der Mitglieder war anfangs sehr klein. Nur 10 Herren fanden sich für dies Arbeit zusammen. Trotzdem gingen sie mit frischem Mut an ihre Aufgabe, den Heimatbund in seiner Tätigkeit zu unterstützen, hinan. Heute zählt die Ortsgruppe Teterow bereits rund 70 Mitglieder. Bei der Aufstellung eines Arbeitsplanes wurde von vornherein die Errichtung eines Heimatmuseums in Teterow ins Auge gefaßt. Aber das war keine leichte Sache. Es war nichts vorhanden, weder Raum, weder Sachen, noch Geld. Ganz anders lagen die Verhältnisse in unserer Nachbarstadt Malchin. Da kaufte die Stadt für 3000 RM. die reichhaltige Sammlung des Lehrers Berg zur Herrichtung eines Museums, gab zum weiteren Ausbau desselben jährlich einige hundert Mark her und stellte außerdem 3 schöne Räume im Rathaus zur Verfügung. In Waren wurde das dortige Ortsmuseum von einem Museumsverein gegründet, der seine ganzen Beiträge zu diesem Zwecke opfert und dann weiter auch noch von der Stadt unterstützt wird. Weil die hiesige Ortsgruppe sich aber dem Landesverband angeschlossen hat, so gehen fast unsere gesamten Beiträge nach Schwerin, und für das Heimatmuseum bleiben nur geringe Geldmittel übrig. Die Stadt konnte uns wegen ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage mit Geld nicht unterstützen. So waren wir auf uns allein angewiesen.&lt;br /&gt;
:Alle Hindernisse konnten uns aber doch nicht bewegen unser Vorhaben betreffs eines Heimatmuseums aufzugeben. Als im Frühjahr 1933 die Stadt Teterow in entgegenkommender Weise zwei Räume im Gewerbeschulhause für ein Museum zur Verfügung stellte, da wurden von der Ortsgruppe alle Bedenken bei Seite gesetzt. Sie forderte durch einen Aufruf in der Zeitung und durch sonstige Bekanntmachung zur Hergabe geeigneter Sachen auf. Die Bevölkerung aus der Stadt und der Umgegend kam dieser Bitte mit großer Bereitwilligkeit nach und brachte uns viel Brauchbares für unsere Sammlung. In der Person des Reichsbahninspektors Willi Bartels fanden wir einen Herrn, der sich mit vielem Geschick und großem Eifer der Museumsangelegenheit widmete. Ihm haben wir es in der Hauptsache zu danken, daß das Unternehmen schon im Laufe des Sommers solche Fortschritte machte, daß wir allen Ernstes daran denken konnten, das Museum noch im Herbst zu eröffnen. Am Sonntag, dem 24. September 1933, fand in Gegenwart des Professors Dr. h. c. Wossidlo, des Bürgermeisters Dr. Meyer, des Stadtverordnetenvorstehers Münter und vieler Einwohner unserer Stadt die feierliche Eröffnung des Teterower Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe begrüßte die Festversammlung, dankte allen Stiftern von Museumsgaben für ihre Unterstützung und sprach dann über die Bedeutung der Ortsmuseen. Weitere Ansprachen hielten Bürgermeister Dr. Meyer und Professor Wossidlo. An die Eröffnungsfeier schloß sich unmittelbar die Besichtigung des Museums. Alle waren erstaunt, was hier in so kurzer Zeit an altem Kulturgut zusammengebracht worden war. Man konnte aber gleich feststellen, daß die vorhandenen Räume zur Unterbringung der vielen Sachen völlig unzureichend waren. Professor Dr. Wossidlow, der beste Kenner unserer heimischen Volkskultur, sprach sich über die damals bereits vorliegende Sammlung sehr lobend aus und wies auf manches wertvolle Stück in derselben besonders hin. Inzwischen sind viele Gegenstände neu hinzugekommen. Das Museum wirbt jetzt selbst für sich am besten. So wird uns manches alte Kulturstück angeboten, auf das die Leute erst bei einer Besichtigung des Museums aufmerksam wurden und dessen großen kulturellen Wert sie vorher nicht zu schätzen wußten. In diesem Zusammenhange mag darauf hingewiesen werden, daß das Teterower Museum fast ausschließlich Sachen aus unserer Stadt selbst oder deren näherer Umgebung enthält. Das ist nicht überall der Fall. In manchen Ortsmuseen findet man viele Gegenstände, die aus allen Teilen unseres Landes herbeigeholt sind. Das ist ganz gewiß nicht richtig und entspricht auch keineswegs dem Charakter eines Ortsmuseums. Solche Sachen gehören in ein Landesmuseum. Teterow darf daher mit Recht für sich in Anspruch nehmen, wirklich ein Museum für unsere ostmecklenburgische Heimat geschaffen zu haben.&lt;br /&gt;
:Wenn nun aber jemand gern erfahren möchte, welche Altertümer das Teterower Heimatmuseum heute nach einjährigem Bestehen bereits enthält, so kann ich diesem Wunsche nur zu einem kleinen Teil nachkommen. Die Frage läßt sich nämlich im Rahmen dieser Arbeit nicht ausführlich beantworten. Ich will aber versuchen, das Wichtigste, nach Gruppen geordnet, hierüber mitzuteilen. Wer aber einmal Gelegenheit hat, nach Teterow zu kommen, der sollte nicht versäumen, unser Museum aufzusuchen. Er wird sicherlich dort manches Sehenswerte vorfinden, besonders an volkskundlichen Sachen.&lt;br /&gt;
:Die Vorgeschichte ist in unserm Museum zur Zeit leider nur mit wenigen Stücken vertreten. Daraus soll man aber nun nicht den Schluß ziehen, als wären diese Sachen hier nur, in geringem Maße vorhanden. Gerade in der Teterower Gegend sind viele wertvolle Zeugen aus der Steinzeit aufgefunden. Aber sie sind nicht dem Heimatmuseum zugeführt. Sie befinden sich teils noch im Privatbesitz, teils sind sie durch Verkauf in andere Sammlungen gekommen.&lt;br /&gt;
:In der Abteilung &amp;quot;Trachten&amp;quot; sind besonders Hüte, Mützen und Tücher für Frauen aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert in recht schöner Aufmachung vorhanden. Sie geben uns ein anschauliches Bild von dem Geschmack der damaligen Mode. Sehr reichhaltig ist die Sammlung der Handarbeiten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Hier finden sich nach Professor Wossidlos Urteil sehr seltene und wertvolle Stücke. Aus der Zeit unserer Urgroßväter ist eine Kücheneinrichtung fast lückenlos zusammengestellt. Selbst ein offener Herd mit allem Beiwerk (Kesselhaken, Dreifuß, Grapen usw.) ist aufgebaut und läßt uns einen Blick in die damalige Küchenwirtschaft tun. Auch altes Töpfer- und Porzellangeschirr, wie es während dieses Zeitabschnitts in Gebrauch war, konnte noch aus Stadt und Umgegend herbeigeschafft und dadurch für die Nachwelt sichergestellt werden. Sämtliche Geräte zur Flachsbearbeitung bis auf Schwingblock u. Webstuhl hat das Teterower Museum in tadellosem Zustande aufzuweisen. Die Abteilungen: Handwerk, Landwirtschaft, Waffen, Münzen und altertümliche Hausgegenstände enthalten bereits jetzt eine stattliche Zahl von Einzelnummern und werden in nächster Zeit noch erheblichen Zuwachs bekommen.&lt;br /&gt;
:Von der Glasindustrie, die zu Anfang des vorigen Jahrhunderts noch in der Panstorfer Glashütte in Betrieb war, können hier verschiedene Stücke gezeigt werden, desgleichen auch von den früher in Teterow angefertigten Kunsttöpferwaren.&lt;br /&gt;
:Diese kleine Auslese aus dem Bestand der hiesigen Sammlung mag genügen, um zu zeigen, daß die Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes nach besten Kräften bemüht waren, ihr Museum zweckentsprechend aufzubauen. Große Sorge macht uns aber noch immer die Raumfrage. Seit der Eröffnung im vorigen Jahre sind uns so viele schöne Sachen gebracht, daß es uns wirklich Mühe macht, sie überhaupt noch unterzubringen, geschweige sie richtig und ordnungsgemäß aufzustellen. Wir werden deshalb in nächster Zeit die Frage ernstlich erwägen müssen, ob es im Interesse der Museumssache selbst nicht besser wäre, wenn die Ortsgruppe ihr Eigentumsrecht an die Stadt abtreten würde. Die Stadt kann für den Ausbau des Museums mehr Geldmittel zur Verfügung stellen, als wir bei dem geringen Ueberschuß von unsern Beiträgen jemals hergeben können. Vielleicht gelingt es der Ortsgruppe, diese Frage einmal einer glücklichen Lösung entgegenzuführen, damit das Teterower Heimatmuseum in keiner Weise hinter den andern Ortsmuseen unseres Landes zurücksteht.&lt;br /&gt;
:undatierter Zeitungsartikel zur ältesten Teterower Urkunde (verm. zwischen 1940 - 1945)&lt;br /&gt;
:... Bei Eröffnung des Teterower Heimatmuseums wurde sie als Leihgabe dorthin gegeben. Sie wurde zusammen mit einer mittelalterlichen Uebersetzung doppelseitig unter Glas gerahmt. Da sie das älteste und wertvollste Stück des Teterower Heimatmuseums ist, hat sie gegenwärtig an anderer Stelle einen sicheren Platz bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Feuerwehrmuseum===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
===Hospital St. Gertruden===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ehemalige Hospital St. Gertrud am Gertrudensteig ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===St.Jürgen Hospital===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Apotheken in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Teterower Feuerwehr==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Wirtschaftsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fischerei in  Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerkszünfte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verkehrsnetz in der Region Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen|Über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Teterower Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Vereinsgeschichte(n)==&lt;br /&gt;
===Die Teterower Schützenvereine===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bergring - Europas schönste Grasrennbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg007/484026143.pdf &amp;quot;Bergring Teterow (Meckl. Schweiz)&amp;quot; Gerhard Böhmer In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.7 (1931) 8 S.393-394]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/51368719X.pdf 12. Teterower Bergring-Rennen um den &amp;quot;Preis von Mecklenburg&amp;quot; In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 128 S.467]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513750924.pdf Der &amp;quot;Mecklenburgische Nürburgring&amp;quot; hält, was er verspricht In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 129 S.514] &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616616.pdf Bergring Teterow (Meckl. Schweiz) Carl Schröder In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.378-379]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Stiftungen 1900==&lt;br /&gt;
===Anthon-Stiftung===&lt;br /&gt;
:Diese, der Armenpflege, insbesondere zur Unterstützung verarmter Personen weiblichen Geschlechts, bestimmte Stiftung rührt wahrscheinlich von der im Jahre 1745 zu Nieköhr geborenen, im Jahre 1831 zu Teterow verstorbenen unverehelichten Friederike Anthon aus Teschow her. Die Stiftung wird von dem jedesmaligen ersten Prediger in Teterow verwaltet. Das Capitalvermögen beträgt jetzt 320 Mk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Burmeister-Lehnstift===&lt;br /&gt;
:Der aus Teterow gebürtige Bürgermeister Burmeister zu Ribnitz vermachte und gab in einem beim Magistrat zu Teterow niedergelegten schriftlichen Aufsatz d. d. Teterow den 29. September 1582 den armen Leuten zu Teterow mehrere Ackerstücke mit der Bestimmung und Vorschrift, daß die Prediger und Bürgermeister zu Teterow Patrone und Verwalter der Stiftung sein und die Ackerstücke vermiethen, die Aufkünfte aber an die Armen der Stadt Teterow vertheilen sollten.&lt;br /&gt;
:Die also gegründete Stiftung ist das noch bestehende Burmeister-Lehnstift. Über die Verhältnisse desselben ist zu bemerken, daß es anfänglich eine Art Privat-Armenanstalt unten dem stiftungsmäßigen Patronat war. Im Jahre 1821 reclamirte der Magistrat das Stift für die Stadt-Armencasse. In Folge landesherrlicher Determination vom 21. Januar 1823 aber wurde bestimmt, daß die bisherige abgesonderte Verwaltung fortbestehen, die Rechnungsablage aber nach bereits unterm 3. September 1795 Allerhöchst getroffener Bestimmung bei dem Superintendenten geschehen solle. Durch dieses Allerhöchste Rescript vom 3. September 1795 ist das Burmeister-Lehnstift der Aufsicht des competirenden Superintendenten sowohl hinsichtlich der Berechnung als auch hinsichtlich der Vermögens-Administration unterstellt und von der Zeit an als eine kirchliche Stiftung behandelt und angesehen, auch später als solche vom Großherzoglichen Ministerium für geistliche Angelegenheiten unterm 23. October 1854 ausdrücklich anerkannt worden.&lt;br /&gt;
:Patrone und Berechner der Stiftung sind der jedesmalige älteste Prediger und der jedesmalige Bürgermeister in Teterow. Die Einnahme der Casse besteht in Ackerpacht und in Zinsen von Capitalien; die Ausgabe, außer den Administrationskosten, in Zahlungen an die Armencasse, welche durchschnittlich 600 Mk. p. a. betragen. Diese Zahlungen geschehen in Folge der obengedachten Allerhöchsten Determination vom 21. Januar 1823, laut welcher die Überschüsse alle halbe Jahre um Ostern und Michaelis an das Armen-Collegium abgeliefert werden sollen. Das Vermögen beträgt gegenwärtig ca. 6000 Mk. in Capitalien und außerdem besitzt das Stift 10 Ackerstücke, welche eine Jahrespacht von fast 700 Mk. eintragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fiedlersches Schul- und Armenstift===&lt;br /&gt;
:Der Pastor Felix Fiedler in Teterow gründete daselbst durch Acte vom Tage Johannes des Täufers anno 1699 eine Stiftung zum Besten armer Schulkinder, für welche das Schulgeld aus den Auskünften eines legirten Camp-Ackers, des seitdem sogenannten Schulcamps, bezahlt werden sollte. Er verordnete zu &amp;quot;wahren rechtmößigen Patronen dieser Stiftung die beiden Herren Prediger und die beiden Herren Bürgermeister und deren successores im Amte&amp;quot;, und diesen wurde auch die Führung der Berechnung übertragen. Unterm 3. September 1795 wurde das Schulstift der Aufsicht des zuständigen Superintendenten sowohl hinsichtlich der Berechnung als auch hinsichtlich der Vermögensverwaltung unterstellt, und von der Zeit an wurde das Stift als eine kirchliche Stiftung behandelt und angesehen, auch unterm 12. August 1854 als solche vom Großherzoglichen Ministerium für geistliche Angelegenheiten ausdrücklich anerkannt.&lt;br /&gt;
:Der Schulcamp ist mit überbischöflicher Genehmigung vom 12. März 1858 an die Stadt Teterow zum Bau eines neuen Schulhauses vererbpachtet worden. Die Aufkünfte des Schulstifts, dessen Vermögen, einschließlich der capitalisirten Erbpacht, z. Z. ca. 13400 Mk. beträgt, werden an die städtische Schulcassa abgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Predigerwittwen-Stift===&lt;br /&gt;
:Dasselbe ist aus dem Armenstift, Burmeisters Lehn, hervorgegangen, indem es aus einem aus diesem Stift (mit Unrecht) abgesetzt, später aber restituirten Capitale (f. die Special-Schullehrer-Wittwencasse zu Teterow) etwa im Jahre 1709 gestiftet worden ist. Um diese Zeit wurde von den Erben des verstorbenen H. Adeler dessen Schuld an das Burmeister Lehnstift mit 57 Gulden 20 Schill. eingezahlt. Die Patrone dieses Stifts beschlossen, mit Zustimmung des damaligen Superintendenten Schaper, daß dies Geld nicht an Arme vertheilt, sondern zur Unterstützung Teterower Predigerwittwen ausgesetzt werden solle. Dies Capital von 57 Gulden 20 Schill., welches die Prediger aus ihren Mitteln zu 60 Gulden completirten, bildet den ersten Fonds zu dem Predigerwittwen-Stift, in Bezug auf welches die Patrone des Burmeister-Lehnstifts festsetzt:&lt;br /&gt;
:1. daß die Patrone des Burmeister-Lehnstifts auch über diese Wittwen-Hebungen bestellt sein und unter einander richtige Rechnung ablegen sollten;&lt;br /&gt;
:2. daß die Zinsen des Capitals, wenn keine Predigerwittwen vorhanden, zur Vermehrung des Capitals beigelegt werden sollten;&lt;br /&gt;
:3. daß, wenn eine Wittwe vorhanden sei, ihr die Zinsen jährlich gereichet und wenn mehrere Wittwen vorhanden seien, die Zinsen unter dieselben getheilt werden sollten.&lt;br /&gt;
:Dieser erste Fonds des Predigerwittwen-Stifts wurde nicht nur durch 100 Gulden, welche ein Wilgos demselben im Jahre 1719 legite, sondern auch dadurch vermehrt, daß verschiedene Überschüsse des Burmeister-Lehnstifts dem Wittwenstift zugerechnet sind.&lt;br /&gt;
:Durch landesherrliche Verfügung vom 3. September 1795 wurde das Stift der Aufsicht des zuständigen Superintendenten unterstellt. Patrone sind die beiden Prediger zu Teterow, von denen der jedesmalige älteste als Berechner fungirt. Das Stiftsvermögen beträgt jetzt ca. 20200 Mk. Es wird z. Z. eine Pastorenwittwe mit einer Pension von 360 Mk. unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Special-Schullehrerwittwen-Stift===&lt;br /&gt;
:Diese Stiftung ist im Jahre 1857 mit einem Capitale von 600 Thlr. Crt. (1800 Mk.) gegründet worden. Diese 600 Thlr. sind der Stiftung von dem Predigerwittwen-Stift in Teterow, welches dieselben als zu Unrecht aus dem Vermögen des Burmeister-Lehnstifts s. Z. empfangen hatte, überwiesen worden.&lt;br /&gt;
:Für die Verwaltung des Special-Schullehrerwittwen-Stifts, welchem unterm 27. April 1857 die Rechte einer juristischen Person ertheilt worden sind, normiren die am 27. März 1857 oberbischöflich bestätigten Statuten vom 17. März 1857. Nach denselben sind die Lehrer an der Teterower Bürger- und Volksschule beim Antritt einer in das obligate allgemeine Prediger- und Schullehrerwittwen-Institut recipirten Stelle, mögen sie verheirathet sein oder nicht, zum Beitritt in dieses Special-Stift und zur Zahlung eines Receptionsgeldes von 15 Mk. in die Specialcasse verpflichtet. Die Reception der Lehrer an der Teterower Realschule in dieses Stift ist nicht angängig. Jedes verheirathete oder verwittwete Mitglied zahlt einen Jahresbeitrag von 3 Mk. Von den jährlichen Zinsauskünften werden, wenn eine Wittwe vorhanden, 50 Procent, wenn mehrere Wittwen vorhanden, 75 Procent zur gleichmäßigen Vertheilung zu Wittwen-Pensionen verwendet. Die übrigen resp. 50 oder 25 Procent - sowie, wenn keine Wittwe vorhanden, die gesammte Zinsaufkunft - werden, nach Abzug der Verwaltungskosten, zum Capital geschlagen.&lt;br /&gt;
:Wer aus seinem Lehramte an der Teterower Bürger- und Volksschule, ohne pensionirt zu sein, dadurch ausscheidet, daß er solches niederlegt, z. B. auch im Falle eines Wegzuges, hört auf, ein Mitglied des Stifts zu sein. Ebenso scheidet derjenige als Mitglied aus, welcher seines Amtes entsetzt oder auch desselben durch Kündigung oder auf sonstige unfreiwillige Art durch seine Ortsbehörde verlustig geworden ist. Wittwen, die sich wieder verheirathen, verlieren ihre Pension. - Das Stift wird von den beiden Pastoren zu Teterow, dem Bürgermeister und dem ältesten Rathmann verwaltet. Das gegenwärtige Capitalvermögen hat eine Höhe von 10000 Mk. Die Mitgliederzahl beträgt 17. Unterstützung empfängt z. Z. eine Wittwe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(in: Die kirchlichen milden Stiftungen in Mecklenbur-Schwerin von E. Millies, Schwerin, Druck u. Verlag von Ed. Herberger&#039;s Buchdruckerei u. Verlagshandlung, 1900)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst im öffentlichen Raum Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Hechtbrunnen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was der Teterower Bürgermeister 1912 zum Brunnen schreibt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1912 richtet der Teterower Bürgermeister Dr. Müller ein amtliches Schreiben mit folgenden Worten an das Schweriner Kabinett, &amp;quot;Wie allgemein bekannt sein dürfte, werden die Teterower, besonders auswärts, immer mit der Frage geneckt: Hewwt Ji em all wedder?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Mit dieser Einführung erbittet er nunmehr die Genehmigung zur Aufstellung eines Brunnens mit Hecht, &amp;quot;der die Teterower in die Lage versetzen würde, diese Neckereien dann endlich zurückzuweisen, indem sie antworten können: Ja, wi hem´em, kiek em Di an, up´n Markt steiht he!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die Bürgermeister-Worte überzeugten und mit der bald darauf aus Schwerin erteilten Genehmigung konnten die Teterower Geld sammeln und einen Wettbewerb zu seiner Ausführung ausloben. &lt;br /&gt;
:Neun Architekten und Bildhauer schickten ihre Entwürfe.&lt;br /&gt;
:1200 Goldmark brachte die erste Sammelaktion ein.&lt;br /&gt;
:Der Entwurf des renomierten Mecklenburger Bildhauers Wilhelm Wandschneider überzeugte die Stadtvertreter besonders.&lt;br /&gt;
:Im November 1913 konnte der Bau des Brunnens aus Granit-Porphyr beginnen.&lt;br /&gt;
:Der Redakteur des &amp;quot;Kladderadatsch&amp;quot;, damals Deutschlands meistgelesene Satirezeitschrift, Paul Warnke, gebürtiger Lübzer und redaktioneller Amtsnachfolger von Johannes Trojan, lieferte den Text für die Randinschrift: &amp;quot;Wek Lüd sünd klauk un wek sünd daesig un wek de sünd wat aewernäsig. Lat´t er spijöken, Kinnings la´t! De Klock hett lüer´t, de Hekt is fat´t&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Teterower Zeitung&amp;quot; berichtet darüber: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Große Heiterkeit erregte es, als man in dem unteren Bassin einen kapitalen lebenden Hecht der an einem in den Landesfarben gehaltenen Band eine Glocke um den Hals trug, lustig umherschwimmen sah.&amp;quot; (TZ 19. Mai 1914)&lt;br /&gt;
:Seither trägt das kleine Kerlchen den übergroßen Hecht auf seinen Schultern zu Markte.&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde der Knabe im Schutze des neuen, dritten Rathauses zum ersten Wahrzeichen der Stadt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616489.pdf Unsachliches über Teterow Gisela Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.376-377]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg017/523388950.pdf Wandschneider plaudert aus seinem Leben : von Amerika nach Teterow Wilhelm Wandschneider In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.17 (1941) 198 S.114-115]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die verschobene Kirche===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Mittelpunkt (von MV?)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blüchers Pfeife===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower Katze===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Denkmale in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kriegerdenkmal===&lt;br /&gt;
:Auf Initiative des neu ins Amt berufenen Bürgermeisters Franz von Pentz wurde am 3. April 1881 der Teterower Verschönerungsverein gegründet. &lt;br /&gt;
:Eines der ersten Anliegen des Vereins war die Errichtung eines Kriegerdenkmals mit den Namen der toten Teterower Soldaten. Unterstützung fand der Verein dabei beim Kampfgenossen-Verein, der u. a. einen Programmabend für das zu errichtende Kriegerdenkmal veranstaltete, der Erlös betrug 130 M. Eine Lotterie mit Gewinn-Gegenständen von Arbeiten der Teterower Industrieschule sollte folgen. Einer der wesentlichen Unterstützer des Projektes war der Bauinspektor Wilhelm Müller, Besitzer einer Eisengießerei und Maschinenfabrik in Teterow. Er ließ auf seine Kosten die etwa 4 m lange Säule herstellen. Am 2. September 1882 - dem Jahrestag der Schlacht von Sedan - wurde die Einweihung auf dem Wilhelmsplatz (heute Platz des Friedens) vorgenommen. Eine zeitgenössische Beschreibung: &amp;quot;Auf einem Sockel von poliertem Granit erhebt sich eine ebenfalls granitne polierte Säule mit korinthischem Kapitäl. Auf demselben befindet sich die aus Chamotte gefertigte und vergoldete Figur einer Friedensgöttin, welche in der Linken einen Palmenzweig, in der Rechten einen Lorbeerkranz hält. Die Vorderseite des polierten Sockels trägt eine Tafel, auf welcher in vergoldeten Buchstaben die Namen der im Feldzuge 1870/71 aus hiesigem Amtsgerichtsbezirk gefallenen Krieger verzeichnet sind. Ein eisernes Kreuz mit der Inschrift &amp;quot;Mit Gott für Fürst und Vaterland&amp;quot; schmückt die Tafel, und unter demselben befinden sich folgende Namen:&lt;br /&gt;
:Heinrich Fiedler aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schmaedcke aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schenck aus Teterow&lt;br /&gt;
:Heinrich Schoenfeldt aus Nienhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Düsing aus Neu-Wockern&lt;br /&gt;
:Johann Rüger aus Bristow&lt;br /&gt;
:Christian Dabbert aus Baartz&lt;br /&gt;
:Johann Ernst aus Appelhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Krüger aus Vollrathsruhe&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1903 erfolgte die gärtnerische Anlage durch den Verschönerungsverein. 1908 gab es noch einen Beschluss der Rats- und Bürgersitzung im Frühjahr 1909 den Siegesengel neu vergolden zu lassen. Das dazu aufgestellte Gerüst wurde auch von jemandem genutzt, der den Palmzweig zerbrochen hatte. 1947 wurde dann das Denkmal zerstört, der Sockel auf dem St. Georgs Friedhof aufgestellt. Bildhauer Willy Freese und sein Sohn Karl-Heinz fertigten aus den Trümmern der Säule eine Kugel, die heute den Sockel krönt.&lt;br /&gt;
:Das Denkmal im Ganzen muss über 9 m hoch gewesen sein. Ein ähnliches Denkmal befand sich in Stavenhagen, wurde aber auch zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Bismarck-Denkmal===&lt;br /&gt;
:Mit dem Fund eines Felsens von 4,5 m Länge und 3 m Breite in der Pampower Feldmark kam im Januar 1900 die Idee auf, diesen für ein Bismarck-Denkmal nutzen zu wollen. Die Kosten dafür waren auf 500 M geschätzt worden und wurden per Listensammlung bereits Ende Januar erreicht. Vorgesehene Standorte dafür waren u. a. die Heidberge oder der Schulkamp, letztlich entschied man sich aber für den Friedrich-Franz-Platz - seinen heutigen Standort.&lt;br /&gt;
:Zum Abtransport wurde der Stein in seine heutige Form gebracht, mit einem Gewicht von 22,5 t. Mittels 4 Dampfpflug-Lokomobilen der Herren Jenke und Godow wurde er im Mai 1900 in die Stadt gebracht. Zu überwinden galt es dabei die Bedenken der Chausseebauverwaltung und auch die Eisenbahnverwaltung gestattete das Überqueren der Geleise erst nach Durchfahrt des letzten Zuges um 1.00 Uhr nachts. Am 8. Mai 1900 konnte er unter Musik der städtischen Kapelle abgeladen werden. Am 12. März trafen sich in Lembckes Lokal die Spender des Bismarck-Denkmals zur Auswertung.&lt;br /&gt;
:Die bis dahin entstandenen Kosten beliefen sich bereits auf 900 M, die Einnahmen betrugen nur 630 M. Trotzdem erschien den Beteiligten eine Finanzierung des Fehlbetrages möglich und die Idee für ein Medaillon-Bildnis des Fürsten Bismarck entstand. Nach Beratung am 26. März 1900 zwischen Bürgervertretung und Verwaltung wird diese beauftragt, ein Fundament für den Stein errichten zu lassen und der Bürgermeister kann von einer Spende in Höhe von 300 M von Herrn Hermann Paepcke aus Chicago für ein Bismarckmedaillon berichten. Bereits am 30. Mai 1900 begannen die Untermauerungsarbeiten für den Stein, dabei wurden Knochenreste des ehemaligen Friedhofes vor dem Gertrudenstift gefunden. Im September 1901 wurde dann die Vertiefung zur Aufnahme des Medaillons in den Stein gehauen. Im September 1901 kam der Verschönerungsverein zusammen und beschloss unter anderem, einen Klinkersteig am Bismarck-Denkmal verlegen zu lassen, was im September 1902 geschah. Noch im September 1901 wurde das Porträt des ehemaligen Kanzlers in den Stein eingelassen. Von einer offiziellen Einweihung lässt sich in den Zeitungen der Zeit nichts finden.&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich 1947 in Berlin die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (V.V.N.). Die Ortsgruppe des V.V.N. Teterow forderte für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Faschismus die Überlassung des Bismarcksteins. Da die Denkmalpflege keine Einwände hatte, konnte die Umnutzung erfolgen und zum 1. Mai 1949 übernahm die Stadt den Stein in ihren Schutz, das Bismarck-Medaillon kam ins Museum. (Mit der Auflösung des Museums wurde das Medaillon ins Museum nach Waren verbracht und verschwand dort). Mit der Errichtung des Denkmals am Mühlenteich 1969 hatte der V.V.N.-Stein ausgedient und erhielt 1977 eine Platte mit einigen Angaben. Auf Initiative des Heimatbundes Teterow e. V. konnte durch eine Spendensammlung am 31. Juli 1998 wieder ein Bismarck-Medaillon am Stein enthüllt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bismarckstein 1.jpg|thumb|350px|rechts|Bismark-Stein (Quelle: Stadtarchiv Teterow)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrenmal in den Heidbergen===&lt;br /&gt;
:Ursprünglich hatte schon der Baudirektor Gustav Hamann aus Schwerin - 1910 bei der Errichtung des Rathauses in Teterow weilend - einen Turm auf dem Teterower Heidberg errichten wollen. Die Lage über der Stadt bot eine gute Fernsicht und hätte auch den Tourismus in der Stadt weiter beleben können. Daher wandte er sich mit Schreiben vom 27. Januar 1910 an den Bürgermeister Schmidt mit dem Vorschlag, einen Aussichtsturm auf dem Heidberg zu errichten. Hamann wollte dazu kostenlos eine Zeichnung und einen Kostenvoranschlag zur Verfügung stellen. Nach Rücksprache mit Hamann wurde von der Rats- und Bürgersitzung die Einrichtung eines Baufonds bewilligt, in den bis 1926 70,89 Mark eingezahlt wurden. Am 26. November 1922 wurden die Gedenktafeln an die Gefallenen des 1. Weltkrieges der Kirchengemeinde in der Pfarrkirche eingeweiht, dies war der Anlass für Kriegerverein und Gewerbetreibende eine Würdigung für die Gefallenen in der Stadt anzuregen. Beide bildenten am 25. September 1924 ein Komitee, dem die Herren Molkereibesitzer Wickboldt, Major von Zeppelin auf Appelhagen, Bürgermeister Dr. Müller, Lehrer Köpcke, Kaufmann Ehrich, Gärtnereibesitzer Franz, Pastor Schumacher, Ihde, Kaufmann Bülow, Kämmereiberechner Rußdorf, Uhrmacher Mäting, Maurermeister Kohlert, Voß, Müschen, Vick und später auch Ackerbürger Hannemann angehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Spenden zum Bau stammten von Teterowern mittels Haussammlungen, kamen aber auch von ausgewanderten Familien (Hugo Altschwager aus Milwaukee, Erna Volkner aus Chicago), Zeitungsanzeigen, Benefizveranstaltungen und eine Lotterie brachten ebenfalls Geld ein. Die Inflation ließ das gesammelte Geld immer wieder zusammenschrumpfen. Molkereibesitzer Wickboldt dazu: &amp;quot;Immer wenn die Kommission glaubte nunmehr bald mit dem Bau beginnen zu können, war der Wert der Mark wieder geschwunden. Es mag als Kuriosa angeführt werden, das wir im Jahr 1923, um noch etwas von den Geldern zu retten, mit dem Restgeld eine Kiste Kognak kauften, um es wertbeständig anzulegen. Dies ist bei späteren Verlosungen auch wieder verwertet worden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur Standortfrage wendete sich die Kommission an den Heimatbund Mecklenburg, dieser empfahl den Stadtgartendirektor Schomburg als Sachverständigen, der mehrere Standorte untersuchte. Der Friedhof schien als Platz durchaus geeignet, da Hintergrund und Anlage bereits vorhanden waren, für größere Gedenkfeiern fehlte allerdings der Platz. Ein Platz auf dem Schulkamp kam wegen des kleinen Geländes nicht in Frage. Das Mühlenbruch böte genug Platz, hätte aber für ein Ehrenmal befestigt werden müssen. Der Halbkreisrasen gegenüber dem Bahnhof wäre &amp;quot;bedingt durch den Post- und Bahnhofsverkehr der Obhut des Publikums anvertraut&amp;quot; und somit geeignet. Der Heidberg schien für eine weit ins Land ragende Gedächtnisstätte geeignet. Der weite Weg könnte durch Fahrgelegenheiten absolviert werden und auch die &amp;quot;alte Herren-Kolonne&amp;quot; mit zum Teil über 80jährigen legte diesen Weg täglich zurück. Ein weiteres Argument war, dass der Heidberg der historische Platz für die Gedenkfeiern der Teterower sei. Die Sedan-Feier und auch die Feier 1813 hatten hier stattgefunden, an diesen Tagen brannten Holzstöße und fast ganz Teterow - Alt und Jung - waren hier versammelt. Daher beschloss die Denkmalkommission den Standort Heidberg und die Stadtverordnetenversammlung genehmigte im November die Freigabe des Platzes für ein Denkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Gestaltung erarbeitete die Kommission schon im Dezember 1925 Leitsätze und stellte diese den Vereinen zur Diskussion. Mit Verweis auf den Ernst-Moritz-Arndt-Turm in Bergen wurde eine Verbindung aus Aussichtsturm und Denkmal vorgeschlagen, entsprechende Entwürfe dazu wurden im Schaufenster des Kaufhauses Ramelow ausgestellt. Die Ausführung eines Turmes durch Teterower Firmen war ein weiteres Argument für diese Variante, da bei einer Skulptur ein auswertiger Künstler das Geld erhalten würde. Zahlreiche Künstler reichten dazu Entwürfe ein. Im November 1926 empfahl daher der Geheime Baurat Pries aus Schwerin (Mitglied des Ausschusses für Denkmalspflege und Denkmalsbau der Mecklenburg-Schwerinschen Regierung) der Kommission den Entwurf von Korff aus Laage, der daraufhin einstimmig angenommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch im Dezember 1926 erfolgten die Ausschreibungen, die Bauausführung übernimmt Maurermeister Krenzin aus Rostock, die Bauarbeiten die Maurermeister Kohlert und Rathcke aus Teterow. Zur Grundsteinlegung am 12. Juni 1927 konnte bei Gärtner Franz kostenlos Grünes zum Schmücken der Häuser abgeholt werden. Der Festzug versammelte sich um 15.30 Uhr auf dem Wilhelmsplatz (Platz des Friedens) und setzte sich um 16.00 Uhr in Bewegung. In den Grundstein war ein Bleibehälter eingelassen, der Geld, Briefmarken und Papiere enthielt. Nach den Ansprachen erfolgten die symbolischen Hammerschläge und das Spiel des Posaunenchores. Am Abend wurde zum Großen Festball im Hotel &amp;quot;Mecklenburger Hof&amp;quot; eingeladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Weihe des Ehrenmals erfolgte in ähnlicher Form wie die Grundsteinlegung. Erwähnt wurden einige Baudetails: Höhe: 20,1 m, 114 Stufen, Schwertlänge: 8,5 m, Kosten über 18.000 RM, 104 Tage Bauzeit, 23.350 Ziegel und 50 t Zement wurden verbaut. Die Gestaltung des Umfeldes und die Anlage eines Weges wurde 1928 durch Teterower Vereine bewerkstelligt. Fortan wurde das Ehrenmal für Feiern und Kranzniederlegungen zum Ewigkeitssonntag und zur Tannenbergfeier (am 27. August - siegreichen Schlacht gegen Russland 1914) regelmäßig genutzt. Darüber hinaus war es auch Treffpunkt des Stahlhelmtages in Teterow am 14. und 15. Juni 1930, des Teterow-Malchiner-Schülertreffen am 24. Juni 1931 und des SA-Tages am 19. Juni 1932. Die Reden bei diesen Anlässen entsprachen mit dem üblichem Chauvinismus und Revanchismus der Zeit. Einen Höhepunkt des Missbrauchs erlebte das Ehrenmal dann mit dem Besuch Adolf Hitlers, der von hier am 19. September 1937 das Herbstmanöver der Wehrmacht beobachtete. 1939 erfolgte noch der Anbau der Wärterkabine mit Verkaufsstand und die Anbringung der Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen. Im 2. Weltkrieg befand sich im Umfeld eine Funkmessstation, das Ehrenmal lag im umliegenden Sperrgebiet und war somit nicht zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach 1945 verlor das Ehrenmal seinen Zweck als zentraler Gedächtnisort der Stadt an den VVN-Stein und später an das Denkmal am Mühlenteich. Ansichtskarten der Zeit bezeichnen es dann auch folgerichtig als &amp;quot;Aussichtsturm auf dem Heidberg&amp;quot;. Erst 1979 gab es die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt. Mit dem politischen Umbruch 1989/90 galten die anderen Denkmale als belastet und das Ehrenmal wurde wieder der zentrale Gedenkort Teterows. Die Bedeutung des Ehrenmals wurde auf alle Opfer von Krieg und Gewalt erweitert, die entsprechenden Tafeln 1999 angebracht. Zu jedem Volkstrauertag sind Teterower hier im Gedenken versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow, das Schilda Norddeutschlands?==&lt;br /&gt;
* [[Teterow, das Schilda Norddeutschlands?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Teterower Feldmark==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Flurnamen und Lokalbezeichnungen der Stadt und Feldmark Teterow&amp;quot; zusammengestellt und erläutert von Dr. Gerhard Böhmer Stand 1.1.1934]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=112886</id>
		<title>Teterow fortlaufende Chronik</title>
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		<updated>2024-05-26T07:13:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Teterower Vereinsgeschichte(n) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterows Geschichte als Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Steinzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Steinkiste&lt;br /&gt;
Die Steinkiste befindet sich im Hohen Holz. 1902 wurde sie bei Fällarbeiten entdeckt. Ein 18 m langer und 7 m breiter Hügel bedeckte die Steinkiste. Bei der Ausgrabung durch Bürgermeister Dr. Franz von Pentz fehlte bereits der Deckstein. Die Kammer ist 1 m lang und 0,8 m breit und war von einer Rollsteinpackung umgeben. Sie enthielt einige Scherben von Tongefäßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Großsteingrab&lt;br /&gt;
Das Großsteingrab befindet sich an der Chaussee nach Rostock. Der Deckstein enthält kleine, runde Vertiefungen (&amp;quot;Schälchen&amp;quot;), die mit kultischen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Ein weiterer Deckstein hat sich in die Kammer gesenkt. Bürgermeister Dr. Franz von Pentz hat hier einen Hohlmeißel, ein dicknackiges Beil, Keramik und Skelettreste ausgegraben, 1907 ließ er die Anlage mit Eichen einfrieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;3.Jahrtausend v.u.Z.&lt;br /&gt;
:Besiedlung der Insel im Teterower See&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Bronzezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzegeräte von Teterow&lt;br /&gt;
:Am 12. Dec. 1859 wurden zu Teterow vor dem rostocker Thore beim Planiren des Terrains neben dem Friedhofe von dem Herrn Maurermeister Pohlmann zu Teterow gefunden:&lt;br /&gt;
:2 Handbergen aus Bronze und&lt;br /&gt;
:2 spiralcylindrische Armringe, mit leichtem edlen Rost, vollständig erhalten, jedoch alle beim Herausnehmen zerbrochen, und vom Burgemeister und Rath der Stadt Teterow geschenkt&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1861&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hifthorn von Teterow&lt;br /&gt;
:Beim Ausmodden eines Sumpfes auf der Feldmark der Stadt Teterow ward ein Hifthorn aus Bronze gefunden, durch den Herrn Inspector Beneke zu Pampow bei Teterow erworben und von diesem dem Vereine zum Geschenke gemacht. Dieses interessante Stück des Alterthums bildet ein Seitenstück zu dem merkwürdigen Hifthorn von Wismar, welches im Jahresbericht III, S. 67 flgd. beschrieben und abgebildet ist; es hat nicht die interessanten Gravirungen des wismarschen Hornes, aber dieselben Verzierungen, und stammt mit diesem ohne Zweifel aus derselben Zeit. Auch hat das teterowsche Horn eine andere Einrichtung, indem es aus Einem Stücke, das wismarsche aber aus drei Stücken besteht und nur zum Beschlage eines natürlichen Hornes gedient hat.&lt;br /&gt;
:Das Horn von Teterow ist aus Bronze aus Einem Stücke gegossen. Es bildet das Mundstück und den mittlern Theil des Ganzen; die Schallmündung ist aus natürlichem Horn oder Metall angesetzt gewesen, wie die Nietlöcher am Ende beweisen. Das Ganze ist etwas gekrümmt, wie das wismarsche Horn, in grader Richtung 12&amp;quot; lang und am weiten Ende 3&amp;quot; im Durchmesser. In Entfernungen von ungefähr 1 1/4&amp;quot; ist es 9 Male durch zwei neben einander stehende, erhabene Reifen in 9 Felder getheilt; die Reifen sind mit eingravirten Schrägelinien verziert. Die Reifenpaare sind an beiden Seiten durch die bekannten, kleinen, mit Stempeln eingeschlagenen Dreiecke begrenzt; diese einer gewissen Zeit der Bronze=Periode eigenthümliche Verzierung ist durchaus charakteristisch, überall gleich und findet sich öfter. Durch diese Verzierungen steht das teterowsche Horn dem wismarschen in der Zeit ohne Zweifel gleich. Hat auch das teterowsche Horn weiter gar keine Verzierungen, so ist es doch im Charakter dem Mundstücke des wismarschen Hornes (abgebildet Lithographie zu Jahresber. III, Fig I.) völlig gleich. Auf dem 7ten Doppelreifen vom Mundstücke und dem 3ten von der Schallöffnung sitzt ein angegossener Ring zur Aufnahme einer Schnur.&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1848&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Scherbenfund in der Schulstraße&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen von Versorgungsleitungen entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks in der Schulstraße Scherben aus der Bronzezeit.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 07.10.2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzezeitliche Siedlung und Gräberfeld am Erlenbruch&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen einer Versorgungstrasse zwischen Erlenbruch und Stadtrandsiedlung stieß Stefan Benesch auf ein bronzezeitliches Gräberfeld mit Scherben und Leichenbrand. In der Nähe Reste von drei bronzezeitlichen Häusern.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 09.11.1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Eisenzeit==&lt;br /&gt;
;Wohnstätten&lt;br /&gt;
:Gefunden 1905&lt;br /&gt;
:In festem Boden, fast 2 m tief, massenweise Scherben, dabei auch Tierknochen und Brandschichten. Genaueres über die Anlage war nicht festzustellen&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Grab am Pudelberg 1905&lt;br /&gt;
:Auf dem Pudelberge in einer flachen, sandigen Kuppe mit Lehmmergelstreifen. Grab, dessen Grund 1,75 m tief rechteckig 2,70 X 2,90 m, eingefasst mit einer Steinnmauer von 0,90 m. Der Grund mit Steinen abgedeckt; auch über der Bestattung kleine Steinabdeckung und Quermauer; Holzspuren weisen auf eine Holzüberdeckung; von den Bestatteten (zwei, N - S) nur Spuren; die Zugehörigkeit der Beigaben nicht genau bestimmbar; anscheinend östliche Leiche: Schwert am Oberkörper, links in der Kopfgegend Glasgefäss und Tonbecher, zu Füssen Bronzeschale mit Buckelrand; zwischen der östlichen und westlichen Leiche in der Kopfgegend Würfel und Spielstein; westliche Leiche: rechts in der Halsgegend Pfeilbündel, zu Füssen Bronzegefäss&lt;br /&gt;
:Schwert: Das prächtige Stück steckt in einer Holzscheide, die mit einem erhabenen Mittelgrate verziert ist. Die Länge der Klinge beträgt 91,5 cm, die Breite oben 5,5, unten 4,5 cm. Die Scheide wird abgeschlossen durch einen halbrunden Silberbeschlag, an dem eine reich gemusterte überfassende Zwinge (Ortband) aus Silber z. T. vergoldet, und mit Niello verziert angebracht ist. Der Griffteil besteht aus einer flachen Griffangel, darüber geschoben eine spitzovale Parierplatte von 10,5 cm Länge. Vom Griff selbst ist leider nichts erhalten, als einige Holzspuren. Als Scheidenbeschlag wird gedient haben ein Stück Silberblech, welches sich der Wölbung der Scheide anpasst, ein silbernes Band, welches wohl den oberen Scheidenabsatz umfasst (Mundstück), und kleine Silberstreifen, vielleicht auch kleine runde Glasscheiben in einen Bronzering gefasst, von denen Bruchstücke erhalten sind.&lt;br /&gt;
:Pfeilspitzen: ein ganzes zusammengerostetes Bündel, mindestens 15 Stück, mit Holzschaft, stark, dreikantig, mit eingezogenen Seiten, 4,5 cm lang,&lt;br /&gt;
:Knochenwürfel: die Zahlen anders verteilt wie heute üblich 1:3, 2:5, 4:6,&lt;br /&gt;
:Spielstein: ein kleiner konischer Spielstein aus Knochen&lt;br /&gt;
:Glasgefäss: Bruchstücke eines Trinkbechers, sehr dünnes, farbloses Glas, belegt mit langgezogenen Glasfäden, welche oben und unten im spitzen Winkel zusammenlaufen und die Spuren der Vergoldung zeigen, der Rand leicht verstärkt, die Mündung etwa 10 cm weit; Reste eines nach aussen geneigten Fusses, Höhe etwa 18 bis 20 cm&lt;br /&gt;
:Bronzekessel: mit flachgewölbtem Boden, scharfer, tiefliegender Bauchkante, eingezogenem Oberteil, nach aussen gebogenem Rande, zwei fast dreieckign Henkelösen, Henkelband mit Strichverzierungen und aufgebogenen Enden. Innere Weite 26,5 cm, Randbreite 1 cm, Höhe 15,5 cm,&lt;br /&gt;
:Bronzene Schale mit gebuckeltem Rande: Wandung leicht nach innen geschweift, runde Standfläche aus nach aussen gebogenen Blechreifen, der Rand ausgebogen und mit von innen getriebenen Buckeln verziert. Innere Weite 26 cm, Randbreite 2 cm, Höhe 11 cm.&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gräberfeld der Germanen in der Niendorfer Furt&lt;br /&gt;
:Bei der Erweiterung eines Gewerbegebietes wurden durch Bodendenkmalpfleger Roland Ducks germanische Urnen mit Durchmessern zwischen 16,5 und 11 cm gefunden.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.10.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Germanischer Siedlungsplatz auf dem Sportplatz des Gymnasiums&lt;br /&gt;
:Bei Erdarbeiten auf dem Sportplatz des Gymnasiums entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks Keramiken und eine Reibplatte - zum Ausmahlen von Getreide.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.07.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Slawenzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6./7. Jahrhundert n.Ch.&lt;br /&gt;
:Slawische Einwanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;vom &#039;&#039;&#039;9. bis zum 12. Jahrhundert&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:existierte auf der heutigen &amp;quot;Burgwallinsel&amp;quot; im Teterower See eine in drei Bauperioden errichtete bedeutenden slawische Burganlage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Burgwall===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zusammenfassung der Grabungsergebnisse (Fundbeschreibung) von 1950 bis 1953:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf eine bestehende offene Siedlung folgten vom Ende des 9. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts drei Burgphasen.&lt;br /&gt;
:Eine 750m lange Brückenanlage verband die Burgwallinsel mit dem Festland.&lt;br /&gt;
:Sie bestand aus senkrechten Pfosten und schrägen Stützen, auf denen vierkantige Träger auflagen.&lt;br /&gt;
:Die Einzeljoche waren durch locker auf die Träger gelegte Unterzüge verbunden, auf denen die Bohlen lagen, die zusätzlich durch Rödeleisen verbunden waren und ein Geländer trugen.&lt;br /&gt;
:Die Brücke, für die ebenfalls drei Bauphasen nachzuweisen waren, traf im Süden vor dem 4m hohen Abschnittswall der 1,2 ha großen Vorburg auf die Insel.&lt;br /&gt;
:Ein zweiter Wall trennte Vor- und Hauptburg von einander. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der auf einer natürlichen Anhöhe gelegenen 0,6 ha großen Burg mit einer Innenfläche von 25 x 50 m ist durch Gruben, Teilen von Hauspflastern, Herdstellen und Backöfen nachgewiesen.&lt;br /&gt;
:Sie zeigte in der Hauptburg dicht Bebauung, in der Vorburg nur entlang der Wälle.&lt;br /&gt;
:Der Wall war in der ersten und zweiten Phase in Kastenbauweise errichtet, während der dritten Phase nur aus einer Palisade mit Planken, die die Vorderfront verstärkten bestand.&lt;br /&gt;
:Während es in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts, also nach der ersten Besiedlungsphase, zu einer Brandzerstörung kam, wurde die Burg schließlich im 12. Jahrhundert friedlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
:Bei den Funden überwiegt wendische Keramik der Menkendorfer Gruppe und Knochen.&lt;br /&gt;
:Keramikfunde der Teterower Gruppe werden dagegen in das 11. und 12. Jahrhundert datiert, bei der der Fundort beim Teterower Burgwall anmengebend für den Typ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Aus Archäologie folgt Korrektur der gängigen Geschichtsschreibung===&lt;br /&gt;
;Zu nachfolgend angeführten Quellen ist der Hinweis erforderlich, das die Mehrheit heute tätiger Historiker die Meinung vertritt, das es sich bei der Teterower Burganlage wohl eher nicht um die in frühen Quellen genannte Burg Othimars handelt und diese mehrheitlich mit der wendischen Burganlage von Behren-Lübchin in Verbindung gebracht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen vor den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514905980.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (2) Rudolf Asmus Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 1928 S.1-5 (&#039;&#039;&#039;Teil 1 ist 1926 in der Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; erschienen!&#039;&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906111.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (3)  Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (3.) Fortsetzung Rudolf Asmus. - In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 2, S.9-11]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906332.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (4.) Schluß Rudolf Asmus In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 3, S.17-19 ]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513452567.pdf Frühgeschichtliches und Vorgeschichtliches vom Teterower See Rudolf Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.354-359]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen während und nach den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Ein vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1950/51&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Landesamt für Denkmalpflege Schwerin (Hg.) &amp;quot;Denkmalpflege in Mecklenburg Jahrbuch 1951/52&amp;quot; S. 198 - 212, Sachsenverlag Dresden o. J.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Slawische Töpferei in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Volksdruckerei Ludwigslust 1964&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Der Holzbau bei den nordwestslawischen Stämmen vom 8. bis 12. Jahrhundert&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow (1950 - 1953) Forschungen auf einer slawischen Burg im See&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Gralow, Klaus-Dieter / Stange, Hartmuth (Hg.) &amp;quot;Ewald Schuldt - Archäologische Expeditionen im eigenen Land (1950 - 1984)&amp;quot; S. 7 - 48, Stock &amp;amp; Stein Verlag Schwerin 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1952/53&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin (Hg.) &amp;quot;Jahrbuch für Bodendenkmalpflege in Mecklenburg 1953&amp;quot; S. 84 - 107, Petermänken-Verlag Schwerin 1955&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow - Ein slawischer Burgwall in Mecklenburg&amp;quot; (Text- und Beilagenband)&lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1963&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1235&lt;br /&gt;
:Teterow ( slaw. &amp;quot;Birkhahnort&amp;quot;) erhält Stadtrecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Hoffmann : &lt;br /&gt;
Die Gründung der Stadt Teterow &lt;br /&gt;
In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 138-139 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit Penzlin ist die Reihe der Werleschen Städte, von denen uns Stiftungsbriefe erhalten sind, abgeschlossen. Man muß sich daher darauf beschränken, die Entstehung der übrigen Städte der Herrschaft Werle aus späteren Zeugnissen aufzuklären und ihr ungefähres Alter zu bestimmen. &lt;br /&gt;
:Teterow ist die Stadt, die uns in dieser Gruppe am frühesten als solche begegnet. &lt;br /&gt;
:Die Stadt liegt zwischen Güstrow und Malchin am Fuße der Heidberge. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1272 wird die Stadt zum erstenmal erwähnt (M.U.B. II, 1261). &lt;br /&gt;
:Anscheinend hat sie jedoch damals schon einige Zeit bestanden. &lt;br /&gt;
:Denn in diesem Jahr wird der Stadt das Dorf Baudorf mit 43 Hufen von Nikolaus von Werle verliehen. &lt;br /&gt;
:Diese Verleihung deutet darauf hin, daß der Stadt ihre bisherigen Besitzungen nicht mehr genügten, und wir können damit zugleich auch schon auf eine gewisse Blüte der Stadt schließen. &lt;br /&gt;
:Ferner erkennen wir auch aus derselben Urkunde des Jahres 1272, daß Teterow bei seiner Gründung durch Nikolaus von Werle Schweriner Stadtrecht verliehen wurde. &lt;br /&gt;
:Denn es heißt in ihr, daß die Ratmänner für sich den Friedensschilling benutzen sollten (Consules etiam suis vsibus pacis denarios usurpabunt). &lt;br /&gt;
:Da dieses Teterower Ratsprivileg genau dem des Schwerin-Güstrower Rechts entspricht, so können wir daraus schließen, daß auch sonst Schweriner Recht in Teterow galt. &lt;br /&gt;
:Ob damals, als die Stadt gegründet wurde, noch andere Siedlungen hier vorhanden waren, wissen wir nicht. &lt;br /&gt;
:Anscheinend ergibt sich aus der slawischen Namensform Teterow, daß hier einst ein slawisches Dorf vorhanden war. &lt;br /&gt;
:Vielleicht war Teterow auch der Name für den wendischen Burgwall, der noch heute auf der Insel im Teterower See erhalten ist. &lt;br /&gt;
:Schmaltz behauptet, daß das Teterower Kirchspiel bereits um 1226 gegründet worden ist (M.J.B. 73, S. 46). &lt;br /&gt;
:Es handelt sich dabei jedoch nur um Vermutungen. &lt;br /&gt;
:Reifferscheid hat die Entstehung der Teterower Kirche nach ihrem Stil erst in die Zeit um 1270 angesetzt (Reifferscheid a. a. O. S. 147 ff ). &lt;br /&gt;
:Die Stadt ist, wie aus dem Stadtplan hervorgeht, eine Gründung aus frischer Wurzel ( Plan der Stadt Teterow &amp;quot;fecit Teterow, 26. 2. 1753, Christian Adolf Reinhard, Senator&amp;quot;, im Besitz der Stadt Teterow ). &lt;br /&gt;
:Bereits Fritz hat auf den Teterower Grundriß als Beispiel eines Kolonial-Stadtplans hingewiesen (Fritz a. a. O. S. 27). &lt;br /&gt;
:Unter den sechs Ratmännern, deren Namen uns im Jahre 1288 genannt werden (M.U.B. III, 1959), ist anscheinend einer ein Slawe gewesen. &lt;br /&gt;
:Von den sechs Ratmännern sind drei als Deutsche anzusprechen, während wir bei den übrigen drei ihre Nationalität an ihrem Namen nicht erkennen können. &lt;br /&gt;
:Nach dieser Ratsherrnliste vom Jahre 1288 scheint die Zusammensetzung der frühesten Teterower Bevölkerung überwiegend deutscher Herkunft gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1250&lt;br /&gt;
:Teterow entstand in der Nähe einer einstigen wendischen Burganlage im Teterower See.&lt;br /&gt;
:Es ist unbekannt wann Teterow genau entstanden ist. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1272.&lt;br /&gt;
:Da der Baubeginn der Stadtkirche bauhistorisch auf die Zeit um 1280 gelegt werden kann, ist davon auszugehen, dass die Verleihung der Stadtrechte um 1250 erfolgten.&lt;br /&gt;
:Als offizielles Gründungsjahr wird jedoch seit dem 18. Jh. 1235 benannt. Dies entbehrt jedoch jeglichen Beweises und basiert lediglich darauf, dass Malchin nachweislich 1236 die Stadtrechte verliehen bekommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1272&lt;br /&gt;
:erste urkundliche Erwähnung Teterows &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;14.Jh.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde (wohl zur Zeit seiner größten Bedeutung) befestigt und erhielt seine schönen gotischen Stadttore. &lt;br /&gt;
:Fertigstellung der Stadtkirche St. Peter und Paul&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1316 &lt;br /&gt;
:Teterow kommt an die Herrschaft Werle-Parchim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1374 &lt;br /&gt;
:an die Herrschaft Werle-Güstrow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1436 &lt;br /&gt;
:Die Stadt kommt an das Haus Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reformation und Nachreformationszeit in Teterow (1517 bis 1648)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1540&lt;br /&gt;
:Beginn der Reformation in Teterow&lt;br /&gt;
:Entsprechend des Vermögens der Teterower Kirche verlief die Reformation nicht ohne Wiederstände, die Kalandsbrüderschaft mußte sogar aufgelöst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hexenprozesse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632&lt;br /&gt;
:erster großer Stadtbrand vernichtet ein Viertel aller Fachwerkhäuser, was den allgemeinen Niedergang Teterows beschleunigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1650&lt;br /&gt;
:Die Stadt hat nach dem 30-jährigen Krieg nur noch rund 300 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1680&lt;br /&gt;
:Pastor Felix Fiedler stiftet den Ertrag aus der Verpachtung von Äckern und Gärten zur Unterstützung armer Schulkinder (heutiger Schulkamp)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:G.S.C. Kirchhoff - Entdecker des Stärkezuckers - wird in Teterow geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur Reichseinigung (bis 1871) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:Edikt zur Aufhebung der Leibeigenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1836&lt;br /&gt;
:Teterow bekommt eine hölzerne Quellwasserleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1848&lt;br /&gt;
:Johann Heinrich von Thünen wird erster Ehrenbürger von Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1850&lt;br /&gt;
:Große Cholera-Epidemie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Die Stadt bekommt eine Telegraphenverbindung zu den Nachbarstädten Güstrow und Malchin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Auflösung der Zünfte und Gewerbefreiheit in ganz Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1918 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Dr. jur. Franz von Pentz wird Bürgermeister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1881&lt;br /&gt;
:Hermann Carl Friedrich Pogge wird zweiter Ehrenbürger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1894&lt;br /&gt;
:William Mantle, geborener Engländer und Gaswerksdirektor wird dritter Ehrenbürger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Einweihung des Rathauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Einweihung des Hechtbrunnens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1945 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1927&lt;br /&gt;
:Errichtung des Ehrenmals in den Heidbergen&lt;br /&gt;
:Bau des Wendenkruges auf der Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1929&lt;br /&gt;
:Mit der Einrichtung der Kurbelfähre ist die Burgwallinsel ständig erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Mit dem ersten Rennen wird der Bergring in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==SBZ und DDR bis 1990 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1950-1953&lt;br /&gt;
:Tiefgründige Untersuchung der Burgwallinsel im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungskampagnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;17.06.1953&lt;br /&gt;
:während des Volksaufstandes in der DDR kommt es auch in Teterow zu Demonstrationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1977&lt;br /&gt;
:Inbetriebnahme der neuen Seilzugfähre zur Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1981&lt;br /&gt;
:Hochwasser in Teterow  nach sintflutartigen Regenfällen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:Gründung des Heimatbundes - erste Vereinsgründung nach der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
:Die Verwaltung der Stadt zieht wieder in das Rathaus ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==die heutige Zeit in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001&lt;br /&gt;
:Die Barkasse &amp;quot;Regulus&amp;quot; unternimmt nach Versenkung 1945, Hebung mehr als 50 Jahre danach und anschließender Restaurierung, ihre erste Fahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Arena am Kellerholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Religionsgemeinschaften in Teterow==&lt;br /&gt;
:Die Gründung und Entwicklung der Stadt Teterow ist eng verbunden mit dem Wirken der römisch-katholischen Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Das zeigt das heute noch das Stadtbild dominierende Gebäude der St. Peter und Pauls Kirche an zentraler Stelle der neu gegründeten Stadt.&lt;br /&gt;
:Im Teterower Stadtbuch von 1665 - 1777 findet sich ein Hinweis, dass es in Teterow mehrere Kirchen und Kapellen sowie ein Filialkloster gegeben hat, die aber alle nach der Reformation verschwunden sind. Ihre genaue Lokalisierung ist heute kaum noch nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wird in Mecklenburg, zuerst in den größeren Städten, nach der Lehre Luthers gepredigt. Etwa 1530 wird auch in Teterow erstmalig lutherischer Gottesdienst abgehalten.&lt;br /&gt;
:1541 wird in Teterow Joachim Mesekow als festangestellter evangelischer Prediger genannt. Auf dem Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg wurde am 20. Juni 1549 offiziell die Einführung der Reformation in Mecklenburg verkündet. Das Datum gilt als Geburtstag der evangelischen Landeskirche. Die römisch-katholische wurde vollständig zurückgedrängt und spielte auch in Teterow über Jahrhunderte keine Rolle mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde===&lt;br /&gt;
:Zum Ende des 19. Jahrhunderts zeigt der Chronist der evangelischen St. Peter und Pauls Kirchengemeinde folgendes Bild auf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Zahl der Gemeindeglieder betrug nach der Zählung vom Dezember 1890: 7005 - nämlich 4781 Erwachsene, 2224 Kinder.&lt;br /&gt;
:Die Gesamtzahl der Einwohner des mit der Kirchengemeinde identischen Standesamtsbezirks Teterow betrug 7287, als waren 282 Personen nicht lutherischer Konfession, nämlich in der Stadt Teterow 74 Juden, 150 Katholiken und 1 Reformierter, außerdem 57 nicht lutherischer, wohl meistens katholischer Einwohner auf dem Lande.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Zur Kirchengemeinde Teterow gehörten Groß Roge, Klein Roge, Mieckow, Pampow, Groß Köthel, Klein Köthel und Grambzow.&lt;br /&gt;
:Als Schulaufsicht in den öffentlichen Schulen fungierten die beiden Pastoren des Pfarrbereiches.&lt;br /&gt;
:In Teterow waren das die lateinlose Realschule II. Ordnung mit 8 Lehrern und ca. 150 Schülern und die Bürger- und Volksschule mit 18 Lehrern und ca. 1050 Schülern, in Groß Roge die 2-klassige Domanialschule, in Groß Köthel die ritterschaftliche Schule im Verbund mit Klein Köthel und Grambzow, in Pampow eine ritterschaftliche Schule.&lt;br /&gt;
:Die Kinder aus Mieckow gingen nach Appelhagen, das zur Kirchgemeinde Thürkow gehörte. Die 1892 eingerichtete Gemeindepflege wurde von den Diakonissen verwaltet und der Dirigent des tödtischen Armenkollegiums war einer der beiden Pastoren.&lt;br /&gt;
:Zum Gemeindeleben gehörten auch die Anstalten der Inneren Mission und die geistlichen Vereine. Dazu zählten die Herberge zur Heimat in der Malchiner Straße seit1887, der 1899 gegründete christliche Männer- und Jünglingsverein, der Posaunenchor und seit 1900 der hiesige Lehrlings-Verein.&lt;br /&gt;
:Die im eigenen Haus auf dem Schulkamp 1888 gegründete Kleinkinderschule wurde von einer Diakonisse aus dem Stift Bethlehem geleitet.&lt;br /&gt;
:Im ebenfalls 1888 gegründeten Krankenhaus waren drei Diakonissen als Krankenschwestern tätig.&lt;br /&gt;
:In allen Einrichtungen und Vereinen waren die Pastoren in den Vorständen bzw. in der Leitung vertreten.&lt;br /&gt;
:Am 4. Dezember 1902 nahm der Landtag in Malchin die Verordnung betreffs die öffentliche Religionsausübung der reformierten und der römisch-katholischen Kirche in beiden Ständen an.&lt;br /&gt;
:Es wurde jedoch zur Bedingung gemacht, dass den Ständen eine landesherrliche Zusicherung erteilt werde, dass die Niederlassung von katholischen Orden und die Zulassung von Kongregationen und anderen Religionsgemeinschaften nur mit Zustimmung der Stände genehmigt werde, während von der Ritterschaft nur eine entsprechende Bitte an den Landesherren beschlossen wurde. (Teterower Nachrichten vom 6. Dezember 1902)&lt;br /&gt;
:Die protestantische Kirchengemeinde blieb weiterhin die größte und bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Stadt und spielte im gesellschaftlichen Leben eine herausragende Rolle, wie etwa bei der Weihe des neuen Friedhofs am 25. November 1908 oder der Einweihung des neuen Rathauses am 20. November 1910.&lt;br /&gt;
:Der Beginn und Verlauf des 1. Weltkrieges brachte auch für das Leben in der Kirchengemeinde enorme Belastungen. Zu Beginn der Mobilmachung kam es zu vermehrten Taufen und Kriegshochzeiten.&lt;br /&gt;
:Am 11 August 1914 fand im Rathaus eine Zusammenkunft statt, in der man über Möglichkeiten der Unterstützung der Kriegerangehörigen in Teterow beriet. Nach einem Plan, der von Pastor Schumacher nach Beratung mit dem Bürgermeister ausgearbeitet worden war, wurde in der Stadt die Kriegshilfstätigkeit organisiert.&lt;br /&gt;
:Im November 1914 kamen die ersten verwundeten Soldaten in das neu eingerichtete Lazarett. Durchschnittlich 50 Verwundete erhielten hier ihre ärztliche Behandlung und hilfreiche Betreuung durch Mitglieder der Kirchengemeinde. Am 7. März 1919 wurden mit einer kleinen Abschiedsfeier die letzten Patienten in ihre Heimatorte entlassen.&lt;br /&gt;
:Am 14. November 1914 trafen in der Stadt etwa 500 ostpreußische Flüchtlinge ein, die wegen des Einmarsches russischer Truppen ihre Heimat verlassen mussten. Sie wurden zum Teil von Familien in ihren Wohnungen aufgenommen, zum Teil aber auch in Gaststätten und Herbergen untergebracht. Sie wurden von der Kirchengemeinde aufgenommen, erhielten aber auch Seelsorge von einem ostpreußischen Pastor, der von Schwerin aus seine Landsleute betreute. Viele der Flüchtlinge waren nur dürftig gekleidet und ohne persönliche Habe geflohen. Für sie wurde eine Kleidersammlung organisiert. Im Frühjahr 1915, die letzten Mitte April, kehrten die Flüchtlinge in ihre Heimat zurück.&lt;br /&gt;
:Zu Pfingsten 1917 mussten die Zinnpfeifen der Orgel der Kriegswirtschaft zugeführt werden und am 28. Juni 1917 musste die größte der Kirchenglocken den Weg in den Schmelzofen nehmen.&lt;br /&gt;
:Im Winter 1917 wurde die Krippe als Stiftung des Fabrikbesitzers Müller begründet. Am 14. Juni 1918 wurde sie eröffnet. Zwei Diakonissen vom Stift Bethlehem übernahmen die Leitung und Betreuung der Einrichtung. Im Vorstand des Krippenvereins war Pastor Schumacher vertreten.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende und die Abschaffung der Monarchie bracht große Umwälzungen auch im Zusammenleben der Kommune mit sich. Der entthronte Großherzog war nicht mehr Oberbischof der Landeskirche.&lt;br /&gt;
:In der Kirchenchronik heißt es, dass im Januar 1919 in öffentlichen Zusammenkünften in der Stadt die Frage der Trennung von Kirche und Staat diskutiert wurde und dies in der neuen Landesverfassung festgeschrieben werden sollte.&lt;br /&gt;
:Am 11. August 1919 trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Sie brachte die Ablösung des landesherrlichen Kirchenregiments und schuf eine grundlegende Neuordnung des Verhältnisses des Staates zu den Kirchen (Art. 136 ff.). Da den Landeskirchen das volle Selbstbestimmungsrecht zugesprochen war, machte, es sich erforderlich, möglichst schnell eine Kirchenverfassung zu schaffen. In Mecklenburg-Strelitz wurde am 20. Juni 1920 durch den verfassunggebenden Kirchentag eine Kirchenverfassung beschlossen, in Mecklenburg-Schwerin erfolgte das am 12. Mai 1921. Am 23. November 1919, dem Ewigkeitssonntag, fand eine größere Gedächtnisfeier für die Gefallenen in der Kirche statt. Im Adventsbericht des Jahres 1919 ist vermerkt: &amp;quot;Im Kampf fürs Vaterland sind im Verlauf des Krieges im ganzen , soweit bekannt, gefallen: 224, ungerechnet die Vermißten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Dezember 1920 fand die erste Beratung betreffs Errichtung einer Kriegergedenktafel in der Kirche statt und am 22. November 1922 erfolgte die Einweihung der von Teterower Handwerkern geschaffenen Gedenktafel in der St. Peter und Pauls-Kirche.&lt;br /&gt;
:Am 7. Oktober 1923 wurde in Mecklenburg eine Gedenkfeieranlässlich des 400jährigen Bestehens des evangelischen Kirchenliedes durchgeführt. Im übrigen Deutschland waren diese Feiern wegen der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse abgesagt worden. Mecklenburg feierte demnach allein.&lt;br /&gt;
:Am 10. Mai 1924 fand eine erste Beratung über die Beschaffung neuer Glocken für die Kirche im Kirchgemeinderat statt.&lt;br /&gt;
:Am 8. Juni , dem 1. Pfingstfeiertag des gleichen Jahres, wurde das neue Geläut feierlich von Pastor Schumacher geweiht und die Glocken erklangen zum ersten Mal. Die Beschaffung der Glocken, die in Torgau gegossen worden waren, wurde durch Spenden ermöglicht. Die Liste der Spender ist lang.&lt;br /&gt;
:Im Oktober 1932 übernimmt Probst Schumacher die Seelsorge für die Bewohner des Altersheimes des Amtes Malchin in der Wilhelmstrasse ((heute Niels-Stensen-Straße).&lt;br /&gt;
:Die Wahl des Kirchgemeinderates am 23. Juli 1933 brachte große Veränderungen in der Kirchgemeinde. Dazu heißt es in der Chronik: &amp;quot;Es waren 2 Listen eingereicht, die eine von &amp;quot;Evangelium und Kirche&amp;quot;, die andere von den &amp;quot;deutschen Christen&amp;quot;, nachdem eine zuvor versuchte Einigung nicht zustande gekommen war. Die erste Liste erhielt 3 Sitze, die zweite 9. Die feierliche Einführung des Kirchgemeinderates durch Pastor Romberg fand im Hauptgottesdienst des 8. p. Trin.am 6. August statt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im November 1933 wurde Pastor Plahs in sein Amt eingeführt. Er war Vertreter der Deutschen Christen und Nationalsozialist. Am 1. April 1934 übernahm er den Vorsitz im Gemeindekirchenrat.&lt;br /&gt;
:Zum Gottesdienst am 1. Mai 1934 hatte er an Stelle des Lesepultes in der Kirche ein Hitlerbild angebracht, unter dem ein Treuespruch für Hitler stand. Das Hitlerbild verdeckte das Christusbild auf dem Altar für den Mittelgang.&lt;br /&gt;
:Die Deutschen Christen wollten den Nazismus und Faschismus im Christentum durch Erneuerung ihrer Kirche verkörpern. Der Naziideologie folgend, lehnten fanatische Pastoren das alte Testament als jüdisches Glaubensbekenntnis ab, und es wurde offen in der Kirche faschistisches Gedankengut gepredigt.&lt;br /&gt;
:Es kristallisierte sich aber in den Jahren heraus, dass der Staat das Christentum von Grund auf abzulehnen begann.&lt;br /&gt;
:In der Folge kam es zu wachsenden Unstimmigkeiten zwischen den Bekenntnischristen und den deutschen Christen. Von allen Seiten wurde massiv Druck auf die zu Pastor Romberg stehenden Gemeindeglieder ausgeübt. Die Stadtverwaltung, Polizeibehörden, die Gestapo und nicht zuletzt der Oberkirchenrat versuchten, die standhaften Gemeindeglieder und den Pastor einzuschüchtern.&lt;br /&gt;
:Pastor Romberg wurde verhaftet, nach Güstrow in Untersuchungshaft gebracht, es wurden Hausdurchsuchungen vorgenommen und persönliche Dinge beschlagnahmt.&lt;br /&gt;
:Auch die Pastoren, die für Pastor Plahs nachfolgend eingesetzt wurden, versuchten die Bekenntnischristen durch massiven Druck zum Aufgeben zu zwingen.&lt;br /&gt;
:Höhepunkt der Schikanen war, dass Pastor Romberg 7 Jahre und 3 Monate die Kirche nicht betreten durfte und bei Beerdigungen verstorbener Bekenntnischristen die Glocken nicht geläutet werden durften.&lt;br /&gt;
:Jahrelang erhielt Pastor Romberg kein Gehalt. Erst auf dem Klageweg musste ihm das Gehalt von 1935 bis 1940 ausgezahlt werden.&lt;br /&gt;
:Mehrmals sollte Pastor Romberg strafversetzt werden. Er und die Gemeinde wehrten sich stets dagegen, so dass er in Teterow blieb.&lt;br /&gt;
:Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Bibelstunden, Chorproben und Auftritte und andere Veranstaltungen konnten nur im Pfarrhaus, meist unter Anwesenheit der Polizei oder Gestapo stattfinden. Häufig wurden Verbote ausgesprochen.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1942 wurden die gottesdienstlichen Räume im Pfarrhaus vom Bürgermeister beschlagnahmt und Rostocker Bürger, die nach den schweren Luftangriffen ausgebombt waren, eingewiesen. Pastor Romberg hat darauf dem Gemeindekirchenrat mitgeteilt, dass er ab sofort seine Gottesdienste wieder in der Kirche halten werde. Ab dem 14. Juni 1942 beginnt sich das Gemeindeleben zu normalisieren und allmählich wächst die Gemeinde wieder zusammen.&lt;br /&gt;
:Bis zum Zusammenbruch des faschistischen Regimes musste Pastor Romberg aber mit seiner Bekenntnischristen-Gemeinde immer wieder Behinderungen, Erpressungs- und Verleumdungsversuche durch die Deutschen Christen und Versetzungsversuche in andere Orte abwehren. Teterow war im Land Mecklenburg zu einer der standhaftesten Bekenntnischristen-Gemeinden geworden.&lt;br /&gt;
:1945 schreibt die Gattin des Pastors Romberg in der Kirchenchronik: &amp;quot;Erschütterndes Flüchtlingselend! Alle Straßen und Plätze stehen voller Trecks. Hunderte suchen im Pfarrhaus Rat u. Hilfe. Die Zeit und die Angst lähmt. Aber die Arbeit geht weiter. Bibelstunden und Singeabende werden regelmäßig gehalten. Auch der Kirchenchor übt zu Karfreitag und Ostern. Der Kirchenbesuch steigt, die Angst treibt die Menschen doch zu Gott. Judika waren es ca. 250 Mensch in der Kirche.&lt;br /&gt;
:Eingesegnet sind Palmarum 29 Kinder von Pastor Reinwald, 18 Kinder von Pastor Romberg. Am 1. Ostertag waren über 500 Menschen in der Kirche, 21 Taufen. 2. Ostertag Pastor Reinwald. Die Feinde kommen immer näher.&lt;br /&gt;
:Am 1. Mai erwarten wir die Beschießung von Teterow, denn die Stadt soll bis zum Äußersten verteidigt werden. Am 30 April mittags Tieffliegerangriff, der 15 Todesopfer forderte. In er Nacht vom 30.4. auf 1.5. wurde Teterow eingenommen.&lt;br /&gt;
:Wie die Russen beim Einmarsch hausten, ist zur genüge bekannt. Es war hier auch nicht anders. 450 Menschen, später stieg die Zahl auf 600, also 5 % der Bevölkerung, hatte sich das Leben genommen, besonders junge Frauen und Mädchen. In den ersten Wochen rissen die Beerdigungen nicht ab. 150 - 200 Menschen wurden in 2 langen Massengräbern beigesetzt.&lt;br /&gt;
:Am 13. Mai konnte wieder Gottesdienst gehalten werden. Pastor Romberg sprach über das Wort: So demütigt euch unter der gewaltigen Hand Gottes. Am 27. Juni in dem schwer heimgesuchten Kl. Roge Gottesdienst im Freien. Vieh und Lebensmittel werden weggeschleppt oder zerstört. Die Ruhr bricht aus. Bald Hungertyphus. ... Säuglingssterblichkeit ungeheuer, jede Woche sterben 6 - 10. Die Glocken hören kaum auf zu läuten. Teterow ist Quarantänegebiet. Im Oktober laufen die Beerdigungen von morgens bis abends ohne Unterbrechungen. Im November scheint die Krankheit nachzulassen. In allen Schulen sind Typhuslazarette. Im Oktober begann in Noträumen der Unterricht wieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Am 7. Januar 1947 wurde Pastor Bernhard Romberg unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und auch der Stadtverwaltung auf dem Teterower Friedhof bestattet. Er wurde nur 51 Jahre alt. Am 2. September 1927 hatte er seinen Dienst in Teterow begonnen. Als standhafter bekennender Christ hat er als Gegner des Nationalsozialismus seine Gemeinde durch schwierige Zeiten geführt.&lt;br /&gt;
:In den Zeiten der Not versuchte die Kirchengemeinde, Kranken und Bedürftigen in der Stadt zu helfen. In der Pfarrhausküche wurde gekocht und Essen ausgegeben. 1948 konnten vom kirchlichen Hilfswerk bereitgestellte Lebensmittel an Tbc-Kranke ausgegeben werden. Im August wurden vom Hauptbüro des Hilfswerkes für 70 evakuierte Sachsenkinder Lebensmittel bereitgestellt. Des weiteren wurde in der Pfarre I eine Kinderspeisung für 57 unterernährte und Tbc-gefährdete Kinder durchgeführt. Dabei erhielt die Gemeinde von der Stadtverwaltung durch Bereitstellung von Feuerungsmaterial Unterstützung. Diese Speisungen wurden bis in das Jahr 1950 fortgesetzt. Die hierfür benötigten Produkte wurden zu großen Teil durch Spenden, auch aus den Dörfern des Kirchspiels bereitgestellt. Auch von der Teterower katholischen Kirchengemeinde kamen Lebensmittelspenden.&lt;br /&gt;
:1948 kam, gerade aus Kriegsgefangenschaft entlassen, Pastor Abshagen nach Teterow. Er organisierte den Aufbau der Jungen Gemeinde in Teterow, wo sich die Teterower Kinder und Jugendlichen in 14 - 16 Kreisen wöchentlich trafen, gemeinsam biblische Themen besprachen, spielten, Ausflüge unternahmen oder auch mit dem gemeindeeigenen Boot auf den See hinaus fuhren. Die Junge Gemeinde hatte für das Leben in der Kirchengemeinde eine große Bedeutung. 1954 wurde in den Schulen für die Jugendweihe geworben. Ein Jahr darauf nehmen in der DDR 4 % der Konfirmanden an der Jugendweihe teil.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1954 predigt in der Teterower Kirche der Pastor der bayrischen Patenkirche. 1966 verlässt die Gemeindeschwester Martha Stiegler infolge ihres hohen Alters nach über 40 Jahren Stadt und Gemeinde. Sie war eine allseits bekannte und beliebte Persönlichkeit. 1967 wird in der Kirche eine Jubiläumsreihe zur Reformation zu folgenden Themen gehalten: Reformation in Mecklenburg, Luther und Müntzer im Bauernkrieg, Vortrag über die schwedische Kirche, Luthers Lebenslauf, Einfluss der Reformation auf die deutsche Kultur. Am 20.06.1976 wurde Propst Abshagen nach 28 Dienstjahren in Teterow in den Ruhestand verabschiedet. Er verzog Anfang 1977 mit seiner Frau nach Rostock, wo er im Mai 1978 verstarb. Am 13. August 1978 wurde Pastor Dr. Martin Kuske in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Eine statistische Aufzählung in der Chronik zeigt auf, dass von 1965 bis 1982 die Zahl der Gottesdienstbesuche, Taufen, Konfirmationen, Trauungen und kirchliche Beerdigungen kontinuierlich zurück gegangen ist. Im Gegensatz dazu nehmen im gleichen Zeitraum die Zahl der Kollekten, Spenden und Opfer stark zu waren es 1965 ca. 10.000 M. kamen 1982 ca. 26.000 M. zusammen. In den Jahren von 1979 bis 1982 erfolgten umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten und Um- und Ausbauten an der Kirch und den Pfarrhäusern. &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1981 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den evangelischen Kirchen und der Staatsführung um die Friedensfrage. In Teterow haben Jugendliche aus der Jungen Gemeinde die Initiative verschiedener junger Christen unterstützt, einen Wehrersatzdienst im sozialen Bereich durchzuführen. Die betreffenden Jugendlichen wurden in der EOS (Erweiterte Oberschule) zur Verantwortung gezogen. Es kam zu harten Gesprächen. Von der Schule wurde aber niemand verwiesen, aber einige dieser Jugendlichen kamen seitdem nicht mehr zu Jungen Gemeinde. Pastor Kuske schreibt in der Chronik: &amp;quot;Von der Kirche wird erwartet, dass sie sich voll und ganz hinter die Friedenspolitik der DDR, zu der eine starke Armee gehört, stellt. Wir können das aber nur in solidarischer Kritik oder kritischer Solidarität. Wir meinen, dass wir vom Evangelium her ein eigenes Wort mitzubringen haben und werden das auch in Zukunft tun.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1984 kommt es zu Besuchen und Gegenbesuchen mit der Partnergemeinde Gräfelfing. Die Partnergemeinde spendet 20.000 Dachsteine für das Kirchendach. Mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützung der Dachdeckerfirma Wille konnte damit das Süddach des Langhauses eingedeckt werden. 1989 wird dann, ebenfalls mit gespendeten Dachsteinen aus der Partnergemeinde, das Norddach mit freiwilligen Helfern und der Firma Wille erneuert.&lt;br /&gt;
:Am 6. März 1987 wurde zum 100jährigen Geburtstag der Weltgebetstagsbewegung ein Festgottesdienst durchgeführt. Dazu eingeladen sind auch katholische und evangelisch-freikirchliche Gemeindeglieder. Am 19. Oktober 1989 findet das 1. Friedensgebet mit über 500 Leuten in der Kirche statt, weitere folgen am 2. und 9. November. Am 18. Januar 1990 findet ein Friedensgebet gegen die Kampfhandlungen am Golf statt. Mitarbeiter der Kirchengemeinde führten seit März 1990 Gespräche in Schulklassen und mit Lehrern, um Misstrauen und Vorurteile gegen die Einführung eines Religionsunterrichts zu entkräften.&lt;br /&gt;
:Am 6. Januar 1991 wurde mit einem Gottesdienst die Sozialstation Teterow feierlich eröffnet. Neun Gemeindeschwestern sind seither in der Stadt Teterow und den politischen Gemeinden Alt Sührkow, Gottin, Dalkendorf, Groß Roge und Groß Wokern tätig. Sie sind von der Kirche angestellt. Am 1. Juni beendet Pastor Christian Burchhard seinen Dienst, den er im November 1985 begonnen hatte.&lt;br /&gt;
:Am 24. Dezember 1990 erklangen die ersten Register der neuen Orgel. Die Finanzierung des Orgelbaues gestaltete sich, auch wegen der Währungsunion, sehr schwierig. Am 1. September 1991 kann die neue Orgel eingeweiht werden. Das Gewölbe über der Orgel wurde renoviert. 1991 wird das Pfarrhaus, Schulstraße 2 saniert. Im Oktober d. J. wird mit der Ausmalung des 2. Gewölbes im Kirchenschiff begonnen und zu Ostern 1992 fertiggestellt. Am 16. Mai 1993 wird Pastor Burkhardt Ebel in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1993 nahmen 37 Gemeindeglieder aus Teterow und Hohen Mistorf am Kirchentag in München teil und gestalteten einen viel beachteten Ausstellungsstand mit Fotos, Zeichnungen und Dokumentationen über das kirchliche Leben in einer mecklenburgischen Kleinstadt und einer Landgemeinde. Dabei war der Höhepunkt der Besuch des Bundespräsidenten von Weizsäcker am Stand. Am 23. Februar findet die Auftaktveranstaltung zum Jahr der Familie in der katholischen Kirche statt, auf der die Pastoren Kuske und Ebel eine Dialogpredigt halten. Am 24. Mai 1994 hielt Pastor Martin Kuske den letzten Gottesdienst in der Gemeinde. Er war von der Kirchenleitung der Landesbehörde zum Landespastor für Diakonie berufen worden. Am 9. Februar 1995 schied er durch eigene Hand aus dem Leben.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wird die Restaurierung der Altarfiguren abgeschlossen und der Altar wieder vervollständigt. Im Jahr 1994 entschied die Kirchenleitung, dass in den kleinen Städten wie Teterow nur noch eine Pfarrstelle besetzt wird. Am 25. Mai 1995 wird der erste gemeinsame Gottesdienst mit der Gemeinde Hohen Mistorf (Pastorin Gudrun Schmiedeberg) auf dem Silberberg im Ortsteil Teschow durchgeführt. Am 7. Januar 1996 findet der erste ökumenische Gottesdienst zur Allianzgebetswoche in den Räumen der evangelischen Freikirche statt.&lt;br /&gt;
:Iwan Rebroff (Hans Rolf Rippert), der einige Kinderjahre in der Nachkriegszeit in Teterow verlebte und damals auch im Kirchenchor bei Frau Vichel gesungen hatte, ab am 6. August 1997 ein Konzert in der Kirche. Seine Mutter war 1948 Mitglied des Gemeindekirchenrates und für die Spendensammlungen verantwortlich. Der erste ökumenische Gemeinderat findet am 4. September 1997 statt. Die Gemeinderäte der katholischen Gemeinde, der Freikirchlichen Gemeinde und der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde treffen sich. Dem ersten kennenlernen folgt eine Beratung über gemeinsame Projekte. In den Tagen vom 9. bis 19. November 1997 wurden Andachten zur ökumenischen Friedensdekade im Wechsel der drei Gemeinden der Stadt gehalten. Zum Abschluss wurde am Buß- und Bettag ein ökumenischer Bittgottesdienst für Frieden in der Welt in der katholischen Petruskirche gefeiert.&lt;br /&gt;
:Im Rathaussaal wird am 29. Januar 1998 der Förderkreis St. Peter-Paul´s Kirche gegründet. Zum 1. März 1998 erfolgte eine kirchliche Umgemeindung der Ortschaften, Niendorf und Pampow wechselten nach Hohen Mistorf, Grambzow und Groß Köthel nach Bülow und Appelhagen nach Thürkow / Warnkenhagen. Zum Erntedankfest am 1. Oktober 1998 kann nach der Ausmalung des 3. Gewölbejoches die Kirche wieder benutzt werden. Die Arbeiten sind vor allem aus Spendenmitteln finanziert worden. Im Jahr 2000 werden die Renovierungsarbeiten an der Kirche mit der Neueindeckung der drei Norddächer fortgesetzt.&lt;br /&gt;
:Über der Tafel der Gefallenen des I. Weltkrieges wird am 29. Oktober 2000 ein Gedenkkreuz für die Opfer des II. Weltkrieges montiert. Im Januar 2001 wird mit einem Festgottesdienst das 10jährige Bestehen der Diakoniesozialstation gefeiert. Am 11. Oktober 2001 weilt auf Einladung der Chor der jüdischen Gemeinde Schwerin in Teterow. Nach einem Forum im Rathaussaal findet anschießend ein jüdisches Chorkonzert in der Kirche statt. Zum Hechtfest 2002 gestaltet die Gemeinde gemeinsam mit der katholischen und der freikirchlichen Gemeinde eine gemeinsamen Wagen und nimmt am Umzug teil. Motto des Wagens: &amp;quot;Alle in einem Boot.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Von Januar bis April 2003 finden regelmäßig Friedensgebete gegen den Krieg statt, und es wird eine entsprechende Petition verfasst. Am 15. Februar nehmen Gemeindemitglieder zusammen mit anderen Kriegsgegnern aus der Stadt an der großen Anti-Kriegsdemonstration in Berlin teil. Im November 2003 wird das Organisten- und Küsterhaus am Kirchplatz nachjahrelangem Leerstand verkauft. Im August 2004 wird der Bauabschnitt an der Südseite der Kirche begonnen.&lt;br /&gt;
:Am 8. Mai 2005 war eingeladen zu einem Gedenkgottesdienst anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren. Beteiligt hatten sich die Gemeinden Hohen Mistorf und die Freikirchliche Gemeinde. Durch kurze Zeitzeugenberichte wurde der Gottesdienst lebendig und für die jungen Kirchenbesucher anschaulich. Am 6. August 2005 beteiligte sich die Gemeinde an der Aktion &amp;quot;Teterow offen&amp;quot;, ebenso auch am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2005 unter Mitwirkung des Fördervereins. Im Jahr 2006 wurde mit dem Abschluss der Außensanierung der 2. Bauabschnitt beendet. Im Chorraum wurden neue Buntglasfenster nachgestaltet, ein Toiletteneinbau erfolgte am Südeingang, und mit der Turmsanierung wurde der 3. Bauabschnitt begonnen.&lt;br /&gt;
:Im August 2006 fanden die 54. Internationalen Orgeltage das erste mal in Mecklenburg statt. Die 1. Station war die Orgel in der Kirche. 290 Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern nahmen daran teil. Im Oktober 2006 war ein ökumenischer Gesprächskreis in Rom. Pfarrer sturm von der katholischen Gemeinde Teterow hatte die Führung der Gruppe übernommen. Am 17. November 2006 wurde im Rathaus die Turmkugel geöffnet und der Inhalt in Vitrinen der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 10 Dezember wurde die neue Kugel mit dem bisherigen Inhalt und aktuellen Dokumenten gefüllt und versiegelt.&lt;br /&gt;
:Am Tag des offenen Denkmals 2007 informierte der Architekt Günther Maaß die interessierten Besucher über die bisherigen Sanierungsarbeiten und noch anstehende Aufgaben. Anschließend gab Diplomrestaurator Detlef Krohn einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Gewölbemalerei und informierte über den Stand der Restaurierungsarbeiten. Ein besonderer Höhepunkt ist seit Jahren in der Stadt der ökumenisch gestaltete Martinstag. 2007 wurde das Martinsspiel von der katholischen Gemeinde gestaltet.&lt;br /&gt;
:Denkwürdig war auch der Rathaustag 2008 mit allen Religionsgemeinschaften vor Ort zu der Thematik &amp;quot;Werte in der Gesellschaft&amp;quot;. Am 19. April 2008 führte die Gemeinde gemeinsam mit dem Heimatbund Teterow eine Exkursion nach Crivitz durch. Anlass war das Marienretabel, das 1959 an die Kirchengemeinde Crivitz ausgeliehen wurde und seitdem dort auf dem Altar angebracht ist. Im September 2008 begannen die Arbeiten am Fußboden und an den Bankheizungen der Kirche. Im Oktober 2008 besuchte eine Gemeindegruppe Gräfelfing, um das 30. Jubiläum der Gemeindepartnerschaft am 1. November 2008 mit den Gräfelfingern zu begehen. Am 22. November 2008 gab es eine ökumenische Feierstunde auf dem Friedhof, der vor 100 Jahren geweiht wurde. Beteiligt waren auch die katholische und die evangelisch-freikirchliche Gemeinde sowie die Freie Christengemeinde.&lt;br /&gt;
:Im Dezember 2008 konnte der 1. Abschnitt der Restaurierung der Gewölbemalerei im Chorraum abgeschlossen werden. Mit der Fortsetzung der Arbeiten im Jahr 2009 wird der 2. Abschnitt fertiggestellt. Am 18. Januar 2009 verließ Pastor Ebel die Kirchengemeinde Teterow, um seinen Dienst an der Schelfkirche in Schwerin zu verrichten. Nach dem Auszug des Pastors wird mit der grundlegenden Sanierung des Pfarrhauses in der Schulstraße begonnen. Bauschäden, die durch unsachgemäß ausgeführte Bauarbeiten entstanden sind, mussten beseitigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der städtische St. Georg-Friedhof===&lt;br /&gt;
Am 20 November 1927, dem Ewigkeitssonntag, wurde auf dem Friedhof die Christusfigur, die die Städtische Friedhofskommission den Gefallenen des 1. Weltkrieges gestiftet hat, an ihren Gräbern aufgestellt und durch Pastor Schumacher geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514907045.pdf Der St. Georg-Friedhof zu Teterow In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 9, S.67]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die katholische St. Petrus-Gemeinde in Teterow===&lt;br /&gt;
:Nachdem in der Mitte des 16. Jahrhunderts die evangelisch-lutherische Kirche in Mecklenburg zur Landeskirche erhoben wurde, spielte die römisch-katholische Kirche auch in Teterow keine Rolle mehr. Ob über die Jahrhunderte überhaupt in der Stadt noch Angehörige dieser Glaubensrichtung gelebt haben, ist bisher nicht nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Erst im 19. Jahrhundert werden wieder Katholiken als eine kleine Gruppe genannt. Dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt sich wieder eine kleine Schar Katholiken in der Stadt und in den umliegenden Orten zusammen zu finden. Die Teterower Nachrichten berichten am 31. März 1904 über die Rats- und Bürgersitzung vom 29. März: &amp;quot;... wurde mitgeteilt, daß vom hohen Ministerium gestattet worden ist, daß in hiesiger Stadt monatlich während der Anwesenheit ausländischer Schnitter in der Umgebung römisch-Katholischer Gottesdienst abgehalten wird, und wurde gleichzeitig die Petition hiesiger Katholiken auf Einräumung eines städtischen Lokals a. zur Abhaltung des Gottesdienstes und b. zur Erteilung des Religionsunterrichts vorgelegt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die erste katholische Messe nach der Reformation findet am Sonntag dem 24. April 1904 im Saal des damaligen Schützenhauses statt. Durch die Bemühungen des damaligen Schlosskaplans Hardinghaus (Matgendorf) gelang es gelegentlich den Saal vom Schützenhauswirt Julius Ehlert für diesen Zweck zu mieten. Regelmäßiger Religionsunterricht fand in der Privatwohnung eines Teterowers statt. In den nächsten Jahren erfolgte die geistliche Betreuung der kleinen Gemeinde von Rostock und Schwerin aus. Die katholischen Schnitterfamilien von den Gütern der Umgebung wurden in die Gemeindearbeit einbezogen.&lt;br /&gt;
:Während des Weltkrieges 1914 - 1918 waren durch neue Gesetze und Verordnungen größere Versammlungen verboten worden. Die monatlichen Gottesdienste im Schützenhaus konnten nicht mehr stattfinden. Man war wieder auf Zusammenkünfte in Privaträumen angewiesen. Im Verlauf des Krieges wurde der dritte Monatssonntag für katholische Gottesdienste freigegeben, auch für die ausländischen Fremdarbeiter. Nach dem Krieg wurde die Nutzung des Schützenhaussaales für Gottesdienste gekündigt. Es gelang der Gemeinde, in der Schulstraße 24 Räume für Gottesdienst und Religionsunterricht zu bekommen.&lt;br /&gt;
:Am 1. Februar 1922 wird Teterow Pfarrei und Pfarrer Kaschny der neue Seelsorger. Der Aufbau der neuen Pfarrei begann. Allmorgendlich war heilige Messe und Unterricht für die Kleinen, Katechese und abendliche Vorträge für die Erwachsenen. Die Räumlichkeiten wurden für die wachsende Gemeinde zu klein. Man nutzte die Gelegenheit, die in der Schulstraße 12 aufgegebenen Waschanstalt zu übernehmen, für Pfarrer Kaschny eine kleine Wohnung frei zu bekommen und die Räume der Waschanstalt zu einer bescheidenen Kapelle umzugestalten. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Kommunionskursen für Mädchen und Jungen gewidmet, deren Teilnehmerzahl bis zu 50 Kinder zählte. Für größere Veranstaltungen wie Erstkommunion und Firmung stellte die Stadtverwaltung die städtische Turnhalle zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Am 22. Januar 1927 erwirbt der bischöfliche Stuhl Osnabrück die ehemalige Maschinenfabrik Müller in der Wilhelmstraße (heute Niels-Stensen-Straße) und wird als Eigentum eingetragen. Das dazugehörige Villengrundstück in der heutigen Bahnhofstraße wird vom Bischof als Pfarramt bestimmt. Am 1. Februar 1927 gründen drei Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariä die 1. Schwesternniederlassung in Teterow nach der Reformation. Ein Kinder- und Säuglingsheim und eine Kommunikantenanstalt wurde eingerichtet. Am Weißen Sonntag 1927 findet die erste Erstkommunionsfeier und der erste Gottesdienst in der neuen Kirche, einer ehemaligen Lokomotivhalle, statt.&lt;br /&gt;
:Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten führte zu tiefgreifenden Veränderungen. Das Kinder- und Säuglingsheim wurde geschlossen, ebenso die Kommunikantenanstalt. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) zog ins Schwesternheim. Erst auf dem Prozesswege wurde das Heim zurückgegeben. Religionsunterricht konnte nur in kirchlichen Räumen abgehalten werden. 1941 - 1942 wird die Kirche renoviert und umgebaut, eine Kriegsgedächtnisstätte entsteht. Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945 in Teterow wird das gesamte Gelände von Kirche und Pfarramt verwüstet und als Flüchtlingslager beschlagnahmt. Pater Kautz und der Organist der evangelisch-lutherischen Kirche, Hans-Heinrich Stein, retten mit einem Ziehwagen drei Tage lang die verstreut liegenden  Paramente, Vasa sakra, Bücher, eine Monstranz, die Statue des Hl. Bruder Konrad und anderes mehr. Die Sachen werden im Turm der evangelisch-lutherischen Kirche eingelagert.&lt;br /&gt;
:Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist bereit, ihren Glaubensbrüdern zu helfen, und so finden in den folgenden Wochen die katholischen Gottesdienste unter ihrem Dach statt. Die Wiederinbetriebnahme der eigenen Einrichtungen nimmt alle Kräfte in Anspruch. Die vier Ordensschwestern betätigen sich im Typhus-Lazarett auf dem Schulkamp. Mit einfachen Mitteln wird das Heim für die vielen Waisenkinder wieder eingerichet. Die Kirche wird zum gottesdienstlichen Gebrauch von den Geistlichen unter Mithilfe der Gemeindeglieder wieder hergerichtet. Am 5. Mai 1947 hält Bischof Dr. Berning in Teterow die erste Nachkriegsfirmung.&lt;br /&gt;
:1964 wird vom Bischöflichen Amt in Schwerin ein Haus für Jugendseelsorge aufgebaut und 1967 ein Jugendseelsorger entsandt. Im Juni 1969 wird das alte Kirchengebäude abgerissen und ein gleicher Stelle ein neues Haus errichtet. Am 27. Juni 1971 weiht der Schweriner Bischof Theissing die neue Petri-Kirche in Teterow. Als Gäste nahmen der evangelisch-lutherische Probst Abshagen und Vertreter des Rates der Stadt Teterow teil. Das Kinderheim wird am 1. Januar 1975 aufgelöst und zu einem kirchlichen Feierabend- und Pflegeheim umgebaut und am 1. Mai 1975 eröffnet. 1977 findet am 2. Februar aus Anlass des 50. Jahrestages der Schwesternniederlassung und der Eröffnung des St. Ansgar-Heimes eine Jubiläumsfeier statt und am 17. April findet ein Gemeindefest zum 50. Jahrestag des Bestehens des Gotteshauses statt.&lt;br /&gt;
:Am 25. Januar 1990 wird eine Erklärung des Priesterrates des Bischöflichen Amtes Schwerin vom 3. Januar 1990 zur grundlegenden Reform des gesamten Bildungssystems mit 350 Unterschriften aus der St. Petrus-Gemeinde Teterow an das Volksbildungsministerium der DDR nach Berlin abgeschickt. Teterow war als Mittelpunkt des Landes Mecklenburg-Vorpommern schon immer Zentrum der katholischen Jugendarbeit. Das seit ca. 30 Jahren bestehende alte Jugendhaus genügte nach der politischen Wende im Staat nicht mehr den Anforderungen. Das Gebäude wurde zu klein. Unter maßgeblicher Beteiligung des Jugendpfarrers Ansgar Thim konnte 1995 auf dem Pampower Koppelberg das Bischof-Theissing-Haus als neue Begegnungsstätte für junge Menschen aus ganz Mecklenburg eröffnet werden.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wurde das katholische Pflegeheim St. Ansgar als Neubau fertiggestellt und unter großer öffentlicher Anteilnahme eingeweiht. Am 7. August 1999 erfolgte die Grundsteinlegung zur neuen Kirche St. Petrus. Im Mai 2000 erfolgte der Abriss der bisherigen Kirche. Die Einweihung des neuen Kirchenbaues nahm der Hamburger Erzbischof Dr. Averkamp am 30. Juni 2000 vor. In der Zeit zwischen dem Abriss der alten und der Weihe der neuen Kirche (1. bis 25. Juni) öffnete die evangelisch-lutherische Gemeinde ihre Kirche für die Andachten der katholischen Gemeinde. In seinem Grußwort zur Einweihung der Kirche sprach Bürgermeister Dr. Reinhard Dettmann: &amp;quot;Möge dieses Haus die Gemeinde und die Bürger der Stadt segnen und schützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dieser Segenswunsch drückt aus: Die Zeiten haben sich verändert. Vorbei sind die Jahrzehnte, da die Katholiken in einem Winkel der Stadt geduldet wurden und die Kirche ein Provisorium in einer ehemaligen Fabrikhalle war. Grüße überbrachte Pastor Ebel von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Pastor Schlag von der freikirchlichen Gemeinde übergab ein frisches Brot als Zeichen für gute Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jüdisches Leben in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Teterower Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Rathaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus von Teterow wurde 1910 errichtet. Es befindet sich im Stadtkern von Teterow, direkt am Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche St. Peter und Paul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Zeitpunkt für den Bau des ersten Rathauses ist nicht überliefert. Da der Bau der Kirche St. Peter und Paul gegen 1270 begann und Teterow 1272 erstmals urkundlich erwähnt wird, entstand vermutlich auch um diese Zeit ein erstes Rathaus. Am 18. August 1700 kam es nach dem Großbrand von 1632 zum zweiten Mal zu einer Feuersbrunst, die Teterow samt Rathaus in wenigen Stunden fast vollständig vernichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1708 wurde ein Rathaus im Stil des Barocks errichtet. Dieser Bau wurde 1909 abgerissen und es entstand bis 1910 am Marktplatz das heutige zweigeschossige neobarocke Rathaus. Großherzog Friedrich Franz IV. hatte dazu den Grundstein gelegt. Die Marktplatzseite des „dritten“ Rathauses gliedert sich auch in drei Teile mit je drei Fensterachsen. Durch den vorspringenden Mittelrisalit führt der Eingang. Das Gebäude hat ein Mansarddach, das ein offenes, barockes Türmchen überragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1945 wurde das Haus von der sowjetischen Kommandantur, vom Rat des Kreises und vom Polizeikreisamt genutzt. Die Stadtverwaltung residierte in dieser Zeit im ehemaligen Hotel &amp;quot;Erbgroßherzog&amp;quot; in der Malchiner Straße. Nach der Wende übernahm am 13. Februar 1990 die Stadtverwaltung wieder das Rathaus. Im November 1992 brach bei einem Orkan die Spitze des Rathaustürmchens mitsamt der vergoldeten Kugel ab und blieb in der Dachrinne hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus wurde um 1993 gründlich saniert. So auch das Balkongitter über dem Eingang, welches das neu gestaltete Stadtwappen farbenprächtig zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf dem Marktplatz befindet sich eine 1995 eingelassene Gedenkplatte, die den geographischen Mittelpunkt Mecklenburg-Vorpommerns kennzeichnet, und der an die Schildbürgerstreiche erinnernde Hechtbrunnen. Er wurde nach Entwürfen des Plauer Bildhauers Wilhelm Wandschneider gebaut und 1914 eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pfarrkirche St. Peter und Paul===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Pfarrkirche St. Peter und Paul ist eine dreischiffige Pseudobasilika aus Backstein mit zweijochigem , kreuzrippengewölbtem Rechteckchor, Nordsakristei und eingezogenem quadratischem Westturm.&lt;br /&gt;
:Chor und dreijochiges Landhaus wurden nach 1250 begonnen.&lt;br /&gt;
:Der Einzug der Schiffsgewölbe und Errichtung des Westturms erfolgten im 15. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Charakteristisch am Chor sind Lisenen, Rundbogenfriese und Deutsches Band, im Ostgiebel finden sich spitzbogige Blendenreihen und Kreuzblende, darunter in der Ostwand Dreifenstergruppe mit eingelegten Rundstäben. Blendendekore finden sich auch um Staffelgiebel der zweijochigen Nordsakristei und den beiden Obergeschossen des Westturmes.&lt;br /&gt;
:Die südliche Priesterpforte (durch die spätere Südsakristei verdeckt) mit reichem Blattschmuck an Kapitellen und Archivolten. Im Inneren die Kreuzrippengewölbe im Chor lagern auf Wandpfeilern mit Runddiensten, im Langhausmittelschiff auf achteckigen Pfeilern, das südliche Seitenschiff mit achteckigen Rippengewölben.&lt;br /&gt;
:1877/80 erfolgte eine umfassende Instandsetzung. Dabei wurde die Langhausnordwand mit Fenstern, Verbreiterung des nördlichen Seitenschiffes und einer zweiten Sakristei an der Südseite des Chrores versehen.&lt;br /&gt;
:Die Gewölbemalerei von 1350 wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts umfassend restauriert.&lt;br /&gt;
:Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament (Genesis sowie Leben und Passion Christi), zwei geharnischte Fürsten, Mischwesen und Tierdrolerien.&lt;br /&gt;
:Im Chor befindet sich ein sehr qualitätvoller vierflügeliger Schnitzaltar (um 1430) mit zentraler Marienkrönung sowie Apostelfiguren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513615962.pdf Die Peter-Paulskirche zu Teterow Karl Schmaltz In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.369-371]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616098.pdf Über die Decken- und Tafelmalereien der Pfarrkirche zu Teterow Oscar Gehrig In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.372]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul, deren Anfänge in das 13. Jahrhundert zurückreichen, bestanden vor der Stadt Kapellen. Die wichtigste war die nach 1300 errichtete Marienkapelle, die angeblich von Bischof Magnus von Kammin begründet wurde und gewisse Wallfahrtbedeutung erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Schulkampus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtmühle Teterows===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Eisenbahngeschichte===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Altstadt Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtbefestigung von Teterow mit den Stadtoren===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer ist an der bogenförmigen Führung der Ringstraßen noch erkennbar.&lt;br /&gt;
:Die Mauer selbst ist abgetragen bzw. überbaut.&lt;br /&gt;
:Von den ehemals drei Toren sind noch zwei erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rostocker Torturm====&lt;br /&gt;
:Das Tor ist ein mehrgeschossiger Backsteinbau des frühen 15.Jahrhunderts mit einem abgeschlossenen Satteldach zwischen Giebeln zur Stadt- und Feldseite, die spitzbogigen Durchfahrtsöffnungen nachträglich vergrößert. &lt;br /&gt;
:Der Turmkörper ist an der Stadtseite mit großer mittlerer Spitzbogenöffnung versehen, dem wohl im frühen 18.Jahrhundert durch eine Eisenkonstruktion zugesetzt worden war. &lt;br /&gt;
:Seitlich gerahmt von kleinen Blenden, sind die Staffelgiebel mit Maßwerkblenden versehen. &lt;br /&gt;
:Ihre oberen Abschlüsse wurden im 16. Jahrhundert verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Malchiner Torturm ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Malchiner Tor ist ein annähernd quadratischer Backsteinbau mit Stadt- und Feldseitengiebel sowie kleinteiligen, am Turmkörper zu horizontalen Bändern zusammengeschlossenem Baudekor, erbaut um die Mitte des 15. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Die spitzbogige Durchfahrt ist ebenfalls im 16. Jahrhundert vergrößert und dabei die Giebelabschlüsse verändert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Museen==&lt;br /&gt;
===Das Teterower Stadtmuseum===&lt;br /&gt;
;Das 1. Museum 1933 - 1945&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 27.09.1933:&lt;br /&gt;
:Heimatmuseum&lt;br /&gt;
:Ehrfurchtsvoll betritt die Räume,&lt;br /&gt;
:Wo Ureltern-Zeiten neu entstehen.&lt;br /&gt;
:Viel Kunst, Wissenschaft und Bräuche&lt;br /&gt;
:Wirst Du mit Bewunderung hier sehn!&lt;br /&gt;
:(Eine Karte mit dieser passenden Aufschrift heftete ein Unbekannter an die Eingangstür des Museums.)&lt;br /&gt;
:Teterow, 25. Sept. In kurzer schlichter Feier fand am gestrigen Sonntag Mittag im Gemeindesaal (im Gebäude der früheren Höheren Mädchenschule) die Einweihung des neuen Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Heimatbundes, Herr Lehrer a. D. Köpcke, begrüßte die anwesenden Ehrengäste, voran Herrn Professor Dr. Wossidlo, Waren, die Vertreter des Rates und der Stadtverordneten-Versammlung, die Mitglieder des Heimatbundes und die sonstigen Gäste mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
:Hochverehrte Anwesende!&lt;br /&gt;
:Wir haben uns hier heute versammelt, um das von der Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes Mecklenburg errichtete Museum zu eröffnen. Namens des Vorstandes dieser Ortsgruppe begrüße ich Sie herzlich und danke Ihnen für das Interesse, daß Sie durch Ihr Erscheinen der Museumssache entgegenbringen. Es ist mir eine besondere Freude, Herrn Prof. Dr. Wossidlo, der auf dem Gebiete der Volkskunde so Hervorragendes geleitstet hat, hier heute in unserer Mitte zu sehen. Ich danke Ihnen, Herr Professor, daß Sie trotz Ihrer augenblicklich anstrengenden Arbeit es möglich gemacht haben, unserer Eröffnungsfeier beizuwohnen. Ich begrüße dann besonders den Vertreter des Rates, den Herrn Bürgermeister Dr. Meyer und den Stadtverordnetenvorsteher Herrn Münter. Durch das Entgegenkommen unserer Stadtverwaltung ist es uns erst möglich geworden, hier ein Museum zu errichten. Ich möchte auch an dieser Stelle herzlichen Dank dafür aussprechen und damit gleichzeitig die Bitte verbinden: Rat und Bürgervertretung mögen auch in Zukunft dem Heimatmuseum ihr Wohlwollen erhalten und die Interessen desselben nach jeder Richtung hin fördern und unterstützen.&lt;br /&gt;
:Ganz besonders danke ich dem Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, dem Leiter unseres Museums, der durch seine unermüdliche und zähe Arbeit dasselbe hergerichtet hat. Ohne ihn wäre das Werk nicht in so kurzer Zeit zustandegekommen. Ihr Name, Herr Bartels, wird daher für immer mit dem Teterower Heimatmuseum verknüpft bleiben.&lt;br /&gt;
:Weiter danke ich all den Damen und Herren, die durch Hergabe von Museumsgegenständen und durch ihre unentgeltliche, opferwillige Arbeit uns in so reichem Maße unterstützt haben. Auch hier möchte ich die Bitte aussprechen: Lassen Sie die Ortsgruppe bei dem weiteren Ausbau des Werks nicht im Stich. Nur durch tatkräftige Mithilfe und Unterstützung aller Bevölkerungskreise wird es möglich sein, das Museum so zu erhalten und auszugestalten, daß es seinen Zweck voll erfüllen kann.&lt;br /&gt;
:Aber welches ist nun Zweck und Aufgabe eines Heimatmuseums? Ich möchte die Frage kurz dahin beantworten, daß ich sage: &amp;quot;Das Heimatmuseum soll dazu dienen, daß die Kultur einer früheren Zeit im Volke lebend bleibt.&amp;quot; Dies Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn die Gebrauchsgegenstände vergangener Jahrhunderte dem Volke immer wieder vor Augen geführt werden, und das geschieht am besten durch ein Ortsmuseum. Ich gebrauche hier den Ausdruck Ortsmuseum im Gegensatz zu Landesmuseum. Manche Menschen stehen nämlich auf dem Standpunkt, daß sie behaupten, ein Landesmuseum genüge für den vorhin erwähnten Zweck vollkommen. Wir haben in Schwerin ein vorzügliches Museum für volkskundliche Sachen, und darüber sind wir recht froh, und das wollen wir auch in keiner Weise mit unserem Vorgehen bekämpfen. Aber die meisten Menschen aus unserer Gegend kommen doch nur selten nach Schwerin, und wenn sie einmal hinkommen, so haben sie noch nicht genügend Zeit und Gelegenheit, das Landesmuseum zu besuchen. Da ist es doch ganz gewiß richtig, wenn auch überall in den kleineren Städten unseres Landes Heimatmuseen bestehen, wo die umwohnende Bevölkerung Gelegenheit hat, Volkskunde zu treiben. Auch für die Schulen ist es von großem Wert, wenn in der Nähe Stätten vorhanden sind, wo den Kindern ein Stück Vergangenheit gezeigt werden kann. Es ließe sich hierüber noch manches sagen, aber in Rücksicht auf die mir zur Verfügung stehende Zeit muß ich davon absehen. Unsere Nachbarstädte Güstrow, Malchin und Waren haben schon seit Jahren Heimatmuseen. Da darf auch Teterow hinter diesen Städten nicht zurückstehen. Ich denke hierbei auch an die Bestrebungen unseres Verkehrsvereins. In Wismar wurde in diesem Jahre gelegentlich der Landeshauptversammlung des Heimatbundes ein Ortsmuseum eröffnet. Dort stehen dem Museum 7 Räume zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Im nächsten Jahre findet die Landeshauptversammlung hier in Teterow statt. Ich hoffe, daß wir bis dahin noch einen 3. Raum bekommen. Sie werden nachher selbst sehen, daß die jetzt vorhandenen Räume nicht ausreichen.&lt;br /&gt;
:...&lt;br /&gt;
:Nach dem Redner sprach Herr Bürgermeister Dr. Meyer namens der Stadt Teterow dem Teterower Heimatbund, insbesondere dem Vorsitzenden und dem Leiter und Gestalter des Museums, Herrn Reichsbahnoberinspektor Bartels den herzlichen Dank für die wertvolle, im Interesse der Stadt geleistete Arbeit aus. Er sprach von dem großen Wert solcher Heimatmuseen für die Erhaltung alter heimatlicher Kultur und betonte, daß die Weiterarbeit zur Förderung dieses wichtigen Werkes in der Zukunft vor allem in den Händen der Schulen läge. Jedes Kind wüßte jetzt, wohin es zu gehen habe, mit einem irgendwo entdeckten Gegenstand aus früheren Zeiten. Er wünschte eine gute Weiterentwicklung des Museums.&lt;br /&gt;
:Anschließend nahm Herr Professor Wossidlo, Waren, der größte mecklenburgische Förderer der Erhaltung alten Kulturgutes, das Wort. Er dankte für die an ihn gerichteten Begrüßnungsworte und gab einen kleinen Abriß aus der weiteren Gestaltung der Förderung der Heimatmuseen. Die Leiter der meckl. Heimatmuseen werden demnächst in Schwerin zusammentreten, um über gegenseitigen Austausch von Dubletten in Verhandlungen zu treten. Er gab in seinen weiteren Ausführungen ein kleines Beispiel davon, wie leicht wertvolle Güter aus alter Zeit unter altes Eisen kommen können. In der sich dann anschließenden Besichtigung des Heimatmuseums gab der große Heimatkundler wertvolle Erläuterungen zu manchen der vorhandenen schönen Museumsstücke, darunter Sachen, die man, wie er sagte, im großen Schweriner Museum vorläufig noch schmerzlich vermisse.&lt;br /&gt;
:Das neue Heimat-Museum enthält heute schon einen ungeahnten Reichtum an ganz wertvollen Zeugen alter Zeit. Der ganze Aufbau und die Anordnung des neuen Heimatmuseums zeuge von großer Sachkenntnis, bekundete der Vater der Heimatmuseen. Wir werden in einem weiteren Artikel näher auf einzelne Teile unseres neuen Museums eingehen. Dankbar aber wollen wir auch an dieser Stelle unserer Freude darüber Ausdruck verleihen, daß wir nun endlich, nach langjährigem Bemühen (schon unter Herrn Bürgermeister, jetzigen Staatsminister Dr. Scharf wurde dieses Projekt im Verkehrsverein - durch ständiges Nachfassen des Herrn Studienrat Dr. Böhmer durch Wort und Schrift - viel behandelt, scheiterte damals aber immer an der Platzfrage) ein schönes Heimat-Museum haben. Ein Heimat-Museum mit einer Fülle von wertvollen Gegenständen, wie es mancher Teterower bestimmt nicht zu erwarten wagte. In Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, der von jeher ein großer Schwärmer für heimatliche Kulturgüter war, hat die Ortsgruppe den richtigen Leiter und Verwalter gefunden. Unter seiner Hand wird diese wertvolle Bereicherung des Schatzes Teterower Schaustücke eine sichere und stete Fortentwicklung nehmen. Wir Teterower schulden allen an dem Aufbau dieses Werkes Beteiligten herzlichen Dank.&lt;br /&gt;
:Außer den im Heimat-Museum an den Gegenständen genannten Spendern beteiligten sich in hochherziger und dankenswerter Weise an der Einrichtung des Museums die Firmen Gebr. H. u. C. Groß, Friedr. Dohr, Malermeister H. Peterß, Ramelow, E. Vick, H. Bastian, Tischlermeister Rüter, Renzel, Müschen, E. Schröder, Fritz Walter, Malermstr. A. Schröder versah den sehr bewunderten Herd mit naturgetreuen Farben. Sämtl. Arbeiten mit Ausnahme der eigenen Unkosten wurden ohne Berechnung ausgeführt. Bei der Reinigung und Herrichtung der z. T. sehr verstaubten Gegenstände ist Frau Hermann eine sehr wertvolle Hilfe gewesen.&lt;br /&gt;
:Das Heimat-Museum ist in dieser Woche nachmittags von 3 bis 5 Uhr und am kommenden Sonntag von 3 bis 5 Uhr zur kostenlosen Besichtigung freigegeben. Über die späteren Besichtigungszeiten werden noch nähere Bekanntmachungen folgen.&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 05.10.1933:&lt;br /&gt;
:Ein Spaziergang durch unser Heimat-Museum&lt;br /&gt;
:Ein Wunsch vieler Teterower ist mit der Schaffung unseres Heimat-Museums in Erfüllung gegangen. Fast zu spät ist dieser Wunsch Wahrheit geworden, denn jetzt erst erkennt man, daß so manches wertvolle Stück aus der Vergangenheit, das sonst Unterkommen in dem Museum gefunden hätte, aus Mißachtung oder Unverständnis in der Versenkung verschwunden und der Nachwelt verloren gegangen ist. Das ist aber natürlich nicht zu ändern. Wenn auch manches verloren ging, so hat sich seit der Eröffnung des Museums doch erwiesen, daß noch viel Wertvolles in irgendeiner Ecke verborgen liegt, ist doch dem Museum in den letzten Tagen schon so manches zugetragen worden, weil man weiß, daß es dort gut aufgehoben ist. Aber schon am Tage der Eröffnung war eine solche Fülle von Gegenständen aus alter Zeit da, daß die beiden vorläufig zur Verfügung stehenden Räume schon jetzt als &amp;quot;gefüllt&amp;quot; gelten könne. Es wurde uns erzählt, daß schon rund 800 Stücke im Museum untergebracht sind. Eine gewaltige Zahl, deren Ordnung und sachgemäße Unterbringung eine große Fülle von Arbeit gebracht hat. Wir wollen einmal sehen, was bis heute zusammengetragen ist.&lt;br /&gt;
:Wenn wir den ersten, kleinen Raum vom Flur der früheren Höheren Mädchenschule betreten, so schauen wir geradeaus auf eine alte Kannenborte, auf dem Töpfe und Teller in buntem Durcheinander untergebracht sind. Der &amp;quot;Seilpott&amp;quot; ist ein Zeuge früherer alter Töpferkunst. Neben der Borte hängt ein &amp;quot;Mangelholz&amp;quot;, mit dem die unermüdliche Hausfrau mühselig ihr Leinen glatt gemangelt hat. Die moderne Hausfrau wird mit Grauen an die harte Arbeit denken, die mit der Benutzung diese Holzes verbunden war. Auf der über die ganze Wand gehende Borte werden dem Beschauer alle Werkzeuge, die der Flachsbereitung dienen, vorgeführt. Wir sehen da in der Reihenfolge ihres Gebrauchs nebeneinandergereiht: Repel, Flachsbreche (Brake), Fuchtel. Eine Schwinge, die nun käme, fehlt noch. Es folgen Hechelstuhl, Spinnrad, Spulrad, Garnhaspel, Kreuzwinde, Garnwinde, Wollkratzer, Spinnrad und Wollhaspel. Früher waren es Gegenstände, die nicht nur in jedem Stadthause. Längst sind diese Zeiten dahin. Heute werden Spinnräder und sonstige Dinge wohl nur noch als Museumsstücke in einem Haushalt aufbewahrt. Den Kindern wird dann wohl erzählt: &amp;quot;An dem Spinnrad hat Eure Großmutter noch all das schöne Leinen selbst gesponnen!&amp;quot; Das ist das Einzige, was uns heute noch mit dieser Zeit verbindet. Wir modernen Menschen wollen nichts mehr mit dem groben, aber außerordentlich haltbaren Leinenzeug unserer Großeltern zu tun haben, sondern liegen lieber auf feinem Bettleinen und essen unser Mahl gern von feinen Damastdecken. Das grobe Leinen, das z. B. noch in der alten Wiege zu sehen und zu fühlen ist (der Bettbezug soll übrigens aus einer alten Schürze stammen, die das Museums-Direktor-Auge irgendwo entdeckt hat) wird immer seltener.&lt;br /&gt;
:Zwischen den Flachsbereitungs-Utensilien entdecken wir übrigens auch einige fast überbunte Ausmusterungs-Sträuche, die vor dem Kriege von den Ausgehobenen mit Stolz an ihren Hüten getragen wurden und allen Menschen kundtun sollten, daß sie bald in das stolze deutsche Heer einrücken würden.&lt;br /&gt;
:Werkzeug für Nagelschmiede und Stellmacher sind in großer Fülle vorhanden. Alte Uhren, Plätteisen, Holzschlittschuhe usw. Beachtenswert sind &amp;quot;Erzeugnisse der Panstorfer Glashütte&amp;quot;. Wer ahnte es bisher, daß in unserer nächsten Umgebung Glashäfen hergestellt wurden? Eine alte Hand-Nähmaschine führt uns für Jahrzehnte zurück noch weiter aber ein Steckkissen um Anschrauben. Wieviel leichter haben es unsere heutigen Kleiderkünstler doch gegen die Generation vorher. Alte Scheffel, (Rostocker- und Güstrower-), Dreschflegel und Gabel u. a. entdecken unsere Augen. Auch ein Lechel (Trinkfaß) fehl nicht. Ein Pfeifenbort hängt friedlich in der Ecke; ein Stück Möbel, das heute schon recht selten geworden, wenn es auch nicht ganz ausgestorben ist. Weiter sehen wir Däsen und Uenzel, alte Stallaternen, sogar einen alten Handstock, der gleichzeitig einmal ein richtiges Gewehr darstellte.&lt;br /&gt;
:Aber das Schönste dieses ersten Raumes - wir haben es absichtlich bisher noch gemieden - ist der waschechte alte, offene Herd, der von Künstlerhand in der linken Ecke eingebaut ist und uns ein Stück aus alter Zeit zeigt, an dem früher die Frau des Hauses die Speisen der ihr angetrauten Hungrigen bereitete, um die ihr angetrauten Küchlein satt zu kriegen. Die Augen der Hausfrauen leuchten, wenn sie diesen Zeugen alter Zeit sehen und manche der Aelteren erinnern sich sogar, auch einmal an einem solchen Herd gestanden und gearbeitet zu haben. Allerdings hat es wohl keine unter den Heutigen miterlebt, daß man in das rechts angebrachte Mauerloch (&amp;quot;Müerlock&amp;quot;) griff, um Feuerstein, Schwamm (&amp;quot;Tunner&amp;quot;) und Stahl zu ergreifen, um &amp;quot;Feuer zu schlagen&amp;quot;. Die heutige Generation kann mit diesem Werkzeug nicht mehr fertig werden. In diesem &amp;quot;Müerlock&amp;quot; entdeckt man auch die nicht entbehrliche &amp;quot;Funzel&amp;quot; (Lampe), die einmal ebenfalls unentbehrlich war.&lt;br /&gt;
:Nun wollen wir einmal einen Blick durch den &amp;quot;Schwibbogen&amp;quot; werfen. Wir entdecken dort verschiedene Kesselketten, die früher einmal heilig gewesen sein sollten, wie man uns erzählte. An diesen Kesselketten hingen die großen Kannen über dem offenen Feuer. Unser Auge entdeckt weiter an der Seite und über dem Herd Feuerhaken, Aufnehmer, alte Körbe, Mörser, kupferne Kannen, eine Riesen-Kartoffel-Reibe, alte Waagen, Essenkiepe (mit der das Essen früher aufs Feld nachgetragen wurde), Waschholz usw. Oben über dem Herd ist ein größerer Kaffeebrenner aufgestellt und an der rechten Seite hängt noch ein kleinerer.&lt;br /&gt;
:Jedes Stück trägt ein Stück Geschichte alter Zeit in sich und läßt unsere Gedanken wandern zu unsern Groß- und Urgroßeltern, die einmal inmitten dieser uns heute als Eigentümlichkeit anmutender Geschirre und Behälter gewirkt und geschafft und sich glücklich gefühlt haben. Daß in der Ecke hinter dem Herd auch ein Feuereimer hängt, ist selbstverständlich, denn um die Zeit, von der uns diese Werkzeuge erzählen, mußte jedes Haus im Besitz eines Feuereimers sein.&lt;br /&gt;
:Am Eingang direkt sehen wir schließlich noch einen Bürgerspieß, den jeder Bürger haben mußte. Außerdem hängen an dieser Seite einige verwitterte Wetterfahnen, deren älteste die Jahreszahl 1597 trägt. Ueber 300 Jahre Geschichte unserer Heimatstadt hat diese Wetterfahne erlebt. Wenn die erzählen könnte!&lt;br /&gt;
:Nicht alles in diesem kleinen ersten Raum haben wir &amp;quot;in die Feder gefaßt&amp;quot;, aber auch diese Aufzählung gibt schon einen kleinen Ueberblick über die reiche Fülle der schon im Heimat-Museum untergebrachten Gegenstände. ...&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 12.10.1933&lt;br /&gt;
:... Heute wollen wir unsere Wanderung fortsetzen und den zweiten Raum betreten.&lt;br /&gt;
:Gleich rechts an der Wand erblicken wir einen wohl über 2 m langen Glocken-Strang, der ganz mit Perlen besetzt ist. Er hat wohl einmal in einem vornehmen Hause an der Haustür gesessen, als die elektrischen Glocken noch unbekannt waren. Uns gegenüber zwischen den beiden Fenstern steht eine alte Wanduhr, die ihre 300 Jahre auf dem Nacken haben soll. Sie ist mit einem Spielwerk eingerichtet, das zur Zeit allerdings nicht funktioniert.&lt;br /&gt;
:Rechts neben der Tür steht ein großer Glasschrank, der angefüllt ist mit allerhand Erinnerungsstücken aus früherer Zeit, womit sich unsere Großmütter und Urgroßmütter &amp;quot;verschönt&amp;quot; haben. Riesige Hüte, anscheinend von großem Gewicht, wie man sie sich heute für diesen Zweck auf den zierlichen Köpfen gar nicht mehr vorstellen kann, werden uns hier gezeigt; bunte Hauben, wie wir sie heute nur noch bei den Großmütterchen finden, und bei diesen auch nur noch recht selten; alte Körbe, Krüge, Nippes, Tabakkästen usw. Oben auf dem Schrank ist das Modell des neuen Rathauses aufgestellt.&lt;br /&gt;
:Neben dem Schrank hängt das Wappen der alten Teterower Familie Willgoß. Es wird darauf hingewiesen, daß es aus England stammt. Danach ist die Familie Willgoß von der Insel jenseits des Kanals eingewandert. Wir finden an dieser Wand weiter ein Führungszeugnis über beim Militär abgeleistete Dienstzeit aus dem Jahre 1850 und Glückwünsche zum neuen Jahr. Früher wurden diese mehr oder weniger wertvollen Urkunden schön hinter Glas gelegt und in der sogenannten &amp;quot;guten Stube&amp;quot; aufgehängt.&lt;br /&gt;
:An der nächsten Wand ziehen uns besonders die Sammlungen aus dem Besitz des &amp;quot;großen Sohnes unserer Stadt&amp;quot; Herrn Kapitän Kaempff, an. Außer einem schönen Bild von Kapitän Kaempff hängt dort unter Glas ein Originalbrief Kaiser Wilhelms II. an seinen verdienten Kapitän. Aus seinem Nachlaß sind ferner vorhanden eine Schreibmappe aus Leder mit dem Photo seines Dampfers &amp;quot;Deutschland&amp;quot; (damals größter Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie), verschiedene Orden und Ehrenzeichen, darunter die Rettungsmedaille, die er sich für die Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 verdiente. Auf dem Etuis, in dem die Medaille lag, heißt es: &amp;quot;Dem 4. Offizier des Dampfschiffes &amp;quot;Gellert&amp;quot;, C. J. S. Kaempff, in ehrender Anerkennung für Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 auf der Rhede von Havre von der Direction der Hamburg Amerika Packetfahrt Act. Ges.&amp;quot;. Viele von uns Aelteren kennen noch sehr gut Herrn Kapitän Kaempff, diesen ausgesprochenen Seemanns-Typ, der längere Zeit vor dem Kriege in unserm Ort im Ruhestand lebte und dann nach Rostock verzog.&lt;br /&gt;
:Weiter haben hier die Innungen Gegenstände untergebracht. Die Metall-Innung ist mit großen Schlüsseln und Schlössern aufgefahren, die früher kunstvoll in den eigenen Werkstätten hergestellt wurden. Heute wohl eine Seltenheit, daß so ein Gegenstand noch mit der Hand hergestellt wird. - Ausgebreitet liegt auch hier eine Urkunde aus Kopenhagen, in der einem Johan Bollwagen bescheinigt wird, daß er dort als &amp;quot;Becker&amp;quot; gearbeitet hat. - Außer dem Metall-Stempel der Schuhmacher-Innung, liegt in diesem Glaskasten auch das &amp;quot;Wirtschaftsbuch vom St.-Jürgenstift Teterow&amp;quot;. Das interessanteste Stück unter diesen Urkunden ist aber die älteste Urkunde über Teterow aus dem Jahre 1272. Eine Uebersetzung dieser in Latein geschriebenen Urkunde liegt daneben aus dem Jahre 1751. - Unter dem Tisch steht eine Schuhmacher-Lade, ein Reibestein für Maler usw. Die Firmen Guhl und Renzel, die Kunstgewerbestätten unseres Ortes, sind mit einigen Prachtstücken aus ihren Werkstätten vertreten, die da zeigen, daß das Kunstgewerbe, die Handarbeit, doch noch nicht ganz von der Maschine verdrängt sind. Aus der früheren Färberei von Ad. Lindstaedt sind Drucksteine und Druckmuster ausgelegt. In diesem Teil des Museums werden wir also vertraut gemacht mit früheren Innungs-Gebräuchen und Leistungen. Diese Sammlung ist zwar noch recht schwach, aber der Anfang ist gemacht und wird sicher auch seine Fortsetzung erfahren. - Interessant ist auch noch eine Siegelsammlung. In dieser Sammlung finden wir die verschiedensten Siegel aller möglichen Behörden. Besonders in die Augen fällt ein Riesensiegel. Es ist das Kirchensiegel der St. Marien in Rostock.&lt;br /&gt;
:In den beiden Ecken dieser Wand sind ebenfalls freundliche Eckschränke untergebracht, die allerhand kleine Porzellan-Sammlungen usw. enthalten. Wir dürfen uns aber nicht zu sehr mit Einzelheiten befassen. Alte Lampen, eine Krimoline, bunte Hutschachteln und alle möglichen andern Dinge finden wir hier.&lt;br /&gt;
:Unser Augenmerk zieht aber das Schreibpult vor allem an sich. Es stammt aus dem Jahre 1813 und ist anscheinend in dem Freiheitskriege von einem fremden Krieger hier zurückgelassen. Es ist ein äußerst kunstvoll gearbeitetes Stück, in dem dutzende von Fächern auf kleiner Fläche untergebracht sind. Jeder Winkel ist außerordentlich geschickt ausgenutzt. Für &amp;quot;Leute vom Fach&amp;quot; ein außerordentlich wertvolles Stück, das man gesehen haben muß.&lt;br /&gt;
:In den Glaskästen auf Mitte des Raumes sind bunte Perlarbeiten aller Art: Geldbeutel, Handtaschen (Pompadoure) usw. ausgestellt. Alte Taschenuhren, Riesen-Haarschmuck, wie man ihn früher auf dem Kopf der Frauen prangen sah. Yet-Schmuck, Stickvorlagen usw., Alte Bibeln und Gesangbücher, Münzen aus dem 30jährigen Kriege, die vor längerer Zeit bei Ausgrabungen hier in einem Behälter gefunden wurden; Petschafte, Notgeld aus der Inflationszeit; bunte Glückwunsch-Karten zum Auseinanderklappen, wie sie früher einmal Brauch waren, Patenbriefe usw.&lt;br /&gt;
:An der Wand links von der Tür sind verschiedene Kupferstiche untergebracht, darunter der Kupferstich von der Ueberreichung des Teterower Ehrenbürgerrechtes an Herrn von Thünen auf Tellow am 11.6.1848. - Große Steinsammlungen und Bodenfunde aus der jüngeren Steinzeit liegen in den Kästen dieser Wand. Steinbeile - Pfeilspitzen - Faustbeile - Messer - Scherben der jüngeren Bronzezeit - Hakenpflug - Spindelsteine und Funde aus der alten Steinzeit. Ein prachtvolles Elchgeweih aus dem Rempliner Moor. - Das Geweih eines Moorhirsches aus der Thürkower Gegend. - Ein Pfahlrest, Holzkohle und Brandschutt von der Hausstelle auf dem Burgwall. - Wendisches Hufeisen und Speerspitze vom Burgwall. Topfscherben und Knochenreste und vieles andere. Reich ist die Zahl der Zeugen einer längst hinter uns liegenden Vergangenheit, die uns erzählen aus der Geschichte unserer Väter und Urväter. Es lohnt schon, sich einmel mit diesen Ueberbleibseln einer anderen Zeit zu beschäftigen.&lt;br /&gt;
:Im letzten Schrank dieses Raumes sehen wir alte Kacheln - einen Feierabendstein (der Schlußstein beim Hausbau) - Revolver - Pulverhörner - Maße - Gewichte - Gold- und Getreidewaage - Ellen - Säbel usw.&lt;br /&gt;
:Schließlich sind noch die Fahnen der Schuhmacher-Gesellen-Innung, der Maurer-Gesellen-Innung und des Gesangvereins Harmonia hier aufbewahrt, Hunderte von Zeugen der Vergangenheit liegen friedlich beisammen und sollen uns erinnern an Tage, die gewesen sind. Wir dürfen dankbar sein, daß wir in unserer Stadt nun eine Stätte haben, wo gewesene Dinge gehegt und gepflegt werden und nicht im Müllkasten spurlos verschwinden. Wir alle wollen helfen, daß diese Stätte der Erinnerung weiter ausgebaut werde zur Pflege des Heimatgedankens.&lt;br /&gt;
:Ostmecklenburgische Heimat Nr. 22 vom 18.11.1934&lt;br /&gt;
:Vor dem Heimatmuseum in Teterow&lt;br /&gt;
:In der Zeit nach dem Weltkriege entstanden in verschiedenen mecklenburgischen Städten Heimatmuseen, so auch im Osten unsers Landes, in Malchin 1927, in Waren 1930. Welches ist nun der Sinn und der Zweck dieser Museen? Kurz gesagt: Man will Stätten schaffen, wo Gegenstände einer früheren, vergangenen Kultur gesammelt und aufbewahrt werden. &amp;quot;Aber,&amp;quot; so wird vielleicht mancher fragen, &amp;quot;sind zur Erreichung dieses Ziels wirklich Ortsmuseen nötig? genügt dazu nicht das in Schwerin bestehende Landesmuseum?&amp;quot; Gewiß´, das Landesmuseum dient auch demselben Zweck, und wir freuen uns sehr, ein solches zu besitzen. Aber daneben können wir auch die Ortsmuseen nicht gut entbehren. Sie leisten uns bei der Durchführung der Heimatbundbestrebungen oft vorzügliche Dienste. Wie sich das im einzelnen auswirken kann, soll hier kurz etwas näher ausgeführt werden.&lt;br /&gt;
:Viele Menschen kommen nur selten nach Schwerin, und wenn sie wirklich einmal dahinkommen, haben sie keine Gelegenheit, das Museum aufzusuchen. Ganz anders liegt die Sache, wenn ein Museum in der Nähe ist. Da wird mancher durch einen guten Freund oder Bekannten veranlaßt, an der Besichtigung desselben teilzunehmen. Findet er dann Gefallen an dem dort Gebotenen, so kommt er zum 2. und 3. Male wieder, wie wir es hier in Teterow schon häufig erlebt haben. So ein Besuch regt aber auch zum Sammeln selbst an. Wie oft haben wir hier den Fall schon gehabt, daß die Leute, wenn sie diese oder jene Sachen sahen, freudestrahlend ausriefen: &amp;quot;So ein Ding haben wir auch noch zu Hause!&amp;quot; &amp;quot;Auf unsere Bitte, es dann doch dem  Museum zu schenken, waren sie meistens gleich bereit dazu. Auf diese Weise haben wir schon vieles bekommen, was sonst wohl in den meisten Fällen der Vernichtung anheimgefallen wäre. Gerade durch die Ortsmuseen wird ohne Zweifel der Sinn und das Verständnis für die Heimatbundarbeit ungemein geweckt und gefördert, und das sollte man nicht vergessen, wenn man von diesen Einrichtungen zuweilen etwas geringschätzig spricht.&lt;br /&gt;
:Weiter mag hier gleich erwähnt werden, daß die Heimatmuseen sich auch für die Schulen segensreich auswirken können. Im Unterricht muß heute mehr als bisher die frühere Kultur berücksichtigt werden. Da kommt es dem Lehrer sehr zu statten, wenn  er seine Schüler gelegentlich eines Wandertages in das Heimatmuseum der in der Nähe liegenden Stadt führt und ihnen dort all die Gegenstände zeigt, über die er zu ihnen im Unterricht gesprochen hat, wie z. B. über die Werkzeuge der Steinzeit, über altes Geschirr, über die Geräte bei der Flachsbearbeitung usw. Bilder werden die unmittelbare Anschauung der Gegenstände selbst nie voll und ganz ersetzen können.&lt;br /&gt;
:Das Teterower Museum wurde schon des öfteren von Schulklassen besucht, und die Lehrer haben mir hinterher wiederholt erklärt, daß ihre Schüler reichen Gewinn von der Besichtigung gehabt hätten. Die Schulen sollten daher bei jeder passenden Gelegenheit das in ihrer Nähe vorhandene Ortsmuseum aufsuchen und dort den Kindern die alten Kulturgegenstände vorführen. Das dafür aufgebrachte Opfer an Zeit wird ganz gewiß nicht umsonst gewesen sein. Wenn die Kinder des Abends von einem solchen Ausflug nach Hause kommen, werden sie den Eltern viel zu erzählen wissen von allem, was sie am Tage gehört und gesehen haben. So wird der Museumsgedanke in das Volk hineingetragen, und diese Tatsache trägt wiederum dazu bei, daß die Arbeit des Heimatbundes gefördert und unterstützt wird. Nach dem hier Ausgeführten darf der Heimatbundes in seinem eigenen Interesse nicht unterlassen, sich für die Schaffung und Einrichtung von Ortsmuseen tatkräftig einzusetzen. Daß die Ortsmuseen schließlich auch noch den Verkehrsinteressen einer Stadt dienstbar gemacht werden können, wird ohne weiteres einleuchten und bedarf daher keiner besonderen Begründung.&lt;br /&gt;
:Wie ist nun Teterow zu einem Heimatmuseum gekommen?&lt;br /&gt;
:Am 12. Mai 1932 schlossen sich die wenigen hier wohnenden Einzelmitglieder des Heimatbundes Mecklenburg zu einer Ortsgruppe zusammen, um so gemeinsam besser und erfolgreicher für die Bestrebungen des Bundes wirken zu können. Die Zahl der Mitglieder war anfangs sehr klein. Nur 10 Herren fanden sich für dies Arbeit zusammen. Trotzdem gingen sie mit frischem Mut an ihre Aufgabe, den Heimatbund in seiner Tätigkeit zu unterstützen, hinan. Heute zählt die Ortsgruppe Teterow bereits rund 70 Mitglieder. Bei der Aufstellung eines Arbeitsplanes wurde von vornherein die Errichtung eines Heimatmuseums in Teterow ins Auge gefaßt. Aber das war keine leichte Sache. Es war nichts vorhanden, weder Raum, weder Sachen, noch Geld. Ganz anders lagen die Verhältnisse in unserer Nachbarstadt Malchin. Da kaufte die Stadt für 3000 RM. die reichhaltige Sammlung des Lehrers Berg zur Herrichtung eines Museums, gab zum weiteren Ausbau desselben jährlich einige hundert Mark her und stellte außerdem 3 schöne Räume im Rathaus zur Verfügung. In Waren wurde das dortige Ortsmuseum von einem Museumsverein gegründet, der seine ganzen Beiträge zu diesem Zwecke opfert und dann weiter auch noch von der Stadt unterstützt wird. Weil die hiesige Ortsgruppe sich aber dem Landesverband angeschlossen hat, so gehen fast unsere gesamten Beiträge nach Schwerin, und für das Heimatmuseum bleiben nur geringe Geldmittel übrig. Die Stadt konnte uns wegen ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage mit Geld nicht unterstützen. So waren wir auf uns allein angewiesen.&lt;br /&gt;
:Alle Hindernisse konnten uns aber doch nicht bewegen unser Vorhaben betreffs eines Heimatmuseums aufzugeben. Als im Frühjahr 1933 die Stadt Teterow in entgegenkommender Weise zwei Räume im Gewerbeschulhause für ein Museum zur Verfügung stellte, da wurden von der Ortsgruppe alle Bedenken bei Seite gesetzt. Sie forderte durch einen Aufruf in der Zeitung und durch sonstige Bekanntmachung zur Hergabe geeigneter Sachen auf. Die Bevölkerung aus der Stadt und der Umgegend kam dieser Bitte mit großer Bereitwilligkeit nach und brachte uns viel Brauchbares für unsere Sammlung. In der Person des Reichsbahninspektors Willi Bartels fanden wir einen Herrn, der sich mit vielem Geschick und großem Eifer der Museumsangelegenheit widmete. Ihm haben wir es in der Hauptsache zu danken, daß das Unternehmen schon im Laufe des Sommers solche Fortschritte machte, daß wir allen Ernstes daran denken konnten, das Museum noch im Herbst zu eröffnen. Am Sonntag, dem 24. September 1933, fand in Gegenwart des Professors Dr. h. c. Wossidlo, des Bürgermeisters Dr. Meyer, des Stadtverordnetenvorstehers Münter und vieler Einwohner unserer Stadt die feierliche Eröffnung des Teterower Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe begrüßte die Festversammlung, dankte allen Stiftern von Museumsgaben für ihre Unterstützung und sprach dann über die Bedeutung der Ortsmuseen. Weitere Ansprachen hielten Bürgermeister Dr. Meyer und Professor Wossidlo. An die Eröffnungsfeier schloß sich unmittelbar die Besichtigung des Museums. Alle waren erstaunt, was hier in so kurzer Zeit an altem Kulturgut zusammengebracht worden war. Man konnte aber gleich feststellen, daß die vorhandenen Räume zur Unterbringung der vielen Sachen völlig unzureichend waren. Professor Dr. Wossidlow, der beste Kenner unserer heimischen Volkskultur, sprach sich über die damals bereits vorliegende Sammlung sehr lobend aus und wies auf manches wertvolle Stück in derselben besonders hin. Inzwischen sind viele Gegenstände neu hinzugekommen. Das Museum wirbt jetzt selbst für sich am besten. So wird uns manches alte Kulturstück angeboten, auf das die Leute erst bei einer Besichtigung des Museums aufmerksam wurden und dessen großen kulturellen Wert sie vorher nicht zu schätzen wußten. In diesem Zusammenhange mag darauf hingewiesen werden, daß das Teterower Museum fast ausschließlich Sachen aus unserer Stadt selbst oder deren näherer Umgebung enthält. Das ist nicht überall der Fall. In manchen Ortsmuseen findet man viele Gegenstände, die aus allen Teilen unseres Landes herbeigeholt sind. Das ist ganz gewiß nicht richtig und entspricht auch keineswegs dem Charakter eines Ortsmuseums. Solche Sachen gehören in ein Landesmuseum. Teterow darf daher mit Recht für sich in Anspruch nehmen, wirklich ein Museum für unsere ostmecklenburgische Heimat geschaffen zu haben.&lt;br /&gt;
:Wenn nun aber jemand gern erfahren möchte, welche Altertümer das Teterower Heimatmuseum heute nach einjährigem Bestehen bereits enthält, so kann ich diesem Wunsche nur zu einem kleinen Teil nachkommen. Die Frage läßt sich nämlich im Rahmen dieser Arbeit nicht ausführlich beantworten. Ich will aber versuchen, das Wichtigste, nach Gruppen geordnet, hierüber mitzuteilen. Wer aber einmal Gelegenheit hat, nach Teterow zu kommen, der sollte nicht versäumen, unser Museum aufzusuchen. Er wird sicherlich dort manches Sehenswerte vorfinden, besonders an volkskundlichen Sachen.&lt;br /&gt;
:Die Vorgeschichte ist in unserm Museum zur Zeit leider nur mit wenigen Stücken vertreten. Daraus soll man aber nun nicht den Schluß ziehen, als wären diese Sachen hier nur, in geringem Maße vorhanden. Gerade in der Teterower Gegend sind viele wertvolle Zeugen aus der Steinzeit aufgefunden. Aber sie sind nicht dem Heimatmuseum zugeführt. Sie befinden sich teils noch im Privatbesitz, teils sind sie durch Verkauf in andere Sammlungen gekommen.&lt;br /&gt;
:In der Abteilung &amp;quot;Trachten&amp;quot; sind besonders Hüte, Mützen und Tücher für Frauen aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert in recht schöner Aufmachung vorhanden. Sie geben uns ein anschauliches Bild von dem Geschmack der damaligen Mode. Sehr reichhaltig ist die Sammlung der Handarbeiten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Hier finden sich nach Professor Wossidlos Urteil sehr seltene und wertvolle Stücke. Aus der Zeit unserer Urgroßväter ist eine Kücheneinrichtung fast lückenlos zusammengestellt. Selbst ein offener Herd mit allem Beiwerk (Kesselhaken, Dreifuß, Grapen usw.) ist aufgebaut und läßt uns einen Blick in die damalige Küchenwirtschaft tun. Auch altes Töpfer- und Porzellangeschirr, wie es während dieses Zeitabschnitts in Gebrauch war, konnte noch aus Stadt und Umgegend herbeigeschafft und dadurch für die Nachwelt sichergestellt werden. Sämtliche Geräte zur Flachsbearbeitung bis auf Schwingblock u. Webstuhl hat das Teterower Museum in tadellosem Zustande aufzuweisen. Die Abteilungen: Handwerk, Landwirtschaft, Waffen, Münzen und altertümliche Hausgegenstände enthalten bereits jetzt eine stattliche Zahl von Einzelnummern und werden in nächster Zeit noch erheblichen Zuwachs bekommen.&lt;br /&gt;
:Von der Glasindustrie, die zu Anfang des vorigen Jahrhunderts noch in der Panstorfer Glashütte in Betrieb war, können hier verschiedene Stücke gezeigt werden, desgleichen auch von den früher in Teterow angefertigten Kunsttöpferwaren.&lt;br /&gt;
:Diese kleine Auslese aus dem Bestand der hiesigen Sammlung mag genügen, um zu zeigen, daß die Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes nach besten Kräften bemüht waren, ihr Museum zweckentsprechend aufzubauen. Große Sorge macht uns aber noch immer die Raumfrage. Seit der Eröffnung im vorigen Jahre sind uns so viele schöne Sachen gebracht, daß es uns wirklich Mühe macht, sie überhaupt noch unterzubringen, geschweige sie richtig und ordnungsgemäß aufzustellen. Wir werden deshalb in nächster Zeit die Frage ernstlich erwägen müssen, ob es im Interesse der Museumssache selbst nicht besser wäre, wenn die Ortsgruppe ihr Eigentumsrecht an die Stadt abtreten würde. Die Stadt kann für den Ausbau des Museums mehr Geldmittel zur Verfügung stellen, als wir bei dem geringen Ueberschuß von unsern Beiträgen jemals hergeben können. Vielleicht gelingt es der Ortsgruppe, diese Frage einmal einer glücklichen Lösung entgegenzuführen, damit das Teterower Heimatmuseum in keiner Weise hinter den andern Ortsmuseen unseres Landes zurücksteht.&lt;br /&gt;
:undatierter Zeitungsartikel zur ältesten Teterower Urkunde (verm. zwischen 1940 - 1945)&lt;br /&gt;
:... Bei Eröffnung des Teterower Heimatmuseums wurde sie als Leihgabe dorthin gegeben. Sie wurde zusammen mit einer mittelalterlichen Uebersetzung doppelseitig unter Glas gerahmt. Da sie das älteste und wertvollste Stück des Teterower Heimatmuseums ist, hat sie gegenwärtig an anderer Stelle einen sicheren Platz bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Feuerwehrmuseum===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
===Hospital St. Gertruden===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ehemalige Hospital St. Gertrud am Gertrudensteig ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===St.Jürgen Hospital===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Apotheken in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Teterower Feuerwehr==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Wirtschaftsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fischerei in  Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerkszünfte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verkehrsnetz in der Region Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen|Über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Teterower Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Vereinsgeschichte(n)==&lt;br /&gt;
===Die Teterower Schützenvereine===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bergring - Europas schönste Grasrennbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg007/484026143.pdf &amp;quot;Bergring Teterow (Meckl. Schweiz)&amp;quot; Gerhard Böhmer In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.7 (1931) 8 S.393-394]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/51368719X.pdf 12. Teterower Bergring-Rennen um den &amp;quot;Preis von Mecklenburg&amp;quot; In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 128 S.467]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513750924.pdf Der &amp;quot;Mecklenburgische Nürburgring&amp;quot; hält, was er verspricht In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 129 S.514] &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616616.pdf Bergring Teterow (Meckl. Schweiz) Carl Schröder In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.378-379]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Stiftungen 1900==&lt;br /&gt;
===Anthon-Stiftung===&lt;br /&gt;
:Diese, der Armenpflege, insbesondere zur Unterstützung verarmter Personen weiblichen Geschlechts, bestimmte Stiftung rührt wahrscheinlich von der im Jahre 1745 zu Nieköhr geborenen, im Jahre 1831 zu Teterow verstorbenen unverehelichten Friederike Anthon aus Teschow her. Die Stiftung wird von dem jedesmaligen ersten Prediger in Teterow verwaltet. Das Capitalvermögen beträgt jetzt 320 Mk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Burmeister-Lehnstift===&lt;br /&gt;
:Der aus Teterow gebürtige Bürgermeister Burmeister zu Ribnitz vermachte und gab in einem beim Magistrat zu Teterow niedergelegten schriftlichen Aufsatz d. d. Teterow den 29. September 1582 den armen Leuten zu Teterow mehrere Ackerstücke mit der Bestimmung und Vorschrift, daß die Prediger und Bürgermeister zu Teterow Patrone und Verwalter der Stiftung sein und die Ackerstücke vermiethen, die Aufkünfte aber an die Armen der Stadt Teterow vertheilen sollten.&lt;br /&gt;
:Die also gegründete Stiftung ist das noch bestehende Burmeister-Lehnstift. Über die Verhältnisse desselben ist zu bemerken, daß es anfänglich eine Art Privat-Armenanstalt unten dem stiftungsmäßigen Patronat war. Im Jahre 1821 reclamirte der Magistrat das Stift für die Stadt-Armencasse. In Folge landesherrlicher Determination vom 21. Januar 1823 aber wurde bestimmt, daß die bisherige abgesonderte Verwaltung fortbestehen, die Rechnungsablage aber nach bereits unterm 3. September 1795 Allerhöchst getroffener Bestimmung bei dem Superintendenten geschehen solle. Durch dieses Allerhöchste Rescript vom 3. September 1795 ist das Burmeister-Lehnstift der Aufsicht des competirenden Superintendenten sowohl hinsichtlich der Berechnung als auch hinsichtlich der Vermögens-Administration unterstellt und von der Zeit an als eine kirchliche Stiftung behandelt und angesehen, auch später als solche vom Großherzoglichen Ministerium für geistliche Angelegenheiten unterm 23. October 1854 ausdrücklich anerkannt worden.&lt;br /&gt;
:Patrone und Berechner der Stiftung sind der jedesmalige älteste Prediger und der jedesmalige Bürgermeister in Teterow. Die Einnahme der Casse besteht in Ackerpacht und in Zinsen von Capitalien; die Ausgabe, außer den Administrationskosten, in Zahlungen an die Armencasse, welche durchschnittlich 600 Mk. p. a. betragen. Diese Zahlungen geschehen in Folge der obengedachten Allerhöchsten Determination vom 21. Januar 1823, laut welcher die Überschüsse alle halbe Jahre um Ostern und Michaelis an das Armen-Collegium abgeliefert werden sollen. Das Vermögen beträgt gegenwärtig ca. 6000 Mk. in Capitalien und außerdem besitzt das Stift 10 Ackerstücke, welche eine Jahrespacht von fast 700 Mk. eintragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fiedlersches Schul- und Armenstift===&lt;br /&gt;
:Der Pastor Felix Fiedler in Teterow gründete daselbst durch Acte vom Tage Johannes des Täufers anno 1699 eine Stiftung zum Besten armer Schulkinder, für welche das Schulgeld aus den Auskünften eines legirten Camp-Ackers, des seitdem sogenannten Schulcamps, bezahlt werden sollte. Er verordnete zu &amp;quot;wahren rechtmößigen Patronen dieser Stiftung die beiden Herren Prediger und die beiden Herren Bürgermeister und deren successores im Amte&amp;quot;, und diesen wurde auch die Führung der Berechnung übertragen. Unterm 3. September 1795 wurde das Schulstift der Aufsicht des zuständigen Superintendenten sowohl hinsichtlich der Berechnung als auch hinsichtlich der Vermögensverwaltung unterstellt, und von der Zeit an wurde das Stift als eine kirchliche Stiftung behandelt und angesehen, auch unterm 12. August 1854 als solche vom Großherzoglichen Ministerium für geistliche Angelegenheiten ausdrücklich anerkannt.&lt;br /&gt;
:Der Schulcamp ist mit überbischöflicher Genehmigung vom 12. März 1858 an die Stadt Teterow zum Bau eines neuen Schulhauses vererbpachtet worden. Die Aufkünfte des Schulstifts, dessen Vermögen, einschließlich der capitalisirten Erbpacht, z. Z. ca. 13400 Mk. beträgt, werden an die städtische Schulcassa abgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Predigerwittwen-Stift===&lt;br /&gt;
:Dasselbe ist aus dem Armenstift, Burmeisters Lehn, hervorgegangen, indem es aus einem aus diesem Stift (mit Unrecht) abgesetzt, später aber restituirten Capitale (f. die Special-Schullehrer-Wittwencasse zu Teterow) etwa im Jahre 1709 gestiftet worden ist. Um diese Zeit wurde von den Erben des verstorbenen H. Adeler dessen Schuld an das Burmeister Lehnstift mit 57 Gulden 20 Schill. eingezahlt. Die Patrone dieses Stifts beschlossen, mit Zustimmung des damaligen Superintendenten Schaper, daß dies Geld nicht an Arme vertheilt, sondern zur Unterstützung Teterower Predigerwittwen ausgesetzt werden solle. Dies Capital von 57 Gulden 20 Schill., welches die Prediger aus ihren Mitteln zu 60 Gulden completirten, bildet den ersten Fonds zu dem Predigerwittwen-Stift, in Bezug auf welches die Patrone des Burmeister-Lehnstifts festsetzt:&lt;br /&gt;
:1. daß die Patrone des Burmeister-Lehnstifts auch über diese Wittwen-Hebungen bestellt sein und unter einander richtige Rechnung ablegen sollten;&lt;br /&gt;
:2. daß die Zinsen des Capitals, wenn keine Predigerwittwen vorhanden, zur Vermehrung des Capitals beigelegt werden sollten;&lt;br /&gt;
:3. daß, wenn eine Wittwe vorhanden sei, ihr die Zinsen jährlich gereichet und wenn mehrere Wittwen vorhanden seien, die Zinsen unter dieselben getheilt werden sollten.&lt;br /&gt;
:Dieser erste Fonds des Predigerwittwen-Stifts wurde nicht nur durch 100 Gulden, welche ein Wilgos demselben im Jahre 1719 legite, sondern auch dadurch vermehrt, daß verschiedene Überschüsse des Burmeister-Lehnstifts dem Wittwenstift zugerechnet sind.&lt;br /&gt;
:Durch landesherrliche Verfügung vom 3. September 1795 wurde das Stift der Aufsicht des zuständigen Superintendenten unterstellt. Patrone sind die beiden Prediger zu Teterow, von denen der jedesmalige älteste als Berechner fungirt. Das Stiftsvermögen beträgt jetzt ca. 20200 Mk. Es wird z. Z. eine Pastorenwittwe mit einer Pension von 360 Mk. unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Special-Schullehrerwittwen-Stift===&lt;br /&gt;
:Diese Stiftung ist im Jahre 1857 mit einem Capitale von 600 Thlr. Crt. (1800 Mk.) gegründet worden. Diese 600 Thlr. sind der Stiftung von dem Predigerwittwen-Stift in Teterow, welches dieselben als zu Unrecht aus dem Vermögen des Burmeister-Lehnstifts s. Z. empfangen hatte, überwiesen worden.&lt;br /&gt;
:Für die Verwaltung des Special-Schullehrerwittwen-Stifts, welchem unterm 27. April 1857 die Rechte einer juristischen Person ertheilt worden sind, normiren die am 27. März 1857 oberbischöflich bestätigten Statuten vom 17. März 1857. Nach denselben sind die Lehrer an der Teterower Bürger- und Volksschule beim Antritt einer in das obligate allgemeine Prediger- und Schullehrerwittwen-Institut recipirten Stelle, mögen sie verheirathet sein oder nicht, zum Beitritt in dieses Special-Stift und zur Zahlung eines Receptionsgeldes von 15 Mk. in die Specialcasse verpflichtet. Die Reception der Lehrer an der Teterower Realschule in dieses Stift ist nicht angängig. Jedes verheirathete oder verwittwete Mitglied zahlt einen Jahresbeitrag von 3 Mk. Von den jährlichen Zinsauskünften werden, wenn eine Wittwe vorhanden, 50 Procent, wenn mehrere Wittwen vorhanden, 75 Procent zur gleichmäßigen Vertheilung zu Wittwen-Pensionen verwendet. Die übrigen resp. 50 oder 25 Procent - sowie, wenn keine Wittwe vorhanden, die gesammte Zinsaufkunft - werden, nach Abzug der Verwaltungskosten, zum Capital geschlagen.&lt;br /&gt;
:Wer aus seinem Lehramte an der Teterower Bürger- und Volksschule, ohne pensionirt zu sein, dadurch ausscheidet, daß er solches niederlegt, z. B. auch im Falle eines Wegzuges, hört auf, ein Mitglied des Stifts zu sein. Ebenso scheidet derjenige als Mitglied aus, welcher seines Amtes entsetzt oder auch desselben durch Kündigung oder auf sonstige unfreiwillige Art durch seine Ortsbehörde verlustig geworden ist. Wittwen, die sich wieder verheirathen, verlieren ihre Pension. - Das Stift wird von den beiden Pastoren zu Teterow, dem Bürgermeister und dem ältesten Rathmann verwaltet. Das gegenwärtige Capitalvermögen hat eine Höhe von 10000 Mk. Die Mitgliederzahl beträgt 17. Unterstützung empfängt z. Z. eine Wittwe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:(in: Die kirchlichen milden Stiftungen in Mecklenbur-Schwerin von E. Millies, Schwerin, Druck u. Verlag von Ed. Herberger&#039;s Buchdruckerei u. Verlagshandlung, 1900)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst im öffentlichen Raum Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Hechtbrunnen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was der Teterower Bürgermeister 1912 zum Brunnen schreibt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1912 richtet der Teterower Bürgermeister Dr. Müller ein amtliches Schreiben mit folgenden Worten an das Schweriner Kabinett, &amp;quot;Wie allgemein bekannt sein dürfte, werden die Teterower, besonders auswärts, immer mit der Frage geneckt: Hewwt Ji em all wedder?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Mit dieser Einführung erbittet er nunmehr die Genehmigung zur Aufstellung eines Brunnens mit Hecht, &amp;quot;der die Teterower in die Lage versetzen würde, diese Neckereien dann endlich zurückzuweisen, indem sie antworten können: Ja, wi hem´em, kiek em Di an, up´n Markt steiht he!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die Bürgermeister-Worte überzeugten und mit der bald darauf aus Schwerin erteilten Genehmigung konnten die Teterower Geld sammeln und einen Wettbewerb zu seiner Ausführung ausloben. &lt;br /&gt;
:Neun Architekten und Bildhauer schickten ihre Entwürfe.&lt;br /&gt;
:1200 Goldmark brachte die erste Sammelaktion ein.&lt;br /&gt;
:Der Entwurf des renomierten Mecklenburger Bildhauers Wilhelm Wandschneider überzeugte die Stadtvertreter besonders.&lt;br /&gt;
:Im November 1913 konnte der Bau des Brunnens aus Granit-Porphyr beginnen.&lt;br /&gt;
:Der Redakteur des &amp;quot;Kladderadatsch&amp;quot;, damals Deutschlands meistgelesene Satirezeitschrift, Paul Warnke, gebürtiger Lübzer und redaktioneller Amtsnachfolger von Johannes Trojan, lieferte den Text für die Randinschrift: &amp;quot;Wek Lüd sünd klauk un wek sünd daesig un wek de sünd wat aewernäsig. Lat´t er spijöken, Kinnings la´t! De Klock hett lüer´t, de Hekt is fat´t&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Teterower Zeitung&amp;quot; berichtet darüber: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Große Heiterkeit erregte es, als man in dem unteren Bassin einen kapitalen lebenden Hecht der an einem in den Landesfarben gehaltenen Band eine Glocke um den Hals trug, lustig umherschwimmen sah.&amp;quot; (TZ 19. Mai 1914)&lt;br /&gt;
:Seither trägt das kleine Kerlchen den übergroßen Hecht auf seinen Schultern zu Markte.&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde der Knabe im Schutze des neuen, dritten Rathauses zum ersten Wahrzeichen der Stadt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616489.pdf Unsachliches über Teterow Gisela Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.376-377]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg017/523388950.pdf Wandschneider plaudert aus seinem Leben : von Amerika nach Teterow Wilhelm Wandschneider In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.17 (1941) 198 S.114-115]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die verschobene Kirche===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Mittelpunkt (von MV?)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blüchers Pfeife===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower Katze===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Denkmale in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kriegerdenkmal===&lt;br /&gt;
:Auf Initiative des neu ins Amt berufenen Bürgermeisters Franz von Pentz wurde am 3. April 1881 der Teterower Verschönerungsverein gegründet. &lt;br /&gt;
:Eines der ersten Anliegen des Vereins war die Errichtung eines Kriegerdenkmals mit den Namen der toten Teterower Soldaten. Unterstützung fand der Verein dabei beim Kampfgenossen-Verein, der u. a. einen Programmabend für das zu errichtende Kriegerdenkmal veranstaltete, der Erlös betrug 130 M. Eine Lotterie mit Gewinn-Gegenständen von Arbeiten der Teterower Industrieschule sollte folgen. Einer der wesentlichen Unterstützer des Projektes war der Bauinspektor Wilhelm Müller, Besitzer einer Eisengießerei und Maschinenfabrik in Teterow. Er ließ auf seine Kosten die etwa 4 m lange Säule herstellen. Am 2. September 1882 - dem Jahrestag der Schlacht von Sedan - wurde die Einweihung auf dem Wilhelmsplatz (heute Platz des Friedens) vorgenommen. Eine zeitgenössische Beschreibung: &amp;quot;Auf einem Sockel von poliertem Granit erhebt sich eine ebenfalls granitne polierte Säule mit korinthischem Kapitäl. Auf demselben befindet sich die aus Chamotte gefertigte und vergoldete Figur einer Friedensgöttin, welche in der Linken einen Palmenzweig, in der Rechten einen Lorbeerkranz hält. Die Vorderseite des polierten Sockels trägt eine Tafel, auf welcher in vergoldeten Buchstaben die Namen der im Feldzuge 1870/71 aus hiesigem Amtsgerichtsbezirk gefallenen Krieger verzeichnet sind. Ein eisernes Kreuz mit der Inschrift &amp;quot;Mit Gott für Fürst und Vaterland&amp;quot; schmückt die Tafel, und unter demselben befinden sich folgende Namen:&lt;br /&gt;
:Heinrich Fiedler aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schmaedcke aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schenck aus Teterow&lt;br /&gt;
:Heinrich Schoenfeldt aus Nienhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Düsing aus Neu-Wockern&lt;br /&gt;
:Johann Rüger aus Bristow&lt;br /&gt;
:Christian Dabbert aus Baartz&lt;br /&gt;
:Johann Ernst aus Appelhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Krüger aus Vollrathsruhe&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1903 erfolgte die gärtnerische Anlage durch den Verschönerungsverein. 1908 gab es noch einen Beschluss der Rats- und Bürgersitzung im Frühjahr 1909 den Siegesengel neu vergolden zu lassen. Das dazu aufgestellte Gerüst wurde auch von jemandem genutzt, der den Palmzweig zerbrochen hatte. 1947 wurde dann das Denkmal zerstört, der Sockel auf dem St. Georgs Friedhof aufgestellt. Bildhauer Willy Freese und sein Sohn Karl-Heinz fertigten aus den Trümmern der Säule eine Kugel, die heute den Sockel krönt.&lt;br /&gt;
:Das Denkmal im Ganzen muss über 9 m hoch gewesen sein. Ein ähnliches Denkmal befand sich in Stavenhagen, wurde aber auch zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Bismarck-Denkmal===&lt;br /&gt;
:Mit dem Fund eines Felsens von 4,5 m Länge und 3 m Breite in der Pampower Feldmark kam im Januar 1900 die Idee auf, diesen für ein Bismarck-Denkmal nutzen zu wollen. Die Kosten dafür waren auf 500 M geschätzt worden und wurden per Listensammlung bereits Ende Januar erreicht. Vorgesehene Standorte dafür waren u. a. die Heidberge oder der Schulkamp, letztlich entschied man sich aber für den Friedrich-Franz-Platz - seinen heutigen Standort.&lt;br /&gt;
:Zum Abtransport wurde der Stein in seine heutige Form gebracht, mit einem Gewicht von 22,5 t. Mittels 4 Dampfpflug-Lokomobilen der Herren Jenke und Godow wurde er im Mai 1900 in die Stadt gebracht. Zu überwinden galt es dabei die Bedenken der Chausseebauverwaltung und auch die Eisenbahnverwaltung gestattete das Überqueren der Geleise erst nach Durchfahrt des letzten Zuges um 1.00 Uhr nachts. Am 8. Mai 1900 konnte er unter Musik der städtischen Kapelle abgeladen werden. Am 12. März trafen sich in Lembckes Lokal die Spender des Bismarck-Denkmals zur Auswertung.&lt;br /&gt;
:Die bis dahin entstandenen Kosten beliefen sich bereits auf 900 M, die Einnahmen betrugen nur 630 M. Trotzdem erschien den Beteiligten eine Finanzierung des Fehlbetrages möglich und die Idee für ein Medaillon-Bildnis des Fürsten Bismarck entstand. Nach Beratung am 26. März 1900 zwischen Bürgervertretung und Verwaltung wird diese beauftragt, ein Fundament für den Stein errichten zu lassen und der Bürgermeister kann von einer Spende in Höhe von 300 M von Herrn Hermann Paepcke aus Chicago für ein Bismarckmedaillon berichten. Bereits am 30. Mai 1900 begannen die Untermauerungsarbeiten für den Stein, dabei wurden Knochenreste des ehemaligen Friedhofes vor dem Gertrudenstift gefunden. Im September 1901 wurde dann die Vertiefung zur Aufnahme des Medaillons in den Stein gehauen. Im September 1901 kam der Verschönerungsverein zusammen und beschloss unter anderem, einen Klinkersteig am Bismarck-Denkmal verlegen zu lassen, was im September 1902 geschah. Noch im September 1901 wurde das Porträt des ehemaligen Kanzlers in den Stein eingelassen. Von einer offiziellen Einweihung lässt sich in den Zeitungen der Zeit nichts finden.&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich 1947 in Berlin die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (V.V.N.). Die Ortsgruppe des V.V.N. Teterow forderte für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Faschismus die Überlassung des Bismarcksteins. Da die Denkmalpflege keine Einwände hatte, konnte die Umnutzung erfolgen und zum 1. Mai 1949 übernahm die Stadt den Stein in ihren Schutz, das Bismarck-Medaillon kam ins Museum. (Mit der Auflösung des Museums wurde das Medaillon ins Museum nach Waren verbracht und verschwand dort). Mit der Errichtung des Denkmals am Mühlenteich 1969 hatte der V.V.N.-Stein ausgedient und erhielt 1977 eine Platte mit einigen Angaben. Auf Initiative des Heimatbundes Teterow e. V. konnte durch eine Spendensammlung am 31. Juli 1998 wieder ein Bismarck-Medaillon am Stein enthüllt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bismarckstein 1.jpg|thumb|350px|rechts|Bismark-Stein (Quelle: Stadtarchiv Teterow)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrenmal in den Heidbergen===&lt;br /&gt;
:Ursprünglich hatte schon der Baudirektor Gustav Hamann aus Schwerin - 1910 bei der Errichtung des Rathauses in Teterow weilend - einen Turm auf dem Teterower Heidberg errichten wollen. Die Lage über der Stadt bot eine gute Fernsicht und hätte auch den Tourismus in der Stadt weiter beleben können. Daher wandte er sich mit Schreiben vom 27. Januar 1910 an den Bürgermeister Schmidt mit dem Vorschlag, einen Aussichtsturm auf dem Heidberg zu errichten. Hamann wollte dazu kostenlos eine Zeichnung und einen Kostenvoranschlag zur Verfügung stellen. Nach Rücksprache mit Hamann wurde von der Rats- und Bürgersitzung die Einrichtung eines Baufonds bewilligt, in den bis 1926 70,89 Mark eingezahlt wurden. Am 26. November 1922 wurden die Gedenktafeln an die Gefallenen des 1. Weltkrieges der Kirchengemeinde in der Pfarrkirche eingeweiht, dies war der Anlass für Kriegerverein und Gewerbetreibende eine Würdigung für die Gefallenen in der Stadt anzuregen. Beide bildenten am 25. September 1924 ein Komitee, dem die Herren Molkereibesitzer Wickboldt, Major von Zeppelin auf Appelhagen, Bürgermeister Dr. Müller, Lehrer Köpcke, Kaufmann Ehrich, Gärtnereibesitzer Franz, Pastor Schumacher, Ihde, Kaufmann Bülow, Kämmereiberechner Rußdorf, Uhrmacher Mäting, Maurermeister Kohlert, Voß, Müschen, Vick und später auch Ackerbürger Hannemann angehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Spenden zum Bau stammten von Teterowern mittels Haussammlungen, kamen aber auch von ausgewanderten Familien (Hugo Altschwager aus Milwaukee, Erna Volkner aus Chicago), Zeitungsanzeigen, Benefizveranstaltungen und eine Lotterie brachten ebenfalls Geld ein. Die Inflation ließ das gesammelte Geld immer wieder zusammenschrumpfen. Molkereibesitzer Wickboldt dazu: &amp;quot;Immer wenn die Kommission glaubte nunmehr bald mit dem Bau beginnen zu können, war der Wert der Mark wieder geschwunden. Es mag als Kuriosa angeführt werden, das wir im Jahr 1923, um noch etwas von den Geldern zu retten, mit dem Restgeld eine Kiste Kognak kauften, um es wertbeständig anzulegen. Dies ist bei späteren Verlosungen auch wieder verwertet worden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur Standortfrage wendete sich die Kommission an den Heimatbund Mecklenburg, dieser empfahl den Stadtgartendirektor Schomburg als Sachverständigen, der mehrere Standorte untersuchte. Der Friedhof schien als Platz durchaus geeignet, da Hintergrund und Anlage bereits vorhanden waren, für größere Gedenkfeiern fehlte allerdings der Platz. Ein Platz auf dem Schulkamp kam wegen des kleinen Geländes nicht in Frage. Das Mühlenbruch böte genug Platz, hätte aber für ein Ehrenmal befestigt werden müssen. Der Halbkreisrasen gegenüber dem Bahnhof wäre &amp;quot;bedingt durch den Post- und Bahnhofsverkehr der Obhut des Publikums anvertraut&amp;quot; und somit geeignet. Der Heidberg schien für eine weit ins Land ragende Gedächtnisstätte geeignet. Der weite Weg könnte durch Fahrgelegenheiten absolviert werden und auch die &amp;quot;alte Herren-Kolonne&amp;quot; mit zum Teil über 80jährigen legte diesen Weg täglich zurück. Ein weiteres Argument war, dass der Heidberg der historische Platz für die Gedenkfeiern der Teterower sei. Die Sedan-Feier und auch die Feier 1813 hatten hier stattgefunden, an diesen Tagen brannten Holzstöße und fast ganz Teterow - Alt und Jung - waren hier versammelt. Daher beschloss die Denkmalkommission den Standort Heidberg und die Stadtverordnetenversammlung genehmigte im November die Freigabe des Platzes für ein Denkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Gestaltung erarbeitete die Kommission schon im Dezember 1925 Leitsätze und stellte diese den Vereinen zur Diskussion. Mit Verweis auf den Ernst-Moritz-Arndt-Turm in Bergen wurde eine Verbindung aus Aussichtsturm und Denkmal vorgeschlagen, entsprechende Entwürfe dazu wurden im Schaufenster des Kaufhauses Ramelow ausgestellt. Die Ausführung eines Turmes durch Teterower Firmen war ein weiteres Argument für diese Variante, da bei einer Skulptur ein auswertiger Künstler das Geld erhalten würde. Zahlreiche Künstler reichten dazu Entwürfe ein. Im November 1926 empfahl daher der Geheime Baurat Pries aus Schwerin (Mitglied des Ausschusses für Denkmalspflege und Denkmalsbau der Mecklenburg-Schwerinschen Regierung) der Kommission den Entwurf von Korff aus Laage, der daraufhin einstimmig angenommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch im Dezember 1926 erfolgten die Ausschreibungen, die Bauausführung übernimmt Maurermeister Krenzin aus Rostock, die Bauarbeiten die Maurermeister Kohlert und Rathcke aus Teterow. Zur Grundsteinlegung am 12. Juni 1927 konnte bei Gärtner Franz kostenlos Grünes zum Schmücken der Häuser abgeholt werden. Der Festzug versammelte sich um 15.30 Uhr auf dem Wilhelmsplatz (Platz des Friedens) und setzte sich um 16.00 Uhr in Bewegung. In den Grundstein war ein Bleibehälter eingelassen, der Geld, Briefmarken und Papiere enthielt. Nach den Ansprachen erfolgten die symbolischen Hammerschläge und das Spiel des Posaunenchores. Am Abend wurde zum Großen Festball im Hotel &amp;quot;Mecklenburger Hof&amp;quot; eingeladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Weihe des Ehrenmals erfolgte in ähnlicher Form wie die Grundsteinlegung. Erwähnt wurden einige Baudetails: Höhe: 20,1 m, 114 Stufen, Schwertlänge: 8,5 m, Kosten über 18.000 RM, 104 Tage Bauzeit, 23.350 Ziegel und 50 t Zement wurden verbaut. Die Gestaltung des Umfeldes und die Anlage eines Weges wurde 1928 durch Teterower Vereine bewerkstelligt. Fortan wurde das Ehrenmal für Feiern und Kranzniederlegungen zum Ewigkeitssonntag und zur Tannenbergfeier (am 27. August - siegreichen Schlacht gegen Russland 1914) regelmäßig genutzt. Darüber hinaus war es auch Treffpunkt des Stahlhelmtages in Teterow am 14. und 15. Juni 1930, des Teterow-Malchiner-Schülertreffen am 24. Juni 1931 und des SA-Tages am 19. Juni 1932. Die Reden bei diesen Anlässen entsprachen mit dem üblichem Chauvinismus und Revanchismus der Zeit. Einen Höhepunkt des Missbrauchs erlebte das Ehrenmal dann mit dem Besuch Adolf Hitlers, der von hier am 19. September 1937 das Herbstmanöver der Wehrmacht beobachtete. 1939 erfolgte noch der Anbau der Wärterkabine mit Verkaufsstand und die Anbringung der Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen. Im 2. Weltkrieg befand sich im Umfeld eine Funkmessstation, das Ehrenmal lag im umliegenden Sperrgebiet und war somit nicht zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach 1945 verlor das Ehrenmal seinen Zweck als zentraler Gedächtnisort der Stadt an den VVN-Stein und später an das Denkmal am Mühlenteich. Ansichtskarten der Zeit bezeichnen es dann auch folgerichtig als &amp;quot;Aussichtsturm auf dem Heidberg&amp;quot;. Erst 1979 gab es die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt. Mit dem politischen Umbruch 1989/90 galten die anderen Denkmale als belastet und das Ehrenmal wurde wieder der zentrale Gedenkort Teterows. Die Bedeutung des Ehrenmals wurde auf alle Opfer von Krieg und Gewalt erweitert, die entsprechenden Tafeln 1999 angebracht. Zu jedem Volkstrauertag sind Teterower hier im Gedenken versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow, das Schilda Norddeutschlands?==&lt;br /&gt;
* [[Teterow, das Schilda Norddeutschlands?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Teterower Feldmark==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Flurnamen und Lokalbezeichnungen der Stadt und Feldmark Teterow&amp;quot; zusammengestellt und erläutert von Dr. Gerhard Böhmer Stand 1.1.1934]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=110091</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
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		<updated>2024-04-05T06:35:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Latiensch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|350px|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Daltrüdeln===&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben ok &#039;ne Watermoehl buugen wullt.&lt;br /&gt;
:Nu hebben se baben up &#039;n hogen Barg so &#039;n passenden Steen funden un hebben dor &#039;n Moehlsteen ut trechtmeißelt.&lt;br /&gt;
:Wie se em nu trecht hatt hebben, hebben se em mit grote Müh&#039; den Barg runnerschleppt an &#039;t Water hen, wo de Moehl stahn süll.&lt;br /&gt;
:Wie se unnen sünd, seggt een: &amp;quot;Dit hadden wi jo väl leichter hebben künnt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wieso leichter?&amp;quot; seggt een anner.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, wenn wi em uprich&#039;t hadden, wir he alleen runtrüdelt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;dat hadd&#039; gahn.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Willen w&#039; em wedder rupschläpen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wie se nu baben sünd, seggt een: &amp;quot;Wenn wi em nu trüdeln laten, denn trüdelt he uns jo nah &#039;t Water rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;dat geht nich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na&amp;quot;, seggt een dritter, &amp;quot;dor möt een dörchkruupen un mit daltrüdeln un em denn to rechter Tiet festhollen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Se laten em nu runnerloopen, un he plumpst in &#039;t Water mitsamst den Mann. - Wie se nu nah unnen kamen, is alles verschwunden.&lt;br /&gt;
:Dor seggt een: &amp;quot;Nu kiek sick dissen Schweinhund an: Is he uns dormit wegloopen. Den willen wi dörch de Zeitung weddersöken laten!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dee het sick oewer nich wedder meld&#039;t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´n schöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Stadtbull ward weid´t===&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hadden sick gemeinschaftlich einen Bullen köfft. Um dei Stadt rüm wir ´ne grote Muer. Un up dei Muer stünd väl Gras. Wiel nu jeder dat Gras hebben wull, würd beschlaten, dat Gras von den Stadtbullen affräten tau laten.&lt;br /&gt;
:Hiertau steegen mihrere Kierls up dei Muer. Unnen bünden weck den Bullen einen Stang üm ´n Hals, un dei dor baben treckten an.&lt;br /&gt;
:As hei bienah rup wir, donn stek hei dei Tung` all ruut, denn dei Luft bleew em all weg.&lt;br /&gt;
:Dat wüßten dei Teterower oewer nich, sondern dei dachten: &amp;quot;Kiek mal bloß an, wo hei sick all freut, hei schmackmünd´t all orndlich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:As hei nu baben wir, donn würd em dei Reip aflöst, oewer donn künn hei gor nich stahn, sondern hei wir jo all lang` muusingdot wäst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Adebor in de Arwten===&lt;br /&gt;
:Teterow is doch früher &#039;n Buerndörp wäst, un se hebben väl Arwten anbuugt.&lt;br /&gt;
:Eenes goden Dags seggt een Buer to sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, loop doch dor mal hen un jag&#039; den Adebor mang de Arwten ruut, dee perrt uns de Arweten jo all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Oewer wie Jehann den Adebor nu wegjegt het, röppt he: &amp;quot;Jehann, stah rein still, wi kamen mit de Böhr hen un dragen die ruut, denn du perrst jo noch mihr dal as de Adebor!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Nu hebben jo wenigstens twee perrt, wenn nich vier, as se em ruuthalt hebben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|350px|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Latiensch===&lt;br /&gt;
:Die Teterower haben Pastorenwahl und wollen ihren Schulzen zum Pastor wählen, um Geld zu sparen. Der Schulze predigt, aber es gefällt nicht, weil nicht genug Latein dazwischen ist.&lt;br /&gt;
:Da geht er zum Küster in Thürkow, der Latein versteht, und beide gehen spazieren.&lt;br /&gt;
:Da sagt der Schulze: &amp;quot;Dor steiht mal &#039;n hogen Boom!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Darauf sagt der Küster: &amp;quot;Dat heit up latiensch ,hochbaumus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor sitt&#039;n Kreihgennest up.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latinsch ,kreidennestus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor liggt jo &#039;n Schauhschlarpen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latiensch ,schauritrantus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat spälen denn dei Gören? Dei spälen jo ,hupp in &#039;n Sack&#039;!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latiensch ,kruupinnesacktus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Da predigt der Schulze wieder und sagt hinter der Predigt: &amp;quot;Hochbaumus, kreidennestus, schauritrantus, kruupinnesacktus. Amen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Recht Vadder&amp;quot;, sagen da die Leute, &amp;quot;du hest schön prädigt, du sallst uns&#039; Paster sien!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat frömde Tier===&lt;br /&gt;
:Dei teterowschen Buern güngen eins nah &#039;n Meihden. - Dor kem &#039;ne Pogg&#039; antauhüppen. Dei ierst Buer springt ut luuter Angst vör dei Pogg&#039; trüch. Keiner kennt dat Tier.&lt;br /&gt;
:Donn warden dei Buern einig: &amp;quot;Dei Schult möt kamen, üm dat Tier tau beseihn! Dei möt dat jo kennen!&amp;quot; Unnerdess&#039; sallen twei von ehr dat Tier bewachen, dei annern sallen den Schulten halen.&lt;br /&gt;
:Dat geiht nu los. Dei Schult kümmt. Donn ward dat Tier ut &#039;n Gras ruutkihrt, dat Schultenvadder dat seihn kann.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;, meint donn Schultenvadder, &amp;quot;wenn &#039;t kein Hitzbull is, denn is &#039;t &#039;ne Duuw&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Undiert===&lt;br /&gt;
:Dor het mal einer vör Teterow &#039;ne Klock mit &#039;ne Käd&#039; verloren hatt.&lt;br /&gt;
:Dei find&#039;t ein ut dei Stadt, un wiel dei Uhren noch nich sihr bekannt wiren, glööwt hei, dat wir &#039;n lebendig Diert. Hei leep also rinner nah dei Stadt un säd: &amp;quot;Dor buuten vör &#039;n Dur is &#039;n ganz frömd&#039; Diert mit &#039;n langen Start!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor leepen s&#039; all ruut mit Knüppels un Dinger un schlögen so lang&#039; up dei Klock los, bet sei uphüren ded tau gahn.&lt;br /&gt;
:Denn meinten s&#039;, nu wir dat böse Diert dot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=110087</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=110087"/>
		<updated>2024-04-05T06:20:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Dat Daltrüdeln */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|350px|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Daltrüdeln===&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben ok &#039;ne Watermoehl buugen wullt.&lt;br /&gt;
:Nu hebben se baben up &#039;n hogen Barg so &#039;n passenden Steen funden un hebben dor &#039;n Moehlsteen ut trechtmeißelt.&lt;br /&gt;
:Wie se em nu trecht hatt hebben, hebben se em mit grote Müh&#039; den Barg runnerschleppt an &#039;t Water hen, wo de Moehl stahn süll.&lt;br /&gt;
:Wie se unnen sünd, seggt een: &amp;quot;Dit hadden wi jo väl leichter hebben künnt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wieso leichter?&amp;quot; seggt een anner.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, wenn wi em uprich&#039;t hadden, wir he alleen runtrüdelt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;dat hadd&#039; gahn.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Willen w&#039; em wedder rupschläpen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wie se nu baben sünd, seggt een: &amp;quot;Wenn wi em nu trüdeln laten, denn trüdelt he uns jo nah &#039;t Water rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;dat geht nich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na&amp;quot;, seggt een dritter, &amp;quot;dor möt een dörchkruupen un mit daltrüdeln un em denn to rechter Tiet festhollen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Se laten em nu runnerloopen, un he plumpst in &#039;t Water mitsamst den Mann. - Wie se nu nah unnen kamen, is alles verschwunden.&lt;br /&gt;
:Dor seggt een: &amp;quot;Nu kiek sick dissen Schweinhund an: Is he uns dormit wegloopen. Den willen wi dörch de Zeitung weddersöken laten!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dee het sick oewer nich wedder meld&#039;t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´n schöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Stadtbull ward weid´t===&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hadden sick gemeinschaftlich einen Bullen köfft. Um dei Stadt rüm wir ´ne grote Muer. Un up dei Muer stünd väl Gras. Wiel nu jeder dat Gras hebben wull, würd beschlaten, dat Gras von den Stadtbullen affräten tau laten.&lt;br /&gt;
:Hiertau steegen mihrere Kierls up dei Muer. Unnen bünden weck den Bullen einen Stang üm ´n Hals, un dei dor baben treckten an.&lt;br /&gt;
:As hei bienah rup wir, donn stek hei dei Tung` all ruut, denn dei Luft bleew em all weg.&lt;br /&gt;
:Dat wüßten dei Teterower oewer nich, sondern dei dachten: &amp;quot;Kiek mal bloß an, wo hei sick all freut, hei schmackmünd´t all orndlich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:As hei nu baben wir, donn würd em dei Reip aflöst, oewer donn künn hei gor nich stahn, sondern hei wir jo all lang` muusingdot wäst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Adebor in de Arwten===&lt;br /&gt;
:Teterow is doch früher &#039;n Buerndörp wäst, un se hebben väl Arwten anbuugt.&lt;br /&gt;
:Eenes goden Dags seggt een Buer to sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, loop doch dor mal hen un jag&#039; den Adebor mang de Arwten ruut, dee perrt uns de Arweten jo all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Oewer wie Jehann den Adebor nu wegjegt het, röppt he: &amp;quot;Jehann, stah rein still, wi kamen mit de Böhr hen un dragen die ruut, denn du perrst jo noch mihr dal as de Adebor!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Nu hebben jo wenigstens twee perrt, wenn nich vier, as se em ruuthalt hebben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|350px|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Latiensch===&lt;br /&gt;
:Die Teterower haben Pastorenwahl und wollen ihren Schulzen zum Pastor wählen, um Geld zu sparen. Der Schulze predigt, aber es gefällt nicht, weil nicht genug Latein dazwischen ist.&lt;br /&gt;
:Da geht er zum Küster in Thürkow, der Latein versteht, und beide gehen spazieren.&lt;br /&gt;
:Da sagt der Schulze: &amp;quot;Dor steiht mal &#039;n hogen Boom!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Darauf sagt der Küster: &amp;quot;Dat heit up latiensch ,hochbaumus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor sitt&#039;n Kreihgennest up.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latinsch ,kreidennestus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor liggt jo &#039;n Schauhschlarpen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latiensch ,schauritrantus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat spälen denn dei Gören? Dei spälen jo ,hupp in &#039;n Sack&#039;!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latiensch ,kruupinnesacktus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Da predigt der Schulze wieder und sagt hinter der Predigt: &amp;quot;Hochbaumus, kreidennestus, schauritrantus, kruupinnesacktus. Amen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Recht Vadder&amp;quot;, sagen da die Leute, &amp;quot;du hest schön prädigt, du sallst uns&#039; Paster sien!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=110086</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=110086"/>
		<updated>2024-04-05T06:20:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* De Teterowschen trünneln ´n Steen dal */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|350px|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Daltrüdeln===&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben ok &#039;ne Watermoehl buugen wullt.&lt;br /&gt;
:Nu hebben se baben up &#039;n hogen Barg so &#039;n passenden Steen funden un hebben dor &#039;n Moehlsteen ut trechtmeißelt.&lt;br /&gt;
:Wie se em nu trecht hatt hebben, hebben se em mit grote Müh&#039; den Barg runnerschleppt an &#039;t Water hen, wo de Moehl stahn süll.&lt;br /&gt;
:Wie se unnen sünd, seggt een: &amp;quot;Dit hadden wi jo väl leichter hebben künnt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wieso leichter?&amp;quot; seggt een anner.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, wenn wi em uprich&#039;t hadden, wir he alleen runtrüdelt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;dat hadd&#039; gahn.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Willen w&#039; em wedder rupschläpen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wie se nu baben sünd, seggt een: &amp;quot;Wenn wi em nu trüdeln laten, denn trüdelt he uns jo nah &#039;t Water rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;dat geht nich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na&amp;quot;, seggt een dritter, &amp;quot;dor möt een dörchkruupen un mit daltrüdeln un em denn to rechter Tiet festhollen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Se laten em nu runnerloopen, un he plumpst in &#039;t Water mitsamst den Mann. - Wie se nu nah unnen kamen, is alles verschwunden.&lt;br /&gt;
:Dor seggt een: &amp;quot;Nu kiek sick dissen Schweinhund an: Is he uns dormit wegloopen. Den willen wi dörch de Zeitung weddersöken laten!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dee het sick oewer nich wedder meld&#039;t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´n schöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Stadtbull ward weid´t===&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hadden sick gemeinschaftlich einen Bullen köfft. Um dei Stadt rüm wir ´ne grote Muer. Un up dei Muer stünd väl Gras. Wiel nu jeder dat Gras hebben wull, würd beschlaten, dat Gras von den Stadtbullen affräten tau laten.&lt;br /&gt;
:Hiertau steegen mihrere Kierls up dei Muer. Unnen bünden weck den Bullen einen Stang üm ´n Hals, un dei dor baben treckten an.&lt;br /&gt;
:As hei bienah rup wir, donn stek hei dei Tung` all ruut, denn dei Luft bleew em all weg.&lt;br /&gt;
:Dat wüßten dei Teterower oewer nich, sondern dei dachten: &amp;quot;Kiek mal bloß an, wo hei sick all freut, hei schmackmünd´t all orndlich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:As hei nu baben wir, donn würd em dei Reip aflöst, oewer donn künn hei gor nich stahn, sondern hei wir jo all lang` muusingdot wäst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Adebor in de Arwten===&lt;br /&gt;
:Teterow is doch früher &#039;n Buerndörp wäst, un se hebben väl Arwten anbuugt.&lt;br /&gt;
:Eenes goden Dags seggt een Buer to sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, loop doch dor mal hen un jag&#039; den Adebor mang de Arwten ruut, dee perrt uns de Arweten jo all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Oewer wie Jehann den Adebor nu wegjegt het, röppt he: &amp;quot;Jehann, stah rein still, wi kamen mit de Böhr hen un dragen die ruut, denn du perrst jo noch mihr dal as de Adebor!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Nu hebben jo wenigstens twee perrt, wenn nich vier, as se em ruuthalt hebben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|350px|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Latiensch===&lt;br /&gt;
:Die Teterower haben Pastorenwahl und wollen ihren Schulzen zum Pastor wählen, um Geld zu sparen. Der Schulze predigt, aber es gefällt nicht, weil nicht genug Latein dazwischen ist.&lt;br /&gt;
:Da geht er zum Küster in Thürkow, der Latein versteht, und beide gehen spazieren.&lt;br /&gt;
:Da sagt der Schulze: &amp;quot;Dor steiht mal &#039;n hogen Boom!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Darauf sagt der Küster: &amp;quot;Dat heit up latiensch ,hochbaumus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor sitt&#039;n Kreihgennest up.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latinsch ,kreidennestus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor liggt jo &#039;n Schauhschlarpen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latiensch ,schauritrantus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat spälen denn dei Gören? Dei spälen jo ,hupp in &#039;n Sack&#039;!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latiensch ,kruupinnesacktus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Da predigt der Schulze wieder und sagt hinter der Predigt: &amp;quot;Hochbaumus, kreidennestus, schauritrantus, kruupinnesacktus. Amen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Recht Vadder&amp;quot;, sagen da die Leute, &amp;quot;du hest schön prädigt, du sallst uns&#039; Paster sien!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Daltrüdeln===&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben ok &#039;ne Watermoehl buugen wullt.&lt;br /&gt;
:Nu hebben se baben up &#039;n hogen Barg so &#039;n passenden Steen funden un hebben dor &#039;n Moehlsteen ut trechtmeißelt.&lt;br /&gt;
:Wie se em nu trecht hatt hebben, hebben se em mit grote Müh&#039; den Barg runnerschleppt an &#039;t Water hen, wo de Moehl stahn süll.&lt;br /&gt;
:Wie se unnen sünd, seggt een: &amp;quot;Dit hadden wi jo väl leichter hebben künnt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wieso leichter?&amp;quot; seggt een anner.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, wenn wi em uprich&#039;t hadden, wir he alleen runtrüdelt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;dat hadd&#039; gahn.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Willen w&#039; em wedder rupschläpen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wie se nu baben sünd, seggt een: &amp;quot;Wenn wi em nu trüdeln laten, denn trüdelt he uns jo nah &#039;t Water rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;dat geht nich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na&amp;quot;, seggt een dritter, &amp;quot;dor möt een dörchkruupen un mit daltrüdeln un em denn to rechter Tiet festhollen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Se laten em nu runnerloopen, un he plumpst in &#039;t Water mitsamst den Mann. - Wie se nu nah unnen kamen, is alles verschwunden.&lt;br /&gt;
:Dor seggt een: &amp;quot;Nu kiek sick dissen Schweinhund an: Is he uns dormit wegloopen. Den willen wi dörch de Zeitung weddersöken laten!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dee het sick oewer nich wedder meld&#039;t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=110085</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=110085"/>
		<updated>2024-04-05T06:18:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* De Teterower un ehr Arwten-Acker */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|350px|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´n schöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Stadtbull ward weid´t===&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hadden sick gemeinschaftlich einen Bullen köfft. Um dei Stadt rüm wir ´ne grote Muer. Un up dei Muer stünd väl Gras. Wiel nu jeder dat Gras hebben wull, würd beschlaten, dat Gras von den Stadtbullen affräten tau laten.&lt;br /&gt;
:Hiertau steegen mihrere Kierls up dei Muer. Unnen bünden weck den Bullen einen Stang üm ´n Hals, un dei dor baben treckten an.&lt;br /&gt;
:As hei bienah rup wir, donn stek hei dei Tung` all ruut, denn dei Luft bleew em all weg.&lt;br /&gt;
:Dat wüßten dei Teterower oewer nich, sondern dei dachten: &amp;quot;Kiek mal bloß an, wo hei sick all freut, hei schmackmünd´t all orndlich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:As hei nu baben wir, donn würd em dei Reip aflöst, oewer donn künn hei gor nich stahn, sondern hei wir jo all lang` muusingdot wäst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Adebor in de Arwten===&lt;br /&gt;
:Teterow is doch früher &#039;n Buerndörp wäst, un se hebben väl Arwten anbuugt.&lt;br /&gt;
:Eenes goden Dags seggt een Buer to sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, loop doch dor mal hen un jag&#039; den Adebor mang de Arwten ruut, dee perrt uns de Arweten jo all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Oewer wie Jehann den Adebor nu wegjegt het, röppt he: &amp;quot;Jehann, stah rein still, wi kamen mit de Böhr hen un dragen die ruut, denn du perrst jo noch mihr dal as de Adebor!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Nu hebben jo wenigstens twee perrt, wenn nich vier, as se em ruuthalt hebben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|350px|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Latiensch===&lt;br /&gt;
:Die Teterower haben Pastorenwahl und wollen ihren Schulzen zum Pastor wählen, um Geld zu sparen. Der Schulze predigt, aber es gefällt nicht, weil nicht genug Latein dazwischen ist.&lt;br /&gt;
:Da geht er zum Küster in Thürkow, der Latein versteht, und beide gehen spazieren.&lt;br /&gt;
:Da sagt der Schulze: &amp;quot;Dor steiht mal &#039;n hogen Boom!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Darauf sagt der Küster: &amp;quot;Dat heit up latiensch ,hochbaumus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor sitt&#039;n Kreihgennest up.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latinsch ,kreidennestus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor liggt jo &#039;n Schauhschlarpen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latiensch ,schauritrantus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat spälen denn dei Gören? Dei spälen jo ,hupp in &#039;n Sack&#039;!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latiensch ,kruupinnesacktus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Da predigt der Schulze wieder und sagt hinter der Predigt: &amp;quot;Hochbaumus, kreidennestus, schauritrantus, kruupinnesacktus. Amen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Recht Vadder&amp;quot;, sagen da die Leute, &amp;quot;du hest schön prädigt, du sallst uns&#039; Paster sien!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Daltrüdeln===&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben ok &#039;ne Watermoehl buugen wullt.&lt;br /&gt;
:Nu hebben se baben up &#039;n hogen Barg so &#039;n passenden Steen funden un hebben dor &#039;n Moehlsteen ut trechtmeißelt.&lt;br /&gt;
:Wie se em nu trecht hatt hebben, hebben se em mit grote Müh&#039; den Barg runnerschleppt an &#039;t Water hen, wo de Moehl stahn süll.&lt;br /&gt;
:Wie se unnen sünd, seggt een: &amp;quot;Dit hadden wi jo väl leichter hebben künnt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wieso leichter?&amp;quot; seggt een anner.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, wenn wi em uprich&#039;t hadden, wir he alleen runtrüdelt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;dat hadd&#039; gahn.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Willen w&#039; em wedder rupschläpen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wie se nu baben sünd, seggt een: &amp;quot;Wenn wi em nu trüdeln laten, denn trüdelt he uns jo nah &#039;t Water rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;dat geht nich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na&amp;quot;, seggt een dritter, &amp;quot;dor möt een dörchkruupen un mit daltrüdeln un em denn to rechter Tiet festhollen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Se laten em nu runnerloopen, un he plumpst in &#039;t Water mitsamst den Mann. - Wie se nu nah unnen kamen, is alles verschwunden.&lt;br /&gt;
:Dor seggt een: &amp;quot;Nu kiek sick dissen Schweinhund an: Is he uns dormit wegloopen. Den willen wi dörch de Zeitung weddersöken laten!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dee het sick oewer nich wedder meld&#039;t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=110084</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=110084"/>
		<updated>2024-04-05T06:12:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Latiensch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|350px|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´n schöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Stadtbull ward weid´t===&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hadden sick gemeinschaftlich einen Bullen köfft. Um dei Stadt rüm wir ´ne grote Muer. Un up dei Muer stünd väl Gras. Wiel nu jeder dat Gras hebben wull, würd beschlaten, dat Gras von den Stadtbullen affräten tau laten.&lt;br /&gt;
:Hiertau steegen mihrere Kierls up dei Muer. Unnen bünden weck den Bullen einen Stang üm ´n Hals, un dei dor baben treckten an.&lt;br /&gt;
:As hei bienah rup wir, donn stek hei dei Tung` all ruut, denn dei Luft bleew em all weg.&lt;br /&gt;
:Dat wüßten dei Teterower oewer nich, sondern dei dachten: &amp;quot;Kiek mal bloß an, wo hei sick all freut, hei schmackmünd´t all orndlich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:As hei nu baben wir, donn würd em dei Reip aflöst, oewer donn künn hei gor nich stahn, sondern hei wir jo all lang` muusingdot wäst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|350px|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Latiensch===&lt;br /&gt;
:Die Teterower haben Pastorenwahl und wollen ihren Schulzen zum Pastor wählen, um Geld zu sparen. Der Schulze predigt, aber es gefällt nicht, weil nicht genug Latein dazwischen ist.&lt;br /&gt;
:Da geht er zum Küster in Thürkow, der Latein versteht, und beide gehen spazieren.&lt;br /&gt;
:Da sagt der Schulze: &amp;quot;Dor steiht mal &#039;n hogen Boom!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Darauf sagt der Küster: &amp;quot;Dat heit up latiensch ,hochbaumus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor sitt&#039;n Kreihgennest up.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latinsch ,kreidennestus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor liggt jo &#039;n Schauhschlarpen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latiensch ,schauritrantus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat spälen denn dei Gören? Dei spälen jo ,hupp in &#039;n Sack&#039;!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latiensch ,kruupinnesacktus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Da predigt der Schulze wieder und sagt hinter der Predigt: &amp;quot;Hochbaumus, kreidennestus, schauritrantus, kruupinnesacktus. Amen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Recht Vadder&amp;quot;, sagen da die Leute, &amp;quot;du hest schön prädigt, du sallst uns&#039; Paster sien!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Daltrüdeln===&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben ok &#039;ne Watermoehl buugen wullt.&lt;br /&gt;
:Nu hebben se baben up &#039;n hogen Barg so &#039;n passenden Steen funden un hebben dor &#039;n Moehlsteen ut trechtmeißelt.&lt;br /&gt;
:Wie se em nu trecht hatt hebben, hebben se em mit grote Müh&#039; den Barg runnerschleppt an &#039;t Water hen, wo de Moehl stahn süll.&lt;br /&gt;
:Wie se unnen sünd, seggt een: &amp;quot;Dit hadden wi jo väl leichter hebben künnt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wieso leichter?&amp;quot; seggt een anner.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, wenn wi em uprich&#039;t hadden, wir he alleen runtrüdelt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;dat hadd&#039; gahn.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Willen w&#039; em wedder rupschläpen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Wie se nu baben sünd, seggt een: &amp;quot;Wenn wi em nu trüdeln laten, denn trüdelt he uns jo nah &#039;t Water rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;dat geht nich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na&amp;quot;, seggt een dritter, &amp;quot;dor möt een dörchkruupen un mit daltrüdeln un em denn to rechter Tiet festhollen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Se laten em nu runnerloopen, un he plumpst in &#039;t Water mitsamst den Mann. - Wie se nu nah unnen kamen, is alles verschwunden.&lt;br /&gt;
:Dor seggt een: &amp;quot;Nu kiek sick dissen Schweinhund an: Is he uns dormit wegloopen. Den willen wi dörch de Zeitung weddersöken laten!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dee het sick oewer nich wedder meld&#039;t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=110083</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=110083"/>
		<updated>2024-04-05T05:57:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Dat Pierei */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|350px|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´n schöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Stadtbull ward weid´t===&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hadden sick gemeinschaftlich einen Bullen köfft. Um dei Stadt rüm wir ´ne grote Muer. Un up dei Muer stünd väl Gras. Wiel nu jeder dat Gras hebben wull, würd beschlaten, dat Gras von den Stadtbullen affräten tau laten.&lt;br /&gt;
:Hiertau steegen mihrere Kierls up dei Muer. Unnen bünden weck den Bullen einen Stang üm ´n Hals, un dei dor baben treckten an.&lt;br /&gt;
:As hei bienah rup wir, donn stek hei dei Tung` all ruut, denn dei Luft bleew em all weg.&lt;br /&gt;
:Dat wüßten dei Teterower oewer nich, sondern dei dachten: &amp;quot;Kiek mal bloß an, wo hei sick all freut, hei schmackmünd´t all orndlich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:As hei nu baben wir, donn würd em dei Reip aflöst, oewer donn künn hei gor nich stahn, sondern hei wir jo all lang` muusingdot wäst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|350px|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Latiensch===&lt;br /&gt;
:Die Teterower haben Pastorenwahl und wollen ihren Schulzen zum Pastor wählen, um Geld zu sparen. Der Schulze predigt, aber es gefällt nicht, weil nicht genug Latein dazwischen ist.&lt;br /&gt;
:Da geht er zum Küster in Thürkow, der Latein versteht, und beide gehen spazieren.&lt;br /&gt;
:Da sagt der Schulze: &amp;quot;Dor steiht mal &#039;n hogen Boom!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Darauf sagt der Küster: &amp;quot;Dat heit up latiensch ,hochbaumus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor sitt&#039;n Kreihgennest up.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latinsch ,kreidennestus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dor liggt jo &#039;n Schauhschlarpen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latiensch ,schauritrantus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat spälen denn dei Gören? Dei spälen jo ,hupp in &#039;n Sack&#039;!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat heit up latiensch ,kruupinnesacktus&#039;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Da predigt der Schulze wieder und sagt hinter der Predigt: &amp;quot;Hochbaumus, kreidennestus, schauritrantus, kruupinnesacktus. Amen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Recht Vadder&amp;quot;, sagen da die Leute, &amp;quot;du hest schön prädigt, du sallst uns&#039; Paster sien!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109457</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109457"/>
		<updated>2024-03-28T07:57:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* De Teterower trecken den Bullen up de Muer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|350px|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´n schöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Stadtbull ward weid´t===&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hadden sick gemeinschaftlich einen Bullen köfft. Um dei Stadt rüm wir ´ne grote Muer. Un up dei Muer stünd väl Gras. Wiel nu jeder dat Gras hebben wull, würd beschlaten, dat Gras von den Stadtbullen affräten tau laten.&lt;br /&gt;
:Hiertau steegen mihrere Kierls up dei Muer. Unnen bünden weck den Bullen einen Stang üm ´n Hals, un dei dor baben treckten an.&lt;br /&gt;
:As hei bienah rup wir, donn stek hei dei Tung` all ruut, denn dei Luft bleew em all weg.&lt;br /&gt;
:Dat wüßten dei Teterower oewer nich, sondern dei dachten: &amp;quot;Kiek mal bloß an, wo hei sick all freut, hei schmackmünd´t all orndlich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:As hei nu baben wir, donn würd em dei Reip aflöst, oewer donn künn hei gor nich stahn, sondern hei wir jo all lang` muusingdot wäst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|350px|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109444</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109444"/>
		<updated>2024-03-28T06:57:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* De Teterower trecken den Bullen up de Muer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|350px|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´n schöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Stadtbull ward weid´t&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hadden sick gemeinschaftlich einen Bullen köfft. Um dei Stadt rüm wir ´ne grote Muer. Un up dei Muer stünd väl Gras. Wiel nu jeder dat Gras hebben wull, würd beschlaten, dat Gras von den Stadtbullen affräten tau laten.&lt;br /&gt;
:Hiertau steegen mihrere Kierls up dei Muer. Unnen bünden weck den Bullen einen Stang üm ´n Hals, un dei dor baben treckten an.&lt;br /&gt;
:As hei bienah rup wir, donn stek hei dei Tung` all ruut, denn dei Luft bleew em all weg.&lt;br /&gt;
:Dat wüßten dei Teterower oewer nich, sondern dei dachten: &amp;quot;Kiek mal bloß an, wo hei sick all freut, hei schmackmünd´t all orndlich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:As hei nu baben wir, donn würd em dei Reip aflöst, oewer donn künn hei gor nich stahn, sondern hei wir jo all lang` muusingdot wäst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|350px|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109443</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
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		<updated>2024-03-28T06:49:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|350px|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´n schöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|350px|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109442</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109442"/>
		<updated>2024-03-28T06:48:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Der Galgen nur für Teterower */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´n schöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|350px|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109441</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109441"/>
		<updated>2024-03-28T06:46:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Die Teterower und der Piepenbock */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´n schöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109440</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109440"/>
		<updated>2024-03-28T06:45:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Die Teterower und der Piepenbock */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´n schöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109358</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109358"/>
		<updated>2024-03-27T05:54:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* De Teterower trecken den Bullen up de Muer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´n schöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109357</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
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		<updated>2024-03-27T05:53:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* ==Dei Häkt un dei Klingelklock */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock===&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109356</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109356"/>
		<updated>2024-03-27T05:53:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* De Tätrosch Häkt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock=&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109355</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109355"/>
		<updated>2024-03-27T05:53:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* De Tätrosch Häkt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Häkt un dei Klingelklock&lt;br /&gt;
:Eins hadden dei Teterowschen ok ´n groten Häkt fungen. Oewer sei wullen em uphägen, bet den Burmeister sien Geburtstag wir.&lt;br /&gt;
:Dor bünden sei den Häkt ´ne Klingelklock üm den Hals, dat sei hüren künnen, wo hei afbleew, un em ok wedderfinden künnen - un sett´ten em wedder in den See.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109354</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109354"/>
		<updated>2024-03-27T05:46:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Woans dei Bein tau finden sünd */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Geld un dei Karw`===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden eins ´n ganz Deil Geld up ´t Rathuus liggen, wiel Krieg in Utsicht wir. (Denn dor wiren grote Stiern mit ´n langen Schwanz, ok wiren Taters in dei Nehg wäst, un dat bedüüd´te allemal Krieg.)&lt;br /&gt;
:Dor beschläten s´, dat Geld sicher tau verwohren, so dat´t wieder keiner wüßt as dei Burmeister un dei Senaters.&lt;br /&gt;
:Sei laten einen groten iesern Kasten mit grote iesern Hängen an maken, wo sei späder mit Hakens inhacken koenen, packen dat Geld dor in, drägen ´t nachts nah ´n Kahn, führen dormit nah den See rup un laten ´t oewer dei Buurd nah dat Water rin.&lt;br /&gt;
:Um oewer dat Flach ganz genau tau weiten, wo sei ´t rinlaten hebben, schnieden s´in dei Kahnbuurd ´ne grote Karw´.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109353</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
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		<updated>2024-03-27T05:39:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Börgermeisters Duben */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Woans dei Bein tau finden sünd===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowsch Burmeister güng eins mit dei Börgers hen, dat Feld biseihn, wiel dat so ´n schön Wäder un warm wir. Un as sei sick mäud loopen hebben, gahn s´all up einen Hümpel an ´n Äuwer liggen un schlapen in.&lt;br /&gt;
:As sei upwaken, sünd ehr Bein all ein mang dat anner, un sei weiten nich, weckern sei hüren don. Donn ropen sei den Kauhhirer an, dei in dei Nehg hödd´t, un bidden em üm Rat.&lt;br /&gt;
:Dei kriggt sienen Handstock her un schleiht up dei Bein los, bet jeder sien ut den Hümpel ruuttreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109352</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109352"/>
		<updated>2024-03-27T05:33:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Der Galgen nur für Teterower */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109351</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109351"/>
		<updated>2024-03-27T05:31:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Dat enge Duur von Teterow */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Dur un dei Kreih===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins Buuholt halt. Sei hebben dat oewer nich lang, sei hebben ´t verdwas up ´n Wagen lad´t&lt;br /&gt;
:As sei dormit vör ´t Dur kamen, koenen s´ nich rinkamen. Sei hollen lang un breit Rat, kamen oewer tau nicks.&lt;br /&gt;
:Donn kümmt ´ne Kreih antaufleigen, dei röppt: &amp;quot;Scharp End´vör!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Hür&amp;quot;, seggt ein, &amp;quot;dei weit´t!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Donn dreihgen sei dat Holt rüm un koenen schön nah ehr Dur rinkamen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109350</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109350"/>
		<updated>2024-03-27T05:24:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109349</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109349"/>
		<updated>2024-03-27T05:24:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109348</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109348"/>
		<updated>2024-03-27T05:23:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Dei Soot ward mäten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109347</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109347"/>
		<updated>2024-03-27T05:22:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dei Soot ward mäten===&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden mal´n Soot makt. Nu wullen sei em utmäten, wo deip hei wir.&lt;br /&gt;
:Sei läden Balken oewer, dor föt sick dei Burmeister an un ein anner an den sien Bein un dor an den sien Bein wedder ein un so fuurt.&lt;br /&gt;
:As all´n ganzen Hümpel ein an ´n annern hängen, warden den Burmeister dei Händen lahm, un hei röppt: &amp;quot;Holt´t juuch wiß, ick will mi ierst mal in dei Händen spiegen!&amp;quot; Un lett los.&lt;br /&gt;
:Donn leg dei ganze Himhamp in den Soot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109309</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109309"/>
		<updated>2024-03-26T13:32:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;450px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109308</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109308"/>
		<updated>2024-03-26T13:32:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;350px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109307</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109307"/>
		<updated>2024-03-26T13:30:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;350px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109306</id>
		<title>Teterow, das Schilda Norddeutschlands?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow,_das_Schilda_Norddeutschlands%3F&amp;diff=109306"/>
		<updated>2024-03-26T12:27:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Teterow, das Schilda Norddeutschlands?&amp;quot;==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fuchs 6.jpg|thumb|500px|rechts|Grafik aus dem Voß- un Haas Kalenner 1875]]&lt;br /&gt;
;Teterow – na, man weiß ja - Teterower Hecht, mecklenburgisches Schilda! &lt;br /&gt;
:Wie man dazu gekommen ist, fast alle in Deutschland heimischen Schildbürgergeschichten dieser braven Stadt anzuhängen, läßt sich nicht klären. &lt;br /&gt;
:Aber die Teterower haben dabei einen gesunden Humor aufgebracht. &lt;br /&gt;
:Sie haben ihrem Hecht, den ihre Vorfahren – diese Sage gibt es übrigens allein in Teterow – mit einer Glocke um den Hals wieder in den See setzten um ihn zur rechten Zeit und Gelegenheit wieder aus dem Wasser holen zu können, ein Denkmal gesetzt, einen hübschen Marktbrunnen mit einem kleinen stämmigen Nackedei darauf, der den Glockenhecht auf den Schultern trägt. &lt;br /&gt;
:Zum Beweis dafür, daß sie sich ihrer Haut zu wehren wissen, haben sie dem Brunnen eine Inschrift gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;&#039;&#039;&#039;„Wek Lüd sünd klauk, un wek sünd doesig, un wek de sünd wat aewernäsig - Lat´t ehr spijöken, Kinnings, lat´t: De Klock het lürrt, de Häkt is fat´t!“&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Städtische Weisheit auf den Markt gestellt, an der selbst Fritz Reuter seine Freude gehabt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;So, lieber Spötter, dor rük an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nein, die Teterower sind nicht die mecklenburgischen Schildbürger. &lt;br /&gt;
:Das sieht man schon an dem schönen Rathaus, das vor vielen Jahrzehnten an die Stelle des alt und müde gewordenen, aber denkbar gemütlichen alten Baues trat, an den sich die Geschichte von der Tabakspfeife knüpft, die ein übereifriger Stadtdiener dem alten Blücher konfiszierte, während Bürgermeister, Rat, Schützenzunft und das gesamte Stadtvolk den Feldmarschall zu feierlicher Begrüßung erwarten. &lt;br /&gt;
:Fritz Reuter hat in einer schwachen Stunde eine Komödie aus diesem letzten Teterower Schildbürgerstreich von 1817 gemacht.“&lt;br /&gt;
:Wie sie in der Folge lesen können blieb das nicht die Einzige Überlieferung aus dem Leben der &amp;quot;klauken Tätrowschen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Was Fürst Blücher, dem &amp;quot;Marschall Vorwärts&amp;quot; in Teterow begegnete===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blücher Teterow 1817.jpg|thumb|400px|rechts|Die Konfiszierung von Blüchers Pfeife 1817]]&lt;br /&gt;
:Als Marschall Blücher im Jahre 1816 durch Mecklenburg fuhr, sollte er auch die Stadt Teterow durchqueren.&lt;br /&gt;
:Die Honoratioren warteten stundenlang im Rathaus, wo eine offizielle Begrüßung vorgesehen war. &lt;br /&gt;
:Sie hatten jedoch am Ortseingang bei den Scheunen den Stadtdiener Jochen Pitz als Wache aufgestellt, der beim Herannahen des Ehrengastes einen Böller abfeuern sollte.&lt;br /&gt;
:Nach langem Warten sah der Nachtwächter eine Kalesche heranrollen, in der ein Mann mit einer Tabakspfeife saß.&lt;br /&gt;
:Der naive Mann besaß keine Ahnung, wer hier bei ihm vorbeikam, sondern schimpfte nur lautstark und im vollen Bewusstsein seiner Amtswürde:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier ward nich rookt, bi de Schüns! Dat kann Fuer geben! Her mit de Piep!&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
:Kurzerhand konfiszierte er die Pfeife des Feldmarschalls und ließ die Kutsche weiterrollen. &lt;br /&gt;
:Wenig später kam der Gepäckwagen und Teterow erfuhr, dass der Marschall auf dem Wege nach Ivenack die Stadt längst passiert hatte.&lt;br /&gt;
:Am nächsten Morgen brachen die Honoratioren der Stadt nach Ivenack auf, um dem Fürsten unter langen Entschuldigungen seine Pfeife zurückzuerstatten. &lt;br /&gt;
:Aber der alte Herr lachte sie nur aus und erklärte den Teterowern lediglich:&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wat futsch is, is futsch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:Die Stadt Teterow aber durfte jene kurze Stummelpfeife zum Andenken behalten und ist seitdem stolz auf dieses Geschenk!&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Stadtbollen auf die Weide brachten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil immer so prächtiges Gras auf dem einen alten&lt;br /&gt;
Stadtthore wuchs, das stets nutzlos umkommen&lt;br /&gt;
mußte, beschloß die Bürgerschaft, ihren Bollen dahinauf&lt;br /&gt;
zu bringen, damit er das schöne Futter abweide.&lt;br /&gt;
Nachdem man dem Thiere ein langes, starkes Tau um&lt;br /&gt;
den Hals geschlungen, erstiegen einige der klugen&lt;br /&gt;
Leute mit dem andern Tau-Ende das hohe Thor und&lt;br /&gt;
zogen nun aus Leibeskräften den Bollen nach oben.&lt;br /&gt;
Das arme Geschöpf zappelte erst gewaltig, als man&lt;br /&gt;
ihm also seine Kehle zuschnürte und streckte im Todeskampfe&lt;br /&gt;
seine Zunge weit aus. Als dies die Umstehenden&lt;br /&gt;
sahen, riefen sie &amp;quot;Kikt, wo hei all na dat schöne&lt;br /&gt;
Gras lickmünnt.&amp;quot; Endlich oben angelangt, war der&lt;br /&gt;
Bolle zum Erstaunen der guten Leutchen bereits crepirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihren Landesvater erfrischten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Erfrischung des Landesvaters.jpg|thumb|rechts|Die Erfrischung des Landesvaters]]&lt;br /&gt;
Einst als der Landesherr durch Teterow reisen wollte,&lt;br /&gt;
hatte er sich dort zu seiner Ankunft ein kleines ›Refrischemang‹&lt;br /&gt;
bestellen lassen. Als nun der Herzog zur&lt;br /&gt;
bestimmten Zeit in Teterow anlangte und nach dem&lt;br /&gt;
Rathhause fuhr, um dort die bestellte Erfrischung einzunehmen,&lt;br /&gt;
sah er mit Verwunderung sämmtliche Feuerspritzen&lt;br /&gt;
der Stadt auf dem Markte aufgepflanzt, die&lt;br /&gt;
alsbald ihre ganze Ladung Wasser über ihn ausschütteten&lt;br /&gt;
und ihn und seine Begleitung bis auf die Haut&lt;br /&gt;
durchnäßten; denn so hatten es die gut meinenden Teterower&lt;br /&gt;
ausgeheckt, dies müßte doch wohl das beste&lt;br /&gt;
und gründlichste ›Refrischemang‹ sein, welches sie&lt;br /&gt;
ihrem geliebten Landesvater bieten könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie sich die Teterower einen großen Hecht aufbewahrten.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=packed heights=&amp;quot;350px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Die Teterower und ihr Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 1&lt;br /&gt;
Datei:Der Hecht.jpg|Die Teterower und ihr Hecht 2&lt;br /&gt;
Datei:Die Kerbe.jpeg|Die Teterower und ihr Hecht 3&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einst die Fischer einen gewaltigen Hecht von seltener&lt;br /&gt;
Größe in dem Teterower See gefangen hatten,&lt;br /&gt;
berathschlagten Rath und Bürgerschaft, wozu man&lt;br /&gt;
diesen herrlichen Fisch am besten und würdigsten&lt;br /&gt;
verwenden könne. Nach vielem Grübeln und Hin- und&lt;br /&gt;
Herreden, kam man endlich dahin überein, ihn bis&lt;br /&gt;
zum Königsschusse aufzuheben und dann zu verspeisen.&lt;br /&gt;
Da diese Festlichkeit aber erst nach einiger Zeit&lt;br /&gt;
stattfinden sollte und der Hecht bis dahin nicht außer&lt;br /&gt;
Wasser bleiben konnte, so beschloß man, ihm eine&lt;br /&gt;
Klingel umzuhängen und dann ruhig wieder in den&lt;br /&gt;
See zu setzen, da man ja, wenn er gebraucht werden&lt;br /&gt;
solle, ihn nun immer leicht wieder fangen könne. Gesagt,&lt;br /&gt;
gethan; dem großen Hechte wurde also eine&lt;br /&gt;
Schelle umgehängt und er nun wieder in den See gethan.&lt;br /&gt;
Aus größerer Vorsicht schnitt man überdies&lt;br /&gt;
auch noch an der Stelle ein Zeichen in den Kahn, wo&lt;br /&gt;
er in das Wasser gelassen worden war. Bis jetzt aber&lt;br /&gt;
haben die Teterower ihren schönen Hecht noch immer&lt;br /&gt;
nicht wieder finden können und vergebens nach seiner&lt;br /&gt;
Klingel gehorcht, die er, wie Viele meinen und es&lt;br /&gt;
auch wahrscheinlich ist, sich wohl sofort von seinem&lt;br /&gt;
glatten Körper abgestreift haben wird. Auch das ein-&lt;br /&gt;
geschnittene Merkmal am Kahn hat sich als unprobat&lt;br /&gt;
erwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower einen Stein aus dem Brunnen herausholen.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen&lt;br /&gt;
gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen&lt;br /&gt;
berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als&lt;br /&gt;
dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits&lt;br /&gt;
sammt all&#039; seinen Geräthschaften wieder abgereist&lt;br /&gt;
war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den&lt;br /&gt;
Brunnen und es entstand nun die große Frage, wie er&lt;br /&gt;
wieder herauszuschaffen sei. Da man keine so langen&lt;br /&gt;
Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente&lt;br /&gt;
fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam&lt;br /&gt;
man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden.&lt;br /&gt;
Einer faßte also oben an, ein Zweiter an dessen&lt;br /&gt;
Füßen und so fort, bis man den Grund des Brunnens&lt;br /&gt;
erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr&lt;br /&gt;
scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald&lt;br /&gt;
über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief&lt;br /&gt;
deshalb seinen unter ihm hangenden Kameraden zu&lt;br /&gt;
›Hollt mal orndlich fast, Jungens, ik will mi blot mal&lt;br /&gt;
in de Hänn&#039; spig&#039;n!‹ Damit ließ er los, und plumps!&lt;br /&gt;
lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und&lt;br /&gt;
krabbelte dort im Wasser umher. Wie es sonst abgegangen&lt;br /&gt;
und wie der Stein und die Menschen wieder&lt;br /&gt;
herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das&lt;br /&gt;
Loslassen ist seitdem verboten worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wie die Teterower ihre Kirche weiter gerückt haben.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand die Kirche zu Teterow mitten auf dem&lt;br /&gt;
Markte, gerade vor der Straße, die vom Rostocker&lt;br /&gt;
zum Malchiner Thor führt. Warum man sie gerade&lt;br /&gt;
dorthin gebaut, weiß man nicht; aber sie stand nun&lt;br /&gt;
einmal da, und stand den Teterowern im Wege, deshalb&lt;br /&gt;
beschloß man, sie nach einer andern Stelle zu&lt;br /&gt;
schaffen. Aber wie dies anfangen? Es wurde viel hin&lt;br /&gt;
und her geraten, der Eine riet dies, der Andere das;&lt;br /&gt;
so meinte z.B. Jemand, man solle sie abbrechen und&lt;br /&gt;
nebenan wieder aufbauen, aber das schien doch den&lt;br /&gt;
Meisten zu kostspielig und zu närrisch. Endlich trat&lt;br /&gt;
Einer auf und schlug vor, die Kirche auf Walzen zu&lt;br /&gt;
stellen und dann weiter zu rollen. Dieser Vorschlag&lt;br /&gt;
fand allgemeinen Anklang und wurde deshalb zum&lt;br /&gt;
Beschluß erhoben. Am nächsten Tage schon ging es&lt;br /&gt;
frisch ans Werk. Man schlug an jedem Ende der Kirche&lt;br /&gt;
zwei Löcher durch das Fundament, steckte Walzen&lt;br /&gt;
hindurch und hackte dann die ganze Ringmauer&lt;br /&gt;
rundum los. Als dies Alles glücklich vollbracht war,&lt;br /&gt;
wurde ein Tag zur feierlichen Fortrückung anberaumt.&lt;br /&gt;
Der Küster, ein alter invalider Kriegsmann, sollte den&lt;br /&gt;
umgelegten Strick vorne ziehen und der ganze Magistrat&lt;br /&gt;
wollte selbst Hand anlegen und nachschieben.&lt;br /&gt;
Allen sonstigen Einwohnern der Stadt, Groß und&lt;br /&gt;
Klein aber wurde es bei Todesstrafe verboten, hierbei&lt;br /&gt;
zu erscheinen, damit nicht beim etwaigen Umwurf der&lt;br /&gt;
Kirche Jemand zu Schaden kommen könne. So war&lt;br /&gt;
denn Alles in Ordnung und es hieß nun &amp;quot;Angefaßt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
Da aber schrie der Küster &amp;quot;Halt!&amp;quot; und rief, er wisse&lt;br /&gt;
nicht, wie weit die Kirche solle. Daran hatten sie&lt;br /&gt;
wirklich noch nicht gedacht. Der Bürgermeister aber&lt;br /&gt;
zog schnell seinen Rock aus, warf ihn vor der Kirche&lt;br /&gt;
auf die Erde und sprach &amp;quot;So, just bis hier über den&lt;br /&gt;
Kragen weg.&amp;quot; Der Küster aber gedachte des schönen&lt;br /&gt;
Bürgermeisterrockes und seines schäbigen, und wie es&lt;br /&gt;
doch jammerschade sei, ersteren unter der Kirche verkommen&lt;br /&gt;
zu lassen; darum trug er, während der Bürgermeister&lt;br /&gt;
zurück an seinen Ort ging, eilig das Röcklein&lt;br /&gt;
heim, war mit einem Satze wieder da und rief&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun zu!&amp;quot; Ein Ruck und noch einer, da schrie der Küster&lt;br /&gt;
&amp;quot;Halt! wir sind schon darüber weg!&amp;quot; Er meinte,&lt;br /&gt;
über den Rinnstein, der Bürgermeister aber dachte&lt;br /&gt;
über den Kragen und über seinen schönen Rock. Der&lt;br /&gt;
Küster half ihm auch nicht aus seinem Irrthum und&lt;br /&gt;
sprach überhaupt nicht davon, daher denn zu Teterow&lt;br /&gt;
die Rede aufkam &amp;quot;Uns&#039; Kirch steit uppen Burmeister&lt;br /&gt;
sin&#039;n Rock.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der kluge Thorschreiber von Teterow.===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früherer Thorschreiber Teterows, der sich immer&lt;br /&gt;
ärgerte, wenn er des Morgens früh durch die Kuhheerde&lt;br /&gt;
in seiner Ruhe gestört wurde, um ihr den Thorbaum&lt;br /&gt;
zu öffnen, kam auf den schlauen Einfall, statt&lt;br /&gt;
mit einem Holzknittel, von nun an das Thor mit einer&lt;br /&gt;
gelben Wurzel zuzustecken, damit sich die Kühe nach&lt;br /&gt;
diesem selbst den Thorbaum öffnen sollten. Und&lt;br /&gt;
wirklich, dies Mittel war ausgezeichnet; denn als am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen die Herde kam, lief gleich die vorderste&lt;br /&gt;
Kuh auf die Wurzel zu, riß sie gierig heraus&lt;br /&gt;
und verschlang sie, und öffnete somit, wie es sich der&lt;br /&gt;
kluge Thorschreiber ausgetiftelt, den Baum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower mit dem Pferde-Ei. [[ (plattdeutsch: &amp;quot;Dei Teterowschen un dat Pierei&amp;quot;) ]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einst verlor ein Bauer, als er durch Teterow fuhr,&lt;br /&gt;
einen großen Kürbis vom Wagen. Da Niemand&lt;br /&gt;
wußte, was für ein Ding dies sei, so trug man den&lt;br /&gt;
Kürbis aufs Rathaus, um dort auszumachen, was&lt;br /&gt;
damit beginnen. Nach vielem Fragen und Streiten&lt;br /&gt;
kam man überein, daß dies ein Ei sei, welches des&lt;br /&gt;
Bauern Pferd dort verloren. Nun aber mußte es ja&lt;br /&gt;
auch ausgebrütet werden und dazu ersah man sich den&lt;br /&gt;
Bürgermeister aus. Derselbe sollte auf dem höchsten&lt;br /&gt;
Berge, wo die Sonne am wärmsten scheint, dies Geschäft&lt;br /&gt;
besorgen. Das Brüten ging nun auch vor sich,&lt;br /&gt;
der Bürgermeister setzt sich auf das Ei in den heißesten&lt;br /&gt;
Sonnenschein. Nicht lange währt es, so schläft er&lt;br /&gt;
ein und der Kürbis fängt an zu kollern, immer bergab,&lt;br /&gt;
bis er in einem Dornbusch verschwindet. Zufällig&lt;br /&gt;
aber saß ein Hase darin, der eilig die Flucht ergriff,&lt;br /&gt;
als das Pferde-Ei in den Busch rasselt. Als das der&lt;br /&gt;
Bürgermeister sah, lief er hinter dem Hasen her und&lt;br /&gt;
rief ›Husching, Husching, kumm her, kennst denn din&lt;br /&gt;
Mutter nich!‹&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Burmeister-Körkwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ein kluger Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in einem Teterower Gasthause eingekehrter Fremder fragte den Hausknecht, ob er ihm nicht ein Teterowsches Stückchen vormachen könne. Der Hausknecht, der nicht auf den Kopf gefallen war, erwiderte ganz trocken, er wolle sich die Sache einmal beschlafen. Am nächsten Morgen, als der Reisende zum Aufstehen ein paar Pantoffel haben wollte, die ihm aber gut passen müßten, brachte ihm der Hausknecht ein Paar, das er aus den neuen schönen Stiefeln des Fremden geschnitten hatte. Er stellte die Pantoffel vors Bett und legte die blanken Schäfte dazu. Da machte der Gast aber ein dummes Gesicht und schimpfte auf die klugen Teterower.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Piepenbock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Piepenbock.jpg|thumb|rechts|Die Teterower und der Piepenbock]]&lt;br /&gt;
Der Schäfer des Hofes Lindenberg hütete am Teterower Stadtfelde seine Schafe. Einmal war er eingeschlafen; und seine Herde richtete auf einem Haferfelde Teterows großen Schaden an.&lt;br /&gt;
Weil er nun eine schwere Strafe befürchtete, baute er ein Ungetäüm in der Form eines Bockes, das bei jedem Luftzug, Druck und Stoß einen piependen Ton von sich gab. Das Untier stellte er aufs abgegraste Feld.&lt;br /&gt;
Als nun die Teterower kamen und ihr kahles Feld erblickten, schob der Schäfer alle Schuld auf das gefräßige Tier. Da holten sich die Bürger Feuerhaken und Heugabeln, um die Bestie zu töten. Sie stießen und stachen auf den Piepenbock los, so daß er gewaltig schrie. Aber tot kriegten sie ihn nicht. Zuletzt sagte der Schäfer : &amp;quot;Ich will den Bock aus der Welt schaffen, wenn ihr mir erlaubt, nach der Ernte auf eurer ganzen Feldmark zu hüten.&amp;quot; Das wollten die Teterower nicht, nur eine ziemliche Ecke wollten sie abstehen. Da der Schäfer mit diesem Vorschlag einverstanden war, zog er den Bock fort und durfte nun seine Herde auf der Teterower Feldmark weiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und die Erdachse===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Erdachse.jpg|thumb|350px|rechts|Die Teterower und die Erdachse]]&lt;br /&gt;
Die Teterower glaubten fest und sicher, auf dem Mittelpunkte der Erde zu stehen. Deshalb trieben sie im Ratskeller einen Keil in die Erde. Das war die Erdachse; und der weise Rat achtete mit Sorgfalt darauf, daß der Keil stecken blieb; die klugen Herren fürchteten, die Erde Müsse stehen bleiben und aufhören, sich um sich selber zu drehen, wenn die Achse fehle. Damit aber keiner daran rühre, stellte der Bürgermeister nachts seine Schnupftabaksdose auf den Keil und ließ sie offen. Der Küster der Stadt hatte ihm den Rat gegeben. Fehlte am Morgen etwas Tabak, so konnte der Rat erkennen, daß die Erde sich noch drehe, weil ja durch die Schwingung notwendig einige Teile herausgeschleudert werden mußten.&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber war nichts aus der Dose herausgeschüttelt. vielmehr nahm sich der Küster, der das Wächteramt bei der Achse hatte, regelmäßig seinen kleinen Bedarf an Tabak aus der Dose des Stadtoberhaupts.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower und der Krebs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zeiten hatten sie einen Krebs von ungewöhnlicher Größe gefangen. Aber niemand kannte das Tier. Endlich entschied der hohe Rat, daß es ein Modenschneider aus fremdem Lande sei, weil er ja zwei Scheren bei sich führe.&lt;br /&gt;
Das kamen die weisen Herren weiter auf den klugen Gedanken, das Schneiderlein sofort in Arbeit zu nehmen. Sie holten ein Stück Tuch herbei und ließen den Modenschneider darauf herumkriechen. Ein Schneider der Stadt mußte nun überall da mit der Schere das Tuch durchschneiden, wo der Krebs herumgekrochen war. Darauf wurden die einzelnen Stücke zusammengenäht. Doch als das neue Kleidungsstück fertig war, wußte kein Mensch was es sein sollte.&lt;br /&gt;
Empört über den Frevel des Modenschneiders, beschloß der Rat, den Bösewicht im Kessel mit Wasser zu Tode zu brühen. Doch als das Wasser warm wurde, saß der Schneider im nu auf dem Kesselbaum. Da sollte der Frevler ins kalte Wasser des See´s geworfen werden. Auf einer Brücke, die über einen Zufluß des Sees führte, wurde die Strafe vollzogen. Eine gewaltige Menschenmenge stand auf der Brücke und freute sich, als der Krebs in seiner Todesangst mit dem Schwanze hin- und herschlug. Durch lautes Schreien gab man seinem befriedigten Rachegefühl Ausdruck. Plötzlich stürzte die Brücke krachend zusammen. Die weisen Herren vom Rat sowie alle Vornehmen ertranken.&lt;br /&gt;
Seit der Zeit gibt es in Teterow nur noch kluge Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot; Theater-Lustspiel von Fritz Reuter 1875==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;An dieser Stelle wird nur das Blücher-Lustspiel als &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; aus dem Ergänzugsband der genannten Reuter-Gesamtausgabe digital eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Reuter &amp;quot;Fürst Blücher in Teterow&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätrowsch Geschichte(n) ok up Platt (Läuschen un Rimels in uns tweit Amtssprak)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrosch Häkt===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Kerbe.jpeg|thumb|350px|rechts|Die Kerbe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hecht.jpg|thumb|350px|links|Der Hecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Denn würd ok noch von den Tätroschen Häkt vertellt. Den hebben se ´ne Glock´ ümbunnen un hebben em wedder in ´n See sett´t. Wenn dat nu klingeln ded´, würden se jo ümmer weten, wo he wir. So bebben dee sick dat dacht.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr. 142)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat niege Rathus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterower hebben sick´n nieges Rathuus bugt. As sei dat fahrig hadden, wir dat düster dor in.&lt;br /&gt;
:Dor sünd weck up den schlauen Gedanken kamen un hebben dat Dack afhängt. Dor würden sei bi Rägenwäder oewer natt.&lt;br /&gt;
:Donn hebben sei bie Sünnenschien mit Säck, Kätels, Emmers un alle möglichen Dinger Licht rindragen.&lt;br /&gt;
:Wiel dat oewer ok nicks nützt het, is ein up den Gedanken kamen, Löcker in dei Wand tau schlagen. Un wiel dat tau dull zugt het, hebbens´dor naher Finstern insett´t. Donn het´t ehr gefollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Sprung oewer dat Rathuus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In Teterow is eens´n Handwarksburß ankihrt, de het in de Harbarg`´vertellt, he wull abends Klock soeben oewer dat Rathuus springen.&lt;br /&gt;
:Dat schnackt sick jo nu rüm in de Stadt, un allens löppt tosamen un geiht up´n Markt stahn. As de Klock soeben schleiht, kümmt de Handwarksburß jo ok an, &amp;quot;Ja Lüüd&amp;quot;, röppt he dor, &amp;quot;Ìck will woll, oewer ick kann man nich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Rathuus ward schaben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hadden´n Rathuus buugt, oewer as dat trecht wier, stünd´t nich in dei Midd up´n Markt. &amp;quot;Je &amp;quot;, seggt de Bumeister, &amp;quot;dissen Schaden möten wi afhelpen, wi willen´t Rathuus bet tau schuben !&amp;quot; - Hei leggt sienen Rock hen un seggt: &amp;quot;Bet an den Rock möten wi ran !&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei gahn nu all nah´t anner End´hen un schuben. Middewiel kümmt´n Handwarksburß un nimmt den Rock mit, dei dor liggt.&lt;br /&gt;
:As sei´n bäten schaben hebben, will dei Burmeister laukieken, ob´t all wiet naug is: &amp;quot;Holt´t doch bloß up !&amp;quot;, schriegt hei, &amp;quot;dat is all tau wiet, dat is all baben nah mienen Rock rup !&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Tätrower dragen dat Licht in de Kirch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben´ne Kirch bugt und hebben dor keen Finsters inmakt.&lt;br /&gt;
:Nu is dat jo düster wäst in de Kirch.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ach &amp;quot;, hett de Bürgermeister seggt, &amp;quot;dor koenen wi uns noch helpen. Wi dragen Licht mit´n Sack rin. ´n Sack het jo jeder.&lt;br /&gt;
:Un jeder kümmt nu un füllt buuten den Sack mit Licht un in de Kirch schürrt he´n ut!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja. Nu dragen se jo ümmer feste un schürren ümmer ut in de KIrch. Un nu stickt sich dor eener ´ne Zigarr an.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt de anner: &amp;quot;Oh, ´n bätenhell ward´t all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat enge Duur von Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das enge Tor.jpg|thumb|rechts|Dat enge Duur von Teterow]]&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, de kümmt mit de Mätrod´ (Meßrute) von ´t Feld un het dee so quer up de Schuller. Un as he nu vör ´t Duur kümmt, dunn stött he mit de Mätrod´an beiden Sieden von den Durpieler an, un kann jo nu nich dörch.&lt;br /&gt;
:Un up de Schüün, dor sitt´ne Kreih, un dee seggt ümmere: &amp;quot;Paak, paak!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wat seggst du dor baben? &amp;quot;Scharp´? Ach so, nu verstah ick: Scharp End´vör!&amp;quot; Un dunn dreight he de Mätrod´so rüm un nimmt een End´vör, un dunn geht he dörch.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterowschen trünneln ´n Steen dal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Un denn hebben de Teterowschen ´ne Watermoehl buugt. Un den Moelensteen, denn hebben se nu up ´n hohgen Barg trechthaugt un dunn mit grote Meuh runtrckt, un hebben em nu in de Moehl inbuugen wullt.&lt;br /&gt;
:Un as se nu unner wäst sünd, dunn seggen se: &amp;quot;Ach, wi sünd oewer dumm wäst. Dee hadd´jo alleen runrullen künnt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, denn willen w´em wedder rupschlöen un laten em alleen aftrünneln!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, se schlöpen em wedder rup. Un as se em upricht hebben to´n rullen. (seggt een): &amp;quot;Ja, dat geht ok nich! Dor möt nu een dörch dat Lock krupen un rullen mit run un hollen em unner fast, süss löppt he uns noch nah ´n Moehlendiek rin.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja dat ´s ok wohr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na, een krüppt nu dörch den Moehlensteen dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo  runtrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja, de Moehlensteen, de löppt aewer mit den Kierl dörch un liggt nu so in de Mitt in, un nu ward he jo ruttrünnelt.&lt;br /&gt;
:Ja de Moehlensteen, dee löppt loewer mit den Kierl in ´n Moehlendiek rin, un weg is he. Un as se nu rünnerkamen, is keen Moelensteen to sehn.&lt;br /&gt;
:Dunn seggen se sick: &amp;quot;Nu kiek doch bloß mal dissen Schwiensdriver an! Nu is he uns doch mit den Moelensteen dörchbrennt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Die Brunnenvermessung.jpg|thumb|rechts|As de Teterowschen ehren Brunnen utmäten]]&lt;br /&gt;
:De Teterowschen, de sünd bie un bugen ´n Soot. Nu willen se em eens utmäten, wur deep he woll all is.&lt;br /&gt;
:Nu leggen se ´n Knüppel oewer den Soot, un dor fött eener an un lött sick dor an bummeln, un de tweet klappert an denn dal, höllt sick an den sien Föt wiss, un de drüdd´klappert wedder run un hölt sick an den tweeten sien Föt wiss, un so wieder.&lt;br /&gt;
:Un as nu all so fief bet söß anhängen, dunn seggt de boewelst: &amp;quot;Holt´t mal ierst eens an , ick möt mi ierst eens in de Händ´n spucken!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Un (he) lött los un will sick in de Händ´n spucken, un dunn fallen s´all rin in´n Soot.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Herzog as Gast===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins denn Schweriner Herzog tau Gast hatt. Dor hebben dei Börgers meint, dat schickt sick nich anners, as dat sei sülm bi Disch upwohren deden. &amp;quot;Ick gah mit dei Suppenschötel vöran,&amp;quot; seggt de Börgermeister, &amp;quot;un jedwerein von Juch nimmt ein Gericht. Wat ick dau, dat makt ji mi nah, un wenn ick wat segg, denn raupt Ji: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumahl!&lt;br /&gt;
:As nu dei Herzog un sin Lüd´ bi Disch sitten, willen dei Teterowschen jo in´n groten Togg ringahn. Aewwer dei Börgermeister stolpert aewer denn Süll. Dorbi smitt hei dei Suppenschöttel dal un röppt in sine Wut: &amp;quot;Dat Di de Deuwel hal!&amp;quot; Dor smiten sei all ehr Schöttel dal un raupen: &amp;quot;Mit Weib und Kindern allzumal!&amp;quot; Dat is dei Teterowschen ehr Glückwunsch west.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower trecken den Bullen up de Muer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Tätrowschen hebben jo ok ´ne hoge Muer hatt, un up de Muer is nu so ´nschöne Gras wussen.&lt;br /&gt;
:Dunn hebben se sick seggt: &amp;quot;Is schad, dat dat Gras denn naher ok wedder so verdrögen möt. Koenen wi denn den Bullen dor nich ruptrecken, dat de dat Gras affrett?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Na ja, nu knüppen se denn Bullen ´n Stträng üm ´n Hals un gahn nu un klappern up de Muer rup un trecken an.&lt;br /&gt;
:Un as de Bull nu all de Tung´ruutstreckt, dunn seggen se: &amp;quot;Oh, nu lickmünd´t he all!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower un ehr Arwten-Acker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Een Teterowsch Buer, dee het sien Acker dicht bie ´n Hoff hatt. Un dor hett he nu Arwten seigt hatt. Un eenes Dags süht he nu den Adebor in de Arwten stahn.&lt;br /&gt;
:Un dunn röppt he oewer sienen Knecht: &amp;quot;Jehann, kumm mal her! Gah doch dor mal hen un jag´den Adebor ut de Arwten, de perrt uns jo de Arwten all dal!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Jehann löppt je nu ok hen.&lt;br /&gt;
:Un as he nu in de Arwten is un den Adebor wegjagt het, dunn röppt de Bur: &amp;quot;Jehann, stah rein still! Du perrst jo mihr dal as de Adebor! Wi warden di ruutdragen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dunn haalt he sick noch dree Mann to mit ´ne Börg´. Un dor laden se Jehannen up un dragen em nu mit vier Mann ut de Arwten ruut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===De Teterower laten nen Aal versuupen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Teterowschen hebben Solthiring äten, un dee het ehr so schön schmeckt. Un dunn hebben se seggt, se möten de oewrigen mal in´n Diek insetten. :Un wenn se denn wedder eens Apptit up Hiring kriegen, denn fischen se sick wedder weck rut.&lt;br /&gt;
:Nu kriegen se eens wedder Apptit un fischen nu. Se trecken eenmal dörch mit´t Netz. Keenen in! Se trecken noch eens dörch - un dunn hebben se´n bannigen groten Aal in.&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Aha&amp;quot;, seggen se sich dunn, &amp;quot;dat is deejenig&amp;quot;, de uns de Solthiring üpfräten het. Dee möt´n schweren Dod starben!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:De een seggt: &amp;quot;Den willst w´verbrennen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nee&amp;quot;, seggt de anner, &amp;quot;de Dod is to leicht!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Denn seggt noch eener:&amp;quot;Denn willen ´w em doch versööpen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dor pflichten s´nu all bie un führen nu mit´n Kahn bet up de Mitt von den Diek, wo´t an´n deepstenis. Un dor schmieten´s em rin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Teterowsche Solt- un Flaßfeld===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Dei Teterowschen hebben eins allerhand Ort Samen utse´t. Nah verlopen Tiet gahn dei Ackerbörgers rut, sei willn dei Saat beseihn. :Up dei Stell, wo sei Solt sei´t hebben, steiht luter Hirrernettel; dei brennt jo so scharp. Dor licken sei all eins an un verbrennen sick dei Tungen. &amp;quot;Oh, wo schön scharp is dat Solt&amp;quot;, hebben sei dor meint.&lt;br /&gt;
:Nahst kamen sei bi dat Flaß - dat bläuh´t jo so blag. Dor denken sei, dat is Water, un leggen sick hen und swemmen dor dörch. As sei dörch sünd, willn sei nahtellen, ob ok ein in versapen is. Nägen sünd sei wäst. Dei Börgermeister tell´t jo nu: &amp;quot;Dit bün ick, un Du büst dei ihrst ...&amp;quot; So kamen jo man acht rut. Nu geiht dat Söken jo los - sei hebben all den ganzen Flaß daltreckgt - dor kümmt dei Kauhhirere vörbi. &amp;quot;Holt,&amp;quot; seggt dei Börgermeister, &amp;quot;Nu willn wi noch eins nahtellen, woväl wi sünd. Jeder stippt nu sin Näs´hiere in dissen Kauhfladen; denn tellen wi naher dei Löcker.&amp;quot; Dor sünd dat nägen Löcher wäst. So hebben sei dat rutkrägen, dat sei doch keinen verloren hebben.&lt;br /&gt;
:(Rust/Neumann Nr.138)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Galgen nur für Teterower===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Der Teterower Galgen.jpg|thumb|rechts|Der Teterower Galgen]]&lt;br /&gt;
:-In Teterow hett eens ´n Spitzbow´hängt warden süllt, aewer de Börgers willen dor keen grote Kosten von hebben.&lt;br /&gt;
:Dor hebben se den Deef fif Dåler gäben un em  seggt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Måk, dat du wegkümmst, un låt di uphängen, wo du wißt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:-De Malchiner hebben keenen Galgen hatt, un as se eens eenen hebben uphängen wullt, hebben se em nåh Teterow schickt, dee hebben em hungen.&lt;br /&gt;
:Dat is nu aewer de Teterowschen schimpflich wäst, dat en Malchiner an ehren Galgen bummelt hett. Dorüm hebben se´n nigen Galgen bugen låten un båben anschräben:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Nur für Teterower.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Börgermeisters Duben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:De Börgermeister von Teterow hett eens åbends den Stadtdeener nåh´n Durwächter henschickt.&lt;br /&gt;
:He süll dat Dur noch nich tomåken, sin Duben wiren noch nich to Hus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dat Pierei===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Teterow Das Pferdeei.jpg|thumb|rechts|Das Pferdeei]]&lt;br /&gt;
:Ein Güstrower Ackerbürger harr eins ´ne bannig grote Körbs in sinen Goren. &lt;br /&gt;
:Dor denkt hei so bi sick in sinen Sinn:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wißt di ´n Spaß maken un nah Teterow führen,&lt;br /&gt;
:son Ding heben dei gewiß noch nich seihn.&amp;quot; Hei führt hen un höllt up´n Markt.&lt;br /&gt;
:Dor kümmt ´n Börger an:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;wat´s dat för´n Ding?&amp;quot; &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Dat is ´n Pierei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Lett sick dat ok utsitten?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wolang´duert dat Sitten woll?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, ´ne Gaus sitt jo vier Wochen, hei hett jo tau-Bein;&lt;br /&gt;
:Din Tehnen sünd jo apen, Du sittst man drei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na, kann ick dor ok eins von afgahn?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ne, Du mößt ümmer wiß up sitten, süß verküll´st Du dat Ei.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je, wo möt ick denn hengahn to´n Bröden?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Wo de Sünn recht warm schient, baben up de Spitz von denn´ Heidbarg, dor is´t am besten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Je wenn mi dat sitten man nich aewer ward.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Oh, Du hest jo ne Fru, dei is am Enn noch´n bäten bäter befeddert as Du, dei kann Di jo aflösen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dit´s jo gaut. &lt;br /&gt;
:Dei Börger betahlt´n schönen Pris för dat Pierei, un dat Bröden kann losgahn.&lt;br /&gt;
:As hei vierteihn Dag säten un sin Fru em ümmer wat to äten bröcht hett, frögt sin Fru em: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Na Vadding, ward di dat sitten ok all aewer?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Mudding, dat is doch ´n swer Stück,&lt;br /&gt;
:lös Du mi mal eins af.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Ja Vadding, nimm Du denn ´Pott man mit nah Huus, ick will woll dirs´Woch sitten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Sei sitt fief Dag´, dor kihrt sei dat Pierei eins üm.&lt;br /&gt;
:Dei Körbs ward jo all gäl,&lt;br /&gt;
:Sei denkt nu möt´t doch bald apen kamen.&lt;br /&gt;
:As dei drei Wochen vull sünd, kiehrt sei dat Ei wedder üm,&lt;br /&gt;
:sei legt´t Uhr up,&lt;br /&gt;
:ne, dor let sick nicks hüren.&lt;br /&gt;
:Bi dit hantieren stött sei unverwohrens mit dei Bein an dei Körbs.&lt;br /&gt;
:Dei grote Körbs trünnelt denn´Barg run un löppt gegen´n Stein.&lt;br /&gt;
:Dor hett nu grad´´n Has´achter lägen,&lt;br /&gt;
:dei verfiert sick un löppt weg.&lt;br /&gt;
:Dor denkt dei Fru, dat is dat Fahlen, wat sei utsäten hett, un röppt:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Huhusching, büst du den dow un blind! Kennst du Din egen Mudder nich?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)==&lt;br /&gt;
* [[De Teterowsch Scheper (ut Tarnows Buurkäwers)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;)==&lt;br /&gt;
* [[Von den ollen Blüchert (ut Fritz Reuters &amp;quot;Läuschen un Rimels&amp;quot;) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Plattdeutsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=109263</id>
		<title>Teterow fortlaufende Chronik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=109263"/>
		<updated>2024-03-26T06:56:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Das Teterower Stadtmuseum */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterows Geschichte als Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Steinzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Steinkiste&lt;br /&gt;
Die Steinkiste befindet sich im Hohen Holz. 1902 wurde sie bei Fällarbeiten entdeckt. Ein 18 m langer und 7 m breiter Hügel bedeckte die Steinkiste. Bei der Ausgrabung durch Bürgermeister Dr. Franz von Pentz fehlte bereits der Deckstein. Die Kammer ist 1 m lang und 0,8 m breit und war von einer Rollsteinpackung umgeben. Sie enthielt einige Scherben von Tongefäßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Großsteingrab&lt;br /&gt;
Das Großsteingrab befindet sich an der Chaussee nach Rostock. Der Deckstein enthält kleine, runde Vertiefungen (&amp;quot;Schälchen&amp;quot;), die mit kultischen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Ein weiterer Deckstein hat sich in die Kammer gesenkt. Bürgermeister Dr. Franz von Pentz hat hier einen Hohlmeißel, ein dicknackiges Beil, Keramik und Skelettreste ausgegraben, 1907 ließ er die Anlage mit Eichen einfrieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;3.Jahrtausend v.u.Z.&lt;br /&gt;
:Besiedlung der Insel im Teterower See&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Bronzezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzegeräte von Teterow&lt;br /&gt;
:Am 12. Dec. 1859 wurden zu Teterow vor dem rostocker Thore beim Planiren des Terrains neben dem Friedhofe von dem Herrn Maurermeister Pohlmann zu Teterow gefunden:&lt;br /&gt;
:2 Handbergen aus Bronze und&lt;br /&gt;
:2 spiralcylindrische Armringe, mit leichtem edlen Rost, vollständig erhalten, jedoch alle beim Herausnehmen zerbrochen, und vom Burgemeister und Rath der Stadt Teterow geschenkt&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1861&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hifthorn von Teterow&lt;br /&gt;
:Beim Ausmodden eines Sumpfes auf der Feldmark der Stadt Teterow ward ein Hifthorn aus Bronze gefunden, durch den Herrn Inspector Beneke zu Pampow bei Teterow erworben und von diesem dem Vereine zum Geschenke gemacht. Dieses interessante Stück des Alterthums bildet ein Seitenstück zu dem merkwürdigen Hifthorn von Wismar, welches im Jahresbericht III, S. 67 flgd. beschrieben und abgebildet ist; es hat nicht die interessanten Gravirungen des wismarschen Hornes, aber dieselben Verzierungen, und stammt mit diesem ohne Zweifel aus derselben Zeit. Auch hat das teterowsche Horn eine andere Einrichtung, indem es aus Einem Stücke, das wismarsche aber aus drei Stücken besteht und nur zum Beschlage eines natürlichen Hornes gedient hat.&lt;br /&gt;
:Das Horn von Teterow ist aus Bronze aus Einem Stücke gegossen. Es bildet das Mundstück und den mittlern Theil des Ganzen; die Schallmündung ist aus natürlichem Horn oder Metall angesetzt gewesen, wie die Nietlöcher am Ende beweisen. Das Ganze ist etwas gekrümmt, wie das wismarsche Horn, in grader Richtung 12&amp;quot; lang und am weiten Ende 3&amp;quot; im Durchmesser. In Entfernungen von ungefähr 1 1/4&amp;quot; ist es 9 Male durch zwei neben einander stehende, erhabene Reifen in 9 Felder getheilt; die Reifen sind mit eingravirten Schrägelinien verziert. Die Reifenpaare sind an beiden Seiten durch die bekannten, kleinen, mit Stempeln eingeschlagenen Dreiecke begrenzt; diese einer gewissen Zeit der Bronze=Periode eigenthümliche Verzierung ist durchaus charakteristisch, überall gleich und findet sich öfter. Durch diese Verzierungen steht das teterowsche Horn dem wismarschen in der Zeit ohne Zweifel gleich. Hat auch das teterowsche Horn weiter gar keine Verzierungen, so ist es doch im Charakter dem Mundstücke des wismarschen Hornes (abgebildet Lithographie zu Jahresber. III, Fig I.) völlig gleich. Auf dem 7ten Doppelreifen vom Mundstücke und dem 3ten von der Schallöffnung sitzt ein angegossener Ring zur Aufnahme einer Schnur.&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1848&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Scherbenfund in der Schulstraße&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen von Versorgungsleitungen entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks in der Schulstraße Scherben aus der Bronzezeit.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 07.10.2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzezeitliche Siedlung und Gräberfeld am Erlenbruch&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen einer Versorgungstrasse zwischen Erlenbruch und Stadtrandsiedlung stieß Stefan Benesch auf ein bronzezeitliches Gräberfeld mit Scherben und Leichenbrand. In der Nähe Reste von drei bronzezeitlichen Häusern.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 09.11.1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Eisenzeit==&lt;br /&gt;
;Wohnstätten&lt;br /&gt;
:Gefunden 1905&lt;br /&gt;
:In festem Boden, fast 2 m tief, massenweise Scherben, dabei auch Tierknochen und Brandschichten. Genaueres über die Anlage war nicht festzustellen&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Grab am Pudelberg 1905&lt;br /&gt;
:Auf dem Pudelberge in einer flachen, sandigen Kuppe mit Lehmmergelstreifen. Grab, dessen Grund 1,75 m tief rechteckig 2,70 X 2,90 m, eingefasst mit einer Steinnmauer von 0,90 m. Der Grund mit Steinen abgedeckt; auch über der Bestattung kleine Steinabdeckung und Quermauer; Holzspuren weisen auf eine Holzüberdeckung; von den Bestatteten (zwei, N - S) nur Spuren; die Zugehörigkeit der Beigaben nicht genau bestimmbar; anscheinend östliche Leiche: Schwert am Oberkörper, links in der Kopfgegend Glasgefäss und Tonbecher, zu Füssen Bronzeschale mit Buckelrand; zwischen der östlichen und westlichen Leiche in der Kopfgegend Würfel und Spielstein; westliche Leiche: rechts in der Halsgegend Pfeilbündel, zu Füssen Bronzegefäss&lt;br /&gt;
:Schwert: Das prächtige Stück steckt in einer Holzscheide, die mit einem erhabenen Mittelgrate verziert ist. Die Länge der Klinge beträgt 91,5 cm, die Breite oben 5,5, unten 4,5 cm. Die Scheide wird abgeschlossen durch einen halbrunden Silberbeschlag, an dem eine reich gemusterte überfassende Zwinge (Ortband) aus Silber z. T. vergoldet, und mit Niello verziert angebracht ist. Der Griffteil besteht aus einer flachen Griffangel, darüber geschoben eine spitzovale Parierplatte von 10,5 cm Länge. Vom Griff selbst ist leider nichts erhalten, als einige Holzspuren. Als Scheidenbeschlag wird gedient haben ein Stück Silberblech, welches sich der Wölbung der Scheide anpasst, ein silbernes Band, welches wohl den oberen Scheidenabsatz umfasst (Mundstück), und kleine Silberstreifen, vielleicht auch kleine runde Glasscheiben in einen Bronzering gefasst, von denen Bruchstücke erhalten sind.&lt;br /&gt;
:Pfeilspitzen: ein ganzes zusammengerostetes Bündel, mindestens 15 Stück, mit Holzschaft, stark, dreikantig, mit eingezogenen Seiten, 4,5 cm lang,&lt;br /&gt;
:Knochenwürfel: die Zahlen anders verteilt wie heute üblich 1:3, 2:5, 4:6,&lt;br /&gt;
:Spielstein: ein kleiner konischer Spielstein aus Knochen&lt;br /&gt;
:Glasgefäss: Bruchstücke eines Trinkbechers, sehr dünnes, farbloses Glas, belegt mit langgezogenen Glasfäden, welche oben und unten im spitzen Winkel zusammenlaufen und die Spuren der Vergoldung zeigen, der Rand leicht verstärkt, die Mündung etwa 10 cm weit; Reste eines nach aussen geneigten Fusses, Höhe etwa 18 bis 20 cm&lt;br /&gt;
:Bronzekessel: mit flachgewölbtem Boden, scharfer, tiefliegender Bauchkante, eingezogenem Oberteil, nach aussen gebogenem Rande, zwei fast dreieckign Henkelösen, Henkelband mit Strichverzierungen und aufgebogenen Enden. Innere Weite 26,5 cm, Randbreite 1 cm, Höhe 15,5 cm,&lt;br /&gt;
:Bronzene Schale mit gebuckeltem Rande: Wandung leicht nach innen geschweift, runde Standfläche aus nach aussen gebogenen Blechreifen, der Rand ausgebogen und mit von innen getriebenen Buckeln verziert. Innere Weite 26 cm, Randbreite 2 cm, Höhe 11 cm.&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gräberfeld der Germanen in der Niendorfer Furt&lt;br /&gt;
:Bei der Erweiterung eines Gewerbegebietes wurden durch Bodendenkmalpfleger Roland Ducks germanische Urnen mit Durchmessern zwischen 16,5 und 11 cm gefunden.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.10.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Germanischer Siedlungsplatz auf dem Sportplatz des Gymnasiums&lt;br /&gt;
:Bei Erdarbeiten auf dem Sportplatz des Gymnasiums entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks Keramiken und eine Reibplatte - zum Ausmahlen von Getreide.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.07.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Slawenzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6./7. Jahrhundert n.Ch.&lt;br /&gt;
:Slawische Einwanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;vom &#039;&#039;&#039;9. bis zum 12. Jahrhundert&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:existierte auf der heutigen &amp;quot;Burgwallinsel&amp;quot; im Teterower See eine in drei Bauperioden errichtete bedeutenden slawische Burganlage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Burgwall===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zusammenfassung der Grabungsergebnisse (Fundbeschreibung) von 1950 bis 1953:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf eine bestehende offene Siedlung folgten vom Ende des 9. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts drei Burgphasen.&lt;br /&gt;
:Eine 750m lange Brückenanlage verband die Burgwallinsel mit dem Festland.&lt;br /&gt;
:Sie bestand aus senkrechten Pfosten und schrägen Stützen, auf denen vierkantige Träger auflagen.&lt;br /&gt;
:Die Einzeljoche waren durch locker auf die Träger gelegte Unterzüge verbunden, auf denen die Bohlen lagen, die zusätzlich durch Rödeleisen verbunden waren und ein Geländer trugen.&lt;br /&gt;
:Die Brücke, für die ebenfalls drei Bauphasen nachzuweisen waren, traf im Süden vor dem 4m hohen Abschnittswall der 1,2 ha großen Vorburg auf die Insel.&lt;br /&gt;
:Ein zweiter Wall trennte Vor- und Hauptburg von einander. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der auf einer natürlichen Anhöhe gelegenen 0,6 ha großen Burg mit einer Innenfläche von 25 x 50 m ist durch Gruben, Teilen von Hauspflastern, Herdstellen und Backöfen nachgewiesen.&lt;br /&gt;
:Sie zeigte in der Hauptburg dicht Bebauung, in der Vorburg nur entlang der Wälle.&lt;br /&gt;
:Der Wall war in der ersten und zweiten Phase in Kastenbauweise errichtet, während der dritten Phase nur aus einer Palisade mit Planken, die die Vorderfront verstärkten bestand.&lt;br /&gt;
:Während es in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts, also nach der ersten Besiedlungsphase, zu einer Brandzerstörung kam, wurde die Burg schließlich im 12. Jahrhundert friedlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
:Bei den Funden überwiegt wendische Keramik der Menkendorfer Gruppe und Knochen.&lt;br /&gt;
:Keramikfunde der Teterower Gruppe werden dagegen in das 11. und 12. Jahrhundert datiert, bei der der Fundort beim Teterower Burgwall anmengebend für den Typ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Aus Archäologie folgt Korrektur der gängigen Geschichtsschreibung===&lt;br /&gt;
;Zu nachfolgend angeführten Quellen ist der Hinweis erforderlich, das die Mehrheit heute tätiger Historiker die Meinung vertritt, das es sich bei der Teterower Burganlage wohl eher nicht um die in frühen Quellen genannte Burg Othimars handelt und diese mehrheitlich mit der wendischen Burganlage von Behren-Lübchin in Verbindung gebracht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen vor den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514905980.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (2) Rudolf Asmus Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 1928 S.1-5 (&#039;&#039;&#039;Teil 1 ist 1926 in der Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; erschienen!&#039;&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906111.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (3)  Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (3.) Fortsetzung Rudolf Asmus. - In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 2, S.9-11]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906332.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (4.) Schluß Rudolf Asmus In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 3, S.17-19 ]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513452567.pdf Frühgeschichtliches und Vorgeschichtliches vom Teterower See Rudolf Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.354-359]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen während und nach den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Ein vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1950/51&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Landesamt für Denkmalpflege Schwerin (Hg.) &amp;quot;Denkmalpflege in Mecklenburg Jahrbuch 1951/52&amp;quot; S. 198 - 212, Sachsenverlag Dresden o. J.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Slawische Töpferei in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Volksdruckerei Ludwigslust 1964&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Der Holzbau bei den nordwestslawischen Stämmen vom 8. bis 12. Jahrhundert&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow (1950 - 1953) Forschungen auf einer slawischen Burg im See&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Gralow, Klaus-Dieter / Stange, Hartmuth (Hg.) &amp;quot;Ewald Schuldt - Archäologische Expeditionen im eigenen Land (1950 - 1984)&amp;quot; S. 7 - 48, Stock &amp;amp; Stein Verlag Schwerin 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1952/53&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin (Hg.) &amp;quot;Jahrbuch für Bodendenkmalpflege in Mecklenburg 1953&amp;quot; S. 84 - 107, Petermänken-Verlag Schwerin 1955&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow - Ein slawischer Burgwall in Mecklenburg&amp;quot; (Text- und Beilagenband)&lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1963&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1235&lt;br /&gt;
:Teterow ( slaw. &amp;quot;Birkhahnort&amp;quot;) erhält Stadtrecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Hoffmann : &lt;br /&gt;
Die Gründung der Stadt Teterow &lt;br /&gt;
In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 138-139 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit Penzlin ist die Reihe der Werleschen Städte, von denen uns Stiftungsbriefe erhalten sind, abgeschlossen. Man muß sich daher darauf beschränken, die Entstehung der übrigen Städte der Herrschaft Werle aus späteren Zeugnissen aufzuklären und ihr ungefähres Alter zu bestimmen. &lt;br /&gt;
:Teterow ist die Stadt, die uns in dieser Gruppe am frühesten als solche begegnet. &lt;br /&gt;
:Die Stadt liegt zwischen Güstrow und Malchin am Fuße der Heidberge. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1272 wird die Stadt zum erstenmal erwähnt (M.U.B. II, 1261). &lt;br /&gt;
:Anscheinend hat sie jedoch damals schon einige Zeit bestanden. &lt;br /&gt;
:Denn in diesem Jahr wird der Stadt das Dorf Baudorf mit 43 Hufen von Nikolaus von Werle verliehen. &lt;br /&gt;
:Diese Verleihung deutet darauf hin, daß der Stadt ihre bisherigen Besitzungen nicht mehr genügten, und wir können damit zugleich auch schon auf eine gewisse Blüte der Stadt schließen. &lt;br /&gt;
:Ferner erkennen wir auch aus derselben Urkunde des Jahres 1272, daß Teterow bei seiner Gründung durch Nikolaus von Werle Schweriner Stadtrecht verliehen wurde. &lt;br /&gt;
:Denn es heißt in ihr, daß die Ratmänner für sich den Friedensschilling benutzen sollten (Consules etiam suis vsibus pacis denarios usurpabunt). &lt;br /&gt;
:Da dieses Teterower Ratsprivileg genau dem des Schwerin-Güstrower Rechts entspricht, so können wir daraus schließen, daß auch sonst Schweriner Recht in Teterow galt. &lt;br /&gt;
:Ob damals, als die Stadt gegründet wurde, noch andere Siedlungen hier vorhanden waren, wissen wir nicht. &lt;br /&gt;
:Anscheinend ergibt sich aus der slawischen Namensform Teterow, daß hier einst ein slawisches Dorf vorhanden war. &lt;br /&gt;
:Vielleicht war Teterow auch der Name für den wendischen Burgwall, der noch heute auf der Insel im Teterower See erhalten ist. &lt;br /&gt;
:Schmaltz behauptet, daß das Teterower Kirchspiel bereits um 1226 gegründet worden ist (M.J.B. 73, S. 46). &lt;br /&gt;
:Es handelt sich dabei jedoch nur um Vermutungen. &lt;br /&gt;
:Reifferscheid hat die Entstehung der Teterower Kirche nach ihrem Stil erst in die Zeit um 1270 angesetzt (Reifferscheid a. a. O. S. 147 ff ). &lt;br /&gt;
:Die Stadt ist, wie aus dem Stadtplan hervorgeht, eine Gründung aus frischer Wurzel ( Plan der Stadt Teterow &amp;quot;fecit Teterow, 26. 2. 1753, Christian Adolf Reinhard, Senator&amp;quot;, im Besitz der Stadt Teterow ). &lt;br /&gt;
:Bereits Fritz hat auf den Teterower Grundriß als Beispiel eines Kolonial-Stadtplans hingewiesen (Fritz a. a. O. S. 27). &lt;br /&gt;
:Unter den sechs Ratmännern, deren Namen uns im Jahre 1288 genannt werden (M.U.B. III, 1959), ist anscheinend einer ein Slawe gewesen. &lt;br /&gt;
:Von den sechs Ratmännern sind drei als Deutsche anzusprechen, während wir bei den übrigen drei ihre Nationalität an ihrem Namen nicht erkennen können. &lt;br /&gt;
:Nach dieser Ratsherrnliste vom Jahre 1288 scheint die Zusammensetzung der frühesten Teterower Bevölkerung überwiegend deutscher Herkunft gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1250&lt;br /&gt;
:Teterow entstand in der Nähe einer einstigen wendischen Burganlage im Teterower See.&lt;br /&gt;
:Es ist unbekannt wann Teterow genau entstanden ist. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1272.&lt;br /&gt;
:Da der Baubeginn der Stadtkirche bauhistorisch auf die Zeit um 1280 gelegt werden kann, ist davon auszugehen, dass die Verleihung der Stadtrechte um 1250 erfolgten.&lt;br /&gt;
:Als offizielles Gründungsjahr wird jedoch seit dem 18. Jh. 1235 benannt. Dies entbehrt jedoch jeglichen Beweises und basiert lediglich darauf, dass Malchin nachweislich 1236 die Stadtrechte verliehen bekommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1272&lt;br /&gt;
:erste urkundliche Erwähnung Teterows &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;14.Jh.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde (wohl zur Zeit seiner größten Bedeutung) befestigt und erhielt seine schönen gotischen Stadttore. &lt;br /&gt;
:Fertigstellung der Stadtkirche St. Peter und Paul&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1316 &lt;br /&gt;
:Teterow kommt an die Herrschaft Werle-Parchim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1374 &lt;br /&gt;
:an die Herrschaft Werle-Güstrow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1436 &lt;br /&gt;
:Die Stadt kommt an das Haus Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reformation und Nachreformationszeit in Teterow (1517 bis 1648)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1540&lt;br /&gt;
:Beginn der Reformation in Teterow&lt;br /&gt;
:Entsprechend des Vermögens der Teterower Kirche verlief die Reformation nicht ohne Wiederstände, die Kalandsbrüderschaft mußte sogar aufgelöst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hexenprozesse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632&lt;br /&gt;
:erster großer Stadtbrand vernichtet ein Viertel aller Fachwerkhäuser, was den allgemeinen Niedergang Teterows beschleunigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1650&lt;br /&gt;
:Die Stadt hat nach dem 30-jährigen Krieg nur noch rund 300 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1680&lt;br /&gt;
:Pastor Felix Fiedler stiftet den Ertrag aus der Verpachtung von Äckern und Gärten zur Unterstützung armer Schulkinder (heutiger Schulkamp)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:G.S.C. Kirchhoff - Entdecker des Stärkezuckers - wird in Teterow geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur Reichseinigung (bis 1871) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:Edikt zur Aufhebung der Leibeigenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1836&lt;br /&gt;
:Teterow bekommt eine hölzerne Quellwasserleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1848&lt;br /&gt;
:Johann Heinrich von Thünen wird erster Ehrenbürger von Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1850&lt;br /&gt;
:Große Cholera-Epidemie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Die Stadt bekommt eine Telegraphenverbindung zu den Nachbarstädten Güstrow und Malchin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Auflösung der Zünfte und Gewerbefreiheit in ganz Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1918 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Dr. jur. Franz von Pentz wird Bürgermeister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1881&lt;br /&gt;
:Hermann Carl Friedrich Pogge wird zweiter Ehrenbürger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1894&lt;br /&gt;
:William Mantle, geborener Engländer und Gaswerksdirektor wird dritter Ehrenbürger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Einweihung des Rathauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Einweihung des Hechtbrunnens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1945 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1927&lt;br /&gt;
:Errichtung des Ehrenmals in den Heidbergen&lt;br /&gt;
:Bau des Wendenkruges auf der Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1929&lt;br /&gt;
:Mit der Einrichtung der Kurbelfähre ist die Burgwallinsel ständig erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Mit dem ersten Rennen wird der Bergring in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==SBZ und DDR bis 1990 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1950-1953&lt;br /&gt;
:Tiefgründige Untersuchung der Burgwallinsel im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungskampagnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;17.06.1953&lt;br /&gt;
:während des Volksaufstandes in der DDR kommt es auch in Teterow zu Demonstrationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1977&lt;br /&gt;
:Inbetriebnahme der neuen Seilzugfähre zur Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1981&lt;br /&gt;
:Hochwasser in Teterow  nach sintflutartigen Regenfällen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:Gründung des Heimatbundes - erste Vereinsgründung nach der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
:Die Verwaltung der Stadt zieht wieder in das Rathaus ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==die heutige Zeit in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001&lt;br /&gt;
:Die Barkasse &amp;quot;Regulus&amp;quot; unternimmt nach Versenkung 1945, Hebung mehr als 50 Jahre danach und anschließender Restaurierung, ihre erste Fahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Arena am Kellerholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Religionsgemeinschaften in Teterow==&lt;br /&gt;
:Die Gründung und Entwicklung der Stadt Teterow ist eng verbunden mit dem Wirken der römisch-katholischen Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Das zeigt das heute noch das Stadtbild dominierende Gebäude der St. Peter und Pauls Kirche an zentraler Stelle der neu gegründeten Stadt.&lt;br /&gt;
:Im Teterower Stadtbuch von 1665 - 1777 findet sich ein Hinweis, dass es in Teterow mehrere Kirchen und Kapellen sowie ein Filialkloster gegeben hat, die aber alle nach der Reformation verschwunden sind. Ihre genaue Lokalisierung ist heute kaum noch nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wird in Mecklenburg, zuerst in den größeren Städten, nach der Lehre Luthers gepredigt. Etwa 1530 wird auch in Teterow erstmalig lutherischer Gottesdienst abgehalten.&lt;br /&gt;
:1541 wird in Teterow Joachim Mesekow als festangestellter evangelischer Prediger genannt. Auf dem Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg wurde am 20. Juni 1549 offiziell die Einführung der Reformation in Mecklenburg verkündet. Das Datum gilt als Geburtstag der evangelischen Landeskirche. Die römisch-katholische wurde vollständig zurückgedrängt und spielte auch in Teterow über Jahrhunderte keine Rolle mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde===&lt;br /&gt;
:Zum Ende des 19. Jahrhunderts zeigt der Chronist der evangelischen St. Peter und Pauls Kirchengemeinde folgendes Bild auf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Zahl der Gemeindeglieder betrug nach der Zählung vom Dezember 1890: 7005 - nämlich 4781 Erwachsene, 2224 Kinder.&lt;br /&gt;
:Die Gesamtzahl der Einwohner des mit der Kirchengemeinde identischen Standesamtsbezirks Teterow betrug 7287, als waren 282 Personen nicht lutherischer Konfession, nämlich in der Stadt Teterow 74 Juden, 150 Katholiken und 1 Reformierter, außerdem 57 nicht lutherischer, wohl meistens katholischer Einwohner auf dem Lande.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Zur Kirchengemeinde Teterow gehörten Groß Roge, Klein Roge, Mieckow, Pampow, Groß Köthel, Klein Köthel und Grambzow.&lt;br /&gt;
:Als Schulaufsicht in den öffentlichen Schulen fungierten die beiden Pastoren des Pfarrbereiches.&lt;br /&gt;
:In Teterow waren das die lateinlose Realschule II. Ordnung mit 8 Lehrern und ca. 150 Schülern und die Bürger- und Volksschule mit 18 Lehrern und ca. 1050 Schülern, in Groß Roge die 2-klassige Domanialschule, in Groß Köthel die ritterschaftliche Schule im Verbund mit Klein Köthel und Grambzow, in Pampow eine ritterschaftliche Schule.&lt;br /&gt;
:Die Kinder aus Mieckow gingen nach Appelhagen, das zur Kirchgemeinde Thürkow gehörte. Die 1892 eingerichtete Gemeindepflege wurde von den Diakonissen verwaltet und der Dirigent des tödtischen Armenkollegiums war einer der beiden Pastoren.&lt;br /&gt;
:Zum Gemeindeleben gehörten auch die Anstalten der Inneren Mission und die geistlichen Vereine. Dazu zählten die Herberge zur Heimat in der Malchiner Straße seit1887, der 1899 gegründete christliche Männer- und Jünglingsverein, der Posaunenchor und seit 1900 der hiesige Lehrlings-Verein.&lt;br /&gt;
:Die im eigenen Haus auf dem Schulkamp 1888 gegründete Kleinkinderschule wurde von einer Diakonisse aus dem Stift Bethlehem geleitet.&lt;br /&gt;
:Im ebenfalls 1888 gegründeten Krankenhaus waren drei Diakonissen als Krankenschwestern tätig.&lt;br /&gt;
:In allen Einrichtungen und Vereinen waren die Pastoren in den Vorständen bzw. in der Leitung vertreten.&lt;br /&gt;
:Am 4. Dezember 1902 nahm der Landtag in Malchin die Verordnung betreffs die öffentliche Religionsausübung der reformierten und der römisch-katholischen Kirche in beiden Ständen an.&lt;br /&gt;
:Es wurde jedoch zur Bedingung gemacht, dass den Ständen eine landesherrliche Zusicherung erteilt werde, dass die Niederlassung von katholischen Orden und die Zulassung von Kongregationen und anderen Religionsgemeinschaften nur mit Zustimmung der Stände genehmigt werde, während von der Ritterschaft nur eine entsprechende Bitte an den Landesherren beschlossen wurde. (Teterower Nachrichten vom 6. Dezember 1902)&lt;br /&gt;
:Die protestantische Kirchengemeinde blieb weiterhin die größte und bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Stadt und spielte im gesellschaftlichen Leben eine herausragende Rolle, wie etwa bei der Weihe des neuen Friedhofs am 25. November 1908 oder der Einweihung des neuen Rathauses am 20. November 1910.&lt;br /&gt;
:Der Beginn und Verlauf des 1. Weltkrieges brachte auch für das Leben in der Kirchengemeinde enorme Belastungen. Zu Beginn der Mobilmachung kam es zu vermehrten Taufen und Kriegshochzeiten.&lt;br /&gt;
:Am 11 August 1914 fand im Rathaus eine Zusammenkunft statt, in der man über Möglichkeiten der Unterstützung der Kriegerangehörigen in Teterow beriet. Nach einem Plan, der von Pastor Schumacher nach Beratung mit dem Bürgermeister ausgearbeitet worden war, wurde in der Stadt die Kriegshilfstätigkeit organisiert.&lt;br /&gt;
:Im November 1914 kamen die ersten verwundeten Soldaten in das neu eingerichtete Lazarett. Durchschnittlich 50 Verwundete erhielten hier ihre ärztliche Behandlung und hilfreiche Betreuung durch Mitglieder der Kirchengemeinde. Am 7. März 1919 wurden mit einer kleinen Abschiedsfeier die letzten Patienten in ihre Heimatorte entlassen.&lt;br /&gt;
:Am 14. November 1914 trafen in der Stadt etwa 500 ostpreußische Flüchtlinge ein, die wegen des Einmarsches russischer Truppen ihre Heimat verlassen mussten. Sie wurden zum Teil von Familien in ihren Wohnungen aufgenommen, zum Teil aber auch in Gaststätten und Herbergen untergebracht. Sie wurden von der Kirchengemeinde aufgenommen, erhielten aber auch Seelsorge von einem ostpreußischen Pastor, der von Schwerin aus seine Landsleute betreute. Viele der Flüchtlinge waren nur dürftig gekleidet und ohne persönliche Habe geflohen. Für sie wurde eine Kleidersammlung organisiert. Im Frühjahr 1915, die letzten Mitte April, kehrten die Flüchtlinge in ihre Heimat zurück.&lt;br /&gt;
:Zu Pfingsten 1917 mussten die Zinnpfeifen der Orgel der Kriegswirtschaft zugeführt werden und am 28. Juni 1917 musste die größte der Kirchenglocken den Weg in den Schmelzofen nehmen.&lt;br /&gt;
:Im Winter 1917 wurde die Krippe als Stiftung des Fabrikbesitzers Müller begründet. Am 14. Juni 1918 wurde sie eröffnet. Zwei Diakonissen vom Stift Bethlehem übernahmen die Leitung und Betreuung der Einrichtung. Im Vorstand des Krippenvereins war Pastor Schumacher vertreten.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende und die Abschaffung der Monarchie bracht große Umwälzungen auch im Zusammenleben der Kommune mit sich. Der entthronte Großherzog war nicht mehr Oberbischof der Landeskirche.&lt;br /&gt;
:In der Kirchenchronik heißt es, dass im Januar 1919 in öffentlichen Zusammenkünften in der Stadt die Frage der Trennung von Kirche und Staat diskutiert wurde und dies in der neuen Landesverfassung festgeschrieben werden sollte.&lt;br /&gt;
:Am 11. August 1919 trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Sie brachte die Ablösung des landesherrlichen Kirchenregiments und schuf eine grundlegende Neuordnung des Verhältnisses des Staates zu den Kirchen (Art. 136 ff.). Da den Landeskirchen das volle Selbstbestimmungsrecht zugesprochen war, machte, es sich erforderlich, möglichst schnell eine Kirchenverfassung zu schaffen. In Mecklenburg-Strelitz wurde am 20. Juni 1920 durch den verfassunggebenden Kirchentag eine Kirchenverfassung beschlossen, in Mecklenburg-Schwerin erfolgte das am 12. Mai 1921. Am 23. November 1919, dem Ewigkeitssonntag, fand eine größere Gedächtnisfeier für die Gefallenen in der Kirche statt. Im Adventsbericht des Jahres 1919 ist vermerkt: &amp;quot;Im Kampf fürs Vaterland sind im Verlauf des Krieges im ganzen , soweit bekannt, gefallen: 224, ungerechnet die Vermißten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Dezember 1920 fand die erste Beratung betreffs Errichtung einer Kriegergedenktafel in der Kirche statt und am 22. November 1922 erfolgte die Einweihung der von Teterower Handwerkern geschaffenen Gedenktafel in der St. Peter und Pauls-Kirche.&lt;br /&gt;
:Am 7. Oktober 1923 wurde in Mecklenburg eine Gedenkfeieranlässlich des 400jährigen Bestehens des evangelischen Kirchenliedes durchgeführt. Im übrigen Deutschland waren diese Feiern wegen der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse abgesagt worden. Mecklenburg feierte demnach allein.&lt;br /&gt;
:Am 10. Mai 1924 fand eine erste Beratung über die Beschaffung neuer Glocken für die Kirche im Kirchgemeinderat statt.&lt;br /&gt;
:Am 8. Juni , dem 1. Pfingstfeiertag des gleichen Jahres, wurde das neue Geläut feierlich von Pastor Schumacher geweiht und die Glocken erklangen zum ersten Mal. Die Beschaffung der Glocken, die in Torgau gegossen worden waren, wurde durch Spenden ermöglicht. Die Liste der Spender ist lang.&lt;br /&gt;
:Im Oktober 1932 übernimmt Probst Schumacher die Seelsorge für die Bewohner des Altersheimes des Amtes Malchin in der Wilhelmstrasse ((heute Niels-Stensen-Straße).&lt;br /&gt;
:Die Wahl des Kirchgemeinderates am 23. Juli 1933 brachte große Veränderungen in der Kirchgemeinde. Dazu heißt es in der Chronik: &amp;quot;Es waren 2 Listen eingereicht, die eine von &amp;quot;Evangelium und Kirche&amp;quot;, die andere von den &amp;quot;deutschen Christen&amp;quot;, nachdem eine zuvor versuchte Einigung nicht zustande gekommen war. Die erste Liste erhielt 3 Sitze, die zweite 9. Die feierliche Einführung des Kirchgemeinderates durch Pastor Romberg fand im Hauptgottesdienst des 8. p. Trin.am 6. August statt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im November 1933 wurde Pastor Plahs in sein Amt eingeführt. Er war Vertreter der Deutschen Christen und Nationalsozialist. Am 1. April 1934 übernahm er den Vorsitz im Gemeindekirchenrat.&lt;br /&gt;
:Zum Gottesdienst am 1. Mai 1934 hatte er an Stelle des Lesepultes in der Kirche ein Hitlerbild angebracht, unter dem ein Treuespruch für Hitler stand. Das Hitlerbild verdeckte das Christusbild auf dem Altar für den Mittelgang.&lt;br /&gt;
:Die Deutschen Christen wollten den Nazismus und Faschismus im Christentum durch Erneuerung ihrer Kirche verkörpern. Der Naziideologie folgend, lehnten fanatische Pastoren das alte Testament als jüdisches Glaubensbekenntnis ab, und es wurde offen in der Kirche faschistisches Gedankengut gepredigt.&lt;br /&gt;
:Es kristallisierte sich aber in den Jahren heraus, dass der Staat das Christentum von Grund auf abzulehnen begann.&lt;br /&gt;
:In der Folge kam es zu wachsenden Unstimmigkeiten zwischen den Bekenntnischristen und den deutschen Christen. Von allen Seiten wurde massiv Druck auf die zu Pastor Romberg stehenden Gemeindeglieder ausgeübt. Die Stadtverwaltung, Polizeibehörden, die Gestapo und nicht zuletzt der Oberkirchenrat versuchten, die standhaften Gemeindeglieder und den Pastor einzuschüchtern.&lt;br /&gt;
:Pastor Romberg wurde verhaftet, nach Güstrow in Untersuchungshaft gebracht, es wurden Hausdurchsuchungen vorgenommen und persönliche Dinge beschlagnahmt.&lt;br /&gt;
:Auch die Pastoren, die für Pastor Plahs nachfolgend eingesetzt wurden, versuchten die Bekenntnischristen durch massiven Druck zum Aufgeben zu zwingen.&lt;br /&gt;
:Höhepunkt der Schikanen war, dass Pastor Romberg 7 Jahre und 3 Monate die Kirche nicht betreten durfte und bei Beerdigungen verstorbener Bekenntnischristen die Glocken nicht geläutet werden durften.&lt;br /&gt;
:Jahrelang erhielt Pastor Romberg kein Gehalt. Erst auf dem Klageweg musste ihm das Gehalt von 1935 bis 1940 ausgezahlt werden.&lt;br /&gt;
:Mehrmals sollte Pastor Romberg strafversetzt werden. Er und die Gemeinde wehrten sich stets dagegen, so dass er in Teterow blieb.&lt;br /&gt;
:Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Bibelstunden, Chorproben und Auftritte und andere Veranstaltungen konnten nur im Pfarrhaus, meist unter Anwesenheit der Polizei oder Gestapo stattfinden. Häufig wurden Verbote ausgesprochen.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1942 wurden die gottesdienstlichen Räume im Pfarrhaus vom Bürgermeister beschlagnahmt und Rostocker Bürger, die nach den schweren Luftangriffen ausgebombt waren, eingewiesen. Pastor Romberg hat darauf dem Gemeindekirchenrat mitgeteilt, dass er ab sofort seine Gottesdienste wieder in der Kirche halten werde. Ab dem 14. Juni 1942 beginnt sich das Gemeindeleben zu normalisieren und allmählich wächst die Gemeinde wieder zusammen.&lt;br /&gt;
:Bis zum Zusammenbruch des faschistischen Regimes musste Pastor Romberg aber mit seiner Bekenntnischristen-Gemeinde immer wieder Behinderungen, Erpressungs- und Verleumdungsversuche durch die Deutschen Christen und Versetzungsversuche in andere Orte abwehren. Teterow war im Land Mecklenburg zu einer der standhaftesten Bekenntnischristen-Gemeinden geworden.&lt;br /&gt;
:1945 schreibt die Gattin des Pastors Romberg in der Kirchenchronik: &amp;quot;Erschütterndes Flüchtlingselend! Alle Straßen und Plätze stehen voller Trecks. Hunderte suchen im Pfarrhaus Rat u. Hilfe. Die Zeit und die Angst lähmt. Aber die Arbeit geht weiter. Bibelstunden und Singeabende werden regelmäßig gehalten. Auch der Kirchenchor übt zu Karfreitag und Ostern. Der Kirchenbesuch steigt, die Angst treibt die Menschen doch zu Gott. Judika waren es ca. 250 Mensch in der Kirche.&lt;br /&gt;
:Eingesegnet sind Palmarum 29 Kinder von Pastor Reinwald, 18 Kinder von Pastor Romberg. Am 1. Ostertag waren über 500 Menschen in der Kirche, 21 Taufen. 2. Ostertag Pastor Reinwald. Die Feinde kommen immer näher.&lt;br /&gt;
:Am 1. Mai erwarten wir die Beschießung von Teterow, denn die Stadt soll bis zum Äußersten verteidigt werden. Am 30 April mittags Tieffliegerangriff, der 15 Todesopfer forderte. In er Nacht vom 30.4. auf 1.5. wurde Teterow eingenommen.&lt;br /&gt;
:Wie die Russen beim Einmarsch hausten, ist zur genüge bekannt. Es war hier auch nicht anders. 450 Menschen, später stieg die Zahl auf 600, also 5 % der Bevölkerung, hatte sich das Leben genommen, besonders junge Frauen und Mädchen. In den ersten Wochen rissen die Beerdigungen nicht ab. 150 - 200 Menschen wurden in 2 langen Massengräbern beigesetzt.&lt;br /&gt;
:Am 13. Mai konnte wieder Gottesdienst gehalten werden. Pastor Romberg sprach über das Wort: So demütigt euch unter der gewaltigen Hand Gottes. Am 27. Juni in dem schwer heimgesuchten Kl. Roge Gottesdienst im Freien. Vieh und Lebensmittel werden weggeschleppt oder zerstört. Die Ruhr bricht aus. Bald Hungertyphus. ... Säuglingssterblichkeit ungeheuer, jede Woche sterben 6 - 10. Die Glocken hören kaum auf zu läuten. Teterow ist Quarantänegebiet. Im Oktober laufen die Beerdigungen von morgens bis abends ohne Unterbrechungen. Im November scheint die Krankheit nachzulassen. In allen Schulen sind Typhuslazarette. Im Oktober begann in Noträumen der Unterricht wieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Am 7. Januar 1947 wurde Pastor Bernhard Romberg unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und auch der Stadtverwaltung auf dem Teterower Friedhof bestattet. Er wurde nur 51 Jahre alt. Am 2. September 1927 hatte er seinen Dienst in Teterow begonnen. Als standhafter bekennender Christ hat er als Gegner des Nationalsozialismus seine Gemeinde durch schwierige Zeiten geführt.&lt;br /&gt;
:In den Zeiten der Not versuchte die Kirchengemeinde, Kranken und Bedürftigen in der Stadt zu helfen. In der Pfarrhausküche wurde gekocht und Essen ausgegeben. 1948 konnten vom kirchlichen Hilfswerk bereitgestellte Lebensmittel an Tbc-Kranke ausgegeben werden. Im August wurden vom Hauptbüro des Hilfswerkes für 70 evakuierte Sachsenkinder Lebensmittel bereitgestellt. Des weiteren wurde in der Pfarre I eine Kinderspeisung für 57 unterernährte und Tbc-gefährdete Kinder durchgeführt. Dabei erhielt die Gemeinde von der Stadtverwaltung durch Bereitstellung von Feuerungsmaterial Unterstützung. Diese Speisungen wurden bis in das Jahr 1950 fortgesetzt. Die hierfür benötigten Produkte wurden zu großen Teil durch Spenden, auch aus den Dörfern des Kirchspiels bereitgestellt. Auch von der Teterower katholischen Kirchengemeinde kamen Lebensmittelspenden.&lt;br /&gt;
:1948 kam, gerade aus Kriegsgefangenschaft entlassen, Pastor Abshagen nach Teterow. Er organisierte den Aufbau der Jungen Gemeinde in Teterow, wo sich die Teterower Kinder und Jugendlichen in 14 - 16 Kreisen wöchentlich trafen, gemeinsam biblische Themen besprachen, spielten, Ausflüge unternahmen oder auch mit dem gemeindeeigenen Boot auf den See hinaus fuhren. Die Junge Gemeinde hatte für das Leben in der Kirchengemeinde eine große Bedeutung. 1954 wurde in den Schulen für die Jugendweihe geworben. Ein Jahr darauf nehmen in der DDR 4 % der Konfirmanden an der Jugendweihe teil.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1954 predigt in der Teterower Kirche der Pastor der bayrischen Patenkirche. 1966 verlässt die Gemeindeschwester Martha Stiegler infolge ihres hohen Alters nach über 40 Jahren Stadt und Gemeinde. Sie war eine allseits bekannte und beliebte Persönlichkeit. 1967 wird in der Kirche eine Jubiläumsreihe zur Reformation zu folgenden Themen gehalten: Reformation in Mecklenburg, Luther und Müntzer im Bauernkrieg, Vortrag über die schwedische Kirche, Luthers Lebenslauf, Einfluss der Reformation auf die deutsche Kultur. Am 20.06.1976 wurde Propst Abshagen nach 28 Dienstjahren in Teterow in den Ruhestand verabschiedet. Er verzog Anfang 1977 mit seiner Frau nach Rostock, wo er im Mai 1978 verstarb. Am 13. August 1978 wurde Pastor Dr. Martin Kuske in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Eine statistische Aufzählung in der Chronik zeigt auf, dass von 1965 bis 1982 die Zahl der Gottesdienstbesuche, Taufen, Konfirmationen, Trauungen und kirchliche Beerdigungen kontinuierlich zurück gegangen ist. Im Gegensatz dazu nehmen im gleichen Zeitraum die Zahl der Kollekten, Spenden und Opfer stark zu waren es 1965 ca. 10.000 M. kamen 1982 ca. 26.000 M. zusammen. In den Jahren von 1979 bis 1982 erfolgten umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten und Um- und Ausbauten an der Kirch und den Pfarrhäusern. &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1981 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den evangelischen Kirchen und der Staatsführung um die Friedensfrage. In Teterow haben Jugendliche aus der Jungen Gemeinde die Initiative verschiedener junger Christen unterstützt, einen Wehrersatzdienst im sozialen Bereich durchzuführen. Die betreffenden Jugendlichen wurden in der EOS (Erweiterte Oberschule) zur Verantwortung gezogen. Es kam zu harten Gesprächen. Von der Schule wurde aber niemand verwiesen, aber einige dieser Jugendlichen kamen seitdem nicht mehr zu Jungen Gemeinde. Pastor Kuske schreibt in der Chronik: &amp;quot;Von der Kirche wird erwartet, dass sie sich voll und ganz hinter die Friedenspolitik der DDR, zu der eine starke Armee gehört, stellt. Wir können das aber nur in solidarischer Kritik oder kritischer Solidarität. Wir meinen, dass wir vom Evangelium her ein eigenes Wort mitzubringen haben und werden das auch in Zukunft tun.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1984 kommt es zu Besuchen und Gegenbesuchen mit der Partnergemeinde Gräfelfing. Die Partnergemeinde spendet 20.000 Dachsteine für das Kirchendach. Mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützung der Dachdeckerfirma Wille konnte damit das Süddach des Langhauses eingedeckt werden. 1989 wird dann, ebenfalls mit gespendeten Dachsteinen aus der Partnergemeinde, das Norddach mit freiwilligen Helfern und der Firma Wille erneuert.&lt;br /&gt;
:Am 6. März 1987 wurde zum 100jährigen Geburtstag der Weltgebetstagsbewegung ein Festgottesdienst durchgeführt. Dazu eingeladen sind auch katholische und evangelisch-freikirchliche Gemeindeglieder. Am 19. Oktober 1989 findet das 1. Friedensgebet mit über 500 Leuten in der Kirche statt, weitere folgen am 2. und 9. November. Am 18. Januar 1990 findet ein Friedensgebet gegen die Kampfhandlungen am Golf statt. Mitarbeiter der Kirchengemeinde führten seit März 1990 Gespräche in Schulklassen und mit Lehrern, um Misstrauen und Vorurteile gegen die Einführung eines Religionsunterrichts zu entkräften.&lt;br /&gt;
:Am 6. Januar 1991 wurde mit einem Gottesdienst die Sozialstation Teterow feierlich eröffnet. Neun Gemeindeschwestern sind seither in der Stadt Teterow und den politischen Gemeinden Alt Sührkow, Gottin, Dalkendorf, Groß Roge und Groß Wokern tätig. Sie sind von der Kirche angestellt. Am 1. Juni beendet Pastor Christian Burchhard seinen Dienst, den er im November 1985 begonnen hatte.&lt;br /&gt;
:Am 24. Dezember 1990 erklangen die ersten Register der neuen Orgel. Die Finanzierung des Orgelbaues gestaltete sich, auch wegen der Währungsunion, sehr schwierig. Am 1. September 1991 kann die neue Orgel eingeweiht werden. Das Gewölbe über der Orgel wurde renoviert. 1991 wird das Pfarrhaus, Schulstraße 2 saniert. Im Oktober d. J. wird mit der Ausmalung des 2. Gewölbes im Kirchenschiff begonnen und zu Ostern 1992 fertiggestellt. Am 16. Mai 1993 wird Pastor Burkhardt Ebel in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1993 nahmen 37 Gemeindeglieder aus Teterow und Hohen Mistorf am Kirchentag in München teil und gestalteten einen viel beachteten Ausstellungsstand mit Fotos, Zeichnungen und Dokumentationen über das kirchliche Leben in einer mecklenburgischen Kleinstadt und einer Landgemeinde. Dabei war der Höhepunkt der Besuch des Bundespräsidenten von Weizsäcker am Stand. Am 23. Februar findet die Auftaktveranstaltung zum Jahr der Familie in der katholischen Kirche statt, auf der die Pastoren Kuske und Ebel eine Dialogpredigt halten. Am 24. Mai 1994 hielt Pastor Martin Kuske den letzten Gottesdienst in der Gemeinde. Er war von der Kirchenleitung der Landesbehörde zum Landespastor für Diakonie berufen worden. Am 9. Februar 1995 schied er durch eigene Hand aus dem Leben.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wird die Restaurierung der Altarfiguren abgeschlossen und der Altar wieder vervollständigt. Im Jahr 1994 entschied die Kirchenleitung, dass in den kleinen Städten wie Teterow nur noch eine Pfarrstelle besetzt wird. Am 25. Mai 1995 wird der erste gemeinsame Gottesdienst mit der Gemeinde Hohen Mistorf (Pastorin Gudrun Schmiedeberg) auf dem Silberberg im Ortsteil Teschow durchgeführt. Am 7. Januar 1996 findet der erste ökumenische Gottesdienst zur Allianzgebetswoche in den Räumen der evangelischen Freikirche statt.&lt;br /&gt;
:Iwan Rebroff (Hans Rolf Rippert), der einige Kinderjahre in der Nachkriegszeit in Teterow verlebte und damals auch im Kirchenchor bei Frau Vichel gesungen hatte, ab am 6. August 1997 ein Konzert in der Kirche. Seine Mutter war 1948 Mitglied des Gemeindekirchenrates und für die Spendensammlungen verantwortlich. Der erste ökumenische Gemeinderat findet am 4. September 1997 statt. Die Gemeinderäte der katholischen Gemeinde, der Freikirchlichen Gemeinde und der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde treffen sich. Dem ersten kennenlernen folgt eine Beratung über gemeinsame Projekte. In den Tagen vom 9. bis 19. November 1997 wurden Andachten zur ökumenischen Friedensdekade im Wechsel der drei Gemeinden der Stadt gehalten. Zum Abschluss wurde am Buß- und Bettag ein ökumenischer Bittgottesdienst für Frieden in der Welt in der katholischen Petruskirche gefeiert.&lt;br /&gt;
:Im Rathaussaal wird am 29. Januar 1998 der Förderkreis St. Peter-Paul´s Kirche gegründet. Zum 1. März 1998 erfolgte eine kirchliche Umgemeindung der Ortschaften, Niendorf und Pampow wechselten nach Hohen Mistorf, Grambzow und Groß Köthel nach Bülow und Appelhagen nach Thürkow / Warnkenhagen. Zum Erntedankfest am 1. Oktober 1998 kann nach der Ausmalung des 3. Gewölbejoches die Kirche wieder benutzt werden. Die Arbeiten sind vor allem aus Spendenmitteln finanziert worden. Im Jahr 2000 werden die Renovierungsarbeiten an der Kirche mit der Neueindeckung der drei Norddächer fortgesetzt.&lt;br /&gt;
:Über der Tafel der Gefallenen des I. Weltkrieges wird am 29. Oktober 2000 ein Gedenkkreuz für die Opfer des II. Weltkrieges montiert. Im Januar 2001 wird mit einem Festgottesdienst das 10jährige Bestehen der Diakoniesozialstation gefeiert. Am 11. Oktober 2001 weilt auf Einladung der Chor der jüdischen Gemeinde Schwerin in Teterow. Nach einem Forum im Rathaussaal findet anschießend ein jüdisches Chorkonzert in der Kirche statt. Zum Hechtfest 2002 gestaltet die Gemeinde gemeinsam mit der katholischen und der freikirchlichen Gemeinde eine gemeinsamen Wagen und nimmt am Umzug teil. Motto des Wagens: &amp;quot;Alle in einem Boot.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Von Januar bis April 2003 finden regelmäßig Friedensgebete gegen den Krieg statt, und es wird eine entsprechende Petition verfasst. Am 15. Februar nehmen Gemeindemitglieder zusammen mit anderen Kriegsgegnern aus der Stadt an der großen Anti-Kriegsdemonstration in Berlin teil. Im November 2003 wird das Organisten- und Küsterhaus am Kirchplatz nachjahrelangem Leerstand verkauft. Im August 2004 wird der Bauabschnitt an der Südseite der Kirche begonnen.&lt;br /&gt;
:Am 8. Mai 2005 war eingeladen zu einem Gedenkgottesdienst anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren. Beteiligt hatten sich die Gemeinden Hohen Mistorf und die Freikirchliche Gemeinde. Durch kurze Zeitzeugenberichte wurde der Gottesdienst lebendig und für die jungen Kirchenbesucher anschaulich. Am 6. August 2005 beteiligte sich die Gemeinde an der Aktion &amp;quot;Teterow offen&amp;quot;, ebenso auch am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2005 unter Mitwirkung des Fördervereins. Im Jahr 2006 wurde mit dem Abschluss der Außensanierung der 2. Bauabschnitt beendet. Im Chorraum wurden neue Buntglasfenster nachgestaltet, ein Toiletteneinbau erfolgte am Südeingang, und mit der Turmsanierung wurde der 3. Bauabschnitt begonnen.&lt;br /&gt;
:Im August 2006 fanden die 54. Internationalen Orgeltage das erste mal in Mecklenburg statt. Die 1. Station war die Orgel in der Kirche. 290 Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern nahmen daran teil. Im Oktober 2006 war ein ökumenischer Gesprächskreis in Rom. Pfarrer sturm von der katholischen Gemeinde Teterow hatte die Führung der Gruppe übernommen. Am 17. November 2006 wurde im Rathaus die Turmkugel geöffnet und der Inhalt in Vitrinen der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 10 Dezember wurde die neue Kugel mit dem bisherigen Inhalt und aktuellen Dokumenten gefüllt und versiegelt.&lt;br /&gt;
:Am Tag des offenen Denkmals 2007 informierte der Architekt Günther Maaß die interessierten Besucher über die bisherigen Sanierungsarbeiten und noch anstehende Aufgaben. Anschließend gab Diplomrestaurator Detlef Krohn einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Gewölbemalerei und informierte über den Stand der Restaurierungsarbeiten. Ein besonderer Höhepunkt ist seit Jahren in der Stadt der ökumenisch gestaltete Martinstag. 2007 wurde das Martinsspiel von der katholischen Gemeinde gestaltet.&lt;br /&gt;
:Denkwürdig war auch der Rathaustag 2008 mit allen Religionsgemeinschaften vor Ort zu der Thematik &amp;quot;Werte in der Gesellschaft&amp;quot;. Am 19. April 2008 führte die Gemeinde gemeinsam mit dem Heimatbund Teterow eine Exkursion nach Crivitz durch. Anlass war das Marienretabel, das 1959 an die Kirchengemeinde Crivitz ausgeliehen wurde und seitdem dort auf dem Altar angebracht ist. Im September 2008 begannen die Arbeiten am Fußboden und an den Bankheizungen der Kirche. Im Oktober 2008 besuchte eine Gemeindegruppe Gräfelfing, um das 30. Jubiläum der Gemeindepartnerschaft am 1. November 2008 mit den Gräfelfingern zu begehen. Am 22. November 2008 gab es eine ökumenische Feierstunde auf dem Friedhof, der vor 100 Jahren geweiht wurde. Beteiligt waren auch die katholische und die evangelisch-freikirchliche Gemeinde sowie die Freie Christengemeinde.&lt;br /&gt;
:Im Dezember 2008 konnte der 1. Abschnitt der Restaurierung der Gewölbemalerei im Chorraum abgeschlossen werden. Mit der Fortsetzung der Arbeiten im Jahr 2009 wird der 2. Abschnitt fertiggestellt. Am 18. Januar 2009 verließ Pastor Ebel die Kirchengemeinde Teterow, um seinen Dienst an der Schelfkirche in Schwerin zu verrichten. Nach dem Auszug des Pastors wird mit der grundlegenden Sanierung des Pfarrhauses in der Schulstraße begonnen. Bauschäden, die durch unsachgemäß ausgeführte Bauarbeiten entstanden sind, mussten beseitigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der städtische St. Georg-Friedhof===&lt;br /&gt;
Am 20 November 1927, dem Ewigkeitssonntag, wurde auf dem Friedhof die Christusfigur, die die Städtische Friedhofskommission den Gefallenen des 1. Weltkrieges gestiftet hat, an ihren Gräbern aufgestellt und durch Pastor Schumacher geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514907045.pdf Der St. Georg-Friedhof zu Teterow In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 9, S.67]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die katholische St. Petrus-Gemeinde in Teterow===&lt;br /&gt;
:Nachdem in der Mitte des 16. Jahrhunderts die evangelisch-lutherische Kirche in Mecklenburg zur Landeskirche erhoben wurde, spielte die römisch-katholische Kirche auch in Teterow keine Rolle mehr. Ob über die Jahrhunderte überhaupt in der Stadt noch Angehörige dieser Glaubensrichtung gelebt haben, ist bisher nicht nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Erst im 19. Jahrhundert werden wieder Katholiken als eine kleine Gruppe genannt. Dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt sich wieder eine kleine Schar Katholiken in der Stadt und in den umliegenden Orten zusammen zu finden. Die Teterower Nachrichten berichten am 31. März 1904 über die Rats- und Bürgersitzung vom 29. März: &amp;quot;... wurde mitgeteilt, daß vom hohen Ministerium gestattet worden ist, daß in hiesiger Stadt monatlich während der Anwesenheit ausländischer Schnitter in der Umgebung römisch-Katholischer Gottesdienst abgehalten wird, und wurde gleichzeitig die Petition hiesiger Katholiken auf Einräumung eines städtischen Lokals a. zur Abhaltung des Gottesdienstes und b. zur Erteilung des Religionsunterrichts vorgelegt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die erste katholische Messe nach der Reformation findet am Sonntag dem 24. April 1904 im Saal des damaligen Schützenhauses statt. Durch die Bemühungen des damaligen Schlosskaplans Hardinghaus (Matgendorf) gelang es gelegentlich den Saal vom Schützenhauswirt Julius Ehlert für diesen Zweck zu mieten. Regelmäßiger Religionsunterricht fand in der Privatwohnung eines Teterowers statt. In den nächsten Jahren erfolgte die geistliche Betreuung der kleinen Gemeinde von Rostock und Schwerin aus. Die katholischen Schnitterfamilien von den Gütern der Umgebung wurden in die Gemeindearbeit einbezogen.&lt;br /&gt;
:Während des Weltkrieges 1914 - 1918 waren durch neue Gesetze und Verordnungen größere Versammlungen verboten worden. Die monatlichen Gottesdienste im Schützenhaus konnten nicht mehr stattfinden. Man war wieder auf Zusammenkünfte in Privaträumen angewiesen. Im Verlauf des Krieges wurde der dritte Monatssonntag für katholische Gottesdienste freigegeben, auch für die ausländischen Fremdarbeiter. Nach dem Krieg wurde die Nutzung des Schützenhaussaales für Gottesdienste gekündigt. Es gelang der Gemeinde, in der Schulstraße 24 Räume für Gottesdienst und Religionsunterricht zu bekommen.&lt;br /&gt;
:Am 1. Februar 1922 wird Teterow Pfarrei und Pfarrer Kaschny der neue Seelsorger. Der Aufbau der neuen Pfarrei begann. Allmorgendlich war heilige Messe und Unterricht für die Kleinen, Katechese und abendliche Vorträge für die Erwachsenen. Die Räumlichkeiten wurden für die wachsende Gemeinde zu klein. Man nutzte die Gelegenheit, die in der Schulstraße 12 aufgegebenen Waschanstalt zu übernehmen, für Pfarrer Kaschny eine kleine Wohnung frei zu bekommen und die Räume der Waschanstalt zu einer bescheidenen Kapelle umzugestalten. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Kommunionskursen für Mädchen und Jungen gewidmet, deren Teilnehmerzahl bis zu 50 Kinder zählte. Für größere Veranstaltungen wie Erstkommunion und Firmung stellte die Stadtverwaltung die städtische Turnhalle zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Am 22. Januar 1927 erwirbt der bischöfliche Stuhl Osnabrück die ehemalige Maschinenfabrik Müller in der Wilhelmstraße (heute Niels-Stensen-Straße) und wird als Eigentum eingetragen. Das dazugehörige Villengrundstück in der heutigen Bahnhofstraße wird vom Bischof als Pfarramt bestimmt. Am 1. Februar 1927 gründen drei Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariä die 1. Schwesternniederlassung in Teterow nach der Reformation. Ein Kinder- und Säuglingsheim und eine Kommunikantenanstalt wurde eingerichtet. Am Weißen Sonntag 1927 findet die erste Erstkommunionsfeier und der erste Gottesdienst in der neuen Kirche, einer ehemaligen Lokomotivhalle, statt.&lt;br /&gt;
:Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten führte zu tiefgreifenden Veränderungen. Das Kinder- und Säuglingsheim wurde geschlossen, ebenso die Kommunikantenanstalt. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) zog ins Schwesternheim. Erst auf dem Prozesswege wurde das Heim zurückgegeben. Religionsunterricht konnte nur in kirchlichen Räumen abgehalten werden. 1941 - 1942 wird die Kirche renoviert und umgebaut, eine Kriegsgedächtnisstätte entsteht. Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945 in Teterow wird das gesamte Gelände von Kirche und Pfarramt verwüstet und als Flüchtlingslager beschlagnahmt. Pater Kautz und der Organist der evangelisch-lutherischen Kirche, Hans-Heinrich Stein, retten mit einem Ziehwagen drei Tage lang die verstreut liegenden  Paramente, Vasa sakra, Bücher, eine Monstranz, die Statue des Hl. Bruder Konrad und anderes mehr. Die Sachen werden im Turm der evangelisch-lutherischen Kirche eingelagert.&lt;br /&gt;
:Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist bereit, ihren Glaubensbrüdern zu helfen, und so finden in den folgenden Wochen die katholischen Gottesdienste unter ihrem Dach statt. Die Wiederinbetriebnahme der eigenen Einrichtungen nimmt alle Kräfte in Anspruch. Die vier Ordensschwestern betätigen sich im Typhus-Lazarett auf dem Schulkamp. Mit einfachen Mitteln wird das Heim für die vielen Waisenkinder wieder eingerichet. Die Kirche wird zum gottesdienstlichen Gebrauch von den Geistlichen unter Mithilfe der Gemeindeglieder wieder hergerichtet. Am 5. Mai 1947 hält Bischof Dr. Berning in Teterow die erste Nachkriegsfirmung.&lt;br /&gt;
:1964 wird vom Bischöflichen Amt in Schwerin ein Haus für Jugendseelsorge aufgebaut und 1967 ein Jugendseelsorger entsandt. Im Juni 1969 wird das alte Kirchengebäude abgerissen und ein gleicher Stelle ein neues Haus errichtet. Am 27. Juni 1971 weiht der Schweriner Bischof Theissing die neue Petri-Kirche in Teterow. Als Gäste nahmen der evangelisch-lutherische Probst Abshagen und Vertreter des Rates der Stadt Teterow teil. Das Kinderheim wird am 1. Januar 1975 aufgelöst und zu einem kirchlichen Feierabend- und Pflegeheim umgebaut und am 1. Mai 1975 eröffnet. 1977 findet am 2. Februar aus Anlass des 50. Jahrestages der Schwesternniederlassung und der Eröffnung des St. Ansgar-Heimes eine Jubiläumsfeier statt und am 17. April findet ein Gemeindefest zum 50. Jahrestag des Bestehens des Gotteshauses statt.&lt;br /&gt;
:Am 25. Januar 1990 wird eine Erklärung des Priesterrates des Bischöflichen Amtes Schwerin vom 3. Januar 1990 zur grundlegenden Reform des gesamten Bildungssystems mit 350 Unterschriften aus der St. Petrus-Gemeinde Teterow an das Volksbildungsministerium der DDR nach Berlin abgeschickt. Teterow war als Mittelpunkt des Landes Mecklenburg-Vorpommern schon immer Zentrum der katholischen Jugendarbeit. Das seit ca. 30 Jahren bestehende alte Jugendhaus genügte nach der politischen Wende im Staat nicht mehr den Anforderungen. Das Gebäude wurde zu klein. Unter maßgeblicher Beteiligung des Jugendpfarrers Ansgar Thim konnte 1995 auf dem Pampower Koppelberg das Bischof-Theissing-Haus als neue Begegnungsstätte für junge Menschen aus ganz Mecklenburg eröffnet werden.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wurde das katholische Pflegeheim St. Ansgar als Neubau fertiggestellt und unter großer öffentlicher Anteilnahme eingeweiht. Am 7. August 1999 erfolgte die Grundsteinlegung zur neuen Kirche St. Petrus. Im Mai 2000 erfolgte der Abriss der bisherigen Kirche. Die Einweihung des neuen Kirchenbaues nahm der Hamburger Erzbischof Dr. Averkamp am 30. Juni 2000 vor. In der Zeit zwischen dem Abriss der alten und der Weihe der neuen Kirche (1. bis 25. Juni) öffnete die evangelisch-lutherische Gemeinde ihre Kirche für die Andachten der katholischen Gemeinde. In seinem Grußwort zur Einweihung der Kirche sprach Bürgermeister Dr. Reinhard Dettmann: &amp;quot;Möge dieses Haus die Gemeinde und die Bürger der Stadt segnen und schützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dieser Segenswunsch drückt aus: Die Zeiten haben sich verändert. Vorbei sind die Jahrzehnte, da die Katholiken in einem Winkel der Stadt geduldet wurden und die Kirche ein Provisorium in einer ehemaligen Fabrikhalle war. Grüße überbrachte Pastor Ebel von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Pastor Schlag von der freikirchlichen Gemeinde übergab ein frisches Brot als Zeichen für gute Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jüdisches Leben in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Teterower Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Rathaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus von Teterow wurde 1910 errichtet. Es befindet sich im Stadtkern von Teterow, direkt am Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche St. Peter und Paul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Zeitpunkt für den Bau des ersten Rathauses ist nicht überliefert. Da der Bau der Kirche St. Peter und Paul gegen 1270 begann und Teterow 1272 erstmals urkundlich erwähnt wird, entstand vermutlich auch um diese Zeit ein erstes Rathaus. Am 18. August 1700 kam es nach dem Großbrand von 1632 zum zweiten Mal zu einer Feuersbrunst, die Teterow samt Rathaus in wenigen Stunden fast vollständig vernichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1708 wurde ein Rathaus im Stil des Barocks errichtet. Dieser Bau wurde 1909 abgerissen und es entstand bis 1910 am Marktplatz das heutige zweigeschossige neobarocke Rathaus. Großherzog Friedrich Franz IV. hatte dazu den Grundstein gelegt. Die Marktplatzseite des „dritten“ Rathauses gliedert sich auch in drei Teile mit je drei Fensterachsen. Durch den vorspringenden Mittelrisalit führt der Eingang. Das Gebäude hat ein Mansarddach, das ein offenes, barockes Türmchen überragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1945 wurde das Haus von der sowjetischen Kommandantur, vom Rat des Kreises und vom Polizeikreisamt genutzt. Die Stadtverwaltung residierte in dieser Zeit im ehemaligen Hotel &amp;quot;Erbgroßherzog&amp;quot; in der Malchiner Straße. Nach der Wende übernahm am 13. Februar 1990 die Stadtverwaltung wieder das Rathaus. Im November 1992 brach bei einem Orkan die Spitze des Rathaustürmchens mitsamt der vergoldeten Kugel ab und blieb in der Dachrinne hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus wurde um 1993 gründlich saniert. So auch das Balkongitter über dem Eingang, welches das neu gestaltete Stadtwappen farbenprächtig zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf dem Marktplatz befindet sich eine 1995 eingelassene Gedenkplatte, die den geographischen Mittelpunkt Mecklenburg-Vorpommerns kennzeichnet, und der an die Schildbürgerstreiche erinnernde Hechtbrunnen. Er wurde nach Entwürfen des Plauer Bildhauers Wilhelm Wandschneider gebaut und 1914 eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pfarrkirche St. Peter und Paul===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Pfarrkirche St. Peter und Paul ist eine dreischiffige Pseudobasilika aus Backstein mit zweijochigem , kreuzrippengewölbtem Rechteckchor, Nordsakristei und eingezogenem quadratischem Westturm.&lt;br /&gt;
:Chor und dreijochiges Landhaus wurden nach 1250 begonnen.&lt;br /&gt;
:Der Einzug der Schiffsgewölbe und Errichtung des Westturms erfolgten im 15. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Charakteristisch am Chor sind Lisenen, Rundbogenfriese und Deutsches Band, im Ostgiebel finden sich spitzbogige Blendenreihen und Kreuzblende, darunter in der Ostwand Dreifenstergruppe mit eingelegten Rundstäben. Blendendekore finden sich auch um Staffelgiebel der zweijochigen Nordsakristei und den beiden Obergeschossen des Westturmes.&lt;br /&gt;
:Die südliche Priesterpforte (durch die spätere Südsakristei verdeckt) mit reichem Blattschmuck an Kapitellen und Archivolten. Im Inneren die Kreuzrippengewölbe im Chor lagern auf Wandpfeilern mit Runddiensten, im Langhausmittelschiff auf achteckigen Pfeilern, das südliche Seitenschiff mit achteckigen Rippengewölben.&lt;br /&gt;
:1877/80 erfolgte eine umfassende Instandsetzung. Dabei wurde die Langhausnordwand mit Fenstern, Verbreiterung des nördlichen Seitenschiffes und einer zweiten Sakristei an der Südseite des Chrores versehen.&lt;br /&gt;
:Die Gewölbemalerei von 1350 wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts umfassend restauriert.&lt;br /&gt;
:Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament (Genesis sowie Leben und Passion Christi), zwei geharnischte Fürsten, Mischwesen und Tierdrolerien.&lt;br /&gt;
:Im Chor befindet sich ein sehr qualitätvoller vierflügeliger Schnitzaltar (um 1430) mit zentraler Marienkrönung sowie Apostelfiguren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513615962.pdf Die Peter-Paulskirche zu Teterow Karl Schmaltz In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.369-371]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616098.pdf Über die Decken- und Tafelmalereien der Pfarrkirche zu Teterow Oscar Gehrig In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.372]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul, deren Anfänge in das 13. Jahrhundert zurückreichen, bestanden vor der Stadt Kapellen. Die wichtigste war die nach 1300 errichtete Marienkapelle, die angeblich von Bischof Magnus von Kammin begründet wurde und gewisse Wallfahrtbedeutung erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Schulkampus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtmühle Teterows===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Eisenbahngeschichte===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Altstadt Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtbefestigung von Teterow mit den Stadtoren===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer ist an der bogenförmigen Führung der Ringstraßen noch erkennbar.&lt;br /&gt;
:Die Mauer selbst ist abgetragen bzw. überbaut.&lt;br /&gt;
:Von den ehemals drei Toren sind noch zwei erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rostocker Torturm====&lt;br /&gt;
:Das Tor ist ein mehrgeschossiger Backsteinbau des frühen 15.Jahrhunderts mit einem abgeschlossenen Satteldach zwischen Giebeln zur Stadt- und Feldseite, die spitzbogigen Durchfahrtsöffnungen nachträglich vergrößert. &lt;br /&gt;
:Der Turmkörper ist an der Stadtseite mit großer mittlerer Spitzbogenöffnung versehen, dem wohl im frühen 18.Jahrhundert durch eine Eisenkonstruktion zugesetzt worden war. &lt;br /&gt;
:Seitlich gerahmt von kleinen Blenden, sind die Staffelgiebel mit Maßwerkblenden versehen. &lt;br /&gt;
:Ihre oberen Abschlüsse wurden im 16. Jahrhundert verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Malchiner Torturm ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Malchiner Tor ist ein annähernd quadratischer Backsteinbau mit Stadt- und Feldseitengiebel sowie kleinteiligen, am Turmkörper zu horizontalen Bändern zusammengeschlossenem Baudekor, erbaut um die Mitte des 15. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Die spitzbogige Durchfahrt ist ebenfalls im 16. Jahrhundert vergrößert und dabei die Giebelabschlüsse verändert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Museen==&lt;br /&gt;
===Das Teterower Stadtmuseum===&lt;br /&gt;
;Das 1. Museum 1933 - 1945&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 27.09.1933:&lt;br /&gt;
:Heimatmuseum&lt;br /&gt;
:Ehrfurchtsvoll betritt die Räume,&lt;br /&gt;
:Wo Ureltern-Zeiten neu entstehen.&lt;br /&gt;
:Viel Kunst, Wissenschaft und Bräuche&lt;br /&gt;
:Wirst Du mit Bewunderung hier sehn!&lt;br /&gt;
:(Eine Karte mit dieser passenden Aufschrift heftete ein Unbekannter an die Eingangstür des Museums.)&lt;br /&gt;
:Teterow, 25. Sept. In kurzer schlichter Feier fand am gestrigen Sonntag Mittag im Gemeindesaal (im Gebäude der früheren Höheren Mädchenschule) die Einweihung des neuen Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Heimatbundes, Herr Lehrer a. D. Köpcke, begrüßte die anwesenden Ehrengäste, voran Herrn Professor Dr. Wossidlo, Waren, die Vertreter des Rates und der Stadtverordneten-Versammlung, die Mitglieder des Heimatbundes und die sonstigen Gäste mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
:Hochverehrte Anwesende!&lt;br /&gt;
:Wir haben uns hier heute versammelt, um das von der Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes Mecklenburg errichtete Museum zu eröffnen. Namens des Vorstandes dieser Ortsgruppe begrüße ich Sie herzlich und danke Ihnen für das Interesse, daß Sie durch Ihr Erscheinen der Museumssache entgegenbringen. Es ist mir eine besondere Freude, Herrn Prof. Dr. Wossidlo, der auf dem Gebiete der Volkskunde so Hervorragendes geleitstet hat, hier heute in unserer Mitte zu sehen. Ich danke Ihnen, Herr Professor, daß Sie trotz Ihrer augenblicklich anstrengenden Arbeit es möglich gemacht haben, unserer Eröffnungsfeier beizuwohnen. Ich begrüße dann besonders den Vertreter des Rates, den Herrn Bürgermeister Dr. Meyer und den Stadtverordnetenvorsteher Herrn Münter. Durch das Entgegenkommen unserer Stadtverwaltung ist es uns erst möglich geworden, hier ein Museum zu errichten. Ich möchte auch an dieser Stelle herzlichen Dank dafür aussprechen und damit gleichzeitig die Bitte verbinden: Rat und Bürgervertretung mögen auch in Zukunft dem Heimatmuseum ihr Wohlwollen erhalten und die Interessen desselben nach jeder Richtung hin fördern und unterstützen.&lt;br /&gt;
:Ganz besonders danke ich dem Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, dem Leiter unseres Museums, der durch seine unermüdliche und zähe Arbeit dasselbe hergerichtet hat. Ohne ihn wäre das Werk nicht in so kurzer Zeit zustandegekommen. Ihr Name, Herr Bartels, wird daher für immer mit dem Teterower Heimatmuseum verknüpft bleiben.&lt;br /&gt;
:Weiter danke ich all den Damen und Herren, die durch Hergabe von Museumsgegenständen und durch ihre unentgeltliche, opferwillige Arbeit uns in so reichem Maße unterstützt haben. Auch hier möchte ich die Bitte aussprechen: Lassen Sie die Ortsgruppe bei dem weiteren Ausbau des Werks nicht im Stich. Nur durch tatkräftige Mithilfe und Unterstützung aller Bevölkerungskreise wird es möglich sein, das Museum so zu erhalten und auszugestalten, daß es seinen Zweck voll erfüllen kann.&lt;br /&gt;
:Aber welches ist nun Zweck und Aufgabe eines Heimatmuseums? Ich möchte die Frage kurz dahin beantworten, daß ich sage: &amp;quot;Das Heimatmuseum soll dazu dienen, daß die Kultur einer früheren Zeit im Volke lebend bleibt.&amp;quot; Dies Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn die Gebrauchsgegenstände vergangener Jahrhunderte dem Volke immer wieder vor Augen geführt werden, und das geschieht am besten durch ein Ortsmuseum. Ich gebrauche hier den Ausdruck Ortsmuseum im Gegensatz zu Landesmuseum. Manche Menschen stehen nämlich auf dem Standpunkt, daß sie behaupten, ein Landesmuseum genüge für den vorhin erwähnten Zweck vollkommen. Wir haben in Schwerin ein vorzügliches Museum für volkskundliche Sachen, und darüber sind wir recht froh, und das wollen wir auch in keiner Weise mit unserem Vorgehen bekämpfen. Aber die meisten Menschen aus unserer Gegend kommen doch nur selten nach Schwerin, und wenn sie einmal hinkommen, so haben sie noch nicht genügend Zeit und Gelegenheit, das Landesmuseum zu besuchen. Da ist es doch ganz gewiß richtig, wenn auch überall in den kleineren Städten unseres Landes Heimatmuseen bestehen, wo die umwohnende Bevölkerung Gelegenheit hat, Volkskunde zu treiben. Auch für die Schulen ist es von großem Wert, wenn in der Nähe Stätten vorhanden sind, wo den Kindern ein Stück Vergangenheit gezeigt werden kann. Es ließe sich hierüber noch manches sagen, aber in Rücksicht auf die mir zur Verfügung stehende Zeit muß ich davon absehen. Unsere Nachbarstädte Güstrow, Malchin und Waren haben schon seit Jahren Heimatmuseen. Da darf auch Teterow hinter diesen Städten nicht zurückstehen. Ich denke hierbei auch an die Bestrebungen unseres Verkehrsvereins. In Wismar wurde in diesem Jahre gelegentlich der Landeshauptversammlung des Heimatbundes ein Ortsmuseum eröffnet. Dort stehen dem Museum 7 Räume zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Im nächsten Jahre findet die Landeshauptversammlung hier in Teterow statt. Ich hoffe, daß wir bis dahin noch einen 3. Raum bekommen. Sie werden nachher selbst sehen, daß die jetzt vorhandenen Räume nicht ausreichen.&lt;br /&gt;
:...&lt;br /&gt;
:Nach dem Redner sprach Herr Bürgermeister Dr. Meyer namens der Stadt Teterow dem Teterower Heimatbund, insbesondere dem Vorsitzenden und dem Leiter und Gestalter des Museums, Herrn Reichsbahnoberinspektor Bartels den herzlichen Dank für die wertvolle, im Interesse der Stadt geleistete Arbeit aus. Er sprach von dem großen Wert solcher Heimatmuseen für die Erhaltung alter heimatlicher Kultur und betonte, daß die Weiterarbeit zur Förderung dieses wichtigen Werkes in der Zukunft vor allem in den Händen der Schulen läge. Jedes Kind wüßte jetzt, wohin es zu gehen habe, mit einem irgendwo entdeckten Gegenstand aus früheren Zeiten. Er wünschte eine gute Weiterentwicklung des Museums.&lt;br /&gt;
:Anschließend nahm Herr Professor Wossidlo, Waren, der größte mecklenburgische Förderer der Erhaltung alten Kulturgutes, das Wort. Er dankte für die an ihn gerichteten Begrüßnungsworte und gab einen kleinen Abriß aus der weiteren Gestaltung der Förderung der Heimatmuseen. Die Leiter der meckl. Heimatmuseen werden demnächst in Schwerin zusammentreten, um über gegenseitigen Austausch von Dubletten in Verhandlungen zu treten. Er gab in seinen weiteren Ausführungen ein kleines Beispiel davon, wie leicht wertvolle Güter aus alter Zeit unter altes Eisen kommen können. In der sich dann anschließenden Besichtigung des Heimatmuseums gab der große Heimatkundler wertvolle Erläuterungen zu manchen der vorhandenen schönen Museumsstücke, darunter Sachen, die man, wie er sagte, im großen Schweriner Museum vorläufig noch schmerzlich vermisse.&lt;br /&gt;
:Das neue Heimat-Museum enthält heute schon einen ungeahnten Reichtum an ganz wertvollen Zeugen alter Zeit. Der ganze Aufbau und die Anordnung des neuen Heimatmuseums zeuge von großer Sachkenntnis, bekundete der Vater der Heimatmuseen. Wir werden in einem weiteren Artikel näher auf einzelne Teile unseres neuen Museums eingehen. Dankbar aber wollen wir auch an dieser Stelle unserer Freude darüber Ausdruck verleihen, daß wir nun endlich, nach langjährigem Bemühen (schon unter Herrn Bürgermeister, jetzigen Staatsminister Dr. Scharf wurde dieses Projekt im Verkehrsverein - durch ständiges Nachfassen des Herrn Studienrat Dr. Böhmer durch Wort und Schrift - viel behandelt, scheiterte damals aber immer an der Platzfrage) ein schönes Heimat-Museum haben. Ein Heimat-Museum mit einer Fülle von wertvollen Gegenständen, wie es mancher Teterower bestimmt nicht zu erwarten wagte. In Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, der von jeher ein großer Schwärmer für heimatliche Kulturgüter war, hat die Ortsgruppe den richtigen Leiter und Verwalter gefunden. Unter seiner Hand wird diese wertvolle Bereicherung des Schatzes Teterower Schaustücke eine sichere und stete Fortentwicklung nehmen. Wir Teterower schulden allen an dem Aufbau dieses Werkes Beteiligten herzlichen Dank.&lt;br /&gt;
:Außer den im Heimat-Museum an den Gegenständen genannten Spendern beteiligten sich in hochherziger und dankenswerter Weise an der Einrichtung des Museums die Firmen Gebr. H. u. C. Groß, Friedr. Dohr, Malermeister H. Peterß, Ramelow, E. Vick, H. Bastian, Tischlermeister Rüter, Renzel, Müschen, E. Schröder, Fritz Walter, Malermstr. A. Schröder versah den sehr bewunderten Herd mit naturgetreuen Farben. Sämtl. Arbeiten mit Ausnahme der eigenen Unkosten wurden ohne Berechnung ausgeführt. Bei der Reinigung und Herrichtung der z. T. sehr verstaubten Gegenstände ist Frau Hermann eine sehr wertvolle Hilfe gewesen.&lt;br /&gt;
:Das Heimat-Museum ist in dieser Woche nachmittags von 3 bis 5 Uhr und am kommenden Sonntag von 3 bis 5 Uhr zur kostenlosen Besichtigung freigegeben. Über die späteren Besichtigungszeiten werden noch nähere Bekanntmachungen folgen.&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 05.10.1933:&lt;br /&gt;
:Ein Spaziergang durch unser Heimat-Museum&lt;br /&gt;
:Ein Wunsch vieler Teterower ist mit der Schaffung unseres Heimat-Museums in Erfüllung gegangen. Fast zu spät ist dieser Wunsch Wahrheit geworden, denn jetzt erst erkennt man, daß so manches wertvolle Stück aus der Vergangenheit, das sonst Unterkommen in dem Museum gefunden hätte, aus Mißachtung oder Unverständnis in der Versenkung verschwunden und der Nachwelt verloren gegangen ist. Das ist aber natürlich nicht zu ändern. Wenn auch manches verloren ging, so hat sich seit der Eröffnung des Museums doch erwiesen, daß noch viel Wertvolles in irgendeiner Ecke verborgen liegt, ist doch dem Museum in den letzten Tagen schon so manches zugetragen worden, weil man weiß, daß es dort gut aufgehoben ist. Aber schon am Tage der Eröffnung war eine solche Fülle von Gegenständen aus alter Zeit da, daß die beiden vorläufig zur Verfügung stehenden Räume schon jetzt als &amp;quot;gefüllt&amp;quot; gelten könne. Es wurde uns erzählt, daß schon rund 800 Stücke im Museum untergebracht sind. Eine gewaltige Zahl, deren Ordnung und sachgemäße Unterbringung eine große Fülle von Arbeit gebracht hat. Wir wollen einmal sehen, was bis heute zusammengetragen ist.&lt;br /&gt;
:Wenn wir den ersten, kleinen Raum vom Flur der früheren Höheren Mädchenschule betreten, so schauen wir geradeaus auf eine alte Kannenborte, auf dem Töpfe und Teller in buntem Durcheinander untergebracht sind. Der &amp;quot;Seilpott&amp;quot; ist ein Zeuge früherer alter Töpferkunst. Neben der Borte hängt ein &amp;quot;Mangelholz&amp;quot;, mit dem die unermüdliche Hausfrau mühselig ihr Leinen glatt gemangelt hat. Die moderne Hausfrau wird mit Grauen an die harte Arbeit denken, die mit der Benutzung diese Holzes verbunden war. Auf der über die ganze Wand gehende Borte werden dem Beschauer alle Werkzeuge, die der Flachsbereitung dienen, vorgeführt. Wir sehen da in der Reihenfolge ihres Gebrauchs nebeneinandergereiht: Repel, Flachsbreche (Brake), Fuchtel. Eine Schwinge, die nun käme, fehlt noch. Es folgen Hechelstuhl, Spinnrad, Spulrad, Garnhaspel, Kreuzwinde, Garnwinde, Wollkratzer, Spinnrad und Wollhaspel. Früher waren es Gegenstände, die nicht nur in jedem Stadthause. Längst sind diese Zeiten dahin. Heute werden Spinnräder und sonstige Dinge wohl nur noch als Museumsstücke in einem Haushalt aufbewahrt. Den Kindern wird dann wohl erzählt: &amp;quot;An dem Spinnrad hat Eure Großmutter noch all das schöne Leinen selbst gesponnen!&amp;quot; Das ist das Einzige, was uns heute noch mit dieser Zeit verbindet. Wir modernen Menschen wollen nichts mehr mit dem groben, aber außerordentlich haltbaren Leinenzeug unserer Großeltern zu tun haben, sondern liegen lieber auf feinem Bettleinen und essen unser Mahl gern von feinen Damastdecken. Das grobe Leinen, das z. B. noch in der alten Wiege zu sehen und zu fühlen ist (der Bettbezug soll übrigens aus einer alten Schürze stammen, die das Museums-Direktor-Auge irgendwo entdeckt hat) wird immer seltener.&lt;br /&gt;
:Zwischen den Flachsbereitungs-Utensilien entdecken wir übrigens auch einige fast überbunte Ausmusterungs-Sträuche, die vor dem Kriege von den Ausgehobenen mit Stolz an ihren Hüten getragen wurden und allen Menschen kundtun sollten, daß sie bald in das stolze deutsche Heer einrücken würden.&lt;br /&gt;
:Werkzeug für Nagelschmiede und Stellmacher sind in großer Fülle vorhanden. Alte Uhren, Plätteisen, Holzschlittschuhe usw. Beachtenswert sind &amp;quot;Erzeugnisse der Panstorfer Glashütte&amp;quot;. Wer ahnte es bisher, daß in unserer nächsten Umgebung Glashäfen hergestellt wurden? Eine alte Hand-Nähmaschine führt uns für Jahrzehnte zurück noch weiter aber ein Steckkissen um Anschrauben. Wieviel leichter haben es unsere heutigen Kleiderkünstler doch gegen die Generation vorher. Alte Scheffel, (Rostocker- und Güstrower-), Dreschflegel und Gabel u. a. entdecken unsere Augen. Auch ein Lechel (Trinkfaß) fehl nicht. Ein Pfeifenbort hängt friedlich in der Ecke; ein Stück Möbel, das heute schon recht selten geworden, wenn es auch nicht ganz ausgestorben ist. Weiter sehen wir Däsen und Uenzel, alte Stallaternen, sogar einen alten Handstock, der gleichzeitig einmal ein richtiges Gewehr darstellte.&lt;br /&gt;
:Aber das Schönste dieses ersten Raumes - wir haben es absichtlich bisher noch gemieden - ist der waschechte alte, offene Herd, der von Künstlerhand in der linken Ecke eingebaut ist und uns ein Stück aus alter Zeit zeigt, an dem früher die Frau des Hauses die Speisen der ihr angetrauten Hungrigen bereitete, um die ihr angetrauten Küchlein satt zu kriegen. Die Augen der Hausfrauen leuchten, wenn sie diesen Zeugen alter Zeit sehen und manche der Aelteren erinnern sich sogar, auch einmal an einem solchen Herd gestanden und gearbeitet zu haben. Allerdings hat es wohl keine unter den Heutigen miterlebt, daß man in das rechts angebrachte Mauerloch (&amp;quot;Müerlock&amp;quot;) griff, um Feuerstein, Schwamm (&amp;quot;Tunner&amp;quot;) und Stahl zu ergreifen, um &amp;quot;Feuer zu schlagen&amp;quot;. Die heutige Generation kann mit diesem Werkzeug nicht mehr fertig werden. In diesem &amp;quot;Müerlock&amp;quot; entdeckt man auch die nicht entbehrliche &amp;quot;Funzel&amp;quot; (Lampe), die einmal ebenfalls unentbehrlich war.&lt;br /&gt;
:Nun wollen wir einmal einen Blick durch den &amp;quot;Schwibbogen&amp;quot; werfen. Wir entdecken dort verschiedene Kesselketten, die früher einmal heilig gewesen sein sollten, wie man uns erzählte. An diesen Kesselketten hingen die großen Kannen über dem offenen Feuer. Unser Auge entdeckt weiter an der Seite und über dem Herd Feuerhaken, Aufnehmer, alte Körbe, Mörser, kupferne Kannen, eine Riesen-Kartoffel-Reibe, alte Waagen, Essenkiepe (mit der das Essen früher aufs Feld nachgetragen wurde), Waschholz usw. Oben über dem Herd ist ein größerer Kaffeebrenner aufgestellt und an der rechten Seite hängt noch ein kleinerer.&lt;br /&gt;
:Jedes Stück trägt ein Stück Geschichte alter Zeit in sich und läßt unsere Gedanken wandern zu unsern Groß- und Urgroßeltern, die einmal inmitten dieser uns heute als Eigentümlichkeit anmutender Geschirre und Behälter gewirkt und geschafft und sich glücklich gefühlt haben. Daß in der Ecke hinter dem Herd auch ein Feuereimer hängt, ist selbstverständlich, denn um die Zeit, von der uns diese Werkzeuge erzählen, mußte jedes Haus im Besitz eines Feuereimers sein.&lt;br /&gt;
:Am Eingang direkt sehen wir schließlich noch einen Bürgerspieß, den jeder Bürger haben mußte. Außerdem hängen an dieser Seite einige verwitterte Wetterfahnen, deren älteste die Jahreszahl 1597 trägt. Ueber 300 Jahre Geschichte unserer Heimatstadt hat diese Wetterfahne erlebt. Wenn die erzählen könnte!&lt;br /&gt;
:Nicht alles in diesem kleinen ersten Raum haben wir &amp;quot;in die Feder gefaßt&amp;quot;, aber auch diese Aufzählung gibt schon einen kleinen Ueberblick über die reiche Fülle der schon im Heimat-Museum untergebrachten Gegenstände. ...&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 12.10.1933&lt;br /&gt;
:... Heute wollen wir unsere Wanderung fortsetzen und den zweiten Raum betreten.&lt;br /&gt;
:Gleich rechts an der Wand erblicken wir einen wohl über 2 m langen Glocken-Strang, der ganz mit Perlen besetzt ist. Er hat wohl einmal in einem vornehmen Hause an der Haustür gesessen, als die elektrischen Glocken noch unbekannt waren. Uns gegenüber zwischen den beiden Fenstern steht eine alte Wanduhr, die ihre 300 Jahre auf dem Nacken haben soll. Sie ist mit einem Spielwerk eingerichtet, das zur Zeit allerdings nicht funktioniert.&lt;br /&gt;
:Rechts neben der Tür steht ein großer Glasschrank, der angefüllt ist mit allerhand Erinnerungsstücken aus früherer Zeit, womit sich unsere Großmütter und Urgroßmütter &amp;quot;verschönt&amp;quot; haben. Riesige Hüte, anscheinend von großem Gewicht, wie man sie sich heute für diesen Zweck auf den zierlichen Köpfen gar nicht mehr vorstellen kann, werden uns hier gezeigt; bunte Hauben, wie wir sie heute nur noch bei den Großmütterchen finden, und bei diesen auch nur noch recht selten; alte Körbe, Krüge, Nippes, Tabakkästen usw. Oben auf dem Schrank ist das Modell des neuen Rathauses aufgestellt.&lt;br /&gt;
:Neben dem Schrank hängt das Wappen der alten Teterower Familie Willgoß. Es wird darauf hingewiesen, daß es aus England stammt. Danach ist die Familie Willgoß von der Insel jenseits des Kanals eingewandert. Wir finden an dieser Wand weiter ein Führungszeugnis über beim Militär abgeleistete Dienstzeit aus dem Jahre 1850 und Glückwünsche zum neuen Jahr. Früher wurden diese mehr oder weniger wertvollen Urkunden schön hinter Glas gelegt und in der sogenannten &amp;quot;guten Stube&amp;quot; aufgehängt.&lt;br /&gt;
:An der nächsten Wand ziehen uns besonders die Sammlungen aus dem Besitz des &amp;quot;großen Sohnes unserer Stadt&amp;quot; Herrn Kapitän Kaempff, an. Außer einem schönen Bild von Kapitän Kaempff hängt dort unter Glas ein Originalbrief Kaiser Wilhelms II. an seinen verdienten Kapitän. Aus seinem Nachlaß sind ferner vorhanden eine Schreibmappe aus Leder mit dem Photo seines Dampfers &amp;quot;Deutschland&amp;quot; (damals größter Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie), verschiedene Orden und Ehrenzeichen, darunter die Rettungsmedaille, die er sich für die Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 verdiente. Auf dem Etuis, in dem die Medaille lag, heißt es: &amp;quot;Dem 4. Offizier des Dampfschiffes &amp;quot;Gellert&amp;quot;, C. J. S. Kaempff, in ehrender Anerkennung für Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 auf der Rhede von Havre von der Direction der Hamburg Amerika Packetfahrt Act. Ges.&amp;quot;. Viele von uns Aelteren kennen noch sehr gut Herrn Kapitän Kaempff, diesen ausgesprochenen Seemanns-Typ, der längere Zeit vor dem Kriege in unserm Ort im Ruhestand lebte und dann nach Rostock verzog.&lt;br /&gt;
:Weiter haben hier die Innungen Gegenstände untergebracht. Die Metall-Innung ist mit großen Schlüsseln und Schlössern aufgefahren, die früher kunstvoll in den eigenen Werkstätten hergestellt wurden. Heute wohl eine Seltenheit, daß so ein Gegenstand noch mit der Hand hergestellt wird. - Ausgebreitet liegt auch hier eine Urkunde aus Kopenhagen, in der einem Johan Bollwagen bescheinigt wird, daß er dort als &amp;quot;Becker&amp;quot; gearbeitet hat. - Außer dem Metall-Stempel der Schuhmacher-Innung, liegt in diesem Glaskasten auch das &amp;quot;Wirtschaftsbuch vom St.-Jürgenstift Teterow&amp;quot;. Das interessanteste Stück unter diesen Urkunden ist aber die älteste Urkunde über Teterow aus dem Jahre 1272. Eine Uebersetzung dieser in Latein geschriebenen Urkunde liegt daneben aus dem Jahre 1751. - Unter dem Tisch steht eine Schuhmacher-Lade, ein Reibestein für Maler usw. Die Firmen Guhl und Renzel, die Kunstgewerbestätten unseres Ortes, sind mit einigen Prachtstücken aus ihren Werkstätten vertreten, die da zeigen, daß das Kunstgewerbe, die Handarbeit, doch noch nicht ganz von der Maschine verdrängt sind. Aus der früheren Färberei von Ad. Lindstaedt sind Drucksteine und Druckmuster ausgelegt. In diesem Teil des Museums werden wir also vertraut gemacht mit früheren Innungs-Gebräuchen und Leistungen. Diese Sammlung ist zwar noch recht schwach, aber der Anfang ist gemacht und wird sicher auch seine Fortsetzung erfahren. - Interessant ist auch noch eine Siegelsammlung. In dieser Sammlung finden wir die verschiedensten Siegel aller möglichen Behörden. Besonders in die Augen fällt ein Riesensiegel. Es ist das Kirchensiegel der St. Marien in Rostock.&lt;br /&gt;
:In den beiden Ecken dieser Wand sind ebenfalls freundliche Eckschränke untergebracht, die allerhand kleine Porzellan-Sammlungen usw. enthalten. Wir dürfen uns aber nicht zu sehr mit Einzelheiten befassen. Alte Lampen, eine Krimoline, bunte Hutschachteln und alle möglichen andern Dinge finden wir hier.&lt;br /&gt;
:Unser Augenmerk zieht aber das Schreibpult vor allem an sich. Es stammt aus dem Jahre 1813 und ist anscheinend in dem Freiheitskriege von einem fremden Krieger hier zurückgelassen. Es ist ein äußerst kunstvoll gearbeitetes Stück, in dem dutzende von Fächern auf kleiner Fläche untergebracht sind. Jeder Winkel ist außerordentlich geschickt ausgenutzt. Für &amp;quot;Leute vom Fach&amp;quot; ein außerordentlich wertvolles Stück, das man gesehen haben muß.&lt;br /&gt;
:In den Glaskästen auf Mitte des Raumes sind bunte Perlarbeiten aller Art: Geldbeutel, Handtaschen (Pompadoure) usw. ausgestellt. Alte Taschenuhren, Riesen-Haarschmuck, wie man ihn früher auf dem Kopf der Frauen prangen sah. Yet-Schmuck, Stickvorlagen usw., Alte Bibeln und Gesangbücher, Münzen aus dem 30jährigen Kriege, die vor längerer Zeit bei Ausgrabungen hier in einem Behälter gefunden wurden; Petschafte, Notgeld aus der Inflationszeit; bunte Glückwunsch-Karten zum Auseinanderklappen, wie sie früher einmal Brauch waren, Patenbriefe usw.&lt;br /&gt;
:An der Wand links von der Tür sind verschiedene Kupferstiche untergebracht, darunter der Kupferstich von der Ueberreichung des Teterower Ehrenbürgerrechtes an Herrn von Thünen auf Tellow am 11.6.1848. - Große Steinsammlungen und Bodenfunde aus der jüngeren Steinzeit liegen in den Kästen dieser Wand. Steinbeile - Pfeilspitzen - Faustbeile - Messer - Scherben der jüngeren Bronzezeit - Hakenpflug - Spindelsteine und Funde aus der alten Steinzeit. Ein prachtvolles Elchgeweih aus dem Rempliner Moor. - Das Geweih eines Moorhirsches aus der Thürkower Gegend. - Ein Pfahlrest, Holzkohle und Brandschutt von der Hausstelle auf dem Burgwall. - Wendisches Hufeisen und Speerspitze vom Burgwall. Topfscherben und Knochenreste und vieles andere. Reich ist die Zahl der Zeugen einer längst hinter uns liegenden Vergangenheit, die uns erzählen aus der Geschichte unserer Väter und Urväter. Es lohnt schon, sich einmel mit diesen Ueberbleibseln einer anderen Zeit zu beschäftigen.&lt;br /&gt;
:Im letzten Schrank dieses Raumes sehen wir alte Kacheln - einen Feierabendstein (der Schlußstein beim Hausbau) - Revolver - Pulverhörner - Maße - Gewichte - Gold- und Getreidewaage - Ellen - Säbel usw.&lt;br /&gt;
:Schließlich sind noch die Fahnen der Schuhmacher-Gesellen-Innung, der Maurer-Gesellen-Innung und des Gesangvereins Harmonia hier aufbewahrt, Hunderte von Zeugen der Vergangenheit liegen friedlich beisammen und sollen uns erinnern an Tage, die gewesen sind. Wir dürfen dankbar sein, daß wir in unserer Stadt nun eine Stätte haben, wo gewesene Dinge gehegt und gepflegt werden und nicht im Müllkasten spurlos verschwinden. Wir alle wollen helfen, daß diese Stätte der Erinnerung weiter ausgebaut werde zur Pflege des Heimatgedankens.&lt;br /&gt;
:Ostmecklenburgische Heimat Nr. 22 vom 18.11.1934&lt;br /&gt;
:Vor dem Heimatmuseum in Teterow&lt;br /&gt;
:In der Zeit nach dem Weltkriege entstanden in verschiedenen mecklenburgischen Städten Heimatmuseen, so auch im Osten unsers Landes, in Malchin 1927, in Waren 1930. Welches ist nun der Sinn und der Zweck dieser Museen? Kurz gesagt: Man will Stätten schaffen, wo Gegenstände einer früheren, vergangenen Kultur gesammelt und aufbewahrt werden. &amp;quot;Aber,&amp;quot; so wird vielleicht mancher fragen, &amp;quot;sind zur Erreichung dieses Ziels wirklich Ortsmuseen nötig? genügt dazu nicht das in Schwerin bestehende Landesmuseum?&amp;quot; Gewiß´, das Landesmuseum dient auch demselben Zweck, und wir freuen uns sehr, ein solches zu besitzen. Aber daneben können wir auch die Ortsmuseen nicht gut entbehren. Sie leisten uns bei der Durchführung der Heimatbundbestrebungen oft vorzügliche Dienste. Wie sich das im einzelnen auswirken kann, soll hier kurz etwas näher ausgeführt werden.&lt;br /&gt;
:Viele Menschen kommen nur selten nach Schwerin, und wenn sie wirklich einmal dahinkommen, haben sie keine Gelegenheit, das Museum aufzusuchen. Ganz anders liegt die Sache, wenn ein Museum in der Nähe ist. Da wird mancher durch einen guten Freund oder Bekannten veranlaßt, an der Besichtigung desselben teilzunehmen. Findet er dann Gefallen an dem dort Gebotenen, so kommt er zum 2. und 3. Male wieder, wie wir es hier in Teterow schon häufig erlebt haben. So ein Besuch regt aber auch zum Sammeln selbst an. Wie oft haben wir hier den Fall schon gehabt, daß die Leute, wenn sie diese oder jene Sachen sahen, freudestrahlend ausriefen: &amp;quot;So ein Ding haben wir auch noch zu Hause!&amp;quot; &amp;quot;Auf unsere Bitte, es dann doch dem  Museum zu schenken, waren sie meistens gleich bereit dazu. Auf diese Weise haben wir schon vieles bekommen, was sonst wohl in den meisten Fällen der Vernichtung anheimgefallen wäre. Gerade durch die Ortsmuseen wird ohne Zweifel der Sinn und das Verständnis für die Heimatbundarbeit ungemein geweckt und gefördert, und das sollte man nicht vergessen, wenn man von diesen Einrichtungen zuweilen etwas geringschätzig spricht.&lt;br /&gt;
:Weiter mag hier gleich erwähnt werden, daß die Heimatmuseen sich auch für die Schulen segensreich auswirken können. Im Unterricht muß heute mehr als bisher die frühere Kultur berücksichtigt werden. Da kommt es dem Lehrer sehr zu statten, wenn  er seine Schüler gelegentlich eines Wandertages in das Heimatmuseum der in der Nähe liegenden Stadt führt und ihnen dort all die Gegenstände zeigt, über die er zu ihnen im Unterricht gesprochen hat, wie z. B. über die Werkzeuge der Steinzeit, über altes Geschirr, über die Geräte bei der Flachsbearbeitung usw. Bilder werden die unmittelbare Anschauung der Gegenstände selbst nie voll und ganz ersetzen können.&lt;br /&gt;
:Das Teterower Museum wurde schon des öfteren von Schulklassen besucht, und die Lehrer haben mir hinterher wiederholt erklärt, daß ihre Schüler reichen Gewinn von der Besichtigung gehabt hätten. Die Schulen sollten daher bei jeder passenden Gelegenheit das in ihrer Nähe vorhandene Ortsmuseum aufsuchen und dort den Kindern die alten Kulturgegenstände vorführen. Das dafür aufgebrachte Opfer an Zeit wird ganz gewiß nicht umsonst gewesen sein. Wenn die Kinder des Abends von einem solchen Ausflug nach Hause kommen, werden sie den Eltern viel zu erzählen wissen von allem, was sie am Tage gehört und gesehen haben. So wird der Museumsgedanke in das Volk hineingetragen, und diese Tatsache trägt wiederum dazu bei, daß die Arbeit des Heimatbundes gefördert und unterstützt wird. Nach dem hier Ausgeführten darf der Heimatbundes in seinem eigenen Interesse nicht unterlassen, sich für die Schaffung und Einrichtung von Ortsmuseen tatkräftig einzusetzen. Daß die Ortsmuseen schließlich auch noch den Verkehrsinteressen einer Stadt dienstbar gemacht werden können, wird ohne weiteres einleuchten und bedarf daher keiner besonderen Begründung.&lt;br /&gt;
:Wie ist nun Teterow zu einem Heimatmuseum gekommen?&lt;br /&gt;
:Am 12. Mai 1932 schlossen sich die wenigen hier wohnenden Einzelmitglieder des Heimatbundes Mecklenburg zu einer Ortsgruppe zusammen, um so gemeinsam besser und erfolgreicher für die Bestrebungen des Bundes wirken zu können. Die Zahl der Mitglieder war anfangs sehr klein. Nur 10 Herren fanden sich für dies Arbeit zusammen. Trotzdem gingen sie mit frischem Mut an ihre Aufgabe, den Heimatbund in seiner Tätigkeit zu unterstützen, hinan. Heute zählt die Ortsgruppe Teterow bereits rund 70 Mitglieder. Bei der Aufstellung eines Arbeitsplanes wurde von vornherein die Errichtung eines Heimatmuseums in Teterow ins Auge gefaßt. Aber das war keine leichte Sache. Es war nichts vorhanden, weder Raum, weder Sachen, noch Geld. Ganz anders lagen die Verhältnisse in unserer Nachbarstadt Malchin. Da kaufte die Stadt für 3000 RM. die reichhaltige Sammlung des Lehrers Berg zur Herrichtung eines Museums, gab zum weiteren Ausbau desselben jährlich einige hundert Mark her und stellte außerdem 3 schöne Räume im Rathaus zur Verfügung. In Waren wurde das dortige Ortsmuseum von einem Museumsverein gegründet, der seine ganzen Beiträge zu diesem Zwecke opfert und dann weiter auch noch von der Stadt unterstützt wird. Weil die hiesige Ortsgruppe sich aber dem Landesverband angeschlossen hat, so gehen fast unsere gesamten Beiträge nach Schwerin, und für das Heimatmuseum bleiben nur geringe Geldmittel übrig. Die Stadt konnte uns wegen ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage mit Geld nicht unterstützen. So waren wir auf uns allein angewiesen.&lt;br /&gt;
:Alle Hindernisse konnten uns aber doch nicht bewegen unser Vorhaben betreffs eines Heimatmuseums aufzugeben. Als im Frühjahr 1933 die Stadt Teterow in entgegenkommender Weise zwei Räume im Gewerbeschulhause für ein Museum zur Verfügung stellte, da wurden von der Ortsgruppe alle Bedenken bei Seite gesetzt. Sie forderte durch einen Aufruf in der Zeitung und durch sonstige Bekanntmachung zur Hergabe geeigneter Sachen auf. Die Bevölkerung aus der Stadt und der Umgegend kam dieser Bitte mit großer Bereitwilligkeit nach und brachte uns viel Brauchbares für unsere Sammlung. In der Person des Reichsbahninspektors Willi Bartels fanden wir einen Herrn, der sich mit vielem Geschick und großem Eifer der Museumsangelegenheit widmete. Ihm haben wir es in der Hauptsache zu danken, daß das Unternehmen schon im Laufe des Sommers solche Fortschritte machte, daß wir allen Ernstes daran denken konnten, das Museum noch im Herbst zu eröffnen. Am Sonntag, dem 24. September 1933, fand in Gegenwart des Professors Dr. h. c. Wossidlo, des Bürgermeisters Dr. Meyer, des Stadtverordnetenvorstehers Münter und vieler Einwohner unserer Stadt die feierliche Eröffnung des Teterower Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe begrüßte die Festversammlung, dankte allen Stiftern von Museumsgaben für ihre Unterstützung und sprach dann über die Bedeutung der Ortsmuseen. Weitere Ansprachen hielten Bürgermeister Dr. Meyer und Professor Wossidlo. An die Eröffnungsfeier schloß sich unmittelbar die Besichtigung des Museums. Alle waren erstaunt, was hier in so kurzer Zeit an altem Kulturgut zusammengebracht worden war. Man konnte aber gleich feststellen, daß die vorhandenen Räume zur Unterbringung der vielen Sachen völlig unzureichend waren. Professor Dr. Wossidlow, der beste Kenner unserer heimischen Volkskultur, sprach sich über die damals bereits vorliegende Sammlung sehr lobend aus und wies auf manches wertvolle Stück in derselben besonders hin. Inzwischen sind viele Gegenstände neu hinzugekommen. Das Museum wirbt jetzt selbst für sich am besten. So wird uns manches alte Kulturstück angeboten, auf das die Leute erst bei einer Besichtigung des Museums aufmerksam wurden und dessen großen kulturellen Wert sie vorher nicht zu schätzen wußten. In diesem Zusammenhange mag darauf hingewiesen werden, daß das Teterower Museum fast ausschließlich Sachen aus unserer Stadt selbst oder deren näherer Umgebung enthält. Das ist nicht überall der Fall. In manchen Ortsmuseen findet man viele Gegenstände, die aus allen Teilen unseres Landes herbeigeholt sind. Das ist ganz gewiß nicht richtig und entspricht auch keineswegs dem Charakter eines Ortsmuseums. Solche Sachen gehören in ein Landesmuseum. Teterow darf daher mit Recht für sich in Anspruch nehmen, wirklich ein Museum für unsere ostmecklenburgische Heimat geschaffen zu haben.&lt;br /&gt;
:Wenn nun aber jemand gern erfahren möchte, welche Altertümer das Teterower Heimatmuseum heute nach einjährigem Bestehen bereits enthält, so kann ich diesem Wunsche nur zu einem kleinen Teil nachkommen. Die Frage läßt sich nämlich im Rahmen dieser Arbeit nicht ausführlich beantworten. Ich will aber versuchen, das Wichtigste, nach Gruppen geordnet, hierüber mitzuteilen. Wer aber einmal Gelegenheit hat, nach Teterow zu kommen, der sollte nicht versäumen, unser Museum aufzusuchen. Er wird sicherlich dort manches Sehenswerte vorfinden, besonders an volkskundlichen Sachen.&lt;br /&gt;
:Die Vorgeschichte ist in unserm Museum zur Zeit leider nur mit wenigen Stücken vertreten. Daraus soll man aber nun nicht den Schluß ziehen, als wären diese Sachen hier nur, in geringem Maße vorhanden. Gerade in der Teterower Gegend sind viele wertvolle Zeugen aus der Steinzeit aufgefunden. Aber sie sind nicht dem Heimatmuseum zugeführt. Sie befinden sich teils noch im Privatbesitz, teils sind sie durch Verkauf in andere Sammlungen gekommen.&lt;br /&gt;
:In der Abteilung &amp;quot;Trachten&amp;quot; sind besonders Hüte, Mützen und Tücher für Frauen aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert in recht schöner Aufmachung vorhanden. Sie geben uns ein anschauliches Bild von dem Geschmack der damaligen Mode. Sehr reichhaltig ist die Sammlung der Handarbeiten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Hier finden sich nach Professor Wossidlos Urteil sehr seltene und wertvolle Stücke. Aus der Zeit unserer Urgroßväter ist eine Kücheneinrichtung fast lückenlos zusammengestellt. Selbst ein offener Herd mit allem Beiwerk (Kesselhaken, Dreifuß, Grapen usw.) ist aufgebaut und läßt uns einen Blick in die damalige Küchenwirtschaft tun. Auch altes Töpfer- und Porzellangeschirr, wie es während dieses Zeitabschnitts in Gebrauch war, konnte noch aus Stadt und Umgegend herbeigeschafft und dadurch für die Nachwelt sichergestellt werden. Sämtliche Geräte zur Flachsbearbeitung bis auf Schwingblock u. Webstuhl hat das Teterower Museum in tadellosem Zustande aufzuweisen. Die Abteilungen: Handwerk, Landwirtschaft, Waffen, Münzen und altertümliche Hausgegenstände enthalten bereits jetzt eine stattliche Zahl von Einzelnummern und werden in nächster Zeit noch erheblichen Zuwachs bekommen.&lt;br /&gt;
:Von der Glasindustrie, die zu Anfang des vorigen Jahrhunderts noch in der Panstorfer Glashütte in Betrieb war, können hier verschiedene Stücke gezeigt werden, desgleichen auch von den früher in Teterow angefertigten Kunsttöpferwaren.&lt;br /&gt;
:Diese kleine Auslese aus dem Bestand der hiesigen Sammlung mag genügen, um zu zeigen, daß die Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes nach besten Kräften bemüht waren, ihr Museum zweckentsprechend aufzubauen. Große Sorge macht uns aber noch immer die Raumfrage. Seit der Eröffnung im vorigen Jahre sind uns so viele schöne Sachen gebracht, daß es uns wirklich Mühe macht, sie überhaupt noch unterzubringen, geschweige sie richtig und ordnungsgemäß aufzustellen. Wir werden deshalb in nächster Zeit die Frage ernstlich erwägen müssen, ob es im Interesse der Museumssache selbst nicht besser wäre, wenn die Ortsgruppe ihr Eigentumsrecht an die Stadt abtreten würde. Die Stadt kann für den Ausbau des Museums mehr Geldmittel zur Verfügung stellen, als wir bei dem geringen Ueberschuß von unsern Beiträgen jemals hergeben können. Vielleicht gelingt es der Ortsgruppe, diese Frage einmal einer glücklichen Lösung entgegenzuführen, damit das Teterower Heimatmuseum in keiner Weise hinter den andern Ortsmuseen unseres Landes zurücksteht.&lt;br /&gt;
:undatierter Zeitungsartikel zur ältesten Teterower Urkunde (verm. zwischen 1940 - 1945)&lt;br /&gt;
:... Bei Eröffnung des Teterower Heimatmuseums wurde sie als Leihgabe dorthin gegeben. Sie wurde zusammen mit einer mittelalterlichen Uebersetzung doppelseitig unter Glas gerahmt. Da sie das älteste und wertvollste Stück des Teterower Heimatmuseums ist, hat sie gegenwärtig an anderer Stelle einen sicheren Platz bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Feuerwehrmuseum===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
===Hospital St. Gertruden===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ehemalige Hospital St. Gertrud am Gertrudensteig ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===St.Jürgen Hospital===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Apotheken in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Teterower Feuerwehr==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Wirtschaftsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fischerei in  Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerkszünfte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verkehrsnetz in der Region Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen|Über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Teterower Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Vereinsgeschichte(n)==&lt;br /&gt;
===Die Teterower Schützenvereine===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bergring - Europas schönste Grasrennbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg007/484026143.pdf &amp;quot;Bergring Teterow (Meckl. Schweiz)&amp;quot; Gerhard Böhmer In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.7 (1931) 8 S.393-394]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/51368719X.pdf 12. Teterower Bergring-Rennen um den &amp;quot;Preis von Mecklenburg&amp;quot; In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 128 S.467]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513750924.pdf Der &amp;quot;Mecklenburgische Nürburgring&amp;quot; hält, was er verspricht In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 129 S.514] &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616616.pdf Bergring Teterow (Meckl. Schweiz) Carl Schröder In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.378-379]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst im öffentlichen Raum Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Hechtbrunnen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was der Teterower Bürgermeister 1912 zum Brunnen schreibt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1912 richtet der Teterower Bürgermeister Dr. Müller ein amtliches Schreiben mit folgenden Worten an das Schweriner Kabinett, &amp;quot;Wie allgemein bekannt sein dürfte, werden die Teterower, besonders auswärts, immer mit der Frage geneckt: Hewwt Ji em all wedder?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Mit dieser Einführung erbittet er nunmehr die Genehmigung zur Aufstellung eines Brunnens mit Hecht, &amp;quot;der die Teterower in die Lage versetzen würde, diese Neckereien dann endlich zurückzuweisen, indem sie antworten können: Ja, wi hem´em, kiek em Di an, up´n Markt steiht he!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die Bürgermeister-Worte überzeugten und mit der bald darauf aus Schwerin erteilten Genehmigung konnten die Teterower Geld sammeln und einen Wettbewerb zu seiner Ausführung ausloben. &lt;br /&gt;
:Neun Architekten und Bildhauer schickten ihre Entwürfe.&lt;br /&gt;
:1200 Goldmark brachte die erste Sammelaktion ein.&lt;br /&gt;
:Der Entwurf des renomierten Mecklenburger Bildhauers Wilhelm Wandschneider überzeugte die Stadtvertreter besonders.&lt;br /&gt;
:Im November 1913 konnte der Bau des Brunnens aus Granit-Porphyr beginnen.&lt;br /&gt;
:Der Redakteur des &amp;quot;Kladderadatsch&amp;quot;, damals Deutschlands meistgelesene Satirezeitschrift, Paul Warnke, gebürtiger Lübzer und redaktioneller Amtsnachfolger von Johannes Trojan, lieferte den Text für die Randinschrift: &amp;quot;Wek Lüd sünd klauk un wek sünd daesig un wek de sünd wat aewernäsig. Lat´t er spijöken, Kinnings la´t! De Klock hett lüer´t, de Hekt is fat´t&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Teterower Zeitung&amp;quot; berichtet darüber: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Große Heiterkeit erregte es, als man in dem unteren Bassin einen kapitalen lebenden Hecht der an einem in den Landesfarben gehaltenen Band eine Glocke um den Hals trug, lustig umherschwimmen sah.&amp;quot; (TZ 19. Mai 1914)&lt;br /&gt;
:Seither trägt das kleine Kerlchen den übergroßen Hecht auf seinen Schultern zu Markte.&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde der Knabe im Schutze des neuen, dritten Rathauses zum ersten Wahrzeichen der Stadt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616489.pdf Unsachliches über Teterow Gisela Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.376-377]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg017/523388950.pdf Wandschneider plaudert aus seinem Leben : von Amerika nach Teterow Wilhelm Wandschneider In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.17 (1941) 198 S.114-115]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die verschobene Kirche===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Mittelpunkt (von MV?)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blüchers Pfeife===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower Katze===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Denkmale in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kriegerdenkmal===&lt;br /&gt;
:Auf Initiative des neu ins Amt berufenen Bürgermeisters Franz von Pentz wurde am 3. April 1881 der Teterower Verschönerungsverein gegründet. &lt;br /&gt;
:Eines der ersten Anliegen des Vereins war die Errichtung eines Kriegerdenkmals mit den Namen der toten Teterower Soldaten. Unterstützung fand der Verein dabei beim Kampfgenossen-Verein, der u. a. einen Programmabend für das zu errichtende Kriegerdenkmal veranstaltete, der Erlös betrug 130 M. Eine Lotterie mit Gewinn-Gegenständen von Arbeiten der Teterower Industrieschule sollte folgen. Einer der wesentlichen Unterstützer des Projektes war der Bauinspektor Wilhelm Müller, Besitzer einer Eisengießerei und Maschinenfabrik in Teterow. Er ließ auf seine Kosten die etwa 4 m lange Säule herstellen. Am 2. September 1882 - dem Jahrestag der Schlacht von Sedan - wurde die Einweihung auf dem Wilhelmsplatz (heute Platz des Friedens) vorgenommen. Eine zeitgenössische Beschreibung: &amp;quot;Auf einem Sockel von poliertem Granit erhebt sich eine ebenfalls granitne polierte Säule mit korinthischem Kapitäl. Auf demselben befindet sich die aus Chamotte gefertigte und vergoldete Figur einer Friedensgöttin, welche in der Linken einen Palmenzweig, in der Rechten einen Lorbeerkranz hält. Die Vorderseite des polierten Sockels trägt eine Tafel, auf welcher in vergoldeten Buchstaben die Namen der im Feldzuge 1870/71 aus hiesigem Amtsgerichtsbezirk gefallenen Krieger verzeichnet sind. Ein eisernes Kreuz mit der Inschrift &amp;quot;Mit Gott für Fürst und Vaterland&amp;quot; schmückt die Tafel, und unter demselben befinden sich folgende Namen:&lt;br /&gt;
:Heinrich Fiedler aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schmaedcke aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schenck aus Teterow&lt;br /&gt;
:Heinrich Schoenfeldt aus Nienhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Düsing aus Neu-Wockern&lt;br /&gt;
:Johann Rüger aus Bristow&lt;br /&gt;
:Christian Dabbert aus Baartz&lt;br /&gt;
:Johann Ernst aus Appelhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Krüger aus Vollrathsruhe&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1903 erfolgte die gärtnerische Anlage durch den Verschönerungsverein. 1908 gab es noch einen Beschluss der Rats- und Bürgersitzung im Frühjahr 1909 den Siegesengel neu vergolden zu lassen. Das dazu aufgestellte Gerüst wurde auch von jemandem genutzt, der den Palmzweig zerbrochen hatte. 1947 wurde dann das Denkmal zerstört, der Sockel auf dem St. Georgs Friedhof aufgestellt. Bildhauer Willy Freese und sein Sohn Karl-Heinz fertigten aus den Trümmern der Säule eine Kugel, die heute den Sockel krönt.&lt;br /&gt;
:Das Denkmal im Ganzen muss über 9 m hoch gewesen sein. Ein ähnliches Denkmal befand sich in Stavenhagen, wurde aber auch zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Bismarck-Denkmal===&lt;br /&gt;
:Mit dem Fund eines Felsens von 4,5 m Länge und 3 m Breite in der Pampower Feldmark kam im Januar 1900 die Idee auf, diesen für ein Bismarck-Denkmal nutzen zu wollen. Die Kosten dafür waren auf 500 M geschätzt worden und wurden per Listensammlung bereits Ende Januar erreicht. Vorgesehene Standorte dafür waren u. a. die Heidberge oder der Schulkamp, letztlich entschied man sich aber für den Friedrich-Franz-Platz - seinen heutigen Standort.&lt;br /&gt;
:Zum Abtransport wurde der Stein in seine heutige Form gebracht, mit einem Gewicht von 22,5 t. Mittels 4 Dampfpflug-Lokomobilen der Herren Jenke und Godow wurde er im Mai 1900 in die Stadt gebracht. Zu überwinden galt es dabei die Bedenken der Chausseebauverwaltung und auch die Eisenbahnverwaltung gestattete das Überqueren der Geleise erst nach Durchfahrt des letzten Zuges um 1.00 Uhr nachts. Am 8. Mai 1900 konnte er unter Musik der städtischen Kapelle abgeladen werden. Am 12. März trafen sich in Lembckes Lokal die Spender des Bismarck-Denkmals zur Auswertung.&lt;br /&gt;
:Die bis dahin entstandenen Kosten beliefen sich bereits auf 900 M, die Einnahmen betrugen nur 630 M. Trotzdem erschien den Beteiligten eine Finanzierung des Fehlbetrages möglich und die Idee für ein Medaillon-Bildnis des Fürsten Bismarck entstand. Nach Beratung am 26. März 1900 zwischen Bürgervertretung und Verwaltung wird diese beauftragt, ein Fundament für den Stein errichten zu lassen und der Bürgermeister kann von einer Spende in Höhe von 300 M von Herrn Hermann Paepcke aus Chicago für ein Bismarckmedaillon berichten. Bereits am 30. Mai 1900 begannen die Untermauerungsarbeiten für den Stein, dabei wurden Knochenreste des ehemaligen Friedhofes vor dem Gertrudenstift gefunden. Im September 1901 wurde dann die Vertiefung zur Aufnahme des Medaillons in den Stein gehauen. Im September 1901 kam der Verschönerungsverein zusammen und beschloss unter anderem, einen Klinkersteig am Bismarck-Denkmal verlegen zu lassen, was im September 1902 geschah. Noch im September 1901 wurde das Porträt des ehemaligen Kanzlers in den Stein eingelassen. Von einer offiziellen Einweihung lässt sich in den Zeitungen der Zeit nichts finden.&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich 1947 in Berlin die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (V.V.N.). Die Ortsgruppe des V.V.N. Teterow forderte für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Faschismus die Überlassung des Bismarcksteins. Da die Denkmalpflege keine Einwände hatte, konnte die Umnutzung erfolgen und zum 1. Mai 1949 übernahm die Stadt den Stein in ihren Schutz, das Bismarck-Medaillon kam ins Museum. (Mit der Auflösung des Museums wurde das Medaillon ins Museum nach Waren verbracht und verschwand dort). Mit der Errichtung des Denkmals am Mühlenteich 1969 hatte der V.V.N.-Stein ausgedient und erhielt 1977 eine Platte mit einigen Angaben. Auf Initiative des Heimatbundes Teterow e. V. konnte durch eine Spendensammlung am 31. Juli 1998 wieder ein Bismarck-Medaillon am Stein enthüllt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bismarckstein 1.jpg|thumb|350px|rechts|Bismark-Stein (Quelle: Stadtarchiv Teterow)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrenmal in den Heidbergen===&lt;br /&gt;
:Ursprünglich hatte schon der Baudirektor Gustav Hamann aus Schwerin - 1910 bei der Errichtung des Rathauses in Teterow weilend - einen Turm auf dem Teterower Heidberg errichten wollen. Die Lage über der Stadt bot eine gute Fernsicht und hätte auch den Tourismus in der Stadt weiter beleben können. Daher wandte er sich mit Schreiben vom 27. Januar 1910 an den Bürgermeister Schmidt mit dem Vorschlag, einen Aussichtsturm auf dem Heidberg zu errichten. Hamann wollte dazu kostenlos eine Zeichnung und einen Kostenvoranschlag zur Verfügung stellen. Nach Rücksprache mit Hamann wurde von der Rats- und Bürgersitzung die Einrichtung eines Baufonds bewilligt, in den bis 1926 70,89 Mark eingezahlt wurden. Am 26. November 1922 wurden die Gedenktafeln an die Gefallenen des 1. Weltkrieges der Kirchengemeinde in der Pfarrkirche eingeweiht, dies war der Anlass für Kriegerverein und Gewerbetreibende eine Würdigung für die Gefallenen in der Stadt anzuregen. Beide bildenten am 25. September 1924 ein Komitee, dem die Herren Molkereibesitzer Wickboldt, Major von Zeppelin auf Appelhagen, Bürgermeister Dr. Müller, Lehrer Köpcke, Kaufmann Ehrich, Gärtnereibesitzer Franz, Pastor Schumacher, Ihde, Kaufmann Bülow, Kämmereiberechner Rußdorf, Uhrmacher Mäting, Maurermeister Kohlert, Voß, Müschen, Vick und später auch Ackerbürger Hannemann angehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Spenden zum Bau stammten von Teterowern mittels Haussammlungen, kamen aber auch von ausgewanderten Familien (Hugo Altschwager aus Milwaukee, Erna Volkner aus Chicago), Zeitungsanzeigen, Benefizveranstaltungen und eine Lotterie brachten ebenfalls Geld ein. Die Inflation ließ das gesammelte Geld immer wieder zusammenschrumpfen. Molkereibesitzer Wickboldt dazu: &amp;quot;Immer wenn die Kommission glaubte nunmehr bald mit dem Bau beginnen zu können, war der Wert der Mark wieder geschwunden. Es mag als Kuriosa angeführt werden, das wir im Jahr 1923, um noch etwas von den Geldern zu retten, mit dem Restgeld eine Kiste Kognak kauften, um es wertbeständig anzulegen. Dies ist bei späteren Verlosungen auch wieder verwertet worden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur Standortfrage wendete sich die Kommission an den Heimatbund Mecklenburg, dieser empfahl den Stadtgartendirektor Schomburg als Sachverständigen, der mehrere Standorte untersuchte. Der Friedhof schien als Platz durchaus geeignet, da Hintergrund und Anlage bereits vorhanden waren, für größere Gedenkfeiern fehlte allerdings der Platz. Ein Platz auf dem Schulkamp kam wegen des kleinen Geländes nicht in Frage. Das Mühlenbruch böte genug Platz, hätte aber für ein Ehrenmal befestigt werden müssen. Der Halbkreisrasen gegenüber dem Bahnhof wäre &amp;quot;bedingt durch den Post- und Bahnhofsverkehr der Obhut des Publikums anvertraut&amp;quot; und somit geeignet. Der Heidberg schien für eine weit ins Land ragende Gedächtnisstätte geeignet. Der weite Weg könnte durch Fahrgelegenheiten absolviert werden und auch die &amp;quot;alte Herren-Kolonne&amp;quot; mit zum Teil über 80jährigen legte diesen Weg täglich zurück. Ein weiteres Argument war, dass der Heidberg der historische Platz für die Gedenkfeiern der Teterower sei. Die Sedan-Feier und auch die Feier 1813 hatten hier stattgefunden, an diesen Tagen brannten Holzstöße und fast ganz Teterow - Alt und Jung - waren hier versammelt. Daher beschloss die Denkmalkommission den Standort Heidberg und die Stadtverordnetenversammlung genehmigte im November die Freigabe des Platzes für ein Denkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Gestaltung erarbeitete die Kommission schon im Dezember 1925 Leitsätze und stellte diese den Vereinen zur Diskussion. Mit Verweis auf den Ernst-Moritz-Arndt-Turm in Bergen wurde eine Verbindung aus Aussichtsturm und Denkmal vorgeschlagen, entsprechende Entwürfe dazu wurden im Schaufenster des Kaufhauses Ramelow ausgestellt. Die Ausführung eines Turmes durch Teterower Firmen war ein weiteres Argument für diese Variante, da bei einer Skulptur ein auswertiger Künstler das Geld erhalten würde. Zahlreiche Künstler reichten dazu Entwürfe ein. Im November 1926 empfahl daher der Geheime Baurat Pries aus Schwerin (Mitglied des Ausschusses für Denkmalspflege und Denkmalsbau der Mecklenburg-Schwerinschen Regierung) der Kommission den Entwurf von Korff aus Laage, der daraufhin einstimmig angenommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch im Dezember 1926 erfolgten die Ausschreibungen, die Bauausführung übernimmt Maurermeister Krenzin aus Rostock, die Bauarbeiten die Maurermeister Kohlert und Rathcke aus Teterow. Zur Grundsteinlegung am 12. Juni 1927 konnte bei Gärtner Franz kostenlos Grünes zum Schmücken der Häuser abgeholt werden. Der Festzug versammelte sich um 15.30 Uhr auf dem Wilhelmsplatz (Platz des Friedens) und setzte sich um 16.00 Uhr in Bewegung. In den Grundstein war ein Bleibehälter eingelassen, der Geld, Briefmarken und Papiere enthielt. Nach den Ansprachen erfolgten die symbolischen Hammerschläge und das Spiel des Posaunenchores. Am Abend wurde zum Großen Festball im Hotel &amp;quot;Mecklenburger Hof&amp;quot; eingeladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Weihe des Ehrenmals erfolgte in ähnlicher Form wie die Grundsteinlegung. Erwähnt wurden einige Baudetails: Höhe: 20,1 m, 114 Stufen, Schwertlänge: 8,5 m, Kosten über 18.000 RM, 104 Tage Bauzeit, 23.350 Ziegel und 50 t Zement wurden verbaut. Die Gestaltung des Umfeldes und die Anlage eines Weges wurde 1928 durch Teterower Vereine bewerkstelligt. Fortan wurde das Ehrenmal für Feiern und Kranzniederlegungen zum Ewigkeitssonntag und zur Tannenbergfeier (am 27. August - siegreichen Schlacht gegen Russland 1914) regelmäßig genutzt. Darüber hinaus war es auch Treffpunkt des Stahlhelmtages in Teterow am 14. und 15. Juni 1930, des Teterow-Malchiner-Schülertreffen am 24. Juni 1931 und des SA-Tages am 19. Juni 1932. Die Reden bei diesen Anlässen entsprachen mit dem üblichem Chauvinismus und Revanchismus der Zeit. Einen Höhepunkt des Missbrauchs erlebte das Ehrenmal dann mit dem Besuch Adolf Hitlers, der von hier am 19. September 1937 das Herbstmanöver der Wehrmacht beobachtete. 1939 erfolgte noch der Anbau der Wärterkabine mit Verkaufsstand und die Anbringung der Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen. Im 2. Weltkrieg befand sich im Umfeld eine Funkmessstation, das Ehrenmal lag im umliegenden Sperrgebiet und war somit nicht zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach 1945 verlor das Ehrenmal seinen Zweck als zentraler Gedächtnisort der Stadt an den VVN-Stein und später an das Denkmal am Mühlenteich. Ansichtskarten der Zeit bezeichnen es dann auch folgerichtig als &amp;quot;Aussichtsturm auf dem Heidberg&amp;quot;. Erst 1979 gab es die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt. Mit dem politischen Umbruch 1989/90 galten die anderen Denkmale als belastet und das Ehrenmal wurde wieder der zentrale Gedenkort Teterows. Die Bedeutung des Ehrenmals wurde auf alle Opfer von Krieg und Gewalt erweitert, die entsprechenden Tafeln 1999 angebracht. Zu jedem Volkstrauertag sind Teterower hier im Gedenken versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow, das Schilda Norddeutschlands?==&lt;br /&gt;
* [[Teterow, das Schilda Norddeutschlands?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Teterower Feldmark==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Flurnamen und Lokalbezeichnungen der Stadt und Feldmark Teterow&amp;quot; zusammengestellt und erläutert von Dr. Gerhard Böhmer Stand 1.1.1934]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=109262</id>
		<title>Teterow fortlaufende Chronik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=109262"/>
		<updated>2024-03-26T06:55:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Das Teterower Stadtmuseum */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterows Geschichte als Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Steinzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Steinkiste&lt;br /&gt;
Die Steinkiste befindet sich im Hohen Holz. 1902 wurde sie bei Fällarbeiten entdeckt. Ein 18 m langer und 7 m breiter Hügel bedeckte die Steinkiste. Bei der Ausgrabung durch Bürgermeister Dr. Franz von Pentz fehlte bereits der Deckstein. Die Kammer ist 1 m lang und 0,8 m breit und war von einer Rollsteinpackung umgeben. Sie enthielt einige Scherben von Tongefäßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Großsteingrab&lt;br /&gt;
Das Großsteingrab befindet sich an der Chaussee nach Rostock. Der Deckstein enthält kleine, runde Vertiefungen (&amp;quot;Schälchen&amp;quot;), die mit kultischen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Ein weiterer Deckstein hat sich in die Kammer gesenkt. Bürgermeister Dr. Franz von Pentz hat hier einen Hohlmeißel, ein dicknackiges Beil, Keramik und Skelettreste ausgegraben, 1907 ließ er die Anlage mit Eichen einfrieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;3.Jahrtausend v.u.Z.&lt;br /&gt;
:Besiedlung der Insel im Teterower See&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Bronzezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzegeräte von Teterow&lt;br /&gt;
:Am 12. Dec. 1859 wurden zu Teterow vor dem rostocker Thore beim Planiren des Terrains neben dem Friedhofe von dem Herrn Maurermeister Pohlmann zu Teterow gefunden:&lt;br /&gt;
:2 Handbergen aus Bronze und&lt;br /&gt;
:2 spiralcylindrische Armringe, mit leichtem edlen Rost, vollständig erhalten, jedoch alle beim Herausnehmen zerbrochen, und vom Burgemeister und Rath der Stadt Teterow geschenkt&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1861&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hifthorn von Teterow&lt;br /&gt;
:Beim Ausmodden eines Sumpfes auf der Feldmark der Stadt Teterow ward ein Hifthorn aus Bronze gefunden, durch den Herrn Inspector Beneke zu Pampow bei Teterow erworben und von diesem dem Vereine zum Geschenke gemacht. Dieses interessante Stück des Alterthums bildet ein Seitenstück zu dem merkwürdigen Hifthorn von Wismar, welches im Jahresbericht III, S. 67 flgd. beschrieben und abgebildet ist; es hat nicht die interessanten Gravirungen des wismarschen Hornes, aber dieselben Verzierungen, und stammt mit diesem ohne Zweifel aus derselben Zeit. Auch hat das teterowsche Horn eine andere Einrichtung, indem es aus Einem Stücke, das wismarsche aber aus drei Stücken besteht und nur zum Beschlage eines natürlichen Hornes gedient hat.&lt;br /&gt;
:Das Horn von Teterow ist aus Bronze aus Einem Stücke gegossen. Es bildet das Mundstück und den mittlern Theil des Ganzen; die Schallmündung ist aus natürlichem Horn oder Metall angesetzt gewesen, wie die Nietlöcher am Ende beweisen. Das Ganze ist etwas gekrümmt, wie das wismarsche Horn, in grader Richtung 12&amp;quot; lang und am weiten Ende 3&amp;quot; im Durchmesser. In Entfernungen von ungefähr 1 1/4&amp;quot; ist es 9 Male durch zwei neben einander stehende, erhabene Reifen in 9 Felder getheilt; die Reifen sind mit eingravirten Schrägelinien verziert. Die Reifenpaare sind an beiden Seiten durch die bekannten, kleinen, mit Stempeln eingeschlagenen Dreiecke begrenzt; diese einer gewissen Zeit der Bronze=Periode eigenthümliche Verzierung ist durchaus charakteristisch, überall gleich und findet sich öfter. Durch diese Verzierungen steht das teterowsche Horn dem wismarschen in der Zeit ohne Zweifel gleich. Hat auch das teterowsche Horn weiter gar keine Verzierungen, so ist es doch im Charakter dem Mundstücke des wismarschen Hornes (abgebildet Lithographie zu Jahresber. III, Fig I.) völlig gleich. Auf dem 7ten Doppelreifen vom Mundstücke und dem 3ten von der Schallöffnung sitzt ein angegossener Ring zur Aufnahme einer Schnur.&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1848&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Scherbenfund in der Schulstraße&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen von Versorgungsleitungen entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks in der Schulstraße Scherben aus der Bronzezeit.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 07.10.2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzezeitliche Siedlung und Gräberfeld am Erlenbruch&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen einer Versorgungstrasse zwischen Erlenbruch und Stadtrandsiedlung stieß Stefan Benesch auf ein bronzezeitliches Gräberfeld mit Scherben und Leichenbrand. In der Nähe Reste von drei bronzezeitlichen Häusern.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 09.11.1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Eisenzeit==&lt;br /&gt;
;Wohnstätten&lt;br /&gt;
:Gefunden 1905&lt;br /&gt;
:In festem Boden, fast 2 m tief, massenweise Scherben, dabei auch Tierknochen und Brandschichten. Genaueres über die Anlage war nicht festzustellen&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Grab am Pudelberg 1905&lt;br /&gt;
:Auf dem Pudelberge in einer flachen, sandigen Kuppe mit Lehmmergelstreifen. Grab, dessen Grund 1,75 m tief rechteckig 2,70 X 2,90 m, eingefasst mit einer Steinnmauer von 0,90 m. Der Grund mit Steinen abgedeckt; auch über der Bestattung kleine Steinabdeckung und Quermauer; Holzspuren weisen auf eine Holzüberdeckung; von den Bestatteten (zwei, N - S) nur Spuren; die Zugehörigkeit der Beigaben nicht genau bestimmbar; anscheinend östliche Leiche: Schwert am Oberkörper, links in der Kopfgegend Glasgefäss und Tonbecher, zu Füssen Bronzeschale mit Buckelrand; zwischen der östlichen und westlichen Leiche in der Kopfgegend Würfel und Spielstein; westliche Leiche: rechts in der Halsgegend Pfeilbündel, zu Füssen Bronzegefäss&lt;br /&gt;
:Schwert: Das prächtige Stück steckt in einer Holzscheide, die mit einem erhabenen Mittelgrate verziert ist. Die Länge der Klinge beträgt 91,5 cm, die Breite oben 5,5, unten 4,5 cm. Die Scheide wird abgeschlossen durch einen halbrunden Silberbeschlag, an dem eine reich gemusterte überfassende Zwinge (Ortband) aus Silber z. T. vergoldet, und mit Niello verziert angebracht ist. Der Griffteil besteht aus einer flachen Griffangel, darüber geschoben eine spitzovale Parierplatte von 10,5 cm Länge. Vom Griff selbst ist leider nichts erhalten, als einige Holzspuren. Als Scheidenbeschlag wird gedient haben ein Stück Silberblech, welches sich der Wölbung der Scheide anpasst, ein silbernes Band, welches wohl den oberen Scheidenabsatz umfasst (Mundstück), und kleine Silberstreifen, vielleicht auch kleine runde Glasscheiben in einen Bronzering gefasst, von denen Bruchstücke erhalten sind.&lt;br /&gt;
:Pfeilspitzen: ein ganzes zusammengerostetes Bündel, mindestens 15 Stück, mit Holzschaft, stark, dreikantig, mit eingezogenen Seiten, 4,5 cm lang,&lt;br /&gt;
:Knochenwürfel: die Zahlen anders verteilt wie heute üblich 1:3, 2:5, 4:6,&lt;br /&gt;
:Spielstein: ein kleiner konischer Spielstein aus Knochen&lt;br /&gt;
:Glasgefäss: Bruchstücke eines Trinkbechers, sehr dünnes, farbloses Glas, belegt mit langgezogenen Glasfäden, welche oben und unten im spitzen Winkel zusammenlaufen und die Spuren der Vergoldung zeigen, der Rand leicht verstärkt, die Mündung etwa 10 cm weit; Reste eines nach aussen geneigten Fusses, Höhe etwa 18 bis 20 cm&lt;br /&gt;
:Bronzekessel: mit flachgewölbtem Boden, scharfer, tiefliegender Bauchkante, eingezogenem Oberteil, nach aussen gebogenem Rande, zwei fast dreieckign Henkelösen, Henkelband mit Strichverzierungen und aufgebogenen Enden. Innere Weite 26,5 cm, Randbreite 1 cm, Höhe 15,5 cm,&lt;br /&gt;
:Bronzene Schale mit gebuckeltem Rande: Wandung leicht nach innen geschweift, runde Standfläche aus nach aussen gebogenen Blechreifen, der Rand ausgebogen und mit von innen getriebenen Buckeln verziert. Innere Weite 26 cm, Randbreite 2 cm, Höhe 11 cm.&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gräberfeld der Germanen in der Niendorfer Furt&lt;br /&gt;
:Bei der Erweiterung eines Gewerbegebietes wurden durch Bodendenkmalpfleger Roland Ducks germanische Urnen mit Durchmessern zwischen 16,5 und 11 cm gefunden.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.10.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Germanischer Siedlungsplatz auf dem Sportplatz des Gymnasiums&lt;br /&gt;
:Bei Erdarbeiten auf dem Sportplatz des Gymnasiums entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks Keramiken und eine Reibplatte - zum Ausmahlen von Getreide.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.07.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Slawenzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6./7. Jahrhundert n.Ch.&lt;br /&gt;
:Slawische Einwanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;vom &#039;&#039;&#039;9. bis zum 12. Jahrhundert&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:existierte auf der heutigen &amp;quot;Burgwallinsel&amp;quot; im Teterower See eine in drei Bauperioden errichtete bedeutenden slawische Burganlage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Burgwall===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zusammenfassung der Grabungsergebnisse (Fundbeschreibung) von 1950 bis 1953:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf eine bestehende offene Siedlung folgten vom Ende des 9. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts drei Burgphasen.&lt;br /&gt;
:Eine 750m lange Brückenanlage verband die Burgwallinsel mit dem Festland.&lt;br /&gt;
:Sie bestand aus senkrechten Pfosten und schrägen Stützen, auf denen vierkantige Träger auflagen.&lt;br /&gt;
:Die Einzeljoche waren durch locker auf die Träger gelegte Unterzüge verbunden, auf denen die Bohlen lagen, die zusätzlich durch Rödeleisen verbunden waren und ein Geländer trugen.&lt;br /&gt;
:Die Brücke, für die ebenfalls drei Bauphasen nachzuweisen waren, traf im Süden vor dem 4m hohen Abschnittswall der 1,2 ha großen Vorburg auf die Insel.&lt;br /&gt;
:Ein zweiter Wall trennte Vor- und Hauptburg von einander. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der auf einer natürlichen Anhöhe gelegenen 0,6 ha großen Burg mit einer Innenfläche von 25 x 50 m ist durch Gruben, Teilen von Hauspflastern, Herdstellen und Backöfen nachgewiesen.&lt;br /&gt;
:Sie zeigte in der Hauptburg dicht Bebauung, in der Vorburg nur entlang der Wälle.&lt;br /&gt;
:Der Wall war in der ersten und zweiten Phase in Kastenbauweise errichtet, während der dritten Phase nur aus einer Palisade mit Planken, die die Vorderfront verstärkten bestand.&lt;br /&gt;
:Während es in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts, also nach der ersten Besiedlungsphase, zu einer Brandzerstörung kam, wurde die Burg schließlich im 12. Jahrhundert friedlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
:Bei den Funden überwiegt wendische Keramik der Menkendorfer Gruppe und Knochen.&lt;br /&gt;
:Keramikfunde der Teterower Gruppe werden dagegen in das 11. und 12. Jahrhundert datiert, bei der der Fundort beim Teterower Burgwall anmengebend für den Typ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Aus Archäologie folgt Korrektur der gängigen Geschichtsschreibung===&lt;br /&gt;
;Zu nachfolgend angeführten Quellen ist der Hinweis erforderlich, das die Mehrheit heute tätiger Historiker die Meinung vertritt, das es sich bei der Teterower Burganlage wohl eher nicht um die in frühen Quellen genannte Burg Othimars handelt und diese mehrheitlich mit der wendischen Burganlage von Behren-Lübchin in Verbindung gebracht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen vor den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514905980.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (2) Rudolf Asmus Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 1928 S.1-5 (&#039;&#039;&#039;Teil 1 ist 1926 in der Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; erschienen!&#039;&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906111.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (3)  Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (3.) Fortsetzung Rudolf Asmus. - In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 2, S.9-11]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906332.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (4.) Schluß Rudolf Asmus In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 3, S.17-19 ]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513452567.pdf Frühgeschichtliches und Vorgeschichtliches vom Teterower See Rudolf Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.354-359]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen während und nach den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Ein vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1950/51&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Landesamt für Denkmalpflege Schwerin (Hg.) &amp;quot;Denkmalpflege in Mecklenburg Jahrbuch 1951/52&amp;quot; S. 198 - 212, Sachsenverlag Dresden o. J.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Slawische Töpferei in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Volksdruckerei Ludwigslust 1964&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Der Holzbau bei den nordwestslawischen Stämmen vom 8. bis 12. Jahrhundert&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow (1950 - 1953) Forschungen auf einer slawischen Burg im See&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Gralow, Klaus-Dieter / Stange, Hartmuth (Hg.) &amp;quot;Ewald Schuldt - Archäologische Expeditionen im eigenen Land (1950 - 1984)&amp;quot; S. 7 - 48, Stock &amp;amp; Stein Verlag Schwerin 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1952/53&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin (Hg.) &amp;quot;Jahrbuch für Bodendenkmalpflege in Mecklenburg 1953&amp;quot; S. 84 - 107, Petermänken-Verlag Schwerin 1955&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow - Ein slawischer Burgwall in Mecklenburg&amp;quot; (Text- und Beilagenband)&lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1963&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1235&lt;br /&gt;
:Teterow ( slaw. &amp;quot;Birkhahnort&amp;quot;) erhält Stadtrecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Hoffmann : &lt;br /&gt;
Die Gründung der Stadt Teterow &lt;br /&gt;
In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 138-139 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit Penzlin ist die Reihe der Werleschen Städte, von denen uns Stiftungsbriefe erhalten sind, abgeschlossen. Man muß sich daher darauf beschränken, die Entstehung der übrigen Städte der Herrschaft Werle aus späteren Zeugnissen aufzuklären und ihr ungefähres Alter zu bestimmen. &lt;br /&gt;
:Teterow ist die Stadt, die uns in dieser Gruppe am frühesten als solche begegnet. &lt;br /&gt;
:Die Stadt liegt zwischen Güstrow und Malchin am Fuße der Heidberge. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1272 wird die Stadt zum erstenmal erwähnt (M.U.B. II, 1261). &lt;br /&gt;
:Anscheinend hat sie jedoch damals schon einige Zeit bestanden. &lt;br /&gt;
:Denn in diesem Jahr wird der Stadt das Dorf Baudorf mit 43 Hufen von Nikolaus von Werle verliehen. &lt;br /&gt;
:Diese Verleihung deutet darauf hin, daß der Stadt ihre bisherigen Besitzungen nicht mehr genügten, und wir können damit zugleich auch schon auf eine gewisse Blüte der Stadt schließen. &lt;br /&gt;
:Ferner erkennen wir auch aus derselben Urkunde des Jahres 1272, daß Teterow bei seiner Gründung durch Nikolaus von Werle Schweriner Stadtrecht verliehen wurde. &lt;br /&gt;
:Denn es heißt in ihr, daß die Ratmänner für sich den Friedensschilling benutzen sollten (Consules etiam suis vsibus pacis denarios usurpabunt). &lt;br /&gt;
:Da dieses Teterower Ratsprivileg genau dem des Schwerin-Güstrower Rechts entspricht, so können wir daraus schließen, daß auch sonst Schweriner Recht in Teterow galt. &lt;br /&gt;
:Ob damals, als die Stadt gegründet wurde, noch andere Siedlungen hier vorhanden waren, wissen wir nicht. &lt;br /&gt;
:Anscheinend ergibt sich aus der slawischen Namensform Teterow, daß hier einst ein slawisches Dorf vorhanden war. &lt;br /&gt;
:Vielleicht war Teterow auch der Name für den wendischen Burgwall, der noch heute auf der Insel im Teterower See erhalten ist. &lt;br /&gt;
:Schmaltz behauptet, daß das Teterower Kirchspiel bereits um 1226 gegründet worden ist (M.J.B. 73, S. 46). &lt;br /&gt;
:Es handelt sich dabei jedoch nur um Vermutungen. &lt;br /&gt;
:Reifferscheid hat die Entstehung der Teterower Kirche nach ihrem Stil erst in die Zeit um 1270 angesetzt (Reifferscheid a. a. O. S. 147 ff ). &lt;br /&gt;
:Die Stadt ist, wie aus dem Stadtplan hervorgeht, eine Gründung aus frischer Wurzel ( Plan der Stadt Teterow &amp;quot;fecit Teterow, 26. 2. 1753, Christian Adolf Reinhard, Senator&amp;quot;, im Besitz der Stadt Teterow ). &lt;br /&gt;
:Bereits Fritz hat auf den Teterower Grundriß als Beispiel eines Kolonial-Stadtplans hingewiesen (Fritz a. a. O. S. 27). &lt;br /&gt;
:Unter den sechs Ratmännern, deren Namen uns im Jahre 1288 genannt werden (M.U.B. III, 1959), ist anscheinend einer ein Slawe gewesen. &lt;br /&gt;
:Von den sechs Ratmännern sind drei als Deutsche anzusprechen, während wir bei den übrigen drei ihre Nationalität an ihrem Namen nicht erkennen können. &lt;br /&gt;
:Nach dieser Ratsherrnliste vom Jahre 1288 scheint die Zusammensetzung der frühesten Teterower Bevölkerung überwiegend deutscher Herkunft gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1250&lt;br /&gt;
:Teterow entstand in der Nähe einer einstigen wendischen Burganlage im Teterower See.&lt;br /&gt;
:Es ist unbekannt wann Teterow genau entstanden ist. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1272.&lt;br /&gt;
:Da der Baubeginn der Stadtkirche bauhistorisch auf die Zeit um 1280 gelegt werden kann, ist davon auszugehen, dass die Verleihung der Stadtrechte um 1250 erfolgten.&lt;br /&gt;
:Als offizielles Gründungsjahr wird jedoch seit dem 18. Jh. 1235 benannt. Dies entbehrt jedoch jeglichen Beweises und basiert lediglich darauf, dass Malchin nachweislich 1236 die Stadtrechte verliehen bekommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1272&lt;br /&gt;
:erste urkundliche Erwähnung Teterows &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;14.Jh.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde (wohl zur Zeit seiner größten Bedeutung) befestigt und erhielt seine schönen gotischen Stadttore. &lt;br /&gt;
:Fertigstellung der Stadtkirche St. Peter und Paul&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1316 &lt;br /&gt;
:Teterow kommt an die Herrschaft Werle-Parchim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1374 &lt;br /&gt;
:an die Herrschaft Werle-Güstrow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1436 &lt;br /&gt;
:Die Stadt kommt an das Haus Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reformation und Nachreformationszeit in Teterow (1517 bis 1648)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1540&lt;br /&gt;
:Beginn der Reformation in Teterow&lt;br /&gt;
:Entsprechend des Vermögens der Teterower Kirche verlief die Reformation nicht ohne Wiederstände, die Kalandsbrüderschaft mußte sogar aufgelöst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hexenprozesse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632&lt;br /&gt;
:erster großer Stadtbrand vernichtet ein Viertel aller Fachwerkhäuser, was den allgemeinen Niedergang Teterows beschleunigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1650&lt;br /&gt;
:Die Stadt hat nach dem 30-jährigen Krieg nur noch rund 300 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1680&lt;br /&gt;
:Pastor Felix Fiedler stiftet den Ertrag aus der Verpachtung von Äckern und Gärten zur Unterstützung armer Schulkinder (heutiger Schulkamp)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:G.S.C. Kirchhoff - Entdecker des Stärkezuckers - wird in Teterow geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur Reichseinigung (bis 1871) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:Edikt zur Aufhebung der Leibeigenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1836&lt;br /&gt;
:Teterow bekommt eine hölzerne Quellwasserleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1848&lt;br /&gt;
:Johann Heinrich von Thünen wird erster Ehrenbürger von Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1850&lt;br /&gt;
:Große Cholera-Epidemie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Die Stadt bekommt eine Telegraphenverbindung zu den Nachbarstädten Güstrow und Malchin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Auflösung der Zünfte und Gewerbefreiheit in ganz Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1918 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Dr. jur. Franz von Pentz wird Bürgermeister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1881&lt;br /&gt;
:Hermann Carl Friedrich Pogge wird zweiter Ehrenbürger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1894&lt;br /&gt;
:William Mantle, geborener Engländer und Gaswerksdirektor wird dritter Ehrenbürger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Einweihung des Rathauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Einweihung des Hechtbrunnens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1945 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1927&lt;br /&gt;
:Errichtung des Ehrenmals in den Heidbergen&lt;br /&gt;
:Bau des Wendenkruges auf der Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1929&lt;br /&gt;
:Mit der Einrichtung der Kurbelfähre ist die Burgwallinsel ständig erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Mit dem ersten Rennen wird der Bergring in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==SBZ und DDR bis 1990 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1950-1953&lt;br /&gt;
:Tiefgründige Untersuchung der Burgwallinsel im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungskampagnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;17.06.1953&lt;br /&gt;
:während des Volksaufstandes in der DDR kommt es auch in Teterow zu Demonstrationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1977&lt;br /&gt;
:Inbetriebnahme der neuen Seilzugfähre zur Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1981&lt;br /&gt;
:Hochwasser in Teterow  nach sintflutartigen Regenfällen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:Gründung des Heimatbundes - erste Vereinsgründung nach der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
:Die Verwaltung der Stadt zieht wieder in das Rathaus ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==die heutige Zeit in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001&lt;br /&gt;
:Die Barkasse &amp;quot;Regulus&amp;quot; unternimmt nach Versenkung 1945, Hebung mehr als 50 Jahre danach und anschließender Restaurierung, ihre erste Fahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Arena am Kellerholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Religionsgemeinschaften in Teterow==&lt;br /&gt;
:Die Gründung und Entwicklung der Stadt Teterow ist eng verbunden mit dem Wirken der römisch-katholischen Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Das zeigt das heute noch das Stadtbild dominierende Gebäude der St. Peter und Pauls Kirche an zentraler Stelle der neu gegründeten Stadt.&lt;br /&gt;
:Im Teterower Stadtbuch von 1665 - 1777 findet sich ein Hinweis, dass es in Teterow mehrere Kirchen und Kapellen sowie ein Filialkloster gegeben hat, die aber alle nach der Reformation verschwunden sind. Ihre genaue Lokalisierung ist heute kaum noch nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wird in Mecklenburg, zuerst in den größeren Städten, nach der Lehre Luthers gepredigt. Etwa 1530 wird auch in Teterow erstmalig lutherischer Gottesdienst abgehalten.&lt;br /&gt;
:1541 wird in Teterow Joachim Mesekow als festangestellter evangelischer Prediger genannt. Auf dem Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg wurde am 20. Juni 1549 offiziell die Einführung der Reformation in Mecklenburg verkündet. Das Datum gilt als Geburtstag der evangelischen Landeskirche. Die römisch-katholische wurde vollständig zurückgedrängt und spielte auch in Teterow über Jahrhunderte keine Rolle mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde===&lt;br /&gt;
:Zum Ende des 19. Jahrhunderts zeigt der Chronist der evangelischen St. Peter und Pauls Kirchengemeinde folgendes Bild auf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Zahl der Gemeindeglieder betrug nach der Zählung vom Dezember 1890: 7005 - nämlich 4781 Erwachsene, 2224 Kinder.&lt;br /&gt;
:Die Gesamtzahl der Einwohner des mit der Kirchengemeinde identischen Standesamtsbezirks Teterow betrug 7287, als waren 282 Personen nicht lutherischer Konfession, nämlich in der Stadt Teterow 74 Juden, 150 Katholiken und 1 Reformierter, außerdem 57 nicht lutherischer, wohl meistens katholischer Einwohner auf dem Lande.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Zur Kirchengemeinde Teterow gehörten Groß Roge, Klein Roge, Mieckow, Pampow, Groß Köthel, Klein Köthel und Grambzow.&lt;br /&gt;
:Als Schulaufsicht in den öffentlichen Schulen fungierten die beiden Pastoren des Pfarrbereiches.&lt;br /&gt;
:In Teterow waren das die lateinlose Realschule II. Ordnung mit 8 Lehrern und ca. 150 Schülern und die Bürger- und Volksschule mit 18 Lehrern und ca. 1050 Schülern, in Groß Roge die 2-klassige Domanialschule, in Groß Köthel die ritterschaftliche Schule im Verbund mit Klein Köthel und Grambzow, in Pampow eine ritterschaftliche Schule.&lt;br /&gt;
:Die Kinder aus Mieckow gingen nach Appelhagen, das zur Kirchgemeinde Thürkow gehörte. Die 1892 eingerichtete Gemeindepflege wurde von den Diakonissen verwaltet und der Dirigent des tödtischen Armenkollegiums war einer der beiden Pastoren.&lt;br /&gt;
:Zum Gemeindeleben gehörten auch die Anstalten der Inneren Mission und die geistlichen Vereine. Dazu zählten die Herberge zur Heimat in der Malchiner Straße seit1887, der 1899 gegründete christliche Männer- und Jünglingsverein, der Posaunenchor und seit 1900 der hiesige Lehrlings-Verein.&lt;br /&gt;
:Die im eigenen Haus auf dem Schulkamp 1888 gegründete Kleinkinderschule wurde von einer Diakonisse aus dem Stift Bethlehem geleitet.&lt;br /&gt;
:Im ebenfalls 1888 gegründeten Krankenhaus waren drei Diakonissen als Krankenschwestern tätig.&lt;br /&gt;
:In allen Einrichtungen und Vereinen waren die Pastoren in den Vorständen bzw. in der Leitung vertreten.&lt;br /&gt;
:Am 4. Dezember 1902 nahm der Landtag in Malchin die Verordnung betreffs die öffentliche Religionsausübung der reformierten und der römisch-katholischen Kirche in beiden Ständen an.&lt;br /&gt;
:Es wurde jedoch zur Bedingung gemacht, dass den Ständen eine landesherrliche Zusicherung erteilt werde, dass die Niederlassung von katholischen Orden und die Zulassung von Kongregationen und anderen Religionsgemeinschaften nur mit Zustimmung der Stände genehmigt werde, während von der Ritterschaft nur eine entsprechende Bitte an den Landesherren beschlossen wurde. (Teterower Nachrichten vom 6. Dezember 1902)&lt;br /&gt;
:Die protestantische Kirchengemeinde blieb weiterhin die größte und bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Stadt und spielte im gesellschaftlichen Leben eine herausragende Rolle, wie etwa bei der Weihe des neuen Friedhofs am 25. November 1908 oder der Einweihung des neuen Rathauses am 20. November 1910.&lt;br /&gt;
:Der Beginn und Verlauf des 1. Weltkrieges brachte auch für das Leben in der Kirchengemeinde enorme Belastungen. Zu Beginn der Mobilmachung kam es zu vermehrten Taufen und Kriegshochzeiten.&lt;br /&gt;
:Am 11 August 1914 fand im Rathaus eine Zusammenkunft statt, in der man über Möglichkeiten der Unterstützung der Kriegerangehörigen in Teterow beriet. Nach einem Plan, der von Pastor Schumacher nach Beratung mit dem Bürgermeister ausgearbeitet worden war, wurde in der Stadt die Kriegshilfstätigkeit organisiert.&lt;br /&gt;
:Im November 1914 kamen die ersten verwundeten Soldaten in das neu eingerichtete Lazarett. Durchschnittlich 50 Verwundete erhielten hier ihre ärztliche Behandlung und hilfreiche Betreuung durch Mitglieder der Kirchengemeinde. Am 7. März 1919 wurden mit einer kleinen Abschiedsfeier die letzten Patienten in ihre Heimatorte entlassen.&lt;br /&gt;
:Am 14. November 1914 trafen in der Stadt etwa 500 ostpreußische Flüchtlinge ein, die wegen des Einmarsches russischer Truppen ihre Heimat verlassen mussten. Sie wurden zum Teil von Familien in ihren Wohnungen aufgenommen, zum Teil aber auch in Gaststätten und Herbergen untergebracht. Sie wurden von der Kirchengemeinde aufgenommen, erhielten aber auch Seelsorge von einem ostpreußischen Pastor, der von Schwerin aus seine Landsleute betreute. Viele der Flüchtlinge waren nur dürftig gekleidet und ohne persönliche Habe geflohen. Für sie wurde eine Kleidersammlung organisiert. Im Frühjahr 1915, die letzten Mitte April, kehrten die Flüchtlinge in ihre Heimat zurück.&lt;br /&gt;
:Zu Pfingsten 1917 mussten die Zinnpfeifen der Orgel der Kriegswirtschaft zugeführt werden und am 28. Juni 1917 musste die größte der Kirchenglocken den Weg in den Schmelzofen nehmen.&lt;br /&gt;
:Im Winter 1917 wurde die Krippe als Stiftung des Fabrikbesitzers Müller begründet. Am 14. Juni 1918 wurde sie eröffnet. Zwei Diakonissen vom Stift Bethlehem übernahmen die Leitung und Betreuung der Einrichtung. Im Vorstand des Krippenvereins war Pastor Schumacher vertreten.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende und die Abschaffung der Monarchie bracht große Umwälzungen auch im Zusammenleben der Kommune mit sich. Der entthronte Großherzog war nicht mehr Oberbischof der Landeskirche.&lt;br /&gt;
:In der Kirchenchronik heißt es, dass im Januar 1919 in öffentlichen Zusammenkünften in der Stadt die Frage der Trennung von Kirche und Staat diskutiert wurde und dies in der neuen Landesverfassung festgeschrieben werden sollte.&lt;br /&gt;
:Am 11. August 1919 trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Sie brachte die Ablösung des landesherrlichen Kirchenregiments und schuf eine grundlegende Neuordnung des Verhältnisses des Staates zu den Kirchen (Art. 136 ff.). Da den Landeskirchen das volle Selbstbestimmungsrecht zugesprochen war, machte, es sich erforderlich, möglichst schnell eine Kirchenverfassung zu schaffen. In Mecklenburg-Strelitz wurde am 20. Juni 1920 durch den verfassunggebenden Kirchentag eine Kirchenverfassung beschlossen, in Mecklenburg-Schwerin erfolgte das am 12. Mai 1921. Am 23. November 1919, dem Ewigkeitssonntag, fand eine größere Gedächtnisfeier für die Gefallenen in der Kirche statt. Im Adventsbericht des Jahres 1919 ist vermerkt: &amp;quot;Im Kampf fürs Vaterland sind im Verlauf des Krieges im ganzen , soweit bekannt, gefallen: 224, ungerechnet die Vermißten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Dezember 1920 fand die erste Beratung betreffs Errichtung einer Kriegergedenktafel in der Kirche statt und am 22. November 1922 erfolgte die Einweihung der von Teterower Handwerkern geschaffenen Gedenktafel in der St. Peter und Pauls-Kirche.&lt;br /&gt;
:Am 7. Oktober 1923 wurde in Mecklenburg eine Gedenkfeieranlässlich des 400jährigen Bestehens des evangelischen Kirchenliedes durchgeführt. Im übrigen Deutschland waren diese Feiern wegen der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse abgesagt worden. Mecklenburg feierte demnach allein.&lt;br /&gt;
:Am 10. Mai 1924 fand eine erste Beratung über die Beschaffung neuer Glocken für die Kirche im Kirchgemeinderat statt.&lt;br /&gt;
:Am 8. Juni , dem 1. Pfingstfeiertag des gleichen Jahres, wurde das neue Geläut feierlich von Pastor Schumacher geweiht und die Glocken erklangen zum ersten Mal. Die Beschaffung der Glocken, die in Torgau gegossen worden waren, wurde durch Spenden ermöglicht. Die Liste der Spender ist lang.&lt;br /&gt;
:Im Oktober 1932 übernimmt Probst Schumacher die Seelsorge für die Bewohner des Altersheimes des Amtes Malchin in der Wilhelmstrasse ((heute Niels-Stensen-Straße).&lt;br /&gt;
:Die Wahl des Kirchgemeinderates am 23. Juli 1933 brachte große Veränderungen in der Kirchgemeinde. Dazu heißt es in der Chronik: &amp;quot;Es waren 2 Listen eingereicht, die eine von &amp;quot;Evangelium und Kirche&amp;quot;, die andere von den &amp;quot;deutschen Christen&amp;quot;, nachdem eine zuvor versuchte Einigung nicht zustande gekommen war. Die erste Liste erhielt 3 Sitze, die zweite 9. Die feierliche Einführung des Kirchgemeinderates durch Pastor Romberg fand im Hauptgottesdienst des 8. p. Trin.am 6. August statt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im November 1933 wurde Pastor Plahs in sein Amt eingeführt. Er war Vertreter der Deutschen Christen und Nationalsozialist. Am 1. April 1934 übernahm er den Vorsitz im Gemeindekirchenrat.&lt;br /&gt;
:Zum Gottesdienst am 1. Mai 1934 hatte er an Stelle des Lesepultes in der Kirche ein Hitlerbild angebracht, unter dem ein Treuespruch für Hitler stand. Das Hitlerbild verdeckte das Christusbild auf dem Altar für den Mittelgang.&lt;br /&gt;
:Die Deutschen Christen wollten den Nazismus und Faschismus im Christentum durch Erneuerung ihrer Kirche verkörpern. Der Naziideologie folgend, lehnten fanatische Pastoren das alte Testament als jüdisches Glaubensbekenntnis ab, und es wurde offen in der Kirche faschistisches Gedankengut gepredigt.&lt;br /&gt;
:Es kristallisierte sich aber in den Jahren heraus, dass der Staat das Christentum von Grund auf abzulehnen begann.&lt;br /&gt;
:In der Folge kam es zu wachsenden Unstimmigkeiten zwischen den Bekenntnischristen und den deutschen Christen. Von allen Seiten wurde massiv Druck auf die zu Pastor Romberg stehenden Gemeindeglieder ausgeübt. Die Stadtverwaltung, Polizeibehörden, die Gestapo und nicht zuletzt der Oberkirchenrat versuchten, die standhaften Gemeindeglieder und den Pastor einzuschüchtern.&lt;br /&gt;
:Pastor Romberg wurde verhaftet, nach Güstrow in Untersuchungshaft gebracht, es wurden Hausdurchsuchungen vorgenommen und persönliche Dinge beschlagnahmt.&lt;br /&gt;
:Auch die Pastoren, die für Pastor Plahs nachfolgend eingesetzt wurden, versuchten die Bekenntnischristen durch massiven Druck zum Aufgeben zu zwingen.&lt;br /&gt;
:Höhepunkt der Schikanen war, dass Pastor Romberg 7 Jahre und 3 Monate die Kirche nicht betreten durfte und bei Beerdigungen verstorbener Bekenntnischristen die Glocken nicht geläutet werden durften.&lt;br /&gt;
:Jahrelang erhielt Pastor Romberg kein Gehalt. Erst auf dem Klageweg musste ihm das Gehalt von 1935 bis 1940 ausgezahlt werden.&lt;br /&gt;
:Mehrmals sollte Pastor Romberg strafversetzt werden. Er und die Gemeinde wehrten sich stets dagegen, so dass er in Teterow blieb.&lt;br /&gt;
:Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Bibelstunden, Chorproben und Auftritte und andere Veranstaltungen konnten nur im Pfarrhaus, meist unter Anwesenheit der Polizei oder Gestapo stattfinden. Häufig wurden Verbote ausgesprochen.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1942 wurden die gottesdienstlichen Räume im Pfarrhaus vom Bürgermeister beschlagnahmt und Rostocker Bürger, die nach den schweren Luftangriffen ausgebombt waren, eingewiesen. Pastor Romberg hat darauf dem Gemeindekirchenrat mitgeteilt, dass er ab sofort seine Gottesdienste wieder in der Kirche halten werde. Ab dem 14. Juni 1942 beginnt sich das Gemeindeleben zu normalisieren und allmählich wächst die Gemeinde wieder zusammen.&lt;br /&gt;
:Bis zum Zusammenbruch des faschistischen Regimes musste Pastor Romberg aber mit seiner Bekenntnischristen-Gemeinde immer wieder Behinderungen, Erpressungs- und Verleumdungsversuche durch die Deutschen Christen und Versetzungsversuche in andere Orte abwehren. Teterow war im Land Mecklenburg zu einer der standhaftesten Bekenntnischristen-Gemeinden geworden.&lt;br /&gt;
:1945 schreibt die Gattin des Pastors Romberg in der Kirchenchronik: &amp;quot;Erschütterndes Flüchtlingselend! Alle Straßen und Plätze stehen voller Trecks. Hunderte suchen im Pfarrhaus Rat u. Hilfe. Die Zeit und die Angst lähmt. Aber die Arbeit geht weiter. Bibelstunden und Singeabende werden regelmäßig gehalten. Auch der Kirchenchor übt zu Karfreitag und Ostern. Der Kirchenbesuch steigt, die Angst treibt die Menschen doch zu Gott. Judika waren es ca. 250 Mensch in der Kirche.&lt;br /&gt;
:Eingesegnet sind Palmarum 29 Kinder von Pastor Reinwald, 18 Kinder von Pastor Romberg. Am 1. Ostertag waren über 500 Menschen in der Kirche, 21 Taufen. 2. Ostertag Pastor Reinwald. Die Feinde kommen immer näher.&lt;br /&gt;
:Am 1. Mai erwarten wir die Beschießung von Teterow, denn die Stadt soll bis zum Äußersten verteidigt werden. Am 30 April mittags Tieffliegerangriff, der 15 Todesopfer forderte. In er Nacht vom 30.4. auf 1.5. wurde Teterow eingenommen.&lt;br /&gt;
:Wie die Russen beim Einmarsch hausten, ist zur genüge bekannt. Es war hier auch nicht anders. 450 Menschen, später stieg die Zahl auf 600, also 5 % der Bevölkerung, hatte sich das Leben genommen, besonders junge Frauen und Mädchen. In den ersten Wochen rissen die Beerdigungen nicht ab. 150 - 200 Menschen wurden in 2 langen Massengräbern beigesetzt.&lt;br /&gt;
:Am 13. Mai konnte wieder Gottesdienst gehalten werden. Pastor Romberg sprach über das Wort: So demütigt euch unter der gewaltigen Hand Gottes. Am 27. Juni in dem schwer heimgesuchten Kl. Roge Gottesdienst im Freien. Vieh und Lebensmittel werden weggeschleppt oder zerstört. Die Ruhr bricht aus. Bald Hungertyphus. ... Säuglingssterblichkeit ungeheuer, jede Woche sterben 6 - 10. Die Glocken hören kaum auf zu läuten. Teterow ist Quarantänegebiet. Im Oktober laufen die Beerdigungen von morgens bis abends ohne Unterbrechungen. Im November scheint die Krankheit nachzulassen. In allen Schulen sind Typhuslazarette. Im Oktober begann in Noträumen der Unterricht wieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Am 7. Januar 1947 wurde Pastor Bernhard Romberg unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und auch der Stadtverwaltung auf dem Teterower Friedhof bestattet. Er wurde nur 51 Jahre alt. Am 2. September 1927 hatte er seinen Dienst in Teterow begonnen. Als standhafter bekennender Christ hat er als Gegner des Nationalsozialismus seine Gemeinde durch schwierige Zeiten geführt.&lt;br /&gt;
:In den Zeiten der Not versuchte die Kirchengemeinde, Kranken und Bedürftigen in der Stadt zu helfen. In der Pfarrhausküche wurde gekocht und Essen ausgegeben. 1948 konnten vom kirchlichen Hilfswerk bereitgestellte Lebensmittel an Tbc-Kranke ausgegeben werden. Im August wurden vom Hauptbüro des Hilfswerkes für 70 evakuierte Sachsenkinder Lebensmittel bereitgestellt. Des weiteren wurde in der Pfarre I eine Kinderspeisung für 57 unterernährte und Tbc-gefährdete Kinder durchgeführt. Dabei erhielt die Gemeinde von der Stadtverwaltung durch Bereitstellung von Feuerungsmaterial Unterstützung. Diese Speisungen wurden bis in das Jahr 1950 fortgesetzt. Die hierfür benötigten Produkte wurden zu großen Teil durch Spenden, auch aus den Dörfern des Kirchspiels bereitgestellt. Auch von der Teterower katholischen Kirchengemeinde kamen Lebensmittelspenden.&lt;br /&gt;
:1948 kam, gerade aus Kriegsgefangenschaft entlassen, Pastor Abshagen nach Teterow. Er organisierte den Aufbau der Jungen Gemeinde in Teterow, wo sich die Teterower Kinder und Jugendlichen in 14 - 16 Kreisen wöchentlich trafen, gemeinsam biblische Themen besprachen, spielten, Ausflüge unternahmen oder auch mit dem gemeindeeigenen Boot auf den See hinaus fuhren. Die Junge Gemeinde hatte für das Leben in der Kirchengemeinde eine große Bedeutung. 1954 wurde in den Schulen für die Jugendweihe geworben. Ein Jahr darauf nehmen in der DDR 4 % der Konfirmanden an der Jugendweihe teil.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1954 predigt in der Teterower Kirche der Pastor der bayrischen Patenkirche. 1966 verlässt die Gemeindeschwester Martha Stiegler infolge ihres hohen Alters nach über 40 Jahren Stadt und Gemeinde. Sie war eine allseits bekannte und beliebte Persönlichkeit. 1967 wird in der Kirche eine Jubiläumsreihe zur Reformation zu folgenden Themen gehalten: Reformation in Mecklenburg, Luther und Müntzer im Bauernkrieg, Vortrag über die schwedische Kirche, Luthers Lebenslauf, Einfluss der Reformation auf die deutsche Kultur. Am 20.06.1976 wurde Propst Abshagen nach 28 Dienstjahren in Teterow in den Ruhestand verabschiedet. Er verzog Anfang 1977 mit seiner Frau nach Rostock, wo er im Mai 1978 verstarb. Am 13. August 1978 wurde Pastor Dr. Martin Kuske in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Eine statistische Aufzählung in der Chronik zeigt auf, dass von 1965 bis 1982 die Zahl der Gottesdienstbesuche, Taufen, Konfirmationen, Trauungen und kirchliche Beerdigungen kontinuierlich zurück gegangen ist. Im Gegensatz dazu nehmen im gleichen Zeitraum die Zahl der Kollekten, Spenden und Opfer stark zu waren es 1965 ca. 10.000 M. kamen 1982 ca. 26.000 M. zusammen. In den Jahren von 1979 bis 1982 erfolgten umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten und Um- und Ausbauten an der Kirch und den Pfarrhäusern. &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1981 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den evangelischen Kirchen und der Staatsführung um die Friedensfrage. In Teterow haben Jugendliche aus der Jungen Gemeinde die Initiative verschiedener junger Christen unterstützt, einen Wehrersatzdienst im sozialen Bereich durchzuführen. Die betreffenden Jugendlichen wurden in der EOS (Erweiterte Oberschule) zur Verantwortung gezogen. Es kam zu harten Gesprächen. Von der Schule wurde aber niemand verwiesen, aber einige dieser Jugendlichen kamen seitdem nicht mehr zu Jungen Gemeinde. Pastor Kuske schreibt in der Chronik: &amp;quot;Von der Kirche wird erwartet, dass sie sich voll und ganz hinter die Friedenspolitik der DDR, zu der eine starke Armee gehört, stellt. Wir können das aber nur in solidarischer Kritik oder kritischer Solidarität. Wir meinen, dass wir vom Evangelium her ein eigenes Wort mitzubringen haben und werden das auch in Zukunft tun.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1984 kommt es zu Besuchen und Gegenbesuchen mit der Partnergemeinde Gräfelfing. Die Partnergemeinde spendet 20.000 Dachsteine für das Kirchendach. Mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützung der Dachdeckerfirma Wille konnte damit das Süddach des Langhauses eingedeckt werden. 1989 wird dann, ebenfalls mit gespendeten Dachsteinen aus der Partnergemeinde, das Norddach mit freiwilligen Helfern und der Firma Wille erneuert.&lt;br /&gt;
:Am 6. März 1987 wurde zum 100jährigen Geburtstag der Weltgebetstagsbewegung ein Festgottesdienst durchgeführt. Dazu eingeladen sind auch katholische und evangelisch-freikirchliche Gemeindeglieder. Am 19. Oktober 1989 findet das 1. Friedensgebet mit über 500 Leuten in der Kirche statt, weitere folgen am 2. und 9. November. Am 18. Januar 1990 findet ein Friedensgebet gegen die Kampfhandlungen am Golf statt. Mitarbeiter der Kirchengemeinde führten seit März 1990 Gespräche in Schulklassen und mit Lehrern, um Misstrauen und Vorurteile gegen die Einführung eines Religionsunterrichts zu entkräften.&lt;br /&gt;
:Am 6. Januar 1991 wurde mit einem Gottesdienst die Sozialstation Teterow feierlich eröffnet. Neun Gemeindeschwestern sind seither in der Stadt Teterow und den politischen Gemeinden Alt Sührkow, Gottin, Dalkendorf, Groß Roge und Groß Wokern tätig. Sie sind von der Kirche angestellt. Am 1. Juni beendet Pastor Christian Burchhard seinen Dienst, den er im November 1985 begonnen hatte.&lt;br /&gt;
:Am 24. Dezember 1990 erklangen die ersten Register der neuen Orgel. Die Finanzierung des Orgelbaues gestaltete sich, auch wegen der Währungsunion, sehr schwierig. Am 1. September 1991 kann die neue Orgel eingeweiht werden. Das Gewölbe über der Orgel wurde renoviert. 1991 wird das Pfarrhaus, Schulstraße 2 saniert. Im Oktober d. J. wird mit der Ausmalung des 2. Gewölbes im Kirchenschiff begonnen und zu Ostern 1992 fertiggestellt. Am 16. Mai 1993 wird Pastor Burkhardt Ebel in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1993 nahmen 37 Gemeindeglieder aus Teterow und Hohen Mistorf am Kirchentag in München teil und gestalteten einen viel beachteten Ausstellungsstand mit Fotos, Zeichnungen und Dokumentationen über das kirchliche Leben in einer mecklenburgischen Kleinstadt und einer Landgemeinde. Dabei war der Höhepunkt der Besuch des Bundespräsidenten von Weizsäcker am Stand. Am 23. Februar findet die Auftaktveranstaltung zum Jahr der Familie in der katholischen Kirche statt, auf der die Pastoren Kuske und Ebel eine Dialogpredigt halten. Am 24. Mai 1994 hielt Pastor Martin Kuske den letzten Gottesdienst in der Gemeinde. Er war von der Kirchenleitung der Landesbehörde zum Landespastor für Diakonie berufen worden. Am 9. Februar 1995 schied er durch eigene Hand aus dem Leben.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wird die Restaurierung der Altarfiguren abgeschlossen und der Altar wieder vervollständigt. Im Jahr 1994 entschied die Kirchenleitung, dass in den kleinen Städten wie Teterow nur noch eine Pfarrstelle besetzt wird. Am 25. Mai 1995 wird der erste gemeinsame Gottesdienst mit der Gemeinde Hohen Mistorf (Pastorin Gudrun Schmiedeberg) auf dem Silberberg im Ortsteil Teschow durchgeführt. Am 7. Januar 1996 findet der erste ökumenische Gottesdienst zur Allianzgebetswoche in den Räumen der evangelischen Freikirche statt.&lt;br /&gt;
:Iwan Rebroff (Hans Rolf Rippert), der einige Kinderjahre in der Nachkriegszeit in Teterow verlebte und damals auch im Kirchenchor bei Frau Vichel gesungen hatte, ab am 6. August 1997 ein Konzert in der Kirche. Seine Mutter war 1948 Mitglied des Gemeindekirchenrates und für die Spendensammlungen verantwortlich. Der erste ökumenische Gemeinderat findet am 4. September 1997 statt. Die Gemeinderäte der katholischen Gemeinde, der Freikirchlichen Gemeinde und der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde treffen sich. Dem ersten kennenlernen folgt eine Beratung über gemeinsame Projekte. In den Tagen vom 9. bis 19. November 1997 wurden Andachten zur ökumenischen Friedensdekade im Wechsel der drei Gemeinden der Stadt gehalten. Zum Abschluss wurde am Buß- und Bettag ein ökumenischer Bittgottesdienst für Frieden in der Welt in der katholischen Petruskirche gefeiert.&lt;br /&gt;
:Im Rathaussaal wird am 29. Januar 1998 der Förderkreis St. Peter-Paul´s Kirche gegründet. Zum 1. März 1998 erfolgte eine kirchliche Umgemeindung der Ortschaften, Niendorf und Pampow wechselten nach Hohen Mistorf, Grambzow und Groß Köthel nach Bülow und Appelhagen nach Thürkow / Warnkenhagen. Zum Erntedankfest am 1. Oktober 1998 kann nach der Ausmalung des 3. Gewölbejoches die Kirche wieder benutzt werden. Die Arbeiten sind vor allem aus Spendenmitteln finanziert worden. Im Jahr 2000 werden die Renovierungsarbeiten an der Kirche mit der Neueindeckung der drei Norddächer fortgesetzt.&lt;br /&gt;
:Über der Tafel der Gefallenen des I. Weltkrieges wird am 29. Oktober 2000 ein Gedenkkreuz für die Opfer des II. Weltkrieges montiert. Im Januar 2001 wird mit einem Festgottesdienst das 10jährige Bestehen der Diakoniesozialstation gefeiert. Am 11. Oktober 2001 weilt auf Einladung der Chor der jüdischen Gemeinde Schwerin in Teterow. Nach einem Forum im Rathaussaal findet anschießend ein jüdisches Chorkonzert in der Kirche statt. Zum Hechtfest 2002 gestaltet die Gemeinde gemeinsam mit der katholischen und der freikirchlichen Gemeinde eine gemeinsamen Wagen und nimmt am Umzug teil. Motto des Wagens: &amp;quot;Alle in einem Boot.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Von Januar bis April 2003 finden regelmäßig Friedensgebete gegen den Krieg statt, und es wird eine entsprechende Petition verfasst. Am 15. Februar nehmen Gemeindemitglieder zusammen mit anderen Kriegsgegnern aus der Stadt an der großen Anti-Kriegsdemonstration in Berlin teil. Im November 2003 wird das Organisten- und Küsterhaus am Kirchplatz nachjahrelangem Leerstand verkauft. Im August 2004 wird der Bauabschnitt an der Südseite der Kirche begonnen.&lt;br /&gt;
:Am 8. Mai 2005 war eingeladen zu einem Gedenkgottesdienst anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren. Beteiligt hatten sich die Gemeinden Hohen Mistorf und die Freikirchliche Gemeinde. Durch kurze Zeitzeugenberichte wurde der Gottesdienst lebendig und für die jungen Kirchenbesucher anschaulich. Am 6. August 2005 beteiligte sich die Gemeinde an der Aktion &amp;quot;Teterow offen&amp;quot;, ebenso auch am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2005 unter Mitwirkung des Fördervereins. Im Jahr 2006 wurde mit dem Abschluss der Außensanierung der 2. Bauabschnitt beendet. Im Chorraum wurden neue Buntglasfenster nachgestaltet, ein Toiletteneinbau erfolgte am Südeingang, und mit der Turmsanierung wurde der 3. Bauabschnitt begonnen.&lt;br /&gt;
:Im August 2006 fanden die 54. Internationalen Orgeltage das erste mal in Mecklenburg statt. Die 1. Station war die Orgel in der Kirche. 290 Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern nahmen daran teil. Im Oktober 2006 war ein ökumenischer Gesprächskreis in Rom. Pfarrer sturm von der katholischen Gemeinde Teterow hatte die Führung der Gruppe übernommen. Am 17. November 2006 wurde im Rathaus die Turmkugel geöffnet und der Inhalt in Vitrinen der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 10 Dezember wurde die neue Kugel mit dem bisherigen Inhalt und aktuellen Dokumenten gefüllt und versiegelt.&lt;br /&gt;
:Am Tag des offenen Denkmals 2007 informierte der Architekt Günther Maaß die interessierten Besucher über die bisherigen Sanierungsarbeiten und noch anstehende Aufgaben. Anschließend gab Diplomrestaurator Detlef Krohn einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Gewölbemalerei und informierte über den Stand der Restaurierungsarbeiten. Ein besonderer Höhepunkt ist seit Jahren in der Stadt der ökumenisch gestaltete Martinstag. 2007 wurde das Martinsspiel von der katholischen Gemeinde gestaltet.&lt;br /&gt;
:Denkwürdig war auch der Rathaustag 2008 mit allen Religionsgemeinschaften vor Ort zu der Thematik &amp;quot;Werte in der Gesellschaft&amp;quot;. Am 19. April 2008 führte die Gemeinde gemeinsam mit dem Heimatbund Teterow eine Exkursion nach Crivitz durch. Anlass war das Marienretabel, das 1959 an die Kirchengemeinde Crivitz ausgeliehen wurde und seitdem dort auf dem Altar angebracht ist. Im September 2008 begannen die Arbeiten am Fußboden und an den Bankheizungen der Kirche. Im Oktober 2008 besuchte eine Gemeindegruppe Gräfelfing, um das 30. Jubiläum der Gemeindepartnerschaft am 1. November 2008 mit den Gräfelfingern zu begehen. Am 22. November 2008 gab es eine ökumenische Feierstunde auf dem Friedhof, der vor 100 Jahren geweiht wurde. Beteiligt waren auch die katholische und die evangelisch-freikirchliche Gemeinde sowie die Freie Christengemeinde.&lt;br /&gt;
:Im Dezember 2008 konnte der 1. Abschnitt der Restaurierung der Gewölbemalerei im Chorraum abgeschlossen werden. Mit der Fortsetzung der Arbeiten im Jahr 2009 wird der 2. Abschnitt fertiggestellt. Am 18. Januar 2009 verließ Pastor Ebel die Kirchengemeinde Teterow, um seinen Dienst an der Schelfkirche in Schwerin zu verrichten. Nach dem Auszug des Pastors wird mit der grundlegenden Sanierung des Pfarrhauses in der Schulstraße begonnen. Bauschäden, die durch unsachgemäß ausgeführte Bauarbeiten entstanden sind, mussten beseitigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der städtische St. Georg-Friedhof===&lt;br /&gt;
Am 20 November 1927, dem Ewigkeitssonntag, wurde auf dem Friedhof die Christusfigur, die die Städtische Friedhofskommission den Gefallenen des 1. Weltkrieges gestiftet hat, an ihren Gräbern aufgestellt und durch Pastor Schumacher geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514907045.pdf Der St. Georg-Friedhof zu Teterow In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 9, S.67]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die katholische St. Petrus-Gemeinde in Teterow===&lt;br /&gt;
:Nachdem in der Mitte des 16. Jahrhunderts die evangelisch-lutherische Kirche in Mecklenburg zur Landeskirche erhoben wurde, spielte die römisch-katholische Kirche auch in Teterow keine Rolle mehr. Ob über die Jahrhunderte überhaupt in der Stadt noch Angehörige dieser Glaubensrichtung gelebt haben, ist bisher nicht nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Erst im 19. Jahrhundert werden wieder Katholiken als eine kleine Gruppe genannt. Dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt sich wieder eine kleine Schar Katholiken in der Stadt und in den umliegenden Orten zusammen zu finden. Die Teterower Nachrichten berichten am 31. März 1904 über die Rats- und Bürgersitzung vom 29. März: &amp;quot;... wurde mitgeteilt, daß vom hohen Ministerium gestattet worden ist, daß in hiesiger Stadt monatlich während der Anwesenheit ausländischer Schnitter in der Umgebung römisch-Katholischer Gottesdienst abgehalten wird, und wurde gleichzeitig die Petition hiesiger Katholiken auf Einräumung eines städtischen Lokals a. zur Abhaltung des Gottesdienstes und b. zur Erteilung des Religionsunterrichts vorgelegt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die erste katholische Messe nach der Reformation findet am Sonntag dem 24. April 1904 im Saal des damaligen Schützenhauses statt. Durch die Bemühungen des damaligen Schlosskaplans Hardinghaus (Matgendorf) gelang es gelegentlich den Saal vom Schützenhauswirt Julius Ehlert für diesen Zweck zu mieten. Regelmäßiger Religionsunterricht fand in der Privatwohnung eines Teterowers statt. In den nächsten Jahren erfolgte die geistliche Betreuung der kleinen Gemeinde von Rostock und Schwerin aus. Die katholischen Schnitterfamilien von den Gütern der Umgebung wurden in die Gemeindearbeit einbezogen.&lt;br /&gt;
:Während des Weltkrieges 1914 - 1918 waren durch neue Gesetze und Verordnungen größere Versammlungen verboten worden. Die monatlichen Gottesdienste im Schützenhaus konnten nicht mehr stattfinden. Man war wieder auf Zusammenkünfte in Privaträumen angewiesen. Im Verlauf des Krieges wurde der dritte Monatssonntag für katholische Gottesdienste freigegeben, auch für die ausländischen Fremdarbeiter. Nach dem Krieg wurde die Nutzung des Schützenhaussaales für Gottesdienste gekündigt. Es gelang der Gemeinde, in der Schulstraße 24 Räume für Gottesdienst und Religionsunterricht zu bekommen.&lt;br /&gt;
:Am 1. Februar 1922 wird Teterow Pfarrei und Pfarrer Kaschny der neue Seelsorger. Der Aufbau der neuen Pfarrei begann. Allmorgendlich war heilige Messe und Unterricht für die Kleinen, Katechese und abendliche Vorträge für die Erwachsenen. Die Räumlichkeiten wurden für die wachsende Gemeinde zu klein. Man nutzte die Gelegenheit, die in der Schulstraße 12 aufgegebenen Waschanstalt zu übernehmen, für Pfarrer Kaschny eine kleine Wohnung frei zu bekommen und die Räume der Waschanstalt zu einer bescheidenen Kapelle umzugestalten. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Kommunionskursen für Mädchen und Jungen gewidmet, deren Teilnehmerzahl bis zu 50 Kinder zählte. Für größere Veranstaltungen wie Erstkommunion und Firmung stellte die Stadtverwaltung die städtische Turnhalle zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Am 22. Januar 1927 erwirbt der bischöfliche Stuhl Osnabrück die ehemalige Maschinenfabrik Müller in der Wilhelmstraße (heute Niels-Stensen-Straße) und wird als Eigentum eingetragen. Das dazugehörige Villengrundstück in der heutigen Bahnhofstraße wird vom Bischof als Pfarramt bestimmt. Am 1. Februar 1927 gründen drei Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariä die 1. Schwesternniederlassung in Teterow nach der Reformation. Ein Kinder- und Säuglingsheim und eine Kommunikantenanstalt wurde eingerichtet. Am Weißen Sonntag 1927 findet die erste Erstkommunionsfeier und der erste Gottesdienst in der neuen Kirche, einer ehemaligen Lokomotivhalle, statt.&lt;br /&gt;
:Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten führte zu tiefgreifenden Veränderungen. Das Kinder- und Säuglingsheim wurde geschlossen, ebenso die Kommunikantenanstalt. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) zog ins Schwesternheim. Erst auf dem Prozesswege wurde das Heim zurückgegeben. Religionsunterricht konnte nur in kirchlichen Räumen abgehalten werden. 1941 - 1942 wird die Kirche renoviert und umgebaut, eine Kriegsgedächtnisstätte entsteht. Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945 in Teterow wird das gesamte Gelände von Kirche und Pfarramt verwüstet und als Flüchtlingslager beschlagnahmt. Pater Kautz und der Organist der evangelisch-lutherischen Kirche, Hans-Heinrich Stein, retten mit einem Ziehwagen drei Tage lang die verstreut liegenden  Paramente, Vasa sakra, Bücher, eine Monstranz, die Statue des Hl. Bruder Konrad und anderes mehr. Die Sachen werden im Turm der evangelisch-lutherischen Kirche eingelagert.&lt;br /&gt;
:Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist bereit, ihren Glaubensbrüdern zu helfen, und so finden in den folgenden Wochen die katholischen Gottesdienste unter ihrem Dach statt. Die Wiederinbetriebnahme der eigenen Einrichtungen nimmt alle Kräfte in Anspruch. Die vier Ordensschwestern betätigen sich im Typhus-Lazarett auf dem Schulkamp. Mit einfachen Mitteln wird das Heim für die vielen Waisenkinder wieder eingerichet. Die Kirche wird zum gottesdienstlichen Gebrauch von den Geistlichen unter Mithilfe der Gemeindeglieder wieder hergerichtet. Am 5. Mai 1947 hält Bischof Dr. Berning in Teterow die erste Nachkriegsfirmung.&lt;br /&gt;
:1964 wird vom Bischöflichen Amt in Schwerin ein Haus für Jugendseelsorge aufgebaut und 1967 ein Jugendseelsorger entsandt. Im Juni 1969 wird das alte Kirchengebäude abgerissen und ein gleicher Stelle ein neues Haus errichtet. Am 27. Juni 1971 weiht der Schweriner Bischof Theissing die neue Petri-Kirche in Teterow. Als Gäste nahmen der evangelisch-lutherische Probst Abshagen und Vertreter des Rates der Stadt Teterow teil. Das Kinderheim wird am 1. Januar 1975 aufgelöst und zu einem kirchlichen Feierabend- und Pflegeheim umgebaut und am 1. Mai 1975 eröffnet. 1977 findet am 2. Februar aus Anlass des 50. Jahrestages der Schwesternniederlassung und der Eröffnung des St. Ansgar-Heimes eine Jubiläumsfeier statt und am 17. April findet ein Gemeindefest zum 50. Jahrestag des Bestehens des Gotteshauses statt.&lt;br /&gt;
:Am 25. Januar 1990 wird eine Erklärung des Priesterrates des Bischöflichen Amtes Schwerin vom 3. Januar 1990 zur grundlegenden Reform des gesamten Bildungssystems mit 350 Unterschriften aus der St. Petrus-Gemeinde Teterow an das Volksbildungsministerium der DDR nach Berlin abgeschickt. Teterow war als Mittelpunkt des Landes Mecklenburg-Vorpommern schon immer Zentrum der katholischen Jugendarbeit. Das seit ca. 30 Jahren bestehende alte Jugendhaus genügte nach der politischen Wende im Staat nicht mehr den Anforderungen. Das Gebäude wurde zu klein. Unter maßgeblicher Beteiligung des Jugendpfarrers Ansgar Thim konnte 1995 auf dem Pampower Koppelberg das Bischof-Theissing-Haus als neue Begegnungsstätte für junge Menschen aus ganz Mecklenburg eröffnet werden.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wurde das katholische Pflegeheim St. Ansgar als Neubau fertiggestellt und unter großer öffentlicher Anteilnahme eingeweiht. Am 7. August 1999 erfolgte die Grundsteinlegung zur neuen Kirche St. Petrus. Im Mai 2000 erfolgte der Abriss der bisherigen Kirche. Die Einweihung des neuen Kirchenbaues nahm der Hamburger Erzbischof Dr. Averkamp am 30. Juni 2000 vor. In der Zeit zwischen dem Abriss der alten und der Weihe der neuen Kirche (1. bis 25. Juni) öffnete die evangelisch-lutherische Gemeinde ihre Kirche für die Andachten der katholischen Gemeinde. In seinem Grußwort zur Einweihung der Kirche sprach Bürgermeister Dr. Reinhard Dettmann: &amp;quot;Möge dieses Haus die Gemeinde und die Bürger der Stadt segnen und schützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dieser Segenswunsch drückt aus: Die Zeiten haben sich verändert. Vorbei sind die Jahrzehnte, da die Katholiken in einem Winkel der Stadt geduldet wurden und die Kirche ein Provisorium in einer ehemaligen Fabrikhalle war. Grüße überbrachte Pastor Ebel von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Pastor Schlag von der freikirchlichen Gemeinde übergab ein frisches Brot als Zeichen für gute Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jüdisches Leben in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Teterower Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Rathaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus von Teterow wurde 1910 errichtet. Es befindet sich im Stadtkern von Teterow, direkt am Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche St. Peter und Paul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Zeitpunkt für den Bau des ersten Rathauses ist nicht überliefert. Da der Bau der Kirche St. Peter und Paul gegen 1270 begann und Teterow 1272 erstmals urkundlich erwähnt wird, entstand vermutlich auch um diese Zeit ein erstes Rathaus. Am 18. August 1700 kam es nach dem Großbrand von 1632 zum zweiten Mal zu einer Feuersbrunst, die Teterow samt Rathaus in wenigen Stunden fast vollständig vernichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1708 wurde ein Rathaus im Stil des Barocks errichtet. Dieser Bau wurde 1909 abgerissen und es entstand bis 1910 am Marktplatz das heutige zweigeschossige neobarocke Rathaus. Großherzog Friedrich Franz IV. hatte dazu den Grundstein gelegt. Die Marktplatzseite des „dritten“ Rathauses gliedert sich auch in drei Teile mit je drei Fensterachsen. Durch den vorspringenden Mittelrisalit führt der Eingang. Das Gebäude hat ein Mansarddach, das ein offenes, barockes Türmchen überragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1945 wurde das Haus von der sowjetischen Kommandantur, vom Rat des Kreises und vom Polizeikreisamt genutzt. Die Stadtverwaltung residierte in dieser Zeit im ehemaligen Hotel &amp;quot;Erbgroßherzog&amp;quot; in der Malchiner Straße. Nach der Wende übernahm am 13. Februar 1990 die Stadtverwaltung wieder das Rathaus. Im November 1992 brach bei einem Orkan die Spitze des Rathaustürmchens mitsamt der vergoldeten Kugel ab und blieb in der Dachrinne hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus wurde um 1993 gründlich saniert. So auch das Balkongitter über dem Eingang, welches das neu gestaltete Stadtwappen farbenprächtig zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf dem Marktplatz befindet sich eine 1995 eingelassene Gedenkplatte, die den geographischen Mittelpunkt Mecklenburg-Vorpommerns kennzeichnet, und der an die Schildbürgerstreiche erinnernde Hechtbrunnen. Er wurde nach Entwürfen des Plauer Bildhauers Wilhelm Wandschneider gebaut und 1914 eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pfarrkirche St. Peter und Paul===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Pfarrkirche St. Peter und Paul ist eine dreischiffige Pseudobasilika aus Backstein mit zweijochigem , kreuzrippengewölbtem Rechteckchor, Nordsakristei und eingezogenem quadratischem Westturm.&lt;br /&gt;
:Chor und dreijochiges Landhaus wurden nach 1250 begonnen.&lt;br /&gt;
:Der Einzug der Schiffsgewölbe und Errichtung des Westturms erfolgten im 15. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Charakteristisch am Chor sind Lisenen, Rundbogenfriese und Deutsches Band, im Ostgiebel finden sich spitzbogige Blendenreihen und Kreuzblende, darunter in der Ostwand Dreifenstergruppe mit eingelegten Rundstäben. Blendendekore finden sich auch um Staffelgiebel der zweijochigen Nordsakristei und den beiden Obergeschossen des Westturmes.&lt;br /&gt;
:Die südliche Priesterpforte (durch die spätere Südsakristei verdeckt) mit reichem Blattschmuck an Kapitellen und Archivolten. Im Inneren die Kreuzrippengewölbe im Chor lagern auf Wandpfeilern mit Runddiensten, im Langhausmittelschiff auf achteckigen Pfeilern, das südliche Seitenschiff mit achteckigen Rippengewölben.&lt;br /&gt;
:1877/80 erfolgte eine umfassende Instandsetzung. Dabei wurde die Langhausnordwand mit Fenstern, Verbreiterung des nördlichen Seitenschiffes und einer zweiten Sakristei an der Südseite des Chrores versehen.&lt;br /&gt;
:Die Gewölbemalerei von 1350 wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts umfassend restauriert.&lt;br /&gt;
:Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament (Genesis sowie Leben und Passion Christi), zwei geharnischte Fürsten, Mischwesen und Tierdrolerien.&lt;br /&gt;
:Im Chor befindet sich ein sehr qualitätvoller vierflügeliger Schnitzaltar (um 1430) mit zentraler Marienkrönung sowie Apostelfiguren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513615962.pdf Die Peter-Paulskirche zu Teterow Karl Schmaltz In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.369-371]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616098.pdf Über die Decken- und Tafelmalereien der Pfarrkirche zu Teterow Oscar Gehrig In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.372]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul, deren Anfänge in das 13. Jahrhundert zurückreichen, bestanden vor der Stadt Kapellen. Die wichtigste war die nach 1300 errichtete Marienkapelle, die angeblich von Bischof Magnus von Kammin begründet wurde und gewisse Wallfahrtbedeutung erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Schulkampus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtmühle Teterows===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Eisenbahngeschichte===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Altstadt Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtbefestigung von Teterow mit den Stadtoren===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer ist an der bogenförmigen Führung der Ringstraßen noch erkennbar.&lt;br /&gt;
:Die Mauer selbst ist abgetragen bzw. überbaut.&lt;br /&gt;
:Von den ehemals drei Toren sind noch zwei erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rostocker Torturm====&lt;br /&gt;
:Das Tor ist ein mehrgeschossiger Backsteinbau des frühen 15.Jahrhunderts mit einem abgeschlossenen Satteldach zwischen Giebeln zur Stadt- und Feldseite, die spitzbogigen Durchfahrtsöffnungen nachträglich vergrößert. &lt;br /&gt;
:Der Turmkörper ist an der Stadtseite mit großer mittlerer Spitzbogenöffnung versehen, dem wohl im frühen 18.Jahrhundert durch eine Eisenkonstruktion zugesetzt worden war. &lt;br /&gt;
:Seitlich gerahmt von kleinen Blenden, sind die Staffelgiebel mit Maßwerkblenden versehen. &lt;br /&gt;
:Ihre oberen Abschlüsse wurden im 16. Jahrhundert verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Malchiner Torturm ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Malchiner Tor ist ein annähernd quadratischer Backsteinbau mit Stadt- und Feldseitengiebel sowie kleinteiligen, am Turmkörper zu horizontalen Bändern zusammengeschlossenem Baudekor, erbaut um die Mitte des 15. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Die spitzbogige Durchfahrt ist ebenfalls im 16. Jahrhundert vergrößert und dabei die Giebelabschlüsse verändert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Museen==&lt;br /&gt;
===Das Teterower Stadtmuseum===&lt;br /&gt;
;Das 1. Museum 1933 - 1945&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 27.09.1933:&lt;br /&gt;
:Heimatmuseum&lt;br /&gt;
:Ehrfurchtsvoll betritt die Räume,&lt;br /&gt;
:Wo Ureltern-Zeiten neu entstehen.&lt;br /&gt;
:Viel Kunst, Wissenschaft und Bräuche&lt;br /&gt;
:Wirst Du mit Bewunderung hier sehn!&lt;br /&gt;
:(Eine Karte mit dieser passenden Aufschrift heftete ein Unbekannter an die Eingangstür des Museums.)&lt;br /&gt;
:Teterow, 25. Sept. In kurzer schlichter Feier fand am gestrigen Sonntag Mittag im Gemeindesaal (im Gebäude der früheren Höheren Mädchenschule) die Einweihung des neuen Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Heimatbundes, Herr Lehrer a. D. Köpcke, begrüßte die anwesenden Ehrengäste, voran Herrn Professor Dr. Wossidlo, Waren, die Vertreter des Rates und der Stadtverordneten-Versammlung, die Mitglieder des Heimatbundes und die sonstigen Gäste mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
:Hochverehrte Anwesende!&lt;br /&gt;
:Wir haben uns hier heute versammelt, um das von der Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes Mecklenburg errichtete Museum zu eröffnen. Namens des Vorstandes dieser Ortsgruppe begrüße ich Sie herzlich und danke Ihnen für das Interesse, daß Sie durch Ihr Erscheinen der Museumssache entgegenbringen. Es ist mir eine besondere Freude, Herrn Prof. Dr. Wossidlo, der auf dem Gebiete der Volkskunde so Hervorragendes geleitstet hat, hier heute in unserer Mitte zu sehen. Ich danke Ihnen, Herr Professor, daß Sie trotz Ihrer augenblicklich anstrengenden Arbeit es möglich gemacht haben, unserer Eröffnungsfeier beizuwohnen. Ich begrüße dann besonders den Vertreter des Rates, den Herrn Bürgermeister Dr. Meyer und den Stadtverordnetenvorsteher Herrn Münter. Durch das Entgegenkommen unserer Stadtverwaltung ist es uns erst möglich geworden, hier ein Museum zu errichten. Ich möchte auch an dieser Stelle herzlichen Dank dafür aussprechen und damit gleichzeitig die Bitte verbinden: Rat und Bürgervertretung mögen auch in Zukunft dem Heimatmuseum ihr Wohlwollen erhalten und die Interessen desselben nach jeder Richtung hin fördern und unterstützen.&lt;br /&gt;
:Ganz besonders danke ich dem Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, dem Leiter unseres Museums, der durch seine unermüdliche und zähe Arbeit dasselbe hergerichtet hat. Ohne ihn wäre das Werk nicht in so kurzer Zeit zustandegekommen. Ihr Name, Herr Bartels, wird daher für immer mit dem Teterower Heimatmuseum verknüpft bleiben.&lt;br /&gt;
:Weiter danke ich all den Damen und Herren, die durch Hergabe von Museumsgegenständen und durch ihre unentgeltliche, opferwillige Arbeit uns in so reichem Maße unterstützt haben. Auch hier möchte ich die Bitte aussprechen: Lassen Sie die Ortsgruppe bei dem weiteren Ausbau des Werks nicht im Stich. Nur durch tatkräftige Mithilfe und Unterstützung aller Bevölkerungskreise wird es möglich sein, das Museum so zu erhalten und auszugestalten, daß es seinen Zweck voll erfüllen kann.&lt;br /&gt;
:Aber welches ist nun Zweck und Aufgabe eines Heimatmuseums? Ich möchte die Frage kurz dahin beantworten, daß ich sage: &amp;quot;Das Heimatmuseum soll dazu dienen, daß die Kultur einer früheren Zeit im Volke lebend bleibt.&amp;quot; Dies Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn die Gebrauchsgegenstände vergangener Jahrhunderte dem Volke immer wieder vor Augen geführt werden, und das geschieht am besten durch ein Ortsmuseum. Ich gebrauche hier den Ausdruck Ortsmuseum im Gegensatz zu Landesmuseum. Manche Menschen stehen nämlich auf dem Standpunkt, daß sie behaupten, ein Landesmuseum genüge für den vorhin erwähnten Zweck vollkommen. Wir haben in Schwerin ein vorzügliches Museum für volkskundliche Sachen, und darüber sind wir recht froh, und das wollen wir auch in keiner Weise mit unserem Vorgehen bekämpfen. Aber die meisten Menschen aus unserer Gegend kommen doch nur selten nach Schwerin, und wenn sie einmal hinkommen, so haben sie noch nicht genügend Zeit und Gelegenheit, das Landesmuseum zu besuchen. Da ist es doch ganz gewiß richtig, wenn auch überall in den kleineren Städten unseres Landes Heimatmuseen bestehen, wo die umwohnende Bevölkerung Gelegenheit hat, Volkskunde zu treiben. Auch für die Schulen ist es von großem Wert, wenn in der Nähe Stätten vorhanden sind, wo den Kindern ein Stück Vergangenheit gezeigt werden kann. Es ließe sich hierüber noch manches sagen, aber in Rücksicht auf die mir zur Verfügung stehende Zeit muß ich davon absehen. Unsere Nachbarstädte Güstrow, Malchin und Waren haben schon seit Jahren Heimatmuseen. Da darf auch Teterow hinter diesen Städten nicht zurückstehen. Ich denke hierbei auch an die Bestrebungen unseres Verkehrsvereins. In Wismar wurde in diesem Jahre gelegentlich der Landeshauptversammlung des Heimatbundes ein Ortsmuseum eröffnet. Dort stehen dem Museum 7 Räume zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Im nächsten Jahre findet die Landeshauptversammlung hier in Teterow statt. Ich hoffe, daß wir bis dahin noch einen 3. Raum bekommen. Sie werden nachher selbst sehen, daß die jetzt vorhandenen Räume nicht ausreichen.&lt;br /&gt;
:...&lt;br /&gt;
:Nach dem Redner sprach Herr Bürgermeister Dr. Meyer namens der Stadt Teterow dem Teterower Heimatbund, insbesondere dem Vorsitzenden und dem Leiter und Gestalter des Museums, Herrn Reichsbahnoberinspektor Bartels den herzlichen Dank für die wertvolle, im Interesse der Stadt geleistete Arbeit aus. Er sprach von dem großen Wert solcher Heimatmuseen für die Erhaltung alter heimatlicher Kultur und betonte, daß die Weiterarbeit zur Förderung dieses wichtigen Werkes in der Zukunft vor allem in den Händen der Schulen läge. Jedes Kind wüßte jetzt, wohin es zu gehen habe, mit einem irgendwo entdeckten Gegenstand aus früheren Zeiten. Er wünschte eine gute Weiterentwicklung des Museums.&lt;br /&gt;
:Anschließend nahm Herr Professor Wossidlo, Waren, der größte mecklenburgische Förderer der Erhaltung alten Kulturgutes, das Wort. Er dankte für die an ihn gerichteten Begrüßnungsworte und gab einen kleinen Abriß aus der weiteren Gestaltung der Förderung der Heimatmuseen. Die Leiter der meckl. Heimatmuseen werden demnächst in Schwerin zusammentreten, um über gegenseitigen Austausch von Dubletten in Verhandlungen zu treten. Er gab in seinen weiteren Ausführungen ein kleines Beispiel davon, wie leicht wertvolle Güter aus alter Zeit unter altes Eisen kommen können. In der sich dann anschließenden Besichtigung des Heimatmuseums gab der große Heimatkundler wertvolle Erläuterungen zu manchen der vorhandenen schönen Museumsstücke, darunter Sachen, die man, wie er sagte, im großen Schweriner Museum vorläufig noch schmerzlich vermisse.&lt;br /&gt;
:Das neue Heimat-Museum enthält heute schon einen ungeahnten Reichtum an ganz wertvollen Zeugen alter Zeit. Der ganze Aufbau und die Anordnung des neuen Heimatmuseums zeuge von großer Sachkenntnis, bekundete der Vater der Heimatmuseen. Wir werden in einem weiteren Artikel näher auf einzelne Teile unseres neuen Museums eingehen. Dankbar aber wollen wir auch an dieser Stelle unserer Freude darüber Ausdruck verleihen, daß wir nun endlich, nach langjährigem Bemühen (schon unter Herrn Bürgermeister, jetzigen Staatsminister Dr. Scharf wurde dieses Projekt im Verkehrsverein - durch ständiges Nachfassen des Herrn Studienrat Dr. Böhmer durch Wort und Schrift - viel behandelt, scheiterte damals aber immer an der Platzfrage) ein schönes Heimat-Museum haben. Ein Heimat-Museum mit einer Fülle von wertvollen Gegenständen, wie es mancher Teterower bestimmt nicht zu erwarten wagte. In Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, der von jeher ein großer Schwärmer für heimatliche Kulturgüter war, hat die Ortsgruppe den richtigen Leiter und Verwalter gefunden. Unter seiner Hand wird diese wertvolle Bereicherung des Schatzes Teterower Schaustücke eine sichere und stete Fortentwicklung nehmen. Wir Teterower schulden allen an dem Aufbau dieses Werkes Beteiligten herzlichen Dank.&lt;br /&gt;
:Außer den im Heimat-Museum an den Gegenständen genannten Spendern beteiligten sich in hochherziger und dankenswerter Weise an der Einrichtung des Museums die Firmen Gebr. H. u. C. Groß, Friedr. Dohr, Malermeister H. Peterß, Ramelow, E. Vick, H. Bastian, Tischlermeister Rüter, Renzel, Müschen, E. Schröder, Fritz Walter, Malermstr. A. Schröder versah den sehr bewunderten Herd mit naturgetreuen Farben. Sämtl. Arbeiten mit Ausnahme der eigenen Unkosten wurden ohne Berechnung ausgeführt. Bei der Reinigung und Herrichtung der z. T. sehr verstaubten Gegenstände ist Frau Hermann eine sehr wertvolle Hilfe gewesen.&lt;br /&gt;
:Das Heimat-Museum ist in dieser Woche nachmittags von 3 bis 5 Uhr und am kommenden Sonntag von 3 bis 5 Uhr zur kostenlosen Besichtigung freigegeben. Über die späteren Besichtigungszeiten werden noch nähere Bekanntmachungen folgen.&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 05.10.1933:&lt;br /&gt;
:Ein Spaziergang durch unser Heimat-Museum&lt;br /&gt;
:Ein Wunsch vieler Teterower ist mit der Schaffung unseres Heimat-Museums in Erfüllung gegangen. Fast zu spät ist dieser Wunsch Wahrheit geworden, denn jetzt erst erkennt man, daß so manches wertvolle Stück aus der Vergangenheit, das sonst Unterkommen in dem Museum gefunden hätte, aus Mißachtung oder Unverständnis in der Versenkung verschwunden und der Nachwelt verloren gegangen ist. Das ist aber natürlich nicht zu ändern. Wenn auch manches verloren ging, so hat sich seit der Eröffnung des Museums doch erwiesen, daß noch viel Wertvolles in irgendeiner Ecke verborgen liegt, ist doch dem Museum in den letzten Tagen schon so manches zugetragen worden, weil man weiß, daß es dort gut aufgehoben ist. Aber schon am Tage der Eröffnung war eine solche Fülle von Gegenständen aus alter Zeit da, daß die beiden vorläufig zur Verfügung stehenden Räume schon jetzt als &amp;quot;gefüllt&amp;quot; gelten könne. Es wurde uns erzählt, daß schon rund 800 Stücke im Museum untergebracht sind. Eine gewaltige Zahl, deren Ordnung und sachgemäße Unterbringung eine große Fülle von Arbeit gebracht hat. Wir wollen einmal sehen, was bis heute zusammengetragen ist.&lt;br /&gt;
:Wenn wir den ersten, kleinen Raum vom Flur der früheren Höheren Mädchenschule betreten, so schauen wir geradeaus auf eine alte Kannenborte, auf dem Töpfe und Teller in buntem Durcheinander untergebracht sind. Der &amp;quot;Seilpott&amp;quot; ist ein Zeuge früherer alter Töpferkunst. Neben der Borte hängt ein &amp;quot;Mangelholz&amp;quot;, mit dem die unermüdliche Hausfrau mühselig ihr Leinen glatt gemangelt hat. Die moderne Hausfrau wird mit Grauen an die harte Arbeit denken, die mit der Benutzung diese Holzes verbunden war. Auf der über die ganze Wand gehende Borte werden dem Beschauer alle Werkzeuge, die der Flachsbereitung dienen, vorgeführt. Wir sehen da in der Reihenfolge ihres Gebrauchs nebeneinandergereiht: Repel, Flachsbreche (Brake), Fuchtel. Eine Schwinge, die nun käme, fehlt noch. Es folgen Hechelstuhl, Spinnrad, Spulrad, Garnhaspel, Kreuzwinde, Garnwinde, Wollkratzer, Spinnrad und Wollhaspel. Früher waren es Gegenstände, die nicht nur in jedem Stadthause. Längst sind diese Zeiten dahin. Heute werden Spinnräder und sonstige Dinge wohl nur noch als Museumsstücke in einem Haushalt aufbewahrt. Den Kindern wird dann wohl erzählt: &amp;quot;An dem Spinnrad hat Eure Großmutter noch all das schöne Leinen selbst gesponnen!&amp;quot; Das ist das Einzige, was uns heute noch mit dieser Zeit verbindet. Wir modernen Menschen wollen nichts mehr mit dem groben, aber außerordentlich haltbaren Leinenzeug unserer Großeltern zu tun haben, sondern liegen lieber auf feinem Bettleinen und essen unser Mahl gern von feinen Damastdecken. Das grobe Leinen, das z. B. noch in der alten Wiege zu sehen und zu fühlen ist (der Bettbezug soll übrigens aus einer alten Schürze stammen, die das Museums-Direktor-Auge irgendwo entdeckt hat) wird immer seltener.&lt;br /&gt;
:Zwischen den Flachsbereitungs-Utensilien entdecken wir übrigens auch einige fast überbunte Ausmusterungs-Sträuche, die vor dem Kriege von den Ausgehobenen mit Stolz an ihren Hüten getragen wurden und allen Menschen kundtun sollten, daß sie bald in das stolze deutsche Heer einrücken würden.&lt;br /&gt;
:Werkzeug für Nagelschmiede und Stellmacher sind in großer Fülle vorhanden. Alte Uhren, Plätteisen, Holzschlittschuhe usw. Beachtenswert sind &amp;quot;Erzeugnisse der Panstorfer Glashütte&amp;quot;. Wer ahnte es bisher, daß in unserer nächsten Umgebung Glashäfen hergestellt wurden? Eine alte Hand-Nähmaschine führt uns für Jahrzehnte zurück noch weiter aber ein Steckkissen um Anschrauben. Wieviel leichter haben es unsere heutigen Kleiderkünstler doch gegen die Generation vorher. Alte Scheffel, (Rostocker- und Güstrower-), Dreschflegel und Gabel u. a. entdecken unsere Augen. Auch ein Lechel (Trinkfaß) fehl nicht. Ein Pfeifenbort hängt friedlich in der Ecke; ein Stück Möbel, das heute schon recht selten geworden, wenn es auch nicht ganz ausgestorben ist. Weiter sehen wir Däsen und Uenzel, alte Stallaternen, sogar einen alten Handstock, der gleichzeitig einmal ein richtiges Gewehr darstellte.&lt;br /&gt;
:Aber das Schönste dieses ersten Raumes - wir haben es absichtlich bisher noch gemieden - ist der waschechte alte, offene Herd, der von Künstlerhand in der linken Ecke eingebaut ist und uns ein Stück aus alter Zeit zeigt, an dem früher die Frau des Hauses die Speisen der ihr angetrauten Hungrigen bereitete, um die ihr angetrauten Küchlein satt zu kriegen. Die Augen der Hausfrauen leuchten, wenn sie diesen Zeugen alter Zeit sehen und manche der Aelteren erinnern sich sogar, auch einmal an einem solchen Herd gestanden und gearbeitet zu haben. Allerdings hat es wohl keine unter den Heutigen miterlebt, daß man in das rechts angebrachte Mauerloch (&amp;quot;Müerlock&amp;quot;) griff, um Feuerstein, Schwamm (&amp;quot;Tunner&amp;quot;) und Stahl zu ergreifen, um &amp;quot;Feuer zu schlagen&amp;quot;. Die heutige Generation kann mit diesem Werkzeug nicht mehr fertig werden. In diesem &amp;quot;Müerlock&amp;quot; entdeckt man auch die nicht entbehrliche &amp;quot;Funzel&amp;quot; (Lampe), die einmal ebenfalls unentbehrlich war.&lt;br /&gt;
:Nun wollen wir einmal einen Blick durch den &amp;quot;Schwibbogen&amp;quot; werfen. Wir entdecken dort verschiedene Kesselketten, die früher einmal heilig gewesen sein sollten, wie man uns erzählte. An diesen Kesselketten hingen die großen Kannen über dem offenen Feuer. Unser Auge entdeckt weiter an der Seite und über dem Herd Feuerhaken, Aufnehmer, alte Körbe, Mörser, kupferne Kannen, eine Riesen-Kartoffel-Reibe, alte Waagen, Essenkiepe (mit der das Essen früher aufs Feld nachgetragen wurde), Waschholz usw. Oben über dem Herd ist ein größerer Kaffeebrenner aufgestellt und an der rechten Seite hängt noch ein kleinerer.&lt;br /&gt;
:Jedes Stück trägt ein Stück Geschichte alter Zeit in sich und läßt unsere Gedanken wandern zu unsern Groß- und Urgroßeltern, die einmal inmitten dieser uns heute als Eigentümlichkeit anmutender Geschirre und Behälter gewirkt und geschafft und sich glücklich gefühlt haben. Daß in der Ecke hinter dem Herd auch ein Feuereimer hängt, ist selbstverständlich, denn um die Zeit, von der uns diese Werkzeuge erzählen, mußte jedes Haus im Besitz eines Feuereimers sein.&lt;br /&gt;
:Am Eingang direkt sehen wir schließlich noch einen Bürgerspieß, den jeder Bürger haben mußte. Außerdem hängen an dieser Seite einige verwitterte Wetterfahnen, deren älteste die Jahreszahl 1597 trägt. Ueber 300 Jahre Geschichte unserer Heimatstadt hat diese Wetterfahne erlebt. Wenn die erzählen könnte!&lt;br /&gt;
:Nicht alles in diesem kleinen ersten Raum haben wir &amp;quot;in die Feder gefaßt&amp;quot;, aber auch diese Aufzählung gibt schon einen kleinen Ueberblick über die reiche Fülle der schon im Heimat-Museum untergebrachten Gegenstände. ...&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 12.10.1933&lt;br /&gt;
:... Heute wollen wir unsere Wanderung fortsetzen und den zweiten Raum betreten.&lt;br /&gt;
:Gleich rechts an der Wand erblicken wir einen wohl über 2 m langen Glocken-Strang, der ganz mit Perlen besetzt ist. Er hat wohl einmal in einem vornehmen Hause an der Haustür gesessen, als die elektrischen Glocken noch unbekannt waren. Uns gegenüber zwischen den beiden Fenstern steht eine alte Wanduhr, die ihre 300 Jahre auf dem Nacken haben soll. Sie ist mit einem Spielwerk eingerichtet, das zur Zeit allerdings nicht funktioniert.&lt;br /&gt;
:Rechts neben der Tür steht ein großer Glasschrank, der angefüllt ist mit allerhand Erinnerungsstücken aus früherer Zeit, womit sich unsere Großmütter und Urgroßmütter &amp;quot;verschönt&amp;quot; haben. Riesige Hüte, anscheinend von großem Gewicht, wie man sie sich heute für diesen Zweck auf den zierlichen Köpfen gar nicht mehr vorstellen kann, werden uns hier gezeigt; bunte Hauben, wie wir sie heute nur noch bei den Großmütterchen finden, und bei diesen auch nur noch recht selten; alte Körbe, Krüge, Nippes, Tabakkästen usw. Oben auf dem Schrank ist das Modell des neuen Rathauses aufgestellt.&lt;br /&gt;
:Neben dem Schrank hängt das Wappen der alten Teterower Familie Willgoß. Es wird darauf hingewiesen, daß es aus England stammt. Danach ist die Familie Willgoß von der Insel jenseits des Kanals eingewandert. Wir finden an dieser Wand weiter ein Führungszeugnis über beim Militär abgeleistete Dienstzeit aus dem Jahre 1850 und Glückwünsche zum neuen Jahr. Früher wurden diese mehr oder weniger wertvollen Urkunden schön hinter Glas gelegt und in der sogenannten &amp;quot;guten Stube&amp;quot; aufgehängt.&lt;br /&gt;
:An der nächsten Wand ziehen uns besonders die Sammlungen aus dem Besitz des &amp;quot;großen Sohnes unserer Stadt&amp;quot; Herrn Kapitän Kaempff, an. Außer einem schönen Bild von Kapitän Kaempff hängt dort unter Glas ein Originalbrief Kaiser Wilhelms II. an seinen verdienten Kapitän. Aus seinem Nachlaß sind ferner vorhanden eine Schreibmappe aus Leder mit dem Photo seines Dampfers &amp;quot;Deutschland&amp;quot; (damals größter Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie), verschiedene Orden und Ehrenzeichen, darunter die Rettungsmedaille, die er sich für die Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 verdiente. Auf dem Etuis, in dem die Medaille lag, heißt es: &amp;quot;Dem 4. Offizier des Dampfschiffes &amp;quot;Gellert&amp;quot;, C. J. S. Kaempff, in ehrender Anerkennung für Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 auf der Rhede von Havre von der Direction der Hamburg Amerika Packetfahrt Act. Ges.&amp;quot;. Viele von uns Aelteren kennen noch sehr gut Herrn Kapitän Kaempff, diesen ausgesprochenen Seemanns-Typ, der längere Zeit vor dem Kriege in unserm Ort im Ruhestand lebte und dann nach Rostock verzog.&lt;br /&gt;
:Weiter haben hier die Innungen Gegenstände untergebracht. Die Metall-Innung ist mit großen Schlüsseln und Schlössern aufgefahren, die früher kunstvoll in den eigenen Werkstätten hergestellt wurden. Heute wohl eine Seltenheit, daß so ein Gegenstand noch mit der Hand hergestellt wird. - Ausgebreitet liegt auch hier eine Urkunde aus Kopenhagen, in der einem Johan Bollwagen bescheinigt wird, daß er dort als &amp;quot;Becker&amp;quot; gearbeitet hat. - Außer dem Metall-Stempel der Schuhmacher-Innung, liegt in diesem Glaskasten auch das &amp;quot;Wirtschaftsbuch vom St.-Jürgenstift Teterow&amp;quot;. Das interessanteste Stück unter diesen Urkunden ist aber die älteste Urkunde über Teterow aus dem Jahre 1272. Eine Uebersetzung dieser in Latein geschriebenen Urkunde liegt daneben aus dem Jahre 1751. - Unter dem Tisch steht eine Schuhmacher-Lade, ein Reibestein für Maler usw. Die Firmen Guhl und Renzel, die Kunstgewerbestätten unseres Ortes, sind mit einigen Prachtstücken aus ihren Werkstätten vertreten, die da zeigen, daß das Kunstgewerbe, die Handarbeit, doch noch nicht ganz von der Maschine verdrängt sind. Aus der früheren Färberei von Ad. Lindstaedt sind Drucksteine und Druckmuster ausgelegt. In diesem Teil des Museums werden wir also vertraut gemacht mit früheren Innungs-Gebräuchen und Leistungen. Diese Sammlung ist zwar noch recht schwach, aber der Anfang ist gemacht und wird sicher auch seine Fortsetzung erfahren. - Interessant ist auch noch eine Siegelsammlung. In dieser Sammlung finden wir die verschiedensten Siegel aller möglichen Behörden. Besonders in die Augen fällt ein Riesensiegel. Es ist das Kirchensiegel der St. Marien in Rostock.&lt;br /&gt;
:In den beiden Ecken dieser Wand sind ebenfalls freundliche Eckschränke untergebracht, die allerhand kleine Porzellan-Sammlungen usw. enthalten. Wir dürfen uns aber nicht zu sehr mit Einzelheiten befassen. Alte Lampen, eine Krimoline, bunte Hutschachteln und alle möglichen andern Dinge finden wir hier.&lt;br /&gt;
:Unser Augenmerk zieht aber das Schreibpult vor allem an sich. Es stammt aus dem Jahre 1813 und ist anscheinend in dem Freiheitskriege von einem fremden Krieger hier zurückgelassen. Es ist ein äußerst kunstvoll gearbeitetes Stück, in dem dutzende von Fächern auf kleiner Fläche untergebracht sind. Jeder Winkel ist außerordentlich geschickt ausgenutzt. Für &amp;quot;Leute vom Fach&amp;quot; ein außerordentlich wertvolles Stück, das man gesehen haben muß.&lt;br /&gt;
:In den Glaskästen auf Mitte des Raumes sind bunte Perlarbeiten aller Art: Geldbeutel, Handtaschen (Pompadoure) usw. ausgestellt. Alte Taschenuhren, Riesen-Haarschmuck, wie man ihn früher auf dem Kopf der Frauen prangen sah. Yet-Schmuck, Stickvorlagen usw., Alte Bibeln und Gesangbücher, Münzen aus dem 30jährigen Kriege, die vor längerer Zeit bei Ausgrabungen hier in einem Behälter gefunden wurden; Petschafte, Notgeld aus der Inflationszeit; bunte Glückwunsch-Karten zum Auseinanderklappen, wie sie früher einmal Brauch waren, Patenbriefe usw.&lt;br /&gt;
:An der Wand links von der Tür sind verschiedene Kupferstiche untergebracht, darunter der Kupferstich von der Ueberreichung des Teterower Ehrenbürgerrechtes an Herrn von Thünen auf Tellow am 11.6.1848. - Große Steinsammlungen und Bodenfunde aus der jüngeren Steinzeit liegen in den Kästen dieser Wand. Steinbeile - Pfeilspitzen - Faustbeile - Messer - Scherben der jüngeren Bronzezeit - Hakenpflug - Spindelsteine und Funde aus der alten Steinzeit. Ein prachtvolles Elchgeweih aus dem Rempliner Moor. - Das Geweih eines Moorhirsches aus der Thürkower Gegend. - Ein Pfahlrest, Holzkohle und Brandschutt von der Hausstelle auf dem Burgwall. - Wendisches Hufeisen und Speerspitze vom Burgwall. Topfscherben und Knochenreste und vieles andere. Reich ist die Zahl der Zeugen einer längst hinter uns liegenden Vergangenheit, die uns erzählen aus der Geschichte unserer Väter und Urväter. Es lohnt schon, sich einmel mit diesen Ueberbleibseln einer anderen Zeit zu beschäftigen.&lt;br /&gt;
:Im letzten Schrank dieses Raumes sehen wir alte Kacheln - einen Feierabendstein (der Schlußstein beim Hausbau) - Revolver - Pulverhörner - Maße - Gewichte - Gold- und Getreidewaage - Ellen - Säbel usw.&lt;br /&gt;
:Schließlich sind noch die Fahnen der Schuhmacher-Gesellen-Innung, der Maurer-Gesellen-Innung und des Gesangvereins Harmonia hier aufbewahrt, Hunderte von Zeugen der Vergangenheit liegen friedlich beisammen und sollen uns erinnern an Tage, die gewesen sind. Wir dürfen dankbar sein, daß wir in unserer Stadt nun eine Stätte haben, wo gewesene Dinge gehegt und gepflegt werden und nicht im Müllkasten spurlos verschwinden. Wir alle wollen helfen, daß diese Stätte der Erinnerung weiter ausgebaut werde zur Pflege des Heimatgedankens.&lt;br /&gt;
:Ostmecklenburgische Heimat Nr. 22 vom 18.11.1934&lt;br /&gt;
:Vor dem Heimatmuseum in Teterow&lt;br /&gt;
:In der Zeit nach dem Weltkriege entstanden in verschiedenen mecklenburgischen Städten Heimatmuseen, so auch im Osten unsers Landes, in Malchin 1927, in Waren 1930. Welches ist nun der Sinn und der Zweck dieser Museen? Kurz gesagt: Man will Stätten schaffen, wo Gegenstände einer früheren, vergangenen Kultur gesammelt und aufbewahrt werden. &amp;quot;Aber,&amp;quot; so wird vielleicht mancher fragen, &amp;quot;sind zur Erreichung dieses Ziels wirklich Ortsmuseen nötig? genügt dazu nicht das in Schwerin bestehende Landesmuseum?&amp;quot; Gewiß´, das Landesmuseum dient auch demselben Zweck, und wir freuen uns sehr, ein solches zu besitzen. Aber daneben können wir auch die Ortsmuseen nicht gut entbehren. Sie leisten uns bei der Durchführung der Heimatbundbestrebungen oft vorzügliche Dienste. Wie sich das im einzelnen auswirken kann, soll hier kurz etwas näher ausgeführt werden.&lt;br /&gt;
:Viele Menschen kommen nur selten nach Schwerin, und wenn sie wirklich einmal dahinkommen, haben sie keine Gelegenheit, das Museum aufzusuchen. Ganz anders liegt die Sache, wenn ein Museum in der Nähe ist. Da wird mancher durch einen guten Freund oder Bekannten veranlaßt, an der Besichtigung desselben teilzunehmen. Findet er dann Gefallen an dem dort Gebotenen, so kommt er zum 2. und 3. Male wieder, wie wir es hier in Teterow schon häufig erlebt haben. So ein Besuch regt aber auch zum Sammeln selbst an. Wie oft haben wir hier den Fall schon gehabt, daß die Leute, wenn sie diese oder jene Sachen sahen, freudestrahlend ausriefen: &amp;quot;So ein Ding haben wir auch noch zu Hause!&amp;quot; &amp;quot;Auf unsere Bitte, es dann doch dem  Museum zu schenken, waren sie meistens gleich bereit dazu. Auf diese Weise haben wir schon vieles bekommen, was sonst wohl in den meisten Fällen der Vernichtung anheimgefallen wäre. Gerade durch die Ortsmuseen wird ohne Zweifel der Sinn und das Verständnis für die Heimatbundarbeit ungemein geweckt und gefördert, und das sollte man nicht vergessen, wenn man von diesen Einrichtungen zuweilen etwas geringschätzig spricht.&lt;br /&gt;
:Weiter mag hier gleich erwähnt werden, daß die Heimatmuseen sich auch für die Schulen segensreich auswirken können. Im Unterricht muß heute mehr als bisher die frühere Kultur berücksichtigt werden. Da kommt es dem Lehrer sehr zu statten, wenn  er seine Schüler gelegentlich eines Wandertages in das Heimatmuseum der in der Nähe liegenden Stadt führt und ihnen dort all die Gegenstände zeigt, über die er zu ihnen im Unterricht gesprochen hat, wie z. B. über die Werkzeuge der Steinzeit, über altes Geschirr, über die Geräte bei der Flachsbearbeitung usw. Bilder werden die unmittelbare Anschauung der Gegenstände selbst nie voll und ganz ersetzen können.&lt;br /&gt;
:Das Teterower Museum wurde schon des öfteren von Schulklassen besucht, und die Lehrer haben mir hinterher wiederholt erklärt, daß ihre Schüler reichen Gewinn von der Besichtigung gehabt hätten. Die Schulen sollten daher bei jeder passenden Gelegenheit das in ihrer Nähe vorhandene Ortsmuseum aufsuchen und dort den Kindern die alten Kulturgegenstände vorführen. Das dafür aufgebrachte Opfer an Zeit wird ganz gewiß nicht umsonst gewesen sein. Wenn die Kinder des Abends von einem solchen Ausflug nach Hause kommen, werden sie den Eltern viel zu erzählen wissen von allem, was sie am Tage gehört und gesehen haben. So wird der Museumsgedanke in das Volk hineingetragen, und diese Tatsache trägt wiederum dazu bei, daß die Arbeit des Heimatbundes gefördert und unterstützt wird. Nach dem hier Ausgeführten darf der Heimatbundes in seinem eigenen Interesse nicht unterlassen, sich für die Schaffung und Einrichtung von Ortsmuseen tatkräftig einzusetzen. Daß die Ortsmuseen schließlich auch noch den Verkehrsinteressen einer Stadt dienstbar gemacht werden können, wird ohne weiteres einleuchten und bedarf daher keiner besonderen Begründung.&lt;br /&gt;
:Wie ist nun Teterow zu einem Heimatmuseum gekommen?&lt;br /&gt;
:Am 12. Mai 1932 schlossen sich die wenigen hier wohnenden Einzelmitglieder des Heimatbundes Mecklenburg zu einer Ortsgruppe zusammen, um so gemeinsam besser und erfolgreicher für die Bestrebungen des Bundes wirken zu können. Die Zahl der Mitglieder war anfangs sehr klein. Nur 10 Herren fanden sich für dies Arbeit zusammen. Trotzdem gingen sie mit frischem Mut an ihre Aufgabe, den Heimatbund in seiner Tätigkeit zu unterstützen, hinan. Heute zählt die Ortsgruppe Teterow bereits rund 70 Mitglieder. Bei der Aufstellung eines Arbeitsplanes wurde von vornherein die Errichtung eines Heimatmuseums in Teterow ins Auge gefaßt. Aber das war keine leichte Sache. Es war nichts vorhanden, weder Raum, weder Sachen, noch Geld. Ganz anders lagen die Verhältnisse in unserer Nachbarstadt Malchin. Da kaufte die Stadt für 3000 RM. die reichhaltige Sammlung des Lehrers Berg zur Herrichtung eines Museums, gab zum weiteren Ausbau desselben jährlich einige hundert Mark her und stellte außerdem 3 schöne Räume im Rathaus zur Verfügung. In Waren wurde das dortige Ortsmuseum von einem Museumsverein gegründet, der seine ganzen Beiträge zu diesem Zwecke opfert und dann weiter auch noch von der Stadt unterstützt wird. Weil die hiesige Ortsgruppe sich aber dem Landesverband angeschlossen hat, so gehen fast unsere gesamten Beiträge nach Schwerin, und für das Heimatmuseum bleiben nur geringe Geldmittel übrig. Die Stadt konnte uns wegen ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage mit Geld nicht unterstützen. So waren wir auf uns allein angewiesen.&lt;br /&gt;
:Alle Hindernisse konnten uns aber doch nicht bewegen unser Vorhaben betreffs eines Heimatmuseums aufzugeben. Als im Frühjahr 1933 die Stadt Teterow in entgegenkommender Weise zwei Räume im Gewerbeschulhause für ein Museum zur Verfügung stellte, da wurden von der Ortsgruppe alle Bedenken bei Seite gesetzt. Sie forderte durch einen Aufruf in der Zeitung und durch sonstige Bekanntmachung zur Hergabe geeigneter Sachen auf. Die Bevölkerung aus der Stadt und der Umgegend kam dieser Bitte mit großer Bereitwilligkeit nach und brachte uns viel Brauchbares für unsere Sammlung. In der Person des Reichsbahninspektors Willi Bartels fanden wir einen Herrn, der sich mit vielem Geschick und großem Eifer der Museumsangelegenheit widmete. Ihm haben wir es in der Hauptsache zu danken, daß das Unternehmen schon im Laufe des Sommers solche Fortschritte machte, daß wir allen Ernstes daran denken konnten, das Museum noch im Herbst zu eröffnen. Am Sonntag, dem 24. September 1933, fand in Gegenwart des Professors Dr. h. c. Wossidlo, des Bürgermeisters Dr. Meyer, des Stadtverordnetenvorstehers Münter und vieler Einwohner unserer Stadt die feierliche Eröffnung des Teterower Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe begrüßte die Festversammlung, dankte allen Stiftern von Museumsgaben für ihre Unterstützung und sprach dann über die Bedeutung der Ortsmuseen. Weitere Ansprachen hielten Bürgermeister Dr. Meyer und Professor Wossidlo. An die Eröffnungsfeier schloß sich unmittelbar die Besichtigung des Museums. Alle waren erstaunt, was hier in so kurzer Zeit an altem Kulturgut zusammengebracht worden war. Man konnte aber gleich feststellen, daß die vorhandenen Räume zur Unterbringung der vielen Sachen völlig unzureichend waren. Professor Dr. Wossidlow, der beste Kenner unserer heimischen Volkskultur, sprach sich über die damals bereits vorliegende Sammlung sehr lobend aus und wies auf manches wertvolle Stück in derselben besonders hin. Inzwischen sind viele Gegenstände neu hinzugekommen. Das Museum wirbt jetzt selbst für sich am besten. So wird uns manches alte Kulturstück angeboten, auf das die Leute erst bei einer Besichtigung des Museums aufmerksam wurden und dessen großen kulturellen Wert sie vorher nicht zu schätzen wußten. In diesem Zusammenhange mag darauf hingewiesen werden, daß das Teterower Museum fast ausschließlich Sachen aus unserer Stadt selbst oder deren näherer Umgebung enthält. Das ist nicht überall der Fall. In manchen Ortsmuseen findet man viele Gegenstände, die aus allen Teilen unseres Landes herbeigeholt sind. Das ist ganz gewiß nicht richtig und entspricht auch keineswegs dem Charakter eines Ortsmuseums. Solche Sachen gehören in ein Landesmuseum. Teterow darf daher mit Recht für sich in Anspruch nehmen, wirklich ein Museum für unsere ostmecklenburgische Heimat geschaffen zu haben.&lt;br /&gt;
:Wenn nun aber jemand gern erfahren möchte, welche Altertümer das Teterower Heimatmuseum heute nach einjährigem Bestehen bereits enthält, so kann ich diesem Wunsche nur zu einem kleinen Teil nachkommen. Die Frage läßt sich nämlich im Rahmen dieser Arbeit nicht ausführlich beantworten. Ich will aber versuchen, das Wichtigste, nach Gruppen geordnet, hierüber mitzuteilen. Wer aber einmal Gelegenheit hat, nach Teterow zu kommen, der sollte nicht versäumen, unser Museum aufzusuchen. Er wird sicherlich dort manches Sehenswerte vorfinden, besonders an volkskundlichen Sachen.&lt;br /&gt;
:Die Vorgeschichte ist in unserm Museum zur Zeit leider nur mit wenigen Stücken vertreten. Daraus soll man aber nun nicht den Schluß ziehen, als wären diese Sachen hier nur, in geringem Maße vorhanden. Gerade in der Teterower Gegend sind viele wertvolle Zeugen aus der Steinzeit aufgefunden. Aber sie sind nicht dem Heimatmuseum zugeführt. Sie befinden sich teils noch im Privatbesitz, teils sind sie durch Verkauf in andere Sammlungen gekommen.&lt;br /&gt;
:In der Abteilung &amp;quot;Trachten&amp;quot; sind besonders Hüte, Mützen und Tücher für Frauen aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert in recht schöner Aufmachung vorhanden. Sie geben uns ein anschauliches Bild von dem Geschmack der damaligen Mode. Sehr reichhaltig ist die Sammlung der Handarbeiten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Hier finden sich nach Professor Wossidlos Urteil sehr seltene und wertvolle Stücke. Aus der Zeit unserer Urgroßväter ist eine Kücheneinrichtung fast lückenlos zusammengestellt. Selbst ein offener Herd mit allem Beiwerk (Kesselhaken, Dreifuß, Grapen usw.) ist aufgebaut und läßt uns einen Blick in die damalige Küchenwirtschaft tun. Auch altes Töpfer- und Porzellangeschirr, wie es während dieses Zeitabschnitts in Gebrauch war, konnte noch aus Stadt und Umgegend herbeigeschafft und dadurch für die Nachwelt sichergestellt werden. Sämtliche Geräte zur Flachsbearbeitung bis auf Schwingblock u. Webstuhl hat das Teterower Museum in tadellosem Zustande aufzuweisen. Die Abteilungen: Handwerk, Landwirtschaft, Waffen, Münzen und altertümliche Hausgegenstände enthalten bereits jetzt eine stattliche Zahl von Einzelnummern und werden in nächster Zeit noch erheblichen Zuwachs bekommen.&lt;br /&gt;
:Von der Glasindustrie, die zu Anfang des vorigen Jahrhunderts noch in der Panstorfer Glashütte in Betrieb war, können hier verschiedene Stücke gezeigt werden, desgleichen auch von den früher in Teterow angefertigten Kunsttöpferwaren.&lt;br /&gt;
:Diese kleine Auslese aus dem Bestand der hiesigen Sammlung mag genügen, um zu zeigen, daß die Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes nach besten Kräften bemüht waren, ihr Museum zweckentsprechend aufzubauen. Große Sorge macht uns aber noch immer die Raumfrage. Seit der Eröffnung im vorigen Jahre sind uns so viele schöne Sachen gebracht, daß es uns wirklich Mühe macht, sie überhaupt noch unterzubringen, geschweige sie richtig und ordnungsgemäß aufzustellen. Wir werden deshalb in nächster Zeit die Frage ernstlich erwägen müssen, ob es im Interesse der Museumssache selbst nicht besser wäre, wenn die Ortsgruppe ihr Eigentumsrecht an die Stadt abtreten würde. Die Stadt kann für den Ausbau des Museums mehr Geldmittel zur Verfügung stellen, als wir bei dem geringen Ueberschuß von unsern Beiträgen jemals hergeben können. Vielleicht gelingt es der Ortsgruppe, diese Frage einmal einer glücklichen Lösung entgegenzuführen, damit das Teterower Heimatmuseum in keiner Weise hinter den andern Ortsmuseen unseres Landes zurücksteht.&lt;br /&gt;
:undatierte Zeitungsartikel zur ältesten Teterower Urkunde (verm. zwischen 1940 - 1945)&lt;br /&gt;
:... Bei Eröffnung des Teterower Heimatmuseums wurde sie als Leihgabe dorthin gegeben. Sie wurde zusammen mit einer mittelalterlichen Uebersetzung doppelseitig unter Glas gerahmt. Da sie das älteste und wertvollste Stück des Teterower Heimatmuseums ist, hat sie gegenwärtig an anderer Stelle einen sicheren Platz bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Feuerwehrmuseum===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
===Hospital St. Gertruden===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ehemalige Hospital St. Gertrud am Gertrudensteig ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===St.Jürgen Hospital===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Apotheken in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Teterower Feuerwehr==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Wirtschaftsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fischerei in  Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerkszünfte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verkehrsnetz in der Region Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen|Über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Teterower Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Vereinsgeschichte(n)==&lt;br /&gt;
===Die Teterower Schützenvereine===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bergring - Europas schönste Grasrennbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg007/484026143.pdf &amp;quot;Bergring Teterow (Meckl. Schweiz)&amp;quot; Gerhard Böhmer In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.7 (1931) 8 S.393-394]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/51368719X.pdf 12. Teterower Bergring-Rennen um den &amp;quot;Preis von Mecklenburg&amp;quot; In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 128 S.467]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513750924.pdf Der &amp;quot;Mecklenburgische Nürburgring&amp;quot; hält, was er verspricht In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 129 S.514] &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616616.pdf Bergring Teterow (Meckl. Schweiz) Carl Schröder In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.378-379]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst im öffentlichen Raum Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Hechtbrunnen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was der Teterower Bürgermeister 1912 zum Brunnen schreibt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1912 richtet der Teterower Bürgermeister Dr. Müller ein amtliches Schreiben mit folgenden Worten an das Schweriner Kabinett, &amp;quot;Wie allgemein bekannt sein dürfte, werden die Teterower, besonders auswärts, immer mit der Frage geneckt: Hewwt Ji em all wedder?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Mit dieser Einführung erbittet er nunmehr die Genehmigung zur Aufstellung eines Brunnens mit Hecht, &amp;quot;der die Teterower in die Lage versetzen würde, diese Neckereien dann endlich zurückzuweisen, indem sie antworten können: Ja, wi hem´em, kiek em Di an, up´n Markt steiht he!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die Bürgermeister-Worte überzeugten und mit der bald darauf aus Schwerin erteilten Genehmigung konnten die Teterower Geld sammeln und einen Wettbewerb zu seiner Ausführung ausloben. &lt;br /&gt;
:Neun Architekten und Bildhauer schickten ihre Entwürfe.&lt;br /&gt;
:1200 Goldmark brachte die erste Sammelaktion ein.&lt;br /&gt;
:Der Entwurf des renomierten Mecklenburger Bildhauers Wilhelm Wandschneider überzeugte die Stadtvertreter besonders.&lt;br /&gt;
:Im November 1913 konnte der Bau des Brunnens aus Granit-Porphyr beginnen.&lt;br /&gt;
:Der Redakteur des &amp;quot;Kladderadatsch&amp;quot;, damals Deutschlands meistgelesene Satirezeitschrift, Paul Warnke, gebürtiger Lübzer und redaktioneller Amtsnachfolger von Johannes Trojan, lieferte den Text für die Randinschrift: &amp;quot;Wek Lüd sünd klauk un wek sünd daesig un wek de sünd wat aewernäsig. Lat´t er spijöken, Kinnings la´t! De Klock hett lüer´t, de Hekt is fat´t&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Teterower Zeitung&amp;quot; berichtet darüber: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Große Heiterkeit erregte es, als man in dem unteren Bassin einen kapitalen lebenden Hecht der an einem in den Landesfarben gehaltenen Band eine Glocke um den Hals trug, lustig umherschwimmen sah.&amp;quot; (TZ 19. Mai 1914)&lt;br /&gt;
:Seither trägt das kleine Kerlchen den übergroßen Hecht auf seinen Schultern zu Markte.&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde der Knabe im Schutze des neuen, dritten Rathauses zum ersten Wahrzeichen der Stadt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616489.pdf Unsachliches über Teterow Gisela Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.376-377]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg017/523388950.pdf Wandschneider plaudert aus seinem Leben : von Amerika nach Teterow Wilhelm Wandschneider In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.17 (1941) 198 S.114-115]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die verschobene Kirche===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Mittelpunkt (von MV?)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blüchers Pfeife===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower Katze===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Denkmale in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kriegerdenkmal===&lt;br /&gt;
:Auf Initiative des neu ins Amt berufenen Bürgermeisters Franz von Pentz wurde am 3. April 1881 der Teterower Verschönerungsverein gegründet. &lt;br /&gt;
:Eines der ersten Anliegen des Vereins war die Errichtung eines Kriegerdenkmals mit den Namen der toten Teterower Soldaten. Unterstützung fand der Verein dabei beim Kampfgenossen-Verein, der u. a. einen Programmabend für das zu errichtende Kriegerdenkmal veranstaltete, der Erlös betrug 130 M. Eine Lotterie mit Gewinn-Gegenständen von Arbeiten der Teterower Industrieschule sollte folgen. Einer der wesentlichen Unterstützer des Projektes war der Bauinspektor Wilhelm Müller, Besitzer einer Eisengießerei und Maschinenfabrik in Teterow. Er ließ auf seine Kosten die etwa 4 m lange Säule herstellen. Am 2. September 1882 - dem Jahrestag der Schlacht von Sedan - wurde die Einweihung auf dem Wilhelmsplatz (heute Platz des Friedens) vorgenommen. Eine zeitgenössische Beschreibung: &amp;quot;Auf einem Sockel von poliertem Granit erhebt sich eine ebenfalls granitne polierte Säule mit korinthischem Kapitäl. Auf demselben befindet sich die aus Chamotte gefertigte und vergoldete Figur einer Friedensgöttin, welche in der Linken einen Palmenzweig, in der Rechten einen Lorbeerkranz hält. Die Vorderseite des polierten Sockels trägt eine Tafel, auf welcher in vergoldeten Buchstaben die Namen der im Feldzuge 1870/71 aus hiesigem Amtsgerichtsbezirk gefallenen Krieger verzeichnet sind. Ein eisernes Kreuz mit der Inschrift &amp;quot;Mit Gott für Fürst und Vaterland&amp;quot; schmückt die Tafel, und unter demselben befinden sich folgende Namen:&lt;br /&gt;
:Heinrich Fiedler aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schmaedcke aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schenck aus Teterow&lt;br /&gt;
:Heinrich Schoenfeldt aus Nienhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Düsing aus Neu-Wockern&lt;br /&gt;
:Johann Rüger aus Bristow&lt;br /&gt;
:Christian Dabbert aus Baartz&lt;br /&gt;
:Johann Ernst aus Appelhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Krüger aus Vollrathsruhe&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1903 erfolgte die gärtnerische Anlage durch den Verschönerungsverein. 1908 gab es noch einen Beschluss der Rats- und Bürgersitzung im Frühjahr 1909 den Siegesengel neu vergolden zu lassen. Das dazu aufgestellte Gerüst wurde auch von jemandem genutzt, der den Palmzweig zerbrochen hatte. 1947 wurde dann das Denkmal zerstört, der Sockel auf dem St. Georgs Friedhof aufgestellt. Bildhauer Willy Freese und sein Sohn Karl-Heinz fertigten aus den Trümmern der Säule eine Kugel, die heute den Sockel krönt.&lt;br /&gt;
:Das Denkmal im Ganzen muss über 9 m hoch gewesen sein. Ein ähnliches Denkmal befand sich in Stavenhagen, wurde aber auch zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Bismarck-Denkmal===&lt;br /&gt;
:Mit dem Fund eines Felsens von 4,5 m Länge und 3 m Breite in der Pampower Feldmark kam im Januar 1900 die Idee auf, diesen für ein Bismarck-Denkmal nutzen zu wollen. Die Kosten dafür waren auf 500 M geschätzt worden und wurden per Listensammlung bereits Ende Januar erreicht. Vorgesehene Standorte dafür waren u. a. die Heidberge oder der Schulkamp, letztlich entschied man sich aber für den Friedrich-Franz-Platz - seinen heutigen Standort.&lt;br /&gt;
:Zum Abtransport wurde der Stein in seine heutige Form gebracht, mit einem Gewicht von 22,5 t. Mittels 4 Dampfpflug-Lokomobilen der Herren Jenke und Godow wurde er im Mai 1900 in die Stadt gebracht. Zu überwinden galt es dabei die Bedenken der Chausseebauverwaltung und auch die Eisenbahnverwaltung gestattete das Überqueren der Geleise erst nach Durchfahrt des letzten Zuges um 1.00 Uhr nachts. Am 8. Mai 1900 konnte er unter Musik der städtischen Kapelle abgeladen werden. Am 12. März trafen sich in Lembckes Lokal die Spender des Bismarck-Denkmals zur Auswertung.&lt;br /&gt;
:Die bis dahin entstandenen Kosten beliefen sich bereits auf 900 M, die Einnahmen betrugen nur 630 M. Trotzdem erschien den Beteiligten eine Finanzierung des Fehlbetrages möglich und die Idee für ein Medaillon-Bildnis des Fürsten Bismarck entstand. Nach Beratung am 26. März 1900 zwischen Bürgervertretung und Verwaltung wird diese beauftragt, ein Fundament für den Stein errichten zu lassen und der Bürgermeister kann von einer Spende in Höhe von 300 M von Herrn Hermann Paepcke aus Chicago für ein Bismarckmedaillon berichten. Bereits am 30. Mai 1900 begannen die Untermauerungsarbeiten für den Stein, dabei wurden Knochenreste des ehemaligen Friedhofes vor dem Gertrudenstift gefunden. Im September 1901 wurde dann die Vertiefung zur Aufnahme des Medaillons in den Stein gehauen. Im September 1901 kam der Verschönerungsverein zusammen und beschloss unter anderem, einen Klinkersteig am Bismarck-Denkmal verlegen zu lassen, was im September 1902 geschah. Noch im September 1901 wurde das Porträt des ehemaligen Kanzlers in den Stein eingelassen. Von einer offiziellen Einweihung lässt sich in den Zeitungen der Zeit nichts finden.&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich 1947 in Berlin die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (V.V.N.). Die Ortsgruppe des V.V.N. Teterow forderte für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Faschismus die Überlassung des Bismarcksteins. Da die Denkmalpflege keine Einwände hatte, konnte die Umnutzung erfolgen und zum 1. Mai 1949 übernahm die Stadt den Stein in ihren Schutz, das Bismarck-Medaillon kam ins Museum. (Mit der Auflösung des Museums wurde das Medaillon ins Museum nach Waren verbracht und verschwand dort). Mit der Errichtung des Denkmals am Mühlenteich 1969 hatte der V.V.N.-Stein ausgedient und erhielt 1977 eine Platte mit einigen Angaben. Auf Initiative des Heimatbundes Teterow e. V. konnte durch eine Spendensammlung am 31. Juli 1998 wieder ein Bismarck-Medaillon am Stein enthüllt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bismarckstein 1.jpg|thumb|350px|rechts|Bismark-Stein (Quelle: Stadtarchiv Teterow)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrenmal in den Heidbergen===&lt;br /&gt;
:Ursprünglich hatte schon der Baudirektor Gustav Hamann aus Schwerin - 1910 bei der Errichtung des Rathauses in Teterow weilend - einen Turm auf dem Teterower Heidberg errichten wollen. Die Lage über der Stadt bot eine gute Fernsicht und hätte auch den Tourismus in der Stadt weiter beleben können. Daher wandte er sich mit Schreiben vom 27. Januar 1910 an den Bürgermeister Schmidt mit dem Vorschlag, einen Aussichtsturm auf dem Heidberg zu errichten. Hamann wollte dazu kostenlos eine Zeichnung und einen Kostenvoranschlag zur Verfügung stellen. Nach Rücksprache mit Hamann wurde von der Rats- und Bürgersitzung die Einrichtung eines Baufonds bewilligt, in den bis 1926 70,89 Mark eingezahlt wurden. Am 26. November 1922 wurden die Gedenktafeln an die Gefallenen des 1. Weltkrieges der Kirchengemeinde in der Pfarrkirche eingeweiht, dies war der Anlass für Kriegerverein und Gewerbetreibende eine Würdigung für die Gefallenen in der Stadt anzuregen. Beide bildenten am 25. September 1924 ein Komitee, dem die Herren Molkereibesitzer Wickboldt, Major von Zeppelin auf Appelhagen, Bürgermeister Dr. Müller, Lehrer Köpcke, Kaufmann Ehrich, Gärtnereibesitzer Franz, Pastor Schumacher, Ihde, Kaufmann Bülow, Kämmereiberechner Rußdorf, Uhrmacher Mäting, Maurermeister Kohlert, Voß, Müschen, Vick und später auch Ackerbürger Hannemann angehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Spenden zum Bau stammten von Teterowern mittels Haussammlungen, kamen aber auch von ausgewanderten Familien (Hugo Altschwager aus Milwaukee, Erna Volkner aus Chicago), Zeitungsanzeigen, Benefizveranstaltungen und eine Lotterie brachten ebenfalls Geld ein. Die Inflation ließ das gesammelte Geld immer wieder zusammenschrumpfen. Molkereibesitzer Wickboldt dazu: &amp;quot;Immer wenn die Kommission glaubte nunmehr bald mit dem Bau beginnen zu können, war der Wert der Mark wieder geschwunden. Es mag als Kuriosa angeführt werden, das wir im Jahr 1923, um noch etwas von den Geldern zu retten, mit dem Restgeld eine Kiste Kognak kauften, um es wertbeständig anzulegen. Dies ist bei späteren Verlosungen auch wieder verwertet worden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur Standortfrage wendete sich die Kommission an den Heimatbund Mecklenburg, dieser empfahl den Stadtgartendirektor Schomburg als Sachverständigen, der mehrere Standorte untersuchte. Der Friedhof schien als Platz durchaus geeignet, da Hintergrund und Anlage bereits vorhanden waren, für größere Gedenkfeiern fehlte allerdings der Platz. Ein Platz auf dem Schulkamp kam wegen des kleinen Geländes nicht in Frage. Das Mühlenbruch böte genug Platz, hätte aber für ein Ehrenmal befestigt werden müssen. Der Halbkreisrasen gegenüber dem Bahnhof wäre &amp;quot;bedingt durch den Post- und Bahnhofsverkehr der Obhut des Publikums anvertraut&amp;quot; und somit geeignet. Der Heidberg schien für eine weit ins Land ragende Gedächtnisstätte geeignet. Der weite Weg könnte durch Fahrgelegenheiten absolviert werden und auch die &amp;quot;alte Herren-Kolonne&amp;quot; mit zum Teil über 80jährigen legte diesen Weg täglich zurück. Ein weiteres Argument war, dass der Heidberg der historische Platz für die Gedenkfeiern der Teterower sei. Die Sedan-Feier und auch die Feier 1813 hatten hier stattgefunden, an diesen Tagen brannten Holzstöße und fast ganz Teterow - Alt und Jung - waren hier versammelt. Daher beschloss die Denkmalkommission den Standort Heidberg und die Stadtverordnetenversammlung genehmigte im November die Freigabe des Platzes für ein Denkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Gestaltung erarbeitete die Kommission schon im Dezember 1925 Leitsätze und stellte diese den Vereinen zur Diskussion. Mit Verweis auf den Ernst-Moritz-Arndt-Turm in Bergen wurde eine Verbindung aus Aussichtsturm und Denkmal vorgeschlagen, entsprechende Entwürfe dazu wurden im Schaufenster des Kaufhauses Ramelow ausgestellt. Die Ausführung eines Turmes durch Teterower Firmen war ein weiteres Argument für diese Variante, da bei einer Skulptur ein auswertiger Künstler das Geld erhalten würde. Zahlreiche Künstler reichten dazu Entwürfe ein. Im November 1926 empfahl daher der Geheime Baurat Pries aus Schwerin (Mitglied des Ausschusses für Denkmalspflege und Denkmalsbau der Mecklenburg-Schwerinschen Regierung) der Kommission den Entwurf von Korff aus Laage, der daraufhin einstimmig angenommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch im Dezember 1926 erfolgten die Ausschreibungen, die Bauausführung übernimmt Maurermeister Krenzin aus Rostock, die Bauarbeiten die Maurermeister Kohlert und Rathcke aus Teterow. Zur Grundsteinlegung am 12. Juni 1927 konnte bei Gärtner Franz kostenlos Grünes zum Schmücken der Häuser abgeholt werden. Der Festzug versammelte sich um 15.30 Uhr auf dem Wilhelmsplatz (Platz des Friedens) und setzte sich um 16.00 Uhr in Bewegung. In den Grundstein war ein Bleibehälter eingelassen, der Geld, Briefmarken und Papiere enthielt. Nach den Ansprachen erfolgten die symbolischen Hammerschläge und das Spiel des Posaunenchores. Am Abend wurde zum Großen Festball im Hotel &amp;quot;Mecklenburger Hof&amp;quot; eingeladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Weihe des Ehrenmals erfolgte in ähnlicher Form wie die Grundsteinlegung. Erwähnt wurden einige Baudetails: Höhe: 20,1 m, 114 Stufen, Schwertlänge: 8,5 m, Kosten über 18.000 RM, 104 Tage Bauzeit, 23.350 Ziegel und 50 t Zement wurden verbaut. Die Gestaltung des Umfeldes und die Anlage eines Weges wurde 1928 durch Teterower Vereine bewerkstelligt. Fortan wurde das Ehrenmal für Feiern und Kranzniederlegungen zum Ewigkeitssonntag und zur Tannenbergfeier (am 27. August - siegreichen Schlacht gegen Russland 1914) regelmäßig genutzt. Darüber hinaus war es auch Treffpunkt des Stahlhelmtages in Teterow am 14. und 15. Juni 1930, des Teterow-Malchiner-Schülertreffen am 24. Juni 1931 und des SA-Tages am 19. Juni 1932. Die Reden bei diesen Anlässen entsprachen mit dem üblichem Chauvinismus und Revanchismus der Zeit. Einen Höhepunkt des Missbrauchs erlebte das Ehrenmal dann mit dem Besuch Adolf Hitlers, der von hier am 19. September 1937 das Herbstmanöver der Wehrmacht beobachtete. 1939 erfolgte noch der Anbau der Wärterkabine mit Verkaufsstand und die Anbringung der Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen. Im 2. Weltkrieg befand sich im Umfeld eine Funkmessstation, das Ehrenmal lag im umliegenden Sperrgebiet und war somit nicht zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach 1945 verlor das Ehrenmal seinen Zweck als zentraler Gedächtnisort der Stadt an den VVN-Stein und später an das Denkmal am Mühlenteich. Ansichtskarten der Zeit bezeichnen es dann auch folgerichtig als &amp;quot;Aussichtsturm auf dem Heidberg&amp;quot;. Erst 1979 gab es die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt. Mit dem politischen Umbruch 1989/90 galten die anderen Denkmale als belastet und das Ehrenmal wurde wieder der zentrale Gedenkort Teterows. Die Bedeutung des Ehrenmals wurde auf alle Opfer von Krieg und Gewalt erweitert, die entsprechenden Tafeln 1999 angebracht. Zu jedem Volkstrauertag sind Teterower hier im Gedenken versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow, das Schilda Norddeutschlands?==&lt;br /&gt;
* [[Teterow, das Schilda Norddeutschlands?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Teterower Feldmark==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Flurnamen und Lokalbezeichnungen der Stadt und Feldmark Teterow&amp;quot; zusammengestellt und erläutert von Dr. Gerhard Böhmer Stand 1.1.1934]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=109254</id>
		<title>Teterow fortlaufende Chronik</title>
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		<updated>2024-03-26T06:38:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Teterower Museen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterows Geschichte als Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Steinzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Steinkiste&lt;br /&gt;
Die Steinkiste befindet sich im Hohen Holz. 1902 wurde sie bei Fällarbeiten entdeckt. Ein 18 m langer und 7 m breiter Hügel bedeckte die Steinkiste. Bei der Ausgrabung durch Bürgermeister Dr. Franz von Pentz fehlte bereits der Deckstein. Die Kammer ist 1 m lang und 0,8 m breit und war von einer Rollsteinpackung umgeben. Sie enthielt einige Scherben von Tongefäßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Großsteingrab&lt;br /&gt;
Das Großsteingrab befindet sich an der Chaussee nach Rostock. Der Deckstein enthält kleine, runde Vertiefungen (&amp;quot;Schälchen&amp;quot;), die mit kultischen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Ein weiterer Deckstein hat sich in die Kammer gesenkt. Bürgermeister Dr. Franz von Pentz hat hier einen Hohlmeißel, ein dicknackiges Beil, Keramik und Skelettreste ausgegraben, 1907 ließ er die Anlage mit Eichen einfrieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;3.Jahrtausend v.u.Z.&lt;br /&gt;
:Besiedlung der Insel im Teterower See&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Bronzezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzegeräte von Teterow&lt;br /&gt;
:Am 12. Dec. 1859 wurden zu Teterow vor dem rostocker Thore beim Planiren des Terrains neben dem Friedhofe von dem Herrn Maurermeister Pohlmann zu Teterow gefunden:&lt;br /&gt;
:2 Handbergen aus Bronze und&lt;br /&gt;
:2 spiralcylindrische Armringe, mit leichtem edlen Rost, vollständig erhalten, jedoch alle beim Herausnehmen zerbrochen, und vom Burgemeister und Rath der Stadt Teterow geschenkt&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1861&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hifthorn von Teterow&lt;br /&gt;
:Beim Ausmodden eines Sumpfes auf der Feldmark der Stadt Teterow ward ein Hifthorn aus Bronze gefunden, durch den Herrn Inspector Beneke zu Pampow bei Teterow erworben und von diesem dem Vereine zum Geschenke gemacht. Dieses interessante Stück des Alterthums bildet ein Seitenstück zu dem merkwürdigen Hifthorn von Wismar, welches im Jahresbericht III, S. 67 flgd. beschrieben und abgebildet ist; es hat nicht die interessanten Gravirungen des wismarschen Hornes, aber dieselben Verzierungen, und stammt mit diesem ohne Zweifel aus derselben Zeit. Auch hat das teterowsche Horn eine andere Einrichtung, indem es aus Einem Stücke, das wismarsche aber aus drei Stücken besteht und nur zum Beschlage eines natürlichen Hornes gedient hat.&lt;br /&gt;
:Das Horn von Teterow ist aus Bronze aus Einem Stücke gegossen. Es bildet das Mundstück und den mittlern Theil des Ganzen; die Schallmündung ist aus natürlichem Horn oder Metall angesetzt gewesen, wie die Nietlöcher am Ende beweisen. Das Ganze ist etwas gekrümmt, wie das wismarsche Horn, in grader Richtung 12&amp;quot; lang und am weiten Ende 3&amp;quot; im Durchmesser. In Entfernungen von ungefähr 1 1/4&amp;quot; ist es 9 Male durch zwei neben einander stehende, erhabene Reifen in 9 Felder getheilt; die Reifen sind mit eingravirten Schrägelinien verziert. Die Reifenpaare sind an beiden Seiten durch die bekannten, kleinen, mit Stempeln eingeschlagenen Dreiecke begrenzt; diese einer gewissen Zeit der Bronze=Periode eigenthümliche Verzierung ist durchaus charakteristisch, überall gleich und findet sich öfter. Durch diese Verzierungen steht das teterowsche Horn dem wismarschen in der Zeit ohne Zweifel gleich. Hat auch das teterowsche Horn weiter gar keine Verzierungen, so ist es doch im Charakter dem Mundstücke des wismarschen Hornes (abgebildet Lithographie zu Jahresber. III, Fig I.) völlig gleich. Auf dem 7ten Doppelreifen vom Mundstücke und dem 3ten von der Schallöffnung sitzt ein angegossener Ring zur Aufnahme einer Schnur.&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1848&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Scherbenfund in der Schulstraße&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen von Versorgungsleitungen entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks in der Schulstraße Scherben aus der Bronzezeit.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 07.10.2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzezeitliche Siedlung und Gräberfeld am Erlenbruch&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen einer Versorgungstrasse zwischen Erlenbruch und Stadtrandsiedlung stieß Stefan Benesch auf ein bronzezeitliches Gräberfeld mit Scherben und Leichenbrand. In der Nähe Reste von drei bronzezeitlichen Häusern.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 09.11.1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Eisenzeit==&lt;br /&gt;
;Wohnstätten&lt;br /&gt;
:Gefunden 1905&lt;br /&gt;
:In festem Boden, fast 2 m tief, massenweise Scherben, dabei auch Tierknochen und Brandschichten. Genaueres über die Anlage war nicht festzustellen&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Grab am Pudelberg 1905&lt;br /&gt;
:Auf dem Pudelberge in einer flachen, sandigen Kuppe mit Lehmmergelstreifen. Grab, dessen Grund 1,75 m tief rechteckig 2,70 X 2,90 m, eingefasst mit einer Steinnmauer von 0,90 m. Der Grund mit Steinen abgedeckt; auch über der Bestattung kleine Steinabdeckung und Quermauer; Holzspuren weisen auf eine Holzüberdeckung; von den Bestatteten (zwei, N - S) nur Spuren; die Zugehörigkeit der Beigaben nicht genau bestimmbar; anscheinend östliche Leiche: Schwert am Oberkörper, links in der Kopfgegend Glasgefäss und Tonbecher, zu Füssen Bronzeschale mit Buckelrand; zwischen der östlichen und westlichen Leiche in der Kopfgegend Würfel und Spielstein; westliche Leiche: rechts in der Halsgegend Pfeilbündel, zu Füssen Bronzegefäss&lt;br /&gt;
:Schwert: Das prächtige Stück steckt in einer Holzscheide, die mit einem erhabenen Mittelgrate verziert ist. Die Länge der Klinge beträgt 91,5 cm, die Breite oben 5,5, unten 4,5 cm. Die Scheide wird abgeschlossen durch einen halbrunden Silberbeschlag, an dem eine reich gemusterte überfassende Zwinge (Ortband) aus Silber z. T. vergoldet, und mit Niello verziert angebracht ist. Der Griffteil besteht aus einer flachen Griffangel, darüber geschoben eine spitzovale Parierplatte von 10,5 cm Länge. Vom Griff selbst ist leider nichts erhalten, als einige Holzspuren. Als Scheidenbeschlag wird gedient haben ein Stück Silberblech, welches sich der Wölbung der Scheide anpasst, ein silbernes Band, welches wohl den oberen Scheidenabsatz umfasst (Mundstück), und kleine Silberstreifen, vielleicht auch kleine runde Glasscheiben in einen Bronzering gefasst, von denen Bruchstücke erhalten sind.&lt;br /&gt;
:Pfeilspitzen: ein ganzes zusammengerostetes Bündel, mindestens 15 Stück, mit Holzschaft, stark, dreikantig, mit eingezogenen Seiten, 4,5 cm lang,&lt;br /&gt;
:Knochenwürfel: die Zahlen anders verteilt wie heute üblich 1:3, 2:5, 4:6,&lt;br /&gt;
:Spielstein: ein kleiner konischer Spielstein aus Knochen&lt;br /&gt;
:Glasgefäss: Bruchstücke eines Trinkbechers, sehr dünnes, farbloses Glas, belegt mit langgezogenen Glasfäden, welche oben und unten im spitzen Winkel zusammenlaufen und die Spuren der Vergoldung zeigen, der Rand leicht verstärkt, die Mündung etwa 10 cm weit; Reste eines nach aussen geneigten Fusses, Höhe etwa 18 bis 20 cm&lt;br /&gt;
:Bronzekessel: mit flachgewölbtem Boden, scharfer, tiefliegender Bauchkante, eingezogenem Oberteil, nach aussen gebogenem Rande, zwei fast dreieckign Henkelösen, Henkelband mit Strichverzierungen und aufgebogenen Enden. Innere Weite 26,5 cm, Randbreite 1 cm, Höhe 15,5 cm,&lt;br /&gt;
:Bronzene Schale mit gebuckeltem Rande: Wandung leicht nach innen geschweift, runde Standfläche aus nach aussen gebogenen Blechreifen, der Rand ausgebogen und mit von innen getriebenen Buckeln verziert. Innere Weite 26 cm, Randbreite 2 cm, Höhe 11 cm.&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gräberfeld der Germanen in der Niendorfer Furt&lt;br /&gt;
:Bei der Erweiterung eines Gewerbegebietes wurden durch Bodendenkmalpfleger Roland Ducks germanische Urnen mit Durchmessern zwischen 16,5 und 11 cm gefunden.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.10.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Germanischer Siedlungsplatz auf dem Sportplatz des Gymnasiums&lt;br /&gt;
:Bei Erdarbeiten auf dem Sportplatz des Gymnasiums entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks Keramiken und eine Reibplatte - zum Ausmahlen von Getreide.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.07.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Slawenzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6./7. Jahrhundert n.Ch.&lt;br /&gt;
:Slawische Einwanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;vom &#039;&#039;&#039;9. bis zum 12. Jahrhundert&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:existierte auf der heutigen &amp;quot;Burgwallinsel&amp;quot; im Teterower See eine in drei Bauperioden errichtete bedeutenden slawische Burganlage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Burgwall===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zusammenfassung der Grabungsergebnisse (Fundbeschreibung) von 1950 bis 1953:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf eine bestehende offene Siedlung folgten vom Ende des 9. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts drei Burgphasen.&lt;br /&gt;
:Eine 750m lange Brückenanlage verband die Burgwallinsel mit dem Festland.&lt;br /&gt;
:Sie bestand aus senkrechten Pfosten und schrägen Stützen, auf denen vierkantige Träger auflagen.&lt;br /&gt;
:Die Einzeljoche waren durch locker auf die Träger gelegte Unterzüge verbunden, auf denen die Bohlen lagen, die zusätzlich durch Rödeleisen verbunden waren und ein Geländer trugen.&lt;br /&gt;
:Die Brücke, für die ebenfalls drei Bauphasen nachzuweisen waren, traf im Süden vor dem 4m hohen Abschnittswall der 1,2 ha großen Vorburg auf die Insel.&lt;br /&gt;
:Ein zweiter Wall trennte Vor- und Hauptburg von einander. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der auf einer natürlichen Anhöhe gelegenen 0,6 ha großen Burg mit einer Innenfläche von 25 x 50 m ist durch Gruben, Teilen von Hauspflastern, Herdstellen und Backöfen nachgewiesen.&lt;br /&gt;
:Sie zeigte in der Hauptburg dicht Bebauung, in der Vorburg nur entlang der Wälle.&lt;br /&gt;
:Der Wall war in der ersten und zweiten Phase in Kastenbauweise errichtet, während der dritten Phase nur aus einer Palisade mit Planken, die die Vorderfront verstärkten bestand.&lt;br /&gt;
:Während es in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts, also nach der ersten Besiedlungsphase, zu einer Brandzerstörung kam, wurde die Burg schließlich im 12. Jahrhundert friedlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
:Bei den Funden überwiegt wendische Keramik der Menkendorfer Gruppe und Knochen.&lt;br /&gt;
:Keramikfunde der Teterower Gruppe werden dagegen in das 11. und 12. Jahrhundert datiert, bei der der Fundort beim Teterower Burgwall anmengebend für den Typ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Aus Archäologie folgt Korrektur der gängigen Geschichtsschreibung===&lt;br /&gt;
;Zu nachfolgend angeführten Quellen ist der Hinweis erforderlich, das die Mehrheit heute tätiger Historiker die Meinung vertritt, das es sich bei der Teterower Burganlage wohl eher nicht um die in frühen Quellen genannte Burg Othimars handelt und diese mehrheitlich mit der wendischen Burganlage von Behren-Lübchin in Verbindung gebracht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen vor den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514905980.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (2) Rudolf Asmus Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 1928 S.1-5 (&#039;&#039;&#039;Teil 1 ist 1926 in der Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; erschienen!&#039;&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906111.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (3)  Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (3.) Fortsetzung Rudolf Asmus. - In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 2, S.9-11]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906332.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (4.) Schluß Rudolf Asmus In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 3, S.17-19 ]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513452567.pdf Frühgeschichtliches und Vorgeschichtliches vom Teterower See Rudolf Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.354-359]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen während und nach den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Ein vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1950/51&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Landesamt für Denkmalpflege Schwerin (Hg.) &amp;quot;Denkmalpflege in Mecklenburg Jahrbuch 1951/52&amp;quot; S. 198 - 212, Sachsenverlag Dresden o. J.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Slawische Töpferei in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Volksdruckerei Ludwigslust 1964&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Der Holzbau bei den nordwestslawischen Stämmen vom 8. bis 12. Jahrhundert&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow (1950 - 1953) Forschungen auf einer slawischen Burg im See&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Gralow, Klaus-Dieter / Stange, Hartmuth (Hg.) &amp;quot;Ewald Schuldt - Archäologische Expeditionen im eigenen Land (1950 - 1984)&amp;quot; S. 7 - 48, Stock &amp;amp; Stein Verlag Schwerin 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1952/53&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin (Hg.) &amp;quot;Jahrbuch für Bodendenkmalpflege in Mecklenburg 1953&amp;quot; S. 84 - 107, Petermänken-Verlag Schwerin 1955&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow - Ein slawischer Burgwall in Mecklenburg&amp;quot; (Text- und Beilagenband)&lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1963&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1235&lt;br /&gt;
:Teterow ( slaw. &amp;quot;Birkhahnort&amp;quot;) erhält Stadtrecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Hoffmann : &lt;br /&gt;
Die Gründung der Stadt Teterow &lt;br /&gt;
In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 138-139 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit Penzlin ist die Reihe der Werleschen Städte, von denen uns Stiftungsbriefe erhalten sind, abgeschlossen. Man muß sich daher darauf beschränken, die Entstehung der übrigen Städte der Herrschaft Werle aus späteren Zeugnissen aufzuklären und ihr ungefähres Alter zu bestimmen. &lt;br /&gt;
:Teterow ist die Stadt, die uns in dieser Gruppe am frühesten als solche begegnet. &lt;br /&gt;
:Die Stadt liegt zwischen Güstrow und Malchin am Fuße der Heidberge. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1272 wird die Stadt zum erstenmal erwähnt (M.U.B. II, 1261). &lt;br /&gt;
:Anscheinend hat sie jedoch damals schon einige Zeit bestanden. &lt;br /&gt;
:Denn in diesem Jahr wird der Stadt das Dorf Baudorf mit 43 Hufen von Nikolaus von Werle verliehen. &lt;br /&gt;
:Diese Verleihung deutet darauf hin, daß der Stadt ihre bisherigen Besitzungen nicht mehr genügten, und wir können damit zugleich auch schon auf eine gewisse Blüte der Stadt schließen. &lt;br /&gt;
:Ferner erkennen wir auch aus derselben Urkunde des Jahres 1272, daß Teterow bei seiner Gründung durch Nikolaus von Werle Schweriner Stadtrecht verliehen wurde. &lt;br /&gt;
:Denn es heißt in ihr, daß die Ratmänner für sich den Friedensschilling benutzen sollten (Consules etiam suis vsibus pacis denarios usurpabunt). &lt;br /&gt;
:Da dieses Teterower Ratsprivileg genau dem des Schwerin-Güstrower Rechts entspricht, so können wir daraus schließen, daß auch sonst Schweriner Recht in Teterow galt. &lt;br /&gt;
:Ob damals, als die Stadt gegründet wurde, noch andere Siedlungen hier vorhanden waren, wissen wir nicht. &lt;br /&gt;
:Anscheinend ergibt sich aus der slawischen Namensform Teterow, daß hier einst ein slawisches Dorf vorhanden war. &lt;br /&gt;
:Vielleicht war Teterow auch der Name für den wendischen Burgwall, der noch heute auf der Insel im Teterower See erhalten ist. &lt;br /&gt;
:Schmaltz behauptet, daß das Teterower Kirchspiel bereits um 1226 gegründet worden ist (M.J.B. 73, S. 46). &lt;br /&gt;
:Es handelt sich dabei jedoch nur um Vermutungen. &lt;br /&gt;
:Reifferscheid hat die Entstehung der Teterower Kirche nach ihrem Stil erst in die Zeit um 1270 angesetzt (Reifferscheid a. a. O. S. 147 ff ). &lt;br /&gt;
:Die Stadt ist, wie aus dem Stadtplan hervorgeht, eine Gründung aus frischer Wurzel ( Plan der Stadt Teterow &amp;quot;fecit Teterow, 26. 2. 1753, Christian Adolf Reinhard, Senator&amp;quot;, im Besitz der Stadt Teterow ). &lt;br /&gt;
:Bereits Fritz hat auf den Teterower Grundriß als Beispiel eines Kolonial-Stadtplans hingewiesen (Fritz a. a. O. S. 27). &lt;br /&gt;
:Unter den sechs Ratmännern, deren Namen uns im Jahre 1288 genannt werden (M.U.B. III, 1959), ist anscheinend einer ein Slawe gewesen. &lt;br /&gt;
:Von den sechs Ratmännern sind drei als Deutsche anzusprechen, während wir bei den übrigen drei ihre Nationalität an ihrem Namen nicht erkennen können. &lt;br /&gt;
:Nach dieser Ratsherrnliste vom Jahre 1288 scheint die Zusammensetzung der frühesten Teterower Bevölkerung überwiegend deutscher Herkunft gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1250&lt;br /&gt;
:Teterow entstand in der Nähe einer einstigen wendischen Burganlage im Teterower See.&lt;br /&gt;
:Es ist unbekannt wann Teterow genau entstanden ist. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1272.&lt;br /&gt;
:Da der Baubeginn der Stadtkirche bauhistorisch auf die Zeit um 1280 gelegt werden kann, ist davon auszugehen, dass die Verleihung der Stadtrechte um 1250 erfolgten.&lt;br /&gt;
:Als offizielles Gründungsjahr wird jedoch seit dem 18. Jh. 1235 benannt. Dies entbehrt jedoch jeglichen Beweises und basiert lediglich darauf, dass Malchin nachweislich 1236 die Stadtrechte verliehen bekommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1272&lt;br /&gt;
:erste urkundliche Erwähnung Teterows &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;14.Jh.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde (wohl zur Zeit seiner größten Bedeutung) befestigt und erhielt seine schönen gotischen Stadttore. &lt;br /&gt;
:Fertigstellung der Stadtkirche St. Peter und Paul&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1316 &lt;br /&gt;
:Teterow kommt an die Herrschaft Werle-Parchim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1374 &lt;br /&gt;
:an die Herrschaft Werle-Güstrow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1436 &lt;br /&gt;
:Die Stadt kommt an das Haus Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reformation und Nachreformationszeit in Teterow (1517 bis 1648)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1540&lt;br /&gt;
:Beginn der Reformation in Teterow&lt;br /&gt;
:Entsprechend des Vermögens der Teterower Kirche verlief die Reformation nicht ohne Wiederstände, die Kalandsbrüderschaft mußte sogar aufgelöst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hexenprozesse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632&lt;br /&gt;
:erster großer Stadtbrand vernichtet ein Viertel aller Fachwerkhäuser, was den allgemeinen Niedergang Teterows beschleunigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1650&lt;br /&gt;
:Die Stadt hat nach dem 30-jährigen Krieg nur noch rund 300 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1680&lt;br /&gt;
:Pastor Felix Fiedler stiftet den Ertrag aus der Verpachtung von Äckern und Gärten zur Unterstützung armer Schulkinder (heutiger Schulkamp)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:G.S.C. Kirchhoff - Entdecker des Stärkezuckers - wird in Teterow geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur Reichseinigung (bis 1871) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:Edikt zur Aufhebung der Leibeigenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1836&lt;br /&gt;
:Teterow bekommt eine hölzerne Quellwasserleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1848&lt;br /&gt;
:Johann Heinrich von Thünen wird erster Ehrenbürger von Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1850&lt;br /&gt;
:Große Cholera-Epidemie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Die Stadt bekommt eine Telegraphenverbindung zu den Nachbarstädten Güstrow und Malchin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Auflösung der Zünfte und Gewerbefreiheit in ganz Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1918 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Dr. jur. Franz von Pentz wird Bürgermeister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1881&lt;br /&gt;
:Hermann Carl Friedrich Pogge wird zweiter Ehrenbürger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1894&lt;br /&gt;
:William Mantle, geborener Engländer und Gaswerksdirektor wird dritter Ehrenbürger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Einweihung des Rathauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Einweihung des Hechtbrunnens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1945 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1927&lt;br /&gt;
:Errichtung des Ehrenmals in den Heidbergen&lt;br /&gt;
:Bau des Wendenkruges auf der Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1929&lt;br /&gt;
:Mit der Einrichtung der Kurbelfähre ist die Burgwallinsel ständig erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Mit dem ersten Rennen wird der Bergring in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==SBZ und DDR bis 1990 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1950-1953&lt;br /&gt;
:Tiefgründige Untersuchung der Burgwallinsel im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungskampagnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;17.06.1953&lt;br /&gt;
:während des Volksaufstandes in der DDR kommt es auch in Teterow zu Demonstrationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1977&lt;br /&gt;
:Inbetriebnahme der neuen Seilzugfähre zur Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1981&lt;br /&gt;
:Hochwasser in Teterow  nach sintflutartigen Regenfällen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:Gründung des Heimatbundes - erste Vereinsgründung nach der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
:Die Verwaltung der Stadt zieht wieder in das Rathaus ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==die heutige Zeit in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001&lt;br /&gt;
:Die Barkasse &amp;quot;Regulus&amp;quot; unternimmt nach Versenkung 1945, Hebung mehr als 50 Jahre danach und anschließender Restaurierung, ihre erste Fahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Arena am Kellerholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Religionsgemeinschaften in Teterow==&lt;br /&gt;
:Die Gründung und Entwicklung der Stadt Teterow ist eng verbunden mit dem Wirken der römisch-katholischen Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Das zeigt das heute noch das Stadtbild dominierende Gebäude der St. Peter und Pauls Kirche an zentraler Stelle der neu gegründeten Stadt.&lt;br /&gt;
:Im Teterower Stadtbuch von 1665 - 1777 findet sich ein Hinweis, dass es in Teterow mehrere Kirchen und Kapellen sowie ein Filialkloster gegeben hat, die aber alle nach der Reformation verschwunden sind. Ihre genaue Lokalisierung ist heute kaum noch nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wird in Mecklenburg, zuerst in den größeren Städten, nach der Lehre Luthers gepredigt. Etwa 1530 wird auch in Teterow erstmalig lutherischer Gottesdienst abgehalten.&lt;br /&gt;
:1541 wird in Teterow Joachim Mesekow als festangestellter evangelischer Prediger genannt. Auf dem Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg wurde am 20. Juni 1549 offiziell die Einführung der Reformation in Mecklenburg verkündet. Das Datum gilt als Geburtstag der evangelischen Landeskirche. Die römisch-katholische wurde vollständig zurückgedrängt und spielte auch in Teterow über Jahrhunderte keine Rolle mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde===&lt;br /&gt;
:Zum Ende des 19. Jahrhunderts zeigt der Chronist der evangelischen St. Peter und Pauls Kirchengemeinde folgendes Bild auf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Zahl der Gemeindeglieder betrug nach der Zählung vom Dezember 1890: 7005 - nämlich 4781 Erwachsene, 2224 Kinder.&lt;br /&gt;
:Die Gesamtzahl der Einwohner des mit der Kirchengemeinde identischen Standesamtsbezirks Teterow betrug 7287, als waren 282 Personen nicht lutherischer Konfession, nämlich in der Stadt Teterow 74 Juden, 150 Katholiken und 1 Reformierter, außerdem 57 nicht lutherischer, wohl meistens katholischer Einwohner auf dem Lande.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Zur Kirchengemeinde Teterow gehörten Groß Roge, Klein Roge, Mieckow, Pampow, Groß Köthel, Klein Köthel und Grambzow.&lt;br /&gt;
:Als Schulaufsicht in den öffentlichen Schulen fungierten die beiden Pastoren des Pfarrbereiches.&lt;br /&gt;
:In Teterow waren das die lateinlose Realschule II. Ordnung mit 8 Lehrern und ca. 150 Schülern und die Bürger- und Volksschule mit 18 Lehrern und ca. 1050 Schülern, in Groß Roge die 2-klassige Domanialschule, in Groß Köthel die ritterschaftliche Schule im Verbund mit Klein Köthel und Grambzow, in Pampow eine ritterschaftliche Schule.&lt;br /&gt;
:Die Kinder aus Mieckow gingen nach Appelhagen, das zur Kirchgemeinde Thürkow gehörte. Die 1892 eingerichtete Gemeindepflege wurde von den Diakonissen verwaltet und der Dirigent des tödtischen Armenkollegiums war einer der beiden Pastoren.&lt;br /&gt;
:Zum Gemeindeleben gehörten auch die Anstalten der Inneren Mission und die geistlichen Vereine. Dazu zählten die Herberge zur Heimat in der Malchiner Straße seit1887, der 1899 gegründete christliche Männer- und Jünglingsverein, der Posaunenchor und seit 1900 der hiesige Lehrlings-Verein.&lt;br /&gt;
:Die im eigenen Haus auf dem Schulkamp 1888 gegründete Kleinkinderschule wurde von einer Diakonisse aus dem Stift Bethlehem geleitet.&lt;br /&gt;
:Im ebenfalls 1888 gegründeten Krankenhaus waren drei Diakonissen als Krankenschwestern tätig.&lt;br /&gt;
:In allen Einrichtungen und Vereinen waren die Pastoren in den Vorständen bzw. in der Leitung vertreten.&lt;br /&gt;
:Am 4. Dezember 1902 nahm der Landtag in Malchin die Verordnung betreffs die öffentliche Religionsausübung der reformierten und der römisch-katholischen Kirche in beiden Ständen an.&lt;br /&gt;
:Es wurde jedoch zur Bedingung gemacht, dass den Ständen eine landesherrliche Zusicherung erteilt werde, dass die Niederlassung von katholischen Orden und die Zulassung von Kongregationen und anderen Religionsgemeinschaften nur mit Zustimmung der Stände genehmigt werde, während von der Ritterschaft nur eine entsprechende Bitte an den Landesherren beschlossen wurde. (Teterower Nachrichten vom 6. Dezember 1902)&lt;br /&gt;
:Die protestantische Kirchengemeinde blieb weiterhin die größte und bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Stadt und spielte im gesellschaftlichen Leben eine herausragende Rolle, wie etwa bei der Weihe des neuen Friedhofs am 25. November 1908 oder der Einweihung des neuen Rathauses am 20. November 1910.&lt;br /&gt;
:Der Beginn und Verlauf des 1. Weltkrieges brachte auch für das Leben in der Kirchengemeinde enorme Belastungen. Zu Beginn der Mobilmachung kam es zu vermehrten Taufen und Kriegshochzeiten.&lt;br /&gt;
:Am 11 August 1914 fand im Rathaus eine Zusammenkunft statt, in der man über Möglichkeiten der Unterstützung der Kriegerangehörigen in Teterow beriet. Nach einem Plan, der von Pastor Schumacher nach Beratung mit dem Bürgermeister ausgearbeitet worden war, wurde in der Stadt die Kriegshilfstätigkeit organisiert.&lt;br /&gt;
:Im November 1914 kamen die ersten verwundeten Soldaten in das neu eingerichtete Lazarett. Durchschnittlich 50 Verwundete erhielten hier ihre ärztliche Behandlung und hilfreiche Betreuung durch Mitglieder der Kirchengemeinde. Am 7. März 1919 wurden mit einer kleinen Abschiedsfeier die letzten Patienten in ihre Heimatorte entlassen.&lt;br /&gt;
:Am 14. November 1914 trafen in der Stadt etwa 500 ostpreußische Flüchtlinge ein, die wegen des Einmarsches russischer Truppen ihre Heimat verlassen mussten. Sie wurden zum Teil von Familien in ihren Wohnungen aufgenommen, zum Teil aber auch in Gaststätten und Herbergen untergebracht. Sie wurden von der Kirchengemeinde aufgenommen, erhielten aber auch Seelsorge von einem ostpreußischen Pastor, der von Schwerin aus seine Landsleute betreute. Viele der Flüchtlinge waren nur dürftig gekleidet und ohne persönliche Habe geflohen. Für sie wurde eine Kleidersammlung organisiert. Im Frühjahr 1915, die letzten Mitte April, kehrten die Flüchtlinge in ihre Heimat zurück.&lt;br /&gt;
:Zu Pfingsten 1917 mussten die Zinnpfeifen der Orgel der Kriegswirtschaft zugeführt werden und am 28. Juni 1917 musste die größte der Kirchenglocken den Weg in den Schmelzofen nehmen.&lt;br /&gt;
:Im Winter 1917 wurde die Krippe als Stiftung des Fabrikbesitzers Müller begründet. Am 14. Juni 1918 wurde sie eröffnet. Zwei Diakonissen vom Stift Bethlehem übernahmen die Leitung und Betreuung der Einrichtung. Im Vorstand des Krippenvereins war Pastor Schumacher vertreten.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende und die Abschaffung der Monarchie bracht große Umwälzungen auch im Zusammenleben der Kommune mit sich. Der entthronte Großherzog war nicht mehr Oberbischof der Landeskirche.&lt;br /&gt;
:In der Kirchenchronik heißt es, dass im Januar 1919 in öffentlichen Zusammenkünften in der Stadt die Frage der Trennung von Kirche und Staat diskutiert wurde und dies in der neuen Landesverfassung festgeschrieben werden sollte.&lt;br /&gt;
:Am 11. August 1919 trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Sie brachte die Ablösung des landesherrlichen Kirchenregiments und schuf eine grundlegende Neuordnung des Verhältnisses des Staates zu den Kirchen (Art. 136 ff.). Da den Landeskirchen das volle Selbstbestimmungsrecht zugesprochen war, machte, es sich erforderlich, möglichst schnell eine Kirchenverfassung zu schaffen. In Mecklenburg-Strelitz wurde am 20. Juni 1920 durch den verfassunggebenden Kirchentag eine Kirchenverfassung beschlossen, in Mecklenburg-Schwerin erfolgte das am 12. Mai 1921. Am 23. November 1919, dem Ewigkeitssonntag, fand eine größere Gedächtnisfeier für die Gefallenen in der Kirche statt. Im Adventsbericht des Jahres 1919 ist vermerkt: &amp;quot;Im Kampf fürs Vaterland sind im Verlauf des Krieges im ganzen , soweit bekannt, gefallen: 224, ungerechnet die Vermißten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Dezember 1920 fand die erste Beratung betreffs Errichtung einer Kriegergedenktafel in der Kirche statt und am 22. November 1922 erfolgte die Einweihung der von Teterower Handwerkern geschaffenen Gedenktafel in der St. Peter und Pauls-Kirche.&lt;br /&gt;
:Am 7. Oktober 1923 wurde in Mecklenburg eine Gedenkfeieranlässlich des 400jährigen Bestehens des evangelischen Kirchenliedes durchgeführt. Im übrigen Deutschland waren diese Feiern wegen der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse abgesagt worden. Mecklenburg feierte demnach allein.&lt;br /&gt;
:Am 10. Mai 1924 fand eine erste Beratung über die Beschaffung neuer Glocken für die Kirche im Kirchgemeinderat statt.&lt;br /&gt;
:Am 8. Juni , dem 1. Pfingstfeiertag des gleichen Jahres, wurde das neue Geläut feierlich von Pastor Schumacher geweiht und die Glocken erklangen zum ersten Mal. Die Beschaffung der Glocken, die in Torgau gegossen worden waren, wurde durch Spenden ermöglicht. Die Liste der Spender ist lang.&lt;br /&gt;
:Im Oktober 1932 übernimmt Probst Schumacher die Seelsorge für die Bewohner des Altersheimes des Amtes Malchin in der Wilhelmstrasse ((heute Niels-Stensen-Straße).&lt;br /&gt;
:Die Wahl des Kirchgemeinderates am 23. Juli 1933 brachte große Veränderungen in der Kirchgemeinde. Dazu heißt es in der Chronik: &amp;quot;Es waren 2 Listen eingereicht, die eine von &amp;quot;Evangelium und Kirche&amp;quot;, die andere von den &amp;quot;deutschen Christen&amp;quot;, nachdem eine zuvor versuchte Einigung nicht zustande gekommen war. Die erste Liste erhielt 3 Sitze, die zweite 9. Die feierliche Einführung des Kirchgemeinderates durch Pastor Romberg fand im Hauptgottesdienst des 8. p. Trin.am 6. August statt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im November 1933 wurde Pastor Plahs in sein Amt eingeführt. Er war Vertreter der Deutschen Christen und Nationalsozialist. Am 1. April 1934 übernahm er den Vorsitz im Gemeindekirchenrat.&lt;br /&gt;
:Zum Gottesdienst am 1. Mai 1934 hatte er an Stelle des Lesepultes in der Kirche ein Hitlerbild angebracht, unter dem ein Treuespruch für Hitler stand. Das Hitlerbild verdeckte das Christusbild auf dem Altar für den Mittelgang.&lt;br /&gt;
:Die Deutschen Christen wollten den Nazismus und Faschismus im Christentum durch Erneuerung ihrer Kirche verkörpern. Der Naziideologie folgend, lehnten fanatische Pastoren das alte Testament als jüdisches Glaubensbekenntnis ab, und es wurde offen in der Kirche faschistisches Gedankengut gepredigt.&lt;br /&gt;
:Es kristallisierte sich aber in den Jahren heraus, dass der Staat das Christentum von Grund auf abzulehnen begann.&lt;br /&gt;
:In der Folge kam es zu wachsenden Unstimmigkeiten zwischen den Bekenntnischristen und den deutschen Christen. Von allen Seiten wurde massiv Druck auf die zu Pastor Romberg stehenden Gemeindeglieder ausgeübt. Die Stadtverwaltung, Polizeibehörden, die Gestapo und nicht zuletzt der Oberkirchenrat versuchten, die standhaften Gemeindeglieder und den Pastor einzuschüchtern.&lt;br /&gt;
:Pastor Romberg wurde verhaftet, nach Güstrow in Untersuchungshaft gebracht, es wurden Hausdurchsuchungen vorgenommen und persönliche Dinge beschlagnahmt.&lt;br /&gt;
:Auch die Pastoren, die für Pastor Plahs nachfolgend eingesetzt wurden, versuchten die Bekenntnischristen durch massiven Druck zum Aufgeben zu zwingen.&lt;br /&gt;
:Höhepunkt der Schikanen war, dass Pastor Romberg 7 Jahre und 3 Monate die Kirche nicht betreten durfte und bei Beerdigungen verstorbener Bekenntnischristen die Glocken nicht geläutet werden durften.&lt;br /&gt;
:Jahrelang erhielt Pastor Romberg kein Gehalt. Erst auf dem Klageweg musste ihm das Gehalt von 1935 bis 1940 ausgezahlt werden.&lt;br /&gt;
:Mehrmals sollte Pastor Romberg strafversetzt werden. Er und die Gemeinde wehrten sich stets dagegen, so dass er in Teterow blieb.&lt;br /&gt;
:Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Bibelstunden, Chorproben und Auftritte und andere Veranstaltungen konnten nur im Pfarrhaus, meist unter Anwesenheit der Polizei oder Gestapo stattfinden. Häufig wurden Verbote ausgesprochen.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1942 wurden die gottesdienstlichen Räume im Pfarrhaus vom Bürgermeister beschlagnahmt und Rostocker Bürger, die nach den schweren Luftangriffen ausgebombt waren, eingewiesen. Pastor Romberg hat darauf dem Gemeindekirchenrat mitgeteilt, dass er ab sofort seine Gottesdienste wieder in der Kirche halten werde. Ab dem 14. Juni 1942 beginnt sich das Gemeindeleben zu normalisieren und allmählich wächst die Gemeinde wieder zusammen.&lt;br /&gt;
:Bis zum Zusammenbruch des faschistischen Regimes musste Pastor Romberg aber mit seiner Bekenntnischristen-Gemeinde immer wieder Behinderungen, Erpressungs- und Verleumdungsversuche durch die Deutschen Christen und Versetzungsversuche in andere Orte abwehren. Teterow war im Land Mecklenburg zu einer der standhaftesten Bekenntnischristen-Gemeinden geworden.&lt;br /&gt;
:1945 schreibt die Gattin des Pastors Romberg in der Kirchenchronik: &amp;quot;Erschütterndes Flüchtlingselend! Alle Straßen und Plätze stehen voller Trecks. Hunderte suchen im Pfarrhaus Rat u. Hilfe. Die Zeit und die Angst lähmt. Aber die Arbeit geht weiter. Bibelstunden und Singeabende werden regelmäßig gehalten. Auch der Kirchenchor übt zu Karfreitag und Ostern. Der Kirchenbesuch steigt, die Angst treibt die Menschen doch zu Gott. Judika waren es ca. 250 Mensch in der Kirche.&lt;br /&gt;
:Eingesegnet sind Palmarum 29 Kinder von Pastor Reinwald, 18 Kinder von Pastor Romberg. Am 1. Ostertag waren über 500 Menschen in der Kirche, 21 Taufen. 2. Ostertag Pastor Reinwald. Die Feinde kommen immer näher.&lt;br /&gt;
:Am 1. Mai erwarten wir die Beschießung von Teterow, denn die Stadt soll bis zum Äußersten verteidigt werden. Am 30 April mittags Tieffliegerangriff, der 15 Todesopfer forderte. In er Nacht vom 30.4. auf 1.5. wurde Teterow eingenommen.&lt;br /&gt;
:Wie die Russen beim Einmarsch hausten, ist zur genüge bekannt. Es war hier auch nicht anders. 450 Menschen, später stieg die Zahl auf 600, also 5 % der Bevölkerung, hatte sich das Leben genommen, besonders junge Frauen und Mädchen. In den ersten Wochen rissen die Beerdigungen nicht ab. 150 - 200 Menschen wurden in 2 langen Massengräbern beigesetzt.&lt;br /&gt;
:Am 13. Mai konnte wieder Gottesdienst gehalten werden. Pastor Romberg sprach über das Wort: So demütigt euch unter der gewaltigen Hand Gottes. Am 27. Juni in dem schwer heimgesuchten Kl. Roge Gottesdienst im Freien. Vieh und Lebensmittel werden weggeschleppt oder zerstört. Die Ruhr bricht aus. Bald Hungertyphus. ... Säuglingssterblichkeit ungeheuer, jede Woche sterben 6 - 10. Die Glocken hören kaum auf zu läuten. Teterow ist Quarantänegebiet. Im Oktober laufen die Beerdigungen von morgens bis abends ohne Unterbrechungen. Im November scheint die Krankheit nachzulassen. In allen Schulen sind Typhuslazarette. Im Oktober begann in Noträumen der Unterricht wieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Am 7. Januar 1947 wurde Pastor Bernhard Romberg unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und auch der Stadtverwaltung auf dem Teterower Friedhof bestattet. Er wurde nur 51 Jahre alt. Am 2. September 1927 hatte er seinen Dienst in Teterow begonnen. Als standhafter bekennender Christ hat er als Gegner des Nationalsozialismus seine Gemeinde durch schwierige Zeiten geführt.&lt;br /&gt;
:In den Zeiten der Not versuchte die Kirchengemeinde, Kranken und Bedürftigen in der Stadt zu helfen. In der Pfarrhausküche wurde gekocht und Essen ausgegeben. 1948 konnten vom kirchlichen Hilfswerk bereitgestellte Lebensmittel an Tbc-Kranke ausgegeben werden. Im August wurden vom Hauptbüro des Hilfswerkes für 70 evakuierte Sachsenkinder Lebensmittel bereitgestellt. Des weiteren wurde in der Pfarre I eine Kinderspeisung für 57 unterernährte und Tbc-gefährdete Kinder durchgeführt. Dabei erhielt die Gemeinde von der Stadtverwaltung durch Bereitstellung von Feuerungsmaterial Unterstützung. Diese Speisungen wurden bis in das Jahr 1950 fortgesetzt. Die hierfür benötigten Produkte wurden zu großen Teil durch Spenden, auch aus den Dörfern des Kirchspiels bereitgestellt. Auch von der Teterower katholischen Kirchengemeinde kamen Lebensmittelspenden.&lt;br /&gt;
:1948 kam, gerade aus Kriegsgefangenschaft entlassen, Pastor Abshagen nach Teterow. Er organisierte den Aufbau der Jungen Gemeinde in Teterow, wo sich die Teterower Kinder und Jugendlichen in 14 - 16 Kreisen wöchentlich trafen, gemeinsam biblische Themen besprachen, spielten, Ausflüge unternahmen oder auch mit dem gemeindeeigenen Boot auf den See hinaus fuhren. Die Junge Gemeinde hatte für das Leben in der Kirchengemeinde eine große Bedeutung. 1954 wurde in den Schulen für die Jugendweihe geworben. Ein Jahr darauf nehmen in der DDR 4 % der Konfirmanden an der Jugendweihe teil.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1954 predigt in der Teterower Kirche der Pastor der bayrischen Patenkirche. 1966 verlässt die Gemeindeschwester Martha Stiegler infolge ihres hohen Alters nach über 40 Jahren Stadt und Gemeinde. Sie war eine allseits bekannte und beliebte Persönlichkeit. 1967 wird in der Kirche eine Jubiläumsreihe zur Reformation zu folgenden Themen gehalten: Reformation in Mecklenburg, Luther und Müntzer im Bauernkrieg, Vortrag über die schwedische Kirche, Luthers Lebenslauf, Einfluss der Reformation auf die deutsche Kultur. Am 20.06.1976 wurde Propst Abshagen nach 28 Dienstjahren in Teterow in den Ruhestand verabschiedet. Er verzog Anfang 1977 mit seiner Frau nach Rostock, wo er im Mai 1978 verstarb. Am 13. August 1978 wurde Pastor Dr. Martin Kuske in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Eine statistische Aufzählung in der Chronik zeigt auf, dass von 1965 bis 1982 die Zahl der Gottesdienstbesuche, Taufen, Konfirmationen, Trauungen und kirchliche Beerdigungen kontinuierlich zurück gegangen ist. Im Gegensatz dazu nehmen im gleichen Zeitraum die Zahl der Kollekten, Spenden und Opfer stark zu waren es 1965 ca. 10.000 M. kamen 1982 ca. 26.000 M. zusammen. In den Jahren von 1979 bis 1982 erfolgten umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten und Um- und Ausbauten an der Kirch und den Pfarrhäusern. &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1981 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den evangelischen Kirchen und der Staatsführung um die Friedensfrage. In Teterow haben Jugendliche aus der Jungen Gemeinde die Initiative verschiedener junger Christen unterstützt, einen Wehrersatzdienst im sozialen Bereich durchzuführen. Die betreffenden Jugendlichen wurden in der EOS (Erweiterte Oberschule) zur Verantwortung gezogen. Es kam zu harten Gesprächen. Von der Schule wurde aber niemand verwiesen, aber einige dieser Jugendlichen kamen seitdem nicht mehr zu Jungen Gemeinde. Pastor Kuske schreibt in der Chronik: &amp;quot;Von der Kirche wird erwartet, dass sie sich voll und ganz hinter die Friedenspolitik der DDR, zu der eine starke Armee gehört, stellt. Wir können das aber nur in solidarischer Kritik oder kritischer Solidarität. Wir meinen, dass wir vom Evangelium her ein eigenes Wort mitzubringen haben und werden das auch in Zukunft tun.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1984 kommt es zu Besuchen und Gegenbesuchen mit der Partnergemeinde Gräfelfing. Die Partnergemeinde spendet 20.000 Dachsteine für das Kirchendach. Mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützung der Dachdeckerfirma Wille konnte damit das Süddach des Langhauses eingedeckt werden. 1989 wird dann, ebenfalls mit gespendeten Dachsteinen aus der Partnergemeinde, das Norddach mit freiwilligen Helfern und der Firma Wille erneuert.&lt;br /&gt;
:Am 6. März 1987 wurde zum 100jährigen Geburtstag der Weltgebetstagsbewegung ein Festgottesdienst durchgeführt. Dazu eingeladen sind auch katholische und evangelisch-freikirchliche Gemeindeglieder. Am 19. Oktober 1989 findet das 1. Friedensgebet mit über 500 Leuten in der Kirche statt, weitere folgen am 2. und 9. November. Am 18. Januar 1990 findet ein Friedensgebet gegen die Kampfhandlungen am Golf statt. Mitarbeiter der Kirchengemeinde führten seit März 1990 Gespräche in Schulklassen und mit Lehrern, um Misstrauen und Vorurteile gegen die Einführung eines Religionsunterrichts zu entkräften.&lt;br /&gt;
:Am 6. Januar 1991 wurde mit einem Gottesdienst die Sozialstation Teterow feierlich eröffnet. Neun Gemeindeschwestern sind seither in der Stadt Teterow und den politischen Gemeinden Alt Sührkow, Gottin, Dalkendorf, Groß Roge und Groß Wokern tätig. Sie sind von der Kirche angestellt. Am 1. Juni beendet Pastor Christian Burchhard seinen Dienst, den er im November 1985 begonnen hatte.&lt;br /&gt;
:Am 24. Dezember 1990 erklangen die ersten Register der neuen Orgel. Die Finanzierung des Orgelbaues gestaltete sich, auch wegen der Währungsunion, sehr schwierig. Am 1. September 1991 kann die neue Orgel eingeweiht werden. Das Gewölbe über der Orgel wurde renoviert. 1991 wird das Pfarrhaus, Schulstraße 2 saniert. Im Oktober d. J. wird mit der Ausmalung des 2. Gewölbes im Kirchenschiff begonnen und zu Ostern 1992 fertiggestellt. Am 16. Mai 1993 wird Pastor Burkhardt Ebel in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1993 nahmen 37 Gemeindeglieder aus Teterow und Hohen Mistorf am Kirchentag in München teil und gestalteten einen viel beachteten Ausstellungsstand mit Fotos, Zeichnungen und Dokumentationen über das kirchliche Leben in einer mecklenburgischen Kleinstadt und einer Landgemeinde. Dabei war der Höhepunkt der Besuch des Bundespräsidenten von Weizsäcker am Stand. Am 23. Februar findet die Auftaktveranstaltung zum Jahr der Familie in der katholischen Kirche statt, auf der die Pastoren Kuske und Ebel eine Dialogpredigt halten. Am 24. Mai 1994 hielt Pastor Martin Kuske den letzten Gottesdienst in der Gemeinde. Er war von der Kirchenleitung der Landesbehörde zum Landespastor für Diakonie berufen worden. Am 9. Februar 1995 schied er durch eigene Hand aus dem Leben.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wird die Restaurierung der Altarfiguren abgeschlossen und der Altar wieder vervollständigt. Im Jahr 1994 entschied die Kirchenleitung, dass in den kleinen Städten wie Teterow nur noch eine Pfarrstelle besetzt wird. Am 25. Mai 1995 wird der erste gemeinsame Gottesdienst mit der Gemeinde Hohen Mistorf (Pastorin Gudrun Schmiedeberg) auf dem Silberberg im Ortsteil Teschow durchgeführt. Am 7. Januar 1996 findet der erste ökumenische Gottesdienst zur Allianzgebetswoche in den Räumen der evangelischen Freikirche statt.&lt;br /&gt;
:Iwan Rebroff (Hans Rolf Rippert), der einige Kinderjahre in der Nachkriegszeit in Teterow verlebte und damals auch im Kirchenchor bei Frau Vichel gesungen hatte, ab am 6. August 1997 ein Konzert in der Kirche. Seine Mutter war 1948 Mitglied des Gemeindekirchenrates und für die Spendensammlungen verantwortlich. Der erste ökumenische Gemeinderat findet am 4. September 1997 statt. Die Gemeinderäte der katholischen Gemeinde, der Freikirchlichen Gemeinde und der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde treffen sich. Dem ersten kennenlernen folgt eine Beratung über gemeinsame Projekte. In den Tagen vom 9. bis 19. November 1997 wurden Andachten zur ökumenischen Friedensdekade im Wechsel der drei Gemeinden der Stadt gehalten. Zum Abschluss wurde am Buß- und Bettag ein ökumenischer Bittgottesdienst für Frieden in der Welt in der katholischen Petruskirche gefeiert.&lt;br /&gt;
:Im Rathaussaal wird am 29. Januar 1998 der Förderkreis St. Peter-Paul´s Kirche gegründet. Zum 1. März 1998 erfolgte eine kirchliche Umgemeindung der Ortschaften, Niendorf und Pampow wechselten nach Hohen Mistorf, Grambzow und Groß Köthel nach Bülow und Appelhagen nach Thürkow / Warnkenhagen. Zum Erntedankfest am 1. Oktober 1998 kann nach der Ausmalung des 3. Gewölbejoches die Kirche wieder benutzt werden. Die Arbeiten sind vor allem aus Spendenmitteln finanziert worden. Im Jahr 2000 werden die Renovierungsarbeiten an der Kirche mit der Neueindeckung der drei Norddächer fortgesetzt.&lt;br /&gt;
:Über der Tafel der Gefallenen des I. Weltkrieges wird am 29. Oktober 2000 ein Gedenkkreuz für die Opfer des II. Weltkrieges montiert. Im Januar 2001 wird mit einem Festgottesdienst das 10jährige Bestehen der Diakoniesozialstation gefeiert. Am 11. Oktober 2001 weilt auf Einladung der Chor der jüdischen Gemeinde Schwerin in Teterow. Nach einem Forum im Rathaussaal findet anschießend ein jüdisches Chorkonzert in der Kirche statt. Zum Hechtfest 2002 gestaltet die Gemeinde gemeinsam mit der katholischen und der freikirchlichen Gemeinde eine gemeinsamen Wagen und nimmt am Umzug teil. Motto des Wagens: &amp;quot;Alle in einem Boot.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Von Januar bis April 2003 finden regelmäßig Friedensgebete gegen den Krieg statt, und es wird eine entsprechende Petition verfasst. Am 15. Februar nehmen Gemeindemitglieder zusammen mit anderen Kriegsgegnern aus der Stadt an der großen Anti-Kriegsdemonstration in Berlin teil. Im November 2003 wird das Organisten- und Küsterhaus am Kirchplatz nachjahrelangem Leerstand verkauft. Im August 2004 wird der Bauabschnitt an der Südseite der Kirche begonnen.&lt;br /&gt;
:Am 8. Mai 2005 war eingeladen zu einem Gedenkgottesdienst anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren. Beteiligt hatten sich die Gemeinden Hohen Mistorf und die Freikirchliche Gemeinde. Durch kurze Zeitzeugenberichte wurde der Gottesdienst lebendig und für die jungen Kirchenbesucher anschaulich. Am 6. August 2005 beteiligte sich die Gemeinde an der Aktion &amp;quot;Teterow offen&amp;quot;, ebenso auch am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2005 unter Mitwirkung des Fördervereins. Im Jahr 2006 wurde mit dem Abschluss der Außensanierung der 2. Bauabschnitt beendet. Im Chorraum wurden neue Buntglasfenster nachgestaltet, ein Toiletteneinbau erfolgte am Südeingang, und mit der Turmsanierung wurde der 3. Bauabschnitt begonnen.&lt;br /&gt;
:Im August 2006 fanden die 54. Internationalen Orgeltage das erste mal in Mecklenburg statt. Die 1. Station war die Orgel in der Kirche. 290 Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern nahmen daran teil. Im Oktober 2006 war ein ökumenischer Gesprächskreis in Rom. Pfarrer sturm von der katholischen Gemeinde Teterow hatte die Führung der Gruppe übernommen. Am 17. November 2006 wurde im Rathaus die Turmkugel geöffnet und der Inhalt in Vitrinen der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 10 Dezember wurde die neue Kugel mit dem bisherigen Inhalt und aktuellen Dokumenten gefüllt und versiegelt.&lt;br /&gt;
:Am Tag des offenen Denkmals 2007 informierte der Architekt Günther Maaß die interessierten Besucher über die bisherigen Sanierungsarbeiten und noch anstehende Aufgaben. Anschließend gab Diplomrestaurator Detlef Krohn einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Gewölbemalerei und informierte über den Stand der Restaurierungsarbeiten. Ein besonderer Höhepunkt ist seit Jahren in der Stadt der ökumenisch gestaltete Martinstag. 2007 wurde das Martinsspiel von der katholischen Gemeinde gestaltet.&lt;br /&gt;
:Denkwürdig war auch der Rathaustag 2008 mit allen Religionsgemeinschaften vor Ort zu der Thematik &amp;quot;Werte in der Gesellschaft&amp;quot;. Am 19. April 2008 führte die Gemeinde gemeinsam mit dem Heimatbund Teterow eine Exkursion nach Crivitz durch. Anlass war das Marienretabel, das 1959 an die Kirchengemeinde Crivitz ausgeliehen wurde und seitdem dort auf dem Altar angebracht ist. Im September 2008 begannen die Arbeiten am Fußboden und an den Bankheizungen der Kirche. Im Oktober 2008 besuchte eine Gemeindegruppe Gräfelfing, um das 30. Jubiläum der Gemeindepartnerschaft am 1. November 2008 mit den Gräfelfingern zu begehen. Am 22. November 2008 gab es eine ökumenische Feierstunde auf dem Friedhof, der vor 100 Jahren geweiht wurde. Beteiligt waren auch die katholische und die evangelisch-freikirchliche Gemeinde sowie die Freie Christengemeinde.&lt;br /&gt;
:Im Dezember 2008 konnte der 1. Abschnitt der Restaurierung der Gewölbemalerei im Chorraum abgeschlossen werden. Mit der Fortsetzung der Arbeiten im Jahr 2009 wird der 2. Abschnitt fertiggestellt. Am 18. Januar 2009 verließ Pastor Ebel die Kirchengemeinde Teterow, um seinen Dienst an der Schelfkirche in Schwerin zu verrichten. Nach dem Auszug des Pastors wird mit der grundlegenden Sanierung des Pfarrhauses in der Schulstraße begonnen. Bauschäden, die durch unsachgemäß ausgeführte Bauarbeiten entstanden sind, mussten beseitigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der städtische St. Georg-Friedhof===&lt;br /&gt;
Am 20 November 1927, dem Ewigkeitssonntag, wurde auf dem Friedhof die Christusfigur, die die Städtische Friedhofskommission den Gefallenen des 1. Weltkrieges gestiftet hat, an ihren Gräbern aufgestellt und durch Pastor Schumacher geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514907045.pdf Der St. Georg-Friedhof zu Teterow In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 9, S.67]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die katholische St. Petrus-Gemeinde in Teterow===&lt;br /&gt;
:Nachdem in der Mitte des 16. Jahrhunderts die evangelisch-lutherische Kirche in Mecklenburg zur Landeskirche erhoben wurde, spielte die römisch-katholische Kirche auch in Teterow keine Rolle mehr. Ob über die Jahrhunderte überhaupt in der Stadt noch Angehörige dieser Glaubensrichtung gelebt haben, ist bisher nicht nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Erst im 19. Jahrhundert werden wieder Katholiken als eine kleine Gruppe genannt. Dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt sich wieder eine kleine Schar Katholiken in der Stadt und in den umliegenden Orten zusammen zu finden. Die Teterower Nachrichten berichten am 31. März 1904 über die Rats- und Bürgersitzung vom 29. März: &amp;quot;... wurde mitgeteilt, daß vom hohen Ministerium gestattet worden ist, daß in hiesiger Stadt monatlich während der Anwesenheit ausländischer Schnitter in der Umgebung römisch-Katholischer Gottesdienst abgehalten wird, und wurde gleichzeitig die Petition hiesiger Katholiken auf Einräumung eines städtischen Lokals a. zur Abhaltung des Gottesdienstes und b. zur Erteilung des Religionsunterrichts vorgelegt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die erste katholische Messe nach der Reformation findet am Sonntag dem 24. April 1904 im Saal des damaligen Schützenhauses statt. Durch die Bemühungen des damaligen Schlosskaplans Hardinghaus (Matgendorf) gelang es gelegentlich den Saal vom Schützenhauswirt Julius Ehlert für diesen Zweck zu mieten. Regelmäßiger Religionsunterricht fand in der Privatwohnung eines Teterowers statt. In den nächsten Jahren erfolgte die geistliche Betreuung der kleinen Gemeinde von Rostock und Schwerin aus. Die katholischen Schnitterfamilien von den Gütern der Umgebung wurden in die Gemeindearbeit einbezogen.&lt;br /&gt;
:Während des Weltkrieges 1914 - 1918 waren durch neue Gesetze und Verordnungen größere Versammlungen verboten worden. Die monatlichen Gottesdienste im Schützenhaus konnten nicht mehr stattfinden. Man war wieder auf Zusammenkünfte in Privaträumen angewiesen. Im Verlauf des Krieges wurde der dritte Monatssonntag für katholische Gottesdienste freigegeben, auch für die ausländischen Fremdarbeiter. Nach dem Krieg wurde die Nutzung des Schützenhaussaales für Gottesdienste gekündigt. Es gelang der Gemeinde, in der Schulstraße 24 Räume für Gottesdienst und Religionsunterricht zu bekommen.&lt;br /&gt;
:Am 1. Februar 1922 wird Teterow Pfarrei und Pfarrer Kaschny der neue Seelsorger. Der Aufbau der neuen Pfarrei begann. Allmorgendlich war heilige Messe und Unterricht für die Kleinen, Katechese und abendliche Vorträge für die Erwachsenen. Die Räumlichkeiten wurden für die wachsende Gemeinde zu klein. Man nutzte die Gelegenheit, die in der Schulstraße 12 aufgegebenen Waschanstalt zu übernehmen, für Pfarrer Kaschny eine kleine Wohnung frei zu bekommen und die Räume der Waschanstalt zu einer bescheidenen Kapelle umzugestalten. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Kommunionskursen für Mädchen und Jungen gewidmet, deren Teilnehmerzahl bis zu 50 Kinder zählte. Für größere Veranstaltungen wie Erstkommunion und Firmung stellte die Stadtverwaltung die städtische Turnhalle zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Am 22. Januar 1927 erwirbt der bischöfliche Stuhl Osnabrück die ehemalige Maschinenfabrik Müller in der Wilhelmstraße (heute Niels-Stensen-Straße) und wird als Eigentum eingetragen. Das dazugehörige Villengrundstück in der heutigen Bahnhofstraße wird vom Bischof als Pfarramt bestimmt. Am 1. Februar 1927 gründen drei Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariä die 1. Schwesternniederlassung in Teterow nach der Reformation. Ein Kinder- und Säuglingsheim und eine Kommunikantenanstalt wurde eingerichtet. Am Weißen Sonntag 1927 findet die erste Erstkommunionsfeier und der erste Gottesdienst in der neuen Kirche, einer ehemaligen Lokomotivhalle, statt.&lt;br /&gt;
:Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten führte zu tiefgreifenden Veränderungen. Das Kinder- und Säuglingsheim wurde geschlossen, ebenso die Kommunikantenanstalt. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) zog ins Schwesternheim. Erst auf dem Prozesswege wurde das Heim zurückgegeben. Religionsunterricht konnte nur in kirchlichen Räumen abgehalten werden. 1941 - 1942 wird die Kirche renoviert und umgebaut, eine Kriegsgedächtnisstätte entsteht. Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945 in Teterow wird das gesamte Gelände von Kirche und Pfarramt verwüstet und als Flüchtlingslager beschlagnahmt. Pater Kautz und der Organist der evangelisch-lutherischen Kirche, Hans-Heinrich Stein, retten mit einem Ziehwagen drei Tage lang die verstreut liegenden  Paramente, Vasa sakra, Bücher, eine Monstranz, die Statue des Hl. Bruder Konrad und anderes mehr. Die Sachen werden im Turm der evangelisch-lutherischen Kirche eingelagert.&lt;br /&gt;
:Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist bereit, ihren Glaubensbrüdern zu helfen, und so finden in den folgenden Wochen die katholischen Gottesdienste unter ihrem Dach statt. Die Wiederinbetriebnahme der eigenen Einrichtungen nimmt alle Kräfte in Anspruch. Die vier Ordensschwestern betätigen sich im Typhus-Lazarett auf dem Schulkamp. Mit einfachen Mitteln wird das Heim für die vielen Waisenkinder wieder eingerichet. Die Kirche wird zum gottesdienstlichen Gebrauch von den Geistlichen unter Mithilfe der Gemeindeglieder wieder hergerichtet. Am 5. Mai 1947 hält Bischof Dr. Berning in Teterow die erste Nachkriegsfirmung.&lt;br /&gt;
:1964 wird vom Bischöflichen Amt in Schwerin ein Haus für Jugendseelsorge aufgebaut und 1967 ein Jugendseelsorger entsandt. Im Juni 1969 wird das alte Kirchengebäude abgerissen und ein gleicher Stelle ein neues Haus errichtet. Am 27. Juni 1971 weiht der Schweriner Bischof Theissing die neue Petri-Kirche in Teterow. Als Gäste nahmen der evangelisch-lutherische Probst Abshagen und Vertreter des Rates der Stadt Teterow teil. Das Kinderheim wird am 1. Januar 1975 aufgelöst und zu einem kirchlichen Feierabend- und Pflegeheim umgebaut und am 1. Mai 1975 eröffnet. 1977 findet am 2. Februar aus Anlass des 50. Jahrestages der Schwesternniederlassung und der Eröffnung des St. Ansgar-Heimes eine Jubiläumsfeier statt und am 17. April findet ein Gemeindefest zum 50. Jahrestag des Bestehens des Gotteshauses statt.&lt;br /&gt;
:Am 25. Januar 1990 wird eine Erklärung des Priesterrates des Bischöflichen Amtes Schwerin vom 3. Januar 1990 zur grundlegenden Reform des gesamten Bildungssystems mit 350 Unterschriften aus der St. Petrus-Gemeinde Teterow an das Volksbildungsministerium der DDR nach Berlin abgeschickt. Teterow war als Mittelpunkt des Landes Mecklenburg-Vorpommern schon immer Zentrum der katholischen Jugendarbeit. Das seit ca. 30 Jahren bestehende alte Jugendhaus genügte nach der politischen Wende im Staat nicht mehr den Anforderungen. Das Gebäude wurde zu klein. Unter maßgeblicher Beteiligung des Jugendpfarrers Ansgar Thim konnte 1995 auf dem Pampower Koppelberg das Bischof-Theissing-Haus als neue Begegnungsstätte für junge Menschen aus ganz Mecklenburg eröffnet werden.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wurde das katholische Pflegeheim St. Ansgar als Neubau fertiggestellt und unter großer öffentlicher Anteilnahme eingeweiht. Am 7. August 1999 erfolgte die Grundsteinlegung zur neuen Kirche St. Petrus. Im Mai 2000 erfolgte der Abriss der bisherigen Kirche. Die Einweihung des neuen Kirchenbaues nahm der Hamburger Erzbischof Dr. Averkamp am 30. Juni 2000 vor. In der Zeit zwischen dem Abriss der alten und der Weihe der neuen Kirche (1. bis 25. Juni) öffnete die evangelisch-lutherische Gemeinde ihre Kirche für die Andachten der katholischen Gemeinde. In seinem Grußwort zur Einweihung der Kirche sprach Bürgermeister Dr. Reinhard Dettmann: &amp;quot;Möge dieses Haus die Gemeinde und die Bürger der Stadt segnen und schützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dieser Segenswunsch drückt aus: Die Zeiten haben sich verändert. Vorbei sind die Jahrzehnte, da die Katholiken in einem Winkel der Stadt geduldet wurden und die Kirche ein Provisorium in einer ehemaligen Fabrikhalle war. Grüße überbrachte Pastor Ebel von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Pastor Schlag von der freikirchlichen Gemeinde übergab ein frisches Brot als Zeichen für gute Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jüdisches Leben in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Teterower Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Rathaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus von Teterow wurde 1910 errichtet. Es befindet sich im Stadtkern von Teterow, direkt am Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche St. Peter und Paul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Zeitpunkt für den Bau des ersten Rathauses ist nicht überliefert. Da der Bau der Kirche St. Peter und Paul gegen 1270 begann und Teterow 1272 erstmals urkundlich erwähnt wird, entstand vermutlich auch um diese Zeit ein erstes Rathaus. Am 18. August 1700 kam es nach dem Großbrand von 1632 zum zweiten Mal zu einer Feuersbrunst, die Teterow samt Rathaus in wenigen Stunden fast vollständig vernichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1708 wurde ein Rathaus im Stil des Barocks errichtet. Dieser Bau wurde 1909 abgerissen und es entstand bis 1910 am Marktplatz das heutige zweigeschossige neobarocke Rathaus. Großherzog Friedrich Franz IV. hatte dazu den Grundstein gelegt. Die Marktplatzseite des „dritten“ Rathauses gliedert sich auch in drei Teile mit je drei Fensterachsen. Durch den vorspringenden Mittelrisalit führt der Eingang. Das Gebäude hat ein Mansarddach, das ein offenes, barockes Türmchen überragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1945 wurde das Haus von der sowjetischen Kommandantur, vom Rat des Kreises und vom Polizeikreisamt genutzt. Die Stadtverwaltung residierte in dieser Zeit im ehemaligen Hotel &amp;quot;Erbgroßherzog&amp;quot; in der Malchiner Straße. Nach der Wende übernahm am 13. Februar 1990 die Stadtverwaltung wieder das Rathaus. Im November 1992 brach bei einem Orkan die Spitze des Rathaustürmchens mitsamt der vergoldeten Kugel ab und blieb in der Dachrinne hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus wurde um 1993 gründlich saniert. So auch das Balkongitter über dem Eingang, welches das neu gestaltete Stadtwappen farbenprächtig zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf dem Marktplatz befindet sich eine 1995 eingelassene Gedenkplatte, die den geographischen Mittelpunkt Mecklenburg-Vorpommerns kennzeichnet, und der an die Schildbürgerstreiche erinnernde Hechtbrunnen. Er wurde nach Entwürfen des Plauer Bildhauers Wilhelm Wandschneider gebaut und 1914 eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pfarrkirche St. Peter und Paul===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Pfarrkirche St. Peter und Paul ist eine dreischiffige Pseudobasilika aus Backstein mit zweijochigem , kreuzrippengewölbtem Rechteckchor, Nordsakristei und eingezogenem quadratischem Westturm.&lt;br /&gt;
:Chor und dreijochiges Landhaus wurden nach 1250 begonnen.&lt;br /&gt;
:Der Einzug der Schiffsgewölbe und Errichtung des Westturms erfolgten im 15. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Charakteristisch am Chor sind Lisenen, Rundbogenfriese und Deutsches Band, im Ostgiebel finden sich spitzbogige Blendenreihen und Kreuzblende, darunter in der Ostwand Dreifenstergruppe mit eingelegten Rundstäben. Blendendekore finden sich auch um Staffelgiebel der zweijochigen Nordsakristei und den beiden Obergeschossen des Westturmes.&lt;br /&gt;
:Die südliche Priesterpforte (durch die spätere Südsakristei verdeckt) mit reichem Blattschmuck an Kapitellen und Archivolten. Im Inneren die Kreuzrippengewölbe im Chor lagern auf Wandpfeilern mit Runddiensten, im Langhausmittelschiff auf achteckigen Pfeilern, das südliche Seitenschiff mit achteckigen Rippengewölben.&lt;br /&gt;
:1877/80 erfolgte eine umfassende Instandsetzung. Dabei wurde die Langhausnordwand mit Fenstern, Verbreiterung des nördlichen Seitenschiffes und einer zweiten Sakristei an der Südseite des Chrores versehen.&lt;br /&gt;
:Die Gewölbemalerei von 1350 wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts umfassend restauriert.&lt;br /&gt;
:Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament (Genesis sowie Leben und Passion Christi), zwei geharnischte Fürsten, Mischwesen und Tierdrolerien.&lt;br /&gt;
:Im Chor befindet sich ein sehr qualitätvoller vierflügeliger Schnitzaltar (um 1430) mit zentraler Marienkrönung sowie Apostelfiguren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513615962.pdf Die Peter-Paulskirche zu Teterow Karl Schmaltz In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.369-371]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616098.pdf Über die Decken- und Tafelmalereien der Pfarrkirche zu Teterow Oscar Gehrig In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.372]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul, deren Anfänge in das 13. Jahrhundert zurückreichen, bestanden vor der Stadt Kapellen. Die wichtigste war die nach 1300 errichtete Marienkapelle, die angeblich von Bischof Magnus von Kammin begründet wurde und gewisse Wallfahrtbedeutung erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Schulkampus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtmühle Teterows===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Eisenbahngeschichte===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Altstadt Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtbefestigung von Teterow mit den Stadtoren===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer ist an der bogenförmigen Führung der Ringstraßen noch erkennbar.&lt;br /&gt;
:Die Mauer selbst ist abgetragen bzw. überbaut.&lt;br /&gt;
:Von den ehemals drei Toren sind noch zwei erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rostocker Torturm====&lt;br /&gt;
:Das Tor ist ein mehrgeschossiger Backsteinbau des frühen 15.Jahrhunderts mit einem abgeschlossenen Satteldach zwischen Giebeln zur Stadt- und Feldseite, die spitzbogigen Durchfahrtsöffnungen nachträglich vergrößert. &lt;br /&gt;
:Der Turmkörper ist an der Stadtseite mit großer mittlerer Spitzbogenöffnung versehen, dem wohl im frühen 18.Jahrhundert durch eine Eisenkonstruktion zugesetzt worden war. &lt;br /&gt;
:Seitlich gerahmt von kleinen Blenden, sind die Staffelgiebel mit Maßwerkblenden versehen. &lt;br /&gt;
:Ihre oberen Abschlüsse wurden im 16. Jahrhundert verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Malchiner Torturm ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Malchiner Tor ist ein annähernd quadratischer Backsteinbau mit Stadt- und Feldseitengiebel sowie kleinteiligen, am Turmkörper zu horizontalen Bändern zusammengeschlossenem Baudekor, erbaut um die Mitte des 15. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Die spitzbogige Durchfahrt ist ebenfalls im 16. Jahrhundert vergrößert und dabei die Giebelabschlüsse verändert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Museen==&lt;br /&gt;
===Das Teterower Stadtmuseum===&lt;br /&gt;
;Das 1. Museum 1933 - 1945&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 27.09.1933:&lt;br /&gt;
:Heimatmuseum&lt;br /&gt;
:Ehrfurchtsvoll betritt die Räume,&lt;br /&gt;
:Wo Ureltern-Zeiten neu entstehen.&lt;br /&gt;
:Viel Kunst, Wissenschaft und Bräuche&lt;br /&gt;
:Wirst Du mit Bewunderung hier sehn!&lt;br /&gt;
:(Eine Karte mit dieser passenden Aufschrift heftete ein Unbekannter an die Eingangstür des Museums.)&lt;br /&gt;
:Teterow, 25. Sept. In kurzer schlichter Feier fand am gestrigen Sonntag Mittag im Gemeindesaal (im Gebäude der früheren Höheren Mädchenschule) die Einweihung des neuen Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Heimatbundes, Herr Lehrer a. D. Köpcke, begrüßte die anwesenden Ehrengäste, voran Herrn Professor Dr. Wossidlo, Waren, die Vertreter des Rates und der Stadtverordneten-Versammlung, die Mitglieder des Heimatbundes und die sonstigen Gäste mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
:Hochverehrte Anwesende!&lt;br /&gt;
:Wir haben uns hier heute versammelt, um das von der Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes Mecklenburg errichtete Museum zu eröffnen. Namens des Vorstandes dieser Ortsgruppe begrüße ich Sie herzlich und danke Ihnen für das Interesse, daß Sie durch Ihr Erscheinen der Museumssache entgegenbringen. Es ist mir eine besondere Freude, Herrn Prof. Dr. Wossidlo, der auf dem Gebiete der Volkskunde so Hervorragendes geleitstet hat, hier heute in unserer Mitte zu sehen. Ich danke Ihnen, Herr Professor, daß Sie trotz Ihrer augenblicklich anstrengenden Arbeit es möglich gemacht haben, unserer Eröffnungsfeier beizuwohnen. Ich begrüße dann besonders den Vertreter des Rates, den Herrn Bürgermeister Dr. Meyer und den Stadtverordnetenvorsteher Herrn Münter. Durch das Entgegenkommen unserer Stadtverwaltung ist es uns erst möglich geworden, hier ein Museum zu errichten. Ich möchte auch an dieser Stelle herzlichen Dank dafür aussprechen und damit gleichzeitig die Bitte verbinden: Rat und Bürgervertretung mögen auch in Zukunft dem Heimatmuseum ihr Wohlwollen erhalten und die Interessen desselben nach jeder Richtung hin fördern und unterstützen.&lt;br /&gt;
:Ganz besonders danke ich dem Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, dem Leiter unseres Museums, der durch seine unermüdliche und zähe Arbeit dasselbe hergerichtet hat. Ohne ihn wäre das Werk nicht in so kurzer Zeit zustandegekommen. Ihr Name, Herr Bartels, wird daher für immer mit dem Teterower Heimatmuseum verknüpft bleiben.&lt;br /&gt;
:Weiter danke ich all den Damen und Herren, die durch Hergabe von Museumsgegenständen und durch ihre unentgeltliche, opferwillige Arbeit uns in so reichem Maße unterstützt haben. Auch hier möchte ich die Bitte aussprechen: Lassen Sie die Ortsgruppe bei dem weiteren Ausbau des Werks nicht im Stich. Nur durch tatkräftige Mithilfe und Unterstützung aller Bevölkerungskreise wird es möglich sein, das Museum so zu erhalten und auszugestalten, daß es seinen Zweck voll erfüllen kann.&lt;br /&gt;
:Aber welches ist nun Zweck und Aufgabe eines Heimatmuseums? Ich möchte die Frage kurz dahin beantworten, daß ich sage: &amp;quot;Das Heimatmuseum soll dazu dienen, daß die Kultur einer früheren Zeit im Volke lebend bleibt.&amp;quot; Dies Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn die Gebrauchsgegenstände vergangener Jahrhunderte dem Volke immer wieder vor Augen geführt werden, und das geschieht am besten durch ein Ortsmuseum. Ich gebrauche hier den Ausdruck Ortsmuseum im Gegensatz zu Landesmuseum. Manche Menschen stehen nämlich auf dem Standpunkt, daß sie behaupten, ein Landesmuseum genüge für den vorhin erwähnten Zweck vollkommen. Wir haben in Schwerin ein vorzügliches Museum für volkskundliche Sachen, und darüber sind wir recht froh, und das wollen wir auch in keiner Weise mit unserem Vorgehen bekämpfen. Aber die meisten Menschen aus unserer Gegend kommen doch nur selten nach Schwerin, und wenn sie einmal hinkommen, so haben sie noch nicht genügend Zeit und Gelegenheit, das Landesmuseum zu besuchen. Da ist es doch ganz gewiß richtig, wenn auch überall in den kleineren Städten unseres Landes Heimatmuseen bestehen, wo die umwohnende Bevölkerung Gelegenheit hat, Volkskunde zu treiben. Auch für die Schulen ist es von großem Wert, wenn in der Nähe Stätten vorhanden sind, wo den Kindern ein Stück Vergangenheit gezeigt werden kann. Es ließe sich hierüber noch manches sagen, aber in Rücksicht auf die mir zur Verfügung stehende Zeit muß ich davon absehen. Unsere Nachbarstädte Güstrow, Malchin und Waren haben schon seit Jahren Heimatmuseen. Da darf auch Teterow hinter diesen Städten nicht zurückstehen. Ich denke hierbei auch an die Bestrebungen unseres Verkehrsvereins. In Wismar wurde in diesem Jahre gelegentlich der Landeshauptversammlung des Heimatbundes ein Ortsmuseum eröffnet. Dort stehen dem Museum 7 Räume zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Im nächsten Jahre findet die Landeshauptversammlung hier in Teterow statt. Ich hoffe, daß wir bis dahin noch einen 3. Raum bekommen. Sie werden nachher selbst sehen, daß die jetzt vorhandenen Räume nicht ausreichen.&lt;br /&gt;
:...&lt;br /&gt;
:Nach dem Redner sprach Herr Bürgermeister Dr. Meyer namens der Stadt Teterow dem Teterower Heimatbund, insbesondere dem Vorsitzenden und dem Leiter und Gestalter des Museums, Herrn Reichsbahnoberinspektor Bartels den herzlichen Dank für die wertvolle, im Interesse der Stadt geleistete Arbeit aus. Er sprach von dem großen Wert solcher Heimatmuseen für die Erhaltung alter heimatlicher Kultur und betonte, daß die Weiterarbeit zur Förderung dieses wichtigen Werkes in der Zukunft vor allem in den Händen der Schulen läge. Jedes Kind wüßte jetzt, wohin es zu gehen habe, mit einem irgendwo entdeckten Gegenstand aus früheren Zeiten. Er wünschte eine gute Weiterentwicklung des Museums.&lt;br /&gt;
:Anschließend nahm Herr Professor Wossidlo, Waren, der größte mecklenburgische Förderer der Erhaltung alten Kulturgutes, das Wort. Er dankte für die an ihn gerichteten Begrüßnungsworte und gab einen kleinen Abriß aus der weiteren Gestaltung der Förderung der Heimatmuseen. Die Leiter der meckl. Heimatmuseen werden demnächst in Schwerin zusammentreten, um über gegenseitigen Austausch von Dubletten in Verhandlungen zu treten. Er gab in seinen weiteren Ausführungen ein kleines Beispiel davon, wie leicht wertvolle Güter aus alter Zeit unter altes Eisen kommen können. In der sich dann anschließenden Besichtigung des Heimatmuseums gab der große Heimatkundler wertvolle Erläuterungen zu manchen der vorhandenen schönen Museumsstücke, darunter Sachen, die man, wie er sagte, im großen Schweriner Museum vorläufig noch schmerzlich vermisse.&lt;br /&gt;
:Das neue Heimat-Museum enthält heute schon einen ungeahnten Reichtum an ganz wertvollen Zeugen alter Zeit. Der ganze Aufbau und die Anordnung des neuen Heimatmuseums zeuge von großer Sachkenntnis, bekundete der Vater der Heimatmuseen. Wir werden in einem weiteren Artikel näher auf einzelne Teile unseres neuen Museums eingehen. Dankbar aber wollen wir auch an dieser Stelle unserer Freude darüber Ausdruck verleihen, daß wir nun endlich, nach langjährigem Bemühen (schon unter Herrn Bürgermeister, jetzigen Staatsminister Dr. Scharf wurde dieses Projekt im Verkehrsverein - durch ständiges Nachfassen des Herrn Studienrat Dr. Böhmer durch Wort und Schrift - viel behandelt, scheiterte damals aber immer an der Platzfrage) ein schönes Heimat-Museum haben. Ein Heimat-Museum mit einer Fülle von wertvollen Gegenständen, wie es mancher Teterower bestimmt nicht zu erwarten wagte. In Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, der von jeher ein großer Schwärmer für heimatliche Kulturgüter war, hat die Ortsgruppe den richtigen Leiter und Verwalter gefunden. Unter seiner Hand wird diese wertvolle Bereicherung des Schatzes Teterower Schaustücke eine sichere und stete Fortentwicklung nehmen. Wir Teterower schulden allen an dem Aufbau dieses Werkes Beteiligten herzlichen Dank.&lt;br /&gt;
:Außer den im Heimat-Museum an den Gegenständen genannten Spendern beteiligten sich in hochherziger und dankenswerter Weise an der Einrichtung des Museums die Firmen Gebr. H. u. C. Groß, Friedr. Dohr, Malermeister H. Peterß, Ramelow, E. Vick, H. Bastian, Tischlermeister Rüter, Renzel, Müschen, E. Schröder, Fritz Walter, Malermstr. A. Schröder versah den sehr bewunderten Herd mit naturgetreuen Farben. Sämtl. Arbeiten mit Ausnahme der eigenen Unkosten wurden ohne Berechnung ausgeführt. Bei der Reinigung und Herrichtung der z. T. sehr verstaubten Gegenstände ist Frau Hermann eine sehr wertvolle Hilfe gewesen.&lt;br /&gt;
:Das Heimat-Museum ist in dieser Woche nachmittags von 3 bis 5 Uhr und am kommenden Sonntag von 3 bis 5 Uhr zur kostenlosen Besichtigung freigegeben. Über die späteren Besichtigungszeiten werden noch nähere Bekanntmachungen folgen.&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 05.10.1933:&lt;br /&gt;
:Ein Spaziergang durch unser Heimat-Museum&lt;br /&gt;
:Ein Wunsch vieler Teterower ist mit der Schaffung unseres Heimat-Museums in Erfüllung gegangen. Fast zu spät ist dieser Wunsch Wahrheit geworden, denn jetzt erst erkennt man, daß so manches wertvolle Stück aus der Vergangenheit, das sonst Unterkommen in dem Museum gefunden hätte, aus Mißachtung oder Unverständnis in der Versenkung verschwunden und der Nachwelt verloren gegangen ist. Das ist aber natürlich nicht zu ändern. Wenn auch manches verloren ging, so hat sich seit der Eröffnung des Museums doch erwiesen, daß noch viel Wertvolles in irgendeiner Ecke verborgen liegt, ist doch dem Museum in den letzten Tagen schon so manches zugetragen worden, weil man weiß, daß es dort gut aufgehoben ist. Aber schon am Tage der Eröffnung war eine solche Fülle von Gegenständen aus alter Zeit da, daß die beiden vorläufig zur Verfügung stehenden Räume schon jetzt als &amp;quot;gefüllt&amp;quot; gelten könne. Es wurde uns erzählt, daß schon rund 800 Stücke im Museum untergebracht sind. Eine gewaltige Zahl, deren Ordnung und sachgemäße Unterbringung eine große Fülle von Arbeit gebracht hat. Wir wollen einmal sehen, was bis heute zusammengetragen ist.&lt;br /&gt;
:Wenn wir den ersten, kleinen Raum vom Flur der früheren Höheren Mädchenschule betreten, so schauen wir geradeaus auf eine alte Kannenborte, auf dem Töpfe und Teller in buntem Durcheinander untergebracht sind. Der &amp;quot;Seilpott&amp;quot; ist ein Zeuge früherer alter Töpferkunst. Neben der Borte hängt ein &amp;quot;Mangelholz&amp;quot;, mit dem die unermüdliche Hausfrau mühselig ihr Leinen glatt gemangelt hat. Die moderne Hausfrau wird mit Grauen an die harte Arbeit denken, die mit der Benutzung diese Holzes verbunden war. Auf der über die ganze Wand gehende Borte werden dem Beschauer alle Werkzeuge, die der Flachsbereitung dienen, vorgeführt. Wir sehen da in der Reihenfolge ihres Gebrauchs nebeneinandergereiht: Repel, Flachsbreche (Brake), Fuchtel. Eine Schwinge, die nun käme, fehlt noch. Es folgen Hechelstuhl, Spinnrad, Spulrad, Garnhaspel, Kreuzwinde, Garnwinde, Wollkratzer, Spinnrad und Wollhaspel. Früher waren es Gegenstände, die nicht nur in jedem Stadthause. Längst sind diese Zeiten dahin. Heute werden Spinnräder und sonstige Dinge wohl nur noch als Museumsstücke in einem Haushalt aufbewahrt. Den Kindern wird dann wohl erzählt: &amp;quot;An dem Spinnrad hat Eure Großmutter noch all das schöne Leinen selbst gesponnen!&amp;quot; Das ist das Einzige, was uns heute noch mit dieser Zeit verbindet. Wir modernen Menschen wollen nichts mehr mit dem groben, aber außerordentlich haltbaren Leinenzeug unserer Großeltern zu tun haben, sondern liegen lieber auf feinem Bettleinen und essen unser Mahl gern von feinen Damastdecken. Das grobe Leinen, das z. B. noch in der alten Wiege zu sehen und zu fühlen ist (der Bettbezug soll übrigens aus einer alten Schürze stammen, die das Museums-Direktor-Auge irgendwo entdeckt hat) wird immer seltener.&lt;br /&gt;
:Zwischen den Flachsbereitungs-Utensilien entdecken wir übrigens auch einige fast überbunte Ausmusterungs-Sträuche, die vor dem Kriege von den Ausgehobenen mit Stolz an ihren Hüten getragen wurden und allen Menschen kundtun sollten, daß sie bald in das stolze deutsche Heer einrücken würden.&lt;br /&gt;
:Werkzeug für Nagelschmiede und Stellmacher sind in großer Fülle vorhanden. Alte Uhren, Plätteisen, Holzschlittschuhe usw. Beachtenswert sind &amp;quot;Erzeugnisse der Panstorfer Glashütte&amp;quot;. Wer ahnte es bisher, daß in unserer nächsten Umgebung Glashäfen hergestellt wurden? Eine alte Hand-Nähmaschine führt uns für Jahrzehnte zurück noch weiter aber ein Steckkissen um Anschrauben. Wieviel leichter haben es unsere heutigen Kleiderkünstler doch gegen die Generation vorher. Alte Scheffel, (Rostocker- und Güstrower-), Dreschflegel und Gabel u. a. entdecken unsere Augen. Auch ein Lechel (Trinkfaß) fehl nicht. Ein Pfeifenbort hängt friedlich in der Ecke; ein Stück Möbel, das heute schon recht selten geworden, wenn es auch nicht ganz ausgestorben ist. Weiter sehen wir Däsen und Uenzel, alte Stallaternen, sogar einen alten Handstock, der gleichzeitig einmal ein richtiges Gewehr darstellte.&lt;br /&gt;
:Aber das Schönste dieses ersten Raumes - wir haben es absichtlich bisher noch gemieden - ist der waschechte alte, offene Herd, der von Künstlerhand in der linken Ecke eingebaut ist und uns ein Stück aus alter Zeit zeigt, an dem früher die Frau des Hauses die Speisen der ihr angetrauten Hungrigen bereitete, um die ihr angetrauten Küchlein satt zu kriegen. Die Augen der Hausfrauen leuchten, wenn sie diesen Zeugen alter Zeit sehen und manche der Aelteren erinnern sich sogar, auch einmal an einem solchen Herd gestanden und gearbeitet zu haben. Allerdings hat es wohl keine unter den Heutigen miterlebt, daß man in das rechts angebrachte Mauerloch (&amp;quot;Müerlock&amp;quot;) griff, um Feuerstein, Schwamm (&amp;quot;Tunner&amp;quot;) und Stahl zu ergreifen, um &amp;quot;Feuer zu schlagen&amp;quot;. Die heutige Generation kann mit diesem Werkzeug nicht mehr fertig werden. In diesem &amp;quot;Müerlock&amp;quot; entdeckt man auch die nicht entbehrliche &amp;quot;Funzel&amp;quot; (Lampe), die einmal ebenfalls unentbehrlich war.&lt;br /&gt;
:Nun wollen wir einmal einen Blick durch den &amp;quot;Schwibbogen&amp;quot; werfen. Wir entdecken dort verschiedene Kesselketten, die früher einmal heilig gewesen sein sollten, wie man uns erzählte. An diesen Kesselketten hingen die großen Kannen über dem offenen Feuer. Unser Auge entdeckt weiter an der Seite und über dem Herd Feuerhaken, Aufnehmer, alte Körbe, Mörser, kupferne Kannen, eine Riesen-Kartoffel-Reibe, alte Waagen, Essenkiepe (mit der das Essen früher aufs Feld nachgetragen wurde), Waschholz usw. Oben über dem Herd ist ein größerer Kaffeebrenner aufgestellt und an der rechten Seite hängt noch ein kleinerer.&lt;br /&gt;
:Jedes Stück trägt ein Stück Geschichte alter Zeit in sich und läßt unsere Gedanken wandern zu unsern Groß- und Urgroßeltern, die einmal inmitten dieser uns heute als Eigentümlichkeit anmutender Geschirre und Behälter gewirkt und geschafft und sich glücklich gefühlt haben. Daß in der Ecke hinter dem Herd auch ein Feuereimer hängt, ist selbstverständlich, denn um die Zeit, von der uns diese Werkzeuge erzählen, mußte jedes Haus im Besitz eines Feuereimers sein.&lt;br /&gt;
:Am Eingang direkt sehen wir schließlich noch einen Bürgerspieß, den jeder Bürger haben mußte. Außerdem hängen an dieser Seite einige verwitterte Wetterfahnen, deren älteste die Jahreszahl 1597 trägt. Ueber 300 Jahre Geschichte unserer Heimatstadt hat diese Wetterfahne erlebt. Wenn die erzählen könnte!&lt;br /&gt;
:Nicht alles in diesem kleinen ersten Raum haben wir &amp;quot;in die Feder gefaßt&amp;quot;, aber auch diese Aufzählung gibt schon einen kleinen Ueberblick über die reiche Fülle der schon im Heimat-Museum untergebrachten Gegenstände. ...&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 12.10.1933&lt;br /&gt;
:... Heute wollen wir unsere Wanderung fortsetzen und den zweiten Raum betreten.&lt;br /&gt;
:Gleich rechts an der Wand erblicken wir einen wohl über 2 m langen Glocken-Strang, der ganz mit Perlen besetzt ist. Er hat wohl einmal in einem vornehmen Hause an der Haustür gesessen, als die elektrischen Glocken noch unbekannt waren. Uns gegenüber zwischen den beiden Fenstern steht eine alte Wanduhr, die ihre 300 Jahre auf dem Nacken haben soll. Sie ist mit einem Spielwerk eingerichtet, das zur Zeit allerdings nicht funktioniert.&lt;br /&gt;
:Rechts neben der Tür steht ein großer Glasschrank, der angefüllt ist mit allerhand Erinnerungsstücken aus früherer Zeit, womit sich unsere Großmütter und Urgroßmütter &amp;quot;verschönt&amp;quot; haben. Riesige Hüte, anscheinend von großem Gewicht, wie man sie sich heute für diesen Zweck auf den zierlichen Köpfen gar nicht mehr vorstellen kann, werden uns hier gezeigt; bunte Hauben, wie wir sie heute nur noch bei den Großmütterchen finden, und bei diesen auch nur noch recht selten; alte Körbe, Krüge, Nippes, Tabakkästen usw. Oben auf dem Schrank ist das Modell des neuen Rathauses aufgestellt.&lt;br /&gt;
:Neben dem Schrank hängt das Wappen der alten Teterower Familie Willgoß. Es wird darauf hingewiesen, daß es aus England stammt. Danach ist die Familie Willgoß von der Insel jenseits des Kanals eingewandert. Wir finden an dieser Wand weiter ein Führungszeugnis über beim Militär abgeleistete Dienstzeit aus dem Jahre 1850 und Glückwünsche zum neuen Jahr. Früher wurden diese mehr oder weniger wertvollen Urkunden schön hinter Glas gelegt und in der sogenannten &amp;quot;guten Stube&amp;quot; aufgehängt.&lt;br /&gt;
:An der nächsten Wand ziehen uns besonders die Sammlungen aus dem Besitz des &amp;quot;großen Sohnes unserer Stadt&amp;quot; Herrn Kapitän Kaempff, an. Außer einem schönen Bild von Kapitän Kaempff hängt dort unter Glas ein Originalbrief Kaiser Wilhelms II. an seinen verdienten Kapitän. Aus seinem Nachlaß sind ferner vorhanden eine Schreibmappe aus Leder mit dem Photo seines Dampfers &amp;quot;Deutschland&amp;quot; (damals größter Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie), verschiedene Orden und Ehrenzeichen, darunter die Rettungsmedaille, die er sich für die Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 verdiente. Auf dem Etuis, in dem die Medaille lag, heißt es: &amp;quot;Dem 4. Offizier des Dampfschiffes &amp;quot;Gellert&amp;quot;, C. J. S. Kaempff, in ehrender Anerkennung für Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 auf der Rhede von Havre von der Direction der Hamburg Amerika Packetfahrt Act. Ges.&amp;quot;. Viele von uns Aelteren kennen noch sehr gut Herrn Kapitän Kaempff, diesen ausgesprochenen Seemanns-Typ, der längere Zeit vor dem Kriege in unserm Ort im Ruhestand lebte und dann nach Rostock verzog.&lt;br /&gt;
:Weiter haben hier die Innungen Gegenstände untergebracht. Die Metall-Innung ist mit großen Schlüsseln und Schlössern aufgefahren, die früher kunstvoll in den eigenen Werkstätten hergestellt wurden. Heute wohl eine Seltenheit, daß so ein Gegenstand noch mit der Hand hergestellt wird. - Ausgebreitet liegt auch hier eine Urkunde aus Kopenhagen, in der einem Johan Bollwagen bescheinigt wird, daß er dort als &amp;quot;Becker&amp;quot; gearbeitet hat. - Außer dem Metall-Stempel der Schuhmacher-Innung, liegt in diesem Glaskasten auch das &amp;quot;Wirtschaftsbuch vom St.-Jürgenstift Teterow&amp;quot;. Das interessanteste Stück unter diesen Urkunden ist aber die älteste Urkunde über Teterow aus dem Jahre 1272. Eine Uebersetzung dieser in Latein geschriebenen Urkunde liegt daneben aus dem Jahre 1751. - Unter dem Tisch steht eine Schuhmacher-Lade, ein Reibestein für Maler usw. Die Firmen Guhl und Renzel, die Kunstgewerbestätten unseres Ortes, sind mit einigen Prachtstücken aus ihren Werkstätten vertreten, die da zeigen, daß das Kunstgewerbe, die Handarbeit, doch noch nicht ganz von der Maschine verdrängt sind. Aus der früheren Färberei von Ad. Lindstaedt sind Drucksteine und Druckmuster ausgelegt. In diesem Teil des Museums werden wir also vertraut gemacht mit früheren Innungs-Gebräuchen und Leistungen. Diese Sammlung ist zwar noch recht schwach, aber der Anfang ist gemacht und wird sicher auch seine Fortsetzung erfahren. - Interessant ist auch noch eine Siegelsammlung. In dieser Sammlung finden wir die verschiedensten Siegel aller möglichen Behörden. Besonders in die Augen fällt ein Riesensiegel. Es ist das Kirchensiegel der St. Marien in Rostock.&lt;br /&gt;
:In den beiden Ecken dieser Wand sind ebenfalls freundliche Eckschränke untergebracht, die allerhand kleine Porzellan-Sammlungen usw. enthalten. Wir dürfen uns aber nicht zu sehr mit Einzelheiten befassen. Alte Lampen, eine Krimoline, bunte Hutschachteln und alle möglichen andern Dinge finden wir hier.&lt;br /&gt;
:Unser Augenmerk zieht aber das Schreibpult vor allem an sich. Es stammt aus dem Jahre 1813 und ist anscheinend in dem Freiheitskriege von einem fremden Krieger hier zurückgelassen. Es ist ein äußerst kunstvoll gearbeitetes Stück, in dem dutzende von Fächern auf kleiner Fläche untergebracht sind. Jeder Winkel ist außerordentlich geschickt ausgenutzt. Für &amp;quot;Leute vom Fach&amp;quot; ein außerordentlich wertvolles Stück, das man gesehen haben muß.&lt;br /&gt;
:In den Glaskästen auf Mitte des Raumes sind bunte Perlarbeiten aller Art: Geldbeutel, Handtaschen (Pompadoure) usw. ausgestellt. Alte Taschenuhren, Riesen-Haarschmuck, wie man ihn früher auf dem Kopf der Frauen prangen sah. Yet-Schmuck, Stickvorlagen usw., Alte Bibeln und Gesangbücher, Münzen aus dem 30jährigen Kriege, die vor längerer Zeit bei Ausgrabungen hier in einem Behälter gefunden wurden; Petschafte, Notgeld aus der Inflationszeit; bunte Glückwunsch-Karten zum Auseinanderklappen, wie sie früher einmal Brauch waren, Patenbriefe usw.&lt;br /&gt;
:An der Wand links von der Tür sind verschiedene Kupferstiche untergebracht, darunter der Kupferstich von der Ueberreichung des Teterower Ehrenbürgerrechtes an Herrn von Thünen auf Tellow am 11.6.1848. - Große Steinsammlungen und Bodenfunde aus der jüngeren Steinzeit liegen in den Kästen dieser Wand. Steinbeile - Pfeilspitzen - Faustbeile - Messer - Scherben der jüngeren Bronzezeit - Hakenpflug - Spindelsteine und Funde aus der alten Steinzeit. Ein prachtvolles Elchgeweih aus dem Rempliner Moor. - Das Geweih eines Moorhirsches aus der Thürkower Gegend. - Ein Pfahlrest, Holzkohle und Brandschutt von der Hausstelle auf dem Burgwall. - Wendisches Hufeisen und Speerspitze vom Burgwall. Topfscherben und Knochenreste und vieles andere. Reich ist die Zahl der Zeugen einer längst hinter uns liegenden Vergangenheit, die uns erzählen aus der Geschichte unserer Väter und Urväter. Es lohnt schon, sich einmel mit diesen Ueberbleibseln einer anderen Zeit zu beschäftigen.&lt;br /&gt;
:Im letzten Schrank dieses Raumes sehen wir alte Kacheln - einen Feierabendstein (der Schlußstein beim Hausbau) - Revolver - Pulverhörner - Maße - Gewichte - Gold- und Getreidewaage - Ellen - Säbel usw.&lt;br /&gt;
:Schließlich sind noch die Fahnen der Schuhmacher-Gesellen-Innung, der Maurer-Gesellen-Innung und des Gesangvereins Harmonia hier aufbewahrt, Hunderte von Zeugen der Vergangenheit liegen friedlich beisammen und sollen uns erinnern an Tage, die gewesen sind. Wir dürfen dankbar sein, daß wir in unserer Stadt nun eine Stätte haben, wo gewesene Dinge gehegt und gepflegt werden und nicht im Müllkasten spurlos verschwinden. Wir alle wollen helfen, daß diese Stätte der Erinnerung weiter ausgebaut werde zur Pflege des Heimatgedankens.&lt;br /&gt;
:Ostmecklenburgische Heimat Nr. 22 vom 18.11.1934&lt;br /&gt;
:Vor dem Heimatmuseum in Teterow&lt;br /&gt;
:In der Zeit nach dem Weltkriege entstanden in verschiedenen mecklenburgischen Städten Heimatmuseen, so auch im Osten unsers Landes, in Malchin 1927, in Waren 1930. Welches ist nun der Sinn und der Zweck dieser Museen? Kurz gesagt: Man will Stätten schaffen, wo Gegenstände einer früheren, vergangenen Kultur gesammelt und aufbewahrt werden. &amp;quot;Aber,&amp;quot; so wird vielleicht mancher fragen, &amp;quot;sind zur Erreichung dieses Ziels wirklich Ortsmuseen nötig? genügt dazu nicht das in Schwerin bestehende Landesmuseum?&amp;quot; Gewiß´, das Landesmuseum dient auch demselben Zweck, und wir freuen uns sehr, ein solches zu besitzen. Aber daneben können wir auch die Ortsmuseen nicht gut entbehren. Sie leisten uns bei der Durchführung der Heimatbundbestrebungen oft vorzügliche Dienste. Wie sich das im einzelnen auswirken kann, soll hier kurz etwas näher ausgeführt werden.&lt;br /&gt;
:Viele Menschen kommen nur selten nach Schwerin, und wenn sie wirklich einmal dahinkommen, haben sie keine Gelegenheit, das Museum aufzusuchen. Ganz anders liegt die Sache, wenn ein Museum in der Nähe ist. Da wird mancher durch einen guten Freund oder Bekannten veranlaßt, an der Besichtigung desselben teilzunehmen. Findet er dann Gefallen an dem dort Gebotenen, so kommt er zum 2. und 3. Male wieder, wie wir es hier in Teterow schon häufig erlebt haben. So ein Besuch regt aber auch zum Sammeln selbst an. Wie oft haben wir hier den Fall schon gehabt, daß die Leute, wenn sie diese oder jene Sachen sahen, freudestrahlend ausriefen: &amp;quot;So ein Ding haben wir auch noch zu Hause!&amp;quot; &amp;quot;Auf unsere Bitte, es dann doch dem  Museum zu schenken, waren sie meistens gleich bereit dazu. Auf diese Weise haben wir schon vieles bekommen, was sonst wohl in den meisten Fällen der Vernichtung anheimgefallen wäre. Gerade durch die Ortsmuseen wird ohne Zweifel der Sinn und das Verständnis für die Heimatbundarbeit ungemein geweckt und gefördert, und das sollte man nicht vergessen, wenn man von diesen Einrichtungen zuweilen etwas geringschätzig spricht.&lt;br /&gt;
:Weiter mag hier gleich erwähnt werden, daß die Heimatmuseen sich auch für die Schulen segensreich auswirken können. Im Unterricht muß heute mehr als bisher die frühere Kultur berücksichtigt werden. Da kommt es dem Lehrer sehr zu statten, wenn  er seine Schüler gelegentlich eines Wandertages in das Heimatmuseum der in der Nähe liegenden Stadt führt und ihnen dort all die Gegenstände zeigt, über die er zu ihnen im Unterricht gesprochen hat, wie z. B. über die Werkzeuge der Steinzeit, über altes Geschirr, über die Geräte bei der Flachsbearbeitung usw. Bilder werden die unmittelbare Anschauung der Gegenstände selbst nie voll und ganz ersetzen können.&lt;br /&gt;
:Das Teterower Museum wurde schon des öfteren von Schulklassen besucht, und die Lehrer haben mir hinterher wiederholt erklärt, daß ihre Schüler reichen Gewinn von der Besichtigung gehabt hätten. Die Schulen sollten daher bei jeder passenden Gelegenheit das in ihrer Nähe vorhandene Ortsmuseum aufsuchen und dort den Kindern die alten Kulturgegenstände vorführen. Das dafür aufgebrachte Opfer an Zeit wird ganz gewiß nicht umsonst gewesen sein. Wenn die Kinder des Abends von einem solchen Ausflug nach Hause kommen, werden sie den Eltern viel zu erzählen wissen von allem, was sie am Tage gehört und gesehen haben. So wird der Museumsgedanke in das Volk hineingetragen, und diese Tatsache trägt wiederum dazu bei, daß die Arbeit des Heimatbundes gefördert und unterstützt wird. Nach dem hier Ausgeführten darf der Heimatbundes in seinem eigenen Interesse nicht unterlassen, sich für die Schaffung und Einrichtung von Ortsmuseen tatkräftig einzusetzen. Daß die Ortsmuseen schließlich auch noch den Verkehrsinteressen einer Stadt dienstbar gemacht werden können, wird ohne weiteres einleuchten und bedarf daher keiner besonderen Begründung.&lt;br /&gt;
:Wie ist nun Teterow zu einem Heimatmuseum gekommen?&lt;br /&gt;
:Am 12. Mai 1932 schlossen sich die wenigen hier wohnenden Einzelmitglieder des Heimatbundes Mecklenburg zu einer Ortsgruppe zusammen, um so gemeinsam besser und erfolgreicher für die Bestrebungen des Bundes wirken zu können. Die Zahl der Mitglieder war anfangs sehr klein. Nur 10 Herren fanden sich für dies Arbeit zusammen. Trotzdem gingen sie mit frischem Mut an ihre Aufgabe, den Heimatbund in seiner Tätigkeit zu unterstützen, hinan. Heute zählt die Ortsgruppe Teterow bereits rund 70 Mitglieder. Bei der Aufstellung eines Arbeitsplanes wurde von vornherein die Errichtung eines Heimatmuseums in Teterow ins Auge gefaßt. Aber das war keine leichte Sache. Es war nichts vorhanden, weder Raum, weder Sachen, noch Geld. Ganz anders lagen die Verhältnisse in unserer Nachbarstadt Malchin. Da kaufte die Stadt für 3000 RM. die reichhaltige Sammlung des Lehrers Berg zur Herrichtung eines Museums, gab zum weiteren Ausbau desselben jährlich einige hundert Mark her und stellte außerdem 3 schöne Räume im Rathaus zur Verfügung. In Waren wurde das dortige Ortsmuseum von einem Museumsverein gegründet, der seine ganzen Beiträge zu diesem Zwecke opfert und dann weiter auch noch von der Stadt unterstützt wird. Weil die hiesige Ortsgruppe sich aber dem Landesverband angeschlossen hat, so gehen fast unsere gesamten Beiträge nach Schwerin, und für das Heimatmuseum bleiben nur geringe Geldmittel übrig. Die Stadt konnte uns wegen ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage mit Geld nicht unterstützen. So waren wir auf uns allein angewiesen.&lt;br /&gt;
:Alle Hindernisse konnten uns aber doch nicht bewegen unser Vorhaben betreffs eines Heimatmuseums aufzugeben. Als im Frühjahr 1933 die Stadt Teterow in entgegenkommender Weise zwei Räume im Gewerbeschulhause für ein Museum zur Verfügung stellte, da wurden von der Ortsgruppe alle Bedenken bei Seite gesetzt. Sie forderte durch einen Aufruf in der Zeitung und durch sonstige Bekanntmachung zur Hergabe geeigneter Sachen auf. Die Bevölkerung aus der Stadt und der Umgegend kam dieser Bitte mit großer Bereitwilligkeit nach und brachte uns viel Brauchbares für unsere Sammlung. In der Person des Reichsbahninspektors Willi Bartels fanden wir einen Herrn, der sich mit vielem Geschick und großem Eifer der Museumsangelegenheit widmete. Ihm haben wir es in der Hauptsache zu danken, daß das Unternehmen schon im Laufe des Sommers solche Fortschritte machte, daß wir allen Ernstes daran denken konnten, das Museum noch im Herbst zu eröffnen. Am Sonntag, dem 24. September 1933, fand in Gegenwart des Professors Dr. h. c. Wossidlo, des Bürgermeisters Dr. Meyer, des Stadtverordnetenvorstehers Münter und vieler Einwohner unserer Stadt die feierliche Eröffnung des Teterower Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe begrüßte die Festversammlung, dankte allen Stiftern von Museumsgaben für ihre Unterstützung und sprach dann über die Bedeutung der Ortsmuseen. Weitere Ansprachen hielten Bürgermeister Dr. Meyer und Professor Wossidlo. An die Eröffnungsfeier schloß sich unmittelbar die Besichtigung des Museums. Alle waren erstaunt, was hier in so kurzer Zeit an altem Kulturgut zusammengebracht worden war. Man konnte aber gleich feststellen, daß die vorhandenen Räume zur Unterbringung der vielen Sachen völlig unzureichend waren. Professor Dr. Wossidlow, der beste Kenner unserer heimischen Volkskultur, sprach sich über die damals bereits vorliegende Sammlung sehr lobend aus und wies auf manches wertvolle Stück in derselben besonders hin. Inzwischen sind viele Gegenstände neu hinzugekommen. Das Museum wirbt jetzt selbst für sich am besten. So wird uns manches alte Kulturstück angeboten, auf das die Leute erst bei einer Besichtigung des Museums aufmerksam wurden und dessen großen kulturellen Wert sie vorher nicht zu schätzen wußten. In diesem Zusammenhange mag darauf hingewiesen werden, daß das Teterower Museum fast ausschließlich Sachen aus unserer Stadt selbst oder deren näherer Umgebung enthält. Das ist nicht überall der Fall. In manchen Ortsmuseen findet man viele Gegenstände, die aus allen Teilen unseres Landes herbeigeholt sind. Das ist ganz gewiß nicht richtig und entspricht auch keineswegs dem Charakter eines Ortsmuseums. Solche Sachen gehören in ein Landesmuseum. Teterow darf daher mit Recht für sich in Anspruch nehmen, wirklich ein Museum für unsere ostmecklenburgische Heimat geschaffen zu haben.&lt;br /&gt;
:Wenn nun aber jemand gern erfahren möchte, welche Altertümer das Teterower Heimatmuseum heute nach einjährigem Bestehen bereits enthält, so kann ich diesem Wunsche nur zu einem kleinen Teil nachkommen. Die Frage läßt sich nämlich im Rahmen dieser Arbeit nicht ausführlich beantworten. Ich will aber versuchen, das Wichtigste, nach Gruppen geordnet, hierüber mitzuteilen. Wer aber einmal Gelegenheit hat, nach Teterow zu kommen, der sollte nicht versäumen, unser Museum aufzusuchen. Er wird sicherlich dort manches Sehenswerte vorfinden, besonders an volkskundlichen Sachen.&lt;br /&gt;
:Die Vorgeschichte ist in unserm Museum zur Zeit leider nur mit wenigen Stücken vertreten. Daraus soll man aber nun nicht den Schluß ziehen, als wären diese Sachen hier nur, in geringem Maße vorhanden. Gerade in der Teterower Gegend sind viele wertvolle Zeugen aus der Steinzeit aufgefunden. Aber sie sind nicht dem Heimatmuseum zugeführt. Sie befinden sich teils noch im Privatbesitz, teils sind sie durch Verkauf in andere Sammlungen gekommen.&lt;br /&gt;
:In der Abteilung &amp;quot;Trachten&amp;quot; sind besonders Hüte, Mützen und Tücher für Frauen aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert in recht schöner Aufmachung vorhanden. Sie geben uns ein anschauliches Bild von dem Geschmack der damaligen Mode. Sehr reichhaltig ist die Sammlung der Handarbeiten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Hier finden sich nach Professor Wossidlos Urteil sehr seltene und wertvolle Stücke. Aus der Zeit unserer Urgroßväter ist eine Kücheneinrichtung fast lückenlos zusammengestellt. Selbst ein offener Herd mit allem Beiwerk (Kesselhaken, Dreifuß, Grapen usw.) ist aufgebaut und läßt uns einen Blick in die damalige Küchenwirtschaft tun. Auch altes Töpfer- und Porzellangeschirr, wie es während dieses Zeitabschnitts in Gebrauch war, konnte noch aus Stadt und Umgegend herbeigeschafft und dadurch für die Nachwelt sichergestellt werden. Sämtliche Geräte zur Flachsbearbeitung bis auf Schwingblock u. Webstuhl hat das Teterower Museum in tadellosem Zustande aufzuweisen. Die Abteilungen: Handwerk, Landwirtschaft, Waffen, Münzen und altertümliche Hausgegenstände enthalten bereits jetzt eine stattliche Zahl von Einzelnummern und werden in nächster Zeit noch erheblichen Zuwachs bekommen.&lt;br /&gt;
:Von der Glasindustrie, die zu Anfang des vorigen Jahrhunderts noch in der Panstorfer Glashütte in Betrieb war, können hier verschiedene Stücke gezeigt werden, desgleichen auch von den früher in Teterow angefertigten Kunsttöpferwaren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Feuerwehrmuseum===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
===Hospital St. Gertruden===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ehemalige Hospital St. Gertrud am Gertrudensteig ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===St.Jürgen Hospital===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Apotheken in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Teterower Feuerwehr==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Wirtschaftsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fischerei in  Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerkszünfte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verkehrsnetz in der Region Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen|Über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Teterower Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Vereinsgeschichte(n)==&lt;br /&gt;
===Die Teterower Schützenvereine===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bergring - Europas schönste Grasrennbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg007/484026143.pdf &amp;quot;Bergring Teterow (Meckl. Schweiz)&amp;quot; Gerhard Böhmer In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.7 (1931) 8 S.393-394]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/51368719X.pdf 12. Teterower Bergring-Rennen um den &amp;quot;Preis von Mecklenburg&amp;quot; In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 128 S.467]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513750924.pdf Der &amp;quot;Mecklenburgische Nürburgring&amp;quot; hält, was er verspricht In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 129 S.514] &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616616.pdf Bergring Teterow (Meckl. Schweiz) Carl Schröder In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.378-379]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst im öffentlichen Raum Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Hechtbrunnen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was der Teterower Bürgermeister 1912 zum Brunnen schreibt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1912 richtet der Teterower Bürgermeister Dr. Müller ein amtliches Schreiben mit folgenden Worten an das Schweriner Kabinett, &amp;quot;Wie allgemein bekannt sein dürfte, werden die Teterower, besonders auswärts, immer mit der Frage geneckt: Hewwt Ji em all wedder?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Mit dieser Einführung erbittet er nunmehr die Genehmigung zur Aufstellung eines Brunnens mit Hecht, &amp;quot;der die Teterower in die Lage versetzen würde, diese Neckereien dann endlich zurückzuweisen, indem sie antworten können: Ja, wi hem´em, kiek em Di an, up´n Markt steiht he!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die Bürgermeister-Worte überzeugten und mit der bald darauf aus Schwerin erteilten Genehmigung konnten die Teterower Geld sammeln und einen Wettbewerb zu seiner Ausführung ausloben. &lt;br /&gt;
:Neun Architekten und Bildhauer schickten ihre Entwürfe.&lt;br /&gt;
:1200 Goldmark brachte die erste Sammelaktion ein.&lt;br /&gt;
:Der Entwurf des renomierten Mecklenburger Bildhauers Wilhelm Wandschneider überzeugte die Stadtvertreter besonders.&lt;br /&gt;
:Im November 1913 konnte der Bau des Brunnens aus Granit-Porphyr beginnen.&lt;br /&gt;
:Der Redakteur des &amp;quot;Kladderadatsch&amp;quot;, damals Deutschlands meistgelesene Satirezeitschrift, Paul Warnke, gebürtiger Lübzer und redaktioneller Amtsnachfolger von Johannes Trojan, lieferte den Text für die Randinschrift: &amp;quot;Wek Lüd sünd klauk un wek sünd daesig un wek de sünd wat aewernäsig. Lat´t er spijöken, Kinnings la´t! De Klock hett lüer´t, de Hekt is fat´t&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Teterower Zeitung&amp;quot; berichtet darüber: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Große Heiterkeit erregte es, als man in dem unteren Bassin einen kapitalen lebenden Hecht der an einem in den Landesfarben gehaltenen Band eine Glocke um den Hals trug, lustig umherschwimmen sah.&amp;quot; (TZ 19. Mai 1914)&lt;br /&gt;
:Seither trägt das kleine Kerlchen den übergroßen Hecht auf seinen Schultern zu Markte.&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde der Knabe im Schutze des neuen, dritten Rathauses zum ersten Wahrzeichen der Stadt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616489.pdf Unsachliches über Teterow Gisela Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.376-377]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg017/523388950.pdf Wandschneider plaudert aus seinem Leben : von Amerika nach Teterow Wilhelm Wandschneider In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.17 (1941) 198 S.114-115]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die verschobene Kirche===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Mittelpunkt (von MV?)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blüchers Pfeife===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower Katze===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Denkmale in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kriegerdenkmal===&lt;br /&gt;
:Auf Initiative des neu ins Amt berufenen Bürgermeisters Franz von Pentz wurde am 3. April 1881 der Teterower Verschönerungsverein gegründet. &lt;br /&gt;
:Eines der ersten Anliegen des Vereins war die Errichtung eines Kriegerdenkmals mit den Namen der toten Teterower Soldaten. Unterstützung fand der Verein dabei beim Kampfgenossen-Verein, der u. a. einen Programmabend für das zu errichtende Kriegerdenkmal veranstaltete, der Erlös betrug 130 M. Eine Lotterie mit Gewinn-Gegenständen von Arbeiten der Teterower Industrieschule sollte folgen. Einer der wesentlichen Unterstützer des Projektes war der Bauinspektor Wilhelm Müller, Besitzer einer Eisengießerei und Maschinenfabrik in Teterow. Er ließ auf seine Kosten die etwa 4 m lange Säule herstellen. Am 2. September 1882 - dem Jahrestag der Schlacht von Sedan - wurde die Einweihung auf dem Wilhelmsplatz (heute Platz des Friedens) vorgenommen. Eine zeitgenössische Beschreibung: &amp;quot;Auf einem Sockel von poliertem Granit erhebt sich eine ebenfalls granitne polierte Säule mit korinthischem Kapitäl. Auf demselben befindet sich die aus Chamotte gefertigte und vergoldete Figur einer Friedensgöttin, welche in der Linken einen Palmenzweig, in der Rechten einen Lorbeerkranz hält. Die Vorderseite des polierten Sockels trägt eine Tafel, auf welcher in vergoldeten Buchstaben die Namen der im Feldzuge 1870/71 aus hiesigem Amtsgerichtsbezirk gefallenen Krieger verzeichnet sind. Ein eisernes Kreuz mit der Inschrift &amp;quot;Mit Gott für Fürst und Vaterland&amp;quot; schmückt die Tafel, und unter demselben befinden sich folgende Namen:&lt;br /&gt;
:Heinrich Fiedler aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schmaedcke aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schenck aus Teterow&lt;br /&gt;
:Heinrich Schoenfeldt aus Nienhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Düsing aus Neu-Wockern&lt;br /&gt;
:Johann Rüger aus Bristow&lt;br /&gt;
:Christian Dabbert aus Baartz&lt;br /&gt;
:Johann Ernst aus Appelhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Krüger aus Vollrathsruhe&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1903 erfolgte die gärtnerische Anlage durch den Verschönerungsverein. 1908 gab es noch einen Beschluss der Rats- und Bürgersitzung im Frühjahr 1909 den Siegesengel neu vergolden zu lassen. Das dazu aufgestellte Gerüst wurde auch von jemandem genutzt, der den Palmzweig zerbrochen hatte. 1947 wurde dann das Denkmal zerstört, der Sockel auf dem St. Georgs Friedhof aufgestellt. Bildhauer Willy Freese und sein Sohn Karl-Heinz fertigten aus den Trümmern der Säule eine Kugel, die heute den Sockel krönt.&lt;br /&gt;
:Das Denkmal im Ganzen muss über 9 m hoch gewesen sein. Ein ähnliches Denkmal befand sich in Stavenhagen, wurde aber auch zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Bismarck-Denkmal===&lt;br /&gt;
:Mit dem Fund eines Felsens von 4,5 m Länge und 3 m Breite in der Pampower Feldmark kam im Januar 1900 die Idee auf, diesen für ein Bismarck-Denkmal nutzen zu wollen. Die Kosten dafür waren auf 500 M geschätzt worden und wurden per Listensammlung bereits Ende Januar erreicht. Vorgesehene Standorte dafür waren u. a. die Heidberge oder der Schulkamp, letztlich entschied man sich aber für den Friedrich-Franz-Platz - seinen heutigen Standort.&lt;br /&gt;
:Zum Abtransport wurde der Stein in seine heutige Form gebracht, mit einem Gewicht von 22,5 t. Mittels 4 Dampfpflug-Lokomobilen der Herren Jenke und Godow wurde er im Mai 1900 in die Stadt gebracht. Zu überwinden galt es dabei die Bedenken der Chausseebauverwaltung und auch die Eisenbahnverwaltung gestattete das Überqueren der Geleise erst nach Durchfahrt des letzten Zuges um 1.00 Uhr nachts. Am 8. Mai 1900 konnte er unter Musik der städtischen Kapelle abgeladen werden. Am 12. März trafen sich in Lembckes Lokal die Spender des Bismarck-Denkmals zur Auswertung.&lt;br /&gt;
:Die bis dahin entstandenen Kosten beliefen sich bereits auf 900 M, die Einnahmen betrugen nur 630 M. Trotzdem erschien den Beteiligten eine Finanzierung des Fehlbetrages möglich und die Idee für ein Medaillon-Bildnis des Fürsten Bismarck entstand. Nach Beratung am 26. März 1900 zwischen Bürgervertretung und Verwaltung wird diese beauftragt, ein Fundament für den Stein errichten zu lassen und der Bürgermeister kann von einer Spende in Höhe von 300 M von Herrn Hermann Paepcke aus Chicago für ein Bismarckmedaillon berichten. Bereits am 30. Mai 1900 begannen die Untermauerungsarbeiten für den Stein, dabei wurden Knochenreste des ehemaligen Friedhofes vor dem Gertrudenstift gefunden. Im September 1901 wurde dann die Vertiefung zur Aufnahme des Medaillons in den Stein gehauen. Im September 1901 kam der Verschönerungsverein zusammen und beschloss unter anderem, einen Klinkersteig am Bismarck-Denkmal verlegen zu lassen, was im September 1902 geschah. Noch im September 1901 wurde das Porträt des ehemaligen Kanzlers in den Stein eingelassen. Von einer offiziellen Einweihung lässt sich in den Zeitungen der Zeit nichts finden.&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich 1947 in Berlin die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (V.V.N.). Die Ortsgruppe des V.V.N. Teterow forderte für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Faschismus die Überlassung des Bismarcksteins. Da die Denkmalpflege keine Einwände hatte, konnte die Umnutzung erfolgen und zum 1. Mai 1949 übernahm die Stadt den Stein in ihren Schutz, das Bismarck-Medaillon kam ins Museum. (Mit der Auflösung des Museums wurde das Medaillon ins Museum nach Waren verbracht und verschwand dort). Mit der Errichtung des Denkmals am Mühlenteich 1969 hatte der V.V.N.-Stein ausgedient und erhielt 1977 eine Platte mit einigen Angaben. Auf Initiative des Heimatbundes Teterow e. V. konnte durch eine Spendensammlung am 31. Juli 1998 wieder ein Bismarck-Medaillon am Stein enthüllt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bismarckstein 1.jpg|thumb|350px|rechts|Bismark-Stein (Quelle: Stadtarchiv Teterow)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrenmal in den Heidbergen===&lt;br /&gt;
:Ursprünglich hatte schon der Baudirektor Gustav Hamann aus Schwerin - 1910 bei der Errichtung des Rathauses in Teterow weilend - einen Turm auf dem Teterower Heidberg errichten wollen. Die Lage über der Stadt bot eine gute Fernsicht und hätte auch den Tourismus in der Stadt weiter beleben können. Daher wandte er sich mit Schreiben vom 27. Januar 1910 an den Bürgermeister Schmidt mit dem Vorschlag, einen Aussichtsturm auf dem Heidberg zu errichten. Hamann wollte dazu kostenlos eine Zeichnung und einen Kostenvoranschlag zur Verfügung stellen. Nach Rücksprache mit Hamann wurde von der Rats- und Bürgersitzung die Einrichtung eines Baufonds bewilligt, in den bis 1926 70,89 Mark eingezahlt wurden. Am 26. November 1922 wurden die Gedenktafeln an die Gefallenen des 1. Weltkrieges der Kirchengemeinde in der Pfarrkirche eingeweiht, dies war der Anlass für Kriegerverein und Gewerbetreibende eine Würdigung für die Gefallenen in der Stadt anzuregen. Beide bildenten am 25. September 1924 ein Komitee, dem die Herren Molkereibesitzer Wickboldt, Major von Zeppelin auf Appelhagen, Bürgermeister Dr. Müller, Lehrer Köpcke, Kaufmann Ehrich, Gärtnereibesitzer Franz, Pastor Schumacher, Ihde, Kaufmann Bülow, Kämmereiberechner Rußdorf, Uhrmacher Mäting, Maurermeister Kohlert, Voß, Müschen, Vick und später auch Ackerbürger Hannemann angehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Spenden zum Bau stammten von Teterowern mittels Haussammlungen, kamen aber auch von ausgewanderten Familien (Hugo Altschwager aus Milwaukee, Erna Volkner aus Chicago), Zeitungsanzeigen, Benefizveranstaltungen und eine Lotterie brachten ebenfalls Geld ein. Die Inflation ließ das gesammelte Geld immer wieder zusammenschrumpfen. Molkereibesitzer Wickboldt dazu: &amp;quot;Immer wenn die Kommission glaubte nunmehr bald mit dem Bau beginnen zu können, war der Wert der Mark wieder geschwunden. Es mag als Kuriosa angeführt werden, das wir im Jahr 1923, um noch etwas von den Geldern zu retten, mit dem Restgeld eine Kiste Kognak kauften, um es wertbeständig anzulegen. Dies ist bei späteren Verlosungen auch wieder verwertet worden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur Standortfrage wendete sich die Kommission an den Heimatbund Mecklenburg, dieser empfahl den Stadtgartendirektor Schomburg als Sachverständigen, der mehrere Standorte untersuchte. Der Friedhof schien als Platz durchaus geeignet, da Hintergrund und Anlage bereits vorhanden waren, für größere Gedenkfeiern fehlte allerdings der Platz. Ein Platz auf dem Schulkamp kam wegen des kleinen Geländes nicht in Frage. Das Mühlenbruch böte genug Platz, hätte aber für ein Ehrenmal befestigt werden müssen. Der Halbkreisrasen gegenüber dem Bahnhof wäre &amp;quot;bedingt durch den Post- und Bahnhofsverkehr der Obhut des Publikums anvertraut&amp;quot; und somit geeignet. Der Heidberg schien für eine weit ins Land ragende Gedächtnisstätte geeignet. Der weite Weg könnte durch Fahrgelegenheiten absolviert werden und auch die &amp;quot;alte Herren-Kolonne&amp;quot; mit zum Teil über 80jährigen legte diesen Weg täglich zurück. Ein weiteres Argument war, dass der Heidberg der historische Platz für die Gedenkfeiern der Teterower sei. Die Sedan-Feier und auch die Feier 1813 hatten hier stattgefunden, an diesen Tagen brannten Holzstöße und fast ganz Teterow - Alt und Jung - waren hier versammelt. Daher beschloss die Denkmalkommission den Standort Heidberg und die Stadtverordnetenversammlung genehmigte im November die Freigabe des Platzes für ein Denkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Gestaltung erarbeitete die Kommission schon im Dezember 1925 Leitsätze und stellte diese den Vereinen zur Diskussion. Mit Verweis auf den Ernst-Moritz-Arndt-Turm in Bergen wurde eine Verbindung aus Aussichtsturm und Denkmal vorgeschlagen, entsprechende Entwürfe dazu wurden im Schaufenster des Kaufhauses Ramelow ausgestellt. Die Ausführung eines Turmes durch Teterower Firmen war ein weiteres Argument für diese Variante, da bei einer Skulptur ein auswertiger Künstler das Geld erhalten würde. Zahlreiche Künstler reichten dazu Entwürfe ein. Im November 1926 empfahl daher der Geheime Baurat Pries aus Schwerin (Mitglied des Ausschusses für Denkmalspflege und Denkmalsbau der Mecklenburg-Schwerinschen Regierung) der Kommission den Entwurf von Korff aus Laage, der daraufhin einstimmig angenommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch im Dezember 1926 erfolgten die Ausschreibungen, die Bauausführung übernimmt Maurermeister Krenzin aus Rostock, die Bauarbeiten die Maurermeister Kohlert und Rathcke aus Teterow. Zur Grundsteinlegung am 12. Juni 1927 konnte bei Gärtner Franz kostenlos Grünes zum Schmücken der Häuser abgeholt werden. Der Festzug versammelte sich um 15.30 Uhr auf dem Wilhelmsplatz (Platz des Friedens) und setzte sich um 16.00 Uhr in Bewegung. In den Grundstein war ein Bleibehälter eingelassen, der Geld, Briefmarken und Papiere enthielt. Nach den Ansprachen erfolgten die symbolischen Hammerschläge und das Spiel des Posaunenchores. Am Abend wurde zum Großen Festball im Hotel &amp;quot;Mecklenburger Hof&amp;quot; eingeladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Weihe des Ehrenmals erfolgte in ähnlicher Form wie die Grundsteinlegung. Erwähnt wurden einige Baudetails: Höhe: 20,1 m, 114 Stufen, Schwertlänge: 8,5 m, Kosten über 18.000 RM, 104 Tage Bauzeit, 23.350 Ziegel und 50 t Zement wurden verbaut. Die Gestaltung des Umfeldes und die Anlage eines Weges wurde 1928 durch Teterower Vereine bewerkstelligt. Fortan wurde das Ehrenmal für Feiern und Kranzniederlegungen zum Ewigkeitssonntag und zur Tannenbergfeier (am 27. August - siegreichen Schlacht gegen Russland 1914) regelmäßig genutzt. Darüber hinaus war es auch Treffpunkt des Stahlhelmtages in Teterow am 14. und 15. Juni 1930, des Teterow-Malchiner-Schülertreffen am 24. Juni 1931 und des SA-Tages am 19. Juni 1932. Die Reden bei diesen Anlässen entsprachen mit dem üblichem Chauvinismus und Revanchismus der Zeit. Einen Höhepunkt des Missbrauchs erlebte das Ehrenmal dann mit dem Besuch Adolf Hitlers, der von hier am 19. September 1937 das Herbstmanöver der Wehrmacht beobachtete. 1939 erfolgte noch der Anbau der Wärterkabine mit Verkaufsstand und die Anbringung der Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen. Im 2. Weltkrieg befand sich im Umfeld eine Funkmessstation, das Ehrenmal lag im umliegenden Sperrgebiet und war somit nicht zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach 1945 verlor das Ehrenmal seinen Zweck als zentraler Gedächtnisort der Stadt an den VVN-Stein und später an das Denkmal am Mühlenteich. Ansichtskarten der Zeit bezeichnen es dann auch folgerichtig als &amp;quot;Aussichtsturm auf dem Heidberg&amp;quot;. Erst 1979 gab es die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt. Mit dem politischen Umbruch 1989/90 galten die anderen Denkmale als belastet und das Ehrenmal wurde wieder der zentrale Gedenkort Teterows. Die Bedeutung des Ehrenmals wurde auf alle Opfer von Krieg und Gewalt erweitert, die entsprechenden Tafeln 1999 angebracht. Zu jedem Volkstrauertag sind Teterower hier im Gedenken versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow, das Schilda Norddeutschlands?==&lt;br /&gt;
* [[Teterow, das Schilda Norddeutschlands?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Teterower Feldmark==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Flurnamen und Lokalbezeichnungen der Stadt und Feldmark Teterow&amp;quot; zusammengestellt und erläutert von Dr. Gerhard Böhmer Stand 1.1.1934]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=109253</id>
		<title>Teterow fortlaufende Chronik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=109253"/>
		<updated>2024-03-26T06:37:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Das Teterower Stadtmuseum */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterows Geschichte als Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Steinzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Steinkiste&lt;br /&gt;
Die Steinkiste befindet sich im Hohen Holz. 1902 wurde sie bei Fällarbeiten entdeckt. Ein 18 m langer und 7 m breiter Hügel bedeckte die Steinkiste. Bei der Ausgrabung durch Bürgermeister Dr. Franz von Pentz fehlte bereits der Deckstein. Die Kammer ist 1 m lang und 0,8 m breit und war von einer Rollsteinpackung umgeben. Sie enthielt einige Scherben von Tongefäßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Großsteingrab&lt;br /&gt;
Das Großsteingrab befindet sich an der Chaussee nach Rostock. Der Deckstein enthält kleine, runde Vertiefungen (&amp;quot;Schälchen&amp;quot;), die mit kultischen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Ein weiterer Deckstein hat sich in die Kammer gesenkt. Bürgermeister Dr. Franz von Pentz hat hier einen Hohlmeißel, ein dicknackiges Beil, Keramik und Skelettreste ausgegraben, 1907 ließ er die Anlage mit Eichen einfrieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;3.Jahrtausend v.u.Z.&lt;br /&gt;
:Besiedlung der Insel im Teterower See&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Bronzezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzegeräte von Teterow&lt;br /&gt;
:Am 12. Dec. 1859 wurden zu Teterow vor dem rostocker Thore beim Planiren des Terrains neben dem Friedhofe von dem Herrn Maurermeister Pohlmann zu Teterow gefunden:&lt;br /&gt;
:2 Handbergen aus Bronze und&lt;br /&gt;
:2 spiralcylindrische Armringe, mit leichtem edlen Rost, vollständig erhalten, jedoch alle beim Herausnehmen zerbrochen, und vom Burgemeister und Rath der Stadt Teterow geschenkt&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1861&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hifthorn von Teterow&lt;br /&gt;
:Beim Ausmodden eines Sumpfes auf der Feldmark der Stadt Teterow ward ein Hifthorn aus Bronze gefunden, durch den Herrn Inspector Beneke zu Pampow bei Teterow erworben und von diesem dem Vereine zum Geschenke gemacht. Dieses interessante Stück des Alterthums bildet ein Seitenstück zu dem merkwürdigen Hifthorn von Wismar, welches im Jahresbericht III, S. 67 flgd. beschrieben und abgebildet ist; es hat nicht die interessanten Gravirungen des wismarschen Hornes, aber dieselben Verzierungen, und stammt mit diesem ohne Zweifel aus derselben Zeit. Auch hat das teterowsche Horn eine andere Einrichtung, indem es aus Einem Stücke, das wismarsche aber aus drei Stücken besteht und nur zum Beschlage eines natürlichen Hornes gedient hat.&lt;br /&gt;
:Das Horn von Teterow ist aus Bronze aus Einem Stücke gegossen. Es bildet das Mundstück und den mittlern Theil des Ganzen; die Schallmündung ist aus natürlichem Horn oder Metall angesetzt gewesen, wie die Nietlöcher am Ende beweisen. Das Ganze ist etwas gekrümmt, wie das wismarsche Horn, in grader Richtung 12&amp;quot; lang und am weiten Ende 3&amp;quot; im Durchmesser. In Entfernungen von ungefähr 1 1/4&amp;quot; ist es 9 Male durch zwei neben einander stehende, erhabene Reifen in 9 Felder getheilt; die Reifen sind mit eingravirten Schrägelinien verziert. Die Reifenpaare sind an beiden Seiten durch die bekannten, kleinen, mit Stempeln eingeschlagenen Dreiecke begrenzt; diese einer gewissen Zeit der Bronze=Periode eigenthümliche Verzierung ist durchaus charakteristisch, überall gleich und findet sich öfter. Durch diese Verzierungen steht das teterowsche Horn dem wismarschen in der Zeit ohne Zweifel gleich. Hat auch das teterowsche Horn weiter gar keine Verzierungen, so ist es doch im Charakter dem Mundstücke des wismarschen Hornes (abgebildet Lithographie zu Jahresber. III, Fig I.) völlig gleich. Auf dem 7ten Doppelreifen vom Mundstücke und dem 3ten von der Schallöffnung sitzt ein angegossener Ring zur Aufnahme einer Schnur.&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1848&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Scherbenfund in der Schulstraße&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen von Versorgungsleitungen entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks in der Schulstraße Scherben aus der Bronzezeit.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 07.10.2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzezeitliche Siedlung und Gräberfeld am Erlenbruch&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen einer Versorgungstrasse zwischen Erlenbruch und Stadtrandsiedlung stieß Stefan Benesch auf ein bronzezeitliches Gräberfeld mit Scherben und Leichenbrand. In der Nähe Reste von drei bronzezeitlichen Häusern.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 09.11.1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Eisenzeit==&lt;br /&gt;
;Wohnstätten&lt;br /&gt;
:Gefunden 1905&lt;br /&gt;
:In festem Boden, fast 2 m tief, massenweise Scherben, dabei auch Tierknochen und Brandschichten. Genaueres über die Anlage war nicht festzustellen&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Grab am Pudelberg 1905&lt;br /&gt;
:Auf dem Pudelberge in einer flachen, sandigen Kuppe mit Lehmmergelstreifen. Grab, dessen Grund 1,75 m tief rechteckig 2,70 X 2,90 m, eingefasst mit einer Steinnmauer von 0,90 m. Der Grund mit Steinen abgedeckt; auch über der Bestattung kleine Steinabdeckung und Quermauer; Holzspuren weisen auf eine Holzüberdeckung; von den Bestatteten (zwei, N - S) nur Spuren; die Zugehörigkeit der Beigaben nicht genau bestimmbar; anscheinend östliche Leiche: Schwert am Oberkörper, links in der Kopfgegend Glasgefäss und Tonbecher, zu Füssen Bronzeschale mit Buckelrand; zwischen der östlichen und westlichen Leiche in der Kopfgegend Würfel und Spielstein; westliche Leiche: rechts in der Halsgegend Pfeilbündel, zu Füssen Bronzegefäss&lt;br /&gt;
:Schwert: Das prächtige Stück steckt in einer Holzscheide, die mit einem erhabenen Mittelgrate verziert ist. Die Länge der Klinge beträgt 91,5 cm, die Breite oben 5,5, unten 4,5 cm. Die Scheide wird abgeschlossen durch einen halbrunden Silberbeschlag, an dem eine reich gemusterte überfassende Zwinge (Ortband) aus Silber z. T. vergoldet, und mit Niello verziert angebracht ist. Der Griffteil besteht aus einer flachen Griffangel, darüber geschoben eine spitzovale Parierplatte von 10,5 cm Länge. Vom Griff selbst ist leider nichts erhalten, als einige Holzspuren. Als Scheidenbeschlag wird gedient haben ein Stück Silberblech, welches sich der Wölbung der Scheide anpasst, ein silbernes Band, welches wohl den oberen Scheidenabsatz umfasst (Mundstück), und kleine Silberstreifen, vielleicht auch kleine runde Glasscheiben in einen Bronzering gefasst, von denen Bruchstücke erhalten sind.&lt;br /&gt;
:Pfeilspitzen: ein ganzes zusammengerostetes Bündel, mindestens 15 Stück, mit Holzschaft, stark, dreikantig, mit eingezogenen Seiten, 4,5 cm lang,&lt;br /&gt;
:Knochenwürfel: die Zahlen anders verteilt wie heute üblich 1:3, 2:5, 4:6,&lt;br /&gt;
:Spielstein: ein kleiner konischer Spielstein aus Knochen&lt;br /&gt;
:Glasgefäss: Bruchstücke eines Trinkbechers, sehr dünnes, farbloses Glas, belegt mit langgezogenen Glasfäden, welche oben und unten im spitzen Winkel zusammenlaufen und die Spuren der Vergoldung zeigen, der Rand leicht verstärkt, die Mündung etwa 10 cm weit; Reste eines nach aussen geneigten Fusses, Höhe etwa 18 bis 20 cm&lt;br /&gt;
:Bronzekessel: mit flachgewölbtem Boden, scharfer, tiefliegender Bauchkante, eingezogenem Oberteil, nach aussen gebogenem Rande, zwei fast dreieckign Henkelösen, Henkelband mit Strichverzierungen und aufgebogenen Enden. Innere Weite 26,5 cm, Randbreite 1 cm, Höhe 15,5 cm,&lt;br /&gt;
:Bronzene Schale mit gebuckeltem Rande: Wandung leicht nach innen geschweift, runde Standfläche aus nach aussen gebogenen Blechreifen, der Rand ausgebogen und mit von innen getriebenen Buckeln verziert. Innere Weite 26 cm, Randbreite 2 cm, Höhe 11 cm.&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gräberfeld der Germanen in der Niendorfer Furt&lt;br /&gt;
:Bei der Erweiterung eines Gewerbegebietes wurden durch Bodendenkmalpfleger Roland Ducks germanische Urnen mit Durchmessern zwischen 16,5 und 11 cm gefunden.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.10.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Germanischer Siedlungsplatz auf dem Sportplatz des Gymnasiums&lt;br /&gt;
:Bei Erdarbeiten auf dem Sportplatz des Gymnasiums entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks Keramiken und eine Reibplatte - zum Ausmahlen von Getreide.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.07.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Slawenzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6./7. Jahrhundert n.Ch.&lt;br /&gt;
:Slawische Einwanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;vom &#039;&#039;&#039;9. bis zum 12. Jahrhundert&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:existierte auf der heutigen &amp;quot;Burgwallinsel&amp;quot; im Teterower See eine in drei Bauperioden errichtete bedeutenden slawische Burganlage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Burgwall===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zusammenfassung der Grabungsergebnisse (Fundbeschreibung) von 1950 bis 1953:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf eine bestehende offene Siedlung folgten vom Ende des 9. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts drei Burgphasen.&lt;br /&gt;
:Eine 750m lange Brückenanlage verband die Burgwallinsel mit dem Festland.&lt;br /&gt;
:Sie bestand aus senkrechten Pfosten und schrägen Stützen, auf denen vierkantige Träger auflagen.&lt;br /&gt;
:Die Einzeljoche waren durch locker auf die Träger gelegte Unterzüge verbunden, auf denen die Bohlen lagen, die zusätzlich durch Rödeleisen verbunden waren und ein Geländer trugen.&lt;br /&gt;
:Die Brücke, für die ebenfalls drei Bauphasen nachzuweisen waren, traf im Süden vor dem 4m hohen Abschnittswall der 1,2 ha großen Vorburg auf die Insel.&lt;br /&gt;
:Ein zweiter Wall trennte Vor- und Hauptburg von einander. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der auf einer natürlichen Anhöhe gelegenen 0,6 ha großen Burg mit einer Innenfläche von 25 x 50 m ist durch Gruben, Teilen von Hauspflastern, Herdstellen und Backöfen nachgewiesen.&lt;br /&gt;
:Sie zeigte in der Hauptburg dicht Bebauung, in der Vorburg nur entlang der Wälle.&lt;br /&gt;
:Der Wall war in der ersten und zweiten Phase in Kastenbauweise errichtet, während der dritten Phase nur aus einer Palisade mit Planken, die die Vorderfront verstärkten bestand.&lt;br /&gt;
:Während es in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts, also nach der ersten Besiedlungsphase, zu einer Brandzerstörung kam, wurde die Burg schließlich im 12. Jahrhundert friedlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
:Bei den Funden überwiegt wendische Keramik der Menkendorfer Gruppe und Knochen.&lt;br /&gt;
:Keramikfunde der Teterower Gruppe werden dagegen in das 11. und 12. Jahrhundert datiert, bei der der Fundort beim Teterower Burgwall anmengebend für den Typ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Aus Archäologie folgt Korrektur der gängigen Geschichtsschreibung===&lt;br /&gt;
;Zu nachfolgend angeführten Quellen ist der Hinweis erforderlich, das die Mehrheit heute tätiger Historiker die Meinung vertritt, das es sich bei der Teterower Burganlage wohl eher nicht um die in frühen Quellen genannte Burg Othimars handelt und diese mehrheitlich mit der wendischen Burganlage von Behren-Lübchin in Verbindung gebracht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen vor den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514905980.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (2) Rudolf Asmus Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 1928 S.1-5 (&#039;&#039;&#039;Teil 1 ist 1926 in der Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; erschienen!&#039;&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906111.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (3)  Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (3.) Fortsetzung Rudolf Asmus. - In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 2, S.9-11]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906332.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (4.) Schluß Rudolf Asmus In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 3, S.17-19 ]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513452567.pdf Frühgeschichtliches und Vorgeschichtliches vom Teterower See Rudolf Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.354-359]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen während und nach den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Ein vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1950/51&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Landesamt für Denkmalpflege Schwerin (Hg.) &amp;quot;Denkmalpflege in Mecklenburg Jahrbuch 1951/52&amp;quot; S. 198 - 212, Sachsenverlag Dresden o. J.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Slawische Töpferei in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Volksdruckerei Ludwigslust 1964&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Der Holzbau bei den nordwestslawischen Stämmen vom 8. bis 12. Jahrhundert&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow (1950 - 1953) Forschungen auf einer slawischen Burg im See&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Gralow, Klaus-Dieter / Stange, Hartmuth (Hg.) &amp;quot;Ewald Schuldt - Archäologische Expeditionen im eigenen Land (1950 - 1984)&amp;quot; S. 7 - 48, Stock &amp;amp; Stein Verlag Schwerin 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1952/53&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin (Hg.) &amp;quot;Jahrbuch für Bodendenkmalpflege in Mecklenburg 1953&amp;quot; S. 84 - 107, Petermänken-Verlag Schwerin 1955&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow - Ein slawischer Burgwall in Mecklenburg&amp;quot; (Text- und Beilagenband)&lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1963&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1235&lt;br /&gt;
:Teterow ( slaw. &amp;quot;Birkhahnort&amp;quot;) erhält Stadtrecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Hoffmann : &lt;br /&gt;
Die Gründung der Stadt Teterow &lt;br /&gt;
In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 138-139 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit Penzlin ist die Reihe der Werleschen Städte, von denen uns Stiftungsbriefe erhalten sind, abgeschlossen. Man muß sich daher darauf beschränken, die Entstehung der übrigen Städte der Herrschaft Werle aus späteren Zeugnissen aufzuklären und ihr ungefähres Alter zu bestimmen. &lt;br /&gt;
:Teterow ist die Stadt, die uns in dieser Gruppe am frühesten als solche begegnet. &lt;br /&gt;
:Die Stadt liegt zwischen Güstrow und Malchin am Fuße der Heidberge. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1272 wird die Stadt zum erstenmal erwähnt (M.U.B. II, 1261). &lt;br /&gt;
:Anscheinend hat sie jedoch damals schon einige Zeit bestanden. &lt;br /&gt;
:Denn in diesem Jahr wird der Stadt das Dorf Baudorf mit 43 Hufen von Nikolaus von Werle verliehen. &lt;br /&gt;
:Diese Verleihung deutet darauf hin, daß der Stadt ihre bisherigen Besitzungen nicht mehr genügten, und wir können damit zugleich auch schon auf eine gewisse Blüte der Stadt schließen. &lt;br /&gt;
:Ferner erkennen wir auch aus derselben Urkunde des Jahres 1272, daß Teterow bei seiner Gründung durch Nikolaus von Werle Schweriner Stadtrecht verliehen wurde. &lt;br /&gt;
:Denn es heißt in ihr, daß die Ratmänner für sich den Friedensschilling benutzen sollten (Consules etiam suis vsibus pacis denarios usurpabunt). &lt;br /&gt;
:Da dieses Teterower Ratsprivileg genau dem des Schwerin-Güstrower Rechts entspricht, so können wir daraus schließen, daß auch sonst Schweriner Recht in Teterow galt. &lt;br /&gt;
:Ob damals, als die Stadt gegründet wurde, noch andere Siedlungen hier vorhanden waren, wissen wir nicht. &lt;br /&gt;
:Anscheinend ergibt sich aus der slawischen Namensform Teterow, daß hier einst ein slawisches Dorf vorhanden war. &lt;br /&gt;
:Vielleicht war Teterow auch der Name für den wendischen Burgwall, der noch heute auf der Insel im Teterower See erhalten ist. &lt;br /&gt;
:Schmaltz behauptet, daß das Teterower Kirchspiel bereits um 1226 gegründet worden ist (M.J.B. 73, S. 46). &lt;br /&gt;
:Es handelt sich dabei jedoch nur um Vermutungen. &lt;br /&gt;
:Reifferscheid hat die Entstehung der Teterower Kirche nach ihrem Stil erst in die Zeit um 1270 angesetzt (Reifferscheid a. a. O. S. 147 ff ). &lt;br /&gt;
:Die Stadt ist, wie aus dem Stadtplan hervorgeht, eine Gründung aus frischer Wurzel ( Plan der Stadt Teterow &amp;quot;fecit Teterow, 26. 2. 1753, Christian Adolf Reinhard, Senator&amp;quot;, im Besitz der Stadt Teterow ). &lt;br /&gt;
:Bereits Fritz hat auf den Teterower Grundriß als Beispiel eines Kolonial-Stadtplans hingewiesen (Fritz a. a. O. S. 27). &lt;br /&gt;
:Unter den sechs Ratmännern, deren Namen uns im Jahre 1288 genannt werden (M.U.B. III, 1959), ist anscheinend einer ein Slawe gewesen. &lt;br /&gt;
:Von den sechs Ratmännern sind drei als Deutsche anzusprechen, während wir bei den übrigen drei ihre Nationalität an ihrem Namen nicht erkennen können. &lt;br /&gt;
:Nach dieser Ratsherrnliste vom Jahre 1288 scheint die Zusammensetzung der frühesten Teterower Bevölkerung überwiegend deutscher Herkunft gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1250&lt;br /&gt;
:Teterow entstand in der Nähe einer einstigen wendischen Burganlage im Teterower See.&lt;br /&gt;
:Es ist unbekannt wann Teterow genau entstanden ist. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1272.&lt;br /&gt;
:Da der Baubeginn der Stadtkirche bauhistorisch auf die Zeit um 1280 gelegt werden kann, ist davon auszugehen, dass die Verleihung der Stadtrechte um 1250 erfolgten.&lt;br /&gt;
:Als offizielles Gründungsjahr wird jedoch seit dem 18. Jh. 1235 benannt. Dies entbehrt jedoch jeglichen Beweises und basiert lediglich darauf, dass Malchin nachweislich 1236 die Stadtrechte verliehen bekommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1272&lt;br /&gt;
:erste urkundliche Erwähnung Teterows &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;14.Jh.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde (wohl zur Zeit seiner größten Bedeutung) befestigt und erhielt seine schönen gotischen Stadttore. &lt;br /&gt;
:Fertigstellung der Stadtkirche St. Peter und Paul&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1316 &lt;br /&gt;
:Teterow kommt an die Herrschaft Werle-Parchim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1374 &lt;br /&gt;
:an die Herrschaft Werle-Güstrow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1436 &lt;br /&gt;
:Die Stadt kommt an das Haus Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reformation und Nachreformationszeit in Teterow (1517 bis 1648)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1540&lt;br /&gt;
:Beginn der Reformation in Teterow&lt;br /&gt;
:Entsprechend des Vermögens der Teterower Kirche verlief die Reformation nicht ohne Wiederstände, die Kalandsbrüderschaft mußte sogar aufgelöst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hexenprozesse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632&lt;br /&gt;
:erster großer Stadtbrand vernichtet ein Viertel aller Fachwerkhäuser, was den allgemeinen Niedergang Teterows beschleunigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1650&lt;br /&gt;
:Die Stadt hat nach dem 30-jährigen Krieg nur noch rund 300 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1680&lt;br /&gt;
:Pastor Felix Fiedler stiftet den Ertrag aus der Verpachtung von Äckern und Gärten zur Unterstützung armer Schulkinder (heutiger Schulkamp)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:G.S.C. Kirchhoff - Entdecker des Stärkezuckers - wird in Teterow geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur Reichseinigung (bis 1871) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:Edikt zur Aufhebung der Leibeigenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1836&lt;br /&gt;
:Teterow bekommt eine hölzerne Quellwasserleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1848&lt;br /&gt;
:Johann Heinrich von Thünen wird erster Ehrenbürger von Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1850&lt;br /&gt;
:Große Cholera-Epidemie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Die Stadt bekommt eine Telegraphenverbindung zu den Nachbarstädten Güstrow und Malchin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Auflösung der Zünfte und Gewerbefreiheit in ganz Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1918 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Dr. jur. Franz von Pentz wird Bürgermeister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1881&lt;br /&gt;
:Hermann Carl Friedrich Pogge wird zweiter Ehrenbürger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1894&lt;br /&gt;
:William Mantle, geborener Engländer und Gaswerksdirektor wird dritter Ehrenbürger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Einweihung des Rathauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Einweihung des Hechtbrunnens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1945 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1927&lt;br /&gt;
:Errichtung des Ehrenmals in den Heidbergen&lt;br /&gt;
:Bau des Wendenkruges auf der Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1929&lt;br /&gt;
:Mit der Einrichtung der Kurbelfähre ist die Burgwallinsel ständig erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Mit dem ersten Rennen wird der Bergring in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==SBZ und DDR bis 1990 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1950-1953&lt;br /&gt;
:Tiefgründige Untersuchung der Burgwallinsel im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungskampagnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;17.06.1953&lt;br /&gt;
:während des Volksaufstandes in der DDR kommt es auch in Teterow zu Demonstrationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1977&lt;br /&gt;
:Inbetriebnahme der neuen Seilzugfähre zur Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1981&lt;br /&gt;
:Hochwasser in Teterow  nach sintflutartigen Regenfällen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:Gründung des Heimatbundes - erste Vereinsgründung nach der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
:Die Verwaltung der Stadt zieht wieder in das Rathaus ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==die heutige Zeit in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001&lt;br /&gt;
:Die Barkasse &amp;quot;Regulus&amp;quot; unternimmt nach Versenkung 1945, Hebung mehr als 50 Jahre danach und anschließender Restaurierung, ihre erste Fahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Arena am Kellerholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Religionsgemeinschaften in Teterow==&lt;br /&gt;
:Die Gründung und Entwicklung der Stadt Teterow ist eng verbunden mit dem Wirken der römisch-katholischen Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Das zeigt das heute noch das Stadtbild dominierende Gebäude der St. Peter und Pauls Kirche an zentraler Stelle der neu gegründeten Stadt.&lt;br /&gt;
:Im Teterower Stadtbuch von 1665 - 1777 findet sich ein Hinweis, dass es in Teterow mehrere Kirchen und Kapellen sowie ein Filialkloster gegeben hat, die aber alle nach der Reformation verschwunden sind. Ihre genaue Lokalisierung ist heute kaum noch nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wird in Mecklenburg, zuerst in den größeren Städten, nach der Lehre Luthers gepredigt. Etwa 1530 wird auch in Teterow erstmalig lutherischer Gottesdienst abgehalten.&lt;br /&gt;
:1541 wird in Teterow Joachim Mesekow als festangestellter evangelischer Prediger genannt. Auf dem Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg wurde am 20. Juni 1549 offiziell die Einführung der Reformation in Mecklenburg verkündet. Das Datum gilt als Geburtstag der evangelischen Landeskirche. Die römisch-katholische wurde vollständig zurückgedrängt und spielte auch in Teterow über Jahrhunderte keine Rolle mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde===&lt;br /&gt;
:Zum Ende des 19. Jahrhunderts zeigt der Chronist der evangelischen St. Peter und Pauls Kirchengemeinde folgendes Bild auf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Zahl der Gemeindeglieder betrug nach der Zählung vom Dezember 1890: 7005 - nämlich 4781 Erwachsene, 2224 Kinder.&lt;br /&gt;
:Die Gesamtzahl der Einwohner des mit der Kirchengemeinde identischen Standesamtsbezirks Teterow betrug 7287, als waren 282 Personen nicht lutherischer Konfession, nämlich in der Stadt Teterow 74 Juden, 150 Katholiken und 1 Reformierter, außerdem 57 nicht lutherischer, wohl meistens katholischer Einwohner auf dem Lande.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Zur Kirchengemeinde Teterow gehörten Groß Roge, Klein Roge, Mieckow, Pampow, Groß Köthel, Klein Köthel und Grambzow.&lt;br /&gt;
:Als Schulaufsicht in den öffentlichen Schulen fungierten die beiden Pastoren des Pfarrbereiches.&lt;br /&gt;
:In Teterow waren das die lateinlose Realschule II. Ordnung mit 8 Lehrern und ca. 150 Schülern und die Bürger- und Volksschule mit 18 Lehrern und ca. 1050 Schülern, in Groß Roge die 2-klassige Domanialschule, in Groß Köthel die ritterschaftliche Schule im Verbund mit Klein Köthel und Grambzow, in Pampow eine ritterschaftliche Schule.&lt;br /&gt;
:Die Kinder aus Mieckow gingen nach Appelhagen, das zur Kirchgemeinde Thürkow gehörte. Die 1892 eingerichtete Gemeindepflege wurde von den Diakonissen verwaltet und der Dirigent des tödtischen Armenkollegiums war einer der beiden Pastoren.&lt;br /&gt;
:Zum Gemeindeleben gehörten auch die Anstalten der Inneren Mission und die geistlichen Vereine. Dazu zählten die Herberge zur Heimat in der Malchiner Straße seit1887, der 1899 gegründete christliche Männer- und Jünglingsverein, der Posaunenchor und seit 1900 der hiesige Lehrlings-Verein.&lt;br /&gt;
:Die im eigenen Haus auf dem Schulkamp 1888 gegründete Kleinkinderschule wurde von einer Diakonisse aus dem Stift Bethlehem geleitet.&lt;br /&gt;
:Im ebenfalls 1888 gegründeten Krankenhaus waren drei Diakonissen als Krankenschwestern tätig.&lt;br /&gt;
:In allen Einrichtungen und Vereinen waren die Pastoren in den Vorständen bzw. in der Leitung vertreten.&lt;br /&gt;
:Am 4. Dezember 1902 nahm der Landtag in Malchin die Verordnung betreffs die öffentliche Religionsausübung der reformierten und der römisch-katholischen Kirche in beiden Ständen an.&lt;br /&gt;
:Es wurde jedoch zur Bedingung gemacht, dass den Ständen eine landesherrliche Zusicherung erteilt werde, dass die Niederlassung von katholischen Orden und die Zulassung von Kongregationen und anderen Religionsgemeinschaften nur mit Zustimmung der Stände genehmigt werde, während von der Ritterschaft nur eine entsprechende Bitte an den Landesherren beschlossen wurde. (Teterower Nachrichten vom 6. Dezember 1902)&lt;br /&gt;
:Die protestantische Kirchengemeinde blieb weiterhin die größte und bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Stadt und spielte im gesellschaftlichen Leben eine herausragende Rolle, wie etwa bei der Weihe des neuen Friedhofs am 25. November 1908 oder der Einweihung des neuen Rathauses am 20. November 1910.&lt;br /&gt;
:Der Beginn und Verlauf des 1. Weltkrieges brachte auch für das Leben in der Kirchengemeinde enorme Belastungen. Zu Beginn der Mobilmachung kam es zu vermehrten Taufen und Kriegshochzeiten.&lt;br /&gt;
:Am 11 August 1914 fand im Rathaus eine Zusammenkunft statt, in der man über Möglichkeiten der Unterstützung der Kriegerangehörigen in Teterow beriet. Nach einem Plan, der von Pastor Schumacher nach Beratung mit dem Bürgermeister ausgearbeitet worden war, wurde in der Stadt die Kriegshilfstätigkeit organisiert.&lt;br /&gt;
:Im November 1914 kamen die ersten verwundeten Soldaten in das neu eingerichtete Lazarett. Durchschnittlich 50 Verwundete erhielten hier ihre ärztliche Behandlung und hilfreiche Betreuung durch Mitglieder der Kirchengemeinde. Am 7. März 1919 wurden mit einer kleinen Abschiedsfeier die letzten Patienten in ihre Heimatorte entlassen.&lt;br /&gt;
:Am 14. November 1914 trafen in der Stadt etwa 500 ostpreußische Flüchtlinge ein, die wegen des Einmarsches russischer Truppen ihre Heimat verlassen mussten. Sie wurden zum Teil von Familien in ihren Wohnungen aufgenommen, zum Teil aber auch in Gaststätten und Herbergen untergebracht. Sie wurden von der Kirchengemeinde aufgenommen, erhielten aber auch Seelsorge von einem ostpreußischen Pastor, der von Schwerin aus seine Landsleute betreute. Viele der Flüchtlinge waren nur dürftig gekleidet und ohne persönliche Habe geflohen. Für sie wurde eine Kleidersammlung organisiert. Im Frühjahr 1915, die letzten Mitte April, kehrten die Flüchtlinge in ihre Heimat zurück.&lt;br /&gt;
:Zu Pfingsten 1917 mussten die Zinnpfeifen der Orgel der Kriegswirtschaft zugeführt werden und am 28. Juni 1917 musste die größte der Kirchenglocken den Weg in den Schmelzofen nehmen.&lt;br /&gt;
:Im Winter 1917 wurde die Krippe als Stiftung des Fabrikbesitzers Müller begründet. Am 14. Juni 1918 wurde sie eröffnet. Zwei Diakonissen vom Stift Bethlehem übernahmen die Leitung und Betreuung der Einrichtung. Im Vorstand des Krippenvereins war Pastor Schumacher vertreten.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende und die Abschaffung der Monarchie bracht große Umwälzungen auch im Zusammenleben der Kommune mit sich. Der entthronte Großherzog war nicht mehr Oberbischof der Landeskirche.&lt;br /&gt;
:In der Kirchenchronik heißt es, dass im Januar 1919 in öffentlichen Zusammenkünften in der Stadt die Frage der Trennung von Kirche und Staat diskutiert wurde und dies in der neuen Landesverfassung festgeschrieben werden sollte.&lt;br /&gt;
:Am 11. August 1919 trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Sie brachte die Ablösung des landesherrlichen Kirchenregiments und schuf eine grundlegende Neuordnung des Verhältnisses des Staates zu den Kirchen (Art. 136 ff.). Da den Landeskirchen das volle Selbstbestimmungsrecht zugesprochen war, machte, es sich erforderlich, möglichst schnell eine Kirchenverfassung zu schaffen. In Mecklenburg-Strelitz wurde am 20. Juni 1920 durch den verfassunggebenden Kirchentag eine Kirchenverfassung beschlossen, in Mecklenburg-Schwerin erfolgte das am 12. Mai 1921. Am 23. November 1919, dem Ewigkeitssonntag, fand eine größere Gedächtnisfeier für die Gefallenen in der Kirche statt. Im Adventsbericht des Jahres 1919 ist vermerkt: &amp;quot;Im Kampf fürs Vaterland sind im Verlauf des Krieges im ganzen , soweit bekannt, gefallen: 224, ungerechnet die Vermißten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Dezember 1920 fand die erste Beratung betreffs Errichtung einer Kriegergedenktafel in der Kirche statt und am 22. November 1922 erfolgte die Einweihung der von Teterower Handwerkern geschaffenen Gedenktafel in der St. Peter und Pauls-Kirche.&lt;br /&gt;
:Am 7. Oktober 1923 wurde in Mecklenburg eine Gedenkfeieranlässlich des 400jährigen Bestehens des evangelischen Kirchenliedes durchgeführt. Im übrigen Deutschland waren diese Feiern wegen der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse abgesagt worden. Mecklenburg feierte demnach allein.&lt;br /&gt;
:Am 10. Mai 1924 fand eine erste Beratung über die Beschaffung neuer Glocken für die Kirche im Kirchgemeinderat statt.&lt;br /&gt;
:Am 8. Juni , dem 1. Pfingstfeiertag des gleichen Jahres, wurde das neue Geläut feierlich von Pastor Schumacher geweiht und die Glocken erklangen zum ersten Mal. Die Beschaffung der Glocken, die in Torgau gegossen worden waren, wurde durch Spenden ermöglicht. Die Liste der Spender ist lang.&lt;br /&gt;
:Im Oktober 1932 übernimmt Probst Schumacher die Seelsorge für die Bewohner des Altersheimes des Amtes Malchin in der Wilhelmstrasse ((heute Niels-Stensen-Straße).&lt;br /&gt;
:Die Wahl des Kirchgemeinderates am 23. Juli 1933 brachte große Veränderungen in der Kirchgemeinde. Dazu heißt es in der Chronik: &amp;quot;Es waren 2 Listen eingereicht, die eine von &amp;quot;Evangelium und Kirche&amp;quot;, die andere von den &amp;quot;deutschen Christen&amp;quot;, nachdem eine zuvor versuchte Einigung nicht zustande gekommen war. Die erste Liste erhielt 3 Sitze, die zweite 9. Die feierliche Einführung des Kirchgemeinderates durch Pastor Romberg fand im Hauptgottesdienst des 8. p. Trin.am 6. August statt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im November 1933 wurde Pastor Plahs in sein Amt eingeführt. Er war Vertreter der Deutschen Christen und Nationalsozialist. Am 1. April 1934 übernahm er den Vorsitz im Gemeindekirchenrat.&lt;br /&gt;
:Zum Gottesdienst am 1. Mai 1934 hatte er an Stelle des Lesepultes in der Kirche ein Hitlerbild angebracht, unter dem ein Treuespruch für Hitler stand. Das Hitlerbild verdeckte das Christusbild auf dem Altar für den Mittelgang.&lt;br /&gt;
:Die Deutschen Christen wollten den Nazismus und Faschismus im Christentum durch Erneuerung ihrer Kirche verkörpern. Der Naziideologie folgend, lehnten fanatische Pastoren das alte Testament als jüdisches Glaubensbekenntnis ab, und es wurde offen in der Kirche faschistisches Gedankengut gepredigt.&lt;br /&gt;
:Es kristallisierte sich aber in den Jahren heraus, dass der Staat das Christentum von Grund auf abzulehnen begann.&lt;br /&gt;
:In der Folge kam es zu wachsenden Unstimmigkeiten zwischen den Bekenntnischristen und den deutschen Christen. Von allen Seiten wurde massiv Druck auf die zu Pastor Romberg stehenden Gemeindeglieder ausgeübt. Die Stadtverwaltung, Polizeibehörden, die Gestapo und nicht zuletzt der Oberkirchenrat versuchten, die standhaften Gemeindeglieder und den Pastor einzuschüchtern.&lt;br /&gt;
:Pastor Romberg wurde verhaftet, nach Güstrow in Untersuchungshaft gebracht, es wurden Hausdurchsuchungen vorgenommen und persönliche Dinge beschlagnahmt.&lt;br /&gt;
:Auch die Pastoren, die für Pastor Plahs nachfolgend eingesetzt wurden, versuchten die Bekenntnischristen durch massiven Druck zum Aufgeben zu zwingen.&lt;br /&gt;
:Höhepunkt der Schikanen war, dass Pastor Romberg 7 Jahre und 3 Monate die Kirche nicht betreten durfte und bei Beerdigungen verstorbener Bekenntnischristen die Glocken nicht geläutet werden durften.&lt;br /&gt;
:Jahrelang erhielt Pastor Romberg kein Gehalt. Erst auf dem Klageweg musste ihm das Gehalt von 1935 bis 1940 ausgezahlt werden.&lt;br /&gt;
:Mehrmals sollte Pastor Romberg strafversetzt werden. Er und die Gemeinde wehrten sich stets dagegen, so dass er in Teterow blieb.&lt;br /&gt;
:Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Bibelstunden, Chorproben und Auftritte und andere Veranstaltungen konnten nur im Pfarrhaus, meist unter Anwesenheit der Polizei oder Gestapo stattfinden. Häufig wurden Verbote ausgesprochen.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1942 wurden die gottesdienstlichen Räume im Pfarrhaus vom Bürgermeister beschlagnahmt und Rostocker Bürger, die nach den schweren Luftangriffen ausgebombt waren, eingewiesen. Pastor Romberg hat darauf dem Gemeindekirchenrat mitgeteilt, dass er ab sofort seine Gottesdienste wieder in der Kirche halten werde. Ab dem 14. Juni 1942 beginnt sich das Gemeindeleben zu normalisieren und allmählich wächst die Gemeinde wieder zusammen.&lt;br /&gt;
:Bis zum Zusammenbruch des faschistischen Regimes musste Pastor Romberg aber mit seiner Bekenntnischristen-Gemeinde immer wieder Behinderungen, Erpressungs- und Verleumdungsversuche durch die Deutschen Christen und Versetzungsversuche in andere Orte abwehren. Teterow war im Land Mecklenburg zu einer der standhaftesten Bekenntnischristen-Gemeinden geworden.&lt;br /&gt;
:1945 schreibt die Gattin des Pastors Romberg in der Kirchenchronik: &amp;quot;Erschütterndes Flüchtlingselend! Alle Straßen und Plätze stehen voller Trecks. Hunderte suchen im Pfarrhaus Rat u. Hilfe. Die Zeit und die Angst lähmt. Aber die Arbeit geht weiter. Bibelstunden und Singeabende werden regelmäßig gehalten. Auch der Kirchenchor übt zu Karfreitag und Ostern. Der Kirchenbesuch steigt, die Angst treibt die Menschen doch zu Gott. Judika waren es ca. 250 Mensch in der Kirche.&lt;br /&gt;
:Eingesegnet sind Palmarum 29 Kinder von Pastor Reinwald, 18 Kinder von Pastor Romberg. Am 1. Ostertag waren über 500 Menschen in der Kirche, 21 Taufen. 2. Ostertag Pastor Reinwald. Die Feinde kommen immer näher.&lt;br /&gt;
:Am 1. Mai erwarten wir die Beschießung von Teterow, denn die Stadt soll bis zum Äußersten verteidigt werden. Am 30 April mittags Tieffliegerangriff, der 15 Todesopfer forderte. In er Nacht vom 30.4. auf 1.5. wurde Teterow eingenommen.&lt;br /&gt;
:Wie die Russen beim Einmarsch hausten, ist zur genüge bekannt. Es war hier auch nicht anders. 450 Menschen, später stieg die Zahl auf 600, also 5 % der Bevölkerung, hatte sich das Leben genommen, besonders junge Frauen und Mädchen. In den ersten Wochen rissen die Beerdigungen nicht ab. 150 - 200 Menschen wurden in 2 langen Massengräbern beigesetzt.&lt;br /&gt;
:Am 13. Mai konnte wieder Gottesdienst gehalten werden. Pastor Romberg sprach über das Wort: So demütigt euch unter der gewaltigen Hand Gottes. Am 27. Juni in dem schwer heimgesuchten Kl. Roge Gottesdienst im Freien. Vieh und Lebensmittel werden weggeschleppt oder zerstört. Die Ruhr bricht aus. Bald Hungertyphus. ... Säuglingssterblichkeit ungeheuer, jede Woche sterben 6 - 10. Die Glocken hören kaum auf zu läuten. Teterow ist Quarantänegebiet. Im Oktober laufen die Beerdigungen von morgens bis abends ohne Unterbrechungen. Im November scheint die Krankheit nachzulassen. In allen Schulen sind Typhuslazarette. Im Oktober begann in Noträumen der Unterricht wieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Am 7. Januar 1947 wurde Pastor Bernhard Romberg unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und auch der Stadtverwaltung auf dem Teterower Friedhof bestattet. Er wurde nur 51 Jahre alt. Am 2. September 1927 hatte er seinen Dienst in Teterow begonnen. Als standhafter bekennender Christ hat er als Gegner des Nationalsozialismus seine Gemeinde durch schwierige Zeiten geführt.&lt;br /&gt;
:In den Zeiten der Not versuchte die Kirchengemeinde, Kranken und Bedürftigen in der Stadt zu helfen. In der Pfarrhausküche wurde gekocht und Essen ausgegeben. 1948 konnten vom kirchlichen Hilfswerk bereitgestellte Lebensmittel an Tbc-Kranke ausgegeben werden. Im August wurden vom Hauptbüro des Hilfswerkes für 70 evakuierte Sachsenkinder Lebensmittel bereitgestellt. Des weiteren wurde in der Pfarre I eine Kinderspeisung für 57 unterernährte und Tbc-gefährdete Kinder durchgeführt. Dabei erhielt die Gemeinde von der Stadtverwaltung durch Bereitstellung von Feuerungsmaterial Unterstützung. Diese Speisungen wurden bis in das Jahr 1950 fortgesetzt. Die hierfür benötigten Produkte wurden zu großen Teil durch Spenden, auch aus den Dörfern des Kirchspiels bereitgestellt. Auch von der Teterower katholischen Kirchengemeinde kamen Lebensmittelspenden.&lt;br /&gt;
:1948 kam, gerade aus Kriegsgefangenschaft entlassen, Pastor Abshagen nach Teterow. Er organisierte den Aufbau der Jungen Gemeinde in Teterow, wo sich die Teterower Kinder und Jugendlichen in 14 - 16 Kreisen wöchentlich trafen, gemeinsam biblische Themen besprachen, spielten, Ausflüge unternahmen oder auch mit dem gemeindeeigenen Boot auf den See hinaus fuhren. Die Junge Gemeinde hatte für das Leben in der Kirchengemeinde eine große Bedeutung. 1954 wurde in den Schulen für die Jugendweihe geworben. Ein Jahr darauf nehmen in der DDR 4 % der Konfirmanden an der Jugendweihe teil.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1954 predigt in der Teterower Kirche der Pastor der bayrischen Patenkirche. 1966 verlässt die Gemeindeschwester Martha Stiegler infolge ihres hohen Alters nach über 40 Jahren Stadt und Gemeinde. Sie war eine allseits bekannte und beliebte Persönlichkeit. 1967 wird in der Kirche eine Jubiläumsreihe zur Reformation zu folgenden Themen gehalten: Reformation in Mecklenburg, Luther und Müntzer im Bauernkrieg, Vortrag über die schwedische Kirche, Luthers Lebenslauf, Einfluss der Reformation auf die deutsche Kultur. Am 20.06.1976 wurde Propst Abshagen nach 28 Dienstjahren in Teterow in den Ruhestand verabschiedet. Er verzog Anfang 1977 mit seiner Frau nach Rostock, wo er im Mai 1978 verstarb. Am 13. August 1978 wurde Pastor Dr. Martin Kuske in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Eine statistische Aufzählung in der Chronik zeigt auf, dass von 1965 bis 1982 die Zahl der Gottesdienstbesuche, Taufen, Konfirmationen, Trauungen und kirchliche Beerdigungen kontinuierlich zurück gegangen ist. Im Gegensatz dazu nehmen im gleichen Zeitraum die Zahl der Kollekten, Spenden und Opfer stark zu waren es 1965 ca. 10.000 M. kamen 1982 ca. 26.000 M. zusammen. In den Jahren von 1979 bis 1982 erfolgten umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten und Um- und Ausbauten an der Kirch und den Pfarrhäusern. &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1981 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den evangelischen Kirchen und der Staatsführung um die Friedensfrage. In Teterow haben Jugendliche aus der Jungen Gemeinde die Initiative verschiedener junger Christen unterstützt, einen Wehrersatzdienst im sozialen Bereich durchzuführen. Die betreffenden Jugendlichen wurden in der EOS (Erweiterte Oberschule) zur Verantwortung gezogen. Es kam zu harten Gesprächen. Von der Schule wurde aber niemand verwiesen, aber einige dieser Jugendlichen kamen seitdem nicht mehr zu Jungen Gemeinde. Pastor Kuske schreibt in der Chronik: &amp;quot;Von der Kirche wird erwartet, dass sie sich voll und ganz hinter die Friedenspolitik der DDR, zu der eine starke Armee gehört, stellt. Wir können das aber nur in solidarischer Kritik oder kritischer Solidarität. Wir meinen, dass wir vom Evangelium her ein eigenes Wort mitzubringen haben und werden das auch in Zukunft tun.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1984 kommt es zu Besuchen und Gegenbesuchen mit der Partnergemeinde Gräfelfing. Die Partnergemeinde spendet 20.000 Dachsteine für das Kirchendach. Mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützung der Dachdeckerfirma Wille konnte damit das Süddach des Langhauses eingedeckt werden. 1989 wird dann, ebenfalls mit gespendeten Dachsteinen aus der Partnergemeinde, das Norddach mit freiwilligen Helfern und der Firma Wille erneuert.&lt;br /&gt;
:Am 6. März 1987 wurde zum 100jährigen Geburtstag der Weltgebetstagsbewegung ein Festgottesdienst durchgeführt. Dazu eingeladen sind auch katholische und evangelisch-freikirchliche Gemeindeglieder. Am 19. Oktober 1989 findet das 1. Friedensgebet mit über 500 Leuten in der Kirche statt, weitere folgen am 2. und 9. November. Am 18. Januar 1990 findet ein Friedensgebet gegen die Kampfhandlungen am Golf statt. Mitarbeiter der Kirchengemeinde führten seit März 1990 Gespräche in Schulklassen und mit Lehrern, um Misstrauen und Vorurteile gegen die Einführung eines Religionsunterrichts zu entkräften.&lt;br /&gt;
:Am 6. Januar 1991 wurde mit einem Gottesdienst die Sozialstation Teterow feierlich eröffnet. Neun Gemeindeschwestern sind seither in der Stadt Teterow und den politischen Gemeinden Alt Sührkow, Gottin, Dalkendorf, Groß Roge und Groß Wokern tätig. Sie sind von der Kirche angestellt. Am 1. Juni beendet Pastor Christian Burchhard seinen Dienst, den er im November 1985 begonnen hatte.&lt;br /&gt;
:Am 24. Dezember 1990 erklangen die ersten Register der neuen Orgel. Die Finanzierung des Orgelbaues gestaltete sich, auch wegen der Währungsunion, sehr schwierig. Am 1. September 1991 kann die neue Orgel eingeweiht werden. Das Gewölbe über der Orgel wurde renoviert. 1991 wird das Pfarrhaus, Schulstraße 2 saniert. Im Oktober d. J. wird mit der Ausmalung des 2. Gewölbes im Kirchenschiff begonnen und zu Ostern 1992 fertiggestellt. Am 16. Mai 1993 wird Pastor Burkhardt Ebel in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1993 nahmen 37 Gemeindeglieder aus Teterow und Hohen Mistorf am Kirchentag in München teil und gestalteten einen viel beachteten Ausstellungsstand mit Fotos, Zeichnungen und Dokumentationen über das kirchliche Leben in einer mecklenburgischen Kleinstadt und einer Landgemeinde. Dabei war der Höhepunkt der Besuch des Bundespräsidenten von Weizsäcker am Stand. Am 23. Februar findet die Auftaktveranstaltung zum Jahr der Familie in der katholischen Kirche statt, auf der die Pastoren Kuske und Ebel eine Dialogpredigt halten. Am 24. Mai 1994 hielt Pastor Martin Kuske den letzten Gottesdienst in der Gemeinde. Er war von der Kirchenleitung der Landesbehörde zum Landespastor für Diakonie berufen worden. Am 9. Februar 1995 schied er durch eigene Hand aus dem Leben.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wird die Restaurierung der Altarfiguren abgeschlossen und der Altar wieder vervollständigt. Im Jahr 1994 entschied die Kirchenleitung, dass in den kleinen Städten wie Teterow nur noch eine Pfarrstelle besetzt wird. Am 25. Mai 1995 wird der erste gemeinsame Gottesdienst mit der Gemeinde Hohen Mistorf (Pastorin Gudrun Schmiedeberg) auf dem Silberberg im Ortsteil Teschow durchgeführt. Am 7. Januar 1996 findet der erste ökumenische Gottesdienst zur Allianzgebetswoche in den Räumen der evangelischen Freikirche statt.&lt;br /&gt;
:Iwan Rebroff (Hans Rolf Rippert), der einige Kinderjahre in der Nachkriegszeit in Teterow verlebte und damals auch im Kirchenchor bei Frau Vichel gesungen hatte, ab am 6. August 1997 ein Konzert in der Kirche. Seine Mutter war 1948 Mitglied des Gemeindekirchenrates und für die Spendensammlungen verantwortlich. Der erste ökumenische Gemeinderat findet am 4. September 1997 statt. Die Gemeinderäte der katholischen Gemeinde, der Freikirchlichen Gemeinde und der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde treffen sich. Dem ersten kennenlernen folgt eine Beratung über gemeinsame Projekte. In den Tagen vom 9. bis 19. November 1997 wurden Andachten zur ökumenischen Friedensdekade im Wechsel der drei Gemeinden der Stadt gehalten. Zum Abschluss wurde am Buß- und Bettag ein ökumenischer Bittgottesdienst für Frieden in der Welt in der katholischen Petruskirche gefeiert.&lt;br /&gt;
:Im Rathaussaal wird am 29. Januar 1998 der Förderkreis St. Peter-Paul´s Kirche gegründet. Zum 1. März 1998 erfolgte eine kirchliche Umgemeindung der Ortschaften, Niendorf und Pampow wechselten nach Hohen Mistorf, Grambzow und Groß Köthel nach Bülow und Appelhagen nach Thürkow / Warnkenhagen. Zum Erntedankfest am 1. Oktober 1998 kann nach der Ausmalung des 3. Gewölbejoches die Kirche wieder benutzt werden. Die Arbeiten sind vor allem aus Spendenmitteln finanziert worden. Im Jahr 2000 werden die Renovierungsarbeiten an der Kirche mit der Neueindeckung der drei Norddächer fortgesetzt.&lt;br /&gt;
:Über der Tafel der Gefallenen des I. Weltkrieges wird am 29. Oktober 2000 ein Gedenkkreuz für die Opfer des II. Weltkrieges montiert. Im Januar 2001 wird mit einem Festgottesdienst das 10jährige Bestehen der Diakoniesozialstation gefeiert. Am 11. Oktober 2001 weilt auf Einladung der Chor der jüdischen Gemeinde Schwerin in Teterow. Nach einem Forum im Rathaussaal findet anschießend ein jüdisches Chorkonzert in der Kirche statt. Zum Hechtfest 2002 gestaltet die Gemeinde gemeinsam mit der katholischen und der freikirchlichen Gemeinde eine gemeinsamen Wagen und nimmt am Umzug teil. Motto des Wagens: &amp;quot;Alle in einem Boot.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Von Januar bis April 2003 finden regelmäßig Friedensgebete gegen den Krieg statt, und es wird eine entsprechende Petition verfasst. Am 15. Februar nehmen Gemeindemitglieder zusammen mit anderen Kriegsgegnern aus der Stadt an der großen Anti-Kriegsdemonstration in Berlin teil. Im November 2003 wird das Organisten- und Küsterhaus am Kirchplatz nachjahrelangem Leerstand verkauft. Im August 2004 wird der Bauabschnitt an der Südseite der Kirche begonnen.&lt;br /&gt;
:Am 8. Mai 2005 war eingeladen zu einem Gedenkgottesdienst anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren. Beteiligt hatten sich die Gemeinden Hohen Mistorf und die Freikirchliche Gemeinde. Durch kurze Zeitzeugenberichte wurde der Gottesdienst lebendig und für die jungen Kirchenbesucher anschaulich. Am 6. August 2005 beteiligte sich die Gemeinde an der Aktion &amp;quot;Teterow offen&amp;quot;, ebenso auch am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2005 unter Mitwirkung des Fördervereins. Im Jahr 2006 wurde mit dem Abschluss der Außensanierung der 2. Bauabschnitt beendet. Im Chorraum wurden neue Buntglasfenster nachgestaltet, ein Toiletteneinbau erfolgte am Südeingang, und mit der Turmsanierung wurde der 3. Bauabschnitt begonnen.&lt;br /&gt;
:Im August 2006 fanden die 54. Internationalen Orgeltage das erste mal in Mecklenburg statt. Die 1. Station war die Orgel in der Kirche. 290 Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern nahmen daran teil. Im Oktober 2006 war ein ökumenischer Gesprächskreis in Rom. Pfarrer sturm von der katholischen Gemeinde Teterow hatte die Führung der Gruppe übernommen. Am 17. November 2006 wurde im Rathaus die Turmkugel geöffnet und der Inhalt in Vitrinen der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 10 Dezember wurde die neue Kugel mit dem bisherigen Inhalt und aktuellen Dokumenten gefüllt und versiegelt.&lt;br /&gt;
:Am Tag des offenen Denkmals 2007 informierte der Architekt Günther Maaß die interessierten Besucher über die bisherigen Sanierungsarbeiten und noch anstehende Aufgaben. Anschließend gab Diplomrestaurator Detlef Krohn einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Gewölbemalerei und informierte über den Stand der Restaurierungsarbeiten. Ein besonderer Höhepunkt ist seit Jahren in der Stadt der ökumenisch gestaltete Martinstag. 2007 wurde das Martinsspiel von der katholischen Gemeinde gestaltet.&lt;br /&gt;
:Denkwürdig war auch der Rathaustag 2008 mit allen Religionsgemeinschaften vor Ort zu der Thematik &amp;quot;Werte in der Gesellschaft&amp;quot;. Am 19. April 2008 führte die Gemeinde gemeinsam mit dem Heimatbund Teterow eine Exkursion nach Crivitz durch. Anlass war das Marienretabel, das 1959 an die Kirchengemeinde Crivitz ausgeliehen wurde und seitdem dort auf dem Altar angebracht ist. Im September 2008 begannen die Arbeiten am Fußboden und an den Bankheizungen der Kirche. Im Oktober 2008 besuchte eine Gemeindegruppe Gräfelfing, um das 30. Jubiläum der Gemeindepartnerschaft am 1. November 2008 mit den Gräfelfingern zu begehen. Am 22. November 2008 gab es eine ökumenische Feierstunde auf dem Friedhof, der vor 100 Jahren geweiht wurde. Beteiligt waren auch die katholische und die evangelisch-freikirchliche Gemeinde sowie die Freie Christengemeinde.&lt;br /&gt;
:Im Dezember 2008 konnte der 1. Abschnitt der Restaurierung der Gewölbemalerei im Chorraum abgeschlossen werden. Mit der Fortsetzung der Arbeiten im Jahr 2009 wird der 2. Abschnitt fertiggestellt. Am 18. Januar 2009 verließ Pastor Ebel die Kirchengemeinde Teterow, um seinen Dienst an der Schelfkirche in Schwerin zu verrichten. Nach dem Auszug des Pastors wird mit der grundlegenden Sanierung des Pfarrhauses in der Schulstraße begonnen. Bauschäden, die durch unsachgemäß ausgeführte Bauarbeiten entstanden sind, mussten beseitigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der städtische St. Georg-Friedhof===&lt;br /&gt;
Am 20 November 1927, dem Ewigkeitssonntag, wurde auf dem Friedhof die Christusfigur, die die Städtische Friedhofskommission den Gefallenen des 1. Weltkrieges gestiftet hat, an ihren Gräbern aufgestellt und durch Pastor Schumacher geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514907045.pdf Der St. Georg-Friedhof zu Teterow In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 9, S.67]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die katholische St. Petrus-Gemeinde in Teterow===&lt;br /&gt;
:Nachdem in der Mitte des 16. Jahrhunderts die evangelisch-lutherische Kirche in Mecklenburg zur Landeskirche erhoben wurde, spielte die römisch-katholische Kirche auch in Teterow keine Rolle mehr. Ob über die Jahrhunderte überhaupt in der Stadt noch Angehörige dieser Glaubensrichtung gelebt haben, ist bisher nicht nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Erst im 19. Jahrhundert werden wieder Katholiken als eine kleine Gruppe genannt. Dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt sich wieder eine kleine Schar Katholiken in der Stadt und in den umliegenden Orten zusammen zu finden. Die Teterower Nachrichten berichten am 31. März 1904 über die Rats- und Bürgersitzung vom 29. März: &amp;quot;... wurde mitgeteilt, daß vom hohen Ministerium gestattet worden ist, daß in hiesiger Stadt monatlich während der Anwesenheit ausländischer Schnitter in der Umgebung römisch-Katholischer Gottesdienst abgehalten wird, und wurde gleichzeitig die Petition hiesiger Katholiken auf Einräumung eines städtischen Lokals a. zur Abhaltung des Gottesdienstes und b. zur Erteilung des Religionsunterrichts vorgelegt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die erste katholische Messe nach der Reformation findet am Sonntag dem 24. April 1904 im Saal des damaligen Schützenhauses statt. Durch die Bemühungen des damaligen Schlosskaplans Hardinghaus (Matgendorf) gelang es gelegentlich den Saal vom Schützenhauswirt Julius Ehlert für diesen Zweck zu mieten. Regelmäßiger Religionsunterricht fand in der Privatwohnung eines Teterowers statt. In den nächsten Jahren erfolgte die geistliche Betreuung der kleinen Gemeinde von Rostock und Schwerin aus. Die katholischen Schnitterfamilien von den Gütern der Umgebung wurden in die Gemeindearbeit einbezogen.&lt;br /&gt;
:Während des Weltkrieges 1914 - 1918 waren durch neue Gesetze und Verordnungen größere Versammlungen verboten worden. Die monatlichen Gottesdienste im Schützenhaus konnten nicht mehr stattfinden. Man war wieder auf Zusammenkünfte in Privaträumen angewiesen. Im Verlauf des Krieges wurde der dritte Monatssonntag für katholische Gottesdienste freigegeben, auch für die ausländischen Fremdarbeiter. Nach dem Krieg wurde die Nutzung des Schützenhaussaales für Gottesdienste gekündigt. Es gelang der Gemeinde, in der Schulstraße 24 Räume für Gottesdienst und Religionsunterricht zu bekommen.&lt;br /&gt;
:Am 1. Februar 1922 wird Teterow Pfarrei und Pfarrer Kaschny der neue Seelsorger. Der Aufbau der neuen Pfarrei begann. Allmorgendlich war heilige Messe und Unterricht für die Kleinen, Katechese und abendliche Vorträge für die Erwachsenen. Die Räumlichkeiten wurden für die wachsende Gemeinde zu klein. Man nutzte die Gelegenheit, die in der Schulstraße 12 aufgegebenen Waschanstalt zu übernehmen, für Pfarrer Kaschny eine kleine Wohnung frei zu bekommen und die Räume der Waschanstalt zu einer bescheidenen Kapelle umzugestalten. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Kommunionskursen für Mädchen und Jungen gewidmet, deren Teilnehmerzahl bis zu 50 Kinder zählte. Für größere Veranstaltungen wie Erstkommunion und Firmung stellte die Stadtverwaltung die städtische Turnhalle zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Am 22. Januar 1927 erwirbt der bischöfliche Stuhl Osnabrück die ehemalige Maschinenfabrik Müller in der Wilhelmstraße (heute Niels-Stensen-Straße) und wird als Eigentum eingetragen. Das dazugehörige Villengrundstück in der heutigen Bahnhofstraße wird vom Bischof als Pfarramt bestimmt. Am 1. Februar 1927 gründen drei Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariä die 1. Schwesternniederlassung in Teterow nach der Reformation. Ein Kinder- und Säuglingsheim und eine Kommunikantenanstalt wurde eingerichtet. Am Weißen Sonntag 1927 findet die erste Erstkommunionsfeier und der erste Gottesdienst in der neuen Kirche, einer ehemaligen Lokomotivhalle, statt.&lt;br /&gt;
:Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten führte zu tiefgreifenden Veränderungen. Das Kinder- und Säuglingsheim wurde geschlossen, ebenso die Kommunikantenanstalt. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) zog ins Schwesternheim. Erst auf dem Prozesswege wurde das Heim zurückgegeben. Religionsunterricht konnte nur in kirchlichen Räumen abgehalten werden. 1941 - 1942 wird die Kirche renoviert und umgebaut, eine Kriegsgedächtnisstätte entsteht. Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945 in Teterow wird das gesamte Gelände von Kirche und Pfarramt verwüstet und als Flüchtlingslager beschlagnahmt. Pater Kautz und der Organist der evangelisch-lutherischen Kirche, Hans-Heinrich Stein, retten mit einem Ziehwagen drei Tage lang die verstreut liegenden  Paramente, Vasa sakra, Bücher, eine Monstranz, die Statue des Hl. Bruder Konrad und anderes mehr. Die Sachen werden im Turm der evangelisch-lutherischen Kirche eingelagert.&lt;br /&gt;
:Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist bereit, ihren Glaubensbrüdern zu helfen, und so finden in den folgenden Wochen die katholischen Gottesdienste unter ihrem Dach statt. Die Wiederinbetriebnahme der eigenen Einrichtungen nimmt alle Kräfte in Anspruch. Die vier Ordensschwestern betätigen sich im Typhus-Lazarett auf dem Schulkamp. Mit einfachen Mitteln wird das Heim für die vielen Waisenkinder wieder eingerichet. Die Kirche wird zum gottesdienstlichen Gebrauch von den Geistlichen unter Mithilfe der Gemeindeglieder wieder hergerichtet. Am 5. Mai 1947 hält Bischof Dr. Berning in Teterow die erste Nachkriegsfirmung.&lt;br /&gt;
:1964 wird vom Bischöflichen Amt in Schwerin ein Haus für Jugendseelsorge aufgebaut und 1967 ein Jugendseelsorger entsandt. Im Juni 1969 wird das alte Kirchengebäude abgerissen und ein gleicher Stelle ein neues Haus errichtet. Am 27. Juni 1971 weiht der Schweriner Bischof Theissing die neue Petri-Kirche in Teterow. Als Gäste nahmen der evangelisch-lutherische Probst Abshagen und Vertreter des Rates der Stadt Teterow teil. Das Kinderheim wird am 1. Januar 1975 aufgelöst und zu einem kirchlichen Feierabend- und Pflegeheim umgebaut und am 1. Mai 1975 eröffnet. 1977 findet am 2. Februar aus Anlass des 50. Jahrestages der Schwesternniederlassung und der Eröffnung des St. Ansgar-Heimes eine Jubiläumsfeier statt und am 17. April findet ein Gemeindefest zum 50. Jahrestag des Bestehens des Gotteshauses statt.&lt;br /&gt;
:Am 25. Januar 1990 wird eine Erklärung des Priesterrates des Bischöflichen Amtes Schwerin vom 3. Januar 1990 zur grundlegenden Reform des gesamten Bildungssystems mit 350 Unterschriften aus der St. Petrus-Gemeinde Teterow an das Volksbildungsministerium der DDR nach Berlin abgeschickt. Teterow war als Mittelpunkt des Landes Mecklenburg-Vorpommern schon immer Zentrum der katholischen Jugendarbeit. Das seit ca. 30 Jahren bestehende alte Jugendhaus genügte nach der politischen Wende im Staat nicht mehr den Anforderungen. Das Gebäude wurde zu klein. Unter maßgeblicher Beteiligung des Jugendpfarrers Ansgar Thim konnte 1995 auf dem Pampower Koppelberg das Bischof-Theissing-Haus als neue Begegnungsstätte für junge Menschen aus ganz Mecklenburg eröffnet werden.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wurde das katholische Pflegeheim St. Ansgar als Neubau fertiggestellt und unter großer öffentlicher Anteilnahme eingeweiht. Am 7. August 1999 erfolgte die Grundsteinlegung zur neuen Kirche St. Petrus. Im Mai 2000 erfolgte der Abriss der bisherigen Kirche. Die Einweihung des neuen Kirchenbaues nahm der Hamburger Erzbischof Dr. Averkamp am 30. Juni 2000 vor. In der Zeit zwischen dem Abriss der alten und der Weihe der neuen Kirche (1. bis 25. Juni) öffnete die evangelisch-lutherische Gemeinde ihre Kirche für die Andachten der katholischen Gemeinde. In seinem Grußwort zur Einweihung der Kirche sprach Bürgermeister Dr. Reinhard Dettmann: &amp;quot;Möge dieses Haus die Gemeinde und die Bürger der Stadt segnen und schützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dieser Segenswunsch drückt aus: Die Zeiten haben sich verändert. Vorbei sind die Jahrzehnte, da die Katholiken in einem Winkel der Stadt geduldet wurden und die Kirche ein Provisorium in einer ehemaligen Fabrikhalle war. Grüße überbrachte Pastor Ebel von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Pastor Schlag von der freikirchlichen Gemeinde übergab ein frisches Brot als Zeichen für gute Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jüdisches Leben in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Teterower Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Rathaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus von Teterow wurde 1910 errichtet. Es befindet sich im Stadtkern von Teterow, direkt am Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche St. Peter und Paul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Zeitpunkt für den Bau des ersten Rathauses ist nicht überliefert. Da der Bau der Kirche St. Peter und Paul gegen 1270 begann und Teterow 1272 erstmals urkundlich erwähnt wird, entstand vermutlich auch um diese Zeit ein erstes Rathaus. Am 18. August 1700 kam es nach dem Großbrand von 1632 zum zweiten Mal zu einer Feuersbrunst, die Teterow samt Rathaus in wenigen Stunden fast vollständig vernichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1708 wurde ein Rathaus im Stil des Barocks errichtet. Dieser Bau wurde 1909 abgerissen und es entstand bis 1910 am Marktplatz das heutige zweigeschossige neobarocke Rathaus. Großherzog Friedrich Franz IV. hatte dazu den Grundstein gelegt. Die Marktplatzseite des „dritten“ Rathauses gliedert sich auch in drei Teile mit je drei Fensterachsen. Durch den vorspringenden Mittelrisalit führt der Eingang. Das Gebäude hat ein Mansarddach, das ein offenes, barockes Türmchen überragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1945 wurde das Haus von der sowjetischen Kommandantur, vom Rat des Kreises und vom Polizeikreisamt genutzt. Die Stadtverwaltung residierte in dieser Zeit im ehemaligen Hotel &amp;quot;Erbgroßherzog&amp;quot; in der Malchiner Straße. Nach der Wende übernahm am 13. Februar 1990 die Stadtverwaltung wieder das Rathaus. Im November 1992 brach bei einem Orkan die Spitze des Rathaustürmchens mitsamt der vergoldeten Kugel ab und blieb in der Dachrinne hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus wurde um 1993 gründlich saniert. So auch das Balkongitter über dem Eingang, welches das neu gestaltete Stadtwappen farbenprächtig zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf dem Marktplatz befindet sich eine 1995 eingelassene Gedenkplatte, die den geographischen Mittelpunkt Mecklenburg-Vorpommerns kennzeichnet, und der an die Schildbürgerstreiche erinnernde Hechtbrunnen. Er wurde nach Entwürfen des Plauer Bildhauers Wilhelm Wandschneider gebaut und 1914 eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pfarrkirche St. Peter und Paul===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Pfarrkirche St. Peter und Paul ist eine dreischiffige Pseudobasilika aus Backstein mit zweijochigem , kreuzrippengewölbtem Rechteckchor, Nordsakristei und eingezogenem quadratischem Westturm.&lt;br /&gt;
:Chor und dreijochiges Landhaus wurden nach 1250 begonnen.&lt;br /&gt;
:Der Einzug der Schiffsgewölbe und Errichtung des Westturms erfolgten im 15. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Charakteristisch am Chor sind Lisenen, Rundbogenfriese und Deutsches Band, im Ostgiebel finden sich spitzbogige Blendenreihen und Kreuzblende, darunter in der Ostwand Dreifenstergruppe mit eingelegten Rundstäben. Blendendekore finden sich auch um Staffelgiebel der zweijochigen Nordsakristei und den beiden Obergeschossen des Westturmes.&lt;br /&gt;
:Die südliche Priesterpforte (durch die spätere Südsakristei verdeckt) mit reichem Blattschmuck an Kapitellen und Archivolten. Im Inneren die Kreuzrippengewölbe im Chor lagern auf Wandpfeilern mit Runddiensten, im Langhausmittelschiff auf achteckigen Pfeilern, das südliche Seitenschiff mit achteckigen Rippengewölben.&lt;br /&gt;
:1877/80 erfolgte eine umfassende Instandsetzung. Dabei wurde die Langhausnordwand mit Fenstern, Verbreiterung des nördlichen Seitenschiffes und einer zweiten Sakristei an der Südseite des Chrores versehen.&lt;br /&gt;
:Die Gewölbemalerei von 1350 wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts umfassend restauriert.&lt;br /&gt;
:Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament (Genesis sowie Leben und Passion Christi), zwei geharnischte Fürsten, Mischwesen und Tierdrolerien.&lt;br /&gt;
:Im Chor befindet sich ein sehr qualitätvoller vierflügeliger Schnitzaltar (um 1430) mit zentraler Marienkrönung sowie Apostelfiguren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513615962.pdf Die Peter-Paulskirche zu Teterow Karl Schmaltz In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.369-371]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616098.pdf Über die Decken- und Tafelmalereien der Pfarrkirche zu Teterow Oscar Gehrig In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.372]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul, deren Anfänge in das 13. Jahrhundert zurückreichen, bestanden vor der Stadt Kapellen. Die wichtigste war die nach 1300 errichtete Marienkapelle, die angeblich von Bischof Magnus von Kammin begründet wurde und gewisse Wallfahrtbedeutung erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Schulkampus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtmühle Teterows===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Eisenbahngeschichte===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Altstadt Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtbefestigung von Teterow mit den Stadtoren===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer ist an der bogenförmigen Führung der Ringstraßen noch erkennbar.&lt;br /&gt;
:Die Mauer selbst ist abgetragen bzw. überbaut.&lt;br /&gt;
:Von den ehemals drei Toren sind noch zwei erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rostocker Torturm====&lt;br /&gt;
:Das Tor ist ein mehrgeschossiger Backsteinbau des frühen 15.Jahrhunderts mit einem abgeschlossenen Satteldach zwischen Giebeln zur Stadt- und Feldseite, die spitzbogigen Durchfahrtsöffnungen nachträglich vergrößert. &lt;br /&gt;
:Der Turmkörper ist an der Stadtseite mit großer mittlerer Spitzbogenöffnung versehen, dem wohl im frühen 18.Jahrhundert durch eine Eisenkonstruktion zugesetzt worden war. &lt;br /&gt;
:Seitlich gerahmt von kleinen Blenden, sind die Staffelgiebel mit Maßwerkblenden versehen. &lt;br /&gt;
:Ihre oberen Abschlüsse wurden im 16. Jahrhundert verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Malchiner Torturm ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Malchiner Tor ist ein annähernd quadratischer Backsteinbau mit Stadt- und Feldseitengiebel sowie kleinteiligen, am Turmkörper zu horizontalen Bändern zusammengeschlossenem Baudekor, erbaut um die Mitte des 15. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Die spitzbogige Durchfahrt ist ebenfalls im 16. Jahrhundert vergrößert und dabei die Giebelabschlüsse verändert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Museen==&lt;br /&gt;
===Das Teterower Stadtmuseum===&lt;br /&gt;
;Das 1. Museum 1933 - 1945&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 27.09.1933:&lt;br /&gt;
:Heimatmuseum&lt;br /&gt;
:Ehrfurchtsvoll betritt die Räume,&lt;br /&gt;
:Wo Ureltern-Zeiten neu entstehen.&lt;br /&gt;
:Viel Kunst, Wissenschaft und Bräuche&lt;br /&gt;
:Wirst Du mit Bewunderung hier sehn!&lt;br /&gt;
:(Eine Karte mit dieser passenden Aufschrift heftete ein Unbekannter an die Eingangstür des Museums.)&lt;br /&gt;
:Teterow, 25. Sept. In kurzer schlichter Feier fand am gestrigen Sonntag Mittag im Gemeindesaal (im Gebäude der früheren Höheren Mädchenschule) die Einweihung des neuen Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Heimatbundes, Herr Lehrer a. D. Köpcke, begrüßte die anwesenden Ehrengäste, voran Herrn Professor Dr. Wossidlo, Waren, die Vertreter des Rates und der Stadtverordneten-Versammlung, die Mitglieder des Heimatbundes und die sonstigen Gäste mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
:Hochverehrte Anwesende!&lt;br /&gt;
:Wir haben uns hier heute versammelt, um das von der Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes Mecklenburg errichtete Museum zu eröffnen. Namens des Vorstandes dieser Ortsgruppe begrüße ich Sie herzlich und danke Ihnen für das Interesse, daß Sie durch Ihr Erscheinen der Museumssache entgegenbringen. Es ist mir eine besondere Freude, Herrn Prof. Dr. Wossidlo, der auf dem Gebiete der Volkskunde so Hervorragendes geleitstet hat, hier heute in unserer Mitte zu sehen. Ich danke Ihnen, Herr Professor, daß Sie trotz Ihrer augenblicklich anstrengenden Arbeit es möglich gemacht haben, unserer Eröffnungsfeier beizuwohnen. Ich begrüße dann besonders den Vertreter des Rates, den Herrn Bürgermeister Dr. Meyer und den Stadtverordnetenvorsteher Herrn Münter. Durch das Entgegenkommen unserer Stadtverwaltung ist es uns erst möglich geworden, hier ein Museum zu errichten. Ich möchte auch an dieser Stelle herzlichen Dank dafür aussprechen und damit gleichzeitig die Bitte verbinden: Rat und Bürgervertretung mögen auch in Zukunft dem Heimatmuseum ihr Wohlwollen erhalten und die Interessen desselben nach jeder Richtung hin fördern und unterstützen.&lt;br /&gt;
:Ganz besonders danke ich dem Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, dem Leiter unseres Museums, der durch seine unermüdliche und zähe Arbeit dasselbe hergerichtet hat. Ohne ihn wäre das Werk nicht in so kurzer Zeit zustandegekommen. Ihr Name, Herr Bartels, wird daher für immer mit dem Teterower Heimatmuseum verknüpft bleiben.&lt;br /&gt;
:Weiter danke ich all den Damen und Herren, die durch Hergabe von Museumsgegenständen und durch ihre unentgeltliche, opferwillige Arbeit uns in so reichem Maße unterstützt haben. Auch hier möchte ich die Bitte aussprechen: Lassen Sie die Ortsgruppe bei dem weiteren Ausbau des Werks nicht im Stich. Nur durch tatkräftige Mithilfe und Unterstützung aller Bevölkerungskreise wird es möglich sein, das Museum so zu erhalten und auszugestalten, daß es seinen Zweck voll erfüllen kann.&lt;br /&gt;
:Aber welches ist nun Zweck und Aufgabe eines Heimatmuseums? Ich möchte die Frage kurz dahin beantworten, daß ich sage: &amp;quot;Das Heimatmuseum soll dazu dienen, daß die Kultur einer früheren Zeit im Volke lebend bleibt.&amp;quot; Dies Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn die Gebrauchsgegenstände vergangener Jahrhunderte dem Volke immer wieder vor Augen geführt werden, und das geschieht am besten durch ein Ortsmuseum. Ich gebrauche hier den Ausdruck Ortsmuseum im Gegensatz zu Landesmuseum. Manche Menschen stehen nämlich auf dem Standpunkt, daß sie behaupten, ein Landesmuseum genüge für den vorhin erwähnten Zweck vollkommen. Wir haben in Schwerin ein vorzügliches Museum für volkskundliche Sachen, und darüber sind wir recht froh, und das wollen wir auch in keiner Weise mit unserem Vorgehen bekämpfen. Aber die meisten Menschen aus unserer Gegend kommen doch nur selten nach Schwerin, und wenn sie einmal hinkommen, so haben sie noch nicht genügend Zeit und Gelegenheit, das Landesmuseum zu besuchen. Da ist es doch ganz gewiß richtig, wenn auch überall in den kleineren Städten unseres Landes Heimatmuseen bestehen, wo die umwohnende Bevölkerung Gelegenheit hat, Volkskunde zu treiben. Auch für die Schulen ist es von großem Wert, wenn in der Nähe Stätten vorhanden sind, wo den Kindern ein Stück Vergangenheit gezeigt werden kann. Es ließe sich hierüber noch manches sagen, aber in Rücksicht auf die mir zur Verfügung stehende Zeit muß ich davon absehen. Unsere Nachbarstädte Güstrow, Malchin und Waren haben schon seit Jahren Heimatmuseen. Da darf auch Teterow hinter diesen Städten nicht zurückstehen. Ich denke hierbei auch an die Bestrebungen unseres Verkehrsvereins. In Wismar wurde in diesem Jahre gelegentlich der Landeshauptversammlung des Heimatbundes ein Ortsmuseum eröffnet. Dort stehen dem Museum 7 Räume zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Im nächsten Jahre findet die Landeshauptversammlung hier in Teterow statt. Ich hoffe, daß wir bis dahin noch einen 3. Raum bekommen. Sie werden nachher selbst sehen, daß die jetzt vorhandenen Räume nicht ausreichen.&lt;br /&gt;
:...&lt;br /&gt;
:Nach dem Redner sprach Herr Bürgermeister Dr. Meyer namens der Stadt Teterow dem Teterower Heimatbund, insbesondere dem Vorsitzenden und dem Leiter und Gestalter des Museums, Herrn Reichsbahnoberinspektor Bartels den herzlichen Dank für die wertvolle, im Interesse der Stadt geleistete Arbeit aus. Er sprach von dem großen Wert solcher Heimatmuseen für die Erhaltung alter heimatlicher Kultur und betonte, daß die Weiterarbeit zur Förderung dieses wichtigen Werkes in der Zukunft vor allem in den Händen der Schulen läge. Jedes Kind wüßte jetzt, wohin es zu gehen habe, mit einem irgendwo entdeckten Gegenstand aus früheren Zeiten. Er wünschte eine gute Weiterentwicklung des Museums.&lt;br /&gt;
:Anschließend nahm Herr Professor Wossidlo, Waren, der größte mecklenburgische Förderer der Erhaltung alten Kulturgutes, das Wort. Er dankte für die an ihn gerichteten Begrüßnungsworte und gab einen kleinen Abriß aus der weiteren Gestaltung der Förderung der Heimatmuseen. Die Leiter der meckl. Heimatmuseen werden demnächst in Schwerin zusammentreten, um über gegenseitigen Austausch von Dubletten in Verhandlungen zu treten. Er gab in seinen weiteren Ausführungen ein kleines Beispiel davon, wie leicht wertvolle Güter aus alter Zeit unter altes Eisen kommen können. In der sich dann anschließenden Besichtigung des Heimatmuseums gab der große Heimatkundler wertvolle Erläuterungen zu manchen der vorhandenen schönen Museumsstücke, darunter Sachen, die man, wie er sagte, im großen Schweriner Museum vorläufig noch schmerzlich vermisse.&lt;br /&gt;
:Das neue Heimat-Museum enthält heute schon einen ungeahnten Reichtum an ganz wertvollen Zeugen alter Zeit. Der ganze Aufbau und die Anordnung des neuen Heimatmuseums zeuge von großer Sachkenntnis, bekundete der Vater der Heimatmuseen. Wir werden in einem weiteren Artikel näher auf einzelne Teile unseres neuen Museums eingehen. Dankbar aber wollen wir auch an dieser Stelle unserer Freude darüber Ausdruck verleihen, daß wir nun endlich, nach langjährigem Bemühen (schon unter Herrn Bürgermeister, jetzigen Staatsminister Dr. Scharf wurde dieses Projekt im Verkehrsverein - durch ständiges Nachfassen des Herrn Studienrat Dr. Böhmer durch Wort und Schrift - viel behandelt, scheiterte damals aber immer an der Platzfrage) ein schönes Heimat-Museum haben. Ein Heimat-Museum mit einer Fülle von wertvollen Gegenständen, wie es mancher Teterower bestimmt nicht zu erwarten wagte. In Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, der von jeher ein großer Schwärmer für heimatliche Kulturgüter war, hat die Ortsgruppe den richtigen Leiter und Verwalter gefunden. Unter seiner Hand wird diese wertvolle Bereicherung des Schatzes Teterower Schaustücke eine sichere und stete Fortentwicklung nehmen. Wir Teterower schulden allen an dem Aufbau dieses Werkes Beteiligten herzlichen Dank.&lt;br /&gt;
:Außer den im Heimat-Museum an den Gegenständen genannten Spendern beteiligten sich in hochherziger und dankenswerter Weise an der Einrichtung des Museums die Firmen Gebr. H. u. C. Groß, Friedr. Dohr, Malermeister H. Peterß, Ramelow, E. Vick, H. Bastian, Tischlermeister Rüter, Renzel, Müschen, E. Schröder, Fritz Walter, Malermstr. A. Schröder versah den sehr bewunderten Herd mit naturgetreuen Farben. Sämtl. Arbeiten mit Ausnahme der eigenen Unkosten wurden ohne Berechnung ausgeführt. Bei der Reinigung und Herrichtung der z. T. sehr verstaubten Gegenstände ist Frau Hermann eine sehr wertvolle Hilfe gewesen.&lt;br /&gt;
:Das Heimat-Museum ist in dieser Woche nachmittags von 3 bis 5 Uhr und am kommenden Sonntag von 3 bis 5 Uhr zur kostenlosen Besichtigung freigegeben. Über die späteren Besichtigungszeiten werden noch nähere Bekanntmachungen folgen.&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 05.10.1933:&lt;br /&gt;
:Ein Spaziergang durch unser Heimat-Museum&lt;br /&gt;
:Ein Wunsch vieler Teterower ist mit der Schaffung unseres Heimat-Museums in Erfüllung gegangen. Fast zu spät ist dieser Wunsch Wahrheit geworden, denn jetzt erst erkennt man, daß so manches wertvolle Stück aus der Vergangenheit, das sonst Unterkommen in dem Museum gefunden hätte, aus Mißachtung oder Unverständnis in der Versenkung verschwunden und der Nachwelt verloren gegangen ist. Das ist aber natürlich nicht zu ändern. Wenn auch manches verloren ging, so hat sich seit der Eröffnung des Museums doch erwiesen, daß noch viel Wertvolles in irgendeiner Ecke verborgen liegt, ist doch dem Museum in den letzten Tagen schon so manches zugetragen worden, weil man weiß, daß es dort gut aufgehoben ist. Aber schon am Tage der Eröffnung war eine solche Fülle von Gegenständen aus alter Zeit da, daß die beiden vorläufig zur Verfügung stehenden Räume schon jetzt als &amp;quot;gefüllt&amp;quot; gelten könne. Es wurde uns erzählt, daß schon rund 800 Stücke im Museum untergebracht sind. Eine gewaltige Zahl, deren Ordnung und sachgemäße Unterbringung eine große Fülle von Arbeit gebracht hat. Wir wollen einmal sehen, was bis heute zusammengetragen ist.&lt;br /&gt;
:Wenn wir den ersten, kleinen Raum vom Flur der früheren Höheren Mädchenschule betreten, so schauen wir geradeaus auf eine alte Kannenborte, auf dem Töpfe und Teller in buntem Durcheinander untergebracht sind. Der &amp;quot;Seilpott&amp;quot; ist ein Zeuge früherer alter Töpferkunst. Neben der Borte hängt ein &amp;quot;Mangelholz&amp;quot;, mit dem die unermüdliche Hausfrau mühselig ihr Leinen glatt gemangelt hat. Die moderne Hausfrau wird mit Grauen an die harte Arbeit denken, die mit der Benutzung diese Holzes verbunden war. Auf der über die ganze Wand gehende Borte werden dem Beschauer alle Werkzeuge, die der Flachsbereitung dienen, vorgeführt. Wir sehen da in der Reihenfolge ihres Gebrauchs nebeneinandergereiht: Repel, Flachsbreche (Brake), Fuchtel. Eine Schwinge, die nun käme, fehlt noch. Es folgen Hechelstuhl, Spinnrad, Spulrad, Garnhaspel, Kreuzwinde, Garnwinde, Wollkratzer, Spinnrad und Wollhaspel. Früher waren es Gegenstände, die nicht nur in jedem Stadthause. Längst sind diese Zeiten dahin. Heute werden Spinnräder und sonstige Dinge wohl nur noch als Museumsstücke in einem Haushalt aufbewahrt. Den Kindern wird dann wohl erzählt: &amp;quot;An dem Spinnrad hat Eure Großmutter noch all das schöne Leinen selbst gesponnen!&amp;quot; Das ist das Einzige, was uns heute noch mit dieser Zeit verbindet. Wir modernen Menschen wollen nichts mehr mit dem groben, aber außerordentlich haltbaren Leinenzeug unserer Großeltern zu tun haben, sondern liegen lieber auf feinem Bettleinen und essen unser Mahl gern von feinen Damastdecken. Das grobe Leinen, das z. B. noch in der alten Wiege zu sehen und zu fühlen ist (der Bettbezug soll übrigens aus einer alten Schürze stammen, die das Museums-Direktor-Auge irgendwo entdeckt hat) wird immer seltener.&lt;br /&gt;
:Zwischen den Flachsbereitungs-Utensilien entdecken wir übrigens auch einige fast überbunte Ausmusterungs-Sträuche, die vor dem Kriege von den Ausgehobenen mit Stolz an ihren Hüten getragen wurden und allen Menschen kundtun sollten, daß sie bald in das stolze deutsche Heer einrücken würden.&lt;br /&gt;
:Werkzeug für Nagelschmiede und Stellmacher sind in großer Fülle vorhanden. Alte Uhren, Plätteisen, Holzschlittschuhe usw. Beachtenswert sind &amp;quot;Erzeugnisse der Panstorfer Glashütte&amp;quot;. Wer ahnte es bisher, daß in unserer nächsten Umgebung Glashäfen hergestellt wurden? Eine alte Hand-Nähmaschine führt uns für Jahrzehnte zurück noch weiter aber ein Steckkissen um Anschrauben. Wieviel leichter haben es unsere heutigen Kleiderkünstler doch gegen die Generation vorher. Alte Scheffel, (Rostocker- und Güstrower-), Dreschflegel und Gabel u. a. entdecken unsere Augen. Auch ein Lechel (Trinkfaß) fehl nicht. Ein Pfeifenbort hängt friedlich in der Ecke; ein Stück Möbel, das heute schon recht selten geworden, wenn es auch nicht ganz ausgestorben ist. Weiter sehen wir Däsen und Uenzel, alte Stallaternen, sogar einen alten Handstock, der gleichzeitig einmal ein richtiges Gewehr darstellte.&lt;br /&gt;
:Aber das Schönste dieses ersten Raumes - wir haben es absichtlich bisher noch gemieden - ist der waschechte alte, offene Herd, der von Künstlerhand in der linken Ecke eingebaut ist und uns ein Stück aus alter Zeit zeigt, an dem früher die Frau des Hauses die Speisen der ihr angetrauten Hungrigen bereitete, um die ihr angetrauten Küchlein satt zu kriegen. Die Augen der Hausfrauen leuchten, wenn sie diesen Zeugen alter Zeit sehen und manche der Aelteren erinnern sich sogar, auch einmal an einem solchen Herd gestanden und gearbeitet zu haben. Allerdings hat es wohl keine unter den Heutigen miterlebt, daß man in das rechts angebrachte Mauerloch (&amp;quot;Müerlock&amp;quot;) griff, um Feuerstein, Schwamm (&amp;quot;Tunner&amp;quot;) und Stahl zu ergreifen, um &amp;quot;Feuer zu schlagen&amp;quot;. Die heutige Generation kann mit diesem Werkzeug nicht mehr fertig werden. In diesem &amp;quot;Müerlock&amp;quot; entdeckt man auch die nicht entbehrliche &amp;quot;Funzel&amp;quot; (Lampe), die einmal ebenfalls unentbehrlich war.&lt;br /&gt;
:Nun wollen wir einmal einen Blick durch den &amp;quot;Schwibbogen&amp;quot; werfen. Wir entdecken dort verschiedene Kesselketten, die früher einmal heilig gewesen sein sollten, wie man uns erzählte. An diesen Kesselketten hingen die großen Kannen über dem offenen Feuer. Unser Auge entdeckt weiter an der Seite und über dem Herd Feuerhaken, Aufnehmer, alte Körbe, Mörser, kupferne Kannen, eine Riesen-Kartoffel-Reibe, alte Waagen, Essenkiepe (mit der das Essen früher aufs Feld nachgetragen wurde), Waschholz usw. Oben über dem Herd ist ein größerer Kaffeebrenner aufgestellt und an der rechten Seite hängt noch ein kleinerer.&lt;br /&gt;
:Jedes Stück trägt ein Stück Geschichte alter Zeit in sich und läßt unsere Gedanken wandern zu unsern Groß- und Urgroßeltern, die einmal inmitten dieser uns heute als Eigentümlichkeit anmutender Geschirre und Behälter gewirkt und geschafft und sich glücklich gefühlt haben. Daß in der Ecke hinter dem Herd auch ein Feuereimer hängt, ist selbstverständlich, denn um die Zeit, von der uns diese Werkzeuge erzählen, mußte jedes Haus im Besitz eines Feuereimers sein.&lt;br /&gt;
:Am Eingang direkt sehen wir schließlich noch einen Bürgerspieß, den jeder Bürger haben mußte. Außerdem hängen an dieser Seite einige verwitterte Wetterfahnen, deren älteste die Jahreszahl 1597 trägt. Ueber 300 Jahre Geschichte unserer Heimatstadt hat diese Wetterfahne erlebt. Wenn die erzählen könnte!&lt;br /&gt;
:Nicht alles in diesem kleinen ersten Raum haben wir &amp;quot;in die Feder gefaßt&amp;quot;, aber auch diese Aufzählung gibt schon einen kleinen Ueberblick über die reiche Fülle der schon im Heimat-Museum untergebrachten Gegenstände. ...&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 12.10.1933&lt;br /&gt;
:... Heute wollen wir unsere Wanderung fortsetzen und den zweiten Raum betreten.&lt;br /&gt;
:Gleich rechts an der Wand erblicken wir einen wohl über 2 m langen Glocken-Strang, der ganz mit Perlen besetzt ist. Er hat wohl einmal in einem vornehmen Hause an der Haustür gesessen, als die elektrischen Glocken noch unbekannt waren. Uns gegenüber zwischen den beiden Fenstern steht eine alte Wanduhr, die ihre 300 Jahre auf dem Nacken haben soll. Sie ist mit einem Spielwerk eingerichtet, das zur Zeit allerdings nicht funktioniert.&lt;br /&gt;
:Rechts neben der Tür steht ein großer Glasschrank, der angefüllt ist mit allerhand Erinnerungsstücken aus früherer Zeit, womit sich unsere Großmütter und Urgroßmütter &amp;quot;verschönt&amp;quot; haben. Riesige Hüte, anscheinend von großem Gewicht, wie man sie sich heute für diesen Zweck auf den zierlichen Köpfen gar nicht mehr vorstellen kann, werden uns hier gezeigt; bunte Hauben, wie wir sie heute nur noch bei den Großmütterchen finden, und bei diesen auch nur noch recht selten; alte Körbe, Krüge, Nippes, Tabakkästen usw. Oben auf dem Schrank ist das Modell des neuen Rathauses aufgestellt.&lt;br /&gt;
:Neben dem Schrank hängt das Wappen der alten Teterower Familie Willgoß. Es wird darauf hingewiesen, daß es aus England stammt. Danach ist die Familie Willgoß von der Insel jenseits des Kanals eingewandert. Wir finden an dieser Wand weiter ein Führungszeugnis über beim Militär abgeleistete Dienstzeit aus dem Jahre 1850 und Glückwünsche zum neuen Jahr. Früher wurden diese mehr oder weniger wertvollen Urkunden schön hinter Glas gelegt und in der sogenannten &amp;quot;guten Stube&amp;quot; aufgehängt.&lt;br /&gt;
:An der nächsten Wand ziehen uns besonders die Sammlungen aus dem Besitz des &amp;quot;großen Sohnes unserer Stadt&amp;quot; Herrn Kapitän Kaempff, an. Außer einem schönen Bild von Kapitän Kaempff hängt dort unter Glas ein Originalbrief Kaiser Wilhelms II. an seinen verdienten Kapitän. Aus seinem Nachlaß sind ferner vorhanden eine Schreibmappe aus Leder mit dem Photo seines Dampfers &amp;quot;Deutschland&amp;quot; (damals größter Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie), verschiedene Orden und Ehrenzeichen, darunter die Rettungsmedaille, die er sich für die Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 verdiente. Auf dem Etuis, in dem die Medaille lag, heißt es: &amp;quot;Dem 4. Offizier des Dampfschiffes &amp;quot;Gellert&amp;quot;, C. J. S. Kaempff, in ehrender Anerkennung für Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 auf der Rhede von Havre von der Direction der Hamburg Amerika Packetfahrt Act. Ges.&amp;quot;. Viele von uns Aelteren kennen noch sehr gut Herrn Kapitän Kaempff, diesen ausgesprochenen Seemanns-Typ, der längere Zeit vor dem Kriege in unserm Ort im Ruhestand lebte und dann nach Rostock verzog.&lt;br /&gt;
:Weiter haben hier die Innungen Gegenstände untergebracht. Die Metall-Innung ist mit großen Schlüsseln und Schlössern aufgefahren, die früher kunstvoll in den eigenen Werkstätten hergestellt wurden. Heute wohl eine Seltenheit, daß so ein Gegenstand noch mit der Hand hergestellt wird. - Ausgebreitet liegt auch hier eine Urkunde aus Kopenhagen, in der einem Johan Bollwagen bescheinigt wird, daß er dort als &amp;quot;Becker&amp;quot; gearbeitet hat. - Außer dem Metall-Stempel der Schuhmacher-Innung, liegt in diesem Glaskasten auch das &amp;quot;Wirtschaftsbuch vom St.-Jürgenstift Teterow&amp;quot;. Das interessanteste Stück unter diesen Urkunden ist aber die älteste Urkunde über Teterow aus dem Jahre 1272. Eine Uebersetzung dieser in Latein geschriebenen Urkunde liegt daneben aus dem Jahre 1751. - Unter dem Tisch steht eine Schuhmacher-Lade, ein Reibestein für Maler usw. Die Firmen Guhl und Renzel, die Kunstgewerbestätten unseres Ortes, sind mit einigen Prachtstücken aus ihren Werkstätten vertreten, die da zeigen, daß das Kunstgewerbe, die Handarbeit, doch noch nicht ganz von der Maschine verdrängt sind. Aus der früheren Färberei von Ad. Lindstaedt sind Drucksteine und Druckmuster ausgelegt. In diesem Teil des Museums werden wir also vertraut gemacht mit früheren Innungs-Gebräuchen und Leistungen. Diese Sammlung ist zwar noch recht schwach, aber der Anfang ist gemacht und wird sicher auch seine Fortsetzung erfahren. - Interessant ist auch noch eine Siegelsammlung. In dieser Sammlung finden wir die verschiedensten Siegel aller möglichen Behörden. Besonders in die Augen fällt ein Riesensiegel. Es ist das Kirchensiegel der St. Marien in Rostock.&lt;br /&gt;
:In den beiden Ecken dieser Wand sind ebenfalls freundliche Eckschränke untergebracht, die allerhand kleine Porzellan-Sammlungen usw. enthalten. Wir dürfen uns aber nicht zu sehr mit Einzelheiten befassen. Alte Lampen, eine Krimoline, bunte Hutschachteln und alle möglichen andern Dinge finden wir hier.&lt;br /&gt;
:Unser Augenmerk zieht aber das Schreibpult vor allem an sich. Es stammt aus dem Jahre 1813 und ist anscheinend in dem Freiheitskriege von einem fremden Krieger hier zurückgelassen. Es ist ein äußerst kunstvoll gearbeitetes Stück, in dem dutzende von Fächern auf kleiner Fläche untergebracht sind. Jeder Winkel ist außerordentlich geschickt ausgenutzt. Für &amp;quot;Leute vom Fach&amp;quot; ein außerordentlich wertvolles Stück, das man gesehen haben muß.&lt;br /&gt;
:In den Glaskästen auf Mitte des Raumes sind bunte Perlarbeiten aller Art: Geldbeutel, Handtaschen (Pompadoure) usw. ausgestellt. Alte Taschenuhren, Riesen-Haarschmuck, wie man ihn früher auf dem Kopf der Frauen prangen sah. Yet-Schmuck, Stickvorlagen usw., Alte Bibeln und Gesangbücher, Münzen aus dem 30jährigen Kriege, die vor längerer Zeit bei Ausgrabungen hier in einem Behälter gefunden wurden; Petschafte, Notgeld aus der Inflationszeit; bunte Glückwunsch-Karten zum Auseinanderklappen, wie sie früher einmal Brauch waren, Patenbriefe usw.&lt;br /&gt;
:An der Wand links von der Tür sind verschiedene Kupferstiche untergebracht, darunter der Kupferstich von der Ueberreichung des Teterower Ehrenbürgerrechtes an Herrn von Thünen auf Tellow am 11.6.1848. - Große Steinsammlungen und Bodenfunde aus der jüngeren Steinzeit liegen in den Kästen dieser Wand. Steinbeile - Pfeilspitzen - Faustbeile - Messer - Scherben der jüngeren Bronzezeit - Hakenpflug - Spindelsteine und Funde aus der alten Steinzeit. Ein prachtvolles Elchgeweih aus dem Rempliner Moor. - Das Geweih eines Moorhirsches aus der Thürkower Gegend. - Ein Pfahlrest, Holzkohle und Brandschutt von der Hausstelle auf dem Burgwall. - Wendisches Hufeisen und Speerspitze vom Burgwall. Topfscherben und Knochenreste und vieles andere. Reich ist die Zahl der Zeugen einer längst hinter uns liegenden Vergangenheit, die uns erzählen aus der Geschichte unserer Väter und Urväter. Es lohnt schon, sich einmel mit diesen Ueberbleibseln einer anderen Zeit zu beschäftigen.&lt;br /&gt;
:Im letzten Schrank dieses Raumes sehen wir alte Kacheln - einen Feierabendstein (der Schlußstein beim Hausbau) - Revolver - Pulverhörner - Maße - Gewichte - Gold- und Getreidewaage - Ellen - Säbel usw.&lt;br /&gt;
:Schließlich sind noch die Fahnen der Schuhmacher-Gesellen-Innung, der Maurer-Gesellen-Innung und des Gesangvereins Harmonia hier aufbewahrt, Hunderte von Zeugen der Vergangenheit liegen friedlich beisammen und sollen uns erinnern an Tage, die gewesen sind. Wir dürfen dankbar sein, daß wir in unserer Stadt nun eine Stätte haben, wo gewesene Dinge gehegt und gepflegt werden und nicht im Müllkasten spurlos verschwinden. Wir alle wollen helfen, daß diese Stätte der Erinnerung weiter ausgebaut werde zur Pflege des Heimatgedankens.&lt;br /&gt;
:Ostmecklenburgische Heimat Nr. 22 vom 18.11.1934&lt;br /&gt;
:Vor dem Heimatmuseum in Teterow&lt;br /&gt;
In der Zeit nach dem Weltkriege entstanden in verschiedenen mecklenburgischen Städten Heimatmuseen, so auch im Osten unsers Landes, in Malchin 1927, in Waren 1930. Welches ist nun der Sinn und der Zweck dieser Museen? Kurz gesagt: Man will Stätten schaffen, wo Gegenstände einer früheren, vergangenen Kultur gesammelt und aufbewahrt werden. &amp;quot;Aber,&amp;quot; so wird vielleicht mancher fragen, &amp;quot;sind zur Erreichung dieses Ziels wirklich Ortsmuseen nötig? genügt dazu nicht das in Schwerin bestehende Landesmuseum?&amp;quot; Gewiß´, das Landesmuseum dient auch demselben Zweck, und wir freuen uns sehr, ein solches zu besitzen. Aber daneben können wir auch die Ortsmuseen nicht gut entbehren. Sie leisten uns bei der Durchführung der Heimatbundbestrebungen oft vorzügliche Dienste. Wie sich das im einzelnen auswirken kann, soll hier kurz etwas näher ausgeführt werden.&lt;br /&gt;
:Viele Menschen kommen nur selten nach Schwerin, und wenn sie wirklich einmal dahinkommen, haben sie keine Gelegenheit, das Museum aufzusuchen. Ganz anders liegt die Sache, wenn ein Museum in der Nähe ist. Da wird mancher durch einen guten Freund oder Bekannten veranlaßt, an der Besichtigung desselben teilzunehmen. Findet er dann Gefallen an dem dort Gebotenen, so kommt er zum 2. und 3. Male wieder, wie wir es hier in Teterow schon häufig erlebt haben. So ein Besuch regt aber auch zum Sammeln selbst an. Wie oft haben wir hier den Fall schon gehabt, daß die Leute, wenn sie diese oder jene Sachen sahen, freudestrahlend ausriefen: &amp;quot;So ein Ding haben wir auch noch zu Hause!&amp;quot; &amp;quot;Auf unsere Bitte, es dann doch dem  Museum zu schenken, waren sie meistens gleich bereit dazu. Auf diese Weise haben wir schon vieles bekommen, was sonst wohl in den meisten Fällen der Vernichtung anheimgefallen wäre. Gerade durch die Ortsmuseen wird ohne Zweifel der Sinn und das Verständnis für die Heimatbundarbeit ungemein geweckt und gefördert, und das sollte man nicht vergessen, wenn man von diesen Einrichtungen zuweilen etwas geringschätzig spricht.&lt;br /&gt;
:Weiter mag hier gleich erwähnt werden, daß die Heimatmuseen sich auch für die Schulen segensreich auswirken können. Im Unterricht muß heute mehr als bisher die frühere Kultur berücksichtigt werden. Da kommt es dem Lehrer sehr zu statten, wenn  er seine Schüler gelegentlich eines Wandertages in das Heimatmuseum der in der Nähe liegenden Stadt führt und ihnen dort all die Gegenstände zeigt, über die er zu ihnen im Unterricht gesprochen hat, wie z. B. über die Werkzeuge der Steinzeit, über altes Geschirr, über die Geräte bei der Flachsbearbeitung usw. Bilder werden die unmittelbare Anschauung der Gegenstände selbst nie voll und ganz ersetzen können.&lt;br /&gt;
:Das Teterower Museum wurde schon des öfteren von Schulklassen besucht, und die Lehrer haben mir hinterher wiederholt erklärt, daß ihre Schüler reichen Gewinn von der Besichtigung gehabt hätten. Die Schulen sollten daher bei jeder passenden Gelegenheit das in ihrer Nähe vorhandene Ortsmuseum aufsuchen und dort den Kindern die alten Kulturgegenstände vorführen. Das dafür aufgebrachte Opfer an Zeit wird ganz gewiß nicht umsonst gewesen sein. Wenn die Kinder des Abends von einem solchen Ausflug nach Hause kommen, werden sie den Eltern viel zu erzählen wissen von allem, was sie am Tage gehört und gesehen haben. So wird der Museumsgedanke in das Volk hineingetragen, und diese Tatsache trägt wiederum dazu bei, daß die Arbeit des Heimatbundes gefördert und unterstützt wird. Nach dem hier Ausgeführten darf der Heimatbundes in seinem eigenen Interesse nicht unterlassen, sich für die Schaffung und Einrichtung von Ortsmuseen tatkräftig einzusetzen. Daß die Ortsmuseen schließlich auch noch den Verkehrsinteressen einer Stadt dienstbar gemacht werden können, wird ohne weiteres einleuchten und bedarf daher keiner besonderen Begründung.&lt;br /&gt;
:Wie ist nun Teterow zu einem Heimatmuseum gekommen?&lt;br /&gt;
:Am 12. Mai 1932 schlossen sich die wenigen hier wohnenden Einzelmitglieder des Heimatbundes Mecklenburg zu einer Ortsgruppe zusammen, um so gemeinsam besser und erfolgreicher für die Bestrebungen des Bundes wirken zu können. Die Zahl der Mitglieder war anfangs sehr klein. Nur 10 Herren fanden sich für dies Arbeit zusammen. Trotzdem gingen sie mit frischem Mut an ihre Aufgabe, den Heimatbund in seiner Tätigkeit zu unterstützen, hinan. Heute zählt die Ortsgruppe Teterow bereits rund 70 Mitglieder. Bei der Aufstellung eines Arbeitsplanes wurde von vornherein die Errichtung eines Heimatmuseums in Teterow ins Auge gefaßt. Aber das war keine leichte Sache. Es war nichts vorhanden, weder Raum, weder Sachen, noch Geld. Ganz anders lagen die Verhältnisse in unserer Nachbarstadt Malchin. Da kaufte die Stadt für 3000 RM. die reichhaltige Sammlung des Lehrers Berg zur Herrichtung eines Museums, gab zum weiteren Ausbau desselben jährlich einige hundert Mark her und stellte außerdem 3 schöne Räume im Rathaus zur Verfügung. In Waren wurde das dortige Ortsmuseum von einem Museumsverein gegründet, der seine ganzen Beiträge zu diesem Zwecke opfert und dann weiter auch noch von der Stadt unterstützt wird. Weil die hiesige Ortsgruppe sich aber dem Landesverband angeschlossen hat, so gehen fast unsere gesamten Beiträge nach Schwerin, und für das Heimatmuseum bleiben nur geringe Geldmittel übrig. Die Stadt konnte uns wegen ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage mit Geld nicht unterstützen. So waren wir auf uns allein angewiesen.&lt;br /&gt;
:Alle Hindernisse konnten uns aber doch nicht bewegen unser Vorhaben betreffs eines Heimatmuseums aufzugeben. Als im Frühjahr 1933 die Stadt Teterow in entgegenkommender Weise zwei Räume im Gewerbeschulhause für ein Museum zur Verfügung stellte, da wurden von der Ortsgruppe alle Bedenken bei Seite gesetzt. Sie forderte durch einen Aufruf in der Zeitung und durch sonstige Bekanntmachung zur Hergabe geeigneter Sachen auf. Die Bevölkerung aus der Stadt und der Umgegend kam dieser Bitte mit großer Bereitwilligkeit nach und brachte uns viel Brauchbares für unsere Sammlung. In der Person des Reichsbahninspektors Willi Bartels fanden wir einen Herrn, der sich mit vielem Geschick und großem Eifer der Museumsangelegenheit widmete. Ihm haben wir es in der Hauptsache zu danken, daß das Unternehmen schon im Laufe des Sommers solche Fortschritte machte, daß wir allen Ernstes daran denken konnten, das Museum noch im Herbst zu eröffnen. Am Sonntag, dem 24. September 1933, fand in Gegenwart des Professors Dr. h. c. Wossidlo, des Bürgermeisters Dr. Meyer, des Stadtverordnetenvorstehers Münter und vieler Einwohner unserer Stadt die feierliche Eröffnung des Teterower Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe begrüßte die Festversammlung, dankte allen Stiftern von Museumsgaben für ihre Unterstützung und sprach dann über die Bedeutung der Ortsmuseen. Weitere Ansprachen hielten Bürgermeister Dr. Meyer und Professor Wossidlo. An die Eröffnungsfeier schloß sich unmittelbar die Besichtigung des Museums. Alle waren erstaunt, was hier in so kurzer Zeit an altem Kulturgut zusammengebracht worden war. Man konnte aber gleich feststellen, daß die vorhandenen Räume zur Unterbringung der vielen Sachen völlig unzureichend waren. Professor Dr. Wossidlow, der beste Kenner unserer heimischen Volkskultur, sprach sich über die damals bereits vorliegende Sammlung sehr lobend aus und wies auf manches wertvolle Stück in derselben besonders hin. Inzwischen sind viele Gegenstände neu hinzugekommen. Das Museum wirbt jetzt selbst für sich am besten. So wird uns manches alte Kulturstück angeboten, auf das die Leute erst bei einer Besichtigung des Museums aufmerksam wurden und dessen großen kulturellen Wert sie vorher nicht zu schätzen wußten. In diesem Zusammenhange mag darauf hingewiesen werden, daß das Teterower Museum fast ausschließlich Sachen aus unserer Stadt selbst oder deren näherer Umgebung enthält. Das ist nicht überall der Fall. In manchen Ortsmuseen findet man viele Gegenstände, die aus allen Teilen unseres Landes herbeigeholt sind. Das ist ganz gewiß nicht richtig und entspricht auch keineswegs dem Charakter eines Ortsmuseums. Solche Sachen gehören in ein Landesmuseum. Teterow darf daher mit Recht für sich in Anspruch nehmen, wirklich ein Museum für unsere ostmecklenburgische Heimat geschaffen zu haben.&lt;br /&gt;
:Wenn nun aber jemand gern erfahren möchte, welche Altertümer das Teterower Heimatmuseum heute nach einjährigem Bestehen bereits enthält, so kann ich diesem Wunsche nur zu einem kleinen Teil nachkommen. Die Frage läßt sich nämlich im Rahmen dieser Arbeit nicht ausführlich beantworten. Ich will aber versuchen, das Wichtigste, nach Gruppen geordnet, hierüber mitzuteilen. Wer aber einmal Gelegenheit hat, nach Teterow zu kommen, der sollte nicht versäumen, unser Museum aufzusuchen. Er wird sicherlich dort manches Sehenswerte vorfinden, besonders an volkskundlichen Sachen.&lt;br /&gt;
:Die Vorgeschichte ist in unserm Museum zur Zeit leider nur mit wenigen Stücken vertreten. Daraus soll man aber nun nicht den Schluß ziehen, als wären diese Sachen hier nur, in geringem Maße vorhanden. Gerade in der Teterower Gegend sind viele wertvolle Zeugen aus der Steinzeit aufgefunden. Aber sie sind nicht dem Heimatmuseum zugeführt. Sie befinden sich teils noch im Privatbesitz, teils sind sie durch Verkauf in andere Sammlungen gekommen.&lt;br /&gt;
:In der Abteilung &amp;quot;Trachten&amp;quot; sind besonders Hüte, Mützen und Tücher für Frauen aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert in recht schöner Aufmachung vorhanden. Sie geben uns ein anschauliches Bild von dem Geschmack der damaligen Mode. Sehr reichhaltig ist die Sammlung der Handarbeiten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Hier finden sich nach Professor Wossidlos Urteil sehr seltene und wertvolle Stücke. Aus der Zeit unserer Urgroßväter ist eine Kücheneinrichtung fast lückenlos zusammengestellt. Selbst ein offener Herd mit allem Beiwerk (Kesselhaken, Dreifuß, Grapen usw.) ist aufgebaut und läßt uns einen Blick in die damalige Küchenwirtschaft tun. Auch altes Töpfer- und Porzellangeschirr, wie es während dieses Zeitabschnitts in Gebrauch war, konnte noch aus Stadt und Umgegend herbeigeschafft und dadurch für die Nachwelt sichergestellt werden. Sämtliche Geräte zur Flachsbearbeitung bis auf Schwingblock u. Webstuhl hat das Teterower Museum in tadellosem Zustande aufzuweisen. Die Abteilungen: Handwerk, Landwirtschaft, Waffen, Münzen und altertümliche Hausgegenstände enthalten bereits jetzt eine stattliche Zahl von Einzelnummern und werden in nächster Zeit noch erheblichen Zuwachs bekommen.&lt;br /&gt;
:Von der Glasindustrie, die zu Anfang des vorigen Jahrhunderts noch in der Panstorfer Glashütte in Betrieb war, können hier verschiedene Stücke gezeigt werden, desgleichen auch von den früher in Teterow angefertigten Kunsttöpferwaren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Feuerwehrmuseum===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
===Hospital St. Gertruden===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ehemalige Hospital St. Gertrud am Gertrudensteig ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===St.Jürgen Hospital===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Apotheken in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Teterower Feuerwehr==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Wirtschaftsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fischerei in  Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerkszünfte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verkehrsnetz in der Region Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen|Über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Teterower Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Vereinsgeschichte(n)==&lt;br /&gt;
===Die Teterower Schützenvereine===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bergring - Europas schönste Grasrennbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg007/484026143.pdf &amp;quot;Bergring Teterow (Meckl. Schweiz)&amp;quot; Gerhard Böhmer In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.7 (1931) 8 S.393-394]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/51368719X.pdf 12. Teterower Bergring-Rennen um den &amp;quot;Preis von Mecklenburg&amp;quot; In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 128 S.467]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513750924.pdf Der &amp;quot;Mecklenburgische Nürburgring&amp;quot; hält, was er verspricht In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 129 S.514] &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616616.pdf Bergring Teterow (Meckl. Schweiz) Carl Schröder In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.378-379]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst im öffentlichen Raum Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Hechtbrunnen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was der Teterower Bürgermeister 1912 zum Brunnen schreibt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1912 richtet der Teterower Bürgermeister Dr. Müller ein amtliches Schreiben mit folgenden Worten an das Schweriner Kabinett, &amp;quot;Wie allgemein bekannt sein dürfte, werden die Teterower, besonders auswärts, immer mit der Frage geneckt: Hewwt Ji em all wedder?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Mit dieser Einführung erbittet er nunmehr die Genehmigung zur Aufstellung eines Brunnens mit Hecht, &amp;quot;der die Teterower in die Lage versetzen würde, diese Neckereien dann endlich zurückzuweisen, indem sie antworten können: Ja, wi hem´em, kiek em Di an, up´n Markt steiht he!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die Bürgermeister-Worte überzeugten und mit der bald darauf aus Schwerin erteilten Genehmigung konnten die Teterower Geld sammeln und einen Wettbewerb zu seiner Ausführung ausloben. &lt;br /&gt;
:Neun Architekten und Bildhauer schickten ihre Entwürfe.&lt;br /&gt;
:1200 Goldmark brachte die erste Sammelaktion ein.&lt;br /&gt;
:Der Entwurf des renomierten Mecklenburger Bildhauers Wilhelm Wandschneider überzeugte die Stadtvertreter besonders.&lt;br /&gt;
:Im November 1913 konnte der Bau des Brunnens aus Granit-Porphyr beginnen.&lt;br /&gt;
:Der Redakteur des &amp;quot;Kladderadatsch&amp;quot;, damals Deutschlands meistgelesene Satirezeitschrift, Paul Warnke, gebürtiger Lübzer und redaktioneller Amtsnachfolger von Johannes Trojan, lieferte den Text für die Randinschrift: &amp;quot;Wek Lüd sünd klauk un wek sünd daesig un wek de sünd wat aewernäsig. Lat´t er spijöken, Kinnings la´t! De Klock hett lüer´t, de Hekt is fat´t&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Teterower Zeitung&amp;quot; berichtet darüber: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Große Heiterkeit erregte es, als man in dem unteren Bassin einen kapitalen lebenden Hecht der an einem in den Landesfarben gehaltenen Band eine Glocke um den Hals trug, lustig umherschwimmen sah.&amp;quot; (TZ 19. Mai 1914)&lt;br /&gt;
:Seither trägt das kleine Kerlchen den übergroßen Hecht auf seinen Schultern zu Markte.&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde der Knabe im Schutze des neuen, dritten Rathauses zum ersten Wahrzeichen der Stadt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616489.pdf Unsachliches über Teterow Gisela Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.376-377]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg017/523388950.pdf Wandschneider plaudert aus seinem Leben : von Amerika nach Teterow Wilhelm Wandschneider In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.17 (1941) 198 S.114-115]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die verschobene Kirche===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Mittelpunkt (von MV?)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blüchers Pfeife===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower Katze===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Denkmale in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kriegerdenkmal===&lt;br /&gt;
:Auf Initiative des neu ins Amt berufenen Bürgermeisters Franz von Pentz wurde am 3. April 1881 der Teterower Verschönerungsverein gegründet. &lt;br /&gt;
:Eines der ersten Anliegen des Vereins war die Errichtung eines Kriegerdenkmals mit den Namen der toten Teterower Soldaten. Unterstützung fand der Verein dabei beim Kampfgenossen-Verein, der u. a. einen Programmabend für das zu errichtende Kriegerdenkmal veranstaltete, der Erlös betrug 130 M. Eine Lotterie mit Gewinn-Gegenständen von Arbeiten der Teterower Industrieschule sollte folgen. Einer der wesentlichen Unterstützer des Projektes war der Bauinspektor Wilhelm Müller, Besitzer einer Eisengießerei und Maschinenfabrik in Teterow. Er ließ auf seine Kosten die etwa 4 m lange Säule herstellen. Am 2. September 1882 - dem Jahrestag der Schlacht von Sedan - wurde die Einweihung auf dem Wilhelmsplatz (heute Platz des Friedens) vorgenommen. Eine zeitgenössische Beschreibung: &amp;quot;Auf einem Sockel von poliertem Granit erhebt sich eine ebenfalls granitne polierte Säule mit korinthischem Kapitäl. Auf demselben befindet sich die aus Chamotte gefertigte und vergoldete Figur einer Friedensgöttin, welche in der Linken einen Palmenzweig, in der Rechten einen Lorbeerkranz hält. Die Vorderseite des polierten Sockels trägt eine Tafel, auf welcher in vergoldeten Buchstaben die Namen der im Feldzuge 1870/71 aus hiesigem Amtsgerichtsbezirk gefallenen Krieger verzeichnet sind. Ein eisernes Kreuz mit der Inschrift &amp;quot;Mit Gott für Fürst und Vaterland&amp;quot; schmückt die Tafel, und unter demselben befinden sich folgende Namen:&lt;br /&gt;
:Heinrich Fiedler aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schmaedcke aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schenck aus Teterow&lt;br /&gt;
:Heinrich Schoenfeldt aus Nienhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Düsing aus Neu-Wockern&lt;br /&gt;
:Johann Rüger aus Bristow&lt;br /&gt;
:Christian Dabbert aus Baartz&lt;br /&gt;
:Johann Ernst aus Appelhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Krüger aus Vollrathsruhe&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1903 erfolgte die gärtnerische Anlage durch den Verschönerungsverein. 1908 gab es noch einen Beschluss der Rats- und Bürgersitzung im Frühjahr 1909 den Siegesengel neu vergolden zu lassen. Das dazu aufgestellte Gerüst wurde auch von jemandem genutzt, der den Palmzweig zerbrochen hatte. 1947 wurde dann das Denkmal zerstört, der Sockel auf dem St. Georgs Friedhof aufgestellt. Bildhauer Willy Freese und sein Sohn Karl-Heinz fertigten aus den Trümmern der Säule eine Kugel, die heute den Sockel krönt.&lt;br /&gt;
:Das Denkmal im Ganzen muss über 9 m hoch gewesen sein. Ein ähnliches Denkmal befand sich in Stavenhagen, wurde aber auch zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Bismarck-Denkmal===&lt;br /&gt;
:Mit dem Fund eines Felsens von 4,5 m Länge und 3 m Breite in der Pampower Feldmark kam im Januar 1900 die Idee auf, diesen für ein Bismarck-Denkmal nutzen zu wollen. Die Kosten dafür waren auf 500 M geschätzt worden und wurden per Listensammlung bereits Ende Januar erreicht. Vorgesehene Standorte dafür waren u. a. die Heidberge oder der Schulkamp, letztlich entschied man sich aber für den Friedrich-Franz-Platz - seinen heutigen Standort.&lt;br /&gt;
:Zum Abtransport wurde der Stein in seine heutige Form gebracht, mit einem Gewicht von 22,5 t. Mittels 4 Dampfpflug-Lokomobilen der Herren Jenke und Godow wurde er im Mai 1900 in die Stadt gebracht. Zu überwinden galt es dabei die Bedenken der Chausseebauverwaltung und auch die Eisenbahnverwaltung gestattete das Überqueren der Geleise erst nach Durchfahrt des letzten Zuges um 1.00 Uhr nachts. Am 8. Mai 1900 konnte er unter Musik der städtischen Kapelle abgeladen werden. Am 12. März trafen sich in Lembckes Lokal die Spender des Bismarck-Denkmals zur Auswertung.&lt;br /&gt;
:Die bis dahin entstandenen Kosten beliefen sich bereits auf 900 M, die Einnahmen betrugen nur 630 M. Trotzdem erschien den Beteiligten eine Finanzierung des Fehlbetrages möglich und die Idee für ein Medaillon-Bildnis des Fürsten Bismarck entstand. Nach Beratung am 26. März 1900 zwischen Bürgervertretung und Verwaltung wird diese beauftragt, ein Fundament für den Stein errichten zu lassen und der Bürgermeister kann von einer Spende in Höhe von 300 M von Herrn Hermann Paepcke aus Chicago für ein Bismarckmedaillon berichten. Bereits am 30. Mai 1900 begannen die Untermauerungsarbeiten für den Stein, dabei wurden Knochenreste des ehemaligen Friedhofes vor dem Gertrudenstift gefunden. Im September 1901 wurde dann die Vertiefung zur Aufnahme des Medaillons in den Stein gehauen. Im September 1901 kam der Verschönerungsverein zusammen und beschloss unter anderem, einen Klinkersteig am Bismarck-Denkmal verlegen zu lassen, was im September 1902 geschah. Noch im September 1901 wurde das Porträt des ehemaligen Kanzlers in den Stein eingelassen. Von einer offiziellen Einweihung lässt sich in den Zeitungen der Zeit nichts finden.&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich 1947 in Berlin die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (V.V.N.). Die Ortsgruppe des V.V.N. Teterow forderte für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Faschismus die Überlassung des Bismarcksteins. Da die Denkmalpflege keine Einwände hatte, konnte die Umnutzung erfolgen und zum 1. Mai 1949 übernahm die Stadt den Stein in ihren Schutz, das Bismarck-Medaillon kam ins Museum. (Mit der Auflösung des Museums wurde das Medaillon ins Museum nach Waren verbracht und verschwand dort). Mit der Errichtung des Denkmals am Mühlenteich 1969 hatte der V.V.N.-Stein ausgedient und erhielt 1977 eine Platte mit einigen Angaben. Auf Initiative des Heimatbundes Teterow e. V. konnte durch eine Spendensammlung am 31. Juli 1998 wieder ein Bismarck-Medaillon am Stein enthüllt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bismarckstein 1.jpg|thumb|350px|rechts|Bismark-Stein (Quelle: Stadtarchiv Teterow)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrenmal in den Heidbergen===&lt;br /&gt;
:Ursprünglich hatte schon der Baudirektor Gustav Hamann aus Schwerin - 1910 bei der Errichtung des Rathauses in Teterow weilend - einen Turm auf dem Teterower Heidberg errichten wollen. Die Lage über der Stadt bot eine gute Fernsicht und hätte auch den Tourismus in der Stadt weiter beleben können. Daher wandte er sich mit Schreiben vom 27. Januar 1910 an den Bürgermeister Schmidt mit dem Vorschlag, einen Aussichtsturm auf dem Heidberg zu errichten. Hamann wollte dazu kostenlos eine Zeichnung und einen Kostenvoranschlag zur Verfügung stellen. Nach Rücksprache mit Hamann wurde von der Rats- und Bürgersitzung die Einrichtung eines Baufonds bewilligt, in den bis 1926 70,89 Mark eingezahlt wurden. Am 26. November 1922 wurden die Gedenktafeln an die Gefallenen des 1. Weltkrieges der Kirchengemeinde in der Pfarrkirche eingeweiht, dies war der Anlass für Kriegerverein und Gewerbetreibende eine Würdigung für die Gefallenen in der Stadt anzuregen. Beide bildenten am 25. September 1924 ein Komitee, dem die Herren Molkereibesitzer Wickboldt, Major von Zeppelin auf Appelhagen, Bürgermeister Dr. Müller, Lehrer Köpcke, Kaufmann Ehrich, Gärtnereibesitzer Franz, Pastor Schumacher, Ihde, Kaufmann Bülow, Kämmereiberechner Rußdorf, Uhrmacher Mäting, Maurermeister Kohlert, Voß, Müschen, Vick und später auch Ackerbürger Hannemann angehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Spenden zum Bau stammten von Teterowern mittels Haussammlungen, kamen aber auch von ausgewanderten Familien (Hugo Altschwager aus Milwaukee, Erna Volkner aus Chicago), Zeitungsanzeigen, Benefizveranstaltungen und eine Lotterie brachten ebenfalls Geld ein. Die Inflation ließ das gesammelte Geld immer wieder zusammenschrumpfen. Molkereibesitzer Wickboldt dazu: &amp;quot;Immer wenn die Kommission glaubte nunmehr bald mit dem Bau beginnen zu können, war der Wert der Mark wieder geschwunden. Es mag als Kuriosa angeführt werden, das wir im Jahr 1923, um noch etwas von den Geldern zu retten, mit dem Restgeld eine Kiste Kognak kauften, um es wertbeständig anzulegen. Dies ist bei späteren Verlosungen auch wieder verwertet worden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur Standortfrage wendete sich die Kommission an den Heimatbund Mecklenburg, dieser empfahl den Stadtgartendirektor Schomburg als Sachverständigen, der mehrere Standorte untersuchte. Der Friedhof schien als Platz durchaus geeignet, da Hintergrund und Anlage bereits vorhanden waren, für größere Gedenkfeiern fehlte allerdings der Platz. Ein Platz auf dem Schulkamp kam wegen des kleinen Geländes nicht in Frage. Das Mühlenbruch böte genug Platz, hätte aber für ein Ehrenmal befestigt werden müssen. Der Halbkreisrasen gegenüber dem Bahnhof wäre &amp;quot;bedingt durch den Post- und Bahnhofsverkehr der Obhut des Publikums anvertraut&amp;quot; und somit geeignet. Der Heidberg schien für eine weit ins Land ragende Gedächtnisstätte geeignet. Der weite Weg könnte durch Fahrgelegenheiten absolviert werden und auch die &amp;quot;alte Herren-Kolonne&amp;quot; mit zum Teil über 80jährigen legte diesen Weg täglich zurück. Ein weiteres Argument war, dass der Heidberg der historische Platz für die Gedenkfeiern der Teterower sei. Die Sedan-Feier und auch die Feier 1813 hatten hier stattgefunden, an diesen Tagen brannten Holzstöße und fast ganz Teterow - Alt und Jung - waren hier versammelt. Daher beschloss die Denkmalkommission den Standort Heidberg und die Stadtverordnetenversammlung genehmigte im November die Freigabe des Platzes für ein Denkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Gestaltung erarbeitete die Kommission schon im Dezember 1925 Leitsätze und stellte diese den Vereinen zur Diskussion. Mit Verweis auf den Ernst-Moritz-Arndt-Turm in Bergen wurde eine Verbindung aus Aussichtsturm und Denkmal vorgeschlagen, entsprechende Entwürfe dazu wurden im Schaufenster des Kaufhauses Ramelow ausgestellt. Die Ausführung eines Turmes durch Teterower Firmen war ein weiteres Argument für diese Variante, da bei einer Skulptur ein auswertiger Künstler das Geld erhalten würde. Zahlreiche Künstler reichten dazu Entwürfe ein. Im November 1926 empfahl daher der Geheime Baurat Pries aus Schwerin (Mitglied des Ausschusses für Denkmalspflege und Denkmalsbau der Mecklenburg-Schwerinschen Regierung) der Kommission den Entwurf von Korff aus Laage, der daraufhin einstimmig angenommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch im Dezember 1926 erfolgten die Ausschreibungen, die Bauausführung übernimmt Maurermeister Krenzin aus Rostock, die Bauarbeiten die Maurermeister Kohlert und Rathcke aus Teterow. Zur Grundsteinlegung am 12. Juni 1927 konnte bei Gärtner Franz kostenlos Grünes zum Schmücken der Häuser abgeholt werden. Der Festzug versammelte sich um 15.30 Uhr auf dem Wilhelmsplatz (Platz des Friedens) und setzte sich um 16.00 Uhr in Bewegung. In den Grundstein war ein Bleibehälter eingelassen, der Geld, Briefmarken und Papiere enthielt. Nach den Ansprachen erfolgten die symbolischen Hammerschläge und das Spiel des Posaunenchores. Am Abend wurde zum Großen Festball im Hotel &amp;quot;Mecklenburger Hof&amp;quot; eingeladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Weihe des Ehrenmals erfolgte in ähnlicher Form wie die Grundsteinlegung. Erwähnt wurden einige Baudetails: Höhe: 20,1 m, 114 Stufen, Schwertlänge: 8,5 m, Kosten über 18.000 RM, 104 Tage Bauzeit, 23.350 Ziegel und 50 t Zement wurden verbaut. Die Gestaltung des Umfeldes und die Anlage eines Weges wurde 1928 durch Teterower Vereine bewerkstelligt. Fortan wurde das Ehrenmal für Feiern und Kranzniederlegungen zum Ewigkeitssonntag und zur Tannenbergfeier (am 27. August - siegreichen Schlacht gegen Russland 1914) regelmäßig genutzt. Darüber hinaus war es auch Treffpunkt des Stahlhelmtages in Teterow am 14. und 15. Juni 1930, des Teterow-Malchiner-Schülertreffen am 24. Juni 1931 und des SA-Tages am 19. Juni 1932. Die Reden bei diesen Anlässen entsprachen mit dem üblichem Chauvinismus und Revanchismus der Zeit. Einen Höhepunkt des Missbrauchs erlebte das Ehrenmal dann mit dem Besuch Adolf Hitlers, der von hier am 19. September 1937 das Herbstmanöver der Wehrmacht beobachtete. 1939 erfolgte noch der Anbau der Wärterkabine mit Verkaufsstand und die Anbringung der Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen. Im 2. Weltkrieg befand sich im Umfeld eine Funkmessstation, das Ehrenmal lag im umliegenden Sperrgebiet und war somit nicht zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach 1945 verlor das Ehrenmal seinen Zweck als zentraler Gedächtnisort der Stadt an den VVN-Stein und später an das Denkmal am Mühlenteich. Ansichtskarten der Zeit bezeichnen es dann auch folgerichtig als &amp;quot;Aussichtsturm auf dem Heidberg&amp;quot;. Erst 1979 gab es die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt. Mit dem politischen Umbruch 1989/90 galten die anderen Denkmale als belastet und das Ehrenmal wurde wieder der zentrale Gedenkort Teterows. Die Bedeutung des Ehrenmals wurde auf alle Opfer von Krieg und Gewalt erweitert, die entsprechenden Tafeln 1999 angebracht. Zu jedem Volkstrauertag sind Teterower hier im Gedenken versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow, das Schilda Norddeutschlands?==&lt;br /&gt;
* [[Teterow, das Schilda Norddeutschlands?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Teterower Feldmark==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Flurnamen und Lokalbezeichnungen der Stadt und Feldmark Teterow&amp;quot; zusammengestellt und erläutert von Dr. Gerhard Böhmer Stand 1.1.1934]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=109167</id>
		<title>Teterow fortlaufende Chronik</title>
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		<updated>2024-03-25T07:55:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Das Teterower Stadtmuseum */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterows Geschichte als Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Steinzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Steinkiste&lt;br /&gt;
Die Steinkiste befindet sich im Hohen Holz. 1902 wurde sie bei Fällarbeiten entdeckt. Ein 18 m langer und 7 m breiter Hügel bedeckte die Steinkiste. Bei der Ausgrabung durch Bürgermeister Dr. Franz von Pentz fehlte bereits der Deckstein. Die Kammer ist 1 m lang und 0,8 m breit und war von einer Rollsteinpackung umgeben. Sie enthielt einige Scherben von Tongefäßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Großsteingrab&lt;br /&gt;
Das Großsteingrab befindet sich an der Chaussee nach Rostock. Der Deckstein enthält kleine, runde Vertiefungen (&amp;quot;Schälchen&amp;quot;), die mit kultischen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Ein weiterer Deckstein hat sich in die Kammer gesenkt. Bürgermeister Dr. Franz von Pentz hat hier einen Hohlmeißel, ein dicknackiges Beil, Keramik und Skelettreste ausgegraben, 1907 ließ er die Anlage mit Eichen einfrieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;3.Jahrtausend v.u.Z.&lt;br /&gt;
:Besiedlung der Insel im Teterower See&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Bronzezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzegeräte von Teterow&lt;br /&gt;
:Am 12. Dec. 1859 wurden zu Teterow vor dem rostocker Thore beim Planiren des Terrains neben dem Friedhofe von dem Herrn Maurermeister Pohlmann zu Teterow gefunden:&lt;br /&gt;
:2 Handbergen aus Bronze und&lt;br /&gt;
:2 spiralcylindrische Armringe, mit leichtem edlen Rost, vollständig erhalten, jedoch alle beim Herausnehmen zerbrochen, und vom Burgemeister und Rath der Stadt Teterow geschenkt&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1861&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hifthorn von Teterow&lt;br /&gt;
:Beim Ausmodden eines Sumpfes auf der Feldmark der Stadt Teterow ward ein Hifthorn aus Bronze gefunden, durch den Herrn Inspector Beneke zu Pampow bei Teterow erworben und von diesem dem Vereine zum Geschenke gemacht. Dieses interessante Stück des Alterthums bildet ein Seitenstück zu dem merkwürdigen Hifthorn von Wismar, welches im Jahresbericht III, S. 67 flgd. beschrieben und abgebildet ist; es hat nicht die interessanten Gravirungen des wismarschen Hornes, aber dieselben Verzierungen, und stammt mit diesem ohne Zweifel aus derselben Zeit. Auch hat das teterowsche Horn eine andere Einrichtung, indem es aus Einem Stücke, das wismarsche aber aus drei Stücken besteht und nur zum Beschlage eines natürlichen Hornes gedient hat.&lt;br /&gt;
:Das Horn von Teterow ist aus Bronze aus Einem Stücke gegossen. Es bildet das Mundstück und den mittlern Theil des Ganzen; die Schallmündung ist aus natürlichem Horn oder Metall angesetzt gewesen, wie die Nietlöcher am Ende beweisen. Das Ganze ist etwas gekrümmt, wie das wismarsche Horn, in grader Richtung 12&amp;quot; lang und am weiten Ende 3&amp;quot; im Durchmesser. In Entfernungen von ungefähr 1 1/4&amp;quot; ist es 9 Male durch zwei neben einander stehende, erhabene Reifen in 9 Felder getheilt; die Reifen sind mit eingravirten Schrägelinien verziert. Die Reifenpaare sind an beiden Seiten durch die bekannten, kleinen, mit Stempeln eingeschlagenen Dreiecke begrenzt; diese einer gewissen Zeit der Bronze=Periode eigenthümliche Verzierung ist durchaus charakteristisch, überall gleich und findet sich öfter. Durch diese Verzierungen steht das teterowsche Horn dem wismarschen in der Zeit ohne Zweifel gleich. Hat auch das teterowsche Horn weiter gar keine Verzierungen, so ist es doch im Charakter dem Mundstücke des wismarschen Hornes (abgebildet Lithographie zu Jahresber. III, Fig I.) völlig gleich. Auf dem 7ten Doppelreifen vom Mundstücke und dem 3ten von der Schallöffnung sitzt ein angegossener Ring zur Aufnahme einer Schnur.&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1848&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Scherbenfund in der Schulstraße&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen von Versorgungsleitungen entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks in der Schulstraße Scherben aus der Bronzezeit.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 07.10.2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzezeitliche Siedlung und Gräberfeld am Erlenbruch&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen einer Versorgungstrasse zwischen Erlenbruch und Stadtrandsiedlung stieß Stefan Benesch auf ein bronzezeitliches Gräberfeld mit Scherben und Leichenbrand. In der Nähe Reste von drei bronzezeitlichen Häusern.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 09.11.1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Eisenzeit==&lt;br /&gt;
;Wohnstätten&lt;br /&gt;
:Gefunden 1905&lt;br /&gt;
:In festem Boden, fast 2 m tief, massenweise Scherben, dabei auch Tierknochen und Brandschichten. Genaueres über die Anlage war nicht festzustellen&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Grab am Pudelberg 1905&lt;br /&gt;
:Auf dem Pudelberge in einer flachen, sandigen Kuppe mit Lehmmergelstreifen. Grab, dessen Grund 1,75 m tief rechteckig 2,70 X 2,90 m, eingefasst mit einer Steinnmauer von 0,90 m. Der Grund mit Steinen abgedeckt; auch über der Bestattung kleine Steinabdeckung und Quermauer; Holzspuren weisen auf eine Holzüberdeckung; von den Bestatteten (zwei, N - S) nur Spuren; die Zugehörigkeit der Beigaben nicht genau bestimmbar; anscheinend östliche Leiche: Schwert am Oberkörper, links in der Kopfgegend Glasgefäss und Tonbecher, zu Füssen Bronzeschale mit Buckelrand; zwischen der östlichen und westlichen Leiche in der Kopfgegend Würfel und Spielstein; westliche Leiche: rechts in der Halsgegend Pfeilbündel, zu Füssen Bronzegefäss&lt;br /&gt;
:Schwert: Das prächtige Stück steckt in einer Holzscheide, die mit einem erhabenen Mittelgrate verziert ist. Die Länge der Klinge beträgt 91,5 cm, die Breite oben 5,5, unten 4,5 cm. Die Scheide wird abgeschlossen durch einen halbrunden Silberbeschlag, an dem eine reich gemusterte überfassende Zwinge (Ortband) aus Silber z. T. vergoldet, und mit Niello verziert angebracht ist. Der Griffteil besteht aus einer flachen Griffangel, darüber geschoben eine spitzovale Parierplatte von 10,5 cm Länge. Vom Griff selbst ist leider nichts erhalten, als einige Holzspuren. Als Scheidenbeschlag wird gedient haben ein Stück Silberblech, welches sich der Wölbung der Scheide anpasst, ein silbernes Band, welches wohl den oberen Scheidenabsatz umfasst (Mundstück), und kleine Silberstreifen, vielleicht auch kleine runde Glasscheiben in einen Bronzering gefasst, von denen Bruchstücke erhalten sind.&lt;br /&gt;
:Pfeilspitzen: ein ganzes zusammengerostetes Bündel, mindestens 15 Stück, mit Holzschaft, stark, dreikantig, mit eingezogenen Seiten, 4,5 cm lang,&lt;br /&gt;
:Knochenwürfel: die Zahlen anders verteilt wie heute üblich 1:3, 2:5, 4:6,&lt;br /&gt;
:Spielstein: ein kleiner konischer Spielstein aus Knochen&lt;br /&gt;
:Glasgefäss: Bruchstücke eines Trinkbechers, sehr dünnes, farbloses Glas, belegt mit langgezogenen Glasfäden, welche oben und unten im spitzen Winkel zusammenlaufen und die Spuren der Vergoldung zeigen, der Rand leicht verstärkt, die Mündung etwa 10 cm weit; Reste eines nach aussen geneigten Fusses, Höhe etwa 18 bis 20 cm&lt;br /&gt;
:Bronzekessel: mit flachgewölbtem Boden, scharfer, tiefliegender Bauchkante, eingezogenem Oberteil, nach aussen gebogenem Rande, zwei fast dreieckign Henkelösen, Henkelband mit Strichverzierungen und aufgebogenen Enden. Innere Weite 26,5 cm, Randbreite 1 cm, Höhe 15,5 cm,&lt;br /&gt;
:Bronzene Schale mit gebuckeltem Rande: Wandung leicht nach innen geschweift, runde Standfläche aus nach aussen gebogenen Blechreifen, der Rand ausgebogen und mit von innen getriebenen Buckeln verziert. Innere Weite 26 cm, Randbreite 2 cm, Höhe 11 cm.&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gräberfeld der Germanen in der Niendorfer Furt&lt;br /&gt;
:Bei der Erweiterung eines Gewerbegebietes wurden durch Bodendenkmalpfleger Roland Ducks germanische Urnen mit Durchmessern zwischen 16,5 und 11 cm gefunden.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.10.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Germanischer Siedlungsplatz auf dem Sportplatz des Gymnasiums&lt;br /&gt;
:Bei Erdarbeiten auf dem Sportplatz des Gymnasiums entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks Keramiken und eine Reibplatte - zum Ausmahlen von Getreide.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.07.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Slawenzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6./7. Jahrhundert n.Ch.&lt;br /&gt;
:Slawische Einwanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;vom &#039;&#039;&#039;9. bis zum 12. Jahrhundert&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:existierte auf der heutigen &amp;quot;Burgwallinsel&amp;quot; im Teterower See eine in drei Bauperioden errichtete bedeutenden slawische Burganlage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Burgwall===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zusammenfassung der Grabungsergebnisse (Fundbeschreibung) von 1950 bis 1953:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf eine bestehende offene Siedlung folgten vom Ende des 9. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts drei Burgphasen.&lt;br /&gt;
:Eine 750m lange Brückenanlage verband die Burgwallinsel mit dem Festland.&lt;br /&gt;
:Sie bestand aus senkrechten Pfosten und schrägen Stützen, auf denen vierkantige Träger auflagen.&lt;br /&gt;
:Die Einzeljoche waren durch locker auf die Träger gelegte Unterzüge verbunden, auf denen die Bohlen lagen, die zusätzlich durch Rödeleisen verbunden waren und ein Geländer trugen.&lt;br /&gt;
:Die Brücke, für die ebenfalls drei Bauphasen nachzuweisen waren, traf im Süden vor dem 4m hohen Abschnittswall der 1,2 ha großen Vorburg auf die Insel.&lt;br /&gt;
:Ein zweiter Wall trennte Vor- und Hauptburg von einander. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der auf einer natürlichen Anhöhe gelegenen 0,6 ha großen Burg mit einer Innenfläche von 25 x 50 m ist durch Gruben, Teilen von Hauspflastern, Herdstellen und Backöfen nachgewiesen.&lt;br /&gt;
:Sie zeigte in der Hauptburg dicht Bebauung, in der Vorburg nur entlang der Wälle.&lt;br /&gt;
:Der Wall war in der ersten und zweiten Phase in Kastenbauweise errichtet, während der dritten Phase nur aus einer Palisade mit Planken, die die Vorderfront verstärkten bestand.&lt;br /&gt;
:Während es in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts, also nach der ersten Besiedlungsphase, zu einer Brandzerstörung kam, wurde die Burg schließlich im 12. Jahrhundert friedlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
:Bei den Funden überwiegt wendische Keramik der Menkendorfer Gruppe und Knochen.&lt;br /&gt;
:Keramikfunde der Teterower Gruppe werden dagegen in das 11. und 12. Jahrhundert datiert, bei der der Fundort beim Teterower Burgwall anmengebend für den Typ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Aus Archäologie folgt Korrektur der gängigen Geschichtsschreibung===&lt;br /&gt;
;Zu nachfolgend angeführten Quellen ist der Hinweis erforderlich, das die Mehrheit heute tätiger Historiker die Meinung vertritt, das es sich bei der Teterower Burganlage wohl eher nicht um die in frühen Quellen genannte Burg Othimars handelt und diese mehrheitlich mit der wendischen Burganlage von Behren-Lübchin in Verbindung gebracht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen vor den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514905980.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (2) Rudolf Asmus Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 1928 S.1-5 (&#039;&#039;&#039;Teil 1 ist 1926 in der Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; erschienen!&#039;&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906111.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (3)  Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (3.) Fortsetzung Rudolf Asmus. - In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 2, S.9-11]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906332.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (4.) Schluß Rudolf Asmus In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 3, S.17-19 ]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513452567.pdf Frühgeschichtliches und Vorgeschichtliches vom Teterower See Rudolf Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.354-359]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen während und nach den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Ein vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1950/51&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Landesamt für Denkmalpflege Schwerin (Hg.) &amp;quot;Denkmalpflege in Mecklenburg Jahrbuch 1951/52&amp;quot; S. 198 - 212, Sachsenverlag Dresden o. J.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Slawische Töpferei in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Volksdruckerei Ludwigslust 1964&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Der Holzbau bei den nordwestslawischen Stämmen vom 8. bis 12. Jahrhundert&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow (1950 - 1953) Forschungen auf einer slawischen Burg im See&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Gralow, Klaus-Dieter / Stange, Hartmuth (Hg.) &amp;quot;Ewald Schuldt - Archäologische Expeditionen im eigenen Land (1950 - 1984)&amp;quot; S. 7 - 48, Stock &amp;amp; Stein Verlag Schwerin 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1952/53&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin (Hg.) &amp;quot;Jahrbuch für Bodendenkmalpflege in Mecklenburg 1953&amp;quot; S. 84 - 107, Petermänken-Verlag Schwerin 1955&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow - Ein slawischer Burgwall in Mecklenburg&amp;quot; (Text- und Beilagenband)&lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1963&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1235&lt;br /&gt;
:Teterow ( slaw. &amp;quot;Birkhahnort&amp;quot;) erhält Stadtrecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Hoffmann : &lt;br /&gt;
Die Gründung der Stadt Teterow &lt;br /&gt;
In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 138-139 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit Penzlin ist die Reihe der Werleschen Städte, von denen uns Stiftungsbriefe erhalten sind, abgeschlossen. Man muß sich daher darauf beschränken, die Entstehung der übrigen Städte der Herrschaft Werle aus späteren Zeugnissen aufzuklären und ihr ungefähres Alter zu bestimmen. &lt;br /&gt;
:Teterow ist die Stadt, die uns in dieser Gruppe am frühesten als solche begegnet. &lt;br /&gt;
:Die Stadt liegt zwischen Güstrow und Malchin am Fuße der Heidberge. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1272 wird die Stadt zum erstenmal erwähnt (M.U.B. II, 1261). &lt;br /&gt;
:Anscheinend hat sie jedoch damals schon einige Zeit bestanden. &lt;br /&gt;
:Denn in diesem Jahr wird der Stadt das Dorf Baudorf mit 43 Hufen von Nikolaus von Werle verliehen. &lt;br /&gt;
:Diese Verleihung deutet darauf hin, daß der Stadt ihre bisherigen Besitzungen nicht mehr genügten, und wir können damit zugleich auch schon auf eine gewisse Blüte der Stadt schließen. &lt;br /&gt;
:Ferner erkennen wir auch aus derselben Urkunde des Jahres 1272, daß Teterow bei seiner Gründung durch Nikolaus von Werle Schweriner Stadtrecht verliehen wurde. &lt;br /&gt;
:Denn es heißt in ihr, daß die Ratmänner für sich den Friedensschilling benutzen sollten (Consules etiam suis vsibus pacis denarios usurpabunt). &lt;br /&gt;
:Da dieses Teterower Ratsprivileg genau dem des Schwerin-Güstrower Rechts entspricht, so können wir daraus schließen, daß auch sonst Schweriner Recht in Teterow galt. &lt;br /&gt;
:Ob damals, als die Stadt gegründet wurde, noch andere Siedlungen hier vorhanden waren, wissen wir nicht. &lt;br /&gt;
:Anscheinend ergibt sich aus der slawischen Namensform Teterow, daß hier einst ein slawisches Dorf vorhanden war. &lt;br /&gt;
:Vielleicht war Teterow auch der Name für den wendischen Burgwall, der noch heute auf der Insel im Teterower See erhalten ist. &lt;br /&gt;
:Schmaltz behauptet, daß das Teterower Kirchspiel bereits um 1226 gegründet worden ist (M.J.B. 73, S. 46). &lt;br /&gt;
:Es handelt sich dabei jedoch nur um Vermutungen. &lt;br /&gt;
:Reifferscheid hat die Entstehung der Teterower Kirche nach ihrem Stil erst in die Zeit um 1270 angesetzt (Reifferscheid a. a. O. S. 147 ff ). &lt;br /&gt;
:Die Stadt ist, wie aus dem Stadtplan hervorgeht, eine Gründung aus frischer Wurzel ( Plan der Stadt Teterow &amp;quot;fecit Teterow, 26. 2. 1753, Christian Adolf Reinhard, Senator&amp;quot;, im Besitz der Stadt Teterow ). &lt;br /&gt;
:Bereits Fritz hat auf den Teterower Grundriß als Beispiel eines Kolonial-Stadtplans hingewiesen (Fritz a. a. O. S. 27). &lt;br /&gt;
:Unter den sechs Ratmännern, deren Namen uns im Jahre 1288 genannt werden (M.U.B. III, 1959), ist anscheinend einer ein Slawe gewesen. &lt;br /&gt;
:Von den sechs Ratmännern sind drei als Deutsche anzusprechen, während wir bei den übrigen drei ihre Nationalität an ihrem Namen nicht erkennen können. &lt;br /&gt;
:Nach dieser Ratsherrnliste vom Jahre 1288 scheint die Zusammensetzung der frühesten Teterower Bevölkerung überwiegend deutscher Herkunft gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1250&lt;br /&gt;
:Teterow entstand in der Nähe einer einstigen wendischen Burganlage im Teterower See.&lt;br /&gt;
:Es ist unbekannt wann Teterow genau entstanden ist. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1272.&lt;br /&gt;
:Da der Baubeginn der Stadtkirche bauhistorisch auf die Zeit um 1280 gelegt werden kann, ist davon auszugehen, dass die Verleihung der Stadtrechte um 1250 erfolgten.&lt;br /&gt;
:Als offizielles Gründungsjahr wird jedoch seit dem 18. Jh. 1235 benannt. Dies entbehrt jedoch jeglichen Beweises und basiert lediglich darauf, dass Malchin nachweislich 1236 die Stadtrechte verliehen bekommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1272&lt;br /&gt;
:erste urkundliche Erwähnung Teterows &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;14.Jh.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde (wohl zur Zeit seiner größten Bedeutung) befestigt und erhielt seine schönen gotischen Stadttore. &lt;br /&gt;
:Fertigstellung der Stadtkirche St. Peter und Paul&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1316 &lt;br /&gt;
:Teterow kommt an die Herrschaft Werle-Parchim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1374 &lt;br /&gt;
:an die Herrschaft Werle-Güstrow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1436 &lt;br /&gt;
:Die Stadt kommt an das Haus Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reformation und Nachreformationszeit in Teterow (1517 bis 1648)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1540&lt;br /&gt;
:Beginn der Reformation in Teterow&lt;br /&gt;
:Entsprechend des Vermögens der Teterower Kirche verlief die Reformation nicht ohne Wiederstände, die Kalandsbrüderschaft mußte sogar aufgelöst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hexenprozesse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632&lt;br /&gt;
:erster großer Stadtbrand vernichtet ein Viertel aller Fachwerkhäuser, was den allgemeinen Niedergang Teterows beschleunigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1650&lt;br /&gt;
:Die Stadt hat nach dem 30-jährigen Krieg nur noch rund 300 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1680&lt;br /&gt;
:Pastor Felix Fiedler stiftet den Ertrag aus der Verpachtung von Äckern und Gärten zur Unterstützung armer Schulkinder (heutiger Schulkamp)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:G.S.C. Kirchhoff - Entdecker des Stärkezuckers - wird in Teterow geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur Reichseinigung (bis 1871) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:Edikt zur Aufhebung der Leibeigenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1836&lt;br /&gt;
:Teterow bekommt eine hölzerne Quellwasserleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1848&lt;br /&gt;
:Johann Heinrich von Thünen wird erster Ehrenbürger von Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1850&lt;br /&gt;
:Große Cholera-Epidemie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Die Stadt bekommt eine Telegraphenverbindung zu den Nachbarstädten Güstrow und Malchin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Auflösung der Zünfte und Gewerbefreiheit in ganz Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1918 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Dr. jur. Franz von Pentz wird Bürgermeister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1881&lt;br /&gt;
:Hermann Carl Friedrich Pogge wird zweiter Ehrenbürger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1894&lt;br /&gt;
:William Mantle, geborener Engländer und Gaswerksdirektor wird dritter Ehrenbürger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Einweihung des Rathauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Einweihung des Hechtbrunnens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1945 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1927&lt;br /&gt;
:Errichtung des Ehrenmals in den Heidbergen&lt;br /&gt;
:Bau des Wendenkruges auf der Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1929&lt;br /&gt;
:Mit der Einrichtung der Kurbelfähre ist die Burgwallinsel ständig erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Mit dem ersten Rennen wird der Bergring in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==SBZ und DDR bis 1990 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1950-1953&lt;br /&gt;
:Tiefgründige Untersuchung der Burgwallinsel im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungskampagnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;17.06.1953&lt;br /&gt;
:während des Volksaufstandes in der DDR kommt es auch in Teterow zu Demonstrationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1977&lt;br /&gt;
:Inbetriebnahme der neuen Seilzugfähre zur Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1981&lt;br /&gt;
:Hochwasser in Teterow  nach sintflutartigen Regenfällen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:Gründung des Heimatbundes - erste Vereinsgründung nach der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
:Die Verwaltung der Stadt zieht wieder in das Rathaus ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==die heutige Zeit in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001&lt;br /&gt;
:Die Barkasse &amp;quot;Regulus&amp;quot; unternimmt nach Versenkung 1945, Hebung mehr als 50 Jahre danach und anschließender Restaurierung, ihre erste Fahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Arena am Kellerholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Religionsgemeinschaften in Teterow==&lt;br /&gt;
:Die Gründung und Entwicklung der Stadt Teterow ist eng verbunden mit dem Wirken der römisch-katholischen Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Das zeigt das heute noch das Stadtbild dominierende Gebäude der St. Peter und Pauls Kirche an zentraler Stelle der neu gegründeten Stadt.&lt;br /&gt;
:Im Teterower Stadtbuch von 1665 - 1777 findet sich ein Hinweis, dass es in Teterow mehrere Kirchen und Kapellen sowie ein Filialkloster gegeben hat, die aber alle nach der Reformation verschwunden sind. Ihre genaue Lokalisierung ist heute kaum noch nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wird in Mecklenburg, zuerst in den größeren Städten, nach der Lehre Luthers gepredigt. Etwa 1530 wird auch in Teterow erstmalig lutherischer Gottesdienst abgehalten.&lt;br /&gt;
:1541 wird in Teterow Joachim Mesekow als festangestellter evangelischer Prediger genannt. Auf dem Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg wurde am 20. Juni 1549 offiziell die Einführung der Reformation in Mecklenburg verkündet. Das Datum gilt als Geburtstag der evangelischen Landeskirche. Die römisch-katholische wurde vollständig zurückgedrängt und spielte auch in Teterow über Jahrhunderte keine Rolle mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde===&lt;br /&gt;
:Zum Ende des 19. Jahrhunderts zeigt der Chronist der evangelischen St. Peter und Pauls Kirchengemeinde folgendes Bild auf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Zahl der Gemeindeglieder betrug nach der Zählung vom Dezember 1890: 7005 - nämlich 4781 Erwachsene, 2224 Kinder.&lt;br /&gt;
:Die Gesamtzahl der Einwohner des mit der Kirchengemeinde identischen Standesamtsbezirks Teterow betrug 7287, als waren 282 Personen nicht lutherischer Konfession, nämlich in der Stadt Teterow 74 Juden, 150 Katholiken und 1 Reformierter, außerdem 57 nicht lutherischer, wohl meistens katholischer Einwohner auf dem Lande.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Zur Kirchengemeinde Teterow gehörten Groß Roge, Klein Roge, Mieckow, Pampow, Groß Köthel, Klein Köthel und Grambzow.&lt;br /&gt;
:Als Schulaufsicht in den öffentlichen Schulen fungierten die beiden Pastoren des Pfarrbereiches.&lt;br /&gt;
:In Teterow waren das die lateinlose Realschule II. Ordnung mit 8 Lehrern und ca. 150 Schülern und die Bürger- und Volksschule mit 18 Lehrern und ca. 1050 Schülern, in Groß Roge die 2-klassige Domanialschule, in Groß Köthel die ritterschaftliche Schule im Verbund mit Klein Köthel und Grambzow, in Pampow eine ritterschaftliche Schule.&lt;br /&gt;
:Die Kinder aus Mieckow gingen nach Appelhagen, das zur Kirchgemeinde Thürkow gehörte. Die 1892 eingerichtete Gemeindepflege wurde von den Diakonissen verwaltet und der Dirigent des tödtischen Armenkollegiums war einer der beiden Pastoren.&lt;br /&gt;
:Zum Gemeindeleben gehörten auch die Anstalten der Inneren Mission und die geistlichen Vereine. Dazu zählten die Herberge zur Heimat in der Malchiner Straße seit1887, der 1899 gegründete christliche Männer- und Jünglingsverein, der Posaunenchor und seit 1900 der hiesige Lehrlings-Verein.&lt;br /&gt;
:Die im eigenen Haus auf dem Schulkamp 1888 gegründete Kleinkinderschule wurde von einer Diakonisse aus dem Stift Bethlehem geleitet.&lt;br /&gt;
:Im ebenfalls 1888 gegründeten Krankenhaus waren drei Diakonissen als Krankenschwestern tätig.&lt;br /&gt;
:In allen Einrichtungen und Vereinen waren die Pastoren in den Vorständen bzw. in der Leitung vertreten.&lt;br /&gt;
:Am 4. Dezember 1902 nahm der Landtag in Malchin die Verordnung betreffs die öffentliche Religionsausübung der reformierten und der römisch-katholischen Kirche in beiden Ständen an.&lt;br /&gt;
:Es wurde jedoch zur Bedingung gemacht, dass den Ständen eine landesherrliche Zusicherung erteilt werde, dass die Niederlassung von katholischen Orden und die Zulassung von Kongregationen und anderen Religionsgemeinschaften nur mit Zustimmung der Stände genehmigt werde, während von der Ritterschaft nur eine entsprechende Bitte an den Landesherren beschlossen wurde. (Teterower Nachrichten vom 6. Dezember 1902)&lt;br /&gt;
:Die protestantische Kirchengemeinde blieb weiterhin die größte und bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Stadt und spielte im gesellschaftlichen Leben eine herausragende Rolle, wie etwa bei der Weihe des neuen Friedhofs am 25. November 1908 oder der Einweihung des neuen Rathauses am 20. November 1910.&lt;br /&gt;
:Der Beginn und Verlauf des 1. Weltkrieges brachte auch für das Leben in der Kirchengemeinde enorme Belastungen. Zu Beginn der Mobilmachung kam es zu vermehrten Taufen und Kriegshochzeiten.&lt;br /&gt;
:Am 11 August 1914 fand im Rathaus eine Zusammenkunft statt, in der man über Möglichkeiten der Unterstützung der Kriegerangehörigen in Teterow beriet. Nach einem Plan, der von Pastor Schumacher nach Beratung mit dem Bürgermeister ausgearbeitet worden war, wurde in der Stadt die Kriegshilfstätigkeit organisiert.&lt;br /&gt;
:Im November 1914 kamen die ersten verwundeten Soldaten in das neu eingerichtete Lazarett. Durchschnittlich 50 Verwundete erhielten hier ihre ärztliche Behandlung und hilfreiche Betreuung durch Mitglieder der Kirchengemeinde. Am 7. März 1919 wurden mit einer kleinen Abschiedsfeier die letzten Patienten in ihre Heimatorte entlassen.&lt;br /&gt;
:Am 14. November 1914 trafen in der Stadt etwa 500 ostpreußische Flüchtlinge ein, die wegen des Einmarsches russischer Truppen ihre Heimat verlassen mussten. Sie wurden zum Teil von Familien in ihren Wohnungen aufgenommen, zum Teil aber auch in Gaststätten und Herbergen untergebracht. Sie wurden von der Kirchengemeinde aufgenommen, erhielten aber auch Seelsorge von einem ostpreußischen Pastor, der von Schwerin aus seine Landsleute betreute. Viele der Flüchtlinge waren nur dürftig gekleidet und ohne persönliche Habe geflohen. Für sie wurde eine Kleidersammlung organisiert. Im Frühjahr 1915, die letzten Mitte April, kehrten die Flüchtlinge in ihre Heimat zurück.&lt;br /&gt;
:Zu Pfingsten 1917 mussten die Zinnpfeifen der Orgel der Kriegswirtschaft zugeführt werden und am 28. Juni 1917 musste die größte der Kirchenglocken den Weg in den Schmelzofen nehmen.&lt;br /&gt;
:Im Winter 1917 wurde die Krippe als Stiftung des Fabrikbesitzers Müller begründet. Am 14. Juni 1918 wurde sie eröffnet. Zwei Diakonissen vom Stift Bethlehem übernahmen die Leitung und Betreuung der Einrichtung. Im Vorstand des Krippenvereins war Pastor Schumacher vertreten.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende und die Abschaffung der Monarchie bracht große Umwälzungen auch im Zusammenleben der Kommune mit sich. Der entthronte Großherzog war nicht mehr Oberbischof der Landeskirche.&lt;br /&gt;
:In der Kirchenchronik heißt es, dass im Januar 1919 in öffentlichen Zusammenkünften in der Stadt die Frage der Trennung von Kirche und Staat diskutiert wurde und dies in der neuen Landesverfassung festgeschrieben werden sollte.&lt;br /&gt;
:Am 11. August 1919 trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Sie brachte die Ablösung des landesherrlichen Kirchenregiments und schuf eine grundlegende Neuordnung des Verhältnisses des Staates zu den Kirchen (Art. 136 ff.). Da den Landeskirchen das volle Selbstbestimmungsrecht zugesprochen war, machte, es sich erforderlich, möglichst schnell eine Kirchenverfassung zu schaffen. In Mecklenburg-Strelitz wurde am 20. Juni 1920 durch den verfassunggebenden Kirchentag eine Kirchenverfassung beschlossen, in Mecklenburg-Schwerin erfolgte das am 12. Mai 1921. Am 23. November 1919, dem Ewigkeitssonntag, fand eine größere Gedächtnisfeier für die Gefallenen in der Kirche statt. Im Adventsbericht des Jahres 1919 ist vermerkt: &amp;quot;Im Kampf fürs Vaterland sind im Verlauf des Krieges im ganzen , soweit bekannt, gefallen: 224, ungerechnet die Vermißten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Dezember 1920 fand die erste Beratung betreffs Errichtung einer Kriegergedenktafel in der Kirche statt und am 22. November 1922 erfolgte die Einweihung der von Teterower Handwerkern geschaffenen Gedenktafel in der St. Peter und Pauls-Kirche.&lt;br /&gt;
:Am 7. Oktober 1923 wurde in Mecklenburg eine Gedenkfeieranlässlich des 400jährigen Bestehens des evangelischen Kirchenliedes durchgeführt. Im übrigen Deutschland waren diese Feiern wegen der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse abgesagt worden. Mecklenburg feierte demnach allein.&lt;br /&gt;
:Am 10. Mai 1924 fand eine erste Beratung über die Beschaffung neuer Glocken für die Kirche im Kirchgemeinderat statt.&lt;br /&gt;
:Am 8. Juni , dem 1. Pfingstfeiertag des gleichen Jahres, wurde das neue Geläut feierlich von Pastor Schumacher geweiht und die Glocken erklangen zum ersten Mal. Die Beschaffung der Glocken, die in Torgau gegossen worden waren, wurde durch Spenden ermöglicht. Die Liste der Spender ist lang.&lt;br /&gt;
:Im Oktober 1932 übernimmt Probst Schumacher die Seelsorge für die Bewohner des Altersheimes des Amtes Malchin in der Wilhelmstrasse ((heute Niels-Stensen-Straße).&lt;br /&gt;
:Die Wahl des Kirchgemeinderates am 23. Juli 1933 brachte große Veränderungen in der Kirchgemeinde. Dazu heißt es in der Chronik: &amp;quot;Es waren 2 Listen eingereicht, die eine von &amp;quot;Evangelium und Kirche&amp;quot;, die andere von den &amp;quot;deutschen Christen&amp;quot;, nachdem eine zuvor versuchte Einigung nicht zustande gekommen war. Die erste Liste erhielt 3 Sitze, die zweite 9. Die feierliche Einführung des Kirchgemeinderates durch Pastor Romberg fand im Hauptgottesdienst des 8. p. Trin.am 6. August statt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im November 1933 wurde Pastor Plahs in sein Amt eingeführt. Er war Vertreter der Deutschen Christen und Nationalsozialist. Am 1. April 1934 übernahm er den Vorsitz im Gemeindekirchenrat.&lt;br /&gt;
:Zum Gottesdienst am 1. Mai 1934 hatte er an Stelle des Lesepultes in der Kirche ein Hitlerbild angebracht, unter dem ein Treuespruch für Hitler stand. Das Hitlerbild verdeckte das Christusbild auf dem Altar für den Mittelgang.&lt;br /&gt;
:Die Deutschen Christen wollten den Nazismus und Faschismus im Christentum durch Erneuerung ihrer Kirche verkörpern. Der Naziideologie folgend, lehnten fanatische Pastoren das alte Testament als jüdisches Glaubensbekenntnis ab, und es wurde offen in der Kirche faschistisches Gedankengut gepredigt.&lt;br /&gt;
:Es kristallisierte sich aber in den Jahren heraus, dass der Staat das Christentum von Grund auf abzulehnen begann.&lt;br /&gt;
:In der Folge kam es zu wachsenden Unstimmigkeiten zwischen den Bekenntnischristen und den deutschen Christen. Von allen Seiten wurde massiv Druck auf die zu Pastor Romberg stehenden Gemeindeglieder ausgeübt. Die Stadtverwaltung, Polizeibehörden, die Gestapo und nicht zuletzt der Oberkirchenrat versuchten, die standhaften Gemeindeglieder und den Pastor einzuschüchtern.&lt;br /&gt;
:Pastor Romberg wurde verhaftet, nach Güstrow in Untersuchungshaft gebracht, es wurden Hausdurchsuchungen vorgenommen und persönliche Dinge beschlagnahmt.&lt;br /&gt;
:Auch die Pastoren, die für Pastor Plahs nachfolgend eingesetzt wurden, versuchten die Bekenntnischristen durch massiven Druck zum Aufgeben zu zwingen.&lt;br /&gt;
:Höhepunkt der Schikanen war, dass Pastor Romberg 7 Jahre und 3 Monate die Kirche nicht betreten durfte und bei Beerdigungen verstorbener Bekenntnischristen die Glocken nicht geläutet werden durften.&lt;br /&gt;
:Jahrelang erhielt Pastor Romberg kein Gehalt. Erst auf dem Klageweg musste ihm das Gehalt von 1935 bis 1940 ausgezahlt werden.&lt;br /&gt;
:Mehrmals sollte Pastor Romberg strafversetzt werden. Er und die Gemeinde wehrten sich stets dagegen, so dass er in Teterow blieb.&lt;br /&gt;
:Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Bibelstunden, Chorproben und Auftritte und andere Veranstaltungen konnten nur im Pfarrhaus, meist unter Anwesenheit der Polizei oder Gestapo stattfinden. Häufig wurden Verbote ausgesprochen.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1942 wurden die gottesdienstlichen Räume im Pfarrhaus vom Bürgermeister beschlagnahmt und Rostocker Bürger, die nach den schweren Luftangriffen ausgebombt waren, eingewiesen. Pastor Romberg hat darauf dem Gemeindekirchenrat mitgeteilt, dass er ab sofort seine Gottesdienste wieder in der Kirche halten werde. Ab dem 14. Juni 1942 beginnt sich das Gemeindeleben zu normalisieren und allmählich wächst die Gemeinde wieder zusammen.&lt;br /&gt;
:Bis zum Zusammenbruch des faschistischen Regimes musste Pastor Romberg aber mit seiner Bekenntnischristen-Gemeinde immer wieder Behinderungen, Erpressungs- und Verleumdungsversuche durch die Deutschen Christen und Versetzungsversuche in andere Orte abwehren. Teterow war im Land Mecklenburg zu einer der standhaftesten Bekenntnischristen-Gemeinden geworden.&lt;br /&gt;
:1945 schreibt die Gattin des Pastors Romberg in der Kirchenchronik: &amp;quot;Erschütterndes Flüchtlingselend! Alle Straßen und Plätze stehen voller Trecks. Hunderte suchen im Pfarrhaus Rat u. Hilfe. Die Zeit und die Angst lähmt. Aber die Arbeit geht weiter. Bibelstunden und Singeabende werden regelmäßig gehalten. Auch der Kirchenchor übt zu Karfreitag und Ostern. Der Kirchenbesuch steigt, die Angst treibt die Menschen doch zu Gott. Judika waren es ca. 250 Mensch in der Kirche.&lt;br /&gt;
:Eingesegnet sind Palmarum 29 Kinder von Pastor Reinwald, 18 Kinder von Pastor Romberg. Am 1. Ostertag waren über 500 Menschen in der Kirche, 21 Taufen. 2. Ostertag Pastor Reinwald. Die Feinde kommen immer näher.&lt;br /&gt;
:Am 1. Mai erwarten wir die Beschießung von Teterow, denn die Stadt soll bis zum Äußersten verteidigt werden. Am 30 April mittags Tieffliegerangriff, der 15 Todesopfer forderte. In er Nacht vom 30.4. auf 1.5. wurde Teterow eingenommen.&lt;br /&gt;
:Wie die Russen beim Einmarsch hausten, ist zur genüge bekannt. Es war hier auch nicht anders. 450 Menschen, später stieg die Zahl auf 600, also 5 % der Bevölkerung, hatte sich das Leben genommen, besonders junge Frauen und Mädchen. In den ersten Wochen rissen die Beerdigungen nicht ab. 150 - 200 Menschen wurden in 2 langen Massengräbern beigesetzt.&lt;br /&gt;
:Am 13. Mai konnte wieder Gottesdienst gehalten werden. Pastor Romberg sprach über das Wort: So demütigt euch unter der gewaltigen Hand Gottes. Am 27. Juni in dem schwer heimgesuchten Kl. Roge Gottesdienst im Freien. Vieh und Lebensmittel werden weggeschleppt oder zerstört. Die Ruhr bricht aus. Bald Hungertyphus. ... Säuglingssterblichkeit ungeheuer, jede Woche sterben 6 - 10. Die Glocken hören kaum auf zu läuten. Teterow ist Quarantänegebiet. Im Oktober laufen die Beerdigungen von morgens bis abends ohne Unterbrechungen. Im November scheint die Krankheit nachzulassen. In allen Schulen sind Typhuslazarette. Im Oktober begann in Noträumen der Unterricht wieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Am 7. Januar 1947 wurde Pastor Bernhard Romberg unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und auch der Stadtverwaltung auf dem Teterower Friedhof bestattet. Er wurde nur 51 Jahre alt. Am 2. September 1927 hatte er seinen Dienst in Teterow begonnen. Als standhafter bekennender Christ hat er als Gegner des Nationalsozialismus seine Gemeinde durch schwierige Zeiten geführt.&lt;br /&gt;
:In den Zeiten der Not versuchte die Kirchengemeinde, Kranken und Bedürftigen in der Stadt zu helfen. In der Pfarrhausküche wurde gekocht und Essen ausgegeben. 1948 konnten vom kirchlichen Hilfswerk bereitgestellte Lebensmittel an Tbc-Kranke ausgegeben werden. Im August wurden vom Hauptbüro des Hilfswerkes für 70 evakuierte Sachsenkinder Lebensmittel bereitgestellt. Des weiteren wurde in der Pfarre I eine Kinderspeisung für 57 unterernährte und Tbc-gefährdete Kinder durchgeführt. Dabei erhielt die Gemeinde von der Stadtverwaltung durch Bereitstellung von Feuerungsmaterial Unterstützung. Diese Speisungen wurden bis in das Jahr 1950 fortgesetzt. Die hierfür benötigten Produkte wurden zu großen Teil durch Spenden, auch aus den Dörfern des Kirchspiels bereitgestellt. Auch von der Teterower katholischen Kirchengemeinde kamen Lebensmittelspenden.&lt;br /&gt;
:1948 kam, gerade aus Kriegsgefangenschaft entlassen, Pastor Abshagen nach Teterow. Er organisierte den Aufbau der Jungen Gemeinde in Teterow, wo sich die Teterower Kinder und Jugendlichen in 14 - 16 Kreisen wöchentlich trafen, gemeinsam biblische Themen besprachen, spielten, Ausflüge unternahmen oder auch mit dem gemeindeeigenen Boot auf den See hinaus fuhren. Die Junge Gemeinde hatte für das Leben in der Kirchengemeinde eine große Bedeutung. 1954 wurde in den Schulen für die Jugendweihe geworben. Ein Jahr darauf nehmen in der DDR 4 % der Konfirmanden an der Jugendweihe teil.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1954 predigt in der Teterower Kirche der Pastor der bayrischen Patenkirche. 1966 verlässt die Gemeindeschwester Martha Stiegler infolge ihres hohen Alters nach über 40 Jahren Stadt und Gemeinde. Sie war eine allseits bekannte und beliebte Persönlichkeit. 1967 wird in der Kirche eine Jubiläumsreihe zur Reformation zu folgenden Themen gehalten: Reformation in Mecklenburg, Luther und Müntzer im Bauernkrieg, Vortrag über die schwedische Kirche, Luthers Lebenslauf, Einfluss der Reformation auf die deutsche Kultur. Am 20.06.1976 wurde Propst Abshagen nach 28 Dienstjahren in Teterow in den Ruhestand verabschiedet. Er verzog Anfang 1977 mit seiner Frau nach Rostock, wo er im Mai 1978 verstarb. Am 13. August 1978 wurde Pastor Dr. Martin Kuske in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Eine statistische Aufzählung in der Chronik zeigt auf, dass von 1965 bis 1982 die Zahl der Gottesdienstbesuche, Taufen, Konfirmationen, Trauungen und kirchliche Beerdigungen kontinuierlich zurück gegangen ist. Im Gegensatz dazu nehmen im gleichen Zeitraum die Zahl der Kollekten, Spenden und Opfer stark zu waren es 1965 ca. 10.000 M. kamen 1982 ca. 26.000 M. zusammen. In den Jahren von 1979 bis 1982 erfolgten umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten und Um- und Ausbauten an der Kirch und den Pfarrhäusern. &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1981 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den evangelischen Kirchen und der Staatsführung um die Friedensfrage. In Teterow haben Jugendliche aus der Jungen Gemeinde die Initiative verschiedener junger Christen unterstützt, einen Wehrersatzdienst im sozialen Bereich durchzuführen. Die betreffenden Jugendlichen wurden in der EOS (Erweiterte Oberschule) zur Verantwortung gezogen. Es kam zu harten Gesprächen. Von der Schule wurde aber niemand verwiesen, aber einige dieser Jugendlichen kamen seitdem nicht mehr zu Jungen Gemeinde. Pastor Kuske schreibt in der Chronik: &amp;quot;Von der Kirche wird erwartet, dass sie sich voll und ganz hinter die Friedenspolitik der DDR, zu der eine starke Armee gehört, stellt. Wir können das aber nur in solidarischer Kritik oder kritischer Solidarität. Wir meinen, dass wir vom Evangelium her ein eigenes Wort mitzubringen haben und werden das auch in Zukunft tun.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1984 kommt es zu Besuchen und Gegenbesuchen mit der Partnergemeinde Gräfelfing. Die Partnergemeinde spendet 20.000 Dachsteine für das Kirchendach. Mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützung der Dachdeckerfirma Wille konnte damit das Süddach des Langhauses eingedeckt werden. 1989 wird dann, ebenfalls mit gespendeten Dachsteinen aus der Partnergemeinde, das Norddach mit freiwilligen Helfern und der Firma Wille erneuert.&lt;br /&gt;
:Am 6. März 1987 wurde zum 100jährigen Geburtstag der Weltgebetstagsbewegung ein Festgottesdienst durchgeführt. Dazu eingeladen sind auch katholische und evangelisch-freikirchliche Gemeindeglieder. Am 19. Oktober 1989 findet das 1. Friedensgebet mit über 500 Leuten in der Kirche statt, weitere folgen am 2. und 9. November. Am 18. Januar 1990 findet ein Friedensgebet gegen die Kampfhandlungen am Golf statt. Mitarbeiter der Kirchengemeinde führten seit März 1990 Gespräche in Schulklassen und mit Lehrern, um Misstrauen und Vorurteile gegen die Einführung eines Religionsunterrichts zu entkräften.&lt;br /&gt;
:Am 6. Januar 1991 wurde mit einem Gottesdienst die Sozialstation Teterow feierlich eröffnet. Neun Gemeindeschwestern sind seither in der Stadt Teterow und den politischen Gemeinden Alt Sührkow, Gottin, Dalkendorf, Groß Roge und Groß Wokern tätig. Sie sind von der Kirche angestellt. Am 1. Juni beendet Pastor Christian Burchhard seinen Dienst, den er im November 1985 begonnen hatte.&lt;br /&gt;
:Am 24. Dezember 1990 erklangen die ersten Register der neuen Orgel. Die Finanzierung des Orgelbaues gestaltete sich, auch wegen der Währungsunion, sehr schwierig. Am 1. September 1991 kann die neue Orgel eingeweiht werden. Das Gewölbe über der Orgel wurde renoviert. 1991 wird das Pfarrhaus, Schulstraße 2 saniert. Im Oktober d. J. wird mit der Ausmalung des 2. Gewölbes im Kirchenschiff begonnen und zu Ostern 1992 fertiggestellt. Am 16. Mai 1993 wird Pastor Burkhardt Ebel in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1993 nahmen 37 Gemeindeglieder aus Teterow und Hohen Mistorf am Kirchentag in München teil und gestalteten einen viel beachteten Ausstellungsstand mit Fotos, Zeichnungen und Dokumentationen über das kirchliche Leben in einer mecklenburgischen Kleinstadt und einer Landgemeinde. Dabei war der Höhepunkt der Besuch des Bundespräsidenten von Weizsäcker am Stand. Am 23. Februar findet die Auftaktveranstaltung zum Jahr der Familie in der katholischen Kirche statt, auf der die Pastoren Kuske und Ebel eine Dialogpredigt halten. Am 24. Mai 1994 hielt Pastor Martin Kuske den letzten Gottesdienst in der Gemeinde. Er war von der Kirchenleitung der Landesbehörde zum Landespastor für Diakonie berufen worden. Am 9. Februar 1995 schied er durch eigene Hand aus dem Leben.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wird die Restaurierung der Altarfiguren abgeschlossen und der Altar wieder vervollständigt. Im Jahr 1994 entschied die Kirchenleitung, dass in den kleinen Städten wie Teterow nur noch eine Pfarrstelle besetzt wird. Am 25. Mai 1995 wird der erste gemeinsame Gottesdienst mit der Gemeinde Hohen Mistorf (Pastorin Gudrun Schmiedeberg) auf dem Silberberg im Ortsteil Teschow durchgeführt. Am 7. Januar 1996 findet der erste ökumenische Gottesdienst zur Allianzgebetswoche in den Räumen der evangelischen Freikirche statt.&lt;br /&gt;
:Iwan Rebroff (Hans Rolf Rippert), der einige Kinderjahre in der Nachkriegszeit in Teterow verlebte und damals auch im Kirchenchor bei Frau Vichel gesungen hatte, ab am 6. August 1997 ein Konzert in der Kirche. Seine Mutter war 1948 Mitglied des Gemeindekirchenrates und für die Spendensammlungen verantwortlich. Der erste ökumenische Gemeinderat findet am 4. September 1997 statt. Die Gemeinderäte der katholischen Gemeinde, der Freikirchlichen Gemeinde und der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde treffen sich. Dem ersten kennenlernen folgt eine Beratung über gemeinsame Projekte. In den Tagen vom 9. bis 19. November 1997 wurden Andachten zur ökumenischen Friedensdekade im Wechsel der drei Gemeinden der Stadt gehalten. Zum Abschluss wurde am Buß- und Bettag ein ökumenischer Bittgottesdienst für Frieden in der Welt in der katholischen Petruskirche gefeiert.&lt;br /&gt;
:Im Rathaussaal wird am 29. Januar 1998 der Förderkreis St. Peter-Paul´s Kirche gegründet. Zum 1. März 1998 erfolgte eine kirchliche Umgemeindung der Ortschaften, Niendorf und Pampow wechselten nach Hohen Mistorf, Grambzow und Groß Köthel nach Bülow und Appelhagen nach Thürkow / Warnkenhagen. Zum Erntedankfest am 1. Oktober 1998 kann nach der Ausmalung des 3. Gewölbejoches die Kirche wieder benutzt werden. Die Arbeiten sind vor allem aus Spendenmitteln finanziert worden. Im Jahr 2000 werden die Renovierungsarbeiten an der Kirche mit der Neueindeckung der drei Norddächer fortgesetzt.&lt;br /&gt;
:Über der Tafel der Gefallenen des I. Weltkrieges wird am 29. Oktober 2000 ein Gedenkkreuz für die Opfer des II. Weltkrieges montiert. Im Januar 2001 wird mit einem Festgottesdienst das 10jährige Bestehen der Diakoniesozialstation gefeiert. Am 11. Oktober 2001 weilt auf Einladung der Chor der jüdischen Gemeinde Schwerin in Teterow. Nach einem Forum im Rathaussaal findet anschießend ein jüdisches Chorkonzert in der Kirche statt. Zum Hechtfest 2002 gestaltet die Gemeinde gemeinsam mit der katholischen und der freikirchlichen Gemeinde eine gemeinsamen Wagen und nimmt am Umzug teil. Motto des Wagens: &amp;quot;Alle in einem Boot.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Von Januar bis April 2003 finden regelmäßig Friedensgebete gegen den Krieg statt, und es wird eine entsprechende Petition verfasst. Am 15. Februar nehmen Gemeindemitglieder zusammen mit anderen Kriegsgegnern aus der Stadt an der großen Anti-Kriegsdemonstration in Berlin teil. Im November 2003 wird das Organisten- und Küsterhaus am Kirchplatz nachjahrelangem Leerstand verkauft. Im August 2004 wird der Bauabschnitt an der Südseite der Kirche begonnen.&lt;br /&gt;
:Am 8. Mai 2005 war eingeladen zu einem Gedenkgottesdienst anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren. Beteiligt hatten sich die Gemeinden Hohen Mistorf und die Freikirchliche Gemeinde. Durch kurze Zeitzeugenberichte wurde der Gottesdienst lebendig und für die jungen Kirchenbesucher anschaulich. Am 6. August 2005 beteiligte sich die Gemeinde an der Aktion &amp;quot;Teterow offen&amp;quot;, ebenso auch am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2005 unter Mitwirkung des Fördervereins. Im Jahr 2006 wurde mit dem Abschluss der Außensanierung der 2. Bauabschnitt beendet. Im Chorraum wurden neue Buntglasfenster nachgestaltet, ein Toiletteneinbau erfolgte am Südeingang, und mit der Turmsanierung wurde der 3. Bauabschnitt begonnen.&lt;br /&gt;
:Im August 2006 fanden die 54. Internationalen Orgeltage das erste mal in Mecklenburg statt. Die 1. Station war die Orgel in der Kirche. 290 Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern nahmen daran teil. Im Oktober 2006 war ein ökumenischer Gesprächskreis in Rom. Pfarrer sturm von der katholischen Gemeinde Teterow hatte die Führung der Gruppe übernommen. Am 17. November 2006 wurde im Rathaus die Turmkugel geöffnet und der Inhalt in Vitrinen der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 10 Dezember wurde die neue Kugel mit dem bisherigen Inhalt und aktuellen Dokumenten gefüllt und versiegelt.&lt;br /&gt;
:Am Tag des offenen Denkmals 2007 informierte der Architekt Günther Maaß die interessierten Besucher über die bisherigen Sanierungsarbeiten und noch anstehende Aufgaben. Anschließend gab Diplomrestaurator Detlef Krohn einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Gewölbemalerei und informierte über den Stand der Restaurierungsarbeiten. Ein besonderer Höhepunkt ist seit Jahren in der Stadt der ökumenisch gestaltete Martinstag. 2007 wurde das Martinsspiel von der katholischen Gemeinde gestaltet.&lt;br /&gt;
:Denkwürdig war auch der Rathaustag 2008 mit allen Religionsgemeinschaften vor Ort zu der Thematik &amp;quot;Werte in der Gesellschaft&amp;quot;. Am 19. April 2008 führte die Gemeinde gemeinsam mit dem Heimatbund Teterow eine Exkursion nach Crivitz durch. Anlass war das Marienretabel, das 1959 an die Kirchengemeinde Crivitz ausgeliehen wurde und seitdem dort auf dem Altar angebracht ist. Im September 2008 begannen die Arbeiten am Fußboden und an den Bankheizungen der Kirche. Im Oktober 2008 besuchte eine Gemeindegruppe Gräfelfing, um das 30. Jubiläum der Gemeindepartnerschaft am 1. November 2008 mit den Gräfelfingern zu begehen. Am 22. November 2008 gab es eine ökumenische Feierstunde auf dem Friedhof, der vor 100 Jahren geweiht wurde. Beteiligt waren auch die katholische und die evangelisch-freikirchliche Gemeinde sowie die Freie Christengemeinde.&lt;br /&gt;
:Im Dezember 2008 konnte der 1. Abschnitt der Restaurierung der Gewölbemalerei im Chorraum abgeschlossen werden. Mit der Fortsetzung der Arbeiten im Jahr 2009 wird der 2. Abschnitt fertiggestellt. Am 18. Januar 2009 verließ Pastor Ebel die Kirchengemeinde Teterow, um seinen Dienst an der Schelfkirche in Schwerin zu verrichten. Nach dem Auszug des Pastors wird mit der grundlegenden Sanierung des Pfarrhauses in der Schulstraße begonnen. Bauschäden, die durch unsachgemäß ausgeführte Bauarbeiten entstanden sind, mussten beseitigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der städtische St. Georg-Friedhof===&lt;br /&gt;
Am 20 November 1927, dem Ewigkeitssonntag, wurde auf dem Friedhof die Christusfigur, die die Städtische Friedhofskommission den Gefallenen des 1. Weltkrieges gestiftet hat, an ihren Gräbern aufgestellt und durch Pastor Schumacher geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514907045.pdf Der St. Georg-Friedhof zu Teterow In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 9, S.67]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die katholische St. Petrus-Gemeinde in Teterow===&lt;br /&gt;
:Nachdem in der Mitte des 16. Jahrhunderts die evangelisch-lutherische Kirche in Mecklenburg zur Landeskirche erhoben wurde, spielte die römisch-katholische Kirche auch in Teterow keine Rolle mehr. Ob über die Jahrhunderte überhaupt in der Stadt noch Angehörige dieser Glaubensrichtung gelebt haben, ist bisher nicht nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Erst im 19. Jahrhundert werden wieder Katholiken als eine kleine Gruppe genannt. Dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt sich wieder eine kleine Schar Katholiken in der Stadt und in den umliegenden Orten zusammen zu finden. Die Teterower Nachrichten berichten am 31. März 1904 über die Rats- und Bürgersitzung vom 29. März: &amp;quot;... wurde mitgeteilt, daß vom hohen Ministerium gestattet worden ist, daß in hiesiger Stadt monatlich während der Anwesenheit ausländischer Schnitter in der Umgebung römisch-Katholischer Gottesdienst abgehalten wird, und wurde gleichzeitig die Petition hiesiger Katholiken auf Einräumung eines städtischen Lokals a. zur Abhaltung des Gottesdienstes und b. zur Erteilung des Religionsunterrichts vorgelegt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die erste katholische Messe nach der Reformation findet am Sonntag dem 24. April 1904 im Saal des damaligen Schützenhauses statt. Durch die Bemühungen des damaligen Schlosskaplans Hardinghaus (Matgendorf) gelang es gelegentlich den Saal vom Schützenhauswirt Julius Ehlert für diesen Zweck zu mieten. Regelmäßiger Religionsunterricht fand in der Privatwohnung eines Teterowers statt. In den nächsten Jahren erfolgte die geistliche Betreuung der kleinen Gemeinde von Rostock und Schwerin aus. Die katholischen Schnitterfamilien von den Gütern der Umgebung wurden in die Gemeindearbeit einbezogen.&lt;br /&gt;
:Während des Weltkrieges 1914 - 1918 waren durch neue Gesetze und Verordnungen größere Versammlungen verboten worden. Die monatlichen Gottesdienste im Schützenhaus konnten nicht mehr stattfinden. Man war wieder auf Zusammenkünfte in Privaträumen angewiesen. Im Verlauf des Krieges wurde der dritte Monatssonntag für katholische Gottesdienste freigegeben, auch für die ausländischen Fremdarbeiter. Nach dem Krieg wurde die Nutzung des Schützenhaussaales für Gottesdienste gekündigt. Es gelang der Gemeinde, in der Schulstraße 24 Räume für Gottesdienst und Religionsunterricht zu bekommen.&lt;br /&gt;
:Am 1. Februar 1922 wird Teterow Pfarrei und Pfarrer Kaschny der neue Seelsorger. Der Aufbau der neuen Pfarrei begann. Allmorgendlich war heilige Messe und Unterricht für die Kleinen, Katechese und abendliche Vorträge für die Erwachsenen. Die Räumlichkeiten wurden für die wachsende Gemeinde zu klein. Man nutzte die Gelegenheit, die in der Schulstraße 12 aufgegebenen Waschanstalt zu übernehmen, für Pfarrer Kaschny eine kleine Wohnung frei zu bekommen und die Räume der Waschanstalt zu einer bescheidenen Kapelle umzugestalten. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Kommunionskursen für Mädchen und Jungen gewidmet, deren Teilnehmerzahl bis zu 50 Kinder zählte. Für größere Veranstaltungen wie Erstkommunion und Firmung stellte die Stadtverwaltung die städtische Turnhalle zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Am 22. Januar 1927 erwirbt der bischöfliche Stuhl Osnabrück die ehemalige Maschinenfabrik Müller in der Wilhelmstraße (heute Niels-Stensen-Straße) und wird als Eigentum eingetragen. Das dazugehörige Villengrundstück in der heutigen Bahnhofstraße wird vom Bischof als Pfarramt bestimmt. Am 1. Februar 1927 gründen drei Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariä die 1. Schwesternniederlassung in Teterow nach der Reformation. Ein Kinder- und Säuglingsheim und eine Kommunikantenanstalt wurde eingerichtet. Am Weißen Sonntag 1927 findet die erste Erstkommunionsfeier und der erste Gottesdienst in der neuen Kirche, einer ehemaligen Lokomotivhalle, statt.&lt;br /&gt;
:Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten führte zu tiefgreifenden Veränderungen. Das Kinder- und Säuglingsheim wurde geschlossen, ebenso die Kommunikantenanstalt. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) zog ins Schwesternheim. Erst auf dem Prozesswege wurde das Heim zurückgegeben. Religionsunterricht konnte nur in kirchlichen Räumen abgehalten werden. 1941 - 1942 wird die Kirche renoviert und umgebaut, eine Kriegsgedächtnisstätte entsteht. Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945 in Teterow wird das gesamte Gelände von Kirche und Pfarramt verwüstet und als Flüchtlingslager beschlagnahmt. Pater Kautz und der Organist der evangelisch-lutherischen Kirche, Hans-Heinrich Stein, retten mit einem Ziehwagen drei Tage lang die verstreut liegenden  Paramente, Vasa sakra, Bücher, eine Monstranz, die Statue des Hl. Bruder Konrad und anderes mehr. Die Sachen werden im Turm der evangelisch-lutherischen Kirche eingelagert.&lt;br /&gt;
:Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist bereit, ihren Glaubensbrüdern zu helfen, und so finden in den folgenden Wochen die katholischen Gottesdienste unter ihrem Dach statt. Die Wiederinbetriebnahme der eigenen Einrichtungen nimmt alle Kräfte in Anspruch. Die vier Ordensschwestern betätigen sich im Typhus-Lazarett auf dem Schulkamp. Mit einfachen Mitteln wird das Heim für die vielen Waisenkinder wieder eingerichet. Die Kirche wird zum gottesdienstlichen Gebrauch von den Geistlichen unter Mithilfe der Gemeindeglieder wieder hergerichtet. Am 5. Mai 1947 hält Bischof Dr. Berning in Teterow die erste Nachkriegsfirmung.&lt;br /&gt;
:1964 wird vom Bischöflichen Amt in Schwerin ein Haus für Jugendseelsorge aufgebaut und 1967 ein Jugendseelsorger entsandt. Im Juni 1969 wird das alte Kirchengebäude abgerissen und ein gleicher Stelle ein neues Haus errichtet. Am 27. Juni 1971 weiht der Schweriner Bischof Theissing die neue Petri-Kirche in Teterow. Als Gäste nahmen der evangelisch-lutherische Probst Abshagen und Vertreter des Rates der Stadt Teterow teil. Das Kinderheim wird am 1. Januar 1975 aufgelöst und zu einem kirchlichen Feierabend- und Pflegeheim umgebaut und am 1. Mai 1975 eröffnet. 1977 findet am 2. Februar aus Anlass des 50. Jahrestages der Schwesternniederlassung und der Eröffnung des St. Ansgar-Heimes eine Jubiläumsfeier statt und am 17. April findet ein Gemeindefest zum 50. Jahrestag des Bestehens des Gotteshauses statt.&lt;br /&gt;
:Am 25. Januar 1990 wird eine Erklärung des Priesterrates des Bischöflichen Amtes Schwerin vom 3. Januar 1990 zur grundlegenden Reform des gesamten Bildungssystems mit 350 Unterschriften aus der St. Petrus-Gemeinde Teterow an das Volksbildungsministerium der DDR nach Berlin abgeschickt. Teterow war als Mittelpunkt des Landes Mecklenburg-Vorpommern schon immer Zentrum der katholischen Jugendarbeit. Das seit ca. 30 Jahren bestehende alte Jugendhaus genügte nach der politischen Wende im Staat nicht mehr den Anforderungen. Das Gebäude wurde zu klein. Unter maßgeblicher Beteiligung des Jugendpfarrers Ansgar Thim konnte 1995 auf dem Pampower Koppelberg das Bischof-Theissing-Haus als neue Begegnungsstätte für junge Menschen aus ganz Mecklenburg eröffnet werden.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wurde das katholische Pflegeheim St. Ansgar als Neubau fertiggestellt und unter großer öffentlicher Anteilnahme eingeweiht. Am 7. August 1999 erfolgte die Grundsteinlegung zur neuen Kirche St. Petrus. Im Mai 2000 erfolgte der Abriss der bisherigen Kirche. Die Einweihung des neuen Kirchenbaues nahm der Hamburger Erzbischof Dr. Averkamp am 30. Juni 2000 vor. In der Zeit zwischen dem Abriss der alten und der Weihe der neuen Kirche (1. bis 25. Juni) öffnete die evangelisch-lutherische Gemeinde ihre Kirche für die Andachten der katholischen Gemeinde. In seinem Grußwort zur Einweihung der Kirche sprach Bürgermeister Dr. Reinhard Dettmann: &amp;quot;Möge dieses Haus die Gemeinde und die Bürger der Stadt segnen und schützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dieser Segenswunsch drückt aus: Die Zeiten haben sich verändert. Vorbei sind die Jahrzehnte, da die Katholiken in einem Winkel der Stadt geduldet wurden und die Kirche ein Provisorium in einer ehemaligen Fabrikhalle war. Grüße überbrachte Pastor Ebel von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Pastor Schlag von der freikirchlichen Gemeinde übergab ein frisches Brot als Zeichen für gute Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jüdisches Leben in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Teterower Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Rathaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus von Teterow wurde 1910 errichtet. Es befindet sich im Stadtkern von Teterow, direkt am Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche St. Peter und Paul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Zeitpunkt für den Bau des ersten Rathauses ist nicht überliefert. Da der Bau der Kirche St. Peter und Paul gegen 1270 begann und Teterow 1272 erstmals urkundlich erwähnt wird, entstand vermutlich auch um diese Zeit ein erstes Rathaus. Am 18. August 1700 kam es nach dem Großbrand von 1632 zum zweiten Mal zu einer Feuersbrunst, die Teterow samt Rathaus in wenigen Stunden fast vollständig vernichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1708 wurde ein Rathaus im Stil des Barocks errichtet. Dieser Bau wurde 1909 abgerissen und es entstand bis 1910 am Marktplatz das heutige zweigeschossige neobarocke Rathaus. Großherzog Friedrich Franz IV. hatte dazu den Grundstein gelegt. Die Marktplatzseite des „dritten“ Rathauses gliedert sich auch in drei Teile mit je drei Fensterachsen. Durch den vorspringenden Mittelrisalit führt der Eingang. Das Gebäude hat ein Mansarddach, das ein offenes, barockes Türmchen überragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1945 wurde das Haus von der sowjetischen Kommandantur, vom Rat des Kreises und vom Polizeikreisamt genutzt. Die Stadtverwaltung residierte in dieser Zeit im ehemaligen Hotel &amp;quot;Erbgroßherzog&amp;quot; in der Malchiner Straße. Nach der Wende übernahm am 13. Februar 1990 die Stadtverwaltung wieder das Rathaus. Im November 1992 brach bei einem Orkan die Spitze des Rathaustürmchens mitsamt der vergoldeten Kugel ab und blieb in der Dachrinne hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus wurde um 1993 gründlich saniert. So auch das Balkongitter über dem Eingang, welches das neu gestaltete Stadtwappen farbenprächtig zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf dem Marktplatz befindet sich eine 1995 eingelassene Gedenkplatte, die den geographischen Mittelpunkt Mecklenburg-Vorpommerns kennzeichnet, und der an die Schildbürgerstreiche erinnernde Hechtbrunnen. Er wurde nach Entwürfen des Plauer Bildhauers Wilhelm Wandschneider gebaut und 1914 eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pfarrkirche St. Peter und Paul===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Pfarrkirche St. Peter und Paul ist eine dreischiffige Pseudobasilika aus Backstein mit zweijochigem , kreuzrippengewölbtem Rechteckchor, Nordsakristei und eingezogenem quadratischem Westturm.&lt;br /&gt;
:Chor und dreijochiges Landhaus wurden nach 1250 begonnen.&lt;br /&gt;
:Der Einzug der Schiffsgewölbe und Errichtung des Westturms erfolgten im 15. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Charakteristisch am Chor sind Lisenen, Rundbogenfriese und Deutsches Band, im Ostgiebel finden sich spitzbogige Blendenreihen und Kreuzblende, darunter in der Ostwand Dreifenstergruppe mit eingelegten Rundstäben. Blendendekore finden sich auch um Staffelgiebel der zweijochigen Nordsakristei und den beiden Obergeschossen des Westturmes.&lt;br /&gt;
:Die südliche Priesterpforte (durch die spätere Südsakristei verdeckt) mit reichem Blattschmuck an Kapitellen und Archivolten. Im Inneren die Kreuzrippengewölbe im Chor lagern auf Wandpfeilern mit Runddiensten, im Langhausmittelschiff auf achteckigen Pfeilern, das südliche Seitenschiff mit achteckigen Rippengewölben.&lt;br /&gt;
:1877/80 erfolgte eine umfassende Instandsetzung. Dabei wurde die Langhausnordwand mit Fenstern, Verbreiterung des nördlichen Seitenschiffes und einer zweiten Sakristei an der Südseite des Chrores versehen.&lt;br /&gt;
:Die Gewölbemalerei von 1350 wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts umfassend restauriert.&lt;br /&gt;
:Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament (Genesis sowie Leben und Passion Christi), zwei geharnischte Fürsten, Mischwesen und Tierdrolerien.&lt;br /&gt;
:Im Chor befindet sich ein sehr qualitätvoller vierflügeliger Schnitzaltar (um 1430) mit zentraler Marienkrönung sowie Apostelfiguren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513615962.pdf Die Peter-Paulskirche zu Teterow Karl Schmaltz In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.369-371]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616098.pdf Über die Decken- und Tafelmalereien der Pfarrkirche zu Teterow Oscar Gehrig In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.372]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul, deren Anfänge in das 13. Jahrhundert zurückreichen, bestanden vor der Stadt Kapellen. Die wichtigste war die nach 1300 errichtete Marienkapelle, die angeblich von Bischof Magnus von Kammin begründet wurde und gewisse Wallfahrtbedeutung erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Schulkampus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtmühle Teterows===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Eisenbahngeschichte===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Altstadt Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtbefestigung von Teterow mit den Stadtoren===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer ist an der bogenförmigen Führung der Ringstraßen noch erkennbar.&lt;br /&gt;
:Die Mauer selbst ist abgetragen bzw. überbaut.&lt;br /&gt;
:Von den ehemals drei Toren sind noch zwei erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rostocker Torturm====&lt;br /&gt;
:Das Tor ist ein mehrgeschossiger Backsteinbau des frühen 15.Jahrhunderts mit einem abgeschlossenen Satteldach zwischen Giebeln zur Stadt- und Feldseite, die spitzbogigen Durchfahrtsöffnungen nachträglich vergrößert. &lt;br /&gt;
:Der Turmkörper ist an der Stadtseite mit großer mittlerer Spitzbogenöffnung versehen, dem wohl im frühen 18.Jahrhundert durch eine Eisenkonstruktion zugesetzt worden war. &lt;br /&gt;
:Seitlich gerahmt von kleinen Blenden, sind die Staffelgiebel mit Maßwerkblenden versehen. &lt;br /&gt;
:Ihre oberen Abschlüsse wurden im 16. Jahrhundert verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Malchiner Torturm ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Malchiner Tor ist ein annähernd quadratischer Backsteinbau mit Stadt- und Feldseitengiebel sowie kleinteiligen, am Turmkörper zu horizontalen Bändern zusammengeschlossenem Baudekor, erbaut um die Mitte des 15. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Die spitzbogige Durchfahrt ist ebenfalls im 16. Jahrhundert vergrößert und dabei die Giebelabschlüsse verändert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Museen==&lt;br /&gt;
===Das Teterower Stadtmuseum===&lt;br /&gt;
;Das 1. Museum 1933 - 1945&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 27.09.1933:&lt;br /&gt;
:Heimatmuseum&lt;br /&gt;
:Ehrfurchtsvoll betritt die Räume,&lt;br /&gt;
:Wo Ureltern-Zeiten neu entstehen.&lt;br /&gt;
:Viel Kunst, Wissenschaft und Bräuche&lt;br /&gt;
:Wirst Du mit Bewunderung hier sehn!&lt;br /&gt;
:(Eine Karte mit dieser passenden Aufschrift heftete ein Unbekannter an die Eingangstür des Museums.)&lt;br /&gt;
:Teterow, 25. Sept. In kurzer schlichter Feier fand am gestrigen Sonntag Mittag im Gemeindesaal (im Gebäude der früheren Höheren Mädchenschule) die Einweihung des neuen Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Heimatbundes, Herr Lehrer a. D. Köpcke, begrüßte die anwesenden Ehrengäste, voran Herrn Professor Dr. Wossidlo, Waren, die Vertreter des Rates und der Stadtverordneten-Versammlung, die Mitglieder des Heimatbundes und die sonstigen Gäste mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
:Hochverehrte Anwesende!&lt;br /&gt;
:Wir haben uns hier heute versammelt, um das von der Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes Mecklenburg errichtete Museum zu eröffnen. Namens des Vorstandes dieser Ortsgruppe begrüße ich Sie herzlich und danke Ihnen für das Interesse, daß Sie durch Ihr Erscheinen der Museumssache entgegenbringen. Es ist mir eine besondere Freude, Herrn Prof. Dr. Wossidlo, der auf dem Gebiete der Volkskunde so Hervorragendes geleitstet hat, hier heute in unserer Mitte zu sehen. Ich danke Ihnen, Herr Professor, daß Sie trotz Ihrer augenblicklich anstrengenden Arbeit es möglich gemacht haben, unserer Eröffnungsfeier beizuwohnen. Ich begrüße dann besonders den Vertreter des Rates, den Herrn Bürgermeister Dr. Meyer und den Stadtverordnetenvorsteher Herrn Münter. Durch das Entgegenkommen unserer Stadtverwaltung ist es uns erst möglich geworden, hier ein Museum zu errichten. Ich möchte auch an dieser Stelle herzlichen Dank dafür aussprechen und damit gleichzeitig die Bitte verbinden: Rat und Bürgervertretung mögen auch in Zukunft dem Heimatmuseum ihr Wohlwollen erhalten und die Interessen desselben nach jeder Richtung hin fördern und unterstützen.&lt;br /&gt;
:Ganz besonders danke ich dem Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, dem Leiter unseres Museums, der durch seine unermüdliche und zähe Arbeit dasselbe hergerichtet hat. Ohne ihn wäre das Werk nicht in so kurzer Zeit zustandegekommen. Ihr Name, Herr Bartels, wird daher für immer mit dem Teterower Heimatmuseum verknüpft bleiben.&lt;br /&gt;
:Weiter danke ich all den Damen und Herren, die durch Hergabe von Museumsgegenständen und durch ihre unentgeltliche, opferwillige Arbeit uns in so reichem Maße unterstützt haben. Auch hier möchte ich die Bitte aussprechen: Lassen Sie die Ortsgruppe bei dem weiteren Ausbau des Werks nicht im Stich. Nur durch tatkräftige Mithilfe und Unterstützung aller Bevölkerungskreise wird es möglich sein, das Museum so zu erhalten und auszugestalten, daß es seinen Zweck voll erfüllen kann.&lt;br /&gt;
:Aber welches ist nun Zweck und Aufgabe eines Heimatmuseums? Ich möchte die Frage kurz dahin beantworten, daß ich sage: &amp;quot;Das Heimatmuseum soll dazu dienen, daß die Kultur einer früheren Zeit im Volke lebend bleibt.&amp;quot; Dies Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn die Gebrauchsgegenstände vergangener Jahrhunderte dem Volke immer wieder vor Augen geführt werden, und das geschieht am besten durch ein Ortsmuseum. Ich gebrauche hier den Ausdruck Ortsmuseum im Gegensatz zu Landesmuseum. Manche Menschen stehen nämlich auf dem Standpunkt, daß sie behaupten, ein Landesmuseum genüge für den vorhin erwähnten Zweck vollkommen. Wir haben in Schwerin ein vorzügliches Museum für volkskundliche Sachen, und darüber sind wir recht froh, und das wollen wir auch in keiner Weise mit unserem Vorgehen bekämpfen. Aber die meisten Menschen aus unserer Gegend kommen doch nur selten nach Schwerin, und wenn sie einmal hinkommen, so haben sie noch nicht genügend Zeit und Gelegenheit, das Landesmuseum zu besuchen. Da ist es doch ganz gewiß richtig, wenn auch überall in den kleineren Städten unseres Landes Heimatmuseen bestehen, wo die umwohnende Bevölkerung Gelegenheit hat, Volkskunde zu treiben. Auch für die Schulen ist es von großem Wert, wenn in der Nähe Stätten vorhanden sind, wo den Kindern ein Stück Vergangenheit gezeigt werden kann. Es ließe sich hierüber noch manches sagen, aber in Rücksicht auf die mir zur Verfügung stehende Zeit muß ich davon absehen. Unsere Nachbarstädte Güstrow, Malchin und Waren haben schon seit Jahren Heimatmuseen. Da darf auch Teterow hinter diesen Städten nicht zurückstehen. Ich denke hierbei auch an die Bestrebungen unseres Verkehrsvereins. In Wismar wurde in diesem Jahre gelegentlich der Landeshauptversammlung des Heimatbundes ein Ortsmuseum eröffnet. Dort stehen dem Museum 7 Räume zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Im nächsten Jahre findet die Landeshauptversammlung hier in Teterow statt. Ich hoffe, daß wir bis dahin noch einen 3. Raum bekommen. Sie werden nachher selbst sehen, daß die jetzt vorhandenen Räume nicht ausreichen.&lt;br /&gt;
:...&lt;br /&gt;
:Nach dem Redner sprach Herr Bürgermeister Dr. Meyer namens der Stadt Teterow dem Teterower Heimatbund, insbesondere dem Vorsitzenden und dem Leiter und Gestalter des Museums, Herrn Reichsbahnoberinspektor Bartels den herzlichen Dank für die wertvolle, im Interesse der Stadt geleistete Arbeit aus. Er sprach von dem großen Wert solcher Heimatmuseen für die Erhaltung alter heimatlicher Kultur und betonte, daß die Weiterarbeit zur Förderung dieses wichtigen Werkes in der Zukunft vor allem in den Händen der Schulen läge. Jedes Kind wüßte jetzt, wohin es zu gehen habe, mit einem irgendwo entdeckten Gegenstand aus früheren Zeiten. Er wünschte eine gute Weiterentwicklung des Museums.&lt;br /&gt;
:Anschließend nahm Herr Professor Wossidlo, Waren, der größte mecklenburgische Förderer der Erhaltung alten Kulturgutes, das Wort. Er dankte für die an ihn gerichteten Begrüßnungsworte und gab einen kleinen Abriß aus der weiteren Gestaltung der Förderung der Heimatmuseen. Die Leiter der meckl. Heimatmuseen werden demnächst in Schwerin zusammentreten, um über gegenseitigen Austausch von Dubletten in Verhandlungen zu treten. Er gab in seinen weiteren Ausführungen ein kleines Beispiel davon, wie leicht wertvolle Güter aus alter Zeit unter altes Eisen kommen können. In der sich dann anschließenden Besichtigung des Heimatmuseums gab der große Heimatkundler wertvolle Erläuterungen zu manchen der vorhandenen schönen Museumsstücke, darunter Sachen, die man, wie er sagte, im großen Schweriner Museum vorläufig noch schmerzlich vermisse.&lt;br /&gt;
:Das neue Heimat-Museum enthält heute schon einen ungeahnten Reichtum an ganz wertvollen Zeugen alter Zeit. Der ganze Aufbau und die Anordnung des neuen Heimatmuseums zeuge von großer Sachkenntnis, bekundete der Vater der Heimatmuseen. Wir werden in einem weiteren Artikel näher auf einzelne Teile unseres neuen Museums eingehen. Dankbar aber wollen wir auch an dieser Stelle unserer Freude darüber Ausdruck verleihen, daß wir nun endlich, nach langjährigem Bemühen (schon unter Herrn Bürgermeister, jetzigen Staatsminister Dr. Scharf wurde dieses Projekt im Verkehrsverein - durch ständiges Nachfassen des Herrn Studienrat Dr. Böhmer durch Wort und Schrift - viel behandelt, scheiterte damals aber immer an der Platzfrage) ein schönes Heimat-Museum haben. Ein Heimat-Museum mit einer Fülle von wertvollen Gegenständen, wie es mancher Teterower bestimmt nicht zu erwarten wagte. In Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, der von jeher ein großer Schwärmer für heimatliche Kulturgüter war, hat die Ortsgruppe den richtigen Leiter und Verwalter gefunden. Unter seiner Hand wird diese wertvolle Bereicherung des Schatzes Teterower Schaustücke eine sichere und stete Fortentwicklung nehmen. Wir Teterower schulden allen an dem Aufbau dieses Werkes Beteiligten herzlichen Dank.&lt;br /&gt;
:Außer den im Heimat-Museum an den Gegenständen genannten Spendern beteiligten sich in hochherziger und dankenswerter Weise an der Einrichtung des Museums die Firmen Gebr. H. u. C. Groß, Friedr. Dohr, Malermeister H. Peterß, Ramelow, E. Vick, H. Bastian, Tischlermeister Rüter, Renzel, Müschen, E. Schröder, Fritz Walter, Malermstr. A. Schröder versah den sehr bewunderten Herd mit naturgetreuen Farben. Sämtl. Arbeiten mit Ausnahme der eigenen Unkosten wurden ohne Berechnung ausgeführt. Bei der Reinigung und Herrichtung der z. T. sehr verstaubten Gegenstände ist Frau Hermann eine sehr wertvolle Hilfe gewesen.&lt;br /&gt;
:Das Heimat-Museum ist in dieser Woche nachmittags von 3 bis 5 Uhr und am kommenden Sonntag von 3 bis 5 Uhr zur kostenlosen Besichtigung freigegeben. Über die späteren Besichtigungszeiten werden noch nähere Bekanntmachungen folgen.&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 05.10.1933:&lt;br /&gt;
:Ein Spaziergang durch unser Heimat-Museum&lt;br /&gt;
:Ein Wunsch vieler Teterower ist mit der Schaffung unseres Heimat-Museums in Erfüllung gegangen. Fast zu spät ist dieser Wunsch Wahrheit geworden, denn jetzt erst erkennt man, daß so manches wertvolle Stück aus der Vergangenheit, das sonst Unterkommen in dem Museum gefunden hätte, aus Mißachtung oder Unverständnis in der Versenkung verschwunden und der Nachwelt verloren gegangen ist. Das ist aber natürlich nicht zu ändern. Wenn auch manches verloren ging, so hat sich seit der Eröffnung des Museums doch erwiesen, daß noch viel Wertvolles in irgendeiner Ecke verborgen liegt, ist doch dem Museum in den letzten Tagen schon so manches zugetragen worden, weil man weiß, daß es dort gut aufgehoben ist. Aber schon am Tage der Eröffnung war eine solche Fülle von Gegenständen aus alter Zeit da, daß die beiden vorläufig zur Verfügung stehenden Räume schon jetzt als &amp;quot;gefüllt&amp;quot; gelten könne. Es wurde uns erzählt, daß schon rund 800 Stücke im Museum untergebracht sind. Eine gewaltige Zahl, deren Ordnung und sachgemäße Unterbringung eine große Fülle von Arbeit gebracht hat. Wir wollen einmal sehen, was bis heute zusammengetragen ist.&lt;br /&gt;
:Wenn wir den ersten, kleinen Raum vom Flur der früheren Höheren Mädchenschule betreten, so schauen wir geradeaus auf eine alte Kannenborte, auf dem Töpfe und Teller in buntem Durcheinander untergebracht sind. Der &amp;quot;Seilpott&amp;quot; ist ein Zeuge früherer alter Töpferkunst. Neben der Borte hängt ein &amp;quot;Mangelholz&amp;quot;, mit dem die unermüdliche Hausfrau mühselig ihr Leinen glatt gemangelt hat. Die moderne Hausfrau wird mit Grauen an die harte Arbeit denken, die mit der Benutzung diese Holzes verbunden war. Auf der über die ganze Wand gehende Borte werden dem Beschauer alle Werkzeuge, die der Flachsbereitung dienen, vorgeführt. Wir sehen da in der Reihenfolge ihres Gebrauchs nebeneinandergereiht: Repel, Flachsbreche (Brake), Fuchtel. Eine Schwinge, die nun käme, fehlt noch. Es folgen Hechelstuhl, Spinnrad, Spulrad, Garnhaspel, Kreuzwinde, Garnwinde, Wollkratzer, Spinnrad und Wollhaspel. Früher waren es Gegenstände, die nicht nur in jedem Stadthause. Längst sind diese Zeiten dahin. Heute werden Spinnräder und sonstige Dinge wohl nur noch als Museumsstücke in einem Haushalt aufbewahrt. Den Kindern wird dann wohl erzählt: &amp;quot;An dem Spinnrad hat Eure Großmutter noch all das schöne Leinen selbst gesponnen!&amp;quot; Das ist das Einzige, was uns heute noch mit dieser Zeit verbindet. Wir modernen Menschen wollen nichts mehr mit dem groben, aber außerordentlich haltbaren Leinenzeug unserer Großeltern zu tun haben, sondern liegen lieber auf feinem Bettleinen und essen unser Mahl gern von feinen Damastdecken. Das grobe Leinen, das z. B. noch in der alten Wiege zu sehen und zu fühlen ist (der Bettbezug soll übrigens aus einer alten Schürze stammen, die das Museums-Direktor-Auge irgendwo entdeckt hat) wird immer seltener.&lt;br /&gt;
:Zwischen den Flachsbereitungs-Utensilien entdecken wir übrigens auch einige fast überbunte Ausmusterungs-Sträuche, die vor dem Kriege von den Ausgehobenen mit Stolz an ihren Hüten getragen wurden und allen Menschen kundtun sollten, daß sie bald in das stolze deutsche Heer einrücken würden.&lt;br /&gt;
:Werkzeug für Nagelschmiede und Stellmacher sind in großer Fülle vorhanden. Alte Uhren, Plätteisen, Holzschlittschuhe usw. Beachtenswert sind &amp;quot;Erzeugnisse der Panstorfer Glashütte&amp;quot;. Wer ahnte es bisher, daß in unserer nächsten Umgebung Glashäfen hergestellt wurden? Eine alte Hand-Nähmaschine führt uns für Jahrzehnte zurück noch weiter aber ein Steckkissen um Anschrauben. Wieviel leichter haben es unsere heutigen Kleiderkünstler doch gegen die Generation vorher. Alte Scheffel, (Rostocker- und Güstrower-), Dreschflegel und Gabel u. a. entdecken unsere Augen. Auch ein Lechel (Trinkfaß) fehl nicht. Ein Pfeifenbort hängt friedlich in der Ecke; ein Stück Möbel, das heute schon recht selten geworden, wenn es auch nicht ganz ausgestorben ist. Weiter sehen wir Däsen und Uenzel, alte Stallaternen, sogar einen alten Handstock, der gleichzeitig einmal ein richtiges Gewehr darstellte.&lt;br /&gt;
:Aber das Schönste dieses ersten Raumes - wir haben es absichtlich bisher noch gemieden - ist der waschechte alte, offene Herd, der von Künstlerhand in der linken Ecke eingebaut ist und uns ein Stück aus alter Zeit zeigt, an dem früher die Frau des Hauses die Speisen der ihr angetrauten Hungrigen bereitete, um die ihr angetrauten Küchlein satt zu kriegen. Die Augen der Hausfrauen leuchten, wenn sie diesen Zeugen alter Zeit sehen und manche der Aelteren erinnern sich sogar, auch einmal an einem solchen Herd gestanden und gearbeitet zu haben. Allerdings hat es wohl keine unter den Heutigen miterlebt, daß man in das rechts angebrachte Mauerloch (&amp;quot;Müerlock&amp;quot;) griff, um Feuerstein, Schwamm (&amp;quot;Tunner&amp;quot;) und Stahl zu ergreifen, um &amp;quot;Feuer zu schlagen&amp;quot;. Die heutige Generation kann mit diesem Werkzeug nicht mehr fertig werden. In diesem &amp;quot;Müerlock&amp;quot; entdeckt man auch die nicht entbehrliche &amp;quot;Funzel&amp;quot; (Lampe), die einmal ebenfalls unentbehrlich war.&lt;br /&gt;
:Nun wollen wir einmal einen Blick durch den &amp;quot;Schwibbogen&amp;quot; werfen. Wir entdecken dort verschiedene Kesselketten, die früher einmal heilig gewesen sein sollten, wie man uns erzählte. An diesen Kesselketten hingen die großen Kannen über dem offenen Feuer. Unser Auge entdeckt weiter an der Seite und über dem Herd Feuerhaken, Aufnehmer, alte Körbe, Mörser, kupferne Kannen, eine Riesen-Kartoffel-Reibe, alte Waagen, Essenkiepe (mit der das Essen früher aufs Feld nachgetragen wurde), Waschholz usw. Oben über dem Herd ist ein größerer Kaffeebrenner aufgestellt und an der rechten Seite hängt noch ein kleinerer.&lt;br /&gt;
:Jedes Stück trägt ein Stück Geschichte alter Zeit in sich und läßt unsere Gedanken wandern zu unsern Groß- und Urgroßeltern, die einmal inmitten dieser uns heute als Eigentümlichkeit anmutender Geschirre und Behälter gewirkt und geschafft und sich glücklich gefühlt haben. Daß in der Ecke hinter dem Herd auch ein Feuereimer hängt, ist selbstverständlich, denn um die Zeit, von der uns diese Werkzeuge erzählen, mußte jedes Haus im Besitz eines Feuereimers sein.&lt;br /&gt;
:Am Eingang direkt sehen wir schließlich noch einen Bürgerspieß, den jeder Bürger haben mußte. Außerdem hängen an dieser Seite einige verwitterte Wetterfahnen, deren älteste die Jahreszahl 1597 trägt. Ueber 300 Jahre Geschichte unserer Heimatstadt hat diese Wetterfahne erlebt. Wenn die erzählen könnte!&lt;br /&gt;
:Nicht alles in diesem kleinen ersten Raum haben wir &amp;quot;in die Feder gefaßt&amp;quot;, aber auch diese Aufzählung gibt schon einen kleinen Ueberblick über die reiche Fülle der schon im Heimat-Museum untergebrachten Gegenstände. ...&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 12.10.1933&lt;br /&gt;
:... Heute wollen wir unsere Wanderung fortsetzen und den zweiten Raum betreten.&lt;br /&gt;
:Gleich rechts an der Wand erblicken wir einen wohl über 2 m langen Glocken-Strang, der ganz mit Perlen besetzt ist. Er hat wohl einmal in einem vornehmen Hause an der Haustür gesessen, als die elektrischen Glocken noch unbekannt waren. Uns gegenüber zwischen den beiden Fenstern steht eine alte Wanduhr, die ihre 300 Jahre auf dem Nacken haben soll. Sie ist mit einem Spielwerk eingerichtet, das zur Zeit allerdings nicht funktioniert.&lt;br /&gt;
:Rechts neben der Tür steht ein großer Glasschrank, der angefüllt ist mit allerhand Erinnerungsstücken aus früherer Zeit, womit sich unsere Großmütter und Urgroßmütter &amp;quot;verschönt&amp;quot; haben. Riesige Hüte, anscheinend von großem Gewicht, wie man sie sich heute für diesen Zweck auf den zierlichen Köpfen gar nicht mehr vorstellen kann, werden uns hier gezeigt; bunte Hauben, wie wir sie heute nur noch bei den Großmütterchen finden, und bei diesen auch nur noch recht selten; alte Körbe, Krüge, Nippes, Tabakkästen usw. Oben auf dem Schrank ist das Modell des neuen Rathauses aufgestellt.&lt;br /&gt;
:Neben dem Schrank hängt das Wappen der alten Teterower Familie Willgoß. Es wird darauf hingewiesen, daß es aus England stammt. Danach ist die Familie Willgoß von der Insel jenseits des Kanals eingewandert. Wir finden an dieser Wand weiter ein Führungszeugnis über beim Militär abgeleistete Dienstzeit aus dem Jahre 1850 und Glückwünsche zum neuen Jahr. Früher wurden diese mehr oder weniger wertvollen Urkunden schön hinter Glas gelegt und in der sogenannten &amp;quot;guten Stube&amp;quot; aufgehängt.&lt;br /&gt;
:An der nächsten Wand ziehen uns besonders die Sammlungen aus dem Besitz des &amp;quot;großen Sohnes unserer Stadt&amp;quot; Herrn Kapitän Kaempff, an. Außer einem schönen Bild von Kapitän Kaempff hängt dort unter Glas ein Originalbrief Kaiser Wilhelms II. an seinen verdienten Kapitän. Aus seinem Nachlaß sind ferner vorhanden eine Schreibmappe aus Leder mit dem Photo seines Dampfers &amp;quot;Deutschland&amp;quot; (damals größter Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie), verschiedene Orden und Ehrenzeichen, darunter die Rettungsmedaille, die er sich für die Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 verdiente. Auf dem Etuis, in dem die Medaille lag, heißt es: &amp;quot;Dem 4. Offizier des Dampfschiffes &amp;quot;Gellert&amp;quot;, C. J. S. Kaempff, in ehrender Anerkennung für Lebensrettung eines Passagiers am 7.11.79 auf der Rhede von Havre von der Direction der Hamburg Amerika Packetfahrt Act. Ges.&amp;quot;. Viele von uns Aelteren kennen noch sehr gut Herrn Kapitän Kaempff, diesen ausgesprochenen Seemanns-Typ, der längere Zeit vor dem Kriege in unserm Ort im Ruhestand lebte und dann nach Rostock verzog.&lt;br /&gt;
:Weiter haben hier die Innungen Gegenstände untergebracht. Die Metall-Innung ist mit großen Schlüsseln und Schlössern aufgefahren, die früher kunstvoll in den eigenen Werkstätten hergestellt wurden. Heute wohl eine Seltenheit, daß so ein Gegenstand noch mit der Hand hergestellt wird. - Ausgebreitet liegt auch hier eine Urkunde aus Kopenhagen, in der einem Johan Bollwagen bescheinigt wird, daß er dort als &amp;quot;Becker&amp;quot; gearbeitet hat. - Außer dem Metall-Stempel der Schuhmacher-Innung, liegt in diesem Glaskasten auch das &amp;quot;Wirtschaftsbuch vom St.-Jürgenstift Teterow&amp;quot;. Das interessanteste Stück unter diesen Urkunden ist aber die älteste Urkunde über Teterow aus dem Jahre 1272. Eine Uebersetzung dieser in Latein geschriebenen Urkunde liegt daneben aus dem Jahre 1751. - Unter dem Tisch steht eine Schuhmacher-Lade, ein Reibestein für Maler usw. Die Firmen Guhl und Renzel, die Kunstgewerbestätten unseres Ortes, sind mit einigen Prachtstücken aus ihren Werkstätten vertreten, die da zeigen, daß das Kunstgewerbe, die Handarbeit, doch noch nicht ganz von der Maschine verdrängt sind. Aus der früheren Färberei von Ad. Lindstaedt sind Drucksteine und Druckmuster ausgelegt. In diesem Teil des Museums werden wir also vertraut gemacht mit früheren Innungs-Gebräuchen und Leistungen. Diese Sammlung ist zwar noch recht schwach, aber der Anfang ist gemacht und wird sicher auch seine Fortsetzung erfahren. - Interessant ist auch noch eine Siegelsammlung. In dieser Sammlung finden wir die verschiedensten Siegel aller möglichen Behörden. Besonders in die Augen fällt ein Riesensiegel. Es ist das Kirchensiegel der St. Marien in Rostock.&lt;br /&gt;
:In den beiden Ecken dieser Wand sind ebenfalls freundliche Eckschränke untergebracht, die allerhand kleine Porzellan-Sammlungen usw. enthalten. Wir dürfen uns aber nicht zu sehr mit Einzelheiten befassen. Alte Lampen, eine Krimoline, bunte Hutschachteln und alle möglichen andern Dinge finden wir hier.&lt;br /&gt;
:Unser Augenmerk zieht aber das Schreibpult vor allem an sich. Es stammt aus dem Jahre 1813 und ist anscheinend in dem Freiheitskriege von einem fremden Krieger hier zurückgelassen. Es ist ein äußerst kunstvoll gearbeitetes Stück, in dem dutzende von Fächern auf kleiner Fläche untergebracht sind. Jeder Winkel ist außerordentlich geschickt ausgenutzt. Für &amp;quot;Leute vom Fach&amp;quot; ein außerordentlich wertvolles Stück, das man gesehen haben muß.&lt;br /&gt;
:In den Glaskästen auf Mitte des Raumes sind bunte Perlarbeiten aller Art: Geldbeutel, Handtaschen (Pompadoure) usw. ausgestellt. Alte Taschenuhren, Riesen-Haarschmuck, wie man ihn früher auf dem Kopf der Frauen prangen sah. Yet-Schmuck, Stickvorlagen usw., Alte Bibeln und Gesangbücher, Münzen aus dem 30jährigen Kriege, die vor längerer Zeit bei Ausgrabungen hier in einem Behälter gefunden wurden; Petschafte, Notgeld aus der Inflationszeit; bunte Glückwunsch-Karten zum Auseinanderklappen, wie sie früher einmal Brauch waren, Patenbriefe usw.&lt;br /&gt;
:An der Wand links von der Tür sind verschiedene Kupferstiche untergebracht, darunter der Kupferstich von der Ueberreichung des Teterower Ehrenbürgerrechtes an Herrn von Thünen auf Tellow am 11.6.1848. - Große Steinsammlungen und Bodenfunde aus der jüngeren Steinzeit liegen in den Kästen dieser Wand. Steinbeile - Pfeilspitzen - Faustbeile - Messer - Scherben der jüngeren Bronzezeit - Hakenpflug - Spindelsteine und Funde aus der alten Steinzeit. Ein prachtvolles Elchgeweih aus dem Rempliner Moor. - Das Geweih eines Moorhirsches aus der Thürkower Gegend. - Ein Pfahlrest, Holzkohle und Brandschutt von der Hausstelle auf dem Burgwall. - Wendisches Hufeisen und Speerspitze vom Burgwall. Topfscherben und Knochenreste und vieles andere. Reich ist die Zahl der Zeugen einer längst hinter uns liegenden Vergangenheit, die uns erzählen aus der Geschichte unserer Väter und Urväter. Es lohnt schon, sich einmel mit diesen Ueberbleibseln einer anderen Zeit zu beschäftigen.&lt;br /&gt;
:Im letzten Schrank dieses Raumes sehen wir alte Kacheln - einen Feierabendstein (der Schlußstein beim Hausbau) - Revolver - Pulverhörner - Maße - Gewichte - Gold- und Getreidewaage - Ellen - Säbel usw.&lt;br /&gt;
:Schließlich sind noch die Fahnen der Schuhmacher-Gesellen-Innung, der Maurer-Gesellen-Innung und des Gesangvereins Harmonia hier aufbewahrt, Hunderte von Zeugen der Vergangenheit liegen friedlich beisammen und sollen uns erinnern an Tage, die gewesen sind. Wir dürfen dankbar sein, daß wir in unserer Stadt nun eine Stätte haben, wo gewesene Dinge gehegt und gepflegt werden und nicht im Müllkasten spurlos verschwinden. Wir alle wollen helfen, daß diese Stätte der Erinnerung weiter ausgebaut werde zur Pflege des Heimatgedankens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Feuerwehrmuseum===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
===Hospital St. Gertruden===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ehemalige Hospital St. Gertrud am Gertrudensteig ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===St.Jürgen Hospital===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Apotheken in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Teterower Feuerwehr==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Wirtschaftsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fischerei in  Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerkszünfte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verkehrsnetz in der Region Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen|Über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Teterower Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Vereinsgeschichte(n)==&lt;br /&gt;
===Die Teterower Schützenvereine===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bergring - Europas schönste Grasrennbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg007/484026143.pdf &amp;quot;Bergring Teterow (Meckl. Schweiz)&amp;quot; Gerhard Böhmer In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.7 (1931) 8 S.393-394]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/51368719X.pdf 12. Teterower Bergring-Rennen um den &amp;quot;Preis von Mecklenburg&amp;quot; In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 128 S.467]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513750924.pdf Der &amp;quot;Mecklenburgische Nürburgring&amp;quot; hält, was er verspricht In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 129 S.514] &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616616.pdf Bergring Teterow (Meckl. Schweiz) Carl Schröder In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.378-379]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst im öffentlichen Raum Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Hechtbrunnen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was der Teterower Bürgermeister 1912 zum Brunnen schreibt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1912 richtet der Teterower Bürgermeister Dr. Müller ein amtliches Schreiben mit folgenden Worten an das Schweriner Kabinett, &amp;quot;Wie allgemein bekannt sein dürfte, werden die Teterower, besonders auswärts, immer mit der Frage geneckt: Hewwt Ji em all wedder?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Mit dieser Einführung erbittet er nunmehr die Genehmigung zur Aufstellung eines Brunnens mit Hecht, &amp;quot;der die Teterower in die Lage versetzen würde, diese Neckereien dann endlich zurückzuweisen, indem sie antworten können: Ja, wi hem´em, kiek em Di an, up´n Markt steiht he!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die Bürgermeister-Worte überzeugten und mit der bald darauf aus Schwerin erteilten Genehmigung konnten die Teterower Geld sammeln und einen Wettbewerb zu seiner Ausführung ausloben. &lt;br /&gt;
:Neun Architekten und Bildhauer schickten ihre Entwürfe.&lt;br /&gt;
:1200 Goldmark brachte die erste Sammelaktion ein.&lt;br /&gt;
:Der Entwurf des renomierten Mecklenburger Bildhauers Wilhelm Wandschneider überzeugte die Stadtvertreter besonders.&lt;br /&gt;
:Im November 1913 konnte der Bau des Brunnens aus Granit-Porphyr beginnen.&lt;br /&gt;
:Der Redakteur des &amp;quot;Kladderadatsch&amp;quot;, damals Deutschlands meistgelesene Satirezeitschrift, Paul Warnke, gebürtiger Lübzer und redaktioneller Amtsnachfolger von Johannes Trojan, lieferte den Text für die Randinschrift: &amp;quot;Wek Lüd sünd klauk un wek sünd daesig un wek de sünd wat aewernäsig. Lat´t er spijöken, Kinnings la´t! De Klock hett lüer´t, de Hekt is fat´t&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Teterower Zeitung&amp;quot; berichtet darüber: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Große Heiterkeit erregte es, als man in dem unteren Bassin einen kapitalen lebenden Hecht der an einem in den Landesfarben gehaltenen Band eine Glocke um den Hals trug, lustig umherschwimmen sah.&amp;quot; (TZ 19. Mai 1914)&lt;br /&gt;
:Seither trägt das kleine Kerlchen den übergroßen Hecht auf seinen Schultern zu Markte.&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde der Knabe im Schutze des neuen, dritten Rathauses zum ersten Wahrzeichen der Stadt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616489.pdf Unsachliches über Teterow Gisela Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.376-377]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg017/523388950.pdf Wandschneider plaudert aus seinem Leben : von Amerika nach Teterow Wilhelm Wandschneider In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.17 (1941) 198 S.114-115]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die verschobene Kirche===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Mittelpunkt (von MV?)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blüchers Pfeife===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower Katze===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Denkmale in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kriegerdenkmal===&lt;br /&gt;
:Auf Initiative des neu ins Amt berufenen Bürgermeisters Franz von Pentz wurde am 3. April 1881 der Teterower Verschönerungsverein gegründet. &lt;br /&gt;
:Eines der ersten Anliegen des Vereins war die Errichtung eines Kriegerdenkmals mit den Namen der toten Teterower Soldaten. Unterstützung fand der Verein dabei beim Kampfgenossen-Verein, der u. a. einen Programmabend für das zu errichtende Kriegerdenkmal veranstaltete, der Erlös betrug 130 M. Eine Lotterie mit Gewinn-Gegenständen von Arbeiten der Teterower Industrieschule sollte folgen. Einer der wesentlichen Unterstützer des Projektes war der Bauinspektor Wilhelm Müller, Besitzer einer Eisengießerei und Maschinenfabrik in Teterow. Er ließ auf seine Kosten die etwa 4 m lange Säule herstellen. Am 2. September 1882 - dem Jahrestag der Schlacht von Sedan - wurde die Einweihung auf dem Wilhelmsplatz (heute Platz des Friedens) vorgenommen. Eine zeitgenössische Beschreibung: &amp;quot;Auf einem Sockel von poliertem Granit erhebt sich eine ebenfalls granitne polierte Säule mit korinthischem Kapitäl. Auf demselben befindet sich die aus Chamotte gefertigte und vergoldete Figur einer Friedensgöttin, welche in der Linken einen Palmenzweig, in der Rechten einen Lorbeerkranz hält. Die Vorderseite des polierten Sockels trägt eine Tafel, auf welcher in vergoldeten Buchstaben die Namen der im Feldzuge 1870/71 aus hiesigem Amtsgerichtsbezirk gefallenen Krieger verzeichnet sind. Ein eisernes Kreuz mit der Inschrift &amp;quot;Mit Gott für Fürst und Vaterland&amp;quot; schmückt die Tafel, und unter demselben befinden sich folgende Namen:&lt;br /&gt;
:Heinrich Fiedler aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schmaedcke aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schenck aus Teterow&lt;br /&gt;
:Heinrich Schoenfeldt aus Nienhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Düsing aus Neu-Wockern&lt;br /&gt;
:Johann Rüger aus Bristow&lt;br /&gt;
:Christian Dabbert aus Baartz&lt;br /&gt;
:Johann Ernst aus Appelhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Krüger aus Vollrathsruhe&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1903 erfolgte die gärtnerische Anlage durch den Verschönerungsverein. 1908 gab es noch einen Beschluss der Rats- und Bürgersitzung im Frühjahr 1909 den Siegesengel neu vergolden zu lassen. Das dazu aufgestellte Gerüst wurde auch von jemandem genutzt, der den Palmzweig zerbrochen hatte. 1947 wurde dann das Denkmal zerstört, der Sockel auf dem St. Georgs Friedhof aufgestellt. Bildhauer Willy Freese und sein Sohn Karl-Heinz fertigten aus den Trümmern der Säule eine Kugel, die heute den Sockel krönt.&lt;br /&gt;
:Das Denkmal im Ganzen muss über 9 m hoch gewesen sein. Ein ähnliches Denkmal befand sich in Stavenhagen, wurde aber auch zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Bismarck-Denkmal===&lt;br /&gt;
:Mit dem Fund eines Felsens von 4,5 m Länge und 3 m Breite in der Pampower Feldmark kam im Januar 1900 die Idee auf, diesen für ein Bismarck-Denkmal nutzen zu wollen. Die Kosten dafür waren auf 500 M geschätzt worden und wurden per Listensammlung bereits Ende Januar erreicht. Vorgesehene Standorte dafür waren u. a. die Heidberge oder der Schulkamp, letztlich entschied man sich aber für den Friedrich-Franz-Platz - seinen heutigen Standort.&lt;br /&gt;
:Zum Abtransport wurde der Stein in seine heutige Form gebracht, mit einem Gewicht von 22,5 t. Mittels 4 Dampfpflug-Lokomobilen der Herren Jenke und Godow wurde er im Mai 1900 in die Stadt gebracht. Zu überwinden galt es dabei die Bedenken der Chausseebauverwaltung und auch die Eisenbahnverwaltung gestattete das Überqueren der Geleise erst nach Durchfahrt des letzten Zuges um 1.00 Uhr nachts. Am 8. Mai 1900 konnte er unter Musik der städtischen Kapelle abgeladen werden. Am 12. März trafen sich in Lembckes Lokal die Spender des Bismarck-Denkmals zur Auswertung.&lt;br /&gt;
:Die bis dahin entstandenen Kosten beliefen sich bereits auf 900 M, die Einnahmen betrugen nur 630 M. Trotzdem erschien den Beteiligten eine Finanzierung des Fehlbetrages möglich und die Idee für ein Medaillon-Bildnis des Fürsten Bismarck entstand. Nach Beratung am 26. März 1900 zwischen Bürgervertretung und Verwaltung wird diese beauftragt, ein Fundament für den Stein errichten zu lassen und der Bürgermeister kann von einer Spende in Höhe von 300 M von Herrn Hermann Paepcke aus Chicago für ein Bismarckmedaillon berichten. Bereits am 30. Mai 1900 begannen die Untermauerungsarbeiten für den Stein, dabei wurden Knochenreste des ehemaligen Friedhofes vor dem Gertrudenstift gefunden. Im September 1901 wurde dann die Vertiefung zur Aufnahme des Medaillons in den Stein gehauen. Im September 1901 kam der Verschönerungsverein zusammen und beschloss unter anderem, einen Klinkersteig am Bismarck-Denkmal verlegen zu lassen, was im September 1902 geschah. Noch im September 1901 wurde das Porträt des ehemaligen Kanzlers in den Stein eingelassen. Von einer offiziellen Einweihung lässt sich in den Zeitungen der Zeit nichts finden.&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich 1947 in Berlin die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (V.V.N.). Die Ortsgruppe des V.V.N. Teterow forderte für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Faschismus die Überlassung des Bismarcksteins. Da die Denkmalpflege keine Einwände hatte, konnte die Umnutzung erfolgen und zum 1. Mai 1949 übernahm die Stadt den Stein in ihren Schutz, das Bismarck-Medaillon kam ins Museum. (Mit der Auflösung des Museums wurde das Medaillon ins Museum nach Waren verbracht und verschwand dort). Mit der Errichtung des Denkmals am Mühlenteich 1969 hatte der V.V.N.-Stein ausgedient und erhielt 1977 eine Platte mit einigen Angaben. Auf Initiative des Heimatbundes Teterow e. V. konnte durch eine Spendensammlung am 31. Juli 1998 wieder ein Bismarck-Medaillon am Stein enthüllt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bismarckstein 1.jpg|thumb|350px|rechts|Bismark-Stein (Quelle: Stadtarchiv Teterow)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrenmal in den Heidbergen===&lt;br /&gt;
:Ursprünglich hatte schon der Baudirektor Gustav Hamann aus Schwerin - 1910 bei der Errichtung des Rathauses in Teterow weilend - einen Turm auf dem Teterower Heidberg errichten wollen. Die Lage über der Stadt bot eine gute Fernsicht und hätte auch den Tourismus in der Stadt weiter beleben können. Daher wandte er sich mit Schreiben vom 27. Januar 1910 an den Bürgermeister Schmidt mit dem Vorschlag, einen Aussichtsturm auf dem Heidberg zu errichten. Hamann wollte dazu kostenlos eine Zeichnung und einen Kostenvoranschlag zur Verfügung stellen. Nach Rücksprache mit Hamann wurde von der Rats- und Bürgersitzung die Einrichtung eines Baufonds bewilligt, in den bis 1926 70,89 Mark eingezahlt wurden. Am 26. November 1922 wurden die Gedenktafeln an die Gefallenen des 1. Weltkrieges der Kirchengemeinde in der Pfarrkirche eingeweiht, dies war der Anlass für Kriegerverein und Gewerbetreibende eine Würdigung für die Gefallenen in der Stadt anzuregen. Beide bildenten am 25. September 1924 ein Komitee, dem die Herren Molkereibesitzer Wickboldt, Major von Zeppelin auf Appelhagen, Bürgermeister Dr. Müller, Lehrer Köpcke, Kaufmann Ehrich, Gärtnereibesitzer Franz, Pastor Schumacher, Ihde, Kaufmann Bülow, Kämmereiberechner Rußdorf, Uhrmacher Mäting, Maurermeister Kohlert, Voß, Müschen, Vick und später auch Ackerbürger Hannemann angehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Spenden zum Bau stammten von Teterowern mittels Haussammlungen, kamen aber auch von ausgewanderten Familien (Hugo Altschwager aus Milwaukee, Erna Volkner aus Chicago), Zeitungsanzeigen, Benefizveranstaltungen und eine Lotterie brachten ebenfalls Geld ein. Die Inflation ließ das gesammelte Geld immer wieder zusammenschrumpfen. Molkereibesitzer Wickboldt dazu: &amp;quot;Immer wenn die Kommission glaubte nunmehr bald mit dem Bau beginnen zu können, war der Wert der Mark wieder geschwunden. Es mag als Kuriosa angeführt werden, das wir im Jahr 1923, um noch etwas von den Geldern zu retten, mit dem Restgeld eine Kiste Kognak kauften, um es wertbeständig anzulegen. Dies ist bei späteren Verlosungen auch wieder verwertet worden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur Standortfrage wendete sich die Kommission an den Heimatbund Mecklenburg, dieser empfahl den Stadtgartendirektor Schomburg als Sachverständigen, der mehrere Standorte untersuchte. Der Friedhof schien als Platz durchaus geeignet, da Hintergrund und Anlage bereits vorhanden waren, für größere Gedenkfeiern fehlte allerdings der Platz. Ein Platz auf dem Schulkamp kam wegen des kleinen Geländes nicht in Frage. Das Mühlenbruch böte genug Platz, hätte aber für ein Ehrenmal befestigt werden müssen. Der Halbkreisrasen gegenüber dem Bahnhof wäre &amp;quot;bedingt durch den Post- und Bahnhofsverkehr der Obhut des Publikums anvertraut&amp;quot; und somit geeignet. Der Heidberg schien für eine weit ins Land ragende Gedächtnisstätte geeignet. Der weite Weg könnte durch Fahrgelegenheiten absolviert werden und auch die &amp;quot;alte Herren-Kolonne&amp;quot; mit zum Teil über 80jährigen legte diesen Weg täglich zurück. Ein weiteres Argument war, dass der Heidberg der historische Platz für die Gedenkfeiern der Teterower sei. Die Sedan-Feier und auch die Feier 1813 hatten hier stattgefunden, an diesen Tagen brannten Holzstöße und fast ganz Teterow - Alt und Jung - waren hier versammelt. Daher beschloss die Denkmalkommission den Standort Heidberg und die Stadtverordnetenversammlung genehmigte im November die Freigabe des Platzes für ein Denkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Gestaltung erarbeitete die Kommission schon im Dezember 1925 Leitsätze und stellte diese den Vereinen zur Diskussion. Mit Verweis auf den Ernst-Moritz-Arndt-Turm in Bergen wurde eine Verbindung aus Aussichtsturm und Denkmal vorgeschlagen, entsprechende Entwürfe dazu wurden im Schaufenster des Kaufhauses Ramelow ausgestellt. Die Ausführung eines Turmes durch Teterower Firmen war ein weiteres Argument für diese Variante, da bei einer Skulptur ein auswertiger Künstler das Geld erhalten würde. Zahlreiche Künstler reichten dazu Entwürfe ein. Im November 1926 empfahl daher der Geheime Baurat Pries aus Schwerin (Mitglied des Ausschusses für Denkmalspflege und Denkmalsbau der Mecklenburg-Schwerinschen Regierung) der Kommission den Entwurf von Korff aus Laage, der daraufhin einstimmig angenommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch im Dezember 1926 erfolgten die Ausschreibungen, die Bauausführung übernimmt Maurermeister Krenzin aus Rostock, die Bauarbeiten die Maurermeister Kohlert und Rathcke aus Teterow. Zur Grundsteinlegung am 12. Juni 1927 konnte bei Gärtner Franz kostenlos Grünes zum Schmücken der Häuser abgeholt werden. Der Festzug versammelte sich um 15.30 Uhr auf dem Wilhelmsplatz (Platz des Friedens) und setzte sich um 16.00 Uhr in Bewegung. In den Grundstein war ein Bleibehälter eingelassen, der Geld, Briefmarken und Papiere enthielt. Nach den Ansprachen erfolgten die symbolischen Hammerschläge und das Spiel des Posaunenchores. Am Abend wurde zum Großen Festball im Hotel &amp;quot;Mecklenburger Hof&amp;quot; eingeladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Weihe des Ehrenmals erfolgte in ähnlicher Form wie die Grundsteinlegung. Erwähnt wurden einige Baudetails: Höhe: 20,1 m, 114 Stufen, Schwertlänge: 8,5 m, Kosten über 18.000 RM, 104 Tage Bauzeit, 23.350 Ziegel und 50 t Zement wurden verbaut. Die Gestaltung des Umfeldes und die Anlage eines Weges wurde 1928 durch Teterower Vereine bewerkstelligt. Fortan wurde das Ehrenmal für Feiern und Kranzniederlegungen zum Ewigkeitssonntag und zur Tannenbergfeier (am 27. August - siegreichen Schlacht gegen Russland 1914) regelmäßig genutzt. Darüber hinaus war es auch Treffpunkt des Stahlhelmtages in Teterow am 14. und 15. Juni 1930, des Teterow-Malchiner-Schülertreffen am 24. Juni 1931 und des SA-Tages am 19. Juni 1932. Die Reden bei diesen Anlässen entsprachen mit dem üblichem Chauvinismus und Revanchismus der Zeit. Einen Höhepunkt des Missbrauchs erlebte das Ehrenmal dann mit dem Besuch Adolf Hitlers, der von hier am 19. September 1937 das Herbstmanöver der Wehrmacht beobachtete. 1939 erfolgte noch der Anbau der Wärterkabine mit Verkaufsstand und die Anbringung der Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen. Im 2. Weltkrieg befand sich im Umfeld eine Funkmessstation, das Ehrenmal lag im umliegenden Sperrgebiet und war somit nicht zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach 1945 verlor das Ehrenmal seinen Zweck als zentraler Gedächtnisort der Stadt an den VVN-Stein und später an das Denkmal am Mühlenteich. Ansichtskarten der Zeit bezeichnen es dann auch folgerichtig als &amp;quot;Aussichtsturm auf dem Heidberg&amp;quot;. Erst 1979 gab es die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt. Mit dem politischen Umbruch 1989/90 galten die anderen Denkmale als belastet und das Ehrenmal wurde wieder der zentrale Gedenkort Teterows. Die Bedeutung des Ehrenmals wurde auf alle Opfer von Krieg und Gewalt erweitert, die entsprechenden Tafeln 1999 angebracht. Zu jedem Volkstrauertag sind Teterower hier im Gedenken versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow, das Schilda Norddeutschlands?==&lt;br /&gt;
* [[Teterow, das Schilda Norddeutschlands?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Teterower Feldmark==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Flurnamen und Lokalbezeichnungen der Stadt und Feldmark Teterow&amp;quot; zusammengestellt und erläutert von Dr. Gerhard Böhmer Stand 1.1.1934]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=109154</id>
		<title>Teterow fortlaufende Chronik</title>
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		<updated>2024-03-25T06:27:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Das Teterower Stadtmuseum */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterows Geschichte als Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Steinzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Steinkiste&lt;br /&gt;
Die Steinkiste befindet sich im Hohen Holz. 1902 wurde sie bei Fällarbeiten entdeckt. Ein 18 m langer und 7 m breiter Hügel bedeckte die Steinkiste. Bei der Ausgrabung durch Bürgermeister Dr. Franz von Pentz fehlte bereits der Deckstein. Die Kammer ist 1 m lang und 0,8 m breit und war von einer Rollsteinpackung umgeben. Sie enthielt einige Scherben von Tongefäßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Großsteingrab&lt;br /&gt;
Das Großsteingrab befindet sich an der Chaussee nach Rostock. Der Deckstein enthält kleine, runde Vertiefungen (&amp;quot;Schälchen&amp;quot;), die mit kultischen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Ein weiterer Deckstein hat sich in die Kammer gesenkt. Bürgermeister Dr. Franz von Pentz hat hier einen Hohlmeißel, ein dicknackiges Beil, Keramik und Skelettreste ausgegraben, 1907 ließ er die Anlage mit Eichen einfrieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;3.Jahrtausend v.u.Z.&lt;br /&gt;
:Besiedlung der Insel im Teterower See&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Bronzezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzegeräte von Teterow&lt;br /&gt;
:Am 12. Dec. 1859 wurden zu Teterow vor dem rostocker Thore beim Planiren des Terrains neben dem Friedhofe von dem Herrn Maurermeister Pohlmann zu Teterow gefunden:&lt;br /&gt;
:2 Handbergen aus Bronze und&lt;br /&gt;
:2 spiralcylindrische Armringe, mit leichtem edlen Rost, vollständig erhalten, jedoch alle beim Herausnehmen zerbrochen, und vom Burgemeister und Rath der Stadt Teterow geschenkt&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1861&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hifthorn von Teterow&lt;br /&gt;
:Beim Ausmodden eines Sumpfes auf der Feldmark der Stadt Teterow ward ein Hifthorn aus Bronze gefunden, durch den Herrn Inspector Beneke zu Pampow bei Teterow erworben und von diesem dem Vereine zum Geschenke gemacht. Dieses interessante Stück des Alterthums bildet ein Seitenstück zu dem merkwürdigen Hifthorn von Wismar, welches im Jahresbericht III, S. 67 flgd. beschrieben und abgebildet ist; es hat nicht die interessanten Gravirungen des wismarschen Hornes, aber dieselben Verzierungen, und stammt mit diesem ohne Zweifel aus derselben Zeit. Auch hat das teterowsche Horn eine andere Einrichtung, indem es aus Einem Stücke, das wismarsche aber aus drei Stücken besteht und nur zum Beschlage eines natürlichen Hornes gedient hat.&lt;br /&gt;
:Das Horn von Teterow ist aus Bronze aus Einem Stücke gegossen. Es bildet das Mundstück und den mittlern Theil des Ganzen; die Schallmündung ist aus natürlichem Horn oder Metall angesetzt gewesen, wie die Nietlöcher am Ende beweisen. Das Ganze ist etwas gekrümmt, wie das wismarsche Horn, in grader Richtung 12&amp;quot; lang und am weiten Ende 3&amp;quot; im Durchmesser. In Entfernungen von ungefähr 1 1/4&amp;quot; ist es 9 Male durch zwei neben einander stehende, erhabene Reifen in 9 Felder getheilt; die Reifen sind mit eingravirten Schrägelinien verziert. Die Reifenpaare sind an beiden Seiten durch die bekannten, kleinen, mit Stempeln eingeschlagenen Dreiecke begrenzt; diese einer gewissen Zeit der Bronze=Periode eigenthümliche Verzierung ist durchaus charakteristisch, überall gleich und findet sich öfter. Durch diese Verzierungen steht das teterowsche Horn dem wismarschen in der Zeit ohne Zweifel gleich. Hat auch das teterowsche Horn weiter gar keine Verzierungen, so ist es doch im Charakter dem Mundstücke des wismarschen Hornes (abgebildet Lithographie zu Jahresber. III, Fig I.) völlig gleich. Auf dem 7ten Doppelreifen vom Mundstücke und dem 3ten von der Schallöffnung sitzt ein angegossener Ring zur Aufnahme einer Schnur.&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1848&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Scherbenfund in der Schulstraße&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen von Versorgungsleitungen entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks in der Schulstraße Scherben aus der Bronzezeit.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 07.10.2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzezeitliche Siedlung und Gräberfeld am Erlenbruch&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen einer Versorgungstrasse zwischen Erlenbruch und Stadtrandsiedlung stieß Stefan Benesch auf ein bronzezeitliches Gräberfeld mit Scherben und Leichenbrand. In der Nähe Reste von drei bronzezeitlichen Häusern.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 09.11.1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Eisenzeit==&lt;br /&gt;
;Wohnstätten&lt;br /&gt;
:Gefunden 1905&lt;br /&gt;
:In festem Boden, fast 2 m tief, massenweise Scherben, dabei auch Tierknochen und Brandschichten. Genaueres über die Anlage war nicht festzustellen&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Grab am Pudelberg 1905&lt;br /&gt;
:Auf dem Pudelberge in einer flachen, sandigen Kuppe mit Lehmmergelstreifen. Grab, dessen Grund 1,75 m tief rechteckig 2,70 X 2,90 m, eingefasst mit einer Steinnmauer von 0,90 m. Der Grund mit Steinen abgedeckt; auch über der Bestattung kleine Steinabdeckung und Quermauer; Holzspuren weisen auf eine Holzüberdeckung; von den Bestatteten (zwei, N - S) nur Spuren; die Zugehörigkeit der Beigaben nicht genau bestimmbar; anscheinend östliche Leiche: Schwert am Oberkörper, links in der Kopfgegend Glasgefäss und Tonbecher, zu Füssen Bronzeschale mit Buckelrand; zwischen der östlichen und westlichen Leiche in der Kopfgegend Würfel und Spielstein; westliche Leiche: rechts in der Halsgegend Pfeilbündel, zu Füssen Bronzegefäss&lt;br /&gt;
:Schwert: Das prächtige Stück steckt in einer Holzscheide, die mit einem erhabenen Mittelgrate verziert ist. Die Länge der Klinge beträgt 91,5 cm, die Breite oben 5,5, unten 4,5 cm. Die Scheide wird abgeschlossen durch einen halbrunden Silberbeschlag, an dem eine reich gemusterte überfassende Zwinge (Ortband) aus Silber z. T. vergoldet, und mit Niello verziert angebracht ist. Der Griffteil besteht aus einer flachen Griffangel, darüber geschoben eine spitzovale Parierplatte von 10,5 cm Länge. Vom Griff selbst ist leider nichts erhalten, als einige Holzspuren. Als Scheidenbeschlag wird gedient haben ein Stück Silberblech, welches sich der Wölbung der Scheide anpasst, ein silbernes Band, welches wohl den oberen Scheidenabsatz umfasst (Mundstück), und kleine Silberstreifen, vielleicht auch kleine runde Glasscheiben in einen Bronzering gefasst, von denen Bruchstücke erhalten sind.&lt;br /&gt;
:Pfeilspitzen: ein ganzes zusammengerostetes Bündel, mindestens 15 Stück, mit Holzschaft, stark, dreikantig, mit eingezogenen Seiten, 4,5 cm lang,&lt;br /&gt;
:Knochenwürfel: die Zahlen anders verteilt wie heute üblich 1:3, 2:5, 4:6,&lt;br /&gt;
:Spielstein: ein kleiner konischer Spielstein aus Knochen&lt;br /&gt;
:Glasgefäss: Bruchstücke eines Trinkbechers, sehr dünnes, farbloses Glas, belegt mit langgezogenen Glasfäden, welche oben und unten im spitzen Winkel zusammenlaufen und die Spuren der Vergoldung zeigen, der Rand leicht verstärkt, die Mündung etwa 10 cm weit; Reste eines nach aussen geneigten Fusses, Höhe etwa 18 bis 20 cm&lt;br /&gt;
:Bronzekessel: mit flachgewölbtem Boden, scharfer, tiefliegender Bauchkante, eingezogenem Oberteil, nach aussen gebogenem Rande, zwei fast dreieckign Henkelösen, Henkelband mit Strichverzierungen und aufgebogenen Enden. Innere Weite 26,5 cm, Randbreite 1 cm, Höhe 15,5 cm,&lt;br /&gt;
:Bronzene Schale mit gebuckeltem Rande: Wandung leicht nach innen geschweift, runde Standfläche aus nach aussen gebogenen Blechreifen, der Rand ausgebogen und mit von innen getriebenen Buckeln verziert. Innere Weite 26 cm, Randbreite 2 cm, Höhe 11 cm.&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gräberfeld der Germanen in der Niendorfer Furt&lt;br /&gt;
:Bei der Erweiterung eines Gewerbegebietes wurden durch Bodendenkmalpfleger Roland Ducks germanische Urnen mit Durchmessern zwischen 16,5 und 11 cm gefunden.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.10.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Germanischer Siedlungsplatz auf dem Sportplatz des Gymnasiums&lt;br /&gt;
:Bei Erdarbeiten auf dem Sportplatz des Gymnasiums entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks Keramiken und eine Reibplatte - zum Ausmahlen von Getreide.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.07.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Slawenzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6./7. Jahrhundert n.Ch.&lt;br /&gt;
:Slawische Einwanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;vom &#039;&#039;&#039;9. bis zum 12. Jahrhundert&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:existierte auf der heutigen &amp;quot;Burgwallinsel&amp;quot; im Teterower See eine in drei Bauperioden errichtete bedeutenden slawische Burganlage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Burgwall===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zusammenfassung der Grabungsergebnisse (Fundbeschreibung) von 1950 bis 1953:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf eine bestehende offene Siedlung folgten vom Ende des 9. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts drei Burgphasen.&lt;br /&gt;
:Eine 750m lange Brückenanlage verband die Burgwallinsel mit dem Festland.&lt;br /&gt;
:Sie bestand aus senkrechten Pfosten und schrägen Stützen, auf denen vierkantige Träger auflagen.&lt;br /&gt;
:Die Einzeljoche waren durch locker auf die Träger gelegte Unterzüge verbunden, auf denen die Bohlen lagen, die zusätzlich durch Rödeleisen verbunden waren und ein Geländer trugen.&lt;br /&gt;
:Die Brücke, für die ebenfalls drei Bauphasen nachzuweisen waren, traf im Süden vor dem 4m hohen Abschnittswall der 1,2 ha großen Vorburg auf die Insel.&lt;br /&gt;
:Ein zweiter Wall trennte Vor- und Hauptburg von einander. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der auf einer natürlichen Anhöhe gelegenen 0,6 ha großen Burg mit einer Innenfläche von 25 x 50 m ist durch Gruben, Teilen von Hauspflastern, Herdstellen und Backöfen nachgewiesen.&lt;br /&gt;
:Sie zeigte in der Hauptburg dicht Bebauung, in der Vorburg nur entlang der Wälle.&lt;br /&gt;
:Der Wall war in der ersten und zweiten Phase in Kastenbauweise errichtet, während der dritten Phase nur aus einer Palisade mit Planken, die die Vorderfront verstärkten bestand.&lt;br /&gt;
:Während es in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts, also nach der ersten Besiedlungsphase, zu einer Brandzerstörung kam, wurde die Burg schließlich im 12. Jahrhundert friedlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
:Bei den Funden überwiegt wendische Keramik der Menkendorfer Gruppe und Knochen.&lt;br /&gt;
:Keramikfunde der Teterower Gruppe werden dagegen in das 11. und 12. Jahrhundert datiert, bei der der Fundort beim Teterower Burgwall anmengebend für den Typ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Aus Archäologie folgt Korrektur der gängigen Geschichtsschreibung===&lt;br /&gt;
;Zu nachfolgend angeführten Quellen ist der Hinweis erforderlich, das die Mehrheit heute tätiger Historiker die Meinung vertritt, das es sich bei der Teterower Burganlage wohl eher nicht um die in frühen Quellen genannte Burg Othimars handelt und diese mehrheitlich mit der wendischen Burganlage von Behren-Lübchin in Verbindung gebracht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen vor den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514905980.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (2) Rudolf Asmus Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 1928 S.1-5 (&#039;&#039;&#039;Teil 1 ist 1926 in der Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; erschienen!&#039;&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906111.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (3)  Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (3.) Fortsetzung Rudolf Asmus. - In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 2, S.9-11]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906332.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (4.) Schluß Rudolf Asmus In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 3, S.17-19 ]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513452567.pdf Frühgeschichtliches und Vorgeschichtliches vom Teterower See Rudolf Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.354-359]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen während und nach den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Ein vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1950/51&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Landesamt für Denkmalpflege Schwerin (Hg.) &amp;quot;Denkmalpflege in Mecklenburg Jahrbuch 1951/52&amp;quot; S. 198 - 212, Sachsenverlag Dresden o. J.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Slawische Töpferei in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Volksdruckerei Ludwigslust 1964&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Der Holzbau bei den nordwestslawischen Stämmen vom 8. bis 12. Jahrhundert&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow (1950 - 1953) Forschungen auf einer slawischen Burg im See&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Gralow, Klaus-Dieter / Stange, Hartmuth (Hg.) &amp;quot;Ewald Schuldt - Archäologische Expeditionen im eigenen Land (1950 - 1984)&amp;quot; S. 7 - 48, Stock &amp;amp; Stein Verlag Schwerin 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1952/53&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin (Hg.) &amp;quot;Jahrbuch für Bodendenkmalpflege in Mecklenburg 1953&amp;quot; S. 84 - 107, Petermänken-Verlag Schwerin 1955&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow - Ein slawischer Burgwall in Mecklenburg&amp;quot; (Text- und Beilagenband)&lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1963&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1235&lt;br /&gt;
:Teterow ( slaw. &amp;quot;Birkhahnort&amp;quot;) erhält Stadtrecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Hoffmann : &lt;br /&gt;
Die Gründung der Stadt Teterow &lt;br /&gt;
In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 138-139 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit Penzlin ist die Reihe der Werleschen Städte, von denen uns Stiftungsbriefe erhalten sind, abgeschlossen. Man muß sich daher darauf beschränken, die Entstehung der übrigen Städte der Herrschaft Werle aus späteren Zeugnissen aufzuklären und ihr ungefähres Alter zu bestimmen. &lt;br /&gt;
:Teterow ist die Stadt, die uns in dieser Gruppe am frühesten als solche begegnet. &lt;br /&gt;
:Die Stadt liegt zwischen Güstrow und Malchin am Fuße der Heidberge. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1272 wird die Stadt zum erstenmal erwähnt (M.U.B. II, 1261). &lt;br /&gt;
:Anscheinend hat sie jedoch damals schon einige Zeit bestanden. &lt;br /&gt;
:Denn in diesem Jahr wird der Stadt das Dorf Baudorf mit 43 Hufen von Nikolaus von Werle verliehen. &lt;br /&gt;
:Diese Verleihung deutet darauf hin, daß der Stadt ihre bisherigen Besitzungen nicht mehr genügten, und wir können damit zugleich auch schon auf eine gewisse Blüte der Stadt schließen. &lt;br /&gt;
:Ferner erkennen wir auch aus derselben Urkunde des Jahres 1272, daß Teterow bei seiner Gründung durch Nikolaus von Werle Schweriner Stadtrecht verliehen wurde. &lt;br /&gt;
:Denn es heißt in ihr, daß die Ratmänner für sich den Friedensschilling benutzen sollten (Consules etiam suis vsibus pacis denarios usurpabunt). &lt;br /&gt;
:Da dieses Teterower Ratsprivileg genau dem des Schwerin-Güstrower Rechts entspricht, so können wir daraus schließen, daß auch sonst Schweriner Recht in Teterow galt. &lt;br /&gt;
:Ob damals, als die Stadt gegründet wurde, noch andere Siedlungen hier vorhanden waren, wissen wir nicht. &lt;br /&gt;
:Anscheinend ergibt sich aus der slawischen Namensform Teterow, daß hier einst ein slawisches Dorf vorhanden war. &lt;br /&gt;
:Vielleicht war Teterow auch der Name für den wendischen Burgwall, der noch heute auf der Insel im Teterower See erhalten ist. &lt;br /&gt;
:Schmaltz behauptet, daß das Teterower Kirchspiel bereits um 1226 gegründet worden ist (M.J.B. 73, S. 46). &lt;br /&gt;
:Es handelt sich dabei jedoch nur um Vermutungen. &lt;br /&gt;
:Reifferscheid hat die Entstehung der Teterower Kirche nach ihrem Stil erst in die Zeit um 1270 angesetzt (Reifferscheid a. a. O. S. 147 ff ). &lt;br /&gt;
:Die Stadt ist, wie aus dem Stadtplan hervorgeht, eine Gründung aus frischer Wurzel ( Plan der Stadt Teterow &amp;quot;fecit Teterow, 26. 2. 1753, Christian Adolf Reinhard, Senator&amp;quot;, im Besitz der Stadt Teterow ). &lt;br /&gt;
:Bereits Fritz hat auf den Teterower Grundriß als Beispiel eines Kolonial-Stadtplans hingewiesen (Fritz a. a. O. S. 27). &lt;br /&gt;
:Unter den sechs Ratmännern, deren Namen uns im Jahre 1288 genannt werden (M.U.B. III, 1959), ist anscheinend einer ein Slawe gewesen. &lt;br /&gt;
:Von den sechs Ratmännern sind drei als Deutsche anzusprechen, während wir bei den übrigen drei ihre Nationalität an ihrem Namen nicht erkennen können. &lt;br /&gt;
:Nach dieser Ratsherrnliste vom Jahre 1288 scheint die Zusammensetzung der frühesten Teterower Bevölkerung überwiegend deutscher Herkunft gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1250&lt;br /&gt;
:Teterow entstand in der Nähe einer einstigen wendischen Burganlage im Teterower See.&lt;br /&gt;
:Es ist unbekannt wann Teterow genau entstanden ist. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1272.&lt;br /&gt;
:Da der Baubeginn der Stadtkirche bauhistorisch auf die Zeit um 1280 gelegt werden kann, ist davon auszugehen, dass die Verleihung der Stadtrechte um 1250 erfolgten.&lt;br /&gt;
:Als offizielles Gründungsjahr wird jedoch seit dem 18. Jh. 1235 benannt. Dies entbehrt jedoch jeglichen Beweises und basiert lediglich darauf, dass Malchin nachweislich 1236 die Stadtrechte verliehen bekommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1272&lt;br /&gt;
:erste urkundliche Erwähnung Teterows &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;14.Jh.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde (wohl zur Zeit seiner größten Bedeutung) befestigt und erhielt seine schönen gotischen Stadttore. &lt;br /&gt;
:Fertigstellung der Stadtkirche St. Peter und Paul&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1316 &lt;br /&gt;
:Teterow kommt an die Herrschaft Werle-Parchim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1374 &lt;br /&gt;
:an die Herrschaft Werle-Güstrow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1436 &lt;br /&gt;
:Die Stadt kommt an das Haus Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reformation und Nachreformationszeit in Teterow (1517 bis 1648)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1540&lt;br /&gt;
:Beginn der Reformation in Teterow&lt;br /&gt;
:Entsprechend des Vermögens der Teterower Kirche verlief die Reformation nicht ohne Wiederstände, die Kalandsbrüderschaft mußte sogar aufgelöst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hexenprozesse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632&lt;br /&gt;
:erster großer Stadtbrand vernichtet ein Viertel aller Fachwerkhäuser, was den allgemeinen Niedergang Teterows beschleunigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1650&lt;br /&gt;
:Die Stadt hat nach dem 30-jährigen Krieg nur noch rund 300 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1680&lt;br /&gt;
:Pastor Felix Fiedler stiftet den Ertrag aus der Verpachtung von Äckern und Gärten zur Unterstützung armer Schulkinder (heutiger Schulkamp)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:G.S.C. Kirchhoff - Entdecker des Stärkezuckers - wird in Teterow geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur Reichseinigung (bis 1871) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:Edikt zur Aufhebung der Leibeigenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1836&lt;br /&gt;
:Teterow bekommt eine hölzerne Quellwasserleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1848&lt;br /&gt;
:Johann Heinrich von Thünen wird erster Ehrenbürger von Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1850&lt;br /&gt;
:Große Cholera-Epidemie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Die Stadt bekommt eine Telegraphenverbindung zu den Nachbarstädten Güstrow und Malchin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Auflösung der Zünfte und Gewerbefreiheit in ganz Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1918 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Dr. jur. Franz von Pentz wird Bürgermeister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1881&lt;br /&gt;
:Hermann Carl Friedrich Pogge wird zweiter Ehrenbürger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1894&lt;br /&gt;
:William Mantle, geborener Engländer und Gaswerksdirektor wird dritter Ehrenbürger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Einweihung des Rathauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Einweihung des Hechtbrunnens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1945 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1927&lt;br /&gt;
:Errichtung des Ehrenmals in den Heidbergen&lt;br /&gt;
:Bau des Wendenkruges auf der Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1929&lt;br /&gt;
:Mit der Einrichtung der Kurbelfähre ist die Burgwallinsel ständig erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Mit dem ersten Rennen wird der Bergring in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==SBZ und DDR bis 1990 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1950-1953&lt;br /&gt;
:Tiefgründige Untersuchung der Burgwallinsel im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungskampagnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;17.06.1953&lt;br /&gt;
:während des Volksaufstandes in der DDR kommt es auch in Teterow zu Demonstrationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1977&lt;br /&gt;
:Inbetriebnahme der neuen Seilzugfähre zur Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1981&lt;br /&gt;
:Hochwasser in Teterow  nach sintflutartigen Regenfällen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:Gründung des Heimatbundes - erste Vereinsgründung nach der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
:Die Verwaltung der Stadt zieht wieder in das Rathaus ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==die heutige Zeit in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001&lt;br /&gt;
:Die Barkasse &amp;quot;Regulus&amp;quot; unternimmt nach Versenkung 1945, Hebung mehr als 50 Jahre danach und anschließender Restaurierung, ihre erste Fahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Arena am Kellerholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Religionsgemeinschaften in Teterow==&lt;br /&gt;
:Die Gründung und Entwicklung der Stadt Teterow ist eng verbunden mit dem Wirken der römisch-katholischen Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Das zeigt das heute noch das Stadtbild dominierende Gebäude der St. Peter und Pauls Kirche an zentraler Stelle der neu gegründeten Stadt.&lt;br /&gt;
:Im Teterower Stadtbuch von 1665 - 1777 findet sich ein Hinweis, dass es in Teterow mehrere Kirchen und Kapellen sowie ein Filialkloster gegeben hat, die aber alle nach der Reformation verschwunden sind. Ihre genaue Lokalisierung ist heute kaum noch nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wird in Mecklenburg, zuerst in den größeren Städten, nach der Lehre Luthers gepredigt. Etwa 1530 wird auch in Teterow erstmalig lutherischer Gottesdienst abgehalten.&lt;br /&gt;
:1541 wird in Teterow Joachim Mesekow als festangestellter evangelischer Prediger genannt. Auf dem Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg wurde am 20. Juni 1549 offiziell die Einführung der Reformation in Mecklenburg verkündet. Das Datum gilt als Geburtstag der evangelischen Landeskirche. Die römisch-katholische wurde vollständig zurückgedrängt und spielte auch in Teterow über Jahrhunderte keine Rolle mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde===&lt;br /&gt;
:Zum Ende des 19. Jahrhunderts zeigt der Chronist der evangelischen St. Peter und Pauls Kirchengemeinde folgendes Bild auf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Zahl der Gemeindeglieder betrug nach der Zählung vom Dezember 1890: 7005 - nämlich 4781 Erwachsene, 2224 Kinder.&lt;br /&gt;
:Die Gesamtzahl der Einwohner des mit der Kirchengemeinde identischen Standesamtsbezirks Teterow betrug 7287, als waren 282 Personen nicht lutherischer Konfession, nämlich in der Stadt Teterow 74 Juden, 150 Katholiken und 1 Reformierter, außerdem 57 nicht lutherischer, wohl meistens katholischer Einwohner auf dem Lande.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Zur Kirchengemeinde Teterow gehörten Groß Roge, Klein Roge, Mieckow, Pampow, Groß Köthel, Klein Köthel und Grambzow.&lt;br /&gt;
:Als Schulaufsicht in den öffentlichen Schulen fungierten die beiden Pastoren des Pfarrbereiches.&lt;br /&gt;
:In Teterow waren das die lateinlose Realschule II. Ordnung mit 8 Lehrern und ca. 150 Schülern und die Bürger- und Volksschule mit 18 Lehrern und ca. 1050 Schülern, in Groß Roge die 2-klassige Domanialschule, in Groß Köthel die ritterschaftliche Schule im Verbund mit Klein Köthel und Grambzow, in Pampow eine ritterschaftliche Schule.&lt;br /&gt;
:Die Kinder aus Mieckow gingen nach Appelhagen, das zur Kirchgemeinde Thürkow gehörte. Die 1892 eingerichtete Gemeindepflege wurde von den Diakonissen verwaltet und der Dirigent des tödtischen Armenkollegiums war einer der beiden Pastoren.&lt;br /&gt;
:Zum Gemeindeleben gehörten auch die Anstalten der Inneren Mission und die geistlichen Vereine. Dazu zählten die Herberge zur Heimat in der Malchiner Straße seit1887, der 1899 gegründete christliche Männer- und Jünglingsverein, der Posaunenchor und seit 1900 der hiesige Lehrlings-Verein.&lt;br /&gt;
:Die im eigenen Haus auf dem Schulkamp 1888 gegründete Kleinkinderschule wurde von einer Diakonisse aus dem Stift Bethlehem geleitet.&lt;br /&gt;
:Im ebenfalls 1888 gegründeten Krankenhaus waren drei Diakonissen als Krankenschwestern tätig.&lt;br /&gt;
:In allen Einrichtungen und Vereinen waren die Pastoren in den Vorständen bzw. in der Leitung vertreten.&lt;br /&gt;
:Am 4. Dezember 1902 nahm der Landtag in Malchin die Verordnung betreffs die öffentliche Religionsausübung der reformierten und der römisch-katholischen Kirche in beiden Ständen an.&lt;br /&gt;
:Es wurde jedoch zur Bedingung gemacht, dass den Ständen eine landesherrliche Zusicherung erteilt werde, dass die Niederlassung von katholischen Orden und die Zulassung von Kongregationen und anderen Religionsgemeinschaften nur mit Zustimmung der Stände genehmigt werde, während von der Ritterschaft nur eine entsprechende Bitte an den Landesherren beschlossen wurde. (Teterower Nachrichten vom 6. Dezember 1902)&lt;br /&gt;
:Die protestantische Kirchengemeinde blieb weiterhin die größte und bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Stadt und spielte im gesellschaftlichen Leben eine herausragende Rolle, wie etwa bei der Weihe des neuen Friedhofs am 25. November 1908 oder der Einweihung des neuen Rathauses am 20. November 1910.&lt;br /&gt;
:Der Beginn und Verlauf des 1. Weltkrieges brachte auch für das Leben in der Kirchengemeinde enorme Belastungen. Zu Beginn der Mobilmachung kam es zu vermehrten Taufen und Kriegshochzeiten.&lt;br /&gt;
:Am 11 August 1914 fand im Rathaus eine Zusammenkunft statt, in der man über Möglichkeiten der Unterstützung der Kriegerangehörigen in Teterow beriet. Nach einem Plan, der von Pastor Schumacher nach Beratung mit dem Bürgermeister ausgearbeitet worden war, wurde in der Stadt die Kriegshilfstätigkeit organisiert.&lt;br /&gt;
:Im November 1914 kamen die ersten verwundeten Soldaten in das neu eingerichtete Lazarett. Durchschnittlich 50 Verwundete erhielten hier ihre ärztliche Behandlung und hilfreiche Betreuung durch Mitglieder der Kirchengemeinde. Am 7. März 1919 wurden mit einer kleinen Abschiedsfeier die letzten Patienten in ihre Heimatorte entlassen.&lt;br /&gt;
:Am 14. November 1914 trafen in der Stadt etwa 500 ostpreußische Flüchtlinge ein, die wegen des Einmarsches russischer Truppen ihre Heimat verlassen mussten. Sie wurden zum Teil von Familien in ihren Wohnungen aufgenommen, zum Teil aber auch in Gaststätten und Herbergen untergebracht. Sie wurden von der Kirchengemeinde aufgenommen, erhielten aber auch Seelsorge von einem ostpreußischen Pastor, der von Schwerin aus seine Landsleute betreute. Viele der Flüchtlinge waren nur dürftig gekleidet und ohne persönliche Habe geflohen. Für sie wurde eine Kleidersammlung organisiert. Im Frühjahr 1915, die letzten Mitte April, kehrten die Flüchtlinge in ihre Heimat zurück.&lt;br /&gt;
:Zu Pfingsten 1917 mussten die Zinnpfeifen der Orgel der Kriegswirtschaft zugeführt werden und am 28. Juni 1917 musste die größte der Kirchenglocken den Weg in den Schmelzofen nehmen.&lt;br /&gt;
:Im Winter 1917 wurde die Krippe als Stiftung des Fabrikbesitzers Müller begründet. Am 14. Juni 1918 wurde sie eröffnet. Zwei Diakonissen vom Stift Bethlehem übernahmen die Leitung und Betreuung der Einrichtung. Im Vorstand des Krippenvereins war Pastor Schumacher vertreten.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende und die Abschaffung der Monarchie bracht große Umwälzungen auch im Zusammenleben der Kommune mit sich. Der entthronte Großherzog war nicht mehr Oberbischof der Landeskirche.&lt;br /&gt;
:In der Kirchenchronik heißt es, dass im Januar 1919 in öffentlichen Zusammenkünften in der Stadt die Frage der Trennung von Kirche und Staat diskutiert wurde und dies in der neuen Landesverfassung festgeschrieben werden sollte.&lt;br /&gt;
:Am 11. August 1919 trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Sie brachte die Ablösung des landesherrlichen Kirchenregiments und schuf eine grundlegende Neuordnung des Verhältnisses des Staates zu den Kirchen (Art. 136 ff.). Da den Landeskirchen das volle Selbstbestimmungsrecht zugesprochen war, machte, es sich erforderlich, möglichst schnell eine Kirchenverfassung zu schaffen. In Mecklenburg-Strelitz wurde am 20. Juni 1920 durch den verfassunggebenden Kirchentag eine Kirchenverfassung beschlossen, in Mecklenburg-Schwerin erfolgte das am 12. Mai 1921. Am 23. November 1919, dem Ewigkeitssonntag, fand eine größere Gedächtnisfeier für die Gefallenen in der Kirche statt. Im Adventsbericht des Jahres 1919 ist vermerkt: &amp;quot;Im Kampf fürs Vaterland sind im Verlauf des Krieges im ganzen , soweit bekannt, gefallen: 224, ungerechnet die Vermißten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Dezember 1920 fand die erste Beratung betreffs Errichtung einer Kriegergedenktafel in der Kirche statt und am 22. November 1922 erfolgte die Einweihung der von Teterower Handwerkern geschaffenen Gedenktafel in der St. Peter und Pauls-Kirche.&lt;br /&gt;
:Am 7. Oktober 1923 wurde in Mecklenburg eine Gedenkfeieranlässlich des 400jährigen Bestehens des evangelischen Kirchenliedes durchgeführt. Im übrigen Deutschland waren diese Feiern wegen der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse abgesagt worden. Mecklenburg feierte demnach allein.&lt;br /&gt;
:Am 10. Mai 1924 fand eine erste Beratung über die Beschaffung neuer Glocken für die Kirche im Kirchgemeinderat statt.&lt;br /&gt;
:Am 8. Juni , dem 1. Pfingstfeiertag des gleichen Jahres, wurde das neue Geläut feierlich von Pastor Schumacher geweiht und die Glocken erklangen zum ersten Mal. Die Beschaffung der Glocken, die in Torgau gegossen worden waren, wurde durch Spenden ermöglicht. Die Liste der Spender ist lang.&lt;br /&gt;
:Im Oktober 1932 übernimmt Probst Schumacher die Seelsorge für die Bewohner des Altersheimes des Amtes Malchin in der Wilhelmstrasse ((heute Niels-Stensen-Straße).&lt;br /&gt;
:Die Wahl des Kirchgemeinderates am 23. Juli 1933 brachte große Veränderungen in der Kirchgemeinde. Dazu heißt es in der Chronik: &amp;quot;Es waren 2 Listen eingereicht, die eine von &amp;quot;Evangelium und Kirche&amp;quot;, die andere von den &amp;quot;deutschen Christen&amp;quot;, nachdem eine zuvor versuchte Einigung nicht zustande gekommen war. Die erste Liste erhielt 3 Sitze, die zweite 9. Die feierliche Einführung des Kirchgemeinderates durch Pastor Romberg fand im Hauptgottesdienst des 8. p. Trin.am 6. August statt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im November 1933 wurde Pastor Plahs in sein Amt eingeführt. Er war Vertreter der Deutschen Christen und Nationalsozialist. Am 1. April 1934 übernahm er den Vorsitz im Gemeindekirchenrat.&lt;br /&gt;
:Zum Gottesdienst am 1. Mai 1934 hatte er an Stelle des Lesepultes in der Kirche ein Hitlerbild angebracht, unter dem ein Treuespruch für Hitler stand. Das Hitlerbild verdeckte das Christusbild auf dem Altar für den Mittelgang.&lt;br /&gt;
:Die Deutschen Christen wollten den Nazismus und Faschismus im Christentum durch Erneuerung ihrer Kirche verkörpern. Der Naziideologie folgend, lehnten fanatische Pastoren das alte Testament als jüdisches Glaubensbekenntnis ab, und es wurde offen in der Kirche faschistisches Gedankengut gepredigt.&lt;br /&gt;
:Es kristallisierte sich aber in den Jahren heraus, dass der Staat das Christentum von Grund auf abzulehnen begann.&lt;br /&gt;
:In der Folge kam es zu wachsenden Unstimmigkeiten zwischen den Bekenntnischristen und den deutschen Christen. Von allen Seiten wurde massiv Druck auf die zu Pastor Romberg stehenden Gemeindeglieder ausgeübt. Die Stadtverwaltung, Polizeibehörden, die Gestapo und nicht zuletzt der Oberkirchenrat versuchten, die standhaften Gemeindeglieder und den Pastor einzuschüchtern.&lt;br /&gt;
:Pastor Romberg wurde verhaftet, nach Güstrow in Untersuchungshaft gebracht, es wurden Hausdurchsuchungen vorgenommen und persönliche Dinge beschlagnahmt.&lt;br /&gt;
:Auch die Pastoren, die für Pastor Plahs nachfolgend eingesetzt wurden, versuchten die Bekenntnischristen durch massiven Druck zum Aufgeben zu zwingen.&lt;br /&gt;
:Höhepunkt der Schikanen war, dass Pastor Romberg 7 Jahre und 3 Monate die Kirche nicht betreten durfte und bei Beerdigungen verstorbener Bekenntnischristen die Glocken nicht geläutet werden durften.&lt;br /&gt;
:Jahrelang erhielt Pastor Romberg kein Gehalt. Erst auf dem Klageweg musste ihm das Gehalt von 1935 bis 1940 ausgezahlt werden.&lt;br /&gt;
:Mehrmals sollte Pastor Romberg strafversetzt werden. Er und die Gemeinde wehrten sich stets dagegen, so dass er in Teterow blieb.&lt;br /&gt;
:Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Bibelstunden, Chorproben und Auftritte und andere Veranstaltungen konnten nur im Pfarrhaus, meist unter Anwesenheit der Polizei oder Gestapo stattfinden. Häufig wurden Verbote ausgesprochen.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1942 wurden die gottesdienstlichen Räume im Pfarrhaus vom Bürgermeister beschlagnahmt und Rostocker Bürger, die nach den schweren Luftangriffen ausgebombt waren, eingewiesen. Pastor Romberg hat darauf dem Gemeindekirchenrat mitgeteilt, dass er ab sofort seine Gottesdienste wieder in der Kirche halten werde. Ab dem 14. Juni 1942 beginnt sich das Gemeindeleben zu normalisieren und allmählich wächst die Gemeinde wieder zusammen.&lt;br /&gt;
:Bis zum Zusammenbruch des faschistischen Regimes musste Pastor Romberg aber mit seiner Bekenntnischristen-Gemeinde immer wieder Behinderungen, Erpressungs- und Verleumdungsversuche durch die Deutschen Christen und Versetzungsversuche in andere Orte abwehren. Teterow war im Land Mecklenburg zu einer der standhaftesten Bekenntnischristen-Gemeinden geworden.&lt;br /&gt;
:1945 schreibt die Gattin des Pastors Romberg in der Kirchenchronik: &amp;quot;Erschütterndes Flüchtlingselend! Alle Straßen und Plätze stehen voller Trecks. Hunderte suchen im Pfarrhaus Rat u. Hilfe. Die Zeit und die Angst lähmt. Aber die Arbeit geht weiter. Bibelstunden und Singeabende werden regelmäßig gehalten. Auch der Kirchenchor übt zu Karfreitag und Ostern. Der Kirchenbesuch steigt, die Angst treibt die Menschen doch zu Gott. Judika waren es ca. 250 Mensch in der Kirche.&lt;br /&gt;
:Eingesegnet sind Palmarum 29 Kinder von Pastor Reinwald, 18 Kinder von Pastor Romberg. Am 1. Ostertag waren über 500 Menschen in der Kirche, 21 Taufen. 2. Ostertag Pastor Reinwald. Die Feinde kommen immer näher.&lt;br /&gt;
:Am 1. Mai erwarten wir die Beschießung von Teterow, denn die Stadt soll bis zum Äußersten verteidigt werden. Am 30 April mittags Tieffliegerangriff, der 15 Todesopfer forderte. In er Nacht vom 30.4. auf 1.5. wurde Teterow eingenommen.&lt;br /&gt;
:Wie die Russen beim Einmarsch hausten, ist zur genüge bekannt. Es war hier auch nicht anders. 450 Menschen, später stieg die Zahl auf 600, also 5 % der Bevölkerung, hatte sich das Leben genommen, besonders junge Frauen und Mädchen. In den ersten Wochen rissen die Beerdigungen nicht ab. 150 - 200 Menschen wurden in 2 langen Massengräbern beigesetzt.&lt;br /&gt;
:Am 13. Mai konnte wieder Gottesdienst gehalten werden. Pastor Romberg sprach über das Wort: So demütigt euch unter der gewaltigen Hand Gottes. Am 27. Juni in dem schwer heimgesuchten Kl. Roge Gottesdienst im Freien. Vieh und Lebensmittel werden weggeschleppt oder zerstört. Die Ruhr bricht aus. Bald Hungertyphus. ... Säuglingssterblichkeit ungeheuer, jede Woche sterben 6 - 10. Die Glocken hören kaum auf zu läuten. Teterow ist Quarantänegebiet. Im Oktober laufen die Beerdigungen von morgens bis abends ohne Unterbrechungen. Im November scheint die Krankheit nachzulassen. In allen Schulen sind Typhuslazarette. Im Oktober begann in Noträumen der Unterricht wieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Am 7. Januar 1947 wurde Pastor Bernhard Romberg unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und auch der Stadtverwaltung auf dem Teterower Friedhof bestattet. Er wurde nur 51 Jahre alt. Am 2. September 1927 hatte er seinen Dienst in Teterow begonnen. Als standhafter bekennender Christ hat er als Gegner des Nationalsozialismus seine Gemeinde durch schwierige Zeiten geführt.&lt;br /&gt;
:In den Zeiten der Not versuchte die Kirchengemeinde, Kranken und Bedürftigen in der Stadt zu helfen. In der Pfarrhausküche wurde gekocht und Essen ausgegeben. 1948 konnten vom kirchlichen Hilfswerk bereitgestellte Lebensmittel an Tbc-Kranke ausgegeben werden. Im August wurden vom Hauptbüro des Hilfswerkes für 70 evakuierte Sachsenkinder Lebensmittel bereitgestellt. Des weiteren wurde in der Pfarre I eine Kinderspeisung für 57 unterernährte und Tbc-gefährdete Kinder durchgeführt. Dabei erhielt die Gemeinde von der Stadtverwaltung durch Bereitstellung von Feuerungsmaterial Unterstützung. Diese Speisungen wurden bis in das Jahr 1950 fortgesetzt. Die hierfür benötigten Produkte wurden zu großen Teil durch Spenden, auch aus den Dörfern des Kirchspiels bereitgestellt. Auch von der Teterower katholischen Kirchengemeinde kamen Lebensmittelspenden.&lt;br /&gt;
:1948 kam, gerade aus Kriegsgefangenschaft entlassen, Pastor Abshagen nach Teterow. Er organisierte den Aufbau der Jungen Gemeinde in Teterow, wo sich die Teterower Kinder und Jugendlichen in 14 - 16 Kreisen wöchentlich trafen, gemeinsam biblische Themen besprachen, spielten, Ausflüge unternahmen oder auch mit dem gemeindeeigenen Boot auf den See hinaus fuhren. Die Junge Gemeinde hatte für das Leben in der Kirchengemeinde eine große Bedeutung. 1954 wurde in den Schulen für die Jugendweihe geworben. Ein Jahr darauf nehmen in der DDR 4 % der Konfirmanden an der Jugendweihe teil.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1954 predigt in der Teterower Kirche der Pastor der bayrischen Patenkirche. 1966 verlässt die Gemeindeschwester Martha Stiegler infolge ihres hohen Alters nach über 40 Jahren Stadt und Gemeinde. Sie war eine allseits bekannte und beliebte Persönlichkeit. 1967 wird in der Kirche eine Jubiläumsreihe zur Reformation zu folgenden Themen gehalten: Reformation in Mecklenburg, Luther und Müntzer im Bauernkrieg, Vortrag über die schwedische Kirche, Luthers Lebenslauf, Einfluss der Reformation auf die deutsche Kultur. Am 20.06.1976 wurde Propst Abshagen nach 28 Dienstjahren in Teterow in den Ruhestand verabschiedet. Er verzog Anfang 1977 mit seiner Frau nach Rostock, wo er im Mai 1978 verstarb. Am 13. August 1978 wurde Pastor Dr. Martin Kuske in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Eine statistische Aufzählung in der Chronik zeigt auf, dass von 1965 bis 1982 die Zahl der Gottesdienstbesuche, Taufen, Konfirmationen, Trauungen und kirchliche Beerdigungen kontinuierlich zurück gegangen ist. Im Gegensatz dazu nehmen im gleichen Zeitraum die Zahl der Kollekten, Spenden und Opfer stark zu waren es 1965 ca. 10.000 M. kamen 1982 ca. 26.000 M. zusammen. In den Jahren von 1979 bis 1982 erfolgten umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten und Um- und Ausbauten an der Kirch und den Pfarrhäusern. &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1981 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den evangelischen Kirchen und der Staatsführung um die Friedensfrage. In Teterow haben Jugendliche aus der Jungen Gemeinde die Initiative verschiedener junger Christen unterstützt, einen Wehrersatzdienst im sozialen Bereich durchzuführen. Die betreffenden Jugendlichen wurden in der EOS (Erweiterte Oberschule) zur Verantwortung gezogen. Es kam zu harten Gesprächen. Von der Schule wurde aber niemand verwiesen, aber einige dieser Jugendlichen kamen seitdem nicht mehr zu Jungen Gemeinde. Pastor Kuske schreibt in der Chronik: &amp;quot;Von der Kirche wird erwartet, dass sie sich voll und ganz hinter die Friedenspolitik der DDR, zu der eine starke Armee gehört, stellt. Wir können das aber nur in solidarischer Kritik oder kritischer Solidarität. Wir meinen, dass wir vom Evangelium her ein eigenes Wort mitzubringen haben und werden das auch in Zukunft tun.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1984 kommt es zu Besuchen und Gegenbesuchen mit der Partnergemeinde Gräfelfing. Die Partnergemeinde spendet 20.000 Dachsteine für das Kirchendach. Mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützung der Dachdeckerfirma Wille konnte damit das Süddach des Langhauses eingedeckt werden. 1989 wird dann, ebenfalls mit gespendeten Dachsteinen aus der Partnergemeinde, das Norddach mit freiwilligen Helfern und der Firma Wille erneuert.&lt;br /&gt;
:Am 6. März 1987 wurde zum 100jährigen Geburtstag der Weltgebetstagsbewegung ein Festgottesdienst durchgeführt. Dazu eingeladen sind auch katholische und evangelisch-freikirchliche Gemeindeglieder. Am 19. Oktober 1989 findet das 1. Friedensgebet mit über 500 Leuten in der Kirche statt, weitere folgen am 2. und 9. November. Am 18. Januar 1990 findet ein Friedensgebet gegen die Kampfhandlungen am Golf statt. Mitarbeiter der Kirchengemeinde führten seit März 1990 Gespräche in Schulklassen und mit Lehrern, um Misstrauen und Vorurteile gegen die Einführung eines Religionsunterrichts zu entkräften.&lt;br /&gt;
:Am 6. Januar 1991 wurde mit einem Gottesdienst die Sozialstation Teterow feierlich eröffnet. Neun Gemeindeschwestern sind seither in der Stadt Teterow und den politischen Gemeinden Alt Sührkow, Gottin, Dalkendorf, Groß Roge und Groß Wokern tätig. Sie sind von der Kirche angestellt. Am 1. Juni beendet Pastor Christian Burchhard seinen Dienst, den er im November 1985 begonnen hatte.&lt;br /&gt;
:Am 24. Dezember 1990 erklangen die ersten Register der neuen Orgel. Die Finanzierung des Orgelbaues gestaltete sich, auch wegen der Währungsunion, sehr schwierig. Am 1. September 1991 kann die neue Orgel eingeweiht werden. Das Gewölbe über der Orgel wurde renoviert. 1991 wird das Pfarrhaus, Schulstraße 2 saniert. Im Oktober d. J. wird mit der Ausmalung des 2. Gewölbes im Kirchenschiff begonnen und zu Ostern 1992 fertiggestellt. Am 16. Mai 1993 wird Pastor Burkhardt Ebel in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1993 nahmen 37 Gemeindeglieder aus Teterow und Hohen Mistorf am Kirchentag in München teil und gestalteten einen viel beachteten Ausstellungsstand mit Fotos, Zeichnungen und Dokumentationen über das kirchliche Leben in einer mecklenburgischen Kleinstadt und einer Landgemeinde. Dabei war der Höhepunkt der Besuch des Bundespräsidenten von Weizsäcker am Stand. Am 23. Februar findet die Auftaktveranstaltung zum Jahr der Familie in der katholischen Kirche statt, auf der die Pastoren Kuske und Ebel eine Dialogpredigt halten. Am 24. Mai 1994 hielt Pastor Martin Kuske den letzten Gottesdienst in der Gemeinde. Er war von der Kirchenleitung der Landesbehörde zum Landespastor für Diakonie berufen worden. Am 9. Februar 1995 schied er durch eigene Hand aus dem Leben.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wird die Restaurierung der Altarfiguren abgeschlossen und der Altar wieder vervollständigt. Im Jahr 1994 entschied die Kirchenleitung, dass in den kleinen Städten wie Teterow nur noch eine Pfarrstelle besetzt wird. Am 25. Mai 1995 wird der erste gemeinsame Gottesdienst mit der Gemeinde Hohen Mistorf (Pastorin Gudrun Schmiedeberg) auf dem Silberberg im Ortsteil Teschow durchgeführt. Am 7. Januar 1996 findet der erste ökumenische Gottesdienst zur Allianzgebetswoche in den Räumen der evangelischen Freikirche statt.&lt;br /&gt;
:Iwan Rebroff (Hans Rolf Rippert), der einige Kinderjahre in der Nachkriegszeit in Teterow verlebte und damals auch im Kirchenchor bei Frau Vichel gesungen hatte, ab am 6. August 1997 ein Konzert in der Kirche. Seine Mutter war 1948 Mitglied des Gemeindekirchenrates und für die Spendensammlungen verantwortlich. Der erste ökumenische Gemeinderat findet am 4. September 1997 statt. Die Gemeinderäte der katholischen Gemeinde, der Freikirchlichen Gemeinde und der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde treffen sich. Dem ersten kennenlernen folgt eine Beratung über gemeinsame Projekte. In den Tagen vom 9. bis 19. November 1997 wurden Andachten zur ökumenischen Friedensdekade im Wechsel der drei Gemeinden der Stadt gehalten. Zum Abschluss wurde am Buß- und Bettag ein ökumenischer Bittgottesdienst für Frieden in der Welt in der katholischen Petruskirche gefeiert.&lt;br /&gt;
:Im Rathaussaal wird am 29. Januar 1998 der Förderkreis St. Peter-Paul´s Kirche gegründet. Zum 1. März 1998 erfolgte eine kirchliche Umgemeindung der Ortschaften, Niendorf und Pampow wechselten nach Hohen Mistorf, Grambzow und Groß Köthel nach Bülow und Appelhagen nach Thürkow / Warnkenhagen. Zum Erntedankfest am 1. Oktober 1998 kann nach der Ausmalung des 3. Gewölbejoches die Kirche wieder benutzt werden. Die Arbeiten sind vor allem aus Spendenmitteln finanziert worden. Im Jahr 2000 werden die Renovierungsarbeiten an der Kirche mit der Neueindeckung der drei Norddächer fortgesetzt.&lt;br /&gt;
:Über der Tafel der Gefallenen des I. Weltkrieges wird am 29. Oktober 2000 ein Gedenkkreuz für die Opfer des II. Weltkrieges montiert. Im Januar 2001 wird mit einem Festgottesdienst das 10jährige Bestehen der Diakoniesozialstation gefeiert. Am 11. Oktober 2001 weilt auf Einladung der Chor der jüdischen Gemeinde Schwerin in Teterow. Nach einem Forum im Rathaussaal findet anschießend ein jüdisches Chorkonzert in der Kirche statt. Zum Hechtfest 2002 gestaltet die Gemeinde gemeinsam mit der katholischen und der freikirchlichen Gemeinde eine gemeinsamen Wagen und nimmt am Umzug teil. Motto des Wagens: &amp;quot;Alle in einem Boot.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Von Januar bis April 2003 finden regelmäßig Friedensgebete gegen den Krieg statt, und es wird eine entsprechende Petition verfasst. Am 15. Februar nehmen Gemeindemitglieder zusammen mit anderen Kriegsgegnern aus der Stadt an der großen Anti-Kriegsdemonstration in Berlin teil. Im November 2003 wird das Organisten- und Küsterhaus am Kirchplatz nachjahrelangem Leerstand verkauft. Im August 2004 wird der Bauabschnitt an der Südseite der Kirche begonnen.&lt;br /&gt;
:Am 8. Mai 2005 war eingeladen zu einem Gedenkgottesdienst anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren. Beteiligt hatten sich die Gemeinden Hohen Mistorf und die Freikirchliche Gemeinde. Durch kurze Zeitzeugenberichte wurde der Gottesdienst lebendig und für die jungen Kirchenbesucher anschaulich. Am 6. August 2005 beteiligte sich die Gemeinde an der Aktion &amp;quot;Teterow offen&amp;quot;, ebenso auch am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2005 unter Mitwirkung des Fördervereins. Im Jahr 2006 wurde mit dem Abschluss der Außensanierung der 2. Bauabschnitt beendet. Im Chorraum wurden neue Buntglasfenster nachgestaltet, ein Toiletteneinbau erfolgte am Südeingang, und mit der Turmsanierung wurde der 3. Bauabschnitt begonnen.&lt;br /&gt;
:Im August 2006 fanden die 54. Internationalen Orgeltage das erste mal in Mecklenburg statt. Die 1. Station war die Orgel in der Kirche. 290 Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern nahmen daran teil. Im Oktober 2006 war ein ökumenischer Gesprächskreis in Rom. Pfarrer sturm von der katholischen Gemeinde Teterow hatte die Führung der Gruppe übernommen. Am 17. November 2006 wurde im Rathaus die Turmkugel geöffnet und der Inhalt in Vitrinen der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 10 Dezember wurde die neue Kugel mit dem bisherigen Inhalt und aktuellen Dokumenten gefüllt und versiegelt.&lt;br /&gt;
:Am Tag des offenen Denkmals 2007 informierte der Architekt Günther Maaß die interessierten Besucher über die bisherigen Sanierungsarbeiten und noch anstehende Aufgaben. Anschließend gab Diplomrestaurator Detlef Krohn einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Gewölbemalerei und informierte über den Stand der Restaurierungsarbeiten. Ein besonderer Höhepunkt ist seit Jahren in der Stadt der ökumenisch gestaltete Martinstag. 2007 wurde das Martinsspiel von der katholischen Gemeinde gestaltet.&lt;br /&gt;
:Denkwürdig war auch der Rathaustag 2008 mit allen Religionsgemeinschaften vor Ort zu der Thematik &amp;quot;Werte in der Gesellschaft&amp;quot;. Am 19. April 2008 führte die Gemeinde gemeinsam mit dem Heimatbund Teterow eine Exkursion nach Crivitz durch. Anlass war das Marienretabel, das 1959 an die Kirchengemeinde Crivitz ausgeliehen wurde und seitdem dort auf dem Altar angebracht ist. Im September 2008 begannen die Arbeiten am Fußboden und an den Bankheizungen der Kirche. Im Oktober 2008 besuchte eine Gemeindegruppe Gräfelfing, um das 30. Jubiläum der Gemeindepartnerschaft am 1. November 2008 mit den Gräfelfingern zu begehen. Am 22. November 2008 gab es eine ökumenische Feierstunde auf dem Friedhof, der vor 100 Jahren geweiht wurde. Beteiligt waren auch die katholische und die evangelisch-freikirchliche Gemeinde sowie die Freie Christengemeinde.&lt;br /&gt;
:Im Dezember 2008 konnte der 1. Abschnitt der Restaurierung der Gewölbemalerei im Chorraum abgeschlossen werden. Mit der Fortsetzung der Arbeiten im Jahr 2009 wird der 2. Abschnitt fertiggestellt. Am 18. Januar 2009 verließ Pastor Ebel die Kirchengemeinde Teterow, um seinen Dienst an der Schelfkirche in Schwerin zu verrichten. Nach dem Auszug des Pastors wird mit der grundlegenden Sanierung des Pfarrhauses in der Schulstraße begonnen. Bauschäden, die durch unsachgemäß ausgeführte Bauarbeiten entstanden sind, mussten beseitigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der städtische St. Georg-Friedhof===&lt;br /&gt;
Am 20 November 1927, dem Ewigkeitssonntag, wurde auf dem Friedhof die Christusfigur, die die Städtische Friedhofskommission den Gefallenen des 1. Weltkrieges gestiftet hat, an ihren Gräbern aufgestellt und durch Pastor Schumacher geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514907045.pdf Der St. Georg-Friedhof zu Teterow In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 9, S.67]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die katholische St. Petrus-Gemeinde in Teterow===&lt;br /&gt;
:Nachdem in der Mitte des 16. Jahrhunderts die evangelisch-lutherische Kirche in Mecklenburg zur Landeskirche erhoben wurde, spielte die römisch-katholische Kirche auch in Teterow keine Rolle mehr. Ob über die Jahrhunderte überhaupt in der Stadt noch Angehörige dieser Glaubensrichtung gelebt haben, ist bisher nicht nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Erst im 19. Jahrhundert werden wieder Katholiken als eine kleine Gruppe genannt. Dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt sich wieder eine kleine Schar Katholiken in der Stadt und in den umliegenden Orten zusammen zu finden. Die Teterower Nachrichten berichten am 31. März 1904 über die Rats- und Bürgersitzung vom 29. März: &amp;quot;... wurde mitgeteilt, daß vom hohen Ministerium gestattet worden ist, daß in hiesiger Stadt monatlich während der Anwesenheit ausländischer Schnitter in der Umgebung römisch-Katholischer Gottesdienst abgehalten wird, und wurde gleichzeitig die Petition hiesiger Katholiken auf Einräumung eines städtischen Lokals a. zur Abhaltung des Gottesdienstes und b. zur Erteilung des Religionsunterrichts vorgelegt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die erste katholische Messe nach der Reformation findet am Sonntag dem 24. April 1904 im Saal des damaligen Schützenhauses statt. Durch die Bemühungen des damaligen Schlosskaplans Hardinghaus (Matgendorf) gelang es gelegentlich den Saal vom Schützenhauswirt Julius Ehlert für diesen Zweck zu mieten. Regelmäßiger Religionsunterricht fand in der Privatwohnung eines Teterowers statt. In den nächsten Jahren erfolgte die geistliche Betreuung der kleinen Gemeinde von Rostock und Schwerin aus. Die katholischen Schnitterfamilien von den Gütern der Umgebung wurden in die Gemeindearbeit einbezogen.&lt;br /&gt;
:Während des Weltkrieges 1914 - 1918 waren durch neue Gesetze und Verordnungen größere Versammlungen verboten worden. Die monatlichen Gottesdienste im Schützenhaus konnten nicht mehr stattfinden. Man war wieder auf Zusammenkünfte in Privaträumen angewiesen. Im Verlauf des Krieges wurde der dritte Monatssonntag für katholische Gottesdienste freigegeben, auch für die ausländischen Fremdarbeiter. Nach dem Krieg wurde die Nutzung des Schützenhaussaales für Gottesdienste gekündigt. Es gelang der Gemeinde, in der Schulstraße 24 Räume für Gottesdienst und Religionsunterricht zu bekommen.&lt;br /&gt;
:Am 1. Februar 1922 wird Teterow Pfarrei und Pfarrer Kaschny der neue Seelsorger. Der Aufbau der neuen Pfarrei begann. Allmorgendlich war heilige Messe und Unterricht für die Kleinen, Katechese und abendliche Vorträge für die Erwachsenen. Die Räumlichkeiten wurden für die wachsende Gemeinde zu klein. Man nutzte die Gelegenheit, die in der Schulstraße 12 aufgegebenen Waschanstalt zu übernehmen, für Pfarrer Kaschny eine kleine Wohnung frei zu bekommen und die Räume der Waschanstalt zu einer bescheidenen Kapelle umzugestalten. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Kommunionskursen für Mädchen und Jungen gewidmet, deren Teilnehmerzahl bis zu 50 Kinder zählte. Für größere Veranstaltungen wie Erstkommunion und Firmung stellte die Stadtverwaltung die städtische Turnhalle zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Am 22. Januar 1927 erwirbt der bischöfliche Stuhl Osnabrück die ehemalige Maschinenfabrik Müller in der Wilhelmstraße (heute Niels-Stensen-Straße) und wird als Eigentum eingetragen. Das dazugehörige Villengrundstück in der heutigen Bahnhofstraße wird vom Bischof als Pfarramt bestimmt. Am 1. Februar 1927 gründen drei Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariä die 1. Schwesternniederlassung in Teterow nach der Reformation. Ein Kinder- und Säuglingsheim und eine Kommunikantenanstalt wurde eingerichtet. Am Weißen Sonntag 1927 findet die erste Erstkommunionsfeier und der erste Gottesdienst in der neuen Kirche, einer ehemaligen Lokomotivhalle, statt.&lt;br /&gt;
:Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten führte zu tiefgreifenden Veränderungen. Das Kinder- und Säuglingsheim wurde geschlossen, ebenso die Kommunikantenanstalt. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) zog ins Schwesternheim. Erst auf dem Prozesswege wurde das Heim zurückgegeben. Religionsunterricht konnte nur in kirchlichen Räumen abgehalten werden. 1941 - 1942 wird die Kirche renoviert und umgebaut, eine Kriegsgedächtnisstätte entsteht. Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945 in Teterow wird das gesamte Gelände von Kirche und Pfarramt verwüstet und als Flüchtlingslager beschlagnahmt. Pater Kautz und der Organist der evangelisch-lutherischen Kirche, Hans-Heinrich Stein, retten mit einem Ziehwagen drei Tage lang die verstreut liegenden  Paramente, Vasa sakra, Bücher, eine Monstranz, die Statue des Hl. Bruder Konrad und anderes mehr. Die Sachen werden im Turm der evangelisch-lutherischen Kirche eingelagert.&lt;br /&gt;
:Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist bereit, ihren Glaubensbrüdern zu helfen, und so finden in den folgenden Wochen die katholischen Gottesdienste unter ihrem Dach statt. Die Wiederinbetriebnahme der eigenen Einrichtungen nimmt alle Kräfte in Anspruch. Die vier Ordensschwestern betätigen sich im Typhus-Lazarett auf dem Schulkamp. Mit einfachen Mitteln wird das Heim für die vielen Waisenkinder wieder eingerichet. Die Kirche wird zum gottesdienstlichen Gebrauch von den Geistlichen unter Mithilfe der Gemeindeglieder wieder hergerichtet. Am 5. Mai 1947 hält Bischof Dr. Berning in Teterow die erste Nachkriegsfirmung.&lt;br /&gt;
:1964 wird vom Bischöflichen Amt in Schwerin ein Haus für Jugendseelsorge aufgebaut und 1967 ein Jugendseelsorger entsandt. Im Juni 1969 wird das alte Kirchengebäude abgerissen und ein gleicher Stelle ein neues Haus errichtet. Am 27. Juni 1971 weiht der Schweriner Bischof Theissing die neue Petri-Kirche in Teterow. Als Gäste nahmen der evangelisch-lutherische Probst Abshagen und Vertreter des Rates der Stadt Teterow teil. Das Kinderheim wird am 1. Januar 1975 aufgelöst und zu einem kirchlichen Feierabend- und Pflegeheim umgebaut und am 1. Mai 1975 eröffnet. 1977 findet am 2. Februar aus Anlass des 50. Jahrestages der Schwesternniederlassung und der Eröffnung des St. Ansgar-Heimes eine Jubiläumsfeier statt und am 17. April findet ein Gemeindefest zum 50. Jahrestag des Bestehens des Gotteshauses statt.&lt;br /&gt;
:Am 25. Januar 1990 wird eine Erklärung des Priesterrates des Bischöflichen Amtes Schwerin vom 3. Januar 1990 zur grundlegenden Reform des gesamten Bildungssystems mit 350 Unterschriften aus der St. Petrus-Gemeinde Teterow an das Volksbildungsministerium der DDR nach Berlin abgeschickt. Teterow war als Mittelpunkt des Landes Mecklenburg-Vorpommern schon immer Zentrum der katholischen Jugendarbeit. Das seit ca. 30 Jahren bestehende alte Jugendhaus genügte nach der politischen Wende im Staat nicht mehr den Anforderungen. Das Gebäude wurde zu klein. Unter maßgeblicher Beteiligung des Jugendpfarrers Ansgar Thim konnte 1995 auf dem Pampower Koppelberg das Bischof-Theissing-Haus als neue Begegnungsstätte für junge Menschen aus ganz Mecklenburg eröffnet werden.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wurde das katholische Pflegeheim St. Ansgar als Neubau fertiggestellt und unter großer öffentlicher Anteilnahme eingeweiht. Am 7. August 1999 erfolgte die Grundsteinlegung zur neuen Kirche St. Petrus. Im Mai 2000 erfolgte der Abriss der bisherigen Kirche. Die Einweihung des neuen Kirchenbaues nahm der Hamburger Erzbischof Dr. Averkamp am 30. Juni 2000 vor. In der Zeit zwischen dem Abriss der alten und der Weihe der neuen Kirche (1. bis 25. Juni) öffnete die evangelisch-lutherische Gemeinde ihre Kirche für die Andachten der katholischen Gemeinde. In seinem Grußwort zur Einweihung der Kirche sprach Bürgermeister Dr. Reinhard Dettmann: &amp;quot;Möge dieses Haus die Gemeinde und die Bürger der Stadt segnen und schützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dieser Segenswunsch drückt aus: Die Zeiten haben sich verändert. Vorbei sind die Jahrzehnte, da die Katholiken in einem Winkel der Stadt geduldet wurden und die Kirche ein Provisorium in einer ehemaligen Fabrikhalle war. Grüße überbrachte Pastor Ebel von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Pastor Schlag von der freikirchlichen Gemeinde übergab ein frisches Brot als Zeichen für gute Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jüdisches Leben in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Teterower Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Rathaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus von Teterow wurde 1910 errichtet. Es befindet sich im Stadtkern von Teterow, direkt am Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche St. Peter und Paul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Zeitpunkt für den Bau des ersten Rathauses ist nicht überliefert. Da der Bau der Kirche St. Peter und Paul gegen 1270 begann und Teterow 1272 erstmals urkundlich erwähnt wird, entstand vermutlich auch um diese Zeit ein erstes Rathaus. Am 18. August 1700 kam es nach dem Großbrand von 1632 zum zweiten Mal zu einer Feuersbrunst, die Teterow samt Rathaus in wenigen Stunden fast vollständig vernichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1708 wurde ein Rathaus im Stil des Barocks errichtet. Dieser Bau wurde 1909 abgerissen und es entstand bis 1910 am Marktplatz das heutige zweigeschossige neobarocke Rathaus. Großherzog Friedrich Franz IV. hatte dazu den Grundstein gelegt. Die Marktplatzseite des „dritten“ Rathauses gliedert sich auch in drei Teile mit je drei Fensterachsen. Durch den vorspringenden Mittelrisalit führt der Eingang. Das Gebäude hat ein Mansarddach, das ein offenes, barockes Türmchen überragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1945 wurde das Haus von der sowjetischen Kommandantur, vom Rat des Kreises und vom Polizeikreisamt genutzt. Die Stadtverwaltung residierte in dieser Zeit im ehemaligen Hotel &amp;quot;Erbgroßherzog&amp;quot; in der Malchiner Straße. Nach der Wende übernahm am 13. Februar 1990 die Stadtverwaltung wieder das Rathaus. Im November 1992 brach bei einem Orkan die Spitze des Rathaustürmchens mitsamt der vergoldeten Kugel ab und blieb in der Dachrinne hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus wurde um 1993 gründlich saniert. So auch das Balkongitter über dem Eingang, welches das neu gestaltete Stadtwappen farbenprächtig zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf dem Marktplatz befindet sich eine 1995 eingelassene Gedenkplatte, die den geographischen Mittelpunkt Mecklenburg-Vorpommerns kennzeichnet, und der an die Schildbürgerstreiche erinnernde Hechtbrunnen. Er wurde nach Entwürfen des Plauer Bildhauers Wilhelm Wandschneider gebaut und 1914 eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pfarrkirche St. Peter und Paul===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Pfarrkirche St. Peter und Paul ist eine dreischiffige Pseudobasilika aus Backstein mit zweijochigem , kreuzrippengewölbtem Rechteckchor, Nordsakristei und eingezogenem quadratischem Westturm.&lt;br /&gt;
:Chor und dreijochiges Landhaus wurden nach 1250 begonnen.&lt;br /&gt;
:Der Einzug der Schiffsgewölbe und Errichtung des Westturms erfolgten im 15. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Charakteristisch am Chor sind Lisenen, Rundbogenfriese und Deutsches Band, im Ostgiebel finden sich spitzbogige Blendenreihen und Kreuzblende, darunter in der Ostwand Dreifenstergruppe mit eingelegten Rundstäben. Blendendekore finden sich auch um Staffelgiebel der zweijochigen Nordsakristei und den beiden Obergeschossen des Westturmes.&lt;br /&gt;
:Die südliche Priesterpforte (durch die spätere Südsakristei verdeckt) mit reichem Blattschmuck an Kapitellen und Archivolten. Im Inneren die Kreuzrippengewölbe im Chor lagern auf Wandpfeilern mit Runddiensten, im Langhausmittelschiff auf achteckigen Pfeilern, das südliche Seitenschiff mit achteckigen Rippengewölben.&lt;br /&gt;
:1877/80 erfolgte eine umfassende Instandsetzung. Dabei wurde die Langhausnordwand mit Fenstern, Verbreiterung des nördlichen Seitenschiffes und einer zweiten Sakristei an der Südseite des Chrores versehen.&lt;br /&gt;
:Die Gewölbemalerei von 1350 wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts umfassend restauriert.&lt;br /&gt;
:Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament (Genesis sowie Leben und Passion Christi), zwei geharnischte Fürsten, Mischwesen und Tierdrolerien.&lt;br /&gt;
:Im Chor befindet sich ein sehr qualitätvoller vierflügeliger Schnitzaltar (um 1430) mit zentraler Marienkrönung sowie Apostelfiguren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513615962.pdf Die Peter-Paulskirche zu Teterow Karl Schmaltz In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.369-371]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616098.pdf Über die Decken- und Tafelmalereien der Pfarrkirche zu Teterow Oscar Gehrig In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.372]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul, deren Anfänge in das 13. Jahrhundert zurückreichen, bestanden vor der Stadt Kapellen. Die wichtigste war die nach 1300 errichtete Marienkapelle, die angeblich von Bischof Magnus von Kammin begründet wurde und gewisse Wallfahrtbedeutung erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Schulkampus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtmühle Teterows===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Eisenbahngeschichte===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Altstadt Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtbefestigung von Teterow mit den Stadtoren===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer ist an der bogenförmigen Führung der Ringstraßen noch erkennbar.&lt;br /&gt;
:Die Mauer selbst ist abgetragen bzw. überbaut.&lt;br /&gt;
:Von den ehemals drei Toren sind noch zwei erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rostocker Torturm====&lt;br /&gt;
:Das Tor ist ein mehrgeschossiger Backsteinbau des frühen 15.Jahrhunderts mit einem abgeschlossenen Satteldach zwischen Giebeln zur Stadt- und Feldseite, die spitzbogigen Durchfahrtsöffnungen nachträglich vergrößert. &lt;br /&gt;
:Der Turmkörper ist an der Stadtseite mit großer mittlerer Spitzbogenöffnung versehen, dem wohl im frühen 18.Jahrhundert durch eine Eisenkonstruktion zugesetzt worden war. &lt;br /&gt;
:Seitlich gerahmt von kleinen Blenden, sind die Staffelgiebel mit Maßwerkblenden versehen. &lt;br /&gt;
:Ihre oberen Abschlüsse wurden im 16. Jahrhundert verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Malchiner Torturm ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Malchiner Tor ist ein annähernd quadratischer Backsteinbau mit Stadt- und Feldseitengiebel sowie kleinteiligen, am Turmkörper zu horizontalen Bändern zusammengeschlossenem Baudekor, erbaut um die Mitte des 15. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Die spitzbogige Durchfahrt ist ebenfalls im 16. Jahrhundert vergrößert und dabei die Giebelabschlüsse verändert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Museen==&lt;br /&gt;
===Das Teterower Stadtmuseum===&lt;br /&gt;
;Das 1. Museum 1933 - 1945&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 27.09.1933:&lt;br /&gt;
:Heimatmuseum&lt;br /&gt;
:Ehrfurchtsvoll betritt die Räume,&lt;br /&gt;
:Wo Ureltern-Zeiten neu entstehen.&lt;br /&gt;
:Viel Kunst, Wissenschaft und Bräuche&lt;br /&gt;
:Wirst Du mit Bewunderung hier sehn!&lt;br /&gt;
:(Eine Karte mit dieser passenden Aufschrift heftete ein Unbekannter an die Eingangstür des Museums.)&lt;br /&gt;
:Teterow, 25. Sept. In kurzer schlichter Feier fand am gestrigen Sonntag Mittag im Gemeindesaal (im Gebäude der früheren Höheren Mädchenschule) die Einweihung des neuen Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Heimatbundes, Herr Lehrer a. D. Köpcke, begrüßte die anwesenden Ehrengäste, voran Herrn Professor Dr. Wossidlo, Waren, die Vertreter des Rates und der Stadtverordneten-Versammlung, die Mitglieder des Heimatbundes und die sonstigen Gäste mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
:Hochverehrte Anwesende!&lt;br /&gt;
:Wir haben uns hier heute versammelt, um das von der Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes Mecklenburg errichtete Museum zu eröffnen. Namens des Vorstandes dieser Ortsgruppe begrüße ich Sie herzlich und danke Ihnen für das Interesse, daß Sie durch Ihr Erscheinen der Museumssache entgegenbringen. Es ist mir eine besondere Freude, Herrn Prof. Dr. Wossidlo, der auf dem Gebiete der Volkskunde so Hervorragendes geleitstet hat, hier heute in unserer Mitte zu sehen. Ich danke Ihnen, Herr Professor, daß Sie trotz Ihrer augenblicklich anstrengenden Arbeit es möglich gemacht haben, unserer Eröffnungsfeier beizuwohnen. Ich begrüße dann besonders den Vertreter des Rates, den Herrn Bürgermeister Dr. Meyer und den Stadtverordnetenvorsteher Herrn Münter. Durch das Entgegenkommen unserer Stadtverwaltung ist es uns erst möglich geworden, hier ein Museum zu errichten. Ich möchte auch an dieser Stelle herzlichen Dank dafür aussprechen und damit gleichzeitig die Bitte verbinden: Rat und Bürgervertretung mögen auch in Zukunft dem Heimatmuseum ihr Wohlwollen erhalten und die Interessen desselben nach jeder Richtung hin fördern und unterstützen.&lt;br /&gt;
:Ganz besonders danke ich dem Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, dem Leiter unseres Museums, der durch seine unermüdliche und zähe Arbeit dasselbe hergerichtet hat. Ohne ihn wäre das Werk nicht in so kurzer Zeit zustandegekommen. Ihr Name, Herr Bartels, wird daher für immer mit dem Teterower Heimatmuseum verknüpft bleiben.&lt;br /&gt;
:Weiter danke ich all den Damen und Herren, die durch Hergabe von Museumsgegenständen und durch ihre unentgeltliche, opferwillige Arbeit uns in so reichem Maße unterstützt haben. Auch hier möchte ich die Bitte aussprechen: Lassen Sie die Ortsgruppe bei dem weiteren Ausbau des Werks nicht im Stich. Nur durch tatkräftige Mithilfe und Unterstützung aller Bevölkerungskreise wird es möglich sein, das Museum so zu erhalten und auszugestalten, daß es seinen Zweck voll erfüllen kann.&lt;br /&gt;
:Aber welches ist nun Zweck und Aufgabe eines Heimatmuseums? Ich möchte die Frage kurz dahin beantworten, daß ich sage: &amp;quot;Das Heimatmuseum soll dazu dienen, daß die Kultur einer früheren Zeit im Volke lebend bleibt.&amp;quot; Dies Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn die Gebrauchsgegenstände vergangener Jahrhunderte dem Volke immer wieder vor Augen geführt werden, und das geschieht am besten durch ein Ortsmuseum. Ich gebrauche hier den Ausdruck Ortsmuseum im Gegensatz zu Landesmuseum. Manche Menschen stehen nämlich auf dem Standpunkt, daß sie behaupten, ein Landesmuseum genüge für den vorhin erwähnten Zweck vollkommen. Wir haben in Schwerin ein vorzügliches Museum für volkskundliche Sachen, und darüber sind wir recht froh, und das wollen wir auch in keiner Weise mit unserem Vorgehen bekämpfen. Aber die meisten Menschen aus unserer Gegend kommen doch nur selten nach Schwerin, und wenn sie einmal hinkommen, so haben sie noch nicht genügend Zeit und Gelegenheit, das Landesmuseum zu besuchen. Da ist es doch ganz gewiß richtig, wenn auch überall in den kleineren Städten unseres Landes Heimatmuseen bestehen, wo die umwohnende Bevölkerung Gelegenheit hat, Volkskunde zu treiben. Auch für die Schulen ist es von großem Wert, wenn in der Nähe Stätten vorhanden sind, wo den Kindern ein Stück Vergangenheit gezeigt werden kann. Es ließe sich hierüber noch manches sagen, aber in Rücksicht auf die mir zur Verfügung stehende Zeit muß ich davon absehen. Unsere Nachbarstädte Güstrow, Malchin und Waren haben schon seit Jahren Heimatmuseen. Da darf auch Teterow hinter diesen Städten nicht zurückstehen. Ich denke hierbei auch an die Bestrebungen unseres Verkehrsvereins. In Wismar wurde in diesem Jahre gelegentlich der Landeshauptversammlung des Heimatbundes ein Ortsmuseum eröffnet. Dort stehen dem Museum 7 Räume zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Im nächsten Jahre findet die Landeshauptversammlung hier in Teterow statt. Ich hoffe, daß wir bis dahin noch einen 3. Raum bekommen. Sie werden nachher selbst sehen, daß die jetzt vorhandenen Räume nicht ausreichen.&lt;br /&gt;
:...&lt;br /&gt;
:Nach dem Redner sprach Herr Bürgermeister Dr. Meyer namens der Stadt Teterow dem Teterower Heimatbund, insbesondere dem Vorsitzenden und dem Leiter und Gestalter des Museums, Herrn Reichsbahnoberinspektor Bartels den herzlichen Dank für die wertvolle, im Interesse der Stadt geleistete Arbeit aus. Er sprach von dem großen Wert solcher Heimatmuseen für die Erhaltung alter heimatlicher Kultur und betonte, daß die Weiterarbeit zur Förderung dieses wichtigen Werkes in der Zukunft vor allem in den Händen der Schulen läge. Jedes Kind wüßte jetzt, wohin es zu gehen habe, mit einem irgendwo entdeckten Gegenstand aus früheren Zeiten. Er wünschte eine gute Weiterentwicklung des Museums.&lt;br /&gt;
:Anschließend nahm Herr Professor Wossidlo, Waren, der größte mecklenburgische Förderer der Erhaltung alten Kulturgutes, das Wort. Er dankte für die an ihn gerichteten Begrüßnungsworte und gab einen kleinen Abriß aus der weiteren Gestaltung der Förderung der Heimatmuseen. Die Leiter der meckl. Heimatmuseen werden demnächst in Schwerin zusammentreten, um über gegenseitigen Austausch von Dubletten in Verhandlungen zu treten. Er gab in seinen weiteren Ausführungen ein kleines Beispiel davon, wie leicht wertvolle Güter aus alter Zeit unter altes Eisen kommen können. In der sich dann anschließenden Besichtigung des Heimatmuseums gab der große Heimatkundler wertvolle Erläuterungen zu manchen der vorhandenen schönen Museumsstücke, darunter Sachen, die man, wie er sagte, im großen Schweriner Museum vorläufig noch schmerzlich vermisse.&lt;br /&gt;
:Das neue Heimat-Museum enthält heute schon einen ungeahnten Reichtum an ganz wertvollen Zeugen alter Zeit. Der ganze Aufbau und die Anordnung des neuen Heimatmuseums zeuge von großer Sachkenntnis, bekundete der Vater der Heimatmuseen. Wir werden in einem weiteren Artikel näher auf einzelne Teile unseres neuen Museums eingehen. Dankbar aber wollen wir auch an dieser Stelle unserer Freude darüber Ausdruck verleihen, daß wir nun endlich, nach langjährigem Bemühen (schon unter Herrn Bürgermeister, jetzigen Staatsminister Dr. Scharf wurde dieses Projekt im Verkehrsverein - durch ständiges Nachfassen des Herrn Studienrat Dr. Böhmer durch Wort und Schrift - viel behandelt, scheiterte damals aber immer an der Platzfrage) ein schönes Heimat-Museum haben. Ein Heimat-Museum mit einer Fülle von wertvollen Gegenständen, wie es mancher Teterower bestimmt nicht zu erwarten wagte. In Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, der von jeher ein großer Schwärmer für heimatliche Kulturgüter war, hat die Ortsgruppe den richtigen Leiter und Verwalter gefunden. Unter seiner Hand wird diese wertvolle Bereicherung des Schatzes Teterower Schaustücke eine sichere und stete Fortentwicklung nehmen. Wir Teterower schulden allen an dem Aufbau dieses Werkes Beteiligten herzlichen Dank.&lt;br /&gt;
:Außer den im Heimat-Museum an den Gegenständen genannten Spendern beteiligten sich in hochherziger und dankenswerter Weise an der Einrichtung des Museums die Firmen Gebr. H. u. C. Groß, Friedr. Dohr, Malermeister H. Peterß, Ramelow, E. Vick, H. Bastian, Tischlermeister Rüter, Renzel, Müschen, E. Schröder, Fritz Walter, Malermstr. A. Schröder versah den sehr bewunderten Herd mit naturgetreuen Farben. Sämtl. Arbeiten mit Ausnahme der eigenen Unkosten wurden ohne Berechnung ausgeführt. Bei der Reinigung und Herrichtung der z. T. sehr verstaubten Gegenstände ist Frau Hermann eine sehr wertvolle Hilfe gewesen.&lt;br /&gt;
:Das Heimat-Museum ist in dieser Woche nachmittags von 3 bis 5 Uhr und am kommenden Sonntag von 3 bis 5 Uhr zur kostenlosen Besichtigung freigegeben. Über die späteren Besichtigungszeiten werden noch nähere Bekanntmachungen folgen.&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 05.10.1933:&lt;br /&gt;
:Ein Spaziergang durch unser Heimat-Museum&lt;br /&gt;
:Ein Wunsch vieler Teterower ist mit der Schaffung unseres Heimat-Museums in Erfüllung gegangen. Fast zu spät ist dieser Wunsch Wahrheit geworden, denn jetzt erst erkennt man, daß so manches wertvolle Stück aus der Vergangenheit, das sonst Unterkommen in dem Museum gefunden hätte, aus Mißachtung oder Unverständnis in der Versenkung verschwunden und der Nachwelt verloren gegangen ist. Das ist aber natürlich nicht zu ändern. Wenn auch manches verloren ging, so hat sich seit der Eröffnung des Museums doch erwiesen, daß noch viel Wertvolles in irgendeiner Ecke verborgen liegt, ist doch dem Museum in den letzten Tagen schon so manches zugetragen worden, weil man weiß, daß es dort gut aufgehoben ist. Aber schon am Tage der Eröffnung war eine solche Fülle von Gegenständen aus alter Zeit da, daß die beiden vorläufig zur Verfügung stehenden Räume schon jetzt als &amp;quot;gefüllt&amp;quot; gelten könne. Es wurde uns erzählt, daß schon rund 800 Stücke im Museum untergebracht sind. Eine gewaltige Zahl, deren Ordnung und sachgemäße Unterbringung eine große Fülle von Arbeit gebracht hat. Wir wollen einmal sehen, was bis heute zusammengetragen ist.&lt;br /&gt;
:Wenn wir den ersten, kleinen Raum vom Flur der früheren Höheren Mädchenschule betreten, so schauen wir geradeaus auf eine alte Kannenborte, auf dem Töpfe und Teller in buntem Durcheinander untergebracht sind. Der &amp;quot;Seilpott&amp;quot; ist ein Zeuge früherer alter Töpferkunst. Neben der Borte hängt ein &amp;quot;Mangelholz&amp;quot;, mit dem die unermüdliche Hausfrau mühselig ihr Leinen glatt gemangelt hat. Die moderne Hausfrau wird mit Grauen an die harte Arbeit denken, die mit der Benutzung diese Holzes verbunden war. Auf der über die ganze Wand gehende Borte werden dem Beschauer alle Werkzeuge, die der Flachsbereitung dienen, vorgeführt. Wir sehen da in der Reihenfolge ihres Gebrauchs nebeneinandergereiht: Repel, Flachsbreche (Brake), Fuchtel. Eine Schwinge, die nun käme, fehlt noch. Es folgen Hechelstuhl, Spinnrad, Spulrad, Garnhaspel, Kreuzwinde, Garnwinde, Wollkratzer, Spinnrad und Wollhaspel. Früher waren es Gegenstände, die nicht nur in jedem Stadthause. Längst sind diese Zeiten dahin. Heute werden Spinnräder und sonstige Dinge wohl nur noch als Museumsstücke in einem Haushalt aufbewahrt. Den Kindern wird dann wohl erzählt: &amp;quot;An dem Spinnrad hat Eure Großmutter noch all das schöne Leinen selbst gesponnen!&amp;quot; Das ist das Einzige, was uns heute noch mit dieser Zeit verbindet. Wir modernen Menschen wollen nichts mehr mit dem groben, aber außerordentlich haltbaren Leinenzeug unserer Großeltern zu tun haben, sondern liegen lieber auf feinem Bettleinen und essen unser Mahl gern von feinen Damastdecken. Das grobe Leinen, das z. B. noch in der alten Wiege zu sehen und zu fühlen ist (der Bettbezug soll übrigens aus einer alten Schürze stammen, die das Museums-Direktor-Auge irgendwo entdeckt hat) wird immer seltener.&lt;br /&gt;
:Zwischen den Flachsbereitungs-Utensilien entdecken wir übrigens auch einige fast überbunte Ausmusterungs-Sträuche, die vor dem Kriege von den Ausgehobenen mit Stolz an ihren Hüten getragen wurden und allen Menschen kundtun sollten, daß sie bald in das stolze deutsche Heer einrücken würden.&lt;br /&gt;
:Werkzeug für Nagelschmiede und Stellmacher sind in großer Fülle vorhanden. Alte Uhren, Plätteisen, Holzschlittschuhe usw. Beachtenswert sind &amp;quot;Erzeugnisse der Panstorfer Glashütte&amp;quot;. Wer ahnte es bisher, daß in unserer nächsten Umgebung Glashäfen hergestellt wurden? Eine alte Hand-Nähmaschine führt uns für Jahrzehnte zurück noch weiter aber ein Steckkissen um Anschrauben. Wieviel leichter haben es unsere heutigen Kleiderkünstler doch gegen die Generation vorher. Alte Scheffel, (Rostocker- und Güstrower-), Dreschflegel und Gabel u. a. entdecken unsere Augen. Auch ein Lechel (Trinkfaß) fehl nicht. Ein Pfeifenbort hängt friedlich in der Ecke; ein Stück Möbel, das heute schon recht selten geworden, wenn es auch nicht ganz ausgestorben ist. Weiter sehen wir Däsen und Uenzel, alte Stallaternen, sogar einen alten Handstock, der gleichzeitig einmal ein richtiges Gewehr darstellte.&lt;br /&gt;
:Aber das Schönste dieses ersten Raumes - wir haben es absichtlich bisher noch gemieden - ist der waschechte alte, offene Herd, der von Künstlerhand in der linken Ecke eingebaut ist und uns ein Stück aus alter Zeit zeigt, an dem früher die Frau des Hauses die Speisen der ihr angetrauten Hungrigen bereitete, um die ihr angetrauten Küchlein satt zu kriegen. Die Augen der Hausfrauen leuchten, wenn sie diesen Zeugen alter Zeit sehen und manche der Aelteren erinnern sich sogar, auch einmal an einem solchen Herd gestanden und gearbeitet zu haben. Allerdings hat es wohl keine unter den Heutigen miterlebt, daß man in das rechts angebrachte Mauerloch (&amp;quot;Müerlock&amp;quot;) griff, um Feuerstein, Schwamm (&amp;quot;Tunner&amp;quot;) und Stahl zu ergreifen, um &amp;quot;Feuer zu schlagen&amp;quot;. Die heutige Generation kann mit diesem Werkzeug nicht mehr fertig werden. In diesem &amp;quot;Müerlock&amp;quot; entdeckt man auch die nicht entbehrliche &amp;quot;Funzel&amp;quot; (Lampe), die einmal ebenfalls unentbehrlich war.&lt;br /&gt;
:Nun wollen wir einmal einen Blick durch den &amp;quot;Schwibbogen&amp;quot; werfen. Wir entdecken dort verschiedene Kesselketten, die früher einmal heilig gewesen sein sollten, wie man uns erzählte. An diesen Kesselketten hingen die großen Kannen über dem offenen Feuer. Unser Auge entdeckt weiter an der Seite und über dem Herd Feuerhaken, Aufnehmer, alte Körbe, Mörser, kupferne Kannen, eine Riesen-Kartoffel-Reibe, alte Waagen, Essenkiepe (mit der das Essen früher aufs Feld nachgetragen wurde), Waschholz usw. Oben über dem Herd ist ein größerer Kaffeebrenner aufgestellt und an der rechten Seite hängt noch ein kleinerer.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Feuerwehrmuseum===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
===Hospital St. Gertruden===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ehemalige Hospital St. Gertrud am Gertrudensteig ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===St.Jürgen Hospital===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Apotheken in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Teterower Feuerwehr==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Wirtschaftsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fischerei in  Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerkszünfte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verkehrsnetz in der Region Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen|Über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Teterower Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Vereinsgeschichte(n)==&lt;br /&gt;
===Die Teterower Schützenvereine===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bergring - Europas schönste Grasrennbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg007/484026143.pdf &amp;quot;Bergring Teterow (Meckl. Schweiz)&amp;quot; Gerhard Böhmer In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.7 (1931) 8 S.393-394]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/51368719X.pdf 12. Teterower Bergring-Rennen um den &amp;quot;Preis von Mecklenburg&amp;quot; In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 128 S.467]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513750924.pdf Der &amp;quot;Mecklenburgische Nürburgring&amp;quot; hält, was er verspricht In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 129 S.514] &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616616.pdf Bergring Teterow (Meckl. Schweiz) Carl Schröder In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.378-379]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst im öffentlichen Raum Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Hechtbrunnen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was der Teterower Bürgermeister 1912 zum Brunnen schreibt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1912 richtet der Teterower Bürgermeister Dr. Müller ein amtliches Schreiben mit folgenden Worten an das Schweriner Kabinett, &amp;quot;Wie allgemein bekannt sein dürfte, werden die Teterower, besonders auswärts, immer mit der Frage geneckt: Hewwt Ji em all wedder?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Mit dieser Einführung erbittet er nunmehr die Genehmigung zur Aufstellung eines Brunnens mit Hecht, &amp;quot;der die Teterower in die Lage versetzen würde, diese Neckereien dann endlich zurückzuweisen, indem sie antworten können: Ja, wi hem´em, kiek em Di an, up´n Markt steiht he!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die Bürgermeister-Worte überzeugten und mit der bald darauf aus Schwerin erteilten Genehmigung konnten die Teterower Geld sammeln und einen Wettbewerb zu seiner Ausführung ausloben. &lt;br /&gt;
:Neun Architekten und Bildhauer schickten ihre Entwürfe.&lt;br /&gt;
:1200 Goldmark brachte die erste Sammelaktion ein.&lt;br /&gt;
:Der Entwurf des renomierten Mecklenburger Bildhauers Wilhelm Wandschneider überzeugte die Stadtvertreter besonders.&lt;br /&gt;
:Im November 1913 konnte der Bau des Brunnens aus Granit-Porphyr beginnen.&lt;br /&gt;
:Der Redakteur des &amp;quot;Kladderadatsch&amp;quot;, damals Deutschlands meistgelesene Satirezeitschrift, Paul Warnke, gebürtiger Lübzer und redaktioneller Amtsnachfolger von Johannes Trojan, lieferte den Text für die Randinschrift: &amp;quot;Wek Lüd sünd klauk un wek sünd daesig un wek de sünd wat aewernäsig. Lat´t er spijöken, Kinnings la´t! De Klock hett lüer´t, de Hekt is fat´t&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Teterower Zeitung&amp;quot; berichtet darüber: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Große Heiterkeit erregte es, als man in dem unteren Bassin einen kapitalen lebenden Hecht der an einem in den Landesfarben gehaltenen Band eine Glocke um den Hals trug, lustig umherschwimmen sah.&amp;quot; (TZ 19. Mai 1914)&lt;br /&gt;
:Seither trägt das kleine Kerlchen den übergroßen Hecht auf seinen Schultern zu Markte.&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde der Knabe im Schutze des neuen, dritten Rathauses zum ersten Wahrzeichen der Stadt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616489.pdf Unsachliches über Teterow Gisela Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.376-377]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg017/523388950.pdf Wandschneider plaudert aus seinem Leben : von Amerika nach Teterow Wilhelm Wandschneider In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.17 (1941) 198 S.114-115]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die verschobene Kirche===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Mittelpunkt (von MV?)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blüchers Pfeife===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower Katze===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Denkmale in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kriegerdenkmal===&lt;br /&gt;
:Auf Initiative des neu ins Amt berufenen Bürgermeisters Franz von Pentz wurde am 3. April 1881 der Teterower Verschönerungsverein gegründet. &lt;br /&gt;
:Eines der ersten Anliegen des Vereins war die Errichtung eines Kriegerdenkmals mit den Namen der toten Teterower Soldaten. Unterstützung fand der Verein dabei beim Kampfgenossen-Verein, der u. a. einen Programmabend für das zu errichtende Kriegerdenkmal veranstaltete, der Erlös betrug 130 M. Eine Lotterie mit Gewinn-Gegenständen von Arbeiten der Teterower Industrieschule sollte folgen. Einer der wesentlichen Unterstützer des Projektes war der Bauinspektor Wilhelm Müller, Besitzer einer Eisengießerei und Maschinenfabrik in Teterow. Er ließ auf seine Kosten die etwa 4 m lange Säule herstellen. Am 2. September 1882 - dem Jahrestag der Schlacht von Sedan - wurde die Einweihung auf dem Wilhelmsplatz (heute Platz des Friedens) vorgenommen. Eine zeitgenössische Beschreibung: &amp;quot;Auf einem Sockel von poliertem Granit erhebt sich eine ebenfalls granitne polierte Säule mit korinthischem Kapitäl. Auf demselben befindet sich die aus Chamotte gefertigte und vergoldete Figur einer Friedensgöttin, welche in der Linken einen Palmenzweig, in der Rechten einen Lorbeerkranz hält. Die Vorderseite des polierten Sockels trägt eine Tafel, auf welcher in vergoldeten Buchstaben die Namen der im Feldzuge 1870/71 aus hiesigem Amtsgerichtsbezirk gefallenen Krieger verzeichnet sind. Ein eisernes Kreuz mit der Inschrift &amp;quot;Mit Gott für Fürst und Vaterland&amp;quot; schmückt die Tafel, und unter demselben befinden sich folgende Namen:&lt;br /&gt;
:Heinrich Fiedler aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schmaedcke aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schenck aus Teterow&lt;br /&gt;
:Heinrich Schoenfeldt aus Nienhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Düsing aus Neu-Wockern&lt;br /&gt;
:Johann Rüger aus Bristow&lt;br /&gt;
:Christian Dabbert aus Baartz&lt;br /&gt;
:Johann Ernst aus Appelhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Krüger aus Vollrathsruhe&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1903 erfolgte die gärtnerische Anlage durch den Verschönerungsverein. 1908 gab es noch einen Beschluss der Rats- und Bürgersitzung im Frühjahr 1909 den Siegesengel neu vergolden zu lassen. Das dazu aufgestellte Gerüst wurde auch von jemandem genutzt, der den Palmzweig zerbrochen hatte. 1947 wurde dann das Denkmal zerstört, der Sockel auf dem St. Georgs Friedhof aufgestellt. Bildhauer Willy Freese und sein Sohn Karl-Heinz fertigten aus den Trümmern der Säule eine Kugel, die heute den Sockel krönt.&lt;br /&gt;
:Das Denkmal im Ganzen muss über 9 m hoch gewesen sein. Ein ähnliches Denkmal befand sich in Stavenhagen, wurde aber auch zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Bismarck-Denkmal===&lt;br /&gt;
:Mit dem Fund eines Felsens von 4,5 m Länge und 3 m Breite in der Pampower Feldmark kam im Januar 1900 die Idee auf, diesen für ein Bismarck-Denkmal nutzen zu wollen. Die Kosten dafür waren auf 500 M geschätzt worden und wurden per Listensammlung bereits Ende Januar erreicht. Vorgesehene Standorte dafür waren u. a. die Heidberge oder der Schulkamp, letztlich entschied man sich aber für den Friedrich-Franz-Platz - seinen heutigen Standort.&lt;br /&gt;
:Zum Abtransport wurde der Stein in seine heutige Form gebracht, mit einem Gewicht von 22,5 t. Mittels 4 Dampfpflug-Lokomobilen der Herren Jenke und Godow wurde er im Mai 1900 in die Stadt gebracht. Zu überwinden galt es dabei die Bedenken der Chausseebauverwaltung und auch die Eisenbahnverwaltung gestattete das Überqueren der Geleise erst nach Durchfahrt des letzten Zuges um 1.00 Uhr nachts. Am 8. Mai 1900 konnte er unter Musik der städtischen Kapelle abgeladen werden. Am 12. März trafen sich in Lembckes Lokal die Spender des Bismarck-Denkmals zur Auswertung.&lt;br /&gt;
:Die bis dahin entstandenen Kosten beliefen sich bereits auf 900 M, die Einnahmen betrugen nur 630 M. Trotzdem erschien den Beteiligten eine Finanzierung des Fehlbetrages möglich und die Idee für ein Medaillon-Bildnis des Fürsten Bismarck entstand. Nach Beratung am 26. März 1900 zwischen Bürgervertretung und Verwaltung wird diese beauftragt, ein Fundament für den Stein errichten zu lassen und der Bürgermeister kann von einer Spende in Höhe von 300 M von Herrn Hermann Paepcke aus Chicago für ein Bismarckmedaillon berichten. Bereits am 30. Mai 1900 begannen die Untermauerungsarbeiten für den Stein, dabei wurden Knochenreste des ehemaligen Friedhofes vor dem Gertrudenstift gefunden. Im September 1901 wurde dann die Vertiefung zur Aufnahme des Medaillons in den Stein gehauen. Im September 1901 kam der Verschönerungsverein zusammen und beschloss unter anderem, einen Klinkersteig am Bismarck-Denkmal verlegen zu lassen, was im September 1902 geschah. Noch im September 1901 wurde das Porträt des ehemaligen Kanzlers in den Stein eingelassen. Von einer offiziellen Einweihung lässt sich in den Zeitungen der Zeit nichts finden.&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich 1947 in Berlin die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (V.V.N.). Die Ortsgruppe des V.V.N. Teterow forderte für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Faschismus die Überlassung des Bismarcksteins. Da die Denkmalpflege keine Einwände hatte, konnte die Umnutzung erfolgen und zum 1. Mai 1949 übernahm die Stadt den Stein in ihren Schutz, das Bismarck-Medaillon kam ins Museum. (Mit der Auflösung des Museums wurde das Medaillon ins Museum nach Waren verbracht und verschwand dort). Mit der Errichtung des Denkmals am Mühlenteich 1969 hatte der V.V.N.-Stein ausgedient und erhielt 1977 eine Platte mit einigen Angaben. Auf Initiative des Heimatbundes Teterow e. V. konnte durch eine Spendensammlung am 31. Juli 1998 wieder ein Bismarck-Medaillon am Stein enthüllt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bismarckstein 1.jpg|thumb|350px|rechts|Bismark-Stein (Quelle: Stadtarchiv Teterow)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrenmal in den Heidbergen===&lt;br /&gt;
:Ursprünglich hatte schon der Baudirektor Gustav Hamann aus Schwerin - 1910 bei der Errichtung des Rathauses in Teterow weilend - einen Turm auf dem Teterower Heidberg errichten wollen. Die Lage über der Stadt bot eine gute Fernsicht und hätte auch den Tourismus in der Stadt weiter beleben können. Daher wandte er sich mit Schreiben vom 27. Januar 1910 an den Bürgermeister Schmidt mit dem Vorschlag, einen Aussichtsturm auf dem Heidberg zu errichten. Hamann wollte dazu kostenlos eine Zeichnung und einen Kostenvoranschlag zur Verfügung stellen. Nach Rücksprache mit Hamann wurde von der Rats- und Bürgersitzung die Einrichtung eines Baufonds bewilligt, in den bis 1926 70,89 Mark eingezahlt wurden. Am 26. November 1922 wurden die Gedenktafeln an die Gefallenen des 1. Weltkrieges der Kirchengemeinde in der Pfarrkirche eingeweiht, dies war der Anlass für Kriegerverein und Gewerbetreibende eine Würdigung für die Gefallenen in der Stadt anzuregen. Beide bildenten am 25. September 1924 ein Komitee, dem die Herren Molkereibesitzer Wickboldt, Major von Zeppelin auf Appelhagen, Bürgermeister Dr. Müller, Lehrer Köpcke, Kaufmann Ehrich, Gärtnereibesitzer Franz, Pastor Schumacher, Ihde, Kaufmann Bülow, Kämmereiberechner Rußdorf, Uhrmacher Mäting, Maurermeister Kohlert, Voß, Müschen, Vick und später auch Ackerbürger Hannemann angehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Spenden zum Bau stammten von Teterowern mittels Haussammlungen, kamen aber auch von ausgewanderten Familien (Hugo Altschwager aus Milwaukee, Erna Volkner aus Chicago), Zeitungsanzeigen, Benefizveranstaltungen und eine Lotterie brachten ebenfalls Geld ein. Die Inflation ließ das gesammelte Geld immer wieder zusammenschrumpfen. Molkereibesitzer Wickboldt dazu: &amp;quot;Immer wenn die Kommission glaubte nunmehr bald mit dem Bau beginnen zu können, war der Wert der Mark wieder geschwunden. Es mag als Kuriosa angeführt werden, das wir im Jahr 1923, um noch etwas von den Geldern zu retten, mit dem Restgeld eine Kiste Kognak kauften, um es wertbeständig anzulegen. Dies ist bei späteren Verlosungen auch wieder verwertet worden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur Standortfrage wendete sich die Kommission an den Heimatbund Mecklenburg, dieser empfahl den Stadtgartendirektor Schomburg als Sachverständigen, der mehrere Standorte untersuchte. Der Friedhof schien als Platz durchaus geeignet, da Hintergrund und Anlage bereits vorhanden waren, für größere Gedenkfeiern fehlte allerdings der Platz. Ein Platz auf dem Schulkamp kam wegen des kleinen Geländes nicht in Frage. Das Mühlenbruch böte genug Platz, hätte aber für ein Ehrenmal befestigt werden müssen. Der Halbkreisrasen gegenüber dem Bahnhof wäre &amp;quot;bedingt durch den Post- und Bahnhofsverkehr der Obhut des Publikums anvertraut&amp;quot; und somit geeignet. Der Heidberg schien für eine weit ins Land ragende Gedächtnisstätte geeignet. Der weite Weg könnte durch Fahrgelegenheiten absolviert werden und auch die &amp;quot;alte Herren-Kolonne&amp;quot; mit zum Teil über 80jährigen legte diesen Weg täglich zurück. Ein weiteres Argument war, dass der Heidberg der historische Platz für die Gedenkfeiern der Teterower sei. Die Sedan-Feier und auch die Feier 1813 hatten hier stattgefunden, an diesen Tagen brannten Holzstöße und fast ganz Teterow - Alt und Jung - waren hier versammelt. Daher beschloss die Denkmalkommission den Standort Heidberg und die Stadtverordnetenversammlung genehmigte im November die Freigabe des Platzes für ein Denkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Gestaltung erarbeitete die Kommission schon im Dezember 1925 Leitsätze und stellte diese den Vereinen zur Diskussion. Mit Verweis auf den Ernst-Moritz-Arndt-Turm in Bergen wurde eine Verbindung aus Aussichtsturm und Denkmal vorgeschlagen, entsprechende Entwürfe dazu wurden im Schaufenster des Kaufhauses Ramelow ausgestellt. Die Ausführung eines Turmes durch Teterower Firmen war ein weiteres Argument für diese Variante, da bei einer Skulptur ein auswertiger Künstler das Geld erhalten würde. Zahlreiche Künstler reichten dazu Entwürfe ein. Im November 1926 empfahl daher der Geheime Baurat Pries aus Schwerin (Mitglied des Ausschusses für Denkmalspflege und Denkmalsbau der Mecklenburg-Schwerinschen Regierung) der Kommission den Entwurf von Korff aus Laage, der daraufhin einstimmig angenommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch im Dezember 1926 erfolgten die Ausschreibungen, die Bauausführung übernimmt Maurermeister Krenzin aus Rostock, die Bauarbeiten die Maurermeister Kohlert und Rathcke aus Teterow. Zur Grundsteinlegung am 12. Juni 1927 konnte bei Gärtner Franz kostenlos Grünes zum Schmücken der Häuser abgeholt werden. Der Festzug versammelte sich um 15.30 Uhr auf dem Wilhelmsplatz (Platz des Friedens) und setzte sich um 16.00 Uhr in Bewegung. In den Grundstein war ein Bleibehälter eingelassen, der Geld, Briefmarken und Papiere enthielt. Nach den Ansprachen erfolgten die symbolischen Hammerschläge und das Spiel des Posaunenchores. Am Abend wurde zum Großen Festball im Hotel &amp;quot;Mecklenburger Hof&amp;quot; eingeladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Weihe des Ehrenmals erfolgte in ähnlicher Form wie die Grundsteinlegung. Erwähnt wurden einige Baudetails: Höhe: 20,1 m, 114 Stufen, Schwertlänge: 8,5 m, Kosten über 18.000 RM, 104 Tage Bauzeit, 23.350 Ziegel und 50 t Zement wurden verbaut. Die Gestaltung des Umfeldes und die Anlage eines Weges wurde 1928 durch Teterower Vereine bewerkstelligt. Fortan wurde das Ehrenmal für Feiern und Kranzniederlegungen zum Ewigkeitssonntag und zur Tannenbergfeier (am 27. August - siegreichen Schlacht gegen Russland 1914) regelmäßig genutzt. Darüber hinaus war es auch Treffpunkt des Stahlhelmtages in Teterow am 14. und 15. Juni 1930, des Teterow-Malchiner-Schülertreffen am 24. Juni 1931 und des SA-Tages am 19. Juni 1932. Die Reden bei diesen Anlässen entsprachen mit dem üblichem Chauvinismus und Revanchismus der Zeit. Einen Höhepunkt des Missbrauchs erlebte das Ehrenmal dann mit dem Besuch Adolf Hitlers, der von hier am 19. September 1937 das Herbstmanöver der Wehrmacht beobachtete. 1939 erfolgte noch der Anbau der Wärterkabine mit Verkaufsstand und die Anbringung der Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen. Im 2. Weltkrieg befand sich im Umfeld eine Funkmessstation, das Ehrenmal lag im umliegenden Sperrgebiet und war somit nicht zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach 1945 verlor das Ehrenmal seinen Zweck als zentraler Gedächtnisort der Stadt an den VVN-Stein und später an das Denkmal am Mühlenteich. Ansichtskarten der Zeit bezeichnen es dann auch folgerichtig als &amp;quot;Aussichtsturm auf dem Heidberg&amp;quot;. Erst 1979 gab es die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt. Mit dem politischen Umbruch 1989/90 galten die anderen Denkmale als belastet und das Ehrenmal wurde wieder der zentrale Gedenkort Teterows. Die Bedeutung des Ehrenmals wurde auf alle Opfer von Krieg und Gewalt erweitert, die entsprechenden Tafeln 1999 angebracht. Zu jedem Volkstrauertag sind Teterower hier im Gedenken versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow, das Schilda Norddeutschlands?==&lt;br /&gt;
* [[Teterow, das Schilda Norddeutschlands?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Teterower Feldmark==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Flurnamen und Lokalbezeichnungen der Stadt und Feldmark Teterow&amp;quot; zusammengestellt und erläutert von Dr. Gerhard Böhmer Stand 1.1.1934]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=109103</id>
		<title>Teterow fortlaufende Chronik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.ortschroniken-mv.de/index.php?title=Teterow_fortlaufende_Chronik&amp;diff=109103"/>
		<updated>2024-03-24T15:47:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;FrankHerholz: /* Das Teterower Stadtmuseum */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
* [[Teterow]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Chronik übersichtlicher zu gliedern, existiert für jede Epoche ein eigener Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterows Geschichte als Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Steinzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Steinkiste&lt;br /&gt;
Die Steinkiste befindet sich im Hohen Holz. 1902 wurde sie bei Fällarbeiten entdeckt. Ein 18 m langer und 7 m breiter Hügel bedeckte die Steinkiste. Bei der Ausgrabung durch Bürgermeister Dr. Franz von Pentz fehlte bereits der Deckstein. Die Kammer ist 1 m lang und 0,8 m breit und war von einer Rollsteinpackung umgeben. Sie enthielt einige Scherben von Tongefäßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Großsteingrab&lt;br /&gt;
Das Großsteingrab befindet sich an der Chaussee nach Rostock. Der Deckstein enthält kleine, runde Vertiefungen (&amp;quot;Schälchen&amp;quot;), die mit kultischen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Ein weiterer Deckstein hat sich in die Kammer gesenkt. Bürgermeister Dr. Franz von Pentz hat hier einen Hohlmeißel, ein dicknackiges Beil, Keramik und Skelettreste ausgegraben, 1907 ließ er die Anlage mit Eichen einfrieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;3.Jahrtausend v.u.Z.&lt;br /&gt;
:Besiedlung der Insel im Teterower See&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Bronzezeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzegeräte von Teterow&lt;br /&gt;
:Am 12. Dec. 1859 wurden zu Teterow vor dem rostocker Thore beim Planiren des Terrains neben dem Friedhofe von dem Herrn Maurermeister Pohlmann zu Teterow gefunden:&lt;br /&gt;
:2 Handbergen aus Bronze und&lt;br /&gt;
:2 spiralcylindrische Armringe, mit leichtem edlen Rost, vollständig erhalten, jedoch alle beim Herausnehmen zerbrochen, und vom Burgemeister und Rath der Stadt Teterow geschenkt&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1861&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Hifthorn von Teterow&lt;br /&gt;
:Beim Ausmodden eines Sumpfes auf der Feldmark der Stadt Teterow ward ein Hifthorn aus Bronze gefunden, durch den Herrn Inspector Beneke zu Pampow bei Teterow erworben und von diesem dem Vereine zum Geschenke gemacht. Dieses interessante Stück des Alterthums bildet ein Seitenstück zu dem merkwürdigen Hifthorn von Wismar, welches im Jahresbericht III, S. 67 flgd. beschrieben und abgebildet ist; es hat nicht die interessanten Gravirungen des wismarschen Hornes, aber dieselben Verzierungen, und stammt mit diesem ohne Zweifel aus derselben Zeit. Auch hat das teterowsche Horn eine andere Einrichtung, indem es aus Einem Stücke, das wismarsche aber aus drei Stücken besteht und nur zum Beschlage eines natürlichen Hornes gedient hat.&lt;br /&gt;
:Das Horn von Teterow ist aus Bronze aus Einem Stücke gegossen. Es bildet das Mundstück und den mittlern Theil des Ganzen; die Schallmündung ist aus natürlichem Horn oder Metall angesetzt gewesen, wie die Nietlöcher am Ende beweisen. Das Ganze ist etwas gekrümmt, wie das wismarsche Horn, in grader Richtung 12&amp;quot; lang und am weiten Ende 3&amp;quot; im Durchmesser. In Entfernungen von ungefähr 1 1/4&amp;quot; ist es 9 Male durch zwei neben einander stehende, erhabene Reifen in 9 Felder getheilt; die Reifen sind mit eingravirten Schrägelinien verziert. Die Reifenpaare sind an beiden Seiten durch die bekannten, kleinen, mit Stempeln eingeschlagenen Dreiecke begrenzt; diese einer gewissen Zeit der Bronze=Periode eigenthümliche Verzierung ist durchaus charakteristisch, überall gleich und findet sich öfter. Durch diese Verzierungen steht das teterowsche Horn dem wismarschen in der Zeit ohne Zweifel gleich. Hat auch das teterowsche Horn weiter gar keine Verzierungen, so ist es doch im Charakter dem Mundstücke des wismarschen Hornes (abgebildet Lithographie zu Jahresber. III, Fig I.) völlig gleich. Auf dem 7ten Doppelreifen vom Mundstücke und dem 3ten von der Schallöffnung sitzt ein angegossener Ring zur Aufnahme einer Schnur.&lt;br /&gt;
:G. C. F. Lisch&lt;br /&gt;
:in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 1848&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Scherbenfund in der Schulstraße&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen von Versorgungsleitungen entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks in der Schulstraße Scherben aus der Bronzezeit.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 07.10.2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Bronzezeitliche Siedlung und Gräberfeld am Erlenbruch&lt;br /&gt;
:Beim Verlegen einer Versorgungstrasse zwischen Erlenbruch und Stadtrandsiedlung stieß Stefan Benesch auf ein bronzezeitliches Gräberfeld mit Scherben und Leichenbrand. In der Nähe Reste von drei bronzezeitlichen Häusern.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 09.11.1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Eisenzeit==&lt;br /&gt;
;Wohnstätten&lt;br /&gt;
:Gefunden 1905&lt;br /&gt;
:In festem Boden, fast 2 m tief, massenweise Scherben, dabei auch Tierknochen und Brandschichten. Genaueres über die Anlage war nicht festzustellen&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Grab am Pudelberg 1905&lt;br /&gt;
:Auf dem Pudelberge in einer flachen, sandigen Kuppe mit Lehmmergelstreifen. Grab, dessen Grund 1,75 m tief rechteckig 2,70 X 2,90 m, eingefasst mit einer Steinnmauer von 0,90 m. Der Grund mit Steinen abgedeckt; auch über der Bestattung kleine Steinabdeckung und Quermauer; Holzspuren weisen auf eine Holzüberdeckung; von den Bestatteten (zwei, N - S) nur Spuren; die Zugehörigkeit der Beigaben nicht genau bestimmbar; anscheinend östliche Leiche: Schwert am Oberkörper, links in der Kopfgegend Glasgefäss und Tonbecher, zu Füssen Bronzeschale mit Buckelrand; zwischen der östlichen und westlichen Leiche in der Kopfgegend Würfel und Spielstein; westliche Leiche: rechts in der Halsgegend Pfeilbündel, zu Füssen Bronzegefäss&lt;br /&gt;
:Schwert: Das prächtige Stück steckt in einer Holzscheide, die mit einem erhabenen Mittelgrate verziert ist. Die Länge der Klinge beträgt 91,5 cm, die Breite oben 5,5, unten 4,5 cm. Die Scheide wird abgeschlossen durch einen halbrunden Silberbeschlag, an dem eine reich gemusterte überfassende Zwinge (Ortband) aus Silber z. T. vergoldet, und mit Niello verziert angebracht ist. Der Griffteil besteht aus einer flachen Griffangel, darüber geschoben eine spitzovale Parierplatte von 10,5 cm Länge. Vom Griff selbst ist leider nichts erhalten, als einige Holzspuren. Als Scheidenbeschlag wird gedient haben ein Stück Silberblech, welches sich der Wölbung der Scheide anpasst, ein silbernes Band, welches wohl den oberen Scheidenabsatz umfasst (Mundstück), und kleine Silberstreifen, vielleicht auch kleine runde Glasscheiben in einen Bronzering gefasst, von denen Bruchstücke erhalten sind.&lt;br /&gt;
:Pfeilspitzen: ein ganzes zusammengerostetes Bündel, mindestens 15 Stück, mit Holzschaft, stark, dreikantig, mit eingezogenen Seiten, 4,5 cm lang,&lt;br /&gt;
:Knochenwürfel: die Zahlen anders verteilt wie heute üblich 1:3, 2:5, 4:6,&lt;br /&gt;
:Spielstein: ein kleiner konischer Spielstein aus Knochen&lt;br /&gt;
:Glasgefäss: Bruchstücke eines Trinkbechers, sehr dünnes, farbloses Glas, belegt mit langgezogenen Glasfäden, welche oben und unten im spitzen Winkel zusammenlaufen und die Spuren der Vergoldung zeigen, der Rand leicht verstärkt, die Mündung etwa 10 cm weit; Reste eines nach aussen geneigten Fusses, Höhe etwa 18 bis 20 cm&lt;br /&gt;
:Bronzekessel: mit flachgewölbtem Boden, scharfer, tiefliegender Bauchkante, eingezogenem Oberteil, nach aussen gebogenem Rande, zwei fast dreieckign Henkelösen, Henkelband mit Strichverzierungen und aufgebogenen Enden. Innere Weite 26,5 cm, Randbreite 1 cm, Höhe 15,5 cm,&lt;br /&gt;
:Bronzene Schale mit gebuckeltem Rande: Wandung leicht nach innen geschweift, runde Standfläche aus nach aussen gebogenen Blechreifen, der Rand ausgebogen und mit von innen getriebenen Buckeln verziert. Innere Weite 26 cm, Randbreite 2 cm, Höhe 11 cm.&lt;br /&gt;
:in: Beltz, Robert &amp;quot;Die vorgeschichtlichen Altertümer des Grossherzogtums Mecklenburg-Schwerin&amp;quot; Bärensprungsche Hofbuchdruckerei Schwerin 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Gräberfeld der Germanen in der Niendorfer Furt&lt;br /&gt;
:Bei der Erweiterung eines Gewerbegebietes wurden durch Bodendenkmalpfleger Roland Ducks germanische Urnen mit Durchmessern zwischen 16,5 und 11 cm gefunden.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.10.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Germanischer Siedlungsplatz auf dem Sportplatz des Gymnasiums&lt;br /&gt;
:Bei Erdarbeiten auf dem Sportplatz des Gymnasiums entdeckte Bodendenkmalpfleger Roland Ducks Keramiken und eine Reibplatte - zum Ausmahlen von Getreide.&lt;br /&gt;
:in: Nordkurier vom 25.07.1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow in der Slawenzeit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;6./7. Jahrhundert n.Ch.&lt;br /&gt;
:Slawische Einwanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;vom &#039;&#039;&#039;9. bis zum 12. Jahrhundert&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
:existierte auf der heutigen &amp;quot;Burgwallinsel&amp;quot; im Teterower See eine in drei Bauperioden errichtete bedeutenden slawische Burganlage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Burgwall===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zusammenfassung der Grabungsergebnisse (Fundbeschreibung) von 1950 bis 1953:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Auf eine bestehende offene Siedlung folgten vom Ende des 9. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts drei Burgphasen.&lt;br /&gt;
:Eine 750m lange Brückenanlage verband die Burgwallinsel mit dem Festland.&lt;br /&gt;
:Sie bestand aus senkrechten Pfosten und schrägen Stützen, auf denen vierkantige Träger auflagen.&lt;br /&gt;
:Die Einzeljoche waren durch locker auf die Träger gelegte Unterzüge verbunden, auf denen die Bohlen lagen, die zusätzlich durch Rödeleisen verbunden waren und ein Geländer trugen.&lt;br /&gt;
:Die Brücke, für die ebenfalls drei Bauphasen nachzuweisen waren, traf im Süden vor dem 4m hohen Abschnittswall der 1,2 ha großen Vorburg auf die Insel.&lt;br /&gt;
:Ein zweiter Wall trennte Vor- und Hauptburg von einander. &lt;br /&gt;
:Die Besiedlung der auf einer natürlichen Anhöhe gelegenen 0,6 ha großen Burg mit einer Innenfläche von 25 x 50 m ist durch Gruben, Teilen von Hauspflastern, Herdstellen und Backöfen nachgewiesen.&lt;br /&gt;
:Sie zeigte in der Hauptburg dicht Bebauung, in der Vorburg nur entlang der Wälle.&lt;br /&gt;
:Der Wall war in der ersten und zweiten Phase in Kastenbauweise errichtet, während der dritten Phase nur aus einer Palisade mit Planken, die die Vorderfront verstärkten bestand.&lt;br /&gt;
:Während es in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts, also nach der ersten Besiedlungsphase, zu einer Brandzerstörung kam, wurde die Burg schließlich im 12. Jahrhundert friedlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
:Bei den Funden überwiegt wendische Keramik der Menkendorfer Gruppe und Knochen.&lt;br /&gt;
:Keramikfunde der Teterower Gruppe werden dagegen in das 11. und 12. Jahrhundert datiert, bei der der Fundort beim Teterower Burgwall anmengebend für den Typ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Aus Archäologie folgt Korrektur der gängigen Geschichtsschreibung===&lt;br /&gt;
;Zu nachfolgend angeführten Quellen ist der Hinweis erforderlich, das die Mehrheit heute tätiger Historiker die Meinung vertritt, das es sich bei der Teterower Burganlage wohl eher nicht um die in frühen Quellen genannte Burg Othimars handelt und diese mehrheitlich mit der wendischen Burganlage von Behren-Lübchin in Verbindung gebracht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen vor den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514905980.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (2) Rudolf Asmus Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 1928 S.1-5 (&#039;&#039;&#039;Teil 1 ist 1926 in der Zeitschrift &amp;quot;Mecklenburg&amp;quot; erschienen!&#039;&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906111.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 (3)  Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (3.) Fortsetzung Rudolf Asmus. - In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 2, S.9-11]&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514906332.pdf Der Burgwall von Teterow und seine Eroberung durch die Dänen im Jahre 1171 : (4.) Schluß Rudolf Asmus In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 3, S.17-19 ]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513452567.pdf Frühgeschichtliches und Vorgeschichtliches vom Teterower See Rudolf Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.354-359]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Veröffentlichungen während und nach den Ausgrabungen 1950-1953:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Ein vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1950/51&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Landesamt für Denkmalpflege Schwerin (Hg.) &amp;quot;Denkmalpflege in Mecklenburg Jahrbuch 1951/52&amp;quot; S. 198 - 212, Sachsenverlag Dresden o. J.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Slawische Töpferei in Mecklenburg&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Volksdruckerei Ludwigslust 1964&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Der Holzbau bei den nordwestslawischen Stämmen vom 8. bis 12. Jahrhundert&amp;quot;&lt;br /&gt;
:VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow (1950 - 1953) Forschungen auf einer slawischen Burg im See&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Gralow, Klaus-Dieter / Stange, Hartmuth (Hg.) &amp;quot;Ewald Schuldt - Archäologische Expeditionen im eigenen Land (1950 - 1984)&amp;quot; S. 7 - 48, Stock &amp;amp; Stein Verlag Schwerin 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Die Burgwallinsel im Teterower See - Vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen 1952/53&amp;quot;&lt;br /&gt;
:in: Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin (Hg.) &amp;quot;Jahrbuch für Bodendenkmalpflege in Mecklenburg 1953&amp;quot; S. 84 - 107, Petermänken-Verlag Schwerin 1955&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Unverzagt, Wilhelm / Schuldt, Ewald &amp;quot;Teterow - Ein slawischer Burgwall in Mecklenburg&amp;quot; (Text- und Beilagenband)&lt;br /&gt;
:Akademie-Verlag Berlin 1963&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow im späten Mittelalter (um 1200 bis 1517)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1235&lt;br /&gt;
:Teterow ( slaw. &amp;quot;Birkhahnort&amp;quot;) erhält Stadtrecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Hoffmann : &lt;br /&gt;
Die Gründung der Stadt Teterow &lt;br /&gt;
In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 94 (1930), S. 138-139 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Mit Penzlin ist die Reihe der Werleschen Städte, von denen uns Stiftungsbriefe erhalten sind, abgeschlossen. Man muß sich daher darauf beschränken, die Entstehung der übrigen Städte der Herrschaft Werle aus späteren Zeugnissen aufzuklären und ihr ungefähres Alter zu bestimmen. &lt;br /&gt;
:Teterow ist die Stadt, die uns in dieser Gruppe am frühesten als solche begegnet. &lt;br /&gt;
:Die Stadt liegt zwischen Güstrow und Malchin am Fuße der Heidberge. &lt;br /&gt;
:Im Jahre 1272 wird die Stadt zum erstenmal erwähnt (M.U.B. II, 1261). &lt;br /&gt;
:Anscheinend hat sie jedoch damals schon einige Zeit bestanden. &lt;br /&gt;
:Denn in diesem Jahr wird der Stadt das Dorf Baudorf mit 43 Hufen von Nikolaus von Werle verliehen. &lt;br /&gt;
:Diese Verleihung deutet darauf hin, daß der Stadt ihre bisherigen Besitzungen nicht mehr genügten, und wir können damit zugleich auch schon auf eine gewisse Blüte der Stadt schließen. &lt;br /&gt;
:Ferner erkennen wir auch aus derselben Urkunde des Jahres 1272, daß Teterow bei seiner Gründung durch Nikolaus von Werle Schweriner Stadtrecht verliehen wurde. &lt;br /&gt;
:Denn es heißt in ihr, daß die Ratmänner für sich den Friedensschilling benutzen sollten (Consules etiam suis vsibus pacis denarios usurpabunt). &lt;br /&gt;
:Da dieses Teterower Ratsprivileg genau dem des Schwerin-Güstrower Rechts entspricht, so können wir daraus schließen, daß auch sonst Schweriner Recht in Teterow galt. &lt;br /&gt;
:Ob damals, als die Stadt gegründet wurde, noch andere Siedlungen hier vorhanden waren, wissen wir nicht. &lt;br /&gt;
:Anscheinend ergibt sich aus der slawischen Namensform Teterow, daß hier einst ein slawisches Dorf vorhanden war. &lt;br /&gt;
:Vielleicht war Teterow auch der Name für den wendischen Burgwall, der noch heute auf der Insel im Teterower See erhalten ist. &lt;br /&gt;
:Schmaltz behauptet, daß das Teterower Kirchspiel bereits um 1226 gegründet worden ist (M.J.B. 73, S. 46). &lt;br /&gt;
:Es handelt sich dabei jedoch nur um Vermutungen. &lt;br /&gt;
:Reifferscheid hat die Entstehung der Teterower Kirche nach ihrem Stil erst in die Zeit um 1270 angesetzt (Reifferscheid a. a. O. S. 147 ff ). &lt;br /&gt;
:Die Stadt ist, wie aus dem Stadtplan hervorgeht, eine Gründung aus frischer Wurzel ( Plan der Stadt Teterow &amp;quot;fecit Teterow, 26. 2. 1753, Christian Adolf Reinhard, Senator&amp;quot;, im Besitz der Stadt Teterow ). &lt;br /&gt;
:Bereits Fritz hat auf den Teterower Grundriß als Beispiel eines Kolonial-Stadtplans hingewiesen (Fritz a. a. O. S. 27). &lt;br /&gt;
:Unter den sechs Ratmännern, deren Namen uns im Jahre 1288 genannt werden (M.U.B. III, 1959), ist anscheinend einer ein Slawe gewesen. &lt;br /&gt;
:Von den sechs Ratmännern sind drei als Deutsche anzusprechen, während wir bei den übrigen drei ihre Nationalität an ihrem Namen nicht erkennen können. &lt;br /&gt;
:Nach dieser Ratsherrnliste vom Jahre 1288 scheint die Zusammensetzung der frühesten Teterower Bevölkerung überwiegend deutscher Herkunft gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1250&lt;br /&gt;
:Teterow entstand in der Nähe einer einstigen wendischen Burganlage im Teterower See.&lt;br /&gt;
:Es ist unbekannt wann Teterow genau entstanden ist. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1272.&lt;br /&gt;
:Da der Baubeginn der Stadtkirche bauhistorisch auf die Zeit um 1280 gelegt werden kann, ist davon auszugehen, dass die Verleihung der Stadtrechte um 1250 erfolgten.&lt;br /&gt;
:Als offizielles Gründungsjahr wird jedoch seit dem 18. Jh. 1235 benannt. Dies entbehrt jedoch jeglichen Beweises und basiert lediglich darauf, dass Malchin nachweislich 1236 die Stadtrechte verliehen bekommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1272&lt;br /&gt;
:erste urkundliche Erwähnung Teterows &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;14.Jh.&lt;br /&gt;
:Die Stadt wurde (wohl zur Zeit seiner größten Bedeutung) befestigt und erhielt seine schönen gotischen Stadttore. &lt;br /&gt;
:Fertigstellung der Stadtkirche St. Peter und Paul&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1316 &lt;br /&gt;
:Teterow kommt an die Herrschaft Werle-Parchim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1374 &lt;br /&gt;
:an die Herrschaft Werle-Güstrow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1436 &lt;br /&gt;
:Die Stadt kommt an das Haus Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reformation und Nachreformationszeit in Teterow (1517 bis 1648)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1540&lt;br /&gt;
:Beginn der Reformation in Teterow&lt;br /&gt;
:Entsprechend des Vermögens der Teterower Kirche verlief die Reformation nicht ohne Wiederstände, die Kalandsbrüderschaft mußte sogar aufgelöst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1585&lt;br /&gt;
:Hexenprozesse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1632&lt;br /&gt;
:erster großer Stadtbrand vernichtet ein Viertel aller Fachwerkhäuser, was den allgemeinen Niedergang Teterows beschleunigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur napoleonischen Zeit (bis 1813) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1650&lt;br /&gt;
:Die Stadt hat nach dem 30-jährigen Krieg nur noch rund 300 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;um 1680&lt;br /&gt;
:Pastor Felix Fiedler stiftet den Ertrag aus der Verpachtung von Äckern und Gärten zur Unterstützung armer Schulkinder (heutiger Schulkamp)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1764&lt;br /&gt;
:G.S.C. Kirchhoff - Entdecker des Stärkezuckers - wird in Teterow geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bis zur Reichseinigung (bis 1871) in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1820&lt;br /&gt;
:Edikt zur Aufhebung der Leibeigenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1836&lt;br /&gt;
:Teterow bekommt eine hölzerne Quellwasserleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1848&lt;br /&gt;
:Johann Heinrich von Thünen wird erster Ehrenbürger von Teterow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1850&lt;br /&gt;
:Große Cholera-Epidemie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1856&lt;br /&gt;
:Die Stadt bekommt eine Telegraphenverbindung zu den Nachbarstädten Güstrow und Malchin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1867&lt;br /&gt;
:Auflösung der Zünfte und Gewerbefreiheit in ganz Mecklenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1918 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1880&lt;br /&gt;
:Dr. jur. Franz von Pentz wird Bürgermeister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1881&lt;br /&gt;
:Hermann Carl Friedrich Pogge wird zweiter Ehrenbürger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1894&lt;br /&gt;
:William Mantle, geborener Engländer und Gaswerksdirektor wird dritter Ehrenbürger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1910&lt;br /&gt;
:Einweihung des Rathauses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1914&lt;br /&gt;
:Einweihung des Hechtbrunnens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutsches Reich bis 1945 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1927&lt;br /&gt;
:Errichtung des Ehrenmals in den Heidbergen&lt;br /&gt;
:Bau des Wendenkruges auf der Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1929&lt;br /&gt;
:Mit der Einrichtung der Kurbelfähre ist die Burgwallinsel ständig erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1930, 29. Juni&lt;br /&gt;
:Mit dem ersten Rennen wird der Bergring in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==SBZ und DDR bis 1990 in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1950-1953&lt;br /&gt;
:Tiefgründige Untersuchung der Burgwallinsel im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungskampagnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;17.06.1953&lt;br /&gt;
:während des Volksaufstandes in der DDR kommt es auch in Teterow zu Demonstrationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1977&lt;br /&gt;
:Inbetriebnahme der neuen Seilzugfähre zur Burgwallinsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1981&lt;br /&gt;
:Hochwasser in Teterow  nach sintflutartigen Regenfällen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;1990&lt;br /&gt;
:Gründung des Heimatbundes - erste Vereinsgründung nach der Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
:Die Verwaltung der Stadt zieht wieder in das Rathaus ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==die heutige Zeit in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2001&lt;br /&gt;
:Die Barkasse &amp;quot;Regulus&amp;quot; unternimmt nach Versenkung 1945, Hebung mehr als 50 Jahre danach und anschließender Restaurierung, ihre erste Fahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;2002&lt;br /&gt;
:Eröffnung der Arena am Kellerholz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Religionsgemeinschaften in Teterow==&lt;br /&gt;
:Die Gründung und Entwicklung der Stadt Teterow ist eng verbunden mit dem Wirken der römisch-katholischen Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Das zeigt das heute noch das Stadtbild dominierende Gebäude der St. Peter und Pauls Kirche an zentraler Stelle der neu gegründeten Stadt.&lt;br /&gt;
:Im Teterower Stadtbuch von 1665 - 1777 findet sich ein Hinweis, dass es in Teterow mehrere Kirchen und Kapellen sowie ein Filialkloster gegeben hat, die aber alle nach der Reformation verschwunden sind. Ihre genaue Lokalisierung ist heute kaum noch nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wird in Mecklenburg, zuerst in den größeren Städten, nach der Lehre Luthers gepredigt. Etwa 1530 wird auch in Teterow erstmalig lutherischer Gottesdienst abgehalten.&lt;br /&gt;
:1541 wird in Teterow Joachim Mesekow als festangestellter evangelischer Prediger genannt. Auf dem Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg wurde am 20. Juni 1549 offiziell die Einführung der Reformation in Mecklenburg verkündet. Das Datum gilt als Geburtstag der evangelischen Landeskirche. Die römisch-katholische wurde vollständig zurückgedrängt und spielte auch in Teterow über Jahrhunderte keine Rolle mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde===&lt;br /&gt;
:Zum Ende des 19. Jahrhunderts zeigt der Chronist der evangelischen St. Peter und Pauls Kirchengemeinde folgendes Bild auf:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die Zahl der Gemeindeglieder betrug nach der Zählung vom Dezember 1890: 7005 - nämlich 4781 Erwachsene, 2224 Kinder.&lt;br /&gt;
:Die Gesamtzahl der Einwohner des mit der Kirchengemeinde identischen Standesamtsbezirks Teterow betrug 7287, als waren 282 Personen nicht lutherischer Konfession, nämlich in der Stadt Teterow 74 Juden, 150 Katholiken und 1 Reformierter, außerdem 57 nicht lutherischer, wohl meistens katholischer Einwohner auf dem Lande.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Zur Kirchengemeinde Teterow gehörten Groß Roge, Klein Roge, Mieckow, Pampow, Groß Köthel, Klein Köthel und Grambzow.&lt;br /&gt;
:Als Schulaufsicht in den öffentlichen Schulen fungierten die beiden Pastoren des Pfarrbereiches.&lt;br /&gt;
:In Teterow waren das die lateinlose Realschule II. Ordnung mit 8 Lehrern und ca. 150 Schülern und die Bürger- und Volksschule mit 18 Lehrern und ca. 1050 Schülern, in Groß Roge die 2-klassige Domanialschule, in Groß Köthel die ritterschaftliche Schule im Verbund mit Klein Köthel und Grambzow, in Pampow eine ritterschaftliche Schule.&lt;br /&gt;
:Die Kinder aus Mieckow gingen nach Appelhagen, das zur Kirchgemeinde Thürkow gehörte. Die 1892 eingerichtete Gemeindepflege wurde von den Diakonissen verwaltet und der Dirigent des tödtischen Armenkollegiums war einer der beiden Pastoren.&lt;br /&gt;
:Zum Gemeindeleben gehörten auch die Anstalten der Inneren Mission und die geistlichen Vereine. Dazu zählten die Herberge zur Heimat in der Malchiner Straße seit1887, der 1899 gegründete christliche Männer- und Jünglingsverein, der Posaunenchor und seit 1900 der hiesige Lehrlings-Verein.&lt;br /&gt;
:Die im eigenen Haus auf dem Schulkamp 1888 gegründete Kleinkinderschule wurde von einer Diakonisse aus dem Stift Bethlehem geleitet.&lt;br /&gt;
:Im ebenfalls 1888 gegründeten Krankenhaus waren drei Diakonissen als Krankenschwestern tätig.&lt;br /&gt;
:In allen Einrichtungen und Vereinen waren die Pastoren in den Vorständen bzw. in der Leitung vertreten.&lt;br /&gt;
:Am 4. Dezember 1902 nahm der Landtag in Malchin die Verordnung betreffs die öffentliche Religionsausübung der reformierten und der römisch-katholischen Kirche in beiden Ständen an.&lt;br /&gt;
:Es wurde jedoch zur Bedingung gemacht, dass den Ständen eine landesherrliche Zusicherung erteilt werde, dass die Niederlassung von katholischen Orden und die Zulassung von Kongregationen und anderen Religionsgemeinschaften nur mit Zustimmung der Stände genehmigt werde, während von der Ritterschaft nur eine entsprechende Bitte an den Landesherren beschlossen wurde. (Teterower Nachrichten vom 6. Dezember 1902)&lt;br /&gt;
:Die protestantische Kirchengemeinde blieb weiterhin die größte und bedeutendste Glaubensgemeinschaft in der Stadt und spielte im gesellschaftlichen Leben eine herausragende Rolle, wie etwa bei der Weihe des neuen Friedhofs am 25. November 1908 oder der Einweihung des neuen Rathauses am 20. November 1910.&lt;br /&gt;
:Der Beginn und Verlauf des 1. Weltkrieges brachte auch für das Leben in der Kirchengemeinde enorme Belastungen. Zu Beginn der Mobilmachung kam es zu vermehrten Taufen und Kriegshochzeiten.&lt;br /&gt;
:Am 11 August 1914 fand im Rathaus eine Zusammenkunft statt, in der man über Möglichkeiten der Unterstützung der Kriegerangehörigen in Teterow beriet. Nach einem Plan, der von Pastor Schumacher nach Beratung mit dem Bürgermeister ausgearbeitet worden war, wurde in der Stadt die Kriegshilfstätigkeit organisiert.&lt;br /&gt;
:Im November 1914 kamen die ersten verwundeten Soldaten in das neu eingerichtete Lazarett. Durchschnittlich 50 Verwundete erhielten hier ihre ärztliche Behandlung und hilfreiche Betreuung durch Mitglieder der Kirchengemeinde. Am 7. März 1919 wurden mit einer kleinen Abschiedsfeier die letzten Patienten in ihre Heimatorte entlassen.&lt;br /&gt;
:Am 14. November 1914 trafen in der Stadt etwa 500 ostpreußische Flüchtlinge ein, die wegen des Einmarsches russischer Truppen ihre Heimat verlassen mussten. Sie wurden zum Teil von Familien in ihren Wohnungen aufgenommen, zum Teil aber auch in Gaststätten und Herbergen untergebracht. Sie wurden von der Kirchengemeinde aufgenommen, erhielten aber auch Seelsorge von einem ostpreußischen Pastor, der von Schwerin aus seine Landsleute betreute. Viele der Flüchtlinge waren nur dürftig gekleidet und ohne persönliche Habe geflohen. Für sie wurde eine Kleidersammlung organisiert. Im Frühjahr 1915, die letzten Mitte April, kehrten die Flüchtlinge in ihre Heimat zurück.&lt;br /&gt;
:Zu Pfingsten 1917 mussten die Zinnpfeifen der Orgel der Kriegswirtschaft zugeführt werden und am 28. Juni 1917 musste die größte der Kirchenglocken den Weg in den Schmelzofen nehmen.&lt;br /&gt;
:Im Winter 1917 wurde die Krippe als Stiftung des Fabrikbesitzers Müller begründet. Am 14. Juni 1918 wurde sie eröffnet. Zwei Diakonissen vom Stift Bethlehem übernahmen die Leitung und Betreuung der Einrichtung. Im Vorstand des Krippenvereins war Pastor Schumacher vertreten.&lt;br /&gt;
:Das Kriegsende und die Abschaffung der Monarchie bracht große Umwälzungen auch im Zusammenleben der Kommune mit sich. Der entthronte Großherzog war nicht mehr Oberbischof der Landeskirche.&lt;br /&gt;
:In der Kirchenchronik heißt es, dass im Januar 1919 in öffentlichen Zusammenkünften in der Stadt die Frage der Trennung von Kirche und Staat diskutiert wurde und dies in der neuen Landesverfassung festgeschrieben werden sollte.&lt;br /&gt;
:Am 11. August 1919 trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Sie brachte die Ablösung des landesherrlichen Kirchenregiments und schuf eine grundlegende Neuordnung des Verhältnisses des Staates zu den Kirchen (Art. 136 ff.). Da den Landeskirchen das volle Selbstbestimmungsrecht zugesprochen war, machte, es sich erforderlich, möglichst schnell eine Kirchenverfassung zu schaffen. In Mecklenburg-Strelitz wurde am 20. Juni 1920 durch den verfassunggebenden Kirchentag eine Kirchenverfassung beschlossen, in Mecklenburg-Schwerin erfolgte das am 12. Mai 1921. Am 23. November 1919, dem Ewigkeitssonntag, fand eine größere Gedächtnisfeier für die Gefallenen in der Kirche statt. Im Adventsbericht des Jahres 1919 ist vermerkt: &amp;quot;Im Kampf fürs Vaterland sind im Verlauf des Krieges im ganzen , soweit bekannt, gefallen: 224, ungerechnet die Vermißten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im Dezember 1920 fand die erste Beratung betreffs Errichtung einer Kriegergedenktafel in der Kirche statt und am 22. November 1922 erfolgte die Einweihung der von Teterower Handwerkern geschaffenen Gedenktafel in der St. Peter und Pauls-Kirche.&lt;br /&gt;
:Am 7. Oktober 1923 wurde in Mecklenburg eine Gedenkfeieranlässlich des 400jährigen Bestehens des evangelischen Kirchenliedes durchgeführt. Im übrigen Deutschland waren diese Feiern wegen der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse abgesagt worden. Mecklenburg feierte demnach allein.&lt;br /&gt;
:Am 10. Mai 1924 fand eine erste Beratung über die Beschaffung neuer Glocken für die Kirche im Kirchgemeinderat statt.&lt;br /&gt;
:Am 8. Juni , dem 1. Pfingstfeiertag des gleichen Jahres, wurde das neue Geläut feierlich von Pastor Schumacher geweiht und die Glocken erklangen zum ersten Mal. Die Beschaffung der Glocken, die in Torgau gegossen worden waren, wurde durch Spenden ermöglicht. Die Liste der Spender ist lang.&lt;br /&gt;
:Im Oktober 1932 übernimmt Probst Schumacher die Seelsorge für die Bewohner des Altersheimes des Amtes Malchin in der Wilhelmstrasse ((heute Niels-Stensen-Straße).&lt;br /&gt;
:Die Wahl des Kirchgemeinderates am 23. Juli 1933 brachte große Veränderungen in der Kirchgemeinde. Dazu heißt es in der Chronik: &amp;quot;Es waren 2 Listen eingereicht, die eine von &amp;quot;Evangelium und Kirche&amp;quot;, die andere von den &amp;quot;deutschen Christen&amp;quot;, nachdem eine zuvor versuchte Einigung nicht zustande gekommen war. Die erste Liste erhielt 3 Sitze, die zweite 9. Die feierliche Einführung des Kirchgemeinderates durch Pastor Romberg fand im Hauptgottesdienst des 8. p. Trin.am 6. August statt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Im November 1933 wurde Pastor Plahs in sein Amt eingeführt. Er war Vertreter der Deutschen Christen und Nationalsozialist. Am 1. April 1934 übernahm er den Vorsitz im Gemeindekirchenrat.&lt;br /&gt;
:Zum Gottesdienst am 1. Mai 1934 hatte er an Stelle des Lesepultes in der Kirche ein Hitlerbild angebracht, unter dem ein Treuespruch für Hitler stand. Das Hitlerbild verdeckte das Christusbild auf dem Altar für den Mittelgang.&lt;br /&gt;
:Die Deutschen Christen wollten den Nazismus und Faschismus im Christentum durch Erneuerung ihrer Kirche verkörpern. Der Naziideologie folgend, lehnten fanatische Pastoren das alte Testament als jüdisches Glaubensbekenntnis ab, und es wurde offen in der Kirche faschistisches Gedankengut gepredigt.&lt;br /&gt;
:Es kristallisierte sich aber in den Jahren heraus, dass der Staat das Christentum von Grund auf abzulehnen begann.&lt;br /&gt;
:In der Folge kam es zu wachsenden Unstimmigkeiten zwischen den Bekenntnischristen und den deutschen Christen. Von allen Seiten wurde massiv Druck auf die zu Pastor Romberg stehenden Gemeindeglieder ausgeübt. Die Stadtverwaltung, Polizeibehörden, die Gestapo und nicht zuletzt der Oberkirchenrat versuchten, die standhaften Gemeindeglieder und den Pastor einzuschüchtern.&lt;br /&gt;
:Pastor Romberg wurde verhaftet, nach Güstrow in Untersuchungshaft gebracht, es wurden Hausdurchsuchungen vorgenommen und persönliche Dinge beschlagnahmt.&lt;br /&gt;
:Auch die Pastoren, die für Pastor Plahs nachfolgend eingesetzt wurden, versuchten die Bekenntnischristen durch massiven Druck zum Aufgeben zu zwingen.&lt;br /&gt;
:Höhepunkt der Schikanen war, dass Pastor Romberg 7 Jahre und 3 Monate die Kirche nicht betreten durfte und bei Beerdigungen verstorbener Bekenntnischristen die Glocken nicht geläutet werden durften.&lt;br /&gt;
:Jahrelang erhielt Pastor Romberg kein Gehalt. Erst auf dem Klageweg musste ihm das Gehalt von 1935 bis 1940 ausgezahlt werden.&lt;br /&gt;
:Mehrmals sollte Pastor Romberg strafversetzt werden. Er und die Gemeinde wehrten sich stets dagegen, so dass er in Teterow blieb.&lt;br /&gt;
:Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Bibelstunden, Chorproben und Auftritte und andere Veranstaltungen konnten nur im Pfarrhaus, meist unter Anwesenheit der Polizei oder Gestapo stattfinden. Häufig wurden Verbote ausgesprochen.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1942 wurden die gottesdienstlichen Räume im Pfarrhaus vom Bürgermeister beschlagnahmt und Rostocker Bürger, die nach den schweren Luftangriffen ausgebombt waren, eingewiesen. Pastor Romberg hat darauf dem Gemeindekirchenrat mitgeteilt, dass er ab sofort seine Gottesdienste wieder in der Kirche halten werde. Ab dem 14. Juni 1942 beginnt sich das Gemeindeleben zu normalisieren und allmählich wächst die Gemeinde wieder zusammen.&lt;br /&gt;
:Bis zum Zusammenbruch des faschistischen Regimes musste Pastor Romberg aber mit seiner Bekenntnischristen-Gemeinde immer wieder Behinderungen, Erpressungs- und Verleumdungsversuche durch die Deutschen Christen und Versetzungsversuche in andere Orte abwehren. Teterow war im Land Mecklenburg zu einer der standhaftesten Bekenntnischristen-Gemeinden geworden.&lt;br /&gt;
:1945 schreibt die Gattin des Pastors Romberg in der Kirchenchronik: &amp;quot;Erschütterndes Flüchtlingselend! Alle Straßen und Plätze stehen voller Trecks. Hunderte suchen im Pfarrhaus Rat u. Hilfe. Die Zeit und die Angst lähmt. Aber die Arbeit geht weiter. Bibelstunden und Singeabende werden regelmäßig gehalten. Auch der Kirchenchor übt zu Karfreitag und Ostern. Der Kirchenbesuch steigt, die Angst treibt die Menschen doch zu Gott. Judika waren es ca. 250 Mensch in der Kirche.&lt;br /&gt;
:Eingesegnet sind Palmarum 29 Kinder von Pastor Reinwald, 18 Kinder von Pastor Romberg. Am 1. Ostertag waren über 500 Menschen in der Kirche, 21 Taufen. 2. Ostertag Pastor Reinwald. Die Feinde kommen immer näher.&lt;br /&gt;
:Am 1. Mai erwarten wir die Beschießung von Teterow, denn die Stadt soll bis zum Äußersten verteidigt werden. Am 30 April mittags Tieffliegerangriff, der 15 Todesopfer forderte. In er Nacht vom 30.4. auf 1.5. wurde Teterow eingenommen.&lt;br /&gt;
:Wie die Russen beim Einmarsch hausten, ist zur genüge bekannt. Es war hier auch nicht anders. 450 Menschen, später stieg die Zahl auf 600, also 5 % der Bevölkerung, hatte sich das Leben genommen, besonders junge Frauen und Mädchen. In den ersten Wochen rissen die Beerdigungen nicht ab. 150 - 200 Menschen wurden in 2 langen Massengräbern beigesetzt.&lt;br /&gt;
:Am 13. Mai konnte wieder Gottesdienst gehalten werden. Pastor Romberg sprach über das Wort: So demütigt euch unter der gewaltigen Hand Gottes. Am 27. Juni in dem schwer heimgesuchten Kl. Roge Gottesdienst im Freien. Vieh und Lebensmittel werden weggeschleppt oder zerstört. Die Ruhr bricht aus. Bald Hungertyphus. ... Säuglingssterblichkeit ungeheuer, jede Woche sterben 6 - 10. Die Glocken hören kaum auf zu läuten. Teterow ist Quarantänegebiet. Im Oktober laufen die Beerdigungen von morgens bis abends ohne Unterbrechungen. Im November scheint die Krankheit nachzulassen. In allen Schulen sind Typhuslazarette. Im Oktober begann in Noträumen der Unterricht wieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Am 7. Januar 1947 wurde Pastor Bernhard Romberg unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und auch der Stadtverwaltung auf dem Teterower Friedhof bestattet. Er wurde nur 51 Jahre alt. Am 2. September 1927 hatte er seinen Dienst in Teterow begonnen. Als standhafter bekennender Christ hat er als Gegner des Nationalsozialismus seine Gemeinde durch schwierige Zeiten geführt.&lt;br /&gt;
:In den Zeiten der Not versuchte die Kirchengemeinde, Kranken und Bedürftigen in der Stadt zu helfen. In der Pfarrhausküche wurde gekocht und Essen ausgegeben. 1948 konnten vom kirchlichen Hilfswerk bereitgestellte Lebensmittel an Tbc-Kranke ausgegeben werden. Im August wurden vom Hauptbüro des Hilfswerkes für 70 evakuierte Sachsenkinder Lebensmittel bereitgestellt. Des weiteren wurde in der Pfarre I eine Kinderspeisung für 57 unterernährte und Tbc-gefährdete Kinder durchgeführt. Dabei erhielt die Gemeinde von der Stadtverwaltung durch Bereitstellung von Feuerungsmaterial Unterstützung. Diese Speisungen wurden bis in das Jahr 1950 fortgesetzt. Die hierfür benötigten Produkte wurden zu großen Teil durch Spenden, auch aus den Dörfern des Kirchspiels bereitgestellt. Auch von der Teterower katholischen Kirchengemeinde kamen Lebensmittelspenden.&lt;br /&gt;
:1948 kam, gerade aus Kriegsgefangenschaft entlassen, Pastor Abshagen nach Teterow. Er organisierte den Aufbau der Jungen Gemeinde in Teterow, wo sich die Teterower Kinder und Jugendlichen in 14 - 16 Kreisen wöchentlich trafen, gemeinsam biblische Themen besprachen, spielten, Ausflüge unternahmen oder auch mit dem gemeindeeigenen Boot auf den See hinaus fuhren. Die Junge Gemeinde hatte für das Leben in der Kirchengemeinde eine große Bedeutung. 1954 wurde in den Schulen für die Jugendweihe geworben. Ein Jahr darauf nehmen in der DDR 4 % der Konfirmanden an der Jugendweihe teil.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1954 predigt in der Teterower Kirche der Pastor der bayrischen Patenkirche. 1966 verlässt die Gemeindeschwester Martha Stiegler infolge ihres hohen Alters nach über 40 Jahren Stadt und Gemeinde. Sie war eine allseits bekannte und beliebte Persönlichkeit. 1967 wird in der Kirche eine Jubiläumsreihe zur Reformation zu folgenden Themen gehalten: Reformation in Mecklenburg, Luther und Müntzer im Bauernkrieg, Vortrag über die schwedische Kirche, Luthers Lebenslauf, Einfluss der Reformation auf die deutsche Kultur. Am 20.06.1976 wurde Propst Abshagen nach 28 Dienstjahren in Teterow in den Ruhestand verabschiedet. Er verzog Anfang 1977 mit seiner Frau nach Rostock, wo er im Mai 1978 verstarb. Am 13. August 1978 wurde Pastor Dr. Martin Kuske in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Eine statistische Aufzählung in der Chronik zeigt auf, dass von 1965 bis 1982 die Zahl der Gottesdienstbesuche, Taufen, Konfirmationen, Trauungen und kirchliche Beerdigungen kontinuierlich zurück gegangen ist. Im Gegensatz dazu nehmen im gleichen Zeitraum die Zahl der Kollekten, Spenden und Opfer stark zu waren es 1965 ca. 10.000 M. kamen 1982 ca. 26.000 M. zusammen. In den Jahren von 1979 bis 1982 erfolgten umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten und Um- und Ausbauten an der Kirch und den Pfarrhäusern. &lt;br /&gt;
:Im Herbst 1981 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den evangelischen Kirchen und der Staatsführung um die Friedensfrage. In Teterow haben Jugendliche aus der Jungen Gemeinde die Initiative verschiedener junger Christen unterstützt, einen Wehrersatzdienst im sozialen Bereich durchzuführen. Die betreffenden Jugendlichen wurden in der EOS (Erweiterte Oberschule) zur Verantwortung gezogen. Es kam zu harten Gesprächen. Von der Schule wurde aber niemand verwiesen, aber einige dieser Jugendlichen kamen seitdem nicht mehr zu Jungen Gemeinde. Pastor Kuske schreibt in der Chronik: &amp;quot;Von der Kirche wird erwartet, dass sie sich voll und ganz hinter die Friedenspolitik der DDR, zu der eine starke Armee gehört, stellt. Wir können das aber nur in solidarischer Kritik oder kritischer Solidarität. Wir meinen, dass wir vom Evangelium her ein eigenes Wort mitzubringen haben und werden das auch in Zukunft tun.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1984 kommt es zu Besuchen und Gegenbesuchen mit der Partnergemeinde Gräfelfing. Die Partnergemeinde spendet 20.000 Dachsteine für das Kirchendach. Mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützung der Dachdeckerfirma Wille konnte damit das Süddach des Langhauses eingedeckt werden. 1989 wird dann, ebenfalls mit gespendeten Dachsteinen aus der Partnergemeinde, das Norddach mit freiwilligen Helfern und der Firma Wille erneuert.&lt;br /&gt;
:Am 6. März 1987 wurde zum 100jährigen Geburtstag der Weltgebetstagsbewegung ein Festgottesdienst durchgeführt. Dazu eingeladen sind auch katholische und evangelisch-freikirchliche Gemeindeglieder. Am 19. Oktober 1989 findet das 1. Friedensgebet mit über 500 Leuten in der Kirche statt, weitere folgen am 2. und 9. November. Am 18. Januar 1990 findet ein Friedensgebet gegen die Kampfhandlungen am Golf statt. Mitarbeiter der Kirchengemeinde führten seit März 1990 Gespräche in Schulklassen und mit Lehrern, um Misstrauen und Vorurteile gegen die Einführung eines Religionsunterrichts zu entkräften.&lt;br /&gt;
:Am 6. Januar 1991 wurde mit einem Gottesdienst die Sozialstation Teterow feierlich eröffnet. Neun Gemeindeschwestern sind seither in der Stadt Teterow und den politischen Gemeinden Alt Sührkow, Gottin, Dalkendorf, Groß Roge und Groß Wokern tätig. Sie sind von der Kirche angestellt. Am 1. Juni beendet Pastor Christian Burchhard seinen Dienst, den er im November 1985 begonnen hatte.&lt;br /&gt;
:Am 24. Dezember 1990 erklangen die ersten Register der neuen Orgel. Die Finanzierung des Orgelbaues gestaltete sich, auch wegen der Währungsunion, sehr schwierig. Am 1. September 1991 kann die neue Orgel eingeweiht werden. Das Gewölbe über der Orgel wurde renoviert. 1991 wird das Pfarrhaus, Schulstraße 2 saniert. Im Oktober d. J. wird mit der Ausmalung des 2. Gewölbes im Kirchenschiff begonnen und zu Ostern 1992 fertiggestellt. Am 16. Mai 1993 wird Pastor Burkhardt Ebel in sein Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
:Im Juni 1993 nahmen 37 Gemeindeglieder aus Teterow und Hohen Mistorf am Kirchentag in München teil und gestalteten einen viel beachteten Ausstellungsstand mit Fotos, Zeichnungen und Dokumentationen über das kirchliche Leben in einer mecklenburgischen Kleinstadt und einer Landgemeinde. Dabei war der Höhepunkt der Besuch des Bundespräsidenten von Weizsäcker am Stand. Am 23. Februar findet die Auftaktveranstaltung zum Jahr der Familie in der katholischen Kirche statt, auf der die Pastoren Kuske und Ebel eine Dialogpredigt halten. Am 24. Mai 1994 hielt Pastor Martin Kuske den letzten Gottesdienst in der Gemeinde. Er war von der Kirchenleitung der Landesbehörde zum Landespastor für Diakonie berufen worden. Am 9. Februar 1995 schied er durch eigene Hand aus dem Leben.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wird die Restaurierung der Altarfiguren abgeschlossen und der Altar wieder vervollständigt. Im Jahr 1994 entschied die Kirchenleitung, dass in den kleinen Städten wie Teterow nur noch eine Pfarrstelle besetzt wird. Am 25. Mai 1995 wird der erste gemeinsame Gottesdienst mit der Gemeinde Hohen Mistorf (Pastorin Gudrun Schmiedeberg) auf dem Silberberg im Ortsteil Teschow durchgeführt. Am 7. Januar 1996 findet der erste ökumenische Gottesdienst zur Allianzgebetswoche in den Räumen der evangelischen Freikirche statt.&lt;br /&gt;
:Iwan Rebroff (Hans Rolf Rippert), der einige Kinderjahre in der Nachkriegszeit in Teterow verlebte und damals auch im Kirchenchor bei Frau Vichel gesungen hatte, ab am 6. August 1997 ein Konzert in der Kirche. Seine Mutter war 1948 Mitglied des Gemeindekirchenrates und für die Spendensammlungen verantwortlich. Der erste ökumenische Gemeinderat findet am 4. September 1997 statt. Die Gemeinderäte der katholischen Gemeinde, der Freikirchlichen Gemeinde und der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde treffen sich. Dem ersten kennenlernen folgt eine Beratung über gemeinsame Projekte. In den Tagen vom 9. bis 19. November 1997 wurden Andachten zur ökumenischen Friedensdekade im Wechsel der drei Gemeinden der Stadt gehalten. Zum Abschluss wurde am Buß- und Bettag ein ökumenischer Bittgottesdienst für Frieden in der Welt in der katholischen Petruskirche gefeiert.&lt;br /&gt;
:Im Rathaussaal wird am 29. Januar 1998 der Förderkreis St. Peter-Paul´s Kirche gegründet. Zum 1. März 1998 erfolgte eine kirchliche Umgemeindung der Ortschaften, Niendorf und Pampow wechselten nach Hohen Mistorf, Grambzow und Groß Köthel nach Bülow und Appelhagen nach Thürkow / Warnkenhagen. Zum Erntedankfest am 1. Oktober 1998 kann nach der Ausmalung des 3. Gewölbejoches die Kirche wieder benutzt werden. Die Arbeiten sind vor allem aus Spendenmitteln finanziert worden. Im Jahr 2000 werden die Renovierungsarbeiten an der Kirche mit der Neueindeckung der drei Norddächer fortgesetzt.&lt;br /&gt;
:Über der Tafel der Gefallenen des I. Weltkrieges wird am 29. Oktober 2000 ein Gedenkkreuz für die Opfer des II. Weltkrieges montiert. Im Januar 2001 wird mit einem Festgottesdienst das 10jährige Bestehen der Diakoniesozialstation gefeiert. Am 11. Oktober 2001 weilt auf Einladung der Chor der jüdischen Gemeinde Schwerin in Teterow. Nach einem Forum im Rathaussaal findet anschießend ein jüdisches Chorkonzert in der Kirche statt. Zum Hechtfest 2002 gestaltet die Gemeinde gemeinsam mit der katholischen und der freikirchlichen Gemeinde eine gemeinsamen Wagen und nimmt am Umzug teil. Motto des Wagens: &amp;quot;Alle in einem Boot.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Von Januar bis April 2003 finden regelmäßig Friedensgebete gegen den Krieg statt, und es wird eine entsprechende Petition verfasst. Am 15. Februar nehmen Gemeindemitglieder zusammen mit anderen Kriegsgegnern aus der Stadt an der großen Anti-Kriegsdemonstration in Berlin teil. Im November 2003 wird das Organisten- und Küsterhaus am Kirchplatz nachjahrelangem Leerstand verkauft. Im August 2004 wird der Bauabschnitt an der Südseite der Kirche begonnen.&lt;br /&gt;
:Am 8. Mai 2005 war eingeladen zu einem Gedenkgottesdienst anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren. Beteiligt hatten sich die Gemeinden Hohen Mistorf und die Freikirchliche Gemeinde. Durch kurze Zeitzeugenberichte wurde der Gottesdienst lebendig und für die jungen Kirchenbesucher anschaulich. Am 6. August 2005 beteiligte sich die Gemeinde an der Aktion &amp;quot;Teterow offen&amp;quot;, ebenso auch am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2005 unter Mitwirkung des Fördervereins. Im Jahr 2006 wurde mit dem Abschluss der Außensanierung der 2. Bauabschnitt beendet. Im Chorraum wurden neue Buntglasfenster nachgestaltet, ein Toiletteneinbau erfolgte am Südeingang, und mit der Turmsanierung wurde der 3. Bauabschnitt begonnen.&lt;br /&gt;
:Im August 2006 fanden die 54. Internationalen Orgeltage das erste mal in Mecklenburg statt. Die 1. Station war die Orgel in der Kirche. 290 Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern nahmen daran teil. Im Oktober 2006 war ein ökumenischer Gesprächskreis in Rom. Pfarrer sturm von der katholischen Gemeinde Teterow hatte die Führung der Gruppe übernommen. Am 17. November 2006 wurde im Rathaus die Turmkugel geöffnet und der Inhalt in Vitrinen der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 10 Dezember wurde die neue Kugel mit dem bisherigen Inhalt und aktuellen Dokumenten gefüllt und versiegelt.&lt;br /&gt;
:Am Tag des offenen Denkmals 2007 informierte der Architekt Günther Maaß die interessierten Besucher über die bisherigen Sanierungsarbeiten und noch anstehende Aufgaben. Anschließend gab Diplomrestaurator Detlef Krohn einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Gewölbemalerei und informierte über den Stand der Restaurierungsarbeiten. Ein besonderer Höhepunkt ist seit Jahren in der Stadt der ökumenisch gestaltete Martinstag. 2007 wurde das Martinsspiel von der katholischen Gemeinde gestaltet.&lt;br /&gt;
:Denkwürdig war auch der Rathaustag 2008 mit allen Religionsgemeinschaften vor Ort zu der Thematik &amp;quot;Werte in der Gesellschaft&amp;quot;. Am 19. April 2008 führte die Gemeinde gemeinsam mit dem Heimatbund Teterow eine Exkursion nach Crivitz durch. Anlass war das Marienretabel, das 1959 an die Kirchengemeinde Crivitz ausgeliehen wurde und seitdem dort auf dem Altar angebracht ist. Im September 2008 begannen die Arbeiten am Fußboden und an den Bankheizungen der Kirche. Im Oktober 2008 besuchte eine Gemeindegruppe Gräfelfing, um das 30. Jubiläum der Gemeindepartnerschaft am 1. November 2008 mit den Gräfelfingern zu begehen. Am 22. November 2008 gab es eine ökumenische Feierstunde auf dem Friedhof, der vor 100 Jahren geweiht wurde. Beteiligt waren auch die katholische und die evangelisch-freikirchliche Gemeinde sowie die Freie Christengemeinde.&lt;br /&gt;
:Im Dezember 2008 konnte der 1. Abschnitt der Restaurierung der Gewölbemalerei im Chorraum abgeschlossen werden. Mit der Fortsetzung der Arbeiten im Jahr 2009 wird der 2. Abschnitt fertiggestellt. Am 18. Januar 2009 verließ Pastor Ebel die Kirchengemeinde Teterow, um seinen Dienst an der Schelfkirche in Schwerin zu verrichten. Nach dem Auszug des Pastors wird mit der grundlegenden Sanierung des Pfarrhauses in der Schulstraße begonnen. Bauschäden, die durch unsachgemäß ausgeführte Bauarbeiten entstanden sind, mussten beseitigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der städtische St. Georg-Friedhof===&lt;br /&gt;
Am 20 November 1927, dem Ewigkeitssonntag, wurde auf dem Friedhof die Christusfigur, die die Städtische Friedhofskommission den Gefallenen des 1. Weltkrieges gestiftet hat, an ihren Gräbern aufgestellt und durch Pastor Schumacher geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.gbv.de/dms/lbmv/mklaiv9015/514907045.pdf Der St. Georg-Friedhof zu Teterow In: Ostmecklenburgische Heimat, Bd. 1 (1928), 9, S.67]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die katholische St. Petrus-Gemeinde in Teterow===&lt;br /&gt;
:Nachdem in der Mitte des 16. Jahrhunderts die evangelisch-lutherische Kirche in Mecklenburg zur Landeskirche erhoben wurde, spielte die römisch-katholische Kirche auch in Teterow keine Rolle mehr. Ob über die Jahrhunderte überhaupt in der Stadt noch Angehörige dieser Glaubensrichtung gelebt haben, ist bisher nicht nachzuweisen.&lt;br /&gt;
:Erst im 19. Jahrhundert werden wieder Katholiken als eine kleine Gruppe genannt. Dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt sich wieder eine kleine Schar Katholiken in der Stadt und in den umliegenden Orten zusammen zu finden. Die Teterower Nachrichten berichten am 31. März 1904 über die Rats- und Bürgersitzung vom 29. März: &amp;quot;... wurde mitgeteilt, daß vom hohen Ministerium gestattet worden ist, daß in hiesiger Stadt monatlich während der Anwesenheit ausländischer Schnitter in der Umgebung römisch-Katholischer Gottesdienst abgehalten wird, und wurde gleichzeitig die Petition hiesiger Katholiken auf Einräumung eines städtischen Lokals a. zur Abhaltung des Gottesdienstes und b. zur Erteilung des Religionsunterrichts vorgelegt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die erste katholische Messe nach der Reformation findet am Sonntag dem 24. April 1904 im Saal des damaligen Schützenhauses statt. Durch die Bemühungen des damaligen Schlosskaplans Hardinghaus (Matgendorf) gelang es gelegentlich den Saal vom Schützenhauswirt Julius Ehlert für diesen Zweck zu mieten. Regelmäßiger Religionsunterricht fand in der Privatwohnung eines Teterowers statt. In den nächsten Jahren erfolgte die geistliche Betreuung der kleinen Gemeinde von Rostock und Schwerin aus. Die katholischen Schnitterfamilien von den Gütern der Umgebung wurden in die Gemeindearbeit einbezogen.&lt;br /&gt;
:Während des Weltkrieges 1914 - 1918 waren durch neue Gesetze und Verordnungen größere Versammlungen verboten worden. Die monatlichen Gottesdienste im Schützenhaus konnten nicht mehr stattfinden. Man war wieder auf Zusammenkünfte in Privaträumen angewiesen. Im Verlauf des Krieges wurde der dritte Monatssonntag für katholische Gottesdienste freigegeben, auch für die ausländischen Fremdarbeiter. Nach dem Krieg wurde die Nutzung des Schützenhaussaales für Gottesdienste gekündigt. Es gelang der Gemeinde, in der Schulstraße 24 Räume für Gottesdienst und Religionsunterricht zu bekommen.&lt;br /&gt;
:Am 1. Februar 1922 wird Teterow Pfarrei und Pfarrer Kaschny der neue Seelsorger. Der Aufbau der neuen Pfarrei begann. Allmorgendlich war heilige Messe und Unterricht für die Kleinen, Katechese und abendliche Vorträge für die Erwachsenen. Die Räumlichkeiten wurden für die wachsende Gemeinde zu klein. Man nutzte die Gelegenheit, die in der Schulstraße 12 aufgegebenen Waschanstalt zu übernehmen, für Pfarrer Kaschny eine kleine Wohnung frei zu bekommen und die Räume der Waschanstalt zu einer bescheidenen Kapelle umzugestalten. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Kommunionskursen für Mädchen und Jungen gewidmet, deren Teilnehmerzahl bis zu 50 Kinder zählte. Für größere Veranstaltungen wie Erstkommunion und Firmung stellte die Stadtverwaltung die städtische Turnhalle zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Am 22. Januar 1927 erwirbt der bischöfliche Stuhl Osnabrück die ehemalige Maschinenfabrik Müller in der Wilhelmstraße (heute Niels-Stensen-Straße) und wird als Eigentum eingetragen. Das dazugehörige Villengrundstück in der heutigen Bahnhofstraße wird vom Bischof als Pfarramt bestimmt. Am 1. Februar 1927 gründen drei Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariä die 1. Schwesternniederlassung in Teterow nach der Reformation. Ein Kinder- und Säuglingsheim und eine Kommunikantenanstalt wurde eingerichtet. Am Weißen Sonntag 1927 findet die erste Erstkommunionsfeier und der erste Gottesdienst in der neuen Kirche, einer ehemaligen Lokomotivhalle, statt.&lt;br /&gt;
:Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten führte zu tiefgreifenden Veränderungen. Das Kinder- und Säuglingsheim wurde geschlossen, ebenso die Kommunikantenanstalt. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) zog ins Schwesternheim. Erst auf dem Prozesswege wurde das Heim zurückgegeben. Religionsunterricht konnte nur in kirchlichen Räumen abgehalten werden. 1941 - 1942 wird die Kirche renoviert und umgebaut, eine Kriegsgedächtnisstätte entsteht. Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945 in Teterow wird das gesamte Gelände von Kirche und Pfarramt verwüstet und als Flüchtlingslager beschlagnahmt. Pater Kautz und der Organist der evangelisch-lutherischen Kirche, Hans-Heinrich Stein, retten mit einem Ziehwagen drei Tage lang die verstreut liegenden  Paramente, Vasa sakra, Bücher, eine Monstranz, die Statue des Hl. Bruder Konrad und anderes mehr. Die Sachen werden im Turm der evangelisch-lutherischen Kirche eingelagert.&lt;br /&gt;
:Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist bereit, ihren Glaubensbrüdern zu helfen, und so finden in den folgenden Wochen die katholischen Gottesdienste unter ihrem Dach statt. Die Wiederinbetriebnahme der eigenen Einrichtungen nimmt alle Kräfte in Anspruch. Die vier Ordensschwestern betätigen sich im Typhus-Lazarett auf dem Schulkamp. Mit einfachen Mitteln wird das Heim für die vielen Waisenkinder wieder eingerichet. Die Kirche wird zum gottesdienstlichen Gebrauch von den Geistlichen unter Mithilfe der Gemeindeglieder wieder hergerichtet. Am 5. Mai 1947 hält Bischof Dr. Berning in Teterow die erste Nachkriegsfirmung.&lt;br /&gt;
:1964 wird vom Bischöflichen Amt in Schwerin ein Haus für Jugendseelsorge aufgebaut und 1967 ein Jugendseelsorger entsandt. Im Juni 1969 wird das alte Kirchengebäude abgerissen und ein gleicher Stelle ein neues Haus errichtet. Am 27. Juni 1971 weiht der Schweriner Bischof Theissing die neue Petri-Kirche in Teterow. Als Gäste nahmen der evangelisch-lutherische Probst Abshagen und Vertreter des Rates der Stadt Teterow teil. Das Kinderheim wird am 1. Januar 1975 aufgelöst und zu einem kirchlichen Feierabend- und Pflegeheim umgebaut und am 1. Mai 1975 eröffnet. 1977 findet am 2. Februar aus Anlass des 50. Jahrestages der Schwesternniederlassung und der Eröffnung des St. Ansgar-Heimes eine Jubiläumsfeier statt und am 17. April findet ein Gemeindefest zum 50. Jahrestag des Bestehens des Gotteshauses statt.&lt;br /&gt;
:Am 25. Januar 1990 wird eine Erklärung des Priesterrates des Bischöflichen Amtes Schwerin vom 3. Januar 1990 zur grundlegenden Reform des gesamten Bildungssystems mit 350 Unterschriften aus der St. Petrus-Gemeinde Teterow an das Volksbildungsministerium der DDR nach Berlin abgeschickt. Teterow war als Mittelpunkt des Landes Mecklenburg-Vorpommern schon immer Zentrum der katholischen Jugendarbeit. Das seit ca. 30 Jahren bestehende alte Jugendhaus genügte nach der politischen Wende im Staat nicht mehr den Anforderungen. Das Gebäude wurde zu klein. Unter maßgeblicher Beteiligung des Jugendpfarrers Ansgar Thim konnte 1995 auf dem Pampower Koppelberg das Bischof-Theissing-Haus als neue Begegnungsstätte für junge Menschen aus ganz Mecklenburg eröffnet werden.&lt;br /&gt;
:Im Mai 1994 wurde das katholische Pflegeheim St. Ansgar als Neubau fertiggestellt und unter großer öffentlicher Anteilnahme eingeweiht. Am 7. August 1999 erfolgte die Grundsteinlegung zur neuen Kirche St. Petrus. Im Mai 2000 erfolgte der Abriss der bisherigen Kirche. Die Einweihung des neuen Kirchenbaues nahm der Hamburger Erzbischof Dr. Averkamp am 30. Juni 2000 vor. In der Zeit zwischen dem Abriss der alten und der Weihe der neuen Kirche (1. bis 25. Juni) öffnete die evangelisch-lutherische Gemeinde ihre Kirche für die Andachten der katholischen Gemeinde. In seinem Grußwort zur Einweihung der Kirche sprach Bürgermeister Dr. Reinhard Dettmann: &amp;quot;Möge dieses Haus die Gemeinde und die Bürger der Stadt segnen und schützen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Dieser Segenswunsch drückt aus: Die Zeiten haben sich verändert. Vorbei sind die Jahrzehnte, da die Katholiken in einem Winkel der Stadt geduldet wurden und die Kirche ein Provisorium in einer ehemaligen Fabrikhalle war. Grüße überbrachte Pastor Ebel von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Pastor Schlag von der freikirchlichen Gemeinde übergab ein frisches Brot als Zeichen für gute Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Jüdisches Leben in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Teterower Gebäude==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Rathaus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus von Teterow wurde 1910 errichtet. Es befindet sich im Stadtkern von Teterow, direkt am Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche St. Peter und Paul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Zeitpunkt für den Bau des ersten Rathauses ist nicht überliefert. Da der Bau der Kirche St. Peter und Paul gegen 1270 begann und Teterow 1272 erstmals urkundlich erwähnt wird, entstand vermutlich auch um diese Zeit ein erstes Rathaus. Am 18. August 1700 kam es nach dem Großbrand von 1632 zum zweiten Mal zu einer Feuersbrunst, die Teterow samt Rathaus in wenigen Stunden fast vollständig vernichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1708 wurde ein Rathaus im Stil des Barocks errichtet. Dieser Bau wurde 1909 abgerissen und es entstand bis 1910 am Marktplatz das heutige zweigeschossige neobarocke Rathaus. Großherzog Friedrich Franz IV. hatte dazu den Grundstein gelegt. Die Marktplatzseite des „dritten“ Rathauses gliedert sich auch in drei Teile mit je drei Fensterachsen. Durch den vorspringenden Mittelrisalit führt der Eingang. Das Gebäude hat ein Mansarddach, das ein offenes, barockes Türmchen überragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ab 1945 wurde das Haus von der sowjetischen Kommandantur, vom Rat des Kreises und vom Polizeikreisamt genutzt. Die Stadtverwaltung residierte in dieser Zeit im ehemaligen Hotel &amp;quot;Erbgroßherzog&amp;quot; in der Malchiner Straße. Nach der Wende übernahm am 13. Februar 1990 die Stadtverwaltung wieder das Rathaus. Im November 1992 brach bei einem Orkan die Spitze des Rathaustürmchens mitsamt der vergoldeten Kugel ab und blieb in der Dachrinne hängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Rathaus wurde um 1993 gründlich saniert. So auch das Balkongitter über dem Eingang, welches das neu gestaltete Stadtwappen farbenprächtig zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auf dem Marktplatz befindet sich eine 1995 eingelassene Gedenkplatte, die den geographischen Mittelpunkt Mecklenburg-Vorpommerns kennzeichnet, und der an die Schildbürgerstreiche erinnernde Hechtbrunnen. Er wurde nach Entwürfen des Plauer Bildhauers Wilhelm Wandschneider gebaut und 1914 eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Pfarrkirche St. Peter und Paul===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Pfarrkirche St. Peter und Paul ist eine dreischiffige Pseudobasilika aus Backstein mit zweijochigem , kreuzrippengewölbtem Rechteckchor, Nordsakristei und eingezogenem quadratischem Westturm.&lt;br /&gt;
:Chor und dreijochiges Landhaus wurden nach 1250 begonnen.&lt;br /&gt;
:Der Einzug der Schiffsgewölbe und Errichtung des Westturms erfolgten im 15. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
:Charakteristisch am Chor sind Lisenen, Rundbogenfriese und Deutsches Band, im Ostgiebel finden sich spitzbogige Blendenreihen und Kreuzblende, darunter in der Ostwand Dreifenstergruppe mit eingelegten Rundstäben. Blendendekore finden sich auch um Staffelgiebel der zweijochigen Nordsakristei und den beiden Obergeschossen des Westturmes.&lt;br /&gt;
:Die südliche Priesterpforte (durch die spätere Südsakristei verdeckt) mit reichem Blattschmuck an Kapitellen und Archivolten. Im Inneren die Kreuzrippengewölbe im Chor lagern auf Wandpfeilern mit Runddiensten, im Langhausmittelschiff auf achteckigen Pfeilern, das südliche Seitenschiff mit achteckigen Rippengewölben.&lt;br /&gt;
:1877/80 erfolgte eine umfassende Instandsetzung. Dabei wurde die Langhausnordwand mit Fenstern, Verbreiterung des nördlichen Seitenschiffes und einer zweiten Sakristei an der Südseite des Chrores versehen.&lt;br /&gt;
:Die Gewölbemalerei von 1350 wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts umfassend restauriert.&lt;br /&gt;
:Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament (Genesis sowie Leben und Passion Christi), zwei geharnischte Fürsten, Mischwesen und Tierdrolerien.&lt;br /&gt;
:Im Chor befindet sich ein sehr qualitätvoller vierflügeliger Schnitzaltar (um 1430) mit zentraler Marienkrönung sowie Apostelfiguren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513615962.pdf Die Peter-Paulskirche zu Teterow Karl Schmaltz In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.369-371]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616098.pdf Über die Decken- und Tafelmalereien der Pfarrkirche zu Teterow Oscar Gehrig In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.372]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul, deren Anfänge in das 13. Jahrhundert zurückreichen, bestanden vor der Stadt Kapellen. Die wichtigste war die nach 1300 errichtete Marienkapelle, die angeblich von Bischof Magnus von Kammin begründet wurde und gewisse Wallfahrtbedeutung erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Teterower Schulkampus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtmühle Teterows===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teterower Eisenbahngeschichte===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Altstadt Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Stadtbefestigung von Teterow mit den Stadtoren===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer ist an der bogenförmigen Führung der Ringstraßen noch erkennbar.&lt;br /&gt;
:Die Mauer selbst ist abgetragen bzw. überbaut.&lt;br /&gt;
:Von den ehemals drei Toren sind noch zwei erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rostocker Torturm====&lt;br /&gt;
:Das Tor ist ein mehrgeschossiger Backsteinbau des frühen 15.Jahrhunderts mit einem abgeschlossenen Satteldach zwischen Giebeln zur Stadt- und Feldseite, die spitzbogigen Durchfahrtsöffnungen nachträglich vergrößert. &lt;br /&gt;
:Der Turmkörper ist an der Stadtseite mit großer mittlerer Spitzbogenöffnung versehen, dem wohl im frühen 18.Jahrhundert durch eine Eisenkonstruktion zugesetzt worden war. &lt;br /&gt;
:Seitlich gerahmt von kleinen Blenden, sind die Staffelgiebel mit Maßwerkblenden versehen. &lt;br /&gt;
:Ihre oberen Abschlüsse wurden im 16. Jahrhundert verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Malchiner Torturm ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das Malchiner Tor ist ein annähernd quadratischer Backsteinbau mit Stadt- und Feldseitengiebel sowie kleinteiligen, am Turmkörper zu horizontalen Bändern zusammengeschlossenem Baudekor, erbaut um die Mitte des 15. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
:Die spitzbogige Durchfahrt ist ebenfalls im 16. Jahrhundert vergrößert und dabei die Giebelabschlüsse verändert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Museen==&lt;br /&gt;
===Das Teterower Stadtmuseum===&lt;br /&gt;
;Das 1. Museum 1933 - 1945&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 27.09.1933:&lt;br /&gt;
:Heimatmuseum&lt;br /&gt;
:Ehrfurchtsvoll betritt die Räume,&lt;br /&gt;
:Wo Ureltern-Zeiten neu entstehen.&lt;br /&gt;
:Viel Kunst, Wissenschaft und Bräuche&lt;br /&gt;
:Wirst Du mit Bewunderung hier sehn!&lt;br /&gt;
:(Eine Karte mit dieser passenden Aufschrift heftete ein Unbekannter an die Eingangstür des Museums.)&lt;br /&gt;
:Teterow, 25. Sept. In kurzer schlichter Feier fand am gestrigen Sonntag Mittag im Gemeindesaal (im Gebäude der früheren Höheren Mädchenschule) die Einweihung des neuen Heimatmuseums statt. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Heimatbundes, Herr Lehrer a. D. Köpcke, begrüßte die anwesenden Ehrengäste, voran Herrn Professor Dr. Wossidlo, Waren, die Vertreter des Rates und der Stadtverordneten-Versammlung, die Mitglieder des Heimatbundes und die sonstigen Gäste mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
:Hochverehrte Anwesende!&lt;br /&gt;
:Wir haben uns hier heute versammelt, um das von der Teterower Ortsgruppe des Heimatbundes Mecklenburg errichtete Museum zu eröffnen. Namens des Vorstandes dieser Ortsgruppe begrüße ich Sie herzlich und danke Ihnen für das Interesse, daß Sie durch Ihr Erscheinen der Museumssache entgegenbringen. Es ist mir eine besondere Freude, Herrn Prof. Dr. Wossidlo, der auf dem Gebiete der Volkskunde so Hervorragendes geleitstet hat, hier heute in unserer Mitte zu sehen. Ich danke Ihnen, Herr Professor, daß Sie trotz Ihrer augenblicklich anstrengenden Arbeit es möglich gemacht haben, unserer Eröffnungsfeier beizuwohnen. Ich begrüße dann besonders den Vertreter des Rates, den Herrn Bürgermeister Dr. Meyer und den Stadtverordnetenvorsteher Herrn Münter. Durch das Entgegenkommen unserer Stadtverwaltung ist es uns erst möglich geworden, hier ein Museum zu errichten. Ich möchte auch an dieser Stelle herzlichen Dank dafür aussprechen und damit gleichzeitig die Bitte verbinden: Rat und Bürgervertretung mögen auch in Zukunft dem Heimatmuseum ihr Wohlwollen erhalten und die Interessen desselben nach jeder Richtung hin fördern und unterstützen.&lt;br /&gt;
:Ganz besonders danke ich dem Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, dem Leiter unseres Museums, der durch seine unermüdliche und zähe Arbeit dasselbe hergerichtet hat. Ohne ihn wäre das Werk nicht in so kurzer Zeit zustandegekommen. Ihr Name, Herr Bartels, wird daher für immer mit dem Teterower Heimatmuseum verknüpft bleiben.&lt;br /&gt;
:Weiter danke ich all den Damen und Herren, die durch Hergabe von Museumsgegenständen und durch ihre unentgeltliche, opferwillige Arbeit uns in so reichem Maße unterstützt haben. Auch hier möchte ich die Bitte aussprechen: Lassen Sie die Ortsgruppe bei dem weiteren Ausbau des Werks nicht im Stich. Nur durch tatkräftige Mithilfe und Unterstützung aller Bevölkerungskreise wird es möglich sein, das Museum so zu erhalten und auszugestalten, daß es seinen Zweck voll erfüllen kann.&lt;br /&gt;
:Aber welches ist nun Zweck und Aufgabe eines Heimatmuseums? Ich möchte die Frage kurz dahin beantworten, daß ich sage: &amp;quot;Das Heimatmuseum soll dazu dienen, daß die Kultur einer früheren Zeit im Volke lebend bleibt.&amp;quot; Dies Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn die Gebrauchsgegenstände vergangener Jahrhunderte dem Volke immer wieder vor Augen geführt werden, und das geschieht am besten durch ein Ortsmuseum. Ich gebrauche hier den Ausdruck Ortsmuseum im Gegensatz zu Landesmuseum. Manche Menschen stehen nämlich auf dem Standpunkt, daß sie behaupten, ein Landesmuseum genüge für den vorhin erwähnten Zweck vollkommen. Wir haben in Schwerin ein vorzügliches Museum für volkskundliche Sachen, und darüber sind wir recht froh, und das wollen wir auch in keiner Weise mit unserem Vorgehen bekämpfen. Aber die meisten Menschen aus unserer Gegend kommen doch nur selten nach Schwerin, und wenn sie einmal hinkommen, so haben sie noch nicht genügend Zeit und Gelegenheit, das Landesmuseum zu besuchen. Da ist es doch ganz gewiß richtig, wenn auch überall in den kleineren Städten unseres Landes Heimatmuseen bestehen, wo die umwohnende Bevölkerung Gelegenheit hat, Volkskunde zu treiben. Auch für die Schulen ist es von großem Wert, wenn in der Nähe Stätten vorhanden sind, wo den Kindern ein Stück Vergangenheit gezeigt werden kann. Es ließe sich hierüber noch manches sagen, aber in Rücksicht auf die mir zur Verfügung stehende Zeit muß ich davon absehen. Unsere Nachbarstädte Güstrow, Malchin und Waren haben schon seit Jahren Heimatmuseen. Da darf auch Teterow hinter diesen Städten nicht zurückstehen. Ich denke hierbei auch an die Bestrebungen unseres Verkehrsvereins. In Wismar wurde in diesem Jahre gelegentlich der Landeshauptversammlung des Heimatbundes ein Ortsmuseum eröffnet. Dort stehen dem Museum 7 Räume zur Verfügung.&lt;br /&gt;
:Im nächsten Jahre findet die Landeshauptversammlung hier in Teterow statt. Ich hoffe, daß wir bis dahin noch einen 3. Raum bekommen. Sie werden nachher selbst sehen, daß die jetzt vorhandenen Räume nicht ausreichen.&lt;br /&gt;
:...&lt;br /&gt;
:Nach dem Redner sprach Herr Bürgermeister Dr. Meyer namens der Stadt Teterow dem Teterower Heimatbund, insbesondere dem Vorsitzenden und dem Leiter und Gestalter des Museums, Herrn Reichsbahnoberinspektor Bartels den herzlichen Dank für die wertvolle, im Interesse der Stadt geleistete Arbeit aus. Er sprach von dem großen Wert solcher Heimatmuseen für die Erhaltung alter heimatlicher Kultur und betonte, daß die Weiterarbeit zur Förderung dieses wichtigen Werkes in der Zukunft vor allem in den Händen der Schulen läge. Jedes Kind wüßte jetzt, wohin es zu gehen habe, mit einem irgendwo entdeckten Gegenstand aus früheren Zeiten. Er wünschte eine gute Weiterentwicklung des Museums.&lt;br /&gt;
:Anschließend nahm Herr Professor Wossidlo, Waren, der größte mecklenburgische Förderer der Erhaltung alten Kulturgutes, das Wort. Er dankte für die an ihn gerichteten Begrüßnungsworte und gab einen kleinen Abriß aus der weiteren Gestaltung der Förderung der Heimatmuseen. Die Leiter der meckl. Heimatmuseen werden demnächst in Schwerin zusammentreten, um über gegenseitigen Austausch von Dubletten in Verhandlungen zu treten. Er gab in seinen weiteren Ausführungen ein kleines Beispiel davon, wie leicht wertvolle Güter aus alter Zeit unter altes Eisen kommen können. In der sich dann anschließenden Besichtigung des Heimatmuseums gab der große Heimatkundler wertvolle Erläuterungen zu manchen der vorhandenen schönen Museumsstücke, darunter Sachen, die man, wie er sagte, im großen Schweriner Museum vorläufig noch schmerzlich vermisse.&lt;br /&gt;
:Das neue Heimat-Museum enthält heute schon einen ungeahnten Reichtum an ganz wertvollen Zeugen alter Zeit. Der ganze Aufbau und die Anordnung des neuen Heimatmuseums zeuge von großer Sachkenntnis, bekundete der Vater der Heimatmuseen. Wir werden in einem weiteren Artikel näher auf einzelne Teile unseres neuen Museums eingehen. Dankbar aber wollen wir auch an dieser Stelle unserer Freude darüber Ausdruck verleihen, daß wir nun endlich, nach langjährigem Bemühen (schon unter Herrn Bürgermeister, jetzigen Staatsminister Dr. Scharf wurde dieses Projekt im Verkehrsverein - durch ständiges Nachfassen des Herrn Studienrat Dr. Böhmer durch Wort und Schrift - viel behandelt, scheiterte damals aber immer an der Platzfrage) ein schönes Heimat-Museum haben. Ein Heimat-Museum mit einer Fülle von wertvollen Gegenständen, wie es mancher Teterower bestimmt nicht zu erwarten wagte. In Herrn Reichsbahn-Oberinspektor Bartels, der von jeher ein großer Schwärmer für heimatliche Kulturgüter war, hat die Ortsgruppe den richtigen Leiter und Verwalter gefunden. Unter seiner Hand wird diese wertvolle Bereicherung des Schatzes Teterower Schaustücke eine sichere und stete Fortentwicklung nehmen. Wir Teterower schulden allen an dem Aufbau dieses Werkes Beteiligten herzlichen Dank.&lt;br /&gt;
:Außer den im Heimat-Museum an den Gegenständen genannten Spendern beteiligten sich in hochherziger und dankenswerter Weise an der Einrichtung des Museums die Firmen Gebr. H. u. C. Groß, Friedr. Dohr, Malermeister H. Peterß, Ramelow, E. Vick, H. Bastian, Tischlermeister Rüter, Renzel, Müschen, E. Schröder, Fritz Walter, Malermstr. A. Schröder versah den sehr bewunderten Herd mit naturgetreuen Farben. Sämtl. Arbeiten mit Ausnahme der eigenen Unkosten wurden ohne Berechnung ausgeführt. Bei der Reinigung und Herrichtung der z. T. sehr verstaubten Gegenstände ist Frau Hermann eine sehr wertvolle Hilfe gewesen.&lt;br /&gt;
:Das Heimat-Museum ist in dieser Woche nachmittags von 3 bis 5 Uhr und am kommenden Sonntag von 3 bis 5 Uhr zur kostenlosen Besichtigung freigegeben. Über die späteren Besichtigungszeiten werden noch nähere Bekanntmachungen folgen.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:Teterower Zeitung vom 05.10.1933:&lt;br /&gt;
:Ein Spaziergang durch unser Heimat-Museum&lt;br /&gt;
:Ein Wunsch vieler Teterower ist mit der Schaffung unseres Heimat-Museums in Erfüllung gegangen. Fast zu spät ist dieser Wunsch Wahrheit geworden, denn jetzt erst erkennt man, daß so manches wertvolle Stück aus der Vergangenheit, das sonst Unterkommen in dem Museum gefunden hätte, aus Mißachtung oder Unverständnis in der Versenkung verschwunden und der Nachwelt verloren gegangen ist. Das ist aber natürlich nicht zu ändern. Wenn auch manches verloren ging, so hat sich seit der Eröffnung des Museums doch erwiesen, daß noch viel Wertvolles in irgendeiner Ecke verborgen liegt, ist doch dem Museum in den letzten Tagen schon so manches zugetragen worden, weil man weiß, daß es dort gut aufgehoben ist. Aber schon am Tage der Eröffnung war eine solche Fülle von Gegenständen aus alter Zeit da, daß die beiden vorläufig zur Verfügung stehenden Räume schon jetzt als &amp;quot;gefüllt&amp;quot; gelten könne. Es wurde uns erzählt, daß schon rund 800 Stücke im Museum untergebracht sind. Eine gewaltige Zahl, deren Ordnung und sachgemäße Unterbringung eine große Fülle von Arbeit gebracht hat. Wir wollen einmal sehen, was bis heute zusammengetragen ist.&lt;br /&gt;
:Wenn wir den ersten, kleinen Raum vom Flur der früheren Höheren Mädchenschule betreten, so schauen wir geradeaus auf eine alte Kannenborte, auf dem Töpfe und Teller in buntem Durcheinander untergebracht sind. Der &amp;quot;Seilpott&amp;quot; ist ein Zeuge früherer alter Töpferkunst. Neben der Borte hängt ein &amp;quot;Mangelholz&amp;quot;, mit dem die unermüdliche Hausfrau mühselig ihr Leinen glatt gemangelt hat. Die moderne Hausfrau wird mit Grauen an die harte Arbeit denken, die mit der Benutzung diese Holzes verbunden war. Auf der über die ganze Wand gehende Borte werden dem Beschauer alle Werkzeuge, die der Flachsbereitung dienen, vorgeführt. Wir sehen da in der Reihenfolge ihres Gebrauchs nebeneinandergereiht: Repel, Flachsbreche (Brake), Fuchtel. Eine Schwinge, die nun käme, fehlt noch. Es folgen Hechelstuhl, Spinnrad, Spulrad, Garnhaspel, Kreuzwinde, Garnwinde, Wollkratzer, Spinnrad und Wollhaspel. Früher waren es Gegenstände, die nicht nur in jedem Stadthause. Längst sind diese Zeiten dahin. Heute werden Spinnräder und sonstige Dinge wohl nur noch als Museumsstücke in einem Haushalt aufbewahrt. Den Kindern wird dann wohl erzählt: &amp;quot;An dem Spinnrad hat Eure Großmutter noch all das schöne Leinen selbst gesponnen!&amp;quot; Das ist das Einzige, was uns heute noch mit dieser Zeit verbindet. Wir modernen Menschen wollen nichts mehr mit dem groben, aber außerordentlich haltbaren Leinenzeug unserer Großeltern zu tun haben, sondern liegen lieber auf feinem Bettleinen und essen unser Mahl gern von feinen Damastdecken. Das grobe Leinen, das z. B. noch in der alten Wiege zu sehen und zu fühlen ist (der Bettbezug soll übrigens aus einer alten Schürze stammen, die das Museums-Direktor-Auge irgendwo entdeckt hat) wird immer seltener.&lt;br /&gt;
:Zwischen den Flachsbereitungs-Utensilien entdecken wir übrigens auch einige fast überbunte Ausmusterungs-Sträuche, die vor dem Kriege von den Ausgehobenen mit Stolz an ihren Hüten getragen wurden und allen Menschen kundtun sollten, daß sie bald in das stolze deutsche Heer einrücken würden.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Teterower Feuerwehrmuseum===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Gesundheitswesen==&lt;br /&gt;
===Hospital St. Gertruden===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Das ehemalige Hospital St. Gertrud am Gertrudensteig ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===St.Jürgen Hospital===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Apotheken in Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Teterower Feuerwehr==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Teterower Wirtschaftsleben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fischerei in  Teterow===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Handwerkszünfte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verkehrsnetz in der Region Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen==&lt;br /&gt;
* [[Teterow - über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen|Über die Jahrhunderte im Spiegel von Zeitgenossen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Persönlichkeiten==&lt;br /&gt;
* [[Teterower Persönlichkeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterower Vereinsgeschichte(n)==&lt;br /&gt;
===Die Teterower Schützenvereine===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Bergring - Europas schönste Grasrennbahn===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg007/484026143.pdf &amp;quot;Bergring Teterow (Meckl. Schweiz)&amp;quot; Gerhard Böhmer In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.7 (1931) 8 S.393-394]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/51368719X.pdf 12. Teterower Bergring-Rennen um den &amp;quot;Preis von Mecklenburg&amp;quot; In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 128 S.467]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513750924.pdf Der &amp;quot;Mecklenburgische Nürburgring&amp;quot; hält, was er verspricht In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 129 S.514] &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616616.pdf Bergring Teterow (Meckl. Schweiz) Carl Schröder In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.378-379]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst im öffentlichen Raum Teterows==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Hechtbrunnen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Was der Teterower Bürgermeister 1912 zum Brunnen schreibt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1912 richtet der Teterower Bürgermeister Dr. Müller ein amtliches Schreiben mit folgenden Worten an das Schweriner Kabinett, &amp;quot;Wie allgemein bekannt sein dürfte, werden die Teterower, besonders auswärts, immer mit der Frage geneckt: Hewwt Ji em all wedder?&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Mit dieser Einführung erbittet er nunmehr die Genehmigung zur Aufstellung eines Brunnens mit Hecht, &amp;quot;der die Teterower in die Lage versetzen würde, diese Neckereien dann endlich zurückzuweisen, indem sie antworten können: Ja, wi hem´em, kiek em Di an, up´n Markt steiht he!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Die Bürgermeister-Worte überzeugten und mit der bald darauf aus Schwerin erteilten Genehmigung konnten die Teterower Geld sammeln und einen Wettbewerb zu seiner Ausführung ausloben. &lt;br /&gt;
:Neun Architekten und Bildhauer schickten ihre Entwürfe.&lt;br /&gt;
:1200 Goldmark brachte die erste Sammelaktion ein.&lt;br /&gt;
:Der Entwurf des renomierten Mecklenburger Bildhauers Wilhelm Wandschneider überzeugte die Stadtvertreter besonders.&lt;br /&gt;
:Im November 1913 konnte der Bau des Brunnens aus Granit-Porphyr beginnen.&lt;br /&gt;
:Der Redakteur des &amp;quot;Kladderadatsch&amp;quot;, damals Deutschlands meistgelesene Satirezeitschrift, Paul Warnke, gebürtiger Lübzer und redaktioneller Amtsnachfolger von Johannes Trojan, lieferte den Text für die Randinschrift: &amp;quot;Wek Lüd sünd klauk un wek sünd daesig un wek de sünd wat aewernäsig. Lat´t er spijöken, Kinnings la´t! De Klock hett lüer´t, de Hekt is fat´t&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Die &amp;quot;Teterower Zeitung&amp;quot; berichtet darüber: &lt;br /&gt;
:&amp;quot;Große Heiterkeit erregte es, als man in dem unteren Bassin einen kapitalen lebenden Hecht der an einem in den Landesfarben gehaltenen Band eine Glocke um den Hals trug, lustig umherschwimmen sah.&amp;quot; (TZ 19. Mai 1914)&lt;br /&gt;
:Seither trägt das kleine Kerlchen den übergroßen Hecht auf seinen Schultern zu Markte.&lt;br /&gt;
:Bald darauf wurde der Knabe im Schutze des neuen, dritten Rathauses zum ersten Wahrzeichen der Stadt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg011/513616489.pdf Unsachliches über Teterow Gisela Asmus In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.11 (1935) 127 S.376-377]&lt;br /&gt;
* [http://mvdok.lbmv.de/data/mecklenburgische_monatshefte/jg017/523388950.pdf Wandschneider plaudert aus seinem Leben : von Amerika nach Teterow Wilhelm Wandschneider In: Mecklenburgische Monatshefte Bd.17 (1941) 198 S.114-115]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die verschobene Kirche===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Mittelpunkt (von MV?)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blüchers Pfeife===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Teterower Katze===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Denkmale in Teterow==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kriegerdenkmal===&lt;br /&gt;
:Auf Initiative des neu ins Amt berufenen Bürgermeisters Franz von Pentz wurde am 3. April 1881 der Teterower Verschönerungsverein gegründet. &lt;br /&gt;
:Eines der ersten Anliegen des Vereins war die Errichtung eines Kriegerdenkmals mit den Namen der toten Teterower Soldaten. Unterstützung fand der Verein dabei beim Kampfgenossen-Verein, der u. a. einen Programmabend für das zu errichtende Kriegerdenkmal veranstaltete, der Erlös betrug 130 M. Eine Lotterie mit Gewinn-Gegenständen von Arbeiten der Teterower Industrieschule sollte folgen. Einer der wesentlichen Unterstützer des Projektes war der Bauinspektor Wilhelm Müller, Besitzer einer Eisengießerei und Maschinenfabrik in Teterow. Er ließ auf seine Kosten die etwa 4 m lange Säule herstellen. Am 2. September 1882 - dem Jahrestag der Schlacht von Sedan - wurde die Einweihung auf dem Wilhelmsplatz (heute Platz des Friedens) vorgenommen. Eine zeitgenössische Beschreibung: &amp;quot;Auf einem Sockel von poliertem Granit erhebt sich eine ebenfalls granitne polierte Säule mit korinthischem Kapitäl. Auf demselben befindet sich die aus Chamotte gefertigte und vergoldete Figur einer Friedensgöttin, welche in der Linken einen Palmenzweig, in der Rechten einen Lorbeerkranz hält. Die Vorderseite des polierten Sockels trägt eine Tafel, auf welcher in vergoldeten Buchstaben die Namen der im Feldzuge 1870/71 aus hiesigem Amtsgerichtsbezirk gefallenen Krieger verzeichnet sind. Ein eisernes Kreuz mit der Inschrift &amp;quot;Mit Gott für Fürst und Vaterland&amp;quot; schmückt die Tafel, und unter demselben befinden sich folgende Namen:&lt;br /&gt;
:Heinrich Fiedler aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schmaedcke aus Teterow&lt;br /&gt;
:Friedrich Schenck aus Teterow&lt;br /&gt;
:Heinrich Schoenfeldt aus Nienhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Düsing aus Neu-Wockern&lt;br /&gt;
:Johann Rüger aus Bristow&lt;br /&gt;
:Christian Dabbert aus Baartz&lt;br /&gt;
:Johann Ernst aus Appelhagen&lt;br /&gt;
:Friedrich Krüger aus Vollrathsruhe&amp;quot;&lt;br /&gt;
:1903 erfolgte die gärtnerische Anlage durch den Verschönerungsverein. 1908 gab es noch einen Beschluss der Rats- und Bürgersitzung im Frühjahr 1909 den Siegesengel neu vergolden zu lassen. Das dazu aufgestellte Gerüst wurde auch von jemandem genutzt, der den Palmzweig zerbrochen hatte. 1947 wurde dann das Denkmal zerstört, der Sockel auf dem St. Georgs Friedhof aufgestellt. Bildhauer Willy Freese und sein Sohn Karl-Heinz fertigten aus den Trümmern der Säule eine Kugel, die heute den Sockel krönt.&lt;br /&gt;
:Das Denkmal im Ganzen muss über 9 m hoch gewesen sein. Ein ähnliches Denkmal befand sich in Stavenhagen, wurde aber auch zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Bismarck-Denkmal===&lt;br /&gt;
:Mit dem Fund eines Felsens von 4,5 m Länge und 3 m Breite in der Pampower Feldmark kam im Januar 1900 die Idee auf, diesen für ein Bismarck-Denkmal nutzen zu wollen. Die Kosten dafür waren auf 500 M geschätzt worden und wurden per Listensammlung bereits Ende Januar erreicht. Vorgesehene Standorte dafür waren u. a. die Heidberge oder der Schulkamp, letztlich entschied man sich aber für den Friedrich-Franz-Platz - seinen heutigen Standort.&lt;br /&gt;
:Zum Abtransport wurde der Stein in seine heutige Form gebracht, mit einem Gewicht von 22,5 t. Mittels 4 Dampfpflug-Lokomobilen der Herren Jenke und Godow wurde er im Mai 1900 in die Stadt gebracht. Zu überwinden galt es dabei die Bedenken der Chausseebauverwaltung und auch die Eisenbahnverwaltung gestattete das Überqueren der Geleise erst nach Durchfahrt des letzten Zuges um 1.00 Uhr nachts. Am 8. Mai 1900 konnte er unter Musik der städtischen Kapelle abgeladen werden. Am 12. März trafen sich in Lembckes Lokal die Spender des Bismarck-Denkmals zur Auswertung.&lt;br /&gt;
:Die bis dahin entstandenen Kosten beliefen sich bereits auf 900 M, die Einnahmen betrugen nur 630 M. Trotzdem erschien den Beteiligten eine Finanzierung des Fehlbetrages möglich und die Idee für ein Medaillon-Bildnis des Fürsten Bismarck entstand. Nach Beratung am 26. März 1900 zwischen Bürgervertretung und Verwaltung wird diese beauftragt, ein Fundament für den Stein errichten zu lassen und der Bürgermeister kann von einer Spende in Höhe von 300 M von Herrn Hermann Paepcke aus Chicago für ein Bismarckmedaillon berichten. Bereits am 30. Mai 1900 begannen die Untermauerungsarbeiten für den Stein, dabei wurden Knochenreste des ehemaligen Friedhofes vor dem Gertrudenstift gefunden. Im September 1901 wurde dann die Vertiefung zur Aufnahme des Medaillons in den Stein gehauen. Im September 1901 kam der Verschönerungsverein zusammen und beschloss unter anderem, einen Klinkersteig am Bismarck-Denkmal verlegen zu lassen, was im September 1902 geschah. Noch im September 1901 wurde das Porträt des ehemaligen Kanzlers in den Stein eingelassen. Von einer offiziellen Einweihung lässt sich in den Zeitungen der Zeit nichts finden.&lt;br /&gt;
:Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich 1947 in Berlin die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (V.V.N.). Die Ortsgruppe des V.V.N. Teterow forderte für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Faschismus die Überlassung des Bismarcksteins. Da die Denkmalpflege keine Einwände hatte, konnte die Umnutzung erfolgen und zum 1. Mai 1949 übernahm die Stadt den Stein in ihren Schutz, das Bismarck-Medaillon kam ins Museum. (Mit der Auflösung des Museums wurde das Medaillon ins Museum nach Waren verbracht und verschwand dort). Mit der Errichtung des Denkmals am Mühlenteich 1969 hatte der V.V.N.-Stein ausgedient und erhielt 1977 eine Platte mit einigen Angaben. Auf Initiative des Heimatbundes Teterow e. V. konnte durch eine Spendensammlung am 31. Juli 1998 wieder ein Bismarck-Medaillon am Stein enthüllt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bismarckstein 1.jpg|thumb|350px|rechts|Bismark-Stein (Quelle: Stadtarchiv Teterow)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=&amp;quot;all&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrenmal in den Heidbergen===&lt;br /&gt;
:Ursprünglich hatte schon der Baudirektor Gustav Hamann aus Schwerin - 1910 bei der Errichtung des Rathauses in Teterow weilend - einen Turm auf dem Teterower Heidberg errichten wollen. Die Lage über der Stadt bot eine gute Fernsicht und hätte auch den Tourismus in der Stadt weiter beleben können. Daher wandte er sich mit Schreiben vom 27. Januar 1910 an den Bürgermeister Schmidt mit dem Vorschlag, einen Aussichtsturm auf dem Heidberg zu errichten. Hamann wollte dazu kostenlos eine Zeichnung und einen Kostenvoranschlag zur Verfügung stellen. Nach Rücksprache mit Hamann wurde von der Rats- und Bürgersitzung die Einrichtung eines Baufonds bewilligt, in den bis 1926 70,89 Mark eingezahlt wurden. Am 26. November 1922 wurden die Gedenktafeln an die Gefallenen des 1. Weltkrieges der Kirchengemeinde in der Pfarrkirche eingeweiht, dies war der Anlass für Kriegerverein und Gewerbetreibende eine Würdigung für die Gefallenen in der Stadt anzuregen. Beide bildenten am 25. September 1924 ein Komitee, dem die Herren Molkereibesitzer Wickboldt, Major von Zeppelin auf Appelhagen, Bürgermeister Dr. Müller, Lehrer Köpcke, Kaufmann Ehrich, Gärtnereibesitzer Franz, Pastor Schumacher, Ihde, Kaufmann Bülow, Kämmereiberechner Rußdorf, Uhrmacher Mäting, Maurermeister Kohlert, Voß, Müschen, Vick und später auch Ackerbürger Hannemann angehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Spenden zum Bau stammten von Teterowern mittels Haussammlungen, kamen aber auch von ausgewanderten Familien (Hugo Altschwager aus Milwaukee, Erna Volkner aus Chicago), Zeitungsanzeigen, Benefizveranstaltungen und eine Lotterie brachten ebenfalls Geld ein. Die Inflation ließ das gesammelte Geld immer wieder zusammenschrumpfen. Molkereibesitzer Wickboldt dazu: &amp;quot;Immer wenn die Kommission glaubte nunmehr bald mit dem Bau beginnen zu können, war der Wert der Mark wieder geschwunden. Es mag als Kuriosa angeführt werden, das wir im Jahr 1923, um noch etwas von den Geldern zu retten, mit dem Restgeld eine Kiste Kognak kauften, um es wertbeständig anzulegen. Dies ist bei späteren Verlosungen auch wieder verwertet worden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zur Standortfrage wendete sich die Kommission an den Heimatbund Mecklenburg, dieser empfahl den Stadtgartendirektor Schomburg als Sachverständigen, der mehrere Standorte untersuchte. Der Friedhof schien als Platz durchaus geeignet, da Hintergrund und Anlage bereits vorhanden waren, für größere Gedenkfeiern fehlte allerdings der Platz. Ein Platz auf dem Schulkamp kam wegen des kleinen Geländes nicht in Frage. Das Mühlenbruch böte genug Platz, hätte aber für ein Ehrenmal befestigt werden müssen. Der Halbkreisrasen gegenüber dem Bahnhof wäre &amp;quot;bedingt durch den Post- und Bahnhofsverkehr der Obhut des Publikums anvertraut&amp;quot; und somit geeignet. Der Heidberg schien für eine weit ins Land ragende Gedächtnisstätte geeignet. Der weite Weg könnte durch Fahrgelegenheiten absolviert werden und auch die &amp;quot;alte Herren-Kolonne&amp;quot; mit zum Teil über 80jährigen legte diesen Weg täglich zurück. Ein weiteres Argument war, dass der Heidberg der historische Platz für die Gedenkfeiern der Teterower sei. Die Sedan-Feier und auch die Feier 1813 hatten hier stattgefunden, an diesen Tagen brannten Holzstöße und fast ganz Teterow - Alt und Jung - waren hier versammelt. Daher beschloss die Denkmalkommission den Standort Heidberg und die Stadtverordnetenversammlung genehmigte im November die Freigabe des Platzes für ein Denkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Für die Gestaltung erarbeitete die Kommission schon im Dezember 1925 Leitsätze und stellte diese den Vereinen zur Diskussion. Mit Verweis auf den Ernst-Moritz-Arndt-Turm in Bergen wurde eine Verbindung aus Aussichtsturm und Denkmal vorgeschlagen, entsprechende Entwürfe dazu wurden im Schaufenster des Kaufhauses Ramelow ausgestellt. Die Ausführung eines Turmes durch Teterower Firmen war ein weiteres Argument für diese Variante, da bei einer Skulptur ein auswertiger Künstler das Geld erhalten würde. Zahlreiche Künstler reichten dazu Entwürfe ein. Im November 1926 empfahl daher der Geheime Baurat Pries aus Schwerin (Mitglied des Ausschusses für Denkmalspflege und Denkmalsbau der Mecklenburg-Schwerinschen Regierung) der Kommission den Entwurf von Korff aus Laage, der daraufhin einstimmig angenommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Noch im Dezember 1926 erfolgten die Ausschreibungen, die Bauausführung übernimmt Maurermeister Krenzin aus Rostock, die Bauarbeiten die Maurermeister Kohlert und Rathcke aus Teterow. Zur Grundsteinlegung am 12. Juni 1927 konnte bei Gärtner Franz kostenlos Grünes zum Schmücken der Häuser abgeholt werden. Der Festzug versammelte sich um 15.30 Uhr auf dem Wilhelmsplatz (Platz des Friedens) und setzte sich um 16.00 Uhr in Bewegung. In den Grundstein war ein Bleibehälter eingelassen, der Geld, Briefmarken und Papiere enthielt. Nach den Ansprachen erfolgten die symbolischen Hammerschläge und das Spiel des Posaunenchores. Am Abend wurde zum Großen Festball im Hotel &amp;quot;Mecklenburger Hof&amp;quot; eingeladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die Weihe des Ehrenmals erfolgte in ähnlicher Form wie die Grundsteinlegung. Erwähnt wurden einige Baudetails: Höhe: 20,1 m, 114 Stufen, Schwertlänge: 8,5 m, Kosten über 18.000 RM, 104 Tage Bauzeit, 23.350 Ziegel und 50 t Zement wurden verbaut. Die Gestaltung des Umfeldes und die Anlage eines Weges wurde 1928 durch Teterower Vereine bewerkstelligt. Fortan wurde das Ehrenmal für Feiern und Kranzniederlegungen zum Ewigkeitssonntag und zur Tannenbergfeier (am 27. August - siegreichen Schlacht gegen Russland 1914) regelmäßig genutzt. Darüber hinaus war es auch Treffpunkt des Stahlhelmtages in Teterow am 14. und 15. Juni 1930, des Teterow-Malchiner-Schülertreffen am 24. Juni 1931 und des SA-Tages am 19. Juni 1932. Die Reden bei diesen Anlässen entsprachen mit dem üblichem Chauvinismus und Revanchismus der Zeit. Einen Höhepunkt des Missbrauchs erlebte das Ehrenmal dann mit dem Besuch Adolf Hitlers, der von hier am 19. September 1937 das Herbstmanöver der Wehrmacht beobachtete. 1939 erfolgte noch der Anbau der Wärterkabine mit Verkaufsstand und die Anbringung der Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen. Im 2. Weltkrieg befand sich im Umfeld eine Funkmessstation, das Ehrenmal lag im umliegenden Sperrgebiet und war somit nicht zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Nach 1945 verlor das Ehrenmal seinen Zweck als zentraler Gedächtnisort der Stadt an den VVN-Stein und später an das Denkmal am Mühlenteich. Ansichtskarten der Zeit bezeichnen es dann auch folgerichtig als &amp;quot;Aussichtsturm auf dem Heidberg&amp;quot;. Erst 1979 gab es die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt. Mit dem politischen Umbruch 1989/90 galten die anderen Denkmale als belastet und das Ehrenmal wurde wieder der zentrale Gedenkort Teterows. Die Bedeutung des Ehrenmals wurde auf alle Opfer von Krieg und Gewalt erweitert, die entsprechenden Tafeln 1999 angebracht. Zu jedem Volkstrauertag sind Teterower hier im Gedenken versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Teterow, das Schilda Norddeutschlands?==&lt;br /&gt;
* [[Teterow, das Schilda Norddeutschlands?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz==&lt;br /&gt;
* [[Sagen, Geschichten, Legenden und Volksweisheit rund um Teterow und die Mecklenburgische Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Flurnamen auf der Teterower Feldmark==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[&amp;quot;Flurnamen und Lokalbezeichnungen der Stadt und Feldmark Teterow&amp;quot; zusammengestellt und erläutert von Dr. Gerhard Böhmer Stand 1.1.1934]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>FrankHerholz</name></author>
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